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  • Schwere Schlappe für russischen Chefermittler

    geschrieben am 19. Juni 2012 von Spiegelfechter

    Der russische Chef-Ermittler drohte einem Journalisten der Novaya Gazeta mit dem Leben. Dann entschuldigte er sich unter dem Druck der kritischen Öffentlichkeit.

    ein Gastartikel von Ulrich Heyden, Moskau

    30 russische Journalisten protestierten am vergangenen Mittwoch vor dem Gebäude des russischen Ermittlungskomitees in der Moskauer Technitscheski-Gasse. Es ging um den Schutz der journalistischen Arbeit in Russland, denn etwas Ungeheuerliches war passiert. Der Leiter des russischen Ermittlungskomitees, Aleksandr Bastrykin, hatte dem stellvertretenden Chefredakteur der Kreml-kritischen Novaya Gazeta, Sergej Sokolow, der die Ermittlungs-Abteilung des Blattes leitete, mit dem Leben gedroht, worauf dieser ins Ausland flüchtete.

    Entschuldigung vor laufender Kamera

    Am Donnerstag hatte sich Bastrykin während eines Treffens mit Moskauer Chefredakteuren für seinen „emotionalen Ausbruch“ gegenüber Sokolow entschuldigt und seine Anspannung wegen dem Mord an einem Ermittler in Dagestan als Begründung angeführt. Vor laufender Kamera schüttelten sich Chef-Ermittler Bastrykin und der Chefredakteur der Novaya Gazeta, Dmitri Muratow, die Hände. Bastrykin erklärte, „beide Seiten haben sich entschuldigt“. Wofür sich beide Seiten genau entschuldigten blieb jedoch unklar.

    Harte Kreml-Kritiker sprechen von „Verrat“

    Nach dem Handschlag zwischen Chefredakteur Muratow und Chef-Ermittler Bastrykin macht nun in der Kreml-kritischen Szene Moskaus das Wort „Verrat“ die Runde. Den Vorwurf weist die Novaya Gazeta in einer redaktionellen Erklärung zurück. Aufgabe der Zeitung sei es nicht, den Rücktritt des Chef-Ermittlers durchzusetzen, sondern für die Sicherheit ihrer Mitarbeiter zu sorgen. Dies sei erreicht worden. Denn Bastrykin habe Sokolow und den Journalisten des Blattes, die im Nord-Kaukasus arbeiten, eine Sicherheitsgarantie gegeben.

    Die Journalistin Olga Allenowa, die für den Kommersant aus dem Kaukasus berichtet, schrieb in ihrem Blog, dass Bastrykin sich entschuldigt habe, sei ein wichtiges Signal an alle unteren Dienstränge, dass man „emotionale Ausfälle lieber nicht zulässt“. Dass Bastrykin sich entschuldigt habe, sei „ein Durchbruch“, denn gewöhnlich entschuldigten sich Vertreter des Staates nicht. Denn das werde gemeinhin als Zeichen der „Schwäche“ aufgenommen.

    Der Fall der Zapok-Bande kocht hoch

    Wie kam es nun zu der Drohung des Chef-Ermittlers gegen den Journalisten? Der Anlass war ein Artikel von Sokolow vom 4. Juni. Darin hatte Sokolow dem Chef-Ermittler den Vorwurf gemacht, er decke eine Mafia-Bande, die im November 2010 in einer „Strafaktion“ 12 Menschen – darunter vier Kinder – tötete.

    Die Bluttat, die sich in einem Haus ereignete, hatte ganz Russland aufgewühlt. Denn sie warf ein Licht auf das Ausmaß der Korruption in russischen Kleinstädten. Wie bei den Ermittlungen bekannt wurde, hatte die nach ihrem Anführer benannte Zapok-Bande das südrussische Städtchen Kuschtschowskaja schon über Jahre mit Vergewaltigungen und Erpressungen terrorisiert, ohne dass die örtliche Polizei eingriff. Zwei wegen dem Massenmord Verdächtige verübten nach offiziellen Angaben in ihren Gefängniszellen Selbstmord.

    „10.000 Rubel für ein Menschenleben“

    Chef-Ermittler Bastrykin hatte direkt nach der Bluttat öffentlich angekündigt, er werde die Täter hinter Gitter bringen. Die Novaya Gazeta kritisierte in zahlreichen Artikeln die schleppenden Ermittlungen. Am 4. Juni veröffentliche der stellvertretende Chefredakteur, Sergej Sokolow, dann einen Artikel, indem er Chef-Ermittler Bastrykin als „Stütze“ der Mafia-Bande bezeichnete. Nicht anders sei es zu erklären, dass die „rechte Hand“ des Banden-Chefs, Sergej Zepowjas, nur zu einer Strafe von umgerechnet 150.000 Rubel (3.750 Euro) verurteilt wurde. Dem Staat sei das Leben eines Menschen scheinbar nicht viel mehr wert als 10.000 Rubel, so der Kommentar des Journalisten.

