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      Bruder Johannes bei Der Demografie-Traktor: Immer in Bewegung:

      Dann mach doch ein realistischeres Beispiel. :-))

      Bruder Johannes bei Der Demografie-Traktor: Immer in Bewegung:

      Weil’s gerade so schön passt:...

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      Keiner bleibt übrig, weil dein Beispiel absolut nicht...

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      J. S. bei Der Demografie-Traktor: Immer in Bewegung:

      Was wurde eigentlich vor 30 Jahren prognostiziert? Und hat sich...

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  • Die FDP und die Schlecker-Pleite – Polittaliban außer Kontrolle

    geschrieben am 30. März 2012 von Spiegelfechter

    Um sich als Hüter der reinen marktliberalen Lehre zu profilieren, ließ die FDP gestern die Verhandlungen über die Einrichtung einer Transfergesellschaft für rund 11.750 Schlecker-Mitarbeiter platzen. Sogar aus ordnungspolitischer Sicht ist dies jedoch fatal, geht es bei der Transfergesellschaft doch nicht nur um die bereits entlassenen Mitarbeiter, sondern vor allem um die rund 13.250 noch vorhandenen Arbeitsplätze, die nun durch die FDP-Blockade ebenfalls vor dem Aus stehen. Die FDP ist unberechenbar geworden. In ihrem jetzigen Zustand ähnelt sie einem wandelnden Pulverfass.

    Welchen Sinn und Zweck erfüllt eigentlich eine Transfergesellschaft? Um diese Frage zu beantworten, muss man sich zunächst verdeutlichen, dass die insolvente Unternehmensgruppe Schlecker sich de facto in der Abwicklung befindet und es dem Insolvenzverwalter, den restlichen Mitarbeitern, den Lieferanten und Gläubigern vor allem darum geht, überlebensfähige Teile aus dem Unternehmen herauszulösen, um sie unter neuer Leitung und unter einem neuen Besitzer selbstragend fortzuführen. Anfang März wurden bereits 2.400 der 5.400 deutschen Filialen der Schlecker-Gruppe geschlossen. Was mit den restlichen 3.000 Filialen geschieht, die immerhin mehr als die Hälfte der Mitarbeiter des Konzerns beschäftigen, ist hingegen noch vollkommen offen. Im Idealfall findet sich ein Investor, der das Geschäft mitsamt der Mitarbeiter lückenlos übernimmt. Einer solchen Übernahme stehen jedoch die berechtigten Forderungen der entlassenen Mitarbeiter im Weg. Ohne eine befriedigende Rechtssicherheit wird sich wohl auch kein Investor finden.

    Eine Transfergesellschaft bietet diese Rechtssicherheit, da die entlassenen Mitarbeiter ihre Forderungen und Ansprüche auf Abfindungen mit dem Eintritt in die Transfergesellschaft aufgeben. Als Ausgleich dafür erhalten sie von der Transfergesellschaft zwischen 80 und 87 Prozent ihres vorherigen Nettoeinkommens und werden sowohl bei der Fortbildung als auch der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz unterstützt. Vor allem für ältere Mitarbeiterinnen ist dies zumindest eine kleine Hilfe, da sie auf diese Art und Weise auch die Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes I mindestens um sechs Monate nach hinten verschieben können. Ohne Transfergesellschaft reihen sich die ehemaligen Mitarbeiter mit ihren Forderungen und Ansprüchen in die große Schar der Gläubiger ein und können im Falle einer Abwicklung – wenn überhaupt – nur auf Zahlungen aus der Insolvenzmaße des Unternehmens hoffen.

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    Tags: FDP Wirtschaft
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    215 Kommentare:

    1. lazarus09 schrieb am 30. März 2012 um 13:05 - Permalink

      Humankapital sucht neuen Verwendungszweck !

      Aus dem Mund eines ” in der Gesellschaft angekommenen ” vietnamesischen Adodoptivkindes …

      Menschverachtender geht’s nicht… fucking Ladyboy go home

      • michael schrieb am 30. März 2012 um 13:11 - Permalink

        Geht’s auch ohne Rassismus und Transphobia? Danke!

        • lazarus09 schrieb am 30. März 2012 um 13:27 - Permalink

          Ab einem gewissen Punkt nicht ..Nein .

          …wer andere Menschen in der Funktion als demokratisch gewaelter ” Vertreter ” derer Interessen wie Dreck behandelt, verdient keinerlei Respekt …

          Du kannst dich aber gerne beruhigen .. darum passiert auch in diesem Land nicht’s ..

          Betreten des Rasens verboten
          Karte fuer den Bahsteig
          Immer schoen beruhigt !!!

          Rassist bin keiner ..aber hier platzt mir der Kragen ..waere mein Name Till Schweiger waere ich authentisch …du Nase ;-)

          666

          • abc schrieb am 30. März 2012 um 19:14 - Permalink

            michael hat mit seiner kritik völlig recht. diese als ausdruck politischer passivität zu bezeichnen ist einfach nur bescheuert.

      • Shitop schrieb am 1. April 2012 um 11:52 - Permalink

        Rösler Wirken in Deutschland ist zwar eine Folge der US-amerikanischen Intervention in Vietnam, sozilisiert wurde er jedoch im Raum Hannover. Wer sich in der Ecke ein Wenig aus kennt weiß, dass in (nein nicht Groß-)Burgwedel der Schlecker-Konkurrent Rossmann angesiedelt ist. Mit dem Kapital des Ex-Telekom- und Ex-Mannesmann-Mobilfunk-Aktionärs im Rücken, wartet Dirk Rossmann auf seine Gelegenheit, die Schlecker-Lücken außerhalb der ländlichen Räume zu füllen.

    2. Herr Ritschwumm schrieb am 30. März 2012 um 13:17 - Permalink

      Es gibt doch genug Zeitarbeitsfirmen, die mitunter besser bezahlen, als es 80-87%, des Nettoeinkommens eines ehemaligen Schlecker Mitarbeiters ausmachen. Was mich eher interessieren würde, wer kommt dafür eigentlich auf, und macht die FDP nicht vll. doch einmal alles richtig? Zerschlagen und ausgesaugt, wird das ganze doch ohnehin. So blauäugig zu sein, dass für alles ein Investor gefunden, ist doch niemand, und selbst dann, kann man sich die Arbeitnehmer immernoch zurückholen, leider zu noch niedrigeren Löhnen, als ohnehin, warscheinlich.

      • Hermann schrieb am 6. April 2012 um 14:46 - Permalink

        …genug Zeitarbeitsfirmen, die mitunter …
        welche Firma bitte und was heißt “mitunter”. So einen Quatsch hab ich vor kurzem erst einem Kunden um die Ohren gehauen. Bin ich wirklich mal gespannt, welche Zeitarbeitsfirma einer Verkäuferin um die 12,00 € die Stunde zahlt.

    3. Karla schrieb am 30. März 2012 um 13:41 - Permalink

      Stellt sich die Frage, welche Anschlussverwendung es für Herrn Rösler gibt, der in seinem mentalen Zustand als Bundeswirtschaftsminister schlichtweg untragbar ist.

      Da sehe ich keine Möglichkeit außer: endlagern.

      Es ist aber eine traurige Bestätigung für das im Artikel “Und sie bewegt sich doch” Gesagte, dass sich viel zu viele Mitmenschen in einer verheerenden Kombination an Empathie- und Intelligenzmangel schon wieder für dumm verkaufen lassen. Liest man die Kommentare etwa auf SPON, dann scheinen die Chancen mindestens 50% für die Dummheit zu stehen. Das fängt schon damit an, dass es viele gar nicht interessiert, was genau eine Transfergesellschaft ist, und sie kommen offenbar auch nicht aufgrund der Bezeichnung “Transfer” von selbst auf die Idee, dass es sich dabei wohl kaum eine Weiterführung des Unternehmens Schlecker handeln kann. Der Satz “Nicht auf Kosten der Steuerzahler!” genügt offenbar, um jedes kritische Denken abzuwürgen. Und dann vielleicht noch die Überlegung: … als mein Betrieb damals zugemacht hat, hat mir auch keiner geholfen. Irrational und traurig. Taurig, weil die Bürgschaft über 70 Mio. pro Nase weniger als 1€ bedeutet hätte. Tja, das sind sie “uns” offenbar nicht wert, die Schlecker-Frauen. Irrational, weil die jetzige Variante sehr wahrscheinlich teurer wird,

      Absurderweise setze ich meine Hoffnung jetzt in die Politik. So weit ist es schon gekommen. Weil ich nämlich auch denke, dass diese Kamikazetruppe jetzt mal den Bogen überspannt und sich für Großen einfach als derart unzuverlässig, unberechenbar und deshalb gefährlich erwiesen hat, dass sie hoffentlich (mag man von ihnen halten, was man will) bei der nächsten Gelegenheit den Sack zumachen werden. Vielleicht brauchen sie nichts weiter tun als abwarten und jegliche Hilfsmaßen unterlassen, wenn sich fdp und Piraten demnächst kanibalisieren.

      • GrooveX schrieb am 30. März 2012 um 13:46 - Permalink

        bitte nicht endlagern!!!

        alles was bei uns endgelagert wird, kommt eines tages an die oberfläche zurückgespült – giftiger als je zuvor.

        • Karla schrieb am 30. März 2012 um 13:57 - Permalink

          Vielleicht könnte man ja das frühere Uran-Abbaugebiet (Wismut) im südlichen Sachsen in Betracht ziehn. Es gibt da (kein Witz!) eine Lagerstätte mit dem schönen Namen “Niederpöbel”.

      • rainer schrieb am 31. März 2012 um 08:50 - Permalink

        …wie wär´s mit einer Endlagerung im Mekong-Delta?….

        • Karla schrieb am 31. März 2012 um 09:10 - Permalink

          Nein, das wäre rassistisch, ökologisch bedenklich und der dortigen Bevölkerung nicht zu vermitteln. Nein wirklich, der Philipp ist schon einer von uns, auch wenn uns das nicht gefällt.

          • Bakunin schrieb am 1. April 2012 um 00:18 - Permalink

            Sehr gut gesagt, Karla!
            Dieser Herr Rössler ist in der Tat einer von “uns”, ein politisches Produkt dieses Landes, seiner neuen Eltern, dieses Bildungssystems, und natürlich der FDP.

    4. Chris schrieb am 30. März 2012 um 13:43 - Permalink

      Ich kann es langsam nicht mehr hören. Natürlich ist das für die Betroffenen tragisch aber es war so trotzdem die einzige richtige Entscheidung (und es fällt mir wirklich schwer sowas in Zusammenhang mit der FDP zu sagen): alles andere wäre ein Schlag ins Gesicht der tausenden von Menschen, die ständig unverschuldet ihren Job verlieren und nicht bevorzugt behandelt werden. Es kann wohl kaum sein, daß man die Schlecker Mitarbeiter besser stellt als andere Arbeitssuchende … mit welchem Recht sollte hier der freie Wettbewerb unterlaufen werden???

      • Spiegelfechter schrieb am 30. März 2012 um 15:35 - Permalink

        Ich kann es langsam nicht mehr hören. Natürlich ist das für die Betroffenen tragisch aber es war so trotzdem die einzige richtige Entscheidung (und es fällt mir wirklich schwer sowas in Zusammenhang mit der FDP zu sagen): alles andere wäre ein Schlag ins Gesicht der tausenden von Menschen, die ständig unverschuldet ihren Job verlieren und nicht bevorzugt behandelt werden.

        Was ist denn das für ein Argument? Außerdem stimmt das nicht! Bei vielen Insolvenzen greift der Insolvenzverwalter zu Maßnahmen, mit denen die MA mehr als die Insolvenzquote bekommen.

        Es kann wohl kaum sein, daß man die Schlecker Mitarbeiter besser stellt als andere Arbeitssuchende … mit welchem Recht sollte hier der freie Wettbewerb unterlaufen werden???

        Wieso Arbeitssuchende? Wenn überhaupt, gestattet sich ein Vergleich mit anderen MA, deren Arbeitgeber in die Insolvenz geht und da hängt die Zuweisung von Forderungen von vielen Faktoren ab. Es ist nicht richtig, dass MA eines kleinen Betriebs grundsätzlich leer ausgehen.

        • Sergio schrieb am 2. April 2012 um 00:16 - Permalink

          Er spricht von REGELGERECHTIGKEIT. Wieso sollten den Schleckermitarbeiter Sonderrechte auf Kosten der Allgemeinheit gegeben werden?

          Wer Arbeitslos wird kriegt 12 Monate Arbeitslosengeld, dass gilt für jeden. Das Politik gerne da ihr politische Süppchen kochen, ob “Links” oder “Rechts”, ist klar, sind ja von Natur Gesellschaftsklempner, mit dem Hang ihrem Klientel Priviliegen abseits den allgemeinen Regeln zuzugestehen auf Kosten derselbigen.

          Mit marktwirtschaftlichen Grüßen

      • ola schrieb am 31. März 2012 um 09:28 - Permalink

        Was ich nicht mehr hören kann, ist das ständige, unreflektierte trickle down Geschwätz.

    5. Widerspruch schrieb am 30. März 2012 um 13:46 - Permalink

      Hallo Herr Berger,

      ich bin bestimmt kein Freund der FDP aber in meinen Augen ist Ihr Artikel in sich sehr widersprülich.

      Wie Sie schreiben, finanziert sich die Transfergesellschaft im besten Fall durch die Verwertung des restlichen Schlecker-Betriebsvermögen. Im ungünstigsten Fall aber muss der Steuerzahler herhalten. Die Geringverdiener anderer Arbeitgeber helfen ihren Kollegen einmal durch die Zahlungen in die Arbeitslosenversicherung und ein weiteres mal durch ihre entrichteten Steuern. Das ist in meinen Augen kein guter Ansatz.

      Eine Transfergesellschaft muss geleitet und verwaltet werden, d.h. ein Teil des Geldes kommt den Betroffenen gar nicht zu gute.

      Sie verlangen von den entlassenen Angestellten, dass diese auf ihre Ansprüche verzichten sollen (Abfindung, etc.), damit sich künftige Investoren das Geld sparen können?! Zeigen Sie mir einen Investor, der die übernommene Belegschaft nach Ablauf der rechtlichen Fristen komplett behalten hat? Mit dieser Forderung stellen Sie sich auf eine Stufe mit Herrn Rössler!

      Sie spielen die Entlassenen gegen die noch Verbliebenen aus! Was hat denn eine Verkäuferin beim Schlecker netto verdient? Wenn diese Frau jetzt noch für 6 Monate 80% vom letzten Netto erhält, was hilft ihr das? Werden diese 80% beim späteren Arbeitslosengeld angerechnet? Bekommt sie dadurch vielleicht sogar weniger Arbeitslosengeld?

      Das “Nein” zur Transfergesellschaft ist sicherlich umstritten, doch das “Ja” wäre ebenfalls keine schlüssige Entscheidung.

      • Spiegelfechter schrieb am 30. März 2012 um 15:31 - Permalink

        Wie Sie schreiben, finanziert sich die Transfergesellschaft im besten Fall durch die Verwertung des restlichen Schlecker-Betriebsvermögen. Im ungünstigsten Fall aber muss der Steuerzahler herhalten. Die Geringverdiener anderer Arbeitgeber helfen ihren Kollegen einmal durch die Zahlungen in die Arbeitslosenversicherung und ein weiteres mal durch ihre entrichteten Steuern. Das ist in meinen Augen kein guter Ansatz.

        Und wer finanziert die Leistungen ohne Tr.Ges.? Niemand. Im Endeffekt sorgt die Tr.Ges. also dafür, dass die MA Gelder aus der Insolvenzmasse bekommen, die ihnen zwar zustehen, deren Zuteilung am Ende des Insolvenzverfahrens jedoch nicht geleistet werden kann. Während der Laufzeit der Tr.Ges. spart die BA übrigens die Gelder für ALG I, Sozialabgaben etc. pp..

        Eine Transfergesellschaft muss geleitet und verwaltet werden, d.h. ein Teil des Geldes kommt den Betroffenen gar nicht zu gute.

        Das ist sicher richtig

        Sie verlangen von den entlassenen Angestellten, dass diese auf ihre Ansprüche verzichten sollen (Abfindung, etc.), damit sich künftige Investoren das Geld sparen können?!

        Sehen wir es pragmatisch. Bei der zu erwartenden Insolvenzquote sind diese Ansprüche nicht viel wert.

        Zeigen Sie mir einen Investor, der die übernommene Belegschaft nach Ablauf der rechtlichen Fristen komplett behalten hat?

        Da werde ich keinen finden, das schreibe ich aber auch nicht.

        Sie spielen die Entlassenen gegen die noch Verbliebenen aus!

        Ach was ;-)

        Was hat denn eine Verkäuferin beim Schlecker netto verdient? Wenn diese Frau jetzt noch für 6 Monate 80% vom letzten Netto erhält, was hilft ihr das? Werden diese 80% beim späteren Arbeitslosengeld angerechnet? Bekommt sie dadurch vielleicht sogar weniger Arbeitslosengeld?

        80% sind mehr als 60% – und “nein”, das wird nicht angerechnet.

      • Anton Chigurh schrieb am 1. April 2012 um 16:52 - Permalink

        Oh Mann…..die Witzfigur heißt RÖSLER……nicht Rössler…………RÖÖÖÖÖÖÖSLER…….ist das so schwer ?????

    6. der Herr Karl schrieb am 30. März 2012 um 13:54 - Permalink

      „Anschlussverwendung“ ist schon ein entlarvendes Vokabular. Erinnert mich irgendwie an vergangen geglaubte Zeiten…
      Wenn ein Rösler, der auf mich schon immer empathielos gewirkt hat, die FDP mit einem letzten Aufbäumen vor dem Untergang zu retten versucht – Parallelen zur Flugblattaktion des grossen Fallschirmspringers werden bei mir wach – hat das bereits komische Qualitäten. Das ganze Theater ist allerdings nur Symptom. Symptom für eine verkommene und widersprüchliche Politik, deren Ursachen in den neoliberalen Strukturen zu finden sind.
      Man spricht von “Schuldenkrise” und “über die Verhältnisse gelebt”, dabei ist es eine Bankenkrise. Man spricht von “Rettungsschirmen” für verschwenderische Staaten, dabei werden den Banken Milliarden “in die Ärsche geblasen”…

      Ich verstehe den Zorn des kleinen Mannes und der kleinen Frau. Ich glaube nicht, dass die das noch lange so stoisch und schicksalsergeben hinnehmen.

    7. name schrieb am 30. März 2012 um 13:56 - Permalink

      Die Sprache und die Kategorien, in denen Sie denken, sie ordnen, und die Dinge der Welt betrachten und sie auch noch äußern, verrät ihr niederträchtiges, eigenes Wesen und spiegelt es ehrlich.

      Als Anschlussversorgung, so sieht Rössler & Co, Menschen, die von ihrer Ware Arbeitskraft überleben müssen. Dann doch lieber Kalaschnikows für Alle, damit der Ausgleich der Argumente wenigstens in einem gleichberechtigen Rahmen stattfinden kann.

      • FetteBeute schrieb am 30. März 2012 um 14:54 - Permalink

        @name
        Aus Deinem Kommentar geht nicht so richtig hervor wen Du meinst. Ist der Spiegelfechter gemeint? Sind die Foristen gemeint? Wenn ja, bitte noch eine Erläuterung zum angeblich gezeigten niederträchtigen Wesen.

        • name schrieb am 30. März 2012 um 15:16 - Permalink

          Es ist natürlich Rösler gemeint…

          • GrooveX schrieb am 30. März 2012 um 15:28 - Permalink

            dein erstes sie war zu groß geschrieben. das hat irritiert.

            • FetteBeute schrieb am 30. März 2012 um 16:09 - Permalink

              O.k., dann ist die Sache mit dem “niederträchtigen Wesen” auch einfach zu verstehen und FetteBeute stimmt zu und freut sich. :-)

        • Mo schrieb am 30. März 2012 um 16:09 - Permalink

          @ FetteBeute,

          mich hätte jetzt ja interessiert, was Sie (FetteBeute) erwidert hätten, wenn Kommentator “name” geantwortet hätte:
          “Ihr alle wie ihr da seid meine ich natürlich.”
          Sorry FetteBeute, das war gerade so mein erster Gedanke. ;-)

          @ GrooveX schreibt:
          “dein erstes sie war zu groß geschrieben. das hat irritiert.”

          GrooveX, Sie (GrooveX) sind aber leicht zu irritieren, da traut man sich ja gar nichts zu schreiben. ;-)

          • GrooveX schrieb am 30. März 2012 um 16:25 - Permalink

            kwatsch mit kah! hätte es mich mehr als ein 2. lesen gekostet, dann hätt ich mich schon gemeldet. also trau dich weiter, falls du es schon mal getan haben solltest. ;-)

          • FetteBeute schrieb am 30. März 2012 um 16:48 - Permalink

            @Mo
            Ich hätte mich mit der Begründung auseinandergesetzt.
            Schließlich ist es ziemlich schwierig, jemanden qualifiziert als niederträchtig einzuordnen, wenn derjenige (beispielsweise Spiegelfechter) sich de facto mit den betroffenen Schlecker-Beschäftigten solidarisiert. Denn: Wie soll ein “Linker”, der sich solidarisch mit den eigenen Leuten zeigt, denn niederträchtig sein?
            Auf der anderen Seite haben wir die “Personen” von der Regierung (und SPD und Grün). Die zeigen nur Solidarität gegenüber dem Großkapital. DAS ist dann wirklich niederträchtig.

    8. klaus baum schrieb am 30. März 2012 um 13:57 - Permalink

      danke für diesen dringend nötigen artikel

    9. gerhardq schrieb am 30. März 2012 um 14:12 - Permalink

      Lieber Spiegelfechter,
      ich möchte nur darauf hinweisen, daß Schlecker seinen MitarbeiterInnen Tariflöhne zahlt. Es gab den Versuch, die von der Regierung geschaffenen Möglichkeiten der untertariflichen Löhne umzusetzen, was aber an dem öffentlichen Aufschrei scheiterte. Schlecker war für viele Frauen eine Möglichkeit, eine bezahlte Arbeit außerhalb der Leiharbeitswelt zu finden. Sicher, Schlecker hat viele Fehler gemacht, aber er hat auch nach Tarif gezahlt. Gerade das wird ihm wahrscheinlich auch in die Pleite getrieben haben.

      Das Verhalten der FDP ist eine Frechheit, genaugenommen eine Groteske der politischen Laienschauspieler dieser Partei. Durch die Verhinderung der Bürgschaft werden auf diesen Staat weit höhere Kosten zukommen als durch die Transfergesellschaft. Aber Hauptsache die FDP kann sich auf dem Rücken der Schleckerbeschäftigten profilieren. Es wird wirklich Zeit, daß diese Partei endlich in der Bedeutungslosigkeit versinkt. Aber bis das geschieht, wird sie noch eine Menge Schaden in dieser Republik anrichten. Immer nach der Devise, wenn wir schon untergehen, dann nehmen wir die anderen mit – die anderen sind in diesem Fall die deutschen Bürger.

