Die Angst der Eliten vor dem Volk
geschrieben am 08. Mai 2012 von Spiegelfechter
Wie eigentlich kaum anders zu erwarten, hat das Gros der deutschen Medien mit hysterischer Schnappatmung auf den Linksrutsch in Frankreich und Griechenland reagiert. Anstatt das Votum des Volkes zu akzeptieren und zu respektieren, verweist die deutsche Presselandschaft lieber mit gespielter Distanziertheit auf die vermeintliche Reaktion der Finanzmärkte und prophezeit der Eurozone eine „Vertrauenskrise“. Freilich ist dabei nicht das Vertrauen der Bürger, sondern das Vertrauen der Finanzspekulanten gemeint. Die Bürger vertrauen nämlich längst nicht mehr darauf, dass die Politik ihre Interessen vertritt. Da stellt sich unweigerlich die Frage, ob Medien, die ganz offen die Interessen der Eliten und der Finanzlobby über die Interessen des Volkes stellen, überhaupt noch der freiheitlich demokratischen Grundordnung entsprechen.
Wer die Berichterstattung der Mainstream-Medien verfolgt, muss unweigerlich zu dem Schluss kommen, dass die Reaktionen der Finanzmärkte als objektiver Gradmesser für die Wahlergebnisse in Frankreich und Griechenland herangezogen werden können. Die Süddeutsche Zeitung interpretiert den Kursrückgang des Euros zum Dollar in Höhe von einem Cent als „Rückkehr der Furcht“ und macht eine „Vertrauenskrise“ aus. Dies ist eine eigenwillige Interpretation, wenn man bedankt, dass der Euro bei seiner Einführung mehr als 40 Cent unter dem heutigen „Furchtkurs“ bewertet wurde. Der einst stolze SPIEGEL beklagt über sein Onlineportal „die Unsicherheit nach den Wahlen in Frankreich und Griechenland“ und die „Furcht vor einem lang anhaltenden politischen Chaos“. Im gleichen pessimistischen Grundton orakelt die WELT, dass „die Wahlergebnisse in Frankreich und Griechenland die Angst der Anleger vor einem Ende der Sparpolitik [schüren würden]“. Wie kaum anders zu erwarten sorgt sich auch die BILD um „unsere Ersparnisse“, die durch die Wahlen, bei denen „Chaos über Vernunft [siegte]“ nun mehr denn je gefährdet sind.
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Der Kanton Tessin – jetzt auch schon deutsches Prektorat?
Korrektur: Protektorat
Vom Protektorat zum Prekariat ist es nur ein kleiner Schritt…
http://www.markiteconomics.com/MarkitFiles/Pages/ViewPressRelease.aspx?ID=9526
Vielleicht, ist das der wahre Grund?
Bei den wahren Gründen kommt es immer auf DIE Wahrheit und deren Quellen an.
Was habe ich falsch gemacht?
Traust Du http://www.markiteconomics.com nicht, Elster?
Du hast mich nicht oder falsch verstanden.
Wahrheit ist die Erfindung eines Lügners.
Was nützen die Fakten, wenn die “Qualitätsmedien” IHRE Wahrheit bereits kennen und nur noch Bestätigungen zu DER Wahrheit für ihre Klientel nachliefern? DIE große Wahrheit für die BILD&Co-Leser ist nun mal, dass das alle Geld von allmächtigen “Investoren” und “Finazmähkten” kommt. Und wie es seit Menschengedenken bekannt ist, die mächtigen Geister sind zu besänftigen, am besten durch Opfer. Sonst sind die Geister einmal erbost und so bleibt uns das ganze Geld weg – Weltuntergang!
So ist es nun mal mit der Wahrheit und wahren Gründen für dies und jenes.
In der Süddeutschen entblödet sich Christiane Schlötzer nicht, im Artikel “Der Wutfänger von Athen” folgenden Satz abzusondern.
“Der Syriza-Chef pflegt selbst auch das Ressentiment. In der Wahlnacht verkündete er, die deutsche Kanzlerin müsse nun verstehen, “dass das Sparprogramm eine erschütternde Niederlage erlitten hat”. Seine Anhänger jubelten.”
Welches Ressentiment meint die bloß?
@Spiegelfechter
Den StoiBär mit dem Bert Brecht in einem Satz und Kontext zu nennen ist schon ein starkes Stück, welches womöglich besser in das Satiremagazin TITANIC passt.
P.S.: Das kommt m.E. der “Wahrheit” näher.
Bertolt Brecht
;-)
Kälbermarsch (1944)
Hinter der Trommel her
Trotten dir Kälber
Das Fell für die Trommel
Liefern sie selber.
Der Metzger ruft. Die Augen fest geschlossen
Das Kalb marschiert mit ruhig festem Tritt.
Die Kälber, deren Blut im Schlachthof schon geflossen
Sie ziehn im Geist in seinen Reihen mit.
Sie heben die Hände hoch
Sie zeigen sie her
Sie sind schon blutgefleckt
Und sind noch leer.
Der Metzger ruft. Die Augen fest geschlossen
Das Kalb marschiert mit ruhig festem Tritt.
Die Kälber, deren Blut im Schlachthof schon geflossen
Sie ziehn im Geist in seinen Reihen mit.
Sie tragen ein Kreuz voran
Auf blutroten Flaggen
Das hat für den armen Mann
Einen großen Haken.
Der Metzger ruft. Die Augen fest geschlossen
Das Kalb marschiert mit ruhig festem Tritt.
Die Kälber, deren Blut im Schlachthof schon geflossen
Sie ziehn im Geist in seinen Reihen mit.
Bert Brecht (1944)
Nicht so viel philosophieren,zitieren, filibustern, …, sondern hier mit marschieren/unterschreiben:
Europa neu begründen!
Den Marsch in den Ruin stoppen! Die Krise durch Solidarität und Demokratie bewältigen!
Die Liste der Unterzeichner lässt mich erschauern, es sind die selben, die dazu beigetragen haben das diese Krise erst entstehen konnte? Jetzt kommen sie wieder ans Licht, was vorher als Alternativlos beworben wurde durch die z.B. DGB Spitze, soll jetzt mit einer EU Finanztransaktionssteuer und etwas nationalem Blub wie Tarif oder sozialen Errungenschaften usw. behoben werden?, lächerlich und unglaubwürdig denn der enteignenden Charakter der Agenda 2010 war für jeden ersichtlich und die Folgen auch durch die Unternehmenssteuerform 2001 getragen, wurden ganz klar die Nutznießer in der Finanzindustrie und Global beim Namen genannt und durch die geschaffenen Gesetze, sogar imstande waren nicht nur Unternehmen zu zerlegen, oder die vom Volk bezahlte und geschaffene Infrastruktur zu zerschlagen, das Volk und die Gesellschaft wurden als Ganzes dem Mammon geopfert, die Instrumente zur Behebung müssen ebenso Wirksam sein und nicht nur Europäisch sondern International ausgelegt, damit sie auch Global wirksam werden.
Frieden und Freiheit die als Ideal in einem vereinten Europa zur Einigung führten und dessen Legitimation auch durch die Bürger in Europa getragen, wurden durch die Interessen weniger Zerstört und darauf folgt die Ablehnung! Dieses Europa braucht kein Mensch. Es stimmt etwas Wesentliches nicht und das wird sich nicht ändern, solange man versucht die Symptome zu lindern.
Aber bevor nix passiert, der Fiskalpakt samt ESM muss weg und dann die verantwortlichen Politiker oder Umgekehrt..!
“Die Liste der Unterzeichner lässt mich erschauern, es sind die selben, die dazu beigetragen haben das diese Krise erst entstehen konnte?”
So weit, so (er)schauerlich, doch sollten wir nicht auch auch denen ein wenig Erkenntnisgewinn zubilligen? Übrigens, Hickel gehört doch wohl nicht zu den hier gebrandmarkten lächerlich Unglaubwürdigen.
Aber ich möchte hier kein neues Fass aufmachen, sondern nur noch darauf hinweisen, dass Verfassungsklagen gegen Fiskalpakt und ESM bei Verabschiedung durch den Bundestag sicher sind.
Ein schwacher Trost, denn es wäre ja besser, wenn der Bundestag diesem Vertrag erst gar nicht zustimmt,
aber SPD und Grüne …! :-(
Ich wusste gar nicht, dass Brecht den Kälbermarsch erst 1944 geschrieben hat.
War wohl doch ganz passend, dass ich damals in der Schule darüber diskutieren wollte, warum Kälber Hände haben.
Tolles Fundstück, Heldentasse!! Das ‘Kometenschweif’-Zitat ist einer der klügsten Kommentare zur gegenwärtigen Krise, die ich bislang gelesen habe. Wo genau ist das bitte her?
@Spiegelfechter
Du zitierst den ehemaligen FAZ-Herausgeber Paul Sehte (1965): „Pressefreiheit ist die Freiheit von 200 reichen Leuten, ihre Meinung zu verbreiten.“
Eckart Spoo ergänzt dieses Sethe-Zitat in dem NRhZ-Beitrag “Medienmonopole – eine Gefahr für die Demokratie” wie folgt:
“Paul Sethes anfangs zitierte Äußerung ist dahingehend zu aktualisieren, daß der weitaus größte Teil der deutschen Presse heute in der Hand von nicht mehr als zehn Konzernen ist (Bauer, Bertelsmann, Burda, DuMont, Holtzbrinck, Ippen, Madsack, Springer, Stuttgarter Zeitungsverlag und WAZ).”
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=12411
Es ist schon etwas länger her, leider finde ich die Karikatur nicht online, auf der ein Schachbrett mit Figuren abgbildet war. Der Text, wenn ich mich richtig erinnere – Scheiss Spiel – nur Bauern und Springer!
Die Schere im Kopf vieler, die sich Journalisten nennen, ist das Problem. Radfahren ist eben in, nach unten treten und oben buckeln.