    Die Reaktion des Chef-Ermittlers auf den Artikel folgte prompt. Bastrykin lud Sokolow zu einer öffentlichen Versammlung von mit dem Zapok-Fall befassten Ermittlern in die nordkaukasische Stadt Naltschik ein. Dort entschuldigte sich der Journalist für seine „emotionalen Worte“, blieb aber in der Sache hart. Bastrykin nahm die Entschuldigung nicht an und verwies Sokolow mit den Worten – „Sie übergießen mich beiläufig mit Scheiße“ – des Saales.

    „Die Ermittlungen werde ich selbst führen“

    Doch damit war die Angelegenheit für den Chef-Ermittler noch nicht beendet. Nachdem Bastrykin und Sokolow gemeinsam nach Moskau zurückgeflogen waren, wurde der Journalist von den Leibwächtern des Chef-Ermittlers in einen Wald bei Moskau gefahren. Bastrykin erklärte später, es sei nur ein „Waldrand“ gewesen. Dort kam es dann unter vier Augen zu der ungeheuerlichen Drohung, die Chefredakteur Muratow am Mittwoch in Form eines Offenen Briefes an Bastrykin bekanntmachte: „Und sie wissen, dass die harte Wahrheit dieses Mal darin besteht, dass sie in Heftigkeit meinem Stellvertreter grob mit dem Leben drohten. Und sie haben sogar gelungen gescherzt, in dem sie bemerkten, in diesen Fall würden sie selbst die Ermittlungen führen …“

    Selbst Kreml-nahe Journalisten waren der Meinung, mit diesem Vorgehen sei die Grenze des Zulässigen überschritten. Ein Kommentator der Nachrichtenagentur Ria Novosti erklärte, entweder der Chef-Ermittler trete jetzt zurück oder es gibt ein Strafverfahren gegen die Novaya Gazeta wegen Verleumdung. Der „Friedensschluss“ vom Donnerstagabend sei nicht mehr als „ein taktischer Kompromiss“.

    Die Fronten laufen quer

    Erstaunlich war, dass sich selbst der für seine Feindschaft gegenüber den liberalen Kritikern von Putin bekannte Journalist und Duma-Abgeordnete Aleksandr Chinschtejn hinter die Novaya Gazeta stellte. In einem flammenden Appell forderte das Mitglied der Kreml-Partei Einiges Russland, den Rücktritt des Chef-Ermittlers. „Die Abtransport von Sokolow in den Wald – das ist eine Herausforderung an die journalistische Gemeinschaft im Land.“

    Weil sich auch Kreml-nahe Journalisten in den Konflikt einschalteten, kursiert nun in den russischen Medien die These von einem Machtkampf zwischen dem Chef des russischen Ermittlungskomitees und dem Generalstaatsanwalt, Juri Tschaika. Fakten für diese These gibt es bisher aber nicht.

    Ein weiteres Krisen-Symptom

    Dass sich das Verhältnis zwischen Novaya Gazeta und Ermittlungskomitee nun entspannt, wäre zu wünschen. Denn seit sechs Jahren arbeitet man nun schon zusammen an der Aufklärung des Mordes von Anna Politkowskaja. Diese gemeinsame Arbeit wolle man fortsetzen, erklärte Chefredakteur Muratow.

    Doch die politische Gesamtsituation macht eine vertrauensvolle Zusammenarbeit schwierig. Noch am Tag des „Friedensschlusses“ unterstellte Bastrykin der Novaya Gazeta noch politische Motive, als er sagte, das Blatt habe die „Wald-Geschichte“ ganz bewusst erst nach den Hausdurchsuchungen gegen zehn führende Oppositionelle (am 11. Juni) veröffentlicht.

    Die verworrene Situation um die Mord-Drohung weckt Erinnerungen an die zweite Hälfte der 1990er Jahre, als die Regierung unter Präsident Boris Jelzin durch eine Finanzkrise geschwächt war und sich die Oligarchen mit sogenannten „Informationskriegen“ gegenseitig die Hölle heiß machten. Diesen Zustand der Instabilität beendete bekanntlich Wladimir Putin.