      • Spiegelfechter schrieb am 30. März 2012 um 14:27 - Permalink

        Ja, ich weiß, dass Schlecker Tariflöhne gezahlt hat. Dafür gab es jedoch zahlreiche andere Defizite – Sicherheit(Überfälle), Personelle Ausstattung, Betriebsräte, keine Mitsprache, zentralistische Führung etc. pp.

        Nimm mal den Konkurrenten dm als Beispiel – die zeigen, wie es auch anders gehen kann.

      • der Herr Karl schrieb am 30. März 2012 um 14:33 - Permalink

        @gerhardq
        “Gerade das wird ihm wahrscheinlich auch in die Pleite getrieben haben.”

        Wenn das stimmt, und vielleicht hast du ja recht, ist dies eine Beleg dafür, dass im System etwas faul ist. Wie ich schon früher hier sagte, ist dies das Endstadium eines Marktes, wo die Grossen (Discounter) zuerst die Kleinen (Familienbetriebe) fressen und danach die übriggebliebenen Grossen sich gegenseitig. Wal-Mart lässt grüssen, mit all seinen Folgen…

        • der Herr Karl schrieb am 30. März 2012 um 14:44 - Permalink

          Umdenker auf Feynsinn bringt mein Anliegen noch besser auf den Punkt. Er schreibt zu den Ursachen:
          “Wie konnte es überhaupt zu dem Zustand bei Schlecker kommen? Vielleicht weil sie gierige Manager/Investoren/Aktionäre hatten? Oder lag es daran, dass die Konkurenz mit Leih-/Kurz-/Zeitarbeit, Outsourcing an Zweckgesellschaften zur Umgehung von Tarifverträgen, Quasbi Verbot von Betriebsräten, Niedriglohn, etc… schon ein solches Klima im Einzelhandel entstanden ist, dass Schlecker nur mitziehen konnte oder seinen Mitarbeitern normale Löhne zahlt, aber entsprechend auch alle Produkte dann ein bisschen teurer als bei Lidl, dm, Aldi und Co. sein mussten und wir mit unserem “Geiz ist geil” auch nicht gerade diesen Trend aufhalten und sowas in einer Teufelsspirale mündet?”

          • Spiegelfechter schrieb am 30. März 2012 um 14:52 - Permalink

            Das sehe ich nicht so schlecker-freundlich. Man hatte halt den falschen Geschäftsplan. Schlecker-Filialen sind meist sehr klein, machen viel zu wenig Umsatz pro Quadratmeter und die Margen sind auch nicht so doll. Wer so eine Struktur hat, kann durchaus Erfolg haben, wenn er den einzelnen Filialen mehr Spielraum lässt. Wenn es z.B. in der brandenburgischen Pampa in einer Kleinstadt nur einen Schlecker und keinen anderen Markt gibt (das kommt oft vor), macht es wenig Sinn dort Kondome und Gleitcreme zu verkaufen, zumal es kaum jüngere Käufer gibt. Warum überlässt man dort das Produktangebot nicht der Filialleitung vor Ort, die genau weiß, was die Kunden haben wollen? Allen Diskussionen um Lohn/Arbeitsbedingungen zum Trotz ist Schlecker m.E. aufgrund des Zentralismus und des “Top-down-Approachs” gescheitert. Das mag in einigen Unternehmen ja funktionieren, bei einem Unternehmen, das derart kleingliedrig ist, kann das m.E. nur in die Hose gehen.

            • schwitzig schrieb am 30. März 2012 um 15:01 - Permalink

              @SF

              Warum überlässt man dort das Produktangebot nicht der Filialleitung vor Ort, die genau weiß, was die Kunden haben wollen?

              Weil diese dann mehr Verantwortung zu tragen hätte. Für Löhne nach dem Einzelhandelstarif hätte das entweder eine höhere Lohngruppe – das wollte Schlecker nicht – oder die übliche ca. 1800 Euro Brutto bedeutet. Für 1800 Euro Brutto muss man erstmal jemanden finden, der die zusätzliche Verantwortung(Arbeitszeit) übernimmt und nicht so grenzdebil ist, dass das Geschäft zum Warenlager verkommt.
              Schleckers Geiz hat erst seinen Ruf und dann seine Geschäfte ruiniert.

            • Spiegelfechter schrieb am 30. März 2012 um 15:04 - Permalink

              Das mag sein, ich kenne mich da nicht so aus. Wie macht das eigentlich dm? Dort haben ja m.W. die MA die Verantwortung für die Produktpalette.

            • schwitzig schrieb am 30. März 2012 um 15:17 - Permalink

              @SF

              Wie macht das eigentlich dm?

              dm legt Wert auf vernünftige Lagen – sprich: Die wursteln nicht in jedes Kuhkaff eine Filiale. Vor noch 30 Jahren hat die Kuhkaff-Beschickung gut funktioniert, da zum einen die Leute ihr Kuhkaff für die normalen Einkäufe nicht so häufig verlassen haben und in einem “Centro” einkehrten, sondern die ortsansässigen Händler beglückten, Mittlerweile hat sich das Einkaufsverhalten – auch weil es die “Tante Emma”-Läden dank der Supermärkte nicht mehr gibt – derart geändert, dass häufig Wocheneinkäufe in “Centros” “in der Stadt” getätigt werden.
              Darüber hinaus fährt dm eine durchaus intelligente Mischkalkulation bei den Margen, die auf der einen Seite das Plus mehr hereinholt, welches auf der anderen Seite zu gering ist. Auch ist Diebstahl durch ausreichende Personaldecke nicht ein solches Nummer1-Thema wie bei Schlecker. Und nicht zuletzt arbeiten zufriedene Mitarbeiter besser und damit kostengünstiger.

            • Spiegelfechter schrieb am 30. März 2012 um 15:20 - Permalink

              @Schwitzig

              Das leuchtet mir ein, Danke für die Antwort. Im Kern wollte ich aber wissen, wie dm das mit der “Mitarbeiterverantwortung” macht. Bei dm haben die Mitarbeiter ja m.W. durchaus beim Produktsortiment eine Mitsprache und sogar eine Mitverantwortung.

            • der Herr Karl schrieb am 30. März 2012 um 15:27 - Permalink

              Das Problem ist doch aber, dass es nicht Platz für 4 oder 5 gleichgelagerte Drogerie-Discounter in Deutschland hat – auch wenn die alle alles richtig machen würden. Irgend einmal kann der Kunde/Verbraucher nicht mehr alles konsumieren/verbrauchen, was da alles angeboten wird.
              Fazit: Die Kosten für die Verdrängungspolitik bezahlt am Schluss der Bürger mit zu kleinen Löhnen und mit Sozialprogrammen für arbeitslos gewordene Schlecker-Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Ich sage es also gerne nochmals und immer wieder: Billig einkaufen hat seinen Preis.

            • klaus baum schrieb am 30. März 2012 um 20:43 - Permalink

              jens, ich kann mich da an eine geschichte aus der zeit um 1972 herum erinnern. in hamburg gab es eine bäckerei-kette namens NUR HIER. einer, der eine filiale übernommen hatte, in HH-eppendorf, wollte neben dem standardisirrten NUR_HIER_ANGEBOT ein paar für eppendorf passende kuchen und gebäckstücke anbierten. der mann wurde alsbald wieder entlassen. top-down mit innerbetrieblich-diktatorischer macht ist oft das problem.

            • alexios schrieb am 31. März 2012 um 13:37 - Permalink

              Hinzukommt, vermute ich, dass der Drogeriemarkt insgesamt rückläufig wurde, weil man diese typischen Drogerieprodukte auch im Supermarkt bekommt und die BRD mit Supermärkten in den letzten zwei Jahrzehnten auch auf dem Land überschwemmt wurde.

          • ola schrieb am 31. März 2012 um 09:43 - Permalink

            Also da hat er aber voll in die Scheisse gegriffen. was hier für ein Unsinn verbreitet wird. Schlecker war der mit Abstand mieseste Arbeitgeber im großen discounter Bereich. Mit Abstand. Wie kan man denn auf derart verrückte Sachen kommen?

            Es ist ganz einfach, während sich alle Anderen discounter in den letzten 10 Jahren darum bemüht haben, das Erscheinungsbild ihrer Filialen wenigstens annähernd erträglich zu gestalten, sieht es bei Schlecker heute noch so aus, wie ich den ALDI aus den 70zgern kenne. Da will doch keine Sau mehr einkaufen gehen, in solchen dunklen Dreckslöchern.. Und das nur deshalb, weil der alte Patriarch von der Alm nicht mitbekommen hat, dass es nicht mehr reicht, einfach einen Laden aufzumachen und schon kommt das zahlende Volk.

            Entschuldigung, aber hier hat nur einer Schuld und das ist der völlig paranoide Eigenbrödler von der Alm und keine Tariflöhne oder andere, die angeblich noch schlimmer seien als Schlecker. Das ist ja hanebüch jetzt hier.

            Geht doch mal zu budny, zu dm, zu Rossmann… und dann macht die Zeitreise zu Schlecker…

        • Vogel schrieb am 31. März 2012 um 15:25 - Permalink

          @der Herr Karl
          Danke für den Link zu Wal Mart ;-). Deren Politik iss klar: “First, we giv’em low prices, than we take their job’s! When their’re down at the bottom, they depend on us! – First we tell the supliers what we except or not, then we tell the country …”

          Geiles Statement des Menetschers am Ende, frei übertragen: “Da gibt es eine zweite Seite der Medaille? Das weise ich zurück!”

          Da haste fertig!

      • ola schrieb am 31. März 2012 um 09:35 - Permalink

        Alle großen discounter zahlen Tarif, Aldi und Lidl sogar deutlich mehr. Schlecker zahlt übrigens seit wann genau Tarif? Völlig absurde Vorhaltung. Wissen Sie wie der Tarif im Einzelhandel aussieht? Wissen Sie, dass Schlecker natürlich nicht den Tarif für Einzelhandelskaufleute bezahlt, sondern den für Verkäuferinnnen? An diesen Löhnen kann kein funktionierendes Unternehmen zu Grunde gehen, niemals. Aber wer zu doof ist, seinen e.K. anständig zu führen und seine Läden wenigstens halbwegs attraktiv zu gestalten, der findet sicher immer jemanden, der sich überlegt, ob es nicht doch am Lohn der MA gelegen haben könnte. Erschütternd.

    10. Karl Heinrich schrieb am 30. März 2012 um 14:20 - Permalink

      "Im Grunde sind Transfergesellschaften Geldverschwendung. Es gibt keinen Beleg dafür, dass ihre Betreiber den Betroffenen schneller aus der Arbeitslosigkeit helfen, als es bei der normalen Betreuung der Arbeitsagenturen der Fall ist", sagt Hilmar Schneider, Direktor Arbeitsmarktpolitik beim Forschungsinstitut Zukunft der Arbeit (IZA) in Bonn.
      Das Institut hatte zusammen mit dem DIW die Effizienz von Transfergesellschaften untersucht

      Handelsblatt

      • Spiegelfechter schrieb am 30. März 2012 um 14:29 - Permalink

        Von Hilmar Schneider erwarte ich auch nichts anderes. Vor allem nicht, dass er weiß, dass es hier v.a. um die Zukunft der noch geöffneten Filialen geht.

      • schwitzig schrieb am 30. März 2012 um 14:37 - Permalink

        @Karl Heinreich
        Lies den Artikel noch mal.

      • Karla schrieb am 30. März 2012 um 14:51 - Permalink

        Die Frage ist dann aber zumindest, wessen Geld da verschwendet wird. Mal unterstellt, dass Transfergesellschaften und Arbeitsagenturen bei der Vermittlung gleich erfolgreich sind, kommt das Geld in dem einen Fall aus der Insolvenzmasse, in dem anderen aber aus den Beiträgen der Versicherten. Da würde ich den ersten Fall eindeutig vorziehn.

        Außerdem könnte man sich fragen, ob nicht die “normale Betreuung durch die Arbeitsagenturen” ebenfalls Geldverschwendung ist und ob der Erfolg der Vermittlungsbemühungen überhaupt messbar ist im Vergleich zu reiner Eigeninitiative. Ich kenne eine einzige Person, die tatsächlich mal eine Stelle über die Arbeitsagebtur vermittelt bekam, aber unzählige, die in absolut sinnlosen Weiterbildungsmaßnahmen rumgesessen sind. darunter Redakteure, die lernen sollten, wie man Bewerbungen schreibt.

        • Spiegelfechter schrieb am 30. März 2012 um 15:03 - Permalink

          Mal unterstellt, dass Transfergesellschaften und Arbeitsagenturen bei der Vermittlung gleich erfolgreich sind, kommt das Geld in dem einen Fall aus der Insolvenzmasse, in dem anderen aber aus den Beiträgen der Versicherten. Da würde ich den ersten Fall eindeutig vorziehn.

          Rechnen wir das doch mal hypothetisch aus. Nehmen wir mal eine Insolvenzquote von 20% an und eine Senior-Gläubigerposition des KfW-Kredites an. Im Fall 1 (Transfergesellschaft) fließen also erst einmal 70 Mio. Euro aus der Insolvenzmaße an die MA. Weder Steuerzahler, noch Arbeitsagentur haben Kosten. Durch die Vorrangigkeit wird das KfW-Darlehen dann zurückgezahlt. Bei Fall 2 (ohne TG) trägt die Arbeitsagentur die Kosten (z.B. 80% der 70 Mio. = 56 Mio). Bei 20% Insolvenzquote kriegt sie nach Abschluss des Insolvenzverfahrens 11,2 Mio. aus der Insolvenzmaße zurück. Der Verlust für die Sozialkassen beträgt also 58,8 Mio. Euro.

          Aber das ist ja noch längst nicht alles, da es ja um die verbliebenen 13k Arbeitsplätze geht! Wenn die wegfallen, wird es für die Sozialkassen und(!) den Steuerzahler richtig teuer.

          • Klaus Scharff schrieb am 31. März 2012 um 11:18 - Permalink

            jens , bitte erkläre mir mal diesen zusammenhang aus deiner sicht etwas deutlicher . mir sieht das eher nach einer vermutung aus …… :

            jens berger :

            Freuen können sich darüber vor allem die übrigen Gläubiger, vor allem Banken, deren Anteil an der Insolvenzmasse durch die FDP-Blockade merklich gestiegen ist.

            das wäre hilfreich , danke für die mühe .

          • Bonsta schrieb am 9. April 2012 um 22:08 - Permalink

            Aber das ist ja noch längst nicht alles, da es ja um die verbliebenen 13k Arbeitsplätze geht! Wenn die wegfallen, wird es für die Sozialkassen und(!) den Steuerzahler richtig teuer.

            Wieso sollten die wegfallen? Wegfallen können die doch nur, wenn sie überflüssig waren und dann wäre jede Rettung dieser Jobs sowieso sinnlos. Genau das Argument leuchtet mir nicht ein. An anderer Stelle las ich, dass jährlich 10 000 Pizzerias schließen, deren Jobs jedoch auch nicht wegfallen, da ungefähr genauso viele wieder neu eröffnen. Das leuchtet mir schon eher ein.

            Dass durch die Supermärkte und Einkaufszentren tendenziell mehr Jobs im Einzelhandel wegfallen, da diese effizienter arbeiten können und mehr Kunden mit weniger Personal abfertigen können, als das individuelle kleine Läden, gemeinhin auch Tante-Emma-Laden genannt, können, ist mir natürlich auch klar. Und im Falle der vielen kleinen Läden des Schlecker-Konzerns wirkt dieses Prinzip natürlich auch mit, nur ist das m.M.n. eine grundsätzlich andere Baustelle, und hat weniger mit dem Problem von Schlecker zu tun und der “Rettung” von 13 000 Jobs.

    11. Lazarus09 schrieb am 30. März 2012 um 14:21 - Permalink

      gerhardq

      Wer hat in den 80 für ” Tarif” gearbeitet …?
      Willst du Applaus dafür das ein Unternehmen das als Sklavenhalter verschrien ist die helfende Hand des Staates bei noch größerer Ausbeutung ausschlägt …?

      Freunde bin ich hier im falschen Film … die Mitarbeiter kommen davon mit Kreuzigung ?

      …Holyshit

      • gerhardq schrieb am 30. März 2012 um 14:48 - Permalink

        Ich versuche nur, auch die andere Seite zu beleuchten, ein wenig Fairness walten zu lassen.
        Schlecker war mit Sicherheit kein angenehmer Arbeitgeber und hat viele Fehler gemacht. Andererseits hat er auch vielen Frauen die Möglichkeit gegeben, ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Ich weiß aus Erfahrung, daß es immer etwa 2-3 Jahre dauert, bis sich falsche Managemententscheidungen auszahlen. Jetzt ist es zu spät, zu reagieren. Und so etwas wie den Chapter 11 wie in den USA haben wir in Deutschland leider nicht. In Deutschland geht es vor allem um Gläubigerbefriedigung während in den angelsächsischen Ländern das Weiterbestehen des Unternehmens Vorrang hat. Auch bei Schlecker sehen wir sehr deutlich, daß es hier vor allem um die Befriedigung der Kapitalgeber geht, ohne Transfergesellschaft wird die Insolvenzmasse größer.

        Eine Transfergesellschaft würde die Frauen nicht sofort in die Arbeitslosigkeit treiben, sondern würde ihnen eine Übergangszeit geben. Außerdem geht es um eine Bürgschaft für den Kredit, der Kredit soll von Schlecker selbst gestemmt werden. Aber ich finde den Rückgang der Solidarität für die Schwachen dieser Gesellschaft schon sehr bedenklich. Im Grunde kann heute jeder Arbeitnehmer in diese Situation kommen.

        • schwitzig schrieb am 30. März 2012 um 15:10 - Permalink

          @gerhardq

          Andererseits hat er auch vielen Frauen die Möglichkeit gegeben, ihren Lebensunterhalt zu verdienen.

          Du solltest Dich mal von dieser Untertanen-Denke freimachen. Mein Arbeitgeber darf dankbar sein, dass er die Möglichkeit bekommt, meine Innovationsfreudigkeit und Leistung für sein Unternehmen kaufen zu dürfen.
          Schon die Begriffe Arbeitgeber und Arbeitnehmer sind in ihrer Bedeutung vertauscht!

        • Lazarus09 schrieb am 30. März 2012 um 16:11 - Permalink

          Chapter 11 wie in den USA haben wir in Deutschland leider nicht.

          Du weist aber das Chapter 11 hauptsächlich ermöglicht Beschäftigte auf massiv unfaire weise zu feuern ,Verträge und Abmachungen Sonderleistungen u.s.w ohne widerstand oder Angst vor Klagen zu canceln ?

          Ich habe selbst Small-Business in USA ;-) und ein Kumpel arbeitete bei Delta … wenn dir das was sagt

          666

          • Lazarus09 schrieb am 30. März 2012 um 16:19 - Permalink

            Hauptsächlich ist Chapter 11 Gläubigerschutz !!!

    12. flummi schrieb am 30. März 2012 um 14:22 - Permalink

      Nicht nur das Verhalten der FDP ist eine Frechheit sondern auch die Scheinheiligekeit von SPD und Grünen, wie es Jens ja in seinem Artikel auch treffend darstellt

      “Scheinheiligkeiten aus Stuttgart

      Der politische Zorn, der der FDP momentan zu Recht entgegengebracht wird, ist jedoch ebenfalls scheinheilig. SPD und Grüne, die sich nun in Gestalt der baden-württembergischen Landesregierung kunstvoll als „Schlecker-Versteher“ inszenieren, betreiben ebenfalls nur ihre Art des Wahlkampfes. Ginge es den Baden-Württembergern wirklich um die Zukunft der Schlecker-Filialen, hätten sie bereits vor dem Ultimatum des Insolvenzverwalters konstruktiv an einer Neuausrichtung des Konzerns mitgearbeitet. Ginge es ihnen um die Mitarbeiter, hätten sie die Transfergesellschaft auch ohne weiteres alleine stemmen können. 70 Millionen Euro sind zwar kein Pappenstiel; eine Bürgschaft in dieser Höhe wäre für das reiche Land Baden-Württemberg, das sich bei Stuttgart 21 oder der Übernahme von EnBW keinesfalls so knauserig gezeigt hat, aber ganz sicher kein Ding der Unmöglichkeit. Nicht nur die FDP versucht sich auf dem Rücken der Schlecker-Mitarbeiter zu profilieren.

    13. Michael schrieb am 30. März 2012 um 14:48 - Permalink

      Wieso können sie sich die Banken freuen? Das verstehe ich auch längerem Nachdenken immer noch nicht.
      Denn wenn nun die Verkäuferinnen auch noch als Gläubiger gegenüber Schlecker hinzukommen, anstatt als Gläbiger gegenüber der Transfergesellschaft, gibt es doch mehr Gläubiger und somit weniger für jeden.
      Oder ist gemeint, dass die Kokursmasse größer wird, weil nichts in eine Transfergesellschaft überführt wird?

      Bitte nochmal erläutern. Der Vorwurf, die FDP denke vor allem an die Banken, klingt aus Erfahrung sehr überzeugend, aber ich verstehe es im konkreten Kontext noch nicht so ganz.

      • Spiegelfechter schrieb am 30. März 2012 um 14:56 - Permalink

        Wieso können sie sich die Banken freuen? Das verstehe ich auch längerem Nachdenken immer noch nicht.
        Denn wenn nun die Verkäuferinnen auch noch als Gläubiger gegenüber Schlecker hinzukommen, anstatt als Gläbiger gegenüber der Transfergesellschaft, gibt es doch mehr Gläubiger und somit weniger für jeden.
        Oder ist gemeint, dass die Kokursmasse größer wird, weil nichts in eine Transfergesellschaft überführt wird?

        Genau. Ich kenne die zu erwartende Insolvenzquote nicht, gehe aber davon aus, dass sie nicht allzu hoch sein wird. Beim Modell Transfergesellschaft kriegen die MA zumindest garantiert die 70 Mio. Nach Ende des Insolvenzverfahrens wird dieser Anteil sicher um einiges niedriger sein. Da die 70 Mio. ja nicht(!) vom Staat, sondern aus der Insolvenzmaße finanziert werden, gäbe es beim Modell Transfergesellschaft eine kleinere Insolvenzmaße, was die Banken nicht freuen dürfte, da ihre Forderungen ungleich höher sind als die Forderungen der MA.

