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  • Spanien und die Brandstifter – eine hausgemachte Krise

    geschrieben am 05. Juni 2012 von Spiegelfechter

    Wer das Epizentrum der Eurokrise in Athen verortet, wird sich vermutlich schon bald verwundert die Augen reiben. Während Europa ohne eine ernstzunehmende Debatte den Fiskalpakt verabschiedet und gespannt auf das Wahlergebnis in Griechenland wartet, hat sich die Finanzkrise binnen weniger Wochen in Spanien von einer steifen Brise zu einem zerstörerischen Orkan entwickelt. Die spanische Krise kann als Musterbeispiel für das Versagen Europas gelten. Sehenden Auges haben Brüssel und Berlin eine bis vor kurzem noch grundsolide Volkswirtschaft mit ihrer aufgezwungenen Austeritätspolitik ruiniert. Selbst jetzt – wo die Katastrophe unmittelbar vor der Tür steht – verweigert Europa jegliche echte Hilfe und schaut stattdessen tatenlos zu, wie sich die Eurokrise zu einem Flächenbrand ausweitet … einem Flächenbrand, der nicht an Ländergrenzen haltmacht und nun ganz Europa bedroht.

    Am Vorabend der Finanzkrise konnte Spanien in nahezu allen finanzpolitischen Kennzahlen bessere Werte vorweisen, als Deutschland, Frankreich oder Großbritannien – das Wirtschaftswachstum und der Haushaltsüberschuss waren höher, die Staatsverschuldung niedriger. Die Finanz- und Wirtschaftskrise traf Spanien jedoch hart. Ein Teil des Wirtschaftswachstums war sprichwörtlich auf Sand gebaut. Seit Mitte der 1990er boomte der spanische Immobiliensektor, überall im Lande schossen kreditfinanzierte Neubauprojekte aus dem Boden, die Immobilienpreise stiegen rasant und schon vor dem Ausbruch der Finanzkrise wurde aus dem Immobilienboom eine Immobilienblase. Die Finanzkrise war nicht der Grund, aber der Auslöser für das Platzen der Immobilienblase. Es waren auch nicht Kreditausfälle oder Bankenrettungspakete, sondern die Krise auf dem Bausektor, der damals rund ein Viertel der Wirtschaftskraft ausmachte, die die spanische Volkswirtschaft in Schieflage brachte. In den Jahren 2008 und 2009 kippte die Konjunktur und die sozialdemokratische Regierung Zapatero steuerte mit aller Kraft gegen die Krise an. Mit insgesamt vier großangelegten Konjunkturprogrammen konnte man die schlimmsten Folgen der Wirtschaftskrise abwenden – die Arbeitslosigkeit stieg nur leicht, die Konjunktur rutschte zwar in eine Rezession ab, die sich jedoch im Vergleich zu anderen Staaten (auch im Vergleich zu Deutschland) in Grenzen hielt.

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    Tags: Europa Finanzkrise Sparen
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    191 Kommentare:

    1. rainer schrieb am 5. Juni 2012 um 13:48 - Permalink

      …..Merkel und die ganze POlitibande gehören vor ein Volkstribunal gestellt……

    2. Sukram71 schrieb am 5. Juni 2012 um 14:00 - Permalink

      Es ist alles nur zum Haare raufen und todtraurig.

    3. Sukram71 schrieb am 5. Juni 2012 um 14:06 - Permalink

      Der Spiegelfechter-Artikel stimmt übrigens fast exakt mit Joschka Fischer überein. – Völlig gleich, was man von unserm GröAaZ auch halten mag. ;-)

      Aber der beschreibt ja eigentlich auch nur Offensichliches. Selbst die Zeitungen von links bis rechts (sogar die Welt) haben das mittlerweile so erkannt.

      • aquadraht schrieb am 5. Juni 2012 um 14:30 - Permalink

        Das ist schon der zweite Versuch, den geistigen Dünnschiss des PR-Vertreters JF zu propagieren. Und ich frag mich, ob Dir einer auf den Kopp gehauen hat, dass das verstehende Lesen so im Eimer ist bei Dir.
        JF propagiert eine “Fiskalunion”, was für Spanien der Todesstoss wäre. Die “gemeinsame Garantie für Staatsschulden” will er nur in einem solchen Rahmen zulassen. Von den Verbrechen seiner Ära, die von Agenda bis “Finanzmarktliberalisierung” die Krise erst möglich machten, will er nichts wissen.
        Seine “politische Union” wäre eine Über-Merkelei, sie ist noch unrealistischer als das, was die Hampler in Berlin derzeit zustande bringen.

        a^2

        • Sukram71 schrieb am 5. Juni 2012 um 14:41 - Permalink

          Nee, wollte nur darauf hinweisen, dass beide Artikel in der Analyse nicht ganz unähnlich sind. Deshalb kann das mit den “geistigen Dünnschiss” eben nicht ganz sein. ;-)
          Und “gemeinsame Garantie für Staatsschulden” mit “Fiskalunion” sind halt immer noch besser als gar keine gemeinsame Anleihen oder eine andere gemeinsame Lösung. Die Richtung stimmt jedenfalls.

          Und Argh! Es geht jetzt nicht um “Verbrechen seiner Ära”, sondern darum Lösungen für hier und jetzt zu finden. Vermutlich ist er aber ganz froh, dass er seine eigene Vorschläge nicht umsetzen muss. ^^

        • Sukram71 schrieb am 5. Juni 2012 um 14:50 - Permalink

          Und den Finanzmarkt konnte der deutsche Außenminister und Vizekanzler halt höchstens in Deutschland liberalisieren, weshalb es wohl etwas vermessen wäre, ihm die Schuld an der ganzen Euro-Krise in Spanien, Irland und Portugal zu geben. xD

          • aquadraht schrieb am 5. Juni 2012 um 15:04 - Permalink

            Deutschland ist das stärkste und einflussreichste Land der EU, und die “Liberalisierung” stand im Zusammenhang mit der Agenda. Es ging darum, den “Standort” für das beggar thy neighbour fit zu machen.

            Und erzähl jetzt nicht, der gute JF habe das nicht gewusst oder gewollt.

            a^2

            • Sukram71 schrieb am 5. Juni 2012 um 15:07 - Permalink

              Ja, ok, dann bleibe halt in deiner Vergangenheit und pflege dein Feindbilder.

              Der Rest wendet sich bitte dem hier und jetzt zu und versucht Lösungen zu finden. Und wer prominent ist, versucht bitte den Deutschen in der Zeitung zu erklären, was dazu notwendig ist und in welche Richtung es wohl gehen muss.

            • Vogel schrieb am 5. Juni 2012 um 20:14 - Permalink

              @Sukram71
              Ich will hier keine Schiedsrichterei betreiben, aber aquadraht hat recht. Wer den falschen Keim in die Erde legt muss sich nicht wundern, wenn nur Dornengestrüb rauskommt. Wer nicht weiß wo er herkommt, wie will er wissen, wo er hin will?

              Das hat nix mit Pflege von irgendwelchen Bildern zu tun.

            • schwitzig schrieb am 5. Juni 2012 um 20:33 - Permalink

              @a^2

              Und erzähl jetzt nicht, der gute JF habe das nicht gewusst oder gewollt.

              Wobei es völlig unerheblich ist, ob er diese Entwicklung gewollt oder die Prozesse dahin verstanden hat. Er ist mitverantwortlich, selbst wenn er aus Inkompetenz entschieden hat, wie er entschieden hat.
              Wenn ein Automechaniker Deine Bremsen versaut und Du deswegen Dein Leben an einer Wand aushauchst, wird der Automechaniker zu Recht verantwortlich gemacht und zur Rechenschaft gezogen. Dabei ist es egal, ob er den Crash durch Inkompetenz, Schlampigkeit oder in einem Glauben an die “unsichtbare Hand der Verkehrsregelung” gemacht hat.
              Und schon mal gar nicht wird man diesen Automechaniker später als Gutachter für Arbeiten an Bremssystemen heranziehen.

              Sukram71 ist übrigens reger SPON-Freund und schreibt auch gerne in den Heise-Foren. Er ist dabei so eine Art Marius2-der-Mitte.

            • Sukram71 schrieb am 6. Juni 2012 um 08:45 - Permalink

              Na gottseidank werde ich ja hier von euch aufgeklärt. :-)

            • OAlexander schrieb am 6. Juni 2012 um 09:19 - Permalink

              @ sukram71
              Beim von der Zensur dominierten SPON wirst du bestimmt nichts lernen.

          • HHarlekin schrieb am 5. Juni 2012 um 15:45 - Permalink

            Schröder, Eichel, Fischer u. Co. haben die Rechtslage in Deutschland verändert, und in der EU auch Druck ausgeübt. Die Rechtslagen in anderen EU-Ländern wurden natürlich von dortigen Regierungen geändert, das ist natürlich klar. Aber diese ganzen Liberalisierungen der Finanzmärkte damals hatten natürlich massive Folgen, und es wurde zusammengearbeitet, also sind selbstverständlich Schröder, Eichel, Fischer u.Co. auch für die europäische Situation zwar nicht alleine, aber eben MIT(!)VERANTWORTLICH!

            Und was das für milliardenschwere Folgen hatte, kann man u. a. im Cicero über den Depfa-Skandal nachlesen, jene HRE-Tochter,

            die 2001 nach Irland ausgelagert wurde, um das geltende Recht auszunutzen.

            Zitat:”Gerhard Bruckermann machte aus einer biederen deutschen Bank einen „undurchsichtigen Hedgefonds“ in Irland. Die Kosten trägt der deutsche Steuerzahler”

            http://de.wikipedia.org/wiki/Depfa#Aufspaltung_und_HRE-.C3.9Cbernahme

            Natürlich ging das Elend schon mit der Privatisierung (nicht nur) der Depfa unter Kohl los, aber die massive Deregulierung der Finanzmärkte und damit die Hedgefonds-Unterstützung kam nunmal durch Rot-Grün, auch wenn einige das nicht hören und sehen wollen, also machen wir den Joschka Fischer hier mal nicht zum Unschuldslamm. ;-)

            Und die angeblich so schlauen Sachen, die von ihm kommen, nunja, da gibts weiß Gott kompetentere Leute wie Flassbeck, Hickel u. Co., und natürlich Jens Berger nicht zu vergessen, die sich weitaus solider und fundierter zur Materie äußern und lange vor J. Fischer geäußert haben.

            Grüße

            • Sukram71 schrieb am 5. Juni 2012 um 16:04 - Permalink

              Man das ist ja alles richtig.
              Aber bei der Finanzmarkt-Liberalisierung in Deutschland ging es darum, dass das europäische Ausland bereits “liberalisiert” war und Deutschland nur nachgezogen ist. ^^
              Die Depfa ist ja nach Irland gegangen, weil dort der Finanzmarkt bereits lange von der dortigen Regierung liberalisiert war und das Deutschland mit seiner Liberalisierung erlaubt hat.

              Jetzt kann man das natürlich kritisieren. Es haben auch viele schon damals gewarnt. Das war auch eine der Haupt-Ursache für die deutsche Bankenkrise. Aber jetzt geht es um ein völlig anderes Thema. Die deutsche Bankenkrise ist a) hierzulande relativ gut im Griff und b) nicht die Ursache für die derzeitigen Probleme in Europa.

              (Rot-Grün hat damals gesehen, andere Länder machen mit ihren Banken 20% Gewinn und deutsche Banken nicht. Da war die Versuchung vermutlich groß, hier nachzuziehen und zu “modernisieren”. Sie hätten es natürlich besser wissen müssen.)

            • HHarlekin schrieb am 5. Juni 2012 um 16:53 - Permalink

              Richtig, Rot-grün hätte es “besser wissen müssen”.
              Und sie hatten Fachleute in den eigenen Reihen wie seinerzeit Flassbeck oder Wolfgang Filc im Finanzministerium. Auch einen Hickel gabs im Lande. Man hätte auch damals schon bei international renomierten Fachleuten wie Stiglitz fragen können. Ein gewisser Herr Lafontaine wurde als “gefährlichster Mann Europas” (ein Etikett, das gerade Hollande ebenfalls schon aufgedrückt bekam) bezeichnet, weil er warnte, und gewisse Regeln für die Finanzmärkte forderte. Sie hörten aber lieber auf andere Leute. Der Rest ist Geschichte, und heute müssen nicht nur schwindelerregend hohe Milliardenschäden genau dieser Politik bewältigt werden, nein, es sollen neue Regelungen festgezurrt werden, die alles noch exorbitant verschlimmern werden, worum es auch in o. a. Artikel wiedermal geht.

              Grüße

            • Sukram71 schrieb am 5. Juni 2012 um 17:02 - Permalink

              Mag ja sein, aber wenn man als neue Regierung sieht, dass andere Länder ihren halben Staatshaushalt allein mit dem Investmentbanking ihres völlig deregulierten Bankensektors durch “nix tun” bestreiten, kann man wohl leicht in Versuchung kommen. Und hinterher ist man halt immer schlauer. :-)

              Und – sorry- Lafontaine hatte halt Recht, eine solche Forderung war damals aber trotzdem unrealistisch. Selbst heute noch sperren sich ja die angelsächsischen Länder dagegen.

            • OAlexander schrieb am 5. Juni 2012 um 20:48 - Permalink

              Beispielsweise sind Australien und Brasilien nur deswegen nicht so forsch den Bach runtergegangen – so wie bspw. USA, GB und auch Deutschland – weil diese beiden Länder das Bankenwesen nicht deregulierten. In Australien dürfen wir dies derquasi “liberalfaschistischen” John Howard-Regierung (konservativ) als Verdienst anrechnen.

            • schwitzig schrieb am 5. Juni 2012 um 21:06 - Permalink

              @oAlexander
              Wie sieht das eigentlich mit den Banken nach islamischen Recht aus? Da hört man nichts über Rettungsnotwendigkeiten. Liegt das nur am (Achtung! Böses Wort) Zinsverbot? Kann ich mir eigentlich schwer vorstellen – vielleicht haben die auch andere verbindliche Eigenkapitalquoten?

            • HHarlekin schrieb am 5. Juni 2012 um 21:33 - Permalink

              Nein, Sukram, mit “hinterher ist man immer schlauer”, und u. dergl. ist es nicht abgetan. Rot-Grün wußte recht genau, was sie vor hatten, und wie es umzusetzen ist. Die Fachleute (wie die bereits genannten Filc und Flassbeck) wurden nach Lafos Abgang noch 99 entsorgt. Unter dem neuen Finanzminister Eichel begann nun die wundersame Karriere des ehemaligen Kofferträgers … äh … Assistenten Flassbecks, nämlich Jörg Asmussen, den Flassbeck übrigens ausdrücklich nicht für voll nahm, der aber dann bei zahlreichen folgenden Deregulierungen bis in die Zeit der GroKo federführend handelte.
              Diese Deregulierungen im Finanz- und Bankensektor waren absolut gewollt, obwohl es zahlreiche Warnungen gab, und darüberhinaus seit dem Jahr 2000 ein Menetekel überdeutlich an der Wand leuchtete, die geplatzte “Dotcom-Blase” nämlich.
              Naivität? Idiotie? Religiöse Verblendung? Kriminelle Energie? Von allem etwas?
              Wie auch immer: Die Katastrophe ist da, und Asmussen sitzt heute im Direktorium der EZB, und erteilt z. B. heute Lehren, wie europäische Länder vorzugehen hätten.

              Grüße

            • Sukram71 schrieb am 6. Juni 2012 um 08:44 - Permalink

              Die Finanzkrise von 2008 hätte es aber in gleichem Umfang auch ohne die deutsche Finanzmark-Liberalisierung gegeben. Sie hätte Deutschland nur weniger stark getroffen. Lehman Brothers wäre trotzdem pleite gegangen. Aber ansonsten hätten wir exakt die selben Probleme wie jetzt. Ganz besonders beim Thema des Artikels.

              Aber wenn manche Leute nicht Rot-Grün für alles Elend dieser Welt verantwortlich machen können, kommen sie offenbar nicht ganz klar. :)
              Schon merkwürdig. Ich hab doch nur auf nen Artikel von JF verlinkt, der sich sehr ähnlich liest, wie der Artikel oben. Aber manche Leute können einfach nicht zwischen Person und Inhalt trennen. :)

            • schwitzig schrieb am 6. Juni 2012 um 09:10 - Permalink

              @Sukram71

              Ich hab doch nur auf nen Artikel von JF verlinkt, der sich sehr ähnlich liest, wie der Artikel oben. Aber manche Leute können einfach nicht zwischen Person und Inhalt trennen. :)

              Sag’ mal – verstehst Du eigentlich irgendetwas von dem, was Dir hier seit Jahren haufenweise wechselnde Forenteilnehmer hier erklären? Dein Gebaren ist mit einfacher Lernresistenz ja schon fast nicht mehr zu erklären.

            • Sukram71 schrieb am 6. Juni 2012 um 09:35 - Permalink

              Ich glaube dich werde ich niemals verstehen. ;-)

            • Sukram71 schrieb am 6. Juni 2012 um 09:53 - Permalink

              Jedenfalls werde ich nicht Joschka Fischer gleich für die ganze Euro-, Schulden- und Finanzkrise in ganz Europa und der Welt verantwortlich machen, nur weil er von 1998 bis 2005 Vizekanzler in einer Koalition zwischen SPD und Grüne war. OMG! ^^

              Noch dazu, wo die Agenda 2010 und die (im Vergleich zu anderen Ländern) begrenzte Finanzmark-Liberalisierung nun eindeutig eine SPD/Schröder-Sache war. Auch wenn der deshalb die Koalition nicht hat platzen lassen.

            • HHarlekin schrieb am 6. Juni 2012 um 10:29 - Permalink

              Ei, Sukram, rot-grüne “MIT(!)VERANTWORTUNG” heißt das Zauberwort, und selbstverständlich waren die Deregulierungen in Deutschland auch ein Teil “grünen” Regierungshandelns, auch wenn idT vieles von Schröder/Eichel/Asmussen vorangetrieben wurde. Übrigens war die langjährige INSM-Botschafterin Christine Scheel von 1998-2005 Vorsitzende des Finanzausschusses. Willst du allen Ernstes erzählen, das sei komplett an der Regierungspartei GRÜNE vorbeigelaufen?

              Übrigens hätte deutsche Zurückhaltung bei Liberalisierungen auch in der EU Folgen gehabt, nämlich in die andere Richtung, inwieweit das gewesen wäre, ist jedoch reine Spekulation. Daß manches an den Desastern genauso schlimm gekommen wäre? Möglich, vielleicht wahrscheinlich, aber auch Spekulation. Dennoch hätte ein anderes Verhalten Deutschlands in der EU als stärkste Wirtschaftmacht mit Sicherheit in die andere Richtung Wirkung entfaltet.
              Lehman und vieles andere wäre natürlich auch passiert, klar.

              “Jedenfalls werde ich nicht Joschka Fischer gleich für die ganze Euro-, Schulden- und Finanzkrise in ganz Europa verantwortlich machen, nur weil er von 1998 bis 2005 Vizekanzler…”

              Wer der Diskutanten behauptet denn solchen Unsinn? Du unterstellst hier etwas auf nicht korrekte Weise. Nochmal: “MIT(!)VERANTWORTUNG” heißt das Zauberwort.

              “Aber wenn manche Leute nicht Rot-Grün für alles Elend dieser Welt verantwortlich machen können, kommen sie offenbar nicht ganz klar.”

              Ich bin sicher, mit dir sehr ruhig, sachlich, und fair debattiert zu haben.
              Was soll diese unsachliche Unterstellung? Auch behauptet das hier keiner. Weil es Quatsch wäre.
              Aber ab jetzt wäre alles nur noch Wiederholung. Rot-Grün ist für alle Handlungen (inkl. Fischer!) und getroffenen Entscheidungen während der eigenen Regierungszeit verantwortlich, wie die GroKo für ihre Handlungen und Schwarz-Gelb dito. Als stärkste Wirtschaftsmacht der EU ist Deutschland ebenso für die eigenen Handlungen verantwortlich, für dort beeinflußte und getroffene Entscheidungen, für ausgeübten Druck etc. Aber das ist alles hier schon mal gesagt worden.
              Du willst weiterhin Fischer für einen tollen Hecht halten? Deine Sache, ich halte dich nicht davon ab, erlaube mir aber den Blick auf die Fakten zu richten.
              Ich machs dir leicht: Hätte statt Rot-Grün damals Schwarz-Gelb regiert und Gleiches getan, wären DIE eben für diese Taten verantwortlich. Aber so ist es nunmal nicht.

              Grüße

            • Sukram71 schrieb am 6. Juni 2012 um 10:54 - Permalink

              Und trotzdem ist es begrüßenswert, wenn er in der Zeitung gegen diese verbreitet “wir zahlen nichts, sollen die andern ihre eigenen Schulden alleine bezahlen”-Mentalität anschreibt und versucht zu erklären, dass man diese Krise nur gemeinsam, europäisch in den Griff bekommen kann oder alles zusammen bricht. Selbst dann, wenn man Joschka Fischer heißt. ;-)

            • Sukram71 schrieb am 6. Juni 2012 um 11:07 - Permalink

              Andere Idioten schreiben Bücher wie “Deutschland braucht den Euro nicht” und wenn dann ein prominenter Ex-Vizekanzler öffentlich dagegen hält, dann habt ihr echt nix besser zu tun, als sich auf den zu stürzen. tzzt
              Da kann man wirklich nur noch mit dem Kopf schütteln … ^^

            • OAlexander schrieb am 6. Juni 2012 um 11:25 - Permalink

              @ sukram71

              Ok, wir haben “Joschka” soeben einstimmig zum Westentaschen_Paulus h. c. erkoren. Können wir die Sache jetzt in Ruhe einpennen lassen?

        • K.S. schrieb am 6. Juni 2012 um 09:58 - Permalink

          Ich fand den Artikel von JF auch nicht in Ordnung. Er haut einfach nur auf die Pauke, palavert von Fiskalunion und Fiskalpakt und hat dabei die “Vereinigten Staaten von Europa” “im Auge.” Fischer ist überzeugter Neoliberaler und Atlantiker. Er denkt, genau wie alle anderen, an geostrategische Möglichkeiten um mit Kriegen an die Ressourcen anderer Länder zu kommen.

          Jens hat ja einige Möglichkeiten aufgezählt, die beste und einfachste wird einfach nicht genommen: Die EZB erledigt alles und gut ist. Das war auch die erst beste Idee, die alle hatten aber von Merkel, Schäuble, EU-Kommission, IWF sofort verworfen wurde. Erst dann kamen Eurobonds etc. ins Spiel.
          Nee, Deutschland und die Spekulaten einschließlich die Ratingagenturen gewinnen an diesem Zustand. Kühe die man melken will, werden erst mal nicht geschlachtet, das geschieht dann, wenn nichts mehr zu holen ist.

      • CheckervonBeruf schrieb am 5. Juni 2012 um 17:31 - Permalink

        Leute, ein Taxifahrer mit Politikererfahrung!!!

        Echt, der plappert doch auch nur nach. Daher die Allgemeinplätze. Wenn man ausgesorgt hat wie der, da kann man leicht daherschwaflen, was wir Europäer jetzt tun müssen. (Nicht, dass er an den Schalthebeln gesessen hätte, als die ganze Chose Fahrt aufnahm…)

        • Sukram71 schrieb am 6. Juni 2012 um 09:09 - Permalink

          Aber wenigstens plappert er richtig nach. ;-)
          Das ist nicht selbstverständlich.

    4. R_Winter schrieb am 5. Juni 2012 um 14:15 - Permalink

      Es gibt somit keine rationale (ökonomisch fundierte) Erklärung dafür, warum ausgerechnet Spanien kein großes Vertrauen an den Finanzmärkten genießt.

      Muss es eine rationalen Grund geben? Nein, muss es nicht. Billionen von €/$ suchen eine Anlagemöglichkeit. Deutschland wird Geld zu Minus-Konditionen angeboten. Da bietet sich eine nur mäßige kranke Volkswirtschaft zum billigen Einkauf an.

      Dabei wäre ein Ende dieses Teufelskreises relativ einfach zu erreichen. Man könnte beispielsweise der EZB „gestatten“, die spanischen Banken direkt und ohne den Umweg über die Madrider Regierung zu rekapitalisieren.

      Also doch: Gelbe und grüne Eurobonds und der Euroraum wäre vor dem Ausmaß der Finanzkrise verschont geblieben, aber der “fähige” Ackermann mit seinen Helfern Weidemann und Asmusen und die in finanziellen Fragen total unfähigen Merkel, Steinbrück und Schäuble spielen das Spiel großer Banken auf Kosten der Steuerzahler.

