Doping für die FDP
geschrieben am 04. Mai 2012 von Spiegelfechter
Kurz vor den Landtagswahlen in Nordrhein-Westfahlen und Schleswig-Holstein nimmt die Medienkampagne für die FDP erneut Fahrt auf. Sollte die FDP den Einzug in die beiden Landtage schaffen, so hat sie dies nicht ihrer Politik, sondern einzig und allein der wohlwollenden Unterstützung der Medien zu verdanken. Gleichzeitig sorgt FDP-Comedian Rainer Brüderle mit einem Werbebrief für Aufsehen, der vom Steuerzahler mitfinanziert wurde.
Noch im März landete die FDP in Nordrhein-Westfahlen bei nahezu allen Umfrageinstituten abgeschlagen auf 2 Prozent. Nach den neuesten Umfragen könnte sie wieder in den Düsseldorfer Landtag einziehen. Ein ähnlicher Stimmungswechsel vollzog sich in Schleswig-Holstein. Auch dort könnte die FDP wieder im Landesparlament vertreten sein. Mit Ausnahme der Piratenpartei ist bei keiner anderen Partei ein so kurzfristiger Stimmungswechsel festzustellen.
Noch Ende März ist sie im Saarland um 8% auf 1,2% abgestürzt, die Zahl der ungültigen Stimmen lag höher als die Zahl der FDP-Wähler. Im Herbst letzten schrumpfte die FDP in Berlin mit 1,8% Stimmenanteil zur Splitterpartei. In Bremen ist sie aus der Bürgerschaft verschwunden.
Vier Landtagswahlen nacheinander gingen verloren.
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Wahlen lassen sich ja auch durch manipulierte Umfrageergebnisse manupulieren, warum sollte das aktuell nicht der Fall sein?
Genau, und zu diesem Thema hat Albrecht Müller vor einigen Jahren mal aus dem Nähkästchen geplaudert:
Vor einer NRW-Wahl in den Achtzigern trafen sich die für die Wahlkampfplanung und –umsetzung verantwortlichen Personen im Haus des Wahlkampfleiters der SPD in NRW. Nach ausführlicher Debatte und Entscheidung zu verschiedenen Projekten des Wahlkampfes warf der NRW-Wahlkampfleiter noch ein besonderes Problem und eine Frage auf: Manfred Güllner von Forsa wolle wissen, was für ein Ergebnis bei der nächsten Umfrage für die NRW-SPD gewünscht werde – ein gutes Ergebnis, um den Mitzieheffekt, den Bandwaggon, auszulösen, oder ein schlechtes Ergebnis, um die Gefährdung der SPD-Führung im Land zu signalisieren und so die eigenen Anhänger zu mobilisieren.
http://www.nachdenkseiten.de/?p=4185
Dieses Spiel läuft jetzt in einer koordinierten Aktion von Medien und Meinungsmacheinstituten erneut. Das war allerdings auch nicht anders zu erwarten, schließlich sehen die reichsten 5 Prozent des Landes in der FDP die konsequenteste Vertreterin ihrer Interessen. Und es wird wieder funktionieren…
Manipulation?
Nein, einfach Dummheit.
Warum nicht?
Es klappt doch gut:
– Staatsschuldenkrise statt Spekulationsverluste
- Wulf > Gauck
- FDP > 5%
Wenn vor 500 Jahren der Hofberichterstatter mit dem Pferd aus dem Schloss zum Marktplatz ritt um dort die Erlasse des Königs unters gemeine Volk zu schreien, war das wochenlang (bis zum nächsten ausritt) das Gesprächsthema unterm Gesindel. Überliefert ist, dass der königliche Boote vor dem Schreien seiner Bootschaft den Hofknecht eine kurze Erkennungsmelodie in die Fanfare blasen ließ um die darauf folgende Verkündung unters Gesindel zu bringen. Wo immer man in der Stadt oder dem Land diese Fanfarenklänge hörte, konnte man sicher sein, neues aus dem Schloss zu hören. Für das damalige Gesindel waren es jedoch stets mehr schlechte als gute Nachrichten.
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Heute… bläst die Fanfare punkt 19 oder 20 Uhr ihre kurze Erkennungsmelodie und ein Hofberichterstatter, der nun nicht mehr aus dem Schloss zu reiten braucht, verkündet wieder mehr schlechte als gute Nachrichten aus dem Königshof für das Gesindel. Nur hat mittlerweile keiner vom Gesindel mehr Mist- und Heugabeln in der Scheune um den ausreitenden Verkünder samt seinem Knecht eins reinzupiecken.
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Die Epochen haben sich geändert, die Melodie aber nicht.
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susi
@susi bibelmaus
Nö, m.E. haben sich die Menschen schon weiter entwickelt. Sie glauben nicht mehr an Könige und Adel und deren angestammten Platz an der Spitze, sondern an die Kraft und Richtigkeit der Märkte. Und das ist schon ein immenser kultureller Fortschritt, oder etwa nicht?
P.S.: Der Mensch auf dem Pferde im Auftrag des Königs hieß Herold , aber nicht unbedingt mit Vornamen. ;)
Hieß der etwa Ted Herold? Die älteren unter uns werden sich an jenen welchen bestimmt noch erinnern…http://de.wikipedia.org/wiki/Ted_Herold
Wir waren mal in derselben Konzertagentur wie Ted :-).