        • ola schrieb am 31. März 2012 um 09:56 - Permalink

          Das Modell Schlecker, nämlich den Lieferanten als Bank zu benutzen, und das ganze unter der Rechtsform e.K. laufen zu lassen, lässt annehmen, dass die Insolvenzmasse gegen 0 tendiert. Aber ich gehe auch davon aus, dass bei dieser Rechtsform, kaum nennenswerte Kredite bei Banken laufen werden. Die Hauptlast der Forderungen werden die Lieferanten geltend machen. Und ich nehme auch an, dass der Herr e.K. Schlecker zwar mit seinem Privatvemögen haftet, aber kein Privatvermögen in nennenswertem Umfang vorhanden sein wird. Das ist ja der Trick dabei^^

    14. Am_Rande schrieb am 30. März 2012 um 15:01 - Permalink

      Ich will mich hier nicht über das Für und Wider einer Transfergesellschaft für die Beschäftigten von Schlecker äußern.
      Mir geht es um etwas anderes:
      Da wagt es eine Partei, die sich selbst als liberal bezeichnet, auf einer marktwirtschaftlichen Lösung der Problematik zu bestehen; auf der Auffassung, dass es nicht Aufgabe der Steuerzahler ist, jedes Unternehmen zu “retten”, das sich dem geänderten Konsumverhalten der Mehrheit seiner potentiellen Kundschaft nicht früh genug angepasst hat.
      Und wie wird diese Partei hier vom Spiegelfechter beschrieben?
      Die FDP ist unberechenbar geworden. In ihrem jetzigen Zustand ähnelt sie einem wandelnden Pulverfass.
      Das sagt wenig über die FDP aus, sehr viel aber über das bemerkenswerte Gesellschafts- und Poltikbild, das (nicht nur) dieser Blog unterhält.
      Ich gebe ja zu: Es ist wirklich auffällig und überraschend, wenn eine deutsche Partei noch etwas an marktwirtschaftlichen Prinzipien festzuhalten versucht.
      Nur, wie passt das mit dem ansonsten hier im Blog geschilderten Bild zusammen, dass unsere Gesellschaft von einem “neoliberalen Geist” durchzogen wäre?
      Wäre dem so, dann dürfte das Verhalten der FDP doch überhaupt keinerlei kritische Reaktion in den Medien hervorrufen. Es wäre schlicht “Business as usual”.
      Ein Unternehmen geht Bankrott, und es verschwindet vom Markt. So what? Stattdessen war das Verhalten der FDP (mal wieder) das Aufregerthema in allen ach so “neoliberalen” Medien.
      Wie soll das zusammenpassen?

      • Bademeister schrieb am 30. März 2012 um 15:09 - Permalink

        Man sollte anfügen dass FDP-Landesminister Zeil (Bayern) an dem die Transfergesellschaft letztlich scheiterte da er lächerliche 11 Mio Euro Bürgschaft nicht mittragen wollte, nur eine halbe Stunde vor dieser Ankündigung der ebenfalls insolventen bayerischen Bäckereikette Müller staatliche Unterstützung zusagte.

        Die FDP ist keine marktradikale Partei, sondern eine Klientelpartei. Wie beispielsweise ihr großer Bruder, die Republikanische Partei in den USA, ist sie keineswegs für den schlanken Staat, sondern für den starken Staat – immer dann, wenn es um Subventionen und Vergünstigungen für ihre eigene Klientel geht.

        Deshalb kämpft man gegen billige Versandapotheken und für Hoteliers, deshalbt ignoriert man Schleckerfrauen und kriecht der Finanzwirtschaft ins Rektum.

        Man muss allerdings fair sein: Das was sich so links nennt – Grüne und SPD – ist kein Deut weniger heuchlerisch.

        • Shitop schrieb am 1. April 2012 um 11:30 - Permalink

          Bei der Bäckereikette Müller sieht die Sache ja grundsätzlich anders aus als bei Schlecker. Schlecker war einfach zu borniert, um zu erkennen, dass sein Modell sich tot gelaufen hat. Er hatte über die Jahre seine Lieferanten mit immer neuen Preiszugeständnissen wie Neueröffnungsarabatte etc. gequält. Als keine Neueröffnungen mehr möglich waren, weil es kaum noch eine Ecke gab, von der aus man keine Schlecker-Filiale sah, war das Modell am Ende.
          Bei Müller hat Vorbesitzer Ostendorf die Firma aus der Insolvenzmasse mit Hilfe der Commerzbank wieder zurückgakauft. Damit hat er 700 Mitarbeiter ohne eigene Kosten entlassen. Da Ostendorf zentrale Funktionen von Müller vor der Insolvenz auf andere Ostendorf-Gesellschaften übertragen hatte, hatte der Insolvenzverwalter gar keine andere Wahl. Wer den CV des ehemaligen Kamps-Manager Ostendorf kennt, tut sich verdammt schwer, da keinen Plan zu erkennen. Das Wort Insolvenzplan erhält hier einen ziemlich üblen Beigeschmack.

      • FetteBeute schrieb am 30. März 2012 um 15:32 - Permalink

        Es wäre schlicht “Business as usual”.
        Ein Unternehmen geht Bankrott, und es verschwindet vom Markt. So what? Stattdessen war das Verhalten der FDP (mal wieder) das Aufregerthema in allen ach so “neoliberalen” Medien.
        Wie soll das zusammenpassen?

        Die FDP implementiert im Fall Schlecker tatsächlich marktliberale Politik.

        Die Sache ist deshalb so ein Aufreger, weil parallel dazu sämtliche Verlustrisiken der Banken (Thema Weltwirtschaftskrise) durch “Bürgschaften” und “Sicherungsfonds” von den Staaten bzw den Zentralbanken übernommen werden. Tatsächlich ist der Begriff “neoliberal” mittlerweilen überhaupt nicht mehr angemessen. Mit Marktliberalismus hat das alles eigentlich schon lange nichts mehr zu tun. Aber der in der Vergangenheit immer wieder propagierte “Neoliberalismus” (eigtl. treffender Marktradikalismus) scheint immer noch ganz gut zu sein, wenn es darum geht dem “kleinen Mann” zu schaden.

        Wir haben es einfach nur noch mit perversester Kapitalakkumulation auf Seiten der Hochfinanz zu tun. Unterstützt in D vom Gros der deutschen Politik (CDU/CSU/SPD/FDP/Grüne).

        • Am_Rande schrieb am 30. März 2012 um 15:54 - Permalink

          Ich kann Ihnen nur recht geben.
          Wenn die FDP sich, wie im Falle Schlecker, für eine marktliberale Lösung einsetzt, fällt das inzwischen auf und reizt zum Widerspruch.
          Wenn, wie im Fall der Finanzindustrie, gewaltige Verluste solidarisiert werden, (da sie am Ende vom Steuerzahler geschultert werden müssen), dann ist das systemkonform und gilt als “alternativlos”.
          Aber das zeigt doch nur, dass die marktwirtschaftliche Lösung inzwischen die Ausnahme (für ‘kleine’ Problemfälle); die staatswirtschaftliche Lösung aber der Regel- und Normalfall für die großen Problemfälle geworden ist.
          Daher ist es eben bemerkenswert, wenn in diesem Blog immer noch versucht wird, dem “Zuviel an Markt” die Verantwortung zuzuschreiben, wo doch längst offensichtlich ist, dass es das falsche Verhalten der Staaten ist, welches es zu kritisieren gilt.

      • Karla schrieb am 30. März 2012 um 15:56 - Permalink

        Ein Unternehmen geht Bankrott, und es verschwindet vom Markt. So what?

        Das Problem ist, dass im Fall Schlecker eine Transfergesellschaft geschaffen werden sollte und keine Auffanggesellschaft, dass aber seitens der FDP, in den meisten Medien und auch von dir so argumentiert wird, als sei letzteres der Fall. Vgl.:
        http://de.wikipedia.org/wiki/Transfergesellschaft
        http://de.wikipedia.org/wiki/Auffanggesellschaft
        Manche kennen den Unterschied nicht, doch beim Wirtschaftsminister muss man davon ausgehn, dass er ihn kennt. Und dann ist es Betrug.

        Schlecker geht Bankrott und verschwindet vom Markt – einverstanden, und es sollte auch meiner Meinung nach keine Auffanggesellschaft geben, die das Unternehmen weiterführt. Eine Transfergesellschaft aber hat das alleinige Ziel, die von Arbeitslosigkeit Bedrohten zu vermitteln oder wenigstens vorzubereiten für Bewerbungen etc. Gerade weil es momentan vielleicht wirklich freie Stellen gibt, macht es Sinn, die Frauen für diese “fit zu machen” (man verzeihe mir diesen blöden Ausdruck). Behauptet wird aber, etwa von Seibert, dass Transfergesellschaften ein Instrument für Zeiten der Massenarbeitslosigkeit seien. Was aber völliger Humbug ist, denn wenn es keine offenen Stellen gibt, gibt es auch nix wo eine Transfergesellschaft die ihr Anvertrauten hintransferieren könnte. Man tischt uns Lügen auf.

        Eine weitere Lüge ist die Behauptung, der Steuerzahler müsse die Schleckerfrauen retten. Das stimmt einfach nicht; das Geld kommt aus der Involvenzmasse und der Steuerzahler bürgt – für einen vergleichsweise geringen Betrag und mit geringem Risiko. Selbst bei 100% Ausfall wären es weniger als 1€ pro Nase. Das Risiko, das wir nun an der Backe haben, ist der Wegfall auch der anderen Schleckerarbeitsplätze.

        • Am_Rande schrieb am 30. März 2012 um 19:28 - Permalink

          Sie schrieben zurecht, dass

          Eine Transfergesellschaft aber hat das alleinige Ziel, die von Arbeitslosigkeit Bedrohten zu vermitteln oder wenigstens vorzubereiten für Bewerbungen etc…

          Aber gibt es in Deutschland nicht längst eine staatliche Einrichtung, die für diese Aufgabe zuständig ist? Sie nennt sich Bundesagentur für Arbeit, hat einen Etat von 54 Mrd. Euro und 120.000 Bedienstete. Macht pro entlassenem Schlecker-Beschäftigten ca. 10 BA-Mitarbeiter. Und das soll nicht reichen?
          Entschuldigen Sie, dass das möglicherweise polemisch klingt.
          Aber dies zeigt doch nur, zu welch einer Farce die politische Auseinandersetzung in der Öffentlichkeit inzwischen verkommen ist.
          Denn was die FDP vertritt, ist ja nichts anders, als die Forderung, dass sich die vorhandenen sozialstaatlichen Strukturen, um die Mitarbeiter von Schlecker kümmern sollen. Wogegen sie, die FDP, sich ausspricht, ist die Einrichtung eines weiteren bürokratischen Apparates zu genau diesem Zweck.
          Und genau das wollte ich mit meiner eigentlichen Kritik zum Ausdruck bringen: dass es heute in Deutschland schon als “talibaneske Menschenverachtung”, als Marktradikalismus in seiner widerlichsten Form gilt, wenn gesagt wird, dass man vielleicht mit den sozialpolitischen Instrumenten arbeiten sollte, die man schon zur Verfügung hat, anstelle sofort neue zu schaffen.

          • Karla schrieb am 30. März 2012 um 21:08 - Permalink

            Aber gibt es in Deutschland nicht längst eine staatliche Einrichtung, die für diese Aufgabe zuständig ist?

            Das ist natürlich richtig und wird ja auch vielfach als Begründung angebracht, warum es einer Transfergesellschaft nicht bedarf. Aber: es gibt in Deutschland eine ganze Reihe von Konstrukten, die es bei strikter Einhaltung des Prinzips, dass es für keinen Zweck mehr als ein Instrument braucht, eigentlich gar nicht geben dürfte. Das bekannteste Beispiel hierfür ist die Altersvorsorge. Warum zahlen viele Menschen ganz normal in die gesetzliche Rentenversicherung, zusätzlich aber in Riesterverträge? Ich vermute mal, weil sie befürchten, dass es sonst im Alter nicht reicht. Und ich vermute außerdem, dass sie mit dieser Einschätzung Recht haben. Da können sie zehnmal fluchen, dass das Gleiche über das Prinzip der gesetzlichen Rente billiger zu haben wäre – wenn der Gesetzgeber das so vorsieht, dann ist es eben so.

            Transfergesellschaften sind nun, was vielen nicht klar ist, weder neu geschaffene sozialpolitische Instrumente noch “Ersatzunternehmen” oder halbstaatliche Unternehmen, sondern schon seit langem übliche Instrumente der Arbeitsmarktpolitik, die im Rahmen des Sozialplans ausgehandelt werden. Es war mir wichtig, diesen Unterschied zu den Auffanggesellschaften herauszustellen, da das viele offenbar gar nicht wissen. Heute zum Beispiel gab es eine Meldung auf SPON, laut der Merkel von “Auffanggesellschaft” und Seibert im gleichen Kontext von “Transfergesellschaft” sprach. Die Transfergesellschaft hat in der Tat eine Funktion, die auch zum Aufgabenbereich der Arbeitsagentur gehört, aber ein wichtiger Unterschied liegt eben in der Finanzierung. Hier wird nicht in die allgemeine Kasse der Beitragszahler gegriffen, sondern in die Insolvenzmasse des Unternehmens. Ich finde das wirklich gerecht. Es gibt Unternehmen, die Geld für die laufende Qualifizierung der Mitarbeiter ausgeben, und es gibt welche, die machen das nicht. Die Schleckerfrauen stehen meiner Meinung nach auf dem Arbeitsmarkt jetzt ziemlich doof da, so nach dem Motto: Wer bei Schlecker gearbeitet hat, der hat wohl so wenig zu bieten, dass ihn (sie!) sonst keiner nimmt. Und dafür tragen nicht sie die Verantwortung. Deshalb hätte ich es nur recht und billig gefunden, wenn diese Frauen jetzt eine gewisse Vorzugsbehandlung bekommen hätten, noch dazu, wenn das dafür erforderliche Geld ja gewissermaßen von ihnen selbst erwirtschaftet wurde. Es ist schon heftig, ausgerechnet diesen Frauen, die eigentlich nur angesch… sind, dieses “Privileg” nicht zu gönnen. Wenn jemand sagt, das sei ungerecht, dann halte ich dagegen: das ist eben ausgleichende Gerechtigkeit. Andere bekommen hohe Abfindungen, die ebenfalls aus Insolvenzmassen bezahlt werden – so ist das Leben. Dass der Ruf nach Gleichbehandlung aus Richtung der “Liberalen” ausgerechnet ertönt, wenn’s den Schleckerfrauen mal gut gehen soll, … ich weiß nicht … “talibanesk” gehört bis jetzt nicht zu meinem Wortschatz, aber ich finde es einfach beschämend.

            Außer der Finanzierung gibt es noch einen Unterschied, der für die Frauen selbst wahrscheinlich wichtiger gewesen wäre. In der Transfergesellschaft wären sie ganz sicher individueller betreut worden. Ich sage das, weil ich selbst mal in so was ähnlichem wie einer Transfergesellschaft war. Ich hätte das nicht wirklich gebraucht, weil ich noch relativ jung war und nebenher sowieso schon alles Mögliche gemacht hatte. Aber es gab Kollegen, die 25 Jahre und länger dabei gewesen waren und plötzlich so hilflos da standen. Die hatten sich so sehr mit der Firma identifiziert, dass sie dachten, die Firma, das sind sie. Die Transfergesellschaft hat ihnen zumindest geholfen, halbwegs selbstbewusst bei der Arbeitsagentur aufzuschlagen, und ich hab mich verdrückt und die geschenkte Zeit genutzt, um mich selbständig zu machen. So hat am Ende nicht der Steuerzahler meine Existenzgründung finanziert, sondern ein großes Medienunternehmen, das mit B anfängt. So soll es sein in einer Marktwirtschaft, gell?

            Und noch was: die Empörung über die FDP hat sehr viel mit dem Wort “Anschlussverwendung” zu tun. Jedem rutschen mal Worte raus, die er am liebsten gleich wieder verschlucken würde, aber bei den FDP-Leuten passiert das so oft, dass man schon ein System, eine geistige Haltung oder ein bestimmtes Menschenbild dahinter vermuten kann.

          • Shitop schrieb am 1. April 2012 um 11:38 - Permalink

            Die Bundesagentur für Arbeit verfügt jedoch keineswegs mehr über ausreichend qualifiziertes Personal, da der Personalbestand aufgrund der mit Hilfe statistischer Methoden reduzierten Arbeitslosenzahlen, natürlich auch kontinuierlich reduziert wird.

    15. Bademeister schrieb am 30. März 2012 um 15:04 - Permalink

      Die Defizite von Schlecker fangen schon mit Banalitäten an – die Filialen bei uns haben zum Beispiel keine Telefone. Weder kann man dort anrufen um nach Verfügbarkeit von Artikeln zu fragen oder sich stark nachgefragte Artikel zurücklegen zu lassen (wie es bei Rossmann problemlos möglich ist), noch können die Verkäuferinnen von sich aus jemanden kontaktieren. Ich kenne eigentlich kein weiteres Unternehmen, ob kleine Bäcker oder große Ketten, welche in ihren Filialen nicht einmal eine Telefonverbindung legen lassen, was einen Gewerbetreiber vielleicht 20 Euro im Monat mehr kostet.

      So geizig war Ober-Ausbeuter Anton Schlecker. Er ist der personifizierte unternehmerische Ebeneezer Scrooge, der nun allerdings anders als seine Mitarbeiterinnen weich fällt – laut dem Insolvenzverwalter verfügt er über 70.000 Euro Einkünfte – im Monat.

      Im Endeffekt hat Herr Schlecker versäumt das Angebot seiner Filialen der Zeit anzupassen, anders als z.B. ALDI welche das Ramsch-Image der 70er Jahre abgestreift haben mit modernerer Gestaltung ihrer Filialen und erheblich ausgeweiteter Produktpalette (u.a. viele Kosmetikprodukte die es auch bei Schlecker gibt).

      Heute fahren dort Kunden mit dem 7er BMW vor und kaufen ein, ein Unterschichtenstigma gibt es nicht mehr. Die Märkte sind groß und hell, die von Schlecker klein, vollgekramt und depressiv.

      • der Herr Karl schrieb am 30. März 2012 um 15:12 - Permalink

        @bademeister
        “anders als z.B. ALDI welche das Ramsch-Image der 70er Jahre abgestreift haben mit modernerer Gestaltung ihrer Filialen und erheblich ausgeweiteter Produktpalette…”

        Ist ja super – ALDI als Positivbeispiel!
        Geiz ist geil-Mentalität bis tief ins Mark…
        *indenTischbeiss*

        • ola schrieb am 31. März 2012 um 10:00 - Permalink

          Es geht nicht um Ihre persönliche Befindlichkeit gegenüber Aldi, die wir ja nun alle zur Genüge kennen, sondern um den Kunden, der berechtigterweise sein Geld gerne da ausgibt, wo ihm das Einkaufen wenigstens ansatzweise Freude macht. Und da gehört, wie auch SIe wissen sollten, ein gewisses Mindestmaß an Ambiente (hihihi bei Aldi) dazu.

          • der Herr Karl schrieb am 31. März 2012 um 11:32 - Permalink

            @ola
            Meine Befindlichkeit hat nichts mit ALDI zu tun, sondern mit den Auswirkungen des Discountsystems allgemein. Das Discountsystem zieht alles in eine Abwärtsspirale. Sich über die Vorzüge unterschiedlicher Discounter zu unterhalten, löst bei mir Schnappatmung aus.

            • ola schrieb am 31. März 2012 um 12:06 - Permalink

              Das kann man so sehen, muss man aber nicht. Es ist am Ende nämlich die ziemlich müßige Diskussion um die Henne und das Ei. Wobei man auch sagen muss, dass es vor 30 Jahren schon ALDIS gab, aber niemand seinen Fuß freiwillig in so einen Laden gesetzt hat. Daher gehe ich eher davon aus, dass zuerst das Prekariat und dann der Bedürfnisbefriediger Einzug gehalten hat.

      • R_Winter schrieb am 31. März 2012 um 12:59 - Permalink

        @ola

        Was sind denn “Bedürfnisbefriediger”?

        • ola schrieb am 31. März 2012 um 13:06 - Permalink

          Diejenigen, die minderwrtige Nahrung und andere Bedarfsgüter an diejenigen verkaufen, die sich nichts anderes leisten können.

          • R_Winter schrieb am 31. März 2012 um 17:02 - Permalink

            Ich habe schon vieles dummes Zeug gelesen und Deine Definition gehört dazu.

            • ola schrieb am 31. März 2012 um 23:14 - Permalink

              Das kann jeder halten wie er möchte. Ihre Frage erschien mir schon nicht reichlich schlau und an meiner Aussage haben Sie ja ohnehin nichts zu beanstanden gehabt. Da kann ich Ihre Einlassung zu meiner Definition eines, in diesem Kontext, Bedürfnisbefriedigers (ich hätte auch ALDI schreiben können) ganz gut verschmerzen.

              Ich vermute fast, Sie konnten dem Spektakel wegen der Unübersichtlichkeit des Forums nicht folgen.

    16. HHarlekin schrieb am 30. März 2012 um 15:36 - Permalink

      Schlecker zahlt erst seit 2010 bzw. 1998 Tariflohn:

      http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/schlecker-zahlt-tariflohn-zoff-vom-tisch-1.953121

      Menschenverachtende Mitarbeiterbehandlung bis auf die unterste Ebene war jahrzehntelang quasi “genetischer” Unternehmensbestandteil.
      Die miesen Schlagzeilen waren viele Jahre Dauerbegleitung des Konzerns.
      Und, “gerhardq”, zu dem Gedanken, daß Schlecker am Tariflohn möglw. kaputtgegangen sein könnte:

      Ich darf daran erinnern, daß glücklicherweise eine seit Jahren geführte öffentliche Debatte über miese Methoden in Discountern und sonstigem Einzelhandel gibt: Untertarifliche Bezahlung, Einforderung unbezahlter Überstunden, indiskutabler Umgangston, Spitzelskandale, konstruierte Entlassungsgründe etc … ppp …
      Zeitgleich hat Schlecker jede Menge Kunden verloren. Der letzte große Klops waren die seltsamen Vorgänge um die quasi “innerbetriebliche” Verleihgesellschaft “Meniar”.

      http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,671335,00.html

      Das ist eben auch durchaus mal erfreulich, wenngleich es sehr lange dauert: Kunden haben aufgrund des schlechten Rufes nicht mehr bei Schlecker gekauft. Wieso auch, wenn DM, Rossmann, Kloppenburg oder Budnikovsky sich nicht durch menschenverachtende Praktiken hervortun. Die Leute sind, zumindest auf diesem Gebiet, deutlich sensibilisierter als früher. Es ist mE eher so: Schlecker hätte gute Chancen gehabt, wenn sie von Anfang an die Leute vernünftig behandelt hätten, andere Unternehmen können es ja auch.
      Und das ist das Bittere für das Personal: Sie zahlen nicht nur doppelt, sondern sogar dreifach drauf: Jahrelang vorerhaltener Tariflohn, jetzt Arbeitsplatzverlust, und keine Transfergesellschaft, ihr ….. ….. ……. (passendes einsetzen) von der FDP.

      Hierzu Wikipedia:
      Zitat: “Das Ehepaar Anton und Christa Schlecker wurde im Jahre 1998 per Strafbefehl durch das Landgericht Stuttgart zu einer Freiheitsstrafe von je zehn Monaten auf Bewährung und zu einer Geldstrafe in Höhe von einer Million Euro verurteilt, weil den Schlecker-Beschäftigten vorgetäuscht worden war, sie würden nach Tarif bezahlt werden. Tatsächlich lagen die Löhne niedriger, was das Gericht als Betrug wertete.”

