Irrungen, Wirrungen, Vermögensabgabe
geschrieben am 11. Mai 2012 von Spiegelfechter
Die Vorstellung, die Vermögenden wesentlich stärker als bisher zur Finanzierung der Folgekosten der Finanzkrise heranzuziehen, ist – vollkommen zu Recht – populär. Neben einer einmaligen Vermögensabgabe gehört auch eine Vermögenssteuer zu den Instrumenten, mit denen man die Staatsfinanzierung auf solidere Beine stellen könnte. Nicht nur bei den Detailfragen ist hier jedoch Vorsicht geboten. Eine Fokussierung auf die Geldvermögen, wie sie beispielsweise in regelmäßigen Abständen vom Publizisten Harald Schumann vorgenommen wird ist nicht sinnvoll und auch nicht umsetzbar, verstößt sie doch gegen das Grundgesetz. Die Diskussion rund um die Besteuerung von Vermögen könnte wesentlich konstruktiver verlaufen, wenn man populäre Denkfehler vermeidet.
Harald Schumanns Vorschlag zur Lösung der Eurokrise mag auf den ersten Blick sehr verlockend sein. In seinem Artikel „Die Eurozone braucht eine Vermögensabgabe“ schreibt der Tagesspiegel-Autor folgendes:
Wie kann die Überschuldung zurückgeführt werden, ohne die Wirtschaft zu ruinieren? Die Antwort ist naheliegend, aber noch immer ein politisches Tabu. Wo es „zu viele“ Schulden gibt, da gibt es zwangsläufig auch „zu viel“ Vermögen. Denn das eine ist immer der Spiegel des anderen. Wenn also Schulden getilgt werden sollen, ohne dass damit die Nachfrage auf breiter Front einbricht, dann kann dies nur über eine Abgabe auf die Geldvermögen geschehen, die in hohem Maße bei einem kleinen Teil der Bevölkerung konzentriert sind. [...] Allein drei Millionen von 500 Millionen Europäern verfügen über mehr als eine Million Dollar liquide Geldanlagen. Zusammen besitzen sie gut zehn Billionen, mehr als doppelt so viel wie die Schulden der fünf Krisenstaaten zusammen.. Würde man diese Vermögen, die zu mindestens vier Fünfteln Bürgern aus der Euro-Zone gehören und ohnehin nur Nachfrage nach Finanzanlagen erzeugen, mit einer zweiprozentigen jährlichen Abgabe belegen, ließe sich damit der von Deutschlands Wirtschaftsweisen vorgeschlagene gemeinsame Schuldentilgungsfonds der Euro-Zone planbar und auf lange Frist abtragen.
Gut gebrüllt Löwe! Leider fehlt diesem Vorschlag jedoch die Substanz. Um Schumanns Denkfehler zu erkennen, sollte man sich zunächst vor Augen halten, was Geldvermögen eigentlich sind. Die „zehn Billionen Dollar“ der europäischen Millionäre sind beispielsweise kein Geldvermögen, da die Summe den Immobilienbesitz beinhaltet. Das Geldvermögen ist nur ein Teil des Gesamtvermögens. Beispielsweise tauchen weder das geerbte, noch das selbst finanzierte und abbezahlte Haus im Geldvermögen auf. Auch andere Güter, die einen, mal mehr, mal weniger klar definierten Tauschwert haben, tauchen im Geldvermögen nicht auf; weder Unternehmensanteile noch Goldbarren, Edelsteine, Gemälde oder Münzsammlungen. So kann es durchaus sein, dass einige der wohlhabendsten Bürger dieses Landes überhaupt kein nennenswertes Geldvermögen haben, das für eine Abgabe oder eine Steuer herangezogen werden könnte.
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„schaffendes“ und „raffendes“ Kapital…
Die populäre Tobin-Steuer würde diese Unterscheidung im Prinzip auch vornehmen. So “schlecht” wäre die Unterscheidung meiner Meinung nach nicht, denn wer auf dem Geldhaufen sitzt und im Angesicht einer solchen “Geldvermögenssteuer” in Sachwerte investiert, hält wenigstens den Geldfluss in Bewegung.
Da das Vermögen an sich eben so schwer zu bewerten/besteuern ist, könnte man auch ganz einfach den Einkommensteuerspitzensatz anheben und Kapitalerträge ab einer bestimmten Höhe auch härter besteuern.
Der Geldhaufen bliebe dann zwar erhalten, aber würde nicht mehr ganz so schnell wachsen. Es wäre aber wohl zu einfach…
“„schaffendes“ und „raffendes“ Kapital…”? Sie wissen schon wer genau diesen Terminus geprägt hat? Fragen sie mal einen Historiker mit Schwerpunkt NSDAP.
Bei der Finanztransaktionssteuern geht es aber nicht in erster Linie um eine Steigerung der Staatseinnahmen. Die würden bei den meisten Modellen eher bescheiden ausfallen. Das Ziel dort ist es, die häufige Verschiebung des Kapitals unrentabel zu machen und zu langfristigen “echten” Investitionen an Stelle von reiner Spekulation zu animieren.
Immerhin traut sich mal eine größere Zeitung an das Thema heran.
Gegen die Vermögenssteuer wird immer das Bewertungsproblem angeführt, nicht ganz zu Unrecht. Andere Staaten, darunter hochkapitalistische wie die Schweiz und GB, haben aber eine solche Steuer. Wie bewerten die das Vermögen? Wikipedia listet nur die Steuersätze und Anteile am Steueraufkommen auf.
Was wird für wen besser, wenn man den Reichen mehr Geld wegnimmt?
Besser nicht, aber gerechter für den Staat und so genannte “Staats-Schulden” würden minimiert werden. Die Spekulation an Aufschlägen auf Staatsschulden wäre unattraktiver und die Eurozone würde sich damit von einer Raffzone entfernen (erster Schritt).
“Gerechter” wäre schon mal per se “besser”.
Für ein gutes Gemeinwesen galt mal der Grundsatz: Keine Luxusbedürfnisse, solange nicht alle Grundbedürfnisse befriedigt sind.
Die Leute, für die C. H. schreibt, brauchen keine öffentlichen Schwimmbäder, deren Kinder besuchen Privatschulen, sie werden in Privatkliniken behandelt. Die brauchen auch keinen öffentlichen Nahverkehr. Mit Leuten wie wir haben die sowieso nichts zu tun. Das erklärt den naiven Zynismus seiner Frage.
“Bedingungsloses Millionärsdasein für alle!”
Was? Aber doch nicht für die niederen Stände, die sollen Kuchen essen und gut iss.
Nein, ein vernünftig und gerecht organisiertes Gemeinwesen würde es gar nicht dazu kommen lassen, dass der Zugang zu gesellschaftlichen Ressourcen derart ungleich verteilt ist, da je größer solche Ungleichheit umso größer die Machtasymmentrie im Gemeinwesen. Denn Letzten Endes geht es beim Reichtum doch um Macht über den Anderen. Es gibt daher keine wirkliche Freiheit ohne Gleichheit
“Was? Aber doch nicht für die niederen Stände, die sollen Kuchen essen und gut iss.”
Das Putzige an diesen Schurken und ihrer intellektuellen Dienerschaft ist ja, dass sie tatsächlich glauben, alle Welt beneide sie um ihre Leere
Na,wenns richtig läuft mit der Inflation,und dann das Brot ne Million kostet. ;-)
Ich war auch schon Millionär.
Damals in Polen als es den Zloty noch gab.
Tütenweise Scheine.
War schon geil sich als Millionär zu fühlen.
Mfg
@salvo: Bist du der Meinung, dass sich das Gemeinwesen zentral organisiert oder organisiert es sich dezentral?
@Robert
worum geht es dir bei dieser Frage? Um die Unterscheidung zwischen Staat (zentral) und Markt (dezentral)? An solchen einfachen logischen Oppositionen glaube ich nicht. Es dürfte eher so sein, dass Staat und Markt die zwei Seiten des selben Gewaltverhältnisses sind – aus der Perspektive von unten, desjenigen, der sowohl auf dem Markt seine Arbeitskraft feilbieten als auch sich dem Staat als Subjekt unterordnen muss
Nein nicht diese Unterscheidung, nicht alle dezentralen Organisationsformen sind marktförmig.
Worum es mir geht ist folgendes: Deine Forderung nach einem gerecht organisiertes Gemeinwesen klingt, so wie du es formulierst sehr nach der Gesellschaft aus dem Reißbrett. Da sich aber wesentliche Ordnungsstrukturen der Gesellschaft dezentral entwickeln, ist ein Gesellschaftsentwurf aus dem Reißbrett zum Scheitern verurteilt.
du meinst, wenn man die Reichen darum bittet, der Gesellschaft ein Teil dessen zurückzugeben, was sie sich zuvor angeeignet haben? Ideal ist das tatsächlich nicht. Viel besser wäre es hingegen, wie Galbraith vorschlägt, es gar nicht zu solchem Diebstahl kommen zu lassen.
Wem haben die Millionäre Winterkorn, Gottschalk, Sarrazin, Ballack oder Wallraff etwas gestohlen?
selbst wenn ich Ihnen das sagen würde, würden Sie das nicht glauben wollen
Dann sagen Sie es doch.
das Gemeinwesen als solches einerseits, und dann durch der Umstand, dass es in diesem Gemeinwesen Armut gibt, dh die Differenz zwischen dem Stand der Produktivkräfte und dem tatsächlichen Einkommen breiter Bevölkerungsschichten
Dem Gemeinwesen. So so… Sagen Sie doch einfach, dass Sie es nicht wissen. Wenn diese Leute kein Herz haben, okay. Betrug und Diebstahl sollte man aber beweisen können, ansonsten grenzt das an Rufmord.
Wem hat die Frau mit den abgelaufenen Maultaschen aus dem Abfall oder der Mann mit dem Kinderbett vom Sperrmüll etwas gestohlen?
Warum wurden die verurteilt und um ihre Existenzgrundlage gebracht?
Himberger hat schon teilweise recht mit seiner (rhetorischen) Frage. Die genannten Personen und auch alle Millionäre haben uns nicht direkt etwas gestohlen. Sie haben nur die Möglichkeiten ausgeschöpft, welche Ihnen unser Rechtsstaat und der Markt bietet. Sollte eine Bereicherung ausserhalb dieses Rahmens (und meiner Meinung nach ist Steuerbetrug- wie auch Hinterziehung hier die schlimmste Form, da sie die Allgemeinheit trifft) stattgefunden haben, dann sollte man sie nicht auch noch mit Samthandschuhen anfassen (siehe z.B. neues Steuerabkommen, Amnestien, etc…), denn schliesslich müssen sich Niedrig- und Normalverdiener auch gläsern machen, sobald Sie dem Staat (Volk) etwas schulden.
Ich verstehe wahrscheinlich was salvo und die anderen meinen, dennoch haben wir das alle zum grossen Teil mitverschuldet. Wir können nicht seit ca. 30 Jahren zusehen, dass so gut wie alle etablierten Parteien eine Politik für sich und sagen wir bestenfalls 20% der Bevölkerung betreiben, aber weiterhin brav ein Kreuzchen bei eben diesen machen oder sich gar komplett enthalten und über die Demokratie schimpfen (ob die jetzige Form im Sinne einer paramalentarischen Demokratie das nonplus Ultra darstellt ist nen eigener Diskussionspunkt). Was scheinbar immer noch viele hier nicht verstanden haben, Demokratie ist nicht nur Recht, sondern auch Pflicht. Wer nicht wenigstens das aus dem Geschichtsunterreicht mitgenommen hat, braucht sich auch nicht über bestimmte Entwicklungen wundern.
@Himberger
Nun noch etwas zu “Ungleichgewichten”. Eine gewisse Asymmetrie bei der Verteilung von Ressourcen (Geld ist ja nur Mittel zum Zweck) wird es immer geben, das System ist dabei fast egal, da spielen noch zig andere Faktoren eine Rolle. Jedoch sollte eine möglichst homogene Verteilung angestrebt werden, besonders in so einem hochentwickelten (technisch, nicht unbedingt geistig) Land wie Deutschland ist alles andere dumm und gefährlich. Selbst wenn wir jemand, der ne Mille im Jahr macht, mit 70% besteuern, hat derjenige immer noch absolut 300.000. Besteuerst du jemand mit 30.000 im Jahr nur mit 30%, hat der dennoch nur 20.000 übrig. Somit entsteht eine ungesunde Asymmetrie, da der mit mehr Geld(Ressourcen) auch politische Macht ausüben kann. Diese Person (ist ja nur menschlich) verfolgt seine eigenen Ziele um noch mehr Geld zu erhalten, einmal um sein Lebensstandard zu halten oder gar zu verbessern. Das Problem ist, dass dem seine Ziele oft diametral zum Allgemeinwohl stehen, jedoch der mit mehr Geld eher die Möglichkeit hat für seine Methoden zu werben (weil sie für ihn ja wunderbar funktionieren und er natürlich möchte, dass es so bleibt oder gar Politik noch mehr in seinem Sinne betrieben wird). Der Erfolg gibt im Recht, würde der Volksmund sagen. Nur wenn wir Erfolg rein monetär bewerten, ist das ein äusserst geistig schwacher Zustand der Menschen im 21.Jh.
