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  • Die Agenda des Salzwasserökonomen

    geschrieben am 19. Juni 2012 von Spiegelfechter

    Mit seinem Buch „Vergesst die Krise! Warum wir jetzt Geld ausgeben müssen“ liefert der US-Ökonom Paul Krugman einen wortmächtigen Gegenentwurf zur Ideologie des „Kaputtsparens“. Er versteht es einmal mehr, mit einfachen Worten und Metaphern volkswirtschaftliche Zusammenhänge so darzustellen, dass sie auch von Lesern ohne große Vorkenntnisse verstanden werden können.

    Paul Krugman sei der erste Blogger, der einen Nobelpreis gewonnen hat – so lautet ein Bonmot, das vor allem von seinen Gegnern immer wieder gerne fallengelassen wird. Krugmans Gegner sind die Republikaner, über die er in seinen Kolumnen und Blogs mit Vorliebe herfällt, und die „Süßwasserökonomen“. In den USA ist die Trennung der wirtschaftswissenschaftlichen Strömungen seit den letzten Jahrzehnten auch geographisch bemerkbar – in den großen Universitäten an der Atlantik- und der Pazifikküste (also am Salzwasser) wird vornehmlich eine nachfrageorientierte Ökonomie gelehrt, die sich auf John Maynard Keynes beruft, während man an den Universitäten im Landesinneren (also am Süßwasser) eher zu einer angebotsorientierten, sich auf Milton Friedman berufenden Ökonomie tendiert. Krugman lehrt in Princeton, New Jersey, und ist nicht nur geographisch ein „Salzwasserökonom“. In seinen Kolumnen und Blogs in der New York Times hat Krugman die Funktion des Sprachrohrs der nachfrageorientierten Ökonomie eingenommen. Seine große Stärke ist es, ökonomische Sachverhalte wortgewandt und allgemeinverständlich zu erklären – klar, dass ihm das nicht nur Freunde einbringt. Die NachDenkSeiten zählen zweifelsohne zu seinen Freunden und weisen regelmäßig auf interessante und gute Beiträge von Paul Krugman hin. Gäbe es einen deutschen Paul Krugman, hätte es der Neoliberalismus sicher nicht so einfach gehabt, sich in den Köpfen unserer Mitbürger und Politiker festzusetzen. In Krugmans „Ökonomengeographie“ ist Deutschland tiefstes Süßwasser.

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    Tags: Buchvorstellungen
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    262 Kommentare:

    1. Natalie schrieb am 19. Juni 2012 um 13:33 - Permalink

      Aus welchen Quellen soll das ganze Geld, das ausgegeben werden soll, kommen? Wächst es vielleicht auf irgendwelchen Bäumen? Verzeiht bitte die “naive” Frage, aber angesichts der Tatsache, dass allein die amerikanischen Banken Derivate-Wetten mit einem “Wert” von über 230 Billionen US-Dollar halten, ist dieser ganze Irrsinn nicht mehr zu verstehen.

      Ob Krugman diese Schuldenuhr kennt?
      http://www.usdebtclock.org/

      • Wolfgang Waldner schrieb am 19. Juni 2012 um 14:43 - Permalink

        Für jede Makroökonomie gilt:

        Ausgaben = Einnahmen

        Das ausgegebene Geld wird also zu Einnahmen und kann sofort wieder ausgegeben werden, wodurch es gleich wieder zu Einnahmen wird und so weiter. Es gibt keinen Grund, warum eine Wirtschaftskrise nicht einfach durch höhere Ausgaben ( = Einnahmen) beendet werden sollte. Außer eben, dass dies den reichen Rentiers nicht passt, weil Vollbeschäftigung zu steigenden Löhnen und Preisen führt und die fügsamen Lohnsklaven und willigen Dienstmädchen rar werden lässt.

        Das Geld verschwindet also nicht in einem schwarzen Loch, wenn es ausgegeben wird, sondern kommt als zusätzliche Einnahme sofort wieder zu den Bürgern zurück. Daher die Devise von Krugman: “Spend, spend, spend!”

        • Lothar schrieb am 19. Juni 2012 um 15:59 - Permalink

          gilt das denn auch, wenn die (Staats-) Ausgaben zu Einnahmen bei relativ wenigen werden, z.B. wenn durch Lohndrückerei das “Mehr” an den Allermeisten vorbei in die Taschen Weniger geht, und diese es eben NICHT ausgeben, sondern ANLEGEN, weil sie durch Anlagemodelle eine viel höhere Rendite erwarten können?

          Und diese angelegten Summern, die sich durch mit aus der Luft geschöpften Summern multiplizieren, ebenfalls NICHT wieder ausgegeben werden, sondern sich immer schneller immerzu neue Anlageformen suchen, die Rendite versprechen?

          • Wolfgang Waldner schrieb am 19. Juni 2012 um 16:26 - Permalink

            Ja, richtig, wenn das Geld dann von den Reichen kassiert und gespart oder “angelegt” wird, dann wird es nicht mehr zu steigenden Einnahmen der anderen Bürger, sondern zwingt diese sogar in die Verschuldung.

            Leider hat Krugman dieses Thema in seinem Buch ausgeblendet, dass also die Einkommensverteilung heute sogar fast noch das größere Problem ist. Wenn die einen sich verschulden müssten, um mehr auszugeben, während die anderen dieses Geld dann wieder sparen, funktioniert Krugmans Parole “Ihre Ausgaben sind meine Einnahmen und meine Ausgaben sind Ihre Einnahmen” nicht mehr.

            Ich bin auch sehr enttäuscht, dass Krugman diesen Punkt, die Verteilung der Einkommen in den USA ändern zu müssen, nicht zum zentralen Thema gemacht hat. Aber vielleicht würde man ihn dann nicht mehr in der NYT schreiben lassen.

            • Lothar schrieb am 19. Juni 2012 um 16:48 - Permalink

              Man müsste also “lediglich” das nutzlose, weil zu keinem anderen Zweck als der eigenen Vermehrung angelegte Geld abschöpfen, bzw. durch Besteuerung so unattraktiv machen, so dass es dem Wirtschaftskreislauf wieder zur Verfügung steht.

              D.h., nicht mal Staatsverschuldung wäre notwendig, da das reichlich vorhandene, allerdings nutzlos angelegte Geld “einfach”umgeleitet wird zu denen, die damit auch tatsächlich Güter und Dienstleistungen nachfragen, was wiederum die Wirtschaft in Schung bringt und das heilige Wachstum ankurbelt.

              Frage: Wie soll das geschehen? Wie ist es möglich ohne Zwang und Enteignung das Geld dorthin fließen zu lassen, wo es noch halbwegs ökonmisch sinnvolle Aufgaben erfüllen kann?

              Mir fällt nicht viel Sinnvolles ein außer reichlich bemessener Mindestlöhne bei gleichzeitiger Akeptanz von spürbarer Inflation…

            • Karla schrieb am 19. Juni 2012 um 17:06 - Permalink

              … dass also die Einkommensverteilung heute sogar fast noch das größere Problem ist.

              Und das noch größere Problem, wahrscheinlich überhaupt der Kern des Problems, ist die Vermögensverteilung. Auch wenn das eine natürlich mit dem anderen zusammenhängt, halte ich diese Unterscheidung für wichtig, denn Einkommen ist ja zunächst mal Geld, das für Konsum ausgegeben werden könnte. Erst dadurch, dass Einkommen zu Vermögen wird (also gespart, angelegt, jedenfalls irgendwie raus aus dem Arbeit-Konsum-Kreislauf genommen wird), beginnt seine zerstörerische Wirkung. Nicht nur, weil das Geld dann nicht mehr über Konsum für Wachstum sorgen kann, sondern v.a. weil Anleger für ihr Geld außer der Rendite etwas wollen, was definitiv und ohne Ausweg nur begrenzt zur Verfügung steht, nämlich Sicherheit. Der Anlagen suchende Geldberg wächst, aber Sicherheit wird mit zunehmender Angst der Vermögenden immer knapper. Deshalb glaube ich auch nicht so recht, dass der Rat, Geld auszugeben, in der jetzigen Situation noch groß helfen kann. Alle befürchten den Crash und halten die Taschen noch fester zu als sonst, und dadurch machen sie natürlich den Crash noch wahrscheinlicher.

              Geld müsste verschimmeln, wenn man es zu lange lagert, das würde vielleicht helfen. Alles vergammelt, wenn man es sich selbst überlässt, zum Beispiel auch Immobilien. Nur von Geld erwarten wir, dass es unbegrenzt haltbar ist und dass sein “Wert” sogar wächst. Verrückt.

            • gerhardq schrieb am 19. Juni 2012 um 18:28 - Permalink

              Die Lösung ist im Grunde ganz einfach.
              Geld, daß nicht in die Realwirtschaft investiert wird, also an den Börsen gehandelt wird, wird eine andere Währung wie das Geld, daß für Waren und Dienstleistungen genutzt wird. Es ist wie im Spielkasino, d.h. die Börsen arbeiten mit Spielgeld!
              Sobald dieses Geld von der Börse in die Realwirtschaft wechseln will, muß eine Abgabe gezahlt weden, eine Umtauschgebühr. Mit Hilfe dieser Umtauschgebühr läßt sich der Geldfluß steuern. Man kann so ganz gezielt die Spekulation verteuern oder auch verbilligen, ganz was gewünscht wird.

        • thorsten schrieb am 19. Juni 2012 um 16:03 - Permalink

          steigende Löhne?

          In den letzten Jahren hat doch zunehmende Nachfrage eher dazu geführt, dass die Gewinne der Unternehmen und Investoren gestiegen sind. Daran müsste sich etwas ändern, damit die Mehreinnahmen auch nach “unten” durchgereicht werden.

          • Mordred schrieb am 20. Juni 2012 um 10:40 - Permalink

            oO? um da genau drauf einzugehen müsstet du erstmal fragen bzw. beantworten:
            1. nach welchen gütern ist die nachfrage gestiegen?
            2. warum ist die nachfrage gestiegen?
            3. wer fragt mehr nach?

      • Spiegelfechter schrieb am 19. Juni 2012 um 18:08 - Permalink

        Aus welchen Quellen soll das ganze Geld, das ausgegeben werden soll, kommen?

        Es ist ja nicht so, dass niemand den Staaten Geld leihen will – im Gegenteil, die USA, Japan und Deutschland kriegen sogar (inflationsbereinigt) eine Prämie dafür, Schulden aufzunehmen.

        Wächst es vielleicht auf irgendwelchen Bäumen? Verzeiht bitte die “naive” Frage, aber angesichts der Tatsache, dass allein die amerikanischen Banken Derivate-Wetten mit einem “Wert” von über 230 Billionen US-Dollar halten, ist dieser ganze Irrsinn nicht mehr zu verstehen.

        Diese Zahl ist kompletter Unfug! Außerdem handelt es sich bei Derivaten um Nullsummenspiele. Du wettest 10 Euro darauf, dass Deutschland gegen Griechenland weiterkommt, ich setze x Euro dagegen und wir müssen dann noch eine Quote, also einen Kurs ausmachen. Der könnte z.B. bei 1:5 liegen, ich müsste also 2 Euro einsetzen. Nun “besitzen” wir “Derivate” im Wert von 12 Euro. An unserem Vermögen oder unseren Besitzverhältnissen hat sich dadurch aber nichts geändert.

        Ob Krugman diese Schuldenuhr kennt?

        Kennt er. Mehr noch – er weiß auch das Schulden und Forderungen im Saldo immer gleich Null sind. Schuldenuhren sind verschenkte Arbeitszeit.

        • OAlexander schrieb am 19. Juni 2012 um 19:10 - Permalink

          Mehr noch – er weiß auch das Schulden und Forderungen im Saldo immer gleich Null sind. Schuldenuhren sind verschenkte Arbeitszeit.

          Meine Schulden als solches interessieren mich auch null – die Zinsen sind das Problem: und die sorgen schliesslich dafür, dass es kein Nullsummenspiel ist.

          • Spiegelfechter schrieb am 19. Juni 2012 um 19:40 - Permalink

            und die sorgen schliesslich dafür, dass es kein Nullsummenspiel ist.

            Klar, das ist der Preis dafür, wenn man entweder Konsum- oder Investitionsausgaben zeitlich vorzieht.

            • Barnockel schrieb am 19. Juni 2012 um 22:22 - Permalink

              Aber was ist mit den Zinsen, die für die Finanzierung von Spekulationsblasen aufgewendet werden müssen?

        • Natalie schrieb am 19. Juni 2012 um 19:12 - Permalink

          Hallo Jens! ;-)

          Diese Zahl ist kompletter Unfug!

          Ich hoffe, die FTD ist für Dich seriös genug.

          http://www.ftd.de/finanzen/derivate/:milliardenschwerer-derivatemarkt-die-finanzsaeulen-der-erde/70027382.html

          Kennt er. Mehr noch – er weiß auch das Schulden und Forderungen im Saldo immer gleich Null sind. Schuldenuhren sind verschenkte Arbeitszeit.

          Das meinst Du aber nicht ernst, oder?

          PS. Bei diesem “Your comment is awaiting moderation” fühle ich mich richtig diskriminiert. :-/

          • Spiegelfechter schrieb am 19. Juni 2012 um 20:10 - Permalink

            Ich hoffe, die FTD ist für Dich seriös genug.

            In diesem Punkt ist sie ungefähr so seriös wie die BILD-Zeitung ;-)

            Die gigantische Zahl bezieht sich auf den Nominalwert Kontrakte. Wenn ich beispielsweise wette, dass morgen ein Barrel Öl 85 US$ kostet, zahle ich (wenn ich ein Future kaufe) dafür rund 1US$, da der heutige Preis 84 US$ beträgt (ich vereinfache das mal ein wenig). Ich habe aber einen Kontrakt, der sich auf den Nominalwert 85 US$ bezieht. So what? Was hat dieser Nominalwert zu sagen? Eigentlich nichts. Die größten Teile des Derivatemarkts sind der Devisenmarkt und der Markt für Zinsswaps. Hier beträgt der “Preis” der Derivate meist nur einen Bruchteil des Nominalwerts. Wenn man nun noch versteht, dass es sich um Geschäfte handelt, bei denen es zwingend einen Gegenpart geben muss, der exakt die gleiche Summe auf die gegenteilige Entwicklung des Nominalwertes wettet, verlieren selbst die zig Billionen US$ ihren absoluten Schrecken.

            Ich will hier übrigens überhaupt nichts entdramatisieren oder gar schönreden. Natürlich ist ein Problem, dass so hohe Summen (egal ob es eine oder 600 Billionen US$ sind) im Finanzcasino gesetzt werden, ohne dass dies erkennbar mit der Realwirtschaft zu tun hat. Es gibt auch nach wie vor das Problem, dass die Marktteilnehmer bei überraschenden Marktentwicklungen ihre Kontrakte nicht bedienen können und dies eine neue Finanzkrise auslöst.

            Ich verwehre mich nur, diese Zahlen als Basis für irgendwelche Vermögensgrößen heranzuziehen. Das ist idT unseriös.

            • flurdab schrieb am 19. Juni 2012 um 21:19 - Permalink

              Danke für die Erklärung, ich habe mich auch immer gefragt wie 700 Billionen Derivate einem Welt- BIP von 70 Billionen gegenüberstehen können, und wie das “Spielgeld” den Wiedereintritt in die Realwirtschaft schafft.

            • r_surfer schrieb am 20. Juni 2012 um 21:54 - Permalink

              Mir gefällt die Rede vom “Spielgeld” nicht, denn das ist es eben nicht. Die Finanzwelt ist nicht irrealer als die Produktionswelt – sonst gäbe es übrigens das Problem gar nicht. Es gibt nicht ein Geld und daneben noch ein Spielgeld. Euro ist Euro. Und das Geschäft von Zockern und Autobauern etc. ist absolut wesensverwandt. Beide investieren eine Summe Geld und wollen am Ende eine größere Summe Geld haben. Das ist ununterscheidbar.

      • Mod schrieb am 20. Juni 2012 um 12:14 - Permalink

        Habe keine Ahnung wie dieses geschichtsträchtige Kapitel der Verschuldung durch Politiker und Banken ausgeht, sollte es so sein das mit Griechenland, Spanien, Portugal und Italien die ersten 4 Länder “arm” dran sind, kann man davon ausgehen das weitere Folgen werden und wer genau wie Griechenland oder Spanien Geldblasen geschaffen hat um irgendwo ein Niveau zu halten, in Griechenland um die Zahlen zu den Stabilitätskriterien zu schönen, in Spanien um Immobilien Bau, Besitz und damit Wachstum zu schaffen, kurz, – wer sich über Gebühr in die Hände der Banken begibt muss über Kurz oder Lang Insolvenz anmelden.

        Warum man den Banken so viel Macht gab kann ich mir nicht erklären, es sei denn Gier ist die Triebfeder der handelnden Personen, dann ist es Kriminell und das ist meine Meinung, – und es bleibt abzuwarten wie sich das mit ESM und co gestaltet und ob da evt. noch jemand zur Einsicht kommt oder Europa durch Banken erneut zerstört wird?

      • Margarete52 schrieb am 22. Juni 2012 um 13:38 - Permalink

        Das ist ganz einfach zu verstehen. Unsere Löhne und Gehälter sind nicht nur “Unkosten”, wie es uns immer wieder eingebläut wird. Es sind auch die “Gewinne” der Firmen in denen das Geld wieder ausgegeben wird. Es sind die Steuereinnahmen, von denen unter anderem die Politiker gut leben, die uns immer weniger gönnen.
        Es ist ganz einfach ein Kreislauf der in Gang gehalten werden muss. Leider wird dieser Kreislauf bei uns gebremst, indem immer mehr Geld von den Bürgern weg, hin zu den großen Vermögen gelenkt wird. Dieses Geld wird dem Kreislauf entzogen. Denn die Vermögenden geben dieses Geld nicht aus, sondern bringen es zu den Bankstern, die dann damit, z.B. auf Staatsbankrotte, wetten.

    2. Peleo schrieb am 19. Juni 2012 um 14:00 - Permalink

      “hätte es der Neoliberalismus sicher nicht so einfach gehabt”

      Es gibt immerhin Flassbeck, Bofinger und Hickel. Die beiden letzteren auch immer öfter auch in den Medien (wenn auch nicht so oft wie Franz und Sinn).

      Der Chefökonom von GoldmanSachs spricht sich für Lohnerhöhungen aus, die Boston Consulting Group (m. W. keine kommunistische Untergrundorganisation) für eine Vermögensabgabe auf große Vermögen, die kaum eine negative Wirkung auf die gesamtwirtschaftliche Nachfrage hätte.

      Es kann also nicht nur daran liegen, dass es keinen “deutschen Krugman” gibt.

    3. flurdab schrieb am 19. Juni 2012 um 14:17 - Permalink

      @ Natalie
      Das Geld ist ja bereits da, nur wird es der breiten Masse entzogen.
      In den letzten 20 Jahren ist die Produktivität in Deutschland um 20 % gestiegen, bei gleichzeitigem Rückgang der Arbeitszeit um 5 %.
      Im selben Zeitraum stagnierten bzw. sanken die Löhne.
      D.h. es wurde weniger Arbeitskraft gebraucht und diese wurde billiger, die Profite stiegen. Diese Profite wurden steuerlich stark begünstigt, so das der Staat ein Einnahmenproblem bekam. Deshalb wurden die Sozialleistungen als Ursache für die zu geringen Staatsfinanzen “entdeckt”.
      Neo- Liberale Propaganda!

    4. Yukionna schrieb am 19. Juni 2012 um 14:21 - Permalink

      Die Guthabenden finden zunehmend keine Schuldner mehr.

      http://draketo.de/proj/schuldenuhr-vermoegensuhr/
      Eine entsprechende Besteuerung auf Vermögen würde wohl helfen.

      • Spiegelfechter schrieb am 19. Juni 2012 um 18:14 - Permalink

        Richtig!

    5. danielmite schrieb am 19. Juni 2012 um 14:25 - Permalink

      Ist diese Nachfrageerhöhung nicht schon per se der Denkfehler des gesamten Systems oder täusche ich mich da gerade? Gehen wir von der theoretischen Möglichkeit aus, dass die Nachfrage beliebig erhöht werden könnte und lassen alle anderen Faktoren mal außen vor, irgendwann hätte doch jeder alles.
      Btw. finde ich ein System was nur auf Konsum und Kauf basiert, nicht gerade vorteilhaft.. gibt es da keine bessere Alternative?
      Sind aber auch nur Gedanken eines Laien, auch wenn mir die Bedeutung von Austerität klar ist.

      • flurdab schrieb am 19. Juni 2012 um 15:48 - Permalink

        Unser Wirtschaftsmodell basiert auf Wachstum.
        Nachfrage erzeugt Wachstum.
        Man reduziert die Nutzungsdauer von Gütern.
        Man erzeugt Nachfrage durch technische Neuerungen (z.B. Ei- Fon)
        Man erlässt Gesetze ( Wärmedämmung).
        Das sind die allgemeinen Glaubenssätze dieser Religion!
        Aber du hast recht, es widerspricht der Logik.

        In einer begrenzten Welt kann es kein unbegrenztes Wachstum geben.

        Deshalb ist ja sie Möglichkeit der Zerstörung (Krieg) in diesem System enthalten.
        Die bessere Alternative wäre der Sozialismus, wenn er den richtig verstanden würde.
        Aber da der Mensch des Menschen Wolf ist, wird das wohl nichts.

        • danielmite schrieb am 19. Juni 2012 um 17:16 - Permalink

          Ich meinte eigentlich auch denkbare Alternativen. Sozialismus ist nicht denkbar und nicht erstrebenswert, zumindest nicht mit Menschen ;)

          • Jacques Roux schrieb am 19. Juni 2012 um 17:32 - Permalink

            “Sozialismus ist nicht denkbar und nicht erstrebenswert, zumindest nicht mit Menschen ;)”

            Kommt wohl eher darauf an was man unter Sozialismus versteht,
            Sozialismus = Ostblock, oder Sozialismus = Gesellschaftsordnung, in der die Menschen frei, gleichberechtigt, friedlich, solidarisch und ohne wirtschaftliche Not zusammenleben.

            Die Alternative ist eine sich immer mehr zuspitzende Barbarei bis zum Untergang (?) Es geht aber nun mal nicht ohne Verteilungsgerechtigkeit und mit bloßen Worten werden wir die privilegierten, oberen 10 – 20 % wohl leider auch nicht überzeugen können ;-(

            • Spiegelfechter schrieb am 19. Juni 2012 um 18:21 - Permalink

              Es geht “Danielmitte” ja nicht “nur” um eine Gesellschaftsordnung, sondern auch um das Wirtschaftssystem. Deine zweite Sozialismusdefinition ist ohne weiteres mit der Marktwirtschaft kompatibel.

          • name schrieb am 19. Juni 2012 um 23:27 - Permalink

            Wenn ick “Mitte” schon lesen darf, wird mir immer kotzübel, aber weisst du, in drei Monaten ist der Euro nicht mehr existent, und dann gibts einen richtig feinen Umverteilungszirkus, auch in Mitte wie in den 20 ziger Jahren. Das wird wenigstens sportlich und solchen Kindern wieder dir, wird das “nicht erstrebenswerte” noch im Halse stecken bleiben.

      • Spiegelfechter schrieb am 19. Juni 2012 um 18:17 - Permalink

        Ist diese Nachfrageerhöhung nicht schon per se der Denkfehler des gesamten Systems oder täusche ich mich da gerade?

        Ja ;-)

        Gehen wir von der theoretischen Möglichkeit aus, dass die Nachfrage beliebig erhöht werden könnte und lassen alle anderen Faktoren mal außen vor, irgendwann hätte doch jeder alles.

        Aber die Sachen gehen ja auch a) kaputt, werden b) alt/unmodern und können auch c) verbraucht werden.

        Btw. finde ich ein System was nur auf Konsum und Kauf basiert, nicht gerade vorteilhaft.. gibt es da keine bessere Alternative?

        Nein. Die Alternative wäre, dass irgendwer bestimmt, was Du haben darfst/sollst.

        • rheinhold2000 schrieb am 19. Juni 2012 um 18:48 - Permalink

          “Nein. Die Alternative wäre, dass irgendwer bestimmt, was Du haben darfst/sollst.”

          Na da haben aber durchaus einige kluge leutchen noch andere alternativen überlegt:

          http://de.wikipedia.org/wiki/Parecon

          und das dein vorschlag die einzige alternative ist kann schon deswegen nicht stimmen weil es immer mehr als eine alternative gibt
          das erinnert so an “alternativlos”

          • Jacques Roux schrieb am 19. Juni 2012 um 18:57 - Permalink

            “Na da haben aber durchaus einige kluge leutchen noch andere alternativen überlegt:”

            Jo, und das sogar schon vor relativ langer Zeit

            http://de.wikipedia.org/wiki/Cybersyn

          • Spiegelfechter schrieb am 19. Juni 2012 um 18:59 - Permalink

            Jo mei ;-)

            Sorry, das ich lieber auf dem Teppich bleibe und für solch drollige Alternativen keine ernsthaften Überlegung übrig habe.

            • W. Buck schrieb am 19. Juni 2012 um 21:37 - Permalink

              Irgendwie erinnert mich die Konfrontation zwischen Salzwasserökonomen und Süßwasserökonomen an die Dispute zwischen Protestanten und Katholiken. Keiner der Kontrahenten konnte sich vorstellen, dass eine Welt ohne Gott und ohne Erlöser möglich ist.

              Die heutigen Ökonomen können sich keine Welt ohne Wachstum vorstellen. Obwohl weiteres Wachstum mit SICHERHEIT in die unwiderrufbare Katastrophe führen wird und damit vermutlich zum Ende der Menschheit.

              Wie hieß es letztens in einer Arte-Doku. “Die Evolution könnte zum Schluss kommen, das es keine gute Idee war Affen mit Verstand auszurüsten.”

              Nett gesagt und angesichts der “echten” Probleme (Überbevölkerung, Ressourcenverschwendung, Umweltzerstörung, Klimawandel) passend.

              In sofern möchte ich Krugman wenigstens in einem zustimmen (auch wenn er’s anders meint): “Vergesst die Krise!” Und anfügen: “Wir haben echte Probleme!”

            • r_surfer schrieb am 20. Juni 2012 um 21:58 - Permalink

              Man kann dem Kapitalismus nicht das Wachstum verbieten.

          • Granado schrieb am 19. Juni 2012 um 22:03 - Permalink

            Nein, es gibt immer nur eine Alternative B zu einem gegebenen A – sonst sind es diverse Möglichkeiten. Aber wenn es die Alternative B gibt, ist A nicht alternativlos.
            Allerdings teile ich nicht Spiegelfechters Auffassung, was die Alternative ausmacht.

          • Heldentasse schrieb am 20. Juni 2012 um 11:38 - Permalink

            @W. Buck

            n sofern möchte ich Krugman wenigstens in einem zustimmen (auch wenn er’s anders meint): “Vergesst die Krise!” Und anfügen: “Wir haben echte Probleme!”

            Gute Aussage, guter Kommentar!
            Dies Finanzkrise- Krise ist eigentlich “nur” menschengemacht weil das zu Grunde liegende augenscheinlich/ vermutlich selbstzerstörerische Prinzipien losgelöst von den Naturgesetzen definiert sind. Aus einer weiträumigen sehr elementaren Sichtweise heraus sind es heutzutage eigentlich überwiegend “nur” Bits& Bytes auf Datenträgern die “umverteilt” werden müssten um diese Krise zunächst zu lösen. ;)

            Richtig lustig wird es erst wenn wir (vermutlich) in einigen Jahrzehnten an die globalen Grenzen des Wachstums stoßen, dann haben wir wirkliche Probleme/ Krisen! Siehe dazu Richard Heinberg’s Peak Everything

            P.S.: Viel näher am Thema und lesenswert:
            In der Eurofalle
            Wie die inneren Widersprüche der europäischen Währungsunion den Krisenverlauf in Europa prägen

        • Yukionna schrieb am 19. Juni 2012 um 20:49 - Permalink

          Es gab ja auch mal so etwas wie geplante Obsoleszenz.
          Aber das habe ich jetzt nicht geschrieben und ist nicht aktuell. ;)

      • brandubh schrieb am 21. Juni 2012 um 22:40 - Permalink

        Wenn es dir nichts ausmacht, wenn du mal aufgrund von Nachfrageausfall arbeitslos wirst.

        Durch Kauf und Konsum alleine kann eine Wirtschaft sowieso nicht wachsen.

    6. Lenny schrieb am 19. Juni 2012 um 14:51 - Permalink

      @Natalie

      Die Schulden des einen sind auch immer die Forderungen des anderen. Geld ist also genug da.

      • W. Buck schrieb am 19. Juni 2012 um 21:43 - Permalink

        Was impliziert, das Geld aus dem Nichts kommt und irgendwann (wenn die Schuld beglichen ist) wieder zu Nichts wird.

        Frei nach Monty Phyton (Das Leben des Brian):
        “Das Geld kommt aus dem Nichts und geht wieder zurück ins Nichts. Was ist es dann also? NICHTS!”

    7. Robert H. schrieb am 19. Juni 2012 um 15:04 - Permalink

      Gäbe es einen deutschen Paul Krugman, hätte es der Neoliberalismus sicher nicht so einfach gehabt, sich in den Köpfen unserer Mitbürger und Politiker festzusetzen.

      Also da würde ich doch gerne widersprechen. In Heiner Flassbeck sehe ich schon ein wenig das deutsche Pendant zu Krugmann. Nur ist die Sachlage in Deutschland ein wenig schwieriger, da, wie schon im Artikel erwähnt, in Deutschland fast ausschließlich Süßwasser gelehrt wird und die Blockade der Medien auch sein übriges tut.

    8. ich troete weiter schrieb am 19. Juni 2012 um 15:33 - Permalink

      Das eigentlich Interessante ist, dass die “linke” Ökonomie eigentlich die einzige Strategie darstellt, um den Kapitalismus in seiner marktwirtschaftlichen Ausprägung zu retten. Man könnte auch sagen, daß das eigentlich paradox ist.
      Natalie: Im Grunde genommen geht es darum, daß man Geld, so in die Wertschöpfungskette einpgflegt, daß möglichst viele reale Güter und Dienstleistungen geschaffen werden können. Und das kann das derzeitige Bankensystem nicht, da es nur grosse Profite machen kann, wenn es sich z.b. in Derivaten verliert.
      Und man stelle sich, vor, wenn die es keine Finanzdiensleistungen gäbe und die entsprechenden Gelder in der realen Wirtschaft investiert würden….dann hätten wir das Paradies auf Erden (und das mein ich natuerlich materiell betrachtet, aber fuer Mrd. Menschen auf unserem Planeten wäre dies ein gewaltiger Fortschritt.)

      • Spiegelfechter schrieb am 19. Juni 2012 um 18:24 - Permalink

        Das eigentlich Interessante ist, dass die “linke” Ökonomie eigentlich die einzige Strategie darstellt, um den Kapitalismus in seiner marktwirtschaftlichen Ausprägung zu retten. Man könnte auch sagen, daß das eigentlich paradox ist.

        Nein, das ist überhaupt nicht paradox, da die Marktwirtschaft weder rechts noch links ist. Moderne Linke, z.B. Wagenknecht oder Lafo, haben sich doch längst von jeder Form der Planwirtschaft verabschiedet (Lafo hat daran eh nie geglaubt) und propagieren eine gerechte und soziale Marktwirtschaft. Ich kenne ohnehin keinen einzigen ernstzunehmenden Ökonomen, der ernsthaft die Marktwirtschaft abschaffen will – egal ob links oder rechts.

        • ola schrieb am 19. Juni 2012 um 20:25 - Permalink

          Jedes Unternehmen arbeitet nach einem planwirtschaftlichen Prinzip. Schlimm wärs, wenns anders wäre. :) Die Frage die sich stellt ist doch nur wer plant. Der Chinese z.B. plant noch immer wie verrückt und das auch noch zentral. Sonderlich scheisse funktioniert das auch nicht. Wieviel Freiheiten man innerhalb des Rahmenplanes dem einzelnen Individuum überlässt, das ist doch die zentrale Frage, oder bin ich jetzt woeder völlig neben der Spur?

