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  • Meinungsmache gegen die Finanztransaktionssteuer – Die FAZ als verlängerter Arm der Finanzlobby

    geschrieben am 11. Juni 2012 von Spiegelfechter

    Es liegt in der Natur der Sache, dass die Finanzwirtschaft die geplante Besteuerung von Finanztransaktionen ablehnt und auf breiter Front zum PR-Gegenschlag ausholt. Mehr als bedauerlich ist es jedoch, dass die angesehene FAZ dieser PR auf den Leim geht und ihren Lesern ungefiltert die Meinungsmache der Finanzlobby als redaktionellen Inhalt auftischt. Glaubt man der FAZ, könnte eine Finanztransaktionssteuer den „normalen“ Riester-Sparer bis zu 14.000 Euro kosten – doch sowohl die Argumentationskette als auch die zugrundeliegende Rechnung sind nicht einmal im Ansatz nachvollziehbar.

    Im FAZ-Artikel „So trifft die Transaktionssteuer die Privatleute“ bieten die Frankfurter Zeitungsmacher der Finanzlobby eine Bühne, um die Finanztransaktionssteuer (FTS) auf ihre eigene Art und Weise zu bewerten. Zu Wort kommen in diesem Artikel Vertreter der Lobbyorganisation „Bund der Steuerzahler“ und des Bundesverbandes Investment & Asset Management e.V. (BVI), der zentralen Interessenvertretung der deutschen Investmentbranche. Von dieser Organisation stammt auch das einleitende Rechenbeispiel, das von der FAZ im redaktionellen Teil 1:1 übernommen wurde. Grundlage dieses Rechenbeispiels ist der angeblich „typische Riester-Fonds“ UniGlobal. Und bereits hier beginnt die Meinungsmache. Der UniGlobal ist kein Riester-Produkt, sondern ein weltweit investierender Aktienfonds unter dem Management der Union Investment Privatfonds GmbH. Auch wenn dieser spezielle Fonds eine vergleichsweise konservative Anlagestrategie verfolgt, gelten für ihn dennoch die Risikoeinschätzungen, die für jeden Aktienfonds gelten. Daher wird er von seiner Fondsgesellschaft auch als Anlageprodukt mit „erhöhtem Risiko“ vermarktet und ist somit auch nicht als reines Riester-Produkt zugelassen. Nichtsdestotrotz erfreut sich dieser Fonds auch bei Riester-Sparern einer gewissen Beliebtheit. Der Grund dafür ist, dass das weitverbreitete Riester-Produkt UniProfiRente, das ebenfalls von Union Investment vertrieben wird, die Riester-Gelder von jüngeren Sparern gerne in diesen Fonds schichtet. Da der Fonds jedoch viel zu riskant für die alleinige Altersvorsorge ist, schichten die Fondsmanager von UniProfiRente die Anlegergelder bei bestimmten Schwellenwerten in den Rentenfonds UniEuroRenta um, der die Kundengelder ausschließlich in Staatsanleihen im Euroraum anlegt. Dies geschieht auch gegen den ausdrücklichen Willen der Riester-Sparer. So hat Union Investment beispielsweise alleine im Herbst 2008, als die Aktienkurse weltweit im Kielwasser der Finanzkrise in den Keller gingen, bei 200.000 Riester-Verträgen die Reißleine gezogen und die Kundengelder mit hohen Verlusten von dem Aktienfonds UniGlobal in den Rentenfonds UniEuroRenta umgeschichtet. UniGlobal ist somit alles andere als ein „typischer Riester-Fonds“.

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    Tags: Kampagnenjournalismus Medien
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    1. Neue Unrechtssysteme für das Internet | Auceza

    48 Kommentare:

    1. Momo schrieb am 11. Juni 2012 um 14:10 - Permalink

      @Spiegelfechter

      Du schreibst:

      “Unterstellt man – wie der BVI es tut –, 100 Euro Sparbetrag pro Monat, eine jährliche Umschichtung von 90% des Portfolios und einen Steuersatz von 0,1% pro Transaktion, kommt man bei 5,0% Rendite und 40 Jahren Laufzeit auf insgesamt 1.718 Euro Steuerbelastung und eine Wertminderung von 3.028 Euro beim Sparvermögen am Ende der Laufzeit. Bei vierzigjähriger Laufzeit heißt dies, dass im Schnitt 26 Euro Finanztransaktionssteuer pro Jahr fällig werden.”

      Die Rechnung “40 Jahre x 26 Euro/Jahr” ergibt eine Belastung in Höhe von 1.040 Euro. In wiefern kann man diesen Wert mit den 1.718 Euro bzw. den 3.028 Euro vergleichen?

      • Spiegelfechter schrieb am 11. Juni 2012 um 14:17 - Permalink

        Oh Mist – da habe ich mich selbst verrechnet bzw. die falsche Excel-Zeile rausgesucht. Ich habe schon eine Korrektur veranlasst.

        Korrekt sind es 43 Euro pro Jahr. Die 26 beziehen sich auf 100 Euro Monatsbetrag, 90% Portfolioverlagerung und 1,75% Rendite und nicht auf 5,0% Rendite. Sorry.

    2. Mod schrieb am 11. Juni 2012 um 15:07 - Permalink

      “Die Steuer unterscheidet nicht zwischen gewünschten und weniger erwünschten Transaktionen.”