Ich bezweifle mal ganz stark, daß die Menschen tatsächlich an die Kraft und Richtigkeit der Märkte glauben.
Zutreffender Artikel, für SH kann ich die Ausführungen bestätigen.
Viele örtliche Blätter in SH gehören zum Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlag, und hier (nur gefühlt?) fast täglich Kubicki, der mittlerweile beinahe unverschämt offen Richtung Rot-Grün blinkt, und etwas anderes ist auch amüsant: Riesenplakate der FDP alleine hier in unserer Nähe überproportional viele gegenüber allen anderen Parteien – wie sagt das alte Sprichwort? “Mit vollen Hosen ist gut stinken”, wer hat wohl für die Füllung gesorgt?
Die Strategie verfängt: In gerade mal 3 Wochen ist die FDP in SH in Umfragen von 4 auf 7 % hoch gegangen, Anfang März lag sie sogar bei 2 %.
http://www.wahlrecht.de/umfragen/landtage/schleswig-holstein.htm
Ich habe zwar noch die Hoffnung, daß die Umfragen die Realität (beabsichtigt?) suboptimal darstellen, und das reale Ergebnis ein wenig anders aussehen könnte, aber groß ist sie nicht. Am Sonntag wird es jedenfalls an uns NICHT gelegen haben … ;-)
Grüße
IfM
Leipzig. Was ist denn das für ein obskurer Verein? Da liegt das Gesindel bei 12(!)%.
Leipzig? Da war doch mal was:
Leipziger Völlerei
Die Umfrage d. IfM Leipzig ist ZUM GLÜCK (!) von 2010, aus der Zeit des unverdienten Allzeithochs der Feudal-Demagogen, andere Institute vermeldeten damals ähnliches. Die aktuellen Ergebnisse von FGW, GMS und Dimap mit 6, 7 % reichen aber auch schon als Gaumenfeder. ;-)
Ich habe aber nach wie vor im Hinterkopf, wie sich Demoskopen kräftig irren können (Bundestagswahl 2005), oder auch die LINKE konsequent deutlich zu niedrig prognostiziert haben … vielleicht ist hier die FDP doch deutlich zu hoch bewertet? Auch wenn die Hoffnung zugegebenermaßen nur klein ist … ;-)
Grüße
Der kurze Artikel beschreibt sehr gut die Mittel einer “Medienmaschinerie” die auf breiter Front heute nun mal pro FDP wirksam wird, morgen machen sie evtl. etwas ganz anderes (evtl. Rösler stürzen?). Ich glaube nicht, dass dahinter immer ein bewusster Wille steckt, evtl. liegt es auch an einem ausgedünnten Presse- bzw. Medienmarkt und evtl. auch daran, dass vermeintlich unterschiedlichen Medien doch mehr oder weniger aus der gleichen Redaktion kommen. (z.B. gibt es hier zwei lokale Blätter die deren überregionale Berichterstattung gleich ist.)
Was hilft dagegen? Vernünftig blogen? Ich hoffe es.
P.S.: Manipulation ist per se nichts schlechter jeder nutzt sie. Wenn man den berechtigten Verdacht haben sollte es wird auf breiter bewusst Front “manipuliert” sollte man den Bergriff Propaganda m.E. nicht scheuen.
@ Held
Ich schlage da mal “Propaganda-Kampagne” vor. Es handelt sich hier nicht um irgendeine Tripfel-Tröpfel -Propaganda, die stetssteinhölig ihr Unwesen treibt, sondern um eine klar kampagnen- sprich werbefeldzugmässig eringesetzte Propaganda.
Klar gibt es derzeit ein beachtliches “Wohlwollen” seitens vieler Medien. Allerdings hat sich die FDP auch durchaus Publikumswirksam positioniert.
Gerade die Ablehnung einer Transfergesellschaft für Schleckermitarbeiterinnen ist in der Öffentlichkeit sehr gut angekommen. Die breite Masse hat den “Köder geschluckt” der da lautet: für die vielen kleinen Betriebe tut man ja auch nichts also warum dann für den Giganten Schlecker seitens der Politik etwas unternehmen. Die FDP und weite Teile der Medien bis hinein in Fernsehen und Radio haben die Lösung “Transfergesellschaft” als populistsichen Unsinn diffamiert und die FDP als die einzige ehrliche Partei in diesem Thema hingestellt. Das das Wirkung gezeigt hat habe ich in meinem eigenen Umfeld bei Nachbarn, Arbeitskollegen etc. mitbekommen…
zeigt sich mal wieder – neben der eigenen mängel – einer der hauptfeinde: die medien!
da alles nur lüge ist; egal ob geld, macht oder kompetenz etc… muss gelogen werden. muss!