          • Granado schrieb am 19. Juni 2012 um 22:10 - Permalink

            Es gibt sogar “Gewinnplanung”. Ja, ein Konzern wie IBM hat einen größeren Planungsbereich als jemals ein DDR-Ministerium. BRD-Banken haben in den 50ern geplant, dass es zu viele Autofirmen gebe; später, dass es zuviel “Weiße Industrie” (Kühlschrank, Waschmaschine…) gebe und deshalb Kredite entzogen (die längst im laufenden Betrieb benötigt werden).

            • ola schrieb am 19. Juni 2012 um 23:54 - Permalink

              Jo, die geliebten Planungsabteilungen. Fällt mir gerade ein, der EU Argrarbereich, eine klassische Plamwirtschaft, oder? Alle Elemente planwirtschaftlichen Treibens vereint (Kommunistischer Umtrieb statt Almabtrieb)

            • r_surfer schrieb am 20. Juni 2012 um 22:03 - Permalink

              Ohne Planwirtschaft im Agrarsektor wären wir schon alle verhungert. Nur das hat 95% der Bauern vor der Pleite gerettet. Und da selbt ein kapitalistischer Staat nicht so dogmatisch ist, sein gesamtes Volk verhungern zu lassen, nur um einen Teilmarkt aufrecht zu erhalten herrscht da eben Planwirtschaft.

              P.S. Kein Gegner der Marktwirtschaft wird vom Spiegelfechter als erstzunehmender Ökonom anerkannt, ergo kennt er auch keinen ernstzunehmender Ökonomen, der den Markt kritisiert. Ja mei! :)

    9. Brick schrieb am 19. Juni 2012 um 15:49 - Permalink

      „Vergesst die Krise! Warum wir jetzt Geld ausgeben müssen“

      Welches Arschloch, hat sich diese “Übersetzung” ausgedacht? “End this depression now!” ist das Gegenteil, von dem Deutschen Titel. Extrem ärgerlich ist so eine peinliche “Übersetzung”. Sie deutet auf völliges Unverständnis hin. Außerdem ist absolut unverständlich wer zum Teufel denn da nun mit WIR gemeint sein soll. Das Buch richtet sich primär an Amerikaner. Die BILD hat jeden Tag bessere Überschriften. “Geld ausgeben” ist auch falsch.

      Ich werde es auf English lesen und rate jedem davon ab die Deutsche Version zu holen, wenn der Titel schon so versaut wurde, kann die Übersetzungsarbeit innen kaum besser sein.

      • Wolfgang Waldner schrieb am 19. Juni 2012 um 18:39 - Permalink

        Ich habe das Buch dann auch wegen des deutschen Titels im englischen Original gelesen.

        Falls Du jemals ein Buch schreiben solltest, dann gehe damit nie zu einem Verlag. Denn jeder Verlag besteht darauf, dass der Verlagslektor und nicht der Autor oder Übersetzer den Titel auswählt. In der Regel stellt der ausgewählte Titel dann die Anliegen des Autors auf den Kopf und gibt diesen nicht selten noch dem Spott seiner Fachkollegen preis, aber der Titel sorgt für 10 Prozent mehr Fehlkäufe von Kunden, die was ganz anderes erwartet hatten.

        Vermutlich dachte der Verlagslektor dabei an Hausfrauen: „Vergesst die Krise! Warum wir jetzt Geld ausgeben müssen“

        Aber selbst ein Krugman ist da machtlos. Es hätte für ihn und sein Buch sogar noch schlimmer kommen können. Darum drucke heute jeder seine Bücher über Books on Demand lieber selber!

        • Brick schrieb am 22. Juni 2012 um 15:19 - Permalink

          Danke dafür. Das war aufschlussreich.
          Trotzdem bleibt auch für den Inhalt zu befürchten, dass der Übersetzer nicht über ausreichende Sachkenntnis verfügt und es dadurch zu Fehlern kommt. ich habe mir mal die deutsche Version von Samuelsons Buch:
          http://www.amazon.de/Volkswirtschaftslehre-internationale-Standardwerk-Makro–Mikro%C3%B6konomie/dp/3636030337/ref=sr_1_2?ie=UTF8&qid=1340371117&sr=8-2
          geholt. Das war absolut unerträglich.

    10. Kriegszitterer schrieb am 19. Juni 2012 um 15:52 - Permalink

      Hast du den schon gesehen Jens ?

      Ist bei mir ein evergreen … ;)

      http://www.youtube.com/watch?v=QmR-l3y_coo

      Gruß
      Kriegszitterer

    11. Duvois schrieb am 19. Juni 2012 um 15:55 - Permalink

      Dass sich in den USA die angebotsorientierte und nachfrageorientierte Ökonomie in zwei großen Blöcken gegenüberstehen, war mir neu. Ich dachte bisher, die angebotsorientierte Ökonomie sei dort an den Unis (bis auf sehr wenige Ausnahmen wie Krugman) “Monoreligion”. Das lässt ja hoffen. Da hat meine bisher verzerrte Sichtweise denke ich viel mit der Darstellung der meisten Medien bei uns tun.

    12. der Herr Karl schrieb am 19. Juni 2012 um 16:39 - Permalink

      “Krugman verweist dabei immer wieder auf die gigantischen Rüstungsprogramme der USA von 1939 bis 1945, die – rein ökonomisch betrachtet – nichts anderes als ein riesiges Konjunkturprogramm waren, bei dem der Staat die Nachfrage auf Pump angekurbelt und damit die Folgen der Weltwirtschaftskrise der 30er-Jahre endgültig überwunden hat.

      Dies ist meines Erachtens der Beweis des Systemfehlers: Wenn das Ende der Fahnenstange (dieses Schneeballsystems) erreicht ist, muss die Wachstumsuhr durch eine gewaltige Zerstörung von Sachwerten zurückgedreht werden.
      Für die, welche den “Neuanfang” dann nicht mehr erleben werden, ist es dann dumm gelaufen…
      Das US-Konjunkturprogramm konnte nur funktionieren, weil Europa zerstört war. Ein solches Konjunkturprogramm für Europa würde also einen anderen zerstörten Kontinent voraussetzen.

      • Lothar schrieb am 19. Juni 2012 um 17:07 - Permalink

        Zwangsläufig muss es kein Krieg sein für den “reset”. Aber irgendeine Art Umverteilung im großen Stile ist notwendig.

        Es würde ja fast schon reichen, wenn der Staat, der ja trotz allem noch leidlich funktioniert, über gezielte Steuern und Abgaben einerseits und deutlich mehr Marktregulierung entsprechend eingreifen würde, weil z.B. durch die nächste Wahl andere politische Strömungen Einfluss gewinnen würden.

        Zugegeben, das ist utopisch in diesem Land, in dem das BILDungsbürgertum maximal von CDU zur SPD inklusive höchst flexibler Anhängsel auf beiden Seiten schwankt. Und sich nach der Wahl jedesmal wieder wundert, warum sich eigentlich nichts geändert hat. Vielleicht braucht es doch einen Krieg?

      • Spiegelfechter schrieb am 19. Juni 2012 um 18:31 - Permalink

        Dies ist meines Erachtens der Beweis des Systemfehlers: Wenn das Ende der Fahnenstange (dieses Schneeballsystems) erreicht ist, muss die Wachstumsuhr durch eine gewaltige Zerstörung von Sachwerten zurückgedreht werden.

        Ach Quatsch! In den USA ist doch überhaupt nichts zerstört worden. Man könnte das Geld auch dafür ausgeben, dass diverse Unternehmen rosarote elektrische Elefanten bauen. Die Verwendung ist letztlich wurscht, es geht nur darum, dass der Staat Geld in die Hände nimmt und über der Realwirtschaft ausschüttet.

        Das US-Konjunkturprogramm konnte nur funktionieren, weil Europa zerstört war.

        Wieso das? Der Krieg als solcher hatte damit doch gar nichts zu tun.

        • W. Buck schrieb am 19. Juni 2012 um 22:30 - Permalink

          Ich bin überzeugt irgendwann werden rosarote elektrische Elefanten gebaut und die Ökonomen-Priester werden sie segnen. (Passiert das nicht schon längst mit dem was weis ich wie vielten iPhone-upgrade das man unbedingt haben muss, sonst ist man in der Peergroup unten durch?…natürlich fragt keiner nach den Rohstoffkriegen in Afrika die dafür geführt werden und keiner interessiert sich für die chinesischen Arbeiter die sich aus Verzweiflung über die Arbeitsbedingungen vom Fabrikdach stürzen…wer braucht da noch echte Kriege?)

          Ein System dass sich nur noch aus sich selbst heraus legitimiert und keinem wirklichen Zweck mehr folgt (außer dem der Umverteilung und Ausbeutung). Irgendwie dünkt es mir ein Krugman ist auch nicht klüger als ein Schäuble. Nur anders deppert.

      • Peleo schrieb am 19. Juni 2012 um 18:37 - Permalink

        In Italien fließen die Abwässer aller großen Städte weitgehend ungeklärt ins Meer. In Frankreich wird weitgehend mit (Atom-)Strom geheizt, die vielen A-Kraftwerke müssen irgendwann zurückgebaut werden. Solarstrom im Süden ist auch keine dumme Idee. Neue Transportsysteme für Güter müssen her. Nur mal so als Beispiele. Von Bildung, Gesundheit und Pflege gar nicht zu reden.

        Ökonomisch sind solche Investitionen nicht anders zu bewerten als ein Wiederaufbau nach einem Krieg. Arbeit und Investitionsmöglichkeiten gibt es weiß Gott genug, auch ohne Krieg.

        • TrooperCooper schrieb am 20. Juni 2012 um 04:46 - Permalink

          Und wenn das alles erledigt sein sollte… irgendjemand muss mir immernoch meinen Rasen mähen. :o)

    13. der Herr Karl schrieb am 19. Juni 2012 um 16:56 - Permalink

      “Mit einer Rücknahme der Budgetkürzungen in den Staaten und Kommunen würden, so Krugman, rund 300 Milliarden US$ pro Jahr frei, mit denen man direkt über 1,3 Millionen Arbeitsplätze schaffen könnte, die indirekt fast drei Millionen weitere Arbeitsplätze entstehen ließen.”

      Und was genau würden diese fast drei Millionen neuen Arbeitsstellen produzieren?
      Neue Smartphones (hat es noch genug Coltan)?
      Neue Fernseher (mein alter tut’s aber noch einige Jahre)?
      Neue Autos (dank neuer Abwrackprämie)?
      Noch mehr essen (ist aber nicht gesund und kostet das Gesundheitssystem Milliarden)?

      Himmelherrgott – ihr Volkswirte blendet immer die Ressourcen und die Folgen der Überproduktion aus! Alle Ökonomen, ob sie nun Krugmann oder Keynes heissen, sehen das Heil nur im ewigen Wachstum. Das funktioniert aber ohne Zerstörung oder Kriege nicht. Wieviele deutsche Panzer hat das friedliebende und Salafisten unterstützende Saudi-Arabien nochmal bestellt? 20, 50, 100, 200, 800?
      (Von Schwundgeld will hier ja niemand etwas hören…)

      • danielmite schrieb am 19. Juni 2012 um 17:27 - Permalink

        Genau das meine ich auch. Ich gehöre eigentlich zu den Menschen, die mit dieser konsumorientierten Gesellschaft nicht so viel anfangen können. Ja ich habe meinen LED-Fernseher, Smartphone, PC und Auto (14 Jahre alt, aber fährt).. aber das wars auch schon. Ansonsten kaufe ich mir nur Lebensmittel und Klamotten/Schuhe (wenn was verschlissen ist).. ich brauche nicht jedes halbe Jahr irgendwas tolles und hippes etc. Ich kann auch mal warten bis der Fernseher tot ist (bei ca. 1h Konsum in der Woche, würde ich es eh spät bemerken) und mir dann überlegen, ob ich wirklich einen brauche, wer braucht denn 3D? Ein Smartphone habe ich auch nur weil mein altes Nokia den Geist aufgegeben hat, nicht weil ich so Hip sein möchte.
        Viele Trends werden doch nicht durch Sinn und Nutzen propagiert, sondern nur um seinen Status zu erhöhen. Es wird zu viel Müll gekauft und zu vieles was gut ist weggeschmissen, dass ist doch das traurige an der gesamten Situation. Nur damit man immer up to date ist oder um es anders zu sagen: Um das aktuelle System am kacken zu halten.

        • Spiegelfechter schrieb am 19. Juni 2012 um 18:45 - Permalink

          Ich gehöre eigentlich zu den Menschen, die mit dieser konsumorientierten Gesellschaft nicht so viel anfangen können.

          OK, ich hoffe, ich trete Dir nicht zu nahe, wenn ich Dich nun frage, für was Du Dein Geld ausgibst? Wenn Du es nicht sparst oder hammsterst, konsumierst Du. Das muss nicht der “böse” Konsum á la Gucci, Apple oder BMW sein, sondern kann auch ein “guter” Konsum á la Ökogemüse, Urlaub (natürlich nur mit Bus und Bahn ;-)) oder ein paar gute Bücher sein. Der Begriff “Konsum” ist halt in gewissen Kreisen vorbelastet und dabei tun wir es doch alle ;-)

          • W. Buck schrieb am 19. Juni 2012 um 22:54 - Permalink

            Konsum:
            wir tun es alle, wir tun es gerne, daher tun wir es immer mehr und viele viele andere von Rumänien bis China wollen es auch tun…wie lange schätzt der Spiegelfechter kann das gut gehen? 10 Jahre oder vielleicht 50? Egal. Lebensmotto: lebe intensiv, lebe schnell und sorge dafür dass Du keine Kinder hinterlässt die Dich dafür verfluchen werden :-)

            Wäre ich Künstler ich würde nun einen Leopard II gerne rosa anmalen und auf das Schild vorne, dass zur Bekämpfung der Volksmassen dient das Motto schreiben: “Nach uns die Sintflut”.

          • danielmite schrieb am 20. Juni 2012 um 09:42 - Permalink

            Dann bin ich wohl eher der “gute” Konsument. Bücher, Musik, Filme, gutes Essen oder ein netter Whiskey/Wein. Was über bleibt kommt in die Matratze, wobei ich mich momentan Frage, ob ich nicht doch alles verbraten sollte, wer weiß wie lange der Euro noch was wert ist. Für Anlagen wie Immobilien reicht es leider (noch) nicht.

            • brandubh schrieb am 21. Juni 2012 um 22:45 - Permalink

              Was meinst du denn, wie Krisen ausgelöst werden?
              Ich will dir nicht zu nahe treten, aber es sind – salopp gesagt – Leute wie du. Leute, die das Geld eben NICHT ausgeben.
              Der Wirtschaftskreislauf gerät ins Stottern. Firmen machen Pleite, Menschen werden arbeitslos.
              Ist doch ganz einfach zu verstehen.
              Oder etwa nicht?

            • danielmite schrieb am 22. Juni 2012 um 07:01 - Permalink

              Wie gesagt, ist das falsche System, wenn man Geld ausgeben muss

            • der Herr Karl schrieb am 22. Juni 2012 um 08:56 - Permalink

              Es ist das falsche System, wenn man immer mehr Geld ausgeben muss.

        • der Herr Karl schrieb am 19. Juni 2012 um 18:51 - Permalink

          @danielmite
          Bitte tue was Gutes und kauf 1000 rosarote elektrische Plüschelefanten oder ein paar rosarote Leopard2, damit die Wirtschaft nicht kollabiert…

          • Yukionna schrieb am 19. Juni 2012 um 21:02 - Permalink

            Ohne Konsum keine Produktion,ohne Produktion keine Arbeit!
            Streiten kann man über das was man konsumiert
            und darüber wie lange man arbeitet und das was man dafür bekommt.

      • rheinhold2000 schrieb am 19. Juni 2012 um 17:48 - Permalink

        “Und was genau würden diese fast drei Millionen neuen Arbeitsstellen produzieren?
        Neue Smartphones (hat es noch genug Coltan)?
        Neue Fernseher (mein alter tut’s aber noch einige Jahre)?
        Neue Autos (dank neuer Abwrackprämie)?
        Noch mehr essen (ist aber nicht gesund und kostet das Gesundheitssystem Milliarden)?”

        -Solarzellen produzieren
        -Solarthermie produzieren
        -städtische Infrastruktur ausbauen
        - Elektroautos ausbauen
        - nahverkehr verbessern
        -mehr sozialarbeiter in die städtischen slums
        -mehr krankenpfleger/schwester/altenpfleger in die heime
        -mehr medizinische forschung
        -mehr lehrer in die schulen
        - warmes mittagessen in jeder schule: festeingestellte köche würde auch den gesundheitszustand der jugend verbessern
        du siehst: es ist viel zu tun.
        und lerne: wachstum ist nicht perse evil, es gibt auch gesundes wachstum

        • der Herr Karl schrieb am 19. Juni 2012 um 17:57 - Permalink

          Gratuliere,
          du hast gerade die Lösung für die Krisenländer Griechenland, Portugal, Spanien, Italien usw. gefunden und den Zirkelschluss vollendet!

          • rheinhold2000 schrieb am 19. Juni 2012 um 18:43 - Permalink

            du hast hier die steile these aufgestellt das man nix sinnvolles produzieren kann.
            übrigens könnte spanien mit einigen investitionen durchaus über solarthermische kraftwerke der stromproduzent europas werden.

        • Lothar schrieb am 19. Juni 2012 um 18:13 - Permalink

          Völlig richtig
          Allerdings lässt sich mit den von Ihnen aufgezählten sinnvollen Produkten und Dienstleistungen kein oder kaum Geld verdienen.
          Deshalb ist das in unserer Gesellschaft, die überwiegend an schnellem Geld und dessen noch schnellerer Vermehrung interessiert ist, kein Thema.

          Weswegen der Staat an erster Stelle als Nachfrager und Anbieter (im Gesundheitswesen, Bildung) einspringen müsste.

          Der hat aber kein Geld, weil er es lieber den Banken hinterher trägt

          • Spiegelfechter schrieb am 19. Juni 2012 um 18:47 - Permalink

            Allerdings lässt sich mit den von Ihnen aufgezählten sinnvollen Produkten und Dienstleistungen kein oder kaum Geld verdienen.

            Wieso das? Zumindest “Greentech” ist eine echte Goldgrube – vorausgesetzt, der Staat flankiert dies durch Gesetze.

            • ola schrieb am 19. Juni 2012 um 20:35 - Permalink

              Das Problem hatten wir schon öfters. Meine Einlassung ist immer die Gleiche. Seitdem sich der Staat aus Forschung und Entwicklung weitestgehend zurückgezogen hat, ist die Innovationsquote nahe 0. Wir leben mit dem ganzen Kram, den uns hauptsächlich 2 Weltkriege und die Eroberung von Lebensraum (USA) hinterlassen haben.

              Alles was wir seit Mitte des letzten Jahrhunderts hinbekommen, ist das Zeug leichter, kleiner und schneller zu machen. Oho, ein Telefon zum mitnehmen, funktioniert wie Siemens Funk anno 1870, toll, toll… Deshalb ist die Diskussion hier wenig zielführend, wenn man sich nur um die aktuell vorhandenen Güter einen Kopf macht. Darin liegt nicht die Qualität von Wachstum und lag sie auch noch nie. Also hart am Thema vorbei sag ich mal. Ein Holo Deck würde jeder wollen, wa? :)

            • danielmite schrieb am 20. Juni 2012 um 09:44 - Permalink

              @ola

              Wir bräuchten mal wieder einen Tesla..

            • ola schrieb am 20. Juni 2012 um 10:58 - Permalink

              Ja, jedenfalls brauchen wir wieder eine Chance für echte Innovationen. Die werden aber von kapitalitischen Logiken der Quartalsberichte schlicht verunmöglicht. Die von der Wirtschaft unterwanderten Universitäten tuen ein Übriges.

              Was waren das für Zeiten vor 100 Jahren, da war wirklich Beschleunnigung am Start, vonj der heute alle nur noch quasseln, von der Pferdekutsche bis zum Raketenauto und vom Pony Express zum Telefon… Da kannste heute aber lange suchen.

              Wir sind innovativ, wenn wir ein Zuse Gerät mit einem zweiten und dritten über Telefonleitungen verbinden. Und selbst diese bahnbrechende Technologie verdanken wir staatlichen Institutionen…

            • der Herr Karl schrieb am 20. Juni 2012 um 12:37 - Permalink

              @ola
              “echte Innovationen…”

              Wie wär’s mit Schuhen mit Raketenantrieb und fliegenden Autos, mit Androiden als Dienstmagd und Zeitmaschinen in die Zukunft und in die Vergangenheit, mit Kolonien auf dem Mars und in Atlantis…
              Mann, wie alt bist du, 14?

            • ola schrieb am 20. Juni 2012 um 13:06 - Permalink

              Ja Karl, jede Generation hielt sich für das Maß der Dinge, da machen wir, in Vertretung Sie, keine Ausnahme. herzlichen Glückwunsch dazu. Flugapparate? Haha, was für Spinner.

              Man könnte aber auch annehmen, dass wir eher wieder rückwärts laufen. Vor 2000 Jahren war allen Kulturvölkern klar, dass Sauberkeit, eine funktionierende Infrastruktur, kostenlose Versorgung mit fließendem Wasser und gute Ernährung esenziell für ein funktionierendes Gemeinwesen sind. 1000 Jahre später hat man die Scheisse wieder vor der Haustüre abgeladen. Wenn ich Ihre Beiträge zum Maßstab nehme, sind wir wieder im Scheisse vor der Haustür Zeitalter angekommen.

            • der Herr Karl schrieb am 20. Juni 2012 um 13:17 - Permalink

              @ola

              Ich zeig’ dir mal, wo wir angekommen sind in good old Europa: Wir sind bei Plünderungen von Bauerhöfen angekommen.
              http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/europa/Wilder-Westen-in-Spanien-/story/13569181

              Die Party ist vorbei, mein Guter. Du kannst mit deinen Innovationen demnächst wieder vorne anfangen. Nix da mit Zuse, sondern Pferdekutsche und Plumpsklo…

          • flurdab schrieb am 19. Juni 2012 um 20:17 - Permalink

            Genau da liegt ja der Fehler!
            Eine Eigenkapitalrendite von 25% wird man in der Realwirtschaft nie realisieren können.
            Das geht nur mit Betrug und einem entsprechendem Risiko.
            Also Vollverlust.
            Den haben die Herrschaften nur nicht so gerne, weshalb ihre Verluste ja sozialisiert werden.

        • Spiegelfechter schrieb am 19. Juni 2012 um 18:46 - Permalink

          sehr richtig!

      • Spiegelfechter schrieb am 19. Juni 2012 um 18:41 - Permalink

        Und was genau würden diese fast drei Millionen neuen Arbeitsstellen produzieren?

        Bildung? Infrastruktur?

        Himmelherrgott – ihr Volkswirte blendet immer die Ressourcen und die Folgen der Überproduktion aus!

        *g*
        Schon wieder dieses postmaterialistische Gewäsch.

        Alle Ökonomen, ob sie nun Krugmann oder Keynes heissen, sehen das Heil nur im ewigen Wachstum.

        Darum sind sie Ökonomen und keine Ökotrophologen.

        Das funktioniert aber ohne Zerstörung oder Kriege nicht

        Doch, doch ;-)

        (Von Schwundgeld will hier ja niemand etwas hören…

        Nein, bitte verschone uns.

        • schwitzig schrieb am 19. Juni 2012 um 19:13 - Permalink

          @SF
          Ewiges Wachstum kann in einem geschlossenen Kreislauf nicht funktionieren und es gab es nicht, gibt es nicht und wird es auch nie geben.
          Es gibt nur ewige Veränderung und die kann sehr wohl durch exponentielles Wachstum erzeugt negativ sein, bis hin zur völligen irreversiblen Zerstörung des Lebensraumes ohne übriggebliebenes Adaptionspotential.
          Die gesamte Evolutionsdynamik zeigt, dass die ökonomischen “Wissenschaften” nichts anderes als nicht zu Ende gedachter Quatsch sind.

          Und zu Deiner Alternativlosigkeit des Nachfragewachstums. Natürlich können wir eine Gesellschaft aufbauen, die eine nicht Nachfrageabhängige Wirtschaft hat. Dazu muss lediglich eine Basisversorgung, die keine Benachteiligungen oder Bevorteiligungen der Klassen zuläßt aufgebaut werden und alles was darüber hinaus geht als Luxusgut der Marke nice to have, wenn ich mich dafür abrackere aufgebaut werden.
          Jede Nachfrageabhängige Wirtschaftsform ist genau wie jede Angebotsorientierte zyklisch, weil Akkumulationseffekte in Einheit mit Repression durch Mangel nicht vermeidbar sind.
          Dass es uns nicht allen toll geht, liegt ausschließlich an unserer Dogmatik und Engstirnigkeit.

          • Spiegelfechter schrieb am 19. Juni 2012 um 19:52 - Permalink

            Ewiges Wachstum kann in einem geschlossenen Kreislauf nicht funktionieren und es gab es nicht, gibt es nicht und wird es auch nie geben.

            Es wird sicher kein “ewiges” Wachstum geben, das so aussieht, dass ich heute ein Ei esse, morgen zwei und in einem Jahr eine ganze Hühnerfarm. Wenn ich mir jedoch nur anschaue, welcher Wachstum durch die Technologie möglich ist, sehe ich da noch kein Ende am Horizont.

            Es gibt nur ewige Veränderung und die kann sehr wohl durch exponentielles Wachstum erzeugt negativ sein, bis hin zur völligen irreversiblen Zerstörung des Lebensraumes ohne übriggebliebenes Adaptionspotential.

            Jo, so was kann passieren, hat aber nichts mit dem Begriff “Wachstum” zu tun.

            Die gesamte Evolutionsdynamik zeigt, dass die ökonomischen “Wissenschaften” nichts anderes als nicht zu Ende gedachter Quatsch sind.

            Vielleicht solltest Du Dich auch ganz einfach mal mit dieser “Wissenschaft” beschäftigen. Dein verengter Wachstumsbegriff zeugt davon, dass Du dies nicht tust und wohl auch nicht ernsthaft vorhast.

            Und zu Deiner Alternativlosigkeit des Nachfragewachstums. Natürlich können wir eine Gesellschaft aufbauen, die eine nicht Nachfrageabhängige Wirtschaft hat. Dazu muss lediglich eine Basisversorgung, die keine Benachteiligungen oder Bevorteiligungen der Klassen zuläßt aufgebaut werden und alles was darüber hinaus geht als Luxusgut der Marke nice to have, wenn ich mich dafür abrackere aufgebaut werden.

            Wir können vieles tun, die Frage ist, ob so was sinnvoll ist. Meine Antwort ist ganz dezidiert: Nein!

            Jede Nachfrageabhängige Wirtschaftsform ist genau wie jede Angebotsorientierte zyklisch, weil Akkumulationseffekte in Einheit mit Repression durch Mangel nicht vermeidbar sind.

            Und? So what. Schau Dir die Periode von 1955 bis 1990 in D/USA/GB/F/I an. War das auf und ab der Konjunktur wirklich so dramatisch?

            • der Herr Karl schrieb am 20. Juni 2012 um 01:00 - Permalink

              “Schau Dir die Periode von 1955 bis 1990 in D/USA/GB/F/I an. War das auf und ab der Konjunktur wirklich so dramatisch?”

              In diese Zeit fallen mehrere grössere Konjunkturprogramme:
              Korea, Vietnam, Südamerika, Iran/Irak, Afghanistan…
              (Über Laos, Vietnam und Kambodscha sollen während des Vietnamkrieges doppelt so viele Bombentonnen gefallen sein als während des gesamten 2. Weltkrieges)
              http://www.aref.de/kalenderblatt/mehr/vietnamkrieg_mehr.htm

            • schwitzig schrieb am 20. Juni 2012 um 08:11 - Permalink

              @SF

              Es wird sicher kein “ewiges” Wachstum geben, das so aussieht, dass ich heute ein Ei esse, morgen zwei und in einem Jahr eine ganze Hühnerfarm. Wenn ich mir jedoch nur anschaue, welcher Wachstum durch die Technologie möglich ist, sehe ich da noch kein Ende am Horizont.

              Dein grundsätzlicher Denkfehler (wie auch der der meisten Ökonomiepriester) ist, dass Du Entwicklung und Veränderung für “Wachstum” hältst. Das führt fatalerweise zu einer quantitativen und nicht qualitativen Bewertung, was der Hauptgrund ist, dass in unserer durch die Ökonomiereligion dominierten Welt zwar mehr als genug für alle da ist, aber nicht alle überhaupt nur genug zum Leben haben.

              Vielleicht solltest Du Dich auch ganz einfach mal mit dieser “Wissenschaft” beschäftigen.

              Vielleicht sollten sich Ökonomiegläubige eher mal mit wirklichen Wissenschaften wie Biologie, Geographie und Mathematik auseinandersetzen, bevor sie ihre erfunden Regelsätze als Wissenschaft klassifizieren. Das wäre zumindest ein Anfang, ein rationaleres Wirtschaftssystem zu entwerfen.

              Wir können vieles tun, die Frage ist, ob so was sinnvoll ist. Meine Antwort ist ganz dezidiert: Nein!

              Fein. Warum? Weil alles so toll ist, wie es ist?

              Schau Dir die Periode von 1955 bis 1990 in D/USA/GB/F/I an. War das auf und ab der Konjunktur wirklich so dramatisch?

              In dieser ausnahmsweise angenehmen Periode der Simulation einer “Sozialen Marktwirtschaft” war der Grund für die Stabilität, dass ein Gegengewicht zum phösen Kommunismus mit positiven Anreizen für die Völker im normalen Kapitalismus gebildet werden musste. Daher haben es die Entscheider in den Staaten zugelassen, dass weite Teile der Bevölkerung eine akzeptable Lebensgrundlage erhalten und Akkumulationseffekten entgegengewirkt.
              Kaum hat sich Russland erledigt, hatte sich auch die Simulation erledigt.

      • Dennis schrieb am 20. Juni 2012 um 10:30 - Permalink

        Krugman geht es zunächst um Government Jobs. Als mögliche Nachfragepositionen kommen so “unwichtige” Dinge wie Bildung, Feuerwehren und Polizisten in Frage. Die Budgetkürzungen fanden in den letzten Jahren hauptsächlich in den Bundesstaaten und in den Kommunen statt. Der öffentliche Bildungssektor wurde stark ausgedünnt. Durch die Rücknahme dieser Kürzungen könnten laut Krugman eine Million Arbeitsplätze geschaffen werden, deren Nachfragewirkung dann zur Schaffung von weiteren 2-3 Millionen Arbeitsplätzen führt. In diesem Punkt ist Krugman eine wirksame Waffe gegen die “Meinungsmache” von rechter Seite, dass “government can’t create jobs”.

    14. der Herr Karl schrieb am 19. Juni 2012 um 18:23 - Permalink

      “…lahmt die Konjunktur und wenn weder die privaten Haushalte noch die Unternehmen ihre Konsum- und Investitionsausgaben erhöhen können oder wollen, muss der Staat die nötigen Impulse setzen, um die Nachfrage anzukurbeln. In normalen Zeiten übernimmt die Zentralbank mit ihrer Zinspolitik diese Aufgabe. Doch die Zeiten sind nicht normal, wir befinden uns mitten in einer der schwersten Wirtschaftskrisen der Neuzeit.”