      Die jetzige Entwicklung war seit Monaten sichtbar und wurde hier im Forum vorher gesagt.
      Merkel gehört vor das Tribunal in Den Haag.

      • Sukram71 schrieb am 5. Juni 2012 um 14:22 - Permalink

        Vielleicht bittet Merkel später mal um Entschuldigung … :-)
        Wenn es nicht so schlimm wäre, könnte man fast lachen.
        Watergate war ja nichts dagegen, was die Merkel anrichtet.

        • der Herr Karl schrieb am 5. Juni 2012 um 14:39 - Permalink

          Merkel ist nur die Handlangerin von Ackermann & Konsorten.

          • Sukram71 schrieb am 5. Juni 2012 um 14:45 - Permalink

            Stimmt. Ein willenloses Wesen. ^^

      • CheckervonBeruf schrieb am 5. Juni 2012 um 17:38 - Permalink

        Klar gibt es einen rationalen Grund: Die drei Sektoren in Spanien sind in der Summe zu hoch verschuldet gemessen an der Leistungsfähigkeit der spanischen Wirtschaft. Sowas fällt spätestens auf, wenn die Banken ihre Schulden an den Staat übergeben (heißt dann Rekapitalisierung, schwarze Löcher mit zukünftigem Steuergeld zuschütten).

        So hat’s Irland gemacht und die haben noch lange Tagträume von der Rückkehr an den Finanzmarkt. Bei uns war der Einschlag auch entsprechend heftig, aber noch ist es nicht so schlimm… erst wenn wir die nächste Bankenrettungsrunde einläuten, werden die Zahlen für alle nachvollziehbar schlecht aussehen.

        Boston Consulting Grup, Hammurabi, googlen…

    5. R@iner schrieb am 5. Juni 2012 um 14:37 - Permalink

      “Tribunal…”

      Okay, es geht zwar nicht um die Merkel, aber die spanische 15M-Bewegung hat es sich kürzlich zum Ziel gemacht, es den Isländern gleich zu tun und die Namen der spanischen Verantwortlichen der “Krise” zu benennen und juristische Schritte gegen sie einzuleiten.
      Begonnen wird aktuell mit Rodrigo Rato, dem Chef der Bankia, deren Anteil an den Enteignungen auf 80 Prozent geschätzt wird. Per crowdfunding werden gerade 15.000€ eingesammelt, die für eine Strafanzeige gegen ihn benötigt werden. (Quelle: Al Jazeera – Demanding #QuerellaPaRato)

      Apropos Bankia :-))

    6. Hans Bambel schrieb am 5. Juni 2012 um 14:38 - Permalink

      Erpressung…

    7. Sylvia schrieb am 5. Juni 2012 um 14:44 - Permalink

      Lange Zeit habe ich zu meiner Erklärung angenommen, dass deutsche führende Ökonomen und mit ihnen die Regierung wenig von Volkswirtschaft verstehen, dass das, was mit dem Euro geschieht, einfach nur irrational ist, aus falschem Denken resultiert. Inzwischen ist mir klargeworden, dass alles, was den Bevölkerungen der europäischen Länder (es sind ja nicht nur die Peripherieländer) schadet, ganz bewusst, gezielt und konsequent eingesetzt wird, um die Kosten der Krise den Bevölkerungen aufzubürden, wie es schon einmal geschah, in der Krise 1929. Sie mündete bekanntlich im Faschismus, der nichts anderes war, als der wütendste Terror des Kapitals gegen die Arbeiterbewegung und alles, was dem Profit im Wege stand, um die Welt unter die deutsche Knute zu bringen. Was wir derzeit auch in Spanien erleben, ist Teil dieser Strategie. Spanien werden von Deutschland die Grenzen aufgezeigt, denn mit Hilfe des Rettungsschirms erhält die EU, sprich Deutschland, Zugriff auf das Haushaltsbudget des Landes, was es unselbstständig und eigenhandlungsunfähig macht. Deutschland wird, wie das bereits in Griechenland geschieht, Spanien “mitregieren” und dabei seinen Vorteil wahren.
      Ich nehme stark an, dass es das ist, was derzeit geschieht.

      Für das deutsche Kapital ergibt sich daraus der Vorteil, alle anderen Länder niederkonkurrieren zu können. Da das Kapital aber nur in kurzen Etappen rechnet, wird der Rechenfehler dabei übersehen, der sich langfristig ergibt, und das deutsche Kapital wird erneut, und das mit absoluter Wahrscheinlichkeit, wie schon zweimal den kürzeren ziehen. Man muss diesen Faden einfach mal zu Ende denken.

      Dass Merkel, die ja die Interessenverwalterin des deutschen Kapitals ist, jemals vor ein Gericht der Völker gestellt wird, sosehr man sich das wünscht, darf bezweifelt werden.

      • Hans Bambel schrieb am 5. Juni 2012 um 16:01 - Permalink

        Inzwischen ist mir klargeworden, dass alles, was den Bevölkerungen der europäischen Länder (es sind ja nicht nur die Peripherieländer) schadet, ganz bewusst, gezielt und konsequent eingesetzt wird, um die Kosten der Krise den Bevölkerungen aufzubürden

        GEEEEENAAAAUUU! Und es ist doch auch viel einfacher, die anderen Länder zu Reformen zu bewegen (die Deutschland sachdienlich sind), wenn die Länder am Boden sind. Ansonsten würde doch die Motivation zu den Knebelverträgen fehlen….(!)

    8. EricB. schrieb am 5. Juni 2012 um 15:14 - Permalink

      Die Brandstifter haben vor allem zwei Namen: Merkel und Rehn. Die Kanzlerin weigert sich bis heute, Spanien irgendwie zu helfen. sie hat noch nicht einmal den Unterschied zwischen einer Banken- und einer Schuldenkrise verstanden und fordert, Spanien mit der tödlichen Schuldentherapie – sprich “Flucht” unter den Euro-Rettungsschirm – abzufertigen. Währungskommissar Rehn ist zwar geistig beweglicher, er denkt immerhin über Lösungen für die Bankenkrise nach. Mit seinem rigorosen Sparkurs hat er Spanien aber erst so richtig in die Krise geritten. Nun brennt der Laden lichterloh – und zwar so sehr, dass die G7 auf einer Krisensitzung versuchen müssen, zu retten, was noch zu retten ist…. http://lostineurope.posterous.com/die-g7-schlagt-alarm

    9. esco schrieb am 5. Juni 2012 um 15:19 - Permalink

      Wir haben ja schon einmal von Borniertheit gesprochen, was die deutsche Regierung sowie Bundesbank angeht, wenn es um die Rettung einzelner geht. Meint ihr immer noch, dass Borniertheit der wirkliche Grund dafür ist, dass die Bundesregierung sich allen vernünftigen Lösungsansätzen verweigert oder gehen die Motive noch viel tiefer?
      Mir fällt es schwer zu glauben, dass Deutschland (wer ist heute schon Deutschland, wir leben in einer “Demokratie”) andere Länder ausbluten will und sich dabei gleichzeitig selbst ins eigene Fleisch schneidet.

      Mit anderen Worten. Was zum Teufel wird hier gespielt? :-(

      • der Herr Karl schrieb am 5. Juni 2012 um 15:28 - Permalink

        “Was zum Teufel wird hier gespielt?”

        Das Spiel hiess “Let’s make money”. Nun ist das Spiel zuende. Die Gewinner haben ihre Jetons eingelöst und sind ins Puff gegangen. Die Verlierer haben sich noch ein Bier bestellt…
        Währenddessen spielt die Merkel noch ein wenig an einem Nebentisch mit sich selbst.

        • esco schrieb am 5. Juni 2012 um 15:57 - Permalink

          Wenn schon dann in den Puff gegangen oder möchte man mit dem Ausdruck ins Puff deutlich machen, dass man mit solchen Dingen nichts zu tun hat?!

          Zum Thema, let’s make money geht hier leider nicht auf. Die Krise kommt nun direkt auf uns zu. Das heißt die Austeritätsprogramme erwischen uns nun ebenfalls. Wer soll daran verdienen?

    10. Lemmy Caution schrieb am 5. Juni 2012 um 15:42 - Permalink

      Ausserhalb des Kults sehe ich die Sache so:

      Spanien hat zwar nominal seit der Regierungsübernahme der post-franquistischen PP unter Aznar makroökonmisch ein paar nette Zahlen hingelegt, jedoch mußte diese neo-falangistische Politik als Bettvorleger landen. Wie Jens korrekt in dem Artikel einräumt spielte die Immobilienbranche die entscheidende Rolle für die Jahre des “Espania va bien” (Spanien läuft gut). Daneben natürlich eine Menge Arbeiter mit Zeitverträgen aus Rumänien und Afrika, deren Löhne man so richtig drücken konnte. Die bessere Gesellschaft in Spanien bezog einen nicht geringen Teil ihres konsumgepolsterten Lebens, indem sie einfach auf immer weiter steigende Immobilienpreise spekulierten. Auf die Immobilienwerte liessen sich jährlich höhere Kredite aufnehmen, der Senior leistete sich von dem Geld ein paar Extra-Bordell-Besuche bei Damen aus post-kommunistischen Staaten und die Seniora kaufte sich ein paar extra Blut-Smaragde und Blut-Gold-Ketten. Dies hielt die ganze Wirtschaft in Schwung. 25% des BIP in der Bauwirtschaft ist der Wahnsinn. 8% sind normal. Dieses Kartenhaus mußte einmal einfallen.
      Spanien versäumte es in Forschung & Entwicklung zu investieren. Ein westeuropäischer Lebensstandard – zu dem ich natürlich auch das Sozialsystem zähle – läßt sich nur durch innovative, entwicklungsintensive Produkte halten, nicht durch häuslebauen wie im struktur-konservativen Spanien.

      Die rasant ansteigende Verschuldung wird deutlich weniger von den hohen Finanzierungskosten neuer Anleihen als dadurch verursacht, dass nach dem Zusammenbruch der künstlich hochgepumpten Bauwirtschaft Einnahmen und Ausgaben schlichtweg in keinem Verhältnis mehr stehen.

      Das einzige was dort noch ein paar Bimbes einbringt, sind die Investitionen in den ehemaligen Kolonien in Südamerika. Jedoch gehören diese Traum-Renditen ohne sich groß anstrengen zu müssen wohl auch in nicht allzu ferner Zukunft der Vergangenheit an. So konnte etwa Cristina Fernández de Kirchner das argentinische Erdölunternehmen YPF verstaatlichen, ohne dass dem wilden Armrudern des spanischen Eigners Repsol viel Gehör geschenkt wurde.
      Auch in anderen Branchen sind die spanischen Direktinvestitionen problematisch. Ich hab etwa einen guten südchilenischen Bekannten, der von seinem Arbeitgeber Banco Santander dermassen unter Druck gesetzt wurde, Wucher-Kredite an einkommensschwache ältere Mitbürger zu verchecken, dass er zeitweise nicht mehr schlafen konnte. Gottseidank hat er nun eine Anstellung bei einer chilenischen Bank gefunden, die nicht ganz so scheisse agiert.

      Ihr könnt ja Mitleid haben. Ich ganz sicher nicht.

    11. genova68 schrieb am 5. Juni 2012 um 16:13 - Permalink

      Spanien versäumte es in Forschung & Entwicklung zu investieren.

      Stimmt wohl, genau wie Portugal. Aber war das denn von den Geldgebern in der EU gewollt? Wurde das überhaupt ermöglicht? Ich weiß es nicht, ich frage es. In Portugal wurde das Land infrastrukturell hergerichtet, Autobahnen und Schnellstraßen en masse, Zersiedelung, halb Lissabon wohnt mittlerweile in Suburbs ohne ordentliche ÖPNV-Anbindung und in den Clips wurden Autopreise nur via einer fetten Zahl vermittelt: die monatliche Rate.

      Es wurde eine Markt für die nordischen EU-Länder geschaffen. War die führende Klasse in Portugal so blöd bzw. verbrecherisch? Oder hat die EU nichts anderes ermöglicht? Und was ist dran an der These, dass die nachholende Modernisierung der Südstaaten nicht klappen konnte, weil beispielseweise Deutschland in den wichtigen Branchen Maschinenbau, Anlagenbau Auto und Pharma einen Vorsprung hatte, der für solche Länder nicht mit 70jähriger Verspätung einzuholen ist?

      Nach Spanien flossen seit 1986 rund 125 Milliarden Euro. Dennoch steht das Land jetzt am Abgrund, wie man sagt. Solche Dimensionen werden m.E. zuwenig diskutiert.

      • Ariane schrieb am 5. Juni 2012 um 16:58 - Permalink

        Das ist doch Blödsinn, die 125 Mrd flossen doch nicht in den Staatshaushalt, damit er damit was Kluges macht, sondern zum Großteil in Anlagefonds für irgendwelche absurden Immobilienprojekte. Meine Mutter war früher Immobilienmaklerin, sie nicht aber jeder zweite Dödel hatte plötzlich Großprojekte für spanische Immobilien im Angebot. Und wo kam dieses Geld her? Das war kein spanisches Geld, sondern zum Großteil auch deutsches Vermögen, das irgendwohin wollte, insofern hat Deutschland/Nordeuropa an der Blase auch einen gewissen Anteil.

        • Lemmy Caution schrieb am 5. Juni 2012 um 17:17 - Permalink

          Ariane, Genova sagt ab 1986. In den 80ern und 90ern waren Spaniens Straßen voller Schilder: Hier baut die Provinzregierung x die Autobahn/Zugtrasse/Schnellstraße y mit den Geldern der Europäischen Union.

      • Lemmy Caution schrieb am 5. Juni 2012 um 17:13 - Permalink

        Genova,

        Spanische Banken wie Banco Santander oder BBV_irgendwas sind als Banken vergleichsweise stark in Europa. Und im übrigen ist es den Investoren sowieso egal, wo etwas investiert sind. Hauptsache die Rendite stimmt.
        In Spanien WURDE JA INVESTIERT. Nur halt nicht in innovative Projekte sondern in eine Menge, Menge, Menge Häuser, die zum größten Teil auch noch von Spaniern gekauft wurden, weil es Teil des nationalen Schneeballsystems war, weil “die Immobilienpreise werden nie fallen”. Such mal in youtube nach Espanistan english subtitles.
        Die EU hat ja die Rahmenbedingungen für Investitionen sogar über Jahre sehr verbessert durch die vielen, vielen, vielen Infrastrukturprojekte die stark von EU Geldern finanziert wurden. Das war schon sehr massiv und das ist den Spaniern noch heute sehr bewußt.

        Es wurde eine Markt für die nordischen EU-Länder geschaffen. War die führende Klasse in Portugal so blöd bzw. verbrecherisch? Oder hat die EU nichts anderes ermöglicht?

        Ersteres. Das gleiche gilt heute für Chile. Unternehmer sind mehr Spekulanten und weniger Mover & Shaker, die eine innovative Produkt-Idee nach vorne treiben. Das sind kulturelle Unterschiede, die sich auf die lange Sicht abschleifen werden. Auch durch so eine Krise wie die jetzige. Bedenke bitte, dass ich persönliche Kontakte mit südamerikanischen und spanischen IT Leuten, Ingeniören und BWLern hab, die das in der Tendenz so sagen. Auch teilweise Leuten, die in Nord-Europa und den USA gearbeitet haben. Heutiger Maschinenbau, IT, Energietechnik muß sich btw. auch ständig neu erfinden. Du brauchst Raum für Kreativität, Durststrecken, Mut. Das ist in unserer Arbeitswelt stärker ausgeprägt. Mir haben das auch so Manager potentieller Arbeitgeber bei Bewerbungsgesprächen spanischer und chilenischer IT-Unternehmen in Chile gesagt.

        Warum gelingt Ostasien die nach-holende und über-holende Modernisierung so viel besser als den iberischen Ländern?

      • CheckervonBeruf schrieb am 5. Juni 2012 um 17:29 - Permalink

        125 Mrd. sind im Vergleich zum Beispiel zum West-Ost-Transfer hierzulande eher ein Fliegenschiss. Das reicht nicht zur Ankurbelung einer Blase. Wichtiger waren hier wie von Lemmy erwähnt die Banken. Wobei auch klar sein sollte, dass die innereuropäisch die Kohle rumschieben (nach Euro-Einführung erst recht, dank der zu niedrigen Zinsen), natürlich waren also auch gewaltige deutsche Spargelder unserer Großkupferten an der Blasenbildung beteiligt. (Deutsche Banken und Versicherungen halten ja schließlich nennenswerte Beteiligungen an spanischen Instituten und auch entsprechende Staatsanleihen.)

        • genova68 schrieb am 5. Juni 2012 um 18:10 - Permalink

          Checker,
          mir ging es nicht um die Blase, sondern um die desolate Wirtschaft.

      • genova68 schrieb am 5. Juni 2012 um 18:04 - Permalink

        Mit den 125 Milliarden Euro meinte ich Gelder der EU, das waren Gelder für konkrete Projekte, nicht für Anlagenfonds.

        Ja, es wurde investiert, aber nicht innovativ.

        Die Zeit schrieb 2001, dass seit 1986 45 Milliarden Euro aus Brüssel nach Portugal geflossen sind.

        http://www.zeit.de/2001/39/200139_portugal.xml

        Es ist schon wahr: Es wurde eine sauteure und völlig sinnlose Brücker über den Tejo gebaut, und zwar exakt an der Stelle, wo er am breitesten ist. Oder man schaue sich das Autobahnetz zwischen Aveiro und Porto (zwei parallele Autobahnen, 50 Kilometer lang, im Abstand von zwei bis fünf Kilometern) und nordöstlich von Porto an: Eine Dichte wie bei uns im Ruhrgebiet, und das ist nicht übertrieben. Man kann dort auf drei Spuren fahren und ist mutterseelenallein. Die Frage ist aber auch, wie die EU so einen Scheiß genehmigen kann.

        Mit 45 Milliarden in 15 Jahren in ein Land mit knapp zehn Millionen Einwohnern und deutlich niedrigerem Lohnniveau hätte man wohl die Unilandschaft modernisieren können. Wieso ist ausgerechnet Deutschland so weit vorne in Sachen regenerative Energien und nicht Portugal mit Wind, Sonne und Wasser zuhauf?

        Ich erinnere mich auch an Gespräche mit jungen Portugiesen in den 90er-Jahren, die mir klarmachen wollten, dass die USA fortschrittlicher seien als Deutschland. Grund: Deutschlands Autobahnen hätten maximal vier Spuren pro Richtung, die in den USA acht.

        Das sind sicher alles nur Bausteine im Erklärungsversuch, aber so baut man nun mal.

        • ola schrieb am 5. Juni 2012 um 18:22 - Permalink

          Das GELABER kann ich kaum noch ertragen. Wann stoppt dich mal jemand? Bist du aufzuhalten? Oder geht da nix mehr? In Portugal und Spanien steht die bestausgebildedste Generation vor dem Nichts, die jemals aus diesen Ländern entfleucht ist. Wann endlich hört dieses dämliche Gelaber von Bildung schafft Arbeit endlich auf? Und wen interessiert eine Autobahnfurz? Es ist zum Haare raufen, echt.

          ES IST NICHT MÖGLICH 8 MILLIARDEN MENSCHEN IN EINER WISSENSGESELLSCHAFT UNTERZUBRINGEN.

          • genova68 schrieb am 5. Juni 2012 um 18:56 - Permalink

            huiuiui, ola,

            du hast ja ein ganz schönes Tempo drauf, vielleicht steigst du erstmal selbst auf die Bremse.

            • ola schrieb am 5. Juni 2012 um 19:55 - Permalink

              AAAARGHHHH! Ich kanns wirklich nimmer hören, dieses holzschnittartige Bildungsgefasel. Wir brauchen Lohngerechtigkeit, wir brauchen Anerkennung auch “minderer” Tätigkeiten, wir brauchen anständig bezahlte jobs, nicht jeder wird zum Einstein. Daran fehlt es. Kein mensch entlohnt den portugiesischen Fischer noch anstämdig, man betrachtet ihn als Scheisse unterm Schuh, so wie du eben… Und das ist es, was die Länder mit ins Unglück stürzt, dieser Bildungswahn ausgelöst von immer weiter auseinaderklaffenden Lohnniveaus und dem Abwerten von Arbeit die mit der Hand erledigt werden muss. Niemand braucht frustrierte, Taxi fahrende Dipl Ings, niemand, nicht mal du. :)))))

            • genova68 schrieb am 5. Juni 2012 um 21:41 - Permalink

              Es gibt verschiedene Perspektiven auf ein Land und auf die Krise. Das, was ich schreibe, hat Hand und Fuß und seine Berechtigung. Du wirst mit deinen ganzen Ideen nichts zustande bringen, wenn du meine Argumente nicht beachtest, lieber ola. Wenn der gut entlohnte portugiesische Fischer sich zum Fische fangen einen Sattelschlepper kauft, beispielsweise. Und wenn er so cholerisch ist wie du, dann kentert er sowieso.

              Was ist dagegen einzuwenden, dass Portugal vor zwanzig Jahren auf regenerative Energien hätte setzen sollen? Dann bräuchte der Dipl Ing nicht Taxi zu fahren.

              Ansonsten sind wir uns sicher in allem einig, ruhig Blut, mein Lieber.

            • ola schrieb am 5. Juni 2012 um 22:36 - Permalink

              Weil es Unsinn ist, jetzt zu erzählen, Portugal hätte vor 20 Jahren auf Sonnencreme setzen sollen, als ganz Deutschland dort gerade Atomkraftwerke verkaufen wollte…

              Nope, du hast von Bildung und Umbau von Universitäten gesprochen und dabei, wie so viele, übersehen, dass dies nur ein weiteres kapitalistisches Versprechen ist, das sich nicht erfüllen wird. Lern anständig, studiere und du bist dabei, darauf werden die Generationen konditioniert und werden dann genau das, vor dem wir uns alle zu Recht fürchten.

              Ich bin übrigens nicht cholerisch:)))

          • rase schrieb am 5. Juni 2012 um 20:53 - Permalink

            danke. überflüssig darf man so aber nicht sagen. aber wer früher (heute erledigt das ein roboter, besser) bleistifte sortiert hat, wird auch mit einem neuen zertifikat in der tasche morgen nicht einen anspruchsvollen job machen (können). der dorfdepp hat in unserer welt keine zukunft mehr, aber da isser trotzdem. deswegen ein grundrecht auf eine playstation, fresse halten und dann kommt auch schon der gong zu der tagesschau. in spanien ist’s wieder schlimm. besser mal nicht mucken. all die armen überflüssigen menschen, obwohl, ein bißchen konsum stehen wir ihnen zu, oder? aber wenn bildung gefordert wird, entsteht oft ein mißverständnis: es geht um fertigkeiten, verwertbarkeit, nicht um humanistische menschenbildung. die könnte man schon fordern, tun aber nicht viele.

            nicht aufregen, wie gesagt, denen in griechenland oder spanien geht es noch viel schlechter ;)

            beste grüße,
            rase

            • ola schrieb am 5. Juni 2012 um 22:40 - Permalink

              Nein, das was du unter Bildung verstehst, wird ja schon seit Jahren schärfstens bekämpft, weil ökonomisch nur über Umwege verwertbar und auch noch systemgefährdend, wegen Nachdenkgefahr.. Stichwort Blümchendiplom (oder wie werden heutzutage Geisteswissenschaften diskreditiert?) und so….

          • habeichvergessen schrieb am 6. Juni 2012 um 06:17 - Permalink

            @ola

            Das GELABER kann ich kaum noch ertragen. Wann stoppt dich mal jemand? Bist du aufzuhalten? Oder geht da nix mehr? In Portugal und Spanien steht die bestausgebildedste Generation vor dem Nichts, die jemals aus diesen Ländern entfleucht ist. Wann endlich hört dieses dämliche Gelaber von Bildung schafft Arbeit endlich auf? Und wen interessiert eine Autobahnfurz? Es ist zum Haare raufen, echt.

            ES IST NICHT MÖGLICH 8 MILLIARDEN MENSCHEN IN EINER WISSENSGESELLSCHAFT UNTERZUBRINGEN.

            Große Zustimmung. Ich weiß auch nicht, wie mit Genova68 zu verfahren ist. Auf die selbe Weise wie mit Lemmy Caution?