    Es ist nicht ausgeschlossen, dass nun eine neue Phase der Instabilität beginnt, denn die Opposition zeigt mit immer neuen Großdemonstrationen, dass sie einen langen Atem hat. Und sich mit Methoden der Einschüchterung nicht stoppen lässt. In Moskau finden weiter große Demonstrationen statt, trotz der Verschärfung des Demonstrationsrechtes und trotz der Hausdurchsuchungen bei Oppositionsführern. Bisher ist unklar, wie Wladimir Putin diese neue Bewegung in den Griff bekommen will. Vermutlich besteht seine Taktik darin, sich die radikalsten Kräfte und Führungspersönlichkeiten der neuen Bewegung vorzuknöpfen, während er die große Masse als ahnungslos Verführte schont.


    Ulrich Heyden

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    Tags: Russland
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    29 Kommentare:

    1. Heimatprophet schrieb am 19. Juni 2012 um 10:00 - Permalink

      Es ist womöglich der Übersetzung geschuldet, aber hat der Chefermittler den Journalisten nicht eher mit dem Tod bedroht? Ich meine, so schlecht ist das Leben in Russland nun doch auch nicht, dass man damit drohen kann, oder? ;)

      • schwitzig schrieb am 19. Juni 2012 um 10:35 - Permalink

        @Heimatprophet
        Fand ich auch klasse – ich mir direkt vorgestellt, wie er Sokolov mit den laub- und lebenslosen Baumgerippen im Niemandsland hinter ihm gegenüberstand und ihm zupatete: “Isch maach Disch lebääändich!”

      • Carlo schrieb am 22. Juni 2012 um 04:24 - Permalink

        Sehr geehrter Herr Heyden, ich kenn das aus Frankfurt etwas schlimmer. Warum blasen Sie den Zirkus um Russland auf, wenngleich sie hier gerade in Hessen ein gutes Fass aufmachen könnten?
        Sie wissen selbst, daß Sie aus diesen Bereichen nur mit äußerster Diskretion sich bewegen, als wie auch mit äußerstem Unsinn der Ihnen berichtet wird, sich bewegen. Reden Sie doch mal Klartext.

        >>>>>Wollen Sie Jelzin zurück?<<<<<<<

        Ich hoffe ja das wird Ihr hohes Niveau, mal streifen….;-)

    2. Lemmy Caution schrieb am 19. Juni 2012 um 10:45 - Permalink

      Ich habe diesen spannenden Artikel mit großem Interesse verfolgt.
      Vielen Dank, Ulrich Heyden.

    3. OAlexander schrieb am 19. Juni 2012 um 12:05 - Permalink

      Zwischen 1993 und 1999 wurden in Russland gemäß einer Statistik der russischen Journalisten-Gewerkschaft 201 Journalisten ermordet. (Roland Haug zählt in seinem Buch Die Kreml AG 261 Attentate.) Zu den bekanntesten Fällen gehört die Anschläge auf den Mitarbeiter der Tageszeitung Moskowski Komsomolez, Dmitri Cholodow († 1994), und auf den Generaldirektors des Fernsehsenders ORT Wladislaw Listjew († 1995).

      Seit dem Amtsantritt von Präsident Putin im März 2000 geschahen nach Angaben der Organisation „Reporter ohne Grenzen“ bis Ende 2006 13 Morde.[12] (Roland Haug nennt für den gleichen Zeitraum 16 Attentate.)

      http://de.wikipedia.org/wiki/Medien_in_Russland#Gewalt_gegen_Journalisten

    4. R_Winter schrieb am 19. Juni 2012 um 13:30 - Permalink

      Der Artikel ist informativ, aber nicht überraschend.
      Die Zeiten des direkten Mordes sind fast vorbei und als “Hilfspolizisten” wird die Steuerpolizei mit ihren Ablegern eingesetzt. Dieses war und ist nicht nur in der GUS, sondern auch noch heute in den östlichen EU-Staaten üblich.
      Eine Erkenntnis aus dem Artikel gilt auch für uns:

      Es ist nicht ausgeschlossen, dass nun eine neue Phase der Instabilität beginnt, denn die Opposition zeigt mit immer neuen Großdemonstrationen, dass sie einen langen Atem hat. Und sich mit Methoden der Einschüchterung nicht stoppen lässt.

      Wir dürfen nicht nachlassen, der neoliberalen Denk- und Handlungsweise dieser Regierung und ihren Vertretern in der SPD und Grünen entschlossen entgegen treten – auch wenn es scheinbar keine Wirkung zeigt.