Übrigens erwarte ich irgendwann (vieleicht noch zu meiner Lebzeit) nach dem Motto, je Höher desto Platsch, das entsprechende “Geräusch”.
Sowas nenne ich Medienvielfalt! In Australien gibt es Fairfax mit den zwei seriösen Zeitungen in Sydney und Melbourne und Seven West Media mit einer konservativen Zeitung in Perth. Der Rest gehört Murdoch, inklusive aller Boulevardzeitungen (“Tabloids”) in allen Städten. Seven West gehört auch einer der drei großen privaten Fernsehsender.
Nun gut, in Frankreich ist Hollande Präsident. Warum die gleichgeschaltete deutsche Presse orakelt, daß es nun abwärts gehen werde mit Europa, das erschließt sich mir allerdings nicht. Denn es wird sich an Frankreichs Politik praktisch nichts ändern. Die Politiker sind doch austauschbar. Der Spardruck wird bleiben, und Hollande wird genau da weitermachen, wo Sarkozy aufgehört hat. Das haben allerdings die Anhänger der französischen Sozialisten auch noch nicht verstanden. Anders kann ich mir den Jubel am Wahlabend nicht erklären. Glauben sie wirklich, daß mit einem Wechsel an der Spitze des Staates irgendetwas besser wird? Angenommen Hollande schraubt die Neuverschuldung nach oben: Wielange wird es dauern, bis die Ratingagenturen die Daumen senken? Und wielange wird es danach dauern, bis Hollande ein hartes Sparprogramm auflegt? Auch die Franzosen können es drehen und wenden, wie sie wollen. Grundsätzlich wird nichts mehr besser.
Heute morgen “begrüßten” mich gleich mal etliche neo-liberale Pamphlete in der Lokalzeitung. Auf Seite 2 – zum Einstieg – ein absolut absurder Kommentar vom Lobbyisten Lüder Gerken. (http://www.lr-online.de/meinungen/Der-Schluessel-zur-Euro-Rettung-liegt-jetzt-in-Paris;art1066,3787595)
Und eine halbe Seite nebenan wird Hobby-Choleriker Baring ein bemerkenswert unkritisches Geburtstagsständchen geschrieben.
Als Bonus kamen dann noch diverse Vorwürfe von Schäuble, Merkel und Junker in Richtung Hollande. Fehlt nur noch der Gauckler.
Anstrengender Scheiß…
Dieses Käseblatt hieß früher schon “Lügenrudi”…
Dieses Blatt gehört dem Holtzbrink Konzern, wie so viele Tageszeitungen in “Ostdeutschland”.
……es wird uns nicht erspart bleiben:
….wir brauchen eine Revolution, die alles durcheinandermengt……und sie muss für die sogenannten Eliten sehr blutig ausgehen….
@ rainer meint:
“….wir brauchen eine Revolution, die alles durcheinandermengt……und sie muss für die sogenannten Eliten sehr blutig ausgehen….”
rainer, Sie wünschen sich doch wohl nicht einen blutigen Bürgerkrieg?
Das Volk soll sich bewaffnen, Blut soll fließen?
Ich habe gar keine Waffen im Hause und gedenke auch nicht, an einem blutigen Gemetzel teilzunehmen.
In diesem Artikel ist der Spiegelfechter erkennbar.
Nein, es stellt sich nicht die obige Frage. Jeder der über den Tellerrand schauen kann weiß, dass diese Regierung und die SPD/Grünen nur noch Marionetten der Finanzindustrie sind.
Die Medien in Deutschland sind in der Mehrzahl nicht mehr demokratiekonform.
Sie verletzen durch ihre einseitige Darstellung ihre Aufgabe für die Gesellschaft massiv. Gerade heute habe ich in der Zeit ein Erlebnis. Ich hatte meine Ansicht über die westlichen Machenschaften in Syrien dargestellt, also daß die Aufstände durch westliche Agenten proviziert werden und wurde prompt zensiert, d.h. mein Betrag wurde entfernt.
Ähnliches gilt auch, wenn man den Mainstream über die neoliberale Wirtschaft verletzt. Die meisten Menschen glauben die medialen Fehlinformationen. Aber was viel schlimmer ist, sie lehnen kategorisch alle anderen Meinung in oft aggressiver Form ab. Aber nur durch diese eindimensionale Vorstellung der Welt sind die Mächtigen in der Lage, ihre Ansichten durchzusetzen.
Immerhin kann das im ÖR noch gesagt werden. So der ehemalige VW-Manger Daniel Goudevert, sinngemäß: Machen wir uns doch nichts vor. Die Wirtschaft entscheidet, nicht die Politik.
Juli Zeh hat dem widersprochen. Die Krise ist das Ergebnis falscher Politik und diese kann auch geändert werden. Diese Haltung ist mir sympathischer als fatalistische Klagen. Mühen der Ebene, wie aeroween das weiter unten nennt.
“Da stellt sich unweigerlich die Frage, ob Medien, die ganz offen die Interessen der Eliten und der Finanzlobby über die Interessen des Volkes stellen, überhaupt noch der freiheitlich demokratischen Grundordnung entsprechen. ”
Im Ernst, das ist gut gemeint aber übers Ziel hinaus geschossen. Warum sollte ein Medienerzeugnis nicht offen Partikular-Interessen unterstützen dürfen. Das nennt man Pressefreiheit, erinnerst Du Dich? Oder glaubst Du man sollte eine Art ‘Gemeinwohlquotient’ implementieren, der es erlauben würde ‘gute’ von ‘schlechten’ (und damit vielleicht sogar unerlaubten?) Medien zu unterscheiden? Bitte nicht das Kind mit dem Bade ausschütten!
Falsch. Ein auf Nachrichten und gesellschaftspolitische Informationen ausgerichtetes Medienerzeugnis, gleich ob Print oder TV, hat möglichst wertfrei, kritisch und, soweit möglich, objektiv zu berichten. Es sei denn, ein Artikel ist eindeutig als Kommentar gekennzeichnet. Aber diese einfachen Richtlinien des Journalismus sind ohnehin längst passé, mehr noch, heute werden die Medien für gezielt gesteuerte Kampagnen irgendwelcher, im Hintergrund agierender Lobbyverbände und zur Manipulation genutzt, mal mehr, mal weniger subtil. Es sind gerade die subtilen Manipulationsversuche, welche die Einheitsjournaille so gefährlich macht. Da ist der blöde Hau-Drauf Stil der Bild vergleichsweise harmlos.
“öffentlich rechtlich” ist so eine Kennzeichnung. “Zeit”, “Bild” und “Spiegel” sind es auch.
Du forderst, dass irgendwer (wer soll das sein?) die Menschen vor ihrer Doofheit schützt.
Nein, ich fordere, dass die Journalisten ihre Arbeit halbwegs richtig machen. Das allein wäre schon ein großer Schritt. Die Zeit und der Spiegel definieren sich eindeutig als Nachrichtenmagazin. Damit geht man gewisse Verpflichtungen ein, was die Objektivität und Qualität der abgelieferten Artikel angeht. Aber es schert sich ja niemand mehr darum, im Gegenteil.
und Du entscheidest, was richtig und falsch ist. In diesem funktionierenden Land, dieser Bundesrepublik. Da müssen einfach mal so ein paar Große Ideen umgesetzt werden. Und dann ist Wende und alle lachen immer und reißen ständig Witze. Ich hab gute Tage, ich hab schlechte Tage, ich hab bessere Tage. Und mir gehen täglich viele Dinge auf den Sack. Ich gehe manchmal anderen auf den Sack. Aber ich weiß, dass das weltweit so ist.
@lemmy caution:
Ich entscheide, was richtig und was falsch ist? Mit deinem Textverständnis ist es auch nicht so weit her, oder? Auch sonst werde ich aus dem, was du geschrieben hast, nicht so recht schlau.
Wer entscheidet, was richtig ist? Wenn du es nicht bist, wer ist es denn dann?
Am Besten machen das Experten, also Journalisten.
@Lohengrin:
Es geht um eine Presse, die ihren selbst gesteckten Ansprüchen genügt. Ich brauche keinen Kampagnenjournalismus, keine medial inszenierten Manipulationen, keine von Lobbyverbänden bezahlten Auftragsschreiberlinge. Was ist so falsch daran? Der Begriff des Journalismus impliziert einen Qualitätsbegriff, der nicht einfach mit “richtig” oder “falsch” beschrieben werden kann. Um nochmal auf dein erstes Posting einzugehen: ich fordere nicht, dass _irgendwer_ die Menschen vor ihrer “Doofheit” schützt, sondern das es die Medien, also die Journalisten selbst, tun. Denn das ist ihre Aufgabe: Aufklären, kritisch hinterfragen, möglichst objektiv berichten. Deshalb wird der Journalismus auch hin und wieder als vierte Gewalt bezeichnet. Statt dessen machen die Medien zu großen Teilen gemeinsame Sache mit den Irreführern, den Lügnern und Wahrheitsverdrehern, vor allem, wenn es um wirtschaftspolitische Themen geht.
Kampagnen können auch mit der Thematisierung irgendwelcher Interviews irgendwelcher ehemaligen Funktionären losgetreten werden.
Roman Herzog sieht jetzt die Demokratie in Gefahr. Deshalb fordert er eine Erhöhung der Fünf-Prozent-Hürde. Weil es immer mehr kleinere Parteien gebe…
http://www.wirtschaft.com/20120512-altbundespraesident-herzog-fuer-reform-des-wahlrechts-20100
Versuch mal irgendwo objektiv zu bleiben. Du kriegst sehr schnell Ärger, und dann bist du deinen Job los. Warum sollte das bei Journalisten anders sein?
Es hilft auch nicht, von “vierter Gewalt” zu sprechen. Das ist wie die Kostümierung in der katholischen Kirche. Das alte Problem bleibt.
Statt das Problem zu verschleiern oder von Journalisten zu fordern, dass für sie das Problem nicht gälte, damit sie den Heiligenschein verdienen, erkenne ich an, dass Journalisten auch nur Menschen sind.