            ..In Portugal und Spanien steht die bestausgebildedste Generation vor dem Nichts, die jemals aus diesen Ländern entfleucht ist. ..

            Ja, Und jetzt kommt sie nach Deutschland und verschärft die heimische Arbeitsmarktsituation erheblich. (Aber ist schon klar, all die Spanier und Portugiesen schaffen pro von ihnen übernommen Job mindestens 371 neue Jobs)

            @genova68

            Wieso ist ausgerechnet Deutschland so weit vorne in Sachen regenerative Energien und nicht Portugal mit Wind, Sonne und Wasser zuhauf?

            Du kapierst hoffentlich, dass in einer durch die Globalisierung drastisch verschärften Konkurrenzsituation nicht jeder “weit vorne in Sachen regenerative Energien” sein kann?
            Wäre es Portugal, wären wir nicht so vorne, wie wir es sind.

            • schwitzig schrieb am 6. Juni 2012 um 07:24 - Permalink

              @habeichvergessen

              Aber ist schon klar, all die Spanier und Portugiesen schaffen pro von ihnen übernommen Job mindestens 371 neue Jobs

              Ja, das ist tatsächlich genau das, was die von der Leyen kolportiert. So eine Art Job-Trickle-down-Effekt.
              Das meint die ernst!

            • WoodyEllen schrieb am 6. Juni 2012 um 15:32 - Permalink

              Zumindest was den Einsatz der Windkraft angeht ist Portugal gar nicht weit weg von uns.

              Portugal setzt auf Windenergie

              Ich weiß nicht, wie es sich seit 2007 entwickelt hat. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass dort auf halbem Wege aufgehört wurde.

              Beste Grüße
              WoodyEllen

            • genova68 schrieb am 11. Juni 2012 um 14:01 - Permalink

              Danke für den Artikel über Windkraft in Portugal. Das Entscheidende ist das, was dort zum Schluss angesprochen wird: Portugal kann mittlerweile offenbar die Windräder selbst produzieren, darum ging es mir ja. Da hätte ich dann gerne genauere Zahlen, um das beurteilen zu können. Wird diese Technik auch exportiert?

              ola,
              was meinst du mit Sonnencreme? Die Nutzung von Sonnenkraft? Dann schreib das doch bitte, Kommunikation in Foren ist schwierig genug. Und warum hätte Portugal nicht auf regenerative Energien setzen sollen? Weil Deutschland Portugal ein AKW anbot? Hä?

              Versuch doch einfach mal, verständlich und ausführlich zu schreiben. Gerade jemand, der offenbar über so viel Wissen und Durchblick verfügt wie du, sollte uns daran teilhaben lassen.

              Das, was du über Bildung schreibst, ist natürlich nicht falsch, aber eben eine spezielle Perspektive, die nicht die einzige sein sollte. Man kann ja, gerade auf einem keynesianischen Blog wie hier, schon mal versuchen, systemimmanent zu argumentieren. Bildung, Innovation, Erfindungsgeist etc. schadet nicht, sondern nutzt, unabhängig vom System. Dass dann Schlaumeier wie du mit der großen Sense kommen, muss man einkalkulieren.

              habeichvergessen,
              wenn du schon darüber räsonnierst, wie mit mir “zu verfahren” ist, dann beschwere dich bitte nicht darüber, dass ich mich mit dir nicht unterhalten möchte.

        • OAlexander schrieb am 5. Juni 2012 um 22:49 - Permalink

          @ genova68

          Die Zeit schrieb …

          Ich zitiere mal aus dem Artikel:

          Die Regierungen der neunziger Jahre haben es verpasst, hochwertige und damit besser bezahlte Arbeitsplätze zu schaffen.

          Um Gottes Willen!!! Ich habe immer geglaubt der Staat soll sich aus sowas raushalten: nicht der Staat soll Arbeitsplätze schaffen, sondern der Markt macht das schon. Aber ich sehe schon, hier nutzt man die Gelegenheit gerne, einer leicht linkischen Regierung Vorhaltungen zu machen. Die Konrad-Adenauer-Stiftung gehört ja zu den im Artikel laut gehörten.

    12. susi bibelmaus schrieb am 5. Juni 2012 um 16:30 - Permalink

      Schon vor dem Hintergrund meines bewusst gewählten Nicknamens her sehe ich die Dinge mit ganz anderen Augen. Hab ja hier schon zu dem einen oder anderen Eurothema geschrieben und wurde einige Male wegen allzu entrückten Inhaltes von Spiegelfechter auch schon gelöscht. Erinnert euch an die lebhaften Diskussionen hier, die seit zwei Jahren andauern. Zu Beginn, wie auch jetzt, das selbe Suchen nach Erklärungen- nach Rezepten- Vorschlägen- Konzeptionen … und was weiß ich noch alles. Die klügsten Köpfe, nicht nur in der Arbeit als politischer Blogger, rammen sich seit diesen Jahren die Köpfe heiß um der Lage Herr zu werden. Und widererwartend aller Vernunft… geschieht in Europa genau das Gegenteil von dem, was der menschliche Intellekt erwarten würde.
      .
      Erst, zu eurer Erinnerung, … erst mussten in diesen Jahren die unleidlich dreistelligen wirren Buchstabenfolgen wie EFSF- ESM- EZB- abc und etc… etabliert werden um so viel an Kohle aus den kaputtzusparenden Staaten heraus zu pressen und die Bevölkerungen verarmen zu lassen wie nur irgend möglich. Jetzt, da an dreistelligen Buchstabenfolgen für den unbeschränkten Geldzugriff alles bewilligt und eingerichtet wurde, soll unter dem Vorwand der wirtschaftlichen Wiederbelebung so erst kaputt gemachter Staaten nun statt dem „Sparprogramm der EU“ das „Konjunkturprogramm der EU“ die letzten Milliarden aus Volk und Vermögen herauspressen um sie genau dahin zu transferieren, wo die okkulten dreistelligen Buchstabenkonstrukte exakt dafür gesetzt wurden.
      .
      .
      Es bringt nichts den gesunden Menschenverstand für ein von vorn herein gewolltes Europa zu bemühen, dass die Souveränität seiner Mitgliedsstaaten an sich reißt und statt Wohlstand- Glück und Frieden – Armut, Leid und Knechtschaft bringt.
      .
      susi

      • K.S. schrieb am 5. Juni 2012 um 19:45 - Permalink

        Hallo Bibelmaus,
        ich sehe das ähnlich wie Sie. Die klügsten Köpfe, die einem nicht neoliberalen Lager entstammen, wurden leider nicht gehört. Hätte Merkel etc. auf diese Leute gehört (Jens beschreibt die Hilfen) hätten wir dieses ganze EU-Drama nicht.

        Es geht tatsächlich um die Wiedereinführung des Feudalismus in der Welt. Oben die Reichen – unten die nicht mehr denken könnenden, ungebildeten Menschen, die auf Tierniveau gehaltenen Arbeits- und Militärsklaven.

        Das Himmelreich, so denkt diese Elite, ist nicht für alle da. So erzählen sie den armen, nicht mehr denkenden Menschen, weil Bildung zu teuer, sie fänden das Himmelreich im Himmel und sollen Gott geben, was Gottes ist und dem Staat, was des Staates ist. Die Zwei-Reiche-Lehre des Martin Luther.
        Da die kath. Kirche ähnlich argumentiert und selber feudalisitisch ist, guckt das Volk, das bisher von Aufklärung und Demokratisierung profitiert und sich intellektuell sehr weit entwickelt hat und Fragen stellt, in nächster Zukunft in die Röhre.

        Es wird nicht mehr gebildet, Gesundheitskosten werden auf ein Minimum reduziert. Der Mensch soll zum “sündigen” Tier werden. Bei allgemeiner Armut und Hunger werden Überlebenskämpfe stattfinden und die Kirchen tun das, was sie immer machten, den Himmel in den Himmel schicken statt ihn auf die Erde zu allen Menschen kommen zu lassen.

      • Mercury schrieb am 5. Juni 2012 um 22:51 - Permalink

        Bin zwar mit Leib und Seele Atheist, aber das ist ja mal sehr treffend beschrieben/erkannt. Das Problem ist, dass man manchmal einen Schritt Distanz benötigt um die Hintergründe zu erkennen.

        Das die EU immer weiter die Macht an sich reisst, und wir alle immer weiter normiert werden macht mir wirklich Angst. Ich fürchte man kann diese Entwicklung nicht aufhalten. Einzig die Hoffnung bleibt, dass der Laden ausser Kontrolle gerät und zusammenbricht.

        Allein mich wunderts, warum nirgendwo (ich hatte es mal hier irgendwo gepostet) auf die laufende Petition gegen den EFSM hingewiesen wird. Das wäre doch mal ein demokratischer Akt um dagegenzuhalten

        • Sergio schrieb am 6. Juni 2012 um 06:25 - Permalink

          Sowas finden sie in diesem neosozialistischen Blog nicht. Schauen sie doch mal die Kommentare an.

    13. Ariane schrieb am 5. Juni 2012 um 16:53 - Permalink

      Tjoa was soll man da noch groß kommentieren. Die ganze irrwitzige Krisenpolitik wirkt auf mich, als wenn man mit einem Auto mit Karacho gegen die Wand fährt und statt beim nächsten Mal drumrum zu fahren, drückt man lieber nochmal ordentlich aufs Gas.
      In zwei Monaten heißt es dann “Italien und die Brandstifter”, wenns überhaupt so weitergeht und der ganze Laden bis dahin noch nicht zusammengeklappt ist. Dann heißt es nämlich bestimmt, wenn Griechenland und Spanien nur mehr gespart hätten, wäre das ganze ja nicht passiert.

    14. K.S. schrieb am 5. Juni 2012 um 16:57 - Permalink

      Ja, Merkel ist die Brandstifterin!

      Da frage ich mich, wie diese Brandstifterin, die willkürlich im vollen Bewußtsein ihrer geistigen Kraft, bei einem derartigen Zustand in der EU weiterhin zu einem Nein zu Eurobonds, Eingriff der EZB etc. stehen kann.

      Das können nur zwei Möglichkeiten sein: Sie ist bei vollem Bewusstsein hat aber keine Ahnung und reizt ihre Machtmöglichkeiten als deutsche Kanzlerin aus.
      Oder: Sie hat eine leichte Ahnung und wird von anderer Seite dirigiert gerade so zu handeln und zu reden wie sie es tut, damit Europa brennt und aus der Asche alle geretten EU-Staaten unter den sog. Rettungsschirm kommen und somit zu Vasallenstaten der EU verkommen.

      Die Hauptstaaten werden natürlich Deutschland, Frankreich und England sein.
      Alle anderen Länder werden nur gebraucht, um Ja Stimmen in der EU-Kommission und freie Durchfahrt durch die betroffenen Länder zu bekommen.
      So ähnlich las ich das letztes Jahr auf http://www.imi-online.de über die Militarisierung Europas und/oder wie Europa als Wirtschaftsmacht umgebaut werden soll. Für Interessierte dieses Blog sehr zu empfehlen.

      Es kommt also auf die Führungen dieser betroffenen Länder an, sich zu unterwerfen oder dieses Scheissschpiel zu durchschauen und in Geschlossenheit Merkel, der EZB und dem IWF konsequent ein NEIN entgegen zu setzen.

      Zudem ist das Verhalten Merkels, der EZB und des IWF ganz im Sinne der Militärstrategie der NATO, der Europäischen Einsatztruppen und der Bundeswehr, die jetzt – nach de Maizière einer Neuausrichtung unterliegt, vorher Transformation genannt, die schlicht heisst: zerschlagen – aufbauen – dirigieren.

      Mit diesem Vorgehen wäre ganz Europa neoliberalisiert und ein auferstandener Feudalismus feiert fröhliche Urständ.

      Ich frage mich nur, und da freue ich mich, dass ich das in diesem Blog fragen darf ohne gelöscht zu werden: War für diese Zerschlagung, den “Dolchstoß” den europaischen Demokratien zu versetzen, Merkel mit ihrer Diktatur-Biografie, ihrer Ausbildung in Agitation und Propaganda, ihre Vorliebe für Katharina die Große und ihr eigner Machtwunsch gerade die einzig Richtige und ist sie darum so gefördert worden, um dieses zu tun, weil andere mit einer anderen Biografie Bedenken hätten haben können ?

    15. R_Winter schrieb am 5. Juni 2012 um 17:57 - Permalink

      Warum handelt Merkel bzgl. Spanien so? Die 10 wichtigsten Regierungen dieser Welt denken anders als Merkel. Hat diese Frau Dreck am Stecken, den wir nicht kennen?
      In der fr-online vom 5.6.2012:
      http://www.fr-online.de/schuldenkrise/kommentar-zur-euro-krise-schimpfe-fuer-den–musterknaben-deutschland,1471908,16305958.html

      ………….Was todsicher Italien in die gleiche missliche Lage wie Spanien bringen wird. So endet die Krise nie! Wie viel Bashing braucht es, bis Kanzlerin Merkel das versteht?……

      • Karla schrieb am 5. Juni 2012 um 20:04 - Permalink

        Warum handelt Merkel bzgl. Spanien so?

        Ich denke, sie handelt deshalb so, weil es so am besten ins Gesamtkonzept passt. Spanien wäre eigentlich der Präzedenzfall, wo jedem dämmern könnte, dass das Mantra der Staatsschuldenkrise und des Sparens so nicht stimmen kann. Noch vor wenigen Wochen wurde Spanien für seine “Reformbemühungen” in den deutschen Medien explizit gelobt, als positives Beispiel im Kontrast zu den verstockten Griechen. Jetzt muss Merkel, notfalls wider besseren Wissens, die eingeschlagene Richtung beibehalten, denn würde erst mal das Zweifeln & Nachdenken einsetzen, wer weiß, was dann noch alles dabei rauskommt. Das ist wie bei einer vergleichsweise harmlosen Lüge: wenn man nicht zugeben kann oder will, dass man gelogen (oder geirrt) hat, muss man immer so weitermachen, bis die Lüge irgendwann nicht mehr harmlos ist.

      • Barnockel schrieb am 5. Juni 2012 um 23:38 - Permalink

        R_Winter

        Kein Avatar, ist das der echte?

        Die 10 wichtigsten Regierungen dieser Welt denken anders als Merkel.

        Ach was. Das ist im wesentlichen ein guter-Polizist-böser-Polizist-Spiel. So kann man den 99% noch etwas leichter das Fell über die Ohren ziehen. Und in Deutschland grölen die Massen in ihrem Wirtschaftsnationalismus auch noch feist und fröhlich mit. Praktisch, da hat man dann sogar Schuldige aus den 99% (was offenbar nicht völlig falsch ist), falls etwas mit der Häutung der Beute nicht ganz so glatt gehen sollte.

    16. Cheops schrieb am 5. Juni 2012 um 20:06 - Permalink

      Wer wirklich eine Schuld an der großen Krise sucht, der kann sie bei den Politikern finden, die ohne Not die nationalen Währungen abgeschafft und die finanziellen Probleme einzelner Länder durch die Knebelverträge des Euro auf ganz Europa verbreitet wurden!

    17. Am_Rande schrieb am 5. Juni 2012 um 20:39 - Permalink

      Mal wieder ein Text von Herrn Berger, der zeigt, wieviel „Linke“ von der Malaise und der Tragik des Euros verstanden haben.
      Das beginnt mit solchen Aussagen, wie

      Die spanische Krise kann als Musterbeispiel für das Versagen Europas gelten. Sehenden Auges haben Brüssel und Berlin eine bis vor kurzem noch grundsolide Volkswirtschaft mit ihrer aufgezwungenen Austeritätspolitik ruiniert.

      und

      Ein Teil des Wirtschaftswachstums war sprichwörtlich auf Sand gebaut.
      [...] Die spanische Immobilienblase wäre auch ohne die Finanzkrise geplatzt. [...] Es waren auch nicht Kreditausfälle oder Bankenrettungspakete, sondern die Krise auf dem Bausektor, der damals rund ein Viertel der Wirtschaftskraft ausmachte, die die spanische Volkswirtschaft in Schieflage brachte.

      Also eine “grundsolide” Volkswirtschaft, die “zu einem Viertel auf Sand aufgebaut” war/ist?
      Und dass ein zusammenbrechender Bausektor – Stichwort: Baufinanzierung – einen Rückschlag auf das Bankgewerbe auslöst?

      Experten schätzen, dass der spanische Staat insgesamt zwischen 50 und 100 Mrd. Euro in seine maroden Banken stecken muss. Dies ist sehr viel Geld, aber selbst in einem pessimistischen Szenario entspräche die Summe „nur“ 10% des spanischen Bruttoinlandprodukts […]

      Alles immer noch grundsolide…
      Als dann

      In den Jahren 2008 und 2009 die Konjunktur [kippte] und die sozialdemokratische Regierung Zapatero [...] mit aller Kraft gegen die Krise an[steuerte]. Mit insgesamt vier großangelegten Konjunkturprogrammen konnte man die schlimmsten Folgen der Wirtschaftskrise abwenden […]

      als dann wegen der Konjunkturprogramme

      [...] Spanien 2008 ein Haushaltsdefizit von 4,5% verbuchte und die Zahlen für 2009 ein noch größeres Defizit vorhersagten, leitete Brüssel gegen Spanien ein Defizitverfahren ein und ermahnte die sozialdemokratische Regierung, die Konjunkturprogramme einzustellen und stattdessen den Staatshaushalt durch eine Austeritätspolitik zu „sanieren“

      Ja, die pöhse, pöhse EU-Kommission.
      Hält sich an geltende Verträge…:

      Die EU-Mitgliedstaaten haben sich 1992 durch den Vertrag von Maastricht gegenseitig erstmals zu den EU-Konvergenzkriterien (zumeist Maastricht-Kriterien genannt) verpflichtet. […] Im Einzelnen handelt es sich dabei um folgende Kriterien: […]
      Das jährliche Haushaltsdefizit darf nicht mehr als 3 % des Bruttoinlandsprodukts betragen.

      [Quelle: Wikipedia]
      Aber mit dem Spruch „Pacta sunt servanda“ darf man es als „Linker“ eben nicht zu genau nehmen.

      Pacta sunt servanda (wörtlich: „Verträge sind einzuhalten“) ist das Prinzip der Vertragstreue im öffentlichen und privaten Recht. Es handelt sich um den wichtigsten (sic!) Grundsatz des öffentlichen ebenso wie des privaten Vertragsrechts.

      [Quelle: Wikipedia]
      Das zeigt ja auch die vorgeschlagene „Lösung“ des Problems:

      Dabei wäre ein Ende dieses Teufelskreises relativ einfach zu erreichen. Man könnte beispielsweise der EZB „gestatten“, die spanischen Banken direkt und ohne den Umweg über die Madrider Regierung zu rekapitalisieren.

      Ja, wäre da nicht Artikel 125 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union:

      (1) […] Ein Mitgliedstaat haftet nicht für die Verbindlichkeiten […] sonstiger Einrichtungen des öffentlichen Rechts oder öffentlicher Unternehmen eines anderen Mitgliedstaats und tritt nicht für derartige Verbindlichkeiten ein; dies gilt unbeschadet der gegenseitigen finanziellen Garantien für die gemeinsame Durchführung eines bestimmten Vorhabens.

      Tja, Pacta sunt servanda.

      • schwitzig schrieb am 5. Juni 2012 um 20:49 - Permalink

        @Am Rande

        Pacta sunt servanda

        Bildungsniveau-Simulation?

      • Jonas schrieb am 5. Juni 2012 um 20:53 - Permalink

        Gibt es außer einzeiligem Linken-Bashing noch irgendwelche sinnvollen Argumente?

      • aquadraht schrieb am 5. Juni 2012 um 21:10 - Permalink

        Ah, ein rechter Spinner. Woher kommt der gekrochen?

        Mal wieder ein Text von Herrn Berger, der zeigt, wieviel „Linke“ von der Malaise und der Tragik des Euros verstanden haben.

        Ahso, die “Tragik des Euros”, ich schmeiss mich weg.

        als dann wegen der Konjunkturprogramme ” [...] Spanien 2008 ein Haushaltsdefizit von 4,5% verbuchte ..”
        Ja, die pöhse, pöhse EU-Kommission.
        Hält sich an geltende Verträge…:

        Wobei dann einige gleicher sind als die Anderen, die BRD musste sich an die Verträge nicht halten, als eine der ersten.

        Deine Dummheiten sind nicht mal originell. Vermutlich hast Du den idiotischen Schinken von Sarrazin gelesen.

        a^2

        • Am_Rande schrieb am 5. Juni 2012 um 21:19 - Permalink

          Sehen Sie, das ist genau die ‘linke’ “Argumentation” –
          Warum soll A sich an Verträge halten, wenn B es auch nicht tut?
          “Vertragstreue” ist so ein altmodisches Wort…

          • schwitzig schrieb am 5. Juni 2012 um 21:58 - Permalink

            @Am_Rande

            Warum soll A sich an Verträge halten, wenn B es auch nicht tut?

            Ja genau. Erkläre uns das mal.

            • Am_Rande schrieb am 5. Juni 2012 um 22:04 - Permalink

              Das kann ich nicht. Ich weiß, dass ich Ihnen und ihresgleichen nicht die Grundbegriffe von Rechtsstaatlichkeit beibringen kann.

            • schwitzig schrieb am 5. Juni 2012 um 22:31 - Permalink

              @Am_Rande
              Gut. Du kannst also nicht erklären, warum sich A an Verträge halten soll, wenn es B nicht tut.
              Übrigens hast Du selbst bei diesem Satz versagt, denn chronologisch wäre er so richtig gewesen: Warum soll sich B (Spanien) an Verträge halten, wenn es A (Deutschland) nicht tut.

            • salvo schrieb am 6. Juni 2012 um 10:22 - Permalink

              @schwitzig

              das sich der Starke nicht am ‘Recht’ zu halten braucht, das eigens dazu formuliert wurde, um den Schwachen in Ketten zu legen, ist das Wesen des bürgerlichen Rechts. Es war das erste Bedürfnis der weißen Eroberer Amerikas zB, nachdem sie den Ureinwohnern das Land gestohlen hatten, diesen Raub zu legalisieren, eben durch das abstrakte Recht, das ihnen den privaten Besitz an dem gestohlenen Gut sicherte. Der Schwache hat sich somit an das Recht zu halten, den Diebstahl zu akzeptieren und der Versuch, etwas an Eigentumserhältnissen zu ändern, wird zum Unrecht.

            • schwitzig schrieb am 6. Juni 2012 um 10:54 - Permalink

              @salvo
              Ja, da hast Du nun “Am_Rande” mal wieder auf die Sprünge geholfen. Wahrscheinlich spart er sich eine Erklärung, weil seine Art der Vertragstreue nicht dem Weltbild entspricht, das für das gemeine Volk transportiert werden soll.

          • HHarlekin schrieb am 6. Juni 2012 um 16:54 - Permalink

            Das mit dem “pacta sunt servanda” stellen sich Merkel und “am Rande” so vor, daß Verträge einzuhalten sind. Soweit stimmts ja auch. Normalerweise.
            Was aber, wenn sich ein Vertragspartner nicht an den Vertrag halten kann, weil die Vertragsbedingungen ihm derart die Luft abschnüren, daß er in Gefahr ist, durch die Vertragsregelungen bedingt, das Ende der Vertragslaufzeit garnicht mehr zu erleben? Merkel, “am Rande” und ihresgleichen sagen dann ja immer noch: “pacta sunt servanda”, die Menschen interessieren sie nicht die Bohne, aber das ist ja nichts Neues … ;-)

            Offensichtlich sittenwidrige Verträge sind rechtswidrig, bzw. können auf juristischem Wege für nichtig erklärt werden. Was ist mit Verträgen, deren Unterschriften darunter vom stärksten Partner offensichtlich erpresst wurden?
            Ob “am Rande” auch hierfür eine schlaue Idee hat? Oh, ich vergaß, er ist bekennender Vulgär…äh … Wirtschafts-Liberaler, und geht als solcher davon aus, daß ja die Unterschrift freiwillig geleistet wurde, was er ja nicht hätte tun müssen (haha, :-D … ich verweise auf meinen vorigen Satz mit dem Hinweis auf Erpressung, im Geschäftsleben ja nicht unbedingt ein völlig unbekanntes Phänomen, nicht wahr?)), also folgt für ihn daraus “pacta sunt servanda”, koste es, was und wen es wolle … ;-)

            Auf den “Wegfall der Geschäftsgrundlage” hat ja “name” dankenswerter Weise schon hingewiesen.
            Vertragsrecht kann sooo bunt sein … ;-)

            Grüße

            • Am_Rande schrieb am 6. Juni 2012 um 22:27 - Permalink

              @schwitzig
              @salvo
              @HHarlekin
              Ich hatte ja schon geschrieben, dass ich weiß, dass ich Ihnen und Ihresgleichen nicht die Grundbegriffe von Rechtsstaatlichkeit beibringen kann. Und natürlich sehe ich mich bestätigt.
              Dass Sie nun davon fabulieren müssen, dass Griechenland und Spanien und all die anderen Staaten, die in dieser Krise noch folgen werden, gezwungen gewesen wären, dem Euro beizutreten, ist doch einfach nur lächerlich. Und dass der Stabilitäts- und Wachstumspakt an sich sittenwidrig wäre, ist hanebüchen.
              Dass die Politiker dieser Staaten nicht begriffen hatten, worauf sie sich einlassen – geschenkt…
              Dass Politiker von wirtschaftlichen Dingen keine Ahnung haben –bitte…
              Aber:
              Dummheit schützt vor Strafe nicht – denken Sie einmal darüber nach.
              Dass Sie hingegen die Grundsätze der Vertragstreue und ja, des Rechtsstaates vergessen machen wollen, um ein paneuropäisch-etatistisch-megalomanisches Politikprojekt vor dem unweigerlichen Zusammenbruch zu retten, ist, wie die Geschichte bewiesen hat, geradezu der Wesenskern linker Weltanschauung – Macht bricht Recht! Und damit sind Sie es zufrieden…
              Ja, mir als Liberalem fällt das auf; Ihnen als Vertretern einer antiliberalen Geisteshaltung kann es wahrscheinlich gar nicht auffallen.