      Damit wäre der Handel im Sekundentakt außen vor und die Werbung in der FAZ schon Geschichte? Wenn dann noch erwähnt wird das Riester-Sparer auch in Streubomben investieren sofern sie ihre Gesellschaft noch nicht angeschrieben haben dieses zu unterlassen, sollte das Prädikat >international Geächtet< auch strafrechtlich Relevant sein?

      Erstaunlich zu sehen wie deren Berechnungen falsch und am Ende zur Unwahrheit wird, oder darf man es schon Betrug nennen? Wobei die Frage nach Redaktioneller und Anzeigenteil sich u.U. gar nicht mehr stellt?, aber der Autor mit Abschluss den "Master of Science in International Banking and Financial Services" wohl Voraussetzung für krumme Zahlen?

    3. Mod schrieb am 11. Juni 2012 um 15:49 - Permalink

      Beschlossene Sache!

      “(..)Ein wahrer Geldsegen wird über die Eurozone niedergehen. Die Refinanzierung des Bankenapparats ist unlimitiert!”

      das sagt Thorsten Polleit, Chefvolkswirt Barclays Capital Deutschland. Meine Meinung ist das wir sogar Europameister werden!

    4. Beate schrieb am 11. Juni 2012 um 16:53 - Permalink

      Wem gehört eigentlich die FAZ?

      http://www.taz.de/1/archiv/archiv/?dig=2006/04/15/a0116

      Unabhängig davon halte ich die Finanztransaktionssteuer nicht für geeignet die Arbeitsmärkte zu rereformieren.

      Sie streut ein bisschen Sand ins Getriebe bis die grossen Körperschaften juristische Tricks ersonnen haben diese zu umgehen.

      Warren Buffet verdient sein Geld damit 1000 Dollar-Noten vom Boden aufzuheben die laut Volkswirtschaftstheorie dort nicht liegen dürften.

      Ändert die Finanztransaktionssteuer etwas daran?

      Der Fiskalpakt bedeutet ein Umverteilungsvolumen von 480 Milliarden Euro jährlich.

      Und das von unten nach oben!

      Hat das jemand einmal gegengerechnet?

      • Auceza schrieb am 11. Juni 2012 um 23:57 - Permalink

        Also diese Umverteilungsrechnung “von unten nach oben” bleibt mir schleierhaft.
        Wenn für alle Finanztransaktionen eine Steuer eingeführt wird, wird das vor allen Dingen die Spekulationen eindämmen.

        Wenn das Gesetz Schlupflöcher für irgendwelche Personen, Personengruppen oder Organisationsformen offen lässt, ist es schlecht gemacht. Dies würde jedoch eine Finanztransaktionssteuer nicht per se zu einer ungeeigneten Maßnahme machen.

        Schließlich dient die Finanztransaktionssteuer auch nicht dazu, die Arbeitsmärkte zu reformieren. Wer versucht einen direkten kausalen Zusammenhang zwischen der Einführung dieser Steuer und den Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt herzustellen, argumentiert meiner Ansicht nach ziemlich “spekulativ”.

        P.S.: Die taz.de ist m.E. eine ebenso unglaubwürdige sowie manipulierende Informationsquelle wie FAZ.net.

    5. Very Serious Sam schrieb am 11. Juni 2012 um 19:33 - Permalink

      Sehr guter Artikel! Wurde auch langsam mal wieder Zeit :)

      Da dem eigentlichen Artikel meinerseits nichts mehr hinzuzufügen ist, am Rande zu Union Investment. Da fällt mir ein, dass die, als ich selbst noch so Unsinn wie Fondssparen betrieb, und die Performancetabellen recht nahe verfolgte, zwar stets mit an der Spitze waren, was Ausgabeaufschläge und/oder laufende Fondsgebühren betraf.

      Das Ergebnis für die Fondskäufer war aber meist unter ferner liefen, ich kann mich jedenfalls nicht erinnern, Union Investment Fonds öfter mal auf den Spitzenplätzen der einschlägigen Rankings aus Sicht der Fondskäufer gesehen zu haben.

      Oder überhaupt mal. Aber ich verfolge zugegebenermaßen den ganzen Fondsmurks seit langem nicht mehr, da ich meine paar Spargroschen selbst werthaltiger und weitaus kostengünstiger anlege, als es die ‘Profis’ der Fonds machen.

    6. lemmy caution schrieb am 11. Juni 2012 um 20:31 - Permalink

      Die Welt wäre besser, wenn jeder Mensch diesen Artikel lesen würde.
      Die verantwortlichen Journalisten und Hintergrund-Lobbyisten sollten nach so einer Schei**e an den Nasenring ins Fernsehstudio zur besten Sendezeit geführt werden und von ein paar sachkundigen Fragestellern gegrillt werden.

      • lemmy caution schrieb am 11. Juni 2012 um 20:34 - Permalink

        Falls das jemand für Nötigung und gegen freie Meinungsäußerung sieht. Falsch. Falsch. Falsch. Es ist Selbstverteidigung nach dieser Kette an Finanzkrisen gegen diese Bankster Lallbacken.
        Wie man in Köln sagt: Nit frischmachen… klarmachen… dä Seemann rät: Immer auf die 12.

