Zypern – ein weiteres Opfer der Finanzkrise
geschrieben am 29. Juni 2012 von Spiegelfechter
Die Republik Zypern ist ein sehr anschauliches Beispiel für den Charakter der Eurokrise. Ebenso wie Irland und Spanien hatte Zypern am Vorabend der Finanzkrise kein Staatsschulden- und auch kein Haushaltsproblem. Noch im Jahre 2008 konnte Zypern einen Haushaltsüberschuss von 0,9% erzielen und damit seine Staatsschuldenquote auf 48,9% des BIP senken – weit unter den Maastricht-Kriterien von 60%. Nicht die Staatsschulden, sondern die geographisch und kulturell bedingte Nähe zum Krisenstaat Griechenland und die zu großen Banken wurden dem Land zum Verhängnis. Bislang konnte die zypriotische Volkswirtschaft dank einer antizyklischen Wirtschaftspolitik an der großen Krise vorbeischrammen. Doch nun droht Zypern eine von der Troika EU/EZB/IWF verordnete Austeritätspolitik, die dem Land wahrscheinlich das Genick brechen wird.
1960 erklärte die Republik Zypern ihre Unabhängigkeit von der ehemaligen Kolonialmacht Großbritannien. 1974 wurde die Insel nach einem militärischen Konflikt zwischen Griechenland und der Türkei zweigeteilt, der Norden ist seitdem de facto von der Türkei besetzt. 2004 trat Zypern in die EU ein, 2008 löste der Euro das zypriotische Pfund ab. In diesem Jahr begannen auch die Probleme, die dazu führten, dass Zypern nun wohl schon bald seine Unabhängigkeit wieder verliert und eine Art Kolonie der EU wird und seinen über Jahrzehnte erworbenen Gewinn an Lebensqualität wider aufgeben muss.
Bankenparadies Zypern
Der zypriotische Bankensektor hat eine Bilanzsumme von rund 152 Mrd. Euro. Dies entspricht zwar weniger als einem Zwölftel der Bilanzsumme der Deutschen Bank, Zypern ist jedoch nur eine kleine Insel mit kaum mehr Einwohnern als Köln. Die Bilanzsumme der zypriotischen Banken übertrifft das Bruttoinlandsprodukt des Landes um rund das Achtfache – solche Dimensionen kannte man vorher nur aus Irland und Island, die beide ebenfalls bereits von ihrem Bankensektor in die Krise getrieben wurden. Es ist jedoch nicht nur die Größe, sondern vor allem die enge Verbindung zu Griechenland, die den Banken Zyperns zu schaffen macht. Zum einen geht es dabei um griechische Staatsanleihen, die von zypriotischen Banken gehalten werden. Die größte Bank des Landes mit dem Namen „Bank of Cyprus“ hat Griechenlandanleihen im Wert von 2,4 Mrd. Euro in ihren Büchern. Bei der zweitgrößten Bank des Landes, der „Cyprus Popular Bank“, die bis ins letzte Jahr noch „Marfin Popular Bank“ hieß, sind es sogar Anleihen im Wert von 3,4 Mrd. Euro. Der März dieses Jahres abgeschlossene Schuldenschnitt für den Privatsektor hat dazu geführt, dass alleine diese beiden Banken rund drei Milliarden Euro abschreiben mussten. Prinzipiell wäre diese Summe für den Staat sogar zu stemmen, obgleich sie rund 20% des zypriotischen BIP ausmacht – „dank“ der hohen Exposition des Bankensektors in griechischen Papieren* ist der Staat jedoch seit mehr als einem Jahr de facto vom Finanzmarkt abgeschnitten. Damals hätte das Land mehr als 10% Zinsen für neu herausgegebene Staatsanleihen zahlen müssen.
Zypern stand bereits vor einem Jahr vor einem eigentlich unlösbaren Problem, das den Irrsinn der Staatsfinanzierung über die Finanzmärkte aufzeigt. Da „die Märkte“ ohnehin davon ausgehen, dass ein Staat „seine“ systemrelevanten Banken im Krisenfall durch „Rettungsgelder“ unterstützt, die einem signifikanten Teil der Wirtschaftskraft entsprechen, kriegen Staaten mit problematischen Banken bereits lange vor dem Zusammenbruch dieser Banken keine bezahlbaren Kredite mehr an den Finanzmärkten. Da die EZB jegliche Unterstützung dieser Staaten im Vorfeld ausschließt, wird ein Prozess in Gang gesetzt, der in einer Katastrophe enden muss. Als Zypern von den Finanzmärkten ausgezählt wurde, hatte es eine Staatsschuldenquote leicht über den Maastricht-Kriterien, die allerdings immer noch über 20 Prozentpunkte unter der deutschen Staatsschuldenquote lag. Auch heute liegt die Staatsschuldenquote der Mittelmeerinsel mehr als 20 Prozentpunkte unter der deutschen. Durch die Krisenfolgen ist dem Staat jedoch ein Haushaltsdefizit von rund fünf Prozent entstanden. Dieser Wert liegt zwar ebenfalls im europäischen Mittel, liefert der EU jedoch den Vorwand, Austeritätsmaßnahmen zu fordern.
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Bleibt nur Kohlenwasserstoff als Hoffnung, wenn das mit den Lagerstätten stimmt.
Dann haben ja die Russen für ihren künftigen Marinestützpunkt schon bezahlt.
“Nun wird sich auch Zypern dem Diktat der Troika beugen und sich der unbarmherzigen und volkswirtschaftlich desaströsen Austeritätsknute unterwerfen müssen”
Nö. Merkel hat doch heute Nacht zugestimmt, Geld aus dem ESM an Banken der Südländer zu geben, ohne Auflagen. Nur gegen Versprechungen. Man darf getrost davon ausgehen, dass diese Lockerung der Regeln auch für Zypern gilt.
Wie schreiben die Medien heute: “Um schnelle Hilfen zu erzwingen, blockierten die Südländer den EU-Wachstumspakt”
Ja und? Das ist die absurdeste Erpressung, die es je gab. Den Wachstumspakt brauchen und wollen die Südländer, ebenso wie den ESM. Hätte Merkel einfach nur mit den Schultern zucken brauchen.
Dass sich Merkel mal wieder zum Schaden Deutschlands dem Druck der Südländer gebeugt hat, ist beschämend. Die Reaktionen von den Anleihemärkten sind an den verlangten Zinsen sichtbar, vorhin waren es:
2jährige Bundesanleihen +39%
5jährige +15%
10jährige + 9%
Das kostet uns also etliche Milliarden an zusätzlichen Zinsen, zudem noch das Geld, das auf Nimmerwiedersehen an die Südländer gegeben wird.
Ich gehe davon aus, dass die hier ansässigen Linken diesem Wahnsinn applaudieren. Tja, jeder wie er kann.
“Dass sich Merkel mal wieder zum Schaden Deutschlands dem Druck der Südländer gebeugt hat, ist beschämend. Die Reaktionen von den Anleihemärkten sind an den verlangten Zinsen sichtbar, vorhin waren es:”
Die hier ansässigen Linken und ich spreche hier für mich, sehen in den Reaktionen der Anleihemärkte und deren Betrachter vor allem eines, Medien wirken! Und wenn der TV Reporter mir vorhin erklärt das die Gesetze und Regularien innerhalb der EU eingehalten werden, ist es unerheblich denn diese Schwankungen bringen Europa zum Einsturz. Wenn der Reporter mir dann noch erklärt das die Politik den Regierungschefs, das sind jetzt die Banken und deren Vorstände, verstärkt auf die Finger schauen, ist es egal wie hoch der Weizen oder Bundesanleihe steht!