      • verrrückt schrieb am 20. Juni 2012 um 03:31 - Permalink

        Der Machtapparat in Russland muss auch niemanden ermorden. Man hat alles Erdenkliche getan, um die Kontrolle über die Medien zu erlangen. Wieso etwas gegen jemanden unternehmen, der sowieso von der Masse nicht gelesen wird. In den letzten 10 Jahren gab es keine Gewalt seitens des Putinsystem gegen Journalisten, da Gewalt der Opposition nur zur mehr PR verholfen hätte.
        Die meisten Fälle, wie zum Beispiel bei Politkowskaja sind die Folge von Konflikten auf niedrigeren Ebenen. Politkowskaja war in Russland gänzlich unbekannt. Der Fall im Artikel war natürlich nur eine Drohung von einem Verwirrten, der vermutlich selber einen Mord nie Erwägung gezogen hätte.
        Der letzte politisch motivierte Mord sollte Litwinenko gewesen, wenn auch moralisch falsch, so war Litwenenko sicher keiner von den guten.

        Deshalb wird der Kampf um die Macht in Russland heute im Fernseher entschieden. Zwei Bildungsschichten, sowie die Profiteure des Systems entscheiden über die Macht. Wieso? Weil Putin eine deutliche Wahlniederlage auch nicht schön fälschen könnte, ohne dass es zu einem Bürgerkrieg kommt.
        Die Demonstrationen die von der Bildungsnahenschicht getragen werden, haben auch keinen langen Atem, da Demonstrationen noch nirgendwo auf der Welt ein Regime stürzen konnten. Die Demonstrationen haben keinerlei Auswirkungen, deshalb geht auch der Großteil nicht mehr hin. Um den Kampf auf der Strasse zu eskalieren ist die Opposition noch zu klein.

        Die Demonstrationen selber haben nichts mit dem Kampf gegen den Neoliberalismus zu tun, auch wenn man hier gerne die Parallele ziehen würde. Vielmehr ist sogar ein Teil der selbsternannten Leader neoliberal. Was ein weiterer Grund für die Menschen ist, nicht auf die Strasse zu gehen, obwohl sie natürlich zur Opposition gehören.

        Du warnst du hier vor der Steuerpolizei. Wen meinst du damit? Sind die Fälle um Chodorkowski und Timoschenko gemeint? Selbst in _Osteuropa_ ist es kein leichtes, jemanden einzusperren wenn er tatsächlich die Steuern gezahlt hat, was bei den beiden Verbrechern offensichtlich nicht der Fall ist.

    5. danielmite schrieb am 19. Juni 2012 um 14:39 - Permalink

      Schöner Artikel, gerne mehr davon.

      Gibt es eigentlich Daten dazu, aus welchen Menschen sich die Demonstranten zusammensetzen? Also Unter-, Mittel- oder Oberschicht? Spezielle Branchen? Angestellte oder Beamte? Etc. pp. Würde mich mal gerne interessieren, wessen Interessen da vertreten werden..

    6. Truvor schrieb am 19. Juni 2012 um 16:24 - Permalink

      Haben wir eine Märchenstunde heute hier beim Spiegelfechter ?
      Ich würde dem Autor dieses VT-Artikels mal empfehlen nicht allem was die Arschlöcher von der Novaja Gazeta so erzählen, zu vertrauen.

      Zum Thema: http://www.odnako.org/blogs/show_19041/

      • R_Winter schrieb am 19. Juni 2012 um 17:15 - Permalink

        Vielleicht bist Du selber das von Dir zitierte “Arschloch”. Ich bin überzeugt, Du bist ein Maulwurf von Putins Gnaden.

        • Truvor schrieb am 19. Juni 2012 um 17:28 - Permalink

          @R_Winter

          Ich weiß nicht ob ich ein Arschloch bin, aber ich bin zumindest kein Naivling wie Du es bist R_Winter.
          Es gefällt Dir offensichtlich, wenn man Dich an der Nase führt.

          • R_Winter schrieb am 19. Juni 2012 um 22:53 - Permalink

            Also habe ich doch recht: Du bist ein Maulwurf von Putin.
            Deine primitive Ausdrucksweise und wie Du andere Meinungen und Sachverhalte bezeichnest, entspricht voll der Denkweise und Sprache eines Putin.

            • Truvor schrieb am 20. Juni 2012 um 00:16 - Permalink

              @R_Winter

              Meine Ausdrucksweise entspricht dem Niveau dieses primitiven VT-Artikels.
              Das, was uns der Autor hier aufgetischt hat, ist eine Schande und gehört meiner Meinung nach nicht in diesen von mir, immer noch, hochgeschätzten Blog, namens Spiegelfechter.

              Was zum Lesen für Dich R_Winter: http://www.expert.ru/expert/2012/24/skromnyie-millionyi/?n=66995

              “Maulwurf von Putin” ;-)
              Ist das alles, was Du zu bieten hast, wenn Dir das Wissen und Argumente fehlen ?