oder vllt sollten wir nicht medien sagen, sondern marketingabteilung des lügensystems…
Totgesagte leben länger. Und scheinbar hat die FDP genau die richtige Medizin im Schrank um ein totes Pferd wieder in ein galoppierendes Springpferd zu verwandeln. Alle Achtung. Achtung! Hier hilft nur Information und Demaskierung. Allerdings nicht bei allen, wie Herr Buck (kommentar 6.) richtig beobachtet hat. Die Haltung gegen die Schlecker-Transfergesellschaft wird der FDP mehr Stimmen bescheren als der “Informationsbrief” eines Herrn Brüderle. Der Rest ist – wie häufig: Charisma. Das ein Herrn Lindner so hochgejubelt wird, liegt sicher auch daran, dass er es versteht, hervoragend mit den Medien zu kommunizieren. Er ist ein gescheiter Selbstdarsteller, der es “drauf hat” aus einer gefühlten Niederlage rhetorisch noch ein Gewinn zu machen. Das kann nicht jeder. Und schon gar nicht so “schön” wie Lindner, mit einem charmanten, unschuldigen Augenaufschlag … Für die Medien ein gefragter Mann, vielleicht sogar ein zweiter Guttenberg – wer weiß? Herr Lindner macht sich prima, denn sonst hat die Politik ja wenig an “Stars” zu bieten. Da kommt der gerade recht. Rechtzeitig aus der Kiste. Wie schon gesagt: Totgesagte leben länger… . Manchmal sogar länger als es einen (politisch) lieb ist.
zeigt sich mal wieder – neben der eigenen mängel – einer der hauptfeinde: die medien!
da alles nur lüge ist; egal ob geld, macht oder kompetenz etc… muss gelogen werden. muss!
oder vllt sollten wir nicht medien sagen, sondern marketingabteilung des lügensystems
(was soll das heißen, DOPPELTER KOMMENTAR???)
Na, selbstverständlich ist das Propaganda. Sämtliche Institutionen Bundesdeutschlands, die Medien, die kulturellen Institutionen usw., haben die Aufgabe, und sie wirken in diesem Sinne, der Bevölkerung die Politik der Regierung und die Ideen der wahren Herrschenden zu erläutern und Volkes Zustimmung zu erreichen. Auch wenn sie das nicht zugeben würden, falls man so naiv wäre, sie daraufhin zu befragen. Die Regierung ist also ganz offensichtlich daran interessiert, mit der FDP weiterzumachen. Auch wenn die Hoffnung nicht allzu groß ist, kann man nur darauf hoffen, dass die Wähler die Kampagne durchschauen und keine der Koalitionsparteien bzw. SPD und Grüne wählen. Wobei meine persönliche Hoffnung auf die Linke auch nicht auf sehr festen Füßen steht. Man sollte also die Wahlen nehmen als das, was sie sind: ein riesiger Volksbetrug.
Jaja, Propaganda, was sonst. Habt ihr alle schon vergessen, dass die Medien seit rund zwei Jahren auf der FDP herumgehackt haben? Dass nun in den Redaktionen die Idee einzieht, die deutsche Politik wäre ohne die FDP ärmer, mag man anzweifeln, aber man muss ein wenig Unterstützung für die lang bescholtenen nun nicht gleich zur Propaganda erklären.
Wäre die FDP das, was sie gerne wäre, anstatt der Steuersenkungs-Lobbyismus-Karrierismus-Partei, nämlich eine liberale Partei im philosophisch-ökonomischen Sinne, müsste man sie nicht mögen, aber doch akzeptieren, da sie im Prinzip für ein Wertesystem der Freiheit steht, das eine für viele heute unsichtbar gewordene historische Errungenschaft bedeutet. Wenn …
Ich bin ebenfalls der Meinung dass es keiner Manipulation bedarf, um die FDP in einigen Ländern wieder über 5% zu heben. Die (meiner Ansicht nach) Dummheit der Menschen genügt.
Und der Underdog-Charme, vor allem gekoppelt an die “Tatsache”, dass die FDP die einzig existierende liberale Partei ist genügt schon.
Warum zur Hölle gebärden sich die Piraten, aber vor allem auch die Linke so UNGLAUBLICH inkompetent? Da muss man Profi-Politikern schon fast Respekt zollen.
Hier in Stuttgart läuft übrigens FDP-Werbung im Kino (…was die FDP für das Volk erreicht hat…).
Ach Gott, andere Verschwörungstheorien sind ja wenigstens unterhaltsam. Aber nicht mal das bekommen die Pfeifen von den Nichtdenkseiten hin. Seit 2 Jahren hacken die Medien auf der FDP rum und nur weil jetzt das FDP-Bashing selbst den größten FDP-Hassern in deutschen Redaktionen langweilig geworden ist, sehen einige schon die große wohlwollende Verschwörung der “neoliberalen” Medien kommen.
Die Sache ist viel einfacher. Medien verkaufen Geschichten. Und Charaktere wie Lindner und Kubicki sorgen (insbes. auch gegen Rösler positioniert) für neuen Stoff und die “FDP wie Phoenix aus der Asche-Nummer” ist gerade unterhaltsamer als das mittlerweile doch recht abgedroschene FDP-Bashing.
@Stefan Balker
“Die Sache ist viel einfacher. Medien verkaufen Geschichten.”
Du sprichst ein interessantes Thema an: Dass die Medien nur Profit im Sinn hätten und die Meinung der Leserschaft weder beeinflussen könnten noch wollten. Stefan Sasse hat diese These in seinem neusten Artikel „Der Dauerirrtum – Die Funktionsweise der Medien“ engagiert vertreten.
Ich sehe das ein wenig anders. Diese These mag auf unpolitische Medien (Mode, Pet und People) zutreffen, aber nicht auf die grossen Tageszeitungen und Nachrichtenmagazine.