Es hilft nur Meinungsäußerungsfreiheit und zwar radikal und eine sehr gute Allgemeinbildung der Menschen, insbesondere über die Funktionsweise von Propaganda.
Aber das dürfen weder Jounalisten noch Lehrer fordern, weil sie dann ihren Job verlieren.
@der Herr Karl:
An dem von dir verlinkten Artikel ist nichts auszusetzen. Es geht nicht darum, ob ein Artikel eine Kampagne lostreten kann. Das kann bei entsprechender Brisanz des Themas immer geschehen. Irgendwie versteht mich hier niemand. :)
Es geht darum, ob ein Artikel, “getarnt” als Nachricht, scheinbar objektiv, jedoch bewusst irreführend geschrieben wurde, um die Meinung der Leser im Sinne einer hinter dem Artikel _nicht erkennbaren_ Interessenvertretung zu beeinflussen. Der Artikel der “Wirtschaft” schafft durch Verwendung des Konjunktivs …
… einen ausreichenden Abstand zum Thema. Es ist an mehreren Stellen des Textes klar erkennbar, dass es sich um die Meinung Herzogs handelt.
@Andreas
Mit geht es um den zusätzlichen Faktor “Gewichtung”.
Man lässt eine inzwischen eher unbedeutend gewordene Person zu einem Thema zu Wort kommen. Streicht dann seine Forderung (in diesem Fall die Erhöhung der Fünf-Prozent-Hürde) in einem Artikel heraus. In einem zweiten Schritt greift dann ein amtierender und einflussreicher Politiker dieses Thema wohlwollend auf und nach wenigen Tagen finden diese Idee auch die SPD und einige der Grünen gut; Bild und Spiegel blasen ins gleiche Horn und kurze Zeit später ist die Hürde auf 10 % – mit weitreichenden Folgen.
@Rastar
Widerspruch.
“Pressefreiheit” hieß noch nie, seit es den Begriff gibt,
“offen Partikular-Interessen unterstützen (zu) dürfen” – zweifellos wurden solche immer schon unter ihrem Deckmantel verfolgt, aber das ist etwas anderes. Wenn, um 2 bekannte Beispiele zu nennen, BILD mit der Allianz eine Kampagne reitet, in der die gesetzliche Rente schlechtgeredet, und private Altervorsorge völlig neben der Realität als das allein seligmachende Vorsorgemodell gepriesen wird, ist das Werbung pur, “Public Relation”, perfide getarnt als aufklärender Journalismus, und der Kölner Stadtanzeiger, Springer, der Schleswig-Holsteinische Zeitungsverlag und die ARD mit Jauch und Co., die uns mit ständiger FDP-Werbung zupflastern, machen nichts anderes als Werbung für eine bestimmte Partei in 2 Wahlkämpfen.
Im Gegenteil: “Pressefreiheit” hatte immer mit Aufklärung des Bürgers zu tun, mit “den Mächtigen ohne Ansehen der Person auf die Finger schauen”, nicht grundlos hieß die Presse mal die “vierte Gewalt”.
Was aber, wenn die Medien dieser Verpflichtung nicht mehr nachkommen? Wer macht es dann? Demokratische Gesellschaften bekommen nicht nur ohne sog. “freie Presse” ein Problem, auch, wenn diese “freie Presse” FREIWILLIG(!) ihrer Aufklärungsverpflichtung nicht mehr nachkommt, und das geht schlecht, wenn sie mit den wirtschaftlich und politisch Mächtigen im Bett liegt. Langffristig ist die Demokratie in Gefahr, oder worüber schreiben sich u. a. NDS, SF, andere Blogger und – vergessen wir sie nicht – ein paar altmodische Journaliste, die mit dem Begriff “Berufsethos” noch etwas anfangen können, die Finger wund?
Übrigens: Die kritische Formulierung
“Da stellt sich unweigerlich die Frage, ob Medien, die ganz offen die Interessen der Eliten und der Finanzlobby über die Interessen des Volkes stellen, überhaupt noch der freiheitlich demokratischen Grundordnung entsprechen. ”
fällt im Gegensatz zu Public-Relation-Texten absolut unter den Begriff “Pressefreiheit”, um solche Kritik zu ermöglichen und abzusichern ist sie in einem demokratisch-freiheitlichen Gemeinwesen nämlich da. ;-)
während z. B. dumpfe Parteiwerbung für die FDP “nur” unter die “Meinungsfreiheit” des Verlegers fällt, somit also auch nicht verboten ist, sondern lediglich unappetitlich.
Ich weiß, mit dieser Überzeugung bin ich absolut altmodisch. ;-)
Grüße
Herr Berger,
also ich weiß nicht recht, was ich von der Überschrift/dem Titel :
“Die Angst der Eliten vor dem Volk” halten soll.
Bei einer Angst der Eliten vor dem Volk, würde ich doch annehmen, dass diese Eliten das Volk als Souverän einordnen. Wenn nicht, wäre die Angst doch völlig unbegründet. ;-)
Ich kann nur noch sagen, dass mir zu zeiten schwindlig und übel wird.
Regelmäßig versucht der natürliche Zwang zur Verdrängung mir schöne Welt vor zu gauckeln und dann kommen die Nachdenkseiten und hohlen mich auf den Boden der Tatsachen zurück.
guter artikel!
hier wird schön zusammenfassend dargestellt, wer oder was “die märkte”, die ja nicht verunsichert werden dürfen, eigentlich sind: http://www.mmnews.de/index.php/wirtschaft/9999-city-of-london-der-maechtigste-staat-der-welt?
@ Hiramas meint:
“…und dann kommen die Nachdenkseiten und hohlen mich auf den Boden der Tatsachen zurück.”
Hiramas, die Lektüre der Nachdenkseiten, ersetzt natürlich nicht den Gang unters Volk, um sich einen persönlichen Eindruck zu verschaffen. ;-)
Den Gang unters Volk hab ich mit Absicht nicht erwähnt. Zu Grausam.
wann haben jemals die nationalen Ideologieproduzenten andere Interessen vertreten als die der jeweils nationalen kapitalistischen Eliten? Die deutschen Medien vertreten eben wie die deutsche Politik eben die Interessen dieser Eliten, die ihre hegemoniale Stellung in Europa halten und ausbauen wollen. In diesem Sinne sind sie nur demokratisch in dem Sinn egewesen, wie das heute wie gerufen in diesem JW Artikel definiert wurde. ‘Demokratisch’ wie es aus der perspektive der Herrschenden verstanden wird, nicht der Beherrschten.
“Die parlamentarische Demokratie bzw. die demokratische Republik war nicht nur die »denkbar beste Hülle des Kapitalismus«, nachdem das Kapital von dieser Hülle »Besitz ergriffen hat« (LW 25, S. 405) im Sinne einer Tarnung einer Minderheitenherrschaft als Mehrheitsherrschaft. Sie stellte ebenfalls ihre Funktion als ein flexibler Mechanismus zur Regulierung der Klassenbeziehungen, zur Befriedung politischer Konflikte unter der Hegemonie des Kapitals und zur Umwandlung von Widerstand in Zustimmung unter Beweis (Agnoli, Abendroth, Marcuse). Von besonderer Bedeutung für das Verständnis dieses Integrationsmechanismus war, daß die Entwicklung politischer und gewerkschaftlicher Organisationen der Arbeiterklasse unweigerlich mit der Herausbildung einer Sozialschicht einhergeht, deren Interessen sich mit denen des Kapitals verbinden. Daraus resultieren Opportunismus in der Politik bzw. Anpassung an die Politik der herrschenden Klasse.”
http://www.jungewelt.de/2012/05-08/011.php
Diese Entwicklung erscheint systemimmanent und bedeutet das Endstadium der Demokratie vor ihrer offenen Transformation in eine totalitäre Herrschaftsform. Es sei denn es gelingt der lange überfällige Reboot. So nennt man das ja, seit die gesellschaftspolitische Hoffnung im Ländle sich allein noch auf die IT-Szene projiziert.
oh, bitte keinen reboot. dann wird das gleiche system hochgefahren. was helfen könnte, wäre ein low level format mit anschließender installation eines freien systems.
Eines der wichtigsten Instrumente des 21.Jahrhunderts ist nicht in der politischen Autorität einer Person oder Gruppe zu finden, sondern in einer nach militärischen Vorbild flächenübergreifenden Streuung gesteuerter Gerüchte- Halbwahrheiten und Meinungen um im feindlichen Gebiet die gewünschte Destabilisierung einleiten zu können. Es gibt tausend und abertausende Vorfälle die mal so plump und mal so billig daherkommen, aber auch subtilere, die dann, wenn sie enttarnt wurden, ohnehin ihr Ziel schon erreicht haben (siehe angeblich Mobile Abschussbasen vor dem Irakkrieg).
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Die Angst weniger vor dem Verlust von Macht- Einfluss und Prestige, gab es immer. Waren die Mittel zu deren Erhaltung einst Mord und Todschlag, wurden sie heut von breitgestreuter Meinungsindoktrination im Zeitalter von TV-Internet und Vernetzung vervollkommnet. Wer seinem Tagewerk nachgeht dem fehlt die Kraft die Informationen hinter den Nachrichten zu recherchieren und wer sich aufmacht um Wachzurütteln, den treibt das perfide System in die rechte Ecke und er ist erledigt.
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Die aktuellen Wahlen hüben wie drüben werden ein kommendes Imperium, erst das europäische danach das globale, weiter und schneller vorantreiben als Ihr es jetzt erkennen wollt. Macht Euch die ergebnislosen Milliardensummen vergangen irriger Buchstabenfolgen um EFSM und EFSF und ESM und EZB … noch einmal bewusst und hört, was die „Neuen“ propagieren: Wachstum muss her!