    7. Shitop schrieb am 11. Juni 2012 um 20:51 - Permalink

      Endlich mal wieder ein Beitrag in alter Spiegelfechter Qualität. Ich war schon drauf und dran, eine Lesepause einzulegen.

    8. Frank Reichelt schrieb am 11. Juni 2012 um 21:06 - Permalink

      Die Frage die ich mir stelle lautet: Was hat Kent Brockman mit diesem Artikel zu tun?

      • Shitop schrieb am 11. Juni 2012 um 21:55 - Permalink

        Kent Brockman arbeitet derzeit als Praktikant bei der FAZ, da er in seinem Haupt-Job als Moderator der Nachrichten in Springfield derzeit ein Sabbatical eingelegt hat.

        • Frank Reichelt schrieb am 12. Juni 2012 um 11:32 - Permalink

          Meinetwegen, aber die Instrumentalisierung einer bekannten Comic-Figur zur zur Verbreitung einer politischen Botschaft ist zumindest bedenklich!
          Wenn das Matt Groening wüsste!

    9. HHarlekin schrieb am 11. Juni 2012 um 22:26 - Permalink

      @ Jens Berger

      Deshalb lese ich immer wieder SF: Wegen Artikeln wie diesen, die ich gerne an Freunde weiterschicke. Man begreift dank der guten Schreibe Hintergründe und Ablauf der Vorgänge.

      Deer FAZ-Artikel ist ja “nur” die Edelvariante der Sprüche, die in den letzten Jahren aus Unions-, FDP- und Mainstream-Ökonomenkreisen kam, zentrales Argument: Die kleine Rentnerin und der kleine Riestersparer seien viel schlimmer betroffen als die Zocker, weshalb die Finanztransaktions-Steuer untauglich sei – wie es sich tatsächlich verhält ist sehr gut herausgearbeitet.

      Aber das 14.000,- € – Beispiel kam mir dunkel bekannt vor, und siehe da:

      Im Tagesspiegel v. 2.2.2012 wurde es schon einmal verwurstet:

      “Union Investment, Fondstochter der Volks- und Raiffeisenbanken, hat ausgerechnet, dass Riester-Sparer mit dem Uni-Global-Fonds bei einer monatlichen Sparrate von 100 Euro über 40 Jahre mit einer zusätzlichen Steuerlast von bis zu 14 000 Euro zu rechnen hätten.”

      Und am 6.2.2012 brachte der Focus einen ganz ähnlichen Text.

      http://www.focus.de/finanzen/boerse/aktien/transanktionssteuer-teure-zockerbremse_aid_710785.html

      Auf den Bund der Steuerzahler wird in beiden Texten ebenfalls verwiesen.
      Nach weiteren Beispielen suche ich nicht es gibt noch mehr, befürchte ich.
      Die propagandistischen Zeilenschänder werden wohl faul? Sie verwursten alle paar Wochen den gleichen Text? Die geben sich beim Lügen nicht mal mehr ein bischen Mühe. ;-)
      Und ein wirklich mieses, aber erhellendes Stück, wie sich hier die Presse (4. Gewalt … haha …) selbst ad absurdum führt.

      Freundliche Grüße

      • HHarlekin schrieb am 11. Juni 2012 um 23:11 - Permalink

        Ergänzung: Hier doch noch 3 Beispiele:

        Dr. Volker Wissing, Vizevorsitzender der FDP-Bundestagsfraktion am 29.2.2012

        (FDP … warum bin ich nicht verwundert?)
        und das unvermeidliche Handelsblatt am 31.1.2012

        http://www.handelsblatt.com/politik/international/finanztransaktionssteuer-14-000-euro-steuer-fuer-einen-durchschnittlichen-riestervertrag/6126660-4.html

        sowie der Focus nochmal am 11.4.2012:

        http://www.focus.de/finanzen/boerse/aktien/steuer-boersensteuer-verteuerte-transaktionen_aid_735552.html

        Überall wurde das 14.000,- € – Beispiel wiedergekäut.

        Und keiner hat das mal nachgerechnet? Wie schrieb Jens Berger?

        “Die FAZ-Überschrift „So trifft die Transaktionssteuer die Privatleute“ ist somit Meinungsmache schlimmster Art und keine neutrale Berichterstattung, sondern Manipulation im Namen der Finanzlobby.”

        Unter Einbeziehung zahlreicher weiterer “Qualitäts”-Blätter ist dem nichts hinzuzufügen.

