Merkels Welt
geschrieben am 03. Juli 2012 von Spiegelfechter
Für mehr Wachstum sind sie fast alle. Doch spätestens seitdem die FDP aus Angst vor dem eigenen Minus-Wachstum ihr Steuersenkungsmantra gegen ein Wachstumsmantra ausgetauscht hat, ist Vorsicht geboten, wenn wirtschaftsliberale Politiker ihre Entscheidungen mit dem Ziel zu mehr Wachstum begründen, denn Wachstum ist für sie gleichbedeutend mit Abbau des Sozialstaats. Sozialstaatsfeindlich ist auch die Kanzlerin Angela Merkel. Da ist es noch nicht einmal sonderlich überraschend, dass ihr ideologischer Leitfaden aus ökonomischer Sicht komplett verquer ist, auf lange Sicht das Wachstum verhindert und das Wohl der Menschen keine Rolle spielt. Von Jens Berger
Es kommt selten vor, dass die Kanzlerin der Öffentlichkeit einen Einblick in ihr ökonomisches Weltbild gestattet. Die mittlerweile berühmt-berüchtigte „schwäbische Hausfrau“ war ein solcher Fall. Immer wieder stellen sich Merkel-Kritiker die Frage, auf welcher ideologischen Basis sie eigentlich zunächst Deutschland und mittlerweile ganz Europa vor sich hertreibt. Antwort darauf könnte eine Passage aus Merkels Regierungserklärung zur Abstimmung zum Fiskalpakt und zum ESM geben:
Schauen Sie – wenn ich das einfach noch einmal sagen darf -: Die Welt hat 7 Milliarden Einwohner. Alle möchten in Wohlstand leben. Als Konrad Adenauer im Deutschen Bundestag gesprochen hat, gab es auf der Welt 2,5 Milliarden Einwohner. Wir Europäer waren 500 Millionen. Wir Europäer sind heute noch 500 Millionen. Wir stellen inzwischen noch 8 bis 9 Prozent – genau: 8,7 Prozent – der Welteinwohnerschaft. Wir erarbeiten 25 Prozent des Bruttoinlandsprodukts der Welt. Wir haben ungefähr 50 Prozent der Sozialleistungen auf der Welt. Wenn wir für dieses Sozialmodell, für das wir alle bzw. mehr oder weniger alle in verschiedenen Variationen einstehen, wenn wir für die soziale Marktwirtschaft der Zukunft kämpfen wollen, dann müssen wir sehen: Wir werden ohne Wettbewerbsfähigkeit den Wohlstand unseres Landes und Europas nicht erreichen.
Wettbewerbsfähigkeit ist kein Selbstzweck. Wettbewerbsfähigkeit sagt doch nicht anderes aus, als dass unsere Unternehmen in der Lage sind, auch außerhalb Deutschlands ihre Waren zu verkaufen: Autos von VW und anderen Automobilunternehmen, chemische Produkte und vieles andere mehr. Das bedeutet Wettbewerbsfähigkeit.
Als Konrad Adenauer im Deutschen Bundestag gesprochen hat, bekam ein durchschnittlicher deutscher Arbeitnehmer für eine Stunde Arbeit sprichwörtlich „n´ Appel und n´ Ei“. Im Jahre 1950 betrug der durchschnittliche Stundenlohn eines deutschen Arbeitnehmers 1,24 DM – dafür bekam man damals nicht einmal ein halbes Dutzend Äpfel oder Eier. Die Tatsache, dass die europäische Bevölkerung seit Adenauers Zeiten nicht sonderlich gewachsen ist, hatte keinen sonderlich negativen Effekt auf unseren Wohlstand. Im Gegenteil – zwischen 1950 und 1990 hat sich das deutsche Durchschnittseinkommen inflationsbereinigt mehr als vervierfacht. Grund dafür waren der technische Fortschritt, ein solides Wirtschaftswachstum und nicht zuletzt die soziale Marktwirtschaft als wirtschaftspolitischer Ordnungsrahmen. Erst durch die fortschreitende neoliberale Umgestaltung der sozialen in eine wirtschaftsliberale Marktwirtschaft stagnierten hierzulande die inflationsbereinigten Arbeitnehmereinkommen. In anderen westeuropäischen Ländern setzte sich das gesellschaftliche Wohlstandswachstum jedoch einigermaßen nahtlos fort – hätten sich die Löhne in Deutschland in den letzten zehn Jahren beispielsweise so entwickelt wie bei unseren Nachbarn in Dänemark, würde ein Durchschnittsverdiener jeden Monat stolze 380 Euro mehr ausgezahlt bekommen.
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“Der Mensch definiert sich darüber, wie gut es ihm geht und nicht darüber, dass er es besser hat als sein Nachbar.”
Ich bin mir nicht sicher ob ich das so unterschreiben würde. Zumindest Merkels Denkmuster scheint darauf zu beruhen sich relativen Wohlstand zu sichern. Ganz nach dem Motto: Die Welt kann in Trümmern liegen, aber solange wir Exportweltmeister sind ist alles in Ordnung.
Den Satz halte ich auch für sehr gewagt und würde eher das Gegenteil behaupten! Zumindest ab einem “einfachen” Einkommen spiegelt eher die Umgebung den Gradmesser für das eigene Wohlstandsgefühl, als die Lebensumstände.
Auch viele Millionäre leiden grotesker Weise unter Depressionen und / oder begehen Suizid, wenn ihr Vermögen sich verringert oder sie das Gefühl bekommen nicht mehr mit ihrem “Freundeskreis” mithalten zu können. Manch einen Arbeiter macht es fertig, wenn seine Freunde alle größere Autos fahren und manch einen Multimillionär macht es ebenso unglücklich, wenn er die kleinste Jacht hat oder sogar eine seiner Immobilien verkaufen muss, um den Lebensstandart zu halten.
Wenn ich Leute über Geld jammern höre, dann all zu oft über das was andere bekommen und nicht über ihren eigenen Lebensstandart.
Das deckt sich im Übrigen auch mit den Erkenntnissen der “Armuts”-Forscher, die Armut für Industrieländer auch nicht absolut, sondern relativ zum Median des Einkommens definieren.
Na ja. Zu Adenauers Zeiten konkurrierten die Europäer untereinander und mit den Amerikanern. Der Rest war hinter dem Eisernen Vorhang abgesperrt oder unter der Fuchtel der Kolonialmächte bzw. war mit den Nachwehen der Unabhängigkeit beschäftigt.
Damals gabs weder Elektrotechnik aus Taiwan, China oder Japan noch gab es Autos aus Indien.
In vielen Branchen war Deutschland Weltspitze: zum Beispiel im Bau von Fotoapparaten. Rollei und Leica waren legendär. Über das Heute braucht man da gar nicht zu sprechen.
Heute werden wir untergebuttert von eben jenen Nationen und was das Ausland nicht ins Land schwemmt machen wir selbst kaputt. In meiner Branche herrscht mittlerweile ein derartiger Konkurrenzkampf, dass Flächentarifverträge nur noch die Ausnahme sind und aus Arbeitnehmersicht ein Race to the Bottom stattfindet.
MIt Qualität kann man da an erster Stelle nicht mehr punkten. Der Preis kommt zuerst, dann die Qualität. Die muss freilich gut sein, preislich allerdings auf Butterbrotniveau. Sonst geht nichts mehr. Tolles Wachstum, toller Aufschwung.