      • name schrieb am 6. Juni 2012 um 16:22 - Permalink

        Selbst das deutsche bürgerliche Recht, kennt mit der WGG, dem Wegfall der Geschäftsgrundlage, ein bürgerliches Rechtsinstitut, welches eingegangene Verträge löst und neu anpasst. Eine ewige Vertragsbindung im pacta sunt servanda kennt nämlich nicht einmal die bürgerliche Rechtswissenschaft im originären Kapitalismus.

    18. Yukionna schrieb am 5. Juni 2012 um 20:51 - Permalink

      Schuldenschnitt Basta!
      Zinsen alla Raiting-Agenturen Basta!
      Angemessene Steuerpolitik Basta!
      Steuern wurden hier schon reichhalitg angesprochen.(Zins auch)
      Des verschiebt das System nur, aber auf eine lange,lange Zeit.
      Und man wächst ja auch noch.

      Und irgendwann, sind die Meschen auch intelligent.

    19. OAlexander schrieb am 5. Juni 2012 um 22:14 - Permalink

      Auch wenn “Lemmy Caution” – nach eigener Aussage, der ich nicht unbedingt widersprechen will, alleine schon aus Höflichkeit – nur mäßig intelligent, ist muss festgestellt werden, dass seine Aussage, der spanische Bausektor sei 25% anstatt von üblichen 8% – wo auch immer die üblich sind – notabel ist.

      Nach dem Jens seim Artikel gibt es in Spanien derzeit rund 800.000 – 0,8 Millionen – leere Wohnungen bei einer Bevölkerung von rund 45 Millionen.

      Theoretisch müsste man also irgendwie erwarten, das das BSP den hyperaktiven Bausektor runterfährt und daher um, sagen wir mal 25% minus 8% schrumpft, was runde 15% sind. Da haben wir also mal ein grundlegendes Problem, wenn wir nicht rasch Ersatzindustrien in entsprechender Größenordnung aufbauen können.

      Wir wissen, wie der Staatsbankrott von Ländern mit eigener Währung abgewendet werden kann. Wenn wir auch mal feststellen, dass “Währung” als solches kein Selbstzweck ist, und dann auch feststellen dass der Euro Spaniens, Griechenlands und auch Deutschlands eigene Währung ist müssen wir auch irgendwie anerkennen, dass diese nicht nur zum “Wohl” einer Nation verwendet werden darf. Da muss man diese Währung also auch dazu einsetzen notleidende Familienmitglieder vor dem Totalabsturz zu bewahren: da muss man dann eben auch einmal drucken – auch wenn das dem Deutschen Sparer™ möglicherweise ein wenig salzig auf die Zunge kommt.

      Jenses Satz

      Man könnte beispielsweise der EZB „gestatten“, die spanischen Banken direkt und ohne den Umweg über die Madrider Regierung zu rekapitalisieren.

      bedeutet bspw. nichts wesentlich anderes.

      Aus Deutscher Sicht müssen wir feststellen, dass rund 50% aller deutschen Exporte in die Eurozone abgehen. Beim ungebremst fortschreitenden Kollabierungsprozess der Eurozoneländer stehen also Deutscher Sparer™ und Exportmichel™ in direktem Wettbewerb. Am Ende sind immer beide tot.

      Im Zusammenhang stelle ich auch fest, dass es problematisch wird, wenn sich im Zusammenhang mit den fortschreitenden Ereignissen der Deutsche nicht mehr die dominikanische Republik als Urlaubsland leisten kann, dann wird es problematisch, denn in Südeuropa wird der Deutsche nicht mehr sehr beliebt sein. Kreta ist heute schon so problematisch wie im September 1944, bei Rimini und Costa Brava wird es bald genauso ausschauen. Die deutschen Urlaubsziele werden also auf Berchtesgadner Land und Wolfgangsee limitiert sein, weil es ansonsten zu heiß wird.

      In den vom deutschen Sparwahn nichtbetroffenen Ländern geniest man als Deutscher durchaus noch Respekt, weil die neoliberale Propaganda global noch relativ positiv für Deutschland ist – was sich allerdings scharf ändern wird sobald der angelsächsische Kulturkreis durch den Kollaps der Eurozone gebeutelt werden.

      Vor einigen Tagen sah sich ein mir generell freundlich zugeneigter Franzose genötigt, mir mit frostigen Blick zu versichern “Wir haben Atomwaffen, Deutschland nicht!” Ich glaube, er war von seiner Feststellung mehr überrascht als ich. Nur, so denke ich, war das durchaus ein deutlicher Hinweis darauf, dass Merkel den Bogen wohl überspannt hat.

      • schwitzig schrieb am 5. Juni 2012 um 22:35 - Permalink

        @oAlexander

        Die deutschen Urlaubsziele werden also auf Berchtesgadner Land und Wolfgangsee limitiert sein, weil es ansonsten zu heiß wird.

        Wie schön. Diesmal brauchen wir also noch nicht einmal mehr eine Mauer.
        Ansonsten: Soweit ich weiß, landen 40% unseres Exportes in EU-Ländern. Das macht es allerdings auch nicht besser, da unsere anderen Hauptabnehmer wie z.B. die USA auch kriseln und vor sich hin austerieren.

        • OAlexander schrieb am 5. Juni 2012 um 23:08 - Permalink

          @ schwitzig
          40% der Exporte in die Eurozone scheint richtig zu sein.

          Ansonsten, Länder wie die USA und Großbritannien austerieren nicht, zumindest nicht ausschließlich, sondern arbeiten auch hart an der Druckerpresse. Die USA bspw. bereiten derzeit gerade QE3 vor, was für Quantitative Easing 3 steht. Quantitative Easing ist dabei der Fachausdruck für wenn einer in der Fabrik rüberbrüllt “Hey Joe, 50 Millionen mehr Ries 100 Dollar Noten brauchen wir bis Freitag! Haben wir genügend grüne Farbe?”

          • ola schrieb am 5. Juni 2012 um 23:31 - Permalink

            EU 15 40% / EU 27 60%

          • schwitzig schrieb am 6. Juni 2012 um 06:15 - Permalink

            @OAlexander

            Ansonsten, Länder wie die USA und Großbritannien austerieren nicht, zumindest nicht ausschließlich, sondern arbeiten auch hart an der Druckerpresse.

            Ja, da hast Du Recht, allerdings hat die USA soweit ich weiß doch immer noch paradoxerweise dieses “Sparpaket” was z.B. zu dem Aufstand in Wisconsin geführt hat. Zahlen zu der Exportentwicklung in die USA von 2008 bis 2012 habe ich auf die Schnelle nicht gefunden, aber vielleicht ist hier ja jemand versierter darin, diese Informationen zu finden?
            Ich würde zumindest denken, dass die Sparbemühungen von Ländern wie Californien, Wisconsin etc. dazu führen, dass Importe wenn irgendwie möglich vermieden werden.

            • CheckervonBeruf schrieb am 6. Juni 2012 um 07:04 - Permalink

              Die USA drücken ihre Sparziele an die Länder und Kommunen durch, wenn die dann am Fliegenfänger hängen, werden die notdürftigsten Löcher mit Bundeshilfen geflickt (der amerikanische Finanzausgleich), aber bis dahin pressen die wirklich aus was geht, daher gibts dann Städtchen ohne Cops und einer halben Feuerwehr, keine Politessen usw.
              Da ist also nicht viel mit Druckerpresse und schuldenfinanzierten Konjunkturpaketen, so darf man QE nicht verstehen! Die drucken wirklich nur Geld, um das Ponzisystem grad so am Laufen zu halten.

              Daran sieht man aber auch, dass Angie in Europa noch viel Downside-Potenzial hat… :-(

        • ola schrieb am 5. Juni 2012 um 23:26 - Permalink

          es sind fast 60%. Sag ich jetzt einfach mal so, weil ohnehin jeder rechnet wie er will. Aber da auch der Rest der Welt nicht mehr sonderlich willig ist, sich für den deutschen Wohlstand zu verschulden, um sich dann auch noch dämlich anpampen zu lassen (keine geschickte Kundenbindung…), spielt es eigentlich keine große Rolle, ob Spanien die Daimler nicht mehr kauft oder Brasilien…

          Bald hat es sich ausgemerkelt und die Linken sind schuld daran. ihr werdet sehen, es wird schon fleissig daran gestrickt, aus den letzten 30 Jahren keynesanische zu machen…

    20. Michel von der Saar schrieb am 6. Juni 2012 um 01:43 - Permalink

      Ich muss mich immer wieder wundern, wie energisch man doch die Politiker beschimpft und ihnen unterstellt, sie hätten auch nur die geringste Befugnis im politisch-wirtschaftlichen Handeln.

      Wann begreift der geneigte Forist endlich, dass das Kapital die Fäden zieht, dass Politiker nichts weiter wie Lobbyisten sind, die ihren Herren dienen.

      Politik ist nicht frei, Politik ist nicht autark. Man darf mir “Polemik” vorwerfen, es tangiert mich nicht. Die Reichen entscheiden über Wohl und Wehe, gestern, heute und auch morgen.

      Glaubt wirklich jemand an unabhängiges Handeln der politischen Führungsspitze? Ein Treppenwitz der Geschichte.

      Politiker sind die Hau Drauf Püppchen, die Prellböcke für ein lobotomiertes Volk. Sie verschleiern vortrefflich den Blick hinter die Kulissen, vernebeln den Pfad zu denen, die wirklich am Steuer sitzen und sämtlichen Reichtum umverteilen, bis zum kalten Reset, aka Krieg.

      Man bringt doch gerade wieder die Völker Europas vortrefflich gegeneinander in Stellung, die Stunde Null rückt näher.

      • R_Winter schrieb am 6. Juni 2012 um 06:45 - Permalink

        Da hast Du mit Deinen Aussagen recht und Du läufst damit offene Türen ein.

      • Barnockel schrieb am 6. Juni 2012 um 22:42 - Permalink

        Die Reichen entscheiden über Wohl und Wehe, gestern, heute und auch morgen.

        Und genau deshalb müssen diese weitgehend enteignet werden, wenn sich etwas bessern soll. Auch wenn das viele nicht wahr haben wollen werden: die Sozialsysteme der westlichen Länder waren/sind im wesentlichen der Existenz der kommunistischen Staaten (in denen zu Beginn kräftigst [vielleicht etwas zu viel] enteignet wurde) geschuldet: In letzteren hatte man der Bevölkerung einen materiellen Mindeststandard zugebilligt, den der Geldadel im Westen zähneknirschend übertreffen musste, wenn man die Systemkonkurrenz nicht verlieren wollte. Parallel zum Niedergang des Ostblocks ab den 70ern wurden dann im Westen die sozialen Errungenschaften Stück für Stück geschleift.

    21. Sergio schrieb am 6. Juni 2012 um 06:35 - Permalink

      Einer der schlechtesten…nein…DER schlechteste Artikel den ich je über die Eurokrise gelesen habe.

      • R_Winter schrieb am 6. Juni 2012 um 06:40 - Permalink

        Der Artikel muss Dich ja fürchterlich getroffen haben – also stimmt alles, was Jens Berger geschrieben hat.

        • Sergio schrieb am 7. Juni 2012 um 07:54 - Permalink

          Moinsen,

          na, das ist aber ein bisschen zuviel der Ehr für mich. Ich als Kontraindikator… :)

          Mal im Ernst. Wir beide wissen doch wie dieser Artikel zustandegekommen ist: Aufhänger “Merkel ist die Brandstifterin”. Dann sucht man sich ein bestimmtes Themanfeld aus und strickt sich eine Geschichte zusammen, gefüllt von Halbwahrheiten und ideologischen hohlen Frassen, in diesem Fall Spanien. Kostprobe:

          “Es gibt somit keine rationale (ökonomisch fundierte) Erklärung dafür, warum ausgerechnet Spanien kein großes Vertrauen an den Finanzmärkten genießt”.

          Da hat also Jens Berge gaaaanz lange nachgedacht, und ihm ist keine “ökonomisch fundierte” Erklärung eingefallen. Ich denke in diesem Fall liegt es an der mangelden Scharfsicht bzw an den ideologischen Scheuklappen des Beobachters. Er schreibt zwar dass es da einen “grundlegenden Konstruktionsfehler” im Euro gäbe, bleibt aber eine genauren Erklärung schuldig. Warum auch, der Sündenbock…ähhhh….die Brandstifterin steht ja schon fest.

          An dem ökonomischen Sachverstand von Jens Berger darf ja gezweifelt werden. Man kann ja wunderbar seine Meinungsentwicklung in Sachen Ökonomie an seinen diversen Artikeln nachvollziehen. Er war ja gradezu begeistert von der “Modern Monetary Theory” (quasi eine Scientology-Sekte der Wirtschaftswissenschaften). Oder seine Meinung über das Phänomen der Inflation. Gibt es garnicht! Ist doch nur ein Schreckgespenst der Vergangenheit, so verkündet Jens Berger seinen treuen Lesern. Und das man auf Staatsschulden Zinsen zahlen muss, die nun viel zu hoch sind, darin sind die “Neoliberalen” schuld.

          Man muss ihm aber zu Gute halten, dass er von vielen seiner damaligen Standpunkten abgerückt ist. So ist Inflation schon möglich, wenn Geld gedruckt wird, und das die Kapitalgeber höhere Zinsen für das verliehene Kapital haben wollen, dafür äussert er sogar Verständnis. Da hat ein Lernprozess stattgefunden. Der Mann lernt dazu. Er ist in der Findungsphase. Gut so.

          Nur bei einer Sache ist er hängengeblieben. BeimThema EZB.
          Die EZB solle doch bitte endlich das Geld drucken, was die Griechen gestern, jetzt die Spanier, morgen vielleicht die Italiner oder sogar die Franzosen brauchen. Dann ist doch, so die Lesart von Jens Berger und seinen hiesigen Hobbyökonomen “… endlich Ruhe im Kartoon.”
          Nun druckt die EZB ja schon ganz fleissig das gewünschte bedruckte Papier im Sinne ihrer Finanzfreunde und den hiesigen Neosozialisten (was für eine unheimliche Allianz), neulich sogar 1.000 Mrd. Zwar wurden die Märkte beruhigt, beruhigt wie der Junky der sein Schuss bekommen hat, aber jetzt zeichnen sich schon die nächsten Entzugserscheinungen am Horizont ab.
          Um das Schuldenproblem nun final anzupacken müssen Eurobonds her, so die These von Jens Berger. Um Schulden zu bekämpfen, machen wir also noch mehr Schulden. Wird natürlich nicht so genannt, man redet dann von “Wachstumsimpulsen” setzen oder “Konjukturprogramme” auflegen. Was da dann wächst und vor sich herkonjukiert kann man in Griechenland dann genau sehen.
          Das Vertrauen in die Politik und in den Staat bleibt ungebrochen! Nein, nicht Private, der Staat, also Brüssel, nimmt das Ruder in die Hand. Die wissen genau was die Leute brauchen. Planwirtschaft ist nun das eigentlich neue Credo. Der Markt hat ja versagt.

          Der Deutsche Steuerzahler soll dann also ran. Die europäische Spendierhose muss ja finanziert werden, ist aber doch nur ne Formalie. Ob direkt, über EZB, Eurobaond oder ESM…egal… der Deutsche zahlt doch immer…quasi alternativlos..es gibt kein Entkommen. Und mal ehrlich, wir sind es den Europäern schuldig, wir haben ihnen doch damals ihr Äcker mit unseren Panzern kaputt gefahren.

          Und so sitzen nach einem schönen Essen die Spanier, die Italiener, die Griechen und die Portugiesen in Jens Bergers Kneipe “zum letzten Europäer” und rufen:
          “Herr (Volks)Wirt, bringen sie bitte Geld, wir wollen zahlen.”

          Na dann Prost Europa

          • der Herr Karl schrieb am 7. Juni 2012 um 11:09 - Permalink

            @Sergio

            “Um Schulden zu bekämpfen, machen wir also noch mehr Schulden. Wird natürlich nicht so genannt, man redet dann von “Wachstumsimpulsen” setzen oder “Konjukturprogramme” auflegen. Was da dann wächst und vor sich herkonjukiert kann man in Griechenland dann genau sehen”

            Was du hier beschreibst, ist doch genau das Konzept der Neoliberalen, der Banker und Zocker, welche uns in diesen Schlamassel geführt haben. Natürlich gibt es nun keinen anderen “Ausweg” mehr, als Geld zu drucken, bis das System ganz gegen die Wand gefahren ist. Profitieren tun aber die Besitzer der Banken und der Konzerne, nicht der Bürger.
            Wir sind in einer Postdemokratie angekommen, die eine Plutokratie geworden ist. Milliardenschwere Rettungspakete sind in Wirklichkeit Turbo-Umverteilungs-Mechanismen zugunsten von denen, die jetzt schon alles besitzen und kontrollieren. Und weil das Spiel “Let’s make money” kurz vor dem Ende steht, wird nochmals kräftig aufs Gas gedrückt.

            Du hast dich von der Medienpropaganda täuschen lassen, lieber Sergio. Es waren auch viele Linke, aber nicht nur diese, die genau vor dieser Entwicklung jahrelang gewarnt haben. (Während mindestens drei Jahren wurde zum Beispiel im linken Tages Anzeiger vor dem Platzen einer Blase im US-Immobilienmarkt gewarnt. Immer und immer wieder). Nun ist alles eingetreten und man schiebt den Linken die Schuld in die Schuhe.
            Darf ich dich daran erinnern, dass die Deutsch Bank massgeblich am Entstehen und Platzen der US-Immobilienblase beteiligt war?
            Du hast recht, das Ziel dieser Figuren ist ein totalitäres Europa. Mit einer Kanzlerin Merkel an der Spitze. Der beliebteste deutsche Politiker sitzt dann weiterhin neben ihr.
            Na dann Prost Europa!

          • Brick schrieb am 7. Juni 2012 um 13:42 - Permalink

            Er schreibt zwar dass es da einen “grundlegenden Konstruktionsfehler” im Euro gäbe, bleibt aber eine genauren Erklärung schuldig.

            Wir wissen alle, was der Konstruktionsfehler des Euros ist, da bedarf es keiner neuerlichen Erklärung.

            Oder seine Meinung über das Phänomen der Inflation. Gibt es garnicht!Ist doch nur ein Schreckgespenst der Vergangenheit[..]

            Dir scheint nicht geläufig zu sein, was der Begriff Inflation bedeutet, du verwechselst Inflation mit Hyperinflation. Das wirkt ziemlich dümmlich.

            Die EZB solle doch bitte endlich das Geld drucken, [..].Nun druckt die EZB ja schon ganz fleissig das gewünschte bedruckte Papier im Sinne ihrer Finanzfreunde [..].

            Du scheinst den Artikel nicht gelesen zu haben.

            Wird natürlich nicht so genannt, man redet dann von “Wachstumsimpulsen” setzen oder “Konjukturprogramme” auflegen. Was da dann wächst und vor sich herkonjukiert kann man in Griechenland dann genau sehen.

            Griechenland ist gelebte Austerity. Die versuchen gerade das Gegenteil von Konjunkturprogrammen. Deine Aussage hat mit der Realität nichts zu tun.

            Das Vertrauen in die Politik und in den Staat bleibt ungebrochen!

            Unsinn und dumm. offensichtlich hast du den Artikel weder gelesen noch verstanden.

            Planwirtschaft ist nun das eigentlich neue Credo.

            Unsinn. Jens fordert an keiner Stelle Planwirtschaft. Ein kleiner Lügner bist du also.

            Der Deutsche Steuerzahler soll dann also ran.

            Der deutsche Steuerzahler ist eh drann. Wir leben nicht auf einer isolierten Insel. Jens versucht einen Weg aufzuzeigen, der billiger ist für den deutschen Steuerzahler, als der auf den wir zu steuern. Wieder eine äußerst dümmliche Aussage von dir.
            http://www.zerohedge.com/sites/default/files/images/user5/imageroot/2012/05-2/German%20costs.jpg

            Insgesamt muss man sagen, dass du äußerst wenig Ahnung von der Materie hast. Du bist so ne Art Wutbürger, oder? Diffus, fühlst du, dass etwas nicht stimmt, willst dir aber nicht die Arbeit machen dich zu informieren, also läufst du Bild, Sarrazin und Henkel hinterher. Leute wie du sind einfach nur peinlich. Um das genauer zu veranschaulichen:

            So ist Inflation schon möglich, wenn Geld gedruckt wird, und das die Kapitalgeber höhere Zinsen für das verliehene Kapital haben wollen, dafür äussert er sogar Verständnis.

            zerpflücken wir das mal:
            1. Laut deiner eigenen Aussage, hat die EZB 1 Billion gedruckt. laut deiner Aussage, müsste das nun zu erhöhter Inflation führen. Tut es aber im Augenblick nicht. Warum?

            P=MV/Q

            So wären also V und Q konstant, dann würde eine Erhöhung der Geldmenge M zu einem gestiegenen Preisniveau P führen.
            http://av.r.ftdata.co.uk/files/2012/04/PBoC_vs_ECB_vs_Fed_StanChart.gif
            Wie man aus der Grafik erkennen kann steigt die Geldmenge derzeit. M2 wäre richtiger aber du bist mir den Aufwand danach zu suchen nicht wert.
            https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/Indikatoren/Konjunkturindikatoren/Preise/pre110.html?cms_gtp=145852_list%253D2&https=1
            Gleichzeitig sinkt aber die Inflationsrate. Wie kann das sein?
            man könnte also annehmen, dass eine sinkende Inflationsrate auf eine steigende Produktion zurückzuführen sein könnte.
            https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/Indikatoren/Konjunkturindikatoren/Produktionsindex/kpi111.html
            Aber auch die Produktion sinkt. Wir haben also zwei Faktoren, die eine erhöhte Inflationrate verursachen würden, warum steigt diese aber nicht? Es bleibt noch die Geldumlaufgeschwindigkeit. Das ist jetzt etwas komplizierter. man kann zum Beispiel die kreditvergabe der Banken als hinweis für die Gelumlaufgeschwindigkeit sehen. Da wir im Augenblick kleiner werdende Inflationsrate haben, dann müsste also die Kreditvergabe deutlich sinken:
            http://www.focus.de/finanzen/news/wirtschaftsticker/roundup-kreditvergabe-im-euroraum-gibt-deutlich-nach-geldwachstum-schwach_aid_760179.html

            Die Welt ist ein klein wenig komplizierter, als du glaubst. Aber anstatt dich damit zu beschäftigen, brabbelst du einfach irgend welches Zeug daher. Leute wie du langweilen mich dermaßen, das kannst du dir gar nicht vorstellen.

            • schwitzig schrieb am 7. Juni 2012 um 14:29 - Permalink

              @Brick

              Griechenland ist gelebte Austerity. Die versuchen gerade das Gegenteil von Konjunkturprogrammen. Deine Aussage hat mit der Realität nichts zu tun.