Oder willst du etwa irgendwann Zustände wie in Russland? Oder vielleicht sogar wie in manchen afrikanischen Staaten? Ach da reicht schon ein Blick nach Polen. Schon mal nen Städtchen mit 25% Arbeitslosigkeit gesehen und Wanderfirmen? Die kommen, stellen 500 Arbeitsplätze für einen Hungerlohn, den 5000 haben wollen und sich noch mit Überstunden und unbezahltem Urlaub gegenseitig übertrumpfen und ausbooten, weil es kein soziales Auffangnetz gibt, die Kinder hungrig sind und nunmal jeder alles macht (auch wenn sie sich selbst und der Gemeinschaft damit eigentlich auf lange Sicht schaden, aber mit leerem Magen ist politischer Widerstand schwer) um über die Runden zu kommen. Die Fabrik macht Riesenumsätze (aber natürlich durch Steuertricks kaum Gewinn, ergo kaum Steuern) und ist das Feld abgegrast, zieht es nach 3-4 Jahren weiter wie ne Heuschreckenplage. Sklaverei im 21. Jh sieht genau so aus. Von den anderen Aspekten mal abgesehen (Umweltschäden, Nutzung der Infrastruktur aber keine/kaum Beteiligung am Erhalt/Ausbau, Ausnutzung der Bevölkerung, Subventionen kassieren welche in private Gewinne münden, usw.). Kapitalakkumulation und politische Macht auf der Einen, Armut und Angst vor dem Hunger auf der Anderen. Hatten wir alles schon hier, nannte sich Manchester Kapitalismus in den 20/30 Jahren, wo die Arbeitnehmer (also die Masse) quasi keine Rechte hatten.
Das Spiel kannst du bis zum gewissen Grad treiben. Durch Manipulation, Angst (passiv z.B. durch Medien oder aktiv durch Militär/Staatsterror), Krümmel, Propaganda, etc… kann man es ne zeitlang fahren. Doch meist sind die Symptome desto stärker, je höher die Unggleichheit ausfällt, besonders dann wenn der Anteil derer hoch ist, wo es nicht mal für die Grundbedürfnisse ausreicht. Man hat eine erhöhte Kriminalität, die Gefahr zu Bürgerkriegen, Drogenkartelle, usw. Um es kurz zu sagen, man darf Gleichheit nicht mit der Aufhebung von Individualität und Freiheit verwechseln (das macht die FDP sehr gerne und holt immer wieder die Angst vor Kommunismus/Sozialismus hervor, als ob es nichts anderes ausser Kapitalusmus gäbe und als ob der nicht min. genauso viele Opfer hat wie alle bis jetzt dagewesen Systeme. Der Mensch und seine Schwächen sind das Problem und nicht die Staats-/Wirtschaftsform. Aber ein gutes System könnte diese Auswüchse bremsen. Wenn wir aber in der Gesellschaft einen loben, der mit kursfristigem Profitstreben einen Reibach macht und zwar ohne Rücksicht auf Verluste. Wenn das unser Prototyp des “Leistungsträgers” ist, dann laufen wir dem Abgrund aber sowas von entgegen. Mit Gleichheit erkaufe ich mir einen höchstmöglichen Zustand an Zivilisation.
Im Grunde muss man den Reichen kein Geld wegnehmen.
/(Anmerkung der Moderation, Gewalt ist nie eine Alternative, im Grunde muss nur das Recht wieder eingeführt werden)/
Schengen will man ja eh kündigen. Da kann man die potentiellen Kandidaten ja präventiv mit Ausreiseverbot belegen. Geht nicht? Abwarten.
Ok in England müsste man nach der Regel Joanne K. Rowling an die Wand stellen. Ist das Fair?
Wo liegt das Problem? Sie hat es ja durchaus in der Hand der Zielgruppe zu entwischen.
Auf auch das Risiko hin gebannt zu werden: Was du vorschlägst, ist nicht besser als das was die Nazis gemacht haben. Sogar die Motive dürften recht ähnlich sein.
Wenn du wirklich nicht siehst wo das Problem ist, willkürlich Menschen zu ermorden, ist das Ende der Diskussion erreicht.
@ Robert Michel
Wodurch unterscheidet sich der Denkansatz qualitativ vom US-amerikanischen Vorgehen, Personen, die “den USA” möglicherweise Schaden zufügen könnten, einfach mittels Drohneneinsatz präventiv zu töten, nur weil ihr Bewegungsmuster “unnormal” sei?
Schön zu sehen, wie die Linke hier die Maske fallen lässt und allen zeigt, was für ein Menschenbild sie vertreten. „Der Zielgruppe entkommen“ heißt also dafür zu sorgen, dass man möglichst wenig hat. Oder sich einfach vom Acker zu machen. Es bräuchte einen „antifaschistischen Schutzwall“, damit die Leute nicht mit den Füssen abstimmen. Wer will schon erschossen werden, nur weil er nach Definition des Staates, in dem er lebt, zu reich ist?
Da müsste man schon ein wenig nachhelfen und die Leute zu ihrem Glück überreden, damit sie da bleiben. Ist ja nicht weiter schlimm, weil es dem Allgemeinwohl dient.
Also schön die Füße hochlegen und gar nichts tun. Alles andere ist Ausbeutung und Unterdrückung, ist ja schließlich genug da für alle. Nach kurzer Zeit wären die Reichen, die am Ende des Jahres an der Wand stehen würden, nach heutigen finanziellen Maßstäben zu bedauern. Und es würde nicht lange dauern, bis der Reichtum verfressen wäre und der Saat pleite…
Hatten wir alles schon mal, aber die Rechnung haben am Ende alle begleichen müssen und nicht diejenigen, die ein solches Modell vertreten.
Kommunisten sind rotlackierte Faschisten. Wie wahr.
@Cherio
Also doch besser das US-amerikanische Modell, das alle potentiellen System-Gefährder präventiv eliminiert, weil ihr Bewegungsmuster auffällig ist. Aus Kostengründen soll die Eliminierung der Feinde Amerikas weitgehend automatisiert ablaufen.
Shitop hat recht. Wenn die Ungerechtigkeiten von einer Gruppe reicher Leute ausgehen, dann ist die Toleranz im Volk wirklich ausufernd. Die Amerikaner (und dort ist es die Oberschicht die bestimmt) gehen mordend und sengend durch die Welt. Vor den Augen der Öffentlichkeit ist in Guantanamo ein KZ aufgebaut worden. Und das alles interessiert eigentlich niemanden.
Schönes aktuelles Beispiel für die Maßlosgikeit und Dreistigkeit der Reichen: Unsere Supersimulantin Julia Timoschenko.
Die glaubt doch wirklich – trotz einer rechtskräftigen Verurteilung – Sonderrechte beanspruchen zu dürfen. (Sie möchte eine Amnestie wegen Rückenschmerzen erwirken. Kein Witz! Die Frau ist blond und sie hat blonde Fürsprecher im Westen).
So dummdreist treten nur die Reichen auf. Und sie werden von ihrer Klasse unterstützt und haben leider allzuoft Erfolg.
@Fette Beute
Dass sie rechtskräftig verurteilt ist, ist für mich kein Argument.
Julija Timoschenko hat viel Geld der Allgemeinheit nicht im Sinne der Allgemeinheit ausgegeben und bei der Gelegenheit in die Kasse gegriffen. Um so eine im Knast sehen zu wollen, brauche ich keine Juristen.
Hier in der BRD wird man mit sechs Monaten Knast bedroht, wenn man sich weigert eine Eidesstattliche Versicherung abzugeben, weil irgend ein Gericht auf Geheiß der GEZ das von einem fordert. Das ist doch mal ein Grund, in China oder im Iran um Asyl zu bitten.
@Robert Michel
Wo ist das Problem? Lasst “die Märkte” entscheiden! Man könnte ja nach dem CDS-Prinzip Optionen herausgeben – Töten oder nicht töten.
Laut Merkel-Doktrin ist das doch sehr fair, weil “die Märkte” hier rational entscheiden.
Der Mächtige tut, was er will. Er setzt sich mit Gewalt durch. Und er macht das, was er tut, zu Recht.
Die Behauptung, dass Macht aus Recht entstünde, ist eine dreiste Lüge. Es ist genau umgekehrt.
Es muss nur die Macht verschoben werden. Es ist nicht nötig, dass, ja sogar schädlich, wenn das zu Recht gemacht wird.
Im Grunde muss nur das klare Denken wieder eingeführt werden.
Aber in einem Punkt hast du recht. Gewalt ist nie eine Alternative. Gewalt erzeugt Bockigkeit. Man kann niemanden durch Gewalt zum Denken zwingen.
Recht ist die vorgeschobene Begründung für Gewalt. Juristerei ist die Vernebelung, die das Denken blockiert.
Juristerei ist Opium fürs Volk.
@Christian Hirnberger
Und was wird besser, wenn man die bestehenden Verhältnisse/Ungleichheiten prolongiert?
Die übergroße Masse kann in den bestehenden Verhältnissen gut leben. Bei dem was historisch gesehen dabei herauskam, wenn sich jemand anschickte die bestehenden Verhältnisse über den Haufen zu werfen, kann man das nicht behaupten.
die Verhältnisse werden ständig ‘über den Haufen’ geworfen. Sie meinen, dass die jeweilige Ergebnisse jeweils in Ordnung sind, solange diese in ihren Worten ‘dezentral’ hervorgebracht würden. Jeder Versuch sich dem ‘natürlichen’ (bei Ihnen verbirgt sich der Markt dahinter, Natur = Markt) Gang der Dinge zu widersetzen, ist also ‘Gewalt’. Armut ist in diesem Sinne in Ordnung, da Ergebnis eines natürlichen Prozesses, der Widerstand dagegen jakobinische Gewalt. Das hört sich alles nach einerm einfachen Modell der Affirmation der bestehenden Herrschaftsverhältnisse und der Leugnung, dass sie die jeweils herrschenden Verhältnisse im Wesentlichen das Produkt von hisdtorisch sich austragenden asymmetrischen Machtbeziehungen sind.
Das was ShitOp vorschlägt ist tatsächlich jakobinische Gewalt. Für einparr Stunden weniger Arbeit pro Monat oder ein paar Hundert Euro mehr wäre er bereit über Leichen zu gehen.
das zeigt auch wie wichtig es war die Berichterstattung der Bild hier zum Gegenstand der Diskussion zu machen. Die Verweigerung durch Journalisten der SZ zeigt das die Berufsethik zumindest bei einigen noch einen Wert darstellt, wenn sich das auf die zukünftige Berichterstattung auswirkt, gibt es Grund zur Hoffnung..
@Robert Michel
Dann bin ich ja beruhigt, wenn das also scheinbar eine Art Naturgesetz ist, nach dem “Die übergroße Masse in den bestehenden Verhältnissen gut leben kann.”
Heureka!
Und was ist die Antwort auf meine Frage?
Die Lebenverhältnisse in den Schwellenländern werden besser. Immerhin 4 Milliarden Menschen, zählt aber hier wohl nichts weil man so einfache Tatsachen nicht wahrhaben will.
@Robert Michel
Die Lebensverhältnisse in “den Schwellenländern” werden mitnichten besser. Schulen waren für alle kostenlos erreichbar. Heute kostet der Schulbesuch pro Kind 3 Monatslöhne pro Jahr. Die Preise für landwirtschaftliche Produkte fallen dank EU-Subventionen so tief, dass sich der Anbau im Schwellenland nicht mehr lohnt. Was soll daran besser sein?
Gibt es für diese stolze Behauptung auch einen Beleg?
Artikel 14
(1) Das Eigentum und das Erbrecht werden gewährleistet. Inhalt und Schranken werden durch die Gesetze bestimmt.
(2) Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.
(3) Eine Enteignung ist nur zum Wohle der Allgemeinheit zulässig. Sie darf nur durch Gesetz oder auf Grund eines Gesetzes erfolgen, das Art und Ausmaß der Entschädigung regelt. Die Entschädigung ist unter gerechter Abwägung der Interessen der Allgemeinheit und der Beteiligten zu bestimmen. Wegen der Höhe der Entschädigung steht im Streitfalle der Rechtsweg vor den ordentlichen Gerichten offen.
@superguppi
“Gibt es für diese stolze Behauptung auch einen Beleg?”
Ja, hier:
http://de.wikipedia.org/wiki/Verm%C3%B6gensteuer_%28Deutschland%29#Diskussion_um_Verfassungswidrigkeit
Es gilt ja nicht nur der Wortlaut der Paragraphen, sondern auch deren Auslegungen z. B. durch die Gerichte bis zum höchsten Verfassungsgericht, vorliegend Karlsruhe.
Grüße
Dann lesen Sie mal diesen Abschnitt nochmal.
@Superguppi
Ja und? Was hat:
“Eine allgemein verbindliche, absolute Belastungsobergrenze für Steuern in der Nähe von 50 % lasse sich aus dem Grundgesetz nicht ableiten”
(der später wieder kassierte Halbteilungsgrundsatz ist damit gemeint, NICHT die Ungleichbehandlung verschiedener Vermögensarten!)
mit
“Eine Fokussierung auf die Geldvermögen, wie sie beispielsweise in regelmäßigen Abständen vom Publizisten Harald Schumann vorgenommen wird ist nicht sinnvoll und auch nicht umsetzbar, verstößt sie doch gegen das Grundgesetz.”
zu tun? Das ist ein völlig anderer Aspekt, um den dubiosen “Halbteilungsgrundsatz” (btw: eine Kirchhof-Erfindung) gehts an deser Stelle nicht. Jens Berger hat mit seiner Darstellung doch recht. Übrigens befürwortet er im Artikel eine VERFASSUNGSGEMÄSSE (!) Vermögenssteuer, wie ich übrigens auch. Würde eine Vermögenssteuer NUR für Geldvermögen eingeführt, stünden die Gegner stante pede in Karlsruhe auf der Matte, und bekämen auch noch recht, weil alle anderen Vermögens-Arten außen vor blieben, und das meint der SF: Entweder alle Vermögensarten, oder keine, sagt Karlsruhe.