Wer heute noch steigende Einkommen haben möchte: Viel Spaß auf dem Traumschiff.
Ja, erstaunlich. Nicht wahr? Und dennoch geht es heute besser. Wie mag das nur kommen?
a) Weil wir auch heute 1.400 Weltmarktführer (Top 3) im Land haben.
b) Wegen dem technischen, gesellschaftlichen und medizinischem Fortschritt. (preiswerte Smartphones, Internet, freie Liebe, saubere Luft und Wasser, kein Contergan für Schwangere, keine Konservierungsstoffe im Essen, Spritze beim Zahnarzt, usw.)
Das wiegt selbst eine relative Lohnsenkung auf. Kann man m. E. nicht oft genug sagen. ^^
du wirfst da bzgl. fortschritt einiges durcheinander.
zusätzlich steigen bspw. für ottonormalbürger die kosten für gesundheit bei sinkenden leistungen.
Ich gehe trotzdem lieber im Jahre 2012 zum Zahnarzt, als im Jahre 1960 oder 1970 … ^^
Weil die Kassenleistungen heute besser und schmerzfreier sind, als die Privat-Patienten-Luxus-Klasse von damals.
Damals musstest du an Krebs qualvoll sterben, deine schwangere Frau bekam Contergan verschrieben und es gab im Alter keine künstliche Hüften. Dafür musst du heute 10 Euro Praxisgebühr bezahlen und viele einfache Medikamente selber. Ich möchte ungerne tauschen. ;-)
@Sukram71
“Ich möchte ungerne tauschen. ;-)”
Heute fängst du dir einen antibiotikaresistenten Keim ein, wenn du in den Spital gehtst, den Kindern wird im grossen Stil Ritalin verschrieben, die Tomaten haben keinen Geschmack mehr, das genveränderte Saatgut kann vom Bauern nicht mehr selbst nachgezogen werden…
Entweder willst du aus ideologischen Gründen gewisse Nachteile nicht wahr haben oder du liest nur einschlägige Zeitungen…
Si-Fi? Ein Grassamen fliegt bei guten Bedingungen an die 20 Km und wenn der auf deiner Wiese landet könnte der Eigentümer verlangen das du deine Wiese ausschließlich mit einem Rasenmäher der Marke XY .. oder die Wiese neu kaufen musst..oder mit Roundup düngen…usw. usf.
@der Herr Karl vergiss nicht das genmanipulierte Gras das nach 20 Jahren plötzlich Cinanid produziert und an dem nun Rinderherden verrecken :)
@Bonsaibäumchen
Du meinst wohl Cyanid?
Lies mal das:
“In seinem Herkunftsgebiet Nord- und Mittelamerika setzen Landwirte transgenen Mais gegen den Schädling ein, und das mit Erfolg. Seit 2003 die ersten kommerziellen Maishybride mit einem Toxingen des Bacillus thuringiensis auf den Markt kamen, sind die Ernteverluste durch den Schädling dort deutlich zurückgegangen – und der Anteil der genetisch veränderten Sorten am Maisanbau weltweit kontinuierlich gestiegen. Zuletzt bis auf etwa 60 Millionen Hektar – das entspricht der doppelten Fläche Deutschlands.
Im Mittleren Westen der USA berichten Maispflanzer von eigentlich insektenresistenten Pflanzen mit Fraßschäden – ein Team um Aaron Gassmann von der Iowa State University bestätigte dann den Verdacht: Der Schädling wird gegen die bisher gebräuchlichste Variante des Toxins resistent. Wissenschaftler sind alarmiert.”
http://www.zeit.de/wissen/umwelt/2012-05/biotechnologie-schaedlinge
Alles postmaterialistisches und waxtumskritisches Gewäsch?
Ja danke der Herr Karl natürlich Cyanid! *schäm*
Das die Pflanzenschädlinge resistenzen entwickeln werden ist doch eigentlich vorher absehbar gewesen. Es ist ja nicht so als sei Evolution zur damaligen Zeit als Genmanipulation angefangen wurde irgendwie unbekannt gewesen.
Das dies schneller geschieht als erwartet vielleicht aber vorhersehbar auf jeden Fall! Natürlich bringen uns höhere Technologien auch immer weniger bewußte “Gefahren”. ( Naja zumindest dem 0815 Michel sind sie meist nicht bekannt, den Wissenschaftlern und Kritikern hingegen schon ).
Nanotechnologien bzw Partikel können zb. auch sehr gefährlich sein da sie ungehindert in die menschlichen Zellen eindringen können. Was die dort für Schäden anrichten können werden wir sicher auch in Zukunft erfahren.
Trotzdem bin ich nun kein genereller Gegner von Forschung und Technik. Nur von der immensen Dummheit wie leichtfertig wir alles erstmal anwenden und um uns werfen.
@ der Herr Karl
Hey, wenn das die Missstände sind, die dir zu “heute” einfallen, dann kann es uns aber wirklich nicht besonders schlecht gehen. ;-)
Über Ritalin kann man sich jederzeit im mobilen Web schlau machen und ne Selbsthilfegruppe gründen und geschmackvolle Tomatensamen kann man dort ebenfalls bestellen.
Und früher hat man Kindern kein Ritalin verschrieben, sonder man hat die gleich in ein “katholisches Erziehungsheim für schwer erziehbare Kinder” gesteckt. Wenn nicht gleich lobotomisiert. xD
Nicht mal mit seiner Freundin konnte man zusammen ne Wohnung beziehen, weil es gesetzlich verboten war. Von Schwulenrechten will ich gar nicht erst anfangen. ^^
Die allgemeine Lebensqualität war, insgesamt gesehen, niemals, wirklich niemals, so hoch wie heute.
@Sukram71
Und ein iPhone gabs damals auch noch nicht, RTL auch nicht, der Rasen musste noch mit einem motorlosen Mäher geschnitten werden, die Flugreisen waren noch richtig teuer, keine Mangos und Kiwis in den Regalen, keine Kameras in den Parkgaragen, keine Einkaufszentren im Grünen – geht’s und heute gut…
Danke Fortschritt&Waxtum, gebenedeit sei’st du und deine Konzerne.
@ der Herr Karl
Richtig. Genau das. – Dass man heute im Smartphone im Goggle-Navi-Programm live sehen kann, wo Staus sind und wie man fahren muss, ist ein echter Gewinn an Lebensqualität. Meine vielen Wochenendausflug-Fotos aus Paris, Amsterdam und sonstwo zeugen davon. ;-)
Man muss auch nicht mehr bei Regen mit Münzgeld zum Telefonhäuschen laufen … ^^
´´Ich gehe trotzdem lieber im Jahre 2012 zum Zahnarzt, als im Jahre 1960 oder 1970 …´´
Naja,im Zahnmedizinischen Bereich hat sich ausser neuer Füllstoffe und neuer Zähne nicht viel geändert.
Gebohrt und Zähne gezogen wird noch immer.^^
Ahh,und zum Arzt gehen damit er nur wieder Krankheiten diagnostiziert die es nicht gibt.(Ritalin wie angesprochen so eine Sache)
http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,260671,00.html
Die medizinische Wissenschaft hat in den letzten Jahrzehnten so ungeheure Fortschritte gemacht, dass es praktisch keinen gesunden Menschen mehr gibt.