              Und:
              Spanien
              Portugal
              Irland
              Italien

              Noch mehr kann eigentlich nicht belegt werden, dass die Austeritäts-Religion nicht funktioniert.

              Ein wesentlicher Schritt wäre schon mal getan, wenn Leute wie Very Serious Sam – die ja die Mehrheitsmeinung abbilden – endlich mal wenigstens einsehen würden, was nicht funktioniert!
              Dann kann man sich Gedanken darüber machen, was funktionieren könnte und idealerweise ohne die Uraltthesen wieder aufzuwärmen, sondern wirklich an dem für die Gesellschaften dysfunktionalem Finanzsystem und Geldsystem so zu arbeiten, dass wir aus dem Jahrtausendealten Idiotenzyklus endlich mal herauskommen.
              Das glaubt einem ja bald niemand mehr, dass die Menschheit seit Jahrtausenden immer wieder dieselben Aufbau/Vernichtungszyklen durchläuft, ohne daraus mal etwas zu lernen.

    22. André B. schrieb am 6. Juni 2012 um 07:17 - Permalink

      Lemmy bringt es weiter oben auf den Punkt: Spanien produzierte eine Reihe von Jahren virtuellen Wohlstand alleine über steigende Immobilienpreise. Natürlich befeuerten die Banken diese Blase mit ihren Krediten, bei deren Vergabe offensichtlich kaum nach Sicherheiten gefragt wurde. Ich melde Zweifel an Jens´ These an, daß es in Spanien besser lief als in vielen anderen Ländern. Die nackten Zahlen täuschten hier offensichtlich eine Scheinwirklichkeit vor. Spanien hat neben dem Bausektor, der gerade auf Normalmaß zusammenschnurrt, und der Landwirtschaft, nicht allzuviel an Substanz. Ich war mal dort, und gerade im tiefen Süden war die Armut offensichtlich. Gleichzeitig wurde aber die ganze Mittelmeerküste in rasantem Tempo zubetoniert. Einige Jahre später lagen dort die Immobilienpreise höher als im Raum Stuttgart. Wenn man nun laut Jens´ Artikel von nur 5 % fauler Kredite ausgeht, dann halte ich das für frommes Wunschdenken. Da rollt etwas auf die EU zu, das noch sehr schmerzhaft sein wird.

      • salvo schrieb am 6. Juni 2012 um 10:10 - Permalink

        jaja, das war nicht neu, in Spanien war man sich des Problems wohl bewusst, leider waren ihnen durch den falsch strukturierten euro die Hände gebunden

        “What was the situation in Spain? The construction bubble was widely recognized, discussed, worried over and even acted upon in the years before the bust, argued Garicano, a point reinforced by Columbia Business School’s Tano Santos, who spoke on the banks (Krugman, in his lecture, took the tack that no one saw it coming in Spain, or at least problems were denied by the euro crowd, but he offers as evidence one admittedly secondhand anecdote). Many in and around the Spanish government were alarmed, which helps explain the fiscal surplus; well before the bust, the government was trying to shore up its own reserves and to nudge the banks to greater provisioning. And it wasn’t just the housing boom itself — Garicano estimates there may be as many as 1.5 million empty housing units, and the banks (unlike in the U.S.) resist letting prices fall — that economists and politicians feared: It was the underlying and chronic productivity and competitiveness woes. But given that the currency, the euro, was not “theirs,” meaning it couldn’t be devalued to adjust for Spain’s mounting balance of payments problems, there was little it could do but hunker down, wait and pray. The result is far worse than most imagined, which is typical of a bubble.”

        ein Gutteil des GDP (2007 über 12%) beruhte auf dem privaten Bausektor, eben auf einer Blase. Solange es gut ging, hat das aber niemanden in der EU gestört. Im Gegenteil Spanien galt wie Irland und Island als Musterknabe solider Finanzpolitik. Dass ihre Überschüsse auf einer Blase, dh privater Verschuldung, beruhten, interessierte niemand, da man nach dem Dogma magischer Vernunft unregulierter Kapitalbewegungen davon ausging, dass das vom Norden in den Süden strömende und nach Anlagemöglichkeiten suchende Kapital schon das Richtige macht. Nach dem Platzen der Blase bleibt dem privaten Sektor nichts anderes übrig als sich zu entschulden. Zur gleichen Zeit dem öffentlichen Sektor Austerität aufzuzwingen ist irrsinnig. Die negativen Salden in den beiden Sektoren durch den Export ausgleichen zu wollen, ist auf Grund des Produktivitätsabstands illusorisch, da helfen auch keine so genannte langfristig angelegte Strukturreformen, wenn sie mehr als nur ein race to the bottom sein sollen. Und seien wir mal ehrlich, wer glaubt denn wirklich, dass gerade Deutschland ein Interesse hätte, dass Länder wie Spanien die Produktivitätslücke schließen und der deutschen Industrie Marktanteile abnehmen? Nach Baker würde das Zusammenschrumpfen des Bausektors um 50% ein Nachfrageverlust von jährlich 6% GDP bedeuten. Das reale Problem der spanischen Ökonomie ist der Nachfrageverlust auf Grund des Platzen der Blase. Wegen des Develeraging des privaten Sektors und der strukturellen Schwäche des Exportsektors kann nur der öffentliche das ausgleichen. Austerität ist Irrsinn.
        Btw. Baker betont auch, dass trotz der Blasenbildung das spanische Finanzsystem gut reguliert war und es keine kriminellen Auswüchse gab wie in den USA.

        http://www.guardian.co.uk/commentisfree/cifamerica/2010/mar/08/financial-crisis-subprimecrisis

        • OAlexander schrieb am 6. Juni 2012 um 10:25 - Permalink

          @ salvo
          Bedanke mich für den ausgezeichneten Beitrag!

        • schwitzig schrieb am 6. Juni 2012 um 10:52 - Permalink

          @salvo
          Danke, das verstehe sogar ich :-).

        • Lemmy Caution schrieb am 6. Juni 2012 um 12:35 - Permalink

          Erstmal zu dem Artikel:

          In der normalen spanischen Wirtschaftspresse wurd zwar 2005 bis 2008 manchmal kritisch auf die Baubranche hingewiesen, aber nicht wirklich konsequent. Es gibt keine Hinweise, dass die Regierungen Aznar und Zapatero anders gedacht hätten. Das ein Staat fiskalische Überschüsse anhäuft, weil er mit dem Platzen einer Blase im Bausektor rechnet, halte ich für einen Fall von Überschätzung der Rationalität bei der Politik-Gestaltung im Kapitalismus, Genossen. Der Artikel argumentiert so.

          Die spanischen Regulierungen für Banken waren in Teilbereichen strenger als im restlichen Europa. Jedoch hat dies nach Meinung der überwiegenden Mehrzahl der Analysten mit einer Bankenkrise in der jüngeren Vergangenheit – 90er Jahre – zu tun. In Schweden gabs genau das gleiche. Die Banken beider Länder waren auch dadurch kaum durch die Krise der aus den USA in alle Welt vercheckte Subprime Papiere betroffen. Wie oben halte ich es für extremst unwahrscheinlich, dass die Regierung die Banken-Regulierung hochhielt, da sie mit dem Platzen der Bau-Blase rechnete. So kompliziert denkt euer Klassenfeind nicht.

          Dem Punkt magischer Vernunft unregulierter Finanzmärkte stimme ich völlig zu und man kann den nicht oft genug erwähnen.

          Tatsächlich entwickelt sich der Export nicht schlecht, jedoch reicht das aktuell bei weitem nicht aus, dem Land wirklich einen Boden zu geben.

          Deutschland würde mit einem produktiveren Spanien besser fahren. Die Politik will und wollte auch nicht das “Schliessen der Produktivitätslücke” verhindern. Das sind aus meiner Sicht Klein-Erna-in-der-Wirtschaft-sind-alle-Gangsta Theorien.

          Man muss sehr relativieren, wenn man sowas wie das folgende sagt, weils schon eine Menge Gegenbeispiele gibt, aber es geht um den allgemeinen Trend:
          Es gibt in der iberischen Kultur so eine gewisse Neigung zur Harmonie und Konflikt-Prävention, die sich auch in einer stärkeren Hinnahme von Hierarchien widerspiegelt. Das fängt mit einem gewissen Glucken-Verhalten der mamas an. Für die ist es etwa undenkbar, dass etwa 7-jährige alleine mit dem Bus zur Schule fahren.
          Eine Stärkung der Autonomie von nicht-universitär gebildeten durch eine duale Ausbildung halte ich da für einen wichtigen Schritt.
          Ich glaub, dass sowas letztlich stark auf die Innovationsschwäche iberischer Ökonomien wirkt. Und das BIP/Einwohner ist in Spanien nach wie vor nicht wesentlich geringer als in Deutschland. Es ist halt ungerechter verteilt und zu einem nicht geringen Teil auf (Bau)-Sand gebaut. Ab einem gewissen Level benötigt so eine Gesellschaft halt kreative Innovationskerne.

          Wie gesagt, ich bezeichne das als einen Trend und ich kenn eine Menge Gegenbeispiele.

      • der Herr Karl schrieb am 6. Juni 2012 um 10:45 - Permalink

        “Lemmy bringt es weiter oben auf den Punkt”

        Darf ich daran erinnern, dass die Deutsche Bank massgeblich am Entstehen und Platzen der US-Immobilienblase beteiligt war?
        http://www.ardmediathek.de/das-erste/reportage-dokumentation/verzockt-und-verklagt-die-guten-geschaefte-der-deutschen?documentId=10592810

        Es ist unfair aber einfach, die Immobilienblase in Spanien als alleiniges Spanienproblem hinzustellen. Unsere gesetzlichen Pensionskassen (in der Schweiz), welche einen Teil ihrer Gelder in Immobilien anlegen müssen, sind ebenfalls Preistreiber auf dem Immobilienmarkt. Dann hat es bestimmt noch andere Faktoren, welche nichts mit den “nicht gemachten Hausaufgaben” von Spanien zu tun haben.
        Der Fehler liegt meines Erachtens im System. Es ist paradox, wenn ein Land, das in Not geraten ist und Kapital benötigt, Wucherzinsen bezahlen muss. Es müsste, zweckgebunden, ein zinsfreies Darlehen bekommen, sonst wird es nie was mit der Gesundung der Situation.

    23. Hermann schrieb am 6. Juni 2012 um 10:16 - Permalink

      Man sollte der Südperipherie eine Art Agenda 2020 auferlegen. Und gut ist. Das erhöht die Produktivität (siehe Deutschland) und dann wäre in einigen Jahren alles in Butter. Aber so wie das momentan läuft, wird das alles nix.

      • OAlexander schrieb am 6. Juni 2012 um 10:33 - Permalink

        @ Hermann
        Soviel gehaltssenken kann man in der Südschiene eigentlich nicht mehr. Man könnte es vielleicht aber auch einmal mit Kinderarbeit probieren. Möglicherweise hülfe auch die Vollprivatisierung von Bildung und Gesundheitswesen.

        • HHarlekin schrieb am 6. Juni 2012 um 10:49 - Permalink

          Genau, und die Umstellung der Rente auf Losverfahren, wer das große Los zieht, kriegt Rente, das wäre praktizierte Kostendämpfung. Wer zu alt und zu krank ist zum Arbeiten ist sowieso unnütz für die Wirtschaft, also die Gemeinschaft, und gehört weg.
          Dieter Hildebrandt formulierte einst: “Not hilft Menschen lindern.” ;-)

          Warum texten Leute oft so klischeehaft, wie man es aufgrund ihres “Nicks” (z. B. “Hermann” oder “Karl Heinrich”) erwartet?

          Grüße

          • Hermann schrieb am 6. Juni 2012 um 11:24 - Permalink

            Hallo Alexander, Harlekin und R_Winter,

            ich muss mich entschuldigen. Habe vergessen zu erwähnen, daß das die Ansicht unserer Mietfieder Herr Claasen ist, der die Meinungsbildung durch die NeueOZ vorantreibt.

            • OAlexander schrieb am 6. Juni 2012 um 18:11 - Permalink

              @ Hermann

              Da Kollege HHarlekin und meine Wenigkeit einige Anregungen zu potentiellen Implementation einer Agenda 2020 für die Südschiene gegeben haben, kannst du nun deinerseits bei Herrn Claasen von der NeuenOZ Rückmeldung machen und mit tragfähigen Vorschlägen zur inhaltlichen Ausfüllung dieser Agenda versorgen.

              Andenken möchte ich im Zsammenhang auch ein Programm “Arbeit für Bildung” welches bereits Schulkinder an der zweiten Klasse behutsam an die Arbeitswirklichkeit hinführt. Als Kompensation für den Bildungsaufwand können diese beispielsweise zur Straßenreinigung etc. eingesetzt werden, Notleidende Fabriken könnten so mit günstigen Leiharbeitern auf Halbtagsbasis wieder wettbewerbsfähiger gemacht werden, usw., usw. In ländlichen Regionen können teure illegal zugereiste Landarbeiter freigesetzt und durch günstigere Schulkinder ersetzt werden.

              Summa Summarum, einige von vielen kleinen Schritten, mit denen in Südeuropa wieder blühende Landschaften erwachsen können.

      • R_Winter schrieb am 6. Juni 2012 um 11:23 - Permalink

        @Hermann

        Man sollte der Südperipherie eine Art Agenda 2020 auferlegen. Und gut ist. Das erhöht die Produktivität (siehe Deutschland) und dann wäre in einigen Jahren alles in Butter.

        Was verstehst Du unter einer “Art Agenda 2020″?
        Die “Produktivität” wurde in Deutschland nicht durch eine Agenda erhöht, sondern das Lohnniveau, der Sozialbereich und die Renten real gesenkt. Die Binnennachfrage sinkt in Deutschland z.Z. und so ein blödes Konzept soll in GR, E, P helfen?

    24. twex schrieb am 6. Juni 2012 um 11:32 - Permalink

      Auch dies blockiert die deutsche Regierung, da sie fürchtet, dass spanische Banken mit deutschen Steuergeldern „gerettet“ werden. Dieses Argument – so gut es sich anhören mag – greift jedoch zu kurz, da Deutschland ohnehin für die spanischen Banken haftet, sei es direkt über den ESM oder indirekt über EFSF/ESM, wenn Spanien sich Geld leihen muss, um seine Banken selbst zu retten.

      Das geht weit, viel zu weit über gute Nachbarschaft und Freundschaft hinaus. Ich wünsche keine so engen Bindungen an Ausländer. Es war ein großer Fehler, unser Schicksal so eng mit fremden Nationen zu verweben.

      • Sukram71 schrieb am 6. Juni 2012 um 11:42 - Permalink

        Unser Schicksal hängt aber schon immer eng an “fremden Nationen” und “Ausländern”. Schon alleine weil wir massiv davon abhängig sind, dass sie unsere Produkte kaufen (und keinen Krieg mit uns anfangen). ;-)

      • der Herr Karl schrieb am 6. Juni 2012 um 11:44 - Permalink

        “Ich wünsche keine so engen Bindungen an Ausländer.”

        In dieser globalisierten Welt kann man sich nicht mehr abkapseln. Zudem, als Exportweltmeister, wohin wollt ihr eure Waren exportieren? Wollt ihr eure Waren selber fressen und eure Panzer und U-Boote selber rumfahren lassen?
        Man kann sich nicht überall nur die Vorteile holen und die Nachteile dann ablehnen.

        Darf ich nochmals daran erinnern, dass die Deutsche Bank massgeblich an der Entstehung und dem Platzen der US-Immobilienblase beteiligt war?

        Viel Spass beim Urlaub am Titisee.

        • twex schrieb am 6. Juni 2012 um 12:46 - Permalink

          Könnte man mit solchen allgemeinen Verweisen nicht genauso Haftungsgemeinschaften mit Brasilien, Südafrika oder Japan begründen bzw. fordern? Alles nette Menschen, sicherlich. Aber was verbindet mich mit einem Spanier, das mich nicht mit einem Brasilianer verbindet?

          • der Herr Karl schrieb am 6. Juni 2012 um 12:54 - Permalink

            @twex
            “Aber was verbindet mich mit einem Spanier, das mich nicht mit einem Brasilianer verbindet?”

            Die EU und der Euro, darum geht’s doch hier.
            40 % der deutschen Exporte landen in der EU, steht weiter oben.
            Demnach landen 60 % ausserhalb der EU-Zone. Alles nette Länder.

          • HHarlekin schrieb am 6. Juni 2012 um 13:34 - Permalink

            @twex

            “mit solchen allgemeinen Verweisen nicht genauso Haftungsgemeinschaften mit Brasilien, Südafrika oder Japan begründen”

            Zwischenstaatliche Vereinbarungen und Staatenbünde gibts seit es Staaten gibt. Nicht gleich Haftungsgemeinschaften, aber Handelspakte, Bi- und multilaterale Absprachen/Abkommen/Vereinbarungen, Nichtangriffspakte, Handelsverträge etc … pp.

            Vor einiger Zeit sah ich eine Wikinger-Doku auf Phoenix. Da wurden im Mittelalter Nordreiche einerseits gewaltsam durch Krieg erweitert, andererseits aber über die Grenzen hinweg durchaus zunehmend intensiv Handel betrieben. Was war wohl der unblutigere Weg?

            Und die Vorgeschichte der EU ist ja genau auch eine Geschichte kontinentaler Kriege, einfach mal in Geschichtsbücher blättern, das 20. Jhdt. reicht schon. Kriege gegeneinander zu führen sollte in Europa auf immer unmöglich gemacht werden. Ein sehr sinnvoller Gedanke (neben anderen), dessen Umsetzung natürlich zur Folge hat, daß in der Gemeinschaft dann auch Menschen sind, auf die der eine oder andere mit verschiedenen Begründungen u. U. nicht so viel Lust hat, aber das ist eben auch ein Preis für den dauerhaften Frieden (übrigens kenne ich auch ein paar Stinkstiefel in nächster Nachbarschaft, das sind alles Deutsche und EU-Bürger. Na und?), den wir bereit sein sollten zu zahlen. Haftungsvereinbarungen können sehr wohl in diesem Sinne förderlich oder gar notwendig sein.
            Alle Länder Europas liegen um uns herum, Brasilien und Japan nicht, weshalb es hier die EU gibt, mit anderen Ländern auf diesem Planeten “nur” sonstige Abkommen.

            Was uns Bürger Europas (oder auch nur EU) verbindet? Z. B. daß keiner von uns allen Lust hat, sich von Soldaten des Nachbarlandes abknallen zu lassen. ;-)
            Die wirklichen heutigen Probleme liegen doch in anderen Ursachen (Finanzmärkte!) begründet.

            Grüße

        • habeichvergessen schrieb am 6. Juni 2012 um 16:41 - Permalink

          @der Herr Karl

          In dieser globalisierten Welt kann man sich nicht mehr abkapseln.

          Doch, dies ginge teilweise schon. Allein ist es von finanzkräftigen, einflussreichen Kreisen nicht gewünscht. Die selben Kreise, die die Globalisierung als unausweichlich darstellen.

          • CheckervonBeruf schrieb am 6. Juni 2012 um 17:20 - Permalink

            Nordkorea gibt sein Bestes im Abkapseln… Also eine Frage des Wollens.

      • CheckervonBeruf schrieb am 6. Juni 2012 um 17:27 - Permalink

        Ich wünsche keine so engen Bindungen an Ausländer.

        Tja, da habe ich eine schockierende Botschaft für dich: Auch Ausländer sind Menschen. Insofern wäre es gar nicht verkehrt, sich darum zu sorgen, was aus deinesgleichen wird. ABer mal abgesehn von diesem eher aufklärerischen Gedanken:

        Deinesgleichen – der mensch an sich – ist interessengelenkt (und/oder bedürfnisgelenkt). Man kann also gute Beziehungen zu den Nachbarn pflegen oder in Waffen investieren. Denn Wohlstand braucht Rohstoffe, die nicht alle bei uns rumliegen und es könnte sein, dass diejenigen, die sie haben, eine Gegenleistung verlangen. Man kann also versuchen, eine gemeinsame Lebens-Grundlage zu schaffen (Experiment EU, schreckliche Fehler dabei gemacht) oder die Nachbarn samt Ressourcen unter Kontrolle zu bringen (siehe Afrika, je nach Persepektive auchfehlerbehaftet, oder Südamerika, da entgleitet die Kontrolle gerade scheibchenweise, weil diese Ausländer sich trauen, sich von uns zu emanzipieren) oder man kann die Waffen benutzen (nein, ich sag jetzt nicht Irak).

        Viel Glück!

        (Ach ja, für die Griechen bist du auch nur ein Ausländer. Und neuerdings auch kein Sympathischer mehr. Griechenland hat übrigens auch Waffen. Von uns…)

      • Umdenker schrieb am 6. Juni 2012 um 17:29 - Permalink

        Das geht weit, viel zu weit über gute Nachbarschaft und Freundschaft hinaus. Ich wünsche keine so engen Bindungen an Ausländer. Es war ein großer Fehler, unser Schicksal so eng mit fremden Nationen zu verweben.

        Vielleicht sollten wir uns erst einmal über bestimmte Definitionen verständigen. Was ist für Sie heutzutage ein Ausländer und was ein Deutscher? Versuchen wir es mal ganz von Anfang an. Es werden fast zeitgleich zwei (völlig gesunde) Babys geboren, eins in Deutschland, eins in Spanien und sie erhalten automatisch die jeweilige Staatsbürgerschaft. Sie haben beide fünf Sinnesorgane, zwei Hände und Füsse, ein Gehirn das mit Wissen gefüllt werden will, usw. Vielleicht ist bei einem der Hautton ein wenig heller und beim anderen ein wenig dunkler durch evolutionär bedingte Umweltanpassungen (dunklerer Hauttyp in Spanien wegen stärkerer Sonneneinstrahlung). Wir haben also die Gemeinsamkeiten und Unterschiede auf körperliche Ebene.

        So, was nun aber unterscheidet dieses Babys sonst, dass man nun auf Anhieb sagen kann “das wird ein typisch Deutscher und das ein Spanier”. Das fängt schon mit der Frage an “was ist denn deutsch und was spanisch?” Sind bestimmte Charakterzüge, Ideologien, politische Ansichten, Religionszugehörigkeit, etc… fest von Geburt an vorhanden? Was wäre, wenn ich die Babys von Anfang an vertausche und das mit deutscher Staatsangehörigkeit in Spanien lebt und erzogen wird, zur Schule geht, etc… und vice versa beim Baby spanischer Staatsangehörigkeit. Ich möchte hier keinen für sein Weltbild kritisieren, aber ich möchte mit diesen Fragen/Anmerkungen ein paar Denkprozesse anstossen, die hoffentlich zu den richtigen Antworten führen. Ist ein wenig OT, aber es passt einfach gut, weil ich immer wieder solche Kommentare lese.

    25. Lenny123 schrieb am 6. Juni 2012 um 14:17 - Permalink

      Ich wundere mich immer wieder über solche Aussagen wie: Da irrt man (Merkel u.a.) sich. Oder: das wird nicht zum Erfolg führen. usw.

      Das würde ja bedeuten, dass man das gleiche Ziel verfolgt wie der vom Autor hier dargestellt. Dann verweist man auf die Shizophrenie der Handlungen und schlägt obgrund der Unfähigkeit die Hände über den Kopf.

      Vielleicht ist aber die Politik aus Sicht der Handelnen durchaus erfolgreich? Dann ergibt alles auf einmal einen logischen Sinn ….. aber das wäre ja VT.

    26. Lenny123 schrieb am 6. Juni 2012 um 14:23 - Permalink

      Ich wundere mich immer wieder über Aussagen, wie: Da irre man (Merkel u.a.) sich oder auch: Das wird nicht zum Erfolg führen.

      Das würde ja beudeuten, dass die Handelnen das gleiche Ziel hätten, wie vom Autor hier gewünscht, bzw. dargestellt. Dann verweist man auf die völlig blödsinnigen Aktionen und schlägt obgrund der Unfähigkeit die Hände über den Kopf zusammen.

      Vielleicht ist die Politik aus Sicht der Handelnen aber jedoch äusserst erfolgreich. Dann ergibt das alles einen logischen Sinn, aber das ist ja VT.

    27. Karsten Bier schrieb am 6. Juni 2012 um 14:43 - Permalink

      Der mehrfache Vorwurf hier lautet, Spanien sei vor der Krise lange nicht so gut da gestanden wie der Artikel am Anfang suggeriert.