            • Mod schrieb am 20. Juni 2012 um 14:23 - Permalink

              “Скромные миллионы” das war die Überschrift, lesen kann ich Kyrillisch nicht, als von mir geschätzter Kenner der Russischen Seele und Gepflogenheiten dort im Riesenreich, verstehe ich ihren Unmut u.U. aber kein Streit im Forum wenn er nicht Sachlich und Argumentativ geführt wird, von mir aus auch Polemisch…

              Zerreißen sie den Artikel von mir aus, aber geben uns Gelegenheit die Hinter-Gründe zu verstehen.

          • Carlo schrieb am 22. Juni 2012 um 02:52 - Permalink

            Ich denke nicht, daß Putin “Maulwürfe” braucht, weil die absolute Mehrheit der Russen ihn gewählt haben. Gilt das jetzt nicht mehr? Wo sind wir dann in Deutschland hin gekommen? Nur weil das viele Geld für den geplanten Niedergang Russlands mit Jelzin versenkt ist? Verlorene PR-Gelder werden halt nicht mehr zurück erstattet, Pech gehabt.
            Truvor hat recht! Wir haben solche “Vorgänge” in Deutschland jeden Tag, allerdings ohne “Ausflippen des Hauptermittlers”, zu realisieren. Und wer’s nicht glaubt geh mal ins nächste Bahnhofsviertel oder fragt mal diskret einen Strafverfolger …;-)

            • verrrückt schrieb am 22. Juni 2012 um 04:55 - Permalink

              Dein Beitrag zeigt sehr gut die Verlogenheit und Arroganz der Linken. Arroganz, weil du dir anmaßt über die Wahlen urteilen zu können. Welche Hintergründe hast du denn dazu? Absolute Mehrheit erreicht mit Wahlfälschung und totaler Propaganda.
              Eine Dokumentation der Fälschungen wie bei dieser Wahl, mit hunderten von Zeugen und tausenden von Videos, gab es noch nie.
              Was für eine Doppelmoral. Da regt sich hier die Linke (zu Recht) auf, wenn Niebel einen Teppich nicht verzollt, aber in anderen Staaten ist dies alles legitim. Hauptsache man unterstützt die angeblichen Feinde der Feinde auch wenn’s Diktatoren sind.

              Mich würde mal interessieren wann dieser Russlandkenner Truvor das letzte Mal in Russland war. Ich meine damit auch Russland und nicht Moskau oder St.Petersburg, wobei eher wahrscheinlich auch diese nicht gesehen hat.

              Dummerweise wurde euer Held Putin vom Jelzin selber zum Prinzen ernannt und von denselben Milliardären gestützt, die auch Jelzin geholfen hatten die Wahlen zu fälschen. Vielmehr sind diese Kreise, bis auf ein paar wenige bekannte Ausnahmen, immer noch an der Macht.
              Wie es die Ironie will, plant Putin nun die Privatisierung vom ehemaligen Jukos. Dabei hatte ihm der Einsatz gegen den Ausverkauf, die Anerkennung (sogar meine) eingebracht. Diese Privatisierung wird wohl noch perverser, was man nun mit Rosneft vorhat dürfte allen bekannt sein. Anscheinend hat sich die Neoliberale-PR ausgezahlt. Was dachtest du eigentlich für was Putin und Medwedew stehen?

              So könnte man der hiesigen Linken nur die gleichen Zustände wie in Russland wünschen, wenn man denn hier nicht leben würde. Aber für diese Arroganz hätte es dies verdient.

        • danielmite schrieb am 20. Juni 2012 um 09:24 - Permalink

          Wer nicht für uns ist, ist gegen uns oder wie? Es ist zwar manchmal schwer zu glauben, aber fast alle Dinge haben mehr als eine Seite, so auch diese Thematik. Ich finde z.B. das Russland gebashe in den Medien zum Kotzen, da wird die ganze Zeit so getan, als ob Russland der Vorhof der Hölle wäre und dazu auch noch ah so demokratiefeindlich und der hiesige Pöbel frisst das Brot, welches im zugeschmissen wird. Da kommt eine Demo mit läppischen 10 oder 20.000 Menschen zustande, in einem Raum wo mehr als 20.000.000 Menschen wohnen und schon wird von einer Revolution geredet. Sry, aber wir hatten auf der FsA 2009 schon mehr Demonstranten, hier mitten in Deutschland und es hat KEINE Sau hier interessiert. Aber von Problemen im Inneren lenkt man immer noch am besten durch Berichte aus dem Ausland ab oder einer Sportgroßveranstaltung oder einem militärischen Konflikt.
          Diese Gesellschaft hier kotzt mich nur noch an, Wasser predigen und Wodka saufen.

