König Oskar dankt ab
geschrieben am 22. Mai 2012 von Thorsten Beermann
Ein Aufschrei geht durch das linke Spektrum. Oskar Lafontaine hat seine Kandidatur für den Vorsitz der Linken zurückgezogen. Von der verpassten letzten Chance für eine „echte“ linke Politik in Deutschland ist die Rede, eine Wiederaufspaltung der Linken scheint denkbar. Auch Albrecht Müller schlägt auf den Nachdenkenseiten in diese Kerbe.
Wie Albrecht Müller richtig anmerkt, ist es unter normalen Umständen gängige Praxis, dass ein Parteivorsitzender seinen Geschäftsführer aussucht. Unter normalen Umständen wird dieser Vorsitzende aber auch von einer Mehrheit seiner Partei getragen und vertritt nicht, wie in diesem Fall, vielleicht ein Drittel der Parteimitglieder, nämlich vor allem die ehemaligen WASG Genossen in den westdeutschen Bundesländern.
Schon wenn man davon absieht, dass die Situation in einer Regierungspartei mit einem amtierenden Kanzler eine vollkommen andere ist, als in der Opposition wo Kampfabstimmungen um Posten nichts Außergewöhnliches sind, wäre, bei Albrechts CDU Beispiel zu bleiben („Die Äußerung Gysis zu diesem Komplex ist etwa so zu verstehen, als würde der Vorsitzende der CDU/CSU-Fraktion Kauder Verständnis dafür äußern, dass Röttgen als Gegenkandidat zu Merkel antritt.“), die passendere Analogie, wenn Röttgen als Vertreter der starken NRW CDU seine Kandidatur ankündigen würde, allerdings nur, wenn es keinen Gegenkandidaten gäbe und er das Präsidium nach eigenem Gutdünken besetzen dürfte.
Das eine Partei mit starken Flügeln bei der Besetzung der Ämter auf die verschiedenen inhaltlichen Fraktionen sowie selbstverständlich auch die geographische Herkunft Rücksicht nehmen muss, ist keine Neuigkeit. Wenn sich das Lafontaine-Lager aber gerade diesen Zwängen komplett verweigern möchte, muss sich niemand über Gegenwind wundern. Zumal die Ost-Verbände nach den ständigen Querelen vor allem der Westler ohnehin langsam die Geduld verlieren.
2011 stellte sich mancher Wahlkämpfer in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin bereits die Frage, ob es hier wirklich noch um friendly fire ging, oder eher bereits um Sabotage aus den eigenen Reihen.
Das bringt uns zur zweiten wichtigen Frage: Würden mit Lafontaine die Chancen zur Umsetzung einer „echten“ linken Politik steigen? Diese Frage spaltet sich wiederum in zwei Aspekte. 1. Würde mit Oskar Lafontaine die Akzeptanz der Linken als Partei (wieder) steigen, was sich in entsprechenden Wahlergebnissen manifestiert? 2. Würde mir Oskar Lafontaine linke Politik auch tatsächlich umgesetzt werden?
Albrecht Müller sieht die Verluste zwischen der Bundestagswahl 2009 und aktuellen Umfragen als einen Beleg dafür, dass die Linke mit Lafontaine besser Ergebnisse einfahren würde. Das kann man so sehen, aber es verengt die Analyse auf einen einzigen Faktor. Dagegen spräche zum Beispiel, dass auch die Saar-Linke mit Oskar als Spitzenkandidat in diesem Jahr im Vergleich zur Bundestagswahl rund ein Viertel ihres Stimmanteils eingebüßt hat. Das ist anteilig etwas weniger als der Bundesschnitt, ergibt aber sicher kein Indiz, dass Oskar den Trend umkehren könnte.
Die Koalitionsfähigkeit des Lafontaine-Flügels muss, wenn man die bisherige Parteigeschichte betrachtet, auch eher skeptisch betrachtet werden. In einem Zeit-Artikel überschrieb Miriam Lau einen Abschnitt im September 2011 mit dem Satz „Im Osten wollen sie regieren, im Westen wolle sie Recht haben“ und traf damit den Nagel auf den Kopf.
Ob man den Lafontaine-Flügel als dogmatisch oder prinzipientreu bezeichnen möchte, sie stellt potenzielle Koalitionspartner vor die Wahl: „Alles oder Nichts“. Und genau das bekommt sie auch, Nichts, denn auf das „Alles“ kann und will sicht kein potenzieller Partner einlassen. Viele Forderungen kann die Linke ohnehin nur deswegen stellen, weil sie sich vollkommen im Klaren ist, den Worten in absehbarer Zeit keine Taten folgen lassen zu müssen.
Man kann es sympathisch finden, wenn die Partei keine Inhalte für eine Regierungbeteiligung zu opfern bereit ist, aber genau so sicher ist, dass diese Linke dann auch mittelfristig keine Inhalte durch- und umsetzen wird, wodurch es nahezu egal ist, ob sie 11% oder 5% erreicht. Nur die 5%-Hürde sollte sie nach Möglichkeit nicht reißen, um als mahnende Stimme erhalten zu bleiben.
Der Rückzug von Lafontaine ist aber auch eine Chance. Er bietet die Möglichkeit, seine polternde Verletztheit gegenüber der SPD, der auf der Gegenseite mindestens eine ebenso große Abneigung gegenüber steht, aus dem Weg zu räumen und irgendwann tatsächlich wieder Mehrheiten im linken Spektrum zu ermöglichen. Und es ist die Chance, das Lehnstuhlsozialisten, die noch immer in den verstaubten Kategorien der 60er Jahre denken und sich wundern, dass ihr nicht weniger überholtes Kampf-Vokabular nicht den Nerv der Zeit trifft, von einem echten Gestaltungsanspruch abgelöst wird.
Diese Linke hätte dann vielleicht auch echte Chancen, SPD und Grünen im Zusammenhang mit einer echten Regierungsoption Politik- Handlungsalternativen anzubieten. Im Moment treibt sie allerhöchstens beide, mangels einer eigenen Mehrheit, in die Arme der Union.


OMG, noch ein Sasse, diesmal von T.B.
Vielleicht wäre es ja auch einmal gut gewesen, sich mit den Zuständen in der Linkspartei zu beschäftigen, einem “Reformerflügel”, und vor allem seiner Frontfigur Bartsch, der so illoyal intrigiert, denunziert und auf Spaltung und Unterwerfung gedrängt hat, dass schliesslich sogar Gysi und die “Zentristen” die Geduld mit Bartsch verloren und er aus der Parteispitze flog. Und der dann die ganze Zeit über gegen den gewählten Vorstand mit Personaldebatten gestichelt hat. Und einen Tag nach dem Programmparteitag weiter gestichelt hat, auf dem alle sich einig waren, dass die Personalquerelen der Partei schaden.
“Die Ostverbände” sind auch so homogen nicht. Im Osten gibt es einen starken linken Flügel, den mit den “Dogmatikern” im Westen mehr verbindet als mit den Karrieristen, die auf Koalitionen und Posten gieren, und sich dafür ständig von der SPD in die Fresse hauen lassen. Unvergessen der Kniefall Ramelows mit dem MP-Posten, dem der Arschtritt durch die SPD folgte, die ihm die Grosse Koalition vorzog.
Ich habe für Lafontaines Entscheidung, sich für Parteivorsitz und Spitzenkandidatur zur Verfügung zu stellen, nur bedingt Verständnis aufgebracht. Ob das Pflichtbewusstsein oder Geltungsbedürfnis war, weiss ich nicht. Die Forderung, dass ein Vorstand, der die Partei in den schwierigen Wahlkampf 2013 führen soll, kein Miniparlament mit verfeindeten Fraktionen sein darf, war ein Gebot der Vernunft. Und auch, keine Kampfabstimmung zu wollen, die die Fronten zwischen den Strömungen zementiert.
Vielleicht ist das, was jetzt kommt, besser. Entweder ein Vorstand Bartsch mit 4% oder weniger 2013 – auch viele im Osten mögen den nicht. Oder das Experiment des nächsten Amateurvorstands nach Gabi Zimmer. Vielleicht klappt das diesmal. Eher geht es in die Hose, zumal die “Reformer” ihre Macht- und Postengier auch nach der nächsten Abfuhr nicht zügeln werden.
Was die Koalitionen angeht: Grüne und SPD haben die konsequent boykottiert. Wie Fefe schon einmal schrieb: Eigentlich hat die SPD die CDU bei den Eiern. Sie wird den Teufel tun, auch nur den leisesten Druck auszuüben. Aber Torsten Beermann scheint zum Super-Sasse zu mutieren.
a^2
@aquadrat
brauch ich ja nicht mehr viel hinzufügen, nur die Überschrift vom Beermann ist die blanke Impertinenz.
Den frechen Jargon kenn ich, allerdings nur von überversorgten Gymnasiasten, denen zuweilen der Papa die Feder führt oder gar die ‘Stichworte’ gibt. Ob der Beermann so einer ist, könnt ich annehmen, kann aber auch anders sein, ich weiß es nicht.
Allerdings hier wird mir wirklich kotzübel:
“Der Rückzug von Lafontaine ist aber auch eine Chance. Er bietet die Möglichkeit, seine polternde Verletztheit gegenüber der SPD, der auf der Gegenseite mindestens eine ebenso große Abneigung gegenüber steht, aus dem Weg zu räumen und irgendwann tatsächlich wieder Mehrheiten im linken Spektrum zu ermöglichen. ”
Eine gelungene PR! Liest sich übersetzt wohl so: Also wenn Oskar weg ist, soll die Partei Die Linke die “Chance nutzen”, sich der SPD unterwürfig anbiedern, alle Inhalte um der Mehrheit willen überwinden, um sich schlußendlich in einer neuen “links etikettierten neoliberalen Volksgemeinschaft” aufzulösen, dann ginge es ja auch mit den Nachbarn besser.
Kurz gesagt, wenn Oskar weg ist, sind wieder linke Mehrheiten möglich und wenn die Merkel und der Schäuble auch weg sind, regieren die Ultrarechten. Oder?! Was für eine wirre politische Spektralanalyse. Mir langts…….bis zur nächsten Wahl ist noch lange hin,
vielleicht besinnt sich Oskar ja noch eines besseren, wenn der Bartsch mit seinem Mandat zur SPD übergelaufen ist. (man könnte ja mal drauf wetten…;-))
Nee, nich so billich Beermann, …..wir machen weiter, trotz alledem!
Voll daneben. Merkt denn niemand, dass die Einheitsparte rechts von den Linken in den letzten drei Jahren Stück für Stück die innenpolitischen Inhalte der Linken übernommen hat? Wenn man dann behauptet, man kann als Opposition keine Themen setzen, der hat den Schuss nicht gehört.
Und die schlechten Wahlergebnisse? Da käme mit Bartsch ja ein Experte ans Ruder. Außerdem hat noch jede direkte oder indirekte Regierungsbeteiligung den Linken stimmen gekostet. Koalitionsföhigkeit, wenn sie denn überhaupt “gut” ist, ist nur solange für Wahlergebnisse gut, solange man nicht in die Koalition geht.
In Deutschland baut sich derzeit ein extrem europafeindliches “Ich will die D-Mark zurück oder schmeißt wenigstens die faulen Südeuropäer raus”-Klima auf. Der deutsche Michel ist derzeit nicht für linke Themen empfänglich, weil beim Geld die Freundschaft aufhört. Protestwähler finden die Piraten derzeit hipper, da müffelts auch nicht nach Kommunismus. Eine neue noch blassere Führung als Lötzsch/Ernst wird die Linke vollständig ins Abseits stellen.
Und wenn die Medien pro Bartsch und contra Lafontaine sind, dann müssen doch alle Alarmglocken angehen. Grad läuft hier im Hintergrund das heute-journal und ich höre schon wieder, dass Lafontaine hingeschmissen hätte. (Klar, hätte er es zur Kampfkandidatur kommen lassen, hätte er mit seiner Machtgier die Linke zersägt. Egal wie rum, Lafo is’ also eh der Böse.)
Solche Artikel habe ich nun befürchtet.
“vertritt … vor allem die ehemaligen WASG Genossen in den westdeutschen Bundesländern”… – Aber der Satz „Im Osten wollen sie regieren, im Westen wolle sie Recht haben“ soll den Nagel auf den Kopf treffen ? Wie war das gleich mit den Gewerkschaftern Ramelow, Ernst, Maurer etc. etc. ?
“seine polternde Verletztheit gegenüber der SPD” … – Irgend welche Belege wenigstens minimaler Häufigkeit und Wichtigkeit ?
Und kein Wort über die atmosphärisch genaue Analyse des Apparatekenners Müller, das dessen souveränen und reflektierten Gehalt irgendwie auch nur anerkennen würde. Anders wäre es doch nicht möglich, ohne jede Rücksicht die Leser, die auch Müller gelesen haben, mit so etwas abzufrühstücken: “Ob man den Lafontaine-Flügel als dogmatisch oder prinzipientreu bezeichnen möchte, sie stellt potenzielle Koalitionspartner vor die Wahl: „Alles oder Nichts“ …”
Hätte XY in der ZEIT oder WELT auch schreiben können. Trauerspiel.
Wo hat übrigens die chinesische Politikerin Miriam Lau etwas über Lafontaine geschrieben ?
Oder war’s die Analystin von Oracle ?
Oder war vielleicht doch eine Dame namens Mariam Lau gemeint ?
Tolle Leistung, wirklich.
@Thorsten Beermann
Einige deiner Annahmen sind schlicht falsch. Du hältst die SPD und die Grünen für linke Parteien. Das sind beide aber schon lange nicht mehr. Insofern gesehen kann es für die nächsten Jahrzehnte auch keine linke Politik mehr geben; es sei denn die Linkspartei käme über, sagen wir, 40%. (Und hätte damit die Machtposition um einem kleineren Koalitionspartner massive Zugeständnisse abringen zu können)
Womit wir schon beim entscheidenden Aspekt sind. Wenn die Linkspartei überhaupt in einer Bundesregierung mitmischen darf, dann wird man verlangen das sie ihre beiden wichtigsten Positionen aufgibt. Man würde also verlangen, dass die Linkspartei Angriffskriege mitträgt. Und man würde verlangen, dass bei den Schwächsten gespart wird, damit die Spekulationsverluste der Banken mit Steuergeldern sozialisiert werden können. Also CDU/SPD-Politik. Dafür braucht man keine Linkspartei. Eine solche Linkspartei wäre auch nicht mehr links.
Wer eine solche Politik, die sich konsequent gegen das Volk richtet, haben will der kann bereits heute CDU oder SPD oder Grüne oder FDP wählen.
Das ist die traurige Wahrheit. Nicht die Linkspartei ist das Problem. Der fast schon konspirativ anmutende Verrat der etablierten Parteien am Volk ist das Problem.
Viele Linke ärgern sich über die Linkspartei. Und warum? Weil die Linkspartei so schwach ist. Man sieht die Schuld für die Schwäche der Linkspartei bei der Linkspartei. Aber die Schuld liegt vor allem beim Wähler selbst. Der lässt sich massiv von den Medien fremdsteuern. Und dann noch: Die Linken gehen nicht zur Wahl und deshalb ist die Linkspartei so schwach.