        Grüße

      • HHarlekin schrieb am 12. Juni 2012 um 16:43 - Permalink

        @ Jens Berger

        Die FAZ selbst hat sich selbst recycelt ;-), so schon am 31.1.2012:

        “Transaktionssteuer trifft Kleinsparer … Die Kosten von 14.000 Euro ergeben sich für einen 40 Jahre laufenden Vertrag, in den ein Kunde monatlich 100 Euro einzahlt und der sich mit 5 Prozent im Jahr nach Abzug der Kosten verzinst…”

        Ergänzung: Potsdamer Neue Nachrichten am 2.2.2012:

        “Riester-Sparer mit dem Uni-Global-Fonds bei einer monatlichen Sparrate von 100 Euro über 40 Jahre mit einer zusätzlichen Steuerlast von bis zu 14 000 Euro…”

        ist aber auch logisch: Die “pnn” gehört zum Verlag des Berliner “Tagesspiegels”, der sich an dieser Propaganda ja s. o. beteiligte,

        und die “Welt” darf nicht fehlen an der Desinformations-Front, siehe am 14.1.2012:

        “So gefährlich ist die Börsensteuer für Anleger …
        Riester-Fondssparer mit insgesamt 14?000 Euro belastet. …”

        Selten bekommt man so offen vorgeführt, auf welch breiter Medienfront die Manipulation läuft, dieser Fall ist mal echtes Anschauungsmaterial. ;-)

        Ich gehe mal davon aus daß die Überprüfungungen des SF/der NDS keine Folgen haben werden, und der Unsinn wie gehabt weiterhin stur verbreitet werden wird, das walte die Finanzlobby … ;-)

        Grüße

        • OAlexander schrieb am 12. Juni 2012 um 18:17 - Permalink

          HHarlekin, bedanke mich für deine Recherche. Die Gemengenlage zeigt, dass die FAZ sich doch gute vier Monate bitte ließ ehe sie zum Volzug schritt. So ein paar Anzeigenseite, respektive die Androhung von deren Entzug höhlen letztendlich doch die redaktionelle Moral aus. Wird zudem Zeit, dass mit dem Schlachtruf “Rettet den Börsenstandort Deutschland” das Nieveau (NB) noch weiter angehoben wird.

        • HHarlekin schrieb am 12. Juni 2012 um 19:13 - Permalink

          Gern geschehen. Nur der Vollständigkeit halber:
          Auch “dradio” hat das 14000er-Beispiel am 31.1.2012 verbraten, relativ unkritisch in eine Fragestellung verpackt, jedoch kann hier der Befragte, Niels Nauhauser, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg, ganz solide dagegenhalten, wenngleich er das Beispiel zwar nicht für typisch, aber doch erstmal plausibel berechnet hält. Da hat Jens Berger deutlich “schärfer” nachgerechnet. Dennoch ist erstaunlich, daß dieses 14000er-Beispiel auch hier recht unkritisch die Redaktion passiert hat und auf diese Weise von der Moderatorin verwendet wurde.
          Man wünschte sich, daß in der Presse allgemein, wenn schon nicht wie SF, dann doch mindestens wie Nauhauser dagegengehalten hätte.
          Die Propaganda-Büros der Finanzwirtschaft haben gründliche Verteiler … ;-)

          Text und Audio-Datei hier

          Grüße

    10. Auceza schrieb am 11. Juni 2012 um 23:05 - Permalink

      Die FAZ erscheint mir sowieso als ziemlich konservativ und manipulierend.
      Wer nimmt denn so einen Artikel überhaupt noch ernst???
      Die Leserschaft von FAZ.net sucht doch nur nach einer Bestätigung für ihr durch Vorurteile beschränktes Weltbild, welche dann auch prompt geliefert wird.

      Wenn ich mir die Kommentare zum verlinkten FAZ – Artikel anschaue, habe ich außerdem das Gefühl, dass da kaum jemand das Ganze als so “skandalös” empfindet (z.B.: 14.000 in 40 Jahren sind doch nicht viel) wie es die gesamte Aufmachung des Artikels suggerieren mag.

      Des Weiteren scheint sich FAZ.net bewusst geworden zu sein, dass das Niveau der dortigen Diskussion und damit auch das Niveau des Publikums nicht besonders werbewirksam ist:
      “…Die Leserkommentare waren zuvor unter dem Artikel und konnten positiv wie negativ bewertet werden, danach wurden die Leserkommentare in einen Reiter verbannt und eine negative Bewertung ist nicht mehr möglich.”
      (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Frankfurter_Allgemeine_Zeitung)
      Meines Erachtens werden sogar auf gmx.de Diskussionen thematisch engagierter und differenzierter geführt als bei FAZ.net.

      Wenn ich mich über kritische Meinungsbilder informieren mag, lese ich beispielsweise den Spiegelfechter und nicht FAZ.net.

      Was das Thema Transaktionssteuer anbelangt, ist vom Prinzip her klar, dass gerade das konservative Milieu in Sorge ist, weil nun mit höheren Abgaben gerechnet werden muss. Dabei wäre die Steuer sinnvoll und angemessen in einer Zeit der ausufernden Börsenspekulation.
      Ich kann in dieser Angelegenheit eigentlich nur John Maynard Keynes zustimmen:
      „Die Einführung einer nicht unerheblichen Verkehrssteuer auf alle Transaktionen könnte sich als die brauchbarste Reform im Hinblick auf die Abschwächung der Vorherrschaft der Spekulation über Unternehmen in den Vereinigten Staaten, die zur Verfügung steht, erweisen.“
      (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Finanztransaktionssteuer)

    11. lemmy caution schrieb am 11. Juni 2012 um 23:19 - Permalink

      Jemand sollte einen pluralistischen Politikinteressierte e.V. gründen.
      Geld sammeln.
      Eine ganzseitige Anzeigenkampagne in FAZ, Focus und Handelsblatt kaufen, in der gegen diese bewußte Irreführung mathematik-schwacher Riester-Sparer protestiert wird.