      Grüße

      • gerhardq schrieb am 31. März 2012 um 09:49 - Permalink

        Das ist übrigens die typische Mitleidlosigkeit, die dann auftritt, wenn jemand sich unfair verhalten hat – in diesem Fall A. Schlecker.
        Ich mag Schlecker nicht und auch das Verhalten gegenüber den Mitarbeitern billige ich nicht. Aber wir sollten uns doch überlegen, ob wir ein Unternehmen wie Schlecker pauschal verurteilen – ohne Gnade und Nachsicht. Ich bin der Meinung, wir sollten als Gesellschaft den Mitarbeitern gegenüber sozial sein, d.h. wir sollten ihnen die Vorzüge einer Transfergesellschaft ruhig gönnen. Die Mitarbeiter können relativ wenig für die Managementfehler, andererseits haben sie jahrelang brav ihre Leistungen für die Fa. Schlecker und diese Gesellschaft erbracht. Da ist es aus meiner Sicht nur recht und billig, wenn wir ihnen helfen, diese Notsituation zu überstehen.

        Es geht auch bei der FDP nur ums Prinzip. Vor allem die FDP hat überhaupt keine Problem, Beträge bis in den Billionenbereich für Banken zu reservieren. Alle Parteien – bis auf Die Linken – haben kein Problem damit, sich zu Gunsten der Finanzwirtschaft grundgesetzwidrig zu verhalten. Wenn es um die Sicherung der Finanzgewinne der Reichen und Superreichen – vertreten durch die Finanzwirtschaft, geht, ist diesen Parteien keine Verbiegung zu absurd. Und das Gefasel von systemrelavanten Banken ist im Grunde Schwachsinn, denn alles was erreicht wird, ist ein Aufschub des Zusammenbruchs. Es braucht jetzt nur eine Kleinigkeit zu passieren und die gesamte Finanzwirtschaft wird kollabieren. Warum vor dem Kollaps also nicht für eine Transfergesellschaft bürgen? Auf diese kleine Summe kommt es doch auch nicht mehr an, vielmehr wäre sie eine sinnvolle Investition.

        • HHarlekin schrieb am 31. März 2012 um 13:24 - Permalink

          @Gerhardq
          Ich kann deinem Beitrag teilweise zustimmen, teilweise nicht.

          “Das ist übrigens die typische Mitleidlosigkeit, die dann auftritt, wenn jemand sich unfair verhalten hat – in diesem Fall A. Schlecker.”

          Was ist daran mitleidlos? Weil man Typen wie Schlecker aufgrund ihrer Taten die Pest an den Hals wünscht, sei das mitleidlos? Diese Type wurde 1998 rechtskräftig wegen Betrugs verurteilt, weil er den Mitarbeitern Tariflohn-Zahlung vorgaukelte, die nicht stattfand. War ihm das eine Lehre? Aber nicht doch Anton Schlecker – es folgten die nächsten Tricks, um die Tariflohnzahlung zu umgehen – siehe die Links in meinem ersten Kommentar. Schlecker hat sich nicht mal eben unfair behandelt, sondern über viele, viele Jahre die Leute besch.ssen, massivst drangsaliert und geltendes Recht gebrochen!

          “ob wir ein Unternehmen wie Schlecker pauschal verurteilen – ohne Gnade und Nachsicht”

          Selbstverständlich ohne Gnade und Nachsicht solchen frühkapitalistischen Ausbeutern gegenüber – ja, ja, und JA! Solche widerlichen Menschenverächter, die auch vor Straftaten nicht zurückschrecken, müssen geächtet werden – andere zeigen, daß es auch anders geht, und sie trotzdem Geld verdienen. Daß, wie Jens Berger als Kommentar im Post 9. auch noch unternehmerisches Versagen hinzukam, tat sein übriges zur Schleckerpleite. Sympathie für diesen Mistkerl? Seh ich im Traum nicht ein. Außerdem läufts doch so: Der Schlecker-Familie bleibt noch richtig viel Kohle übrig, die Zeche – und auch das habe ich aufgeführt – zahlen die Mitarbeiterinnen, , mit schwerer Beeinträchtigung oder sogar der Zerstörung ihrer wirtschaftlichen Existenz. Daß die Abwicklung rechtsstaatlich verlaufen soll – keine Frage. Aber Mitgefühl nur mit dem Personal, nicht aber mit dem nach wie vor abgesicherten Schlecker-Clan. Und selbst wenn – was nicht passieren wird – der Fall einträte, daß sie aller Einkünfte und Vermögenswerte verlustig gingen: Wofür gibts denn Pfändungsfreigrenzen und die Sozialhilfe in Höhe der Hartz4-Beträge?
          Die Schleckers müssten nicht verhungern. Komisch, “normalen” Arbeitnehmern mutet man gemeinhin die ALG2-Regelsätze mitleidlos zu, aber für wahrlich gewissenlose Leute wie die Schleckers, die auch noch weich fallen, wird Mitgefühl eingefordert? Nö.

          Mit deinen sonstigen Ausführungen zum Umgang mit den Mitarbeitern und der Transfergesellschaft gehe ich, wie auch mit Jens Bergers Artikel, überein.

          Grüße

    17. Der Duderich schrieb am 30. März 2012 um 15:50 - Permalink

      Bleibt abzuwarten, ob Röslers Vorstoß sich produktiv oder kontra-produktiv auf das Wahlergebnis in NRW auswirkt. Wenn dadurch die 5%-Hürde übersprungen wird, dann verliere ich echt den Glauben an die Menschheit, zumindest den Glauben an die Nordrheinwestfalen…

      Falls die FDP drunter bleibt, wird sich Rösler nicht mehr halten können.

      Traurig übrigens auch, ist der Mangel an Solidarität in der Bevölkerung mit den Verlierern dieses Systems – zu dem die Schlecker-MitarbeiterInnen auch gehören.

      Solange der deutsche Michel den Kakao trinkt, durch den er gezogen wird, werden die sich weiterhin alles erlauben.

      Dass die BRD ihre haushaltspolitische Hoheitspolitik unkündbar per Fiskalpakt abtritt, geht leider auch trotz seiner elementaren Relevanz für alle Bundesbürger, unter.

      Denn ‘Fiskalpakt’ gehört für den deutschen Michel ebensowenig zum Wortschatz, wie ‘Transfergesellschaft’ …

    18. HHarlekin schrieb am 30. März 2012 um 16:11 - Permalink

      Merkel findets richtig:

      “Merkel springt FDP im Schlecker-Streit bei”

      http://de.reuters.com/article/topNews/idDEBEE82T07G20120330

      Grüße

    19. Brick schrieb am 30. März 2012 um 16:53 - Permalink

      Verstehe ich auch nach deinen Ausführungen nicht, was nun der Vorteil sein soll Jens. Ja sicher die entlassenen Mitarbeiter erhalten mehr Geld als Ihnen nach ALG I zusteht und dafür zahlt dann der Staat direkt(jaja sind nur Bürgschaften, aber eben für ein Unternehmen, welches nicht in der Lage ist die derzeitigen Kredite zu begleichen), anstatt des Versicherungssystems, das wir für genau solche Fälle eingerichtet haben, welches durch jeden Arbeitnehmer finanziert wird.
      Zusätzlich ist das für die Mitarbeiter möglicherweise ein ziemliches Verlustgeschäft(ca. 5 Monatsgehälter anstatt von max 18,5), wenn sie schon länger im Betrieb waren.
      Dem Insolvenzverwalter soll deinen Ausführungen zufolge von staatlicher Seite geholfen werden Gesetze, die genau dieser Staat für genau diesen Fall beschlossen hat und vorallem älteren Mitarbeitern helfen, zu umgehen.
      Fordere doch einfach Chapter 11. Das wäre für alle Beteiligten besser. Zwar müssten alle für eine geraume Zeit auf ihre Forderungen verzichten, aber genau dieser Verzicht führt dazu, dass dem Unternehmen die nötige Zeit gegeben wird wieder auf die Beine zu kommen, was damit oft allen Gläubigern und damit auch ehemaligen Mitarbeitern einen größeren Verlust erspart. Tendentiell ist auch mit geringeren Arbeitsplatzverlusten in dem Fall zu rechnen.
      Im Gegensatz zu deiner Forderung für Kredite für die Transfergesellschaft, wäre das auch tatsächliche Rechtssicherheit, da die Verschiebung in die Transfergesellschaft den Mitarbeitern u.U. ermöglicht sich eben das Modell (Transfergesellschaft oder Abfindung) auszusuchen, das im jeweiligen Fall besser ist für den Mitarbeiter. Du scheinst aber darauf zu bauen, dass Mitarbeiter, die 30 Jahre bei diesem Unternehmen beschäftigt sind, so doof sind, dass sie sich auf die ca. 5 Monatsgehälter stürzen anstatt das Risiko auf möglicherweise 15 + Monatsgehälter minus einen ganzen Bazten Steuern einzugehen.

      Mir bleibt auch weiterhin schleierhaft, warum Kredite von den Bundesländern jetzt für irgendwen einen Vorteil bringen würden. Bürgschaften oder Anreize in Form von z.B. Steuervergünstigungen für einen möglichen Investor nach Abschluss der Insolvenz würden den verbleibenden Mitarbeitern und IMO auch den Exmitarbeitern (falls die Gewerkschaft geschickt agiert) mehr helfen als in der derzeitigen Situation.

      • FetteBeute schrieb am 30. März 2012 um 17:34 - Permalink

        @brick
        Soweit ich das verstanden hab:
        Der Vorteil von Transfergesellschaften ist der, das sie es dem Betrieb ermöglichen weiterzuwirtschaften. Das notleidende Unternehmen gewinnt also Zeit und kann sich dadurch eventuell restrukturieren. Die Hoffnung (für den Staat) ist letztlich: Einen Teil der Belegschaft erhalten um damit die sozialen Sicherungssysteme zu entlasten. Im Erfolgsfall wäre die Entlastung eine doppelte. Zum einen müssten die Versicherungsträger weniger Arbeitslosengeld auszahlen. Zum anderen würden durch die erhaltenen Arbeitsplätze den Versicherungsträgern (auch Rentenversicherung etc.) Beiträge zufließen.
        Mittels Transfergesellschaft spekuliert man quasi auf eine möglichst sanfte Abwicklung bzw Restrukturierung eines Unternehmens. Im Erfolgsfall soll das Kosten sparen.

        Kann funktionieren. Muß aber nicht funktionieren.

        Eine Transfergesellschaft ist übrigens kein so soziales Instrument wie oft dargestellt. Immerhin implementiert die Transfergesellschaft starke Lohnkürzungen. Diese wirken sich dann auch später auf das Arbeitslosengeld aus (das berechnet sich über die Verdienste der Vormonate). Das heißt man hat dann erst ne Kürzung des Gehalts. Und bei nachfolgender Arbeitslosigkeit dann auch noch eine Kürzung beim Arbeitslosengeld. Gerade für ältere Arbeitnehmer (die mehrjährigen Anspruch auf Arbeitslosengeld haben) kann das dann tatsächlich “unterm Strich” ein Verlustgeschäft sein.

      • FetteBeute schrieb am 30. März 2012 um 17:51 - Permalink

        Korrektur meines obigen Beitrags. Gemeint war natürlich nicht die Transfergesellschaft alleine. Sondern die Kombination aus Transfergesellschaft und der Auffanggesellschaft (restrukturiertes Unternehmen).
        Die Auffanggesellschaft rekrutiert dabei oft (während der Restrukturierung) ehemalige Mitarbeiter aus der Transfergesellschaft.

    20. Lazarus09 schrieb am 30. März 2012 um 16:58 - Permalink

      Chapter 11 ist Hauptsächlich Gläubigerschutz !!!
      So werden die Amis um ihre Jahrelang angesparten Rentenansprüche gebracht …zum Wohle der Gläubiger. Massive Lohnkürzungen existenzbedrohende Kürzungen bei vorher Vertraglich festgelegte Sonderzahlungen … ALLES ZUM WOHLE DER GLÄUBIGER !!!!

      es ödet an Leute … denn auch da will keiner die armen Lohnknechte retten ..

      • Brick schrieb am 30. März 2012 um 17:22 - Permalink

        Ganz schön viel rumgeplärre und Ausrufezeichen und das völlig zu Unrecht:
        Gläubigerschutz bedeutet in diesem Fall Schutz vor den Gläubigern. Kein Gläubiger, also im Falle von GM – auf das du Anzuspielen scheinst – auch nicht die Rentner, die ja auch Gläubiger sind, darf während der Inslovenz Forderungen geltend machen. Das Unternehmen nutzt dann die Zeit um neuzuverhandeln mit alle Gläubigern also auch den Rentnern, bzw. Gewerkschaften und sich wieder besser auf die Beine zu stellen. Ohne Chapter 11 und die für den Neuaufbau gewährten Kredite/Eignerschaft durch den Staat hätten alle Gläubiger also auch die Rentner wohl nazu komplett auf alle Forderungen verzichten müssen. Schlimmstenfalls hätte die Insolvenz aber über die extrem verflochtenen Strukturen aber auch zu einem völligen Infarkt in der ganzen Industrie führen können
        Der für Schlecker geplante Kredit hätte nicht dem Neuaufbau sondern, dem Weitererhalten der Mitarbeiterzahl für 6 Monate gedient. Daher ja auch der vorschlag erst einmal neu mit allen Gläubigern verhandel und dann nach abschluss des Prozesses Kredite für das neue Unternehmen.

        • Lazarus09 schrieb am 30. März 2012 um 17:32 - Permalink

          Ich kann dir Erfahrungsberichte von Delta Angestellten vermitteln ;-) du wirst staunen .

          1.Vereinbarungen über Zuzahlungen des Unternehmens zu medizinischen Behandlungen nach der Pensionierung können im Rahmen der Insolvenz seitens des Unternehmens gekündigt oder abgeändert werden. Meist wird dazu mit den Gewerkschaften eine Änderung vereinbart.
          2.Betriebsrenten (defined benefit plan) gehen oft bei der Insolvenz verloren.

          Gewerkschaften nicken hier wie da alles ab ;-) .. also NICHT zu Unrecht die Ausrufezeichen

          • Brick schrieb am 30. März 2012 um 18:10 - Permalink

            Ah nein auch das ist falsch:

            2.Betriebsrenten (defined benefit plan) gehen oft bei der Insolvenz verloren.

            http://en.wikipedia.org/wiki/PBGC
            Genau solche Fälle werden verhindert. Das von dir beschriebene Problem ist so nicht existent, bzw. von so oberflächlich abgehandelt, dass es zu einer Lüge wird. Wie gesagt: alle Gläubiger müssen gewisse Verluste in Kauf nehmen aber eben nicht Primär nur die Angestellten.
            Bei 1. wäre ich extrem vorsichtig, wie es wirklich aussieht (dazu traue ich mir keine Aussage zu). Das amerikanische Gesundheitswesen ist ein extrem komplexer Sauhaufen und das war schon immer so, was dann inwieweit von medicare übernommen, bzw. vom Versicherungsträger wie weiter getragen wird, ist IMO zufall. Wenn man Pech hat und schwer krank wird(wofür die Versicherung ja eigentlich ist) kann/konnte man ja teils auch einfach rausgeworfen werden aus der Krankenversicherung.

            • Lazarus09 schrieb am 30. März 2012 um 18:35 - Permalink

              “Dank” des Chapter 11 konnte die AA z.B. die Rentenkasse kündigen und den Angestellten (und Gewerkschaften) entweder einen neuen Vertrag zu schlechteren Konditionen oder aber den Weg zur Tür zeigen.! So geht das in USA seit Jahren das man sich auf diese Art Personalkosten entledigt .. ich habe Betroffene im Freundeskreis die glücklich wären wenn es so wäre wie du beschreibst … Das was ich hier schreibe ist Tatsache im Freundeskreis und nicht Graue Theorie

            • Brick schrieb am 30. März 2012 um 19:02 - Permalink

              Wie kannst du amerikanische Freunde haben, wenn du so massive Probleme mit dem Englischen hast?

              In a distress termination, where the plan does not have enough money to pay all benefits, the employer must prove severe financial distress – for instance the likelihood that continuing the plan would force the company to shut down. PBGC will pay guaranteed benefits, usually covering a large part of total earned benefits, and make strong efforts to recover funds from the employer.

              Die Pläne werden und wurden im Falle von Delta durch die PBGC übernommen und werden bis zu einem Maximum von 53.000 Dollar p.a. weiterbezahlt.
              http://news.delta.com/index.php?s=43&item=659
              Das bedeutet für die Piloten zwar 1,200 Dollar Pro Monat weniger aber sie werden wohl kaum am Hungertuch nagen müssen.
              http://www.ajc.com/business/retired-delta-pilots-to-1199564.html
              Natürlich kommt es zu einer Verschlechterung, genau wie für die anderen Gläubiger auch aber deine Behauptung ist schlicht falsch. Wohl genauso wie deine Freunde bei Delta.

            • Lazarus09 schrieb am 30. März 2012 um 20:32 - Permalink

              Kein englisch Problem …Du willst es nicht begreifen oder …? Papier ist geduldig … Und auf der Delta Seite ist alles in Butter klar…aber die Realität sieht anders aus …

            • Lazarus09 schrieb am 30. März 2012 um 20:37 - Permalink

              Lese hier –>

              http://www.reuters.com/article/2011/11/30/us-americanairlines-pensions-idUSTRE7AT2ZM20111130

            • Brick schrieb am 31. März 2012 um 01:00 - Permalink

              Alter willst du mich verarschen? Aus deinem Artikel:

              But the PBGC estimates employees and retirees could lose $1 billion in pension benefits if it has to take over the plans.

              That is because annual benefits are capped if the agency assumes responsibility for a pension plan. The limit is $54,000 for employees whose companies drop their plans in 2011. While that is enough to cover most benefit payments, more than 20 percent of airline workers were affected by the cap in the past, according to a 2008 PBGC study of 17 airline plans between 1990 and 2005.

              Dein Artikel sagt Wort für Wort, was ich dir auch schon geschireben habe. Außerdem geht es um American nicht um Delta. Wirklich ganz genau das, was ich auch geschrieben habe und du nutzt das um das Gegenteil zu behaupten. Hast du denn gar keine Selbstachtung? Das ist peinlich, wirklich wirklich peinlich.

            • Lazarus09 schrieb am 31. März 2012 um 08:33 - Permalink

              Ich geb’s auf du Hirn …

              US Airways bankruptcies had derailed his pension and slashed his salary 40 percent.!!

              Ich schrieb : Massive Lohnkürzungen existenzbedrohende Kürzungen bei vorher Vertraglich festgelegte Sonderzahlungen ..

              was geht ab … willst du’s nicht begreifen ..ich habe nirgends gesagt es gibt nicht’s … du kommst hier mit der Ausfall-Versicherung die Grundansprüche nach langem Gezackere abdeckt … ala Bluem die Rente ist sicher ..

            • Brick schrieb am 3. April 2012 um 18:48 - Permalink

              54.000 Dollar p.a. als zusatzrente sind also existenzbedrohend? Freunde von mir verdienen soviel nicht mal mit zwei Jobs zusammen.

      • ola schrieb am 31. März 2012 um 10:04 - Permalink

        Ja, das liegt aber daran, dass in den USA die Renten in einem der hirnrissigsten Systeme überhaupt angelegt werden. Chapter 11 zielt grundsätzlich auf den Erhalt des Unternehmens ab, das deutsche Insolvenzrecht auf dessen Abwicklung und das Bedienen von Verbindlichkeiten. Sie können den Umgang der USA mit seinen Schuldnern und den der Bundesrepublik auch schön bei Privatinsolvenzen festmachen. Das gleiche Spiel. Und warum das? Weil der Kapitalist weiss, dass er den Schuldner wieder braucht, als Konsumenten zumindest. In Deutschland schwingt man lieber die Vernichtungskeule.

    21. Der Duderich schrieb am 30. März 2012 um 17:02 - Permalink

      @Brick:
      “Zusätzlich ist das für die Mitarbeiter möglicherweise ein ziemliches Verlustgeschäft(ca. 5 Monatsgehälter anstatt von max 18,5), wenn sie schon länger im Betrieb waren.”

      Der ALG-I-Bezug beginnt doch erst NACH dem Ausscheiden aus der Transfergesellschaft. Das hieße 18,5+5= 23,5 Monatsgehälter, oder verstehe ich da was falsch?

      • Brick schrieb am 30. März 2012 um 17:29 - Permalink

        80 % Lohn für 6 Monate = ca. 5 Gehälter in der Transfergesellschaft aber die Mitarbeiter müssten auf ihren Anspruch auf Abfindung verzichten, der 0,5 Monatsgehälter pro Jahr betriebszugehörigkeit ausmacht also maximal 18,5. Sicher ist ja nicht, dass das auch komplett gezahlt werden kann und die Steuer darf man nicht vergessen. Zusätzlich gibt es dann u.U. Sperrfristen auf ALG I. Da muss man dann genau nachrechnen, was für den einzelnen Mitarbeiter besser ist.

        • Der Duderich schrieb am 30. März 2012 um 17:44 - Permalink

          Was ich meine, ist: Durch den (temporären) Verbleib in einer Transfergesellschaft verliert man doch nicht seinen ALG-I-Anspruch! In so fern ist die Rechnung, die Sie als Antwort auf Post#20 aufgemacht haben – schlichtweg falsch!

          • Brick schrieb am 30. März 2012 um 18:33 - Permalink

            Nein. Niemand verliert seinen ALG I Anspruch und das wurde von mir an keiner Stelle behauptet. Die Rechnung hier entspricht der Rechnung oben und entspricht auch dem Gesetz.
            Für viele Mitarbeiter gerade Ältere wäre die Transfergesellschaft die schlechtere Wahl, falls es sie gegeben hätte. Eine mögliche Abfindung, ist je nach Betriebszugehörigkeit und Steuerklasse, sowie größe der zur erwartenden Beteiligung an der Konkursmasse die bessere Wahl. Die Abfindung kann auch höher ausfallen, als die 0,5 Gehälter also wäre ich ganz vorsichtig beim Überlegen ob ich das Transfergesellschaftsangebot annehmen würde oder nicht.
            Das ist und bleibt richtig und hat nichts mit ALG I zu tun.
            Entweder Transfergesellschaft oder Abfindung nie beides und beides beeinflusst ALG I nicht bis auf mögliche Sperrfristen. Die aber völlig irrelevant sind.
            Hier mal ein Extrembeispiel: 63 Jahre 30 Jahre Betriebszugehörigkeit:
            Transfer: 80 % Gehalt für 6 Monate 60 % Gehalt bis zur Rente.
            Abfindung: 15 Monatsgehälter + max. 24 Monate ALG I – mögliche Sperrfrist und achtung wegen der Steuer

            Da ist wohl ziemlich klar, dass Transfer ein hundsmiserables Geschäft wäre. Auch, wenn jemand schnell wieder einen neuen Job findet wäre Abfindung immer besser.

        • ola schrieb am 31. März 2012 um 10:07 - Permalink

          Sie wissen aber, dass Arbeitnehmeransprüche die letzten sind, die bedient werden? Vorher sind ALLE anderen dran. Nur mal so…

    22. Widerspruch schrieb am 30. März 2012 um 17:05 - Permalink

      Zahlt die Transfergesellschaft nur 20% des Transferkurzarbeitergeldes ???