Damit macht der wahlfaule fremdgesteuerte Bürger sich die Doofen und Korrupten (CDU/SPD) zum Vormund.
@FetteBeute
Schwer hab ich’s net zu vermuten, daß der Beermann in der letzten Zeit auf keiner Demo war,
vielleicht nicht mal mehr im SPD-Ortsvereinsheim im Kleingarten. Kann ja sein, daß er der nächste große “Denker” seiner Partei werden soll, und das hier als Fingerübung abtut… ;-)
@T.B.-
>>Diese Linke hätte dann vielleicht auch echte Chancen, SPD und Grünen im Zusammenhang mit einer echten Regierungsoption Politik- Handlungsalternativen anzubieten.<<
Das glauben Sie doch wohl selbst nicht – oder?
Agenda 2010, Mindestlohn, Leiharbeit, Afghanistan, Steuerpolitik…
Immer raus damit, wo die wahren Gemeinsamkeiten liegen!
@Andreas Kreuz
Mich anschließ ;-)
Der letzte “Linke” in der SPD ist übrigens mit der Zustimmung zur Weiterführung der verfassungsfeindlichen HartzIV-Sanktionen im Bundestag – siehe hier:
http://klausbaum.wordpress.com/2012/05/06/abstimmung-uber-hartz-iv-sanktionen
….gefallen.
Sein Name?
Ottmar Schreiner…..
Für mich ließt sich der Artikel übrigens so als würde sich ein “Liberaler” über den Abgang Lafontaines freuen – Westerwelle/Rösler bringen sicher diesselben falschen Argumente für den Niedergang der Linkspartei wie Sasse und Beermann hier *grins*
Amüsierter Gruß
Bernie
Oha, das hat ja richtig reingehauen und weh getan. Das hätte ich von Ottmar Schreiner nicht erwartet. WTF….jetzt brauch ich einen Schnapps….
Nicht verwunderlich: Schreiner hatte ja auch am Wahlabend im Saarland für die CDU/SPD-Koalition plädiert, da die CDU ja relativ links sei.
@The Joker
Stimmt, die CDU ist “links” bzw. “sozialdemokratisch” und die NSDAP war “sozialistisch” und “links” *grins*
Amüsierter Gruß
Bernie
@Andreas Kreuz
Recht haste, das glaubt der selber nicht. Nach Schröder, Fischer etc. gilt TINA (There is no Alternative), mit allem Schaden, den wir dadurch erleiden. Der T. B. meint tatsächlich mit billiger PR die hirntote Kuh (SPD) wieder zum saufen zu bringen.
Laß ihn im Glauben, aber nehm ihn nicht ernst.
@TB: Super Artikel!
Schön lauschen, bitte, Herr Sasse:
Hihi, da findet zusammen, was zusammen gehört ;-)
@Stefan Sasse
Du Freidenker, ich bin ja nicht so, für Dich ist das Ambrosia, für mich B wie Bullshit!
Entwickel Dich, geh raus und denk mal im Freien! (wg. Sauerstoff, O2 etc.)
@Carlo
Sasse lernt nichts dazu. Jetzt hat er innerhalb weniger Tage ein zweites Mal die Nachdenkseiten-Betreiber per Twitter als Verschwörungstheoretiker diffamiert.
Dabei kann mittlerweilen sogar der Verblendetste erkennen, dass Merkel (die ist mitverantwortlich für die Misere) von den Medien nachhaltig schöngefärbt wird. Ähnlich lief es damals schon bei Schröder (solange der Politik für die Reichen gemacht hat).
Kritisiert wird aber die Opposition. Man muß sich das mal auf der Zunge zergehen lassen. DIE OPPOSITION wird kritisiert. DIE PIRATEN werden kritisiert. NICHT die Regierung. Und das bei diesem gesamteuropäischen Debakel. Bei dem Demokratieabbau. Bei den regelmäßig stattfindenden Verfassungsbrüchen. Wahnsinn!
Wir leben echt in einer verkehrten Welt. Lafontaine hatte Recht. Wir haben es mit einer Korruption der Worte und Gedanken zu tun. Das ist wie eine Infektionskrankheit. Es erwischt immer mehr. Hinterher war von den ganzen erbärmlichen Feiglingen und Mitläufern wieder keiner dabei gewesen. Drecksgesindel!
>>Wir leben echt in einer verkehrten Welt. Lafontaine hatte Recht. Wir haben es mit einer Korruption der Worte und Gedanken zu tun. Das ist wie eine Infektionskrankheit. Es erwischt immer mehr. Hinterher war von den ganzen erbärmlichen Feiglingen und Mitläufern wieder keiner dabei gewesen.<<
hundert prozent zustimmung.
dass politische Parteien und insbesondere deren hohe Funktionäre das Ziel der Beeinflussung durch Herrschaft sind ist keine ‘Verschwörungstheorie’, sondern eine historische Konstante. Da Problem liegt sicher auch an den Strukturen politischer Parteien, deren Elitenbildungsprozesse sie für diese Beeinflussung empfänglich machen. Insofern ist der Vorwurf des Verschwörungstheoretischen im Wesentlichen nur ein Versuch, von diesem Umstand abzulenken.
Was an Albrecht Müllers Diskurs aber problematisch sein könnte, ist aber seine persönliche Perspektive, die ihn dazu bringt, das Politische im Wesentlichen nur in den Parteien zu lokalisieren. Sicher war die Linke als alternative politische Kraft zum neoliberalen Parteienblock wichtig, aber eben nicht exklusiv. Dass sie jetzt möglicherweise als solche alternative Kraft wegfällt, weil sie noch mehr an den herrschenden Diskurs angepasst wird – die so genannte zeitgemäße Erzählung, wie bartsch diese Anpassung nennt – ist sicher eine Schwächung, weil die Themen, die sie besetzt hat, weiter marginalisert und zunehmend ohne parteipolitische Stimme sein werden, ausgelöscht eben aus ver-öffentlichten Wahrnehmung. (btw im Gegensatz zur populären Movimento 5 sterne Bewegung um Grillo sind die Piraten eben keine echte alternative progressive Bewegung, da sie im Wesentlichen ein Produkt der Auslöschung des Politischen selbst sind und nicht wie der M5S der populäre Versuch, ihn sich wieder anzueignen. Die Piraten sind eine Art Berlusconismus ohne Berlusconi, weil jeder Pirat ein solcher ist). Die wesentlichen Impulse zur progressiven Veränderung der Gesellschaft gehen aber nicht von auf den parlamentarischen Betrieb fokussierte Organisationen aus, sondern von der Gesellschaft an sich. Der wesentliche Kampf um solche Veränderungen findet also außerhalb des parteipolitischen Betriebs statt, der sich im Grunde (im Sinne Bourdieus) nur in karrieristischen Positionskämpfen erschöpft.
@salvo
Das fatale ist, dass gerade jetzt eine Non-Bartsch-LINKE extrem wichtig wäre und auch in nächster Zeit große Chancen für Wahlerfolge hätte, weil auch Deutschland in den nächsten Jahren noch mehr gegriechlandet wird. Wieder einmal wird eine Verwahrlosung unserer Gesellschaft nicht nur toleriert, sondern durch Demagogen wie Merkel und ähnlichen schädlichen Einflüssen für (scheinbare) Vorteile von Mafiaähnlichen Clans geradezu forciert.
Als das das letzte mal in Deutschland durchgezogen wurden, bekamen wir dadurch einen Hitler und das Dritte Reich. Die Situation ist mittlerweile fast dieselbe und damals wie heute hätte eine einige Linke das Dritte Reich bzw. heute das Vierte Merkel-Reich verhindern können.
Damals wie heute ist die Linke allerdings damit beschäftigt, sich in internen Grabenkämpfen zu demoralisieren. Damals spülte das die braune Flut an Land, gerade jetzt wird die schwarze Flut an Land gebracht.
Noch gibt es Unterschiede zwischen der braunen und der schwarzen Flut. Aber wenn es so weiter Merkelt wie bisher, wird sich die schwarze Flut nur noch in der Bezeichnung der Zielgruppen unterscheiden. Vielleicht in etwa: Damals Juden, heute Moslems.
Die Methodik wird sich nicht unterscheiden.
Und das ist auch der Grund, weshalb ich in letzter Zeit immer öfter auch ganz ernsthaft darüber nachdenke, diesem mittlerweile verkommenen und verwahrlosten Land den Rücken zu kehren und mich nicht mehr darüber aufzuregen, dass die Deutschen wieder einmal ganz begeistert davon sind, in ihrer eigenen Scheisse zu ersticken.
Einzig meine Freunde und die Musik halten mich noch davon ab. Für beides würde ich mein Leben geben – hoffentlich wird es nicht dazu kommen.
@schwitzig
mir geht es ähnlich :-), es ist schwer, in dieser ideologischen Wüste nicht zu verzweifeln, aber selbst hier gibt es doch ‘Oasen der Vernunft’. Eine Linke. die im Wesentlichen sich nur dem herrschenden Diskurs anpasst, ist ja weiterhin nur schwach in der Gesellschaft verankert (im Wesentlichen nur als regionale ‘Volks’partei) und wird eine Zeitlang noch von ihren vorhandenen Strukturen zehren können, bis sie sich durch immer weitergehende Anpassungsprozesse an Herrschaft ins Nichts erschöpft. Und im Gegenteil zu den etabilierten Blocksparteien wird sie von Herrschaft selbst ja nicht gebraucht: Aus deren Perspektive ist sie überflüssig. Eine Partei aber, die nur von den Funktionären gebraucht wird, führt solange es nur geht ein zombiehaftes Unwesen – allein um sich selbst zu reproduzieren. Dieser Verlust wird aber weder mich noch andere daran hindern, weiterhin politisch selbstbewusst zu handeln, auch wenn es vielliecht für manche vorerst schwerer wird, wieder organisatorischen Boden zu finden. Fatal ist es hier aber zumal, dass dieses schwarze Loch, diese politischen Untoten unter Piratenflagge so viel politische Energie aufzehren.
btw, ich wollte auf diesen Text verlinken, weil er ein Lehrstück für die Besetzung demokratischer Strukturen – in diesem Falle die Judikative – durch Herrschaft – was gewisse Flachgeister mit dem ‘zeitgemäßen’ Meme Verschwöreungstheorie zu verdecken suchen
“Money Unlimited
How Chief Justice John Roberts orchestrated the Citizens United decision”
http://www.newyorker.com/reporting/2012/05/21/120521fa_fact_toobin#ixzz1vlga2w3z
Leider hast Du recht!
@Stefan Sasse
Deine Begeisterung überrascht mich nicht. Überrascht bin ich allerdings zusehends von dem, was ich hier an “Artikeln” lese und in letzter Zeit frage ich mich des öfteren, ob ich irgendwie Probleme mit einem poison chache auf den von mir genutzten DNS Servern habe.
Angesichts des derzeitigen SF-Artikel-Mainstreams fällt es mir zunehmend schwer, Links auf das SF Blog weiterzugeben.
Es ist ein bißchen, als wenn man auf SPIEGEL oder Focus verlinkt.
@schwitzig
Stimmt.
Armer Jens Berger.
Der Spiegelfechter wird unterwandert und von unten ausgehoben.
So wird es gemacht, wenn man keine treffenden Argumente hat.
Vielleicht erkennt es JB doch noch……..
@R_Winter
Ich bezweifle, das JB unterwandert wird!
Sry, das war von Dir nicht wirklich ernst gemeint ;-)
Der Spiegelfechter guckt vermutlich auf die Seiten-Klicks. Auf den Blogs gibt es ja Statistiken zu den Usern. Logs, Wartezeit, Klicks zu jeder einzelnen IP.
Vermutlich hat er einfach nur erkannt, dass die Leute grundsätzlich so tun keinen Boulevard zu mögen, aber dennoch solche Artikel öfter lesen als die seriösen. Er erkennt die tiefen Abgründe der menschlichen Heuchelei.
Soweit ich weiß hat der Spiegelfechter einen großen schwarzen Hund, mag sein es ist ein Labrador.
Ob er nicht mal den Herrn Sasse mit dem ausführen betreuen könnte. Dann bekäme der Freidenker mehr Frischluft und der Hund….naja ob der ihn nicht beißt? Verstehen könnt ich’s ja….;-)
EIn Tiefpunkt an Oberflächlichkeit. Merkt denn niemand, dass die Einheitsparte rechts von den Linken in den letzten drei Jahren Stück für Stück die innenpolitischen Inhalte der Linken übernommen hat? Wenn man dann behauptet, man kann als Opposition keine Themen setzen, der hat den Schuss nicht gehört.
Und die schlechten Wahlergebnisse? Da käme mit Bartsch ja ein Experte ans Ruder. Außerdem hat noch jede direkte oder indirekte Regierungsbeteiligung den Linken stimmen gekostet. Koalitionsföhigkeit, wenn sie denn überhaupt “gut” ist, ist nur solange für Wahlergebnisse gut, solange man nicht in die Koalition geht.
In Deutschland baut sich derzeit ein extrem europafeindliches “Ich will die D-Mark zurück oder schmeißt wenigstens die faulen Südeuropäer raus”-Klima auf. Der deutsche Michel ist derzeit nicht für linke Themen empfänglich, weil beim Geld die Freundschaft aufhört. Protestwähler finden die Piraten derzeit hipper, da müffelts auch nicht nach Kommunismus. Eine neue noch blassere Führung als Lötzsch/Ernst wird die Linke vollständig ins Abseits stellen.
Und wenn die Medien pro Bartsch und contra Lafontaine sind, dann müssen doch alle Alarmglocken angehen. Grad läuft hier im Hintergrund das heute-journal und ich höre schon wieder, dass Lafontaine hingeschmissen hätte. (Klar, hätte er es zur Kampfkandidatur kommen lassen, hätte er mit seiner Machtgier die Linke zersägt. Egal wie rum, Lafo is’ also eh der Böse.)
Anders herum: Die Linke hat die Programmatik der früheren SPD im Programm und verkauft das jetzt als “links”. Ganz links ist die PP mit ihrem bedingungslosen Grundeinkommen, wenn es über 500 Euro liegt und sie auch in Zukunft noch zu stehen werden wenn das Totschlagargument “Unfinanzierbar!!1″ kommt.
PP und “ganz links” wegen “BGE”? Vom BGE gibts viele Modelle und einige bedeuten Absenkung von Hartz IV (500 EUR liegt unter Hartz IV plus Wohnkosten), das hat nichts mit links zu tun.
Substanzielle Vermögenssteuer (in Richtung Enteignung, sowas wie 5% über 1 Mio. Freibetrag inkl. Immobilien), Abschaffung Abgeltungssteuer, Spitzensteuersatz (inkl. Kapitaleinkünfte) rauf auf 90%, auch für Unternehmen,… erst dann ist überhaupt finanzieller Spielraum für linke Politik da. Alles darunter ist Augenwischerei und beendet den Niedergang dieser Marktwirtschaft nicht.