Durch jahrelange tendenziöse Schreibe findet eine Beeinflussung der Leserschaft unweigerlich statt. Ebenso kann durch die Auswahl der Bilder (milde lächelnde Timoschenko/grimmig dreinschauender Janukowitsch), durch einseitige Gewichtung, Aufbauschung von Pseudoskandälchen (Wulff), usw. die Meinung manipuliert und in eine bestimmte Richtung gelenkt werden.
Artikel von SPD-Werber Sasse lese ich schon lange nicht mehr. Ich halte sie allgemein limitiert im Einblick und der Analyse.
@OAlexander
Ja, sie verkleistern nur das Gehirn. Ähnlich wie Fernsehen. Den Fernseher habe ich aus diesem Grund abgeschafft, den Sasse nun auch :-).
Beim Sasse kommt dann auch noch dazu, dass er sich bei Kommentaren zu Stellungnahmen Andersdenkender schon arg oft im Ton vergreift. Gut ich bin da auch kein Heiliger, und Jens B. auch nicht. Grenzen gibt es aber dennoch. Sein Tiefgang bei seiner vorgebliche Stärke, Geschichtswissenschaften, lässt sich am besten mit den Titten von Twiggy vergleichen. Als historisch allgemein Interessierter habe ich auch mal bei seinem Blog vorbeigeschaut. Es blieb bei einem Besuch.
“Totgesagte leben länger” trifft es ganz gut und ich habe immer befürchtet, daß die FDP noch nicht abgeschrieben werden kann. Dahingehend haben sich nicht wenige zu früh gefreut.
Natürlich spielt hier Meinungsmache, die sicherlich auch von der finanzkräftigen Klientel und Freunden der FDP befördert wird, eine Rolle. Etwas anderes würde den Anstieg der Umfrageergebnisse in dieser Höhe innerhalb nur weniger Wochen nicht hinreichend erklären und ich halte es auch für ein wenig blauäugig anzunehmen, daß diese Partei nicht versucht alle ihr zur Verfügung stehenden Hebel einzusetzen. Wer ein wenig den Medienzirkus beobachtet bemerkt hier auch, daß eine Kampagne am laufen ist.
Ebenfalls auffällig ist das derzeitig innerhalb des deutschen Medienzirkus auch die Angst vor dem “bösen Sozialisten” aus Frankreich geschürt wird.
Warten wir doch die Wahlen am Sonntag ab.
Jammert doch nicht rum! Wer macht denn die Kreuze – nicht die Medien! Soll doch der Michel noch mehr auf die Schnauze fallen. Wer so blöd ist und sich von Umfragen lenken lässt, der hat es nicht besser verdient. Je eher die Kiste an die Wand knallt, je eher wachen die FDP Gläubigen (vielleicht) auf. Müssen wir halt alle erstmal leiden!!!
Und dass die FDP-Geschichten gerade vor der Wahl erzählt werden, Zufall….?
Wenn es nur um das Erzählen ginge, wäre jeder andere Zeitpunkt glaubwürdiger…
Ich habe die Umfragewerte verfolgt hier in Schleswig-Holsltein und ich denke die FDP hat gerade auch durch die Umfragewerte selber profitiert. Als die FDP auf 2% in den Umfragen lag war die nächste Umfrage eine die von der FDP selber in Auftrag gegeben hat, diese sah die FDP komischerweise erstmals wieder im Aufwärtstrend und bei 4% seit dem sind die Umfragewerte weiter gestiegen. Ich denke das diese von der FDP finanzierte Umfrage der Auftakt war für den neuen Aufstieg. Und man kann daran sehr schön sehen wie die Wahlumfragen nicht die Meinung der Menschen widerspiegeln, sondern zu Wahlkampftaktiken werden um die Menschen zu beeinflussen.
Die ersten besseren Hochrechnungen sehen die FDP bei 8%.
Mit der niedrigen Wahlbeteiligung kann niemand ernsthaft zufrieden sein. SPD und CDU gleichauf. Piraten so stark wie FDP, Grüne mäßig. Und die Linke (leider!) verdient nicht relevant.
Ist das nun Demokratie oder stimmt hier was ganz gewaltig nicht?
Wahrscheinlich nennt man es Dummokratie: Die Herrschaft der Doofen über die Doofen.
Dieses „Endergebnis“
zeigt zumindest die Wirkung eines dauernden politischem und realem „Waterboardings“ auf die politische Entscheidungskraft. Neben schwarzen Geistern überleben das offensichtlich nur noch die Piraten. :-)
´´Wahrscheinlich nennt man es Dummokratie´´
Idiocrazy…. ;-)
Mfg
Das ist Demokratie, lupenreine Demokratie – Demokratie plus sogar!
Demokratie plus Medien, plus Lobbyismus, plus Steuergelder, plus Wahltmathematik, plus ThinkTanks, plus …
Demokratie super doppelt plus sogar. Die doofe Herde marschiert genau in die von den Leitmedien gewünschte Richtung. Und das alles ohne Diskurs und ohne nachzudenken. Was will die Obrigkeit mehr? Ein bewußtloses Volk, eine folgsame Rindvieher-Herde. Das ist ja fast so, als würde Weihnachten und Ostern zusammenfallen.