´´aber hier hat wohl die Finanzindustrie, gesteuert von den USA und England, den Endsieg erzielt.´´
Mit allen Mitteln…
http://www.nzz.ch/aktuell/startseite/ruf-nach-strafen-fuer-haendler-von-barclays-1.17297451
Es wär echt schön,wenn England und USA im Meer versinken würden.
Mfg
Nein, die hier anwesenden Linken hätten bereits 2008 für Euro Bonds votiert. Für alle Neuschulden. Mit klar definiertem Regelwerk und somit maximalem Ausfallschutz. Ausgegeben von der EZB.
Aber das wollte der national Michel nicht hören, das hätte ja ein paar Milliarden kosten können. Sie waren immer einer davon. Jetzt bekommen Sie wieder ein Hilfskonstrukt serviert, das alleine auf die deutsche Dämlichkeit zurückgeht, die Wahrheit nicht beim braun umrandeten Wähler platzieren zu können. Das ist des Pudels Kern an der Sache. Merkel will immer wieder Menschen wie Sie beglücken und scheitert ein ums andere Mal an der normativen Kraft des Faktischen. Aber immerhin bekommt Sie für ihren Chaotenkurs die erhoffte gute Presse. Dass das alles Hunderte von Milliarden extra kostet und nur die Finanzlobby stopft, interessiert Sie genausowenig wie all die anderen Kasper da draussen.
Der eigentliche Skandal ist, dass Verursacher wie Sie, sich überhaupt noch trauen hier irgendwas gegen andere zu polemisieren.
@ola
Euro Bonds sind auch nicht links. Du biederst dich doch damit immer noch den Finanzmarktakteuren an.
Die Macht der Banken und Versicherungen kannst du so nicht brechen. Aber letztere ist doch das Problem. Deswegen (also wegen dieser Machtposition) funktionieren die ganzen Erpressungen so gut.
Jepp, du redest über den long shot. Da stimme ich zu. Aber zuerst hätte mal das System stabilisiert werden müssen. Schnell und so günstig wie möglich. Da waren Bonds ein realisitscher Weg. Alles was wirklich ans Eingemachte geht, setzen wir sowieso nur um, wenn das Ding komplett an die Wand fährt. Von daher hätte man natürlich als echter Linker auf die marktradikalen Spinner setzen können um wirklich den großen blow zu verursachen.
Nur leider beschleicht mich dabei auch immer wieder das Gefühl, dass am Ende zig Millionen völlig Verarmte und Hungernde achselzuckend in Kauf genommen worden wären. Zwischen den beiden Dingen schwanke ich immer wieder. es gibt so wenige Beispiele in der Geschichte, wo dem Kapitalfaschismus wirklich auf die Pelle gerückt werden konnte. Meist trug der kalt lächelnd seine Krise wirklich brutal auf dem Rücken der Wehrlosen aus und die reagierten überraschenderweise mit noch mehr Angst und Unterwürfigkeit..
@ola
Die Amerikaner haben den einfachen und richtigen Weg gewählt. Staatsfinanzierung über die Zentralbank.
Dort kann der Staat dann über Spekulation mit Staatsanleihen nicht mehr erpresst werden. (Dummerweise befindet sich dort der Staat anscheinend ohnehin weitestgehend schon in der Hand der Oberschicht; aber gut).
Also es gibt den (relativ) einfachen Weg schon. Auch ohne Verfassungsbruch. Eine mittel- bis langfristige Lösung ist das natürlich nicht.
In Europa ist die Situation etwas komplizierter. Aber die Spekulation gegen den Euro (Methode George Soros) hätte man sich ersparen können. Zum Schluß werden es Zocker wie Soros sein die wieder die große Knete machen. (Er selbst spricht ja von “Raubzügen”.) Ich gehe davon aus das dieser Typ einer der involvierten Großzocker ist die hier die Preise und Zinssätze bewegen. Sein öffentliches Engagement (über Interviews etc) ist zumindest auffällig. Auch die darin enthaltenen Aussagen sollen die Menschen aufs Glatteis führen.
Ja klar – ich ändere das. Danke!
Jetzt muss Schluss sein mit den Verbrechern.
Der zypriotische Bankensektor hat eine Bilanzsumme von rund 152 Mrd. Euro.
- Das BIP in Zypern beträgt 18 Mrd. €,
- Die Darlehn an Griechenland 25 Mrd. €.
- Die Gelder der russischen Oligarchen und Mafiosi der ganzen Welt betragen bestimmt über 100 Mrd. € den Banken zur “Anlage” überlassen.
Diese Zahlen stimmen und bei den Zahlen im Artikel handelt es sich nur um Teilbeträge.
Und diese Banken sollen wir retten? Pleite gehen lassen und jeden Zyprioten 12.000€ bar auszahlen (die Durchschnittsrente in Deutschland p.a.) und dann Zypern politisch und wirtschaftlich den Russen überlassen. Putin kann dann seinen Freund, den “Gasableser aus Hannover” als Experten einsetzen.
Das stimmt so nicht.
Das richtige Stichwort wäre Seigniorage.
Z. Bsp., http://ftalphaville.ft.com/blog/2012/02/29/903061/how-deep-are-the-ecb’s-pockets/
mit pdf-Link auf Willem Buiter.
Wenn die Staaten freiwillig Mitspielen ist die Rechnung, sowie die realen Erträge des Staates, von denen ausgegangen wird und die als Berechnungsgrundlage dienen, doch korrekt?!
Was mich aber erheblich mehr beschäftigt ist diese Passage aus dem Artikel:
“Am Montag verkündete die EZB, dass aufgrund der Abwertung der zypriotischen Staatsanleihen durch die Ratingagentur Fitch diese Papiere im Eurosystem nicht mehr als Sicherheit akzeptiert werden. Diese Entscheidung entspricht zwar den Buchstaben des EZB-Vertrags, bei allen anderen europäischen Krisenstaaten wurde jedoch seitens der EZB eine Ausnahme gemacht – selbst griechische Anleihen gelten bei der EZB als sicherheitsfähig.”
Das Zustande kommen von diesem Szenario wurde ja nicht über Nacht von den verantwortlichen Ausgeheckt und über die Köpfe der Politik entschieden, da steckt System dahinter und wenn Banken sich ein Betätigungsfeld aussuchen dann ist auch ein Konzept vorhanden, wie um alles in der Welt konnte die Politik das zulassen und weshalb um Gottes willen wird so weiter gemacht? Die Verflechtungen der handelnden Akteure grenzen an Bandenkriminalität, oder haben diese Grenze schon längst überschritten, die Fossilen Vorkommen vor der zypriotischen Küste können Antrieb sein niemals ein einziger Grund.
“Mit diesem Schritt hat die EZB den gesamten zypriotischen Finanzsektor vom Finanzierungsfenster abgeschnitten.”
Die Fakten und Zusammenhänge des Dramas um Griechenland und Zypern bzw. EU werden hier erneut und eindrucksvoll Geschildert, sie finden sich weder in den Öffentlich Rechtlichen, noch in der übrigen “Freien Presse” wieder. Dem kann sich doch kein Journalist auf Dauer entziehen?
Kurz gefasst: durch Seigniorage der ECB oder ESM mit Banklizenz
kann man sogar mit PIIGS-Schulden Geld verdienen. Die Teilhaber der ECB/ESM
sind ja letztendlich die Staaten.
Inflationsrisiko ist dabei gering.