Lesen Sie einfach die Artikelpassagen und die Wikipedia-Passagen nochmal, vielleicht leuchtet Ihnen der Unterschied dann ein. Wenn nicht kann ich nicht mehr weiterhelfen. ;-)
Grüße
Sehr sachlicher Artikel, aber eine große Lösung wird es nicht geben, da bei allen politischen Parteien, außer “Die Linke” keine Wille zur Umsetzung vorhanden ist.
- Ein erster Schritt sollte eine angemessene Besteuerung der oberen 30%-Einkommen sein. Hier sollte das “Armrechnen” des Einkommens nicht möglich sein.
- Der zweite Schritt muss sein, dass alle Gewinne/Einkommen aus Tätigkeiten – gleich welcher Art – Deutscher im In- und Ausland der Versteuerung von mindestens 50% ohne “Armrechnen” unterliegen. Hier ist die amerikanische Blaupause dazu zu nehmen. Auf Grund dieser US-Maßnahme lehnen immer mehr deutsche oder Banken in Deutschland das Geld amerikanischer Millionäre ab, denn es können beachtliche Strafzahlungen auf die Banken zukommen, wenn sie die 400 seitigen, neuen US-Vorschriften nicht vollständig beachten.
Warum sollen wir hier nicht von Ober-Kapitalisten lernen?
Ich sage mir, wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Es geht bei diesem Problem nicht um den fehlenden Weg, um es mal so schlicht zu sagen.
falscher Ansatz: ja, wie hatte es Galbraith kürzlich im Gespräch auf den nachdenkseiten formuliert?
“Das war schon immer eine interessante Diskussion unter Wirtschaftswissenschaftlern, deren professionelle Überzeugung es war, dass man, egal welche Verteilung sich vor Steuern ergibt, diese zulässt, um sie dann durch das Steuersystem neu zu verteilen, und ich fand das noch nie sehr überzeugend. Ich denke, was wirklich passiert, ist, dass die Verteilung vor Steuern im wesentlichen ein regulierendes Ergebnis, ein Produkt zuvor getroffener sozialer Entscheidungen, ist. Es hat, unter anderem, mit Mindestlöhnen, dem Stand der Gewerkschaften und unglaublich vielen anderen gesellschaftlichen Faktoren zu tun. Eine akzeptable und gerechte Verteilung vor Steuern zu haben ist um ein vielfaches stabiler, als diese im nachhinein durch Steuerschlüssel wieder auszugleichen, da es einen ungeheuren politischen Widerstand dagegen geben wird nachdem man ihnen einmal soviel Einkommen vor Steuern zugestanden hat.”
hört Ihr denn Euren Gesprächspartnern überhaupt zu? :-)
.Sehr richtig, aber wichtiger als Gewerkschaften und Mindeslöhne dürfe sein, dass es auf keinem Markt zu hohe Eintrittsbarieren gibt. Eine große Einkommensungleichheit vor Steuern erhält man nur, wenn es viele vom Wettberwerb geschützte Bereiche gibt, an denen sich verschiedenen Klüngelrunden bedienen können.
nein, markt und Wettbewerb funktionieren nach dem Prinzip Gewalt, sie sind prinzipiell unethisch
Mal konkret wer tut wem Gewalt an, der Verkäufer dem Käufer? Oder andersherum der Käufer dem Verkäufer? Eigentlich ist Markt und Wettbewerb das natürlichste der Welt.
Andersherum wird ein Schuh draus, man benötigt Gewalt um Wettbewerb und Märkte zu verhindern.
ja, in der ideologischen Perspektive mögen Markt und Wettbewerb das ‘Natürlichste’ der Welt sein. Nur merkwürdig, dass Anthropologen wie zB David Graeber in “Debt the first 5000 years” bei ihrer Untersuchung von den so genannten Naturvölkern keine Spur von Markt und Wettbewerb (in seiner ‘primitiven’ Form, nämlich Tausch) finden konnten. In seinem Kapitel ‘The myth of barter’ zeigt er auf, wie Adam Smith diesen Mythos formulierte, um die Disziplin der Ökonomie zu begründen.
“In the years after Columbu, as Spanish and Portuguese adventurers were scouring the world for new sources of gold and silver, these vague stories disappeared. Certainly no one reported discovering a land of barter. Most 16. and 17.-century travelers in the West Indies or Africa assumed that all societies would necessarily have their own form of money, since all societies had governments and all governments issued money”
Um auf dein Beispiel zurückzukommen: Die Verhöltnis zwischen Käufer und Verkäufer ist ja gerade dadurch ein Gewaltverhältnis, dass es eine zwischenmenschliche Beziehung auf das Warenverhältnis reduziert.
Du scheinst David Graeber nicht ganz verstanden zu haben. Es geht ihm nicht darum zu zeigen, dass es in der Steinzeit keinen Handel gab. Den gab es sehr wohl, wie man an der Verbreitung von Waren sieht, die nur an besonderen Orten hergestellt werden konnten. Er will stattdessen zeigen, dass der die spezielle Form des Tauschhandels eine historische Fiktion sei.
Wenn du anonyme Beziehungen, wie sie für arbeitsteilige Massengesellschaften typisch sind, für Gewalt hältst, wirst du wohl nur bei Naturvölkern glücklich werden. Massentauglich sind solche Bedürfnisse sicher nicht.
inwieweit sind Markt und Wettbewerb’ das ‘Natürlichste der Welt’, wenn die Disziplin, die sie definiert, auf einem Mythos beruht?
Ich habe nicht von anonymen Bezeihungen an sich gesprochen, sondern von den spezifischen Beziehungen, die der Markt bestimmt.
Vielleicht hilft die moderne Verhaltensforschung bei dieser Diskussion weiter:
Affen scheint man das Tauschen beibringen zu können…
Vielleicht sind diese Experimente aber auch nur ein Beweis dafür, dass Doktor Marx kein echter Wissenschaftler war. Vielleicht hätte er sonst das Experiment des Kommunismus zuerst an Affen ausprobiert… ;-)
am_rande
ja, sogar Affen kann man angeblich das Handeln beibringen, man kann sie also konditionieren, wie man Menschen konditionieren und manipulieren kann. Da man sie aber dazu dressieren muss, scheinen sie das nicht von sich aus, aus freien Stücken, und schon gar nicht in ihrem natürlichen Lebenszusammenhang zu tun. ‘Bedauerlicherweise’ kommen die Affen nicht selbst drauf. Ja, und bobonos kann man sogar das Kommunizieren mit Symbolen beibringen. Aber so wird es sein, es bedarf einer zentralen Gewalt, einer autoritären Erziehungsinstanz, um einem Lebewesen das Handeln beizubringen
btw ich werde jetzt meinem Hund das Handeln beibringen. Er gehorcht ja seinem Herren :-)
Kann es sein, dass Sie auch der Meinung sind, es gäbe einen “Arbeitsmarkt”? Dann wundert mich natürlich nichts.
“Eigentlich ist Markt und Wettbewerb das natürlichste der Welt.”
Diese These wird uns seit einigen Jahren Tag für Tag von den Medien eingehämmert. Die Märkte werden zur Gottheit erklärt, der Wettbewerb zur Daseinsberechtigung. Jeder müsse sich anstrengen und “fit” machen für den Wettbewerb, die Arena. Die Menschen werden eingeteilt in Gewinner und Verlierer.
“Service public” – ein Begriff aus der Schweiz (Postautoverbindungen in abgelegene Alpenseitentäler, defizitär zwar, aber zugunsten der benachteiligten Bergbevölkerung) ist nicht mehr up to date. Gemeinwohl ist nicht mehr das Ziel, wird kaum noch thematisiert, geht also bald in Vergessenheit. Unsere Kinder werden gross in einer Welt von permanentem DSDS, Wer gewinnt die Million. Überall nur noch Verlierer oder Gewinner, Reiche oder Arme, Überfluss oder Mangel, Wellness oder Siechtum.
Diese permanente Gehirnwäsche für Wachstum und Wettbewerb kann eine Gesellschaft in ihrem Denken innert 10 bis 20 Jahren wertemässig total umkrempeln.
Wachstum durch Strukturreformen = noch mehr Wettbewerb
“Die Menschen werden eingeteilt in Gewinner und Verlierer.”
Aber nein, es können alle nur gewinnen, dank der unsichtbaren Hand.
“Ein zweites Mal verwendet Adam Smith die Metapher im vierten Kapitel seines Buchs Theorie der ethischen Gefühle. Dort beschreibt er wie die Wohlhabenden, ohne dies bewusst zu beabsichtigen, von einer unsichtbaren Hand dazu geleitet werden ihren Reichtum mit den Armen zu teilen.”
http://de.wikipedia.org/wiki/Unsichtbare_Hand
@Jacques Roux
Adam Smith war sich wohl noch nicht im Klaren darüber, wie die Früchte von WalMart aussehen werden.
Wenn Adam Smith von der “Vorsehung der unsichtbaren Hand” faselt, beweist dies, dass der Glaube an die ausgleichende und moralische Kraft der Märkte (F. Merz) eine Religion ist.
@Herr Karl
Die Vorsehung des A.Smith von der unsichtbaren Hand ist u.U. richtig, aber mit Worthülsen die in der SPD geführten Regierung unter Schröder zur Perfektion gelangen, wurde tatsächlich und der Meinung bin ich ebenso, der Versuch unternommen diese Gesellschaft umzukrempeln. Beispiele in den Kommentaren zur “linken Männerpolitik” machten deutlich, das eine Gesellschaft in der Empathie und die Fähigkeit als menschlichen Eigenschaft dazu, ersetzt wurden durch “Optimierung und Eigenverantwortung die mit den nötigen Innovationen” ungefähres Zitat von Gerhard Schröder, die angeblich getätigt werden müssen, einschließlich Profit orientiert sind und den Untergang einer Gesellschaft beschleunigen, das wird am Kapitalmarkt besonders deutlich.
Wenn in der Finanzindustrie vor der Finanz-Krise, vom damaligen IWF-Chef H.Köhler neue innovative Produkte gefordert wurden und diese Aufforderung ging an die USA um am Markt erfolgreicher zu sein, dazu beachte man bitte die Wirtschaftsdaten der USA ab 1990 und das innovative Produkt dann z.B. “CDS” genannt und vom Bundeskanzler Schröder durch Innovationen im eigenen Land gefördert werden, Erneuerung ist auch wenn Aufsichtsinstrumente am Finanz und Kapitalmarkt zerstört werden, dann wird die unsichtbare Hand in Tafeln gemessen, die den Abfall von Lebensmitteln der Konzerne erhalten, die möglichst alle anfallende Kosten innovativ vermeiden, o.ä. Der Herr Smith wusste ja nix von der gestaltenden Kraft und Macht der Märkte an den Börsen der Welt, könnte ich mir denken!?
Zur “unsichtbaren Hand” des Adam Smith wäre mE schon noch anzumerken, daß er mit dieser Metapher einen klarenGedankengang griffig beschreiben wollte, und im weiteren ausführte, wie man in dem Wikipedia-Artikel weiter unten unter “Ökonomie” nachlesen kann, daß die positive Wirkung der “unsichtbaren Hand” sich seiner Meinung nach nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen entfalten konnte:
http://de.wikipedia.org/wiki/Unsichtbare_Hand#.C3.96konomie
Von weltweit vagabundierendem Kapital, dem man AUF GAR KEINEN FALL in den Arm fallen darf, ist nämlich bei Smith nicht die Rede, aber so genau wollen es heutige Marktprediger garnicht wissen. ;-)
@Mod
von Finanzmärkten hatte Smith – natürlich unter Bedingungen des 18. Jhdts. – sehr wohl eine Vorstellung, auch davon, was gewissenlose Banker anrichten können, er war ja nicht nur Moralphilosoph, sondern auch Ökonom. Es gibt z. B. diese berühmte Passage im “Wohlstand der Nationen” (in meiner Ausgabe auf Seite 324), die auch Rudolf Hickel seinem neuen Buch “Zerschlagt die Banken” vorangestellt hat:, hier ein Ausschnitt:
„ … Ausübung der natürlichen Freiheit einiger weniger, welche die Sicherheit der ganzen Gesellschaft gefährden könnte, muss von den Rechtsordnungen aller Staaten verhindert werden, der freiesten wie der
despotischsten. Die Verpflichtung zur Errichtung von Brandmauern, um das Übergreifen von Bränden zu verhüten, ist ein Verstoß gegen die natürliche Freiheit von genau der gleichen Art
wie die hier empfohlenen Beschränkungen des Bankgewerbes”
Das sind genau DIE Art der Formulierungen ökonomischer “Gottväter”, von denen heutige Neoliberale und Marktradikale keine Ahnung haben, wenn sie von der “unsichtbaren Hand der Märkte” faseln. Ich könnte mir vorstellen – was sich natürlich nicht beweisen lässt -, das Mr. Smith sehr wohl ein Problem mit Spekulation auf Lebensmittelpreise hätte, wenn sie, wie es heute der Fall ist, Menschenleben kostet.
Grüße
Die ökonomischen Götter der freien Märkte übersehen Heute dabei immer das z.B. J.M.Keynes den Staat zum eingreifen zwingt in seiner Theorie um ein Gleichgewicht zu erhalten, das Einkommen sich auf den Konsum auswirken und so weiter.. wird aber gerne verschwiegen. Denke wie Smith auch würden die sich im Grab umdrehen bei dem Gedanken wie ihre Markttheorien missbraucht werden!