(Aldous Huxley)
Mfg
Naja, ok. Trotzdem etwas schonender und gegen Aufpreis kein Almagan. Wenigstens ist man sich des Problems bewusst. :)
Na, wenn man schon nach Krankheiten suchen muss, und jedes kleine Zipperlein behandelt wird, dann kann es uns ja wohl nicht soooo schlecht gehen. ;-)
Und bis 1969 (und gesellschaftlich in weiten Teilen noch lange danach) war das hierzulande schlimmer als in Saudi-Arabien. – Früher war alles besser! xD
@SF: Diese Vorstellung gilt gerade in Deutschland so nicht. Zum Nutzen beispielsweise der deutschen Automobilwirtschaft wird der Fahrzeugbestand der Nachbarn kontinuierlich und kritisch bewertet. Notfalls muss ein Bankkredit her, um den eigenen Bestand möglichst schnell so zu verbessern, dass das Ranking wieder im Lot ist. Wo kämen wir den hin…
Und genau auf diesen Reflex setzt die Berliner Kanzlerdarstellerin im Hosenanzug.
es ist ja nicht nur Merkels Welt, sondern die, in der alle H4 Parteien in Deutschland leben, von daher ist sie in diesem Sinne nicht schlechter und nicht besser als alle anderen.
Da ist ein Fehler im vorletzten Absatz “Amtsnachfolgergin”.
@Topic
Naja, man kann es sich auch einfach machen ;)Unsere schnöde neue Welt lebt nun mal von diesen tollen Kennzahlen, kein Wunder, bei so vielen Leuten die BWL, WiWi oder ähnliches studieren. Was meinst du denn wie groß der Aufschrei wäre, wenn die Medien jeden Tag verkünden würden, dass diese Zahlen sinken? Es sind doch auch die Firmen und ihre Lobbyisten und bezahlten Schreiber, die die ganze Spirale am laufen halten. Leider ist die Masse nicht in der Lage es kognitiv zu verarbeiten und unabhängig von den Medien zu denken, nicht umsonst wird so viel Axel Springer gelesen..
Der Hinweis auf das Lastenausgleichsgesetz sollte nicht in einer Fußnote versteckt werden. Der Lastenausgleich wurde von den gleichen politischen Kräften durchgesetzt, die sich heute vehement gegen eine Vermögens- und Erbschaftsteuer wehren.
Warum haut eigentlich niemand der Kanzlerin den Vorschlag einer Vermögensabgabe oder einer Zwangsanleihe um die Ohren? Ein Vorschlag nicht von der Linkspartei, sondern von der BCC.
@Peleo
Full ACK
Das ist idT bemerkenswert, dass das, was einmal ein Erfolgsbaustein war, heute ein Hemmnis sein soll! Das erklärt auch niemnd.
Das habe ich auch nur deshalb als Fußnote verpackt, weil ich zu diesem Thema in einen eigenen Artikel schreiben werde ;-)
“…zwischen 1950 und 1990 hat sich das deutsche Durchschnittseinkommen inflationsbereinigt mehr als vervierfacht. Grund dafür waren der technische Fortschritt, ein solides Wirtschaftswachstum und nicht zuletzt die soziale Marktwirtschaft als wirtschaftspolitischer Ordnungsrahmen. “
Weshalb steht hier nichts vom Faktor “Aufbau einer fast komplett durch den Krieg zerstörten Infrastuktur”, wo Arbeitskräft dringend gesucht wurden, weil viele Männer im arbeitsfähigen Alter wegen Todes oder Gefangenschaft nicht mehr verfügbar waren?
Dieser Faktor kommt, in einem anderen Zusammenhang, erst einige Zeilen weiter unten zum Ausdruck:
“Hatten Deutschland und seine westlichen Nachbarn vor dem Zweiten Weltkrieg noch annährend den gleichen Lebensstandard, lag das Land zu Adenauers Zeiten durch die Kriegsschäden weit hinter Ländern wie Frankreich oder Großbritannien. Alleine während der Jahre 1951 bis 1958 konnte Deutschland ein Wirtschaftswachstum von durchschnittlich 8,26% (preisbereinigt) erzielen und so den Rückstand allmählich wieder aufholen –”
Nun, da unsere Gesellschaft einen so hohen Grad der Technisierung und Globalisierung erreicht hat, können die erfoderlichen Wachstumsraten nur noch durch ein irre gewordenen Verbraucherzwang ohne Rücksicht auf Ressourcen und Umwelt erreicht werden. Wir haben schon alles und sollten noch mehr kaufen.
Das Fazit erspar ich mir diesmal.
Ja, spar mal. Das ist doch wieder dieses typische apokalyptische Postmaterialistengeschwätz. Waren die USA nach dem Krieg etwa auch zerstört? Und warum konnten sie dann ebenfalls ein beachtliches Wachstum hinlegen? Und – nein, das hat relativ wenig mit dem Wettrüsten zu tun gehabt.
Die 50er und 60er Jahre unterscheiden sich insofern von heute, da damals wirklich der Massenkonsum für alle möglich wurde und sich die Menschen mit allen Gebrauchsgegenständen vom Auto bis zum Kühlschrank eindeckten – was natürlich einen extrem starken Wirtschaftskreislauf von Produzieren und Konsumieren darstellte.
Heute herrscht da freilich eine gewisse Sättigung, alles was mit Mikrochips zusammenhängt ist, neben erneuerbaren Energien, sind verbliebenen Wachstumsmärkte.
Das macht alles ein wenig schwieriger, ist aber nichts so gravierendes. Auf dem hohen Niveau reichen ja auch nur 3 Prozent Wachstum, hauptsache es wird eben gerecht verteilt und ein Teil in das Wachstumsfeld der Dienstleistungen gesteckt! Ansonsten verkürzt man halt die Arbeitszeit. Das hat Keynes auch vorrauschauend schon formuliert.
Es gibt dafür ja auch entsprechende post-keynsianische Konzepte, die halt halt wegen der neoliberalen Hegemonie nicht durchdringen. Das ist das eigentliche Problem.
@ppp
“Heute herrscht da freilich eine gewisse Sättigung”
Nun sei mal nicht so postmaterialistisch negativ: “Schon die Reparatur der bisher entstandenen ökologischen und sozialen Schäden verlangt auch in der Zukunft Beschäftigung, die man statistisch erfasst und die sich in positiven Wachstumsraten niederschlagen kann.”
Also, je mehr Schäden, umso mehr Arbeitsplätze und positive Wachstumsraten…
http://www.nachdenkseiten.de/?p=9169
Haha, so kann man natürlich auch argumentieren! Die einen Generationen machen alles kaputt und die anderen bauen alles wieder auf. Genug Arbeit für alle, für immer! *lol*
Frage mich nur, wie man die verbrauchten Rohstoffe wieder in ihre Ursprungsform „zurück“ bekommt.
(Hervorhebung von mir)
Sorry, wenn ich das so pedantisch einwerfe, aber: Für Merkel mag es eine “soziale Marktwirtschaft” sein, das Leitbild, das der BRD (zumindest vorgeblich) zu Grunde liegt, ist die Soziale Marktwirtschaft.
Ich schreibe das vor allem deshalb, weil die “falsche” Schreibweise deutlich vor Augen führt, wie wenig heute noch verstanden wird, was die Soziale Marktwirtschaft inhaltlich ausmacht.
Außerdem gab es m. E. auch immer schon rege Zweifel daran, ob die Soziale Marktwirtschaft in der BRD realisiert wurde bzw. wann dieses Leitbild “zerfiel”. Mag die Soziale Marktwirtschaft für die 1950er Jahre noch gegolten haben mag, so dürfte das Konzept später deutlich verblasst worden sein.