      • fledder schrieb am 12. Juni 2012 um 02:06 - Permalink

        Prima Idee! Da lässt sich doch bestimmt was machen Leute, oder?

        • Lemmy Caution schrieb am 12. Juni 2012 um 09:45 - Permalink

          Für das jetzt sehr kurzfristig. Könnte Bestandteil meines eigenen politischen Webprojekts sein, für sowas den organisatorischen Rahmen zu bilden.

          Als bekennender Troll, der alle ausser dem einzigartigen che2001 nervt, indem er unermüdlich Liberale und Neo-Marxisten zu Mäßigung ihres haarsträubenden Rumprangern auffordert, bin ich für so ein Baby vielleicht eine ganz gute Mutter.

          Auf dem kahlen Felsgipfel Hassan i Sabbahs fehlt jegliche parteipolitische Linie. Ich könnte zwischen (Ost-) SEDlern und FDP alles wählen.

          Eins ist klar: Gewisse Mitmenschen (?) im Finanzsystem funktionieren so, dass sie niemals Ruhe geben. Dagegen muß eine Verteidigungslinie über ideologische Grenzen aufgebaut werden.
          Im internationalen Kampf gegen die Auswüchse eines zivilisations-zersetzenden und von jeglichen moralischen Bindungen gelösten Neoliberalismus gingen 10% der Einnahmen an Proyecto_Combi@Holding_Precario von Ariel Zuniga in Chile.
          Ich halte diesen Bereich halte ich für kleiner als hier viele glauben, aber für existent.

          Eine solche Kampagne würde sicher Aufmerksamkeit erzeugen.

          Lemmy “Gramsci” Caution

          • schwitzig schrieb am 12. Juni 2012 um 14:35 - Permalink

            @Lemmy Caution

            Troll, der alle ausser dem einzigartigen che2001 nervt,

            na, wenn sich da nicht mal einer in seiner tatsächlichen Bedeutung überbewertet … :-).

            Der echte Lemmy Caution war übrigens cool.

          • Niels schrieb am 12. Juni 2012 um 15:08 - Permalink

            @ Lemmy
            So habe ich früher um diese Uhrzeit auch geschrieben als ich schon um acht meine ersten vier Underberg drin hatte.

    12. leslie schrieb am 12. Juni 2012 um 10:54 - Permalink

      Wisst ihr was es gibt,
      wenn man sich als Politiker an höchster Stelle gegen die Finanzmafia wehrt.

      Eine Kugel in Kopf.
      http://www.youtube.com/watch?v=-HbDE4yd55A

      Geld ist Religion.
      Und Banken sind die Kirchen:
      http://www.youtube.com/watch?v=MWRAFry0KBs

      Mfg

    13. lupo schrieb am 12. Juni 2012 um 12:25 - Permalink

      Die FAZ erhält doch viele Stellen Anzeigen der Bank Institute und so sollte es nicht verwundern.

    14. WoodyEllen schrieb am 12. Juni 2012 um 13:02 - Permalink

      Vielen Dank für den Artikel und die Rechnerei, um einmal zu belegen, wie weit weg von der Realität die Berechnungen der Lobbyisten sind.

      Vielen Dank auch @HHarlekin. Durch die vielen Beispiele kann man wirksam den Menschen erklären, wie Lobbyismus funktioniert.

      Der Artikel von SF und die Beispiele von HHarlekin machen eindrucksvoll deutlich, dass erst eine “Information” gestaltet wird, die möglichst dazu dienen soll, dass die einfachen Bürger es mit der Angst bekommen soll und die vor allem glauben sollen, dass es eben nicht die Reichen sind, die es trifft, sondern die kleinen Sparer. Dann wird eben diese “information”, so absurd falsch sie auch sein mag, immer wieder verbreitet, so dass sie in den Köpfen hängen bleibt und aufgrund der häufigen Verbreitung als “Wahrheit” (beim Focus heißt dann wohl “Fakten”) betrachtet wird.

      Abgesehen von dieser schändlichen Lobbyarbeit hat man bei dieser ganze Angstmacherei kein Wort darüber verloren, dass der größte Teil des Geldes, das von den Riester-Sparern nicht angelegt wird, als Kosten an die Gesellschaft geht, die dieses Produkt verkauft. Auch wird nicht erwähnt, dass die Riester-Rente viel Geld aus dem Staatsäckel (über die staatlichen Zuschüsse) und aus den Geldbörsen der armen Leute in die Gewinne der großen Investmentfirmen leitet. Dadurch bleiben die Divenden der großen Gesellschaften fett und die Eigentümer immer reicher. All dieses Geld hätte im Rahmen der gesetzlichen Rentenversicherung beim Rentner landen sollen. Dann wäre das Geld auch weitestgehend wieder in den Wirtschaftskreislauf zurückgeflossen.

      WoodyEllen

    15. Sylvia schrieb am 12. Juni 2012 um 14:17 - Permalink

      Jaja, so wirds gemacht. Aber eben nicht nur bei der Finanztransaktionssteuer, auch auf anderen politischen Gebieten. Die Menge an Meinungsmanipulation ist so ungeheuer groß, dass man ihm nicht glaubt, wenn irgendwer mal die Wahrheit sagt. Was für ein stinkender Sumpf.