Genau das ist das Problem, “(..)kann man sogar mit PIIGS-Schulden Geld verdienen”
Heute steht ja im Bundestag eine wichtige Entscheidung zum Geld verdienen an und wenn die Herren und Damen im Bundestag dem Fiskalpakt samt ESM und co KG zustimmen, werden die betroffenen Länder auf die eine oder andere Art, je nach Verschuldung von einem Gouverneurs-Club regiert, die Finanzminister haben aber die Möglichkeit nach Gesetz und Verordnungen, den Job an externen Sachverstand abzugeben, wenn Banken dann regieren und nichts anderes beinhaltet der Fiskalpakt, haben die Bürger um die es mE nach geht, nichts..rein gar nichts mehr zu melden und um den schönen Schein dabei nach aussen zu wahren, zumindest in der ersten Zeit, übernehmen dann lächelnd der Herr Schäuble für D. und innerhalb der Bankbranche und hinter verschlossenen Türen der Rockefeller als Synonyme für FED, IWF, EZB und co. “die Gewinnwarnung”, das hatte ich vergessen.
Niemand, NIEMAND kann dann dagegen vorgehen, das Gesetz ist die Bank und damit ist auch ein Bürgerbegehren oder Veto samt Petition oder sonstige juristische Schritte usw. von vorne herein ausgeschlossen!!
Meine Rede seit jeher. Der ESM ist de facto ein Ermächtigungsgesetz, das dem Gouverneursrat absoluten Zugriff auf alle Steuergelder aller Signaturstaaten gibt, bei gleichzeitiger absoluter Immunität der Gouverneure und ohne jegliche Kündigungsmöglichkeit – außer durch Krieg (ja, genau).
Dass sich die Abgeordneten von rotgrüngelbschwarz in Deutschland und all den anderen Parteien in all den anderen Unterzeichnerstaaten dieser zutiefst demokratiefernen und rechtlich empörenden Enteignung unterwerfen, kann nicht mehr rational erklärt werden.
Ich neige eher nicht zu Verschwörungstheorien, aber hier hat wohl die Finanzindustrie, gesteuert von den USA und England, den Endsieg erzielt.
Dazu muss keine einzige der Verschwörungstheorien zur Hilfe genommen werden, die reinen Daten sind Aussagekräftig genug. Was ich mir aber in der Theorie vorstellen könnte um dieses Europa noch zu retten, ist die weitere Vorgehensweise wenn dem Fiskalpakt zugestimmt wird. Der Wunsch ist Vater des Gedanken aber als überzeugter Europäer bleibt die Hoffnung das durch die Möglichkeiten die der Fiskalpakt ja ermöglicht um von aussen in die Geschicke eines Staates einzugreifen, es die selben Möglichkeiten birgt, den Banken gehörig auf die Finger zu klopfen und endlich die Verhältnisse in Europa wieder gerade zu rücken?
noch während ich schrieb musste ich feststellen, das wird nix!
@Very Serious Sam
“Ich neige eher nicht zu Verschwörungstheorien, aber…”
Es gefällt mir immer wieder, wenn jemand seine Meinung mit diesem Bekenntnis anführt.
Tut mir leid.
Die erste Replik von mir war eine Antwort auf den Eintrag von Very Serious Sam.
Banken in Insolvenz gehen lassen und neue gründen.
Es wird wirklich langsam Zeit, daß die Banken, die überschuldet sind (also fast alle), liquidiert werden. Außerdem müssen wir wieder die Trennung von normalen Banken und Investmentbanken haben. Eine normale Bank darf nicht selbst spekulieren!
@gerhardq
Mir konnte noch niemand schlüssig erklären, weshalb es überhaupt private Banken geben darf. In einem stabilen Währungssystem sollte ausschließlich der Staat selbst das Geldschöpfungsmonopol haben – alles andere führt zwangsläufig zyklisch in den Bankrott.
Bei einer privaten Bank ist der Bankrott möglich.
Bei einer staatlichen nicht. Und wohin das führt das kannst Du besonders JETZT SEHEN.
Fragen?
@Sergio
Sicher. Wie kann ich das JETZT SEHEN, wo die Staaten aufgrund der Schulden der privaten Banken insolvent sind?
Die Banken haben ja faktisch Kredite ohne Risiko an die Staaten vergeben, sie werden ja wieder von den Staaten gerettet. Das ist ja das profitalste Geschäftsmodell der Menschheitsgeschichte.
Daher wäre die jetztige Schuldenstandssituation faktich automatisch vorprogrammiert, nur mit dem Unterschied dass die Schulden nicht durch Bankenkredite sondern durch den Einsatz der Notenbanken durch den Staat geschehen würde. Was sollte den den griechischen, spanischen oder italienischen Staat daran hindern das Geld für ihre Schulden einfach zu drucken?
NICHTS!
@Sergio
Du sülzst (niveaulos) am Thema vorbei. Daher noch mal die Frage:
Wie kann ich das JETZT SEHEN, wo die Staaten aufgrund der Schulden der privaten Banken insolvent sind?
Dazu eine Frage noch: was schlägst du vor, dass Zypern nun machen soll, wenn nicht die Steuern auf ein faires Normalmaß bringen? Und was soll Europa nun mit und für Zypern tun?
Apropos Russische Gelder in Zypern… Genosse Stalin hätte den Kleinstaat wahrscheinlich erst mal militärisch besetzen lassen und geguckt was dabei rauskommt. Hach ja alte Zeiten… heute ist das dann wahrscheinlich wieder so das das ganze schöne Geld das die Spekulanten in Privatyachten und Rolexe umgesetzt haben, natürlich in militärisch besser geschützten Bereichen wie etwa der US-Diaspora, so den ärmsten Leuten abgenommen wird.
Das ist langsam ein ganz schönes Krisengebiet hier…
Wäre das richtige Verhalten nicht dann die Banken von Anfang an Bankrott gehen zu lassen?
Natürlich. Und nicht nur die in Zypern, sondern alle Zombiebanken in allen Ländern (einschließlich Deutschlands) gehören längst abgewickelt, koste es die Aktionäre und Mitarbeiter, was es wolle.
@Very Serious sam
Die Feststellung ist Blödsinn, denn es ging/geht noch nie um Menschen und Aktionäre: Siehe Schlecker mit seinen 25.000 MA.
Merkel will in DDR-Manier (mehr hat sie nicht im Kopf) die demokratischen und sozialen Rechte Deutschlands aushebel.
….und was mit Zypern geschehen soll?
Da hilft nur ein Vulkanausbruch mit anschließendem Tsunami.
Dass Merkel zutiefst antidemokratisch ist, wie auch Schäuble und andere Mitglieder der politischen ‘Elite’, steht für mich außer Frage.
Zu den Aktionären und Mitarbeitern: natürlich sollten stets die zunächst in die Pflicht genommen werden bei Schieflagen ihrer Bank. Nicht die Steuerzahler. Nur läuft es halt genau so.
Ein Rechenbeispiel. Die Deutsche Bank hatte 2009 ca. 77.000 Mitarbeiter, das durchschnittliche Gehalt war 147.000€. Wenn das auf einen in der Realwirtschaft üblichen Betrag gekürzt würde, z.B. 60.000€, wären pro Jahr in erster Näherung rund 7 Milliarden frei, um das Eigenkapital aufzubessern.
Und bei den anderen Banken, ob deutschen Landesbanken oder zypriotischen Ablegern griechischer Banken, die wiederum französischen Banken gehören, sieht es zwar nicht beim Volumen, aber beim Grundprinzip ebenso aus.
Aber statt in diese Richtung tätig zu werden oder gar die Zombibanken abzuwickeln, lassen die Politiker aller Länder lieber ihre Bevölkerungen bluten.
In diversen Foren toben z.Z. jede Menge Foristen aufgrund der scheinbaren Zugeständnisse von Frau Merkel an die Südeuropäer auf dem gestrigen EU Gipfel.