Ein Hoch auf die Blöd-Zeitung! Ein Hoch auf unser schönes vereinigtes Vaterland! Mögen wir gemeinsam noch viel dümmer sein, als wir es alleine könnten.
mach das mal nicht an dem bluttriefenden blatt fest. da haben ard und zdf viel mehr dran gedreht.
Es gibt Tage, da möchte ich einfach nicht recht behalten – heute ist so einer.
CDU stärkste Partei, FDP über 8, und es droht große Koalition, das sagte ich diese Woche auch Freunden gegenüber … iih bäh … an uns lags nicht.
Man muß klar sagen: Das war eine Kubicki-Wahl, der nahm sogar den Begriff “sozial-liberal” in den Mund, was Rösler u. Co. als Ausgeburt des Gottseibeiuns erscheint, und die SPD hat einen wirklich schlechten Wahlkampf geführt (“Für unser Lieblingsland” als zentrale Aussage).
Da ich den teilweise “Nicht-”Wahlkampf verfolgt habe, kann ich nur sagen, mich wundert das (bisherige) Ergebnis ganz und garnicht.
Grüße
PS: Aber Hollande scheints geschafft zu haben … ;-)
Ich gehe mal davon aus, dass die FPD in SH nie so schlecht war, wie es die Umfragen suggerierten – denn in SH gibt es halt den Kubicki-Rebell-Bonus. Der hat sich ja schon immer von der BundesFDP versucht abzusetzen, was sich jetzt auszahlt. Wenn der Lindner in NRW das ebenso auf Kosten von Rösler weiter macht, dann könnte es auch dort reichen.
Sozusagen FDP wählen um seinen Frust über die FDP abzulassen.
Neid und Mißgunst.
Mann. Mann. Mann.
In den 80ern sind Marxisten noch nach Nikaragua zum Kaffee-Pflücken geflogen!!! Nun stehen mit Griechenland und Ost-Deutschland 2 wesentlich nähere und komfortablere Regionen zur Verfügung, wo man mit ein wenig ehrlichen Oliven-Pflücken bzw. Hartzen gute Möglichkeiten besitzt, sich dem Aufbau des Sozialismus zur Verfügung zu stellen.
Lustigerweise wird ein Sieg der nicht-Neokonservativen Menschenhasser immer zu einer Verschlechterung der Lage in den entsprechenden Ländern führen. Nicht, weil die bösen linken wirklich was schlimmes anstellen, sondern weil die Mächtigen/das Kapital, das ach so scheue Reh dies nun mal nicht mag. Eine selbsterfüllende Prophezeiung praktisch.
Es würde anders aussehen wenn wir eine zumindest FAIRERE Verteilung von Kapital und somit Macht – z. B. durch wenigstens angemessene Gehälter in Deutschland – hätten.
Ich finde es lustig wie Manche die Tatsache Ingnorieren, dass seit der Krise 2008 die Reichtümer der Reichsten der Reichen noch stärker wuchsen als je zuvor. Da muss man kein böser linker Neider sein um das falsch zu finden, so man gesunden Menschenverstand hat.
Aber ich will doch, dass die “nicht neokonservativen Menschenhasser” an die Regierung kommen.
Ich bin für ein Deutschland in den Grenzen von 1946, d.h. 4 souveräne Deutschlands entlang den Besatzungszonen der Alliierten Mächte! Berlin ginge dabei voll an die Neu SBZ. Nach den folgenden Migrationsströmen hätte die SED in der Neu SBZ eine echte Chance.
http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Deutschland_Besatzungszonen_8_Jun_1947_-_22_Apr_1949.svg&filetimestamp=20100505145822
Hamburg und Bremen an die neue Britische BZ.
Saarland wird per Volksentscheid befragt, ob sie der Neuen Französischen BZ oder der Neuen SBZ beitreten. Die Staaten sind voll souverän, die ehemaligen Befreier (USA, Frankreich, UK) bzw. neuen Unterdrücker (UdSSR) erhalten keine Machtbefugnisse über die neu gebildeten Deutschlands. Wir orientieren uns einfach an den Grenzen. Deutschland ist einfach zu groß und wir sind von unserem Wesen her ohnehin föderal.
“In den 80ern sind Marxisten noch nach Nikaragua zum Kaffee-Pflücken geflogen!!!”
“In den 80ern verdiente Maschmeyer bei Wittschiers Truppe mit dem Verkauf von Lebensversicherungen und anderen Finanzprodukten seine ersten Sporen und Millionen (…) Damals waren die Zeiten wild und die Regeln locker.”
http://www.haz.de/Nachrichten/Politik/Niedersachsen/Carsten-Maschmeyer-und-die-Last-der-wilden-Jahre
Neid und Mißgunst, weil man selbst nur ein kleiner IT-Angestellter geblieben ist?
Jeder kleine IT-Angestellte ist 1000mal mehr Wert als ein Maschmeyer. Und wir sollten eine Welt schaffen in der dies auch eindeutig ist.
Oder wie verstehe ich diesen Kommentar? Ich kann hier manchmal Ironie nicht von Blödsinn unterscheiden.
Ist Gewinn durch kriminelle Machenschaften etwas großartiges? Verlust von Renten von Millionen von Menschen, aber mit einem lachenden “Cleverle”? Ist der dann der Held?
Und zum Link: das Unternehmen ist heute Seriös. Damals wurden Produkte angeboten (s. Link), die einsichtig nicht funktionieren konnten. Keiner hatte es erkannt…Ich erkenne heute dass dies immer noch der Fall ist. Siehe Zeitungsartikel in 30 Jahren.