      Wo bleibt das Statement vom Spiegelfechter dazu?

      Oder ist das keine Antwort wert, da es im Artikel ja eigentlich eher um die Mittel zur Krisenbewältigung geht und die Bechreibung der wirtschaftlichen und finanziellen Lage Spaniens vor der Krise eher nur rhetorisches Vorgeplänkel sein soll?

    28. Karl Heinrich schrieb am 6. Juni 2012 um 16:02 - Permalink

      Am Vorabend der Finanzkrise konnte Spanien in nahezu allen finanzpolitischen Kennzahlen bessere Werte vorweisen, als Deutschland, Frankreich oder Großbritannien [...] Ein Teil des Wirtschaftswachstums war sprichwörtlich auf Sand gebaut.

      Eben.

      Die Parallele für Spanien ist Irland. Dass mit einem Kreditausfall von bis zu einem Viertel des BIP die Euro-Löhne nicht auf dem Vorkrisenniveau bleiben können, und es Anstrengungen der Regierung bedarf, um sie zu floaten, ist klar, und insofern das geschieht, ist das anerkennenswert.

    29. anunknownperson schrieb am 6. Juni 2012 um 16:05 - Permalink

      Hallo zusammen,
      ich schreibe heute meinen ersten Kommentar auf diesem Blog, den ich schon seit langer Zeit mitlese. Ich muss gestehen, dass ich nicht sehr viel Ahnung von den hier angesprochenen Themen habe.
      Ich lese zwar regelmäßig die Artikel, nicht nur hier, sondern z.B. auch sehr gerne die NDS und einige andere Blogs aber ich bin kein Spezialist was diese Themen, beispielsweise Ökonomie, anbelangt. Um mich wirklich umfassend bis ins kleinste Detail zu informieren fehlt mir schlichtweg die Zeit…(da ich noch u25 bin habe ich ja hoffentlich noch ein wenig Zeit dafür) aber was mir persönlich viel größere Probleme bereitet ist das Gefühl, je mehr Zeit ich hierfür aufwende und je tiefergehend ich mich mit diesen katastrophalen Zuständen beschäftige, desto tiefer scheine ich in einer Depression, in Hoffnungslosigkeit und Unverständnis zu versinken.
      Die von mir empfundene Hilflosigkeit macht mich fertig. Ich kann das alles nicht ausblenden, ich kann es nicht verstehen, es frisst mich förmlich auf und ich spüre wie sich eine innere Verbittertheit in meinen jungen Jahren breit macht, die ich nicht aktzeptieren will.
      Das mag sich wie eine Vorstellung bei einem Psychotherapeuten anhören, worauf ich aber hinaus will ist die einfache aber wahrscheinlich schwer zu beantwortende Frage:

      Was kann man tun? Was kann wirklich helfen?

      Der Versuch mich stetig zu informieren, mich aufzuklären und alle paar Jahre mein Kreuz zu machen reicht mir nicht.

      Ich denke das hier einige sehr intelligente Menschen posten, die mit ihren Kommentaren (und möglicherweise weiterem Engagement) für gewisse Werte einstehen, für die es sich zu kämpfen lohnt…doch wie kann man diesem ganzen Haufen Sch***e wirklich etwas entgegensetzen? Wie sollte man sich organisieren? Wie kann man die Menschen wieder mobilisieren und die Ketten ihrer Resignation sprengen? Hat jemand realistische Ansätze dafür?

      Auch wenn das ganze dem Hilferuf eines kleinen Kindes gleichkommen mag bin ich dankbar für Antworten!

      Viele Grüße

      • Sukram71 schrieb am 6. Juni 2012 um 17:03 - Permalink

        Du kannst dich möglichst gut bilden, dass kann dir niemand nehmen.
        Such dir außerdem eine Liebe, das kann dir so schnell auch niemand nehmen. In dem Alter braucht man im Sommer keinen Trübsal blasen. ^^

      • Sukram71 schrieb am 6. Juni 2012 um 17:09 - Permalink

        Und nirgendwo sind die Aussichten, trotz allem, so gut wie hier bei uns.
        Deshalb bringen die Leute ihr Geld ja sogar zu 0 % Zinsen nach Deutschland. ^^

        Mit unter 25 Jahren bist du außerdem jung genug, um auch nach der schlimmsten denkbaren Krise wieder neu anfangen zu können. Leute mit 40-50 haben da deutlich mehr zu verlieren. ;-)

        • CheckervonBeruf schrieb am 6. Juni 2012 um 17:17 - Permalink

          Und nirgendwo sind die Aussichten, trotz allem, so gut wie hier bei uns.

          Das ist aber ein relativer Ansatz…
          und die guten Aussichten sind nur eine temporäre Illusion…

          • Sukram71 schrieb am 6. Juni 2012 um 17:24 - Permalink

            Natürlich ist das relativ. Aber halt trotzdem richtig, denke ich mal.
            Andere Generationen mussten jahrzehntelang damit leben, dass jederzeit ein alles vernichtender Atomkrieg in Europa beginnen kann. Da konnte man sich auch Sorgen machen und dann wäre es wirklich vorbei gewesen. ^^

            • CheckervonBeruf schrieb am 6. Juni 2012 um 17:39 - Permalink

              Ich mach mir Sorgen um den Atomkrieg unabhängig davon, wo er BEGINNT. Zumindest wenn er ALLESvernichtend ist.

              Aber ich versteh dich schon. Nur wieg dich halt mit Germany nicht so in Sicherheit. Wir sind charakterlich schwach, das war ja mit den Weltkriegen kein reiner Zufall. Und heute heißt die Waffe “Euro” und auch da hagelt es bald vernichtenedes Feedback aus dem – bislang nicht völlig feindlich gesonnenen – Ausland.

              Im SPON-Forum feiert der deutsche Michel schon Münchaus Euro-Untergangs-Prophezeiung als Erlösung… da sollte man skeptisch werden, bei unserer Schwarmintelligenz-Vergangenheit.

            • Sukram71 schrieb am 6. Juni 2012 um 17:46 - Permalink

              Ja, die Kommentare unter dem Spiegel-Münchaus-Artikel habe ich auch gerade gelesen. Nicht zu fassen, aber kleine Foren-Jungens halt …

              Die Hoffnung stirbt zuletzt. – Erst Recht, wenn man U25 ist. ^^
              Da kann man immer noch hier oder woanders neu anfangen.

              Und um unsere mittelständische Industrie und unser Vermögen hier beneidet uns die ganze Welt. Die Aussichten in Spanien und sonstwo überall sind jedenfalls schlechter. ;-)

            • Brick schrieb am 7. Juni 2012 um 16:02 - Permalink

              @ Surkam

              Danke für den link zur “Doku” ich hatte das damals gesehen und fands klasse aber habs danach einfach nicht mehr gefunden.

      • schwitzig schrieb am 6. Juni 2012 um 18:12 - Permalink

        @anunknownperson

        Ich lese zwar regelmäßig die Artikel, nicht nur hier, sondern z.B. auch sehr gerne die NDS und einige andere Blogs aber ich bin kein Spezialist was diese Themen, beispielsweise Ökonomie, anbelangt.

        Daqs qualifiziert Dich meiner Meinung nach eher, ein zutreffendes Urteil zu fällen. Ich halte das was ich heutzutage von Ökonomieverständnis durch “Experten” vermittelt bekomme, für eine schädliche Religion :-).

        aber was mir persönlich viel größere Probleme bereitet ist das Gefühl, je mehr Zeit ich hierfür aufwende und je tiefergehend ich mich mit diesen katastrophalen Zuständen beschäftige, desto tiefer scheine ich in einer Depression, in Hoffnungslosigkeit und Unverständnis zu versinken.

        Das geht den meisten so. die neben den Hurra-Medien – also Mainstream- und Propagandamedien wie SPIEGEL/BILD, SZ, FAZ … und die ÖR Blogs zur Informationsgewinnung konsultieren. Es wird i.d.R. etwas über Mißstände veröffentlicht, so dass man als Essenz eigentlich nur Negatives konsumiert, wenn man sich nicht auf die Hurra-Medien verläßt. Logischerweise hat das zur Folge, dass man alles negativ eingefärbt sieht; auch das, über das vielleicht noch nicht geschrieben wurde.
        Diese Nachrichten bilden aber nur einen kleinen Teil der Realität ab. Parallel dazu gibt es auch sehr viele schöne Dinge und Vorgänge. Musik, Freunde, eine Liebe was auch immer.

        Die von mir empfundene Hilflosigkeit macht mich fertig. Ich kann das alles nicht ausblenden, ich kann es nicht verstehen, es frisst mich förmlich auf und ich spüre wie sich eine innere Verbittertheit in meinen jungen Jahren breit macht, die ich nicht aktzeptieren will.

        Ich handhabe das so: Wenn ich den Eindruck habe, dass sich mal wieder genügend Müll in meinem Informationspool angesammelt hat, klinke ich mich einfach aus und widme mich ausschließlich den schönen Dingen des Lebens. Ich surfe nicht im Internet, ich höre keine Nachrichten und ich vermeide alles, was mit einer Auseinandersetzung mit unserer Politik münden könnte. Die Welt dreht sich ohne mich weiter, aber nicht weg. Nach der Auszeit gucke ich mir halt die aktuelle Informationslage an. Ein großer Vorteil des Internets ist es, dass auch ältere Nachrichten und Artikel nicht sofort verschwinden, so dass eine Hintergrundrecherche i.d.R. immer noch möglich ist – ein Grund, weshalb unsere Regierungen dieses ominöse Internet gerne besser unter Kontrolle hätten, denn im Gegensatz zur Vor-Internetzeit funktioniert das Orwellsche Kontrollierst-Du-die-Vergangenheit,-kontrollierst-Du-die-Zukunft nicht mehr :-).

        Das mag sich wie eine Vorstellung bei einem Psychotherapeuten anhören,

        Ich denke, den Effekt kennt jeder, der sich von der staatlichen Nachrichtenhoheit gelöst hat.

        Was kann man tun? Was kann wirklich helfen?

        Keine Ahnung. Aber “tun” tun wir alle etwas. Sehr schön ist das in den zunehmend kritischen Beurteilungen in den SPON-Foren zu egal welchem Thema zu beobachten. Noch vor wenigen Jahren schrieben viele normale User wie die derzeit wohl stark frequentierten SPIN-Doktoren. Mittlerweile ist das nicht mehr so. Selbst die Zensur funktioniert nicht mehr so reibungslos, da der anteil der Nicht-Propagandaglauber stetig steigt und es auffällt, wenn immer nur dieselben Hurra schreien. Tatsächlich fällt das jetzt schon stark in den SPON-Foren auf. Und ich denke, dass seit ca. 2 Jahren wohl langsam der Abo-Kündigungseffekt immer auffälliger wird, weshalb der SPIEGEL in letzter Zeit immer häufiger Haken schlägt.

        Der Versuch mich stetig zu informieren, mich aufzuklären und alle paar Jahre mein Kreuz zu machen reicht mir nicht.

        Du machst ja auch mehr. Du redest z.B. mit Deinen Freunden. Gibst denen die Lernerfolge weiter, die Du gehabt hast, wodurch sie selbst daran partizipieren und vielleicht genau dasselbe machen. Eine Art virales Marketing.

        doch wie kann man diesem ganzen Haufen Sch***e wirklich etwas entgegensetzen?

        Hoffnung :-).

        Wie sollte man sich organisieren? Wie kann man die Menschen wieder mobilisieren und die Ketten ihrer Resignation sprengen? Hat jemand realistische Ansätze dafür?

        Ich denke, das Internet hat die Ketten schon gesprengt. Es ist für unsere Eliten sehr schwer geworden, ihre Propaganda erfolgreich zu insistieren. Dass das Wort “Politiker” heutzutage ein Schimpfwort ist, kommt nicht von ungefähr. Das Lobbyisten – an sich eine vernünftige Einrichtung – mittlerweile (zu Recht, leider) mit Korruption gleichgesetzt werden, ist auch so ein Effekt. Selbst das alte Feind-Spielchen funktioniert nicht mehr so dolle – man muss schon auf andere Kontinente ausweichen;in Europa geht da nichts mehr. Und dann erdreistet sich ein Großteil des Volkes doch trotz SPIEGEL & Co. den Krieg falsch zu finden und keine Angst vor dem Islam zu haben! So was aber auch.
        Es hat sich in den letzten 10 Jahren sehr viel verändert, was gut an den Aufrüstungen der Staaten gegen ihre eigenen Völker zu sehen ist. Aber mit Gewalt konnte sich noch keine Regierung dauerhaft halten, sofern ein Informationstausch über das Internet möglich ist. Und das kann niemand wirklich kontrollieren -geschweige denn abschalten, denn fatalerweise brauchen unsere Regierungen die Netze auch :-).
        Auch wenn ich jetzt wie dieser Sukram71-Junkie klinge: Think positiv. Wir leben in spannenden, weil nicht kontrollierbaren, Zeiten.

      • Barnockel schrieb am 6. Juni 2012 um 22:22 - Permalink

        Wie sollte man sich organisieren?

        Attac, real world economics, Weltsozialforum, occupy, usw., usf. sind schon alle erfunden. In diesem Bereich sollte doch etwas passendes zu finden sein.

      • Sergio schrieb am 7. Juni 2012 um 09:19 - Permalink

        Hallo, ich möchte dir gerne helfen.
        Ich bin von Beruf neoliberal. Ich stehe unter der Fuchtel der “Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft”. Ich bekomme 3,50 € pro Zeile.
        Mein Deckname ist SERGIO. Meine Aufgabe ist es, den gesunden Menschenverstand in diesen neosozialistischen Blog einzupflanzen. Hier gibt es nämlich nur Sozialisten und “Links” -Wähler. Ich versuche diese Menschen zu helfen indem ich ihnen das Gegenteil erzähle was sie hören möchten. Durch Irritation versuche ich den letzten Funken Menschenverstand in ihnen zu wecken, damit sie von ihrem Irrweg abkommen. Jetzt werde ich Dir helfen!
        Was Du noch wissen musst ist, das mir manchmal ein Schalk im Nacken sitzt. Aber sei nicht so eitel, und glaube das der Schalk Unsinn von sich gibt.

        Wenn Du was über Medien- oder Gesellschaftspolitik lesen willst, bist Du hier richtig. Der Jens Berger ist da so richtig toll bei diesen Themen. Wenn Du was über Ökonomie erfahren willst, dann solltest Du diesen Blog eher meiden, den der Jens Berger ist wohl ein Keynsianer bzw “Linksprogressiv” nach eigenen Angaben. Also nach der ewiger Suche nach dem richtigen sozialistischen Weg.
        Sozis wie er lieben Keyns, den er gibt ihnen eine interlektuellen Rahmen für “Mehr Staat” und “Mehr Schulden”. Jens Hirn ist mit Keynes, mit dem Glauben “Mehr Staat” infiziert!

        Was ist ein sozialistischer Keynsianer, kurz Sozi, und welches “Krankeitsbild” hat er?

        Sozis wollen private Firmen und Privatpersonen dazu zwingen, Geld für Sachen auszugeben, welche sie nicht haben wollen oder nicht brauchen. Dadurch wird aber “Nachfrage” generiert, was mit Hilfe des Keynsianischen Multiplikatoreffekts zu mehr Jobs führen soll. Du musst nämlich wissen, Zentralplaner wissen vieeellll besser was Personen und Unternehmen brauchen! So wie damals in der DDR oder bald in Brüssel. Zentralplaner haben nämlich eine bessere Bildung, haben die besten Schulen und Universitäten besucht. Zentralplaner haben immer das grosse wirtschafliche Bild vor Augen, sie sind “Makroökonomen”. Individuen sind hingegen duch ihre kleinen und engen Horizont begrenzt. Sie sind einfach nicht in der Lage ihr Geld richtig auszugeben. Das grösste Problem einer “freien Marktwirtschaft” ist die Einfälltigkeit des einfachen Menschen. WIe wollen diese Menschen wissen was sie wollen, wenn sie kein Abitur oder keinen Universitätsabschluss haben? Ohne die segensreiche Hilfe der Zentralplaner, die mit faktenbasierenden Informaionen arbeiten, welche aus Simulationen, mathematischen Modellen und empirischen Studien abgeleitet werden, wäre der einfach Hans Meyer nicht in der Lage richtige Entscheidungen zu treffen. Dank dem Genius des Zentralplaners werden die Menschen BEFREIT, ja BEFREIT, schwere ökonomische Entscheidungen zu treffen.

        • Mod schrieb am 7. Juni 2012 um 09:29 - Permalink

          @Sergio der von Beruf Neoliberal..

          “Sozis wollen private Firmen und Privatpersonen dazu zwingen, Geld für Sachen auszugeben, welche sie nicht haben wollen oder nicht brauchen.”

          Wenn der Arbeitnehmer von seinen 1800 €uro Brutto 800 €uro an Steuer bezahlt, will der gemeine Sozi das der, der 180000 €uro Brutto verdient, sich wenigstens etwas beteiligt?

          • HHarlekin schrieb am 7. Juni 2012 um 09:57 - Permalink

            Böse, “sozialistische” Keynesianer möchten tatsächlich, daß Leute mit Millionen-Einkommen sich angemessen an der Finanzierung der Gemeinwesen beteiligen. Die Autoren Adamek/Otto haben in ihrem Buch “Schön reich – Steuern zahlen die anderen” hierfür ein schönes Beispiel:
            Der an der Cote d`Azur lebende Millionär Barski zahlt trotz MILLIONEN(!)-Einkommen gerade mal 2.300,– € Steuern auf 26.000 € ZU VERSTEUERNDES(!) Einkommen, während eine klassische Mittelschichtfamilie auf 80.000 € Einkommen 16.240 € Steuern zahlt, mehr als das sieben(!)fache des Millionärs.

            Sowas möchten Leute wie “Sergio” gerne zementieren, denn wir alle sind für “Marktradikale” da, uns klaglos ausnehmen zu lassen, Reiche dagegen zum Geld stapeln. Steuern für Reiche bezeichnen Marktradikale gerne als Diebstahl, für die Infrastruktur sollen gefälligst nur wir anderen geradestehen.

            Übrigens, “Sergio”, mal bezeichnest du dich als “marktradikal”, heute als “neoliberal”, was ists denn nun wirklich? ;-)

            Grüße

            PS: Sergio, daß du 3,50 € pro Zeile bekommst, wie du schreibst, glaube ich dir glatt, denn ich kann mir schlecht vorstellern, daß jemand sowas wie deine Ergüsse freiwillig glaubt und erzählt, ohne dafür bezahlt zu werden … ;-)

            • Mod schrieb am 7. Juni 2012 um 11:37 - Permalink

              @HHarlekin..

              “Sergio, daß du 3,50 € pro Zeile bekommst, wie du schreibst, glaube ich dir glatt(..)”

              Die zahlt er sich selbst und setzt das über den Steuervorteil bei Freiberuflern mit Arbeitsräumen samt Technik plus Mehrwert wieder ab und bekommt noch etwas heraus, er hatte rechtzeitig für sich und seine Frau die Rürup Rente beantragt und gestaltet seine Einzahlungen relativ Flexibel. Falls er dann doch mal Arbeitslos werden sollte, bekommt der Staat sein Geld trotzdem nicht denn es ist das sogenannte Schonvermögen. Durch Zusatzversicherungen und einigen Hackentricks kann er die Rente auch vererben. Bei Riester dagegen sehe ich Schwarz, da muss ich erst Hundert werden um mein Geld Inflationsbereinigt wieder zu bekommen, oder Hundertfünfzig weil ich ja auch Sozialversicherungsbeiträge zahlen muss..

            • HHarlekin schrieb am 7. Juni 2012 um 11:51 - Permalink

              @ Mod
              :-D :-D :-D LOL
              Köstlich! Zustimmung! So wirds wohl sein!

              :-D

              Grüße

              PS: Wenn ich mir dieses “Geschäfts”- Modell durchlese beschleicht mich der Gedanke irgendwie doch etwas falsch zu machen … ;-)

        • R_Winter schrieb am 7. Juni 2012 um 09:58 - Permalink

          @Sergio

          Ahnung von ökonomischen und Euro-politischen Fragen magst Du haben, aber sind aus allen Deinen Beiträgen hier nicht ersichtlich.
          Du scheinst Dich auf dem niedrigen Niveau von Merkel zu bewegen.
          Da kannst Du einmal sehen, welche Toleranz Jens Berger aufbringt, Deine vor Dummheit triefenden Ergüsse hier stehen zu lassen.
          Deine Ironie überdeckt die Wahrscheinlichkeit nicht, dass Du ein bezahlter Schreiberling bist und im besten Fall einer der “nützlich Idioten” (frei nach Lenin) der Finanzwirtschaft oder der bezahlten PR-Agenturen.

        • der Herr Karl schrieb am 7. Juni 2012 um 10:36 - Permalink

          @Sergio

          Amüsante Satire, nur ging der Schuss nach hinten los. “Den Genius des Zentralplaners” zu verhöhnen, heisst im Umkehrschluss, die unfehlbare unsichtbare Hand des Marktes zu lobpreisen!

          “den letzten Funken Menschenverstand in ihnen zu wecken, damit sie von ihrem Irrweg abkommen.”
          Schön, dass den Sozis und Linken doch noch die Existenz eines Restverstandes zugestanden wird.
          Es gab doch da mal ein deutsches Lied: “Wenn du denkst du denkst, dann denkst du nur du denkst…”

          Ich freue mich echt auf weitere Kommentare von dir.

        • ola schrieb am 7. Juni 2012 um 11:49 - Permalink

          Ach Gott. Fürchtet euch vor dem gesunden Menschenverstand.

        • OAlexander schrieb am 7. Juni 2012 um 14:58 - Permalink

          @ Sergio

          Nur die Globale Erwärmung verbittet es Vergleiche zwischen dir und Reit im Winkel anzustellen. Reit im Winkel war mal als rechtes Schneeloch bekannt.

    30. zeno(bit) schrieb am 6. Juni 2012 um 17:03 - Permalink

      @ Spiegelfechter or et all, die das Expertenwissen vielleicht auch besitzen ;)

      Ich hätte da mal 2 Fragen zu dem Artikel:

      “Seit der Euroeinführung hatte Spanien – anders als beispielsweise Griechenland oder Portugal – seine Staatsschulden schrittweise abgebaut.”

      Ist hiermit der Schuldenabbau anteilig am BIP oder absolut gemeint?
      Laut eines älteren Artikel der Nachdenkseiten, hat nämlich auch Griechenland seine Staatsschulden (anteilig am BIP) vor der Finanzkrise zurückgeführt:
      2000: 108,9% des BIPs Staatsschulden 2007: 105,7% des BIPs Staatsschulden
      http://www.nachdenkseiten.de/?p=10585
      Oder waren die OECD-Daten damals nicht richtig?

      Man könnte beispielsweise der EZB „gestatten“, die spanischen Banken direkt und ohne den Umweg über die Madrider Regierung zu rekapitalisieren.

      Können sich die spanischen Banken nicht über die EZB refinanzieren?
      Ich dachte, dass einer unserer Systemprobleme die Tatsache ist, dass sich Privatbanken das Geld billigst bei der EZB leihen können (1%) und es dann teuer weiterverleihen?!
      Kommen die spanischen Banken nicht an das 1-prozentig-verzinste Geld??

      • CheckervonBeruf schrieb am 6. Juni 2012 um 17:15 - Permalink

        1. Anteilig am BIP. (Aber am Ende zählt die Verschuldung aller Sektoren zusammen, wie nahe die Krise ist. Und der private Sektor hat das mehr als kompensiert…)

        2. Dazu bräuchten die spanischen Banken aber zu hinterlegende Sicherheiten. Die gehen aus (Spargeld wird abgezogen) oder sind nicht werthaltig (Immobilienkredite). Deswegen springen dann oftmals die nationalen Zentralbanken ein (die dürfen das in begrenztem Maße), die akzeptieren schrottigeren Schrott als die EZB als Sicherheit, aber manchmal zieht die EZB dann nach und verringert auch die Anforderungen. (Beim Querschuss-Blog gab es da kürzlich was zum Thema…)

        • zeno(bit) schrieb am 6. Juni 2012 um 21:26 - Permalink

          1. Okay, dann scheint sich Jens auf andere Zahlen zu beziehen oder eine der Angaben ist nicht ganz richtig…

          2. Alles klar, daran hab ich nicht gedacht, danke für die Antwort.

          • Brick schrieb am 7. Juni 2012 um 00:22 - Permalink

            1. Nein. Griechenland hatte Keine positive Entwicklung bei den Schulden. Vielmehr stagnierten die über 100 % seit ende der 90er. Was du machst könnte man als Cherry Picking bezeichnen und das ist in manchen Kreisen nicht gern gesehen.