      Ein Kommentar hat auf die Begriffserläuterung einer Transfergesellschaft unter Wikipedia hingewiesen und dabei konnte ich folgendes lesen:

      “Die finanzielle Basis für die in die Transfergesellschaft eingetretenen Beschäftigten bildet das Transferkurzarbeitergeld. Es wird im Rahmen des Aufbaus einer Transfergesellschaft bei der zuständigen Agentur für Arbeit von der Transfergesellschaft beantragt und ist in etwa so hoch ist wie das Arbeitslosengeld.”

      “Häufig wird das Transferkurzarbeitergeld von dem entlassenden Unternehmen „aufgestockt“, so dass die Mitarbeiter der Transfergesellschaft bis zu 100 % ihrer vormaligen Bezüge erhalten können.”

      Mit dem Eintritt in die Transfergesellschaft verzichtet der AN auf eine Kündigungsschutzklage und auf seine Rechte gegenüber dem AG bzw. in dem Fall auf seinen Anteil an der Insolvenzmasse. Unter Umständen können gerade ältere Arbeitnehmer erfolgreich gegen die Kündigung auf Wiedereinstellung klagen, weil es im Nachbarort noch eine Schlecker-Filiale gibt, in der Mitarbeiter beschäftigt sind, die noch jünger und ohne eigene Familie bessere Chancen auf den Arbeitsmarkt haben.

    23. Widerspruch schrieb am 30. März 2012 um 17:15 - Permalink

      @Der Duderich

      Die 18,5 Monatsgehälter sind die etwaige Höhe einer vom Arbeitsgericht zugesprochenen Abfindung für 30 Jahre Betriebszugehörigkeit.

      Die könnte jeder Mitarbeiter gegenüber Herrn Anton Schlecker als Personengesellschafter zivilrechtlich einklagen :-)

    24. R_Winter schrieb am 30. März 2012 um 17:24 - Permalink

      Die FDP hat ausgedient
      Die FDP hat durchgesetzt:
      Ca. 11.000 Hotelbesitzer (teilweise ausländische Besitzer) erhalten jährlich 1 Mrd. €.
      Ca. 11.000 ehemalige Schlecker-Angestellte sollten einmalig ca. 70 Mill. € erhalten.

      Wo sind die Gewerkschaften? Wo sind die Parteien?
      Mehr als ein laues Lüftchen war nicht zu verspüren.
      Es sind ja “nur Frauen”. Ganzen Branchen mit hauptsächlichen Frauenarbeitsplätzen wurden seitens der Parteien – mit Zustimmung der Gewerkschaften und Unterstützung der Banken -
      total platt gemacht.

      Wir nennen es im Rahmen der Globalisierung zynisch “Marktbereinigung” und Menschen mit vollen , fetten Bäuchen nennen es “konsequent” und sind doch nur Warmduscher und Stiefellecker.

      • Widerspruch schrieb am 30. März 2012 um 17:48 - Permalink

        Die Schuld allein der FDP in die Schuhe zu schieben ist Blödsinn! Überall ist die FDP in der Minderheit. Und warum hat Rot-Grün im Ländle die 70 Millionen nicht allein übernommen? Noch gehört das Ländle zu den reichsten Bundesländern.

        Klar ist die FDP am Ende und das ist auch richtig so aber hier übt sich jede Partei im “Spiegelfechten”! Und wer dies allein der FDP anlastet, unterstützt die Fechterei und den anderen Parteien!

        Ich möchte auch mit dem Irrglauben aufräumen, die ca. 70 Millionen wären den Angestellten zu Gute gekommen. Nehmen wir von den 11.000 Angestellten einen durchschnittlichen Monatslohn in Höhe von Netto 1.500 EUR. Dann betragen die Kosten für die 20% (300 EUR) Aufstockung des Transferkurzarbeitergeldes:

        11.000 x 300 EUR x 6 Monate = 19,8 Millionen EUR

        Dabei sind die Netto 1.500 EUR schon sehr hoch angesetzt. Sprich, gute 50 Millionen EUR gehen in die Verwaltung, an die Ausrichter der Weiterbildungen und in die Sozialbeiträge, welche der AG weiterhin zahlen muss.

    25. Die Katze aus dem Sack schrieb am 30. März 2012 um 18:15 - Permalink

      Eine Transfergesellschaft war bisher immer standortgebunden (Opel-Hilfen, Holzmann-Rettung, etc.), was auch entsprechend Sinn machte. Bei Schlecker finden wir hingegen ein bundesweites Netz aus kleinen Ladengeschäften mit wenigen Beschäftigten vor. Wie viele dieser Transfer-Gesellschaften bzw. Organisationseinheiten hätte man also benötigt, um eine entsprechende Anzahl Mitarbeiter dort jeweils von Flensburg bis München verteilt, versammelt unter zu bringen?

    26. SokarDW schrieb am 30. März 2012 um 18:20 - Permalink

      Wieviele der Schleckerarbeitsplätze sind eigentlich Vollzeitstellen?

      Die FDP zieht wenigsten ihr Programm durch, genau das was man von ihnen erwartet.
      Dass ist zumindest eine gewisse Ehrlichkeit, die man bei anderen Parteien nicht hat.
      Man muss die FDP ja nicht mögen / wählen.

    27. Cheops schrieb am 30. März 2012 um 18:21 - Permalink

      Auch Merkel, Honeckers Rache im Kanzleramt, blieb und bleibt da ziemlich gelassen, denn Schlecker war ja keine Bank, der man Steuergelder in den Rachen stopfen musste und entlassene deutsche Arbeiter nicht so wichtig wie die angebliche Rettung des Euro. Diese Rettung verlangt ja mal wieder nach weiteren Milliarden von den Deutschen und so sehr Merkel und Schäuble noch bestreiten, sie werden das Geld dafür bereit stellen, ob Deutschland es hat oder nicht. Wenn es um die Profilierung von Merkel im Ausland geht, ist die Regierung freigiebig wie ein betrunkener Bräutigam, aber bei Problemen im Land verbrennt man sich ja eher die Finger.

    28. Heldentasse schrieb am 30. März 2012 um 18:59 - Permalink

      Ich weiß nicht warum sich einige Foristen über die Partei mit den drei Punkten so aufregen müssen, wenn es um dringende soziale Belange geht steht diese aufrechte politische Gruppierung nämlich sofort Gewehr bei Fuß um den wirklich Bedürftigen einen guten Start ins Berufsleben zu ermöglichen, z.B.:

      Freie Fahrt für die Elite: Die Wiesbadener FDP kritisiert die Grünen wegen ihrer Absage an einen Millionen-Zuschuss an die private European-Business-School.

      Quelle
      Also ich würde ggf. befürworten, dass bevor die Damen von Schlecker Hotelbesitzerinnen werden erst einmal F.D.P. wählen und dann ein exzellentes Studium an einer privaten Elite- Hochschule machen.

    29. Bademeister - SpacePub.net schrieb am 30. März 2012 um 19:14 - Permalink

      Generell sollte die Frage gestellt werden inwieweit es noch tragbar ist dass eine multinationale Firma mit 25.000 Angestellten in 5.000 Filialen die völlig intransparente Geschäftsform “eingetragener Kaufmann” beibehalten darf, welche für den Metzger um die Ecke geschaffen wurde.

      Einer derartigen Unternehmensgröße und ihrer daraus resultierenden gesellschaftlichen Bedeutung ist eine transparentere Geschäftsform aus meiner Sicht zwingend geschuldet.

      Ich fand es schon zu Zeiten der BenQ Übernahme der Siemens-Handysparte ein Unding dass dieser taiwanesische Ausschlachter ein Unternehmen mit 1000 Mitarbeitern als GmbH mit einer Minimaleinlage von 25.000 Euro ausstatten und abwracken konnte, aber die Schlecker-Pleite schlägt diesem Raubrittertum wirklich die Krone aus.

      Dass ein gewissenloser Mann wie Anton Schlecker so ein Unternehmen im Verborgenen führen und vor die Wand fahren kann als handele es sich um einen Mafiaclan ist der eigentliche Skandal.

    30. Esco schrieb am 30. März 2012 um 19:33 - Permalink

      Mal eine andere Frage.

      Was passiert eigentlich, wenn eine Bank Pleit zu gehen droht nachdem der Fiskalpakt unterzeichnet wurde? Der Staat darf sich ja ansich nicht mehr verschulden bzw nur noch zu einem geringen Prozentsatz. Wer rettet dann die Banken?

      • FetteBeute schrieb am 30. März 2012 um 21:54 - Permalink

        @Esco
        Die Banken werden gerettet und einige zahlen höhere Steuern/Abgaben bzw es wird bei den Staatsausgaben gekürzt. Das Gros auf Kosten der Unterschicht/Mittelschicht.

      • FetteBeute schrieb am 31. März 2012 um 00:23 - Permalink

        Umverteilung von Arm nach Reich perfektioniert. Da freut sich der Kapitalist.

        • gerhardq schrieb am 31. März 2012 um 10:07 - Permalink

          Falsch, wir haben eine Umverteilung von Fleißig nach Reich.

          Es sind nämlich die Fleißigen in diesem Lande, die den Wohlstand der Reichen mehren und sich dafür verarschen lassen. Die Armen haben in der Regel wenig zu verteilen, wobei natürlich von diesem Wenigen auch noch genommen wird.

          • FetteBeute schrieb am 31. März 2012 um 10:50 - Permalink

            Leistung spielt in diesem Land längst keine Rolle mehr. Die Tatsache, das die Menschen das längst akzeptiert haben, führt beispielsweise dazu, das solche Lumpen wie Merkel und Konsorten immer wieder gewählt werden.

            Daneben bereitet unsere super Regierung mittlerweilen die weitere Ausbeutung der Selbstständigen vor. Nach der verpflichtenden Krankenversicherung für Selbstständige wird es wohl demnächst noch eine verpflichtende Rentenversicherung für dieselbe Personengruppe geben. Es lebe die Ausbeutung über die sozialen Sicherungssysteme.

            Nur mal so nebenbei. Ich bin kein Liberaler. Aber eine Zwangsrentenversicherung für Selbstständige ist einfach nur
            pervers. Das ist alles nur die totale Abzocke.
            Wer noch nicht arm ist, der wird arm gemacht.

            Link:
            Von der Leyen will Selbständige zu Altersvorsorge zwingen

            • R_Winter schrieb am 31. März 2012 um 11:06 - Permalink

              Wir kommen jetzt vom Thema ab.
              Es ist natürlich richtig, dass gerade junge Selbstständige sich kaum eine soziale Absicherung leisten können und auf die Lockangebote der Privaten hereinfallen, aber es müssen alle Berufstätigen in die gesetzlichen Sicherungssysteme eingebunden werden. Das Schweizer-Modell ist hier ein Beispiel.
              Die privaten Versicherungsgesellschaften sollen im Angebot
              der Grundabsicherung mit der FDP vom “Markt” verschwinden.

            • ola schrieb am 31. März 2012 um 11:08 - Permalink

              Wer ein Geschäftsmodell hat, das nicht ausreicht, um seine soziale Absicherung zu tragen, sollte seinen Laden aufgeben und nicht darauf hoffen, dass im Alter schon irgend ein Dummer für seinen Lebensunterhalt aufkommt. Das ist die Wahrheit.

              Wer hier glaubt, seine Arbeitskraft auf Kosten der Solidargemeinschaft verschenken zu können und sich so auch gleich noch an der Ausbreitung von Dumpinglöhnen mitschuldig macht, sollte sich nicht so weit aus dem Fenster lehnen.

              Deshalb ist es völlig richtig, dass endlich auch Selbstständige in die GESETZLICHE Rentenversicherung einzahlen müssen.

              Lange genug wurde diesem Wildwuchs tatenlos zugesehen. Die Lenkungswirkung wird übrigens positiv sein. Sie dürfen Ihren Stundenlohn neu berechnen und jeder andere Lohndumper auch. ist also völlig wettbewerbsneutral. Irgendwie wie Mindestlohn eben…

            • FetteBeute schrieb am 31. März 2012 um 13:46 - Permalink

              Sehen wir das jetzt mal ganz praktisch. Nehmen wir den Spiegelfechter. Gehen wir kurz davon aus, das Jens Berger den Job bei den nachdenkseiten nicht bekommen hätte.
              Könnte sich der spiegelfechter in diesem Fall folgende Kosten zusätzlich leisten?

              Das Ministerium beziffert die dafür nötigen Beiträge bei 45 Einzahlungsjahren auf 250 bis 300 Euro monatlich plus 100 Euro für eine Absicherung gegen Erwerbsminderung.

              Weiter oben sagt jemand: Dann solle so jemand (der sich in einem Markt bewegt, wo gar keiner ist) sich doch eine andere Tätigkeit suchen.

              Was würde das jetzt bedeuten?
              Das einer der letzten linken Journalisten vom Markt verschwindet. Und dann Lobhudeleien auf Merkel, Ackermann, Maschmeyer, die Finanzwirtschaft und Konsorten bei einem etablierten Blatt von sich gibt.

              Das kann nicht euer Ernst sein.

            • ola schrieb am 31. März 2012 um 13:58 - Permalink

              Es kann nicht Ihr Ernst sein, dass meine Kinder Jens Berger die Altersarmut finanzieren sollen. Das ist sicher nicht die Lösung. Es ist auch keine Lösung, massenweise “Selbstständige” auf den Markt zu lassen, die sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse zerstören, weil die einer solchen Pflicht nicht unterliegen und deshalb ihre Arbeitskraft zu Schleuderpreisen auf den Markt werfen können. Berger hätte sich in diesem Fall eben eine Halbtagsstelle zusätzlich anlachen müssen. Fertig.

            • HHarlekin schrieb am 31. März 2012 um 14:20 - Permalink

              @Fette Beute

              Jens Berger wäre über die KSK (Künstlersozialkasse) versichert, solange er freier Journalist ist.

              http://www.kuenstlersozialkasse.de/

              Aber prinzipiell hast du Recht, jeder kleine Kioskbesitzer ist z. B. gekniffen, jeder kleine Selbständige, der in den ICH-AG-Jahren sich zur Selbständigkeit überreden ließ, und noch nicht pleite gemacht hat wäre dran. Und: Viele, die noch nicht arm sind werden idT arm gemacht. Deshalb:

              @ola

              Ich denke, daß du hier auf die Falschen eindrischst. Ideologisch verlangte und beförderte Selbstausbeutung triffts eher. Wieviele machen das, um nicht zur ARGE zu müssen? Die Einstellung “Ich habs nicht nötig, beim Staat zu betteln” ist verbreiteter, als man glaubt. Das böse Erwachen kommen später. Auch hier wird von politischer Seite auf “unten” eingedroschen. Auch hier gehts um “arm” und “reich”. Aber eine gesetzliche (!) Sozialversicherung für Selbständige (nicht nur Rente!) ist grundsätzlich sinnvoll, und sollte sich an der Einkommenshöhe bemessen. Die vdL-Konstruktion ist wiedermal so wenig durchdacht – oder so beabsichtigt – , wie man es von ihr kennt. “Wildwuchs” triffts insofern, daß Höherverdienende sich rausstehlen können, und zwar nicht, weil der Staat zuschaut, sondern nicht nur die FDP tatkräftig geholfen hat, und vernünftige Maßnahmen wie eine sinnvolle gesetzliche Sozialversicherung für Selbständige (bzw. ihre Einbindung in bestehende Solidar-Systeme) aktiv verhindert.

              @ R_Winter

              “Die privaten Versicherungsgesellschaften sollen im Angebot
              der Grundabsicherung mit der FDP vom “Markt” verschwinden.”

              Das wäre schön. :-)

              Grüße

            • FetteBeute schrieb am 31. März 2012 um 14:24 - Permalink

              @ola
              Der Druck auf die Löhne resultiert aus dem Überangebot von Arbeitskräften. Gerade die Medienlandschaft befindet sich massiv im Umbruch. Traditionsreiche Blätter verschwinden vom Markt oder werden zu Dauerwerbesendungen fürs Großkapital. Wenn wir die wenigen linken Journalisten diesem Markt ausliefern, dann gibt es bald die totale Einheitsmeinung in D.
              Und man kann ja schon in diesem Blog immer wieder sehen, wie groß die intellektuellen Kollateralschäden sind, die durch die ganzen Blöd-Zeitungsleser angerichtet werden.

              Wenn man die Sache positiv gestalten will, dann wäre wohl eher so etwas wie ein Grundeinkommen angesagt.

            • FetteBeute schrieb am 31. März 2012 um 14:29 - Permalink

              @HHarlekin
              Sehr gut. Der Hinweis mit der Künstlersozialkasse. Das Beispiel Spiegelfechter hinkt dann hierbei tatsächlich. Aber Du hast den Kern meiner Argumentation richtig interpretiert.

            • ola schrieb am 31. März 2012 um 14:34 - Permalink

              Nunja, ich möchte Ihnen da nicht folgen müssen. Es gibt immer 2 seiten, die die machen und die die machen lassen. Solidarität wäre die Lösung. Und auch die Einsicht, dass es für linkes gedankengut kaum einen Markt gibt. Das kann ich nicht dadurch verhindern, indem ich meine Ansprüche noch weiter herabschraube.

              Jetzt muss sich jeder Medienschaffende eben auch altersversichern, sodass jeder Medienschaffende eine andere Kalkulation machen muss, eine ehrlicherfe, unsubventionierte eben.

            • FetteBeute schrieb am 31. März 2012 um 14:41 - Permalink

              @HHarlekin
              Deinen Optimismus bezüglich der Sozialversicherungen kann ich nicht ganz teilen. Die etablierten Parteien versuchen seit Jahren die ganze Geschichte zum Ausbeutungsinstrument umzubauen. Deshalb auch in der Vergangenheit die ganzen Diskussionen über eine “Riester-Pflichtversicherung”. Bei so einer Pflichtversicherung ginge das Geld auf direktem Wege in die Finanzmärkte. Und auf den Finanzmärkten wird nur umverteilt. Und jetzt die Preisfrage. Zu welcher Schicht wird das Geld auf den Finanzmärkten umverteilt?

            • Mo schrieb am 31. März 2012 um 14:52 - Permalink

              @ FetteBeute schreibt:

              “Nehmen wir den Spiegelfechter. Gehen wir kurz davon aus, das Jens Berger den Job bei den nachdenkseiten nicht bekommen hätte.”

              FetteBeute, das liest sich ja gerade so, als wären die “Nachdenkseiten” ein Arbeitgeber, der hochbezahlte Jobs zu vergeben hätte.
              Ich denk die finanzieren sich aus Spenden? Werden aus den Spenden etwa Gehälter bezahlt? Die Gehälter müssten dann allerdings recht lau sein. ;-)

            • HHarlekin schrieb am 31. März 2012 um 14:58 - Permalink

              @ Fette Beute
              Ich meine keinen Riester/Rürup-Quatsch, sondern mit
              “sinnvolle gesetzliche Sozialversicherung für Selbständige (bzw. ihre Einbindung in bestehende Solidar-Systeme)” meine ich natürlich keinen Riester-Quatsch, sondern GKV, GRV usw bzw. Vergleichbares für Selbständige, und das wird seit Jahrzehnten idT. politisch verhindert.
              Wir wissen doch, es gibt nichts Besseres und Billigeres, als die Umlageverfahren. Daran hat die Versicherungswirtschaft natürlich kein Interesse, aber das weißt du ja.
              Wir stimmen hier deutlicher überein, als du vermutest. ;-)

              Grüße

            • FetteBeute schrieb am 31. März 2012 um 15:08 - Permalink

              @HHarlekin
              Ja, denke ich auch, das wir da ziemlich konform sind. Aber vielleicht noch mal zur Pflichtversicherung (Krankenkasse bzw. Rente). Man könnte das für Selbstständige natürlich einführen. Dann sollten aber diejenigen verschont bleiben, die nur sehr geringe Mittel zur Verfügung haben. Also wäre es beispielsweise sinnvoll einen Freibetrag einzuführen.
              Beispielsweise: Wer unter 500,- Euro monatlich verdient der zahlt nichts in die Krankenversicherung ein, ist aber trotzdem versichert. Dasselbe würde dann für die Rentenversicherung Gültigkeit haben. Und ab diesem Freibetrag wird dann erst prozentual aufs Einkommen gerechnet.
              Die Regierung möchte aber hauptsächlich ihre Sozialkassen entlasten. (s.Artikel) Und wieder mal die schwachen Selbstständigen bzw die Mittelschicht belasten. Die Spitzenverdiener haben sich ihre Privilegien ja ohnehin schon wieder gesichert.
              Also ich will jetzt keine zu große Lanze für die Selbstständigen brechen. Aber: Man zockt immer nur die Kleinen ab. Die Großen lässt man laufen. Es ist eine Sauerei.

            • ola schrieb am 31. März 2012 um 15:10 - Permalink

              HHarlekin

              Das ist mir völlig egal. Nicht nachdenken und damit den ganzen Laden noch weiter befeuern, nur weil man aus irgend einer Untertanenhöhrigkeit heraus nicht konsequent sein Hartz abholt, ist keine Entschuldigung. Mit dieser Art der Diskussionisführung kann ich Ihnen jeden berechtigten Anspruch gegenüber mir abbügeln.

              Und vor allem, der Kreis dreht sich immer schneller. Ist auch ein typischer trickle down. Und da werden Sie mich nie an Ihrer Seite haben. Wenn mein Geschäftsmodell meine soziale Absicherung nicht trägt, dann habe ich kein Geschäftsmodell. Wenn ich Eis verkaufen will, aber keine Eismaschine bekommen kann, werde ich kein Eisverkäufer. Das unterschreiben Sie auch sofort, wenn es um Mindestlöhne geht. Inkonsequent und unlogisch.

              Gegenvorschlag: Sie verzichten auf alle staatlichen Zuwendungen im Alter, weil Sie ihrem Geschäftsmodell trauen. Dann können Sie sich von was auch immer freitellen lassen. Aber dann auch wirklich sozialverträglich ableben und nicht anderen mit Ihrem Alterselend auf die Nerven gehen.

            • FetteBeute schrieb am 31. März 2012 um 15:19 - Permalink

              @Mo
              Soweit ich das in Erinnerung hab:
              Die nachdenkseiten haben mindestens einen der Vollzeit für sie arbeitet. Ich glaube es war jemand für die Buchhaltung, Büroarbeiten irgendsoetwas. Wie genau JB da involviert ist, das ist seine geschäftliche Angelegenheit. Ich denke nicht, das er sich dazu öffentlich großartig auslassen muß. Aber er arbeitet offensichtlich regelmäßig für die nds.
              Das Spendenaufkommen der nds scheint relativ gut zu sein. Es sammeln sich dort, nach dem großen Verrat (durch die SPD), die verbliebenen Sozialdemokraten.
              Wenn jemand Artikel hat, die für die nds interessant wären, dann kann er diese dort anbieten. Es gibt anscheinend auch kleinere Honorare.

            • FetteBeute schrieb am 31. März 2012 um 15:21 - Permalink

              @ola
              Du mußt Dich nicht so sehr über die Umstände ärgern. Die Marktwirtschaft funktioniert nicht mehr. Wir alle sind auf kurz oder lang Opfer dieser Entwicklung.