Ja, “Mod” so siehts leider aus.
Smith war Ökonom der “Klassik”, er ging, wie üblicherweise so ziemlich alle seiner fachlichen Zeitgenossen, davon aus, daß der “Markt” ein Gleichgewicht hätte, und deshalb ein Eingreifen nicht nötig sei, außer, wie in dem Bank-Beispiel, einige betreiben Geschäfte, die den Staat in den Abgrund reißen können, dann müssen UNBEDINGT Regeln her. Und wer muss die Regeln setzen? Der Staat natürlich, wer auch sonst? Außerdem ging bei Smith – nach dem, was ich bisher von ihm gelesen habe – viel mit einem Sinn für Vernunft, Verantwortung und durchaus für Soziales einher, und bei Smith hatten solche Begriffe noch einen anderen Gehalt als die hohlen Worthülsen eines Herrn Gauck. Z. B. findet man bei Smith auch die Haltung, daß dann, wenn die “harmonische, sich selbst regulierende Wirtschaftsordnung” es doch nicht schafft, eine Region mit notwendigen Waren (z. B. Lebensmittel) zu versorgen, sind selbstverständlich staatliche Stellen in der Verantwortung, das zu organisieren. Ein Verhalten, Menschen in ganzen Regionen aus ideologischen Gründen abzukoppeln, wäre ihm sicherlich ein Gräuel gewesen. Für heutige Marktprediger siehts idT so aus, daß man eben keine Markt-Regeln brauche, und “Verantwortung” im Grunde eine Metapher für “Verantwortungslosigkeit”.
Keynes wird seit Jahrzehnten zum “Gottseibeiuns” der Eliten erklärt, historisch haben u. a. Hayek und Friedman seine Lehren bekämpft, vor allem letzterer leider mit bombastischem Erfolg, Friedmans Monetarismus haben wir die “angebotsorientierte Wirtschafts-Lehre” der letzten 30 Jahre zu verdanken, unsere heutigen “Neoliberalen” vertreten genau die gescheiterten alten Neoklassik- und Wirtschafts-Liberalismus-Lehren, die u. a. vor 80 Jahren krachend gescheitert sind, und dennoch heute brachial wieder durchgesetzt werden.
Zum Glück gibts Leute wie Flassbeck, Gustav Horn, Bofinger u. a., die eben genau die anderen ökonomischen Thesen vertreten, daß der Staat eingreifen MUSS, wenn es erforderlich wird. Wer hätte auch sonst die Stärke, entsprechende, notwendige Regeln durchzusetzen? Wir wissen, wem es nützt, wenn es kaum oder keine Regeln auf den Märkten gibt, und der Staat sich weigert, Regeln zu setzen: den Stärksten.
Darüberhinaus haben wir die Situation, daß die Stärksten auch noch durch gezielte Gesetzgebung begünstigt werden.
Ich bin sehr gespannt, wie sich das mit Hollandes Programm entwickelt. ;-)
Grüße
@salvo
Genauso isses. Laut A.F. Börner, Bundespräser GH, AH & DL, ab 02:25 (Weinkönigin Brüderle dazwischen), verkürzt aber so wie ich’s verstehe: “Wirtschaft ist eine binäre Angelegenheit – wir müssen den Auftrag kriegen – und dafür heiligt der Zewck die Mittel!”
Wer den Streifen noch nicht gesehen hat, imho: Es lohnt sich! Echt gruselig!
“Eine akzeptable und gerechte Verteilung vor Steuern zu haben ist um ein vielfaches stabiler, als diese im nachhinein durch Steuerschlüssel wieder auszugleichen, da es einen ungeheuren politischen Widerstand dagegen geben wird nachdem man ihnen einmal soviel Einkommen vor Steuern zugestanden hat”
Klingt gut. Aber wie bewerkstellligen? Jetzt, wo längst alle Dämme gebrochen sind? Lohnobergrenze? Hah. Wir schaffen ja nichtmal eine vernünftige Untergrenze.
Man führt einen “Solidarzuschlag für Einkommensbegünstigte” ein. Nach 40 Jahren haben sich alle daran gewöhnt. Zwischenzeitlich kann man den mehrfach erhöhen: SEb I, SEb II, ….
Mit sparen allein hält man keine Wirtschaft am Laufen und so sind Merkels Ideen genau für die Tonne, aus der sie gekommen sind!
Mal ein anderer Blick:
Seit 1997 wird durch das Urteil von 1995 keine Vermögenssteuer mehr erhoben.
Seit 17 Jahren hat die Politik auch hier die Hände im Schoß und macht nichts.
Man stelle sich mal vor, eine Ungerechtigkeit am anderen “Ende” der Gesellschaft würde dort für “zu viel” sorgen. Seit 17 Jahren. Trommelfeuer und “Bombenteppiche” seitens der Medien wären wohl stark untertriebene Begriffe für das, was sich dann abgespielt hätte.
@Noone
Siehe “Florida-Rolf”-Kampagne: Die medialen “Bombenteppiche” kamen von BILD, und “Bild-Bams-Glotze” -Kanzler Schröder ließ flugs durch Ulla Schmidt unterbinden, daß weiterhin Sozialhilfe an Hilfsbedürftige im Ausland gezahlt wurde, was damals noch geltendes Recht war:
http://de.wikipedia.org/wiki/Florida-Rolf
Aber bei Vermögenden ist das natürlich etwas gaaanz anderes … ;-)
Grüße
Ist zwar OT, ist aber ein ausgezeichnetes Beispiel für PRO-FDP Meinungsmache.
http://www.sueddeutsche.de/politik/fdp-im-aufwind-kein-bock-auf-verlierer-1.1353595
dreistere Meinungsmache ist kaum mehr möglich.
Das typische FDP-Klientel besteht nunmal aus Ärzten, Unternehmern, Apothekern, Juristen etc. sprich das sind Akademiker oder Leute, die ziemlich erfolgreich im Leben sind. Die Richtung stimmt schon so.
Auch intelligente Menschen können von Ihnen abweichende Meinungen vertreten.
@bingo
Belege die Kongruenz Intelligenz-Ausbildungsqualität.
Insbesondere bei Ärzten würde mich die Beweisführung interessieren.
Kongruenz ist der falsche Gedanke. Ich spreche hier von Korrelation und der ist in diesem Fall ziemlich hoch.
http://www.tagesspiegel.de/wissen/zwillingsstudien-die-aussagekraft-von-iq-tests-wird-regelmaessig-in-frage-gestellt-ein-fehler-/6065240-2.html
Mediziner sind schlau – also was die Mehrheit darunter wohl landläufig versteht. Das sind immerhin unsere Einser-Abiturienten :) Das Medizinstudium selbst hingegen ist reines Auswendiglernen und eine Verdummungsarbeit.
Sorry – der Artikel und die zugrundelegende Untersuchung ist Esoterikquatsch – wie eben “IQ”-Tests auch.
Wenn z.B. jemand ein Instrument erlernt – und das auch in hohem Alter – organisieren sich Teile des Gehirnes neu. Das Blasülz in dem SZ-Artikel negiert solche Prozesse.
Intelligenz ist nicht irgendetwas geschwurbeltes oder repetiertes, sondern eine dedizierte Fähigkeit, deren Potential ähnlich wie bei Muskeltraining durch Training erhalten oder erhöht wird.
Ich kenne Akademiker (auch Nicht-Mediziner ohne “Physik für Dummies”) und auch “1″er-Abiturienten, die so strunzdoof sind, dass es mich erstaunt, dass sie beim Kacken vor lauter Blödheit nicht gleich auch ihre Gedärme ausscheiden.
Ich kenne auch viele strunzdumme Akademiker und Einser-Abiturienten. Andererseits sehe ich die Tendenz schon so, dass Akademiker vom Durchschnitt her schlauer sind.
Ich glaube auch, dass Sie nur deshalb von Esoterik sprechen, weil die Untersuchung nicht unbedingt in Ihr Weltbild passt.
@bingo
Beweise?
Blödsinn.
Ich habe den Artikel doch verlinkt. Sie können ja auch ein Institut der Psychologie deswegen anschreiben. Ansonsten ist die Sache jetzt für mich beendet, da ich meinen konstruktiven Teil beigetragen habe.
@bingo
OK – aber wir wollen das doch richtig stellen: Du hast Deinen Glauben beigetragen.
@bingo
Sehr guter Kommentar.
Zustimmung.
Dies glaube ich auch. bzw. ich bin davon überzeugt, dass es so ist.
@habeichvergessen
Du hast wohl nicht ganz begriffen, dass “bingo” dahingehend argumentiert, dass ein wesentlicher Grundstein des Intelligenzpotentials durch genetische Disposition gelegt ist und dass in der Konsequenz nicht nur Akademiker schon ab der Geburt für eine Akademikerlaufbahn prädestiniert sind, sondern im Umkehrschluss auch die Genetik-Verlierer völlig zu Recht Hilfsarbeiter sind und auch keine gesonderte Chance verdient haben, weil es sowieso keinen Zweck hätte.
Das – und dieser speziell für Biologen doch ziemlich peinliche SZ-Artikel – widerspricht so ziemlich den meisten Erkenntnissen, die es in den letzten Jahren bezüglich Hirnforschung gegeben hat und führt nebenbei auch noch ganz elegant auf einen Eugenikweg, welcher schon im Dritten Reich favorisiert wurde.
So betrachtet:
könnte ich als bösartiger Mensch bei Dir eine gewisse genetische Disposition diagnostizieren, die mich daran zweifeln läßt, dass Du für eine akademische Laufbahn geeignet wärest.
Noch einer, der glaubt? Sogar aus Überzeugung?
Inwiefern denn Meinungsmache? Hast Du den Artikel mal gelesen? Ich finde, er ist nicht gerade FDP-freundlich. Eher neutral bis leicht gehässig.
Und ungebildet würde ich die FDP-Wähler nicht nennen. Eher ignorant. Das schließt sich (imho) nicht aus.
@Lennard
Bei den letzten Bundestagswahlen wurde die FDP nicht nur von Menschen, die man einer Elite zurechnen kann, sondern v.a. auch von Leuten, die gerne dazu gehören wollen, gewählt. Von Menschen, die sich womöglich von ihrer eigenen bescheidenen Lage ablenken wollen in dem sie sich selbst als “Gewinner” aufspielen. Soziale Aus- und Abgrenzung nimmt bekanntermaßen nach unten hin zu.
Genau die Menschen werden durch diesen Artikel angesprochen.
Darüber hinaus gehören Menschen wie z.B Dieter Bohlen, David Harnasch oder viele der Personen, die man z.B. auf Veranstaltungen zur Verleihung des Walter Rathenau-Preises antreffen kann, nicht wirklich zu einer wie auch immer gearteten Elite (wenn überhaupt zu einer finanziellen Elite, aber nur in Ausnahmefällen zu einer intellektuellen Elite). Menschen, die m.E. sich auch von einer Beschreibung “rational, gebildet usw.” angesprochen fühlen.
Kannst Du mir die Passagen zeigen, die Du als gehässig empfindest?
Wenn Du ein Beispiel für Meinungsmache suchst, schau Dir die ZEIT-Print-Ausgabe an:
Eine graue, sorgenvoll blickende Mutti – “Merkel – wie lange noch?”
Die NRW-Wähler wollen die “hochangesehene”, mächtigste Frau der Welt daran hindern, ihr segensreiches Werk fürEuropa (!) fortzusetzen. Schröder ist das leuchtende Beispiel.
Dagegen sehen die FDP-Helfer wie Amateure aus.
@Peleo
Zustimmung. Die Zeit haut gerade in die Vollen. Allen voran Josef-Atlantikbrücke, Aspen Institute, Bilderberg- Joffe. Tröstlich ist, dass Joffe dabei fast immer eher plump und wenig durchdacht vorgeht, so dass zu hoffen ist, dass die Meinungsmache von vielen Lesern erkannt wird.
http://www.zeit.de/2012/20/01-Europa
Vorbild Schröder? -> was zum Geier!
Reformgegner?-> die Gewinner von Paris und Athen sind Reformbefürworter
ändert nichts?->na toll, dass darüber nur allein Josef Joffe entscheiden darf
»Schwarzen Sonntag« von Athen und Paris-> für mich war es eher ein strahlender Sonntag von Athen und Paris
»Albtraum der Anarchie«->nein, es ist ein Triumph der Demokratie
In den Siebzigern wuchs sie um 3,2 Prozent-> warum sie in den 70er Jahren so wuchs erwähnt Propagandist Joffe natürlich nicht
Der Widerstand will die Mauern des Nationalstaates zurückhaben, die Globalisierung und Integration geschleift haben. -> und das ist möglich und segensreich, auch wenn es Propaganist/Globalist Joffe natürlich niemals so schreiben würde
Bloß lässt sich dieser Staat nicht mehr finanzieren. ->na toll, dass darüber nur allein der aufrechte Ehrenmann und geistige Überflieger Josef Joffe entscheiden darf
was für ein wischiwaschi des spiegelfechters… das vermögen ist gebunden AWWW na und? dann wird halt enteignet muahahHAHAHA
nee, ernsthaft… das ist doch so egal, ist doch eh alles nichts wert
das system muss “von alleine” fallen
@Spiegelfechter
Es gibt einfach eine kleine Gruppe von Leuten die schmarotzen von der Wertschöpfung der “Schaffenden”. Und bei dieser kleinen Gruppe handelt es sich zwangsläufig um die Vermögenden. Diese Leben auf Kosten der Allgemeinheit und richten dabei oft einen immensen Schaden an (sonst wäre das ja nicht so schlimm). Durch die Kapitalakkumulation (und die damit verbundene Machtkonzentration) ergeben sich weitere gesellschaftliche Folgeschäden.