          • verrrückt schrieb am 22. Juni 2012 um 05:18 - Permalink

            Wieso stellst du hier, genauso wie die Medien Russland mit dem derzeitigen Regime gleich?
            Möchtest du sagen, dass das Regime nicht Demokratie feindlich ist? Wer hat denn die Organisation der Wahlfälschungen bezahlt? Kannst du dir überhaupt vorstellen welcher Aufwand betrieben wurde, um hunderte Scheinfirmen zu eröffnen, hunderte Busse zu mieten und Lehrern beizubringen wie man am besten fälscht?
            Ist dies für dich Demokratie? Ist es auch Demokratie, wenn jeden Tag im Fernsehen Propaganda für Putin läuft. Du regst dich über die Medien in Deutschland, aber in Russland ist alles in Ordnung?
            Die Opposition wäre froh wenn sie überhaupt ins Fernsehen käme, hier sieht man doch Gysi und Co. nur die ganze Zeit.

            Und was heißt läppische 20.000. Schön das du die Zahlen vom Kreml übernimmst. Verlogen, verlogen. Schau dir die Bilder.
            Ach ja, sollte man nun nicht mehr berichten, wenn über 100.000 Menschen in einem Staat, indem man bei Demonstrationen willkürlich verhaftet und von der Polizei geschlagen wird, zum ersten Mal auf die Strasse gehen?
            Da ist nichts mit Klage einreichen wie in D gegen Polizei. Sind 150000 im Winter auch läppisch. Das tut der Linken in Russland, die einen großen Teil der Demo ausmacht, aber Leid! Da haben die Leute nicht das Geld aus dem ganzen Land zusammenzukommen.

      • verrrückt schrieb am 20. Juni 2012 um 02:41 - Permalink

        Was für eine Satire …
        Dieser Artikel ist natürlich VT, im Gegensatz zu Leontievs Odnako, welches du hier verlinkst.

        Es ist sehr leicht Menschen zu beleidigen. Menschen die jeden Tag ihr Leben riskieren, um über die Korruption im Land zu berichten, die von Putins Machthierarchie gefördert wird. Vermutlich bist du noch nie in Putins Russland gewesen, anders kann man nicht erklären wieso du hier immer die Regimepropaganda für das Prekariat verbreitest.

        Hat man dir nicht beigebracht, dass man manchmal für seine Worte einstehen muss? Oder hast du die Sprache, aus dem Odnako-Artikel übernommen? Dort ist unter anderem die Rede von einer Kampagne, die “die Feinde” (sic) initiiert haben. Die angebliche Kampagne bezieht sich auf die Folterung/Ermordung eines Verhafteten mit einer Champagnerflasche in einem Polizeirevier. Natürlich ist hier auch die Opposition schuld. Keine VT!
        Ich konnte diesen aggressiven Artikel nicht zu ende lesen. Das ist einfach zu ekelhaft.

        Noch was zum Gott Putin:

        http://www.putin-itogi.ru/putin-corruption-an-independent-white-paper/

        Ich weiß, die Website wurde von Nemzow finanziert, trotzdem bleiben dies Fakten.

        Zu diesem Artikel von Ullrich Heyden: Ich denke eine zentrale Rolle spielt in dieser Geschichte wohl Hinstein. Anders kann ich mir so ein lautes Echo nicht erklären.

        • Truvor schrieb am 20. Juni 2012 um 03:13 - Permalink

          @verrrückt

          Komisch, daß Du nur den Artikel aus odnako.org erwähnst.
          Hast Du auch den Artikel beim expert.ru gelesen, den ich da oben verlinkt habe ?

          Oh, ja klar doch Nemzow.
          Nemzow ist ein geiles Argument, ich danke Dir ;-)

          • verrrückt schrieb am 22. Juni 2012 um 05:20 - Permalink

            Niveau hätte man nicht erwarten sollen.