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Ja klar… richtig, Wachstum! Noch mehr Milliarden also, deren Bürgschaften für ein erhofftes Gesunden einer bis über zehn Ohren verschuldeten Union den derzeit zum Stillstand gekommenen Finanztransfer von Unten nach Oben noch intensiver beschleunigen soll wie die alten Pläne. Das Ziel ist eine vollkommende Währungsdestabilisierung von Staaten um dann, wenn es kein Licht am Horizont mehr gibt, den für alle nur noch logischen einzig und vernünftigen Schritt in jenes globale Zahlungsmittel zu offerieren.
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susi
Wow! Habe ich was verpasst?
Als Bibelmaus sollten sie diese Worte kennen: “verkaufe all deinen Besitz und verteile es unter den Armen”
Das wäre denn eine Umverteilung von oben nach unten. Hat es aber nie gegeben. Gehen Sie doch einmal mit gutem Beispiel voran. Suchen Sie in ihrem Wohnort dann die Tafel auf und verteilen an diese Menschen den Erlös. Wer Menschen zumutet, Lebensmittelreste durch die Tafeln zu benötigen, verstößt gegen Artikel 20 (1) denn das IST unsozial. Unchristlich ebenfalls, Sie sind doch angeblich so “Christlich”. Auf gehts! Ihr Einsatz wird dann sicher lobend in der Presse erwähnt. Dann können alle Forumsteilnehmer die Stärke ihres Christentums erkennen.
Gerade weil nicht eine der monotheistischen Religionen sich an die Ringparabel hält, bin ich in keiner Religion Mitglied.
Da Sie ja durchaus lesen können, als Bibelmaus, empfehle ich einmal das Grundgesetz zu lesen. Besonders Artikel 14 (2) und eben den bereits genannten Artikel 20.
Wäre doch interessant, wenn alle vorgeblich bibeltreue und gläubige Menschen einmal die Worte Jesus ernst nehmen würden und wirklich ihren Besitz verkaufen und die Opfer der bestehenden sozialen Ungerechtigkeit zu unterstützen.
@ unbequemer,
in Anlehnung an Ihren Kommentar, könnte man ja glatt auf die Idee kommen, dass “bibeltreue Menschen” , “gläubige Menschen” oder “christliche Menschen” , zwingend notwendig bettelarme bzw. besitzlose Menschen sein müssen. ;-)
Ja, ihrer ist dann doch das Himmelreich. So steht es doch geschrieben, in der Bibel. Ach, die geistig Armen, da könnten dann vielleicht einige doch das “Glück” haben. Ein schwacher Trost für Susi?
Wer sich also als Bibelmaus bezeichnet, sollte sich dann auch an die “Regeln” halten. “Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr …” die Aussage müsste ihr ebenfalls geläufig sein.
Da müssten die Christen schon Bettelmönch werden und von den milden Gaben der Ungläubigen leben. DAS wäre mal eine Vorbildfunktion im Sinne der Ringparabel um als “bessere Religion” angesehen zu werden.
Wenn Sie eine “Ringparabel” zitieren, denke ich eher an Lessings “Nathan, der Weise”. Dieser ist mir hier auch lieber, als die Forderung zu erheben, Christen müssten alle Bettelmönche werden, um als (“glaubhafte”) Vorbilder für eine “bessere” Religion herhaltenzukönnen.
Auch wenn ich inhaltlich nicht mit dem Kommentar von “Susi B.” konform gehe, muss ich Ihren Kommentar nicht gleich so (herab-)würdigen, und dabei gleich “alle Christen” mit herabwürdigen…
@ aeroween
Religionen dienen der Unterdrückung. Die Ringparabel wurde von Lessing “geklaut”. Ein Plagiator eben.
Sie ist schon im Decamerone von Boccacio zu finden. Deswegen auch nur drei Religionen. Evangelen gabs da noch nicht. Das hätten dann vier Brüder sein müssen.
Was besagt denn die Ringparabel? Das die drei monotheistischen Religionen nur behaupten, die richtige zu sein. Und um zu beweisen, welche Religionen nun die “richtige” ist, sollten die Gläubigen ihren Glauben als Vorbild leben.
Wenn nun aber die christliche Religion sich auf die Aussagen Jesus beruft, dem “Urhebergeber” für Paulus, müssen sich diese “Christen” eben an diesen Aussagen messen lassen – ich sage nur – Bergpredigt!
Es waren Christen, die in Amerika die Ureinwohner, in Europa die Juden, in Afrika die “Farbigen” und in Asien die “Gelben” als Heiden verfolgt haben. Das Christentum hat mehr Leiden erzeugt als die Muslime bisher erzeugen konnten. Tja, die Christen haben ja auch ein paar Jahrhunderte mehr die Möglichkeit gehabt. Und es waren Christen die Atombomben abgeworfen haben, Christen, die Soldaten bei Atomversuchen radioaktiv verseucht haben, und so weiter.
Wenn jemand der behauptet, ein Christ zu sein, sich nicht an die Worte – gehe hin, verkaufe deinen Besitz, verteile den Erlös an die Armen, und folge mir – hält, ist er eben kein echter Christ.
So wie die Buddhisten die nicht den echten schweren Weg gehen auch keine echten Buddhisten sind.
Und da fällt mir nur ein guter Titel ein – Bettina Wegner
Nur „einmal“ werde ich mich hier hinsichtlich einer angesprochenen Bergpredigt erklären. Denn anders als im ZDF-Block (Kennzeichen Digital), in denen es bei den immer selben Usern Not ist regelmäßig biblische Grundlagen richtig zu stellen, will ich hier bei Spiegelfechter keine auswuchernden Dialoge wie dort.
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Sie wissen schon, dass die Bergpredigt nicht nur aus einem Satz besteht der Ihnen sagt: Liebe alles und jeden!
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Ein Beispiel will ich Ihnen dennoch nicht ersparen. Ist Ihnen wirklich klar das in der Bergpredigt auch steht: „Ich aber sage euch: Wer die Frau eines anderen begehrlich ansieht, hat in seinem Herzen schon die Ehe mit ihr gebrochen. (Matthäus 5)“. Sie sehen also, die Bergpredigt wird dann für Sie schon mehr als ungemütlich, fordern diese Worte doch von Ihnen nicht nur Liebe und grenzenloses Verständnis über alles und für alles! Die Bergpredigt ist alles andere als „nur gut sein“. Sie ist Radikal, fordert sie doch von Ihnen ein schon den aufkommenden ersten Gedanken des Begehrens zum nächsten Weibe zu lassen. Jesus war kein Sozialarbeiter, er sprach Sie und mich in einer deutlichen Sprache an und forderte eine Entscheidung entweder dafür oder dagegen.
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Lassen Sie lieber die Bibeldispute sonst wird es eng für Sie.
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susi
splitter –> balken –> auge
Aber nicht doch. Das geht bei religiösen Menschen “deshalb, weil sie zu verschiedenen Zeiten verschiedene Hirnregionen benutzen”. So erklärt sich jedenfalls die Physikerin Lisa Randall die Tatsache, dass man ein brillanter Naturwissenschaftler sein und dennoch an Gott glauben kann.
Dass dieses Nebeneinander bei vielen Christen so problemlos funktioniert, hat mich schon immer sehr irritiert. Aber man kann ja auch Sozialist und gleichzeitig Millionär sein.
@Peleo
“Aber man kann ja auch Sozialist und gleichzeitig Millionär sein.”
Diese alchemistische Logik scheint auch Professor Straubhaar zu teilen:
“Was die Politik tun muss ist, hier ganz klar das Signal geben, dass es nicht ein “entweder, oder” ist, also nicht entweder Sparen, oder Wachsen, sondern ein “sowohl als auch”. Europa braucht in dieser kritischen Lage sicher beides: es braucht eine Wachstumsperspektive und einen Sparpakt.” (DLF, 7.5.2012)
http://www.dradio.de/dlf/sendungen/wirtschaftundgesellschaft/1750107/
Mit Bibelsprüchen komm’ ich jetzt nicht, das muss jeder für sich entscheiden.
Nur eins: Bevor man hier dem bösen christlichen Sünderlein ins Gewissen redet, er könnte doch einfach mal bei der Tafel vorbeischauen, sollten doch eher zuvorderst die Steuerhinterzieher -und flüchtlinge, die Steuerverschwender und Großsprecher Buße tun und gerechte Löhne und Steuern zahlen, auf dass es im Lande keine Armut mehr gibt und auch keine Staatspleiten.
Man sehe nur mal nach Griechenland was die dortige Elite so treibt, während der Normalgrieche auf der Straße haust.
Deutschland ist nur noch wenig davon entfernt. Kommt schon noch.
Und was die Angst der Eliten angeht: Diese Angst hätte ich auch wenn ein Mitbewohner bemerkt, dass ich an seinem Elend schuld bin und er wissend mit dem Finger auf mich zeigt…
Nun, zur “Tafel” habe ich noch einen Leserbrief von mir, als die örtliche Tafel streikte, weil die Müllbeseitungskosten für den unverteilbaren Biomüll nicht mehr tragbar waren:
Zum Beitrag – Tafelkunden bleiben ab Montag unversorgt
Lebensmittelreste? Es sind Abfälle, die von den Spenderfirmen so kostenlos entsorgt werden. Deswegen erhalten die Tafeln doch wenigstens einige noch zum Verzehr geeignete Produkte nebenbei, damit diese Spender ihren Abfall nicht selber finanzieren müssen.
Zum Kommentar von Frau Bentrup. Die Ärmsten der Ärmsten würde es treffen, schreiben Sie. Aber diese „Ärmsten der Ärmsten“ haben ein Grundrecht, wie vom Bundesverfassungsgericht geurteilt, auf ein soziokulturelles Existenzminimum, dazu gehört eben auch genug Geld um sich seinen Bedarf an Lebensmittel selber kaufen zu können, und eben nicht auf Tafeln angewiesen zu sein. Es ist traurig, dass sich Menschen so etwas gefallen lassen, auf Essen der Tafel angewiesen zu sein.