Die PP ist viel zu grün hinter den Ohren, außer Parolen ist da noch nicht viel. (und erzählt jetzt nicht von den lokalen Diskussionsrunden im lokalen Pub, das ist noch weit weg von klaren Positionen im Parteiporgramm, wo ich weiß, die haben auch verstanden was sie meinen und stehen dahinter.
Der Letzte macht dann bitte das Licht aus, also die Querfrontler von der SPD-AO … Bartsch, Beermann … Sasse und wie sie heißen.
Ein Artikel der auch nur jeden Mainstream-Furz über die Linke eingeatmet und reflatuliert hat. Doppelt stinkt besser…
@CheckervonBeruf
Weimar läßt eben grüßen – Geschichte wiederholt sich eben doch, nur diesmal als Farce, da ja eigentlich längst bekannt sein dürfte wohin der dt. Michel/die dt. Michelin in Krisenzeiten neigt – links bekämpfen, und rechts hofieren….
…war damals bei Adolf schon so…..
…und – ist es “deutschfeindlich” (Zitat Kochs Mädchen Schröder) wenn ich es schreibe was ich denke? – ist immer noch so…..
Die deutsche Mehrheitsbefindlichkeit ist eben immer noch demokratieunfähig, besserwisserisch, militaristisch und arrogant….sowie unbelehrbar….
Merkel hat es auf dem G8-Gipfel ja bewiesen, und so wie “Mutti” tickt eben auch der Rest Deutschlands….
….hätte ich die Kohle dazu ich wäre längst ausgewandert….
…so muß ich den erneuten Niedergang miterleiden…..
Vor kurzem dachte ich, damals 1988, als ich 18 war war die Welt noch in Ordnung:
Birne war noch Kanzler, Merkel war FDJ-Mädel für Agitation und Propaganda, die Mauer stand noch, und der Kalte Krieg tobte sich auch noch aus…..die alte BRD ist es, der ich nachtrauere…..
….alles besser als die einheitsmäßig wiedererstarkten dt. Befindlichkeiten – siehe oben – die nicht einmal ein ein verlorener II. Weltkrieg restlos ausmerzen konnte, in unseren selbsternannten “Eliten” Deutschlands….
Gar nicht amüsierte Grüße
Bernie
Die gleiche Art Leute, die die SPD zerlegt haben tun das dann jetzt wohl mit der Linken.
Gratulation.
Und dann wird auch in solch einem Blog noch nachgetreten wie in den mainstream Medien.
Zum Kotzen.
Nein, sind die gleiche Art von Leuten, die aus den Grünen einen Abklatsch der CDU gemacht haben, allen vor Joschka Fischer. Dieser hat mit seiner Strassengang die Grünen übernommen und zusammen mit G. Schröder Deutschland auf neoliberal getrimmt.
Lafontaine, auch wenn ich ihn persönlich nicht mag, hat eine Menge für dieses Land getan und er ist weitestgehend seiner Linie treu geblieben. In sehr vielem hat dieser Mann einfach Recht. Das, was sich da jetzt an der Spitze der Linken tummelt, ist eine Schande für die Partei und jedes linke Gedankengut. Aber wie will sich eine Partei etablieren, die ihre Gegner in den eigenen Reihen hat.
Das ist ja so eine Aussage, die mich auf die Palme bringt: Ich mag L. nicht, aber er hat in vielem recht. Anderswo wird noch mehr Wortwitz bebracht: Die Linke hat ja in vielem recht, aber wählen kann ich sie trotzdem nicht, ich wähl lieber die CDU. Es ist zum Kotzen. Genau daran liegt es, dass die neoliberalen Zocker die Gesellschaft übernehmen können.
Für die Linke geht es jetzt nicht darum, die Welt zu retten, sondern die Partei. Die Wähler, die zu den Piraten emigrierten, sind weg und kommen auch so schnell nicht wieder. Die Linke muss bei der SPD und den Grünen auf Wählerfang gehen und auch die SPD zwingen, eine Koalition nicht mehr auszuschließen. Den Bartsch halte ich da für den geeigneteren Kandidaten und Lafontaine ist nun mal ein rotes Tuch für die Medien und die SPD. Bartsch ist vor allem aus dem Osten und wenn die 5% geknackt werden soll, dann da.
Die Linke wird mit Lafontaines Rückzug einen Großteil der WASGler, also hauptsächlich Ex Sozen und Gewerkschafter verlieren. Davon abgesehen kann ich mir nicht vorstellen, daß sich viele West “Altlinke” mit einer Parteispitze aus “Reformern” abfinden werden.
-> Der Westen wird der Linken völlig wegbrechen.
Übrig bleiben dann bloss noch der Ostteil, dem dann sobald die Westler weg sind, dann wieder gerade von den Medien die jetzt noch Bartsch und Konsorten unterstützen, die SED Historie unter die Nase gerieben werden wird.
Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde mehr.
Also diese Doppelspitze wäre mir jetzt auch viel lieber als Oskars Pfeife und könnte auch den Piraten Stimmen kosten: http://www.fr-online.de/meinung/kommentar-linke-oskar-geht–die-frauen-kommen,1472602,16094402.html
Und vielleicht hat Oskar ja auch nur den Rückzug erklärt um seiner neuen Lebensgefährtin den Weg frei zu machen, wo ich nichts gegen hätte.
Leute wie der Bartsch sind aber auch wichtig, schließlich muss die Partei alles links der SPD abdecken und das ist ein weites Feld. Im Vergleich zu den drei Möchtegern-Kanzlerkandidaten in der SPD macht Bartsch jedenfalls die bessere Figur.
Entschuldigung, aber wo macht Bartsch denn eine Figur? Außerhalb von Personaldebatten taucht der doch in der Öffentlichkeit überhaupt nicht auf. Welche Akzente hat der denn je gesetzt? Er präsenter, als er damals noch als Bundesgeschäftsführer die PDS in den Elefantenrunden im fernsehen vertreten hat.
Und Bartsch ist nicht links der SPD, sondern ist SPD.
Die “Reformer” sind auch im Osten nicht unumstritten. Bei Landtagswahlen wird man die Linke wohl noch wählen, bei Kommunalwahlen eh. Das ist aber auch im Westen so, da gibt es auch rote Hotspots, wo linke Gruppierungen und Kandidaten durch den ganzen Kalten Krieg, trotz KPD-Verbot und all dem in den Stadtparlamenten vertreten waren und sind. Das hat teilweise die PDS und später die Linke beerbt.
Rechnerisch sind die 2,5% in NRW und anderen West-Regionen mehr Wählerstimmen als die vielleicht 12-15% (wenn es noch soviel werden), die die Bartsch-Riege im Osten einsammeln kann. Die Enttäuschung, die diese langweilige Apparatschik-Truppe verbreitet, dürfte reichen, die Linke bei der Bundestagswahl unter 5% zu drücken.
Die SPD hat von Ramelow erst die Demutsgesten eingesammelt und ihn dann (verdient) in den Arsch getreten und ist mit der CDU ins Bett gestiegen. Genau das wird sie bei jeder Gelegenheit wieder machen. Schon jetzt stehen die drei Vizekanzlerkandidaten für 2013 stramm und hoffen auf genug Piratenstimmen, dass es mit der CDU klappt. Du musst komplett naiv sein, wenn Du glaubst, die wollten irgend etwas anderes. Wenn dann die Linke rausgeflogen ist und eine knapp 5% FDP Mutti nicht mehr zur Koalition reicht, sind sie am Ziel, alternativlos. Und Sasse und Beermann werden jubeln.
a^2
@a^2
Sei nicht so hart. Wo sollen denn anderen Typen im Osten hoch kommen?
Sie sind nun einmal “DDR-geprägt”. Bartsch und Merkel sind doch auch hier typische Vertreter.
@R_W:Die paar Deppen(Bartsch/Pau/Merkel) stehen nicht für alle Ossies! Ramelow gehört auch zu denen und der ist Wessi(das Merkel ist auch Wessi!)
Hört endlich mit dem Ossi/Wessi-gequatsche auf! Das lenkt doch nur von den wirklichen Problemen ab. Solange sich die Linke um Ost/West und/oder weiblich/männlich streitet, kommt von allen Seiten Applaus und am Ende haben wir nur noch den Zippel des geplatzten linken Traumes am Leinenende. Ich bin auch DDR-geprägt und ein alter Sack, aber deswegen(oder gerade dewegen) habe ich doch nicht denken verlernt. Der Prozentsatz von Spinnern/Idioten/… ist jeweils weltweit konstant, das weiß ich inzwischen aus eigenem Erleben.
Es gibt genügend andere, und einige kommen auch hoch. Auch Sahra Wagenknecht ist “DDR-geprägt”, übrigens auch viele Bekannte und Kollegen, die auch nach dem Ende der DDR nicht verlernt haben, im Betrieb das Maul aufzureissen, wo der Durchschnittswessi das gebrochene Rückgrat und die BWL-Denke mit der Muttermilch eingesogen hat (wenn wir jetzt schonmal Allgemeinplätze dreschen).
Langweilige Apparatschiktruppen gibt es von CSU bis SPD auch im Westen genug. Und da findet man das normal. Mich hat es schon immer betrübt, dass auch Jens oft eilfertig die “Chaotentruppe”-Zuschreibungen für Westverbände der Linken (z.B. NRW, Hessen) übernommen hat. Aber auch die Ostverbände sind alles andere als Einheitsbrei.
Ich fände es falsch, die Linke schon vor dem Parteitag aufzugeben. Sollte sich das FDS mit Bartsch und Konsorten durchsetzen, ist allerdings nicht mehr viel zu gewinnen.
a^2
Danke Herr Winter,
für soviel gütige Nachsicht. Ich habe hier an anderer Stelle schon mehrfach auf die westlich geprägte Ignoranz einiger Kommentatoren hingewiesen. Wenn Sie (nicht nur Sie) diese inzwischen auch noch mit etwas Chauvinismus anreichern, zeigen Sie doch nur welche „Prägung“ 60 Jahre Bild-Zeitung im Westen erzeugt hat.
Freuen Sie sich schon auf die kostenlose Bild-Jubiläumsausgabe im Juni?
Wenn aber solche Kommentare Ihnen den Gang zum Psychiater ersparen, hat der Osten/ haben die Ossis doch schon einen guten Zweck erfüllt. ;-)
was soll dieser Artikel ?
Diese komische Diskussion soll auf deiner Seite stattfinden? Was erhoffst du dir davon ?
Dachte dafür gäbe es Spon. Nicht auch noch hier.
Ich bin mittlerweile wirklich zu angeödet, um mich über dieses Destillat des Linken-Bashings aufzuregen. Der implizierte Vorschlag, doch endlich eine Regierungsbeteiligung anzustreben ist m.E. wissentlich(!) in dem Bewußtsein verfasst, dass sich die Linke (wie zuvor schon kommentiert) extremst überflüssig machen würde. In die Regierung kommt man nicht ohne attestierte Niebelungentreue.
Aber wie gesagt, ich rege mich nicht mehr auf, da ich mittlerweile der Meinung bin, das Wahlen eh nichts Grundlegendes mehr ändern können. “Wenn Wahlen etwas ändern können, dann wären sie längst verboten.” entspricht a.) meiner mittlerweile fatalistischen Einstellung und b.) der Titel meines am meist gelesenen Posts
Liegt vermutlich am schmissigen Titel… :-)
Um nochmal kurz auf die Linken zurückzukommen. Momentan ist die Linke die für mich einzig wählbare Partei. Nun, mit Bartsch als Parteivorsitzenden, der ‘Reformer’ der Regierungsbeteiligung anstrebt (s.o.) würde es sogar mir schwerfallen, die Linke dann noch zu wählen. Bartsch führt die Linke in die Beliebigkeit und würde sie damit überflüssig machen.
Zum Glück gibt es noch so Personen wie Wagenknecht bei den Linken: Authentisch links, ultraintelligent, gute Rhetorikerin, die ihre Gefühle in hitzigen Diskussionen unter Kontrolle hat – und obendrein als Zugabe siehst sie noch gut aus.
Nun, wir werden sehen.
Ich werde aus der Linken austreten und auch nicht mehr wählen. Wen denn auch?
Was George Carlin sagte gilt offensichtlich nicht nur in den USA, sondern auch hierzulande.
“Garbage in, Garbage out”
Linken-Bashing…ne Nummer kleiner hast Du’s nicht?
Meine Fresse – wenn jemand aus der SPD oder der FDP letzte Woche so eine selbstgerechte Nummer wie Lafo abgezogen hätte, würde hier der Geifer und Hass literweise aus den Kommentaren quellen. Man stelle sich nur mal vor, wenn Westerwelle so wie Lafontaine aufgetreten wäre.
Aber wenn Volker Pispers in seinem Programm anmerkt: “Kampfabstimmung (bei 2 Kandidaten)…wenn nur Einer antritt, ist es ‘ne Wahl” wird von den Kommentatoren Beifall geklatscht.
Und wenn nun OL Ultimaten stellt und Gegenkandidaten ausschließt, wird hier Beifall geklatscht?
Ey, gehts noch? (jetzt nicht nur auf Dich bezogen)
Lafontaine hat mit offenen Karten gespielt.
Er wollte (ausgesorgt hat er – und trotzdem) die LINKE aus der Krise führen. Er weiß, das Bartsch die LINKE weiter in die Bedeutungslosigkeit, Beliebigkeit, … führen wird.
Er weiß, dass eine Kampfabstimmung die LINKE nur weiter spalten würde.
Nein, es geht nicht eine Nummer kleiner.
Lafontaine hat einen Vorschlag gemacht – und an Bedingungen geknüpft. Dies ist erstmal sein gutes Recht. Diesen Vorschlag kann man nun annehmen oder ablehnen. Man darf L. aber nicht den Vorwurf machen, dass er (von Bartsch) abgelehnt wurde.
Meine Einschätzung:
Lafontaine ging es um die (Zukunft der) Partei. Noch platter ausgedrückt: Um die ‘Sache’.
Bartsch geht es um die Karriere und sein Ego.
Die Zukunft der LINKEN kann nur in der Opposition liegen. In einem nicht unbedeutenden Maße wird die Zukunft der LINKEN in der Vernetzung mit außerparlamentarischen Kräften liegen.
Ich hoffe, die LINKE verschläft dies nicht – abgelenkt durch Personalfragen.
Full ACK
Hm, dem ersten Teil dieses Elaborates (die Kritik an Müllers Analyse) bin ich ja noch bereit zuzustimmen, Lafontaine’s Taktiererei fand ich auch sehr unglücklich. Aber dann wird’s wieder reformistisch, alles oder nichts blabla (klar, die Linke muss nur ihren Widerstand gegen Privatisierungen, Hartz4, Rentenkürzungen aufgeben und den nächsten Krieg um Ressourcen absegnen, geht’s noch ? ) Und zum Schluss wird es dann völlig absurd, die Linke treibt Sozen und Olivgrüne in die Arme der CDU, unfassbar, so ziemlich das blödeste, was ich je hier in einem Artikel gelesen habe.