      Auch hier ein klassischer Zirkelschluss (Circulus vitiosus). Wenn die Konjunktur lahmt…befinden wir uns mitten in einer … Wirtschaftskrise.
      Rezept: Mehr Wachstum. Aber vor der Konjunkturflaute gab es doch auch schon Wachstum?!
      Es muss also doch am System liegen…

    15. Lemmy Caution schrieb am 19. Juni 2012 um 18:45 - Permalink

      Ich kapier nicht so recht, wie Du, Jens, darauf kommst, dass mit Lohnsteigerungen in Deutschland automatisch mehr griechische, spanische, portugiesische und italienische Waren gekauft würden. Das erinnert an die trickle-down Theorie. Möglicherweise würden Urlaubs-Reisen ans Mittelmeer eher durch solche nach Vietnam, Dom Rep oder Gott behüte Kuba substituiert werden.
      Und ob Amiland mit seinen Dauer-Konjunktur-Programmen so das gelbe ist, werden wir in 10 bis 20 Jahren sehen. Schwellenländern wird die Pistole auf die Brust gesetzt, wenn sie mehr als 50% Staatsschulden/BIP haben und wir sollen bei 80% nochmal kräftig Kohle verbrennen?
      Ich denke wir sollten als zivilisiertes Land uns eher darum bemühen, Ausgleichsmechanismen zu ersinnen. Gerade die für den internationalen Wettbewerb relevante hochspezialisierte “Arbeit” wird in dieser automatisierten Welt sowieso immer abhängiger von Kombinationen von kritischen vernetzten Denken, Sozialkompetenz, einem starken Willen und der Bereitschaft Gras zu fressen, für die eine Menge Menschen schlichtweg nicht ausgestattet sind bzw. keinen Bock drauf haben. Ich denke wir sollten an Verteil-Mechanismen arbeiten, gemäss denen der produzierte Mehrwert auch tatsächlich bei der Friseurin eben landet, die halt wie ich Gras fressen kann der aber halt das geek Theorie Gen fehlt und unter den Knappheitsgesetzen des Markts in dem Bimbes-Teil dieses Lebens tendentiell nicht in den Gewinn-Bereich gelangt.
      Wir brauchen viel eher eine neue Umverteilungs-Ethik jenseits des Marktes als im Markt eine Chance für die Lösung der Euro-Krise zu sehen. Auch zur Stärkung entsprechender auf Angleichung der Lebensverhältnisse hoffende Kräfte in Schwellenländern. Dort ist der ganze Wahnsinn nämlich noch viel ausgeprägter.
      Tatsächlich hatten die Krisen in Griechenland, Spanien, Portugal und Italien wie auch die Bankenkrise mit einer Fehlfunktion der Eliten zu tun als mit angeblich künstlich niedrig gehaltenen Löhnen in Deutschland.

      • Spiegelfechter schrieb am 19. Juni 2012 um 18:55 - Permalink

        Ich kapier nicht so recht, wie Du, Jens, darauf kommst, dass mit Lohnsteigerungen in Deutschland automatisch mehr griechische, spanische, portugiesische und italienische Waren gekauft würden.

        Es geht ja auch vor allem darum, die Konkurrenzfähigkeit zu verschieben. Wenn der Alfa Romeo 15% preiswerter als der VW ist, greift nun mal (in D und in I) der eine oder andere zum Alfa. Es geht nicht nur darum, dass in D mehr “PIIGS-Produkte” gekauft werden, sondern vor allem darum, dass in den PIIGS mehr PIIGS-Produkte gekauft werden.

        Das erinnert an die trickle-down Theorie. Möglicherweise würden Urlaubs-Reisen ans Mittelmeer eher durch solche nach Vietnam, Dom Rep oder Gott behüte Kuba substituiert werden.

        Möglicherweise. Aber warum?

        Und ob Amiland mit seinen Dauer-Konjunktur-Programmen so das gelbe ist, werden wir in 10 bis 20 Jahren sehen.

        Oder auch nicht. In den USA gibt es ja gar keine ernstzunehmenden Konjunkturprogramme.

        Schwellenländern wird die Pistole auf die Brust gesetzt, wenn sie mehr als 50% Staatsschulden/BIP haben und wir sollen bei 80% nochmal kräftig Kohle verbrennen?

        Nicht “verbrennen” – in diesem Ausdruck zeigt sich Deine Inkompetenz. Das Geld wird umverteilt. Auf der einen Seite sitzt Herr A und weiß nicht so recht, wohin mit dem freien Geld. Konsumieren will er nicht, investieren kann er nicht, da es keinen sinnvollen Investments gibt. Also leiht er es dem Staat. Der sorgt dafür, dass Herr B einen Job bekommt und mit seinem Einkommen konsumiert. Dies ist ein Kreislauf, da verschwindet nichts und “verbrannt” wird schon gar nichts.

        • gerhardq schrieb am 19. Juni 2012 um 19:06 - Permalink

          In den USA gibt es ja gar keine ernstzunehmenden Konjunkturprogramme.

          Oh doch, es nennt sich Krieg. Wir erleben doch gerade, wie die Kriege gegen Syrien und danach gegen den Iran vorbereitet werden. In den USA ist es der militärisch-industrielle Komplex, der schon seit Jahren mit “Konjunkturprogrammen” überhäuft wird.
          Nicht umsonst warnten Eisenhower und Kennedy davor:
          http://www.youtube.com/watch?v=Vt0w8Dyg8uE

          • Spiegelfechter schrieb am 19. Juni 2012 um 19:10 - Permalink

            Ja, ja *rolleyes*

            Aus ökonomischer Sicht macht es keinen großen Unterschied, ob die USA Geld in den MI-Komplex stecken oder eine Millionen Ranger in den Nationalparks einstellen. Und wenn Du mir jetzt mit dem Irakkrieg kommst – vergiss es lieber. Am Wiederaufbau Iraks haben unzähligen Volkswirtschaften (auch die deutsche) profitiert.

            • gerhardq schrieb am 19. Juni 2012 um 19:19 - Permalink

              Ist doch perfekt, so ein Krieg – ökonomisch gesehen:
              Es werden riesige Werte einfach vernichtet, dann werden die zerstörten Länder wieder aufgebaut und alle profitieren davon. Gleichzeitig wird die Zahl der Menschen im arbeitsfähigen Alter reduziert, so daß die Löhne der übrig gebliebenen steigen. Und es werden immense Summen an Geld ohne grße Rückfragen bewegt.

            • ola schrieb am 20. Juni 2012 um 19:07 - Permalink

              Doch es macht einen Unterschied. Der militärisch industrielle Komplex ist die letzte Bastion für Forschung und Innovation in den USA. Der Ranger eher nicht. Traurig genug, dass man das tatsächlich schreiben muss. Die USA forschen zu großen Teilen nur noch um Tötungsmaschinen auf den neuesten Stand zu bringen. Die Abfallprodukte werden dann zivil verwurstet und schenken uns das Internet. Jubel.

        • CheckervonBeruf schrieb am 19. Juni 2012 um 20:19 - Permalink

          Ick will aber nicht, dass die Reichen dem Staat das Geld leihen, sondern ich will, dass der Staat den Reichen das Geld wegnimmt. (Ab einer gewissen Schwelle, ich bin ja nicht so.)

          Das ist doch Weichei-Sozialdenokratie, wenn man immer nur über “neue” Schulden das System am Laufen halten will, anstatt gleich anständig umzuverteilen und dafür zu sorgen, dass sich Geld und Macht nicht konzentrieren.

          Ich versteh echt nicht, warum all die Gelddrucker so ein Interesse haben, die ganzen Gläubiger der Staatsanleihen auch noch zu bedienen. Und kommt jetzt nicht mit “Bundesschatzbriefe”, da sage ich nur “Rettungsschirm für KLEINsparer”.

          • flurdab schrieb am 19. Juni 2012 um 21:04 - Permalink

            Das Wunder von Wörgel dauerte ein Jahr(?) und war auf ein “Dorf” begrenzt. Das mag dort, zu der Zeit, hervoragend funktioniert haben. Aber wie sollte ein derartiges Modell weltweit funktionieren?
            Man könnte natürlich wieder den Goldstandart einführen und das Fiat- Geld beenden.
            Aber warum hat Nixon den Goldstandart nochmals aufgegeben?
            Ach ja, weil die USA trotz des Goldstandarts soviel Dollar gedruckt hatten um ihre Kriege in Indochina und Vietnam zu finanzieren, dass sie eigentlich schon Bankrott waren.

            • gerhardq schrieb am 20. Juni 2012 um 11:46 - Permalink

              Warum wohl wurde Wörgl brutal abgewürgt?
              Doch nicht etwa, weil es nicht erfolgreich war oder weil es keine Zukunftsaussichten hatte. Es war zu erfolgreich gegen das vorhandene System und entzog so den großen Kapitaleignern, bzw. -verleihern, Geld.
              Es mußte ein Exempel statuiert werden, damit nicht andere Gemeinden das Beispiel wiederholten.
              Das Schwundgeld von Wörgl sorgte dafür, daß das Geld im Wirtschaftskreislauf bliebt und etwa 75mal den Besitzer wechselte, bis es an Wert verlor. Im normalen Wirtschaftskreislauf wechselt das Geld etwa 7mal den Besitzer!

              International kann das ganz einfach funktionieren. Jede Gemeinde kann ihr eigenes Geld drucken, welches z.B. mit Euro oder Dollar unterlegt ist. So wird dieses Geld in der Region gehalten. Wer überregional tätig sein will, der kann ja den Euro oder Dollar als nationales oder internationale Währung verwenden. Er muß die Regionalwährung abzüglich einer Umtauschgebühr eintauschen.
              Und wenn die Börsen auch noch ihr eigenes Geld verwenden müssen und es einen Unterschied zwischen Spekulationsgeld und Realgeld gibt, kann auch dort über die Umtauschgebühr gesteuert werden.

            • Shitop schrieb am 20. Juni 2012 um 16:08 - Permalink

              Indochina und Vietnam

              Vietnam war ein Teil von Indochina. Es handelte sich damit um einen Krieg, der meist als Vietnamkrieg bezeichnet wird. Er erstreckte sich faktisch über Vietnam, Laos und Kambodia. Einen massiv negativen Einfluss hatte er jedoch auch auf ander Anrainerstaaten wie Thailand.

        • flurdab schrieb am 19. Juni 2012 um 20:30 - Permalink

          Um es mit Volker Pispers zu sagen:
          “Er hat versucht über seine Verhältnisse zu leben, aber er hat es nicht geschaft!”

        • Lemmy Caution schrieb am 19. Juni 2012 um 21:07 - Permalink

          Als freundlicher Mensch werte ich Kraftwörter wie “Inkompetenz” als Ausdruck deiner eigenen Unsicherheit ;-)
          Gut, Du willst also die Nachfrage-Steigerung nach Waren in Griechenland, Spanien, Portugal und Italien nicht durch eine Erhöhung der Gesamt-Nachfrage erreichen sondern über eine Verschiebung der relativen Preise.
          Aber ist das nicht ein wenig mechanisch gedacht? Verteuerten sich deutsche Autos NOCH mehr, hieltens die meisten wie ich und würden glückliche Toyota-Fahrer. Und sich eben nicht als erstes die ADAC Notrufnummer als oberste Adresse in ihrem Samsung Galaxy S3 speichern und sich dann ziternd den Alfa Romeo -Schlüssel übergeben lassen.
          Als Nebeneffekt hätten wir eine weitere Wettbewerbs-Verschlechterung gegenüber Ost-Asien.
          Viel ermutigender als solche Gedankenspiele find ich die Härte mit der man in Italien nun gegen Steuer-Betrüger vorgeht.
          http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/italiens-millionaere-volkssport-steuerbetrug-a-811486.html

      • gerhardq schrieb am 19. Juni 2012 um 19:02 - Permalink

        Die Lohnsteigerungen in Deutschland sorgen dafür, daß die Lohnstückkosten der anderen Länder geringer werden. Das bedeutet, daß sie wettbewerbsfähiger werden. Ein Weg wäre eine große Steigerung der Löhne in Deutschland und keine oder nur eine geringe Steigerung der Löhne in den wirtschaftlich schwachen Ländern. In Deutschland hätte das u.a. den Vorteil, daß die Binnenkonjunktur angekurbelt würde. Und es könnte auch bedeuten, daß die abhängigen Transferempfänger, z.B. Arbeitslose, Rentner, Kranke, HartzIV-ler, etc., mehr Geld zum konsumieren erhalten.

        Was immer vergessen wird, sind die Lehren aus dem Wunder von Wörgl. Dort hatte man einfach eines gemacht, man hatte die Umschlagsgeschwindigkeit des Geldes erhöht. Erhöht um ein Vielfaches! Dieses hatte man einfach dadurch erreicht, indem man dem Geld eine Entwertung verordnete, so daß es im Laufe der Zeit immer weniger wert wurde.
        Dadurch gesundete die Wirtschaft in Wörgl schlagartig.
        Und den gleichen oder einen ähnlichen Weg sollten wir auch Europa einschlagen. Mein o.g. Vorschlag war, daß an den internationalen Börsen nur noch mit Börsengeld gehandelt werden darf. Ein weiterer Vorschlag ist eine regelmäßige Entwertung des umlaufenden Geldes, so daß ein starker Anreiz entsteht, diese Geld im Wirtschaftskreislauf zu belassen.
        Wir müssen begreifen, daß wir die, die Geld dem realen Wirtschaftskreislauf entziehen, dafür bestrafen müssen.

        • Peleo schrieb am 19. Juni 2012 um 19:56 - Permalink

          eine regelmäßige Entwertung des umlaufenden Geldes

          Hast Du keine Kinder, für deren Ausbildung Du etwas zurücklegen musst?
          Aber willst Du vielleicht in zehn oder fünfzehn Jahren ein Haus oder eine Wohnung kaufen? Bausparen war ja eine genossenschaftliche (wenn man will: sozialistische) Idee.
          Willst Du nichts für Notfälle zurücklegen?

          Schon die zur Entschuldung der Staaten auch vom SF vorgeschlagene Inflationsrate von 4 Prozent halbiert in diesen Zeiträumen das Angesparte.

          Für Sparer stellt ein Schwundgeld eine Form der Enteignung der Erträge der Arbeitskraft dar, bzw. eine Umverteilung an Leute mit Schulden. Das ist nicht gerecht und also auch nicht “links”.

          • gerhardq schrieb am 20. Juni 2012 um 11:31 - Permalink

            Die regelmäßige Entwertung des umlaufenden Geldes verhindert doch nicht, daß ich für die Ausbildung der Kinder sorgen kann. Genausowenig wird verhindert, daß ich mir ein Haus bauen kann.
            Und in wirklichen Notfällen würde ich feststellen, daß ich entweder nicht an mein Geld kann oder daß man Geld nicht fressen kann.

            Wir zahlen heute schon, wenn wir Waren und Dienstleistungen kaufen, 40-70% an Zinsen. Zinsen an Menschen die vom Verleih von Geld leben, die so ein leistungsloses Einkommen erzielen und die Gesellschaft im Grunde schädigen. Warum zahlt so ein arbeitsloser Schädling nur 27% Steuern auf seine Kapitalgewinne und der Fleißige, der sich aufreibt bis zu 45% auf seine Gewinne? Es müßte genau umgekehrt sein, wer Geld ohne Arbeit erwirtschaftet muß hohe Steuern bezahlen und wer arbeitet, zahlt niederige Steuern.

            Andererseits hat die regelmäßige Entwertung des Geldes für die Gesellschaft große Vorteile, das Geld wird nämlich konsumiert, d.h. für Waren und Dienstleistungen ausgegeben und eben nicht dem Wirtschaftskreislauf entzogen. Wenn es sich nicht lohnt zu sparen, wird Geld im Wirtschaftskreislauf gelassen und die ganze Gemeinschaft kann davon profitieren.

            Ich kann verstehen, daß so ein Denken für die Mehrheit der Menschen nicht nachvollziehbar ist, so können nicht über den Tellerrand von Norm und Erziehung schauen.

      • Very Serious Sam schrieb am 19. Juni 2012 um 19:57 - Permalink

        Möglicherweise würden Urlaubs-Reisen ans Mittelmeer eher durch solche nach Vietnam, Dom Rep oder Gott behüte Kuba substituiert werden.

        DomRep ist für mich uninteressant. Kuba besuchte ich bisher 2x, Vietnam 1x – beides sehr sehenswerte Länder. Aus sehr vielen angenehmen Gründen. Aber auch, weil einem da die Erfolge des real existierenden Sozialismus drastisch vor Augen geführt werden #

        • ola schrieb am 19. Juni 2012 um 20:45 - Permalink

          Jetzt haste doch schon von Fricke wieder eine vor den Latz gedonnert bekommen und kannst es trotzdem nicht lassen. Du warst noch nirgendwo außer im örtllichen Schwimmbad. Hör doch auf mit singen. Geh doch mal in die Dom Rep und vergleich dann wirklich mit Cuba. mit dem Fahrrad wirste dort aber nicht hinkommen, sag ich gleich mal vorneweg :)

          Deiner Beweisführung zu Folge dürftest es auch Shanghai nicht geben, genausowenig verelendete kapitalistische Länder, die hats aber leider so massenhaft, dass man sie kaum zählen kann. Aber welcher Verrückte würde auf die Idee kommen, hier zu schreiben, man habe in Mumbai die Erfolge des real existierenden Kapitalismus vor Augen geführt bekommen?

          Das ist doch wirklich wieder absoluter low level bullshit, dabei war Diskussion bisher gar nicht so übel:)

          • Very Serious Sam schrieb am 19. Juni 2012 um 21:01 - Permalink

            Shanghai ist ein guter Punkt, da war ich geschäftlich gut ein Dutzend mal und in Summe ca. ein halbes Jahr. Ein brachialkapitalistisches Höllenloch. Ach ja, was genau willst du in meiner Bemerkung als meine ‘Beweisführung’ erkannt haben?

            Es ist immer wieder schwer fassbar, wie viel Projektionen, Vermutungen, Annahmen, Unterstellungen, erbärmliche ad-hominem Angiftungen und jedenfalls baren Unsinn du in ein Posting frachtest. Aber jeder wie er kann. Und nun ignorier’ mich doch bitte, falls du das kannst.

            • ola schrieb am 20. Juni 2012 um 10:50 - Permalink

              Wind stammel,schwafel. Ja, dich zu ignorieren wäre wohl weise, das schaffen ja fast alle hier. Ich werde mir Mühe geben.

    16. Very Serious Sam schrieb am 19. Juni 2012 um 19:53 - Permalink

      Paul Krugman sei der erste Blogger, der einen Nobelpreis gewonnen hat

      ist natürlich nicht richtig. Denn Nobel hat nie einen Preis für Ökonomie gestiftet. Was Krugman erhalten hat (wie übrigens auch Koryphäen wie Myron Samuel Scholes oder Robert C. Merton, auf deren Arbeiten das Desaster von LTCM beruhte, die Gesellschaft in der sich Krugmann befindet ist also durchaus zweifelhaft), ist ein Preis, der in Gedenken an Nobel von der schwedischen Reichsbank verliehen wird.

      Zum Inhalt: auch wenn ich mit manchen der Ratschläge Krugmans nicht konform gehe, vor allem mit der endlosen Gelddruckerei und höheren Inflationszielen (eine Steigerung der Einkommen in Deutschland dagegen fordere auch ich schon lange), sind sie doch zweifellos sehr bedenkenswert. Und sowieso weitaus anständiger als der infame Mist, den die ewiggestrigen Neoliberalen aller Völker weiter betreiben wollen.

      Insgesamt mal wieder ein guter Artikel, schön.

      • schwitzig schrieb am 19. Juni 2012 um 20:02 - Permalink

        @Very Serious Sam

        Denn Nobel hat nie einen Preis für Ökonomie gestiftet.

        Wir sind ja selten einer Meinung :-). Nobel hat sogar ganz ausdrücklich betont, dass er Wirtchafts”wissenschaften” nicht als Wissenschaft ansieht.

        • Spiegelfechter schrieb am 19. Juni 2012 um 20:13 - Permalink

          Zu Nobels Zeiten gab es auch noch keinen Wirtschaftswissenschaften ;-)

          • Very Serious Sam schrieb am 19. Juni 2012 um 20:56 - Permalink

            Die gibt es auch heute noch nicht, jedenfalls aus Sicht vieler Naturwissenschaftler. Für die ist Ökonomie ungefär so wissenschaftlich wie Astrologie, ich kann das in Teilen nachvollziehen :)

          • flurdab schrieb am 19. Juni 2012 um 21:10 - Permalink

            Ist ja auch keine “Wissenschaft”, Spoekenkiekerei und Religionsersatz ist wohl zutreffender.

            • Barnockel schrieb am 19. Juni 2012 um 22:43 - Permalink

              Religionsersatz

              Das ist noch zu schwach. Die Ökonomie, in welcher Ausprägung auch immer, ist seit irgendwann im 19. Jahrhundert die hauptsächlich vorherrschende Religion. Denn der Religion geht es seit jeher um die Rechtfertigung und Verteilung von Macht. Die Spiritualität der Leute ist dabei immer nur Mittel zum Zweck — und sie wird zur Zeit neben dem Nationalismus immer noch von denjenigen Religionen, die man gemeinhin als solche bezeichnet, bedient.

    17. flurdab schrieb am 19. Juni 2012 um 21:33 - Permalink

      Ich möchte mich an dieser Stelle bei allen Diskutanten für ihre Beiträge bedanken!
      So macht das Internet Spass.
      Danke

    18. Mo schrieb am 19. Juni 2012 um 21:55 - Permalink

      Herr Berger,
      sind Sie vielleicht noch irgendwie in der Werbebranche tätig? ;-)
      Die würde nämlich irgendwann schlechte Geschäfte machen, wenn es kein gewünschtes Wachstum, bzw. nur geringfügige Nachfrage oder nur bestimmte Produktnachfragen geben würde. Da es ein inzwischen so großen Konsumgütermarkt gibt, sehe ich ein weiteres Wachstum, durch Nötigung zum Kauf immer neuerer Produkte, gerade durch die Werbung im Auftrage der Anbieter, überaus kritisch. Hinzu kommt auch noch, dass Wachstum ohne Verschuldung auf absehbare Zeit gar nicht mehr möglich ist. Insofern bin ich da doch eher der Meinung von “schwitzig”, dass man gewisse Produkte nur durch “abrackern”, sprich, ohne Schuldenaufnahme, erwerben sollte. Ich halte es für nicht seriös, wenn Staat und Wirtschaft den Bürger zu mehr Konsum auffordern, durch Investitionen die eine Verschuldung beinhalten. Und da die “Billiganbieter” suggerieren, dass sich heutzutage jeder alles leisten kann, die Verschuldung aber immer mehr zunimmt, muss da mal laut über unlauteres Geschäftsgebaren nachgedacht werden, besonders von den Politikern. Und auch die Prokopfverschuldung, die die Regierung uns täglich neu aufhalst, ist nicht mit ihrem sozialen Auftrag für die Bevölkerung vereinbar. Reales Wachstum kann nur ohne Verschuldungspolitik im Staatshaushalt und im Privathaushalt generiert werden. Da kommen wir wohl nicht auf einen Nenner Herr Berger. ;-)

      • Peleo schrieb am 20. Juni 2012 um 09:02 - Permalink

        Guter Beitrag. Wenn wenigstens die künstlich durch Werbung und “Marketing” erzeugte Nachfrage zurückgedrängt würde, wären wir schon einen Schritt weiter. Das fängt ja schon im Supermarkt an (links rum, Musik usw.), Verkäuferschulung, Anreizsysteme für die Umsatz-Boliden (der Fachbegriff fällt mir grade nicht ein. Wie wäre es mit einer Werbe-Steuer, eine Sekt-Steuer und sogar eine “Vergnügungssteuer” gibt es ja auch.

        Im Hinblick auf begrenzte Ressourcen gibt es doch auch schon Vorschläge für ein Wirtschaftssystem ohne Mengen-Wachstum. Leider gab es hier noch keinen Artikel dazu.

        • der Herr Karl schrieb am 20. Juni 2012 um 09:57 - Permalink

          @Peleo

          “Wenn wenigstens die … Nachfrage zurückgedrängt würde, wären wir schon einen Schritt weiter…. Im Hinblick auf begrenzte Ressourcen gibt es doch auch schon Vorschläge für ein Wirtschaftssystem ohne Mengen-Wachstum. Leider gab es hier noch keinen Artikel dazu.”

          Du scheinst es immer noch nicht begriffen zu haben: Dieses Finanzsystem braucht eine stetige mengenmässige Zunahme (=Wachstum), sonst würde es kollabieren. Eine normale Entwicklung und Veränderung (Beispiel: Ersatz von Benzinautos durch Elektroautos) ist noch kein Wachstum. Es wird hier auch nie einen Artikel für ein Wirtschaftssystem ohne Mengen-Wachstum geben. Das wäre reine Blasphemie.
          Wenn du für dieses gegenwärtige System und die gegenwärtige Krise etwas tun willst, dann konsumiere und kaufe soviel du kannst und immer mehr, egal was, meinetwegen auch rosarote elektrische Elefanten. Hierin hat der Spiegelfechter leider recht. Aber der Ursache, dem Systemfehler für diesen Irrsinn, wird hier nicht nachgegangen.

    19. Am_Rande schrieb am 19. Juni 2012 um 22:24 - Permalink

      Zuerst dachte ich ja, ich müsste den Autor auf einen Schreibfehler in seinem Text hinweisen. Und es sollte nicht heißen:

      Er versteht es, […] volkswirtschaftliche Zusammenhänge so darzustellen, dass sie auch von Lesern ohne große Vorkenntnisse verstanden werden können.

      Sondern:

      Er versteht es, […] volkswirtschaftliche Zusammenhänge so darzustellen, dass sie nur von Lesern ohne große Vorkenntnisse verstanden werden können.

      Aber dann habe ich gemerkt: Nein, der Autor und Herr Krugmann meinen es ernst mit dem, was der Autor einen „leicht überarbeiteten Keynesianismus“ nennt; sie meinen ihn ernst, den Ruf nach „Ausbau der Infrastruktur und des Bildungssystems“.
      Diesen Ruf darf man getrost als zumindest gewagt bezeichnen, wenn man denn weiß, dass Herr Keynes und seine Lehren als nicht unwidersprochen anzusehen sind. Eins von vielen Büchern, die versucht haben, Keynes zumindest zu hinterfragen, ist z. B. Henry Hazlitt – 1959, „The Failure of the “New Economics”: An Analysis of the Keynesian Fallacies“.
      Und auch der Hinweis auf

      „die gigantischen Rüstungsprogramme der USA von 1939 bis 1945, die – rein ökonomisch betrachtet – nichts anderes als ein riesiges Konjunkturprogramm [waren]“

      ist nicht nur zynisch und menschenverachtend, sondern auch falsch. Man lese hierzu: Robert P. Murphy – 2009, “The Politically Incorrect Guide to the Great Depression and the New Deal”.
      Interessant an Herrn Bergers Text fand ich aber zwei Hinweise:

      Krugman ist – das ist bekannt – kein Fachmann für Fragen des Finanzsystems.

      (Hört! Hört!)
      und seinen Verweis auf den

      US-Ökonomen Hyman Minsky und de[n] nach ihm benannten „Minsky-Moment“

      Zieht man einmal das gesammelte Weltwissen, die Wikipedia, zu Rate, so steht dort:

      In Minskys Krisentheorie, […], betreiben die Investoren zu Beginn eines Zyklus zunächst eine abgesicherte Finanzierung; die Einnahmen, die den Investitionen folgen, reichen aus, um die Kredite zurückzuzahlen. Erweist sich das Wirtschaftswachstum als stabil, erscheint eine spekulative Finanzierung rentabel. Die Einnahmen reichen jetzt nur noch aus, um die Zinsen der aufgenommenen Kredite zu bedienen; die Kredite selbst dagegen werden durch neu aufgenommene Kredite ersetzt. Schließlich gehen die Investoren zu einem Schneeballsystem über, […]. Nun werden sogar zur Finanzierung der Zinslast Kredite aufgenommen, da die Investoren immer noch darauf vertrauen, dass ganz zum Schluss die Einnahmen aus der Investition ausreichen, um allen aufgelaufenen Verpflichtungen genügen zu können. Insgesamt wird die Wirtschaft immer labiler, bis es zu einem Platzen der Spekulationsblase und dem Ausbruch einer Finanzkrise kommt.

      Das hat mich stark an die „Österreichische Theorie des Wirtschaftszyklus“, wie sie einfach und eindringlich von Murray Newton Rothbard, (einem wirklichen Fachmann für Fragen des Finanzsystems!), in seinem Buch „America’s Great Depression“ aus dem Jahre 1963 dargelegt wurde. (Hier nur der Versuch einer Zusammenfassung):

      The “boom” then, is actually a period of wasteful misinvestment. It is the time when errors are made, due to bank credit’s tampering with the free market. The “crisis” arrives when the consumers come to reestablish their desired proportions. The “depression” is actually the process by which the economy adjusts to the wastes and errors of the boom, and reestablishes efficient service of consumer desires. […] The inflationary boom hobbles this efficiency, and distorts the structure of production, which no longer serves consumers properly. The crisis signals the end of this inflationary distortion, and the depression is the process by which the economy returns to the efficient service of consumers. […] The depression, then, far from being an evil scourge, is the necessary and beneficial return of the economy to normal after the distortions imposed by the boom. The boom, then, requires a “bust.”

      Der „Boom“, ist also eigentlich eine Periode der verschwenderischen Fehlinvestitionen. Es ist eine Zeit, wenn Fehler gemacht werden, und dies aufgrund des verderblichen Einflusses des Zinssatzes der Banken auf den freien Markt. Die „Krise“ beginnt, sobald die Konsumenten damit beginnen, ihre eigentlichen Präferenzen im Markt wiederherzustellen. Die „Depression“ ist also eigentlich der Prozess, in dem die Wirtschaft sich an die Verschwendungen und die Fehlentscheidungen des „Booms“ anzupassen beginnt; die Wirtschaft beginnt die effiziente Bedienung der wirklichen Wünsche der Konsumenten wieder aufzunehmen. […] Der inflationäre Boom verkrüppelt diese Fähigkeit zur Effizienz; er verzerrt das Baugefüge der Produktion, welche somit den Konsumenten nicht mehr in vernünftiger Weise zu Diensten ist. Die Krise zeigt das Ende dieser inflationären Verzerrung an; die Depression ist der Prozess, in dem die Wirtschaft wieder zum effizienten Dienst am Kunden zurückkehrt. […] Die Depression ist somit keine üble Geißel, sie ist vielmehr die notwendige und schließlich heilsame Rückkehr der Wirtschaft zu normalen Bedingungen nachdem die Verzerrungen, die durch den Boom verursacht wurden, überwunden sind. Der Boom ist es also, der die folgende „Pleitewelle“ heraufbeschwört.

      Interessant auch, dass auch jemand anderem, dem Autor Nassim Taleb, dem Autor des Weltbestsellers “Der schwarze Schwan: Die Macht höchst unwahrscheinlicher Ereignisse“ dies aufgefallen ist:

      The economist Hyman Minsky sees the cycles of risk taking in the economy as following a pattern: stability and absence of crises encourage risk taking, complacency, and lowered awareness of the possibility of problems. Then a crisis occurs, resulting in people being shell-shocked and scared of investing their resources. Strangely, both Minsky and his school, dubbed Post-Keynesian, and his opponents, the libertarian “Austrian” economists, have the same analysis, except that the first group recommends governmental intervention to smooth out the cycle, while the second believes that civil servants should not be trusted to deal with such matters. While both schools of thought seem to fight each other, they both emphasize fundamental uncertainty and stand outside the mainstream economic departments (thought they have large followings among businessmen and non-academics). No doubt this emphasis on fundamental uncertainty bothers the Platonifiers.