Die Tafeln ermöglichen es, eben kein angemessenes Existenzminimum zahlen zu wollen. Sie, die Tafeln, gehören abgeschafft. Die 2.400 Tafelkunden sollten sich lieber zusammen gegen diese Art der Lebensmittelversorgung wehren und ihren Anspruch auf ein ausreichendes Existenzminimum einsetzen. 2.400 Klagen vor dem Sozialgericht wären ein erster Schritt in die Richtung.
Einige Zusammenhänge von Religion und Kapital hat doch schon der gute alte Max Weber treffend dargestellt.
“Eliten” konsequent zwischen Anführungszeichen zu setzen begrüße ich sehr, da ich jemand bin, der den Glauben daran, dass es in einer Gesellschaft echte Eliten geben könnte und müsste, nicht verlieren möchte, der aber das, was uns im neoliberalen Kontext als “Eliten” vorgegauckelt wird, nur als Zerrbilder echter Eliten sehen kann.
Heute in Phoenix wurde ein gelackter ,bebrillter Sprechblasenautomat, interviewt,der vom,als Stichwortgeber fungierenden Moderator als Wirtschaftswissenschaftler vorgestellt wurde und salbaderte natürlich die ganze neoliberale Litanei herunter:Die Griechen müssen ihren Lebensstandard herunterfahren…blubb…über ihre Verhältnisse gelebt…blah-sülz…müssen einsehen ,das Sparen und Reformen alternativlos…laber-fasel…Euro in Gefahr…seier.Wieso stellt sich diese schnöselige Arschgeige nicht mal auf den Markltplatz von Athen und erzählt diesen Müll mal den vielen Menschen,die durch die tolle Sparpolitik die Arbeit verloren haben oder denen,die ,infolge der massiven Kürzungen, von ihrem Lohn nicht mehr leben können ,teilweise sogar ihre Kinder ins Heim geben ,weil sie sie nicht mehr ernähren können?Und wenn er schon dabei ist,soll er diesen unsäglichen Straubhaar(Griechenland zum europäischen Protektorat machen,willkommen im 19.Jhrd.) gleich mitnehmen.Und da wundern die sich noch ,das dort radikale Parteien gewählt werden.
Ob wohl Innenminister Friedrich die bald auf uns zu rollende Flüchtlingswelle von Millionären aus Frankreich hier reinlässt ,die, angesichts eines Sozialisten als Präsident, jetzt dort nicht mehr leben können?Obwohl ,gut integriert können sie ja unseren Fachkräftemangel beheben.
Bei derartig plumper Meinungsmache wie von unseren Medien betrieben, bleibt einem bald nur noch ungläubiges Staunen und Sarkasmus.
Geht’s noch flacher? Dürfen die Medien nun nicht mal mehr anmerken, dass in Griechenland keine womglich keine Regierung zustandekommt, und dass sie nicht sicher sind, ob das gut ist, ohne dass das hier mit einer Medien-VT und, Überraschung, der internationalen Herrschaft des Kapitals, verbunden wird?
Ich weiß selbst nicht, was ich denken soll. Ist es gut? Endlich ein Ende mit der IWF-Aussaugerei? Aber was kommt dann? Bankrott in Griechenland, Anarchie? In jedem Fall fällt die Maskerade, die EU kann nicht mehr so tun, als seien die blutgen Sparpakete demokratisch legitimiert. Klar, dass da der Markt nervös wird, und klar, dass das die Medien erwähnen. Immerhin ist die Wirtschaft in Griechenland der Schuh, der drückt; und wenn einem frischgewählten Präsidenten der Krieg erklärt wird, horcht man doch auch auf …
ja, dein beitrag beantwortet doch deine frage, ja, es geht um einiges flacher
@chrise
Dann kommt der Selbstmord aus Angst vorm Tod.
Immer schön parieren, immer schön: “Da kammer nix mache, unn weil merr da nix mache könne, mache merr nix!”
KNALL … hast Du gehört?
eine andere Frage: Wie kommt man eigentlich dazu, die irren griechischen Faschisten der Chysi Avgi so penetrant als Neonazi zu bezeichnen? Meines Wissens handelt es bei dem Nationalsozialismus und seinen Konsequenzen um ein deutsches historisches Phänomen, welches in meinen Augen nur oberflächlich verarbeitet wurde und strukturell tief in der gegenwärtigen deutschen Gesellschaft weiter verankert ist. Es mag sein, dass es inhaltliche Ähnlichkeiten zwischen beiden gibt – ja beide sind Ausdruck menschlichen Wahnsinns -, aber hier eine Kontinuität zwischen beiden herstellen zu wollen, ist nichts als ein weiterer Versuch die deutschen Verbrechen zu relativieren.
btw
die ganze mediale Empörung über die griechischen Rechtsextremen hierzulande ist sowieso pure Hypokrisie. Stellen wir uns nur vor, was hier denn los wäre, würde Deutschland das Selbe widerfahren, was es an den Griechen exerziert
@salvo
Aber damit kriegt man die halt die Anhänger von FDP, SPD, Linkspartei und den Grünen /bzw große Teile der deutschen Bevölkerung
Alles Nazis da in Griechenland. Alles. Die “Demokratie” ist angesichts des Wahlerfolgs der Nazis in Gefahr. Der griechische Bürger gefährdet mit seinen Stimmen für die Nazis die “Demokratie”. Man darf den griechischen Bürger nicht mehr wählen lassen, da er sonst die Nazis wählt. Sind nämlich alles Nazis da unten. Alles.
ja, die Nazis sind die Anderen. Eigentlich können wir die Geburt einer neuen großen Erzählung miterleben, des herrschenden Diskurses von morgen sozusagen, wie sie zB auf den nachdenkseiten Brigitta Huhnke mit ihrer Analyse der ‘Renovierung der deutschen Erinnerungskultur’ ansatzweise herausgestellt hat: Die Nazis sind die Anderen, vorwiegend die ehemaligen Opfer der deutschen Vernichtungskriege, die Polen die Ukrainer, die Griechen, und natürlich all jene, die sich den neuen Herrschaftsverhältnissen widersetzen, kurz die Linken, die Pazifisten usw.. Zu diesem Diskurs steuert zB ja auch der Nationalist Broder bei: Die Deutschen dürfen und sollen Ausschwitz vergessen, wenn sie sich als euopäische Hegemonialmacht im Gegenzug mit der Hegemonialmacht Israel verbünden. Ein neues gemeinsamens Feindbild gibt es ja dazu, den Muslim. Ja, als europäische Hegemonialmacht braucht Deutschland natürlich eine reine Weste, dazu gehört eine andere Geschichtsschreibung, die traditionell ohnehin dahin tendiert, ein Reflex der gegenwärtigen Herrschaftsverhältnisse zu sein.
Wenn er – Henryk M. Broder – das gesagt hat, dann Prost-Mahlzeit. Zutrauen tue ich dieser lahmen Entschuldigung für ein menschenähnliches Wesen das auf jeden Fall.
Ein interessanteres Thema wäre aus meiner Sicht, die Angst der “allwissenden” SED-Sympathisanten bezüglich der Wahlentscheidung West-Deutscher Bürger in bundesrepublikanischen Flächenstaaten… vordergründig habt ihr dafür selbstverständlich auch eine Erklärung parat, wie dieser proto-totalitäre Artikel von Herrn Müller umfassend belegt… http://www.nachdenkseiten.de/?p=13127 … wir potentialen FDP Wähler von links der FDP werden von den Medien an Marionetten-Fäden geführt. Niedlich.
Selbstverständlich sind dem Wirken des von mir geschätzten Präsidenten Hollande enge Grenzen gesetzt. Das hat mit Eliten-Angst wenig zu tun. Frankreich hat mit einem Einholen von linken Träumen durch die Realität nicht mal so weit zurückliegende Erfahrungen. Ich rede hier über den Schwenk von Mitterand nach seinen ersten 2 Präsidenten-Jahren einer Volksfront-Regierung, die ins Verderben führte und damals den neoliberalen Zeitgeist weiter verfestigte. Ein Thema, mit dem Du dich mal beschäftigen solltest.
Und Griechenland… ein krummes Ding nach dem anderen Abliefern und dabei wild gestikulierend mit dem Schuld-Finger auf friedliche Menschen zeigen, die das Schlamassel einfach nicht verursacht haben. Ich würd mir überlegen, wie man die aus der EU bekommt. Und zwar mit der Bedingung, dass man sie in den nächsten 200 Jahren allenfalls als türkisches Protektorat wieder reinlässt.
Die scheinen da in Santiago gewisse Dinge ins Leitungswasser zu tun, die andernorts eher Rezeptpflichtig sind. Der Autor wird wohl Salvador Allende dafür in die Schuld nehmen. Andererseits, meine zugegebenerweise nur 48 Stunden lange Erfahrung mit der chilenischen Metropole, sagt mir, das derartige Leitungswasserzusätze dort durchaus Berechtigung haben.
Nicht sicher ob das von BILD abgeschrieben ist. Nach dem Tenor hätte man ja wohl nach WKII alle Deutschen und Österreicher abschlachten müssen: Bürger haften nach der hier vorgetragenen Ansicht für ihre Regierung, zudem für 200 Jahre.
Vergiss bitte auch nicht, dass vor der Einführung des Euro jedes Land auf Knien angebettelt wurde, doch Euroland zu werden. Wenn weiland irgendjemand mit Kontrollfunktion nicht um die wahre Finanzlage des Landes Bescheid wusste, dann heißt das Inkompetenz. Dann liegt hier die Schuld bei der Helmut Kohl Regierung.
Der Rest von diesem Post lässt sich auch entsprechen abhämmern. Nur soviel Zeit habe ich nicht. Ich komme ja nicht Mal dazu Fanpost hinreichend würdig zu behandeln.
PS zu Santiago de Chile: Die Menschen dort sind durchaus auf der freundlicheren Seite, nur die Stadt als solches ist vom touristischen Aspekt arg Castrop-Rauxelig.