            • ola schrieb am 31. März 2012 um 15:45 - Permalink

              Ja, das ist dann aber wieder ein anderes Thema. Und vor allem eines, das Ihre Beitragsdichte hier um 90% verringern würde. Momentan lief die Diskussion innerhalb des Systems ab und da ist es eben nicht angezeigt, sich selbst aus fadenscheinigen Gründen von der Sozialversicherung verabschieden zu wollen, aber ansonsten in jeder Diskussion flammende Apelle pro Sozialversicherung zu verfassen und alle zu brandmarken, die den Aufstocker als Geschäftsmodell entdeckt haben. Denn für nichts anderes haben Sie oben plädiert.

            • FetteBeute schrieb am 31. März 2012 um 15:54 - Permalink

              @ola
              Die “flammenden Appelle” sprechen sich nicht so sehr für die sozialen Sicherungssysteme aus. Ich halte diese für eine Notlösung innerhalb eines marktwirtschaftlichen Systems das nicht mehr funktioniert.
              Ich will das der Mensch frei ist, also über die notwendigen Produktionsmittel verfügt oder Zugriff darauf hat, damit er selbstbestimmt wirtschaften kann.
              Die aktuellen Strukturen aber lassen einen Großteil der Bevölkerung verarmen und führen dazu, das einige wenige sich skrupellos bereichern können. Dieses Machtungleichgewicht sorgt dafür das einige Wenige immer freier werden und der große Teil der Bevölkerung immer abhängiger und damit unfreier.
              Das ist mein Thema.

              P.S. zur Beitragsdichte: keine Angst, das war dann mein letzter Text für heute; noch ein schönes Wochende allen wünscht die FetteBeute :-)

            • HHarlekin schrieb am 31. März 2012 um 16:17 - Permalink

              Mensch, @ola,
              könnte es sein, daß Sie gerne mal beim Ereifern übers Ziel hinausschießen?
              Wenn Sie dagegen sind, Selbständige in die gesetzliche Sozialversicherung
              einzubeziehen, sind wir tatsächlich unterschiedlicher Meinung. ;-)
              Ich bin für die “Bürgerversicherung”, in die ALLE, also auch ALLE SELBSTÄNDIGEN einkommensabhängig einzahlen, etwas, das Sie wüssten, hätten Sie mein Posting zu Ende gelesen.
              Was ich nicht mag, ist: “divide et impera”, flächendeckendes Eindreschen z. B. auf kleine Selbständige, nur, weil sie selbständig und “doof” sind, ist mir zu platt, das ist mit mir nicht zu machen.
              Richtig, ich bin für fächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn, aber auch wenn Sie das nicht einsehen wollen, nicht nur Arbeitnehmer werden massiv ver.rscht! Das vdLeyen-Modell ist Müll, aber typisch für die Dame.
              Übrigens: das Argument gegenüber niedrigverdienenden Selbständigen, sie mögen eben etwas anderes machen, wenn das Geschäftsmodell nicht genug abwirft, klingt genauso wie der Vorwurf an Arbeitnehmer, sie mögen sich halt einen neuen Job suchen, wenn ihr Lohn zu niedrig ist.
              Beide “Argumente” sind doch, bei Lichte betrachtet, Unsinn, das wissen wir doch. Was glauben Sie denn, wer sich ins Fäustchen lacht, wenn sich Arbeitnehmer und kleine Selbständige gegenseitig beharken? ;-)
              Außerdem gilt:
              1. Auf dem Weg zur Arge sind irgendwie dann doch alle gleich, und
              2. Von oben betrachtet ist auch die Mitte unten.

              Abschließend möchte ich noch sagen: Ja es nervt, wenn z. B. kleine Gewerbetreibende (Nicht: Große und Reiche!) sich eher mit “Ackermann” solidarisch fühlen, als mit dem “Kumpel” nebenan, weil sie ja “Unternehmer” (lach) seien, das meinte ich z. B. mit: für die kommt das böse Erwachen später, aber wir wissen das doch schon länger besser, oder? Da müssen wir doch nicht auch noch auf die einschlagen.

              Wie sagte doch Georg Schramm bei seiner Preisverleihung anläßlich des Erich-Fromm-Preises: “Der Krieg „Reich gegen Arm“ ist ein Angriff auf die Menschenwürde.” Darum gehts. Immer. In diesem Sinne

              Grüße

    31. Stadler schrieb am 30. März 2012 um 20:47 - Permalink

      Der Text enthält doch ziemlich viele Fehler.

      Sinn und Zweck einer Transfergesellschaft ist nicht die Suche nach einem Investor, sondern die Überbrückung bzw. Umschulung der Mitarbeiter, damit sie evtl. einen neuen Job finden.

      Eine Transfergesellschaft bietet diese Rechtssicherheit, da die entlassenen Mitarbeiter ihre Forderungen und Ansprüche auf Abfindungen mit dem Eintritt in die Transfergesellschaft aufgeben. Als Ausgleich dafür erhalten sie von der Transfergesellschaft zwischen 80 und 87 Prozent ihres vorherigen Nettoeinkommens

      Woher diese Vorstellung kommt, weiß ich nicht, aber sie ist falsch. Die Mitarbeiter haben keinen Anspruch auf Abfindung. Wo sollte der denn herkommen? Wie die Transfergesellschaft außerdem ausgestaltet ist, ist Verhandlungssache.

      Die Finanzierung der Transfergesellschaft würde – anders als es die FDP suggeriert – nicht vom Staat, sondern vom Insolvenzverwalter gestemmt.

      Im Falle von Schlecker verfügt der Inso-Verwalter bzw. die Masse ja gerade nicht über die Mittel die Löhne für die Transfergesellschaft zu bezahlen, sonst wäre eine staatliche Unterstützung ja unnötig. Es ist praktisch zwangsläufig, dass die Bürgschaften in Anspruch genommen werden müssen und der Steuerzahler für die Kosten aufkommen muss.

      Festzuhalten ist hier vor allem, dass durch die Transfergesellschaft Gelder aus der Insolvenzmasse an die ehemaligen Beschäftigten geflossen wären. Nun muss der Staat diese Gelder direkt über seine Sozialsysteme tragen.

      Nachdem die Insolvenzmasse über diese Mittel nicht verfügt, müssen sie kreditfinanziert und staatlich abgesichert werden. Aus der Insolvenzmasse fließen also keine Gelder. Der Staat muss über seine Sozialsysteme sicherlich eingreifen, aber nicht in dem Umfang, in dem er die Transfergesellschaft unterstützen muss.

      Durch die Blockade der FDP ist die Wahrscheinlichkeit eines Konkurses gestiegen.

      Auch falsch. Schlecker befindet sich bekanntlich längst in Insolvenz.

      Wenn man nun das Risiko hinzuaddiert, dass durch die Blockade auch noch der bislang intakte Teil der Schlecker-Gruppe mit seinen 13.250 Mitarbeiter die Pforten schließen muss, ist bereits klar, dass die Starrköpfigkeit der FDP die Sozialsysteme sehr teuer zu stehen kommt. Freuen können sich darüber vor allem die übrigen Gläubiger, vor allem Banken, deren Anteil an der Insolvenzmasse durch die FDP-Blockade merklich gestiegen ist.

      Dass es noch einen intakten Teil der Schlecker-Gruppe gibt, ist eine steile These, für die es keine Anhaltspunkte gibt. Der zweite Teil der Aussage ist jedenfalls unlogisch, nachdem zuvor noch behauptet wurde, dass sich die ehemaligen Mitarbeiter ohne Transfergesellschaft mit ihren Forderungen und Ansprüchen in die große Schar der Gläubiger einreihen müssen. Das würde dann aber bedeuten, dass dadurch die Masse belastet wird und die Quote für alle Gläubiger schlechter wird, auch für die Banken.

      Mein Fazit: Hier hat sich einer gewaltig was zusammenfabuliert, um in der allgemeinen Welle des Populismus mitschwimmen zu können.

      • Mod schrieb am 30. März 2012 um 23:35 - Permalink

        “Der Text enthält doch ziemlich viele Fehler.

        Sinn und Zweck einer Transfergesellschaft ist nicht die Suche nach einem Investor, sondern die Überbrückung bzw. Umschulung der Mitarbeiter, damit sie evtl. einen neuen Job finden.”

        “Woher diese Vorstellung kommt, weiß ich nicht, aber sie ist falsch. Die Mitarbeiter haben keinen Anspruch auf Abfindung.”

        Sie haben keinen Anspruch auf Entlohnung? Ihr Text hat Fehler, definitiv?

        • FetteBeute schrieb am 30. März 2012 um 23:44 - Permalink

          @mod
          Das Problem im Fall einer Insolvenz ist: Sogar wenn Du irgendwelche Ansprüche hast. Es bleibt wohl oft bei der Theorie. Am Ende zählt halt nur noch was in der Masse drin ist. Und tatsächlich ist das ganze Thema durchaus sehr komplex, wie der Ersteller dieses Diskussionspunkts bereits angedeutet hat. Ich war mal (als Betroffener) in einer solchen Sache mit drin. Das lief damals sehr professionell ab. Die ganze Geschichte kann aber auch so aussehen, dass du monatelang kein Gehalt bekommst. Und dann wirds richtig schwierig. (Wer zahlt die Sozialversicherungsbeiträge?; Soll ich jetzt fristlos kündigen?; Bekomm ich dann eine Sperre beim Amt? etc.)

          • Mod schrieb am 31. März 2012 um 00:01 - Permalink

            Das Problem?

            “Anton Schlecker bleibt trotz der Insolvenz der Drogeriekette noch ein stattliches Vermögen. Schlecker haftet als eingetragener Kaufmann zwar mit seinem Privatvermögen für die Pleite. Allerdings verfügten seine Angehörigen über eigene Vermögenswerte, die zu großen Teilen nicht zur Insolvenzmasse zählen, berichtet das “Manager Magazin”.”

            http://wirtschaft.t-online.de/vermoegen-so-weich-faellt-familie-schlecker/id_55017660/index

            Das Problem….!

            • FetteBeute schrieb am 31. März 2012 um 00:21 - Permalink

              @Mod
              Ja, die Kapitalisten fallen in der Regel doch sehr weich. Normalerweise wäre das Privatvermögen von Schlecker auch niemals involviert gewesen. Heutzutage wirtschaftet man üblicherweise anders. Nur ein kaufmännischer Hazardeur (Verzeihung!) organisiert die Sache so, dass er mit seinem Privatvermögen unbegrenzt haftet. Typischerweise hast Du die Haftungsbeschränkungen heute mit drin (typisches Beispiel: GmbH Gesellschaft mit beschränkter Haftung). Es gibt aber durchaus Fälle, wo die unbegrenzte private Haftung sinnvoll ist. Man ist dann halt beispielsweise kreditwürdiger etc.

        • Stadler schrieb am 31. März 2012 um 16:40 - Permalink

          Lohn und Abfindung sind ganz unterschiedliche Dinge. Lasse mir gerne nachvollziehbar erläutern, welche Fehler mein Kommentar enthält.

      • FetteBeute schrieb am 30. März 2012 um 23:39 - Permalink

        Mal eine kurze knappe Frage. Angenommen die Gemeinschaft wäre an einer Sanierung/Restrukturierung von Schlecker interessiert. Ist das Verhalten der FDP dann konstruktiv?
        Und: Was wäre Deiner Meinung nach der sinnvollste Weg um die gesellschaftlichen Schäden möglichst zu minimieren?

        • Stadler schrieb am 31. März 2012 um 16:43 - Permalink

          Eine Sanierung wäre Sache des Insolvenzverwalters, der grundsätzlich nicht zerschlagen muss, sondern auch fortführen kann.

      • f.luebberding schrieb am 31. März 2012 um 07:43 - Permalink

        Stadler

        Nur hierzu:

        “Woher diese Vorstellung kommt, weiß ich nicht, aber sie ist falsch. Die Mitarbeiter haben keinen Anspruch auf Abfindung. Wo sollte der denn herkommen? Wie die Transfergesellschaft außerdem ausgestaltet ist, ist Verhandlungssache.”

        Jens Berger meint diese Vorschrift, die durch eine Transfergesellschaft augehebelt werden sollte. Den Hinweis bekam ich übrigens von einem Kommentator, der sich schwerpunktmäßig mit dem Insolvenzrecht beschäftigt. Inwieweit jetzt Kündigungsschutzklagen sinnvoll sind, soll hier nicht kommentiert werden. Verdi hat gestern Abend darauf hingewiesen, dass sie nicht damit rechnen. Etwas seltsam. Die Frage ist also nicht, ob eine Transfergesellschaft grundsätzlich ein sinnvolles Instrument ist, sondern ob es in diesem Fall genutzt werden sollte. Weil ich nicht erkennen kann, warum eigentlich die Fortführung von Schlecker ein politisches Ziel sein soll, die eine Bürgschaft rechtfertigen könnte, und es zudem auch keine arbeitsmarktpolitischen Gesichtspunkte gibt, diese Transfergesellschaft einzurichten, habe ich die die Entscheidung, keine Bürgschaft zu geben, für richtig gehalten. Das kann man alles nachlesen.

        Berger hat aber den oben bestchriebenen Tatbestand richtig beschrieben, auch wenn mich seine sonstige Argumentation nicht überzeugt. So scheinen etwa die Forderungen der Banken bei Schlecker nicht das Problem zu sein.

        • Stadler schrieb am 31. März 2012 um 16:51 - Permalink

          Mit der Transfergesellschaft soll also ein Betriebsübergang verhindert werden? Es ist Ihnen klar, dass 613a BGB eine Vorschrift zum Schutz des Arbeitnehmers ist? Man braucht also eine Transfergeselllschaft um Arbeitnehmerschutzvorschriften auszuhebeln? Das führt die Argumentation aber dann endgültig ad absurdum.

          • f.luebberding schrieb am 31. März 2012 um 17:39 - Permalink

            Stadler

            Mir ging es darum, dass Bergers Argumentation sachlich richtig gewesen ist, selbst wenn man die Schlussfolgerungen nicht teilt. Und natürlich ist der 613 a eine Schutzvorschrift für ANs. Nur genau diese Vorschrift wird bisweilen von Investoren als Hindernis für Übernahmen betrachtet, was man aus deren Perspektive verstehen kann. Und mit einer Transfergesellschaft kann ich diese Vorschrift aushebeln, allerdings ohne jetzt die ANs schlechter zu stellen. Man findet auf diese Weise einen Ausgleich zwischen den unterschiedlichen Interessen. Solche Konstruktionen des Interessenausgleichs sind übrigens im rheinischen Kapitalismus keineswegs ungewöhnlich gewesen. Nur als Beispiel: Die Vorruhestandsregelungen in den 80er Jahren beruhten auf einer ähnlichen Logik. Mit der Einrichtung einer Transfergesellschaft wird also nicht eine Übernahme verhindert, sondern erst ermöglicht. Nichts anderes hat Berger geschrieben. Also das ist ziemlich plausibel … .

      • Granado schrieb am 31. März 2012 um 14:06 - Permalink

        Ansprüche könnten die entlassenen Mitarbeiter haben auf ausstehende Löhne und Abfindungen nach Kündigungsschutzrecht. Abfindungen können – je nach Sozialplan und Aufhebungsverträgen – auf die Transfergesellschaft verschoben werden und hätten dabei vielleicht größere Chancen als individuelle Klagen im Gläubigerstatus. Die Transfergesellschaft soll den Betrieb nicht fortführen:
        http://www.arbeitsratgeber.com/transfergesellschaften-0344.html
        Denn dann wäre es eine Auffanggesellschaft:
        http://www.arbeitsratgeber.com/auffanggesellschaften-0345.html
        - Bei Opel Bochum wurde ein Teil der Belegschaft in eine Transfergesellschaft entlassen, die dann z.T. wie eine Leiharbeitsfirma noch Arbeitskräftebedarf von Opel bediente. Geschäftsführer wurde – glaube ich – ein Justiziar der IG-Metall über “Pegasus”(?)

      • Vogel schrieb am 1. April 2012 um 07:03 - Permalink

        @Stadler
        Du hast den Artikel gelesen? Vllt. rückwärts?

    32. The Joker schrieb am 31. März 2012 um 03:12 - Permalink

      Der Gesetzgeber sollte endlich handeln: Die V-Leute müssen aus der FDP abgezogen werden.

    33. Erik.Ekorn schrieb am 31. März 2012 um 03:14 - Permalink

      Sehr guter Artikel!

      Allerdings ist die Zahl der Freien Stellen m.E. nach zu hoch eingeschätzt. Potentielle Entleiher lassen zumeist über mehrere Verleihfirmen gleichzeitig stellen Ausschreiben. Zudem melden diese oftmals auch Stellen ohne eine entsprechende Anfrage für sie zu haben um damit ihre Angebotsmöglichkeiten zu verbessern.

      PS.
      Hab mir vorgestern dein Buch bestellt :)

      • ola schrieb am 31. März 2012 um 10:47 - Permalink

        Man sollte den Blick von den freien Stellen, die zumeist, wie Sie richtig bemerken, gar nicht vorhanden sind, mal auf die Zahl arbeitssuchender Verkäufer/innen lenken. Kennt die jemand? Denn die Zahl der offenen Stellen hat für sich betrachtet kaum Relevanz…

    34. Richard Beer schrieb am 31. März 2012 um 06:19 - Permalink

      Eine Transfergesellschaft ist tatsächlich sinnvoll. Es ist jedoch nicht Aufgabe des Staates dieses zu finanzieren. Viel eher sollte das immer noch beträchliche Vermögen der “Schleckers” herangezogen werden.

    35. Holger Herz schrieb am 31. März 2012 um 08:46 - Permalink

      Ich finde es wichtig, dass am Ende (auf den Nachdenkseiten) erwähnt wird, dass nicht die FDP alleine Schuld hat. Auch Grüne und SPD in Baden-Württemberg haben sich keinen Zacken aus der Krone gebrochen. Bei der CSU in Bayern ist es ähnlich.

      Aber viel schlimmer finde ich noch, dass niemand über den Bund redet. Nachdem die Regierung die Verantwortung für die Bürgschaft auf die Länder abgewälzt hat, war sie aus dem Schneider. Niemand redet jetzt mehr von einer Ursula von der Leyen, die eine Transfergesellschaft übrigends für gut befunden hatte, oder von einer Kanzlerin Merkel. CDU/CSU hat in der FDP auch einen Sündenbock gefunden.

      Weitere Ausführungen dazu in meinem Artikel mit dem Titel “Christlich-Soziale Politik: Die Täuschung der Union”: http://holgerherz.wordpress.com/2012/03/30/christlich-soziale-politik-die-tauschung-der-union/

    36. Manfred Peters schrieb am 31. März 2012 um 09:59 - Permalink

      Warum wird hier so genüsslich auf den Sack geschlagen und so wenig die Eselin genannt?
      Der Regierungssprecher hat doch gestern endlich zum Thema geblökt:
      „Schlecker-Pleite – Merkel stellt sich an die Seite der FDP …“
      Ohne Zustimmung der Erfinderin der „alternativlosen marktkonformem Demokratie“ wäre das Froschgequake der FDP-Führer in dieser Sache sicher unterblieben.
      Wo bleibt hier die Richtlinienkompetenz der Bundeskanzlerin?
      „… Bei grundsätzlichen oder besonders bedeutsamen Themen kann die Richtlinienkompetenz auch eine Einzelweisung des Bundeskanzlers gegenüber einem Minister umfassen. …“
      Offensichtlich kein bedeutsames Thema und Schlecker ist sicher kein „Systemischer Drogeriebetrieb“.
      Und ganz sicher braucht und hat Merkel aber immer einen schwachen Partner fürs Grobe. Da ist es uninteressant, ob es die FDP, die SPD oder die Grünen wären.

      • Holger Herz schrieb am 31. März 2012 um 10:14 - Permalink

        Vollkommen richtig (Siehe auch Kommentar 35). Die Kanzlerin hatte hier zwei Möglichkeiten:

        1. Sie macht von ihrer Richtlinienkompetenz gebrauch: Wie jetzt durch den Regierungsprecher bekannt wurde, wollte Sie nie eine Transfergesellschaft. Daher fällt dieser 1. Punkt wohl weg.

        2. Sie überlässt die Entscheidung ihren Ministerien, in diesem Fall dem Ministerium für Arbeit und Soziales: Von der Leyen hat sich im Vorfeld explizit für eine Transfergesellschaft ausgesprochen. Durch die Abwälzung der Verantwortung auf die Länder ist auch sie fein raus. Ihr soziales Image bewahrt sie, ohne auch nur einen Finger krumm machen zu müssen.

        Am wahrscheinlichsten erscheint jetzt eine 3. Möglichkeit: CDU/CSU möchte einfach keine soziale Politik machen.

      • Karla schrieb am 31. März 2012 um 11:03 - Permalink

        Warum wird hier so genüsslich auf den Sack geschlagen und so wenig die Eselin genannt?

        Dieser Einwand ist natürlich berechtigt, aber vielleicht kann man es damit erklären, dass Eselin und Sack (und Pack) so eng miteinander verschmolzen sind, dass man gar nicht mehr groß nach einer Unterscheidung fragt.

        Ich verstehe zum Beispiel auch nicht, warum die von der Leyen dazu die Klappe hält, wo sie die doch sonst immer aufreißt und aus ureigenstem Interesse eine Lanze für Transfergesellschaften im Allgemeinen und speziell im Fall Schlecker brechen müsste. Ganz rational wegen der Kosten. Wenn man unterstellt, dass es nicht einfach nur Dummheit ist: was haben die davon? Die einzige rationale Erklärung ist dann wohl, dass sie mit dieser Strategie eine weitere Entsolidarisierung erreichen. Ganz im Allgemeinen Steuerzahler / Verbraucher gegen Beschäftige / künftige Arbeitslose und im Besonderen weiterbeschäftigte Schleckerfrauen gegen die Entlassenen. Teile und herrsche.

        • Shitop schrieb am 1. April 2012 um 14:31 - Permalink

          “weiterbeschäftigte Schleckerfrauen gegen die Entlassenen”
          Das ist nur ein kurzfristiger Gegensatz, weil es in Kürze praktisch keine weiterbeschäftigten Schleckerfrauen mehr geben dürfte. Ohne Investor keine Weiterbeschäftigung.
          In ländlichen Regionen übernehmen eh die Kommunen zunehmend die Versorgung der Bevölkerung mit dem täglichen Bedarf. Die Kommune stellt die Räumlichkeiten und die Finanzmittel für den Wareneinsatz und das Personal arbeitet ehrenamlich ohne Vergütung. Wenn es dann etwas professioneller wird, übernehmen lokale Konsumgenossenschaften die Aufgaben. In Städten können die Rewes und Edekas dieser Welt das Drogeriewarengeschäft auf zwei Regalreihen nebenbei mitführen. DM mit seinem Alnatura-Sortiment ist da breiter aufgestellt, aber Rossmann? Ohne das Geld von Watsons’ Li Kashing im Hintergrund wäre der der Schlecker von morgen.