    16. OAlexander schrieb am 12. Juni 2012 um 14:56 - Permalink

      Im Hinblick auf Advertorials bietet der Artikel eigentlich nicht viel Neues. Wie der gut recherchierte und geschriebene Artikel allerdings mit voller Berechtigung die ach so seröse FAZ entlarvt und damit eine Institution, die zwar konservativ aber dennoch glaubwürdig war, bloss stellt, ist als solches traurig.

      Zwei weitere Anmerkungen:

      1.) Die Firma “UniGlobal” ist eine Tochter der Volks- und Raiffeisenbanken, also auf diese Art und Weise als dem Genossenschaftswesen entsprungen. Erneut linke Traditionen in der neuen Heimat irgendwo rechts draussen, beim höchsten Bieter.

      2.) “Riesterrenten” und dergleichen brauchen mal eine gewissenhafte Hinterfragung. Ich persönlich kann mir nicht vorstellen dass diese eine sinnvolle Methodik zur Altersvorsorge sind. Bspw. in Australien zahlt jeder Arbeitnehmer 9% seines Einkommens in “Superannuation”-Fonds, was in der Regel Aktien-Fonds sind. Australien hatte wegen des Resourcenbooms keine Rezession nach dem GFC 2008, dennoch aber sind die Wertsteigerungen der meisten dieser Fonds negativ.

      In Japan ist der Hauptaktienindesx, der Nikkei, seit Jahrzehnten Rückläufig. Nachdem er mal bei 18.000 und dann lange Jahre bei 11.000 war ist er nun bei 8.000.

      Ich mag ja blöd sein, aber Aktienwerte können wahrscheinlich im Schnitt nicht mehr wachsen als die allgemeine Wirtschaft. Wie ich einmal jung war, galten Aktien sind einigermassen gut gepreist wenn sie einen Firmenwert von etwa 10-12 Jahresgewinnen entsprachen. Heute sind wir da oft bei 20 mal oder mehr.

      • schwitzig schrieb am 12. Juni 2012 um 15:29 - Permalink

        @OAlexander

        die ach so seröse FAZ entlarvt und damit eine Institution, die zwar konservativ aber dennoch glaubwürdig war, bloss stellt, ist als solches traurig.

        Was ich viel trauriger als die Entlarvung der FAZ finde ist, dass auch andere Medien wie Focus und SZ die 14000-Euro-Werbemaßnahme als “Information” verkaufen.
        Das ist kein Unterschied zu gleichgeschalteten Medien und die Geschichte hat gezeigt, wie gut das für ein Land ist. Übrigens werden nicht ohne Grund in Griechenland auch Reporter von Bürgergruppen verfolgt. Ich kann das sehr gut nachvollziehen, da z.B. ich mittlerweile die Entwicklungsstufe und Integrität von Journalisten nur unwesentlich besser als die von den derzeit herrschenden Politikern einordne.
        Ich würde eher dem investigativen Bericht eines Hinterhofzuhälters Vertrauen schenken, als dem Gefasel eines Journalisten.

    17. Kriegszitterer schrieb am 13. Juni 2012 um 07:52 - Permalink

      Kriegszitterer meint: Your comment is awaiting moderation.
      Juni 13th, 2012 at 02:00

      Auch wenn du diesen Titel auf deiner Seite nicht verschalten wirst …

      Ich hoffe der baut dich etwas auf ( wenn du reinschauen magst ) ;)

      Erklärung kommt später oder nie …

      http://www.youtube.com/watch?v=IbwKeujVDZY

      Wir haben hier zumindest schon einem npd Ratsherren Arsch die haustür zu gemauert … :D

      Mach weiter so Flatter ;)

      Gruß
      ein freund im geiste …

    18. Kriegszitterer schrieb am 13. Juni 2012 um 15:01 - Permalink

      Brecht durch meine lieben !

      http://www.myvideo.de/watch/8457671/Signaldrift_Tense_Situations

      Zur hölle mit den sich selbst gleichgeschalten massenmedien …

      Tense_Situations;)

      Gruß
      sodann

    19. der Herr Karl schrieb am 13. Juni 2012 um 15:38 - Permalink

      Während der Bundestag über Niebels Teppich debattiert, stösst die Allianz-Tochter Pimco, der “weltgrößte Anleiheninvestor”, aus Sorge um die Kreditwürdigkeit Deutschlands deutsche Staatsanleihen ab.
      Was wird hier gespielt?
      http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/pimco-misstraut-deutschen-staatsanleihen-a-838637.html

      • WoodyEllen schrieb am 13. Juni 2012 um 16:55 - Permalink

        Vor einiger Zeit war auch zu lesen, dass sie fast als US-Staatsanleihen verkauft hätten. Wenn ein so großer Fonds, wie der Total Return Fund mit einem Volumen von 240 Milliarden US-Dollar weder US-STaatsanleihen noch Deutsche Anleihen im Portfolio hätte, in was investiert dieser Fonds dann noch? In chinesische Anleihen? Welchen Anleihemarkt dieser Größe und Bonität gibt es noch auf der Welt? Japan?

        http://de.reuters.com/article/topNews/idDEBEE7290D820110310

        • OAlexander schrieb am 14. Juni 2012 um 12:55 - Permalink

          Das große Problem heutzutage ist in der Tat wo man sein Geld noch anlegen soll. Wegen der andauernden Umverteilung von unten nach oben werden die Konsumenten als solches ärmer kaufen weniger, kriegen mehr Sozialleistungen als das sie Steuern zahlen, Staaten mit zu geringen Einnahmen.