OAlexander, ich bin seit 7 Monaten freiberuflicher IT-Contractor in Deutschland. Relativ zufrieden. Ich unterstütze allerdings Proyecto Kombi, auch wenn ich in vielen Bereichen andere Meinungen vertrete als Zuniga. Aber das Allende-Gequatsche wird wohl nie aufhören. In Chile gibt es nicht wenige Mitglieder eines gewissen mir nicht unsympathischen Clans, die mich poltitisch für einen unberechenbaren Anarchisten halten, womit sie bezogen auf Chile gar nicht mal so unrecht haben ;-)
Bis zu einem gewissen Grad haften Staaten für ihre Schulden. Und Griechenland hat nun im 5. Jahr der Rezession immer noch nicht angefangen, funktionierende Steuerbehörden aufzustellen. Griechenland ist ein Ergebnis des Kalten Krieges, aber ich seh da nach wie vor zu wenig Ansätze, um sich selbst wieder aus der Scheiße herauszuarbeiten. Und damit kenn ich mich aus. Ich gehe in meinem Leben krumme Wege. Nur ich ziehe die Konsequenzen. Und das erwarte ich auch von anderen.
Ja klar. Die Griechen, Spanier, Italiener und Portugiesen haben sich mit Händen und Füßen dagegen gewehrt, dass der Euro eingeführt wird.
Oh Alexander, es sind die Menschen. Und ich bin in Chile eher in Kleinstädten zwischen Chillán und Temuco unterwegs. So schlecht ist Santiago aber auch nicht. Braucht halt soziale Bindungen ins Land. Hatte in Temuco und Santiago ernsthafte Job-Angebote, mit denen ich hätte leben können. Wär nach Temuco gegangen. Ich verdiene jetzt hier netto das 6-fache bei vielleicht 1,4 x so teuren Lebenshaltungskosten. Das ist sehr viel. >4x so viel. Die Zeit, in der ich so eine Asche machen kann, ist biologisch begrenzt.
Wahrnehmung
Als ich wiederkehrte
War mein Haar noch nicht grau
Da war ich froh.
Die Mühen der Gebirge liegen hinter uns
Vor uns liegen die Mühen der Ebenen.
B. Brecht
“Die Mühen der Berge haben wir hinter uns, vor uns liegen die Mühen der Ebenen.” Dieses Brecht-Gedicht hat mich schon zu Studienzeiten angesprochen. Es passte auf so vieles, was ich beobachten konnte. Aber ich war jung und mein Haar war noch nicht grau. Dieses hat sich mittlerweile etwas geändert. Ich dachte damals, schlimmer als die SpringerPresse kann es eigentlich nicht werden, da hatten wir die Spiegelaffäre gerade überstanden. Dann kam “die verlorene Ehre der Katharina Blum” – und ich dachte: jetzt wo wir schlauer sind, und die Mechanismen durchschauen, wird uns so etwas nicht mehr passieren… . Jetzt aber leben wir in einer Mediokratie, haben alle Möglichkeiten uns zu informieren, leben mit Facebook, und ich bin “so klug als wie zuvor, ich armer Tor” … . Nun ja. Ich bin (gut) informiert, weiß dank NDS und dem Spiegelfechter einigermaßen Bescheid über den Zustand unserer Republik. Und doch stellt sich bei mir die Frage ein: warum sind sowenige gutausgebildete Menschen – dabei zähle ich mich nicht wirklich zu einer wie auch immer gearteten “Elite” – in der Lage, diese Republik wieder auf ihre humanistischen, demokratischen Wertefundamente hinzuweisen?!? Warum wird der B***-Zeitung ein Preis angedeutet, dessen Stifter für mich ein starkes Wertegerüst symbolisiert, der sich selber nicht im Traum denken konnte, dieser Boulevardjournalie den Hof zu machen? Wie verrückt ist diese Welt? Oder ist es tatsächlich nur meine begrenzte Wahrnehmung der (politischen, journalistischen) Realitäten?
Wenn es zu dieser Preisverleihung käme, wäre es wirklich eine Schande, wenn die bisherigen Preisträger Ihre Preise nicht zurückgeben würden. Im Sinne unserer humanistischen Werte. Und der (journalistischen) von Henri Nannen.
Ich bin nicht froh. Aber ich glaube, dass die Mühen der Ebenen noch vor uns liegen. Immer noch.
Gemach, gemach Leute!
Wie die Politniki unisono in D und Europa verkündet, war das mit der Wachstumskomponente schon immer so geplant, unbedingt, geht ja gar nicht anders, TINA in TINA.
Man hat diese Selbstverständlichkeit nur nicht breit kommuniziert, iss ja schließlich selbstverständlich.
PS.: Und was sagt der Club of Rome zur Wiederentdeckung des Waxxtums?
Nachtrag:
Wir haben uns an die “marktkonforme Demokratie” gewöhnt, an “zum Wohle des €uro” (… nicht der Menschen!) beides die Kanzleuse.
Nun werden wir uns auch noch an der Weinkönigin Brüderles “Der Markt muss steuern, nicht der Staat. Modell Deutschland über alles” gewöhnen. (ab 1:37-1:48 und 2:04-2:06)
Deutschland, Deutschland …
Nein, tatsächlich nicht.
Dafür erkennt so eine Berichterstattung die Reichen als Souverän an. Und entspricht damit den Machtverhältnissen in diesem Land, in Europa und in der Welt.
@FetteBeute
Ach so, ja das muss einem ja erst’mal gesagt werden.
@Jens Berger: Auf die Knie – wiederufe!!
Wer nicht brav ist, der bekommt (nicht nur medial) Angela Merkel, Paris Hilton und Julia Timoschenko auf den Hals gehetzt. (Die 3 Blondinen von der Geldtankstelle). Für hartgesottene Fälle gibt es die Murksel in Reinform, also nackig.
Eliten? Nee – “Eliten”
Iwo, die Eliten haben bestimmt keine Angst vor dem Volk, zumindest nicht in Bundesdeutschland im Jahre des Herrn 2012. Andersherum wird wohl eher ein Schuh daraus.
@Harzpeter
Doch haben sie. Deswegen die geradezu hysterischen Kontrollversuche z.B. des Internetverkehrs, die technisch schon umgesetzt wurden, nicht das leisten, was erwartet wurde und schon jetzt teilweise Gesetzes- und Verfassungswidrig genutzt werden.
Aber auch sichtbare dampfende Scheisshaufen der Angst konnte man in Heiligendamm betrachten.
Der Witz dabei: Das deutsche Volk ist mittlerweile dermaßen veblödet und neoliberal indoktriniert, dass unsere Highperfomer-Parasiten zumindest derzeit gar keine Angst vor ihm haben müßten.
Gut, einigen wir uns vielleicht darauf, dass beide gegenseitig voreinander Angst haben. Allerdings verfügen unsere selbsternannten “Eliten” über die besseren Möglichkeiten und Mittel, diese Pattsituation zu ihren Gunsten auszunutzen. Das Otto und Ottilie Normalbundesmichel zu einem nicht unerheblichen Teil immer stärker verdummen und einlullen bzw. sich nur allzu gern verdummen und einlullen lassen ist hierbei natürlich noch zusätzlich äußerst förderlich.
Vor welchem Vertreter der “Eliten” könnte man denn konkret Angst haben?
Ich denke eher, das Volk lässt sich Angst machen, und zwar nicht vor den Eliten, sondern von den Eliten bzw. deren Mundwerkzeugen. Angst davor, dass das Geld bald nichts mehr wert ist. Angst davor, dass der Arbeitsplatz weg ist, wenn man seinen Anteil fordert. Angst davor, dass die Rente und das Ersparte weg ist, wenn nicht Banken gerettet werden. Angst vor “Flüchtlingstsunamis”. Angst funktioniert oft hauptsächlich durch Ungewissheit, eben auch Unwissenheit. Insofern sollten die “Eliten” sehr wohl davor Angst haben, dass sich das Volk nicht mehr für dumm verkaufen lässt.
Doch, “unsere Eliten” haben Angst. Sonst würden sie viel mehr durchstarten.
Denn jede soziale Unruhe gefährdet den Profit. Es kommt auf die richtige Dosis an, es wird ausgetestet, wie weit man gehen kann – Salamitaktik. Und dieses Spiel beherrschen “unsere Eliten” sehr gut. Wozu wurde denn für die BRD die Sozialpartnerschaft erfunden – als hätten Arbeiter und Kapitalisten dieselben Interessen? Und wer hat all die Gesetze gemacht zur Unterdrückung jeden Widerstandes, in welchem Sinne wirken sie? Doch im Interesse derjenigen, die das Volk beherrschen. Damit Volk das aber nicht mitbekommt, brauchen wir die “Demokratie”, mit der man Volk viel besser kontrollieren und manipulieren kann als zum Beispiel mit einer Diktatur, gegen die sich immer (unkontrollierter) Widerstand regt (weshalb sie ja starke Repressionsorgane braucht). In der bürgerlichen Demokratie wird das Volk an der langen Leine geführt, und es kommt eben darauf an, wer das Ende in der Hand hat. In diesem Zusammenhang muss man auch die Arschkriecherei der Medien sehen. Sie wirken natürlich im Sinne der Herrschenden. Schließlich gehören sie zu den Herrschenden, wenn auch nicht den ganz Großen. Unabhängige Medien? Dass ich nicht lache. Medien haben in der bürgerlichen Demokratie die ungeschriebene Aufgabe, die Ansichten und Maßnahmen der Herrschenden ins Volk zu transportieren und einen Konsens zwischen Herrschenden und Volk herzustellen. Und der Konsens wird gebraucht, weil die Herrschenden Angst vor dem Volk, den 99 Prozent, haben. Und so ist es auch nicht verwunderlich, dass die “unabhängigen Medien” sich besonders mit den Interessen des herrschenden Finanzkapitals beschäftigen, sie also ins Volk transportieren wollen, bei ihm “Verständnis für diese unsere schwierige Lage”
herstellen wollen. Wer sich anderes erhofft hatte, der sollte schleunigst aus dem Demokratiehimmel auf die stinknormale Erde zurückkommen – will er nicht unter die Räder kommen.