    37. Very Serious Sam schrieb am 31. März 2012 um 11:02 - Permalink

      So wenig ich die heutige FDP abkann, so richtig finde ich ihre Haltung bzgl. der Transfergesellschaft. Die hätte ja vorwiegend geholfen, potentiellen Investoren mit viel Steuergeldern die Übernahme schmackhafter zu machen. Es ist aber nicht die Asufgabe des Steuerzahlers (sollte es jedenfalls nicht sein), Reiche noch reicher zu machen.

      Die Verkäufer/innen finden derzeit einen Arbeitsmarkt vor, der Chancen wie selten eröffnet. Und sicherlich nicht schlechter bezahlte als beim alten Knauser Schlecker. Zudem fallen sie ja erst mal in ALG I, nicht in ALG II. Eine Transfergesellschaft hätte sie erst mal vom Markt genommen – wer weiß, wie die Beschäftigungschancen in einem Jahr sind. Das wissen auch die Verkäuferinnen: ca. 1000 haben bereits von sich aus gekündigt. Sicher nicht, weil sie keine neuen Jobs sicher haben.

      Man sollte in diesem Fall die Kirche beim Dorf lassen. Ob nun aus ordnungspolitischen oder aus sachlichen Gründen: es war die richtige Entscheidung. Und im Übrigen nicht allein von der FDP getroffen.

      In diesem Kontext finde ich das Gejaule der Herren Seehofer und Beck erbärmlich. Gerade letzterer, der mit seinem Hobbyprojekt Nürburgring schon fast eine halbe Milliarde in den Sand gesetzt hat, sollte wegen erwiesener Inkompetenz schlicht die Klappe halten, wenn es um sinnvolle Verwendung von Steuergeldern geht.

      • Andreas schrieb am 31. März 2012 um 13:20 - Permalink

        Die Verkäufer/innen finden derzeit einen Arbeitsmarkt vor, der Chancen wie selten eröffnet.

        Tatsächlich? Offensichtlich stehen den 24.000 offenen Stellen etwa 300.000 arbeitssuchende Verkäuferinnen gegenüber. Das also sind “Chancen wie selten”?

        Quelle:

        http://www.linksfraktion.de/nachrichten/schlecker-frauen-brauchen-zukunft-politik-gefordert/

        Und die haben die Zahlen von der Bundesagentur für Arbeit.

        • HHarlekin schrieb am 31. März 2012 um 13:33 - Permalink

          Das wollte ich auch antworten, da sehe ich, daß Andreas schneller war.
          Hier noch ein anderer Link der fr-online dazu:

          Zitat: “Laut Bundesagentur waren Ende Januar im Bereich Verkaufsberufe bundesweit etwas mehr als 24.000 offenen Stellen gemeldet. Die Zahl der Arbeitslosen betrug hier aber fast 300.000. Das heißt, auf eine offene Stelle kommen rein rechnerisch etwa zwölf Arbeitslose. … Zudem ist die Struktur der offenen Stellen problematisch. Nur etwa die Hälfte der angebotenen Jobs sind Vollzeitarbeitsplätze. Jeder achte Platz ist ein Mini-Job. Außerdem ist mit rund 9000 Stellen gut jeder dritte Job – meist auf ein Jahr – befristet. Rund 2500 Stellen werden sogar nur für ein halbes Jahr offeriert. “

          “Very Serious Sam” ist offensichtlich nicht richtig informiert. Die vorliegende Arbeitsmarktsituation evt. als gut zu bezeichnen, nur weil sie vor einigen Jahren noch mieser war, ist zynisch.

          Grüße

          • ola schrieb am 31. März 2012 um 14:17 - Permalink

            Dieses Beispiel steht exemplarisch dafür, wie einfach man mit Zahlen manipulieren kann und wie tumb die meistens rechtslastigen und angeblich liberalen Michels darauf hereinfallen. Da wird nicht selbstständig gedacht, nichts hinterfragt, sondern einfach nur nach Schema F abgearbeitet. Dass dabei hinten nichts gescheites rauskommen kann, darf man täglich bewundern.

            Danke für die Zahlen, ich hatte mir sowas schon gedacht.

        • Very Serious Sam schrieb am 31. März 2012 um 14:04 - Permalink

          Chancen wie selten heißt ja nicht, dass die sich Stellen nach Belieben aussuchen können. Das kann ja sonst auch niemand. Es kursieren übrigens auch ganz andere Sichtweisen, etwa hier:

          “Die Arbeitsagentur Berlin-Brandenburg ist unterdessen zuversichtlich, dass alle von Kündigung betroffenen Schlecker-Mitarbeiterinnen in der Region wieder neue Jobs finden.

          Der Geschäftsführer der Regionaldirektion, Christian Ramm, sagte am Mittwoch im rbb, in Berlin und Brandenburg seien 550 Schlecker-Beschäftigte betroffen, während es im Einzelhandel 1.300 freie Stellen gebe.

          In Berlin sehe er kaum Probleme, in Brandenburg sei die Situation etwas schwieriger. Hier komme es darauf an, wie mobil die Arbeitssuchenden seien.”

          Das passt nicht mit den von der ‘Linken’ genannten Zahlen zusammen von 1751 offenen Stellen in B/BB und 41514 arbeitssuchenden Verkäuferinnen in diesen Bundesländern. Wer hat nun recht und warum?

          • ola schrieb am 31. März 2012 um 14:19 - Permalink

            Hä? Sagen Sie blos, Sie haben es immer noch nicht kapiert. Bei Ihnen muss es sich um eine pathologische Störung handeln. Oder Sie wissen einfach nichts mit dem Begriff “freie Stelle” anzufangen.

            • FetteBeute schrieb am 31. März 2012 um 15:44 - Permalink

              Das kam mir so in etwa auch gerade in den Sinn.

          • HHarlekin schrieb am 31. März 2012 um 15:38 - Permalink

            @Very Serious Sam

            “Chancen wie selten heißt ja nicht, dass die sich Stellen nach Belieben aussuchen können.”

            Davon redet auch niemand. Rösler faselt jedoch von der “guten Situation”.
            Dazu sage (nicht nur) ich: Der Typ hat keine Ahnung, was er daherschwätzt. Und wenn er es doch weiß, so ist das ein Beleg seiner menschenverachtenden Gesinnung, wie auch die Vokabel “Anschlußverwendung” zeigt. Aber sowas ist bei denen ja nichts Neues, sondern “business as usual”.
            Wie auch immer: Ich habs lieber mit Zahlen. Wer hat mehr recht: Die Meinung aus Berlin-Brandenburg (die ja tatsächlich mit einer örtlich gegebenen Situation nicht übereinstimmen muß, aber kann, und ohne genauere Belege bezweifle ich das für Berlin-Brandenburg, denn offenbar hat der Schlaukopf alle anderen Arbeitslosen in dem Bereich außer Acht gelassen), oder die offiziellen Zahlen der Bundesagentur die der Meinung aus Berlin-Brandenburg ja erstmal garnicht widersprechen. Daß das alles deutschlandweit aber so ist, ist doch sehr unwahrscheinlich, vor allem, wenn man sieht, wieviele Arbeitssuchende auf eine freie Stelle im Einzelhandel kommen, und das Verhältnis ist einfach nur mies, und nicht gut, und es als “Chancen wie selten” zu bezeichnen ist ebenfalls zynisch.

            Grüße

          • T-Fighter schrieb am 31. März 2012 um 16:18 - Permalink

            Man könnte auch einfach aufhören dauernd gegenteilige Aussagen im Netz zu suchen und eine Beratungssttelle der Arbeitsagentur anschreiben. Die wissen über den Arbeitsmarkt Bescheid und geben normalerweise auch Auskunft.

            Also wer von euch hat Lust hier journalisisch tätig zu werden?

            @HHarlekin

            Anschlussverwendung deutet eher auf seine Bundeswehrvergangenheit hin.. Dort ist das ein ganz normaler Begriff. Dennoch ist das Wort unglücklich gewählt.

            • ola schrieb am 31. März 2012 um 16:55 - Permalink

              Wieso sollten wir das? Das haben doch die Linksfraktion und Frankfurter Rundschau bereits für uns erledigt. Das Forum ist extremst unübersichtlich, da kann soetwas schon einmal passieren.

            • HHarlekin schrieb am 31. März 2012 um 17:09 - Permalink

              @T-Fighter

              Die Zahlen SIND die offiziellen Zahlen der ARGE.
              Was sollte eine Filliale der ARGE grundsätzlich anderes erzählen?

              Grüße

            • T-Fighter schrieb am 4. April 2012 um 15:35 - Permalink

              Das war an Very Serious Sam gerichtet. Manche Dinge lassen sich einfach und eiskalt lösen, indem man einfach nachfragt. Ich bin nunmal ein Pragmat.

          • Granado schrieb am 31. März 2012 um 20:32 - Permalink

            Vielleicht suchen nicht nur Schlecker-Verkäuferinnen Arbeit?
            FR 28.2. Lt. Bundesagentur, Ende Januar, Verkaufsberufe bundesweit:
            mehr als 24.000 offene Stellen (incl. Minijobs…), fast 300.000 Arbeitslose
            d.h. 1:12 (Hessen 1:7, Sachsen-Anhalt 1:31)
            Linksfraktion 7.3. Lt. Bundesagentur für Arbeit, Verkaufsberufe:
            Deutschland: 24.340 offene Stellen, 298.174 Arbeitslose (1:12)
            Berlin: 1.294 offene Stellen, 28.237 Arbeitslose (1:22)
            Brandenburg: 457 offene Stellen, 13.227 Arbeitslose (1:29)
            RBB 28.3.: In Brandenburg sollen 63 Schlecker-Filialen geschlossen werden. Das Ministerium geht von mehr als 200 Betroffenen aus. In Berlin werden es voraussichtlich 350 sein.
            Der Geschäftsführer der Regionaldirektion, Christian Ramm, sagte am Mittwoch im rbb, in Berlin und Brandenburg seien 550 Schlecker-Beschäftigte betroffen, während es im Einzelhandel 1.300 freie Stellen gebe.

    38. wschira schrieb am 31. März 2012 um 18:32 - Permalink

      Der neueste Brüller, den ich gerade so im Vorbeigehen aufgeschnappt habe:
      “FDP-Generalsekretär Döring macht verdi für das Elend der Schleckerbediensteten mitverantwortlich, da die Gewerkschaft zum Boykott von Schlecker wegen der miesen Arbeitsbedingungen aufgerufen habe”.
      Jens nennt diese Mischpoke Polittaliban, aber ich stehe nicht an, sie Politgangster zu nennen.

      • HHarlekin schrieb am 31. März 2012 um 18:36 - Permalink

        Kantinenkomiker Döring wiedermal – das passt! ;-)

        • Manfred Peters schrieb am 31. März 2012 um 21:50 - Permalink

          Nicht Kantinenkomiker, aber auch bitte keine Kritik an den
          Katzenversicherer Döring!
          Es könnte Ärger mit dem Tierschutzbund geben. ;-)

    39. Spezialdemokrat schrieb am 31. März 2012 um 19:56 - Permalink

      Mannomann, der Döring.
      Die Umschulung zum Komiker ist gründlich misslungen.

      Komisch, bei uns in der Industrie gibts ISO- und DIN-Normen, Qualitätskontrollen und was weiß ich, aber bei den Parteien kann jede Makulatur in Führungspositionen gelangen.
      Gibt’s eigentlich bei CDUCSUFDPSPDGRÜNELINKE keinen Idiotendetektor am Eingang?

    40. Der Doctor schrieb am 31. März 2012 um 20:24 - Permalink

      Wer dachte, schlimmer als Vorgänger Lindner geht nicht,der ist spätestens jetzt eines besseren belehrt.
      Und selbst ein Westerwelle wird fast noch zum Sympaten,wenn man neben ihn den Döring stellt.
      Wenn das unsere politische Zukunft sein soll,muß einem Angst und Bange werden.Mehr no future geht nicht. Andererseits liefert Döring mit diesem geistigen Dünnpfiff ein weiteres Argument ,warum die FDP in keinem Parlament mehr etwas zu suchen hat.

      • gerhardq schrieb am 1. April 2012 um 08:13 - Permalink

        Ich finde es herrlich, wie sich diese Chaotentruppe selbst überflüssig macht.
        Ohne diese würde die FDP noch lange über 5% dahindümpeln und sich überall einmischen können. Und Mutter Merkel ist zufrieden, den mit jeder Äußerung kommt sie ihrer großen Koalition näher.

        • Mod schrieb am 1. April 2012 um 09:38 - Permalink

          “Durch die Blockade der FDP ist die Wahrscheinlichkeit eines Konkurses gestiegen.”

          Eine Partei mit etwas weniger als 3-4 %, aus welchem Lager die Zustimmung kommt dürfte klar sein, hat so viel Mitspracherecht? 70 Millionen angesichts der verbrannten Milliarden durch die zerstörung Griechenlands stehen in keinem Verhältnis. Denke die fdp ist damit draußen… Die nächsten Wahlen werden das belegen!

          • Mod schrieb am 1. April 2012 um 10:29 - Permalink

            “Für die insolvente Drogeriekette Schlecker hatten sich 20 Investoren interessiert – nun ist nach SPIEGEL-Informationen nur noch einer übrig. Für die Mitarbeiter gibt es dennoch etwas Hoffnung: Die Kinder des Gründers, Meike und Lars, suchen offenbar einen Partner, um das Unternehmen zurückzukaufen.”

            http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,825006,00.html
            —————————————–
            “Auch für die verbleibenden Angestellten hat diese unterlassene Hilfe des Staates große Bedeutung. Beim Wechsel in eine Transfergesellschaft hätten die Betroffenen auf ihr Recht verzichtet, eine Kündigungsschutzklage einzureichen. Die dadurch gewonnene Rechtssicherheit wäre bei der Suche nach einem neuen Investor von großem Vorteil gewesen.”

            http://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2012-03/schlecker-transfergesellschaft-2

            Neue Heimat, Media Kirch, Philipp Holzmann, Bremer Vulkan oder Herstatt?, Schlecker und dabei ahne ich nicht gutes!

    41. Der Doctor schrieb am 1. April 2012 um 15:15 - Permalink

      Wie eine Anfrage der LINKEN bei der Bundesregierung aufdeckt, nutzte Schlecker eine gesetzliche Regelung, nach der Großunternehmen mit tausenden Beschäftigten um eine solide Rechungsführung herumkommen und sich einer Kontrolle durch einen Aufsichtsrat entziehen können. Als sogenannter „eingetragener Kaufmann“ war Anton Schlecker nicht verpflichtet Insolvenz anzumelden und kann auch nicht für eine Insolvenzverschleppung strafrechtlich belangt werden. Neben Schlecker gibt es mindestens acht weitere Großunternehmen mit über 1.000 Beschäftigten, die als „eingetragener Kaufmann“ oder selbständig geführt werden.Somit ist die Schlecker-Pleite auch auf Politik-Versagen zurückzuführen. Infolge dessen. gab es eigentlich sogar eine moralische Verpflichtrung,die Transfergesellschaft staatlich zu stützen , wenn man schon Leuten wie Schlecker die Möglichkeit gibt,sich aus ihrer Verantwortung für eine solide Betribsdührung heraus zu stehlen.

      • Heldentasse schrieb am 1. April 2012 um 18:11 - Permalink

        Ich dachte erst es wäre ein Aprilscherz, aber es scheint doch eine Gesetzeslücke für manche Großunternehmen zu sein.

        Allerdings sollte dann auch für Anton Schlecker dann gelten:

        Haftung
        Der Eingetragene Kaufmann haftet für Verbindlichkeiten aus dem Geschäftsbetrieb persönlich. Auf die Geschäfte des eingetragenen Kaufmanns findet das Handelsgesetzbuch Anwendung.

        Quelle

        P.S.: apropos Aprilscherz: „Plan B“: Splittet sich die SPD bei der nächsten Bundestagswahl auf?

        • ola schrieb am 1. April 2012 um 18:34 - Permalink

          Das gilt auch. Aber was glauben Sie? Wie hoch wird das Vermögen von Anton Schlecker e.K. sein? Und wie hoch das seiner Frau und seiner Kinder? MUaaaah, der gute alte e.K.

    42. Manfred Peters schrieb am 1. April 2012 um 21:50 - Permalink

      Rösler hat das Problem inzwischen auf seine geniale Weise gelöst und die
      Bundesagentur für Arbeit zu (eine Art) Transfergesellschaft erklärt.
      Unionsparteien und FDP streiten wegen Schlecker
      Das ist die hohe Kunst der (FDP)Politik! ;-)

      • Mod schrieb am 2. April 2012 um 06:18 - Permalink

        Erstaunlich der Rösler:

        “«Wenn zu den kleinen Unternehmen der Pleitegeier kommt, dann kümmert sich keiner darum, weil keine Zeitungen und Kameras da sind. Aber um die Großen soll sich dann der Bundesadler kümmern? Das kann nicht richtig sein.»”

        Der Unterschied von 10 oder 10 000 Mitarbeitern ist ihm geläufig?, die Folgen evt?, anscheinend nicht!?

        • Manfred Peters schrieb am 2. April 2012 um 08:23 - Permalink

          Im Programm der FDP zur Bundestagswahl 2009 steht aber: „Die FDP
          will die Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg auflösen, …“

          Die Lautsprecher der FDP, Westerwelle, Niebel, … hatten auch zu jeder Gelegenheit in diesem Sinne Wahlkampf gemacht. Auch im neuen FDP-Grundsatzprogramm wird gefordert:
          „ Mehr Wettbewerb … bei sozialen Dienstleistungen
          Aus liberaler Sicht müssen der Staat oder die Sozialversicherungen zwar den Zugang zu sozialen Dienstleistungen für alle Bürger sicherstellen und ggf. finanzieren. Der Staat muss diese Dienstleistungen aber nicht selbst erbringen. Im Gegenteil, der Staat ist auch im sozialen … unfairer Konkurrent auf einem Markt. …“

          Da hat Rösler nun schon Alzheimer, wenn er die BfA jetzt sogar noch aufwerten will, denn das Grundsatzprogramm wurde bekanntermaßen am 06.02.2012 veröffentlicht.

          • Mod schrieb am 2. April 2012 um 08:48 - Permalink

            Wettbewerb sieht anders aus, haben die eigentlich keine Ahnung oder wie soll das aussehen? Wer 30 Jahre lang gearbeitet hat und durch Krankheit o.ä. etwas länger Pausieren musste, dann in Hartz IV fällt um einen Job, sagen wir er war Maurer der 30 Jahre Berufserfahrung hat, für den Hartz Regelsatz als Entlohnung erst mal 3-6 Monate in irgendeiner Klitsche, oder bei Obi ein Praktikum zu machen? Vor der Reform reichten Zeugnisse und Berufserfahrung oder Referenzen, durch die Agenda wurden Zeitarbeitsfirmen bedient und Arbeitgeber um eben diese Situation, wie Einstellung als Praktikant oder 1 Euro Job, etc etc. einzuführen, mehr nicht!

            Das vorher funktionierende Sozialsystem wurde mit einem Schlag zertrümmert und die damals gesagt haben es wird wohl nicht so schlimm werden, mussten feststellen es wird noch schlimmer?, die Enteignungen an Grund und Boden, Omas kleines Häusschen oder die Lebensversicherung, sowie die Rolex von Vaddern mussten als Geldwert erst einmal verbraucht werden im Falle eines Falles! Dieser Rattenschwanz der jetzt noch folgt wird noch einiges an Überraschungen bergen. Das diese Situation dazu beiträgt, das der Arbeitnehmer als Bittsteller erscheinen muss war gewollt und die Gewerkschaften, Kirchen, die Blöckflöten ausser die Linke haben das unterstützt.

            Das Gefühl um auf die Diskussion zurückzukommen, wenn der Rentner nicht genügend Bares hat um sich ewt. wirksamere Medikamente zu besorgen, oder das Einkaufen nur noch über Lebensmittel-Gutscheine zu tätigen sind, so wird es kommen?, nutzen ihm auch die beiden von Lohengrin gefundenen Krücken nix und mit den Heiligenbildchen könnte er höchstens für etwas Wärme sorgen.

            Das war alles erst der Anfang und ich Milchbubis aus der fdp haben gewaltig nicht aufgepasst als es in der Schule um VWL bzw. BWL geht. Schlecker ist satt, seine Angestellten kämpften während ihrer Tätigkeit bei Schlecker sowie nach der Kündigung, um das nackte Überleben!

            • R_Winter schrieb am 2. April 2012 um 09:47 - Permalink

              Das war alles erst der Anfang und ich Milchbubis aus der fdp haben gewaltig nicht aufgepasst als es in der Schule um VWL bzw. BWL geht.

              Die Milchbubis der FDP hatten sehr wohl aufgepasst, denn die Folgen der Zerschlagung der Sozialsysteme war gewollt. Die Blödköpfe in der SPD und den Gewerkschaften sind die eigentlichen Sozial-Verbrecher. Dieses ist aber in diesem Blog fast unstrittig.

            • Peleo schrieb am 2. April 2012 um 09:59 - Permalink

              Interessante Fundstelle. Sowas von verlogen. Man wartet ungeduldig, bis die ebdkucg aus der deutschen Politik verschwinden. Glauben tu ich das aber erst, wenn sie wirklich weg sind.

    43. Katzengreis schrieb am 1. April 2012 um 22:24 - Permalink

      OFFTOPIC oder auch nicht!

      Im aktuellen ehem. Nachrichtenmagazin:
      “Durch die Staatsschuldenkrise, die zur Euro- und Währungskrise
      geführt hat, hat auch unsere Gesellschaft
      in den Abgrund geblickt.” O-Ton Röttgen

      und wenn ich dann les, dass die kinder von Schlecker den Laden NACH Insolvenz zurückkaufen wollen (angeblich mit nem Investor/Geldgeber) dann krieg ich eigentlich nur noch das kalte gruseln.

    44. André B. schrieb am 2. April 2012 um 06:28 - Permalink

      Schön, da hat sich das werte Publikum mal wieder an einem Thema abgearbeitet. Aber was meinen eigentlich die Betroffenen? Leider gibt es hier beim SF vermutlich nicht eine Schlecker – Verkäuferin, die uns ihre Sicht der Dinge mitteilen könnte.

      Meine Nachbarin war jahrelang bei dieser Truppe dabei. Es wurden grundsätzlich nur Angelernte auf Teilzeit zu Niedrigstlöhnen eingestellt (Wer redet hier von Tarif?). Dafür durfte man dann auch noch als Springer in mehreren weit auseinanderliegenden Filialen gleichzeitig arbeiten. Die täglichen Fahrten zwischen diesen Läden waren ganz allein das (finanzielle) Problem des Springers. Sie war heilfroh, als sie in einer ganz anderen Branche eine Stelle fand.

      Nun sollte man aber nicht meinen, daß es die anderen wesentlich besser machen. Auch die versuchen doch, mit Angelernten auszukommen, weil das die Kosten drückt. Zumindest bei uns hier auf dem Land hat eine qualifizierte Verkäuferin kaum eine realistische Chance, eine angemessen bezahlte Stelle zu finden. Deswegen: Die Transfergesellschaft bringt es nicht, denn da machen sich vor allem dubiose Weiterbildungsfirmen die Taschen voll. Die sogenannten Qualifizierungsmaßnahmen sind meistens ein Witz, das weiß ich vom letzten Stellenabbau in meiner Firma. Dann besser selber losmarschieren, auch wenn die Suche natürlich in der nächsten prekären Beschäftigung endet.