Zurück zum Thema….
Wir müssen nach dem Ergebnis der Wahlen in SH einige Fragen stellen:
1. Warum haben wir die richtigen Fragen/Zweifel/Vorschläge der “LInke” nicht in die Köpfe der Wähler übertragen können?
2. Warum lassen wir uns von Leuten wie Sasse im SF durch Artikel “Parteien in der Weimarer Republik” von den wirklichen Probleme in Scheindiskussionen verwickeln?
3. Warum versuchen wir mit sachlicher Sprache und sachlichen Argumenten gegen eine Medienlobby mit sicher 100 Mill. € im Rücken anzurennen?
4. Sind blasse Typen als Vorsitzende in der Partei “Die Linke” nicht überfordert?
5. Wir müssen aufhören, die Wähler als “doof” zu bezeichnen, weil sie die finanziellen und wirtschaftlichen Zusammenhänge mit ihren Auswirkungen nur unzureichend erfassen können.
Der Fragenkatalog ist unvollkommen – aber hier sollte die Diskussion ansetzen und hier sind Artikel notwendig Die “vornehme” Zurückhaltung im SF ist Feigheit und ein Mangel an Rückgrat. Wir haben noch eine Woche Zeit bis zur NRW-Wahl und können mit dem “sachlichen” Stil gegen BILD und Konsorten den Einzug der FDP ins Düsseldorfer-Parlament nicht verhindern. Ein “Skandal” um Aufmerksamkeit zu erzeugen ist notwendig – wie auch immer.
Vom Osten lernen, heißt (wahl)siegen lernen! ;-)
Linke Wahlgewinner – CDU verliert vier Landkreise
Aber natürlich sind alle Fragen/Sorgen berechtigt und ich weiß nicht wie lange wir noch etwas von Wahlerfolgen im Osten lesen/hören /sehen können.
@R_Winter
Ich habe mir ähnliche Fragen auch schon gestellt. Wenn z.B. über Forderungen der Linken irgendwo diskutiert wird, kann man oft folgenden Dialog (mehr oder weniger in dieser Form, sehr verkürzt) hören: -Also, was die Linken da sagen, ist absolut richtig.- Ja sicher, dann können die sicher mit Ihrer Stimme rechnen.- Nö, die Linken sind doch nicht wählbar, bei deren Vergangenheit (wahlwiese auch Personal etc).
Entschuldigung, bei solchen Dialogen muss ich sagen: Wähler im allgemeinen und deutsche Wähler im Besonderen sind doof, dass sie die Schweine beissen.
8 % in Schleswig hollstein bei übelster wählerbeteiligung …
Ab wann sind wahlen eigentlich ungülig ?
Im ARD-Weltspiegel hat man (selbstverständlich völlig unkritisch)einen Beitrag gebracht ,in dem französische Millionäre den Untergang Frankreichs heraufbeschworen haben,für den Fall das Hollande zum Präsidenten gewählt wird und beklagen ,das man angesichts von 75% Millionärssteuer(so sie denn kommt)gar nicht weiss ,wie man in Frankreich noch leben soll.Wir werden uns also auf eine Flüchtlingsschwemme und lange Roll-Royce-Schlangen an der Deutsch-Französischen Grenze gefasst machen müssen.Statt auch nur ansatzweise kritisch zu hinterfragen,beteiligt sich der ARD-Korrespondent noch an der Stimmungsmache(genaugenommen hätte man schon bei der Anmoderation kotzen können,angesichts der Tatsache,das man für solchen Propagandaschund noch GEZ-Gebühren zahlt)Glücklichlicher Weise sind die meisten Franzosen nicht so beschränkt wie viele deutsche Wähler,die wie SH zeigt auf medienkampagnen hereinfallen.Na,ja und 40 % ging es sowieso am Arsch vorbei,da werden allerdings auch einige ehemalige Linkenwähler dabei sein,die die ewigen Personaldebatten dort nur noch nerven.
So schnell werdet Ihr die FDP nicht los.
Für den “gefühlten Wahlsieger Kubicki” (Süddeutsche) sieht es, bei Licht betrachtet, deutlich nüchterner aus, als es die Prozente ausdrücken:
Das vorläufige amtliche Endergebnis besagt, daß sich die Zahl der FDP-Wähler mehr als halbiert (!) hat:
Von 239.338 in 2009 auf gerademal 108.902 bei den Zweitstimmen, d. h.: Kräftig abgestürzt ist die FDP auf gut 45,5 % ihrer vorherigen Stimmen, und das macht durchaus Hoffnung. Geholfen hat der FDP leider die ebenfalls drastisch abgestürzte Wahlbeteiligung.
http://www.wahlrecht.de/news/2012/landtagswahl-schleswig-holstein-2012.htm#prognosen-hochrechnungen
Die einzigen, die real Stimmen dazugewonnen haben, sind die “Piraten”, die haben sich quasi vervierfacht..
Was heißt das für NRW? Wer nächsten Sonntag seine Stimme nicht für die FDP abgeben möchte sollte es unbedingt tun, ansonsten sind sie auch dort wieder drin, wenngleich ich nicht glaube, daß die Wahlbeteiligung nochmals derart abstürzt, da sie in NRW schon 2010
bei gerademal 59,3% lag.