Das heißt, die Begrifflichkeiten “raffendes” bzw “schaffendes Kapital” sind nicht mal so verkehrt. Auch wenn die Übergänge vom raffenden zum schaffenden Kapital fließend sind.
Warum will man nun im linken Milieu diese Formulierungen nicht haben?
Ganz einfach: Die Nationalsozialisten haben oft darauf zurückgegriffen. Und im linken Milieu gibt es natürlich einen Konsens: Alles, was “die bösen Nazis” so gesagt haben, ist falsch. Aber genau solche dümmlichen Vorurteile sind es, die “die Linken” handlungsunfähig machen.
Denn: Wie soll es denn möglich sein, das ALLES was irgendjemand (politische Gruppierung oder Mensch) mal gesagt hat, falsch sein soll?
Und außerdem: Warum erkennt man “den Nationalsozialismus” als “negative Leitkultur” an, zu der man IMMER das Gegenteil sagen muß? Damit gebt ihr der nationalsozialistischen Geisteshaltung quasi den Ritterschlag. Das sollte man nicht tun.
Sehe ich genauso.
Das Problem der Linken ist, dass sie auch Sozialisten sind. Die wollen, genauso wie die National-Sozialisten, die Menschen arbeiten lassen und alles ganz kompliziert verwalten.
Die gönnen niemandem Wohlstand (insbesondere Müßiggang), Feierabend und Gemütlichkeit. Die vermiesen allen mit dem Ziel einer bessere Zukunft die Gegenwart – bis zum Sankt-Nimmerleinstag.
Sowohl auf die NPD (Unser Land, Unsere Arbeit) als auch auf die Linke (Kita für alle) ist meine Antwort
Macht kaputt, was Arbeit verursacht!
Der Müßiggang bleibt deutsch!
Ich träume von dem Tag, an dem Herr Ackermann zu irgend einem Auftritt will, und ihm alle Arbeiter sagen “Für dich Schmarotzer arbeite ich nicht.”. Dann braucht man ihm noch nicht einmal sein Geld wegzunehmen. Soll er es doch fressen.
Ihre Träume möchte ich nicht haben, was kann denn der Ackermann dafür das er die ihm zur Verfügung stehenden Mittel ausschöpft? Das Sozialisten ihrer Meinung nach die selben Ziele haben wie Nationalsozialisten, ist wohl der Presse zu zuschreiben? Die Linke will z.B. keine Privatisierung von Kitas, was ein ganz wichtiges Anliegen ist wenn man die Privatisierungen an den Universitäten beobachtet. Im WDR sind die Parteiprogramme von allen Parteien beschrieben, bei den Linken steht:
“Die Linke will Arbeit und Reichtum umverteilen..”
hört sich im Vergleich zu dem was die anderen Parteien wollen Unausgewogen an?
http://www.wdr.de/wahl/parteienvergleich/index.php
“Großzügige Parteispenden aus der Finanzwirtschaft” steht bei: Die Linke Schleswig/Holstein unter der Rubrik, Wirtschaft und Finanzen:
“Seit Beginn der Finanzkrise im Herbst 2008(…) Die CDU erhielt von Deutscher Bank, Allianz und anderen rund 1,6 Millionen Euro, die FDP 1,1 Millionen. Die SPD erhielt 270.003 Euro, CSU und Grüne jeweils 170.003 Euro.”
schon erstaunlich die FDP.
@Mod
Mal überspitzt ausgedrückt: Du mordest also nicht, weil es verboten ist?
Das finde ich fragwürdig. In meiner Welt gibt es so etwas wie Verantwortungsbewußtsein, Ethik und Empathie. Ich halte einen Herr Ackermann sehr wohl für schuldig und verantwortlich, mal abgesehen davon, dass der Typ sich sogar erdreistet, sich in die Politik (in Deutschland! Als Schweizer!) einzumischen. Gleichzeitig beschwert er sich noch, dass er in Deutschland im Gegensatz zur Schweiz einen Personenschutz braucht. Was für eine Witzfigur. Wäre er nicht so schuldig, könnte man über ihn lachen.
“Wie kann die Überschuldung zurückgeführt werden, ohne die Wirtschaft zu ruinieren?”
dem wurde auch direkt geantwortet, aus dem Artikel:
“Gut gebrüllt Löwe! Leider fehlt diesem Vorschlag jedoch die Substanz.(..)
(..)Es kann nicht im Sinne der Allgemeinheit sein, wenn die Vermögensbesteuerung zu einem kontraproduktiven Zwangsverkauf von Vermögenswerten führt. Man sollte jedoch das Fell nicht verteilen, bevor der Bär erlegt ist. Zunächst einmal sollte es darum gehen, den politischen Willen für eine solide und gerechte Besteuerung von Vermögen zu schaffen.(..)
http://www.nachdenkseiten.de/?p=13207
Um diesen politischen Willen geht es doch, was der Ackermann da macht hat politischen Willen sonst wäre die Politik der Regierenden eine andere gewesen, wie die Unternehmenssteuerreform und das zerstörte Gleichgewicht der Arbeitnehmerinteressen zu denen der Arbeitgeber durch die neue Sozialgesetzgebung ja auch zeigt.
Der politische Wille ist wie an der EZB Politik zu sehen ist, Investmentbanken, Banken oder dem Einfluss der Finanzindustrie von Nutzen und nicht im Sinne der Allgemeinheit, die einzelnen Kriegsschauplätze die im Artikel angesprochen wurden sind diesen Interessen untergeordnet, das zu ändern ist leider Voraussetzung und macht die Schieflage der dünnen Demokratie und Zivilisation deutlich. Ob AWD, Abmahnwesen, Privatisierung, Krieg und Krisen, alles Auswüchse die auf politischen Willen und Einflussnahme der Interessenverbände beruhen, das zu ändern wäre Grundvoraussetzung!
Nein. Das steht in ihren Parteiprogrammen.
Das ist Kleinkram. Die Hauptsache ist, dass die Versorgung der Kinder in Kitas sehr viel Arbeit verursacht. Am Besten arbeiten die Eltern, die ihre Kinder in einer Kita losgeworden sind, als Verpacker und Fahrer für ein Catering-Unternehmen in der nächsten Stadt, das die Kitas versorgt.
Da steht nichts von Wohlstand oder Freizeit. Im gleichen Absatz steht auch noch “Die Linke fordert ein öffentliches Beschäftigungsprogramm mit ökologischen und sozial nachhaltigen Investitionen und vollwertigen Arbeitsplätzen.”
Schöner Artikel, aber der übliche Denkansatz leuchtet mir nicht mehr ein:
Wieso sollten “Schulden” überhaupt zurückgezahlt werden? Viel sinniger wäre es doch, einfach das staatliche Schuldenkonto unbegrenzt anwachsen zu lassen, denn schließlich steht der Wert unseres Geld eben nicht realen Gütern gegenüber. Es ist eine Verwaltungseinheit, die witzigerweise von nicht-staatlichen Banken sogar selbst “geschöpft” werden kann.
Es wird Zeit, diesen Geldquatsch endlich nicht mehr absolut zu betrachten, denn das ist er nicht.
Sobald bei dem aktuellen Geldsystem damit kalkuliert wird, dass Schulden zurüchgezahlt werden können müssen, mündet es in einer mathematischen Unmöglichkeit, die zum zyklischen Crash bzw. zur Totalentwertung führen muss, um sie aufzulösen.
Ohne Inflation ist ein Abbezahlen der Schulden unmöglich.
Kreativität und Produktivität braucht kein “Geld”, sondern die Möglichkeit zur Entfaltung, die derzeit mit einem indirekten, rein virtuellem Vehikel namens “Geld” bereitgestellt wird. Die Menschheit ist an dem “sie könnte, wenn sie Geld hätte”-Punkt und es wird Zeit, das endlich mal in ein “sie könnte, wenn sie will” zu ändern. Geld ist ein Spielzeug von Buchhaltern – mehr nicht – und als das sollte es endlich mal gewertet werden.
Wo gibt es denn so etwas, dass z.B. unsere Infrastruktur verrottet, obwohl wir die Manpower und die Werkzeuge zum Erhalt und zur Verbesserung haben – sogar die Zeit! – nur weil so etwas kindisches wie “Geld” fehlt? Das ist Kafkaesk.
Schulden, auch wenn sie nicht zurückgezahlt werden, müssen mit Zinszahlungen bedient werden, sonst stellt ja keiner Geld als “Schulden” zur Verfügung. Verbliebe die Finanzierung von untergedeckten Staatshaushalten durch Geldmengenexpansion, etwas, was auch schon mehrfach praktiziert wurde.
Das Problem mit dem derzeitigen “Sparen” ist, dass mangels Wachstum, zumindest in Teilbereichen der EU, Einkommen, Werte, etc. fallen. Nichts ist buchhalterisch schlimmer als Deflation, da Schulden im Verhältnis zu Erträgen und Assets relativ ansteigen. (Die oft eingebrachte Hauptargumentation gegen Deflation, dass Ausgaben aufgeschoben würden ist relativ marginal werthaltig). Bei Deflation gehst du bei gleichbleibender Produktion bankrott, bei Inflation nicht.
Was wir jetzt daher zumindest in Teilbereichen der EU brauchen ist Inflation. Da eine Währungsgemeinschaft auch eine Solidargemeinschaft sein muss, müssen Staaten wie Deutschland hier zumindest teilweise akkommodieren.
Die Sparschweinerei bringt Deutschland kurzfristig Vorteile, weil der Wechselkurs des Euro niedrig bleibt. Allerdings kratzen einige der Hauptkunden ab – und ob China und Brasilien das alles auffangen können, das ist die Frage.
@OAlexander
Das mit Zinszahlungen ist so eine krude Sache, wenn man sich anschaut, wer Geld “schöpft”.
Ansonsten denke ich auch, dass bei dem derzeitigen System eine Inflation die einzige Möglichkeit zur Reduktion aber eben nicht Sanierung ist. Zur Sanierung sind Produktions- und Bestandvernichtungskriege oder eine “Hyperinflation” notwendig, da über eine moderate Inflation das Schuldenwachstum nicht zu verhindern ist.
Ich lehne angesichts der Virtualität des Geldsystemes sowohl eine Inflation, als auch Kriege oder “Hyperinflationen” ab und daher halte ich es für zwingend notwendig, das grundlegende Reformen stattfinden und nicht die ausgelutschten Rezepte von vor 200 Jahren angewendet werden, die noch nie dauerhaft gewirkt , aber dafür unsägliches Leid verursacht haben.
@Robert Michel
Belege die “Tatsache” doch mal bitte einfach.
Nachtrag:
Oha – ich habe mir “Robert Michels” Seite mal angesehen … das erklärt einiges :-/
Ein typischer Michel eben ;-)
Es ist lächerlich das abstreiten zu wollen. Aber bitte:
Thirdly, the “dramatic” and “disturbing rise” in income inequality during the globalization period is nowhere to be seen. On the contrary, income disparities during the last two decades have declined substantially. This result is confirmed by the seven most popular measures of income inequality: the Gini coefficient, the variance of log-income, two Atkinson’s Indexes, three Generalitzed Entropy Indexes (which include the Mean Logarithmic Deviation, the Theil Index and the squared coefficient of variation).
Fourthly, the reduction in income inequality can be fully accounted for by the decline in acrossincome inequalities. A substantial part of the story (although not the entire story) has been the important growth rates experienced by the incomes of 1.2 billion Chinese individuals.
Sixthly, within-country inequalities have increased slightly over the last thirty years. However,
this increase has been so small that it does not offset the substantial reduction in across-country disparities.
http://www.recercat.net/bitstream/handle/2072/761/616.pdf?sequence=1
@Robert Michel
bla bla nicht zitiert …
Nur ein paar Stichworte:
- Nahrungsmittelspekulation und Preisentwicklung
- Absolute Zahl und relativer Anteil von Armen an der Gesamtbevölkerung
- Anstieg der offiziell hungernden Menschen.
Usw.
Im übrigen ist das ein Deutschsprachiges Forum. Ich warte immer noch auf Deine “Tatsachen”. Deinen FUD kannst Du Dir sonstwo hin …
@Robert Michel
Nachdem du Shitop Nazi-Ideologie vorgeworfen hattest, stellte dir Shitop am 12.5.2012, 07:51, trotzdem noch folgende sachliche Frage:
„@ Robert Michel
Wodurch unterscheidet sich der Denkansatz qualitativ vom US-amerikanischen Vorgehen, Personen, die “den USA” möglicherweise Schaden zufügen könnten, einfach mittels Drohneneinsatz präventiv zu töten, nur weil ihr Bewegungsmuster “unnormal” sei?“
Leider hast du diese Frage noch nicht beantwortet, bitte nachholen.
Vermögen wird vor allem in Geld und Immobilien angehäuft.
Auf beides kann der Staat, bzw. die Staaten zugreifen. Also sollte es nicht schwierig sein, die Vermögenden mit einem Zwangskredit, bzw. Zwangshypothek zu belegen. Bei der Währungsreform in Deutschland wurde das auch gemacht.