Vor dem Hintergrund des obigen Artikels sollte es auch deshalb einladen, einen Blick auf die Soziale Marktwirtschaft zu werfen, weil es ausdrücklich auch die Besteuerung (als Maßnahme zu Verteilungsgerechtigkeit) beinhaltet – etwas, das heute von vielen Vertreter(inn)en der ökonomischen Zunft gerne ausgeblendet wird.
Für Details siehe z. B. “Soziale Marktwirtschaft 2.0″.
Yep, hast Recht.
Die Soziale Marktwirtschaft ist ganz wesentlich der Bekämpfung des Klassenfeindes im In- (sozialistisch geprägte Sozialdemokraten, KPD etc.) und Ausland (DDR, Sowjetunion) geschuldet. Sie ist und war niemals Ausdruck der Mildtätigkeit oder gar tieferer Einsicht unserer Eliten nach der Katastrophe des zweiten Weltkrieges (den sie maßgeblich durch die Förderung von Adolf Hitler ausgelöst hatten).
Als jene unseren Finanzkapitalismus mäßigenden Einflüsse wegfielen, zog die wie eh und je erzkonservative Geld- und Machtelite die Samthandschuhe wieder aus und begann, spätestens mit der geistlos-unmoralischen Wende unter Kohl ab 1982 und beschleunigt nach der Wende, ihre Interessen wieder knallhart und ohne Rücksicht auf Verluste durchzusetzen.
Einen Klassenfeind gibt es Heute nicht mehr, weder im In- noch im Ausland.
Sorry, wenn ich das so deutlich schreibe: Aber Dein Kommentar zeigt, dass Du offenbar noch nie einen Aufsatz von Alfred Müller-Armack in den Händen hieltest. Der war zwar auch “konservativ” und sicherlich ebenso gezeichnet vom kalten Krieg, mit all seinen ideologischen Verblendungen. Aber die Soziale Marktwirtschaft auf die Verblendungen des kalten Krieges zu reduzieren, das geht deutlich am Ziel vorbei.
Einerseits, weil die Soziale Marktwirtschaft durch viele verschiedenen Einflüsse geprägt war. Zum anderen auch wegen der Sozialen Irenik, die (gemäß Müller-Armack) ein wichtiger – wenn auch häufig ausgeblendeter Bestandteil – der Sozialen Marktwirtschaft ist.
Nu kommt mal nicht ins Schwärmen – Dieter Plehwe hat dargelegt, wie Erhards “Soziale Marktwirtschaft” in den 1950er Jahren in ähnlicher Form propagiert wurde wie heute bei der INSM – und ähnlichen Inhalt verbarg, s. Mont Pèlerin Society. Hier nur mal:
Dieter Plehwe, Bernhard Walpen: Wissenschaftliche und wissenschaftspolitische Produktionsweisen im Neoliberalismus. Beiträge der Mont Pèlerin Society und marktradikaler Think Tanks zur Hegemoniegewinnung und -erhaltung
http://prokla.de/Volltexte/115plehwe.rtf
WP, Soziale Marktwirtschaft: Für Ludwig Erhard, der üblicherweise als Vollstrecker der Sozialen Marktwirtschaft angesehen wird, war “der Markt an sich sozial” und brauchte nicht erst sozial gemacht zu werden. Erhard konkretisierte diesen Gedanken noch, indem er betonte: “Je freier die Wirtschaft, umso sozialer ist sie auch.” Allerdings nutzte Erhard die Integrationswirkung zu Gunsten einer insgesamt marktwirtschaftlichen Wirtschaftsordnung, die sich mit diesem Etikett in einem umstrittenen politischen Umfeld nach dem Zweiten Weltkrieg erzielen ließ.
Ich sehe die Soziale Marktwirtschaft aber nicht allein durch Ehrard bestimmt. Klar, in der praktischen Umsetzung – vielleicht. Aber vom Konzept her war die u. a. namentlich und vom Inhalt her durch Müller-Armack bestimmt. Und da macht mensch es sich zu einfach: Der ging nämlich davon aus, dass “Marktwirtschaft” ein nur “Rechenautomat” ist und deshalb gelenkt (!) werden müsse.
Das hat auch nichts mit Schwärmerei zu tun: Es ist schlicht und einfach ziemlich arm, dass die anderen Einflüsse der Sozialen Marktwirtschaft ausgeblendet werden und sie offenbar niemand mehr zur Kenntnis nimmt oder nehmen will (bei den “Neoliberalen” der INSM weiß ich natürlich auch, warum).
Als Lektüre empfehle ich: Quaas, Friedrun (200), Soziale Marktwirtschaft (Untertitel: Wirklichkeit und Verfremdnugn eines Konzepts). Dort finden sich u. a. Hinweisen zu den Einflüssen und der Rolle Erhards.
Hallo Herr Berger,
Du alter Frauenversteher und Gentleman schreibst: ‘Wenn FRAU Merkel es problematisch findet:…’, was unangemessen ist. Würdest Du einem Mann im selben Zusammenhang ein ‘Herr’ voransetzen? Na also. Nichts gegen Gentlemen, aber es sollte von DAS Merkel die Rede sein, das träfe die Sache besser und hätte rein gar nichts mit Diskriminierung von Frauen zu tun.
Weiss immer alles besser: alvin
So einfach kommt Frau Merkel da nicht weg, sie ist es die mit Verantwortlich ist für den Zustand der Republik und sie hatte einen Amtseid geleistet, das kann ein Ding oder Sache demnach nicht sein.
“In Merkels Welt muss es dem Einzelnen als Menschen schlechter gehen, damit es uns als Volk besser geht. Du bist nichts, Dein Volk ist alles. Die Welt der Angela Merkel ist schon ziemlich verquer.”
Auch dann nicht wenn wie bei Herrn Gauck auch, immer wieder durchkommt das beide in einem Land aufwuchsen, in dem man sich mit dem System arrangierte um den Genuss einiger Freiheiten, die der normale Bürger nicht hatte, zu erlangen. Von Marktwirtschaft unter Sozial staatlichen Bedingungen wie Arbeitnehmerrechte und einen fairen Stundenlohn für gute Arbeit entfernen wir uns mit dieser Belegschaft immer mehr. DDR2.0
´´Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte, Schmidt habe die deutsch-amerikanische Partnerschaft “immer wieder belebt und auch ganz persönlich gelebt”. Sie betonte die Bedeutung der deutsch-amerikanischen Partnerschaft auch in Zeiten der Globalisierung. “Wir brauchen einander”, sagte die Kanzlerin, die selbst Mitglied der Atlantik-Brücke ist.´´
Jaaa,das ist Merkels Welt.
http://www.tagesschau.de/inland/atlantikbruecke100.html
Grusel…
Mfg
Die Kanzlerdarstellerin strebt auch seit geraumer Zeit danach, dass Deutschland sich stärker an den US-Dollar bindet. Dann wird ja Alles wieder gut. (Kaum jemand errinnert sich heute, dass die USA mit dem Wechselkurs von 1 USD zu 4 DM, bei einem Kaufkraftvergleich von 1:1 in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland günstigst bedienten.)
Ich habe den gesamten Artikel auf den NDS gelesen und ziehe meinen Hut vor der Analyse.