Grüße
Kubicki ist nicht gleich FDP. Der will ja sogar den Spitzensteuersatz erhöhen, was ihn zu ner Art Geissler der Partei macht. Und was auch sehr exotisch in dieser Partei ist: Er kommt sympathisch rüber, und ist dazu noch aufmüpfig. Also ich hoffe, für Lindner sieht’s in NRW längst nicht so rosig aus. 6% Prognose lassen hoffen. Es braucht nur etwas weniger, aber hier in Köln ist alles vollplakatiert mit dem Hansel und die Antischulden-Kampagne auf Pump finanziert wird sicherlich bei einigen Gehör finden. Ich schätze, dass Lindner gar von seinem Posten zurückgetreten ist, um hier glaubwürdiger als Spitzenkandidat auftreten zu können. Während Röttgen mit seinem Ministerposten nicht gerade NRW-Engagement versprüht und ja quasi zugegeben hat, nur in NRW zu bleiben, wenn er MP wird.
Diese Meinungsmache-Theorie halte ich aber für zu weit hergeholt, vor allem, wenn echte Beweise oder wenigstens Wistleblower fehlen. Und die müsste es doch geben, wenn da was viel dran wäre. Da verliert ein Chefredakteur mal seinen Sessel und sinnt nach Rache oder ein anderer hat vielleicht nicht mehr lange zu leben und packt aus. Ich nehme an, da werden einfach die “richtigen” Leute in die Chefredakteur-Sessel platziert, und wer diese Leute kennt, weiß, dass man denen schon nach dem Schnabel schreiben muss, wenn man Wert auf den Job legt. Richtig orchestrierten Journalismus fällt doch in jedem Land auf, siehe Ex-Sowjetstaaten. Meinungsmache wird gemacht, aber viel subtiler, sieht man mal von Springerblättern ab, die das aber auch nicht mehr so offensichtlich machen.
Die Linke kriegt natürlich immer was oben drauf, aber die FDP hat man jetzt auch nie mit Samthandschuhen angefasst und prinzipiell kriegen alle was ab, die in der Öffentlichkeit stehen. Wenn Fukushima jetzt wäre, würde man die FDP ignorieren und nur noch darüber berichten, aber da seit Monaten nix los ist, schreibt über die Flaschen, weil die Artikel wohl auch angeklickt werden. Das Rössler kein Charisma besitzt und der Partei nicht den Hauch eines Neuanfangs beschert hat, während Brüderle mehr reißen könnte, ist dann halt mal Thema.
Ich habe zwar die Linke schon gewählt als sie PDS hieß, aber ich sympathisiere auch immer mehr mit den Piraten, weil die linke Ideen umsetzen wollen, ohne dabei diese verbisse Staatsgläubigkeit und den übertrieben Idealismus auszustrahlen. Und ich glaube auch an Schwarmintelligenz und Basisdemokratie. Auch ist der Ruf noch nicht so ruiniert und machen einen eloquenten Eindruck ganz ohne Anzug.
Sie sind wohl die einzige Partei, die den ESM nicht will und damit auch liberale Ziele verfolgt, die eine Mehrheit in diesem Lande für richtig hält. Deutschland kann doch nicht Exporteuropameister bleiben, in dem der deutsche Steuerzahler für die Defizite der Südländer bürgt bzw. denen die Kohle für weitere Importe leiht. Was für ein Schwachsinn. Und der FDP geht es doch vor allem so schlecht, weil sie alles abnicken, was Merkel so macht. Und die Frau hatte nun schon immer ne ganz trübe Glaskugel. Man könnte sagen, ein Händchen dafür, falsche Entscheidungen zu treffen, wenn die Folgen ungewiss sind, siehe Bush.
PS: Wenn der ESM aufgestockt wird, haftet jeder deutsche Arbeitnehmer mit 10.000 Euro für die Pleite-Länder, also viele mit einem Jahresbruttogehalt, und das Geld wird mit Sicherheit abgerufen.
Ehrlich gesagt, hätte ich da lieber ein paar griechische Inseln als Gegenpfand und La Gomera ist eh schon in deutscher Hand. Warum das nicht gleich offiziell machen? Früher wurde um Land Krieg geführt. Jetzt könnte man es doch über Geld machen. Das Wetter hier ist ja auch nicht zum Aushalten.
Wer wirklich mal wissen will, wie es um die europäische Gesamtverschuldung ausschaut, sollte sich diese Sendung mal anschauen: http://www.youtube.com/watch?v=OK2FWvnewJk
Verheugen und Sinn sind sich da doch in vielen Punkten sehr einig und gerade die sind erschreckend. Fazit ist: Für die deutschen Exporte hat die Wirtschaft vor allem nur eines bisher erhalten: Forderungen! Wenn der deutsche Staat den Südländern jetzt das Geld dafür leiht, ihre kurzfristigen Forderungen zu begleichen, fahren die da quasi deutsche Autos für lau. Und ich finde, wenn´s um so viel Geld geht, hört die Freundschaft auf. Die Linke versteht so was nicht.