Da laut Grundgesetz in Deutschland das Eigentum verpflichtet, ist damit auch die gesetzliche Handhabe gegeben. Jedem Deutsche, der ein Vermögen von beispielsweise mehr als 1 Million hat, werden dann eine Verpflichtung von beispielsweise 40% auferlegt. Gleichzeitig können die normale Einkommenssteuer und Körperschaftssteuer progressiv in der Spitze auf 75% erhöht werden. Erträge aus Kapitalvermögen werden dem Einkommen zugerechnet.
Mal als erstes die 4 Stromkonzerne hierzulande enteignen und dem Staat wieder zuführen.
Die rauben uns nämlich schon seid 10 Jahren aus.
Und Energie braucht jeder.
Mfg
@ leslie meint:
“Und Energie braucht jeder.”
leslie, die gute alte Kerze tut es doch auch. ;-)
Und überhaupt, warum sich nicht selbst abstrampeln für die Strom/-Energieversorgung? ;-)
Aber mit den Rezepten von Vorgestern können wir doch unmöglich die Probleme von Übermorgen lösen. Mir schweben da eher ein 1€ Job-Kraftwerke vor. Ökologisch absolut wertvoll, Radfahren ist gesund, der gemeine Wohlstandshartzie könnte sich die überflüssigen Big Mac’s
ab trainieren, entlastet also unser Gesundheitssystem und die Eliten hätten endlich mal wieder bezahlbare Stromkosten und dem Endziel Vollbeschäftigung kämen wir auch ein großes Stück näher. Also, Win, Win, Win, so muss Fortschritt sein.
@ Jacques Roux meint:
“Aber mit den Rezepten von Vorgestern können wir doch unmöglich die Probleme von Übermorgen lösen.”
Jacques Roux, gerade bei der momentanen Energiepolitik, ist die Rückschau auf vorgestrige Methoden durchaus sinnvoll. Oder wollen Sie darauf warten, bis bei Ihnen die Lichter ausgehen, nur weil Finanzierungsfragen nicht geklärt werden können? Wer sich Strom nicht mehr leisten kann, der muss doch nach leistbaren Methoden Ausschau halten – seien sie auch noch so rückständig. ;-)
Hier ist so eine Idee von “vorgestern”:
“”Notwendig ist die Sicherung eines einsichtigen und haltbaren Gleichgewichts zwischen Staat- und Privatwirtschaft, … Straffe staatliche Marktpolizei auf allen der Marktfreiheit und dem Walten der Marktgesetze überlassenen Wirtschaftsgebieten, zur strengen Sicherung eines fairen Leistungswettbewerbs und zum strengen Ausschluß jedes unfairen gegen Marktgenossen gerichteten Behinderungswettbewerbs. Sozialisierung aller Wirtschaftszweige, die, wie insbesondere der Schienenverkehr und die public utilities, aus natürlichen, technischen und sonstigen Gründen eine Monopolstruktur haben (Sozialisierung der Rüstungsindustrie dürfte sich auch noch aus anderen als wirtschaftlichen Gründen empfehlen). Solange doch noch ausnahmsweise private Monopole, insbesondere Trusts, bestehen: Scharfe Staatsaufsicht mit Preisgenehmigung und Lieferungszwang. Auf den diesen beiden Hauptfällen und der Sozialisierung liegenden Wirtschaftsgebieten oligopolistischer Struktur: Staatliche Einengung der Grenzen der Wirtschaftsfreiheit so lange, bis der verbleibenden Rest nur noch im Sinne des Leistungswettbewerbs ausgenutzt werden kann. Unter allen Umständen darf sich marktpolizeiliche und marktstrategische Macht nur in öffentlicher Hand befinden”
Zitiert nach: Alexander Rüstow – “Der dritte Weg” (1942/ überarbeitet 1949.)
Rüstow war in der 50ern u. a. Berater von Ludwig Erhard, dem “kommunistischen” Wirtschaftsminister unter dem “roten Staatsratsvorsitzenden” Adenauer…
Eben eine Idee von vorgestern … ;-)
Grüße
Zwei von den vier Stromkonzernen befinden sich im staatlicher Hand. Vattenfall ist schwedisch, EnBW ist in der Hand des Landes, bzw, der Kommunen. Verstaatlichen? Wie sollen gehen?
@leslie, #18,
Volle Zustimmung, Wasser braucht auch jeder und ÖPNV…
Als nächstes gehören alle Sanktionen seitens der staatlichen Behörde “Agentur für Arbeit” ersatzlos gestrichen. Vor allem zähle ich dazu die Sperrfrist, wenn ich als so genannter Arbeitnehmer selbst kündige, um mir eine Stelle mit besseren Perspektiven und Einkommen zu suchen. Mit Sanktionen ist es kein Markt mit gleichberechtigten Marktteilnehmern, sondern pure Gewalt.
Dieser Artikel kann einen ja nur in die Arme der FDP treiben.
Sollte man vor diesem Artikel in Erwägung gezogen haben, die FDP innerlich abzuwählen, so geht jetzt zumindest ein Ruck durch die Gehirnzellen, dieses noch einmal zu überdenken.
Ich sollte noch einmal bei der Piratenpartei nach liberalem Gedankengut suchen. ;-)
@Herr Berger, auf den Nachdenkseiten ist zu lesen:
” Die Argumentationsführung für seine Geldvermögensabgabe klingt eher so, als plädiere er für einen teilweisen Schuldenerlass für die Eurostaaten.”
Jens Berger, das ist eine so unlogische Schlussfolgerung, dass ich sie kaum glauben kann. ;-)
Bei diesen Kommentaren zu einem durchaus vernünftigen Artikel kann ich einen Ausruf einfach nicht mehr zurückhalten:
AAARGH!!! WO BIN ICH HIER EIGENTLICH!!
Ist das die neue deutsche Linke oder was? Steinzeitkommunisten, spätpubertäre Rechthaberei, Anarchos, die (offensichtlich ohne Ironie) Leute an die Wand stellen wollen, und ‘Macho-Checker’, die von ihren eigenen Theoriefetzen erschlagen werden..
So lange sich die Linke auf diesem Niveau beharkt, werden Merkel und Co. wie gehabt geölt durchmarschieren. Es ist zum Heulen! Werdet endlich erwachsen.
Ich werde mich vielleicht auch mal inhaltlich äußern – wenn es in den Kommentaren etwas gibt, wozu man sinnvoll Stellung beziehen kann…
@ Rastar
Auch mit Ironie (was ich doch sehr hoffe) sind solche politisch-spätpubertären Machtphantasien extrem kontraproduktiv und wurden ja von der anderen Seite auch prompt für bare Münze genommen.
Wenn Du Dich inhaltlich äußern willst: Ich warte immer noch auf eine sinnvolle Stellungnahme zur Problematik der Bewertung von Betriebsvermögen, Aktiendepots, Kunstsammlungen usw. Der Teufel steckt auch bei einer Vermögensbesteuerung im Detail.
Nachdem “verfassungswidrig” nicht mehr zu halten ist, wird die Bewertungsproblematik als Haupteinwand vorgebracht.
Wenn schon eine Rating-Agentur (S&P, glaube ich) eine Vermögensabgabe als Lösung der Eurokrise empfiehlt, sollte die Linke doch inhaltlich Nägel mit Köpfen machen.
@Peleo
Es fällt vielen Menschen leicht, in ihrer (berechtigten) Empörung so etwas zu fordern, jedoch sind es glücklicherweise überwiegend Maulhelden.
Problematisch wird es dann, wenn der soziale Zusammenhalt der Gesellschaft durch die Wandsteherberechtigten soweit erodiert wurde, dass eine zunehmende Menge an Menschen denkt, dass das eine Lösung wäre.
Wenn man an die Sache mal pragmatisch herangeht, hat das Wandstellen sowohl positive als auch negative Aspekte.
Positiv:
- Die für die unhaltbaren Zustände verantwortlichen Personen werden nachhaltig aus der Gemeinschaft entfernt.
- Andere Schmutzbuckel, die noch nicht nach oben gespült wurden, aber die Chance ergreifen würden, weil sie in ihrem Denken ähnlich verkommen oder Finanzreligiös sind, trauen sich nicht die Plätze der durch Wandprozedur entfernten einzunehmen.
- Die Aufwendungen für Politikerpensionen werden rapide reduziert. Angesichts der Schuldenproblematik ein sehr wichtiger Aspekt.
- Es ist politischer Raum für innovative Entwicklungen vorhanden.
Negativ:
- Man würde sich genau die Methoden (Kapitalismus=Recht des Stärkeren bis hin zum Massenmord) aneignen, die man zu Recht verachtet und kritisiert. Damit würden nur die Protagonisten, aber nicht die fatale Ideologie ausgetauscht.
- Durch das Töten der derzeitigen Antiethik-Protagonisten werden zwar dieselben entfernt, jedoch wird die vorherrschende Ideologie nicht zwangsläufig durch eine humanere ersetzt. Es ist sehr wahrscheinlich, dass die nun leeren Plätze durch ebenso degenerierte Charaktere besetzt werden, zumal es schon eine gewisse mentale Degeneration vorraussetzt, gleiches mit gleichem zu vergelten und selbst vor Mord nicht zurückzuschrecken – und genau diese Leute sind ja logischerweise die, die so eine “Revolution” dann anführen. Wahrscheinlich folgt also nur dasselbe in Grün (welch erfrischendes Wortspiel, wenn ich an diese Partei da denke :-).
- Rohe Methoden verrohen nicht nur die direkt Beteiligten, sondern auch die gesamte Gesellschaft. Das war schön in Russland während der Jelzin-Ära zu beobachten.
- Man kann nicht für Menschenrechte eintreten, indem man selbst gegen sie verstösst.
George Orwell hat solche Szenarien sehr schön in dem Roman “Farm der Tiere” durchgespielt. Deprimierend, auch wenn sich das Buch wahrscheinlich auf die Entwicklungen im damaligen Russland bezog.
Am stärksten würde ich das Potential der Zielerreichung – einer ethisch einwandfreien Gesellschaftsform – werten. Und da ist meiner Meinung nach bezugnehmend auf die unter Negativ aufgeführten Punkte nur eine sehr kleine Wahrscheinlichkeit gegeben.
Zyniker und Finanzreligiöse -also Friedmann, Mises, von Hayek-Fans – könnten diese Entscheidung “die Märkte” fällen lassen, die ja so unglaublich rational durch die “unsichtbare Hand” handeln.
Wenn die Entwicklung durch die Finanzreligiösen weiterhin so fortgeführt wird, ist es wahrscheinlich, dass dieser Punkt mit der Wandprozedur erreicht wird. Fatal :-(.
Man muss das Ganze in grösseren Zusammenhängen betrachten:
Übers Datensammeln, Sicherheit, Drohnen, Piraten und Asylsuchende von (KenFM):
Ich möchte mich ja nicht beschweren (oder doch?),
aber ich habe den Eindruck, dass viele falsche Fragen gestellt werden, oder wichtige Fragen gar nicht gestellt werden.
Beispiel:
Es wird gefragt, wie die Vermögenden dieses Landes herangezogen werden können, sich am Ausbau des Sozialstaates stärker zu beteiligen, oder endlich mal zu beteiligen?
Das kann doch nicht die vordergründige Frage sein.
Es muss doch die Frage gestellt werden, welches Interesse die Wohlhabenden und Reichen haben könnten, dieses nicht zu tun?
Und im Zusammenhang mit dieser Frage, könnte man ja auf die Antwort kommen, dass ihnen nur immer mangelndes Interesse unterstellt wird, oder gar auf die Antwort, dass sie absolut kein Interesse daran haben, sich nicht zu beteiligen.
Denn auf lange Sicht macht es für einen Vermögenden doch gar keinen Sinn, wenn er mit 10% seiner Anhänger freudig aus dem Fenster schaut, während 3/4 des Volkes vor seiner Villa steht und nach Teilhabe und einem warmen Essen schreit. Alleine der Anblick dieser Meute lässt ja schon den Wertverlust des Eigenheims erahnen, wenn das ständig geschieht.
Und vielleicht noch eine andere Frage, wieso wird eigentlich immer davon ausgegangen, dass Kapitalismus oder Vermögen die Eingangstür für Teilhabe ist? Und noch eine Frage, wieso werden geldliche Unterstützungsleistungen vom Staat, heutzutage als völlig normal und selbstverständlich angesehen, obwohl sie gar keine Teilhabe am großen Kuchen garantieren bzw. bringen?
@Mo
“…während 3/4 des Volkes vor seiner Villa steht und nach Teilhabe und einem warmen Essen schreit. Alleine der Anblick dieser Meute lässt ja schon den Wertverlust des Eigenheims erahnen, wenn das ständig geschieht.”
Fast hätte ich deine gelungene, feynsinnige Ironie übersehen. Wie auch bei deinem Kommentar an leslie weiter oben.
Ausserdem: Wo sind die restlichen 15% ?
@ der Herr Karl fragt:
“Ausserdem: Wo sind die restlichen 15% ?”
Herr Karl, wo sollen die schon sein?
Gut 15% sind bestimmt bei der FDP und führen ein glanzloses Dasein, weil sie sich nicht vor die Tür trauen – wegen anhaltender Orientierungslosigkeit.
a
@habeichvergessen
Wer “a” sagt, muss auch “b” sagen!
@ HHarlekin
… oder von morgen oder wenigstens für übermorgen?
Danke für das Zitat.