Wenn ich aber die Kommentare meiner geschätzten Mitkommentatoren lese stellt sich mir die Frage wieweit die Proaganda des Neoliberalismus tatsächlich in unser eigenes Denken eingesickert ist.
Jeder der bei Trost ist, wird zustimmen das die Politik der letzten 30 Jahre in Deutschland nur das Ziel hatte die Vermögen durch Umverteilung zu stärken. Dies erschien als der einfachste Weg um einer kleinen Gruppe der Gesamtbevölkerung extremst zu begünstigen. Nur wurde bereits hier der Fehler gemacht die Wirtschaft nicht mehr als Ganzes zu sehen, dieser Blickwinkel ist bei Merkel, aber auch allen anderen “Spitzen- Politikern” zu beobachten und zu kritisieren.
Leider greift diese Kritik nicht, da sie überhaupt nicht wahr genommen wird. Sie erreicht ihren Adressaten nicht.
Glaubenssätze dürfen nicht hinterfragt werden und solange alle an den selben “Gott” glauben kann Zweifel nicht entstehen. Das hat was vom im Februar 45 bevorstehenden Endsieg Hitlerdeutschlands, da haben ja auch viele dran geglaubt. Das war die Heilsbotschaft der “Regierung” und das hat ja, wie wir wissen, auch hervorragend geklappt.
@flurdab
“Wenn ich aber die Kommentare meiner geschätzten Mitkommentatoren lese stellt sich mir die Frage wieweit die Proaganda des Neoliberalismus tatsächlich in unser eigenes Denken eingesickert ist.”
Hä? An diesen paar Kommentaren willst du allen Ernstes neoliberales Durchdringen verorten?
Dieser Artikel leidet an einer bemühten Oppositionshaltung und ist sich nicht zu schade, auch die unsinnigsten Gegenbeweise anzutreten, wie:
“Hätte die gesamte Weltbevölkerung zu Adenauers Zeiten den Lebensstandard, das Sozialsystem und das Bildungsniveau Europas gehabt, würde es auf der Welt wahrscheinlich auch heute „nur“ 2,5 Milliarden Menschen geben.” Sorry, aber das ist totaler Blödsinn, höchstens der Scheuklappensicht eines Volkswirtes entschuldbar, da ohne Einbezug von religiösen, ethnischen und medizinischen Fakoren.
Hallo, Herr Karl, vielleicht haben Sie, weil empört, überlesen, das Jens vom Lebensstandard, den Sozialsystemen, wozu auch Medizin und Gesundheit gehören, sowie vom Bildungsniveau geschrieben, wozu auch das Denken und Hinterfragen von religiösen Inhalten, der eigenen Ethnie gehören.
Von Scheuklappen zu reden, finde ich, ist reichlich überzogen. Ich denke auch nicht, dass Jens eine Oppositionshaltung einnehmen wollte, denn dazu ist der Artikel zu sachlich auf ökonomische Zusammenhänge abgestellt.
@K.S.
Darf ich nun davon ausgehen, dass du mit dieser Aussage von Bergers Weltsicht einverstanden bist: “Hätte die gesamte Weltbevölkerung zu Adenauers Zeiten den Lebensstandard, das Sozialsystem und das Bildungsniveau Europas gehabt, würde es auf der Welt wahrscheinlich auch heute „nur“ 2,5 Milliarden Menschen geben.”?
Nachtrag:
Eine weltweite, stabile Bevölkerungszahl seit rund 60 Jahren aufgrund den vom SF erwähnten Faktoren anzunehmen, ist sowas von unsinnig, dass mir fast schlecht wird.
Man erkläre mir einmal die Struktur der Alterspyramide und die Finanzierung der Renten und Krankenkassen! Oder würden bei Erreichung eines Höchstalters sozialverträgliche und flächendeckende Euthanasieprogramme durchgeführt?
Hallo, Herr Karl, na ja, man kann auch übertreiben.
Jedenfalls ist “wissenschaftlich” gesichert, dass mit mehr Bildung auch mehr Geburten- bzw. Kinderplanung verbunden ist.
Was die Alterspyramide angeht und die Finanzierung der Renten- und Krankenkassen, so vermute ich auch da harte Lobbyarbeit.
Einen Teil zur Alterspyramide und -lüge kannst du bei Albrecht Müller nachlesen. Der hat was darüber geschrieben.
Was die Renten angeht, kannst du mal in “Blätter für deutsche und internationale Politik 2/12″ nachlesen. Da ist ein Artikel “Lobbykunst und Renten-GAU” von Stefan Welzk zu lesen. Er erklärt ausführlich nach neuesten Berechnungen des Max-Planck-Instituts die Irrtümer, die bei der alten Berechnung stattfanden. Wir können alle gut mit 60 Jahren in Rente gehen, sogar ohne Abschläge.
Die KK haben genug Geld, wollen es aber – so denke ich – für die Unsummen der elektronischen Gesundheitskarte wohl auf die hohe Kante legen.
Außerdem, das wirst du wissen, hängen Rentenbeiträge vom Einkommen ab, KK-Beiträge anteilig auch.
Die Polemik über flächendeckende Euthanasieprogramme sind natürlich Blödsinn, aber ich schließe sie nicht aus. Nicht wegen Unbezahlbarkeit, denn Geld ist ja genug da, sondern wegen der Menschenfeindlichkeit, die sich so breit macht und sich in den politischen Programmen der Neoliberalen widerspiegeln.
Was das “hätte die Weltbevölkerung…” von Jens angeht, kann ich nur sagen: “Hätte ist um die Ecke.” Es geht ums Hier und Jetzt.
Wirklich?
So – laut Deutschlandfunk – der Tenor der Rede.
Ich schreibe das alles nur, um aufzuzeigen, wie riskant es sein kann, einen so großen Mann wie Professor Erhard für seine Sache in Anspruch nehmen zu wollen… ;-)
“Ludwig Erhard würde sich wahrscheinlich im Grabe umdrehen, wenn er mitbekäme, wie seine Amtsnachfolgerin die soziale Marktwirtschaft als Kampfbegriff in den Ring wirft, um das Lohnniveau zu senken.”
“Der “Vater des deutschen Wirtschaftswunders” Ludwig Erhard, zeigte sich zunehmend darüber besorgt, dass einzelne Interessengruppen sich vom gemeinsam erwirtschafteten Kuchen, dem Sozialprodukt, ein größeres Stück als verdient abzuschneiden versuchten.”
Ich sehe hier keinen Widerspruch.
Genau das wovor Erhard gewarnt hat ist eingetreten
Aus “Wohlstand für alle”, Ludwig Ehrhard, 1. Kapitel “Der Rote Faden”
Aus “Wohlstand für alle”, Ludwig Erhard, S.248f.
Wir können uns jetzt fröhlich die Erhard-Zitate um die Ohren schlagen… ;-)
Wir können aber auch einen Strich drunter machen und feststellen, dass Erhardt einfach ein dummer Schwätzer war, der von Tuten und Blasen keine Ahnung hatte und dessen einziger Verdienst es war, das technologische Erbe des Nazionalsozialismus in einem nahezu idealen Umfeld (Arbeitnehmerknappheit, Zerstörung umliegender Strukturen, politische Bedeutung seines Landes im kalten Krieg) verwalten zu dürfen. Unter den damaligen Bedingungen war die Wahl der Waffen im Wirtschaftsleben völlig zweitrangig. Und genau so lesen sich seine Einlassungen auch… Sieht man übrigens auch daran, dass sich auch die DDR in dieser Zeit sehr gut entwickelt hat, auch wenn das gerne verdrängt wird. (Obwohl mit weniger guten Voraussetzungen gesegnet)
Als der Herr dann wirklich mal was arbeiten sollte, erwies er sich umgehend als absolute Nullnummer. Das verbindet ihn is heute mit vielen seiner Brüder im Geiste, wie Westerwillie und Co.