Es werden Horrorszenarien an die Wand gemalt, die sachlicheren unter den Meinungsäußerungen gehen m.E. in diese Richtung:
Dirk Müller zum Krisen-Gipfel
Mich würde es interessieren, wie der hier evtl. anwesende Sachverstand die Lage einordnet, hat Müller etwas recht oder ist es z.B. so etwas wie “last exit to brooklyn” für die Gemeinschaftswährung (€ Bonds light?), oder nur Fassade um Monti beim Wahlvolk nicht allzu schlecht aussehen zu lassen?
@Heldentasse
Weiss ich nicht, weil ich da noch nichts gelesen habe. Aber dafür habe ich das hier gefunden (Gacker, Brüll :-):
http://www.spiegel.de/politik/ausland/bild-841688-370347.html
@schwitzig -> Der ist gut!
Gruß
P.S.: Auch wenn mich evtl. einige dafür steinigen würden -> aus dem Gesichtspunkt heraus, das es nicht schadet aktuell einen klaren Kopf zu behalten, ist es vielleicht sogar ganz gut das Teutschland kein EU Fußballmeister mehr werden kann. Der Wahn im gemeinen Volke wird nun schneller abflauen und mögliche politische Sauereien werden etwas erschwert (hoffe ich).
Jaha, das passt richtig gut gerade. Vielleicht hat sich das Mutti auch gedacht und den Jogi gebeten, die Italiener nicht so sehr zu ärgern, weil Monti schon auf 180 ist.
Was ist schon so ‘ne Fußball-Europameisterschaft gegen den andauernden Spaß, das eigene Volk ausplündern zu können? Biete sozialstaatsfreie Region mit willigen Heloten gegen den EM-Titel! Das ist doch mal ‘n Deal!
@Heldentasse
Ist wirklich eine schlimme Sache die da abläuft. Die Hochfinanz ist jetzt quasi eingeladen sich selbst zu bedienen. Eine kleine Erpressung (“Hilfe, wir brauchen Kapital”) und schon gibts Knete aus dem großen Topf. Dann kann schon wieder weitergezockt werden. Voll auf Risiko. Der Steuerzahler bezahlt es ja.
Besonders exquisit wird die Sache durch den Zusammenhang zur (verfassungsbasierten) Schuldenbremse.
Das heißt: Es wird sowohl Ausgabenkürzungen als auch Steuererhöhungen geben. Beides beim “kleinen Mann”. Damit die Gier der Spekulanten aus der Banken- sowie der Versicherungsbranche bedient werden kann.
Die größte Unverschämtheit: Die Totalausbeutung der europäischen Länder wird den Menschen noch als europäischer Einigungsprozess verkauft. Echt dummdreist!
Ein trauriger Tag für Europa und ein trauriger Tag für die Menschheit.
Noch nie gab es so viel Korruption in Deutschland wie heute. Noch nie waren die Deutschen so dumm wie heute.
@Fette Beute
doch, doch … 1933. Und ich finde die Aktion von ATTAC Aachen mehr als passend. Wenn Analogien passen, sollte man sie auch ziehen, denn sonst besteht die Gefahr der Lernresistenz.
@schwitzig
Ich sage es nicht gerne. Aber ich verstehe langsam warum man 1933 die Weimarer Republik nicht mehr haben wollte. Wenn es damals nur die Häfte der Korruption gegeben hat, die es heute gibt, dann ist mir langsam alles klar. Ein derartiger Saustall hat wirklich keine Unterstützung verdient.
@schwitzig
Fette Beute hat voll Recht.
Noch nie gab es so viele dumme Abgeordnete,
obwohl sich die Kommunikationstechnik seit 1933 “stark verbessert” hat und es gab noch nie so viele dumme, desinteressierte Deutsche.
Stimmt. Deswegen sind uns heute Lebenden schärfere Vorwürfe zu machen als den “Hitlerwählern” anno 1933. Und zwar wesentlich schärfere Vorwürfe.
Mir kommt die gegenwärtige Krise vor wie eine Parallelwelt. Das liegt wahrscheinlich daran, dass bei uns in Deutschland jene Krise noch nicht so massiv präsent ist und das (im Jahre 1933 kaum vorhandene) Sozialsystem die Opfer der Verhältnisse auffängt. Zudem gibt es das Internet, wo sich Menschen ihre Wut, ihren Hass, ihre Unzufriedenheit von der Seele schreiben. In den 1920er- und 1930er-Jahren hätte es Straßenschlachten gegeben in unserem Land.
Verfolgt man die Foren, so brennt das Land – aber eben nur virtuell. Draußen scheint die Sonne und die Leute werfen Würstchen auf den Grill. Von Systemwechsel und Aufruhr keine Spur. So künstlich wie das Geld ist, so künstlich scheint die Krise zu sein. Dazu kommt, dass mehr als 60 Jahren Frieden und relativer Wohlstand ziemlich phlegmatisch und schläfrig machen.
Als Anti-ESMler kam ich mir auf der Demo vor wie wie Kuriosum, wie ein Mitglied einer Theatertruppe. Ich stand da und habe protestiert, während der große Rest der Welt im Shoppingrausch war. Es geht uns also noch ganz gut, wenn die drängenden Fragen der Zeit keinen Raum einnehmen im Bewusstsein der Bevölkerung.
@FetteBeute
Danke für die Resonanz.
das kann ich noch nachvollziehen, wobei das doch eigentlich nur eine konsequente Fortführung der gewohnten Finanzpolitik/ “Krisenbewältigung” ist, denn bis jetzt haben die Parlamente ja auch alles (weil TINA) an den Steuerzahler (als Bürgen) weitergereicht, und der Aufkauf von Staatsanleihen & “Geldflutungen” durch die EZB läuft nach dieser (umstrittenen) Lesart ja auch darauf hinaus. :-(
Wenn man für bare Münze nehmen sollte was Mr. Dax sagt, wird doch gerade durch die aktuellen Beschlüsse die EU weite Schuldenbremse ausgehebelt, weil das ESM Geld bedingungslos an “notlandende” Banken/ Staaten fließt?
@Heldentasse
Aber nicht für Deutschland. Da steht die Schuldenbremse schon in der Verfassung drin. Schön, nicht?
Und auch andernorts wird man die Schuldenbremse noch reinnötigen. Mach Dir da mal keine Sorgen.
Institutionalisierte Ausbeutung ist doch für den Kapitalisten das Paradies auf Erden. Glaubst Du die lassen sich diese Gelegenheit entgehen? Nachdem man gemerkt hat das da keinerlei Widerstand aufkommt. Ich denke nicht.
Die Schuldenbremsen sind anscheinend schon in einigen Ländern implementiert. (s. Wiki-Artikel)
Wie bringen Sie Ihre durchaus diskutable Aussage über die (Dummheit) Ich Bezogenheit des teutonischen Volksstammes, mit der angeblich so überirdischen Revolution des Wissens und der Information durch das Internet zusammen?
Tja…. :)
war wohl nix, die Menschen ändern Ihr Verhalten nicht wegen irgendwelcher Medien, egal ob Schiefer, Buchdruck oder Nadeldrucker…
Und noch was, erst wenn wir wieder mit Leica und K43 bewaffnet durch Europa marschieren, um zuerst alles abzuknallen und das dann auf Zelluloid (Bild-Speicherkarte der Vergangenheit) für die Lieben zu Hause zu bannen, haben wir uns dieses Prädikat verdient. Vorher bleibt diese Bezeichnung wohl doch noch der Generation unserer Großeltern vorbehalten.
@ola
Zu einer kriegerischen Auseinandersetzung kommt es nur, wenn der Bestohlene auch bereit ist sich zu wehren. Das ist er aber nicht.