“Wenn Wahlen etwas ändern würden ….” ist von Emma Goldman ;-)
“If voting changed anything, they’d make it illegal.”
http://de.wikipedia.org/wiki/Emma_Goldman
Linken-Bashing ist also wenn man will dass die Linken in die Regierung kommen? Was ist das denn für ein Blödsinn? Ist es FDP-Bashing wenn man will dass die FDP in die Regierung kommt? Und wenn die Linke irgendwann mal 40% kriegen würde, dürfte sie dann auch nicht in die Regierung?
Nur in der Regierung können Forderungen überhaupt durchgesetzt werden. Ich stimme ja vollkommen zu dass die Linke dafür nicht ihre Ideale aufgeben darf, aber wenn es eine sinnvolle Möglichkeit gibt in eine Regierung zu kommen dann sollen die das gefälligst auch machen. Wozu sind die denn sonst da?
Wenn ich einige Kommentare hier so lese braucht die Linke sich nicht zu wundern dass sie keiner wählen will. Hier schreibt einer einen Blogeintrag dass er den Rücktritt Lafontaines als Chance sieht und alle prügeln auf ihn ein ohne Sinn und Verstand (inklusive der völlig bescheuerten Nazivergleiche). Und dann wundert ihr euch dass ihr in den Medien als komplett zerstrittener Haufen rüberkommt? Ich mein man kann ja die Meinung des Blogschreibers teilen oder nicht, aber ich sehe da weder “Linken-Bashing” noch “Nachgetrete” oder irgendwelches abstruse “der will doch nur dass die Nazis an die Macht kommen”.
Gedankenexperiment:
Was wäre euch lieber, für immer Große Koalition unter Merkel ohne dass sich was wesentliches in der Ausrichtung tut weil die SPD sich anbiedert, oder eine linke Koalition in der man zumindest vernünftige Mindestlöhne, höheren Spitzensteuersatz und eine Vermögenssteuer einführen könnte?
Aber sinnvoll zu diskutieren ist bei euch wohl nicht drin, oder?
… wie angedeutet aber noch nicht ausformuliert muss grundlegender Änderung außerparlamentarisch durchgesetzt werden. Die DDR ist auch nicht abgewählt worden (obwohl sich die damaligen Demonstranten sicherlich was anderes gewünscht haben, als die bestehenden Zustände in Deutschland).
Die O.-Bewegung ist mir sehr wichtig, und ich hoffe, diese Bewegung wird noch weiter an Kraft gewinnen. Darin sehe ich mehr Potential für grundlegenden Änderungen als alle 4 Jahre wählen zu dürfen und in der Zwischenzeit nach Strich und Faden verarscht zu werden.
… aber ich wollte mich ja nicht mehr aufregen… :-I
Wenn der Bartsch-Flügel sich nun durchsetzt, gibt es ja immer noch eine Chance:
Aus taktischen Gründen die Freibeuter ankreuzen, damit Bartschs Leute ab September 2013 nur noch mit Besucherausweis in den Reichstag dürfen.
Marina Weisband & Sahra Wagenknecht als PP-Doppelspitze? Seit heute ist nix unmöglich…
Eine Marinna Weisband ‘verglüht’ neben Wagenknecht. Ohne das Sahra etwas dafür kann.
Schade, das Bisky in’s Europäische Parlament abgewandert ist. Den nämlich könnte ich mir sehr gut vorstellen – neben ‘uns Wagenknecht’!
Upps, Nachtrag!
Kommen ja beide aus dem Osten. Widerspricht den Statuten des Parteivorsitzes (einer Westen, einer Osten und mindestens eine Frau).
Schade – diese Konstellation (Wagenknecht/Bisky) hätte ich mir sehr gut vorstellen können.
Wie soll übrigens – angesichts solcher Statuten sogar der Linken – die Mauer in unseren Köpfen fallen.
Wie lange ist dieses Land noch geteiltes – nicht zusammengewachsenes Land?
Wie können wir uns jemals wirklich vereinigen, zusammenwachsen, damit wir die Kategorien ‘Ost’ und ‘West’ nicht mehr brauchen?
Ist das nicht auch ein >linkes< Ziel?
Hmm, Bisky hat seit seiner merkwürdigen Haltung zu Libyen (http://www.ag-friedensforschung.de/regionen/Libyen/linke.html) bei mir etwas an Renomee eingebüßt.
Und er ist frischgebackenes fds-Mitglied und somit für Bartsch: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/lothar-bisky-spricht-sich-fuer-dietmar-bartsch-als-linke-chef-aus-a-829283.html.
Abgesehen davon: Sahra lebt ja seit längerem in Düsseldorf, gilt deswegen wohl schon als “Wessi” (Die Kanzlerin gilt ja auch als “Ossi”, trotz Geburtsort Hamburg). Bill Clinton würde sagen: “It’s the Lebensmittelpunkt, stupid!” ;-)
Diese beiden Charaktere funktionieren vollkommen anders. Ich habe vor beiden Personen Respekt (seltenes Gut, übrigens) und bin der Meinung, dass dies strategisch und auch gefühlsmäßig eine gute Konstellation für die LINKE wäre.
Was denkst Du?
Auch von mir allergrößten Respekt für Bisky.
Jüngste Äußerungen sehe ich dennoch kritisch (s.o.). Im übrigen glaube ich nicht, dass er eine Kandidatur anmelden wird.
Denke aber, dass es im fds-Lager auch Leute gibt, die Bartsch die Kandidatur ausreden wollen, da sie wissen, dass ein Bartsch-Erfolg ein Scherbenhaufen hinterlassen würde.
Ausgang ungewiss…
@The Joker
Du meinst die Piraten? Die “liberalen”?
Früher dachte ich einmal die sind eine Weichspülversion der neoliberal-gewendeten Grünen, der FDP, aber anscheinend sind die Piraten doch “linker” (was auch immer das heute heißen mag) als ich dachte.
Hier mehr über die:
http://www.piratenpartei.de
Vielleicht wollte Oskar L. nur die Linkspartei aus der Schußlinie nehmen, und abwarten wie die sich selbst neoliberal gleichgeschalteten Medien sich nun auf die bedeutender werdende Piratenpartei einschießen?
Und zwar solange bis es nur noch eine Partei gibt die die SED (=Sozialistische Einheitspartei Deutschlands) beerbt – als Gesamt(dikatorische) dt. Partei die NLEP (=kapitalistische Einheitspartei Deutschlands = Neoliberaler Einheitspartei aus CDU/CSU/FDP/SPD/GRÜNEN/LINKEN/PIRATEN…..)
Hoffen wir, dass ich ganz falsch mit oben geschriebenem liege mit oben geschriebenem, denn wie meinte einst Gysi:
“Noch eine neoliberale Partei benötigt Deutschland nicht…..”
…eben weder bei den Piraten noch bei der Linken…..
Gruß
Bernie
Finde ich auch. Aber Bisky hat sich FÜR Bartsch ausgesprochen.
Danke an die meisten Kommentatoren!
(Schätze, die richtigen wissen schon…)
Im Moment lohnt sich Spiegelfechter hautsächlich wegen der Kommentare…
Und schwache Artikel sind einfach die besseren Aufhänger ;-)
Hoffnung auf irgendeine Änderung der Verhältnisse durch die Linkspartei hatte ich nie, und das nicht erst nach dem Mitregierungsdesaster in Berlin. Die Linkspartei hat eine Existenzberechtigung nur als Oppositionspartei, sie muss den Finger in die Wunden legen – eine andere Funktion sehe ich für sie nicht. Das ist zwar nicht viel, aber immerhin etwas. Das Wort vom kleineren Übel bestätigt sich. Bartsch wird die Linkspartei der SPD so weit annähern, dass sie in ihr untergeht. Wenn er nicht gar aus irgendeinem Frust heraus, weil ihm das nicht ganz gelungen ist, schon von sich aus in die SPD übertritt. Wir können sicher sein, mit Bartsch wird die Linkspartei im nächsten Bundestag nicht vertreten sein.
Auf der anderen Seite frage ich mich, in welch desolatem Zustand befand sich die Linkspartei bereits vor Lafontaines Kandidaturbereitschaft, dass sie nun alles auf diesen einen Mann gesetzt hatte. Sicher, die Rolle der Persönlichkeit und pipapo – alles klar. Wenn ich aber in seiner Rede lese, dass er sich als bekennender Sozialdemokrat auf die Aufklärung beruft statt nicht wenigstens auf August Bebel (oder gar Marx!), dann frage ich mich, wie weit ist die deutsche Linke, voran die Linkspartei, eigentlich wirklich heruntergekommen.
Insofern ist das, was um Lafontaine herum passiert ist, nur der logische Schluss. Einmal nach rechts abgebogen (1989), und die Fahrt geht immer weiter, immer rechtsherum – solange es dagegen keinen innerparteilichen Widerstand gibt. Es gab ihn in diesem Fall, aber er war von bemerkenswerter Schwäche und nicht mehrheitsfähig. Bleibt nur die Frage: Brauchen wir so eine Linkspartei überhaupt noch?
Aber jedes Ding hat zwei Seiten, und so sehe ich im absoluten Niedergang der Linkspartei auch eine Chance dafür, noch einmal anfangen zu können, diesmal aber, ohne nach rechts zu blinken. Das wäre ein wirklicher Ausweg aus dieser beschämenden Niederlage der deutschen Linken.
@Sylvia
Hoffen wir, dass du recht hast.
Übrigens wie die Linkspartei so tickt wo die mitregiert konnte man gestern in der “Jungen Welt” so nachlesen:
“[...]Linke-Minister plant weiteren Stellenabbau[...]”
Quelle und ganzer Text:
http://www.jungewelt.de/2012/05-23/054.php
…ganz frei nach dem Motto offiziell ist man gegen HartzIV, aber inoffiziell produziert man Nachschub dafür – immerhin “[...]6220 Stellen abgebaut werden[...]”
…wo sich dann der eine oder andere Ex-Mitarbeiter bei Bartsch & Co. dafür bedanken darf eben in Hartz IV zu landen, nach 1 Jahr ohne Job, und manche sogar früher…..
…solche Konsequenz schreit ja gerade danach die Linkspartei wie jede andere Partei nicht mehr zu wählen….
Frei nach meinem Leitspruch, dem biblischen Motto, den ich für die ganze dt. Politik mittlerweile habe:
“Nicht an ihren Worten sollt ihr sie messen, sondern an ihren Taten”
Gruß
Bernie
PS: Sehe ich übrigens auch bei den oben erwähnten “Freibeutern”, und generell bei Vereinigungen (z.B. Attac) und Parteien so – als Exkurs…
In einem könnt ihr unbesorgt sein: Keine westdeutsche Partei wird sich im produktiven Teil der Bundesrepublik von der SED zu einer Koalition einwickeln lassen. Diese ostelbischen Herrenmenschen in stabilen Stasi-Seilschaften a la Didi Bartsch leben nach wie vor in einer Tätärä-Scheinrealität. Und dazu gehört halt die permanente Selbstüberschätzung.
@lemmy caution
So wie Scheiße die Fliegen anzieht, ziehen solche Artikel wie dieser Beermann/Sasse lemmy caution an. Sehr hilfreich, wenn es um eine qualitative Beurteilung dieses Artikels geht.
Damit sprichst du dem Osten generell eine linke Beteiligung ab, denn die politisch links aktiven Menschen sind ja immer die Gleichen und für dich immer eine “SED-Nachfolgepartei” egal wie sie gerade heißt.
Wussten sie eigentlich, dass Klaus Ernst von den Mainstream Medien und dem Verfassungsschutz in die Linken eingeschleust wurde um die Partei von innen zu zersetzen?
Der Mann leistet hervorragende Arbeit, Mission Accomplished!
Das wütende Geschimpfe der Oskar-Fans belegt, dass der Artikel genau ins Schwarze getroffen hat :)
Ich bin definitiv kein Lafo-Fan, aber deswegen ist der Artikel trotzdem nicht gerade prickelnd. Auf der nach oben offenen Sasseskala bekommt er von mir eine 6.8. Das Original(Sasse) schafft spielend 8+. Der Jens hat bestimmt schon mal bereut, was er mit dem SF gemacht hat. Zum Glück tritt er ab und zu hier noch auf.
@VSS: Dein Name ist schon an sich ein Oxymoron. Für Deine Aussage passt dies am Besten: Bitte hier Dein Roter Hering(http://de.wikipedia.org/wiki/Red_Herring_%28Redewendung%29) FAOD!
@ Wolle+andere
Jens Berger ist wahrscheinlich mit den NDS stärker ausgelastet als gedacht. Grundsätzlich habe ich nichts gegen Gastartikel. Aber eine Gilda Sahebi ist schon eine Zumutung. Vielleicht lässt sich Sarah Wagenknecht oder Oskar himself mal zu einem Gastartikel überreden?
Bern Senf wäre mir auch nicht schlecht.
Das Sasse-Bashing ist jedoch ein bisschen Lemming. Gerade jetzt, da er sich als neugebackener Pirat vorstellte, könnte es mit ihm noch einige interessante Diskussionen geben. Er macht wenigstens bei den Diskussionen mit, was man bei anderen Gastartiklern nicht behaupten kann.
Argh, ein Grund mehr die Piraten nicht zu wählen
(Nee, war ein Spass, nix gegen Sasse, aber weniger Artikel von ihm, hier beim SF, wäre deutlich mehr, da könnte er sich mal ein Beispiel bei seinen Kollegen Beermann und Sahabi nehmen)
Ansonsten wünsche ich mir Ditfurth.J als Gastautorin ;-)
@Jacques Roux
Wie wäre es mal mit einem Pirat als Gastautor? Gibt es da bereits jemanden? Oder einfach nur einmal eine Analyse der Piratenpartei durch Jens Berger bzw. Albrecht Müller….
Wäre doch auch einmal interessant bei Nachdenkseiten, oder hier, eine faire Analyse der Piratenparei zu lesen?
Oder?
Frägt sich
Bernie
Art. 21 Abs. 1 Satz 3 GG:
“Ihre innere Ordnung muß demokratischen Grundsätzen entsprechen.”
Mit “Ihre” sind die Parteien gemeint. Volkers Pispers wurde zutreffend zitiert. Ich kann es nicht verstehen, wieso eine “Kampf”kandidatur eine Partei spalten soll? Wenn unter erwachsenen Menschen es nicht möglich ist, dass mehrere Personen sich in einer Partei um ein Amt bewerben, ohne dass es zu einem innerparteilichen Gemetzel kommt, stimmt in der Partei etwas nicht.
Wer jetzt darauf verweist, dass ja auch in den anderen Parteien genauso verfahren wird, der hat Recht. Auch dort stimmt etwas in der Partei nicht. Warum ist z. B. niemand bereit, bei einem Bundesparteitag der CDU gegen Angela Merkel anzutreten? Gibt es da niemanden, der glaubt, er wäre der Aufgabe gewachsen? Gibt es da niemanden, der glaubt, die CDU inhaltlich in eine andere Richtung führen zu können (und zu müssen)?