Als Ausgleich sind die deutschen Arbeitnehmer besser ausgelastet als im Süden, HolladieWaldFee. Der Regierung sind die geschönten Arbeitslosenzahlen natürlich wichtiger als das Thema Gerechtigkeit, aber Fakt ist, ob Sparprogramme oder Inflation, die Deutschen sind in jedem Fall die Gearschten in diesem Spiel und jede Partei macht da mit, als gäbe es nichts schöneres.
Abwarten. Eine F.D.P.-Wahlniederlage mit 4.9% macht doch erst so richtig Freude.
Ist der Wahlkampfkredit von Hoffnungsträger Lindner eigentlich von der KfW? Dieser Überflieger soll ja beste Geschäftsbeziehungen zum Hause haben.
Anschaulicher als der gute Postillon kann man es eigentlich kaum formulieren:
http://www.der-postillon.com/2012/05/schleswig-holsteiner-stellen-mit.html
Einige stellen hier in Frage, ob es systematische Medienkampagnen, gibt, die bspw. die FDP unterstützen sollen. Es wird aufgeführt, dass insbesondere die Haltung der Partei in Sachen Schlecker-Mitarbeiterauffamggesellschaft das Wahlvolk nachhaltig beeindruckt hat. Das ist absurd. Keiner wird dies zur Gelegenheit nehmen zu sagen, “das ist eine gute Politik, daher FDP.”
Das konzertierte Medienkampagnen sowohl national als auch international erfolgreich durchgezogen werden halte ich für absolut nachweisbar. Als Beispiel soll hier der Georgische Krieg vom August 2008 dienen. Die ersten Stunden war die globale Berichterstattung tadellos, mit dem Tenor, “wir wissen nicht besonders viel, die Georgier haben offensichtlich angegriffen und wollten hier möglicherweise im Nachrichtenschatten der olympischen Spiele vorgehen.” Nach ziemlich genau – waren es 10 oder 15 Stunden – wechselte der Tenor ins absolute Gegenteil. Innerhalb einer Stunde oder sowas, hatte der Guardian, seinerzeit noch mit Nachruhm wegen seiner konsequenten Anti-Irak-Krieg Haltung, in seiner Sektion Comment is Free drei Artikel zum Thema blutrünstige Russen aufgereiht. Bei zeit.de, dem SPON für Pseudointelektuelle, hatte Josef Joffe ebenso bereits seine Schmierereien abgeliefert. SPON selbst war da bereits im vollen Kampagnenmodus. SPN scheint hier das deutsche Leitmedium zu sein und hat sich auch kürzlich in der Tymoshenko- Sache wieder hervorragend hervorgetan. Als die Sache bereits ausgelutscht und ausgestanden schien kamen die immer noch mit dem Aufmacher, der Topmeldung ganz oben “Lahm kritisiert Ukraine” daher, und der Fußballer schaute da of dem großen Bild ganz ernst drein.
Ich habe nicht den geringsten Zweifel, das Medien quasi auftragsmässig Propagandakampagnen abarbeiten und dies national und international koordiniert wird. Wie der Prozess genau abläuft, das ist mir noch etwas unklar.
Gerne erinnere ich mich bspw. auch noch an den Moment als ichvopr Jahren mit meinem jüdischen Freund – ja, auch ich habe Freunde – zusammensass und wir auf den US Wahlkampf zu sprechen kamen. Er meinte “es schaut so aus, als lassen sie den Obama jetzt doch Präsident werden”. Auch ich hatte in jenen Tagen subtile Änderungen in der Berichterstattung wahrgenommen.
In der jetzige Sache mit der FDP ist auch interessant, wie Politik voll und ganz keine rolle mehr spielt und die Sache ganz auf “sympathische Stars”, die zu diesem Zweck künstlich generiert werden, reduziert wird.
@OAlexander (der Rote)
Dein Kommentar ist wie immer fundiert und pointiert. Auf NDS steht heute ein wichtiger Punkt, der zeigt, wie die Unabhängigkeit der Öffentlichrechtlichen durch selbständige Moderatoren (mit eigener Produktionsfirma und damit zwangsläufig verflochtenen Partikularinteressen; die haben ja auch Zulieferer und Connections) ausgehebelt wird:
“Seit die vormals festangestellten/freiberuflichen und bereits zu dieser Zeit sehr gut bezahlten Moderatoren der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten selbst als Produzenten mit eigener Firma und damit als Unternehmer handeln, darf man bei diesen Sendungen mit Fug und Recht von einem Unternehmerfernsehen sprechen. Maischberger, Plasberg und Will sind Kleinunternehmer wohingegen Christiansen und Jauch mittelständische Unternehmer sind:
■Maischberger (Vincent TV GmbH (ca. 0,5 Mio Bilanzsumme 2010)
■Plasberg (Ansager & Schnipselmann GmbH & Co KG ca. 1,0 Mio € Bilanzsumme 2010)
■Will (Will Media GmbH ca. 1,4 Mio € Bilanzsumme 2010)
■Christiansen (TV 21 GmbH ca. 4,8 Mio € Bilanzsumme 2010)
■Jauch (I & U Information und Unterhaltung TV Produktion GmbH & Co. KG ca. 9,9 Mio € Bilanzsumme 2010, Jahresumsatz ca. 39,7 Mio € in 2010). Aus der Bilanz 2010: “… Im Jahresdurchschnitt [2010] standen 82 Angestellte in einem festen Anstellungsverhältnis. Daneben wurden durchschnittlich 65 Aushilfen beschäftigt. … “