      The Wirtschaftswissenschaftler Hyman Minsky ist der Ansicht, dass der Zyklus, mit dem Risiken in der Wirtschaft eingegangen werden, einem gewissen Muster folgt: Stabilität und die Abwesenheit von Krisen ermuntern dazu, ein Risiko einzugehen, ermuntern zu Selbstzufriedenheit und zu einer verminderten Wahrnehmung von möglicherweise auftretenden Problemen. Dann, wenn es zu einer Krise kommt, handeln die Menschen wie traumatisiert und sind verängstigt, ihr Vermögen weiter zu investieren. Es ist schon seltsam, sowohl Minsky und seine Gefolgschaft, die sogenannten Post-Keynesianer; und seine Gegner, die klassisch-liberalen “Österreicher”, beide teilen sie dieselbe Analyse; nur dass die erstgenannten sich für Eingriffe des Staates einsetzen, um den Konjunkturzyklus abzufedern, während die letztgenannten nicht daran glauben, dass Regierungsbeamte mit dieser Aufgabe betraut werden sollten. Obwohl beide Geistesschulen sich zu bekämpfen scheinen, so unterstreichen beide doch das Vorhandensein von fundamentaler Ungewissheit und beide stehen außerhalb der üblichen Lehrmeinung der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultäten, (obwohl sie beide eine große Anhängerschaft unter Geschäftsleuten und Nicht-Akademikern haben.) Es steht außer Frage, die nachdrückliche Betonung des Vorhandenseins von fundamentaler Ungewissheit stört die Anhänger einer platonischen Weltinterpretation.

      Hier nun mein Rat an Herrn Berger: Wenn Ihnen Minsky schon einzuleuchten scheint, dann gehen Sie doch den ganzen Schritt – vertrauen Sie einer Schule, die nicht zögert, sich zu Fachleuten für Fragen des Finanzsystems zu erklären – werden Sie „Österreicher“ ;-)

      • der Herr Karl schrieb am 20. Juni 2012 um 00:43 - Permalink

        @Am_Rande

        “Die Depression ist somit keine üble Geißel, sie ist vielmehr die notwendige und schließlich heilsame Rückkehr der Wirtschaft zu normalen Bedingungen nachdem die Verzerrungen, die durch den Boom verursacht wurden, überwunden sind. Der Boom ist es also, der die folgende „Pleitewelle“ heraufbeschwört.” (Nassim Taleb)

        Ich verstehe es als Laie so, dass eine solche Depression eine andere Form meiner oben erwähnten Vernichtung von Sachwerten ist, als Alternative zu einer kriegerischen Zerstörung. Oft führt eine Depression zum Ende der Demokratie und die folgende totalitäre Struktur (Drittes Reich) mündet dann (auch noch) in einen Krieg.
        Die gegenwärtigen alternativlosen Wachstumsbeschleunigungsprogramme sind nichts anderes als eine künstlich weitergeführte Boomphase.

        “1939 unterschied Joseph A. Schumpeter “Depression” von “Rezession” dadurch, dass Rezession im Ablauf der kapitalistischen Wirtschaft gleichsam ein normaler Vorgang sei, der das Gleichgewicht wieder herstellt. In der Depression hingegen komme es durch „abnorme Liquidation“ zur Vernichtung vieler Dinge, die ohne diese einfach weiter bestehen würden.”
        http://de.wikipedia.org/wiki/Depression_(Wirtschaft)#Depression_.28Konjunkturtief.29

        • Mod schrieb am 20. Juni 2012 um 12:25 - Permalink

          Die Depression ist somit keine üble Geißel..

          Das ist meiner Meinung nach genau so falsch wie Überflüssig, eine Vernichtung von Sachwerten ist der Gewinn des Anderen und so etwas passiert nur wenn jemand ohne Kontrolle und Zügellos handeln kann. Jemand mit Macht wie das Kapital das an die Leine muss. Ein freier Markt ist das A und O, aber es gibt Grenzen für jeden der sich am Markt beteiligen will, die wurden eingerissen und jetzt ist das Theater groß und es wird geglaubt das diejenigen die für Missbrauch Verantwortlich sind, auch zur Besserung beitragen..?

          Warum machen wir es nicht so wie uns bedeutende Ökonomen, Mathematiker, Wirtschaftswissenschaftler oder Politiker seit Beginn der Globalisierung (Erfindung des Rads) in Texte nieder schrieben? “Das allgemeine, gesellschaftliche Glück werde maximiert, indem jedes Individuum im Rahmen seiner ethischen Gefühle versucht, sein persönliches Glück zu erhöhen” sagt Adam Smith, weil der Begriff des “Ethischen” an einem Pfarrer vorbei gegangen ist und um dem Bundespräsidenten das streben nach Glück zu erleichtern, wenn er denn den Spiegelfechter abonniert hat?

          “Wenn ein Einzelner mehr spart, steigt sein Vermögen und sein Zinseinkommen. Machen dies alle, sinkt die Güternachfrage, und somit Produktion, Beschäftigung und Einkommen” schrieb John Maynard Keynes und Einwände seine Theorie sei Kurzfristig angelegt entgegnete Keynes: (“langfristig gesehen sind wir alle tot“)

          Smith und Keynes Zitate aus Wikipedia

          • Am_Rande schrieb am 20. Juni 2012 um 22:47 - Permalink

            @der Herr Karl
            @Mod
            Interessesant an der Österreichischen Ansicht – ist meiner Meinung nach – die Sichtweise des „Busts“, der „Pleitewelle“, der „Krise“ als etwas nicht notwendig nur Negatives. Diese Sichtweise folgt somit dem Begriff „Krise“ mit seinem Ursprung aus der Medizin. Dort bezeichnet „Krise“ ja „nur“ so etwas wie „Umschlagpunkt“ – danach kann es zur Heilung des Patienten kommen – oder eben nicht. (Aber so negativ wollen wir ja wohl nicht sein…) Jedenfalls ist das Auftreten einer Krise (z. B. Fieber) ein bedeutsames Zeichen für den Arzt und es sollte als solches ernst genommen werden. Mit dem Bekämpfen allein der Krisensymptome wäre dem Patienten aber nicht geholfen. Die Krise ist ein Hinweiszeichen auf ernst zu nehmende tiefere Problemursachen.

            • Mod schrieb am 20. Juni 2012 um 23:17 - Permalink

              “Jedenfalls ist das Auftreten einer Krise (z. B. Fieber) ein bedeutsames Zeichen für den Arzt und es sollte als solches ernst genommen werden.”

              Fieber ist ein passender Begriff, mal angenommen jemand hätte dafür gesorgt das in einem Menschen ein Fieber ausbrechen konnte, die Antikörper sind so geschwächt das dass Fieber auf 39,9 gestiegen ist und anstatt jetzt mit Antibiotika und Fieber senkenden Mitteln dagegen an zu kämpfen, sorgt man dafür das sich das Fieber selber bekämpfen darf und alle sagen toll, das Fieber wird runter gehen..!? Ich fasse es nicht!

            • Am_Rande schrieb am 20. Juni 2012 um 23:24 - Permalink

              @Mod
              Sie scheinen nicht fähig zu sein, die notwendigerweise bestehenden Grenzen eines bildlichen Vergleiches einsehen zu können.
              Das fasse ich nicht.
              Was ist denn, wenn der Arzt kein fiebersenkendes Mittel kennt, was dann…?

            • Mod schrieb am 21. Juni 2012 um 10:35 - Permalink

              @am_Rande, sie scheinen die Grenzen des Möglichen in der Politik zu unterschätzen?, was ist wenn es der Arzt war (Politik und Kapital) der dem Patienten Fieberbakterien injizierte um ein Fieber auszulösen? Also wenn ich zusammenfassen das der Wegfall von Bank, Finanz und Aufsichtsinstrumenten durch die Politik das Fieber auslöste und nun die Banken das Fiebersenkende Mittel bereitstellen sollen, liegen sie auch bald mit 41,5° Flach. Es ist dabei völlig klar wie sie richtig bemerkten das diesem Virenstamm an einer Heilung überhaupt nichts gelegen ist, das kennen die Schmarotzer nämlich nicht, denn das würde bedeuten weniger Geld zu verdienen.
              Profitmaximierung ist oberstes Gebot in diesem Geschäft, aber wer Gestern so wie ich anne will gesehen hat musste klar erkennen warum diese Krise so nicht lösbar ist, das eigentliche Bakterium sind die alimentierten Arbeitslosen und als der eine Typ das aussprach leuchteten die Augen vom Brüderlein!

              Gebe zu ich hatte reingezappt und konnte für wenigstens 7 Minuten meine Augen und Ohren nicht abwenden, aber dann.

            • Am_Rande schrieb am 21. Juni 2012 um 19:17 - Permalink

              @Mod
              „[…] sie scheinen die Grenzen des Möglichen in der Politik zu unterschätzen?“
              Nein, das tue ich nicht, das tue ich ganz und gar nicht.
              Ich habe mich eingehend mit dem Zeitalter der Extreme, dem 20. Jahrhundert, beschäftigt und müsste mir zu Recht vorwerfen lassen, ich hätte nichts verstanden, wenn ich nicht gelernt hätte, der Politik alles, aber auch wirklich alles, zuzutrauen. Daher hänge ich ja auch dem klassischen Liberalismus an. „Alle Macht korrumpiert, absolute Macht korrumpiert absolut.“ (Lord Acton). Und genau darum geht es dem klassischen Liberalismus und in seiner Nachfolge den „Österreichern“: Um die Eingrenzung staatlicher Macht. Wer heute noch glaubt, die Einflussnahme der Politik auf wirtschaftliche Dinge wäre wünschenswert, weil die Politiker – aus irgendeinem Grunde – klüger und allwissender seien als der Rest der Bevölkerung, der muss sich wirklich vorwerfen lassen, nichts, aber auch gar nichts aus der Geschichte gelernt zu haben.

            • Mod schrieb am 21. Juni 2012 um 20:42 - Permalink

              Wieso Klüger oder Allwissender? Es geht um Regulierung und wenn Politiker dazu nicht mehr in der Lage sind, müssen sie weg!

              “Doch der wahre Bruch in Trichets Amtszeit hat sich schon früher ereignet: im Mai 2010, als er gegen die Stimmen der deutschen Vertreter im Zentralbankrat das Aufkaufprogramm für Staatsanleihen angeschlagener Euro-Staaten durchsetzte. Damit war, wie es Ex-Bundesbankchef Helmut Schlesinger treffend formulierte, „der Rubikon überschritten“, die Trennung zwischen Geld- und Fiskalpolitik verwischt.”

              http://www.handelsblatt.com/politik/konjunktur/geldpolitik/jean-claude-trichet-der-deutsche-franzose-verspielte-den-harten-kern/4692300.html

              Eine Bank überfallen gibt richtig Ärger, die Banken überfallen jetzt ganze Länder und keiner spricht es aus!

            • HHarlekin schrieb am 21. Juni 2012 um 21:29 - Permalink

              @ Mod

              “Eine Bank überfallen gibt richtig Ärger, die Banken überfallen jetzt ganze Länder und keiner spricht es aus!”

              Du weißt doch auch, was Bertold Brecht vor rund 85 (!) Jahren schrieb:

              “Was ist ein Dietrich gegen eine Aktie? Was ist ein Einbruch in eine Bank gegen die Gründung einer Bank?” (Zitiert nach: Brecht, Dreigroschenoper)

              Es gibt Strukturen, die ändern sich nie, inklusive einer komplett versagenden Presse …

              Grüße

            • Frau Lehmann schrieb am 21. Juni 2012 um 21:51 - Permalink

              @HHarlekin

              Nicht böse sein, aber er heißt Bertolt.
              Und hat viele richtig gute Sachen geschrieben, die heute sowas von aktuell sind.
              Bin auch schon wieder weg.

          • HHarlekin schrieb am 21. Juni 2012 um 22:04 - Permalink

            @ Frau Lehmann

            ” … Bertolt.
            Und hat viele richtig gute Sachen geschrieben, die heute sowas von aktuell sind.”

            Tjaja, wem sagst du das … wenn ich in mein Regal schaue werd ich ganz nostalgisch … nicht nur Brecht, auch viele andere kluge Leute von damals sind brutal aktuell heute …

            Danke für die Korrektur, Tippfehler passieren leider, und viel Korrekturzeit ist ja nicht mehr. Bin nicht böse ;-)

            Grüße

            • Frau Lehmann schrieb am 22. Juni 2012 um 13:54 - Permalink

              Wenn’s doch nur Nostalgie wäre … :)

      • T-Fighter schrieb am 20. Juni 2012 um 07:00 - Permalink

        Die Österreicher haben aber bei ihrer Lösung eine ziemlich lächerliche Annahme. Es ist einfach komisch zu glauben, dass der Mensch ohne den Staat plötzlich anfängt vernünftig zu handeln und es dadurch nicht mehr zu Fehlallokationen kommt. Da ändert auch der Goldstandard nichts daran.

        Ich habe mich schon immer gefragt, warum die Austrians glauben, dass der Privatmann klüger ist als der Staatsmann. Vielleicht sind beide gleich dumm?

        • ola schrieb am 20. Juni 2012 um 10:48 - Permalink

          Greichenland ist doch ein Musterland für die Rechtsextremen aus Österreich. Der Staat hat sich aus der Steuer und Abgabendiskussion ja quasi vollständig verabschiedet… Hat super funktioniert! Vor allem kann man da dann auch schön erkennen, dass man zwar Steuereinnahmen für unwichtig halten kann, dann aber, um sein Volk nicht verhungern zu lassen Ausgleichsmechanismen installieren muss. Und so schafft man dann zum Ausgleich eben einen öffentlichen Dienst für Viele In den USA war es übrigens ähnlich, dort reagierte man auf sinkende Einnahmen und sinkende Löhne mit bikkigen Krediten für Alle. Auch ein klassischer Ausgleich auf Kosten des Staates, zu Gunsten des Finanzkapitals und der Wirtschaft…. Jaja, der Österreicher, ein Herzchen vor dem Herrn.

          • T-Fighter schrieb am 20. Juni 2012 um 12:48 - Permalink

            Griechenland ist ja immer noch drin. (Merkel und Co. haben vermutlich einen Schock bekommen..) – Es liegt an den Linken. Die Linken waren WIEDER EINMAL einfach nur eine glatte Enttäuschung. Was muss denn noch alles kommen, bis die etwas auf die Reihe bekommen? Gehaltskürzungen, Massenarbeitslosigkeit, keine Zukunftsperspektiven, langjährige Depression, Bankenkrise, Beschneidung der Arbeitnehmerrechte, Ramschverkauf von Staatunternehmen, Steuerhinterziehung der Reichen, Massenentlassungen im öffentlichen Dienst, Korruption der Eliten.. MEHR GEHT EINFACH NICHT. NICHTSKÖNNER. VERSAGER. Wer unter diesen Umständen nicht gewinnt, sollte sich aus der Politik zurückziehen.

            Und die griechischen Wähler.. Hätten die Griechen nur einen Funken Stolz in ihrer Brust, dann würden sie den Deutschen und ihren schwäbischen Sparkurs den Mittelfinger zeigen und erhobenen Hauptes aus der Eurozone austreten. Eigenständigkeit, Selbstständigkeit – ja für die Feiheit hätten sich die Griechen entscheiden können. Aber nein, die Nachfahren der Spartiaten sind zu kümmerlichen Kriechern und Bettlern verkommen, die jetzt wieder mit aufgehaltener Hand an Deutschlands Türen klopfen werden. Die Griechen wiedern mich nur noch an.

            Als letzte Hoffnung bleibt nur noch das Viertelfinale. Da hat Deutschland es selbst in der Hand Griechenland aus dem Euro zu schmeißen.

            • ola schrieb am 20. Juni 2012 um 12:58 - Permalink

              Ich bin Ihrer Meinung, die Sozen sind ohnehin immer schuld, auch an den von Ihnen beschriebenen Verhältnissen. nicht umsonst haben wir ja nach neuesten Erkenntnissen mehrere Dekaden keynesianischer Wirtschaftspolitik hinter uns.

              Aber weil die Sozen eh an allem Elend schuld sind, sollte man sie wenigstens von regieren fernhalten, das hat der Grieche doch gut erkannt und konsequent gewählt. Deshalb mag ich mich ihrer Verunglimpfung des Griechen dann doch nicht anschliessen :)

            • Barnockel schrieb am 21. Juni 2012 um 01:05 - Permalink

              [...] wiedern mich nur noch an.

              Widerlich bist vor allem Du [T-Fighter] selbst. Deine Bildzeitungslogik ist doch jetzt wirklich nur noch unter aller Sau, durchaus ohne verlaub. Na ja, wenn es mit den überkommenen Ideologien nicht klappt, wird eben reflexartig der Nationalismus hervorgezaubert. Wahrscheinlich dauert es nicht mehr lange, bis Du anfängst, “Heil Merkel!” zu schreien. Aber wer will solche und die obigen Abartigkeiten hier auf dem SF-Forum lesen???

            • schwitzig schrieb am 21. Juni 2012 um 07:35 - Permalink

              @T-Fighter

              MEHR GEHT EINFACH NICHT. NICHTSKÖNNER. VERSAGER.
              [...]
              Die Griechen wiedern mich nur noch an.

              Na, das ist ja mal lustig. Ein peinliches Frankfurter BWL-Studentenäffchen brüllt erst herum, dass ja alle Linken so versagen, was geradezu unglaublich logisch ist, weil ja auch die Linken die Krise erzeugt haben. Und das, obwohl sie nie Regierungsmacht hatten. Ja, da muss man schon so dämlich wie T(ief?)-Fighter sein, um diesen Blödsinn nachzuvollziehen.
              Und im nächsten Satz offenbart er, dass er selbst einfach nur ein lächerlicher unnützer Vollpfosten ist: Die Griechen wiedern ihn an.
              Meine Güte, was für Idioten mit meinen Steuergeldern der Schulbesuch ermöglicht wurde, ist echt eine Schande, wenn man bedenkt, was daraus geworden ist.

            • T-Fighter schrieb am 21. Juni 2012 um 07:47 - Permalink

              Barnockel: Du verstehst einfach keinen Spaß. Man musst nicht alles bierernst nehmen :)

            • Barnockel schrieb am 21. Juni 2012 um 22:28 - Permalink

              Das, was T-Fighter hier scheinheilig als Spaß umdeklariert, geht in Wirklichkeit noch nicht einmal als Zynismus durch.

            • T-Fighter schrieb am 23. Juni 2012 um 18:53 - Permalink

              Es gibt für deine Leviten eine wissenschaftlich präzise Diagnose: Spießertum.

          • Am_Rande schrieb am 20. Juni 2012 um 22:52 - Permalink

            @ola
            Wenn Griechenland wirklich das Musterländle aus den Nachtwächter-Staat-Träumen der Klassisch-Liberalen wäre, wie kommt es dann, dass Griechenland im z. B. Jahre 2009 eine Staatsquote von 53,2 % hatte? (Zahl aus Wikipedia.) Oder was ist mit den 1,1 Millionen Staatsbediensteten bei 11 Millionen Einwohnern? (Zahl aus der FAZ) Man sollte schon realistisch bleiben…

            • ola schrieb am 21. Juni 2012 um 00:36 - Permalink

              Ich habe Ihnen doch oben schon erklärt, dass immer Ausweichmechanismen geschaffen werden müssen. Im Falle griechenlands war es der öffentliche Dienst. Das hat etwas mit den kommunizierenden Röhren in einer Volkswirtschaft zu tun und mit der verdammten menschlichen Eigenschaft, zum Überleben eine wie auch immer geartete Nahrungsaufnahme zu gestalten. So ist man einfach gezwungen ein Mindestmaß an Überlebensmöglichkeiten bereit zu stellen, so lange des Menschenmaterial noch nicht vollständig durch Maschinen ersetzt werden kann. Alternativ kann man als Österreicher natürlich auch immer wieder Chile spielen. In einer solchen Umgebung funktioniert das Ösi modell am besten.

              Ach, auch unter dem Götzen der Österreich supporter, dem guten alten Ronald Mc Reagan, explodierte der staatliche Sektor geradezu. warum nur, jaaaaa warum…

            • der Herr Karl schrieb am 21. Juni 2012 um 08:11 - Permalink

              @Am_Rande

              1,1 Millionen Staatsbedienstete?
              2010 ergab eine Zählung 768’009 Staatsangestellte.
              Viele allerdings nur mit Zeitverträgen. (wikipedia, Griechische Finanzkrise)

              In Deutschland arbeiteten 2006 rund 4,5 Millionen im öffentlichen Dienst.
              Prozentual also kein grosser Unterschied!

            • der Herr Karl schrieb am 21. Juni 2012 um 11:47 - Permalink

              Nachtrag:
              Bevölkerung Deutschland: 81,75 Millionen
              Bevölkerung Griechenland: 11,3 Millionen
              Staatsangestellte Deutschland: 4,5 Millionen
              Staatsangestellte Griechenland: 0,77 Millionen (Viele mit Zeitverträgen,
              Vielen wird gemäss Auflage der Troika gekündigt)

              https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesamtwirtschaftUmwelt/Arbeitsmarkt/Erwerbstaetigkeit/Erwerbstaetigkeit.html
              http://wko.at/statistik/eu/wp-griechenland.pdf

            • Am_Rande schrieb am 21. Juni 2012 um 19:20 - Permalink

              @der Herr Karl
              Vielen Dank erst einmal für die schönen Seiten mit den Zahlen der europaweiten Statistik – die kommen mir sicher irgendwann einmal wieder zu Gute :-) Und ich will mich nicht darüber streiten ob es nun 0,7 oder 1,1 Millionen Staatsbedienstete in Griechenland sind. (Das Problem scheint mir eher, dass niemand weiß, wie viel Staatsbedienstete es wirklich sind – dass die griechische Staatsverwaltung nicht die zuverlässigste unter der Sonne ist, dringt ja mehr und mehr – zum Leidwesen der Politiker – ins Bewusstsein der europäischen Öffentlichkeit.) Es ging mir nur darum zu sagen, dass Griechenland wahrscheinlich sehr vieles ist, aber bestimmt kein minarchisch aufgebauter Staat nach den Vorstellungen des Klassischen Liberalismus.

              @ola
              Es tut mir leid, aber ich kann dem von Ihnen geschriebenen nur entnehmen, dass Sie sich mit dem Gedankengut des Klassischen Liberalismus nicht näher auseinandergesetzt haben. Oder sind Sie wirklich der Meinung griechische Liberale hätten den Staat verschlankt, um dann gleichzeitig den Staatssektor aufzublähen. Das wäre doch – gelinde gesagt – schizophren. Ich denke, den wirklichen Verlauf des Zustandekommens der griechischen Wirklichkeit, wie sie sich heute darstellt, erhellen eher solche Streiflichter, wie:
              Zum Beispiel hat er [der Generalinspekteur für öffentliche Verwaltung, Leandros Rakintzis] die legendäre Behörde “Kopais” entdeckt, die 1957 die Trockenlegung des gleichnamigen Sees in der Nähe von Theben überwachen sollte. Das Gewässer verschwand noch im selben Jahr, die Behörde mit 30 Mitarbeitern aber blieb bis heute. Jetzt endlich steht sie auf einer Liste von 750 Einrichtungen, die zur Abwicklung vorgesehen sind, nur wann?
              [Der Spiegel, 46/2010]
              Meiner Meinung nach nur ein Beispiel für das langsame Wuchern des Staatsapparates unter den beiden Parteien PASOK und Nea Dimokratia, der vom desinteressierten EU-Europa seit 1981 bis 2006 mit rund 52 Mrd. Euro EU-Strukturfonds-Geldern subventioniert wurde. (Quelle: das österreichische “WirtschaftsBlatt” vom 23.06.2011).
              Aber der Krug geht eben nur so lange zum Brunnen, bis er bricht…

            • ola schrieb am 21. Juni 2012 um 22:31 - Permalink

              Sie machen einen entscheidenden Denkfehler, aber das nur am Rande. Die Schlagkraft einer staatlichen Verwaltung bemisst sich nicht an deren Ausdehnung, sondern an den Möglichkeiten, die diesem Apparat zugestanden werden, seine Aufgaben wahrzunehmen. In Griechenland haben wir es mit einem Nachtwächterstaat vom Allerfeinsten zu tun, der keinerlei Aufgaben die ein gesundes Staatswesen leisten muss, leisten konnte. Dazu gehören nämlich solche Dinge wie Steuerehebung und Durchsetzung staatlicher Anordnungen. Somit haben wir in Griechenland folgendem Zustand: Steuerzahlungen für Eliten und Unternehmer gibt es quasi nicht, die ärmsten Berufsgruppen laut Einkommenssteuerstatistik sind Ärzte und Anwälte, eine Durchsetzung staatlicher Vorgaben ist nicht möglich. Die Wirtschaft bleibt sich weitestgehend selbst überlassen. Das ist doch der Traum aller Österreicher. Die einzige wirklich funktionsfähigen Staatsorgane sind die Polizei und das Militär. Und jetzt sagen Sie mir nochmal, dass Friedmann bei solchen Zuständen nicht ein feuchtes Höschen bekommen würde, vor lauter Begeisterung.

            • Am_Rande schrieb am 22. Juni 2012 um 18:00 - Permalink

              @ola
              “In Griechenland haben wir es mit einem Nachtwächterstaat vom Allerfeinsten zu tun, der keinerlei Aufgaben die ein gesundes Staatswesen leisten muss, leisten konnte. Dazu gehören nämlich solche Dinge wie Steuererhebung und Durchsetzung staatlicher Anordnungen.”

              Aus dem von Ihnen Geschriebenen kann ich nur entnehmen, dass sie den semantischen Trick vornehmen, den Begriff „Nachtwächterstaat“ mit dem Begriff „Gescheiterter Staat“ (englisch: failed state) gleichzusetzen.

              In der modernen politikwissenschaftlichen Auffassung von Staatlichkeit muss ein Staat vor allem drei zentrale Funktionen für seine Bürger leisten: Sicherheit, Wohlfahrt und Legitimität/Rechtsstaatlichkeit. […] Wenn ein Staat diese drei Funktionen nicht mehr in einer nennenswerten Weise erfüllt, so spricht die Politikwissenschaft von einem gescheiterten Staat.

              [Quelle: Wikipedia]
              Wenn man solcherart Argumentation folgt, haben Sie natürlich recht. Aber ich bezeichne das einfach als „hirnlos“. Aber vielleicht haben Sie ja doch wirkliche Argumente, die dafür sprechen, dass Griechenland im Vorlauf der Krise an zu wenig Staatseinmischung, an einer zu geringen Durchdringung von Staat und Wirtschaft und in Folge dessen an einem Zuwenig an politischer Korruption gelitten hat. Alles was ich bisher gelesen und gehört habe, scheint mir aber in die andere Richtung zu weisen.

        • OAlexander schrieb am 20. Juni 2012 um 18:26 - Permalink

          @ T-Fighter

          Ich habe mich schon immer gefragt, warum die Austrians glauben, dass der Privatmann klüger ist als der Staatsmann. Vielleicht sind beide gleich dumm?

          Theoretisch, weil der Privatmann mit dem eigenen Geld vorsichtiger umgeht als der Staatsmann mit dem Geld das ihm nicht gehört. Wo wohl auch was dran ist.

          • schwitzig schrieb am 20. Juni 2012 um 18:50 - Permalink

            @OAlexander

            Tweil der Privatmann mit dem eigenen Geld vorsichtiger umgeht als der Staatsmann mit dem Geld das ihm nicht gehört. Wo wohl auch was dran ist.

            Was genau so lange funktioniert, wie der “Privatmann” ein Mengenmäßig einzelner, hochintelligenter und unfehlbarer Superunternehmer ist.
            Sobald es eine AG oder was auch immer für eine Gemeinschaft mit besseren Haftungsbedingungen als denen einer GbR ist, ist dieses Unternehmen – insbesondere wenn es ein großes Unternehmen ist – schlimmer, bürokratischer und verschwenderischer als es je ein Staat sein könnte.
            Ich weiß, wovon ich spreche, da ich in einem Großunternehmen arbeite und viele andere kenne.

            Man muss schon ein echter Irrer sein, wenn man Großunternehmen kennt und allen Ernstes glaubt, die könnten es besser.
            Und richtig behämmert muss man sein, wenn man glaubt, dass Banken (!!!) es besser könnten.

            • Karsten Bier schrieb am 20. Juni 2012 um 20:12 - Permalink

              Das kann ich nur voll unterschreiben. Selbst bei Mittelständlern ab etwa 100 Mitarbeitern ist das schon so. Ich muss allerdings zugeben, dass ich den Betrieb in Behörden nicht so gut kenne.

          • ola schrieb am 20. Juni 2012 um 19:03 - Permalink

            Eindrucksvoll von Banken, Versicherungen und Häuslebauern aller Herren Länder nachgewiesen. Kaum ein Großunternehmen arbeitet so effizient wie das deutsche Statswesen. Only size matters.

            Die seltsame Vorstellung, der Staatsdiener wäre ein anderer Deutscher als sein Kollege, Her freie Wirtschaft, erfüllt mich zunehmend mit Befremden. Es ist doch jährlich nachzulesen. Was als Aufhänger für den jährlichen Staatsskandal gedacht ist, nämlich der Bericht des Bundesrechnungshofes, wäre bei fairer Betrachtung das genaue Gegenteil. Bei den Investitionssummen die der Bund jährlich bewegt, sind die Fehlallokationen und Fehlinvestments sehr, sehr überschaubar. Oder anders gesagt, niemanden bekümmert es, wenn sich der VoStaVoSi von RWE die Türklinke seines Bürovorraumes vergolden lässt. Im Gegenteil. das fördert Prestige und Respekt, dabei ist es auch nicht mehr als pure Verschwendung und Diebstahl. Unsere Köpfe sind krank vom Propagandatrommelfeuer.

            • der Herr Karl schrieb am 21. Juni 2012 um 08:38 - Permalink

              @ola

              Gar kein schlechter Kommentar…
              Nicht der Staat ist der bessere, der die kleinste Anzahl von Staatsangestellten hat. Privatisierte Bahn und Wasserversorgung (als Beispiel) senken die Anzahl der Staatsangstellten, sind aber für den Staat und desses Bürger eher schlechter.
              Wer von den Politikern Lügen wie “der faule Grieche” verbreitet, sollte öffentlich ausgepeitscht oder durchgeprügelt werden. Wie annodazumal, als die Scheisse noch vor der Haustüre durchfloss.

        • Am_Rande schrieb am 20. Juni 2012 um 22:50 - Permalink

          @ T-Fighter
          „Ich habe mich schon immer gefragt, warum die Austrians glauben, dass der Privatmann klüger ist als der Staatsmann. Vielleicht sind beide gleich dumm?“
          Die „Österreicher“ glauben ja gar nicht, dass der Privatmann klüger ist als der Staatsmann. Nur, die Österreicher haben sich die Frage gestellt, wie es kommt, dass es immer ganze Branchen sind, die mit einem Mal in die Krise rutschen. Ist es – um aktuell beim Beispiel der spanischen Baubranche zu bleiben – wirklich überzeugend zu glauben, dass alle spanischen Bauunternehmer gleichzeitig von ihrem „Instinkt“ für ein gutes Geschäft verlassen werden? Warum sollte das so sein? Die „Österreichische“ Antwort ist eben, dass der vom Staat (nach unten) manipulierte (Bau-)Zins allen spanischen Bauunternehmer gleichzeitig das falsche Signal zum investieren gegeben hat. Und hey presto – die Baukrise ist da. Staatsmann und Privatmann sind vielleicht gleich dumm – nur wenn sich der Staatsmann irrt – haben alle den Schaden zu tragen. Somit versucht die Österreichische Schule nur Schadensminimierung durch Risikostreuung zu propagieren – man soll nicht alle Eier in einen Korb legen – so, wie man es mit einem staatlich manipulierten Zins tut.

          • T-Fighter schrieb am 21. Juni 2012 um 08:30 - Permalink

            Wäre der Unternehmer schlau gewesen, hätte er die Bubble irgendwann gesehen und wäre rechtzeitig ausgestiegen. Die Privatbanken haben Spanien aber weiterhin mit Geld geflutet haben, obwohl schon Mitte der 2000er Jahre klar war, dass der Immobilienmarkt überhitzt war.