            • Truvor schrieb am 23. Juni 2012 um 01:16 - Permalink

              @verrrückt

              Junge, Dich habe ich (fast) vergessen.
              Na @verrrückt, ich sehe Du hast Dich hier so richtig ausgetobt ?
              Irgendwie habe ich das Gefühl, daß Du diesen ganzen Quatsch, den Du hier postest, direkt von Welt-Online, SPON oder (Oh, Gott) gar von der BILD abschreibst.
              Denn solchen Blödsinn kann man heutzutage überwiegend dort aufschnappen.
              Oder auch direkt von der Nowaja Gazeta, die sind die “ehrlichsten” ;-)

              O.K., kehren wir zuerst ein bißchen zum Artikel von Ulrich Heyden zurück.
              Fragen wir uns, was ist denn überhaupt in dieser Geschichte passiert ?
              Hmmm, weiß der Geier.
              Der ganze Artikel und diese Geschichte als solche besteht aus lauten Gerüchten.
              Sokolow hat das gesagt, Bastrykin hat dies gesacht, also da wird wieder schmutzige Wäsche gewaschen.
              Was daraus zu verstehen ist, Sokolow hat Bastrykin einen Vorwurf gemacht ohne dabei irgendwelche bombensichere Beweise zu liefern.
              Und das ist kein Scherz mehr.
              Wir dürfen nicht vergessen, daß Bastrykin nicht irgendjemand ist, sondern ein Staatsbeamte.
              Bastrykin wollte offensichtlich diesen Sokolow, der ihn (mag sein, daß Bastrykin ein korruptes Schwein ist, aber ich verdammt noch mal Beweise sehen und nichts anderes) verleumdet hat, zur Rede (wie es in Russland so üblich ist) stellen und so ist diese “höchstinteressante” Geschichte zustande gekommen.
              Ob Bastrykin Sokolow mit dem Tode gedroht hat ?
              Das weiß ich nicht.
              Aber ich denke eher nicht.
              Bastrykin ist doch kein Idiot, er weiß doch, daß solche Fische wie Sokolow bei Berührung stinken.
              Bastrykin weiß auch, daß an seinem Thron ständig gesägt (bei uns in D ist auch nicht anders) wird, immer wieder.
              Ein solcher Fehler wäre ein Geschenk für seine Feinde, vielleicht auch deswegen hat er (Bastrykin) sich bei Sokolow entschuldigt, um aus der Schußlinie zu gehen.
              Also, diese ganze Geschichte ist ein Kasperletheater, mehr nicht (darüber kann man ewig quatschen. VT ist VT).

              Muß kurz weg
              Fortsetzung folgt ………

        • danielmite schrieb am 20. Juni 2012 um 09:26 - Permalink

          Siehe mein Kommentar da drüber.

          • Truvor schrieb am 23. Juni 2012 um 04:00 - Permalink

            @verrrückt

            Also @verrrückt, dieses Märchen von massiven Wahlfälschungen erzähle mal lieber R_Winter oder Deiner Oma.
            Das Problem ist, daß die Beweise für massive (!) Wahlfälschungen kein Schwein gesehen (falls Du welche Beweise hast, her damit) hat.
            Es wurde zwar da und dort gefälscht (von der Opposition (kannst Du bei http://www.nstarikov.ru finden) übrigens auch) aber das hielt sich in (nur um die Ergebnisse ein bißchen aufzuziehen ;-) ) Grenzen.
            Putin brauchte keine Fälschungen, denn er hatte so wie so die Mehrheit der Wähler hinter sich.
            Viele haben ihn gewählt, nicht weil síe mit seiner Politik einverstanden waren, sondern weil sie Schiß hatten, daß diese sogenannte liberale, demokratische (prowestliche) Opposition, mit Hilfe des Auslands, an die Macht kommen könnte (wie in der Ukraine).
            Denn viele Menschen wissen, daß diese “liberale” Opposition sie zurück in die 90er bringen will.
            In Wirklichkeit ist das gar keine Opposition, sondern eine Ansammlung von Ex-Korruptionären (Nemzow, Kassjanow) und prinzipienlosen Versagern aller Art.
            Eine echte Opposition muß einen Führer haben und wer ist bei denen ein Führer ?
            Nemzow, Kassjanow, Nawalnyj ?
            Jeder sieht sich als Nr. 1.
            Bei der ersten Gelegenheit würden sie sich gegenseitig die Kehlen durchschneiden ohne mit den Wimpern zu zucken.
            Wer würde schon einem Nemzow vertrauen, wenn er das http://www.lifenews.ru/news/77529 zu hören kriegt, wie Nemzow über seine Mitstreiter her zieht.
            Wer will schon einen Nemzow als Präsidenten haben, der über seine vermeintliche “Freunde” solchen Sche.. redet ?
            Wer würde einen Nemzow wählen, wenn er ihn mit seinem Kumpel da http://www.atnews.org/pro_poleznykh_idiotov_i_sakharnuju_ulicu/2011-12-23-363 sieht ?
            Und was ist mit Kassjanow ?
            Sein Spitzname spricht schon für sich: “Mischa 2%”
            Gibt es in Putins Russland Korruption ?
            Klar, es gibt sie.
            Ist nicht zu verheimlichen.
            Aber diese beide Kreaturen, nämlich Nemzow, Kassjanow (Mischa 2%), aber auch ihre anderen Kumpels, haben kein Recht Putins Russland zu kritisieren.
            Weh, wenn sie an die Macht kommen.