@Shitop
Was soll denn dieses idiotische Argument? Hab ich irgendwo gesagt, dass ich befürworte, dass die Amis solche Methoden anwenden? Das klingt ja wie „In Nordkorea gibt es Folter und Arbeitslager, deshalb ist es ok, wenn Linke generell erschossen werden“ Was hat das eine mit dem anderen zu tun? Wenn ihr Linke tatsächlich für eine bessere und gerechtere Welt sorgen wollt, dann könnt ihr euch doch nicht auf die Missstände in anderen Ländern berufen.
Hier hat auch niemand geschrieben, dass die Reichen wegen der Methoden der USA an die Wand gestellt werden müssen, dieser Vergleich kam ja erst danach. Es ging schlicht um Umverteilung, Zitat:
/(Anmerkung der Moderation, Gewalt ist nie eine Alternative, im Grunde muss nur das Recht wieder eingeführt werden)/
Wenn dann alle auf dem gleichen Level sind, werden alle erschossen oder die 100 ausgelost, wie? Wer solche Ideen vertritt, ist vielleicht in Kuba oder Nordkorea besser aufgehoben als hier… Ich wüsste auch nicht, dass der Lebensstandard für die breite Masse in den genannten Ländern höher ist als in D.
“Wenn dann alle auf dem gleichen Level sind, werden alle erschossen oder die 100 ausgelost, wie? Wer solche Ideen vertritt, ist vielleicht in Kuba oder Nordkorea besser aufgehoben als hier”
genau, so geht das nie und ist nie gut für irgendwas, auf demokratischen Wegen mit einem Europa und einer Meinung oder Forderung als Basis, vielleicht müssen erst ein paar Staatsanwälte angehalten werden ihren Job zu tun und das auf Weisung des BVG oder diese Richtung?
Gerade in den USA gibt es ja die Überlegung, die Justitz für den Markt zu öffnen: Recht erhält nach dieser Vorstellung der, der am meisten dafür bezahlt. Formal ist dies bislang noch nicht so umgesetzt, in der Praxis aber schon ziemlich weit gediehen.
Hier eine Idee aus der Schweiz…
Eine Inititaive der PdA, in etwa vergleichbar mit der Die Linke lanciert eine Kantonale Initiative um den Einkommens -bzw. Vermögenstransfer von unten nach oben für einmal 1 Jahr zu unterbrechen…
Die Initiativtext lautet so:
“…Wir fordern die einmalige Besteuerung von 1 Prozent des Privatvermögens ab 3 Millionen und des Eigenkapitals bei Firmen ab 5 Millionen Franken. Mit diesen Einnahmen von über 5 Milliarden Franken wird der Steuerbonus für rund 80% der Steuerpflichtigen finanziert – und dies ohne dass der Kanton Zürich finanzielle Einbussen oder Nachteile hat, weil für Einmal nur die Superreichen bezahlen….”
Was dann bedeutet das alle mit einem Steuerpflichtigen Einkommen von unter 100’000 .- zu einem Steuerbonus pro Kopf von 5000.- kommen würden… Eine Familie mit 2 Kindern würde 16’000.- erhalten.
Wenn das Konzept bzw. die Idee interessiert kann hier mehr Infos finden…
http://www.steuerbonus.ch/
Im übrigen, zudem vorliegenden Artikel… die darin vorgetragenen Argumente haben auch die Schweizer die ja oft über solche Themen abstimmen bis zum Schluss d.h. bis vor einigen Jahren verwirrt so das einer Steuersenkung nach der anderen zugestimmt worden ist…
In der Zwischenzeit sind aber die Nachteile von diesem Steuerwettbewerb immer mehr Leuten bewusst geworden…
Einer der Vorteile ist sicher die massive Ansiedlung von Unternehmen in der Schweiz die aber auch oft genug ihre eigenen Mitarbeiter mitbringen… Andere Nachteile wie massives Verkehrsaufkommen, massive Steigerungen bei den Wohnungen, überfüllte Strassen, Oeffentlicher Verkehr, überfüllte Freizeit Plätze wie etwa Schwimmbäder… usw.
Die Steuer- und Abgabenbevorzugung von Unternehmen, zahllosen Investmentvehiklen und Reichen Individuen fängt an zu stören… Parallel zur Entwicklung in vielen EU Ländern wo die normale Bevölkerung in immer grösse Armut und äusserst prekäre Lebensumstände gestossen wird…
Auch in der Schweiz wurde die Bevölkerung von den zahlreichen Neoliberalen Dogmen die täglich in X Varianten in alle Lebensbereiche vorgedrungen sind und diese massgeblich mitbestimmen (stets Profiorientiert) über den Tisch gezogen…
Die Standardlohnempfänger haben heute weniger Geld in der Tasche als vor ca. 15 Jahren wärend die Rendite- und Profitgenerierung sowie die sich immer weiter öffnende Einkommens und Vermögenschere unaufhörlich weitergeht…
….
Marktwirtschaftlich lassen sich die gesellschaftlichen Probleme nicht über eine Vermögenssteuer regulieren. Der Spiegelfechter hat hier die Möglichkeit der “Umschichtung von Vermögen” (ins Ausland, in Stiftungen, in Gold etc.) zu Recht erwähnt.
Man kann auch die Vermögen der natürlichen/juristischen Personen nicht ohne weiteres pauschal besteuern, da unsere komplette Wirtschaft “auf Pump” läuft. Das heißt: Die Schulden hat man zum Großteil in die Betriebe verlagert. Die Fremdkapitalquoten sind sehr hoch. Und die Nettovermögen sind aktuell hauptsächlich in privaten Händen. Besteuert man jetzt die Privaten, dann werden die wirklich dicken Fische ihr Vermögen einfach umstrukturieren (beispielsweise das Vermögen ins Ausland transferieren oder in eine Stiftung bringen etc.). Man erwischt also wieder nur hauptsächlich die Mittelschicht (die keine Ausweichmöglichkeiten hat). Besteuert man die “juristischen Personen” pauschal höher, dann resultieren daraus massive Wettbewerbsnachteile (=> Wahrscheinlichkeit von Unternehmenspleiten nimmt zu).
Marktwirtschaftlich geht das alles nicht wirklich. Zumindest nicht so das es funktioniert. Ihr müsst langsam mal die Marktwirtschaft in Frage stellen. Wir kommen sonst keinen Millimeter voran.
Dazu hätte ich doch ein paar praktische Fragen:
Solle die Zentrale Planbehörde dem Bundestag oder der Bundesregierung (bzw. dem Obersten Rat oder dem Zentralen Ausschuss, um belastete Begriffe aus der real existierenden Geschichte zu vermeiden) unterstellt werden? Werden ihre Mitglieder basisdemokratisch gewählt und wenn ja: Wer hat aktives und passives Wahlrecht? Mit imperativem oder Freiem Mandat?
Sollen die Fünfjahrespläne für das ganze Land gelten oder nur für bestimmte Regionen? Wie werden die Bürger an der Aufstellung und Aktualisierung beteiligt? Haben die Mitarbeiter in den Betrieben ein Mitspracherecht bei Art und Umfang der Produktion, wenn die Vorgaben der Planbehörde ihnen nicht zusagen?
Wie oft und wohin darf eine Familie mit zwei Kindern im Jahr in Urlaub fahren? Wer darf welches Auto haben? Wer hat Anspruch auf einen PC? Nur wer damit in der Produktion arbeitet oder auch volkswirtschaftlich nutzlose Gamer? Sollen Killerspiele produziert (evtl. als Training für gewisse “Lösungsvorschläge”)?
Was ist mit dem Internet, wenn andere Länder – in freier Selbstbestimmung – die Marktwirtschaft nicht in Frage stellen wollen?
Wer ist autorisiert, die UN-Menschenrechtskonvention zu kündigen, was ja dann ununmgänglich wäre?
Fragen über Fragen.
Das ist blödes TINA-Gefasel, Peleo. Das Ahlener Programm der CDU ist da radikaler als Du Dir ohne Hose vollmachen vorstellen kannst.
Krank
a^2
Ich habe von meinem Recht auf zugespitzte Polemik Gebraucht gemacht.
Wenn in einem linksliberalen Blog in sachlich-nüchternem Ton die Vor- und Nachteile der Ermordung einer Minderheit (der Reichen) gegeneinander abgewogen wird, dann ist die Grenze einer sachlichen Diskussion überschritten.
Das Ahlener Programm der CDU ist diskussionswürdig. Grundlage einer Diskussion kann der Ansatz von Alexander Rüstow (s. oben von HHarlekin) sein.
@Peleo
Siehst Du den Widerspruch?
Sehe ich auch so, nicht nur das die Grenzen einer sachlichen Diskussion dabei überschritten werden, man begibt sich ebenso auf die Ebene derer, die vor Ermordungen oder Unrecht nicht zurückschrecken und damit hat man eine ganz schlechte Position um Forderungen durch zusetzen. Allenfalls durch U-Boote wäre die weitere Zersetzung demokratischer Bestrebungen Ziel führend.
Die 5 % Hürde ist z.B. aus einem historischen Verständnis von Unregierbar durch Zersplitterung entstanden, die Argumentation und Forderung von R.Herzog ist Verfassungsfeindlich und Kriminell, aus dem Ruck wurde eine Explosion die mit GG und Verfassung nicht vereinbar ist und wieder zurecht gerückt werden muss. Nur Russland hat mit 7 % höhere Hürden bei Wahlen, wenn ich richtig informiert bin? Das BVG hat die Negativstimmzählung als nicht Verfassungskonform kritisiert und den Bundestag zur Neuordnung bis 2011 aufgefordert, ob die dem gefolgt sind? Die Zeit schreibt folgendes und geht nur mit einem kleinen Satz auf das Problem sozialer Ungerechtigkeiten ein:
“Nun scheint alles anders zu werden. Die Sehnsucht der Deutschen nach neuen und unverbrauchten Parteien wächst.”
http://www.zeit.de/politik/deutschland/2011-11/wahlrecht-politik-prozenthuerde
Wenn mit Unverbraucht korrumpierende Parteien gemeint sind von denen wir regiert werden, ist das wiederum Bezeichnend für den Medien GAU.
Und ich habe von meinem Recht auf Kritik an Markttaliban-Geschwätz Gebrauch gemacht. Von einer Ermordung der Reichen war nicht die Rede, sondern davon, dass die Grenzen der Marktwirtschaft erreicht sind. Und Du hast Dich auch nicht gegen Morde ausgesprochen, sondern in antikommunistischem Dummschwatz, wie ihn jeder Fascho hinkriegt, über Planwirtschaft gefaselt.
Deine Sakrosankterklärung der Marktwirtschaft ist grundgesetzwidrig und totalitär. Ich sehe zwar die Probleme der Vermögensbesteuerung nicht so schwierig an wie der Vorposter, stimme aber zu, dass die Eigentums(un)ordnung so wenig sakrosankt ist wie die Marktwirtschaft. Bereits die Väter der US-Verfassung hatten im Sinn, das Eigentumsrecht und andere Rechte im Kern auf natürliche Personen zu beschränken.
a^2
@Mod
Nein, man begibt sich nicht auf die Ebene wenn man darüber diskutiert, dass es z.B. negativ ist, sich auf die Ebene dieser Leute zu begeben, Vielmehr ist es eine sachliche Ergründung der Sinnhaftigkeit von ethischen Grundwerten und von der generellen Sinnhaftigkeit der Wandstell-Methode.
Peleo verdreht in übler Rabulistik genau das und Du fällst auch noch darauf herein :-/.
Keine Ahnung wo ich reingefallen bin? Worüber diskutieren wir denn hier?, wenn es ethische Grundwerte sind die als Wert betrachtet von Gewalt absehen und das in jeder Form…
“Ich habe von meinem Recht auf zugespitzte Polemik Gebraucht gemacht.
Wenn in einem linksliberalen Blog in sachlich-nüchternem Ton die Vor- und Nachteile der Ermordung einer Minderheit (der Reichen) gegeneinander abgewogen wird, dann ist die Grenze einer sachlichen Diskussion überschritten.”
…dann sehe ich das auch so. Kann jetzt aber nicht sagen wo er das zu oder überspitzt beschrieben hatte, auch nach langer Suche konnte ich da nichts finden, bis zu dem Beitrag, in dem von Grundwerten die Rede war, die erst erfüllt werden müssen zum Wohle und Nutzen der Bürger.
@Mod
Darüber:
http://www.spiegelfechter.com/wordpress/8222/irrungen-wirrungen-vermogensabgabe#comment-171239
@Peleo
Ein Weltbild, in dem nur Planwirtschaft oder Markwirtschaft existiert, zeugt von großer Engstirnigkeit.
Okay, das hatten wir doch schon mal. Beleidigungen, aber keine Argumente.
Wer in der Systemdiskussion ernst genommen werden will, muss sagen, wer über das Was und Wie von Produktion und Verbrauch entscheiden soll.
Ob es Eigentum an Produktionsmitteln geben soll oder nicht bzw. wie dieses eingeschränkt werden soll .
Ob es freie Wahl des Ausbildungs- und Arbeitsplatzes geben soll oder ob das gesellschaftlich gesteuert werden soll.
Die Wahrheit ist immer konkret.
@Peleo
Erstens ist das keine Beleidigung, sondern eine Charakterisierung, die ich durchaus für zutreffend halte, weshalb ich sie auch wiederholt habe und zweitens sind von mir sehr wohl in vergangen als auch in diesem Thread “Argumente” gekommen, auf die Du allerdings entweder rabulisierst oder nicht eingehst.