            2. Das ist irrelevant. Eigenkapital ist das Problem. Fremdkapital ist dafür kein Ersatz.

    31. Brick schrieb am 6. Juni 2012 um 19:23 - Permalink

      Guter Artikel Jens,

      Anyways, eine Sache bleibt bei dem Artikel noch offen: ist Spanien überhaupt in der Lage sich noch zu refinanzieren? Alles, was wir sehen ist der Sekundärmarktzins. Die eigentliche Frage ist aber gibt es überhaupt noch einen angemessen großen Primärmarkt oder auch gibt es genug Spekulanten um Spaniens Defizit zu finanzieren?

      Ich fürchte, dass dies nicht der Fall ist. Banken weisen Ihre GIIPS exposure aus und reduzieren diese von Quartal zu Quartal. Die allianz hat ja auch schon gesagt, dass sie keinen Bock mehr auf spanische Staatsanleihen hat und da Pimco (allianztochter) der größte Rentenfonds weltweit ist, werden sich die anderen auch nicht mehr trauen und falls doch, werden diese spanischen Bonds den Eigentümern schwer im Magen liegen und deren eigene Bilanz immer weiter beschädigen. Ich denke daher, dass Spanien gar keine andere Wahl hat als EFSF und/oder ESM noch dieses Jahr zu nutzen.

      Damit wird das ganze Konstrukt dann zerbrechen. Spanien garantiert 12 % vom EFSF. Wenn Spanien mit gut 90 Milliarden dafür bürgt, dass das Geld, das nötig ist um Spaniens Schulden, welche es nicht mehr bezahlen kann, zu bezahlen, sicher ist, dann dürfte aller spätestens der Kanzlerin auch klar werden, dass da ein minimaler Designflaw bestehen könnte. (der Satz ist absichtlich unnötig verdreht und kompliziert geschrieben)

      Daher gehe ich nach dem ganzen rumgezehter über Jahre davon aus, dass es noch dieses Jahr Eurobonds geben wird. Das Problem wird sein, dass zu dem Zeitpunkt Griechenland wohl entweder schon “ausgetreten” ist oder klar damit gedroht hat, was die Bonität der Eurobonds in den Keller zieht und damit die Zinsen erhöht. Letzten Sommer wären EBs eine gute Entscheidung gewesen, diesen Sommer sind sie das nicht mehr. Was bleibt ist die EZB. Diese wird aber auch nicht mehr handeln können, da der Eurokurs weiter sinken und damit die Inflation wieder steigen wird und daher, das Rumgeheule in Deutschland nach höheren Leitzinsen beziehungsweise für einen deutschen Euroaustritt/einen Rausschmiss von allen anderen wachsen wird. IMO sind alle Lösungsmöglichkeiten vertan, die eiserne Kanzlerin wird wie ein Klotz Eisenerz sinken und mit ihr ganz Europa. Das wird dann auch der tag sein, an dem die Deutsche Bank refinanzierungsschwierigkeiten bekommt und wir unsere SChulden allein dadurch von heute auf morgen verdoppeln. Sicherer Hafen mein ARSCH.

      • OAlexander schrieb am 6. Juni 2012 um 19:59 - Permalink

        Wer was auch immer sagt: Eurobonds sind auch Müll, wenngleich von einer etwas längeren Haltbarkeitsstufe – aber eher Monate als Jahre.

        Das einzige was hülfe wäre eine letztendliche Ausfallgarantie der EZB: da bleibt der Investor dann nur noch mit einem Währungsrisiko behaftet, und das ist es. Eine direkte Finanzierung durch die EZB zu subinflationären 1% oder so wäre noch besser. Für solche Kredite kann man dann auch reale Anforderungen stellen – solange man auf dem Teppich der Vernunft bleibt und nicht plötzlich Heiligenscheinnachweis oder so was verlangt.

        Am Ende, praktische innerhalb von vielleicht drei oder fünf Jahren – steht der Euro, oder fällt der Euro mit dem Fiskaltransfer – ohne dem er tot ist. Nur, hier muss eine Entscheidung her: ein bisserl schwanger ist nicht. Wenn man den Euro behalten will kommt das mit ebenso vielen Warzen, wie wenn man ihn nun abschaffen will. Es wird eine Entscheidung sein wie man die Zukunft interpretiert.

        • Brick schrieb am 6. Juni 2012 um 23:04 - Permalink

          Ich denke nicht, dass wir noch so viel Zeit haben. Die Entscheidung wird diesen Sommer erzwungen. Die EZB ist IMO handlungsunfähig, da Deutschland anfängt zu ticken, sobald auch nur ein Quartal über 2,0 % Inflation da ist. Kein Mensch achtet darauf, dass eine Ölpreisinflation kaum bis überhaupt nicht durch die EZB bekämpft werden kann. Öl wird bei sinkenden Eurokursen aber weiter steigen.

          Außerdem: Offensichtlich bedeutet aber eine Europaweite Inflationsrate von knapp 2 % schon von selbst, dass irgendwo die Inflation höher liegen muss. Das ist dann immer das Land, wo es eben gerade besser läuft. Zum ersten mal ist das eben Deutschland im augenblick. Offensichtlich können wir das nicht ertragen.

          Die derzeitig deutsche Regierung ist auch handlungsunfähig. Die haben sich so sehr in ihre Austerity verrannt, dass sie nicht mehr ohne Gesichtsverlust da raus kommen. Das gleiche gilt für die deutsche VWL. Die EU war nie handlungsfähig. Selbst wenn wir eine Handlungsfähige Regierung hätten, wie wollen die dem Volk verkaufen, dass wir:

          a) Eurobonds
          b) Eine Transferunion, in der Arbeitslosenhilfe aus einen zentralen EU Topf bezahlt wird und alle Euro Länder in diesen Topf einzahlen müssen
          c) und ein höheres Inflationsziel über Jahre brauchen

          Das sind alles Punkte, die in D nicht mehr diskutiert werden können, aber all das ist nötig und zwar noch diesen Sommer. Nie im Leben wird der Euro in seiner derzeitigen Form weiter existieren können. Sehr wahrscheinlich wird der Austritt/Rauswurf von Griechenland schon der Schlag sein, der den Bankenmarkt zerstört. Sowohl die Deutsche Bank als auch die Allianz werden dann gerettet werden müssen, was wir nicht bezahlen können. Das spiel ist aus. Eigentlich ist es das schon eine ganze Weile. Die DB operiert mit einem Hebel von 40:1. Die Bilanzsumme beträgt 2,16 Billionen Euro. Das ist mehr als D im Augenblick insgesamt an Schulden hat.

          • OAlexander schrieb am 7. Juni 2012 um 10:49 - Permalink

            Das ist alles im Großen und Ganzen richtig. Regierungsparteien die aus dem Amt geworfen werden sollten daher immer ihr Spitzenpersonal baldmöglichst austauschen, damit dieses nicht immer die Dreckspolitik von gestern verteidigen muss, weil sie ja von einem selbst stammt. Daher ist die Opposition nicht in der Lage einen Paradigmenwechsel offensiv zu vertreten.

            Das endlose Recycling von Altstars hat der Australian Labor Party beispielsweise viele Ehrenrunden in der Opposition beschert.

            Was deinen Beitrag anbelangt, ich bin seit langem bekannt als Verfechter einer gepflegten Inflation.

            Was Eurobonds anbelangt, die machen nur Sinn, wenn sie von der EZB garantiert werden, also wenn notwendig gedruckt wird. Ansonsten haben wir nach wenigen Monaten ein allgemein hohes Zinsniveau.

            Das große Problem unserer Zeit ist, dass sich die Welt quasi geeinigt hat wie voranzuschreiten ist – nur Deutschland meint andere Ideen haben zu müssen, Ideen die mit TÜV-Siegel eine globale Depression garantieren.

            • Brick schrieb am 7. Juni 2012 um 16:14 - Permalink

              Was deinen Beitrag anbelangt, ich bin seit langem bekannt als Verfechter einer gepflegten Inflation.

              Du meinst so etwa 3,5 – 4 %, so wie es früher unter der Bundesbank üblich war? Ja sicher ohne eine erhöhte Inflation haben wir gar keinen Ausweg. Ich verstehe nicht, dass all die Arschlöcher, die sich noch vor fünf Jahren allesamt auf Friedman berufen haben jetzt gegen eine Friedmansche Politik sind.
              Außerdem:
              Gott ich hasse diese bullshit behauptung, dass die DM besser war als der EURO weil sie “fester” war. Nur weil die Leute behaupten, dass die BB keine Inflation zugelassen hat, ist das noch lange nicht wahr.
              http://www.besema.de/tipp-v3-Infl.grafik.JPG
              Bis zur Wiedervereinigung hatten wir eine gepflegte Inflation. Ich verstehe nicht, warum sich jetzt die selbe Institution unter Berufung auf sich selbst dagegen stellt, die damaligen Inflationswerte wieder akzeptabel zu finden.

            • OAlexander schrieb am 7. Juni 2012 um 17:22 - Permalink

              @ Brick

              Ich halte Inflation für ein völlig legitimes volkswirtschaftliches Instrument. Der GFC ist ja quasi ein Kind der Deflation, der Deflation auf dem Sektor US-Immobilienwerte. Andererseits wird Inflation immer wieder gerne mit Jubelgeschrei begrüßt – wenn sie bspw. auf dem Aktienmarkt stattfindet!

              Was Inflationsziele anbelangt, mit um die 4% kann man sich mal einpflegen damit sich der Michel akklimatisiert. Ansonsten brauchen wir durchaus zwei drei Jahre hart unter der 10, würde ich sagen – man kann sich über die Details immer gerne auseinandersetzen.

              Was auch vergessen wird: der Euro ist eine Gemeinschaftswährung. Beim Management des Euros muss man also auch gezielt auf die Belange der Schwächeren Rücksicht nehmen. Wer den fachlichen Imperativ nicht anerkennt sollte zumindest das moralische Gebot berücksichtigen.

              Ach ja, es gibt ja immer wieder das beliebte Argument, die Griechen, Spanier, wer auch immer sind selber Schuld. Schulzuweisungen sind hier aber genauso wenig hilfreich, wie sie es bspw. nach dem Ersten Weltkrieg waren.

            • Brick schrieb am 7. Juni 2012 um 18:29 - Permalink

              Hmm 10 % scheint IMO etwas hoch gegriffen. Sagen wir einfach, dass Spanien, um sich zu erholen, eine Inflationsrate braucht, die um 4 % geringer ist als in Deutschland. Das würde bedeuten, dass bei der derzeitigen Inflationsrate in Deutschland von 2,1 % Spanien bei minus 1,9 % liegen müsste. Das wäre massive Deflation und sollte das keiner wollen. Da Löhne nur schwerlich sinken, ist das auch nicht zu erreichen. nehmen wir die oben genannten 4 % mittlere Inflation für den Euroraum an, dann würde Spanien 2% Inflation reichen um wieder wettbewerbsfähig zu werden. Deutschland müsste dann mit einer Inflation von 6 % leben. Die anderen Länder würden auch größtenteils unter 3 % bleiben. Das wären doch Werte, die niemanden schmerzen. Vor allem nicht die deutschen Arbeitnehmer und Häuslebauer.

              *snark* Nur die armen deutschen Sparer, müssten sich nach Finanzprodukten umsehen, die ihnen die Inflationsrate ausgleichen. Dafür würden sie bestimmt ca. 12 min brauchen und das will ihnen die Bundesregierung zu recht nicht zumuten *snark*

            • OAlexander schrieb am 7. Juni 2012 um 19:12 - Permalink

              @ Brick

              Ich sehe Inflation primär als Mittel zur Schuldenvernichtung – die Nummer Eins Priorität unserer Tage – und weniger als Korrektiv für diverse Kaufkraft-Ungleichgewichte und dergleichen .

    32. T-Fighter schrieb am 6. Juni 2012 um 20:25 - Permalink

      “Recht gebe ich Ihnen in Ihrem Punkt, dass Expertenurteile auf beiden Seiten – also bei Euro-Optimisten wie -pessimisten Interessen geleitet sind. Im Kern geht es beim Streit um den Euro gar nicht um makroökonomische Größen wie Wachstum, Beschäftigung oder gesamtwirtschaftlichen Wohlstand und auch nicht um „Europa”. Das sind eigentlich nur vorgeschobene Argumente, um eigene Interessen zu verdecken. Eigentlich geht es um reine Interessenpolitik und darum, wer die Folgekosten einer Problemlösung zu tragen hat. Und da gebe ich Ihnen recht: da machen beide Seiten bewusst oder unbewusst, absichtlich oder nicht Fehler, in dem die einen die Kosten einer Euro-Rettung und die anderen die Kosten eines Grexit unterschätzen, um für ihre Position zu werben.”

      http://faz-community.faz.net/blogs/fazit/archive/2012/06/05/darf-man-sich-den-grexit-ausmalen-ein-briefwechsel.aspx

      • Brick schrieb am 6. Juni 2012 um 23:44 - Permalink

        Was für ein Feigling. “Oh look at me I am standing here uninformed and assigning blame to all sides look at me i am independet.”

        I call Bullshit!

        • T-Fighter schrieb am 7. Juni 2012 um 15:32 - Permalink

          Ich finde deinen versuchte englische Coolness mit “anyways” oder “designflaw” peinlich.

          Wenn du es feige nennst, dass ich die Wahrheit auspreche, dann lebst du mit Scheuklappen. Berger beschönigt seine Analyse Lösung in dem Artikel und wagt es nicht den großen Preis darauf zu tackern: Verzicht nationaler Souveränität. Nur auf seinen Lösungvorschlag bezogen:

          -Wie soll verhindert werden, dass weder Euro-Bonds noch die EZB oder eines der anderen Konstrukte nicht missbraucht werden?

          Sehen wir uns einen Vorschlag an: http://www.nachdenkseiten.de/?p=11397

          “Es wäre beispielsweise möglich, dass über gestaffelte Zinskonditionen ein „künstlicher Markteffekt“ implementiert wird. Wer beispielsweise mehr als 3% Neuverschuldung aufnehmen will, müsste dann nicht 2,5%, sondern z.B. 5% für die Papiere bezahlen, die oberhalb des Grenzwertes liegen. Damit wäre der grassierenden Angst vor dem hemmungslosen Gelddrucken und einer hohen Inflation der Boden entzogen.”

          Die Staaten werden solange sie Zugang zu den Bonds haben, die Zinszahlungen von 2,5%, oder 5% über neue Bonds bezahlen.

          Einen weiteren: http://www.nachdenkseiten.de/?p=10805

          “Diese Sorge ist jedoch komplett unbegründet. Die vertragliche Ausgestaltung der Eurobonds obliegt der europäischen Politik und es gibt viele mehr oder weniger gute Möglichkeiten, die einen „Missbrauch“ wirkungsvoll verhindern können. Als ein Beispiel von vielen sei hier die Aufteilung in „blaue“ und „rote“ Eurobonds genannt.”

          Warum ist die Sorge komplett unbegründet? Bekommt Deutschland ein Veto-Recht, sodass es im Zweifelsfall alleine über das Schuldenmachen entscheiden kann? Ist das wünschenswert? Solange eine Mehrheit über die Ausgabe von Bonds entscheiden kann, werden im Zweifelsfall die Zinsen durch neue Schulden bezahlt.

          • aquadraht schrieb am 7. Juni 2012 um 16:01 - Permalink

            Dein Geschreibsel ist der übliche nationalistische Müll. “Deutschland” muss erst einmal aufhören, Öl ins Feuer zu giessen mit seiner Lohndumping-Politik und seinem Exportimperialismus. Die Eurobonds, oder wie man die Hereinnahme von Staatsanleihen immer nennt, sind derzeit einfach eine Notwendigkeit, damit das System nicht kollabiert und es überhaupt eine Chance gibt, den Euroraum zu stabilisieren. Ich könnte mir auch zwangsweise Höchstzinsen vorstellen, dann gäbe es das ganze Affentheater nicht. Ist im Nationalstaat üblich, Wucher ist verboten.

            Ob es nach einer solchen Stabilisierung eine Fortführung oder Auflösung der Währungsunion gibt, ist dann eine andere Frage. Solange sich die deutsche Wirtschaftspolitik nicht ändert, wäre der Herauswurf Deutschlands aus der Eurozone der erste und vernünftigste Schritt. Übrigens würden “wir” dann trotzdem auf den target2-Forderungen sitzen. Die Zahnpasta ist schon aus der Tube, heul doch.

            a^2

          • Mod schrieb am 7. Juni 2012 um 16:53 - Permalink

            “Wie soll verhindert werden, dass weder Euro-Bonds noch die EZB oder eines der anderen Konstrukte nicht missbraucht werden?”

            Gar nicht wenn nicht verhindert werden konnte sich an die geschaffenen Konstrukte, die dieses Europa einen sollten, zu halten. Diese Krise ist die Krise von Profitgier und die Gierigen schreiben sich mit ESM die Gesetze selbst. Das muß verhindert werden und mein Vorschlag war Asyl und Polizeischutz für die beteiligten Personen die ja auch Verursacher sind, dann brauchen wir unabhängige Staatsanwälte die nicht Weisungsgebunden das Konstrukt auflösen und Gerichte die auch Verurteilen und die Vermögen wieder richtig stellen! Aber wie Ackermann schon sagte, dem Schicksal des A. Herrhausen möchte er nicht erliegen.

            http://www.fr-online.de/wirtschaft/dallara-gibt-chefposten-bei-bankenverband-auf,1472780,16321232,view,asTicker.html

            Wer gibt die Sicherheiten das sich an zukünftige Konstrukte gehalten wird? Wer kann Garantieren das Gesetze eingehalten werden und weshalb wurde bestehende Gesetze nicht eingehalten? Wäre meine Frage an Fr. Merkel.

            • T-Fighter schrieb am 7. Juni 2012 um 18:46 - Permalink

              Merkel setzt darauf, dass sie sich durchwuscheln wird. Ansonsten kann sie immer noch auf den TINA-Moment warten, um die politische Union mitsamt gemeinsamer Haftung durchzudrücken.

              Also alles halb so wild. Der Untergang wird nicht kommen.

          • Brick schrieb am 7. Juni 2012 um 17:47 - Permalink

            @T-Fighter oder soll das TIE Fighter heißen?

            Ich finde deinen versuchte englische Coolness mit “anyways” oder “designflaw” peinlich.

            Interessiert mich absolut nicht. ich schreibe wie ich das will. Grexit ist übrigens auch englisch. Du Hypocrite. oder für dich Uberdeutschen du Heuchler.

            Wenn du es feige nennst, dass ich die Wahrheit auspreche, dann lebst du mit Scheuklappen.

            Du hast Anführungszeichen verwendet also hast du selbst überhaupt nichts ausgesprochen, sondern jemanden anderes zitiert.

            Berger beschönigt seine Analyse Lösung in dem Artikel und wagt es nicht den großen Preis darauf zu tackern: Verzicht nationaler Souveränität.

            Unsinn. Eines der Hauptziele des Euros nämlich die politische Union jetzt als Preis für den Euro zu verkaufen ist Unfug. Der Euro sollte die politische Union näher bringen. Die Art wie das jetzt geschehen muss ist fast so katastrophal, wie die Entscheidung den Euro schon vor der politischen Union einzuführen. Dass du das Ziel nicht gesehen hast ist deine eigene Dummheit, sollte aber Jens keinesfalls dazu bringen, bei seinen Artikeln IMMER und IMMER wieder bei Kindergarten-Niveau anzufangen. Jens soll bitte weiterhin Artikel schreiben, die eines gewissen Maßes an Vorkenntnis bedürfen.

            Die Staaten werden solange sie Zugang zu den Bonds haben, die Zinszahlungen von 2,5%, oder 5% über neue Bonds bezahlen.

            BlaBlaBla. Beweise den Unsinn. Eine Aussage wie diese ist nur dann etwas wert, wenn du beweisen kannst, dass das ein typisches Verhalten ist. Ich sags dir lieber gleich mal vorher. Nein ist es nicht. Es wird nur “Griechenland Griechenland Griechenland kommen”. Dann irgendwas über Portugal, wo ich dir dann aufzeigen muss, dass das immer noch besser gewirtschaftet ist, als wie wir das getan haben und der Rest wird dann *crickets*. Diese Diskussion hab ich schon so oft geführt und das mit Leuten, die wenigstens in der Lage waren, ihre eigenen Gedanken von denen anderer menschen zu unterscheiden, also Leuten die deutlich schlauer sind als du.

            • T-Fighter schrieb am 7. Juni 2012 um 19:12 - Permalink

              „Interessiert mich absolut nicht. ich schreibe wie ich das will. Grexit ist übrigens auch englisch. Du Hypocrite. oder für dich Uberdeutschen du Heuchler.“

              Schreib wie du willst. Mit Beschuldigungen wie „Hypocrite“, „Uberdeutschen“ oder „Heuchler“ kriegst du mich nicht.

              „Du hast Anführungszeichen verwendet also hast du selbst überhaupt nichts ausgesprochen, sondern jemanden anderes zitiert. „

              Ich bin zu schreibfaul.

              „Unsinn. Eines der Hauptziele des Euros nämlich die politische Union jetzt als Preis für den Euro zu verkaufen ist Unfug. Der Euro sollte die politische Union näher bringen. Die Art wie das jetzt geschehen muss ist fast so katastrophal, wie die Entscheidung den Euro schon vor der politischen Union einzuführen. Dass du das Ziel nicht gesehen hast ist deine eigene Dummheit, sollte aber Jens keinesfalls dazu bringen, bei seinen Artikeln IMMER und IMMER wieder bei Kindergarten-Niveau anzufangen. Jens soll bitte weiterhin Artikel schreiben, die eines gewissen Maßes an Vorkenntnis bedürfen.“

              Ich sitze gerade im Zug. Niemand in meiner Abteilung teilt deine Auffassung, dass die Aufgabe der nationalen Souveränität kein Preis ist. Sicherlich ist der Großteil in diesem Land der gleichen Meinung, wenn nicht sogar der Großteil in diesem Forum.

              Berger ging in seinen Artikeln nie über das SEK2-Niveau hinaus. 70% seiner Artikel lassen sich im Grundsatz her auch in Schulbüchern nachlesen. Dieses Vorkenntnisse habe ich sogar noch. (Wenn du mir nicht glaubst, gehe auf Abi-Foren wie abiunity.)

              „BlaBlaBla. Beweise den Unsinn. Eine Aussage wie diese ist nur dann etwas wert, wenn du beweisen kannst, dass das ein typisches Verhalten ist. Ich sags dir lieber gleich mal vorher. Nein ist es nicht. Es wird nur “Griechenland Griechenland Griechenland kommen”. Dann irgendwas über Portugal, wo ich dir dann aufzeigen muss, dass das immer noch besser gewirtschaftet ist, als wie wir das getan haben und der Rest wird dann *crickets*. Diese Diskussion hab ich schon so oft geführt und das mit Leuten, die wenigstens in der Lage waren, ihre eigenen Gedanken von denen anderer menschen zu unterscheiden, also Leuten die deutlich schlauer sind als du.“

              Wieso diese Beweislastumkehr? Es ist doch viel sinnvoller, dass die Befürworter beweisen, dass in Zukunft kein Politiker auf die Idee kommt, unverantwortlich mit Schulden umzugehen, wenn die Möglichkeit eines Missbrauchs besteht. Portugal hat mit diesem Problem wenig zu tun.

            • Brick schrieb am 7. Juni 2012 um 20:11 - Permalink

              Ich sitze gerade im Zug. Niemand in meiner Abteilung teilt deine Auffassung, dass die Aufgabe der nationalen Souveränität kein Preis ist.

              Und? Meine Aussage war, dass die Euroeinführung von Anfang an zum Ziel hatte zu einer verstärkten politischen Union zu führen. Jetzt davon völlig überrascht zu sein ist albern.
              Hesse? Wir haben Feiertag.

              Wieso diese Beweislastumkehr?

              Nein deine Behauptung war, dass dies passieren würde, also ist dies von dir auch zu beweisen.

              Es ist doch viel sinnvoller, dass die Befürworter beweisen, dass in Zukunft kein Politiker auf die Idee kommt, unverantwortlich mit Schulden umzugehen, wenn die Möglichkeit eines Missbrauchs besteht.