            Nein, @verrrückt, nicht der Artikel aus odnako.org ist eklig, sondern diese Nemzows, Kassjanows, Nawalnyjs liberale, demokratische Opposition ist eklig, weil sie nur Putins wegen mit den Nazis und anderen Radikalen gemeinsam marschiert http://www.xamstvu.net/loh/inet_loh/282-marsh-1-500-000-moskva-12062012.html
            Diese liberale, demokratische Opposition kann nicht mal ohne Hilfe von den Nazis und anderen Versagern 10 000 auf die Strasse bringen.
            Was für eine Schande !

            Wäre Russland eine Diktatur, wie Du behauptest, dann wäre dieser Sokolow und alle anderen längst im Gefängnis gelandet.
            Putin erlaubt ihnen viel zu viel und das ist die eigentliche Wahrheit.
            Du behauptest, daß das russische Fernsehen in Putins Hand ist ?
            Ich weiß nicht, ich weiß nicht, aber Gestern am 22.06.5012 wurde ein Film, nämlich “Sluschu sowetskomu sojuzu”, bei NTW gezeigt und obwohl, der Kultusminister die Leitung von NTW gebeten hat den Film aus dem Programm zu nehmen, da hat keiner was getan
            Seine Bitte wurde einfach ignoriert.
            Komisch, oder ?

            Wann hat denn die (Nemzows, Kassjanows, Nawalnyjs, etc.) Opposition 150 000 Demonstranten auf die Strasse gebracht ?
            Nicht mal zusammen mit den Nazis konnten sie das.
            Hättest Du vielleicht irgendwelche (Luftaufnahmen) Fotos, mit denen Du Deine Behauptung belegen könntest ?
            Ich habe aber was für Dich: http://www.atnews.org/news/professor_poschital_skot/2011-12-26-376
            Das untere Foto etwas größer: http://www.pics.livejournal.com/diak_kuraev/pic/0007858k/
            Die Demonstranten haben im Dezember letzten Jahres behauptet, daß sie über 100 000 Tausend Menschen zusammen gekratzt haben.
            Aber wenn Du das untere (Fischauge) Foto mit den oberen Fotos vergleichst, dann siehst Du, daß da unten nicht mehr als 25 000 Menschen zu (auf dieser Strasse können gar nicht mehr als 30 000 passen) sehen sind.

            Und noch etwas @verrrückt, um über die Geschehnisse in Russland zu erfahren, brauch ich nicht durch ganz Russland ständig umher zu hoppssen.
            Ich habe Internet und das reicht eigentlich um sich auf dem laufenden zu halten.
            Falls mir etwas fehlt, dann kann auf meine viele Bekannten in Russland zurück greifen.
            Ob ich in Moskau oder vielen anderen Städten gewesen bin ?
            Ja, ich bin es, ich bin nämlich in der Sowjetunion aufgewachsen.
            Und Russland kannte, kenne und würde immer besser kennen als Du es kennst oder würdest jemals kennen.

            • Truvor schrieb am 23. Juni 2012 um 04:17 - Permalink

              Sorry, habe den letzten Link verwechselt: http://www.atnews.org/news/bog_s_vami_kakie_100000/2011-12-13-167

            • Truvor schrieb am 23. Juni 2012 um 04:37 - Permalink

              In der Mitte ist auch ein Fehler, wo ich schrieb ” wenn er ihn mit seinem Kumpel da” http://www.atnews.org/news/pro_poleznykh_idiotov_i_sakharnuju_ulicu/2011-12-23-363

    7. Lohengrin schrieb am 19. Juni 2012 um 19:58 - Permalink

      Wer hat jetzt was behauptet?
      Nur Bastrykin und Sokolow können die Wald-Geschichte bezeugen? Was sagt Sokolow dazu? Muratow kann viel erzählen.

    8. esco schrieb am 20. Juni 2012 um 12:39 - Permalink

      Ich liebe diese Russlandartikel. Sie haben immer etwas von Verschwörungstheorien, Machtspielen und Geld. Kann real-life spannender sein als es in Russland zu sein scheint?

    9. amen schrieb am 25. Juni 2012 um 20:47 - Permalink

      Sind ja zum Glück nur die Russen die Journalisten bedrohen oder diese gar ermorden, würden die NATO-Staaten nie machen!


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