“Ich schreibe das alles nur, um aufzuzeigen, wie riskant es sein kann, einen so großen Mann wie Professor Erhard für seine Sache in Anspruch nehmen zu wollen… ;-)”
Ja, beim “großen” Ludwig Erhard und dem Gründungsmythos “soziale Marktwirtschaft” © by SS-Gruppenführer Otto Ohlendorf, ist wirklich Skepsis angebracht.
http://www.trend.infopartisan.net/trd7801/t307801.html
Hallo, Am Rande, erwähne bzw. denke ich, wer denn mit ‘ einzelnen Interessengruppen, die sich vom gemeinsam erwirtschafteten Kuchen …ein größeres Stück als verdient abschneiden wollen’ gemeint ist.
Die Neoliberalen werden sofort schreien: “Die Arbeitslosen, Hartz 4, die alle tun doch nichts”. Wir haben es von WW hinreichend und beleidigend gehört.
Die Sozialen oder Linken werden sofort schreien:” Die Reichen, die wollen noch reicher werden”, erleben wir jetzt auch.
Der Professor hätte sagen sollen, WEN er auf dem Kieker hat.
Scheinbar meinte er doch die unteren Lohngruppen, wenn er sagt:
“Aber unlösbar, ja geradezu unsinnig ist das Verlangen, allen Gruppen von Einkommensbeziehern gleichzeitig einen höheren Anteil am Volkseinkommen zuzubilligen.”
Man achte auf das schöne, ehrliche Wort “zuzubilligen.”
@K.S.
Sie haben ja so recht, mehr als Ihnen wahrscheinlich bewusst ist. ;-)
Wieso „zubilligen“? – Kann es liberale Auffassung sein, dass es ein Amt, eine Stelle, eine Behörde, ein Ministerium geben dürfte, das den Menschen einen „gerechten“ Lohn „zubilligen“ dürfte? Wohl kaum. Man kann – wahrscheinlich – endlos darüber streiten, was Herr Professor Erhard wirklich wollte, aber er war sicher kein Freund der staatlichen Preisbindung.
[Quelle: Wikipedia]
Und ein Mindestlohn ist auch nichts anderes als eine staatliche Preisbindung.
Als Erhard aktiv war, war die Preisbindung in seinem Wirkungsbereich völlig normal. Aufgehoben wurde sie erst nin den 1970er Jahren und bei Büchern, Zeitschriften und verschreibungspflichtigen Medikamenten gilt sie noch heute.
Der Satz ist völlig logisch und beisst sich nicht mit dem Anspruch ans Wirtschaftssystem, Wohlstand für alle zu verwirklichen. Man beachte das Wort “Anteil”. ;-)
Der “große Mann” wurde damals für seine “Maßhalte-Appelle” in allen Medien und vor allem von den Kabarettisten verspottet.
Ja sicher, weil diese Maßhalte-Appelle, genau wie heute die “Gürtel-enger-schnallen” Appelle immer nur an die arbeitende Bevölkerung gerichtet war. Die Arbeitgeber, Chefs, die sog. “reichen Stinker”, wie sie in den Niederlanden genannt werden, waren doch gar nicht gemeint.
Verspottet wurde er, weil extrem dick und mit dicker Zigarre, er ein ideales Bild für Maßhalten abgab. Oder meinte er gar Maß halten und ist völlig falsch interpretiert worden ??;)
Stell dir vor, Heidi Klum, extrem dick, fordert von den Models schlanksein.
Nunja, man könnt jetzt das Argument einwerfen, dass ein geringerer Machtvorsprung auch einen geringeren Entscheidungsspielraum in allen möglichen Fragen nach sich zieht. Zum Beispiel auch in der Frage, in welche Richtung sich das eigene Land weiterentwickeln kann. Evtl. hat Merkel (und alle die ihre Position vertreten) einfach Angst, von solchen Mächten wie China kontrolliert zu werden?
Disclaimer: Ich denke nicht so, ich versuche mir nur vorzustellen, was diese Leute bewegen könnte.
Hallo, Jens, super geschrieben, aber – Merkels Welt ist nicht verquer, sondern einseitig auf siegen ausgerichtet. Menschen, die denken, im Leben zu kurz gekommen zu sein, haben die Tendenz zum Größenwahnsinn und nach mehr. Sie sind nicht satt zu kriegen.
Darum die Angstmacherei, dass, wenn andere wachsen, Deutschland nicht mehr wachsen könne, ja, sogar alle Errungenschaften genommen werden könnten. Was sich natürlich auch in Militarisierung, die seit langem stattfindet, niederschlägt.
Vielleicht hat sie deshalb auch so großen Zuspruch in der Bevölkerung, bei Regierung, SPD und Grün. Sie merken alle nicht, dass es Merkels eigene Angst-und Horrorfantasien sind, die sie in ihrer Rede hervorruft und auf die anderen geschickt projiziert, so dass alle ihr nur zustimmen können.
Mit politischem Verständnis, Draufsicht auf die Sachverhalte, abwägen von Ursache, Wirkung und Nebenwirkung hat Merkels – zumindest – öffentliches Denken nichts zu tun.
Die Neoliberalen freut so ein Mensch wie Merkel, denn er ist manipulierbar bis auf die Knochen.
Im Grunde gehört ganz Deutschland auf die Couch. Diagnose: Größenwahnsinn und Machtwahn.
Das Gros der Bevölkerung ist mit Sicherheit nicht imperialistisch gesinnt.
Sogar der dafür eigentlich notwendige Nationalismus beschränkt sich aufs Fähnchenschwenken während der EM oder WM und wird danach wieder brav eingepackt.
Was auf die Couch gehört ist Deutschlands Elite.
Himmel, Arsch und Zwirn, ist denn in Deutschland keine Politik der skandinavischen Unauffälligkeit und Bescheidenheit möglich?
Lieber Spezialdemokrat. du hast recht, ich hätte schreiben sollen, der ganze Bundestag, außer der Linkspartei – oder wie du sagst – die Eliten gehören auf die Couch -( oder in die Wüste.
Dein Aufschrei jedoch tut gut und bringt mich zum Lachen.
Die von dir geforderte Unauffälligkeit und Bescheidenheit, wie sie nördliche Länder ansich haben, habe ich in den Niederlanden erlebt. Ein gutes Gefühl, da zu leben.
Politiker spiegeln das Volk oder das Massenbewußtsein des Landes wider. Und das IST hier einfach anders.
Vielleicht ist das eine Erklärung.
Deutschland hat 2 WK angefangen. Alle anderen europäischen Länder sind von uns überfallen, ausgeraubt und ausgebeutet worden. Diese Länder sind irgendwie demütig. Sie haben Schreckliches erlebt.
Deutschland, als der Herrenmensch, hat diese Demut nicht. (Einzig der Kniefall von Brandt hat sehr viel Gutes bewirkt, Vertrauen aufgebaut. Ich wurde in NL sehr oft darauf angesprochen und Brand bewundert)
Vielleicht es das ? Wirklich mehr Demut und Verständnis haben für Leidende, Trauernde, Kranke, Alte, Jugendliche ohne Arbeit u.v.m.