Nein, das muss er nicht. Kritik an Bestehendem braucht nicht durch Allwissenheit und Und-weiß-was-besseres-Gehabe untermauert werden, sondern soll und muss (!) geäußert werden, um überhaupt erst einmal Impulse entstehen zu lassen, den den Status Quo zu ändern. Deine Herangehensweise ist zu 100% mit der eines Herrn Wolgang Schäuble deckungsgleich – Zitat Schäuble:
Eine Gesellschaft, in der ich mich nicht wohl fühlen würde.
Und zu diesen administrativen Aufgaben fällt Dir nur Planwirtschaft/Marktwirtschaft ein??? Das nenne ich engstirnig!
Blafasel. Ja, kenne ich von den Truthern.
@Peleo
Auf deine Fragen hätte die Marktwirtschaftler natürlich eine relativ einfache Antwort (zumindest die Vertreter der reinen Lehre): Der Markt regelt das alles von selbst.
Dieses Wildwuchssystem hat nun leider eine nicht mehr kontrollierbare Eigendynamik entwickelt. Und deshalb muß man ein neues System ausarbeiten.
Das war eigentlich schon das Argument. Detaillierter hab ich dir das schon an anderer Stelle dargelegt.
Wichtig wäre es allerdings den ersten Schritt mal zu wagen: An überlieferten Vorstellungen zu zweifeln.
@ Fette Beute
Mit allen früheren Beiträgen und zuletzt mit dem Hinweis auf Rüstow habe ich doch deutlich gemacht, dass ich KEIN Anhänger der sog. “freien” Marktwirtschaft bin. Und schon gar nicht, dass ich die als “sakrosankt” ansehe. Ich verstehe nicht, wie man das in meine Beiträge hineinlesen kann.
Das Grundgesetz gibt keine Wirtschaftsordnung vor, lässt sogar viel mehr Sozialisierung zu, als auch in der Zeit vor der neoliberalen Wende verwirklicht waren. Das alles weiß ich doch.
Die Antworten auf meine Fragen KANN der Markt gar nicht geben. Das ist die politische Entscheidung für eine bestimmte Wirtschaftsordnung. Zwischen reiner Marktwirtschaft und Zentralverwaltungswirtschaft gibt es selbstverständlich ein breites Kontinuum. Alle Vertreter einer Sozialen Marktwirtschaft wollen, dass der Staat/die Politik dem Markt die Regeln vorgibt.
Das mit dem Wildwuchs stimmt natürlich, auch das mit der Eigendynamik. Meine Sicht stimmt ziemlich genau mit der von Spezialdemokrat überein, die direkt hier drunter steht. Auch Deiner Entgegnung darauf stimme ich zu. Ich setze halt, anders als Du, darauf, dass man das politisch doch kontrollieren kann, wenn man will
An überlieferten Vorstellungen zweifle ich ständig, deshalb bin ich ja hier.
@Peleo
Ich halte dich definitv nicht für einen Marktradikalen. Deine Kommentare entsprechen eher dem linken sozialdemokratischen Milieu.
@Peleo
Ich halte dich auch nicht für einen Marktradikalen. Aber du irrst dich oft.
Kommt drauf an, wie weit man die Marktwirtschaft in Frage stellt. Grundübel dürfte wohl sein, dass man im Liberalisierungswahn die Rahmenbedingungen verbogen und Grenzen aufgelöst hat in der Hoffnung, die Sache werde sich schon selber regeln.
Am Ende des Weges sieht die Sache dann so aus, dass Gewinne privatisiert und Verluste sozialisiert werden. Als Krönung gibts dann noch Abwrackprämien, Rettungsschirme und Europäische Schutzmechanismen als Vollkaskoversicherung dazu. Bezahlt von denen, die weder Mittel noch Wege haben, sich dem Irrsinn zu entziehen oder von ihm zu profitieren.
@Spezialdemokrat
Die Deregulierung war nur ein Symptom und nicht die Ursache.
@Spezialdemokrat
Die Deregulierung war eigentlich nur ein weiterer Versuch das System hinüberzuretten. Den Keynesianismus (nachdem dieser für einige Jahrzehnte weltweit sehr erfolgreich war) hat man im letzten Jahrhundert irgendwann abgeschrieben. Daraufhin kam die verschärfte angebotsorientierte Politik. Eigentlich hat man aber immer beides kombiniert eingesetzt.
Das alles funktioniert jetzt nicht mehr.
Das herumvagabundierende Kapital (das oft keine sinnvolle Anlagemöglichkeit mehr sieht) hat die bekannten Spekulationsblasen (Finanzmärkte, Immobilien etc.) verursacht und müsste dann jetzt eigentlich eine enorme Geldmengenkontraktion (inkl. Deflationsspirale) nach sich ziehen.
Bisher wird das noch durch die Zentralbanken aufgehalten, da sich die Gesellschaft den Kollaps nicht leisten kann und will.
Man hat es also augenblicklich mit wirklich fundamentalen Fragen zu tun. Wir bewegen uns vermutlich bereits jenseits des Punktes wo Politik nur der Unterhaltung dient.
@Fette Beute
Und zwar ganz konkret – z.B. bei der Krankenversorgung geht es mittlerweile ans Eingemachte.
Sprich: Du krepierst früher und darfst wahrscheinlich noch mehr leiden.
OT: Es ist mir völlig unverständlich, dass nicht jeden Tag ein Bericht in den Mainstreammedien erscheint, dass Deutsche in holländischen Krankenhäusern mittlerweile grundsätzlich in Quarantäne kommen (!), weil unser Krankenhauswesen derart kaputtgespart wurde, dass deutsche Krankenhäuser mittlerweile eher eine Gesundheitsgefahr darstellen.
Als Kind habe ich so etwas in zweitklassigen Science Fiction Romanen gelesen.
@schwitzig
Der “kleine Mann” hat halt keinen Marktwert. Deshalb ist es auch erlaubt (bzw. gewünscht) das dieser schlecht in Krankenhäusern versorgt wird.
Um das alles zu verstehen möchte ich noch mal das marktwirtschaftliche System ansprechen.
Wer hat denn darin einen “hohen Marktwert”? Es sind die Reichen.
Und wessen Politik wird gemacht? Die Politik der Reichen.
Und welche Interessen sind nachrangig? Die der Allgemeinheit.
Die Marktwirtschaft führt damit ursächlich in die ganze Misere rein.
Für die Reichen gibt es natürlich eine exquisite Krankenversorgung. Da werden schon mal ganze Ärzteteams aus Deutschland in die Ukraine eingeflogen. Samt zugehöriger Propagandaarbeit über die Massenmedien. Das nenn ich Luxus.
Sehr schöne Dialoglinie von euch dreien – Spezialdemokrat, Fette Beute und Schwitzig.
Gefällt mir sehr gut. Mit leicht verdaulichen Worten auf den Punkt gebracht. Danke.
Das ist ja der Kracher des Monats:
Was mir wohl mein Finanzamt mitteilt wenn ich anmerke, meine Steuern nicht bezahlen zu können, weil mein Geld in Sommerreifen, Wandisolierung, Blumentöpfen, Grillkohle oder Klopapier angelegt ist?
Die armen Reichen. Besitzen so viel und haben trotzdem kein Geld, ihre Steuern zu bezahlen.
Reicht mir ein Taschentuch, ich ertrinke in Tränen.
@Spezialdemokrat
Der Spiegelfechter wollte damit u.a. auch sagen, dass die Reichen sich “arm rechnen” können. Typisches Beispiel wäre die Überführung von großen Vermögen in eine (logischerweise steuerbegünstigte Stiftung). Von den Einnahmen dieser Stiftung kann jemand (inkl. der Familienangehörigen) dann leben. Typisches Beispiel wäre hier die Bertelsmann-Stiftung. Dadurch sind die Leute dann formell nicht mehr so vermögend. Die haben aber durch die entsprechenden Stellvertreterpositionen weiterhin enorme Macht. Das Vermögen wurde also nur umstrukturiert. Die Macht bleibt erhalten.
Ähnliche Effekte kann man auch mittels banalerer Vermögensumsichtungen (umgangssprachlich: “Die Suche nach Gesetzeslücken”) erreichen.
Im extremsten Fall “flüchten” die Leutchen einfach ins Ausland. Typisches Beispiel wäre hier Klaus Zumwinkel.
Ich rege ein Revival der französischen Revolution an. Sie sollte halt nur nicht auf die französische Gegend beschränkt sein. Auch um Fürsten brauchen wir uns nicht mehr zu kümmern.
Meine Bitte wäre halt nur bitte auch wirklich “ganz oben” anzufangen und nicht beim Nachbarn, den man für wohlhabend hält.
Aber ich fürchte, da zucken dann die Einkommensverteiler schon zurück. Mit denen, mit denen man sich ja eigentlich anlegen müsste, wird sich ja niemand wirklich anlegen wollen.
Das wär mal was: mit “Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit” wirklich mal ernst machen, und nicht sich hinter einer Steuerverwaltung verstecken.
@ Bruder Johannes:
“”Auch um Fürsten brauchen wir uns nicht mehr zu kümmern.”"
Was wohl “Fürst Gauck” zu Ihrem Revival sagen würde? ;-)
“”Das wär mal was: mit “Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit” wirklich mal ernst machen,..”"
Tja Bruder, ich nehme die Freiheit – die Gleichheit und die Brüderlichkeit können Sie sich mit den hier Anwesenden teilen. Gleichheit und Brüderlichkeit? Da müssen aber erst einmal Strukturreformen durchgeführt werden, politisch,sozial und wirtschaftlich. Der Wunsch alleine reicht da wohl nicht. Die Kirche kann man auf Grund der Missbrauchsfälle, ja wohl auch nicht als Vorbildfunktion betrachten.
Nein lieber Bruder, klopfen Sie bitte nicht an meine Türe, ich trage diese Werte nicht einfach so frei zugänglich mit mir herum. ;-))
@ Mo
Ach so, Strukturreformen…
Was heisst das denn konkret?
Keine Sorge. Sie sind nicht interessant. Es sei denn, Sie gehören zu den Leuten, die obszön große Anteile am Weltvermögen unter ihrem Dach vereinigen.
Es mag zwar gerecht erscheinen, ein paar mickrige Millionäre zu schröpfen. Das Verteilungsproblem löst das jedoch mitnichten – vermutlich passiert sogar das Gegenteil. Aber man kommt natürlich relativ leicht an diese Leute heran.
@ aquadraht
Ich habe die Bedeutung von “Rabulistik” nochmal nachgeschlagen und kann den Vorwurf nicht verstehen. Ich habe aber verstanden, dass überspitzte Polemik zu Missverständnissen führen kann und dann – entgegen meiner Absicht – die Diskussion nicht voranbringt.
Das Sozialstaatsprinzip ist im GG verankert, deshalb wäre eine “Freie” Marktwirtschaft in der Tat verfassungswidrig, weiß ich, und von einer “Sakrosankterklärung” bin ich weit entfernt.
@ FetteBeute meint zu Peleo :
“Ich halte dich definitv nicht für einen Marktradikalen. Deine Kommentare entsprechen eher dem linken sozialdemokratischen Milieu.”
FetteBeute, ich mag das nicht, dieses “in die Schublade stecken”.
Und überhaupt, dürfen Marktradikale hier nicht kommentieren?
Ich wundere mich…
@Mo
Die “Freunde der Marktwirtschaft sind hier im Forum (wie auch in der Realität) definitiv in der Überzahl vertreten. Die dürfen also offensichtlich kommentieren.
Umgekehrt sieht es allerdings nicht ganz so rosig aus. Platzier mal einen “linken” Kommentar auf faz online. Da wirst du mittlerweilen sporadisch zensiert. Andere “konservative” Online-Medien machen das zwischenzeitlich ähnlich.
-
Da sagst du was – Zeit und Welt könnten ihre Kommentarfunktion eigentlich auch abschalten.
Besonders schlimm ist’s beim Spiegel geworden, der aus irgendwelchen Gründen immer noch von seinem “system-kritischen” Image zehrt.
Sogar einmal veröffentlichte, schon beantwortete Beiträge werden ohne ersichtlichen Grund wieder entfernt. Besonders “links” müssen sie dafür nicht mal sein…
Mittlerweile kann ich dieses Medium wirklich nur noch als “Abiturienten-Bild” betrachten.
Nachtrag:
Ich neige natürlich auch zu Schubladen,
gerade darum mag ich sie nicht. ;-)
Na ja, mich hat er jedenfalls in die richtige Schublade gesteckt ;-)
ja, Nazis sollten hier ja auch frei ihre Sicht der Dinge darlegen können, wenn sie es vernünftig tun, abgesehen davon, dass es von ihnen hier auch jede Menge gibt, wenn auch in zeitgemäßem Outfit
apropos Schubladen, das menschliche Bewusstsein besteht aus ‘Schubladen’, deren Inhalt die ‘Realität’ ist
“Crise économique : deux hommes s’immolent par le feu en Italie”
http://www.lemonde.fr/europe/article/2012/03/29/crise-economique-deux-hommes-s-immolent-par-le-feu-en-italie_1677692_3214.html
als ich wieder diesen Artikel las, auf den von einem anderen aktuellen über schwere Zusammenstöße zwischen Antiausteritätsdemonstranten und ‘Ordnungskräften’ verlinkt wurde, fragte ich mich, wo eigentlich hier die ‘poetische’ Verarbeitung etwa eines Grass bleibt. Immerhin dürfte ja allenthalben klar sein, dass Deutschland, wenn es auch (noch) nicht wieder den ‘Weltfrieden’ bedroht, es doch auf jeden Fall zunehmend wieder zu einer Bedrohung für das Leben sehr vieler Menschen geworden ist.