              Nein ist es nicht. Diene Behauptung ist anhand des bisherigen Verhaltens von Politikern zu beweisen. Kannst du das nicht, dann ist deine Behauptung falsch. Das ist die richtige Reihenfolge, war es schon immer wird es immer bleiben.

    33. schwitzig schrieb am 7. Juni 2012 um 09:11 - Permalink

      Oha:
      http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/merkel-will-in-euro-krise-macht-an-europa-abgeben-a-837436.html

      Diese EU ist keine für 90% der EU-Bürger. Das riecht nach einem totalitären Wirtschaftsfaschismus. Interessant auch, dass Souveränität nicht nach Straßburg, sondern nach Brüssel abgegeben wird.

      • Sergio schrieb am 7. Juni 2012 um 09:36 - Permalink

        Ich gebe dir 100% recht.
        Aber das wollen doch die Sozis sowie die Linke. So kann man doch besser “steuern”. Da müsste doch einem Spiegelfechterleser Fan das Herz aufgehen und sagen : Endlich ist Europa vereint! Eurobonds kommen, EZB finaziert die Staaten direkt…alles wird jetzt besser, oder nicht?

        • schwitzig schrieb am 7. Juni 2012 um 09:43 - Permalink

          @Sergio
          Ich möchte gerne ein “Europa”. Meinetwegen auch auf gemeinsamer wirtschaftlicher Basis. Diese Merkel-EU wird aber eine demokratieferne Umverteilungseinheit und zwar nicht Umvertzeilung von Land zu Land, sondern Umverteilung ausschließlich von Unten nach Oben mit dem Fernziel einer feudalen 2-Klassengesellschaft, in der die untere Klasse mit Gewalt zu Sklaven geprügelt wird.

          • Spezialdemokrat schrieb am 7. Juni 2012 um 12:12 - Permalink

            @ schwitzig,

            als einer von 1000 Anti-ESM-Demonstranten in München kann ich versichern, dass sich der Rest der Bevölkerung, Eis schleckend, Einkaufstaschen tragend und Fastfood fressend gerne versklaven lässt.
            1000 Menschen waren in einer Millionenstadt nicht damit einverstanden, für Politiker, Banken und Konzerne die apokalyptische Zeche zahlen zu müssen.
            Den Anderen war’s egal. Die gingen mampfend und Schaufenster betrachtend ihrer fröhlichen Wege.

            Zur Abzocke gehören immer zwei Parteien:
            Diejenigen, die zum Narren halten
            und
            diejenigen, die sich zum Narren halten lassen.

            Fraktion zwei ist in Deutschland leider in der überwältigenden Mehrheit.
            Warum sich also darüber beschweren, wenn passiert, was die demokratische Mehrheit haben will?

            • schwitzig schrieb am 7. Juni 2012 um 13:00 - Permalink

              @Spezialdemokrat

              als einer von 1000 Anti-ESM-Demonstranten in München kann ich versichern, dass sich der Rest der Bevölkerung, Eis schleckend, Einkaufstaschen tragend und Fastfood fressend gerne versklaven lässt.

              Richtig. Das ändert sich aber sehr schnell, wenn das Ende der Umverteilung erreicht ist und der CDUSPDFDPGRÜNE-Wähler plötzlich das Eis nicht mehr gekauft werden, er nur noch leere Einkaufstaschen tragen kann und das Fastfood von einem Großteil der Menschen aus den Mülltonnen vor den Villen geklaubt werden muss.
              Dann muss man die Leute zur Sklaverei prügeln, Wasserwerfen oder Tasern – wie auch immer. Nicht umsonst haben Aufstandbekämpfungswaffen bei der Rüstung derzeit Hochkonjunktur – dort muss man als Entwickler eigentlich nur noch sagen, wieviel und was man gerne hätte.
              Genau genommen haben Deine Eisfresser z.B. die neuen Schallwaffen unserer US-Amerikanischen Freunde ja verdient, auch wenn sie dann ähnlich wie in Stuttgart “aus allen Wolken” fallen, wenn sie als “ordentlicher Bürger” mal so richtig eins in die Fresse kriegen.
              Auf jeden Fall ist genau das die EU, die uns erwartet.

            • der Herr Karl schrieb am 7. Juni 2012 um 13:23 - Permalink

              @schwitzig
              Wenn das Ende der Umverteilung erreicht ist und die Kreditwürdigkeit gegen Null tendiert…

              “…erhoffe sich die Schufa zum Beispiel Rückschlüsse auf die Kreditwürdigkeit einzelner Nutzer.
              Denkbar sei aber auch eine Analyse von Texten, um “das Meinungsbild einer Person zu ermitteln”. Interessiert sei man auch an den Adressen der Nutzer, insbesondere, wenn diese sich änderten. Daten könnten auch Personensuchmaschinen, Geodatendienste wie Google Street View und Firmenverzeichnisse im Netz liefern.”
              http://www.dradio.de/aktuell/1777046/

            • Mod schrieb am 7. Juni 2012 um 14:41 - Permalink

              “Eis schleckend, Einkaufstaschen tragend und Fastfood fressend gerne versklaven lässt.”

              Einkaufstasche tragend und ein Eis dabei?, herrlich aber bei Fastfood hört der Spaß auf vor allem wenn der Müll überall liegen bleibt, aber bloß nicht entmutigen lassen denn mit Mehrheiten ist das immer so eine Sache, die kommen und gehen oder sind mal hier und da anzutreffen. Die Verkäuferinnen bei Schlecker z.B. beschweren sich das die Kunden nur noch kommen um die Regale abzuräumen, deren pers. Schicksal wäre dabei vollkommen Egal sagt eine Verkäuferin, würde sie so gerne fragen ob sie denn auch den Schröder wieder und wieder gewählt haben oder ihr gesellschaftliches Arrangement sich darauf beschränkte den Laden (Schlecker) alleine zu schmeißen? “wird schon nicht so schlimm werden” oder “davon haben wir nichts gewusst” lass ich nicht gelten.

        • ola schrieb am 7. Juni 2012 um 12:11 - Permalink

          Ihrer Ideologie folgend, hätten wir heute noch am Dorfausgang eine Zollstation und ne fürstliche Geldwechselbude. Nichts für Ungut, aber es wäre schon eine tolle Angelegenheit, wenn Sie sich dazu durchringen könnten, wenigstens in der Gegenwart anzukommen, bevor Sie hier mit Ihrem gesunden Menschenverstand, der genau bis zu eben jenem Dorfausgang reicht, versuchen mitzureden. Ist doch nicht schön sowas.

          Und vor allem, wir kennen die Argumente schon alle. 1870 waren die Zeitungen voll von Leserbriefen, die sich in Ihren “Argumentationsmustern” ergangen sind. Machen Sie sich nichts draus. man kann auch 150 Jahre gedankllich aufholen, man muss nur ein wenig guten Willen beweisen.

    34. Very Serious Sam schrieb am 7. Juni 2012 um 10:40 - Permalink

      “Wenn Spanien sich zu einem Zinssatz von rund vier Prozent refinanzieren könnte, hätte das Land noch nicht einmal im Ansatz ein „Schuldenproblem“. Die Zeitreihen (..)

      /( Die Moderation meint das ein 13 Zeilen langer Link ungeeignet ist deswegen dem Kommentar entnommen)/

      (..)dass Spanien (und die anderen späteren Eurozonenländer) vor 1999 mit weit höheren Zinssätzen zurechtkamen. Das Argument von 4% (oder auch 7%, wie oft genannt) als obere erträgliche Grenze ist also wenig überzeugend, zumal der Satz ja nur auf neue Kredite fällig wird. Die während der de-facto-eurobond-Zeit zwischen 1999 und 2008 aufgelegten Staatsanleihen der GIPSIFs, also die große Mehrheit der gegenwärtigen Schulden, ist ja mit sehr günstigen Sätzen zu bedienen .

      Es wird übrigens langsam öde, wie mit immer abseitigeren Begründungen Deutschland als der Schuldige an den selbstverantworteten Miseren anderer Länder (und der Finanzindustrie) hingestellt werden soll, und natürlich als verpflichtet, denen da heraus zu helfen, koste es die deutschen Steuerzahler was es wolle. Es sollte langsam mal akezptiert werden, dass nichts davon stimmt. Und Deutschland nicht nru nicht die Pflicht sondern auch gar nicht die Möglichkeiten hat, der Finanzindsutrie oder solchen Länder auf Dauer irgendwas zu finanzieren.

      • Mod schrieb am 7. Juni 2012 um 12:04 - Permalink

        Deutschland nutzt die Möglichkeiten die zur Verfügung stehen um mit den Banken die besten Konzepte zum Geld verdienen einzusetzen. Dazu gehört auch das in Europa erst mal ein paar Länder gegen die Wand fahren. Verstehe die ganze Aufregung nicht und die Krise in Spanien ist eine Immobilien – Blase und die dort vergebenen Kredite wackeln jetzt an anderer Stelle, bzw. werden zum Wackeln gebracht. Das Geschäftsmodell bewährt sich für jeden der daran Beteiligt ist. Die Griechischen Politiker z.B. die den Griechen diese Krise aufgezwungen haben werden deswegen nicht ärmer, arm wird Europa dabei in jeder Hinsicht! Muss mich verbessern, die Deutsche Bank statt Deutschland hätte da oben stehen können, sollen, müssen..

        • der Herr Karl schrieb am 7. Juni 2012 um 12:28 - Permalink

          @Mod

          Viele EU-Länder sind jetzt so weichgeklopft und ausgeblutet, dass die politische Union gefordert werden kann.
          Merkel: “Wir brauchen nicht nur eine Währungsunion, sondern wir brauchen auch eine sogenannte Fiskalunion, also mehr gemeinsame Haushaltspolitik. Und wir brauchen vor allem eine politische Union”, sagte die im ARD-Morgenmagazin. Das bedeute, “wir müssen Schritt für Schritt auch Kompetenzen an Europa abgeben“.”
          Und das vor Kraft strotzende Deutschland (respektive deren starke Konzerne aus Chemie, Finanz und Farben) führt dieses Europa an?

        • der Herr Karl schrieb am 7. Juni 2012 um 12:40 - Permalink

          Nachtrag:
          Interessanter Kommentar, gefunden auf der oben verlinkten ARD-Seite:
          “7. Juni 2012 – 10:33 — Busmeister
          Die Völker in Europa sind weit davon entfernt, ein gemeinsames Europa in der jetzigen Form zu wollen. Und die, die danach rufen, sind auch nur die Eliten aus Wirtschaft und Politik weil sie persönlich die größten Vorteile davon haben.
          Banken und Großkonzerne sind die eigentlichen Gewinner des Euro, der Vergemeinschaftung von Schulden sowie Wegfall von Zöllen und Abgaben. Große Unternehmen ziehen mit ihren Firmen, europäisch gefördert, wie die Nomaden hinter den biligsten Löhnen und den größten Fördertöpfen hinterher. Banken, Versicherungen und Spekulaten profitieren vom Wegfall der Wechselkurse, der Konkurrenz um den Handel an Börsen und den niedrigsten Steuern.
          Nein Frau Merkel. Diesen eurokratischen Manchester-Kapitalismus sowie die schleichende Abschaffung von Demokratie sind weder von den Bürgern gewünscht, noch entsprechen sie dem Geist der Gründung einer europäischen Gemeinschaft.”

          • Mod schrieb am 7. Juni 2012 um 14:54 - Permalink

            @Herr Karl

            “wir müssen Schritt für Schritt auch Kompetenzen an Europa abgeben”

            Aus einem Beitrag davor. Die Kompetenzen gehen an die Banken die ja auch dafür gesorgt haben das wir in Europa jetzt da stehen wo wir sind. Warum die Bank von England kein Interesse an einer gemeinsamen Währung hatte liegt wohl an dem Geschäftsmodell, das ist Imstande dieses Europa Stück für Stück zu zerlegen und so Aufgestellt, das es untereinander erst einmal keine Reibungsverluste gibt, aber was folgt dann oder danach?

            Das Verschwinden des Bretton Woods Wechselkurssystem in dem an die Goldmenge gekoppelter Wert auch ein Tatsächlicher Wert bestand öffnete natürlich alle Schleusen und Tore der Finanzoligarchie und deren Einfallsreichtum und damit wurde auch auf Aufsichtsinstrumente verzichtet, die diese Kapitalströme kontrolliert, an dessen Stelle stehen jetzt Ratingagenturen und weshalb der Roland Berger keine Zustimmung bekam um ein Europäisches Rating Gleichgewicht zu schaffen, die Frage stellt sich so gar nicht und Blauäugigkeit kann man dem Roland Berger ja wohl nicht vorwerfen als Profi, aber was dachte der sich bloß dabei, versuch macht klug oder war er tatsächlich der Meinung die Banken würden ihm ein Mittel zur Hand geben damit er ihre Produkte bewertet?

            • der Herr Karl schrieb am 7. Juni 2012 um 15:11 - Permalink

              @Mod

              Es gibt heute ein aufschlussreiches Foto von Obama, Cameron und Merkel in den Zeitungen. Obama erklärt Merkel den Tarif und Cameron steht stirnrunzelnd und wahrscheinlich mit dem Kopf nickend daneben.
              Obama wird der Merkel inetwa gesagt haben: “So mach mal vorwärts mit den United States of EU. Wir, also die Banker aus den USA und der City of London, geben dir noch bis Freitag Zeit.”

            • Mod schrieb am 7. Juni 2012 um 16:35 - Permalink

              Wir sind schon längst United States, jedoch from Europe und das ist erst mal die einzige gute Nachricht. Der Atlantik dazwischen und China und Russland inklusive Pazifik auf der anderen Seite wirken beruhigend. Die Deutsche Bank hat da Gewicht und das ist es ja auch warum der Kauder so froh..nein sogar Stolz ist, weshalb in Europa wieder Deutsch gesprochen wird, das muss man sich mal vorstellen?

              Er erinnert mich an einen 16 Jährigen der ohne Ausbildung und Arbeitsplatz, die npd bevorzugt weil die “nur für Deutsche” sind? Die europäische Idee als Ideal zum Frieden und Freiheit in der Welt geformt und Europa und Deutschland so dazu beitragen sollte, wird nun vergewaltigt, aber weil der Vergewaltiger die meisten Aktienanteile aus Deutschland hat, jubeln Kauder und der 16 Jährige. Tiefste Provinz könnte man meinen und diejenigen die sagen es wird schon nicht so schlimm werden, man müsste nur ein bisschen Euro-Bonds hier und etwas ESM dort durchdrücken, dann funktioniert es wieder, die irren sich Gewaltig! Deswegen stelle ich mich auch lieber hin und sage das zuerst einmal Gesetze eingehalten werden müssen und an die Verordnungen zur Arbeitsweise der EU muss sich auch gehalten werden, das alles wurde ja aufgestellt um diese Diskussion niemals führen zu müssen.
              Nur weil kriminelle Strukturen und kriminelle Machenschaften schon fast Legal erscheinen, müssen wir uns diesen Strukturen ja nicht noch weiter unterordnen oder deren Interessen nachgeben und sogar fördern? Für mich ist ein Gauner ein Gauner auch wenn er anschließend wieder behaupten wird, “was damals Recht war kann Heute kein Unrecht sein”!

            • Spezialdemokrat schrieb am 8. Juni 2012 um 00:05 - Permalink

              Mein ursprüngliches Bild von einem geeinten Europa präsentierte sich so, dass eben jenes Europa ein Gegengewicht zu den USA und Fernost werden sollte. Das Potenzial hierzu hätte es gehabt.
              In der Praxis ist und bleibt Europa ein Anhängsel der USA und ist noch nicht einmal fähig, sich gegen die politischen und wirtschaftlichen Angriffe von dort zur Wehr zu setzen.
              Hinzu kommen der Maulwurf von der Insel Albion und diverse andere Störfeuer. Des Weiteren hat man über die Köpfe der Europäer hinweg regiert und etwas geschaffen, mit dem sich die Menschen in den Herzen SO nicht identifizieren können. Ein ungutes Süppchen köchelt da vor sich hin.
              Dass sich Europa gegenwärtig selbst zerlegt lässt einem die Frage “wem nützt es ?” in den Sinn kommen.

    35. OAlexander schrieb am 7. Juni 2012 um 12:44 - Permalink

      @ Sam

      Deutschland hat durchaus ein gewisses Mitspracherecht bezüglich wie es pleite geht. Nur, Deutschlands grosser Vorteil ist der niedrige Kurs des Euros, den es unter anderem Griechenland, Irland, etc. zu verdanken hat.

      Bei einem angemessenen DM-typischen Wechselkurs sind die Strassen in deutschland vol von Fiats, Renaults, etc. Die Griechen können sich den einen oder anderen Seelenverkäufer für ihre Marine leisten. In China oder Brasilien bin ich noch eher geneigt dann einen Maserati Quattroporte oder Lexus statt einen Audi oder Benz zu kaufen wenn ich die Kohle habe. Für die Deutschen wird dafür der auslandsurlaub günstig.

      Ich weise zudem mal auf ein grundlegendes Problem hin, das wirtschaften haben die unter einer Rezession leiden: Firmen gehen Pleite und Anlagevermögen, wie Maschinen etc. gehen drauf. Diese nach Ende der Rezession zu Re-etablieren ist teuer bis unmöglich. Unter gegenwärtigen Umständen kann man das ganze sowieso vergessen.

      Von den ganzen Ökonomen, vertreten alle andere Ansichten im Vergleich zu denen die von der Bild-”Zeitung” oder der Bundesregierung beschäftigt werden. Deutschland hat also zwei Alternativen: Fiskaltransfer oder Inflation. Am geeignetsten erscheint eine Kombination von beiden.

    36. Robert Michel schrieb am 7. Juni 2012 um 14:38 - Permalink

      Schwacher Artikel, die Lage in der sich Spanien befindet gleicht, der in der sich Japan seit den frühen 90er Jahren befindet. Dort wurde genau die Politik betrieben die Jan vorschlägt. Es ist Japan mit dieser Politik nicht gelungen sich dem Abwärtstrend zu entziehen. Zu dem stellt sich die Frage, wie wohl die Finanzmärkte auf eine noch höhere Neuverschuldung reagiert hätten. Denn den Einbruch auf der Einnahmeseite hätte es so oder so gegeben, kein Konjunkturprogramm der Welt hätte den Einbruch der spanischen Bauindustrie auffangen können. Die Zeiten in der sich Konjunkturprogramme selbst finanzieren sind längst vorbei, es gibt keine Multiplikatoren von deutlich über eins mehr.

    37. HHarlekin schrieb am 7. Juni 2012 um 15:59 - Permalink

      Jens Berger muß mit seinen ökonomischen Artikel dermaßen viel richtig darstellen, daß die “paläoliberale” (Rüstow) Einheitsfront sich derart echauffiert …
      “schlechter” bzw. “schlechtester” Artikel (sergio), “amRande”s Tirade,
      und jetzt “Robert Michel” mit
      “schwacher Artikel”, das ist ja richtig auffällig.

      Übrigens, “Robert Michel”, da sind so ein paar Behauptungen, z. B.:
      “die Lage in der sich Spanien befindet gleicht, der in der sich Japan seit den frühen 90er Jahren befindet.”
      Interessant. Beleg?
      “Dort (Japan) wurde genau die Politik betrieben die Jan vorschlägt.”
      Wer ist “Jan”? Gibts belegende Literatur zu der Behauptung?
      “Denn den Einbruch auf der Einnahmeseite hätte es so oder so gegeben, kein Konjunkturprogramm der Welt hätte den Einbruch der spanischen Bauindustrie auffangen können.” Beleg?

      “Die Zeiten in der sich Konjunkturprogramme selbst finanzieren sind längst vorbei, es gibt keine Multiplikatoren von deutlich über eins mehr.”
      So? Seit wann? Historisches Datum, an dem das festzumachen ist? Beleg?

      Da ists ja geradezu erfreulich, daß nicht auch noch der uralte “Strohfeuer”-Spruch gekommen ist. ;-)

      Grüße

    38. Mod schrieb am 12. Juni 2012 um 14:00 - Permalink

      Spanien und der Zerfall in Europa, Zitat:

      “Dabei hat die Arbeitslosigkeit mittlerweile auf mehr als 24 Prozent zugenommen – Tendenz: steigend -, die Warenproduktion ist auf das Niveau der frühen 1990er Jahre abgerutscht. Die Austeritätsdiktete drohen nun sogar neue Kreditausfälle hervorzurufen; Finanzexperten sprechen bereits von einem “Vorsorgebedarf” nicht von 100, sondern von 260 Milliarden Euro.”

      “Der nächste entmachtete Staat”

      http://www.german-foreign-policy.com/de/fulltext/58347

    39. DerNeuehier schrieb am 15. Juni 2012 um 21:13 - Permalink

      Also zur spanischen Krise gibt es ein schönes Video auf Youtube:
      http://www.youtube.com/watch?v=aAE1417VFeM&feature=player_embedded
      (mit deutschen Untertiteln).
      Meiner Meinung nach haben sowohl deutsche wie auch alle europäischen Politiker die Gesetze gelockert, weil sie der Liberalismus-Sekte verfallen waren. Und die Banken haben schön mitgemacht bei der Kreditsause. Und was machen die “Linken”? Sie spielen das Lied des Nationalismus, so z.B. die SP in den Niederlanden (jüngste Umfragen in NL sehen die SP als stärkste Partei,, ihre Anhänger lehnen die EU, bzw. die europäische Idee der Integration aber genauso ab wie die von der rechten Wilders-PVV, Quelle peil.nl, Juni12)oder dieser Tsipras in Griechenland, der meinte die bisherigen griechischen Politiker hätten u.a. die “griechische Fahne an Angela Merkel ausgehändigt” (Quelle tagesschau.de, Juni 12, Wahlkampfendspurt in Griechenland).

      Ich stimme hier Spiegelfechter absolut zu in seiner Analyse. Leider erleben wir nun ein Weimar auf Europäischer Ebene, weil Rechte und Linke sich in der Ablehnung der EU einig sind. Dabei liegt gerade in der Zusammenarbeit eine riesige Chance. Die Alternative wäre ein Schwächung des Sozialstaatsmodells in Europa und der Sieg der Finanzmarktlobby.

      Und wer freut sich? Die USA und UK, bzw. ihre dortigen Banken. Müssen sie doch keine Finanztransaktionssteuer fürchten, solange sich die EU-Länder sich streiten, wer in der Vergangenheit der Schlimmere Anhänger der Liberalen-Sekte war. Und die USA können weiterhin vom Dollar als Weltleitwährung träumen und von ihren Schuldenproblemen ablenken, sind die Ratingagenturen doch auch amerikanisch.

      Ganz konkret: Spanische Freunde von mir haben in Spanien kurz vor dem Zusammenbruch der Blase eine “Wohnung gekauft”. Mit kräftiger Unterstützung der Hausbank (quasi 0% Eigenkapital). Nun fressen steigende Zinsen das sinkende Einkommen auf. Und was machen die angeblich Linken Politiker, die sich ja immer für das Volk und gegen die bösen Reichen einsetzen? In Griechenland wollen sie die Schulden nicht mehr zahlen, sprich die griechische Fahne zurückhaben von Merkel. Sollte Tsipras am Sonntag in Hellas gewinnen, so werden die Freunde in Spanien wohl unter ihren Zinslasten erdrückt werden. Ich freue mich schon auf den Montag, bzw. die nächste Woche! Das nennt man dann wohl Solidarität, oder?

      Ach ja die sogenannte linke SP in den Niederlanden möchte auch wieder vermehrt Kompetenzen nach Den Haag zurückholen. Renationalismus also. Letztlich wollen sie nicht mehr für die Spanier, Italiener und Griechen zahlen, aber sie verpacken es geschickter, als die dummen PVV’ler. Es kommt aufs Gleiche raus. Die sogenannte Linke redet mit ihren nationalen Tönen den Marktliberalen und Bankern das Wort und bereitet dann den richtigen Nationalisten durch diesen Tabubruch den Boden…. Ich fass es nicht!

    40. Mandragora schrieb am 15. Juni 2012 um 21:20 - Permalink

      Grundsolide Volkswirtschaft!? Wie kann man den eine grundsolide Volkswirtschaft mit einem “vor kurzem” auferlegtem Spardiktat in die Knie zwingen?
      Ist eine Volkswirtschaft grundsolide wenn sie ein Spardiktat von Außen akzeptiert?

      Ist denn überall nur noch Stimmungsmache? – steife Brise, zerstörerischen Orkan, Flächenbrand…


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