Liegt wohl daran, dass die Bestohlenen sich lieber in Nationalismen suhlen, während die Diebe derartige Muster schon lange zu den Akten gelegt haben und globale Sausen veranstalten. So sucht man den Dieb immer dort, wo er gar nicht ist :)
Heribert Prantl sieht das auch so:
http://www.sueddeutsche.de/politik/abstimmung-ueber-den-esm-im-bundestag-und-bundesrat-wie-man-einen-vertrag-aendert-ohne-ihn-zu-aendern-1.1397639
Zum Prantl-Artikel: Wie soll eine EU bei einer solchen unseriösen Politik eine Zukunft haben? Lasst alle Hoffnung fahren!
Ein Wunder, dass dieses Konstrukt so lange gehalten hat! Back to the roots!
Nachdem ich gerade Sergios großartige Youtube-Links von Peter Schiff gesehen habe, der nicht nur die Immobilienblase exakt in jedem Detail Jahre vorher vorhergesagt hat, sondern auch die Währungsspekulationen heute, empfinde ich auch als Linker gerade sehr liberale Züge in mir und denke Dirk Müllers Äußerungen sind in keiner Weise überzogen.
Wenn nur ein Bruchteil der Kohle, die alleine letztes Jahr mit dem zweiten “Hilfspaket” in Griechenland versenkt wurde, etwa 15.000 Euro pro Einwohner inklusive Zinsen für 10 Jahre, wirklich bei den Hilfesuchenden angekommen wäre, würde Griechenland jetzt boomen.
Statt dessen wird unser Geld direkt an Banken umgeleitet, die eigentlich Pleite sein sollten, weil sie falsch investiert und jede Sorgfaltspflicht verletzt haben. Das ganze Geld landet nur bei der Oligarchie oder Korporatokratie, wie man sie immer auch nennt, und rettet auch nur diese.
Länder wie Griechenland, Spanien und vor allem Italien können nicht so weitermachen, wie bisher, und natürlich vor allem die USA, die mit ihren Ratingagenturen nur von sich ablenken will und durch die Eurokrise enormen Dollar-Zustrom erfährt, ohne jede wirtschaftliche Grundlage.
Wir erleben den letzten Kampf der großen Währungen, die nur auf noch mehr Pump noch am Laufen gehalten werden und nach dem nächsten Boom schreien, mag er auch noch so unrentabel sein.
Die deutsche Wirtschaft hat ihren Standortvorteil nicht auf Pump und Konsum aufgebaut, sie hat sich den erarbeitet. Wäre ich Spanier, würde ich sagen: Geld drucken! Aber ich bin kein Spanier und da liegen 750 Milliarden Euro alleine im Target 2 an deutschen Forderungen gegenüber den EU-Ländern. Das sind fast 19.000 Euro pro Arbeitnehmer. Die Frage ist, dürfen sich diese Länder aus ihrer Schuld mit unseren Steuergeldern heraus kaufen oder sollen die auch mal Deutschland mit preiswerten Produkten versorgen, wenn sie dazu gezwungen werden?
Ich tendiere für eine Mischung aus liberal und Links. Lasst die Rezession laufen, z. B. in Griechenland, es wird eine Art ökonomischer Neugeburt, aber kümmert euch um die Menschen und sorgt für einen Mindeststandard und genug Umverteilung nach unten. Wenn aus dem Fiskalpakt auch eine europäische Lösung zur effektiveren Besteuerung großer Vermögen entstehen würde, wäre ichdafür, aber danach sieht´s nicht aus.
Aber interessant sind auch die immer größer werdenden Gemeinsamkeiten zwischen der Linken und den echten Wirtschaftsliberalen:
Verstehe ich so nicht. Bemerkenswert aus meiner Sicht ist, dass es eine parteiübergreifende Initiative gegen den Fiskalpakt gibt, von Gauweiler (CSU) über Däubler-Gmelin (SPD) bis zur LINKEN. Die “Erosion rechtsstaatlichen Denkens” ist eine systemische Bedrohung, die letztlich viel dramatischer ist, als die Pleitegefahr irgendwelcher Staaten oder Institutionen. Wagenknecht nennt es hier die Bedrohung durch einen “kalten Putsch gegen das Grundgesetz”.
Und beantwortest dein Unverständnis quasi selber. Beide Parteien sehen völlig begründet das Steuergeld Richtung Banken fließen und beide Seiten sind sich einig, dass Banken Pleite gehen müssen, wenn sich verspekuliert haben und das vernünftiges Wirtschaften belohnt werden sollte. Über das “Wie” ist man sich nicht einig als auch über die Alternativen, aber wenn alle anderen Parteien wohl im Gleichklang ESM und Fiskalunion ausrufen, sollten sich die Stimmen zusammentun, die dagegen sind, egal aus welchen Gründen. Die Occupy-Bewegung wird ja auch deshalb nie konkret, weil es genügend Befürworter gibt, mit völlig unterschiedlichen politischen Glaubensrichtungen.
Dirk Müller und Sarah Wagenknecht haben trotz unterschiedlicher politischer Ansätze mehr gemeinsam als jemals zuvor und das auch schon bei Talkshows wie Maischberger mehr als deutlich gezeigt.
Es sind Leute wie Stiglitz, die da die Schnittmenge bilden. Einerseits braucht es einen starken Sozialstaat, der umverteilt, das Schlimmste verhindert und zukunftsweisende Investitionen tätigen sollte, andererseits einen “freien” Markt, der nicht manipuliert wird und einen Spiegel der realen Wirtschaft abbildet. Beide Seiten haben mittlerweile oftmals erkannt, dass das eine nicht ohne das andere geht. Weder wird ein markt-renitenter Staat noch ein freie Wirtschaft nach Milton Friedman wirtschaftspolitisch noch ernsthaft angestrebt und was da gerade im Bereich Bankenrettung unter diversen Schlagwörtern wie ESM auf der Matte steht, können sich ja fast nur Freimaurer/Illuminaten ausgedacht haben. Die Staatshaushalte füllen die Kasse der Banken, die sich wieder damit verspekulieren werden, bis sie der Staat wieder retten muss.
der ‘freie’ Markt ist ein Mythos, lies beispielsweise Steve Keens Debunking Economics
btw
ich hatte schon mal darauf hingewiesen, aber da sich die Idealisierung des ‘Liberalismus’ selbst unter ‘Linken’ hartnäckig hält, noch einmal der Verweis
„Heer der Sklaven, wache auf!“
http://www.andreas-wehr.eu/heer-der-sklaven-wache-auf.html
Steuergelder in Richtung Banken fließen sehen, ist aber eine sehr dünne Gemeinsamkeit, wer das nicht sieht muss schon blind oder verblödet sein. Großbanken in die Insolvenz gehen zu lassen, fordern manche FDP-Politiker, wenn in konkreten Fällen aber die Folgen unabsehbar sind, trägt die FDP dann aber stillschweigend den Steuergeldtransfer zur Bankenrettung mit. Haben sie zum Fiskalpakt zugestimmt, oder nicht? Politiker sollte man immer nach ihrem Handeln beurteilen, nicht nach dem was sie bei der Maischberger sagen. Was sagt die FDP zur Verstaatlichung systemrelevanter Banken?