            “Nur, die Österreicher haben sich die Frage gestellt, wie es kommt, dass es immer ganze Branchen sind, die mit einem Mal in die Krise rutschen. Ist es – um aktuell beim Beispiel der spanischen Baubranche zu bleiben – wirklich überzeugend zu glauben, dass alle spanischen Bauunternehmer gleichzeitig von ihrem „Instinkt“ für ein gutes Geschäft verlassen werden? Warum sollte das so sein? ”

            Wenn du in einer Bubble befindest, dann sieht es erst einmal so aus, dass das ewig so weitergeht. Man zieht in dieser Zeit auch Leute an, die schnelles Geld in dieser Branche und einer ähnlichen machen wollen. Denn Menschen sind immer noch Menschen. Sprich Herdentriebe, Realitätsverweigerung und Gruppenzwang usw.. Natürlich können Menschen sich in Massen irren. Die Internetblase ist ja ein klassisches Beispiel für das Phänomen. Da wollte jeder beim “nächsten Microsoft” dabei sein.

            Es sind immer noch die Unternehmer selbst, die entscheiden, wem sie Geld verleihen. Nur weil die Zinsen günstig sind und “Signale” gesendet werden, schaltet man doch nicht sein Hirn ab und verleiht das Geld der nächstbesten Gelegenheit. Aber halt.. genau das ist ja passiert…

            Österreicher sagen, weil die Zinsen durch die Zentralbank so niedrig sind, konnten die Unternehmer nichts dafür. Auch nach all den vorangegangenen Blasen haben die Unternehmer absolut keine Schuld daran, dass sie nichts dazu gelernt haben.

            Das ist nicht plausibel.

            • Am_Rande schrieb am 21. Juni 2012 um 19:22 - Permalink

              @T-Fighter
              „Das ist nicht plausibel.“
              Natürlich ist das plausibel. In einem Wirtschaftssystem, das auf Effizienz, auf Gewinnmaximierung, ausgerichtet ist, muss jeder Anleger schauen, dass das von ihm eingesetzte Kapital möglichst gewinnbringend angelegt wird. Und wenn der Staat das falsche Signal aussendet, dass in der Baubranche die besten Profite zu erzielen sind, wird diese Branche das meiste Kapital anziehen. Was denn sonst? Natürlich werden erst einige, (die Klügsten – oder vielleicht auch nur die mit dem meisten Glück), merken, dass etwas faul ist, dass der „Boom“ nur eine Blase ist, und diese werden zuerst aussteigen. Aber, wenn die Masse der Anleger es merkt, ist es schon zu spät – die Blase bricht zusammen. Und natürlich bestreiten die „Österreicher“ nicht den „Herdentrieb“ der meisten Anleger. Nur sie fragen sich (und geben auch die Antwort), wer oder was es ist, der die Herde in die falsche Richtung getrieben hat. Antwort: Die Politik und der verfälschte Zins. Der Zins ist eben das Signal, ist die Information, in einer Marktwirtschaft, ob sich eine Anlage (wahrscheinlich) lohnt oder nicht. Die Marktwirtschaft ist eben (auch) ein System der Informationsverwaltung. Aber wenn die Politik das Signal bewusst verfälscht, muss die Marktwirtschaft die falschen Ergebnisse liefern. Aber das ist der Fehler und die Verantwortung der Politik – und ist kein inhärenter Fehler der Marktwirtschaft.

            • T-Fighter schrieb am 23. Juni 2012 um 21:00 - Permalink

              “Natürlich ist das plausibel. In einem Wirtschaftssystem, das auf Effizienz, auf Gewinnmaximierung, ausgerichtet ist, muss jeder Anleger schauen, dass das von ihm eingesetzte Kapital möglichst gewinnbringend angelegt wird. Und wenn der Staat das falsche Signal aussendet, dass in der Baubranche die besten Profite zu erzielen sind, wird diese Branche das meiste Kapital anziehen. Was denn sonst? ”

              Der Staat sendete kein Signal speziell für die Baubranche aus. Lass uns hier auf die Austrian-Modelle eingehen. Im Austrian-Modell gehört die Zentralbank zum Staat.

              -Hat die Zentralbank auf die Baubranche gezeigt? Nein.
              -Hat der Rest-Staat irgendetwas gemacht? Nein.

              Die Fehlspekulation auf dem Immobilienmarkt war selbstverschuldet. Im Gegensatz zum Austrian-Modell gibt es nämlich mehr als nur eine Branche.

              “Natürlich werden erst einige, (die Klügsten – oder vielleicht auch nur die mit dem meisten Glück), merken, dass etwas faul ist, dass der „Boom“ nur eine Blase ist, und diese werden zuerst aussteigen. Aber, wenn die Masse der Anleger es merkt, ist es schon zu spät – die Blase bricht zusammen. Und natürlich bestreiten die „Österreicher“ nicht den „Herdentrieb“ der meisten Anleger. Nur sie fragen sich (und geben auch die Antwort), wer oder was es ist, der die Herde in die falsche Richtung getrieben hat. Antwort: Die Politik und der verfälschte Zins. Der Zins ist eben das Signal, ist die Information, in einer Marktwirtschaft, ob sich eine Anlage (wahrscheinlich) lohnt oder nicht. Die Marktwirtschaft ist eben (auch) ein System der Informationsverwaltung. Aber wenn die Politik das Signal bewusst verfälscht, muss die Marktwirtschaft die falschen Ergebnisse liefern.”

              Die Austrian-Analyse über den niedrigen Zins und die resultierende Kreditexpansion (Minskey-Fall) ist okay. Nur die Schlussfolgerung ist komisch. Selbst wenn der Staat sich heraushalten würde, kann eine große Privatbank zuviele Kredite vergeben. Sie muss nur mehr Geld drucken als sie an Gold zur Verfügung hat, um den Zins niedrig zu halten.

              Die Problematik liegt also in erster Linie am fractional banking. Das haben die Austrians zwar richtig erkannt, aber daraus nur den alleinigen Rückzug des Staates zu verlangen, ist falsch. Der Staat müsste wenn überhaupt ein Vollgeldsystem bei allen Banken durchsetzen.

              Zudem muss dir auch klar werden, dass solche Blasen auch unabhängig vom fractional banking entstehen können. Der niedrige Zins setzt zwar Anreize Geld zu leihen, aber die falsche Prognose der Gewinne muss der Schuldner schon selbst erledigen.

              (Rothbard ist in diesem Sinne ein Idiot, weil er kein Ökonom ist, sondern ein Liberaler, der die Austrian-Thoerien für seine Ideologie fehlinterpretiert.)

              “Aber das ist der Fehler und die Verantwortung der Politik – und ist kein inhärenter Fehler der Marktwirtschaft.”

              Die Marktteilnehmer (sprich alle) sind die gleichen, die den Staat (sprich alle) bilden. Wäre die Marktwirtschaft weitestgehend fehlerlos, wäre der Staat perfekt. Wieso manche Ökons in Bezug auf die Politökonomie nicht auf diesen Gedanken gekommen bist, bleibt unbeantwortet.

            • T-Fighter schrieb am 23. Juni 2012 um 21:05 - Permalink

              “Natürlich ist das plausibel. In einem Wirtschaftssystem, das auf Effizienz, auf Gewinnmaximierung, ausgerichtet ist, muss jeder Anleger schauen, dass das von ihm eingesetzte Kapital möglichst gewinnbringend angelegt wird. Und wenn der Staat das falsche Signal aussendet, dass in der Baubranche die besten Profite zu erzielen sind, wird diese Branche das meiste Kapital anziehen. Was denn sonst? ”

              Der Staat sendete kein Signal speziell für die Baubranche aus. Lass uns hier auf die Austrian-Modelle eingehen. Im Austrian-Modell gehört die Zentralbank zum Staat.

              -Hat die Zentralbank auf die Baubranche gezeigt? Nein.
              -Hat der Rest-Staat irgendetwas gemacht? Nein.

              Die Fehlspekulation auf dem Immobilienmarkt war selbstverschuldet. Im Gegensatz zum Austrian-Modell gibt es nämlich mehr als nur eine Branche.

              “Natürlich werden erst einige, (die Klügsten – oder vielleicht auch nur die mit dem meisten Glück), merken, dass etwas faul ist, dass der „Boom“ nur eine Blase ist, und diese werden zuerst aussteigen. Aber, wenn die Masse der Anleger es merkt, ist es schon zu spät – die Blase bricht zusammen. Und natürlich bestreiten die „Österreicher“ nicht den „Herdentrieb“ der meisten Anleger. Nur sie fragen sich (und geben auch die Antwort), wer oder was es ist, der die Herde in die falsche Richtung getrieben hat. Antwort: Die Politik und der verfälschte Zins. Der Zins ist eben das Signal, ist die Information, in einer Marktwirtschaft, ob sich eine Anlage (wahrscheinlich) lohnt oder nicht. Die Marktwirtschaft ist eben (auch) ein System der Informationsverwaltung. Aber wenn die Politik das Signal bewusst verfälscht, muss die Marktwirtschaft die falschen Ergebnisse liefern.”

              Die Austrian-Analyse über den niedrigen Zins und die resultierende Kreditexpansion (Minskey-Fall) ist okay. Nur die Schlussfolgerung ist komisch. Selbst wenn der Staat sich heraushalten würde, kann eine große Privatbank zuviele Kredite vergeben. Sie muss nur mehr Geld drucken als sie an Gold zur Verfügung hat, um den Zins niedrig zu halten.

              Die Problematik liegt also in erster Linie am fractional banking. Das haben die Austrians zwar richtig erkannt, aber daraus nur den alleinigen Rückzug des Staates zu verlangen, ist falsch. Der Staat müsste wenn überhaupt ein Vollgeldsystem bei allen Banken durchsetzen.

              Zudem muss dir auch klar werden, dass solche Blasen auch unabhängig vom fractional banking entstehen können. Der niedrige Zins setzt zwar Anreize Geld zu leihen, aber die falsche Prognose der Gewinne muss der Schuldner schon selbst erledigen.

              (Rothbard ist in diesem Sinne ein Idiot, weil er kein Ökonom ist, sondern ein Liberaler, der die Austrian-Thoerien für seine Ideologie fehlinterpretiert.)

              “Aber das ist der Fehler und die Verantwortung der Politik – und ist kein inhärenter Fehler der Marktwirtschaft.”

              Die Marktteilnehmer (sprich alle) sind die gleichen, die den Staat (sprich alle) bilden. Wäre die Marktwirtschaft weitestgehend fehlerlos, wäre der Staat perfekt. Wieso du in Bezug auf die Politökonomie nicht auf diesen Gedanken gekommen bist, bleibt unbeantwortet.

          • Am_Rande schrieb am 26. Juni 2012 um 23:08 - Permalink

            @T-Fighter
            Mich wundert Ihr apodiktischer Ton:

            Der Staat sendete kein Signal speziell für die Baubranche aus. Lass uns hier auf die Austrian-Modelle eingehen. Im Austrian-Modell gehört die Zentralbank zum Staat.
            - Hat die Zentralbank auf die Baubranche gezeigt? Nein.
            - Hat der Rest-Staat irgendetwas gemacht? Nein.

            (Nun, um sich über den unseligen Einfluss, den die (halb-)staatlichen Hypotheken-Institute „Fannie Mae“ und „Freddie Mac“ auf die Hypothekenkrise in den USA gehabt haben, zu informieren, gibt es ja das wunderbar luzide Buch „Meltdown“ von Thomas Woods aus dem Jahr 2009. Dieses Buch gibt eine gutlesbare, lebendige und verständliche Erklärung für die gegenwärtige Finanzkrise aus der Sicht der Österreichischen Schule der Nationalökonomie und ist gleichzeitig auch dazu geeignet, sich mit der Gedankenwelt dieser Schule vertraut zu machen.)
            Aber von solch einer konzisen Darstellung über den unbestreitbaren Boom-Bust-Zyklus der spanischen Baubranche aus „Österreichischer“ Sicht habe ich bisher noch keine Kenntnis erlangt. Wer weiß, vielleicht wird irgendwo schon daran geschrieben… :-)
            Jedenfalls, wird man den generellen Einfluss des Faktums der Euro-Einführung auf das spanische Zinsniveau nicht bestreiten können.

            Der Beginn des spanischen Baubooms fällt mit der Einführung des Euro zusammen. Wer einen Kredit aufnehmen wollte, zahlte zuvor zehn Prozent oder mehr an Zinsen. Mit dem Euro änderte sich das: Weil die Europäische Zentralbank den Geldfluss steuert, verschwinden auch die Sorgen vor Inflation und Wechselkursrisiken. Die Zinsen sinken, ein Bauboom setzt ein, bis die Blase 2007 platzt. Einst trug der Bausektor elf Prozent zur Wirtschaftsleistung bei, nun schrumpft er, die Arbeitslosigkeit steigt. Viele der Bauvorhaben von einst sind Baustellen geblieben. (Zeit-Online vom 03.02.2012)

            Auch ein Einfluss der Politik der EU auf ein Aufleben der Baubranche für Infrastruktur-Maßnahmen lässt sich – leider – auch verhältnismäßig leicht nachweisen:

            Spaniens Maut-Autobahnen müssen gerettet werden
            In Spanien tut sich ein neues Milliardenloch auf, welches bei einer staatlichen Rettungsaktion das Haushaltsdefizit des Landes zusätzlich belasten könnte. Es geht um unrentable mautpflichtige Autobahnen insbesondere im Großraum Madrid, aber auch an der Mittelmeerküste in den Regionen Valencia und Murcia. […] Die Projekte stammen zum größten Teil aus der Regierungszeit des konservativen Ministerpräsidenten José María Aznar. Sie wurden überwiegend auf Kredit und mit Hilfe europäischer Entwicklungsfonds gebaut. Die Kosten explodierten unter anderem, weil für Enteignungen Entschädigungen von mehr als 3000 Euro je Quadratmeter bezahlt wurden. (Faz.net vom 25.06.2012 – also gerade gestern)

            Aber was staatliche Anreize für den privaten Häuslebauer angeht, so muss ich zugeben, dass es schwierig ist, da auf die Schnelle in den Weiten des WWW etwas Griffiges zu finden. (Man müsste wohl zumindest spanischer Muttersprachler und Jurist sein, um sich in den (von mir vermuteten) Abgründen der Abschreibemöglichkeiten des spanischen Steuerrechts zu Recht zu finden. Ob es auch ein spanisches „Bauherrenmodell“ gab und gibt? Da bin ich schlicht überfragt…
            Was ich gefunden habe, ist aber dieses:

            House ownership in Spain is above 80%. The desire to own one’s own home was encouraged by governments in the 1960s and 70s, and has thus become part of the Spanish psyche. In addition, tax regulation encourages ownership: 15% of mortgage payments are deductible from personal income taxes. Further, the oldest apartments are controlled by non-inflation-adjusted rent-controls and eviction is slow, thereby discouraging renting.

            Der Eigenheimbesitz in Spanien liegt bei über 80%. Der Wunsch ein Eigenheim zu besitzen wurde in den 1960er und 70er von den jeweiligen Regierungen befördert, und wurde so Teil der spanischen Psyche. Dazu kommt, dass steuerrechtliche Bestimmungen den Eigenheimbesitz fördern: 15% der Hypothekenabzahlung sind von der persönlich zu zahlenden Einkommenssteuer abziehbar. Dazu kommt, dass Altbau-Mietwohnungen einer nicht der inflationsangepassten Mietpreisbindung unterliegen und Zwangsräumungen schwer durchführbar sind, somit wird der Verleih von Wohnungen unattraktiv gestaltet.
            (Wikipedia-Artikel „Spanish property bubble” – was es alles gibt…)

            Und dieses:

            […] Die Hintergründe des spanischen Baubooms insbesondere der Jahre 2003-2007 sind polyrational: Niedrige Zinsen, ein durch die Migration induzierter stetiger Bevölkerungszuwachs und die damit vorhandene Verfügbarkeit ‚billiger’ Arbeitskraft, sehr ‚entspannte’ Hypothekar- und Konsumkreditvergabeverfahren, ein kaum vorhandener und zudem teurer Mietwohnungsmarkt, eine den Bodenmarkt liberalisierende Gesetzgebung sowie die allgemeine wirtschaftliche Expansion mit für Spanien niedrigen Arbeitslosenzahlen führten dazu, dass zu Beginn des neuen Jahrtausends der Bausektor noch vor der Tourismusbranche zum stützenden Pfeiler der spanischen Wirtschaft wurde. Die Raumplanung hatte dem auf allen planerischen Ebenen kaum etwas entgegenzusetzen – im Gegenteil, sie forcierte den Prozess (vgl. Kap. 3). […]
            (Thorsten Heitkamp – NICE: Boom to Bust – Hintergründe und Konsequenzen der Wohnungsmarktkrise in Spanien)

            Der Staat kann eben auch Anreize setzen, die nicht direkt monetärer Art sind… Ein weites Feld…
            Jedenfalls reicht – meiner Meinung nach – allein das oben von mir Genannte aus, um von einer apodiktisch behaupteten „Unschuld“ des Staates an der jetzigen Krise der Baubranche Abstand zu nehmen.

      • Christian schrieb am 20. Juni 2012 um 08:19 - Permalink

        Hier nun mein Rat an Herrn Berger: Wenn Ihnen Minsky schon einzuleuchten scheint, dann gehen Sie doch den ganzen Schritt – vertrauen Sie einer Schule, die nicht zögert, sich zu Fachleuten für Fragen des Finanzsystems zu erklären – werden Sie „Österreicher“ ;-)

        Mein Rat wäre: Werden sie Post-Keynesianer. Schließlich ist Minsky einer gewesen. Wieso sollte man dann “Österreicher” werden wollen?

        • Am_Rande schrieb am 20. Juni 2012 um 22:51 - Permalink

          @Christian
          Weil der „Spiegelfechter“ selbst geschrieben hat, dass Herr Krugman sich nicht als Experten für das Geldsystem sieht… ;-) (Inwieweit das auch auf Herrn Minsky zutrifft, kann ich nicht sagen.) Jedenfalls sind die Bücher des klassisch-liberalen Autors Murray N. Rothbard, “What Has Government Done to Our Money?” von 1963; “The Mystery of Banking” von 1983 oder “The Case Against the Fed” von 1994 ein guter, möglicher Einstieg sich selbst einen Einblick in das Thema „Kritik am herrschenden Währungssystems“ zu verschaffen. („What Has Government Done to Our Money?“ ist auch auf Deutsch erschienen.)

      • Sergio schrieb am 22. Juni 2012 um 00:32 - Permalink

        Köstlich…habe gelacht

    20. klaus baum schrieb am 19. Juni 2012 um 23:54 - Permalink

      Süßwasser, das mir seit Jahren schon sauer aufstößt.

    21. Beate schrieb am 20. Juni 2012 um 07:40 - Permalink

      Wir sind was wir essen!

      Die Ursache für Autismus ist eine frühkindliche Erkrankung des Verdauungssystems. Hervorgerufen durch die Kombination unsachgemäßer Anwendung von Antibiotika und schlechter Ernährung.

      Süßwasser oder Salzwasser.

      Ich tippe auf Darmkranke Ökonomen und gesunde Ökonomen.

      Franz, Sinn eine Sache für die Ärzte.

      Das erklärt auch die sadistischen Neigungen.

    22. chrise schrieb am 20. Juni 2012 um 09:25 - Permalink

      Ich finde auch, dass unsere PIIGS-Staaten mehr eigene Produkte kaufen sollten als fremde. Klar, die Arbeitsteilung schmiert, gottseidank, unsere hübsche Welt, aber dennoch denke ich, dass es ungesund ist, wenig eigenes zu produzieren aber viel fremdes zu konsumieren.

      Der Ansatz ist ja: steigert die Löhne in Deutschland, damit deutsche Produkte teurer werden und mehr Produkte aus den PIIGS-Staaten, dort und anderswo, verkauft werden. Abgesehen davon, dass ich denke, dass die deutsche Wohlstandmehrung durch Lohnerhöhung eher eine Eintagsfliege sein wird – was macht das für einen Unterschied zu dem allerorten für Griechenland posaunten Konzept, die Löhne dort zu senken? Kommt das nicht aufs gleiche raus?

    23. Sylvia schrieb am 20. Juni 2012 um 09:48 - Permalink

      Ich habe mir das meiste, was hier diskutiert wird, mal durchgelesen, und mein Eindruck davon ist bei fast allen Beiträgen:

      1. Das kapitalistische System ist eigentlich was Gutes.
      2. Es muss nur besser funktionieren.
      3. Jede andere Gesellschaftsform (die immer ja auch Wirtschaftsform ist) ist schlecht.

      Und genau das ist es, was sie uns tagtäglich über die Medien suggerieren: Niemals an eine grundlegende Veränderung der Verhältnisse denken!
      Genau darüber sollte man mal nachdenken.

      • ola schrieb am 20. Juni 2012 um 10:39 - Permalink

        Blos ned nachdenken. So lange das Fressen auf dem Tisch steht ist alles gut. Dafür buckelt auch der Linke mit seinem unerträglich dämlichen Arbeiterethos notfalls 14 Stunden. Die Zeiten sind halt so :)

        • flierfy schrieb am 20. Juni 2012 um 11:28 - Permalink

          Es wär natürlich so viel besser, wenn nichts zu essen auf dem Tisch stünde.

          • ola schrieb am 20. Juni 2012 um 12:08 - Permalink

            Es würde jedenfalls das Nachdenken erheblich befördern. Geschichtsbuch bedienen bringt Erkenntnis.

            • Andreas schrieb am 22. Juni 2012 um 17:29 - Permalink

              Es würde jedenfalls das Nachdenken erheblich befördern..

              Aber nur für einen sehr begrenzten Zeitraum. Sobald nämlich der Körper aufgrund unzureichender Nahrungszufuhr auf einen Hungermetabolismus umstellt, is’s Essig mit Nachdenken. Eigentlich tritt bereits deutlich früher eine eklatante Konzentrationsschwäche ein, da das Hirn einen großen Teil der aufgenommenen Nahrung in Form von Glukose metabolisiert.

              Wenn also auch “der Linke” buckelt, dann aus der Erkenntnis heraus, dass eine regelmäßige Nahrungszufuhr in ausreichender Menge das Nachdenken nicht behindert, sondern fördert.

              Im Ernst: diese aufgrund äußerer Umstände (unfreiwillige Arbeitslosigkeit) entwickelte Position des sich-verweigerns (schließlich ist man ja der Durchblicker, der’s geschnallt hat und alle, die noch arbeiten, sind dumm) ist bei vielen doch nur eine Krücke, um das angeschlagenen Selbstbewusstsein wieder aufzurichten. Man tauscht das von den Medien kolportierte Bild des faulen Arbeitslosen gegen eine innere Haltung der Ablehnung gegen “das System”. Reiner Selbstschutz.

      • Lothar schrieb am 20. Juni 2012 um 11:30 - Permalink

        Liebe Sylvia,
        es steht jedem frei, sich Utopia auszumalen.
        Leider ist es in der traurigen Wirklichkeit eher so, dass die tumben Massen eher ihr Kreuzchen bei radikal “rechten” Gesellschaftsformen setzen als bei bei gemäßigt “linken”. “Links” ist obendrein heillos zerstritten, was die reine Lehre betrifft.
        “Rechts” hat es da deutlich leichter: Geschlossenheit und sehr einfaches und geschlossenes Weltbild für den sehr einfachen BILDungsbürger.
        Deshalb ist es durchaus sinnvoll, zunächst über Korrekturen des völlig aus dem Ruder gelaufenen Systems zu diskutieren, als eine neue Gesellschaft vom Reißbrett entwerfen zu wollen.

        Eine Korrektur des bestehenden kapitalistischen Systems kann ja auch langfristig durchaus in einer anderen Gesellschaftsform enden. Das allerdings kann bestenfalls ein dynamischer Prozeß sein und sollte nicht als dogmatisches Ziel die Diskussion schon zu Anfang abwürgen.

    24. Jacques Roux schrieb am 20. Juni 2012 um 12:26 - Permalink

      Passt gerade gut

      “In der Krise war er plötzlich wieder da. Fast, wie aus dem nichts, tauchte der lange Zeit totgesagte britische Wirtschaftswissenschaftler John Maynard Keynes wieder auf und machte der neoliberalen Wirtschaftsschule ihren Anspruch auf Alleinerklärung der finanziellen Probleme streitig. Die oft in Zusammenhang mit dem angelsächsischen Turbokapitalismus gebrachte wirtschaftswissenschaftliche Theorie wurde jedoch deutlich weniger durch britische oder amerikanische Politiker propagiert. Hauptunterstützer dieser Theorie war vielmehr Deutschland. In einer kürzlich erschienenen Untersuchung wird detailliert dargestellt, wie deutsche Politiker dieses Modell weltweit als Lösung für die finanziellen Probleme der anderen versuchen durchzusetzen.”

      http://www.heise.de/tp/artikel/37/37079/1.html

    25. EuRo schrieb am 20. Juni 2012 um 15:39 - Permalink

      Ich habe nicht alle Kommentare gelesen, vielleicht hat es schon einer angemerkt. Ich verstehe nicht, warum so viele über das Buch diskutieren, ohne es gelesen zu haben. Bevor ich die Aussagen von Krugmann anzweifle, werde ich es erst lesen. Bestellung ist draußen. Jens, du kannst dir die Provi bei Amazon abholen ;-)

    26. der Herr Karl schrieb am 20. Juni 2012 um 18:33 - Permalink

      Catastroika. Die Geschichte des Neoliberalismus und die Methoden der Banker-Junta. So brutal wie Wagenhöfers “Let’s make money”. Das Marktsystem ist im Krieg mit der Demokratie. Rettungsschirm=Privatisierung+Ausverkauf.
      Unbedingt ansehen!
      http://www.dailymotion.com/video/xrjch9_catastroika-deutsche-untertiteln_shortfilms

      • Lothar schrieb am 21. Juni 2012 um 12:41 - Permalink

        ja, sehr guter Film, selbst wenn man die Sichtweise nicht vollständig teilen mag.

        Am meisten nachdenklich macht allerdings, dass durch eine Art Zensur in Deutschland derlei Informationen und Betrachtungsweisen so selten sind.

        Nicht weniger empfehlenswert: Debtocracy

        http://www.dailymotion.com/video/xik4kh_debtocracy-international-version_shortfilms#

        • Frau Lehmann schrieb am 21. Juni 2012 um 17:35 - Permalink

          Beide Filme entlarven, dass es die Politiker sind, die ihre Völker an das Finanzkapital und die Konzerne verkaufen.
          Aber korrupte deutsche Politker entblöden sich nicht, andere Staaten der Korruption zu bezichtigen.
          Mir fehlen die Worte angesichts der Heuchelei und Lügen …

          • Frau Lehmann schrieb am 21. Juni 2012 um 17:54 - Permalink

            Doch noch ein Nachtrag: Ich will nichts mehr von irgendwelchen Ökonomen hören, die nichts Besseres zu tun haben, als mich “Mensch” zum Experimentierobjekt ihrer ach so tollen Theorien zu degradieren. Gehts denn noch menschenverachtender?

    27. salvo schrieb am 21. Juni 2012 um 09:43 - Permalink

      btw

      wenn es interessiert

      Diskussion mit Krugman, Soros, Sachs und Phelps über die ‘Krise’

      http://www.nybooks.com/blogs/nyrblog/2012/jun/20/greece-global-economy-discussion/?utm_source=feedburner&utm_medium=feed&utm_campaign=Feed%3A+nybooks+%28The+New+York+Review+of+Books%29

      • salvo schrieb am 21. Juni 2012 um 10:18 - Permalink

        noch eine, da hier u.a. auf Post-Keynesianismus und Minsky eingegangen wurde

        Steve Keen’s

        Primer on endogenous money

        http://www.debtdeflation.com/blogs/2012/06/17/fields-institute-presentation-series-video-1/

    28. Jo schrieb am 21. Juni 2012 um 11:32 - Permalink

      Wer die Inflation leicht antreiben will, muss jedoch dafür sorgen, dass eine steigende Nachfrage die Preise treibt. Dies ist jedoch nur durch eine breite Steigerung der Einkommen zu erreichen. In einer Marktwirtschaft kann man der Arbeitgeberseite jedoch nicht vorschreiben, die Löhne um eine bestimmte Prozentzahl zu erhöhen.

      Wird die Inflation von der Nachfrage oder den Lohnstückkosten getrieben? Oder ist das dasselbe? Oder läuft es Lohnstückkosten -> Nachfrage -> Inflation?

      Heiner Flassbeck dazu:
      http://www.youtube.com/watch?v=mfKuosvO6Ac
      ab ca. min. 57:20

    29. OAlexander schrieb am 21. Juni 2012 um 12:41 - Permalink

      OFF TOPIC

      Irgendwie interessant zu beobachten wie die MSM im wundervollen Einklang ad Hominem auf Assange eindreschen. Besonders trauriges Highlight aus der SZ:

      Paranoide Züge in Assanges Persönlichkeit

      Bei den schludrig zusammengestöpselten Schrieben werden dann sogar Worte wie “Koalitionsauflage” erfunden:

      Britische Polizei will Assange verhaften

      Bei den Leserkommentaren wird wieder arg eifrig zensiert.

      • schwitzig schrieb am 21. Juni 2012 um 12:59 - Permalink

        Interessant auch, dass so wenig über die Folter von Bradley Manning berichtet wird.
        Staaten, die sie etwas zulassen und Staaten, in denen so etwas totgeschwiegen wird, sind reine Mafiastaaten ohne jegliche Legitimation.

      • der Herr Karl schrieb am 21. Juni 2012 um 13:03 - Permalink

        Wie ein gewisser Mittelmässiger in der SZ schrieb: Vorauseilender Gehorsam.

      • ola schrieb am 21. Juni 2012 um 13:47 - Permalink

        Die SZ hat wohl den dramatischsten Qualitätsverlust aller deutschen Zeitungen in den letzten 10 Jahren zu verkraften. Grauenhafte Wirtschaftsredaktion (Beise und Alex “planlos” Hagelüken), völlig inkompetente “Korrespondenten” (Sonja “Dauer-Fehlleistung” Zekri), gruselige Lohnschreiber im Ressort Inneres (“nur meine Dummheit ist größer als mein Hass auf Lafontaine” Bröseler) zusammengehalten von einem hin und wieder mit lichten Momenten versehenen Prantl.

        Der Laden wird ja mittlerweile schon von der Welt “links” überholt.

        • schwitzig schrieb am 21. Juni 2012 um 13:53 - Permalink

          @ola

          Die SZ hat wohl den dramatischsten Qualitätsverlust aller deutschen Zeitungen in den letzten 10 Jahren zu verkraften.

          Die SZ steht damit nicht alleine, wenn man sich den Unterirdisch-dämlich-Drang von SPIEGEL & Co. ansieht.
          Was wir hier sehen, ist ein Wegbrechen der 4ten Säule der Demokratie.
          Aber ich merke mir die Namen der “Journalisten”, für den Fall, dass ich die Abrechnung noch erleben sollte. Mitläufer sind genauso schuldig wie Täter.

          • ola schrieb am 21. Juni 2012 um 13:57 - Permalink

            Oja, ich bin dabei. Keine Gnade mehr mit opportunistischen Lügnern und Systemstützen.

            SPON, achja, die Wochenzeitung mit Bild Internet Auftritt, habe ich seit Jahren nicht mehr in die Hand genommen. Völlig verdrängt das Blättchen.