Da passt auch dieser Grundsatz* wunderbar dazu:
http://quecksilber.homelinux.org/privat/daten/forum/viewtopic.php?f=6&t=187
War mir neu, dass sich der Spruch sogar in Urteilsbegründungen findet….
bombjack
Ein Pressespiegel:
Der linke Politiker sorgt für “Chaos” (BILD, Focus, n-tv), “Entsetzen” (SPIEGEL), “Katastrophe” (FAZ), “Angriff auf Europa” (Stern). Zum Glück ist er aber “chancenlos und auch verlogen” (Welt), also können die Märkte noch hoffen auf Besserung.
Deutsche Journalisten sind dabei weder gekauft noch gezwungen worden, die meinen das wirklich so, wie sie das schreiben, weil sie eben nicht bloß berichten, sondern selber Vorstellungen davon haben, wie Politik zu machen ist. Sie machen Politikberatung.
Entlarvend ist das übrigens auch. Wenn der Spiegel etwa beklagt, dass der DAX Schaden nimmt, wenn die Hunterkur für das griechische Volk nicht fortgesetzt werde, dann stellen sie doch eindeutig klar, worauf es in diesem Wirtschafssystem ankommt und worauf nicht. Die Menschen mögen hungern, wenn nur der DAX nicht hungert. Und das sagen nicht Systemfeinde oder Kommunisten, das sagen die Apologeten des Systems selbst.
@r_surfer
In den Müllstream-Medien wird der Politiker als “Linksradikal” bezeichnet. Auf welcher Grundlage?
Auf der Grundlage das “Links” in diesem Kontext (für die Schreiberlinge) ein sehr Vorteilhaftes Symbol darstellt, man denke nur daran mit welcher Energie schon zu Zeiten des kalten Krieges negatives an diesen politischen Kontext ankonditioniert wurde, “radikal” verstärkt das noch.
Der “Politiker” ist auch nicht gerade besser belegt .. mit beidem zusammen hofft man wohl die Negation/Ablehnung zu multiplizieren und auf den gewählten Repräsentanten zu übertragen.
PR benötigt keine Kausalen Zusammenhänge, eine parallele Nennung reicht für eine Konditionierung 2ter/x-ter Ordnung.
as Martin Wolf puts it
this is not a monetary union, it’s far more like an empire
http://www.ft.com/intl/cms/s/0/51bf429c-98f8-11e1-948a-00144feabdc0.html#axzz1u7xh4NFM
or, more precisely put, a german empire
es ist schon traurig mit anzusehen, wie sich der missbilligte ausgang zweier wahlen auf das finanzsystem und die politik auswirkt und damit das öffentliche leben bestimmt.
mit freude erwartet man da doch den vollkommenen kollaps des finanzsystems, der wirtschaft und politik, damit endlich die raffgierigen köpfe der verantwortlichen rollen.
Das kann man auch positiv sehen:
Wahlen ändern doch was – und sind trotzdem nicht verboten.
Das ist für mich eine gute Nachricht.
@Peleo
Wo wurde durch “Wahlen” etwas geändert? Und verbieten ist total out – es wird einfach so lange gewählt, bis das herauskommt, was erwünscht ist.
@schwitzig
Wenn man sie verbieten würde, würde das Volk merken, dass es in den wichtigen Kernfragen nicht entscheiden kann.
Und dann würde es vielleicht sogar revoltieren.
Also lieber die Fassade von dem Volk als Souverän und der achso tollen Demokratie, in der das Volk frei entscheiden darf, aufrecht erhalten und dem Volk mit Wahlen und politischer Beschäftigung ein Betätigungsfeld geben, welches die Zeit und Energie des Volkes bündelt und es davor hindert, wirkliche Veränderungen einzuleiten.
Ein Herr, der diese wesentlich ältere Erkenntnis (Robert Michels hat sie bereits 1907 ausgearbeitet) in seinem grünen Buch aufgriff, wurde letztes Jahr vor Sirte auf barbarische Weise getötet. Aber er war wohl ein achso schlimmer blutlüsternder Despot, deswegen hat er den Tod verdient. Und sein Buch hat es wohl verdient vergessen zu werden. Komisch nur, dass Personen wie Albrecht Müller oder Wolfgang Lieb meinten, diesen Herrn auch als ach so schlimmen Diktator und sein Buch als Schund darstellen zu müssen, aber gleichzeitig sehr viele Standpunkte vertreten, die ein zu eins aus dem grünen Buch abgeschrieben hätten sein können.
z.B.:
oder
Ja, achso Müller und Liebe hätten das von mir voranstehend Zitierte doch nicht so gesagt? Ok. Ok. :-)
Nicht ganz, denn “bedauerlicherweise entscheiden das ….. die Wähler” ;-)
Köstlicher Fund, ;-) – nett auch der Nachklapp:
“Das war ein bischen Ironie – ich nehme die sofort zurück”
Wie jetzt? Röttgen meints also lieber ernst, statt ironisch?
(Wenn man das böswillig interpretieren wollte … ) mein lieber Sigi … :-D
Grüße
Damit steht Röttgen nicht alleine. Sehr viele Leute glauben, dass sie das dumme Volk viel besser führen könnten als andere, und dass sie das Volk vor seiner Dummheit schützen müssten.
Genau deshalb haben wir ja einen Rechtsstaat. Genau deshalb gibt es ja Parteien.
Wem Röttgens Spruch nicht passt, muss das System ablehnen. Eine andere Partei als die CDU zu wählen, bringt nichts.
@peleo
Oh ja, Wahlen ändern ja so furchtbar viel.
Die Mehrheit des deutschen Volkes will keinen Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan und vor Somalia.
Alle Parteien im Bundestag außer der Linken sind für diese Einsätze.
Die Mehrheit des deutschen Volkes lehnt die Hartz-4 Reformen Schröders ab.
Alle Parteien im Bundestag außer der Linken sind für Schröders Hartz-4 Reformen.
Die Mehrheit des deutschen Volkes möchte gerne eine Regulierung der Finanzmärkte.
Alle Parteien im Bundestag außer der Linken sind gegen eine Regulierung der Finanzmärkte.
Die Mehrheit des deutschen Volkes lehnt die Arbeitnehmerfreizügigkeit (v.a. die Ausweitung auf die östlichen EU-Länder) innerhalb der europäischen Union ab.
Alle Parteien im Bundestag sind für die Arbeitnehmerfreizügigkeit und die Ausweitung der selbigen auf die östlichen EU-Länder.
Die Mehrheit des deutschen Volkes lehnt eine Senkung der Einkommensgrenze für Zuwanderer ab.
Alle Parteien im Bundestag sind für eine Senkung der Einkommensgrenze für Zuwanderer ab.
Die Mehrheit des deutschen Volkes möchte eine Finanztransaktionssteuer.
Alle Parteien im Bundestag außer der Linken sind gegen die Einführung einer Finanztransaktionssteuer.
Die Mehrheit des deutschen Volkes möchte gerne über EU-Mitgliedschaft ein Referendum abhalten.
Alle Parteien im Bundestag sind gegen ein solches Referendum.
Die Mehrheit des deutschen Volkes sind gegen die von der Schröderregierung eingeführten Schily-Pakete.
Alle Parteien im Bundestag außer der Linken sind für die Beibehaltung oder sogar Verschärfung dieser Gesetzespakete.
Ja ja, Wahlen ändern furchtbar viel.
Vor allem wenn man mal ganz mutig ist und das Kreuz bei der SPD macht anstatt wie sonst immer bei der CDU.
zum einen ist es ein problem, dass das system der politik genau so träge zu sein scheint, wie das klimasystem. das gilt übrigens auch für die wähler und zeigte sich bei den letzten landtagswahlen.
ein viel größeres problem ist es, das sich das politische lager scheinbar aus einer begüterten aber trotzdem bildungsfernen schicht zu rekrutieren scheint, die auch noch ganz ungeniert ihre eigene dummheit offen vor sich her trägt.
ich erwarte von den ‘etablierten’ pappnasen rein garnix mehr.
Mein Beitrag bezog sich auf die Wahlen in F und GR, Deiner auf D. Bleibt trotzdem die Frage, warum die Wähler anders wählen als meinen.
Wenn die Wahlen in F und GR nichts geändert hätten, wäre der Artikel von Jens Berger ohne Sinn. Meinst Du das?
Eben auf den NDS gelesen, dass auch Krugman das so sieht: Dass diese Wahlen sogar etwas Grundlegendes ändern. Wir werden sehen.
Glaubst du, dass die Linke etwas wesentlich anders machen würde, wenn sie denn mal an der Regierung sind?
Auch die Linke ist eine Partei. Die erzählen schön, solange sie nichts zu sagen haben. Insbesondere sind die Linken Arbeitsfetischisten.
@Lohengrin
Ich habe nichts gegen “Arbeitsfetischisten” (zumindest nicht gegen das, was ich unter “Arbeitsfetischisten” verstehe). Ich erachte mich selbst als “Arbeitsfetischist”.
Ich unterscheide zwischen Arbeit und Werk. Arbeit ist etwas, das man notgedrungen tut. Etwas, das einem Spaß macht, ist Werk. Diese Unterscheidung gibt es nicht nur im Deutschen.
Mein Ziel ist es, die Arbeit so weit wie möglich zu überwinden, um Zeit für Werke zu haben.
Die Linke fordert “Recht auf Arbeit”, will dass möglichst alle möglichst viel Arbeit haben, singt “Die Müßiggänger schiebt beiseite.”, usw.
Ich sehe in dieser Sache keinen Unterschied zu National-Sozialisten. Das ist wohl der Kern des Sozialismus.