Unvorstellbar, dass ein Vertreter des niederländischen Königshauses der Bevölkerung sagen würde, sie sei glücksüchtig und müsse sich an Kriegsversehrte auf den Straßen wieder gewöhnen usw. wie es unser Staatsvertreter Gauck letztlich sagte.
Und sieh jetzt die Kaltschnäuzigkeit von Merkel mit ihrem Kürzungswahn, der als Sparen bezeichnet wird, womit auch noch die gute alte Tugend total verzerrt wird.
Vielleicht gehören doch mehr als wir denken auf die Couch ?
Es sind Kommentare wie deine die mir immer wieder verdeutlichen warum dieses Land so vor die Hunde geht. Dieser Hass auf den eigenen Ursprung und die eigene Geschichte ist für mich unbegreiflich, auch dieses verkürzen der Deutschen Geschichte auf die letzten 100 Jahre, einfach nur traurig. Nach mehrfachem lesen deines Beitrags meine ich, dass du auf die Couch gehörst, scheinbar ist in deiner Vergangenheit etwas schiefgelaufen dass du diesem Land immer noch die Schuld gibst.
Zur Diskussion: manchmal kann man sich leider nicht nach skandinavischer Zwergstaaten-Art verdrücken. Wir nehmen nun einmal in Europa eine gewisse Stellung ein, haben das größte BIP und auch eine wichtige Position in den meisten EU-Gremien, da kann man sich nicht immer vor der eigenen Verantwortung drücken. Eine Lektion die scheinbar viele nicht aus dem eigenen Elternhaus mitbekommen haben, leider… Aber das passt gut zu dieser Zeit und erklärt trefflich die Entwicklung des Westens..
Nanu. Ich lese und höre doch sonst allenthalben, wie gut “dieses Land” da steht und von aller Welt beneidet und als Vorbild bewundert wird? “Wir” machen alles richtig, so Schäuble eben im Radio.
Wer in der Vergangenheit nicht Brutto von Netto unterscheiden konnte und die “schwäbische Hausfrau” als Musterbeispiel” in die VWL einbrachte, konnte auch den Pferdefuß in den Absprachen zum ESM in Brüssel nicht erkennen.
Das Haftungsrisiko für die Banken ist wesentlich größer als dasjenige der Staaten.
Die Bilanzsumme der Banken der 5 Krisenländer bei beträgt etwa
10 Billionen Euro (davon sind 9.2 Billionen Bankschulden)
und die Staatsschulden dieser Länder liegt bei lediglich
3.4 Billionen Euro. Der ESM übernimmt jetzt das Risiko die Bankschulden………..
Ich habe schon vor langer Zeit festgestellt:
Merkel ist dumm und unfähig. Sie redet wirres Zeug und stellt in ihrer Funktion nicht nur für Europa eine ernste Gefahr dar.
Ich halte Merkel überhaupt nicht für dumm oder gar unfähig, sie hat nur ein anderes Ziel für ihre Regierung.
Sie setzt sich nicht für das Soziale und den kleinen Bürger ein, sondern dafür, daß die Reichen auf Kosten der Ärmeren immer noch reicher werden. Zusammen mit ihren Freunden im In- und Ausland z.B. aus der transatlantischen Brücke (CDU/CSU, SPD, FDP und wahrscheinlich auch der Piraten) oder von Goldman Sachs, soll ein feudaler Neokapitalismus geschaffen werden, bei dem einige wenige das Wohl der Vielen bestimmen. Und da es sich bei ihr in diesem Fall um ein Glaubensdogma handelt, wird sie auch absolut beratungs- und lernresistent sein.
Merkel ist für mich ein Mythos und eine Meisterleistung der PR, so als ob Friede Springer und Liz Mohn eine Wette abgeschlossen hätten, ob es möglich ist, die in jeder Hinsicht absolut untauglichste Person, die sich finden konnte, tatsächlich zum Kanzler zu machen.
Ich wette unter tausend zufällig ausgewählten Personen, findet sich höchstens einer, der sich je eine Rede von Merkel angetan hat. Ich habe das schon vor Jahren und war entsetzt, welch’ unfassbar sinnloses Geblubber ich da vernehmen musste. Die Menschen wissen schlicht nicht, was sie da gewählt haben und was sie da regiert. Anders ist das nicht zu erklären. Vielleicht ist aber gerade das ihr größtes Talent; die Menschen ins Wachkoma zu treiben, ob ihrer unglaublichen Langeweile, die sie ausstrahlt.
oh, du bist auch schon infiziert?! ‘die menschen’ ist merkelsprech!
Frau Merkel hat von Volkswirtschaftslehre keine Ahnung.
Sie kennt auch die Paradigmen der Ökonomie nicht.
Mit anderen Worten: Frau Merkel weiß gar nicht, worum es eigentlich geht.
Natürlich mag sie sich nicht lächerlich machen und versucht dann ihren Sachverstand mit vermeintlich beeindruckendem Zahlenmaterial vorzutäuschen.
Dadurch blamiert sie sich jedoch meines Erachtens umso mehr: sie wirkt wie in flagranti ertappt und stammelt scheinbar nur irgendetwas halbwegs Nachvollziehbares vor sich hin.
Ihre Besinnung auf die Zeiten Adenauers dient vor allen Dingen rhetorisch dazu, sie selbst auf ein Podest von historischen CDU – Größen zu erheben, auf den sie überhaupt nicht hingehört.
Inhaltlich vergisst Frau Merkel, dass der technische Fortschritt gewaltig ist, sich unsere Lebenswelt massiv verändert hat.
Der Vergleich mit der nostalgisch verklärten, heroischen Pionierzeit der Bundesrepublik ist absurd: es werden Äpfel mit Birnen verglichen. Unsere gegenwärtigen Problemlagen sind gänzlich andere.
Ebenso absurd wäre es, die biblische Lebenswelt von Adam und Eva den heutigen Lebensumständen gegenüber zu stellen.
Wir erleiden aktuell eine wirtschaftswissenschaftliche Orientierungslosigkeit, die Frau Merkel nicht im Ansatz versteht: Die “heiligen” Dogmen des Neoliberalismus sind gescheitert.
Wer sich in der theoretischen Diskussion etwas auskennt, könnte beispielsweise feststellen, dass vor allen Dingen die Theorie der externen Effekte in diesem Zusammenhang mangelhaft ist.
Für die Bundeskanzlerin ist die chaotische Lage, die theoretische Desorientierung der ökonomischen Fachleute vorteilhaft, weil sie ihr Nichtwissen nun ideal verbergen kann.
Die Bundeskanzlerin war nachweislich für lange Zeit als promovierte Physikerin nicht in der Lage, die Gefährlichkeit der Atomkraft vernünftig zu beurteilen. Wer glaubt nun ernsthaft, dass sie den genialen Durchblick in anderen Themenkreisen hat???
Sie argumentiert bestenfalls auf dem Niveau der Stammtische, wodurch sie auch eine hohe Popularität erfährt.
Es macht gar keinen Sinn, sich mit ihrer meiner Ansicht nach offenkundigen Inkompetenz intensiver zu beschäftigen.
Sie sollte am besten freiwillig zurücktreten anstatt weiterhin an ihrem Sessel zu kleben.