          • salvo schrieb am 21. Juni 2012 um 14:15 - Permalink

            die ‘Säulen der Demokratie’, sind die denn nicht alle längst verkauft worden und dienen jetzt als beschaulichen ornamentalischen Repertoire auf den Parties der Schönen und Reichen? Guck mal, die nominale politische Opposition in diesem Lande hat heute ihre Zustimmung zum Fiskalpakt gegeben und dafür ein vages Versprechen auf etwas ‘Wachstum’ und vielleicht in bißchen Tobin-Tax bekommen. Ersteres bekommt Verfassungsrang, Letzteres wird in ein paar Wochen wieder vergessen sein. Die ‘Demokratie’ schwebt stützelos in einem Nichts aus Rede und Schein: als legitimatorisches Hirngespinst wird sie von Herrschaft ja noch gebraucht

            Aber Du hast recht: Wer auch immer sich aktiv oder passiv mit spd oder grünen assozieren lässt, ist in meinen Augen ein Mittäter

            • schwitzig schrieb am 21. Juni 2012 um 14:31 - Permalink

              @salvo

              Die ‘Demokratie’ schwebt stützelos in einem Nichts aus Rede und Schein:

              Ja und genau um so etwas zu verhindern, sollte die vierte Säule – die Medien, unter anderem die “staatsfernen ÖR” – ja fungieren.
              Wer hätte damals gedacht, dass Gleichschaltung auch via Gleichaufkaufung erreichbar ist?
              Womit allerdings niemand gerechnet hat, ist die Funktionalität des Internets. Deswegen wollen unsere Eliten es ja auch kontrollieren, was allerdings nur in deren BWL-verseuchten Priesterhirnen funktionieren wird.
              So betrachtet ist die aktuelle Gleichschaltung bedeutend weniger schädlich als die letzte.
              Think positive :-).

          • der Herr Karl schrieb am 21. Juni 2012 um 15:35 - Permalink

            Ui, da spricht aber Einer Klartext auf den NDS:
            “Demokratie? Da scheißen doch schon seit allen Zeiten die drauf, die wirklich die Macht haben.”
            http://www.nachdenkseiten.de/?p=13605#more-13605

            • schwitzig schrieb am 21. Juni 2012 um 15:59 - Permalink

              @der Herr Karl

              Ja – er leider Recht. Ich bin ja auch für eine Reform der Schreibweise:

              Dämokratie – von “dämlich” oder wahlweise “dämonisch” abgeleitet :-).

              Im aktuellen Stadium dürfte es sich schon um eine Dämokratur handeln.

            • Mod schrieb am 21. Juni 2012 um 16:17 - Permalink

              “Verfassungsrichter wollen Gauck bei Euro-Rettungsschirm um Aufschub bitten”

              “Das Bundesverfassungsgericht will bei Bundespräsident Joachim Gauck um Aufschub bitten, die Bedingungen für den Rettungsschirm sollen eingehender geprüft werden. Die Linke will nun klagen und auch Finanzminister Schäuble findet Grund zu Kritik.”

              schreibt die SZ
              http://www.sueddeutsche.de/politik/entscheidung-ueber-esm-verfassungsrichter-wollen-gauck-bei-euro-rettungsschirm-um-aufschub-bitten-1.1389382

              Das die Linke als einzige Partei klagen will ist Spiegelbild des Zustands in dieser Republik, ganz wichtig dabei ist das in den nächsten Tagen und Wochen keine Leiche im Landwehrkanal schwimmt und die Gründe des Herrn Schäuble sind bestimmt anders gelagert. Die Linke bekommt natürlich Recht weil so etwas wie wir es jetzt erleben ja nie vorkommen sollte, deswegen wurde die Beschlüsse zu den Gesetzen und Arbeitsweisen in der EU ja auch so verfasst, wer denkt anschließend hält man sich an die Gesetze die vorher schon nicht eingehalten wurden, irrt ebenso!

            • schwitzig schrieb am 21. Juni 2012 um 17:16 - Permalink

              @Mod

              “Verfassungsrichter wollen Gauck bei Euro-Rettungsschirm um Aufschub bitten”

              Gott sei Dank!!!

              Das letzte, was die Völker der EU brauchen können, ist dieser ESM und dann noch der “Fikalpakt”. Da wäre selbst ein Vollcrash noch besser.
              Ich bin mal gespannt, ob die Mafiaclans,die sich gerne als “Politiker” bezeichnen lassen, mit gezinkten Karten spielen. Denkbar wäre:

              - Gauck signalisiert, auf die Bitte einzugehen.
              - Am 30sten um 23:59 Uhr unterzeichnet er das Ermächtigungsgesetz nach “intensiven Gesprächsrunden”.
              -Am 1.07.2012 haben wir vollendete Tatsachen.
              - Fünf Jahre später spricht das BVerfG eine “Rüge” aus und nichts ändert sich und niemand wird zur Verantwortung gezogen.

          • Jacques Roux schrieb am 22. Juni 2012 um 13:09 - Permalink

            “Vierte Gewalt oder 4te Säule der Demokratie ?”

            Ob das überhaupt jemals so war, oder nur eine von den Medien selbst geschaffene Legende?

            “”Bis zum heutigen Tag gibt es so etwas wie eine unabhängige Presse in der Weltgeschichte nicht.Sie wissen es und ich weiß es. Es gibt niemanden unter ihnen, der es wagt, seine ehrliche Meinung zu schreiben und wenn er es tut, weiß er im voraus,dass sie nicht im Druck erscheint. Ich werde jede Woche dafür bezahlt, meine ehrliche Meinung aus der Zeitung herauszuhalten, bei der ich angestellt bin.Andere von Ihnen werden ähnlich bezahlt für ähnliche Dinge und jeder von Ihnen, der so dumm wäre, seine ehrliche Meinung zu schreiben, stünde auf der Straße und müsste sich nach einem neuen Job umsehen. Wenn ich meine ehrliche Meinung in einer Ausgabe meiner Zeitung veröffentlichen würde, wäre ich meine Stellung innerhalb von 24 Stunden los. Es ist das Geschäft der Journalisten, die Wahrheit zu zerstören, unumwunden zu lügen, zu pervertieren, zu verleumden, die Füße des Mammon zu lecken und das Land zu verkaufen für ihr tägliches Brot. Sie wissen es und ich weiß,was es für eine Verrücktheit ist, auf eine unabhängige Presse anzustoßen. Wir sind die Werkzeuge und Vasallen der reichen Männer hinter der Szene. Wir sind die Hampelmänner,sie ziehen die Strippen und wir tanzen. Unsere Talente, unsere Fähigkeiten und unser ganzes Leben sind Eigentum anderer Menschen. Wir sind intellektuelle Prostituierte.”

            John Swinton Redaktionchef NYT bei seiner Abschiedsrede, Ende des 19 Jahrhunderts

            Die Medien sind die effektivste Waffe im Kampf der Eliten gegen die Bevölkerung.

            • Frau Lehmann schrieb am 22. Juni 2012 um 13:50 - Permalink

              Die Medien sind die effektivste Waffe im Kampf der Eliten gegen die Bevölkerung.

              Ja. Und um so effektiver je länger und “überzeugender” dem Medienkonsumenten (der Bevölkerung) das Märchen einer unabhängigen Presse eingeredet wird.
              Ich habe inzwischen aber sogar den Eindruck, dass viele Medienkonsumenten die Abhängigkeit des Journalisten als alternativlose Zwangshandlung (muss ja schließlich jeder sehen, wo er bleibt und dass dabei noch was rumkommt, auch der “arme” Journalist also) akzeptiert und somit legimitiert. Wer das als Journalist zugibt und dabei die Bedingungen, die dazu führen, beklagt, wird vom Medienvolk dann als Held oder zumindet als einer “von uns” gefeiert. Erleichtert das eigene schlechte Gewissen (soweit noch vorhanden) wohl ungemein – wenn die schon nicht anders können, na, dann ich als noch kleineres Licht doch erst recht nicht (Hab ich am Beispiel des Journalisten Martenstein in DIE ZEIT verfolgen können, der begründet hat, warum er kein Vorbild sein kann/will). Ebenso lässt sich ja u.a. auch der Erfolg eines Sarrazin erklären, der sich als “Held” traut auszusprechen, was so viele denken, aber angeblich niemand laut äußern darf. DAS nennt sich dann investigativer Journalismus. Bisheriger Tiefpunkt der Henri-Nannen-Preis für die BILD.
              Um mal ein Zitat umzuwandeln: Abwärts immer, aufwärts nimmer.

            • Peleo schrieb am 23. Juni 2012 um 16:55 - Permalink

              Die Medien sind die effektivste Waffe im Kampf der Eliten gegen die Bevölkerung.

              Die Geschichte von der NYT (danke dafür) ist eindrucksvoll, auch die These von Paul Sethe ist mir bekannt.

              Ein Rest bleibt dennoch unerklärt: Während der Luther-Revolution im 16. und der Französischen im 18. Jahrhundert verbreiteten einige wenige unabhängige Drucker die neuen Ideen, die aber von vielen Menschen sofort und begierig aufgenommen und weiterverbreitet wurden.

              Heute ist es ungleich einfacher, über das Internet andere Ideen zu verbreiten, aber nur wenige interessieren sich dafür. Entweder sie sind noch mehr indoktriniert als damals (unwahrscheinlich angesichts des totalen Informationsmonopols damals) oder der Wunsch nach Veränderung des Wirtschafts- und Gesellschaftssystems ist einfach nicht da.

            • Frau Lehmann schrieb am 23. Juni 2012 um 18:10 - Permalink

              @Peleo

              Vielleicht hat das was mit “Übersättigung” zu tun? Im 16. bzw. 18. Jh. hatte bildungsmäßig nicht jeder Zugang zu allem. Die Wissenschaft trat aus dem Elfenbeinturm heraus. Die Kirche verlor ihr Bildungsmonopol (Zeit der Aufklärung). Brecht lässt seinen Galilei z.B. in einer Zukunftsvision darüber philosiphieren, dass die Wissenschaft bis zu den Marktplätzen vordringe, dass auf der Straße über Wissenschaft diskutiert werden wird, weil sie allen zugänglich ist und weil es in der Natur des Menschen läge, immer mehr wissen und begreifen zu wollen.
              Heute hat jeder Zugang zu allem, wenn er das will, das stiftet einerseits Verwirrung, weil es weitaus schwieriger ist, zu sondieren, welche der Informationen seriös, “wichtig” oder “unwichtig” , relevant etc. sind. Auf der anderen Seite geschieht auch heute wieder vieles im stillen Kämmerlein und verbreitet wird nur das, was verbreitet werden soll, gesteuert von Partikularinteressen, nicht im Sinne eines Fortschritts für die Allgemeinheit. Vieles ist auch so speziell (oder wird so “gehandelt”), dass es als Expertenkenntnisse auch nur Experten entweder zugänglich oder verständlich ist. Wir alle müssen uns beruflich ja auch spezialisieren. Dazu kommt heute eine weit verbreitete Orientierung auf Nutzanwendung. Das Ziel ist wichtiger als der Weg. Aufs Denken übertragen hieße das: Der fertige Gedanke (das Denkergebnis) ist nützlicher als das Denken selbst.
              All das und die Tatsache, dass das ausgenutzt wird, dass die Suche nach Orientierung (die auch notwendig ist, denke ich) dazu führt, dass Otto Normalbürger eingeredet wird, dass es da Leute gibt, die wissen, wies läuft und funktioniert. Es wird ja regelrecht vorausgesetzt, dass die Masse eh nicht durchsieht, darum muss man für sie alles schön vereinfachen und auf den Nenner gut – böse, richtig – falsch bringen (Die Tendenz ist m.E. sehr deutlich zu sehen an den populärwissenschaftlichen Sendungen, auch im öffentlich-rechtlichen Fernsehen, die unglaublich schlecht geworden sind. Ich fühl mich da jedesmals verschaukelt.) Manipulation ist angesichts der Fülle von Informationen meines Erachtens sogar einfacher denn je. In der Schule wird das alles wunderbar vorbereitet, nach dem Motto: Lerne du auswendig, was dir vorgebetet wird, dann bestehst du in der Gesellschaft. Selber denken ist nicht angesagt. Pass dich an, dann machst du alles rchtig. Fastfood-Bildung mit fertigen Problemlösungen, immer im Sinne einer Kosten-Nutzen-Rechnung.
              Und Kant hatte wohl auch Recht, als er von der selbstverschuldeten Unmündigkeit sprach, die nicht zuletzt auch auf Bequemlichkeit zurückzuführen ist. Das wird allerdings auch sehr gefördert.

            • ola schrieb am 23. Juni 2012 um 22:44 - Permalink

              Entgegen der Legendenbildung hatten die Menschen damals viel mehr Zeit, sich um neue Ideen zu kümmern. Ich kann diese Entwicklung bei mir selbst feststellen. In Zeiten in denen ich mich für jeden Euro krümm gemacht und das übliche 12 Std + Pensum abgerissen habe, konnte ich an mir feststellen, dass mir eigentlich schon die abendliche Verblödungsinszenierung bei den Tagesthemn zu viel war. Um sich mit Hintergründen zu beschäftigen, zu recherchieren, zu lesen, zu hinterfragen, dafür bleibt weder Zeit noch Muße. und an den Wochenenden, so sie denn arbeitsfrei gestaltbar waren, hatte dann auch ich anderes zu tun, als mich mit dem Elend der Welt zu beschäftigen…

              Frau Lehmanns Kant mag sein Übriges dazutun.

              Und weil es ist wie es ist, wird auch das Internet die Menschheit nicht zu neuem Ufern führen, sondern wird in manchen Kreisen maßlos überschätzt. Es ist lediglich ein Ersatz für die Glotze.

            • Jacques Roux schrieb am 24. Juni 2012 um 11:30 - Permalink

              @Peleo

              “Ein Rest bleibt dennoch unerklärt: Während der Luther-Revolution im 16. und der Französischen im 18. Jahrhundert verbreiteten einige wenige unabhängige Drucker die neuen Ideen, die aber von vielen Menschen sofort und begierig aufgenommen und weiterverbreitet wurden.”

              Naja, zur “Luther-Revolution” fallen mir nur die 2 Reiche Theorie und die Bauern Aufstände ein. Zur Zeit der großen französischen Revolution, trifft die Aufgeschlossenheit gegenüber den Ideen der Aufklärung bestimmt auf weite Teile der Stadtbevölkerung zu, m.M. nach waren die Menschen, teilweise, fortschrittlicher als heute. Schließlich wurde alles, wirklich alles traditionelle, überkommene hinterfragt, das Gottesgnadentum von Adel und Monarchie, die Kirche,

              http://www.univie.ac.at/igl.geschichte/europa/FR/Gretzel/Kult%20der%20Vernunft.htm

              das Patriarchat, die Menschen übten direkte Demokratie über die Sektionsversammlungen aus, usw. usf., aber auf Lande war das sicherlich anders, s. Aufstand der Vendee. Einiges wurde erreicht, vieles aber leider wieder verworfen.
              Diese Diskrepanz zwischen Land und Stadtbevölkerung sieht man heute z.B. sehr gut in Ägypten, die junge, Internetaffine Stadtjugend hat zwar den alten Pharao gestürzt, aber die Revolution verloren, die Sache wird jetzt zwischen den religiösen Kräften und dem alten Regime entschieden und das sogar zumindest halbwegs demokratisch ;-(

              “Heute ist es ungleich einfacher, über das Internet andere Ideen zu verbreiten, aber nur wenige interessieren sich dafür. Entweder sie sind noch mehr indoktriniert als damals (unwahrscheinlich angesichts des totalen Informationsmonopols damals) oder der Wunsch nach Veränderung des Wirtschafts- und Gesellschaftssystems ist einfach nicht da.”

              Zumindest subjektiv habe ich das Gefühl, das die Rolle der Mainstream Medien zunehmend hinterfragt wird, bei der Syrienberichterstattung,
              beispielsweise, kommen trotz Zensur, immer mehr kritische Meinungen in den Foren durch (Spiegel-Online, Welt, Zeit), andererseits bei eher alternativen Medien wie TAZ oder Telepolis, tun sich da teilweise Abgründe auf.

    30. benjamin schrieb am 21. Juni 2012 um 21:12 - Permalink

      haben wir eigentlich immer nur die “alternative” zwischen geld ausgeben (sch… auf zinslast, raubbau, wohlstandsmüll und last but not least die inflation) oder der österreichischen schule (entrechtung der arbeitnehmer, ausbluten der strukturen etc.) …

      ODER BEIDES ZUSAMMEN a bissl keynes a bissl hayek … mal so mal so

      -> totaler bankrott!

      nee, nee, nee… das einzige was hilft sind autarke dorfgemeinschaften/stadtstaaten und von mir aus lockere zweckbündnisse zur zusammenarbeit und da kann dann jeder sein eigenes süppchen kochen..

      oder?

      • ola schrieb am 22. Juni 2012 um 09:31 - Permalink

        Der populitische Irrtum, als Keynesianer wäre einem an mehr Geld ausgeben und Schulden machen gelegen, ist wohl nicht aus der Welt zu schaffen. Das mag mehrere Gründe haben, die aber, wenn man hier mitgelesen hätte, schon alle dargelget wurden.

        Ums nochmal kurz mitzuteilen. Keynesianisch bedeutet, mehr Kohle für den Staat weniger Kohle für die oberen 20%. Deshalb explodieren die Staatsschulden auch nicht, wenn Keynesianisch regiert wird, sondern dann, wenn die Österreicher am Start sind. Das ist auch logisch, da nicht nur die Staatsschulden unter dem Österreicher explodieren, sondern in Folge dessen dann auch die Vermögen (das ist ja der Sinn des Österreichers) der oberen 20%.

        Hier wird lediglich darum gesstritten, wem das Erwirtschaftete in welcher Höhe zu Gute kommen soll. Wenigen und dafür reichlich? Dann werde Ösi. Vielen und dafür weniger für jeden? Dann musst du auf Keynes setzen. Denn nur ein solventer und starker Staat, kann innerhalb eines von Gier, Neid und Missgunst entfesselten Systems Gerechtigkeit herstellen.

        Das weiss auch jeder der für 2 € Gehirn an der Theke bestellt hat. Und deshalb tobt die Propaganda Schlacht aber genau um diesen Punkt. Das wissen auch die Ösis und versuchen nun, mit aller zur Verfügung stehenden Marktmacht, genau diesen Punkt wegzuwischen und dem Markt soziale Eigenschaften zuzubilligen und ihn als “gerecht” zu definieren. Wer zu blöd ist, hat eben Pech gehabt, das ist gerecht. Wenn jeder an sich denkt… wir kennen die Phrasen. Und jetzt wandeln wir eben schon hart an der Grenze zum Sozialdarwinismus und zum Rechtsextrem totalitären Gedankengut. Und siehe da, wir haben das Rätsel gelöst.

        • der Herr Karl schrieb am 22. Juni 2012 um 10:49 - Permalink

          @ola
          “Der populitische Irrtum, als Keynesianer wäre einem an mehr Geld ausgeben und Schulden machen gelegen, ist wohl nicht aus der Welt zu schaffen.”

          Ich kenne keinen (hier erwähnbaren) Ökonomen, der Wachstum nicht als Grundvoraussetzung für ein Funktionieren der Wirtschaft nennt. Und immer mehr Geld ausgeben ist nun mal das Wesen von Wirtschaftswachstum. Ich verstehe nicht, weshalb du nun mehr Geld ausgeben als Populismus darstellst. Oder haben wir unterschiedliche Vorstellungen von Wachstum?

          • Mordred schrieb am 22. Juni 2012 um 11:09 - Permalink

            du hast lediglich olas aussage nicht verstanden und argumentierst daher an ihr vorbei.

          • schwitzig schrieb am 22. Juni 2012 um 11:19 - Permalink

            @der Herr Karl

            Wachstum

            “Ökonomen” – oder besser tiefreligiöse Hütchenspieler, wie ich sie treffender bezeichne – verstehen noch nicht einmal den Begriff “Wachstum”. VWLer(etwas intelligenter(Der Spiegelfechter))/BWLer(grenzdebil im Wortsinn(Am_Rande & Co,)) haben die Bedeutung des Wortes “Wachstum” in ihrem Hütchenspielersprech in Veränderung/Entwicklung geändert. Das ist das, was sie meinen, wenn sie inkompetenterweise das Wort “Wachstum” verwenden.
            Das wird dann “Wissenschaft” genannt und da schon die Begriffsdefinitionen fehlerhaft sind, funktioniert selbstverständlich keine der darauf aufbauenden Theorien.

            • ola schrieb am 22. Juni 2012 um 12:38 - Permalink

              Ich gaube mich dunkel daran erinnern zu können, dass es genau andersrum war und ist. Seitdem die grenzdebilen Anti Wachstums Fanatiker erkennen mussten dass die schlichte Formel: endlicher Planet + endliche Rohstoffe = endliches Wachstum ziemlich dämlich ist, bestreitet man plump, dass die VWL schon immer Wachstum aus Entwicklung generieren will. Naja, seis drum, weder sind die Energiequellen der Erde endlich, wie wir nun mühsam lernen mussten, noch gibt es sonstige unlösbaren Endlichkeitsprobleme, zumindest für die 20 Generationen nicht. Auch wenn das jetzt schmerzhaft klingen mag…

              Ich persönlich fahr voll auf Waschstum ab, da ich der irrigen Meinung anhänge, dass es nicht toll ist, auf einem Planeten der immer neue Fresser in die Welt setzt und deren momentane Fresser zu 70% in Armut leben, auch noch ein Nicht Wachstum der Produktion entgegenzusetzen. Irgendwie kein feiner Zug so alles in allem.

            • der Herr Karl schrieb am 22. Juni 2012 um 13:23 - Permalink

              @ola
              “…bestreitet man plump, dass die VWL schon immer Wachstum aus Entwicklung generieren will”

              Ein Ersetzen von Benzinautos durch Elektroautos ist zwar Entwicklung, aber kein Wachstum. Wachstum heisst immer mehr. Immer mehr heisst irgendwann das Doppelte, Dreifache, Vielfache des Aktuellen.
              (Endliches Wachstum hiesse: weiterhin gleichviel wie letztes Jahr.)

            • ola schrieb am 22. Juni 2012 um 14:29 - Permalink

              Karl ganz ehrlich, dieses schlichte Denkmodell tut weh.

            • Pedro schrieb am 22. Juni 2012 um 19:21 - Permalink

              @Ola

              Denn nur ein solventer und starker Staat, kann innerhalb eines von Gier, Neid und Missgunst entfesselten Systems Gerechtigkeit herstellen.

              Dein Konstrukt bricht leider in sich zusammen, weil es keinen verbindlichen Gerechtigkeitsbegriff gibt und jeder das gerecht findet, was ihm am besten in den Kram passt. Bezeichnend, daß du das überhaupt nicht in Betracht gezogen hast.

            • ola schrieb am 23. Juni 2012 um 22:48 - Permalink

              Warum sollte ich das auch in Betracht ziehen? die Erde dreht sich um mich. So wie die der Österreicher auch.

              Mal abgesehen davon, dass ich wohl von der irrigen Annahme ausgegangen bin, dass sich die Menschheit auf bestimmte Normen geeinigt hätte. Wenn dem nicht so ist, dann mag man mir das verzeihen und wir stellen hier wieder die Hexenverbrennung und Kinderarbeit zur Disposition. Definiert ja eh jeder was er will. Gääähn.

            • Joachim Endemann schrieb am 27. Juni 2012 um 18:31 - Permalink

              @ Pedro

              Dein Konstrukt bricht leider in sich zusammen, weil es keinen verbindlichen Gerechtigkeitsbegriff gibt und jeder das gerecht findet, was ihm am besten in den Kram passt. …

              Und Du verstehst in der Tat nicht, daß es genau aus diesem Grund einen Sozialen Rechtsstaat geben muß.

              ^Jo_Cit^

      • salvo schrieb am 22. Juni 2012 um 10:38 - Permalink

        wleche Alternative?

        wie Steve Keen sagt, ist die neoklassische Ökonomie nichts als eine Glaubenslehre, eine Ideologie im Dienste von Herrschaft, die sich durch die Benutzung komplexer mathematischer Modelle einen wissenschaftlichen Anschein gibt. In diesem Sinne muss die Ökonomie neu begründet werden, aber nicht indem sie durch eine andere Glaubenslehre, etwa das, was die ‘Österreicher’ vertreten, ersetzt wird, sondern indem sie radikal auf eine empirische Grundlage gesetzt wird. Ökonomie muss ihren Idealismus überwinden, will sie überhaupt als Wissenschaft gelten.

        http://www.debtdeflation.com/blogs/2012/01/03/the-debtwatch-manifesto/

        btw ich empfehle sein Buch Debunking Economics, das auch für Nicht-Ökonomen zugänglich geschrieben ist

    31. Peleo schrieb am 21. Juni 2012 um 21:19 - Permalink

      die Herde in die falsche Richtung getrieben

      Ein Prediger der Marktwirtschaft vergleicht die angeblich so rationalen Investoren mit Schafen!

      Diese – obwohl doch so viel klüger als die Politiker – bemerken nicht das falsche Signal. Dabei konnte Jeder Zeitungsleser selbst in Deutschland wissen, dass in Spanien eine Immobilienblase dem Platzen entgegen wucherte

      Selten eine so eindrückliche (Selbst-) Entlarvung der Marktwirtschafts-Ideologie gelesen.

      • Am_Rande schrieb am 22. Juni 2012 um 18:02 - Permalink

        Unsinn. Hätten Sie das von mir Geschriebene verstanden, hätten Sie bemerkt, dass meine Argumentation in die genau entgegengesetzte Richtung zielt. Die „Österreichische Schule“ wendet sich explizit gegen einige Annahmen der Neoklassischen Theorie, wie den „homo oeconomicus“ oder den „vollkommenen Markt“. Wenn Sie wollen, kann ich Ihnen das Buch “Die Österreichische Schule – Markt und Kreativität.” aus dem Jahre 2007 des spanischen Professors Jesús Huerta de Soto empfehlen. Der Autor bringt in diesem Buch eine detaillierte und fundierte Punkt-für-Punkt-Kritik an der Schule der Neoklassik an.

    32. Sergio schrieb am 22. Juni 2012 um 00:29 - Permalink

      Mein Dank und viele Grüsse an “Am_Rande”, der die Fahne der “Österreicher” hier hochhält. Ich bin doch nicht allein :)

      • Am_Rande schrieb am 22. Juni 2012 um 18:03 - Permalink

        Meinen Dank und beste Grüße von mir zurück.
        Ja, es ist gut zu wissen, dass es in dieser Zeit des wildgewordenen Etatismus noch ein paar andere Menschen gibt, die auch vom Wert der besseren Ideen überzeugt sind. :-) Daher auf gut alt-österreichisch: Küss die Hand! ;-)

        • benjamin schrieb am 22. Juni 2012 um 21:04 - Permalink

          geh schau…

          dieses hayek vs. keynes hat für mich was von spd versus cdu oder republikaner vs. demokraten oder bayern vs. schalker oder weiß der geier…

          in dem fall der pleitegeier!

          ich bleib dabei: alles muss kleiner werden. demokratie braucht bürger die wissen WORÜBER sie abstimmen und WEN sie als oberhaupt/chef/häuptling/könig/bürgermeister wählen und keine politiker hinter bodyguards und plexiglas oder abstimmungen über XXX seiten starke Verträge die kein mensch liest und auch nicht lesen KANN!

          die beste verfassung ist die, welche auf ein blatt papier passt!

          • Am_Rande schrieb am 23. Juni 2012 um 15:42 - Permalink

            Servus,
            oder besser: Willkommen im Klub.
            Wenn Sie eine Geistesrichtung suchen, die sich entschieden für Bürgernähe, Subsidiarität und Transparenz einsetzt, dann sind sie beim Klassischen Liberalismus – (die „Österreichische Schule“ ist ja „nur“ dessen wirtschaftswissenschaftlicher „Arm“) – goldrichtig. Da gibt es zum Beispiel als Leseeinstieg das „Kleine Lesebuch über den Föderalismus“ herausgegeben vom Liberalen Institut der Friedrich-Naumann-Stiftung. Aber vielleicht überzeugt Sie ja eher ein Originalzitat von einem der ganz Großen des Klassischen Liberalismus, von Ludwig von Mises:

            Die einfachen Bürger liegen falsch, wenn sie sich beklagen, dass die Bürokraten sich Macht angemaßt hätten; sie selbst und ihre Vertreter haben ihre Oberherrschaft aufgegeben. Ihre Unkenntnis grundlegender Probleme der Nationalökonomie begründete die Vorherrschaft der berufsmäßigen Spezialisten. Alle technischen und juristischen Einzelheiten der Gesetzgebung können und müssen den Fachleuten überlassen werden. Aber die Demokratie wird undurchführbar, wenn die herausragenden Bürger, die geistigen Führer der Gemeinschaft, nicht in der Lage sind, sich ihre eigene Meinung über gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Grundsätze der Politik zu bilden. Wenn sich die Bürger unter der geistigen Herrschaft der bürokratisch Gesinnten unter den berufsmäßigen Meinungsbildnern befinden, bricht die Gesellschaft in zwei Kasten auseinander: die herrschenden berufsmäßigen Meinungsbildner, die Brahmanen, und die einfältige Bürgerschaft. Dann entsteht Despotismus, wie immer der Wortlaut von Verfassungen und Gesetzen sein mag.
            Demokratie heißt Selbstbestimmung. Wie können Menschen über ihre eigenen Angelegenheiten bestimmen, wenn sie zu gleichgültig sind, um durch eigenes Nachdenken ein unabhängiges Urteil über grundlegende politische und wirtschaftliche Probleme zu gewinnen? Die Demokratie ist kein Gut, dessen sich Menschen ohne Unannehmlichkeiten erfreuen können. Im Gegenteil ist sie ein Schatz, der täglich aufs Neue durch unentwegte Bemühungen verteidigt und erobert werden muss.

            (Mises, Die Bürokratie, 1944, S.125)

    33. Spezialdemokrat schrieb am 22. Juni 2012 um 12:33 - Permalink

      @ Forum: Wie steht ihr zur Verfassungsklage gegen den ESM? (Mehr Demokratie e.V. usw.)

    34. Karl Heinrich schrieb am 22. Juni 2012 um 13:05 - Permalink

      Nur sie fragen sich (und geben auch die Antwort), wer oder was es ist, der die Herde in die falsche Richtung getrieben hat. Antwort: Die Politik und der verfälschte Zins.

      Richtig, aber eben auch die Wähler, die die Politiker danach bestimmen, wer ihnen am meisten Annehmlichkeiten verspricht, auch wenn die nur durch Schulden finanzierbar sind. Belastung der nächsten Generationen eben.

    35. Joachim Endemann schrieb am 24. Juni 2012 um 13:48 - Permalink

      @ Am_Rande [ 23. Juni 2012 at 15:42]

      Die einfachen Bürger liegen falsch, …

      Nette Worte kosten nichts, ändern aber an den sozialen wie ökonomischen Schäden des praktizierten Dogmas von „Privat vor Staat“ nichts. Selbst der „Bürokratismus“ ist heutzutage privatisiert: z.B. große Dienst“leistungs“firmen, PPP-Kooperationen.
      Jeder Ökonom weiß, daß es die Empirie ist, die seine Arbeitsgrundlage ist (Weiß er das nicht, ist er keiner.). Inwiefern das komplexe Feld des sozialen Lebendigen wahrgenommen und in Betracht gezogen wird, ist abhängig von den eigenen Denkmustern, die wiederum u.a. davon abhängen, welche vorgelebt werden – und ob jemand „im System Karriere machen“ will. Es tritt hinzu, daß es unter Menschen u.a. das weitverbreitete Phänomen des Sicherheitsbedürfnisses und des sogenannten Eigeninteresses gibt. Beides ist verständlich und insbesondere das zweite nicht problematisch, konzentriert sich keine Macht in wenigen Händen. Die Tendenz zu einer solchen Konzentration ist konstant gegeben.

      Vor diesem Hintergrund spiegeln ökonomische Theorien gewonnene Erfahrungen subjektiv. Insbesondere in Deutschland ist man der Meinung, daß dieses „Problem“ der Subjektivität dadurch zu beseitigen sei, daß sich möglichst viele Ökonomen einer Modellsicht der Wirklichkeit verschreiben sollten. („500 Ökonomen zeigen sich besorgt, da Eurobonds gegen ihre Modellvorstellung von der Wirklichkeit verstoßen“. Das soll wohl ein Gefühl von „Sicherheit“ geben – und so sieht es hier auch aus: die MÄRKTE sind „beunruhigt“. GROTESK!) Das entspricht einer Kanonisierung eines Blickwinkels auf die Wirklichkeit. (Man vergleiche die Kanonisierung des Neuen Testaments: Glaubensreduktion auf vier redigierte Religionsschriften [plus den direkten Stützungsschriften vom Herrn Paulus aus Tarsus] von über 50. – Nur mal so randständig mitgeteilt, hilft vielleicht doch noch den Blick zu weiten.) So etwas kann gar nicht gutgehen.