          Halbwegs gängige Aktien gehen zu 20- oder gar noch mehr-fachen Jahresgewinn, Staaten gehen mittlerweile reihenweise Pleite.

          Das andere Problem ist, dass immer mehr Geld nach Anlage sucht weil Staaten ja bspw. keine Renten mehr zahlen wollen und die Chose auf den Einzelnen abwälzen. Also raufen sich die Rentenfonds mit denen die wo immer reicher werden um die weniger werdenden Rosinen wo man hininvestieren kann.

          Wahrscheinlich, bei der fortlaufenden Menschenvermehrung auf dem Planeten ist nur landwirtschaftliches Land wirklich sinnvoll.

          • Granado schrieb am 15. Juni 2012 um 11:12 - Permalink

            Jawoll, Anlage-Notstand, wie die Berliner Zeitung in den 90ern kommentierte, als es mit den Tigerstaaten wieder abwärts ging – anders gesagt: wo gibt’s noch eine Wunschrendite bei tendenziellem Fall der Profitrate in der Produktion.

            • Jacques Roux schrieb am 15. Juni 2012 um 11:36 - Permalink

              “tendenziellem Fall der Profitrate”

              Wem das vllt. nichts sagt, hier ist es, verständlich, (ab Seite 12) erklärt:

              http://www.marktende.de/BUECHER/Norbert10.pdf

      • Very Serious Sam schrieb am 14. Juni 2012 um 13:14 - Permalink

        Pimco hat letztes Jahr dasselbe mit US-Bonds gemacht und bitterlich bereut, inzwischen sind sie längst wieder eingestiegen. Mal sehen, wie es bei den Bundesanleihen ausgeht.

        Grundsätzlich ist aber die Argumentation zwingend, und wurde auch von mir und vielen anderen schon geführt: je mehr Schulden anderer Länder und Banken den deutschen Steuerzahlern von der hirnrissigen Berliner Allparteienregierung aufgebürdet werden, desto schlechter das Risiko Deutschlands. Was dazu führt, dass die Refinanzierungskosten für Deutschland steigen (das ist gerade der Fall), da große Investoren, wie aktuell Pimco, keine Bundesanleihen mehr kauft, eben wegen dieses Risikos.

        Mit der Einführung von Eurobonds, Schuldentilgungsfonds, blau/roter Bonds oder sonstiger Vehikel zur Sozialisierung der Schulden Europas auf Deutschlands Kosten würde das noch mal erheblich gesteigert.

        • R_Winter schrieb am 14. Juni 2012 um 13:35 - Permalink

          @Very Serious Sam

          Mit der Einführung von Eurobonds, Schuldentilgungsfonds, blau/roter Bonds oder sonstiger Vehikel zur Sozialisierung der Schulden Europas auf Deutschlands Kosten würde das noch mal erheblich gesteigert.

          Die Euro-Zone hat ohne gegenseitige Achtung, Solidarität und Erkenntnissen (seit 1928) aus der Vergangenheit keine Zukunft.
          Ohne Finanzausgleich und damit fast gleichen Finanzierungskosten für Anleihen der Länder in Deutschland, hätten wir wahrscheinlich in Deutschland Verhältnisse, wie jetzt im Euro-Raum, aber dieses ist für einen Egoisten und Merkel-Anhänger erst in einigen Wochen erkennbar.
          Armer VerySeriousSam.

          • Very Serious Sam schrieb am 14. Juni 2012 um 14:07 - Permalink

            Merkel-Anhänger, wer? Mich kannst du ja nicht meinen, denn ich schrieb explizit “..der hirnrissigen Berliner Allparteienregierung”. Und die wird von Merkel geleitet.

            Also spar’ dir dein Mitleid, es ist zum einen an den falschen gerichtet. Und zum anderen sollte man derartiges ad-personam Geschreibsel vermeiden, also auch abwertende bzw. jegliche wertende Bezeichnungen wie z.B. ‘Egoist’, will man als anständiger und ernsthafter Diskussionspartner akzeptiert werden.

            Bei der Sache bleiben statt persönlich zu werden, das kann ja nicht so schwer sein.

          • T-Fighter schrieb am 14. Juni 2012 um 17:53 - Permalink

            Den Länderfinanzausgleich als etwas Tolles darstellen.. Lustig.

            Ansonsten: Am Wochenende ist Wahltag! JOJOJOJOJOJJOJOJOJO! Ich gehe davon aus, dass der große Aufschrei ausbleibt und sich jeder fragt, warum man sich so viele Sorgen gemacht hat. Kurzer Einruch an der Börse. Beruhigung durch EZB. Rauswurf Griechenland.

            Endlich!!!!!

            Ich möchte dann nur allzu gerne die Gesichter der Untergangspropheten sehen.