Nehmen wir die FDP. Als Guido Westerwelle erklärte, er würde nicht wieder für den Parteivorsitz kandidieren, hat man sich ziemlich schnell dafür ausgesprochen, Herr Rößler als seinen Nachfolger zu wählen. Aber dies geschah nicht etwa auf einem Parteitag, sondern vorher im Präsidium. Wieso wird diese Situation nicht dazu genutzt, dass sich in der Partei verschiedene Menschen um das Amt des Parteivorsitzenden bewerben und dann den Parteitag abstimmen lassen? Das wäre eine Wahl nach demokratischen Grundsätzen.
Wenn es tatsächlich so sein sollte, dass bei mehreren Bewerbern die Partei durch Grabenkriege leiden sollte, sollte nicht das Prinzip einer Mehrkanditatenwahl in Frage gestellt werden. Vielmehr sollte man sich Fragen, ob die Beteiligten nicht machtgeile Psychopaten sind. Es gibt unter erwachsenen Menschen die Möglichkeit des vernünftigen Umgangs. Wenn in Parteien ein solcher Umgang nicht möglich ist, haben wir ein gesellschaftliches Problem.
Wenn Bartsch der Fiesling und Verräter ist, als der er hier dargestellt wird, wäre er doch von einer Partei, die als Einzige den Durchblick und Antworten auf die aktuellen Probleme hat, niemals gewählt worden. Warum also die Aufregung?
@Peleo
Der wird hier nicht als das “dargestellt”; der verhält sich so. Das ist ein gewichtiger Unterschied!
Der Rest ist dümmliche Polemik á la lemmy caution.
Aber auch dann bleibt die Frage, warum der gewählt würde.
Das heißt doch im Klartext: Die Mehrheit der Parteimitglieder würde so einen wählen. Offenbar gibt es kein großes Vertrauen in die Menschenkenntnis und Urteilsfähigkeit der Parteibasis.
Was wurde hier gelästert über die Art und Weise , wie Wulff und Gauck “gewählt” wurden. Zu Recht. Aber dann muss das auch für die eigene Partei gelten.
Mein Beitrag bezog sich auf alle Kandidaten. Auch die Darstellung in den Medien lässt in diesem Zusammenhang zu wünschen übrig. Auch dort kommt man offenbar nicht auf die Idee, dass die Tatsache, dass sich mehrere Kandidaten zur Wahl stellen, keinen Makel einer Partei darstellt, sondern zeigt, dass die innere Ordnung der Partei demokratischen Grundzügen entspricht.
Selbstverständlich kann sich Herr Bartsch zur Wahl stellen. Egal was man von ihm halten mag, so ist seine Kandidatur – jedenfalls soweit ich das als Außenstehender beurteilen kann – im demokratischen Sinne erfolgt. Wenn jetzt Herr Lafontaine von einer Kandidatur absieht, weil es einen Gegenkandidaten gibt, so zeugt das von einem mangelnden Demokratieverständnis. Vielleicht ist dies der Tatsache geschuldet, dass in den Medien die Wahl eines Parteivorsitzenden mit 77 % schon als Niederlage dargestellt wird.
der bedauerliche Rückzug von Lafontaine ist das eine, unerträglich ist, wenn man ständig irgendwelche Charakterbezeichnungen zur Erklärung beisteuert, die letztlich das Problem nicht beschreiben. Um eine erfolgreiche Campaigne zu machen, braucht man Vertraute in der Führungsspitze, von den man insb. annehmen darf, daß sie nicht ständig ausscheren, nur weil ihnen jemand ein Mikrofon hinhält.
Und das besteht bei der Linkspartei viel weniger in Personen (nur das Lafontaine im Gegensatz zu Bartsch Wahlen gewonnen hat und auch eine Reputation hat.
Entscheidendes Problem der Linkspartei ist, daß es in den ausserparllamentarischen Gruppen wie zum Bsp Occupy nicht verankert ist. (obwohl inhaltlich doch sehr ähnliche Positionen habend), das war damals bei den Grünen anders und auch die Piraten haben ihrem Aufstieg eben nicht der Beteiligung in den Parlamenten zu verdanken.
Ich glaube im übrigen nicht, daß Bartsch gewählt wird zum Vorsitzenden, dazu ist er bereits viel zu beschädigt.
Die Linkspartei muss selbst einen Weg finden, ihre gute Programmatik in den Vordergrund zu bekommen anstatt unendliche Debatten über die richtigen Köpfe zu führen. Auch muss sie weniger bürgerlich auftreten. Denn beides machen die neoliberalen H4 Parteien schon im ausreichenden Umfang.
Die ganze Situation in der Linkspatei ist eine einzige Katastrophe, da es die einzige sozialdemokratische Partei in Deutschland ist im Moment und sie gerade angesichts der brünningschen Merkel Politik für Europa als Korrektiv unerläßlich ist.
@ich troete weiter
Seh ich ganz genauso, nur einen Punkt seh ich anders:
“[...]Die Linkspartei muss selbst einen Weg finden, ihre gute Programmatik in den Vordergrund zu bekommen anstatt unendliche Debatten über die richtigen Köpfe zu führen[...]”
Das liegt wohl an der “neoliberal-besserverdienenden Journallie” in Deutschland, und mich wundert, dass die Linkspartei dies nie klar zur Sprache bringt, oder auch parteilich nicht gebundene “Linke”…..
Man sollte wirklich einmal die Diskussion führen, warum unsere Journalisten/-innen mehrheitlich “alternativlos” berichten, und die einzige Alternative – in diesem Fall die Linkspartei – seit Anfang an entweder schlecht schreiben – oder ignorieren….
…ist übrigens auch bei anderen Parteien ein Punkt der dringendst diskutiert werden sollte, ansonsten gibt es auch für die Mitglieder und Wähler der Piratenpartei bald ein böses Erwachen…..
Ich seh’s schon kommen, wenn es nicht schon geschehen sein sollte, dass es auch bei den Piraten demnächst eine Wendung in “Realos” und “Fundis” gibt, d.h. ohne Linkspartei (auf die sich die Einheitsmedien derzeit einschießen) wäre es wohl bei der Piratenpartei schon so, d.h. die neoliberalen Hofschranzen der Springer-Presse und Bertelsmanns Liz Mohn schreiben auch die Piraten dann in Richtung NLEP Deutschlands…..
Sorgenvoller Gruß
Bernie
PS: Um es im “Herrn der Ringe-Stil” zu schreiben, dass Auge blickt derzeit noch auf die Linkspartei, aber wehe es sieht die Piraten……*grins* Tja, vielleicht gibt es bei den Piraten auch einen Frodo…….*doppelgrins*
Völlig überflüssiger Artikel, der in dasselbe Mainstream-Horn, wie Spiegel, taz(sic!) und Co. bläst. Thorsten, was hast zu deiner Verteidigung zu sagen?
Die LINKE leidet aus meiner Sicht vor allem an Problemen wie:
- die immer geringer werdende Wahlbeteiligung, die auch 2013 nicht abnehmen wird. Nur “große Parteien” profitieren davon.
- das Erstarken der im Kern unpolitischen Piratenpartei, die Online-Aktivitäten für wichtiger hält, als reale menschliche Begegnungen (siehe Jutta Ditfurths soziologische Analyse/Vorwuf) und keine alternativen Antworten zum Sozialsystem oder zur Weltpolitik hat (doch, das muss sie über kurz oder lang, wenn sie nicht zum Spielball der Massenmedien werden will, zumindest grob). Die Piratenpartei ist ja nicht mal so “gefährlich”, dass sie vom VS überwacht wird. Da können sich ja selbst einige Linke “geehrter” fühlen.
- das Nicht-Thematisieren der innerlichen Linkspartei-Flügel “Antiimperialisten” (‘Fundis’) und “Antideutsche” (‘Realos’) (http://www.hintergrund.de/20100317759/politik/inland/die-linke-von-innen-umzingelt.html) von seiten des “Lafontaine-Flügels”. Lafontaine, Wagenknecht und Co. MÜSSEN in den Medien UNBEDINGT thematisieren, dass es in der Linkspartei einen Flügel gibt, der an der Aufweichung linker Kernthemen arbeitet und sich der SPD und den Grünen anbiedert, sonst wird der “einfache Bürger” nie begreifen, warum es in der Linkspartei “Zank” gibt. Was könnte für eine medial dauerpräsente Figur wie Lafontaine oder Wagenknecht leichter sein, als das im Interview klarzustellen? (Dass sie sich dafür als larmoyante Diktatoren u.ä. hinstellen lassen müssten, wäre eh egal. Die Massenmedien finden immer was zu meckern…) Denn die Massenmedien stellen den Führungs-Streit in der Linkspartei nicht transparent dar, wie es sein müsste, also zeigen auf, welche politischen Positionen welcher Flügel vertritt, weil sie kein Interesse daran haben. Am Ende von “zuviel Transparenz” könnte der Wähler ja noch auf den Gedanken kommen, Sympathien für den Lafontaine-Flügel zu entwickeln, dort zu eintreten und gegen den neoliberalen “Reformer”-Flügel um Bartsch zu kämpfen (yep, es ist, war und wird wohl leider immer ein Flügel- und Klassenkampf bleiben, was die Welt ausmacht…). Mein Gott, ohne eine Jutta Ditfurth würden wir heute auch nur die “Realo”-Flügel-Sicht von Joschka Fischer kennen und hätten kein differenziertes Bild, warum die Grünen an der Schwelle der 90er Jahre neoliberal wurden!!! Also, vorwärts, Maul aufmachen, ihr roten Socken! The truth is on your side, bubbas…
Ich wüßte nicht, wofür ich mich in diesem Fall verteidigen müßte. Ich mache meine Meinung oder die Ergebnisse meiner Überlegungen nicht, wie einige Andere, davon abhängig, ob sie von anderen Medien oder “dem Mainstream” geteilt werden. Nicht jede Aussage aus “dem Mainstream” ist falsch und noch weniger jede Aussage die davon abweicht richtig(er). Komischerweise kommt dieses Argument immer dann, wenn sich einige Leser mit Aussagen konfrontiert sehen, die ihnen nicht gefallen. Obwohl, ich wurde hier ja auch schon als Kommunist bezeichnet.
Zum Rest:
- Eine allgemein sinkende Wahlbeteiligung zur Ursache der Schwäche zu erklären ist zu einfach. Denn wenn speziell die Linke a) in der Opposition wo ihr die (fraglos schlechte) Regierungsarbeit nicht angelastet werden kann und b) in einer Situation, in der sich einige ihrer zentralen Inhalte als richtig erweisen, nicht profitiert, dann gelingt es ihr ganz offensichtlich nicht mal ansatzweise, ihre Inhalte auch zu vermitteln.
Das liegt auch an den Mainstream-Medien, die jeden Schnitzer gerne aufgreifen und auswalzen, statt sich inhaltlich mit den Linken zu beschäftigen. Aber die Vorlagen liefern die Funktionäre noch immer selbst und das reichlich.
- Die “Antideutschen” sind sicher nicht die Realos der Linken.
- Der Flügel “der sich bei SPD und Grünen anbiedert” ist der einzige, der überhaupt etwas von den Inhalten umsetzen kann. Die Linke kann das wundervollste Programm haben (was sie in meinen Augen nicht hat, nur einige passable Ansätze), aber wenn sie keine Regierungsverantwortung und damit eben auch eine echte Gestaltungsmöglichkeit anstrebt, bleiben das nichts als Luftschlösser. Eine Regierungsbeteiligung gibt es aber wieder nur mit Kompromissen. Die reine Lehre wird man in einer Demokratie kaum je bekommen.
Warum muss die Linke für eine Regierungsbeteiligung einige ihrer Kernforderungen sausen lassen? Würde die CDU mit einer Partei koalieren, welche fordert, dass sie ihre Kernforderung nach Steuersenkungen oder weiterer Privatisierung von Gemeineigentum hinwirft? Nein.
Am Ende ist es eine Frage des Wahlergebnisses und das ist das Problem der Linken: Die Bevölkerung glaubt, dass die Kernforderungen der Linken illusorisch sind, weil ASpringer, Bertelsmann und der aktuelle ökonomische Mainstream in den Talkshows das so behaupten.
gerade als glaubwürdige Opposition kann die Linke den politischen Diskurs beeinflussen. Politische Gestaltung ist ein gesellschaftlicher Prozess und kein exklusiv institutioneller. Im Gegenteil tendiert seine Institutionalisierung das Politische der Gesellschaft zu entfremden, da es nur noch zur Spielwiese persönlichen Karrierismus verkommt.
“Die reine Lehre wird man in einer Demokratie kaum je bekommen.”
welche ‘reine Lehre’ hat denn die Linke versucht parlamentarisch durchzusetzen?
Die Linke kann (auf Bundesebene) gar nichts parlamentarisch durchsetzen, weil sie keine Mehrheiten zusammenbekommt.
Um diese Mehrheiten zu organisieren, müßte sie mit anderen Parteien zusammenarbeiten und Kompromisse schließen. Natürlich muss man irgendwo eine Linie ziehen und sagen “Bis hierher und nicht weiter”, bevor man anfängt, sich selbst zu verleugnen. Aber wenn man diese Linie und damit die Hürde zur Zusammenarbeit bei 100% der eigenen Forderungen zieht, dann braucht man sich wenig Hoffnung machen, daß irgendjemand darauf eingehen könnte.
Wenn man allerdings nicht unwesentliche Teile seines Forderungskatalogs nur deshalb stellen kann, weil man weiß, daß man ihn nie umsetzen kann und daran auch gar kein Interesse hat, dann kann man natürlich auch beruhigt sein, daß sich niemand darauf einlassen wird, 100% der eigenen Forderungen als Arbeitsgrundlage zu nehmen.
Man muss aber nicht zulassen, dass die eigene Kompromisslinie immer weiter den anderen Parteieein hinterher wackelt, wenn diese immer weiter weg rücken. Viele Punkte, die die Linke auf der roten Linie stehen hat, hätte die SPD vor’m Gerhard-Schröder-Zeitalter ohne mit der Wimper zu zucken akzeptiert. Mindestlohn, Vermögensabgabe, das war doch 1998 alles versprochen und dann gebrochen.
Es ist doch nicht Aufgabe der Linke, immer gerade nur ein bisschen weiter links als die SPD zu sein, aber jetzt nicht so weit weg, dass die SPD nicht mehr mit den Linken spielen wollen würde…
Und es ist ein übertriebener Anspruch, dass die Linke regierungsfähig sein muss, allein Druck auf die SPD von links zu machen, ist eine wichtige Funktion. Als Hartz IV eingeführt wurde, saß die PDS mit 2 Direktmandaten im Parlament, ansonsten waren unsere Volksvertreter im Reichstag alle (im Prinzip) dafür. Es ist ja nicht die Rolle der Opposition, die verbleibenden Sitze in Benutzung zu halten, sondern auch den Geknechteten und Entrechteten eine Stimme zu geben. Und da sind Grüne, SPD und auch die Piraten noch ganz weit weg.
“Um diese Mehrheiten zu organisieren, müßte sie mit anderen Parteien zusammenarbeiten und Kompromisse schließen.”
Das hat sie u.A. in Berlin auch getan,das Ergebnis ist ja hinlänglich bekannt.