      Zu einer ausreichend akzeptablen ökonomischen Theorie müssen jedenfalls zwei Faktoren gehören: stimmige Spiegelung der Praxis, Berücksichtigung der Ungewißheit des Lebendigen (Beispiel: Unternehmerisches Tun hängt direkt von der Gewinnerwartung ab – und diese ist primär von der erwarteten Nachfrage, nicht von der Höhe der Besteuerung abhängig), und das es unter Menschen widerstreitende Interessen gibt ( die dann gefährlich werden, wenn es zu Interessengemeinschaften kommt, die ihre Weltsicht auf Kosten der Masse zum Dogma erheben können).

      Insofern kann es weder „rechte“ noch „linke“ Ökonomen geben, sondern nur Ökonomen und solche, die nur so tun als seien sie welche, bzw. im Dienste von machtvollen Interessengruppen stehen. (In einem funktionierende Gemeinwesen verlören sie hierdurch den Status der Wissenschaftlichkeit. Bei „uns“ ist das umgekehrt.)
      Aus beiden Phänomenen (Sicherheitsbedürfnis und Eigeninteresse) heraus wird gern aus dem Erfahrungswissen eine Auswahl getroffen – im „Neoliberalismus“ zusätzlich unter Ausblendung des Unsicherheitsfaktors. Durch eine solche Auswahl kann man prima Modelle (Modellvorstellungen von der Wirklichkeit) kreieren, die vorgeben, beiden Phänomenen gerecht zu werden. Deren Akzeptanz dann insbesondere davon abhängt, ob sie elegant und rund formuliert sind – und wem sie nützlich wären, weniger, ob sie stimmen. Ihre Erzählung übernehmen Mietmäuler.

      Wie dem auch sei, eines ist gewiß: ohne Sozialen Rechtsstaat geht die Chose nicht. Wer das mit Etatismus gleichsetzt, will nicht zur Kenntnis nehmen, welche sozialen wie ökonomischen Schäden das Dogma „Privat vor Staat“ angerichtet hat. Das heißt der Soziale Rechtsstaat hat nichts mit Entmündigung von Bürgern zu tun, sondern setzt sie erst in den Stand, ihre eigenen Belange in der Tat zu regeln.

      (Der „Staat“ ist übrigens nur ein Instrument. Es ist also die Frage: in wessen Händen und zu wessen Nutzen? – Beziehungsweise diese Frage ist geklärt!)

      ^Jo_Cit^

      • Am_Rande schrieb am 25. Juni 2012 um 23:20 - Permalink

        @Joachim Endemann
        Es tut mir leid, aber alles, was sie von einer ökonomischen Theorie fordern, scheint mir die „Österreichische Schule“ explizit zu erfüllen: Sie ist explizit „subjektiv“, (d. h. sie glaubt nicht an einen ökonomischen Wert der Dinge „an sich“); sie ist explizit „empirisch“, (sie zeigt das Versagen der anderen Ökonomischen Theorien in Theorie und Praxis auf); sie „berücksichtigt die Ungewißheit“ in allerstärksten Maße, (siehe z. B. obiges Buchzitat von Nassim Taleb); und sie anerkennt, „dass es unter Menschen widerstreitende Interessen gibt“, (sie kennt nur das Individuum und dessen Interesse, keine darüber hinausgehenden Kasten-, Klassen- oder Nationalinteressen.) Und – ganz wichtig – sie ist weder eine „‘rechte‘ noch ‚linke‘ Ökonom[ie]“ – sie ist eine Klassisch-Liberale Ökonomie.
        Um auf Ihren „Einwand“ einzugehen, unsere Zeit zeigte die „Schäden d[es] Dogma[s] „Privat vor Staat“ auf; dazu kann ich nur sagen, dass man sich nicht von der umlaufenden, von den Medien behaupteten – sagen wir – „Welt- und Zeitendeutung“ benebeln lassen sollte. Sind die derzeit diskutierten Billionen-Rettungsmaßnahmen für die Banken wirklich eine Anwendung des Prinzips „Privat vor Staat“? Ist die Euro-Einführung eigentlich eine Idee und Initiative der Privatwirtschaft gewesen? Und auch die meisten der von Ihnen angeführten PPPs, Public Private Partnerships, sind wohl kaum auf die Initiative Klassisch-Liberaler hin eingegangen worden – öffentliche Einrichtungen auf Jahrzente hin zu vermieten und dabei oftmals Verträge in fremdsprachigen Juristen-Latein von juristischen Laien unterzeichnen zu lassen, nur um der „Not“ leerer öffentlicher Kassen zu entgehen – zeugt das nicht eher Versagen der Politik? Eine gute Idee ist es – in vielen Fällen – sicherlich nicht gewesen. Überhaupt scheint mir bei Ihnen ein Irrtum über das angestrebte Verhältnis von Staat und Wirtschaft beim Klassischen Liberalismus vorzuliegen – wenn Sie eine Lehre von dem Zusammenhang der gesellschaftlichen Dinge suchen, die sich explizit für eine Trennung von Wirtschaft und Staat ausspricht – und damit auch gegen die Einflussnahme der Wirtschaft auf die Politik – so sind (auch) Sie beim Klassischen Liberalismus goldrichtig.
        Da ich nicht immer nur mit Auszügen aus Werken von Mises kommen will – (hier wäre eigentlich das Kapitel “Die Sonderinteressenparteien und der Liberalismus” in seinem Buch “Liberalismus” äußerst zitierenswert) – hier mal ein Zitat aus dem Werk eines zeitgenössischen Klassischen Liberalen. Ron Paul in „The Revolution: A Manifesto“ aus dem Jahr 2009:

        Now, whatever its moral and philosophical attractiveness, the free economy I have just proposed, in which no one is allowed to use government power to loot anyone else, is sometimes criticized as a “pro-business” philosophy that favors the well-to-do. This criticism could not be more off target. As I have said, businessmen, too, want special favors from government and lobby energetically for all kinds of wealth transfers to themselves. Very rarely does a business owner come to my congressional office to congratulate me on my fidelity to the Constitution. They come by because they want something, and what they want is usually not authorized by the Constitution. I do not claim that businessmen as a class are underhanded or wicked, since I do not believe in making prejudicial generalizations about any group. I am saying only that they are just as likely as anyone else to favor government intervention on their behalf. I have nothing but respect and admiration for honest businessmen. Their contributions to our society are indispensable and almost completely unsung. The entrepreneur who risks everything he has in order to realize a dream—and improve our lives in the process—is engaged in a worthy and honorable pursuit that earns him precious little respect in our society. Economic historian Burton Folsom makes a useful distinction between market entrepreneurs, who grow wealthy when the public freely purchases what they have to sell, and political entrepreneurs, who grow wealthy because government cripples their competitors or grants them a monopoly. Folsom even shows that some of our most effective and admirable businessmen have succeeded in the face of rivals who enjoyed government subsidies and privileges.

        Nun, was immer auch ihre moralische und philosophische Anziehungskraft angehen mag, die freie Marktwirtschaft, die ich grade vorgestellt habe, in welcher niemand dazu berechtigt ist, die Gewalt des Staates dazu zu nutzen, einen Dritten auszuplündern; diese freie Marktwirtschaft wird von Zeit zu Zeit als eine „Pro-Business“-Ideologie geschmäht, die die Vermögenden bevorzugen würde. Solcherart Kritik könnte verfehlter nicht sein. Wie ich bereits gesagt habe, wollen auch Männer der Wirtschaft ihre speziellen Vergünstigungen von der Regierung und sie versuchen vehement diese zu einer Umverteilung öffentlicher Gelder zu ihren Gunsten zu bewegen. Nur sehr selten kommt es vor, dass ein Geschäftsmann in mein Abgeordnetenbüro kommt, um mir zu meiner Treue zur Verfassung zu gratulieren. Sie kommen zu mir, weil sie etwas von mir wollen, und was sie von mir wollen ist meistens so von der Verfassung nicht vorgesehen. Ich behaupte nicht, dass Männer der Wirtschaft als ganze Klasse gesehen hinterhältig oder verschlagen sind, da ich nichts davon halte, generalisierende Vorurteile über irgendeine Gruppe von Menschen zu pflegen. Ich sage nur, dass sie, wie jeder andere auch, es vorziehen, in den Genuss staatlicher Intervention zu ihren Gunsten zu gelangen. Für ehrliche Männer der Wirtschaft hege ich keine anderen Gefühle als Respekt und Bewunderung. Ihr Beitrag zu unserer Gesellschaft ist unverzichtbar und wird beinahe nie gewürdigt. Der Unternehmer, der alles, was er hat, riskiert, um einen Traum wahr werden zu lassen – und so auch unser aller Leben besser zu machen – folgt einem wertvollen und ehrenwerten Streben, welches ihm in unserer Gesellschaft nur äußerst geringen Respekt einbringt. Der Wirtschaftshistoriker Burton Folsom trifft eine nützliche Unterscheidung, wenn er einerseits von Markt-Unternehmern spricht, die reich werden, weil ihre Kundschaft aus freiem Willen kauft, was diese anzubieten haben; und wenn er andererseits von Politik-Unternehmern spricht, die reich werden, weil die Regierung ihre Mitbewerber behindert oder diesen ein Monopol einräumt. Folsom zeigt überdies auf, dass einige unserer effektivsten und bewundernswertesten Männer der Wirtschaft Erfolg hatten, obwohl ihnen Rivalen entgegenstanden, denen staatliche Subventionen und Privilegien zugestanden wurden.

        • Joachim Endemann schrieb am 25. Juni 2012 um 23:55 - Permalink

          Siehste, Holdger, genau das mein ich: Um darauf jetzt zu antworten, müßte ich weitest ausholen. Mit welchem Ergebnis? Vor allem mit dem, daß ich ca. zwei Stunden spendieren müßte. ;)

          • salvo schrieb am 26. Juni 2012 um 10:09 - Permalink

            btw

            Steve Keen, der sich ja stark auf Mynski beruft und ein vehementer Kritiker des herrschenden neoklassischen Modells ist, weist in seinem Buch Debunking Economics auf die Mängel hin, welche die ‘österreichische’ Schule mit der neoklassischen teilt. Auszüge:

            “The Austrian school (so-called because its main early protagonists –Menger, Hayek and von Mises – were Austrian, though it is now mainly an American tradition) is a close relative of mainstream economics. It developed at much the same time, shared the same intellectual parents,and is comfortable with virtually every aspect of neoclassical economics save one: its obsession with equilibrium. This one divergence results in a theory which is markedly different from its dominant but wayward cousin. …
            However, it is far more likely that the ‘pure and simple’ Rothbardianstream of Austrian economics will play a large role in 21st century economics. This is because the Rothbardian approach provides an alternative way to ideologically support a capitalist economy as the best possible social system, whereas all other non-orthodox schools are to some degree critical of the concept of unfettered capitalism. If neoclassical economics becomes untenable for any reason, the Austrians are well placed to provide an alternative religion for believers in the primacy of the market over all other forms of social organisation.

            The one barrier which stands in the way of today’s neoclassical economist transmuting into tomorrow’s Austrian is the Austrian insistence that there is little, if any, role for mathematics in economic analysis. Because the Austrians believe that all real-world data is generated in a situation of disequilibrium, and because they take seriously the aggregation problems noted in chapters 2 and 4, Austrians deny that mathematical aggregate analysis has any validity. Faced with a choice between ideology and their beloved equilibrium mathematics, most economists would probably prefer to keep the mathematics. The one way out for neoclassicals would be to embrace the Austrian celebration of capitalism as a dynamic,disequilibrium system, and then model this using chaos and complexitytheory. But this leads to the dilemma that such models almost always display ‘far from equilibrium’ behaviour, which undermines the validity of beliefs about capitalism and welfare that depend on the economy not straying too far from equilibrium…”

            • Am_Rande schrieb am 26. Juni 2012 um 18:28 - Permalink

              @salvo
              Vielen Dank für dieses Zitat.

              However, it is far more likely that the ‘pure and simple’ Rothbardian stream of Austrian economics will play a large role in 21st century economics.

              Das lässt ja hoffen! :-)

        • Joachim Endemann schrieb am 27. Juni 2012 um 01:13 - Permalink

          … die „Österreichische Schule“ … kennt nur das Individuum und dessen Interesse, keine darüber hinausgehenden Kasten-, Klassen- oder Nationalinteressen. …

          Das würde bedeuten, daß die „Österreichische Schule“ kommunistisch wäre: beginnender Kommunismus nach abgestorbenem Staat und vergleichbaren Organisationsstrukturen. Da sie das aber nicht ist, liegt in Deiner Aussage Realitätsferne.
          Abgesehen davon, haben wir heutzutage das Problem, daß nicht die Staaten dominant sind, sondern hochkonzentrierte private Macht, die die Staaten (via Politik/Medien – vielleicht sollte man von politikomedialer Machtverschränkung zum Nutzen privater Interessengruppen sprechen) in der Tasche hat. Aber selbst wenn die Staaten dominant währen, käme es auf die Machtkonzentration in privater Hand an, wird die dominant, mag es wohl noch Staaten geben, aber dann gepolt auf weiteren privaten Machtzuwachs. Der einzige Grant das zu verhindern ist der Soziale Rechtsstaat.
          Denn wenn man tatsächlich wollte, daß nur das Individuum seine Interessen vertreten können soll, so muß es gleichzeitig seine Rechte vertreten können. Dies kann es in komplexen Gesellschaften nicht allein (es sei denn es ist in Besitz größerer Macht als die Masse der Bevölkerung). Hierzu bedarf es des Sozialen Rechtsstaats der das immer drohende Ungleichgewicht der Besitzverhältnisse, und damit der realen Machtverhältnisse korrigiert.

          ^Jo_Cit^

          • Am_Rande schrieb am 27. Juni 2012 um 15:21 - Permalink

            @Joachim Endemann

            Das würde bedeuten, daß die „Österreichische Schule“ kommunistisch wäre: […]

            Nein, es bedeutet, daß die „Österreichische Schule“ klassisch-liberal ist. Meiner Auffassung nach darf es sich der Liberalismus anrechnen, die Würde des Menschen, die Unverletzlichkeit seiner ihm von der Natur / von Gott gegebenen Rechte als Erster entdeckt/postuliert/vertreten zu haben.

            We hold these truths to be self-evident, that all men are created equal, that they are endowed by their Creator with certain unalienable Rights, that among these are Life, Liberty and the pursuit of Happiness. — That to secure these rights, Governments are instituted among Men, deriving their just powers from the consent of the governed, — That whenever any Form of Government becomes destructive of these ends, it is the Right of the People to alter or to abolish it, and to institute new Government, laying its foundation on such principles and organizing its powers in such form, as to them shall seem most likely to effect their Safety and Happiness. […]

            Wir halten diese Wahrheiten für ausgemacht, daß alle Menschen gleich erschaffen worden, daß sie von ihrem Schöpfer mit gewissen unveräußerlichen Rechten begabt worden, worunter sind Leben, Freyheit und das Bestreben nach Glückseligkeit. Daß zur Versicherung dieser Rechte Regierungen unter den Menschen eingeführt worden sind, welche ihre gerechte Gewalt von der Einwilligung der Regierten herleiten; daß sobald einige Regierungsform diesen Endzwecken verderblich wird, es das Recht des Volks ist, sie zu verändern oder abzuschaffen, und eine neue Regierung einzusetzen, die auf solche Grundsätze gegründet, und deren Macht und Gewalt solchergestalt gebildet wird, als ihnen zur Erhaltung ihrer Sicherheit und Glückseligkeit am schicklichsten zu seyn dünket. […]
            [Quelle: deutsche Wikipedia]

            Diese welterschütternden Worte stehen nicht im Kommunistischen Manifest…

            Abgesehen davon, haben wir heutzutage das Problem, daß nicht die Staaten dominant sind, sondern hochkonzentrierte private Macht, die die Staaten (via Politik/Medien – vielleicht sollte man von politikomedialer Machtverschränkung zum Nutzen privater Interessengruppen sprechen) in der Tasche hat.

            Und wessen ‘Schuld’ ist das bitte? Wer will denn, dass sich die Poltik in alle Bereiche der Wirtschaft drängt? “Wirtschaft wird in der Wirtschaft gemacht”, hat mal ein bundesdeutscher liberaler Witschaftsminister gesagt. Aber es ist, wie so oft so: die Etatisten und Staatsliebhaber aller politischen Couleur wollen, dass sich der Staat überall hineindrängt, alles reguliert und überall seine Finger drin hat.
            Und genau diese Naivlinge und Dummerjans wundern sich dann, dass die „Kontrollierten“ den „Kontrolleuren“ die Gesetze ins Heft diktieren. Wer soll sich denn bitte mit den Interna und Spezifika eines Wirtschaftsbereiches auskennen? Wer hat wohl das spezifische Fachwissen, um in jedes Gesetz ein für ihn einträgliches Schlupfloch zu schreiben? Und wer hat den größeren Anreiz dazu? Der Spitzen-Fachanwalt der Industrie oder der verbeamtete Jurist im Ministerium, dem es persönlich herzlich egal sein kann, ob ein Gesetz Schlupflöcher hat oder nicht. Machen Sie sich dazu einmal mit den Erkenntnissen der „Public choice theory“ vertraut. Wer die Staatswirtschaft säht, wird den Lobbyisten-Staat ernten. Der Klassische Liberalismus kämpft – wie gesagt – explizit für eine Trennung von Wirtschaft und Staat – und damit auch gegen die Einflussnahme der Wirtschaft auf die Politik.

            [Es] käme [dennoch] auf die Machtkonzentration in privater Hand an, wird die[se] dominant, mag es wohl noch Staaten geben, aber dann gepolt auf weiteren privaten Machtzuwachs. Der einzige Grant das zu verhindern ist der Soziale Rechtsstaat.

            Ja, die behauptete „Marktmacht des Großkapitals“. Worin soll diese denn bestehen, wenn der liberale Rechtsstaat, also das erklärte Ziel des Klassischen Liberalismus, zur Stelle ist, die Eigentumsrechte des Individuums zu schützen? Solange die Individuen frei sind, zu wählen, kann sich nur das bessere Angebot durchsetzen. Macht ist immer politische Macht.

            • Joachim Endemann schrieb am 27. Juni 2012 um 19:35 - Permalink

              @ Am_Rande

              Es geht im Moment nicht um irgendein Copyright auf irgendwas. Es geht darum, daß Sie zu erklären haben, wie Sie die Kluft des Status quo (sprich: die Privatwirtschaft hat den Staat in der Tasche mit allen relevanten Politikern gleich dazu) überspringen wollen, um zu dem zu kommen, was die „Österreichische Schule“ behauptet nur zu kennen:

              das Individuum und dessen Interesse,

              hingegen aber

              keine darüber hinausgehenden Kasten-, Klassen- oder Nationalinteressen. …

              kennt.

              Sollten Sie jetzt antworten, das gehe eben am besten, wenn man den Markt es machen ließe und der Staat

              (und damit meine ich eben nicht den Staat, wie er aktuell organisierten ist, der nämlich sozusagen nichts als der öffentliche Verwaltungsarm der großen privatwirtschaftlichen Unternehmen und vorneweg der Finanzwirtschaft ist, sondern damit meine ich den Sozialen Rechtsstaat, d.h. den Staat, der einerseits transparent und deshalb von den Bürgern korrigierbar bleibt und der andererseits mit Hilfe des prima Prinzips der steuerlichen Belastbarkeit nach finanzieller Leistungsfähigkeit gegensteuert, wenn die stetige Tendenz sozioökonomischer Ungleichgewichte durch private Machtkonzentration für die Gesamtgesellschaft problematisch wird, d.h. spätestens dann, wenn eine Situation sich abzuzeichnen droht, die heutzutage manifest geworden ist. – Das wußten übrigens schon die Ordoliberalen, die anerkennen mußten, daß es ihnen nicht gelungen sei, dies Machtkonzentration zu verhindern)

              sich aus wirtschaftlichen Angelegenheiten raushalten solle.

              Dann müßte ich Ihnen antworten, daß das nur geht, wenn man vorher die Privatwirtschaft erfolgreich auffordern konnte, sich zu verschulden (d.h. zu investieren – nennt man dann zwar immer „Finanzierung“, hört sich einfach sauberer an, ist aber realiter nichts als ein sich Verschulden. – Tut ein guter Unternehmer aber nur, hat er Aussicht auf Gewinn, d.h. erwartet er Nachfrageplus). Das ist übrigens u.a. der tiefer Grund dafür, daß die Verschuldung des Staates in den 50er und 60er Jahren minim war.

              Wie gesagt, wenn Sie wirklich zu dem kommen wollen, was ich oben als Zitat gebracht habe, dann kriegen Sie das tendenziell (ich betone: tendenziell, immerhin blieb die kapitalistische Akkumulationsmethode grundsätzlich erhalten) nur hin, wenn Sie den Sozialen Rechtsstaat an der Seite haben. – Das wußte jeder, der um die eigentlichen Ursachen des 1. und 2. Weltkriegs (eigentlich ein Krieg mit Interimsphase) wußte.
              Ihre Neoklassik ist eine Schönwetter-Ökonomie, die in die Katastrophe führt, läßt man sie nur machen – und zwar stets. Fragen Sie sich doch, wieso insbesondere die Ökonomen mit Rosa Luxemburg nach dem 1. Weltkrieg darin einig waren, daß die Konzentration des auf Export ausgerichteten Kapitals zu desaströsen Konkurrenzkämpfen führe. Nur soviel zu der von Ihnen negierten Macht der großen privaten Interessen (die übrigens zwangsläufig immer auf Kosten der kleinen privaten Interessen gehen).

              ^Jo_Cit^

            • Am_Rande schrieb am 27. Juni 2012 um 20:50 - Permalink

              @Joachim Endemann

              Es geht im Moment nicht um irgendein Copyright auf irgendwas.

              Nein, aber es geht schon um intellektuelle Redlichkeit. Ausgerechnet dem kollektivistischen Kommunismus (an und für sich ein Pleonasmus) die – sagen wir – Entdeckung des Individualismus zuzuschreiben, ist schon eher gewagt.

              Es geht darum, daß Sie zu erklären haben, wie Sie die Kluft des Status quo […]

              Ich habe überhaupt nichts! Aber, wenn Sie mich nett bitten, will ich es gerne tun. Aber ich weiß dabei eigentlich nicht, was Sie erklärt haben möchten. Wenn Sie von mir einen Fahrplan erwarten, auf welchem Wege sich der Staat aus seinen zum großen Teil überflüssigen Einmischungen in Angelegenheiten der Gesellschaft zurückziehen soll – und vor allem wie man den Staat und die Gesellschaft dazu bringt, sich darauf einzulassen – tja, wenn ich das wüsste, wäre ich der Prinz von Minarchien… Aber es gibt natürlich große Denker, die sich mit dieser Frage beschäftigt haben: Wilhelm von Humboldt mit seinen „Ideen zu einem Versuch die Grenzen der Wirksamkeit des Staates zu bestimmen“ (1792); Herbert Spencer mit seiner Schrift „On The Proper Sphere of Government” (1842); Robert Nozick mit seinem Buch „Anarchie, Staat und Utopia“ (1974) oder David D. Friedman mit seinem Buch „Das Räderwerk der Freiheit“ (1989) wären Ansätze, sich eigene Gedanken zu diesem Thema zu machen.

              Dann müßte ich Ihnen antworten, daß das [- der Rückzug des Staates aus wirtschaftlichen Angelegenheiten -] nur geht, wenn man vorher die Privatwirtschaft erfolgreich auffordern konnte, sich zu verschulden – d. h. zu investieren […]

              Wie wäre es damit, ein vernünftiges Geldsystem – das heißt ein staatsfernes Geldsystem einzuführen/zuzulassen. Ein System, in dem sich Zinsen und Rendite für gespartes Kapital im freien Interessenaustausch zwischen Kreditgeber und -nehmer austarieren? Ein System, in dem nicht die „hohe“ Politik, die Zinsen für generell zu gering hält – und die Zinsen senkt, um die „Konjunktur anzukurbeln“… Auch eine (inzwischen) ältere Forderung der „Österreichische Schule“. Lesen Sie zum Beispiel Friedrich August von Hayeks „Entnationalisierung des Geldes“ (1977).

              Ihre Neoklassik […]

              Die „Österreichische Schule“ wendet sich explizit gegen einige Annahmen der Neoklassischen Theorie. Wenn Sie wollen, kann ich Ihnen das Buch “Die Österreichische Schule – Markt und Kreativität.” aus dem Jahre 2007 des spanischen Professors Jesús Huerta de Soto empfehlen. Der Autor bringt in diesem Buch eine detaillierte und fundierte Punkt-für-Punkt-Kritik an der Schule der Neoklassik an.

              Fragen Sie sich doch, wieso insbesondere die Ökonomen mit Rosa Luxemburg darin einig waren, dass die Konzentration des auf Export ausgerichteten Kapitals zu desaströsen Konkurrenzkämpfen führe. Nur soviel zu der von Ihnen negierten Macht der großen privaten Interessen (die übrigens zwangsläufig immer auf Kosten der kleinen privaten Interessen gehen).

              Nun ja, jede Geistesrichtung hat Ökonomen, die das zum Stand der Wissenschaft erklären, was den Herrschenden gerade genehm erscheint. Wie hat John Maynard Keynes einst so richtig gesagt:

              Die Ideen der Ökonomen und Philosophen, seien sie richtig oder falsch, sind mächtiger, als man im allgemeinen glaubt. Um die Wahrheit zu sagen, es gibt nicht viel anderes, das die Welt beherrscht.

              Man muss sich schon selbst die Mühe machen, sich die ökonomische Theorie zu suchen, die einem am überzeugendsten erscheint. Aber geben Sie mir doch einmal ein konkretes Beispiel zur „Macht der großen privaten Interessen – die übrigens zwangsläufig immer auf Kosten der kleinen privaten Interessen gehen“. Und bitte eins, wo sie deutlich machen können, das es sich um ein Beispiel handelt, welches das Kriterium der „Staatsferne“ erfüllt.

            • Joachim Endemann schrieb am 28. Juni 2012 um 22:06 - Permalink

              @ Am_Rande

              … die „Österreichische Schule“ … kennt nur das Individuum und dessen Interesse, keine darüber hinausgehenden Kasten-, Klassen- oder Nationalinteressen. …

              Habe ich das angemerkt? Sie haben es getan. Und ich fragte Sie, wie Sie sich die Überspringung oder Überbrückung des Ist-Zustandes, hin zu diesem an und für sich wünschbaren (prozeßhaften) Zustand vorstellen. Wenn jemand darauf dann mit

              Ich habe überhaupt nichts! Aber, wenn Sie mich nett bitten, will ich es gerne tun. Aber ich weiß dabei eigentlich nicht, was Sie erklärt haben möchten …

              antwortet, kann er offensichtlich diese einfach gestellte Frage nicht beantworten. Sondern spricht lieber von mangelnder „intellektueller Redlichkeit“ bei anderen.

              Wissen Sie, Herr Am_Rande, „intellektuelle Redlichkeit“, „Moral“, „geschichtlich korrekte“ (d.h. auf der Basis der verfügbaren Fakten) „Einordnung von Ereignissen sowie deren Ursachen“ (die korrekte Interpretation von Ursachen und die korrekte Interpretation der daraus sich ableitenden Wirkungen also – die dennoch subjektiv sein müssen, was aber nicht problematisch ist, nutzt man alle verfügbaren Fakten, blendet also nichts aus), stehen immer in der Gefahr einerseits selektiv genutzt und andererseits bei anderen als fehlend unterstellt zu werden.
              Nun besteht aber gerade die deutsche bürgerliche Philosophie und Geschichtsschreibung auf Selektion (Ausblendung von Fakten) ganz besonderer Art. Das hat elementar mit der nicht erfolgreichen Revolution von 1848 zu tun. Das heißt, daß deutsche Bürgertum und damit die deutschen Liberalen, sind sich nicht in ausreichender Weise ihrer sozialen Stellung, d.h. als Klasse, bewußt geworden. Sie blieben intellektuell am Obrigkeitsstaat kleben. Das machte sich dann folgenschwer im 20. Jh. bemerkbar. Das heißt es ist das Versagen dieser bürgerlichen Elite, die primär für die Katastrophe des 20. Jh. verantwortlich ist.

              Daß Sie mir die Frage nach einem Beispiel für die
              „Macht der großen privaten Interessen – die … immer auf Kosten der kleinen privaten Interessen gehen“, stellen, macht diese Blindheit nur erneut evident. Es ist ein Witz!
              Herr Am_Rande, hören Sie, sowohl der erste als auch der zweite Weltkrieg sind konkretes Beispiel (nein, nicht Beispiele, sondern Beispiel, denn sie sind beide nur Anteile dieses einen Beispiels!) für die Auswirkungen dieser Macht! (Nur ein Ignorant kann das Gegenteil behaupten. Das ist evident, die Fakten liegen offen, man muß sie nur zur Kenntnis nehmen wollen.)
              Daraus die Konsequenzen zu ziehen, war (weiter oben schon von mir erwähnt) der Versuch der Bändigung des privaten Kapitals nach dem 2. Weltkrieg. In Deutschland in Form der „Sozialen Marktwirtschaft“, in den anderen westlichen Ländern, in Abwandlung, in ähnlicher Weise.

              Aber davon abgesehen, der Ideologe sind Sie. Sie erkennen nicht, daß es mir nicht um Reklamation des Copyrights für die Möglichkeit der Verfolgung der individuellen Interessen ohne staatliche Einmischung etc. durch den sog. Historischen Materialismus geht, dennoch ist es so: Kommunismus kann erst nach abgestorbenem Staat und vergleichbaren Organisationsstrukturen beginnen, das weiß jeder, der den Historischen Materialismus und seine Implikationen kennt – und kein Stalinist ist.
              Das heißt wer behauptet, der Stalinismus sei Beispiel für Kommunismus gewesen, tut das ohne jede historische Kenntnis. Penetrant wiederholte Lüge, penetrant wiederholte Fokussierung auf einen Detailablauf eines historischen Prozesses, unter Ausblendung seiner Vorentwicklung, ist kein Ersatz für eine solche Kenntnisnahme! – Nur, Herr Am_Rande, es ist überhaupt nicht meine Absicht, diese historischen Fakten (und ich meine Fakten!) hier auszubreiten. Denn das hieße ja, ein Thema mal eben zu behandeln, daß einerseits Offenheit der Diskutanten, ablegen des Schablonendenkens sowieso, und Kenntnis von den historischen Zusammenhängen erforderte – und, in der Tat, intellektuelle Redlichkeit forderte. – Nichts von dem ist vorhanden! Dabei wäre ein solcher schablonenfreier Dialog genau das, was wir bräuchten.

              Nein, es geht hier bloß um die Behauptung, Ihre Behauptung, die bar der Realität ist:

              … die „Österreichische Schule“ … kennt nur das Individuum und dessen Interesse, keine darüber hinausgehenden Kasten-, Klassen- oder Nationalinteressen. …

              Ihre ganze Zitatensammlung können Sie sich sparen. Versuchen Sie erst einmal (für sich selbst!) die Implikationen dieser Behauptung zu reflektieren, bevor Sie mir „intellektuelle Unredlichkeit“ vorwerfen.