    45. alexios schrieb am 3. April 2012 um 01:15 - Permalink

      Markt sucht Humankapital.

      Das Thema ist für mich abgegessen, denn egal was passiert wäre, es wäre niemals zugunsten der Mitarbeiter ausgegangen. Und die Motivation der Mitarbeiter, die ich in Schleckerläden erlebte, war für mich aufschlussreich.

      und wenn ich dann les, dass die kinder von Schlecker den Laden NACH Insolvenz zurückkaufen wollen (angeblich mit nem Investor/Geldgeber) dann krieg ich eigentlich nur noch das kalte gruseln.

      Innovatives Gruseln geht so: Schlecker geht Lecker weiter. Kochen im Laden live mit Lafer!Lichter!Lecker, weil selbst öffentlichrechtliche Redaktionschefs schon Wetten Dass und Kochshows übernehmen, um die Einschaltquoten zu kicken. Erlebnisshoppen im Laden und du bist dabei auf Facebook.

    46. Kaktus schrieb am 3. April 2012 um 15:38 - Permalink

      Frau v.d. Leyen macht sich mehr Gedanken über eine Quote für Frauen in Führungspositionen von Dax-
      Unternehmen, als über 11 000 Mitarbeiterinnen von Schlecker.
      Es ist auch auffällig wie die FDP zurzeit von den Medien gepuscht wird. In jeder Talkrunde von ARD u. ZDF, täglich im Deutschlandfunk darf vor allem Lindner sein einstudiertes Gewäsch abgeben. Das geht
      vermutlich bis zu NRW-Wahl so weiter.

    47. Very Serious Sam schrieb am 3. April 2012 um 18:47 - Permalink

      Vielleicht habe ich es ja nur überlesen, aber wurde tatsächlich noch nicht von den üblichen Blogtaliban eine Transfergesellschaft für die bald arbeitslose Belegschaft von Q-Cells gefordert? Wenn nein, warum nicht?

      • Mod schrieb am 3. April 2012 um 21:19 - Permalink

        Der Niedergang von Solarfirmen hat einen anderen Ursprung und es werden noch weitere folgen. Das System leckt sozusagen und versagt erneut wie bei schlecker über Jahre zu beobachten war? Aber vielleicht haben sie die Stelle im Kapitalismus überlesen?

    48. Momen schrieb am 3. April 2012 um 22:29 - Permalink

      Wir müssen doch froh sein, dass es die meisten ENDLICH kapiert haben, wofür die FDP eigentlich steht. In zwei Jahren wird der Verein nirgends mehr groß was zu entscheiden haben.

      Ich hoffe ich muss diese Fratze nicht mehr sehen. Jedesmal wirds mir schlecht, wenn ich sein Gelaber hören muss.

    49. leslie schrieb am 4. April 2012 um 11:52 - Permalink

      Wollt ihr wissen,warum Schlecker Pleite gegangen ist!?

      For you Vor Ort

      Behinderter gehts nimmer.
      Hätten mal lieber die deutsche Version nehmen sollen.

      Mfg

    50. leslie schrieb am 4. April 2012 um 12:58 - Permalink

      Grass haut auf die Kacke…

      Was gesagt werden muss

      Von Günter Grass

      Warum schweige ich, verschweige zu lange,

      was offensichtlich ist und in Planspielen

      geübt wurde, an deren Ende als Überlebende

      wir allenfalls Fußnoten sind.

      Es ist das behauptete Recht auf den Erstschlag,

      der das von einem Maulhelden unterjochte

      und zum organisierten Jubel gelenkte

      iranische Volk auslöschen könnte,

      weil in dessen Machtbereich der Bau

      einer Atombombe vermutet wird.

      Doch warum untersage ich mir,

      jenes andere Land beim Namen zu nennen,

      in dem seit Jahren – wenn auch geheimgehalten -

      ein wachsend nukleares Potential verfügbar

      aber außer Kontrolle, weil keiner Prüfung

      zugänglich ist?

      Das allgemeine Verschweigen dieses Tatbestandes,

      dem sich mein Schweigen untergeordnet hat,

      empfinde ich als belastende Lüge

      und Zwang, der Strafe in Aussicht stellt,

      sobald er mißachtet wird;

      das Verdikt ‘Antisemitismus’ ist geläufig.

      Jetzt aber, weil aus meinem Land,

      das von ureigenen Verbrechen,

      die ohne Vergleich sind,

      Mal um Mal eingeholt und zur Rede gestellt wird,

      wiederum und rein geschäftsmäßig, wenn auch

      mit flinker Lippe als Wiedergutmachung deklariert,

      ein weiteres U-Boot nach Israel

      geliefert werden soll, dessen Spezialität

      darin besteht, allesvernichtende Sprengköpfe

      dorthin lenken zu können, wo die Existenz

      einer einzigen Atombombe unbewiesen ist,

      doch als Befürchtung von Beweiskraft sein will,

      sage ich, was gesagt werden muß.

      Warum aber schwieg ich bislang?

      Weil ich meinte, meine Herkunft,

      die von nie zu tilgendem Makel behaftet ist,

      verbiete, diese Tatsache als ausgesprochene Wahrheit

      dem Land Israel, dem ich verbunden bin

      und bleiben will, zuzumuten.

      Warum sage ich jetzt erst,

      gealtert und mit letzter Tinte:

      Die Atommacht Israel gefährdet

      den ohnehin brüchigen Weltfrieden?

      Weil gesagt werden muß,

      was schon morgen zu spät sein könnte;

      auch weil wir – als Deutsche belastet genug -

      Zulieferer eines Verbrechens werden könnten,

      das voraussehbar ist, weshalb unsere Mitschuld

      durch keine der üblichen Ausreden

      zu tilgen wäre.

      Und zugegeben: ich schweige nicht mehr,

      weil ich der Heuchelei des Westens

      überdrüssig bin; zudem ist zu hoffen,

      es mögen sich viele vom Schweigen befreien,

      den Verursacher der erkennbaren Gefahr

      zum Verzicht auf Gewalt auffordern und

      gleichfalls darauf bestehen,

      daß eine unbehinderte und permanente Kontrolle

      des israelischen atomaren Potentials

      und der iranischen Atomanlagen

      durch eine internationale Instanz

      von den Regierungen beider Länder zugelassen wird.

      Nur so ist allen, den Israelis und Palästinensern,

      mehr noch, allen Menschen, die in dieser

      vom Wahn okkupierten Region

      dicht bei dicht verfeindet leben

      und letztlich auch uns zu helfen.

      http://www.tagesschau.de/kultur/grassgedicht100.html
      Uhhh und die Zionisten regen sich auf.

      Mfg

      • Mod schrieb am 4. April 2012 um 15:39 - Permalink

        Herr Grass sie sind alt genug um zu wissen wie die Politik Schröder sich gestalten würde, erst haben sie die Agenda 2010 Voll und Inhaltlich unterstützt, mit den jetzigen Folgen in Deutschland die immer mehr Armut fördert und für die auch sie die Verantwortung tragen, vom Irakkrieg wussten sie und wie wir hier von Deutschland aus den Völkerrechtswidrigen Angriffskrieg der Amerikaner unterstützten, vom Jugoslawienkrieg der ebenso mit einer Lüge begann, wussten sie. Kriege, auch der vielleicht Iranische wird ebenso mit einer Lüge beginnen. Auch wenn es die letzte Tinte ist die sie “verschreiben”, Herr Grass sie sind das Deutschland von dem sie in Werbespots für die Politik der SPD einstanden, die Folgen sind Kriege, Armut und Ungerechtigkeit, sie sind auch das Deutschland das ihnen als 17 Jähriger ein Abenteuer versprach. Ich glaube ihnen nicht, auch wenn der Iran jetzt auf ihrer Agenda steht, Sie schrieben:

        “„Jede Demokratie, die ihre Konflikte nicht austrägt, hört auf, demokratisch zu sein.“”

        Sie schufen mehr wie Konflikte.

        Wenn sie wollen schreibe ich ihnen auch mit offenem Visier, wie ihr Bundespräsident und Geschwister-Scholl-Preisträger zu sagen pflegt.

        Herzlichst usw

        • R_Winter schrieb am 4. April 2012 um 17:23 - Permalink

          Wir kommen aus Mangel an aktuellen Themen/Artikel jetzt auf ein ganz anderes Gebiet.
          ————————–

          Die Situation in der Welt erinnert an das Jahr 1914.
          Auch damals war die wirtschaftlich und finanzielle Verflechtungen weltweit (damaliges Verständnis) soweit fortgeschritten, das keiner glauben wollte und wahrscheinlich glauben konnte, dass ein Attentat auf dem Balkan die Welt ins Chaos stürzen kann. Alle maßgeblichen Politiker und Banker hatten damals ihren Sommerurlaub fortgesetzt oder angetreten.
          Die Auswirkungen sind noch 100 Jahre später spürbar und politisch werden die Fehler der 20-ziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts gerade wiederholt.

          Heute glauben immer noch viele Politiker an die Verknüpfung innerhalb der Globalisierung und können sich nicht vorstellen, dass die Weltordnung durch einen atomaren Konflikt zwischen Israel und dem Iran total zerstört werden kann.

          Grass hat sicher in der Vergangenheit häufig gegen die Interessen der Bürger gehandelt, aber es erscheint mir unangemessen, dieses Verhalten mit seinen berechtigten Sorgen Israel/Irak zu vermischen.
          Unabhängig von jeder detaillierten Bewertung seines Gedichtes, hat er zum Nachdenken angeregt.

          Die Weltordnung ist nicht stabil – weder wirtschaftlich, finanziell noch politisch. Europa ist derzeit extrem anfällig und kann die Welt in ein Chaos reißen. Ein militärischer Konflikt Israel/Iran wird der Zünder für eine gigantische Explosion sein.

          • Mod schrieb am 4. April 2012 um 18:46 - Permalink

            “Diejenigen von uns , die sich mit Israel-Palästina befassen, sind sich dieses Horrors sehr bewusst. Vor einigen Jahren untersuchte ich die Todesursache palästinensischer Kinder, die von israelischen Soldaten während der ersten Monate der 2. Intifada getötet worden waren. Beim Zählen lief mir ein kalter Schauer über den Rücken: ich entdeckte nämlich, dass die häufigste Todesursache in jenen Monaten ein „Schuss in den Kopf“ war. In den letzten zehn Jahren töteten die israelischen Militärs mindestens 255 palästinensische Kinder durch einen Schuss in den Kopf. Die Zahl mag tatsächlich höher sein, da bei vielen Fällen die spezielle körperliche Stelle des tödlichen Trauma nicht angegeben war.”

            http://www.spiegelfechter.com/wordpress/4876/in-den-kopf-geschossen

            Unangemessen?

            “UN-Sonderermittler Richard Goldstone hat seine Darstellung korrigiert, Israels Militär habe im Gaza-Krieg gezielt palästinensische Zivilisten angegriffen.”

            http://www.welt.de/politik/ausland/article13052761/Goldstone-korrigiert-seine-Einschaetzung-ueber-Israel.html

            Unangemessen war die Zeit die Herr Grass verstreichen ließ. Und ich könnte die Liste beliebig weiterführen, wollen sie hören was führende israelische Politiker oder Generäle über Araber sagen, wissen sie vom allgegenwärtigen Rassismus in Israel?, von den Gesetzen die Menschen zu Menschen zweiter Klasse machen?, wehe dir Israel. Dabei habe ich die Gasvorkommen als Grund vor der Küste Gazas und Libanon noch gar nicht in Erwägung gezogen. Es geht um viel mehr und Grass ist wie immer zu spät und das macht auf Dauer unglaubwürdig!

            Ach ja es ging um den Iran, die Geschichte fing schon am 11.September 2001 in New York an! Think big, es ist Kapitalismus in Vollendung!

          • The Joker schrieb am 5. April 2012 um 00:59 - Permalink

            Weitere Ähnlichkeiten zu 1914:
            Damals wetteiferten die Staaten um die bessere Flottenrüstung. Heute spricht man von Wettbewerbsfähigkeit und Standort.
            Heute regiert uns die EU, aber auch damals gab es einen informellen Bund: die Verwandtschaft der Königs- & Kaiserhäuser (was den Krieg bekanntlich nicht verhinderte).

            • Mod schrieb am 5. April 2012 um 07:02 - Permalink

              Das Problem warum erst jetzt ist es doch?, und hier zitiere ich kurz weil passend aus der “junge Welt” von heute:

              “Allein das Aussprechen der simplen Tatsache, daß die Atommacht Israel den Iran bedroht und nicht umgekehrt, gilt aber bereits als nicht mehr hinnehmbare Meinungsäußerung. Die neoliberale Hegemonie nimmt zunehmend totalitäre Züge an.”

              http://www.jungewelt.de/2012/04-05/042.php

    51. Peleo schrieb am 4. April 2012 um 13:32 - Permalink

      Krass, Günther:

      http://www.taz.de/Gott-und-die-Welt/!90830/

    52. The Joker schrieb am 4. April 2012 um 15:24 - Permalink

      Ist kursive Schrift jetzt Pflicht?
      (zeigt zumindst mein Feuerfuchs so an…)
      Freiwillige Selbstverpflichtung?
      EU-Norm?
      Bestandteil des Fiskalpaktes?
      Wurde der gute Jens gar gekauft von der Kursivlobby?
      ;-)

      • GrooveX schrieb am 4. April 2012 um 16:36 - Permalink

        das ist italisch, das ist jetzt mode.

    53. Peleo schrieb am 5. April 2012 um 08:35 - Permalink

      @ Mod

      Wer hat nochmal wen als Krebsgeschwür bezeichnet, das aus der Welt geschafft werden muss?

      http://www.spiegel.de/kultur/literatur/0,1518,825782,00.html

      • Jacques Roux schrieb am 5. April 2012 um 09:01 - Permalink

        “Wer hat nochmal wen als Krebsgeschwür bezeichnet, das aus der Welt geschafft werden muss?”

        Wie putzig, die alte Propagandaleier ist nicht tot zu kriegen;-)

        http://www.ag-friedensforschung.de/regionen/Iran/israel.html

        Aber selbst, wenn Ahmadinedschad, davon gesprochen hätte, Israel von der Landkarte zu tilgen, dann hätte Israel ja allen Grund, Iran präventiv anzugreifen nicht wahr ?

        • Peleo schrieb am 5. April 2012 um 09:20 - Permalink

          Den meinte ich nicht, sondern seinen Chef:

          http://www.smh.com.au/world/khamenei-vows-to-fight-cancerous-tumour-israel-20120204-1qymh.html

          Und mit “Maulhelden” haben die Juden halt schon schlechte Erfahrungen gemacht.

          • Jacquex Roux schrieb am 5. April 2012 um 10:39 - Permalink

            Na, wenn’s im Telegraph stand, wird es gewiss auch so gewesen sein;-)

            ( BTW Hast du schon mal von der berühmt, berüchtigten Amselfeld Rede
            gehört, dieser rassistischen Hetz-Rede über ein Großserbien mit der sich damals Milosevic als 2ter Hitler outete ?
            http://www.aikor.de/Artikel/rahasibu.htm )

            “Und mit “Maulhelden” haben die Juden halt schon schlechte Erfahrungen gemacht.”

            Verstehe, und für den “Maulhelden” dürfen die Palästinenser nun, seit über 60 Jahren, büßen ? Das macht natürlich Sinn.

            • Peleo schrieb am 5. April 2012 um 11:36 - Permalink

              @ Mod
              Ist das Khamenei-Zitat (s. o.) auch falsch übersetzt? Wenn nicht: Der Begriff “Krebsgeschwür” lässt nicht so viel Interpretationsspielraum wie die Ahmadenischad-Rede.

            • Mod schrieb am 5. April 2012 um 13:44 - Permalink

              Als Krebsgeschwür würde ich den aus dem Ruder laufenden Kapitalismus ja auch bezeichnen? Als Krebsgeschwür würde ich als Land jeden benennen, der versucht mein Land mit Krieg zu überziehen und als Krebsgeschwür bezeichne ich jeden Politiker, der andere Länder mit Krieg überziehen will. Al Barradei als Chef der Aufsichtsbehörde stellte mehrmals fest das der Iran keine Atomwaffen hat oder bauen will, die zivile Nutzung ist gestattet und daran gemessen, müssten die Inspektoren bei Israel tätig werden, hier wird aber mit zweierlei Maß gemessen und das ist nicht ok.

              Wenn sich ein religiöser Führer eines souveränen Staates hinstellt und mit Reden ein Volk vereinen will, eben wegen der Angriffe von aussen die zum Krieg führen könnten, ist das doch durchaus verständlich? Wer ist denn der Aggressor? Das ich eine Politik verachte die ihre Gesetze an der Scharia festmachen ist hoffe ich verständlich, aber darum geht es gar nicht, es geht darum in wie weit sich ein Land schützen kann und da ist es Legitim mit allen Mitteln ein Volk zu einen, um als Voraussetzung einen Angriff von aussen stand zu halten, mehr nicht und wenn ich bedenke wie der Westen nach den Anschlägen vom 9/11 die Welt aus den Angeln hob, wie weit die Anschläge als Argumentation hier in Deutschland dazu führten das Gesetze gegen die eigene Bevölkerung eingeführt wurden, die VDS, der 129a§, Demonstrationsrecht, u.a. aber vor allem als Legitimation herhalten mussten um andere Länder mit Krieg zu überziehen, obwohl laut GG und Verfassung von Deutschem Boden nie wieder Krieg ausgehen sollte?, denke ich nachdem der Irak Völkerrechtswidrig und mit deutscher Beteiligung überfallen wurde, der Einsatz in Afghanistan als Humanitärer Betitelt wurde um ihn überhaupt zu führen, Jugoslawien, Libyen, Syrien etc etc. können wir uns weiß Gott nicht hinstellen und auf jemanden mit dem Finger zeigen, der sich gegen unsere Kriegspolitik zu wehren versucht, egal wie die Medien es drehen?

              Es wurde versäumt durch Diplomatie eine friedliche Welt zu schaffen, aber das war so wie es aussieht auch gar nicht das Ziel, “Alles, was wir brauchen, ist die eine richtig große Krise und die Nationen werden die “Neue Weltordnung” akzeptieren.” Quelle: SVP, Schweiz Henry Kissinger”

              siehe dazu auch die EU-Verfassung, lassen sie sich nicht täuschen, es geht ums Geld!

      • Mod schrieb am 5. April 2012 um 10:00 - Permalink

        Jeder Krieg beginnt mit einer Lüge. Wenn der spiegel schreibt das, Zitat:

        “Der Unterschied ist, dass Israel im Gegensatz zu Iran noch niemals erklärt hat, dass es irgendein Land von der Weltkarte streichen will, während Iran Tag und Nacht verspricht, dass man Israel aus der Welt schaffen will.” aus ihrem spiegellink

        An den ZDF Intendanten, es wurde darauf hingewiesen das es sich um eine Inhaltlich falsche Übersetzung der Rede Ahmedinedschad handelt, das ZDF darauf, Zitat:

        “Sie kritisieren in diesem Brief, dass die Rede des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad falsch übersetzt worden sei. Wir können Ihrer Kritik zustimmen und auch unsere Recherchen kommen zu dem gleichen Ergebnis. Inhaltlich sind auch wir der Meinung, dass Ihre Übersetzung die Aussagen des iranischen Präsidenten wiedergibt.

        Ich möchte Ihnen versichern, dass alle Kolleginnen und Kollegen über diesen Vorgang Kenntnis erhalten haben und die Übersetzung entsprechend berücksichtigen.”

        http://www.steinbergrecherche.com/08bpb.htm#ZDF

        Richtig übersetzt sagte Ahmedinedschad nämlich folgendes, Zitat:

        “Dieses Regime, das Jerusalem besetzt hält, muss von der Seite der Geschichte (wörtlicher: von der Seite der Zeit / des Zeitenlaufs) verschwinden.”

        http://www.steinbergrecherche.com/08bpb.htm#luegt

        Trotzdem wurden später weitere Beiträge vom ZDF gesendet in denen die Lüge weiter ihre Runden zog.
        Sogar der spiegel stellte die Lüge irgendwann mal richtig als er darauf angesprochen wurde, Zitat:

        “Die Übersetzung “Israel muss von der Landkarte getilgt werden” wird als Irrtum eingestanden. Auch der Artikel auf dieser Seite verwendet das Zitat “Das Besatzerregime muss Geschichte werden” und nicht mehr “Israel muss von der Landkarte getilgt werden”. Der iranische Präsident fordert in dem Zitat also die Beendigung des völkerrechtswidrigen Besatzungszustands.”

        http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,553275,00.html

        Um auf den Einwand von R. Winter zurückzukommen in denen er zurecht darauf hingewiesen hat, das es am Eingangs-Thema vorbei gehe, hoffe ja auch das Jens sich bald mit einem neuen oder aktuellen Thema meldet, aber Polittaliban, wenn Taliban eine Polittruppe ist die ihren Ursprung in religiösen Schulen innerhalb Afghanistan hat, oder das Wort in den Medien als Terrortruppe seinen Platz gefunden hat, ist so weit vom Thema auch nicht? Unsere Polittaliban verschweigen die Zustände die sich seit Jahren in Israel widerspiegeln und hier liegt der Hase im Pfeffer. Polittaliban ist schon richtig und trifft es, wenn eine Lüge nur oft genug wiederholt wird, wird sie irgendwann zur Wahrheit!

    54. Christian schrieb am 5. April 2012 um 19:21 - Permalink

      Der Begriff “Taliban” in einem von vornherein negativen Zusammenhang verwendet, wurde durch die Herrschaftssprache geprägt. Er wird gerne genutzt um Personen schlechte Eigenschaften oder Verhaltensweisen zu unterstellen, vielfach auch unberechtigt.

      Jemanden als Markt-, oder was-auch-immer “Taliban” zu bezeichnen, zeigt nur wie sich auch durchaus kritische Zeitgenossen von der Herrschaftssprache haben anstecken lassen.

      Diese Bezichtigung sollte nicht Grundlage sein jemanden bzw. dessen Verhalten zu beschreiben, es sei denn man legt Wert darauf als unverbesserlicher Polemiker wahrgenommen zu werden.

      MfG Christian

      • Mod schrieb am 5. April 2012 um 19:57 - Permalink

        Sie wurden aus der Herrschaftssprache übernommen. um eben Positives zu bewirken um mit “ihren” Worten, die dadurch fast ad Absurdum geführt, evt. helfen?, aber sie können gerade auf dem ersten, “schlau wie die Tagesschau” genießen..? Radikal oder Marktradikal..

    55. Granado schrieb am 8. April 2012 um 13:21 - Permalink

      https://www.wsws.org/de/2012/apr2012/schl-a03.shtml
      Schlecker: Verdi setzt entlassene Mitarbeiter unter Druck
      Von Sven Heymanns
      3. April 2012


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