            • schwitzig schrieb am 14. Juni 2012 um 22:07 - Permalink

              @T-Fighter
              Du hast Dir einen schweren BWL-Hirnpilz eingefangen. Lies mal den Beitrag von Brick: http://www.spiegelfechter.com/wordpress/8303/meinungsmache-gegen-die-finanztransaktionssteuer-die-faz-als-verlangerter-arm-der-finanzlobby#comment-175651

              Sollten trotz Frankfurter Gehirnwäsche für Studentchen doch ein paar Gehirnzellen funktionieren, siehst Du vielleicht dann, welche Gesichter die Leute haben, um die sich die “Untergangspropheten” Gedanken machen.

              Ansonsten: Am besten schnallst Du schon mal Deinen Gürtel enger, denn Du hast über Deine Verhältnisse gelebt.

    20. Karla schrieb am 13. Juni 2012 um 16:33 - Permalink

      Was wird hier gespielt?

      Vielleicht “Let’s make money”? Wenn Pimco deutsche Staatsanleihen abstößt, müssen sie ja wohl andere gekauft haben. Die letzte Auktion (vergangene oder vorvergangene Woche) sah doch danach aus, dass deutsche Staatsanleihen sehr begehrt sind. Also könnte es doch sein, dass Pimco nicht so sehr die Sorge um die Kreditwürdigkeit Deutschlands umtreibt, sondern dass sie einfach die Gunst der Stunde nutzen und wie ein gewöhnlicher Kaufmann das verkaufen, was sie selber im Lager haben und bei anderen heißbegehrt ist. (In dem SPON-Artikel steht nicht so genau drin, wann Pimco verkauft hat, sondern nur die Eigenaussage, dass sie kaum noch was haben. Na gut, dann haben das eben jetzt andere. “Top-Investor stößt deutsche Staatsanleihen ab” ist aber ein SPON-würdige Schlagzeile.)

    21. Brick schrieb am 14. Juni 2012 um 16:48 - Permalink

      Die Süddeutsche findet, dass ein neuerliches Lehman voll supi wäre:

      Vielleicht brauchen Europas Eliten ihren eigenen Lehman-Schock, um die große Entscheidung zu wagen. Erst mit dem Zusammenbruch der Investmentbank begriff die amerikanische Politik, wie tief der Abgrund war und wie hoch die Kosten der Untätigkeit sein würden.

      http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/wege-aus-der-schuldenkrise-europa-braucht-einen-schock-1.1382313

      Vielleicht sollte man die gleiche Überlegung auch auf Atomwaffen anwenden: Vielleicht brauchen wir ein neues Hiroshima, bevor wir merken, wie schlimm Atomwaffen sind. Vielleicht ist der Kolumnist aber auch einfach nur ein Vollidiot. Was ist das für eine kranke einstellung, sich einen solchen Moment wie Lehman noch ein Mal zu wünschen? Vor allem, da die ausgangssituation jetzt viel schlechter ist als damals.

      Ich fürchte zwar, dass es so kommen wird aber herbeiwünschen tue ich Grexit bestimmt nicht, da ich denke, dass eine neue Drachme von der griechischen Bevölkerung schlicht abgelehnt wird und diese dann binnen Wochen ins Bodenlose fällt, da jeder sofort versuchen wird seine Drachmen in Euro/Dollar zu tauschen, da Geschäfte diese “neue Währung” schlicht nicht annehmen werden, da sie ja schon wissen, dass es binnen kürzester Zeit eine Abwertung um mindestens 25 % geben wird. Damit wäre bei einem Grexit IMO eine Hyperinflation in Griechenland garantiert. Darunter werden dann primär Rentner, Arbeitslose und Staatsbedienstete leiden. Alle anderen werden sich in Euro bezahlen lassen.
      Die Banken sind jetzt schon pleite und Grexit würde das nur für alle offensichtlich machen. Was sollen die Lehren sein, die wir aus Grexit ziehen, die wir nicht schon jetzt kennen? Sinn und Konsorten werden auf Griechenland zeigen und sagen da schaut Hyperinflation, haben wir gleich gesagt, Austerity ist der einzige “Ausweg”. Merkel wird danach handeln und nichts aber auch gar nichts ist gewonnen. Falls es überhaupt so glimpflich läuft und die deutschen Banken ähh DIE Deutsche Bank davon nicht über Umwege auch getroffen wird und damit Deutschland pleite ist.

      • schwitzig schrieb am 14. Juni 2012 um 22:01 - Permalink

        @Brick

        Das Währungsproblem sehe ich genauso. Nur den Anglizismus “Grexit” würde ich mit “Grausgang” ersetzen. Das beschreibt den Effekt auch viel treffender.

        • Brick schrieb am 15. Juni 2012 um 02:01 - Permalink

          Lol. Jo, Grausgang ist absolut klasse.

    22. alexios schrieb am 15. Juni 2012 um 00:28 - Permalink

      Oder kam die Information aus dem Lager der FDP und dem Munde des rieslinggeschwängerten Brüderle? Im Wein steckt bekanntlich der Geist der Wahrheit. Bedeuten Eurobonds nicht Haftungsgemeinschaft, die sich noch bis zur Währungsreform durchmogelt?

      Mir kommt es momentan so vor wie Rien ne va plus.

      http://www.bundestag.de/Mediathek/index.jsp?isLinkCallPlenar=1&action=search&contentArea=details&ids=1748738&instance=m187&destination=search&mask=search


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