Nachtrag zur Konkretisierung der Unterschiede:
“FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle verteidigte Fiskalpakt und ESM. Hier werde die Grundlage einer neuen Finanzarchitektur in Europa geschaffen.” (WELT)
Neue Finanzarchitektur! Wo sind da die Gemeinsamkeiten mit der LINKEN?
na ja in der Vorstellung der idealistischen Adepten eines wahren Liberalismus hat die fdp nichts mit solchem wahren Liberalismus zu tun und ist bestenfalls eine sozialdemokratische etatistische Verfremdung desselben. Das einzige am Staat, was dieser wahre Liberalismus zulässt, ist der Nachtwächterstaat, der sich nicht zwischen dem (freien) Predator und seiner (freien) Beute stellt, sondern das Verhältnis der Predatoren untereinander arbitriert und die Beute notfalls diszipliniert, wee sie sich nicht ‘frei’ ihrem Schicksal ergeben will. Nur in diesem letzten Sinne hat der Staat in dieser Vorstellungwelt versagt, als er einer Sektion dieser Predatoren (dem Finanzsektor) unzulässige Privilegien vor den anderen (in der so genannten Realwirtschaft) garantiert und so aber die Widersprüche noch mehr verschärft und die Stabilität des gesamten Systems zunehmend gefährdet (über die sozialen Widersprüche hinaus, die aus der Predator-Beute-Beziehung erwachsen) . Dass der real existierende bürgerliche Staat korrumpiert ist, steht außer Frage, das ist er von Grund auf, da seine im ursprünglichen liberalen Sinne Existenzberechtigung darin liegt, im sozialen Austausch die günstigen Bedingungen für die Aktivität der Predatoren zu gewährleisten.
Den Verlauf der Immobilienblase konnte jeder Honk seit 2003 in der FTD, Handelsblatt, FAZ, sogar selbst im Spiegel nachlesen… Wie Schiff aus dieser Gruppe herausragt, ist unverständlich. Ich finds komisch, dass Sergio hier dauernd Werbung für Austrians macht.
Zu Merkels heutigen Beschluss: Da die Gesetzesvorlagen noch nicht draußen sind, ist es müßig darüber zu diskutieren. Ich hoffe, die Auflagen werden im Nachhinein noch verschärft. Wenn nicht, dann hat Deutschland ein richtig großes Problem am Hals. Ansonsten ist es erstmal gut, dass die Zinsen von Spanien und Italien heute gesunken sind. Italien ist wie schon gesagt nächstes Jahr eh raus und Monti hat wie Rajoy schon wichtige Reformen angestoßen.
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Merkel hatte eh keine Wahl. Monti hat mehr oder weniger direkt mit einem Bankrott Italiens gedroht. Und da Italien ein Primärüberschuss hat und Deutschland massig italienische Anleihen hält, hätte das Deutschland und nicht Italien das Genick gebrochen. (Lustig wie SPON glaubt, dass Merkel “den Euro” gerettet hat. Die deutsche Volkswirtschaft stand hier kurz vor Lehman II.)
Ich frage mich hingegen, wie die USA und GB das Ende dieses Jahres überleben sollen. Die Ratingagenturen können die Angelsachsen nicht ewig abschirmen. Ich glaube zwar nicht daran, aber es wäre ein Fest dabei zuzusehen wie Ratingagenturen die US-Papiere und deren auf Ramsch-Niveau stufen und damit das System crashen lassen. Vergesst nicht, dass abgestufte Papiere nicht mehr bei Versicherungen etc. gehalten werden dürfen -> höhere Zinsen. Die Ratingagenturen haben einen Bekannten nach versucht die Euro-Krise durch richtig getimetes Abstufen zu verschärfen.
Angesichts der geballten Inkompetenz in der Ökonomie werde ich mich zudem auch umorientieren. Gut, dass ich auch Arzt werden kann und noch jung bin. Bella Italia!
Jaja, also “Alle” haben das gewusst dass die Immobilienblase platzen wird. Was ist den mit deinen vermeidlichen Helden Ben Bad Banky oder Krugman. Wenn man das folgende Video anschaut, eine Sammlung aus Kontoversen zwischen Austriens und Keynsianern müsste man sich ja für die Keynsianer nur schämen:
https://www.youtube.com/watch?v=MnekzRuu8wo
Jeder unbefangener Seher der dieses Video sieht kann nur eines konstatieren: Irgendwas verstehne die Austrians besser als die Keynsianer. Ich werde mein bestes tun, ob jeden das “Irgendwas” aufzuzeigen. Am Ende werden alle Austrians
@Sergio
Dazu ist die Quote der Gehirnamputierten noch nicht hoch genug.
@Sergio
Das ist wohl eher müßig. Irgendjemand hat immer irgendetwas gesagt. Manchmal liegt der jeweilige Spekulant richtig. Manchmal nicht. Im Nachhinein die Helden zu küren führt nur zu einem ständigen Wechsel der Heroen.
Voraussagen über die Konjunktur bleiben im Kern immer Kaffeesatzleserei. Niemand kann 100%ig wissen was unsere schwarmdummen Marktteilnehmer als nächstes anstellen.
Zitat des unbekannten Spekulanten:
“Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen.”
Ansonsten herrscht hier im Forum wohl Einigkeit darüber, das wir es im Westen vermehrt mit einer Bubble-Economy zu tun haben. Das hat wohl auch mit der fortschreitenden Deindustrialisierung zu tun.
Wer mit Video glotzen argumentiert, sagt alles über die Stärke seiner Argumente aus.
das ist nicht wahr, Schiff war nur einer von leider wenigen, die die Finanzkrise 2007 vorausgesagt haben, auf jeden Fall war er nicht der erste, das Dean Baker bereits 2002 darauf auf die Gefahr hinwies. Steve Keen, einer der prononciertesten Kritiker neoklassiker Ökonomie rechnet sich den Post-Keynesianer zu. Auch er hatte die Krise vor Schiff vorausgesagt. Von den wenigen, die das taten, gehört die Mehrzahl der post-keynesiansischen Denkschule bzw dem heterodoxen Post-Keynesiansimus. Was die ‘österreichischen’ Jünger hier treiben, ist einfach Desinformation und Lüge.
http://www.spiegelfechter.com/wordpress/8328/irrfahrt-im-fiskalsturm#comment-177958
Du scheinst ja da sehr sicher zu sein das wir “Lügen”. Zumindest gestehst Du dass die Austrians es vorhergesehn haben. Ist schon mal ein Fortschritt
Also wenn Du mir irgendein Aquivalent zu Peter Schiff Video zeigts
(https://www.youtube.com/watch?v=jj8rMwdQf6k), ob Youtube oder Artikel werde ich es gerne lesen. Ich zweifel aber das Du mir da was geben kannst, den Peter Schiff hat nicht nur das platzen der Immobilien vorhergesagt, sondern dann auch gesagt was der Staat machen wird und welche neuen Krisen es hervorrufen wird. Das besondere an Peter Schiff ist ja dass er den Verlauf der Krise und die Rolle der Beteiligten EXAKT vorhersagt.Nicht nur ein labitares “Der Häusermarkt ist heissgelaufen”. Peter Schiff benutzt ja die Österreichische Konjunkturzyklustheorie. Er beschriebt WIE es zur Immobilenblase kommen wird, und WAS die Ursachen sein werden. Hinzukommt noch, dass er die Reaktion des Staates auf die Krise EXAKT vorhersagt und die neue Krise die dadurch ensteht auch noch beschreibt.
Zeig mir dein “Beweisstück”, welches so eine Tiefe hat. Ich bin mir sicher Du findest keins, ausser von einem anderen Austrians wie zB vom Marc Faber
@Sergio
Peter Schiff ist Chef einer Investmentfirma. Wie jeder andere Spekulant versucht er über Interviews Märkte zu manipulieren. In eine für ihn und seine Spekulation günstige Richtung. Der Mann ist nicht als Wissenschaftler unterwegs.
Wenn er Short spekuliert, dann wird er versuchen eine Panik auszulösen.
Wenn er Long spekuliert, dann wird er sagen das alles gut ist.