“Natürlich muss man irgendwo eine Linie ziehen und sagen “Bis hierher und nicht weiter”, bevor man anfängt, sich selbst zu verleugnen. ”
Und genau das war es, was Lafontaine wollte und was Bartsch und seine Getreuen eben NICHT wollen.Und darum gilt Lafontaine als ewiggestriger Fundamentalist und Bartsch als Realo,bzw.Pragmatiker.
im Übrigen wird der Unfug,das man aus der Opposition heraus nicht gestalten kann, auch in der xten Wiederholung nicht wahrer.
das ist alles sehr abstrakt, welche konkrete Position sollte denn in einem ‘Kompromiss’ denn angepasst werden? Nehmen wir zb Militäreinsätze.
Die andere Frage ist, ob dieser Ansatz überhaupt geeignet ist, die tatsächlichen parteipolitischen Strategien wiederzugeben. War es nicht vielmehr der Fall, dass der anderen Seite viel weniger um einen ‘Kompromiss’ gelegen war, mit welchen sie die Linke in der ver-öffentlichten Wahrnehmenung ‘aufgewertet’ hätte, als sie vielmehr zu ignorieren, dh aus eben dieser ver-öffentlichten Wahrnehmung auszulöschen?
Das Folgende ist Blödsinn:
Ich möchte mal behaupten, die Grünen haben in ökologischer, sozialer und friedenspolitischer Hinsicht bis 1998 mehr erreicht als in der Zeit danach, einzige Ausnahme das EEG, das aber schon seinen Vorgänger in von Töpfer und Merkel als Umweltminister entworfenen Einspeisegesetzen hatte. Die soziale und friedenspolitische Agenda haben die Grünen unter Schröder und Fischer komplett entsorgt. Ok, vielleicht noch den “Atomausstieg” ..
Das zeigt, dass eine Opposition viel erreichen kann. Das muss nicht heissen, dass man jede Zusammenarbeit verweigert, das wäre Unsinn. Und es kann auch akzeptabel sein, gewisse Zugeständnisse zu machen. So sehe ich nicht, dass eine Linke in die Position käme, einen Austritt aus der NATO fordern zu können.
Das Ziel darf aber nicht sein, regieren zu wollen, sondern eigene Inhalte durchzusetzen, ob in der Regierung oder in der Opposition.
In Berlin hat die Linke gezeigt, wie man es nicht machen darf: Inhalte für Teilhabe opfern, den Kontakt zu den Bewegungen komplett verlieren (siehe Wassertisch).
a^2
@checker:
Das sind aber auch nicht die Roten Linien. Das sind eigentlich nur zwei: die Totalablehnung von Hartz-IV und Auslandseinsätzen.
@Stefan Sasse:
Und Du willst uns allen Ernstes einreden, daran sei die Koalition in Thüringen gescheitert? Entweder machst Du Dir gnadenlos etwas vor oder versuchst uns zu verarschen.
Forderungen zum Einknicken bei Agenda und Kriegspolitik sind Gesslerhüte. Man stellt die auf, und wenn die Linke sich bückt, tritt man ihr zum Dank in den Arsch.
Der Gesslerhut in Thüringen war der MP-Posten. Ramelow hat sich gebückt.
a^2
Im Übrigen halte ich das Konzept einer Doppelspitze für sinnvoll, um dem medialen Dauerfeuer zu strotzen, jedoch sollte man als LINKE-Fraktion endlich von Geschlechter- oder Ost-/West-Quoten Abstand nehmen (im Grundgesetz steht, dass niemand aufgrund seiner Herkunft oder seines Geschlechts diskriminiert werden darf!), das ist nämlich alles andere als “emanzipatorisch”, sondern unnötig gesellschaftsspaltend. Es sollte doch schlicht und ergreifend um die Sache, um Kompetenz u.ä. gehen und nicht um das strahlendere Zahnpasta-Lächeln. Beispiel: Eine Wagenknecht ist mir seit Jahren nicht deswegen sympathisch, weil sie so schöne Gesichtszüge hat, sondern weil ich ihre politischen Werte teile und sie für eine brilliante Rhetorikerin halte (der Humor eines Gysis geht ihr vllt. etwas ab, aber sie ist ja noch jung), was eminent wichtig ist, um die Positionen der Linken nach außen hin klar und deutlich zu vertreten.
2 Frauen an der Spitze geht nicht. Zickenkrieg und Stutenbissigkeit vorprogrammiert.
@ Herr Karl
Mann und Frau an der Spitze geht auch nicht, Lockflöten, Dauergebalze und ständige Betätigungen auf dem Lotterlager sind vorprogrammiert und halten sie von ihrer Arbeit ab.
Und 2 Männer geht schon garnicht: Hähnchengehacke, Reviermarkiererei und Längenvergleiche gewisser Körperteile sind vorprogrammiert und bieten nur Stoff für die Paparazzi von BILD, SPON u. Co … ;-)
Wo gibts da eine Lösung?
Grüße
Hermaphroditen !!
Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht haben ihre “Genossen” auch ohne Frauen-Quoten und diesen Mumpitz anführen können. :-)
LOL
wäre das nicht *die Aufgabe* für den ‘realo’-Flügel hier beim sf, unter dem Vorsitz Bartschs wäre nämlich “eine zeitgemäße Erzählung der Linken zu schreiben”?
http://www.die-linke.de/fileadmin/download/parteitage/goettingen2012/bewerbungen/parteivorstand_%28einzelwahl%29/Dietmar_Bartsch.pdf
Ich will ein Linke, die regiert und dafür Kompromisse eingeht. Was nützt uns die sozialistische Träumerei? In diesem Sinne: Guter Artikel!
Wenn man einen Standpunkt hat, der richtig ist, ist jeder Kompromiss ein Verlassen des richtigen Standpunktes.
Kompromisse nützen nur dem Stärkeren. Sie verhindern das sich die Schwachen solidarisieren, weil der Stärkere mit einem kleinen Nachgeben einen Teil der Schwachen auf seine Seite zieht, die so einen kleinen “Gewinn” machen. Gerechtigkeit sieht anders aus.
Beispiel Gewerkschaften. Erst für Leiharbeiter gleichen Lohn für gleiche Arbeit fordern, dann nachgeben und diese Menschen mit leeren Versprechungen abspeisen. Übernahme nach zwei Jahren – lächerlich. Jeder Unternehmen kann nach 18 Monaten einfach neue Leiharbeiter einstellen.
Das war ein Kompromiss. Wollen Sie nun so eine Gewerkschaft, wenn SIE selber Leiharbeiter sind? Wohl kaum. Also wollen Sie auch nur eine solche “Linke”, weil Sie selber nicht Opfer der “Rechten” Politik sind.
Nachtigal …
Welche der sozialistischen Traummforderungen der Linken würdest Du denn zur Disposition stellen?
Kompromiss ist nicht gleich Kompromiss. Beide Verhandlungspartner müssen am Ende auf Augenhöhe stehen, damit von einem guten Kompromiss gesprochen werden kann. Ich will keine Linke, die sich für ein bisschen Machtbeteiligung selbst verrät.
Welche Forderung ich zur Disposition stellen würde, käme auf die jeweilige Koalitionsverhandlung an und entschiede sich im Detail (Höhe des Mindestlohns, Höhe des Spitzensteuersatzes, Höhe des Hartz-4-Satzes…).
Eben. Und man kann sich einer Koalition verweigern, wenn die eigenen Forderungen nicht angemessen durchkommen. Koalition um jeden Preis stößt die eigenen Wähler vor den Kopf.
Und solange die SPD Hartz4 und die damit verbundene Zwangsarbeit für eine gute Sache hält, eine Reichensteuer real ablehnt und Kriegseinsätze befürwortet ist sie nicht koalitionsfähig mit einer wirklich linken Partei.
Was wollen Sie für eine Linke?
Wollen Sie das weiterhin das deutsche Soldaten in Afghanistan streben? Für was?
Wollen Sie weiter Aufstocker, Menschen die Vollarbeiten und nicht von ihrem Geld leben können und diese alimentieren?
Wollen Sie weiterhin das sich Banken und deren Inhaber vom Steuerzahler ihre Verluste ausgleichen lassen?
Wollen Sie einen staatliche Daseinsvorsorge oder PPP. ZB, man kann kein Monopol der Stadtwerke, der Krankenhäuser, der Energieversorgung gegen ein Privates austauschen, die wünsche ich mir wenigsten Halbwegs unter demokratischer Kontrolle.
Also ich will NICHT das die Linke auf ihre Kernforderungen verzichtet, denn die anderen brauch ich nicht wählen.
mfg
WW
@Thorsten:
Ich wüßte nicht, wofür ich mich in diesem Fall verteidigen müßte.
Warum unterstellst du dann bspw. Lafontaine, er wolle “König” sein und ebenjene Mainstream-Projektion von der Lafontain’schen “Großmannssucht”, die de facto nicht gegeben ist. Er hätte sich zur Wahl gestellt (wie demokratisch vom “Napoleon von der Saar” [FOCUS]…) und sich nicht zum König ausgerufen. Mensch, was für ein Schwachsinn, Thorsten. Das ist fast wie bei Ines Pohl von der taz, die in Lafontaine einen “eitlen Führer” sieht. Nur mal so: Bartsch strebt auch nach dem Führungsposten, aber ER wiederum gilt nicht als machtgieriger Führer. Komische Doppelmoral, oder? Und wo wir schon dabei sind: Schwabedissen, Kipping, Zimmermann und Co. müsste man der hohlen Logik zufolge auch als “eitle Machtergreiferinnen” o.ä. betiteln…(macht natürlich keiner von der Schweinepresse).
“- Eine allgemein sinkende Wahlbeteiligung zur Ursache der Schwäche zu erklären ist zu einfach.”
Es ist EINE von vielen Ursachen. Die LINKE könnte jetzt noch so geschlossen dastehen, sie würde auch nicht so groß profitieren, weil wir 2013 auf Bundesebene noch weiter auf unter 70% Wahlbeteiligung sinken werden. Leider. Das ist zumindest der Trend. Ich hoffe, er straft mich Lügen.
“Denn wenn speziell die Linke a) in der Opposition wo ihr die (fraglos schlechte) Regierungsarbeit nicht angelastet werden kann und b) in einer Situation, in der sich einige ihrer zentralen Inhalte als richtig erweisen, nicht profitiert, dann gelingt es ihr ganz offensichtlich nicht mal ansatzweise, ihre Inhalte auch zu vermitteln.”
Ja, wie denn auch, wenn die Medien alles relevante von der Linkspartei wegzensieren und hetzen?! Beispiel: Schwabedissen wurde in NRW-Medien sogar teilweise aus Bildern wegretuschiert! Nennst du deine Argumentation etwa fair?
“Aber die Vorlagen liefern die Funktionäre noch immer selbst und das reichlich.”
Jein. Einem Ernst hat es auch nichts genützt. Bei dem man hat man auch solange gesucht, bis man irgendeinen Furz (zehn Jahre alter “Luxus-Porsche”, haben die Medien den Verstand verloren…) aufgeblasen hat. Oder Wagenknechts Hummer-Foto-Geschichte. Irgendwas finden die Medien immer. Auf Lafontaines Krebsgeschichte haben sie doch auch geschissen, die findet in den Medien gar nicht mehr statt, dabei könnte sie ja eine Ursache von vielen für den Verzicht Lafontaines sein.
“- Die “Antideutschen” sind sicher nicht die Realos der Linken.”
Doch! (nicht alle “Antideutschen” singen automatisch das zynische “Bomber Harris, do it again”) Es ist ein bisschen schwierig, mit den (zugegebenermaßen schlagwortartigen) Titeln für die jeweiligen Linkspartei-Flügel ohne gleich wieder auf den alten Fischer-belasteten Duktus von “Fundamentalisten” und “Realpolitikern” zurückgreifen zu müssen. (ich bevorzuge daher wie gesagt “Antiimperialisten” vs. “Antideutsche”) Bei dem Wort “Antideutschen” beziehe ich mich vornehmlich auf den von mir verlinkten Hintergrund-Artikel. Kipping z.B. zählt zum Kreis der “Antideutschen”. Treffend titelte dann auch gestern Mein Parteibeuch folgendes: “Linkspartei von Mossad-Fraktion” übernommen (http://nocheinparteibuch.wordpress.com/2012/05/22/linkspartei-von-der-mossad-fraktion-komplett-ubernommen/).
“Die Linke kann das wundervollste Programm haben (was sie in meinen Augen nicht hat, nur einige passable Ansätze), aber wenn sie keine Regierungsverantwortung und damit eben auch eine echte Gestaltungsmöglichkeit anstrebt, bleiben das nichts als Luftschlösser. Eine Regierungsbeteiligung gibt es aber wieder nur mit Kompromissen.”
Das ist eine alberne Unterstellung deinerseits, selbstverständlich streben Lafontaine, Wagenknecht und deren Flügel eine Regierungsverantwortung an, um ihre Inhalte umsetzen zu können. Dass sie dafür nicht die Mehrheit im Bundestag besitzen, ist doch nicht deren Schuld. Sollen sie ihre Grundsätze aufgeben? (Beispiel: mit Sicherheit könnte man im Detail über die Höhe des Wahlkampfprogrammpunkts Mindestlohns verhandeln, ob nun 10 Euro oder 10 Euro 50 Cent, aber dass er kommen muss, steht außer Frage, Hauptsache, er wird überhaupt erst einmal eingeführt, alles andere wäre ein Verrat an den eigenen Grundsätzen!) Dann würden sie sich überflüssig machen. Thorsten, genau der obige Absatz von dir ist symptomatisch für die Ähnlichkeit mit den Mainstream-Medien, die der Linkspartei permanent unterstellen, sie sei nicht gewillt, “Regierungsverantwortung” (hohler, staatstragender Guido-Westerwelle-Sprech) zu übernehmen. Sprache ist Macht. Die Silbe “-verantwortung” ist doch nur von Pöstchenjägern vorgeschoben und ein verkleisterndes Alibi!
P.S.: Für alle anderen: Ich habe übrigens nichts gegen Meinungspluralismus beim Spiegelfechter, im Gegenteil.
Er hat sich eben nicht zur Wahl gestellt. Wenn er eine echte Wahl gewollt hätte, dann hätte er gegen weitere Kandidaten doch eigentlich nichts haben dürfen. Wenn es aber keinen Gegenkandidaten geben darf, dann legt das doch eher den verdacht nah, daß es um eine “Krönungsmesse” ging. In meinen Augen ist das schon ein etwas seltsames Demokratieverständnis.
Bei dem Problem mit der Presse gebe ich dir sogar grundsätzlich Recht. Wie auch die meisten anderen Parteien versuchen große Teile der Medien eine echte inhaltliche Auseinandersetzung mit der Linken zu vermeiden, weil sonst vermutlich nicht wenigen Wählern klar würde, daß die Linke (oder Teile davon und zumindest auf dem Papier) vieles von dem Vertreten, was die Wähler fordern bzw. fühlen.
Aber gerade, wenn ich mir dessen bewußt bin, sollte ich doch auch entsprechend handeln. Wenn ich das schon nicht schaffe, nicht mal für eine begrenzte Zeitspanne, wie soll man mir dann einen tiefgreifenden Politikwechsel zutrauen?