              Mit freundlicher Empfehlung, Joachim Endemann

            • Am_Rande schrieb am 29. Juni 2012 um 14:16 - Permalink

              @Joachim Endemann
              Es tut mir leid, ich kann aus dem von Ihnen Geschriebenen nur entnehmen, dass sich Ihr Geschichts- und Gesellschaftsbild aus marxistischen Versatzstücken, mit einer ordentlichen Prise Rosa Luxemburg und Georgi Dimitrow zusammensetzt.
              Und mir dann entgegenzuhalten, ich sei der Ideologe und ich hinge einem Schablonendenken an… Chacun à son goût.
              Hochachtungsvoll

    36. Blauklexer schrieb am 24. Juni 2012 um 16:23 - Permalink

      Nach der Zahl der Kommentare zu urteilen, sind Krugmans Ausführungen doch nicht so klar verständlich wie Experten behaupten und wenn schon hier es nicht verstanden wird -falls es überhaupt was zu begreifen gibt. Dann kann man sich vorstellen, dass die Majorität der Bevölkerung kaum damit was anfangen kann. Um so mehr sollte diese Seite darauf auß sein, Klarheit zu schaffen, Fachidioterei schadet jenen, den man doch eigentlich mit Informationen aufklären will.
      Also am Ball bleiben und FLAch halten ;-)

      Wie wärs mit einer DIN A4 Seite auf PDF, in der alles begreiflich steht, was böse und was gut ist :-)

    37. Tim schrieb am 25. Juni 2012 um 09:13 - Permalink

      Wer angesichts von Staatsquoten von 40-50 % in fast der gesamten westlichen Welt von “Kaputtsparen” redet und schreibt, hat ein heftiges Wahrnehmungsproblem. Wäre Krugman Feuerwehrmann, würde er wahrscheinlich überall Benzin als Löschmittel empfehlen.

      @ Spiegelfechter

      Gäbe es einen deutschen Paul Krugman, hätte es der Neoliberalismus sicher nicht so einfach gehabt,
      Neoliberalismus in Deutschland? Der letzte Neoliberale mit Einfluß war Ludwig Erhard, ist aber schon eine ganze Weile her. Neoliberal ist Deutschland seit 1960 nicht mehr.

      • HHarlekin schrieb am 25. Juni 2012 um 09:59 - Permalink

        “Staatsquote” ist natürlich die übliche Vernebelungsworthülse, nur geeignet, die tatsächlichen Sachverhalte zuzukleistern. Was diffamierend als Staatsquote bezeichnet wird beinhaltet eine ganze Menge, z. B. Kosten des Gemeinwesens u. Daseinsvorsorge. Nehmen wir mal die Sozialversicherungsbeiträge: Würden die Leute auch nur das gleiche Geld (meist aber erheblich mehr, vor allem die niedrigeren Lohn-/Einkommensbezieher) statt es in GKV, GRV, Pflege- und Arbeitslosenversicherung in private Versicherungen stecken, und das MÜSSTEN sie, wenn es die solidarisch finanzierten Umlagesysteme nicht gäbe, würden die Versicherungsbeiträge nicht mehr unter die “Staatsquote” fallen, dennoch wären sie da, und minderten die Löhne. Wollte man sich dann solche Versicherungen sparen geht das zu Lasten der Sparguthaben (Z. B. Krankheitskosten, Altersvorsorge, Überbrückung der Arbeitslosigkeit), soweit man überhaupt welche hat.

        Würden als staatliche Aufgabe keine Straßen mehr gebaut bzw. instand gehalten, könnte man ja die Steuern senken. Super. Den Straßenbau erledigten dann private Firmen auf eigene Rechnung, und die wollen auch Geld sehen, z. B. per Maut, die alle zahlen müssten, die sie nutzen, auch vor der eigenen Haustüre. Kosten fallen also immer an, denn Infrastruktur wird gebraucht. Das wollen “Staatsquoten”-Schwätzer aber vernebeln. Von “Staatsquote” reden nur “Milchmädchen” und “schwäbische Hausfrauen”, die keine Ahnung von Gemeinwesen und Daseinsvorsorge haben, oder aber Leute, die es zwar besser wissen, aber völlig andere Interessen vertreten als sie vorgeben, also im Gegensatz zu Leuten wie Krugman tatsächlich “kaputtsparen” und mit “Benzin löschen”, aber stets ausrufen:”Haltet den Dieb, er hat mein Messer im Rücken!”

        Grüße

        • Tim schrieb am 25. Juni 2012 um 10:11 - Permalink

          @ HHarlekin

          Wenn der Staat das Geld sinnvoll ausgeben würde, hätte ich damit kein Problem. Leider schleudert er es zu einem erheblichen Teil für Quatsch heraus. Was z.B. in den gesetzlichen Rentenversicherung unter Regie des Staates katastrophal schief läuft, muß ich ja wohl nicht darstellen. Noch schlimmer ist es, wenn der Staat selbst Wirtschaft & Markt spielen möchte (siehe EnBW-Kauf, Nürburgring 2009, Energiewende …) oder Gott spielt und Banken rettet.

          Eigentlich ist es doch ganz einfach:
          Um den Laden wieder zum Laufen zu bekommen, müssen Verbraucher & Unternehmen Vertrauen in die Zukunft haben. Das bekommen sie aber nur, wenn Politiker seriös wirtschaften – nicht, wenn Politiker blind Geld raushauen.

          “Konjunkturprogramm” heißt letztlich nur, daß Unternehmen Geld vom Staat bekommen. Unternehmerlobbys finden das natürlich großartig, aber daß auch die Linken dabei immer glänzende Augen bekommen, hat mit schon immer traurig gestimmt.

          • schwitzig schrieb am 25. Juni 2012 um 11:28 - Permalink

            @Tim

            Belege Deinen Glauben, dass “Private” es besser machen als der Staat (ich lache mich jetzt schon kaputt).

            • Tim schrieb am 25. Juni 2012 um 12:09 - Permalink

              @ schwitzig

              Du kannst ja gern auf den Staat vertrauen, wenn Du möchtest. Ich möchte das aber bitte nicht mitfinanzieren.

            • ola schrieb am 25. Juni 2012 um 12:45 - Permalink

              Dann musst du nach düben gehen. Ich möchte auch nicht gerne CEOs und unersättliche Aktionäre finanzieren, wenn ich den Wasserhahn aufdrehe, aber so ist das Leben halt.

            • schwitzig schrieb am 25. Juni 2012 um 12:59 - Permalink

              @Tim

              @ schwitzig

              Du kannst ja gern auf den Staat vertrauen, wenn Du möchtest. Ich möchte das aber bitte nicht mitfinanzieren.

              Bläh, sülz. BWL “studiert”?

              Was ist mit der IKB, der Deutschen Bank (ja, die wäre ohne den Staat schon pleite), der Hypo Vereinsbank und in Folge der HRE, Siemens, Nokia usw. usf.?
              Oder Länder wie Irland?
              Der verkehrst die Realitäten in ihr Gegenteil, verstehst dabei noch nicht einmal ansatzweise, was ein “Staat” überhaupt ist und wenn man dann mal nachfragt, prollst Du blöde rülpsend vor Dich hin.
              Auch ein gerade aktuelles Thema bezüglich der “Überlegenheit der Privaten”:
              http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/private-krankenversicherung-die-tricks-beim-tarifwechsel-a-840113.html

            • HHarlekin schrieb am 25. Juni 2012 um 13:02 - Permalink

              @ Tim

              „Du kannst ja gern auf den Staat vertrauen, wenn Du möchtest. Ich möchte das aber bitte nicht mitfinanzieren.“

              Das klingt nach: Leistungen aus der solidarischen Krankenversicherung erhalten wollen, aber die Beitragszahlung verweigern, die Straße vor der Tür benutzen wollen, aber die angemessene (!) Mitfinanzierung des Gemeinwesens verweigern. Wie nennt man doch gleich solche Leute? ;-)

            • schwitzig schrieb am 25. Juni 2012 um 13:05 - Permalink

              @ola

              Dann musst du nach düben gehen.

              Das gefällt mir :-). Demnächst werde ich den Privatisierungs-Prollos einfach sagen, sie sollen doch “nach drüben” (USA) abhauen, wenn’s ihnen hier nicht passt. Das ist genau dieselbe Masche, die die Privatisierungs-Prollos seit Jahren mit der DDR, Nordkorea, Cuba etc. abziehen.
              Nur wahrscheinlich werden sie wohl leider nicht abhauen, da die meisten in den USA angesichts ihrer Kompetenzen bestenfalls auf irgendeinen Trailerpark hoffen dürfen.
              Bei solchen Privatisierungs-Prollos wie Tim ärgert mich im besonderen, dass meine Steuergelder seine Bildung ermöglicht haben und er aus diesem Geschenk nichts gemacht hat.

            • Tim schrieb am 25. Juni 2012 um 13:17 - Permalink

              @ schwitzig

              Was ist mit der IKB, der Deutschen Bank (ja, die wäre ohne den Staat schon pleite), der Hypo Vereinsbank und in Folge der HRE, Siemens, Nokia usw. usf.?

              Ja, das sind doch alles Beispiele dafür, daß der Staat sinnlos das Geld verpraßt. Wenn Unternehmen Fehler machen, müssen sie und ihre Aktionäre dafür zahlen, nicht der Steuerzahler. Und jetzt kommt mit nicht mit Merkels Alternativlosigkeit.

            • Tim schrieb am 25. Juni 2012 um 13:19 - Permalink

              @ alle

              Ich wäre Euch dankbar, wenn Ihr Euch bei Euren Kommentaren nur auf das bezieht, was ich wirklich geschrieben habe. Merci.

            • schwitzig schrieb am 25. Juni 2012 um 14:09 - Permalink

              @Tim

              Ja, das sind doch alles Beispiele dafür, daß der Staat sinnlos das Geld verpraßt.

              Geht’s noch? Das sind alles Beispiele, wo Private so schlimm versagt haben, dass der Staat mit Steuergeldern retten musste, um noch schlimmeren Schaden zu verhindern.

              Denken ist nicht Deine Stärke.

            • Tim schrieb am 25. Juni 2012 um 14:16 - Permalink

              @ schwitzig

              Das sind alles Beispiele, wo Private so schlimm versagt haben, dass der Staat mit Steuergeldern retten musste, um noch schlimmeren Schaden zu verhindern.

              Das haben Merkel & Co. behauptet, aber glaubwürdige Belege dafür hat es nie gegeben. Es gab keine einzige plausible Modellrechnung, die diese Domino-Theorie und den Systemrelevanz-Firlefanz belegt hätte. Keine einzige! Wenn Du das Merkel damals geglaubt hast, finde ich das natürlich völlig O.K. – aber wie gesagt, ich muß den Quatsch jetzt mitbezahlen.

              Eines hat die Krise doch ganz klar gezeigt: Man darf den Banken nicht alles glauben, was sie sagen. Daß ausgerechnet linke Kritiker den Banken nun aus der Hand fressen, finde ich allerdings schon wieder lustig.

            • Jacques Roux schrieb am 25. Juni 2012 um 14:47 - Permalink

              @Tim 14:16

              Seh ich genau so ;-)

              @Schwitzig

              Meistens gehe ich ja mit dir konform, aber in dem Fall waren deine Beispiele, äh, eher schlecht gewählt ;-)

              Systemrelevant ? je mehr Kohle in dieses kaputte System gepumpt wird um die sogenannten Märkte mal für ein paar Tage oder auch nur Stunden zu beruhigen, umso schlimmer wir unser aller erwachen.

            • schwitzig schrieb am 25. Juni 2012 um 15:17 - Permalink

              @Jaques Roux

              Systemrelevant ? je mehr Kohle in dieses kaputte System gepumpt wird um die sogenannten Märkte mal für ein paar Tage oder auch nur Stunden zu beruhigen, umso schlimmer wir unser aller erwachen.

              Das sehe ich ja genauso – nur: Im Rahmen des derzeitigen Systems sind diese “Rettungen” sinnvoll gewesen. Selbstverständlich ist die gesamte Systemarchitektur Müll und die “Rettungen” haben nur empfindliche Einbrüche beim schlafenden Michel etwas hinausgezögert, aber genau das ist ja der Sinn jeder aktuellen Wirtschaftspolitik – egal ob Keynesianisch oder Faschistoid(Österreichisch): Das zerfledderte Gesellschaftskostüm irgendwie noch notdürftig zu flicken und zu parfümieren.
              Dass Kapitalismus und “marktkonforme Demokratie”, sowie Bankenregierungen langfristig für die Masse der Bürger nicht funktionieren können, ist eine Grundschulrechenaufgabe, die nur deswegen mittlerweile als Hochschulrechenaufgabe erscheint, weil sich irgendwelche Pseudowissenschaftler irgendwelche Regelsätze ausdenken. Ausdenken, weil sie nicht die Realität, sondern ihre Religion abbilden.

            • Jacques Roux schrieb am 25. Juni 2012 um 15:33 - Permalink

              “Das sehe ich ja genauso – nur: Im Rahmen des derzeitigen Systems sind diese “Rettungen” sinnvoll gewesen. Selbstverständlich ist die gesamte Systemarchitektur Müll und die “Rettungen” haben nur empfindliche Einbrüche beim schlafenden Michel etwas hinausgezögert, aber genau das ist ja der Sinn jeder aktuellen Wirtschaftspolitik – egal ob Keynesianisch oder Faschistoid(Österreichisch): Das zerfledderte Gesellschaftskostüm irgendwie noch notdürftig zu flicken und zu parfümieren.”

              @Schwitzig

              Yepp, mir macht gerade diese Flickerei und Parfümiererei ja die größte Sorge, besser jetzt den Crash, als Schrecken ohne Ende und dann der noch größere Crash ;-(

          • HHarlekin schrieb am 25. Juni 2012 um 12:41 - Permalink

            “Wenn der Staat das Geld sinnvoll ausgeben würde, hätte ich damit kein Problem. Leider schleudert er es zu einem erheblichen Teil für Quatsch heraus.”

            Das ist so banal wie falsch. Weil auch Mist gemacht wird muß der Staat weg? Eine Reihe kritikwürdiger Dinge auf einen Haufen werfen, auf den Haufen anklagend verweisen, und “Staat muß weg” skandieren ist reine Rabulistik, Popanz so groß aufblasen, daß er beeindruckend erscheint, und dann Grundsätzliches fordern ist genau so eine Taktik von Leuten, über die ich o. a. sagte:

            “… Leute, die es zwar besser wissen, aber völlig andere Interessen vertreten als sie vorgeben, also im Gegensatz zu Leuten wie Krugman tatsächlich “kaputtsparen” und mit “Benzin löschen”, aber stets ausrufen:”Haltet den Dieb, er hat mein Messer im Rücken!”

            Das meine ich absolut ernst. Was ist denn mit deinen Beispielen?
            Nehmen wir die Machenschaften des Herrn Mappus: Auch wenn die Staatsanwaltschaft Stuttgart bislang keine Ermittlungen einleiten will: Hier gab es eine üble Zusammenarbeit aus politischen Amtsträgern und Wirtschaftskreisen (sprich: Unternehmensvertretern) aus Bank- und Energiewirtschaft, die einen Milliardenschaden angerichtet hat. ICH habe zu solchen Politikern (! Man beachte die Personalisierung!) und Unternehmen aufgrund solcher Handlungsweisen KEIN Vertrauen.
            Solche Seilschaften reichen von der Wirtschaft in die Politik und zurück, das heißt jedoch nicht grundsätzlich, daß daraus folgt, der Staat müsse weg, genausowenig wie man sagen kann, ALLE Unternehmer seien Verbrecher. Gleiches gilt für andere krumme Touren z. B. bei Großbauvorhaben etc.

            “Was z.B. in den gesetzlichen Rentenversicherung unter Regie des Staates katastrophal schief läuft, muß ich ja wohl nicht darstellen.”

            Ich weiß nicht, was gemeint ist. Sollte es um die Machenschaften gehen, die GRV aufzubrechen und die private Versicherungswirtschaft ins Geschäft zu bringen, sind wir einer Meinung: Regierungsvertreter haben sich zum Büttel von Versicherungskonzernen und Finanzdienstleistern machen lassen, obwohl nachweisbar das Umlagesystem gegenüber dem Kapitaldeckungsverfahren nicht nur um Welten krisenfester ist, wie wir gerade erlebt haben, sondern auch erheblich billiger (GRV Verwaltungskosten ca. 1,5 %, Private deutlich über 10 %, oft sogar über 20 %)

            ““Konjunkturprogramm” heißt letztlich nur, daß Unternehmen Geld vom Staat bekommen. Unternehmerlobbys finden das natürlich großartig …”

            Wieder so banal wie unvollständig und deshalb falsch: Konjukturprogramme gehören in vielfältiger Form zu Steuerungsinstrumenten, z. B. in der Fiskal- und Einkommenspolitik. Der Staat kann z. B. auch Investitionsprogramme starten – so er nicht selbst direkt tätig sein will (etwa über Staatsunternehmen (die wir kaum noch haben) oder direkte Auftragsvergabe) – Anreize in bestimmten, gesellschaftlich wünschenswerten Bereichen setzen, damit sich Unternehmen finden, diese Arbeit zu tun – Wünschenswertes in Verbindung mit Wirtschaftsankurbelung. Das hat mit “Geld blind raushauen” nichts zu tun. Wie gesagt: Weil es hirnrissige Riesenprojekte gibt sind nicht zwangsläufig die Instrumente falsch.

            Nochmal: Nicht alle Politiker sind korrupt nur weil es korrupte Politiker gibt. Nicht alle Unternehmer sind kriminell, nur weil es kriminelle Unternehmer gibt. Der Staat muß nicht weg nur weil eine Menge Geld mit Unterstützung unsauberer Politiker in dunklen Kanälen verschwindet.
            Denn: Wenn ein korrupter Politiker mit diversen Unternehmen krumme Deals auf Steuerzahlers Kosten einfädelt sind nicht nur diese Politiker sondern auch die beteiligten Unternehmen/r Ganoven.

            Die generelle Unschuld von Unternehmern, die zwischen deinen Zeilen steht sehe ich nicht, schließlich kommen auch Schmiergelder irgendwo her. ;-)

            Grüße

            • Peleo schrieb am 25. Juni 2012 um 13:22 - Permalink

              Machenschaften des Herrn Mappus

              Inzwischen ist der e-Mail-Verkehr zwischen Notheis von MorganStanley und Mappus teilweise veröffentlicht. Politik ist der Spielraum, den die Wirtschaft ihr lässt.

            • Tim schrieb am 25. Juni 2012 um 13:22 - Permalink

              @ HHarlekin

              Weil auch Mist gemacht wird muß der Staat weg?

              Habe ich auch nirgendwo gefordert. Schade, eine Debatte ist wohl nicht möglich.

            • HHarlekin schrieb am 25. Juni 2012 um 13:43 - Permalink

              @ Tim

              Äußerungen wie:

              „Du kannst ja gern auf den Staat vertrauen, wenn Du möchtest. Ich möchte das aber bitte nicht mitfinanzieren.“

              sagen: Du möchtest dich dem Finanzieren des Gemeinwesens, von dem du auch profitierst, entziehen, was in Konsequenz heißt, wenn alle so dächten und handelten, würde dem Gemeinwesen der existentielle Boden entzogen, zum Schaden der Gesamtgesellschaft. Darüberhinaus hast du keinen Hehl daraus gemacht, staatliches Handeln in Bausch und Bogen zu verdammen. Exakt so habe ich deine Ausführungen verstanden.
              Im übrigen habe ich zu den meisten anderen Punkten deiner Posts recht ausführlich Stellung genommen. Dir gefällt nicht, was ich (und andere) dazu zu sagen hatten?
              Wenn du faktisch falsche Sachen schreibst muß du schon gestatten, daß man dir widerspricht. ;-)

              Aber gut, deine Entscheidung. Aber beschwere dich dann bitte nicht darüber, daß du so verstanden wurdest, wie du geschrieben hast. ;-)

            • Tim schrieb am 25. Juni 2012 um 14:05 - Permalink

              @ HHarlekin

              Darüberhinaus hast du keinen Hehl daraus gemacht, staatliches Handeln in Bausch und Bogen zu verdammen.

              So ein Quatsch. Wir sind hier in einem Thread über staatliche Konjunkturprogramme, und in diesem Rahmen sind doch auch alle Kommentare zu verstehen.

              Ist das Klima bei Euch hier immer so aggressiv? Wenn jemand mal eine andere Meinung hat, gleich absichtlich falsch verstehen? Gleich vermuten, jemand sei auch gegen Sozialhilfe, wenn er gegen Merkelsche Steuerverschwendung und Bailouts ist?

            • HHarlekin schrieb am 25. Juni 2012 um 14:42 - Permalink

              @ Tim

              Den agressiven Ton hast du reingebracht mit:

              “Wer angesichts von Staatsquoten von 40-50 % in fast der gesamten westlichen Welt von “Kaputtsparen” redet und schreibt, hat ein heftiges Wahrnehmungsproblem. Wäre Krugman Feuerwehrmann, würde er wahrscheinlich überall Benzin als Löschmittel empfehlen.”

              Du unterstellst hier schonmal gleich Wahrnehmungsstörungen und beschuldigst Krugman, ein ökonomischer Feuerteufel zu sein.
              Dann stellst du Konjukturprogramme falsch dar, und noch zig andere Sachen. Dann beschwerst du dich über Widerspruch? Verwechselst du hier nicht etwas?

              Nochmals: Ich habe sehr ausführlich auf deine Posts geantwortet, auch mit sachlich notwendigen Richtigstellungen. Auf all das gehst du nicht ein, sondern beschwerst dich, man würde deine Meinung würde nicht akzeptiert. Darum gehts nicht.

              Ich z. B. AKzeptiere deine Meinung tatsächlich nicht, da ich sie weder billige, teile oder gutheiße bzw. annehme.

              Aber ich REspektiere sie, setze mich auseinander, halte dagegen, und korrigiere, wo du Sachverhalte falsch darstellst, und ich es besser weiß.
              Erkennst du den Unterschied? ;-)

              Wenn du merkwürdige Rabulistik versuchst und seltsame (neoliberale) Inhalte hier verbreiten willst, erntest du auch Widerspruch.
              Übrigens ist der Thread nich speziell zu Konjunkturprogrammen, sondern zu Jens Bergers Rezension das Buch von Krugman betreffend. ;-)

              Grüße

              PS: Deine o. a. Anmerkung über die “richtige” Verwendung der Vokabel “neoliberal” ist ebenfalls nur zum Teil richtig, unvollständig und deshalb falsch. Die heutige Bedeutung des Begriffes Neoliberalismus hat mit dem alten Begriff aus der Zeit Erhards, Müller-Armacks, Rüstows etc. nicht mehr viel zu tun, sondern umso mehr mit den Nachfolgern eines gewissen Mr. Friedman, aber das führt jetzt zu weit. Recherchieren mal selbst. ;-)

            • Jacques Roux schrieb am 25. Juni 2012 um 15:21 - Permalink

              “So ein Quatsch. Wir sind hier in einem Thread über staatliche Konjunkturprogramme, und in diesem Rahmen sind doch auch alle Kommentare zu verstehen.

              Ist das Klima bei Euch hier immer so aggressiv? Wenn jemand mal eine andere Meinung hat, gleich absichtlich falsch verstehen? Gleich vermuten, jemand sei auch gegen Sozialhilfe, wenn er gegen Merkelsche Steuerverschwendung und Bailouts ist?”

              Vielleicht sollte man mal “Konjunkturprogramme” und “Subventionen” insbesondere von Großkonzernen, mal trennen, wobei sich das im Einzelfall auch mal überschneiden mag.

              Deine ersten beiden Post’s hab ich zumindest, auch in den falschen Hals bekommen und HHarlekin 12:41 kann ich auch nur voll unterschreiben.

              Aber die Banken, Versicherungen, Amtskirchen, die Energieversorger und die Automobilindustrie, um nur mal ein paar zu nennen, möchte ich eigentlich auch nicht mit Staatsknete unterstützt wissen ;-)

          • HHarlekin schrieb am 25. Juni 2012 um 15:53 - Permalink

            @ Ergänzung

            Du hast in deinen Posts nacheinander gegen Krugman, Rentenversicherung, Mappus/EnBW, Nürburgring, Energiewende, Konjunkturprogramme und Bankenrettungen gewettert und alles in einen Topf geworfen. Das ist ein ziemliches Durcheinander, vor allem , wenn es als Erklärung herhalten soll, daß du dich am liebsten aus Staatsfinanzierung zurückziehen würdest.
            Dann erklärst du, du seist gegen Bailouts, aber für Sozialhilfe, und schließlich unterstellst du, Linke würden den Bankern aus der Hand fressen, was in diesem Blog wirklich Unsinn ist.
            Zu vielen der Punkte habe ich ausführlich Stellung genommen.
            Aber daß du dies alles in einen Topf wirfst (manches sicher aus Unkenntnis, das ist nicht schlimm, liesse sich ja ändern) sorgt mindestens für Mißverständnisse. Wenn du also völlig falsch verstanden wurdest könntest du möglicherweise klarstellen, was du eigentlich meinst?

            Grüße

            • Karl Heinrich schrieb am 25. Juni 2012 um 16:52 - Permalink

              Du hast in deinen Posts nacheinander gegen Krugman, Rentenversicherung, Mappus/EnBW, Nürburgring, Energiewende, Konjunkturprogramme und Bankenrettungen gewettert und alles in einen Topf geworfen. Das ist ein ziemliches Durcheinander [...]

              Nein, das gehört alles zusammen: Krugman ist der Ideologe des staatlichen Immer-noch-mehr-Geld-Raushauens, und RV, EnBW etc. sind Fanale der Politiker-Arroganz gegenüber OPM.

            • HHarlekin schrieb am 25. Juni 2012 um 17:23 - Permalink

              “… das gehört alles zusammen: Krugman ist der Ideologe des staatlichen Immer-noch-mehr-Geld-Raushauens, und RV, EnBW etc. sind Fanale der Politiker-Arroganz gegenüber OPM.”

              Mich dünkt, der Alte spricht im Fieber… ;-)

              (Zitiert und variiert frei nach “Faust”, Goethe)

    38. salvo schrieb am 25. Juni 2012 um 10:26 - Permalink

      sehr lesenswert

      Krugman und Robin Wells

      “Getting Away with It”

      http://www.nybooks.com/articles/archives/2012/jul/12/getting-away-it/?pagination=false

      • salvo schrieb am 25. Juni 2012 um 10:39 - Permalink

        btw siehe auch Krugmans aktuellen Text zur Optimum Currency Area

        http://krugman.blogs.nytimes.com/2012/06/24/revenge-of-the-optimum-currency-area/

    39. Der Doctor schrieb am 25. Juni 2012 um 18:24 - Permalink

      @Schwitzig

      “Faschistoid(Österreichisch)”:Den Beweis hierfür hat ,der hier hinlänglich bekannte, Stefan P. auf dem Sprengsatz-Blog im Thread:”Karussell des Unsinns” geliefert mit der These Unterbringung von Kleinkindern in staatliche KITAS ist vergleichbar mit Vergewaltigung der Kleinkinder und mit:

      “Mit anderen Worten: Gebildete Frauen sind die besseren Mütter. Hartz-IV-Frauen sollten keine Kinder bekommen, sie verursachen auch hier hohe gesellschaftliche Kosten.”

      Ich habe ihm auch spontan für diese Selbstentlarvung gedankt.Seine Antwort auf meinen Post habe ich bewusst unkommentiert stehen lassen,da umso mehr selbsterklärend.

      • Jacques Roux schrieb am 25. Juni 2012 um 18:52 - Permalink

        “Mit anderen Worten: Gebildete Frauen sind die besseren Mütter. Hartz-IV-Frauen sollten keine Kinder bekommen, sie verursachen auch hier hohe gesellschaftliche Kosten.”

        Hihi, also wer es noch nicht kennt:

        “Dabei weint sich diese Gesellschaft turnusmäßig die Augen aus dem Kopf, weil sie zu wenig Kinder hätte. Nicht mal anderthalb Lendenfrüchtchen pro Frauenleben. Anderthalb klassenübergreifend wohlgemerkt! Denn im gesellschaftlichen Droben, berichten sie, plärren noch weniger Kinder, gleichzeitig hienieden die Geburtenrate zu hoch läge. Lakonischer: Die falschen Leute bekommen Kinder! Da beklagen sie sich, heulen unaufhörlich, weil sie schrumpfen und dann halten sie eine bestimmte Sorte Kind für unwürdig, ihre schrumpelnde und vertrocknende Gemeinde aufzufüllen.”

        http://ad-sinistram.blogspot.de/2010/03/zahmung-der-fickenden-unterschicht.html

        • Der Doctor schrieb am 25. Juni 2012 um 21:03 - Permalink

          Sehr guter Artikel.Danke für den Link

    40. Jacques Roux schrieb am 25. Juni 2012 um 21:53 - Permalink

      Hier ist irgendwas im Busch:

      http://www.zeit.de/politik/deutschland/2012-06/eu-schaeuble-volksabstimmung#comments

      Schon seit Tagen wird dieser Schäuble Vorstoß in den Medien lanciert.

      • Joachim Endemann schrieb am 27. Juni 2012 um 23:48 - Permalink

        Der Text ins inhaltlich einer der üblichen.

        Da man wissen kann, so gewollt, daß die EU-Konstruktion weiterhin primäre nicht den Menschen, sondern den großen privaten Interessen dient (bsp. Dienstleistungsrichtlinie, Fiskalpakt, Hineinregieren der „Troika“ in bisher, optisch noch, souveräne Staaten etc.), kann nicht erwartet werden, daß von den dafür verantwortlichen Politikern nun ein Mehr an Demokratie gemeint sei, das über ein optisches Maß hinausgeht. Wenn diese so etwas sagen, und dann über die Medien den Menschen beizeiten einflüstern lassen, kann am Ende nur etwas „Liberales“ (bewußt in An- und Abführungszeichen gesetzt!) herauskommen. Denn die nun schon recht verfestigten neoliberalen Verhältnisse vertagen gar nicht mehr Demokratie, sondern sie brauchen weniger.

        Wer fordert, daß ein Fiskalpakt in jede Verfassung der Mitgliedsländer unabänderlich gesetzt zu sein habe, hat einen Knall! So etwas gehört (wenn überhaupt!) in ein Beigesetzt mit stets aussetzbarer Möglichkeit, aber nicht in ein demokratisches Grundlagenwerk! Meint man aber in Wirklichkeit neoliberalesGrundlagenwerk, wenn man von demokratischer Verfassung redet, dann gehört das da wohl rein – an der Dummheit änderte das allerdings nichts.

        Und genau dadurch, daß man nun auf diese Idee verfällt, zeigt sich, daß kein Ernst dahinter steckt, wenn jemand davon quatscht, die Rechte des EU-Parlaments müßten gestärkt werden. Um wieviel? Wohl nur um soviel, wie der „Markt“ verträgt – aus Sicht der „Marktwächter“.

        Aber es zeigt sich sowieso, wie’s um die Damen und Herren bestellt ist, wenn sie meinen, daß da nun mal etwas demokratisch gestärkt werden müsse (“wir müssen da mal was tun …“).

        Also, ich bitte, was soll das?

        Hingegen: Ein Volk, eine Völkergemeinschaft hat sich zu verbitten, daß jemand daher kommt, und etwas von einem „Mehr an demokratischem Recht“ redet! Ein Volk, eine Völkergemeinschaft nimmt sich dieses Recht, schafft sich ein Parlament, wo ernsthaft gemeinwohlorientiert diskutiert wird, wo kein Lobbyist machtvoller Einzelinteressen etwas zu suchen hat, wo die Politiker bestimmt werden, wo die Regierung bestimmt wird, auf Zeit und auf der Basis einer gemeinsam verfaßten und verabschiedeten Verfassung, die am selben Tag in allen Staaten der Gemeinschaft den Völkern zur Abstimmung vorgelegt wird – sie mögen dann weise abstimmen. Das schafft dann die Identität, die wir Europäer brauchten. Und ich bin davon überzeugt, daß, läßt man die Menschen in der Tat frei wählen, also ungeknetet von den Erbärmlichen der neoliberalen Doktrin, werden sie sich in großer Mehrheit für den Sozialen Rechtsstaat entscheiden.

        ^Jo_Cit^


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