Lass dich doch von solchen Leuten nicht veräppeln.
ich habe mehrmals Links gegeben und mehrmals Steve Keen debunking economics angegeben. Ich habe wirklich keine Lust und Zeit mich weiter mit religiösen Eiferer wir dir auseinanderzusetzen
btw
das ist der Link zur Studie von Dirk Bezemer, auf die sich Steve Keen in debunking economics und der von mir verlinkte Blog-Beitrag beziehen. Bezemer hat den akademischen und medialen Diskurs nach jenen durchsucht, die vor der Krise gewarnt haben, ehe sie eingetreten ist. Er hat dabei folgende Kriterien ausgewählt:
- es gibt Dokumente, die ihre Einsicht begründen
- sie gingen dabei über die bloße Vorhersage einer Immobilienkrise hinaus, dh sie stellten die, analytisch begründete, Verbindung zur rezessiven Auswirkungen in der ‘Realökonomie’
-Die Vorhersage muss von dem Analysten selbst stammen und muss in der public domain verfügbar sein
- Sie muss zeitlich bestimmbar sein
Bezemer kam dabei mit den 12 Namen heraus, die im verlinkten Beitrag genannt sind. Die Mehrzahl davon sind nunmal Ökonomen, die sich dem heterodoxen Keynesianismus bzw Post-Keynesianismus zurechnen. Es sind aber auch zwei ‘Österreicher’ und auch zwei unorthodoxe Neoklassiker dabei.
http://mpra.ub.uni-muenchen.de/15892/1/MPRA_paper_15892.pdf
Peter Schiff ist die Synchronstimme von HAL in 2001: Odysse im Weltraum, das weiß doch jeder!
btw
heute wollen alle Minskyaner sein
http://www.debtdeflation.com/blogs/2012/06/30/what-utter-self-serving-drivel-brad-delong/
danke für den Link, salvo. Übrigens ist Richebacher vielleicht von der Strömung her eher “Austrian”, aber durchaus kritisch gegenüber der Praxis der Ökonomen, auch der Österreicher.
a^2
@Magicdrummer
Da fällst Du voll auf die abstrakten ideologischen Floskel der Finanzmafia herein. Deutsche Wirtschaft, Deutschland, deutsche Gelder … da fehlt noch noch das Volk und das Vaterland.
Bei Geld muss man konkreter herangehen. Die 19.000 Euro pro Arbeitnehmer sind den Arbeitern – durch soziale Erpressung, Lohndrückerei und sonstigen Schwindel – schon längst abgepresst und gestohlen worden, und die sehen es nie wieder, egal wie es weitergeht. Und da es in Deutschland keine gewinnbringenden Anlagen für dieses Hehlergeld vorhanden war, wurde es an DIE FINANZMÄRKTE, sprich weltweites Finanzcasino, getragen und verspielt. Die Gelder wurden doch den “faulen” Südländern regelrecht aufgedrückt damit sie es Vermehren und noch mehr von “deutschen” Produkten kaufen – es war angeblich gut für “DIE deutsche Wirtschaft” – Wachstum und so … Nun sind die Gelder weg! Auch gut, jetzt können die Schuldner durch Hehler ausgeplündert werden. Ist auch ein gutes Geschäft.
Damit aber nicht genug. Das davon schwimmende Hehlergeld muss noch gerettet werden, damit es weiterhin auf den “FINANZMÄRKTEN” vagabundieren kann – ist ja angeblich “unser” Geld. Mitnichten! Es war mal unser Geld gewesen, ist aber schon längst nicht mehr. Und wenn es noch gerettet werden muss, dann zahlen wir für “die Rettung” noch ein Mal drauf, ohne ein einziges Cent davon jemals zu sehen bekommen.
Nein, a, besten wäre es gewesen, dieses Hehlergeld zu verbrennen, Bach herunter gehen lassen oder verpuffen, damit es nicht noch mehr Schaden anrichtet. Des bedeute in letzter Konsequenz – Staaten entschulden und die Finanzcasinoakteure pleite gehen lassen. Das Geld ist nun mal weg.
Geschenkt ist geschenkt muss man noch zu den “deutschen” Überschüssen, auf die “wir” alle so stolz waren, letzten Endes sagen. Aus und vorbei.
Noch was zum Film mit der Wagenknechts Rede.
Mir kam so vor, dass Merkels Visage mehr als alle Saras Worte zum Ausdruck brachten – echt zum Kotzen.
Spiegel Online vom 27.12.1999:
Jean-Claude Juncker ist ein pfiffiger Kopf. “Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, was passiert”, verrät der Premier des kleinen Luxemburg über die Tricks, zu denen er die Staats- und Regierungschefs der EU in der Europapolitik ermuntert. “Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter – Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt.”
Hier Originaltext: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-15317086.html
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So… und nicht anders sieht unsere Welt aus.
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susi
Ja, wie man das heute leider mit der Abstimmung im Bundestag erleben mußte.
Bibelmaus, leider hast Du recht im Schluß, obwohl Dir Spiegel Online wahrscheinlich reichlich Unsinniges und Falsches vorgesetzt hat.
Man sollte endlich mal darüber nachdenken, Deutschland an die Anrainerstaaten aufzuteilen. Mal sehen, wenn sich die Welt dann als Sündenbock aussucht.
Was mir hier gar nicht gefällt: Dass immer wieder von Ländern geschrieben wird. Es geht nicht um Länder, sondern es geht um Banken von Ländern, egal, ob staatliche oder private. Das hat Merkel ja nun eindeutig in Brüssel klargemacht, dass es um Banken geht und eben nicht um Länder, indem sie den spanischen und italienischen Banken Kredite zusagte (hat die deutsche Bundeskanzlerin Merkel eigentlich irgendwas irgendwem zuzusagen? Wo leben wir denn?!!!), ohne dass die Länder Auflagen erfüllen müssen, wie Sozialabbau, Rentenkürzungen, Lohnkürzungen usw. für die Bevölkerung dieser Länder – wie es noch im Vertrag zum Fiskalpakt festgehalten ist. Die Front verläuft also nicht zwischen Ländern, sondern zwischen Völkern, ihren Regierungen und den Banken. Es war etwa vor einem Jahr, als ich das erste Mal las, dass man ungeniert in der deutschen “Elite” diskutiert, in Deutschland eine “weiche Diktatur” einführen zu wollen. Der Fiskalpakt schafft hierfür die Grundlage für ganz EU-Europa. Darüber muss man sich klar werden: Es geht um die Abschaffung der bürgerlichen Demokratie, die sowieso nie demokratisch war, sondern immer nur den “Eliten” dabei genützt hat, mit Hilfe von Sozialpartnerschaft in Ruhe ihren Profit zu machen. Das ist der Sinn jeder bürgerlichen Demokratie. Dass wir ab und zu mal eine Lippen riskieren dürfen bzw. durften, gehört zum Spiel. Aber sobald wir das System gefährden, lernen wir die Spielregeln von der anderen Seite kennen. Aber selbst dieses jämmerliche Ding “Demokratie” ist uns nun mit dem Fiskalpakt genommen worden. Und das ist die viel gefährlichere Seite des Fiskalpakts. Wen wundert es, dass so ein kleiner “Südstaat” wie Zypern einkassiert wird wie etwas, das man im Vorbeigehen mitnehmen kann?
die Volksseele ist allerdings mit etwas Wichtigerem beschäftigt als mit dem Verlust von [bürgerlicher, aber wer unterscheidet da schon?] Demokratie
“Zamperoni erregt deutsche Gemüter”
http://www.ftd.de/sport/euro2012/news/:halbzeit-tagesthemen-zamperoni-erregt-deutsche-gemueter/70056746.html
Wenn selbst sympathische Äußerungen solche Reaktionen hervorrufen, wird mir angst und bange. Da ist etwas Dumpfes, Gefährliches in Wartestellung. Für mich Anlass, eine direkte Demokratie noch kritischer zu sehen.