Hat Bartsch gefordert, dass vor der Wahl alle Gegenkandidaten zurücktreten müssen und dass er freie Hand bei der Besetzung des Parteizentrale mit seinen Genossen aus Meckelnburg-Vorpommern benötigt und dass er automatisch Spitzenkandidat für die Bundestagswahl wird?
Wenn du der Meinung bist, dass Lafontaine so genial oder so ist, dass es gerechtfertigt ist, dass demokratische und pluralistische Spielregeln exklusiv für ihn ausgesetzt werden werden (und das auch noch in einer linken Partei, die sich ja u.a. wegen des autoritären Durchdrücken der Agenda2010 gegründet hat)…. dann sprich das ehrlich aus. Kann man ja abwägen, was in einer zweifelsohne Krisensituation wichtiger ist.
Lafontaine hat übrigens selbst gesagt, dass eine Kampfkandidatur nicht der “krönende Abschluss” seiner Karriere wäre und er deshalb diese ablehnt. Vielleicht hat er dass nur halb im Ernst gemeint, aber wenn das keine Züge von Eitelkeit sind….
Ergänzung: Lafontaine ist deshalb natürlich nicht automatisch machtgierig und ein total schlechter Mensch. Fast alle Spitzenpolitiker sind alle eitel, narzisstisch, sonst hält man den Job auch kaum aus (oder ist konsequent ironisch wie Gysi). Damit müssen Parteien (wie alle Hierarchien) leben, im Gegenzug profitieren sich von der Persönlichkeit und den Fähigkeiten der Führungsfigur(in).
Es gibt aber Grenzen, jedenfalls sollte es die bei Parteien in einer parlamentarischen Demokratie geben. Für gewöhnlich sind dass die Mechanismen von demokratischen Wahlen. Nur weil ich von mir überzeugt bin, dass ich weiß wie es geht – dass reicht dann eben nicht aus um eine Machtposition zu erlangen.
Lafontaine hat doch genau dies bei seinem Sturz von Scharping in Idealform beherzigt. Umso fragwürdiger, dass er jetzt offenbar da keinen Blick mehr dafür hatte.
Zu einigen von Bartschs “antideutschen” Positionen (die er gerne auch mal via Springer-Presse verlautbaren lässt):
“Seit den 90er Jahren warb er für eine Öffnung der Partei [...], kämpfte gegen den traditionellen Antiamerikanismus in der PDS und für internationale Friedenseinsätze der gesamtdeutschen Bundeswehr.” (http://www.sueddeutsche.de/politik/linke-geschaeftsfuehrer-dietmar-bartsch-umstrittener-reformer-1.61140)
Wer nicht vorher schon über solche Dinge Bescheid wusste, hat seine Aufgaben als Journalist nicht gemacht!
Bisher hatte ich nur Sasse in die Kategorie “Zeitverschwendung” verschoben. Zwischenzeitlich löschte ich auch den Link auf den SF aus der Blogrolle.
Mit solchen Artikeln ist jetzt auch SF in der “waste of time” gelandet.
Schade drum, aber mit der Zunahme der Werbung hier war das auch nicht anders zu erwarten. Kniefall vorm System, wissen schon…
Da mich die aktuelle Entwicklung bei den Linken und die Diskussion hier beim SF so richtig mitnimmt, muss ich auch noch mal unsachlich werden:
Für den SF wünsche ich mir, dass hier bald wieder dickere Bretter gebohrt werden.
Und zu den Linken:
Viele hier meinen ja, man müsse “nur” das Programm der Linken in den Vordergrund bringen. Das ist doch Käse! Es geht doch nie um Programme. Es ist doch eine Illusion zu glauben, man muss nur den richtigen Parteivorsitzenden wählen und die Inhalte in die Öffentlichkeit tragen, und dann werden so viele Wähler die Linke toll finden, dass sie wieder bei 12%+x landet und dann in Koaltionen mit SPD und Gründen treten kann, um linke Politik umsetzen zu können. Das ist total naiver Bockmist.
Glaubt ihr ernsthaft, CDU und SPD werden wegen ihres Parteiprogrammes gewählt? Frau Kraft hatte in NRW also das überzeugendste Programm? Wenn Politiker etwas einschneidendes zugunsten der Mehrheit der Bevölkerung ändern könnten, dann hätten wir doch schon längst wieder eine richtige Diktatur! Meint ihr nicht, dass Röttgen auch gehen musste, weil irgendwie die Chemie zwischen den Energiekonzernen und dem Umweltminister in Sachen Energiewende nicht stimmte?
In diesem unseren Land ist grad nicht die Zeit für Linke… denn der deutsche Michel geht davon aus, dass Lafontaine und Gysi ohne Skrupel unser schönes Steuergeld einfach nach Griechenland verschenken. (Lieber lassen Sie es zu, dass Merkel es an die Banken verschenkt.) Für die Linke geht es darum, dass jetzt auszusitzen. In ganz Südeuropa und den noch dazukommenden Krisenländern werden die linken Parteien stärker werden, damit muss man sich als Linker in Deutschland einfach zufrieden geben.
Wir Deutschen klicken uns bei SPON vor der Wahl durch das Wahlometer, um dann festzustellen, dass meine Idealvorstellungen von den Linken am besten umgesetzt würden (geht fast allen so, die ich kenne) und dann geht man in die Wahlkabine und wählt CDU, weil die meinen Spitzensteuersatz nicht erhöhen, oder FDP, weil die mir Steuern schenken wollen, oder Grüne, weil ich .. (da fällt mir echt nix ein, außer Biobrot), oder SPD, weil ich meine Arbeiterwurzeln nicht verraten will (da haben die Genossen aber danach weniger Skrupel). Aber Linke? Da war doch was mit SED und ollen unverbesserlichen Kommunisten aus dem Westen (und außerdem kriegen die im Osten schon meinen Soli, dann aber nicht meine Stimme).
Die Wahl zwischen Lafontaine und nicht-Lafontaine ist doch vor allem eine Wahl zwischen “knapp über 5%” und “knapp unter 5%” bei der nächsten Wahl. Die 12% beim letzten Mal waren doch ein Ausreißer nach oben inmitten der Finanzkrise, da war noch Zeit und Stimmung für linke Positionen… Und genau in dieser Zeit, als die Linke gute Wahlergebnisse einfuhr und es realistische Machtoptionen gab, da sind diese doch nicht an der Kompromisslosigkeit der Linken gescheitert sondern an den Spielchen/Befindlichkeiten/Idiotien von SPD und Grünen, siehe Thüringen, siehe Saarland, siehe NRW. Von Hessen ganz zu schweigen, wo man lieber Roland Koch an die Macht schreibt/pfuscht, als Frau Y. mit den Linken plantschen zu lassen. Der Vorwurf, die Linke würde unzumutbare Forderungen stellen, ist in der Realität einfach nicht zu halten. Es ist eher so, dass SPD und Grüne unzumutbares verbreiten – und niemals die Dinge umsetzen, für die sie gewählt worden. Wir könnte seit 14 Jahren einen allgemeinen Mindestlohn haben!
Ich kann da echt nur den Kopf schütteln. Mit Kipping/Schwabedissen auf zu zweistelligen Prozentzahlen… genau.
Well done, checker!
Und wenn schon überall gespart werden muss,
– Spiegelfecher – erspare uns derartige Beiträge und die von Sasse dazu.
Ansonsten erspare ich mir den Oeffinger Freidenker und den Spiegelfechter – so wie totschka.
Leute lernt doch echt endlich mal das dass. Wie soll ich solche Artikel sonst ernst nehmen. Ich meine, man ist ja schließlich Blogger.
Lafontaine war eben nie ein echter Linker, denn die kämpfen und danken nicht ab, wenn nicht alles so rund läuft. Er war vielleicht ein linker Salonlöwe, der so die SPD am besten ärgern konnte, aber er war eben nie ein Klassen oder anderer Kämpfer. König Oskar trifft es ganz gut, denn er hat mehr was von einem Napoleon. War aber nie so erfolgreich wie der und hat auch weder Massen noch Welten bewegt.
“Ja, genau *Spiegel&Bild-Ausatme*! Und die Ditfurth auch! Kämpfen nie, gehen einfach!”
In welcher Realität lebst Du denn?
Ist Bartsch eigentlich ein Maulwurf der Seeheimer?
Realo sein heißt für mich heute, zu resignieren vor der Übermacht der Neoliberalen, sich anpassen, was dazu führt, dass man auch aufhört, die Situation, die Verhältnisse klar zu analysieren.Wer sich anpasst, muss seine Anpassung als richtig hinstelloen und somit auch das, woran er sich anpasst, das heißt, er muss lügen. Und solche Lügner haben wir jetzt schon genug.
“Das Buch endet mit seiner Todesvision: Während die Gedankenpolizei seine Exekution vorbereitet, bekennt Winston unter Tränen, dankbar und demütig seine Liebe zum Großen Bruder, der ihm half, den Sieg gegen sich selbst zu erringen. Seine Seele war weiß wie Schnee, die Gehirnwäsche erfolgreich.”
ja, sehe ich auch so. Ich glaube, dass es sich dabei um eine bedingungslose Anpassungsbereitschaft handelt: gleich wie die Herrschaftsverhältnisse strukturiert sind, ob Nazi-Diktatur, stalinistische oder formale Demokratie, es geht nur darum, sich Macht zu unterwerfen, dem herrschenden Diskurs. Dehalb fiel es, wie Arno Gruen konstatierte, so vielen Deutschen so leicht, das Nazi-Gewand mit dem formal demokratischen auzutauschen. An der Anpassungs- und Unterwerfungsbereitschaft, und damit verbunden das Bestreben nach oben zu buckeln und nach unten zu treten, hat sich nichts geändert
bei geiseln gibt es da irgendeinen begriff in richtung: das opfer identifiziert sich mit dem täter.
Stockholm-Syndrom. Das Volk als Geisel der Oberschicht. Mag wohl sein.
Immerhin produziert das System auf diese Art eine Menge Perverse. Man muß das positiv sehn!
Aus dem wiki unter Gehirnwäsche:-
“Edgar H. Schein und Robert J. Lifton untersuchten Mitte der 1950er Jahre im Auftrag der US-Regierung amerikanische Soldaten, die während des Koreakrieges in Gefangenschaft geraten waren. Man wollte herausfinden, was die Chinesen Neuartiges mit den amerikanischen Kriegsgefangenen gemacht hatten, dass diese in unerwartetem Maße mit den Chinesen zusammenarbeiteten und weitere unerklärliche Verhaltensänderungen zeigten; unter anderem brach das Vertrauen unter den Gefangenen völlig zusammen.”
@Thorsten Beermann
Der von dir erwähnte Albrecht Müller hat heute nachgelegt, da sein Artikel über Lafontaine zu Mißverständnissen führen könnte:
“[...]23. Mai 2012 um 17:16 Uhr
Ergänzung zum Beitrag zur Linken und zum Rat an Lafontaine: Ein historisch bedeutsamer Tag
Verantwortlich: Albrecht Müller | Druckversion | Beitrag versenden | < zurück
Der Artikel von gestern hat ein widersprüchliches Echo ausgelöst. Eine Ergänzung ist jedenfalls angebracht. Mir scheint das auch deshalb nötig, weil ich den gestrigen Tag für einen historisch interessanten Tag halte: Das Projekt einer linken Alternative zur herrschenden rechtskonservativen Ideologie und zur herrschenden Gruppe ist gestern gescheitert. – Das ist selbstverständlich eine nur persönliche Einschätzung, die ich Ihnen keinesfalls verkaufen will. Warum sollen Sie nicht weiter hoffen? – Es folgen einige Ergänzungen: Von Albrecht Müller[...]"
Quelle und kompletter Text:
http://www.nachdenkseiten.de/?p=13322
…auch in der "Jungen Welt" erschien ein hochaktuelles Interview von Albrecht Müller, wo er noch einmal präzisierte wie er den Abgang von Lafontaine beurteilt:
"[...]24.05.2012 / Inland / Seite 2Inhalt
——————————————————————————–
»Ich will den beiden nicht zu nahe treten …«
Führungsdebatte in der Linkspartei: Einige kritische Anmerkungen zu Personal und Politik. Ein Gespräch mit Albrecht Müller
Interview: Peter Wolter[...]"
Quelle und kompletter Text:
http://www.jungewelt.de/2012/05-24/054.php
…übrigens ich seh's genauso wie Albrecht Müller….
…die Linkspartei begeht denselben Fehler wie die SPD wenn die Wahlverlierer als Doppelspitze anbietet (Katja Kipping geht ja noch, aber ihre andere Partnerin erinnert an einen SPD-Menschen der nach Wahlverlust in der SPD….na ihr wißt schon wenn ich meine….)….
Gruß
Bernie
stockholm-syndrom. danke für den hinweis. für korea gibt es aber auch eine andere erklärung: wenn man “fremde” kennenlernt und ihre menschliche seite konkret erlebt, kann man sie schwerlich noch als feinde ansehen. uns hat man um 1960 herum als jugendliche nach frankreich geschickt, um ehemalige deutsche feindbilder abzubauen.
- „… auf das „Alles“ kann und will sicht kein potenzieller Partner einlassen.“
Nun, spätestens hier wäre es eine Notwendigkeit gewesen, auf dieses „Alles“ einzugehen? Was fordert die Linke so Radikales, daß es eine politische Partnerschaft mit der SPD und den Grünen verhinderte?
- „… Nur die 5%-Hürde sollte sie nach Möglichkeit nicht reißen, um als mahnende Stimme erhalten zu bleiben. …“
Soll das Ironie sein?
Aber sich zu echauffieren lohnt nicht, wenn ein Autor auf anderthalb DIN A4-Seiten Worthülsen absondert, die noch mit Plattitüden garniert sind. Das liest sich dann beispielsweise so:
… Der Rückzug von Lafontaine ist aber auch eine Chance. Er bietet die Möglichkeit, seine polternde Verletztheit [?] gegenüber der SPD, der auf der Gegenseite mindestens eine ebenso große Abneigung gegenüber steht
[bei wem, den SPD-Mitgliedern oder beim ferngesteuerten „Führungs“personal?],
aus dem Weg zu räumen und irgendwann tatsächlich [„irgendwann tatsächlich“ _ :))!]
wieder Mehrheiten im linken Spektrum [:))!] zu ermöglichen. Und es ist die Chance, das Lehnstuhlsozialisten [„Lehnstuhlsozialisten“ … :)))], die noch immer in den verstaubten Kategorien der 60er Jahre denken und sich wundern, dass ihr nicht weniger überholtes Kampf-Vokabular
[… ? ... – Ich registriere insbesondere in D nur mehr oder weniger verkapptes TINA-Krampf-Vokabular]
nicht den Nerv der Zeit trifft [„Nerv der Zeit“ _ hier besteht echter Erklärungsbedarf!], von einem echten Gestaltungsanspruch
[was heißt „echt“ in bezug auf Gestaltung? _ Etwa eine „Energiewende“ mit den E-Konzernen "echt" gestalten _ :))) _ Etwa mehr Sicherheit mit der NATO "echt" gestalten _ :))))]
abgelöst wird.