Das Ziel des Sozialismus ist Arbeit, nicht Wohlstand.
Es gibt wohl ein paar Leute, die sich als Linke bezeichnen, deren Ziel Wohlstand ist, und die zum Erreichen dieses Ziels auch vorübergehend arbeiten wollen. Diese Leute haben leider noch nicht verstanden, dass die Ideologie der Linken ihren Interesse diametral entgegen steht.
Ich habe keine Villa in Tessin, die mir die SPD wegnehmen will. So etwas will ich gar nicht haben. Ich habe aber auch keinen Bock auf Amtsschimmel, Formulare, Ein-Euro-Job und dergleichen Gängelungen mehr. Ich will einfach nur meine Ruhe haben – möglichst wenig Arbeit und möglichst viel Wohlstand.
Das ist übrigens deutsch – Feierabend und Gemütlichkeit genannt.
Can I haz attribution?
Von einer verantwortlichen Berichterstattung erwarte ich übrigens auch korrekte Bildnachweise.
Ich reiche diesen hiermit nach:
Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland
Toll – aber steht alles auf den NDS:
Wer den ganzen Artikel gelesen hat………
Und genau deswegen erwähne ich dieses auch hier und nicht bei den NDS.
Thumbnail-Bilder sollten eben auch zum Artikel linken, wenn dies denn so gewollt ist.
Nicht! Bitte nicht die SPD schönreden oder meinen, dass die “Eliten” vor dem Wort “sozial” auch nur einen Hauch von Angst verspüren würden. Einfach an Gazprom Schröder denken und bitte NIE vergessen: wer hat uns verraten? Genau die!
Und IWF aussaugen? Wie bitte soll das gemeint sein? Nur weil das Geld auf privaten Nummernkonten in der Schwyz liegt?
Mein Vorschlag: Privatisierung von Parlamenten und Parteien :-)
,,,und wir machten und machen uns…lustig über die Правда, damals als die Zeit noch besser war…. Damals, im kalten Krieg, damals als die Medien im совет Block alle die gleiche Meinung hatten… Damals, als die hinter der Mauer stets Waffen für den Angriff hatten und wir die Waffen für Verteidigung und Frieden…. Damals, aber die Zeit der Aufklärung ist für uns seit dem Fall der Mauer zu Ende… Und hat inzwischen totalitäre Ausmasse angenommen. Konkret wird das totalitäre immer bei bei noch so kleinen Meinungabweichu Gen wie etwa das harmlose Parteiprogramm der Die Linke…. Damals hatten wir mehr und fruchtbarere Alternativen als heute….
Der Neoliberale Gesellschaftsumbau ist totalitär weil er so arrogant geworden ist und uns von der Geburt an mit seinen all umfassenden Antworten für jeden Bereich unseres Lebens beansprucht… Raubt uns die Zeit die Freiräume das Leben…. Das Selbstbestimmte ist zu einem Fremdbestimmten geworden….
Es wird immer offensichtlicher ,es geht nicht um den Wählerauftrag ,nicht um Menschen oder gar die Zukunft ,nicht um sozialen Frieden oder Chancengleichheit . Die Top 30 Dax-Unternehmen, haben 2011 zusammen mehr als 100 Milliarden Euro Gewinn eingefahren vor dem Hintergrund 20 Jähriger ” Lohnzurückhaltung ” und Reallohnverlust ,abgenickt und beigebracht von den kämpferischen Gewerkschaften . Darum geht es … um die Renditen .
Der jetzige Zustand ist in jeder Facette das Ergebnis politischer Entscheidungen ,keine Naturkatastrophe keine teuflische gottgewollte Krise … gibt es einen besseren Beweis als das trommeln der ” freien ” Medien ?
Die Strukturen des totalitären Staates sind gelegt, die Machtbasis ist installiert.
Holt euch schon mal Popcorn und Erdnüsse … es wird spannend
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“Anstatt den Wählerwillen der Franzosen und Griechen zu respektieren, führt man lieber „die Finanzmärkte“ als vermeintlich objektiven Schiedsrichter über den Wählerwillen ins Feld.”
Ich bin kein Medienschaffenderund akzeptiere völlig den Wählerwillen der Griechen und Franzosen, im Gegenteil. Denn ich wurde von der hiesigen politischen ‘Elite’ nie gefragt, was ich von Euro und dem drumherum halte, und freue mich für die anderen, dass sie offenbar tatsächlich ene Wahl bekamen.
Sollen daher doch bitte die Griechen, Franzosen etc. das seit Geburt krebskranke Kunstgebilde Euro zum Einsturz bringen, samt der antidemokratischen Bürokratiemonster Europäische Kommission etc.
Bis zum Fall des eisernen Vorhangs herrschte ein Gleichgewicht der Angst. Die Angst der Lohnabhängigen vor dem Verlust der bescheidenen wirtschaftlichen Existenz versus die Angst der Geldeliten vorm Russen, der plötzlich am Rhein steht und die Deutsche Nomenklatura an die Wand stellt wie weiland die Zarenfamilie. Der ausgekuppelte T-34 im Hinterkopf der Ruhrbarone. Der Deal: der Deutsche Michel verteidigt die Produktionsmittel (Syn.:”Freiheit”) mit seinem Leben und bekommt dafür Teilhabe am erarbeiteten Wohlstand. Das klingt primitiv, aber die Hoffnung, daß das Modell der sozialen Marktwirtschaft ein vernunftbasiertes gesamtgesellschaftlich akzeptiertes Konsensmodell war, ist ja nun leider enttäuscht worden. Genaugenommen glauben die “Eliten ” ja nicht einmal, daß etwas wie Gesellschaft überhaupt existiert. Die Hautovolée hat heute bestenfalls noch diffuse Projektionsflächen für ihre Urängste: drollige Piraten, aber ohne Totenkopffahne, die LINKE, die zuverlässig im Schwitzkasten der Mainstream-Medien zappelt, die nationalen Kameraden, die ununterscheidbarer Bestandteil des Verfassungsschutzes sind – und damit wohl eher nationale Reserve als nationale Gefahr, Al Quaida, einen Medienpopanz für die Massen, den man in der Schloßallee nicht fürchtet, man hat ihn schließlich im zentralasiatischen Stellvertreterkrieg gegen den Russen selbst anschubfinanziert. Womit wir wieder am Anfang wären. Nein. Das Gleichgweicht der Angst ist 1990 zerbrochen und bislang ist nichts vergleichbar wirkungsmächtiges an seine Stelle getreten. Und wer wünscht sich schon Berija an die Ruhr, nur um die F.D.P. loszuwerden?
… an einem Vortrag über Sicherheit in der Informatik vor einigen Tagen….
Folien von der Arbeit des Nachrichtendienstes von Deutschland, Oesterreich, Schweiz…. Bedrohungslage auf einer Grafik die zeigt, je weiter im Zentrum eine Bedrohung eingestuft ist desto Bedrohlicher….
Nahe dem Zentrum war etwa der Iran aber auch Anhänger linken Extremismus, wärend die Anhänger des rechten Extremismus ganz weit aussen waren… also die linken als Bedrohlicher eingestuft werden als die Rechten…
Nun, die Frage stellte sich mir schon warum die “linke Gefahr” als bedrohlicher eingestuft wird als die Rechte… Leider liessen die Zeit und die Antworten keine Details darüber zu…
Ein Klärungsversuch bzw. wahrscheinlich realistische Einschätzung der aktuellen Lage:
Sind wir auf dem rechten Auge blind?
Demnach scheint es so, dass die Staatsgewalt hier tatsächlich nicht so genau hinschaut, hat sie im übrigen in der zweiten Republik auch nicht gemacht, wobei ein direkter Vergleich kaum mehr als ein Hinweis aus die Gefährlichkeit der extremen Rechten sein kann:
Quelle
BILD “Dieser Grieche will uns UNSERE Milliarden nichrt zurückgeben!”
MEINE Milliarden… Lol :)
Roman Herzog, ehemaliger Verfassungsrichter, Bundespräsident, Rentnerbasher, Luxuspensionär und Ruckredner der Nation, forderte heute eine Überarbeitung der Fünfprozenthürde. Die Demokratie sei in Gefahr.
Ich nehme ihm seine Sorge um die Demokratie nicht ab. Bestünde eine ernsthafe Sorge um die Demokratie, so hätten Parteien und Politiker die Sorgen und Nöte im Volk schon lange ernstgenommen und gehandelt. So aber prozenthürdet man den aufkommenden und in alternativen Parteien zum Ausdruck gebrachten Protest ganz einfach aus dem Parlament.
Damit die Etablierten weitermachen können wie gehabt und das große Ziel nicht aus den Augen verloren wird. Totschweigen, bashen, lächerlich machen. So ist’s recht.
Armselig, armselig, weimarer Verhältnisse an die Wand zu malen.
Offensichtlich scheißen sich die ersten Angehörigen der Eliten doch in die Hosen.
Was will der Herzog, der Jahrzehnte mit dem glühenden NSDAP-Juristen Maunz zusammengearbeitet und nie gemerkt hat, dass der Chefjurist der NPD war? So wie Verfassungsschutz und NSU. Der hat mit Demokratie soviel am Hut wie Himmler mit Menschenrechten.
Die Fünfprozenthürde so überarbeiten, dass nur noch die FDP reinkommt, Linke oder Piraten aber nicht? So sieht er aus, der feine Herr. Demokratie, ich schmeiss mich weg.
a^2
@a^2
Das wirkliche Problem dabei ist meiner Meinung, dass es deswegen keinen Aufschrei in der Presse gibt. Das ist definitiv nicht die “vierte Säule der Demokratie”.
Die 5-Prozent-Hürde ist ein Nebenproblem. Das Hauptproblem ist, dass man, um mitspielen zu dürfen, hierarchische Partei sein muss. Wer das akzeptiert, hat schon verloren. Bei den Piraten laufen schon seit ein paar Monaten die Idealisten weg und die Joschkas kommen.