Im Netz gab es offenbar auch üble Ausfälle gegen den Tormacher der Italiener.
Wurde Euro-Gipfel absichtlich auf diesen Termin gelegt? Auch ohne das erwartete Fußball-Ergebnis hat das Timing offenbar seinen Zweck erfüllt.
angst und bange ist mir schon lange
aber apropos Skepsis gegen direkte Demokratie: Ich glaube nicht, dass die Repräsentanten (bzw Technokraten in der Postdemokratie) auf ethischer Ebene besser sind als die Repräsentierten. Ganz im Gegenteil gehe ich davon aus, dass dieser Wahnsinn in Gestalt eines angeblich benignen Nationalismus von oben gezüchtet wird, mit maßgeblicher Hilfe der Medien, gerade der öffentlich-rechtlichen. Gezüchtet wird er, um den Menschen einen imaginären Raum zu geben, um die zunehmenden realen Widersprüche zu versöhnen. In der nationalen Identität findet sich zusammen, was real nicht zusammen gehört. Das zeitigt aber tendenziell Zustände, vor denen zuweilen selbst die maßgeblichen Verantwortlichen zurückschrecken. Das ist nichts Neues: Wahnsinn verselbstständigt sich und je breiter er Fuß fasst, umso unkontrollierbare Ausmaßen nimmt er an. Es gibt keinen benignen Nationalismus, da er schon immer eine sehr effektive Herrschafstechnik gewesen ist, innere Widersprüche zu externalisieren: Er schafft nun mal eine abstrakte Identität, die den Anderen ausschließt, indem sie ihm auch eine, ebenfalls ausschließende, abstrakte Identität zuweist. In diesem imaginären Universum sich gegenseitig auschließender identitärer Räume werden die konkreten Lebensverhältnisse, die Menschen wirklich miteinensder verbinden bzw. ausschließen, praktisch überschrieben: Mit Hilfe von Bild und Fußballs wird der prekär Ausgebeutete eins mit dem Ausbeuter, während der andere Ausgebeutete als absolute Grenze der eigenen Identität, das, was ihm buchstäblich alles nimmt, wahrgenommen wird.
Die Frage ist, ob das alles gegen die direkte Demokratie spricht. E scheint so, als hätte Herrschaft damit auch noch erreicht, dass wir selbst an der Möglichkeit wirklicher Demokratie zweifeln, weil uns vor uns selbst, vielleicht zurecht, angst und bange wird. Damit geben wir aber Herrschaft ausdrücklich die Legitimation, selbstherrlich über unser Leben zu entscheiden. Das kann nicht die Lösung sein.
Oh Salvo, du bist schon fast zu intellektuell für diese Welt. Als ob sich die “Herrschaft” immer so viele schlaue Gedanken macht. Fußball ist ein emotionales Ding, zu viel sollte man darüber nicht nachdenken.
Aber zur Demokratie: ist es nicht eine Ironie der Geschichte, dass ausgerechnet die LINKE, die wie keine zweite Partei im Bundestag vom Verfassungsschutz misstrauisch bespitzelt wird, geschlossen gegen Fiskalpakt und ESM gestimmt hat und sich damit wie keine zweite Partei vor unsere Verfassung stellte? Ich bin kein Wähler der LINKEN, aber wenn das Verfassungsgericht diesen “kalten Putsch” abwehrt, wie Wagenknecht es ausdrückte, dann stimme ich ein Halleluja an!
Die EU wäre eine tolle Sache, wenn die Lenkung demokratisch wäre. Bei allen Fehlern, zur Demokratie gibt es keine Alternative!
ich bin auch nicht aus dieser Welt :-)
übrigens, Nationalismus drückt sich natürlich emotional aus, ist aber kein Phänomen von unten sondern von oben, eine Herrschaftstechnik also, das ist nicht intellektualistisch, sondern im Gegenteil recht banal
@gebintit
Nein, die Ironie besteht lediglich darin, dass ausgerechnet die LINKE, die geschlossen gegen Fiskalpakt und ESM gestimmt hat und sich damit wie keine zweite Partei [anm. - nicht das erste Mal] vor unsere Verfassung stellte, wie keine zweite Partei im Bundestag vom Verfassungsschutz misstrauisch bespitzelt wird.
Berger! Warum schreibst du in deiner Überschrift nicht: Opfer der Bankenkrise?
FetteBeute schrieb
FetteBeute….ich will die mal ein kleines Geheimnis erzählen: Peter Schiff ist ein unabhängiger “Spekulant”, dh er kann sich eine eigene Meinung von Märkten leisten und sie auch kundgeben. Den die erfolgreichen “Spekulanten” sind nicht die die versuchen zu “manipulieren” sondern die Entwicklung an Märkten richtig zu prognostizieren. Und im übrigen beobachte ich ihn seit 2007.
Schau dir doch mal den Marc Faber an. Jeder, wirklich jeder sollte seinen Einschätzungen lauschen, da er UNABHÄNGIG ist. Wenn Du dir einer seiner letzten Videos anschaust, dann wirst Du sehen dass Austrians und “Linke” viele Überschneidungen haben, siehe folgendes Video, “Der Finanzsektor hat das System ausgenutzt”
https://www.youtube.com/watch?v=7_z0loM3ros
Das was er da sagst, wirst du von KEINEM Volkswirten hören der irgendeiner Institution vorsteht, ob staatlich oder kommerziel. Das mach ja die “freien Experten” so wertvoll. Und diese Experten sind zum überwiegenden Teil “Austrians”.
Jö, ein Schnösel uns Straßenschläger könnte sich auch hinstellen und ehrlich zugeben: “Da er er sich wie ein Schlappschwanz aufführte und keine Gegenwehr leistete, haben wir ihm die Fresse poliert und in die Eier getreten. Das hat er verdient!”
Das wäre seinerseits auch sehr edel, nicht?
salvo schrieb :
Ja, aber nur die “Immobilenkrise” vorrhersagen ist nicht genug, Ohne es jetzt genau gelesen zu haben , vermute ich da eher abstrakte Aussagen. Gibt in einer deiner empfohlenen Abhandlungen auch eine, wo auch auf die Rolle der Notenbank, der staatlichen Hypothekenbanken und der Finanzwirtschaft eingegangen wird? Ist das beim Steve Keen den so?
Was meiner “Religion” angeht, welcher “Religion” eiferst Du den nach??
Zwischen Zypern und Israel gibt es riesige Erdgasvorkommen. Diese werden nun gemeinsam von Zypern und Israel erschlossen. Eine Erdgas-Pipeline von Zypern nach Israel ist vorgesehen. Zypern ist gerettet.
Riesig ist dieses Vorkommen nur aus zypriotischer Sicht.
Wer dabei “gerettet” wird, wird sich noch zeigen.
Es gibt wohl weitere Ursachen für die probleme Zyperns, als die, über die Jens berichtet hat. Aus der Wiwo:
Mich würde ja immer noch interessieren, welche Lösungsmöglichkeiten für Zypern Jens denn so vorschweben – was er nicht für geeignet hält, hat er ja hinreichend deutlich zum Ausdruck gebracht. Damit macht er es sich leicht.
Argentinien-Krise Nr. 8 oder 9 zeichnet sich ab.
Argentinische Credit Default Swaps in den letzten 6 Monaten um 4,71% gestiegen auf 12,86%. Wachstum schon dieses Jahr von 8,9% auf 2,5% eingebrochen. Inflation auf 24%.
http://www.latercera.com/noticia/negocios/2012/06/655-469600-9-costo-de-asegurar-la-deuda-argentina-aumenta-al-tambalear-el-crecimiento.shtml