Diese Linke hätte dann vielleicht auch echte [„vielleicht auch echte“ _ vielleicht auch nicht echte] Chancen, SPD und Grünen im Zusammenhang mit einer echten [schon wieder „echt“!] Regierungsoption Politik- Handlungsalternativen anzubieten. …“
Aber besonders hübsch ist der Abschluß:
„Im Moment treibt sie allerhöchstens [:)))] beide, mangels einer eigenen Mehrheit [tja, warum den blues!], in die Arme der Union.
Ah ja, die Linke treibt sie wieder mal. … Nein wie gemein, sie läßt der verschröderten SPD und den verfischerten Grünen wirklich keine Wahl. Da steckt bestimmt der Oskar hinter, so wie der die einst zur Agenda 2010 und nach Afghanistan {über Usbekistan!} getrieben hatte [!].
^Jo_Cit^
@Joachim Endemann
“Ah ja, die Linke treibt sie wieder mal. … Nein wie gemein, sie läßt der verschröderten SPD und den verfischerten Grünen wirklich keine Wahl. Da steckt bestimmt der Oskar hinter, so wie der die einst zur Agenda 2010 und nach Afghanistan {über Usbekistan!} getrieben hatte [!]. ”
freut mich das Du wieder da bist und Wohlauf?, wie ich nur vermuten kann!
Nun, spätestens hier wäre es eine Notwendigkeit gewesen, auf dieses „Alles“ einzugehen? Was fordert die Linke so Radikales, daß es eine politische Partnerschaft mit der SPD und den Grünen verhinderte?
die Radikalität und die Forderungen als solches betrachtet, müssen kommunistischen Ursprungs sein und aus dieser Sicht zu fordern, demnach schon Kriminell genug um solche Forderungen generell zu verhindern?, aber eins nach dem anderen… der Link unten beschäftigt den Cicero und radikales Gedankengut aus Griechenland. Wenn das so weiter geht ist die CDU bald Links von der Mitte?, unglaublich!
http://www.spiegelfechter.com/wordpress/8230/europa-spielt-mit-dem-feuer#comment-172158
Meine neuesten, erhellenden Gedanken dazu – mit Bezug auf diesen Text -hier:
A) Aus meiner Sicht hätte er nie den Ministerposten oder den SPD-Chef-Posten räumen dürfen. Das war sein größter Fehler überhaupt.
B) Die Bedingungen für die Kandidatur waren eigenartig.
Andererseits:
Er war und ist einer der schlauesten Politiker dieses Landes. Ich finde es traurig, dass Lafontaine es nie geschafft hat, in höhere Ämter zu kommen. Ich mochte ihn und für mich ist er einer der wenigen Politiker, die sich in Ökonomie auskennen.
Mist, ich wollte doch nicht zu Spon!
Na, dann geh ich mal den Spiegelfechter suchen. Hier scheint er nicht mehr zu sein.
@ppp:
“Hat Bartsch gefordert, dass vor der Wahl alle Gegenkandidaten zurücktreten müssen und dass er freie Hand bei der Besetzung des Parteizentrale mit seinen Genossen aus Meckelnburg-Vorpommern benötigt und dass er automatisch Spitzenkandidat für die Bundestagswahl wird?”
Du hast irgendwie immer noch nicht verstanden, was u.a. Albrecht Müller in seinem Artikel meinte: man braucht im Wahlkampf eine geschlossene Führungsspitze. Dass Lafontaine sich diese sichern wollte, hat doch nichts mit dem Aussetzen von demokratischen Spielregeln zu tun. Sonst müsste man ja auch Willy Brandt von 1972 als halben Tyrann bezeichnen (und wäre Albrecht Müller deiner Logik zufolge nicht ein Despoten-Helferlein?)… Sollte jetzt Bartsch gewählt werden, wird der sich genauso seine eigenen Leute, die ihn unterstützen, zusammensuchen. Warum sollte sich Lafontaine auf diesen intriganten Heini einlassen? Der wäre ihm doch im Wahlkampf permanent in die Parade gefahren!!!
Lafontaine hat doch sogar selbst zugestanden, dass es okay ist, erst mal darüber zu reden, ober er antreten soll, denn, ich zitiere sinngemäß, es gäbe ja schließlich noch andere Meinungen und man müsse das erstmal ausloten…reden Diktatoren so?…er hat den Leuten also immer noch die Wahl gelassen. Übrigens: Ein Kandidat, der keine Bedingungen stellt, hat keine Vision, keine Haltung, kein Rückrat.
Wenn die Linke unter Lafontaine je stärkste Kraft im Bundestag geworden wäre, hätten einige ihm wahrscheinlich immer noch Eitelkeit und Führerzüge unterstellt, nur weil er sich sein eigenes, loyales Kabinett zusammengesucht hätte…wetten? Für Lafo ist es in den Medien immer eine scheiß Lose-lose-Situation.
“Lafontaine hat übrigens selbst gesagt, dass eine Kampfkandidatur nicht der “krönende Abschluss” seiner Karriere wäre und er deshalb diese ablehnt. Vielleicht hat er dass nur halb im Ernst gemeint, aber wenn das keine Züge von Eitelkeit sind….”
Das klingt doch einfach nur nach Futterneid und persönlicher Abneigung gegen Lafontaine.
So wie die Situation jetzt gelaufen ist, ist es erst recht kein “krönender Abschluss”. Der vorangegangene Streit mit Bartsch wird erst mal für eine Weile in den Geschichtsbüchern hervorgehoben werden. Aber das ist nicht die Schuld von Lafontaine, wie einige Medien suggerieren wollen.
P.S.: Jens, es wäre echt toll, wenn die Kommentarstruktur hier mal chronologisch, also rein hintereinander, geordnet wäre, so verliere ich nur den Überblick, wenn mal jemand weiter oben postet…;-)
Regierungsfähigkeit bedeutet also Gestaltungskraft, hm? Gestaltet denn die Merkel-Regierung? Was genau? Sind sie nicht eher Getriebene der Finanzindustrie, von Außenhandelspartnern, Konzernen, Banken, Lobbyisten usw.?
Die Vorstellung, nur wer in der Regierung sei, der könne auch Verantwortung übernehmen und “gestalten” ist illusorisch. Wer an der Macht ist, gestaltet nicht, er befriedigt Interessengruppen. Kohl, Schröder, Merkel sind Aufziehpüppchen der Finanzindustrie und der Banken. Wer jetzt wieder mit “Verschwörungstheorie” kommt, der ist realitätsfremd. Für die Banken wurden 500 Milliarden Euro hingelegt, schon vergessen?
Aus der Opposition heraus kann man Anfragen stellen, Reden halten, Druck ausüben etc. – darin liegt manchmal mehr Verantwortung als den Strom-Lobbyisten bei der Formulierung von neuen Energie-Gesetzen über die Schulter zu gucken.
http://www.zeno.org/nid/20011440333
Max Weber: Der Sinn der »Wertfreiheit« der soziologischen und ökonomischen Wissenschaften
(würdigt auch “Gesinnungsethik”, kritisiert “Realpolitik” und ihre wissenschaftlichen Claqueure)
Gutachten 1913
Vortrag Jan. 1914
Logos 7.1917
Gesammelte Aufsätze zur Wissenschaftslehre 1922
S. 505 ff. Gesinnung-Verantwortung, Syndikalismus, Entwicklungstendenzen, Realpolitik (Beifallssalve)
Anfang 1919 in Angst vor Spartakismus und Klassenkampf: Politik als Beruf
Ja, “politikfähig” sind dann die sozialen Bewegungen, die sich einer Machthaber-Fraktion schmackhaft machen können.
Links blinken und rechts abbiegen… das ist die Masche von Beermann, Sasse und Co.
Wobei: Mittlerweile kann man durchaus die Frage stellen, ob diese Herrschaften überhaupt noch links blinken. Das wäre zumindest ein kleines Stück “Ehrlichkeit” auf deren Wegstrecke ins neoliberale Lager.
@Momo
Ich stelle mir im Moment eher die Frage, wohin sich der SF-Blog entwickeln soll. Es ist die eine Sache, Meinungpluralität auch bei Artikeln zuzulassen – meiner Ansicht nach eine gute Sache. Es ist aber eine ganz andere Sache, Propaganda – und die Worthülsenansammlungen in den Beermann & Sahebi-Artikeln sind überwiegend die neoliberalen Kampfphrasen – auf diesem Blog zu veröffentlichen. Beermann und Sahebi sind zumindest derzeit noch eine deutliche Verschlechterung selbst zu Sasse, denn Sasse macht immerhin nicht ganz so intensiv Gebrauch von den Mainstreampropagandabegriffen.
Den SF habe ich früher gerne weiter verlinkt; momentan vermeide ich das lieber und gebe z.B. den Nachdenkseiten den Vorzug.
@schwitzig
Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass der Spiegelfechter, welcher ja zu den bekanntesten Polit-Blogs von Deutschland gehört, einige bekannte Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft als Gastautoren gewinnen (überreden) könnte.
@der Herr Karl
Wie wäre es mit Röttgen? :-).
Ich denke auch, dass das für den SF möglich ist, da der Blog ein recht hohes Ansehen genießt.
@jens:
Der auch von Dir geschätzte Herr Misik lässt ja kein gutes Haar an “König Oskar”
Das Argument, Lafontaine hätte damals den Mölle gemacht und die Saarland-SPD auf rechtsradikalen Kurs geprügelt, war mir neu und mich würde interessieren, warum ihm das nicht spätestens bei der Übernahme der WASG durch Die Linke von den Medien vorgeworfen wurde. Jugendsünden?
Tja, man kann die Diskussion im großen und ganzen wohl so zusammenfassen:
§ 1. Der Oskar hat immer Recht.
§ 2. Wenn der Oskar einmal nicht Recht hat, tritt automatisch § 1 in Kraft.
Das ist bei Mutti genauso.
Obwohl sie, im Gegensatz zu Oskar, jedes halbe Jahr den Kurs wechselt.
@Reichelt
Kenn ich als austauschbare Scheisshausparole, lesen Sie im Blog nichts? Oder wollen Sie nur Ihre Gymnasialweisheiten verbreiten. Ich sieze Sie ausdrücklich um Ihnen den Schein der Seriösität nicht zu nehmen.
Nebenbei….erst lesen und erfassen, und dann zusammenfassen…;-)
@ Frank Reichelt
Man kann von Lafo halten was man will. In Sachen Regulierung und Währungsunion hatte er einfach recht, s. Rede auf dem SPD-Parteitag 1995.
@ viosz
Sein Begriff “Fremdarbeiter” hat damals einige Zeit in den Medien für Irritationen gesorgt. Seine Verteidigung fand ich nicht überzeugend.
@ FetteBeute
Ich bezog mich auf seine Aussage zur Währungsunion, s. oben. Die gibt es m. E. halt nicht ohne Zentralismus. Ihre Auflösung bringt wieder eine Reihe anderer Probleme.
Meine Meinung: Lafo hätte den Kampf mit Schröder aufnehmen sollen. Er hätte ihn zwar ziemlich sicher verloren, denn der neoliberale Zeitgeist, Wirtschafts-”Wissenschaft” und so gut wie alle Medien war gegen ihn. Bei Ministertreffen wurde er angeblich von den angloamerikanischen Kollegen ausgelacht.
Aber: Nach Beginn der Finanzkrise hätte er wieder eine Chance gehabt, und
heute stünden wir besser da.
@Peleo
Schon klar, Peleo. Nur wir werden diesen Zentralismus innerhalb der Währungsunion wahrscheinlich bekommen. Und er wird uns allen nicht gut tun.
Die Menschen interessieren sich ja nicht mal für die Bundespolitik. Wie willst du da das Treiben in Brüssel demokratisch kontrollieren? Das wird nichts.
Deshalb ist es wohl besser die EWU teilweise zu zerschlagen und in kleinere Segmente aufzuspalten. Bis man dann irgendwann die richtige Größe gefunden hat.
Ansonsten wird auch der Austritt Griechenlands zu weiteren massiven Umverteilungen (Richtung Oberschicht) führen. Die Leutchen sind ja ziemlich schlau. Jetzt haben wir die Kapitalflucht (Richtung Deutschland, Luxemburg, Niederlande etc.). Wenn es dann zu den massiven Abwertungen in Griechenland & Konsorten gekommen ist, dann werden die Reichen dort wieder einkaufen. Zu Dumpingpreisen. Parallel dazu gibt es den Mega-Sozialabbau. Es ist eine riesen Sauerei.
Aber die Ursache allen Übels ist und bleibt: Die Marktwirtschaft.
Der neoliberale Turnaround war keine Detailentscheidung, sondern Kern der Agenda 2010, daher konnte es von keiner Seite Kompromisse geben, ohne daß eine totale Blockade auf dem Feld der Finanz- und Wirtschaftspolitik die Folge gewesen wäre, Lafontaines Verbleib im Amt wäre einfach nicht praktikabel gewesen, es gab keine Alternative zum Abgang, schließlich war nicht er Kanzler, sondern der Genosse der Bosse – mit den verheerenden Folgen, die sich noch immer nicht zur vollen Schönheit entfaltet haben. Heute wird er von den Mainstreammedien noch immer abgefertigt, als habe er eine Dissertation gefälscht oder finanzielle Mauscheleien zu verantworten. Ich erinnere an das legendäre Sommerverhör (manche sagen Interview) mit Bertelsmann-Fellow Peter Frey, der sich mit dem stereotypen Vorwurf der Fahnenflucht die Chefredaktion des ZDF eroberte. Das zeigt überdeutlich, daß die tatsächlichen Machtverhältnisse in der Bananenrepublik von der Krise vollständig unberührt geblieben sind.
Zustimmung.
Dann möchte ich Herrn Beermann danken,
dass er mit seinem Artikel noch einmal Gelegenheit gegeben hat,
die Dinge, die jede/r, die/der seine Sinne beieinander hat,
längst schon wusste,
an dieser Stelle noch einmal im Detail darzulegen.
Bravo – Herr Beermann!
Ich gucke auf das Datum von Lafontaines Rücktritt vom Finanministerposten und vom Parteichefsessel – ich gucke dann auf den Beginn der Agenda 2010.
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Ich gucke auf den wirtschaftspolitischen Forderungskatalog für die ersten hundert Tage der Regierung der Bertelsmann-Stiftung, der bei Antritt der Regierung Schröder durch die üblichen Verdächtigen lanciert wurde. Dieser Katalog ist der Kern der Agenda 2010. Die Inhalte des Forderungskatalogs verhalten sich zum Propagandabegriff Agenda 2010 wie Wernher von Brauns Aggregat 4 zu Josef Goebbels’ V2.
Es ging um Gleichschaltung der stärksten Europäischen Wirtschaftsnation nach neoliberalen Vorgaben, die frei randalierenden Finanzmärkte waren ein weiterer wichtiger Kernbestandteil. Mit Schröders Regierungsantritt fiel der Startschuss, ich gucke und plötzlich ergibt alles Sinn.