Es wird langsam peinlich.
Frau Merkel ist dabei, Deutschland und Europa mit ihrer Plan- sowie Ideenlosigkeit zu ruinieren.
Yep, so gesehen, ist die Dame unfähig, quod erat demonstrandum…..;-)
Ich lese hier immer was von der Unfähigkeit Merkels.
Liebe Leute, die Dame ist in meinen Augen nicht unfähig. Ganz und gar nicht.
Sie schafft es ja weiterhin, nahezu unkritisiert, jeden “Sch*” von sich zu geben und weiterhin auf dem Thron sitzen zu dürfen.
Dafür gibt es 2 Gründe:
1. Scheint sie irgendwie die 4. Macht im Staate kpl. unter ihren Fittichen zu haben (Nacktfotos im Schrank?)
2. Ist sie die perfekte Marionette der Wirtschaft (und die haben vermutlich die Nacktfotos der Pressekollegen im Schrank).
Beides führt dazu das sie dort bleibt wo sie ist. Ich habe keinen Zweifel daran, dass hier Korruption im großen Stil abläuft. Korruption nicht im Sinne von Geldkoffern sondern schlicht in Form von Macht.
Dementsprechend ist sie nicht unfähig sondern absolut fähig das Spiel so zu spielen das für sie alles zum Besten läuft.
Unfähig sind all die anderen.
Wir leben eben nicht mehr in einer Demokratie sondern schlicht in einer Finanz Oligarchie und Madame No/Yes/maybe ist deren Handpüppchen.
Wahlen sind nur noch Opium fürs Volk.
CDU – die Partei der rostigen Wetterfahne: Bei genug Wind, dreht sie sich.
Merkel hat mit ihrer Haltung und Einstellung, aus welchen Gründen auch immer, die Rückendeckung der medial und machtpolitischen Entscheidungsträger in diesem Land.
Mehr braucht sie nicht.
Den Pöbel desinformieren dann Bild, Bams, SPD-Tagesschau + CDU-Heute Journal.
@viosz (3. Juli 2012 at 15:26):
Es scheint soweit zu sein – die Reichen und Mächtigen hetzen die Völker Europas gegeneinander auf, um von ihrer Gier, Selbstsucht und Versagen abzulenken.
Gruseliges aktuelles Beispiel:
http://www.tagesschau.de/wirtschaft/euroschau138.html
“Das Projekt Euro ist gescheitert”
@Mein Über-Ich
Aber hallo! Und WIE gruselig! Danke für den aufschlussreichen Link!
Man lasse sich diese Worte mal auf der Zunge zergehen:
Soll was heißen? Es werden folgen Jahrzehnte Unfrieden (Krieg) und Diktaturen (wenn wir Merkel nicht Europa nach ihrem Plan retten lassen)? Oder was?
Man fasst es ja nicht!
Auch wenn man dem Autor bzgl. des Zustands, der EU und des Euro zustimmen mag, gruselig finde ich vor allem seine nationalistischen Untertöne (Deutschland der Zahlmeister, die südländischen “Krisenstaaten”) Und Krieg und Frieden, Freiheit (welche?) oder Sklaverei, soll mit EU und Euro stehen oder fallen, lachhaft.
@Spiegelfechter
Der “Kuchen” wurde nur deswegen größer, da die Ressourcen in größerem Umfang verbraucht wurden.
Aber die Ressourcen sind begrenzt. Der “Kuchen” wird kleiner werden. Irgendwann ist kein “Teig” mehr für den “Kuchen” da.
Nach mir die Sinnflut – so lebt Merkel, so leben die Besitzenden. Und damit der besitz noch etwas länger hält, deswegen muss die Umverteilung von unten nach oben beibehalten werden.
Wenn aber in Deutschland, mit dem im Grundgesetz verankerten Anspruch auf Soziale Gerechtigkeit weniger zu verteilen ist, kommt es leichter, ein Feindbild “EU” aufzubauen.
Fiskalpakt und ESM sind die Mittel die Wut auf die EU zu lenken, wenn alles zusammenbricht. Und das wird es. Garantiert. Es ist nur eine Frage der Zeit. Und um etwas Zeit zu gewinnen, dafür werden eben große Teile der Gesellschaft in Armut gestürzt. Deswegen gibt es auch Tafeln, damit die Menschen nicht jetzt schon aufstehen, wie damals in Frankreich. In Deutschland wurde mit dem SGB die Grundlage geschaffen. Eine Grundlage, die nun in den anderen Ländern der EU geschaffen werden soll.
Deutschland war das geeignete Land für den Testlauf. Der “Michel” ist eh eine Schlafmütze. Und wenn nun die Griechen, Spanier, Franzosen oder andere EU-Bürger sich gegen diese Methode wehren, dann sind die Deutschen empört. Weil sie selber sich nicht getraut haben, sich zu wehren.
Und schon wieder so ein postmaterialistisches Geschwätz. Ich habe jetzt weder Lust noch Zeit darauf einzugehen und verweise elegant auf den Kollegen Müller: http://www.nachdenkseiten.de/?p=9169
Hallo, Jens, habe mir den Link durchgelesen. Viel Holz. Nur wundere ich ich mich, dass ich als regelmäßige nds-leserin diesen Artikel nicht gelesen habe – oder war ich krank ?
Jedenfalls ist er seeeeehr lesenswert. Danke für den Hinweis.
@K.S.
Ich schätze die NDS und den SF auch, den eleganten Link zur Wachtumskritik habe ich auch gelesen, aber einfach nur sooooo toll finde ich den Artikel nicht.
Ich bin auch kein NDS-Jünger, der alles, was von den NDS und ihren Propheten kommt, als gottgegeben und fehlerlos annimmt und dankbar verinnerlicht. Bitte noch ein ganz klein wenig selbst denken. Diese ganzen NDS-Verlinkungen hier gleichen immer mehr den Bibelstellenverweisen bei den Zeugen Jehovas.
Attac und Waxtumskritik ist böse. Huhuhuhu…
Umweltthemen anschneiden ist bereits sehr verdächtig, ausser es handelt sich um einen waxtumsgenerierenden Industriezweig wie die Solarbranche…
Und nun, exkommuniziert und steinigt mich!
Nur Krebs hat unendliches Wachstum.
Wir haben keine zweite Erde im Kofferraum – war mal ein Spruch der Grünen.
Die Resourcen SIND begrenzt. Je schneller die verbraucht werden, um so eher wird der “Kuchen”, der verteilt werden kann, eben kleiner.
Wir haben eben keine Replikatoren wie auf der Enterprise …
http://de.scribd.com/doc/9358609/Albert-Einstein-Sigmund-Freud-Warum-Krieg
Dort von Asimov – Die gute Erde stirbt (1971) – lesen!
Die Erde kann ihre gegenwärtige Bevölkerung unter den gegebenen Verhältnissenoffenkundig nicht nach dem Durchschnittsniveau des amerikanischen Standards versorgen; die Grenze liegt zur Zeit vielleicht bei rund 500 Millionen.
Aber inzwischen über 7 Milliarden Menschen …
http://www.weltbevoelkerung.de/oberes-menue/publikationen-downloads/zu-unseren-themen/weltbevoelkerungsuhr.html
Dann träumen Sie mal weiter.
Offensichtlich schreibst du lieber als die Replik (Verweis von Jens) zu lesen?
Was schlägst du denn vor? Wie geht es weiter?
Es gibt auch viele Ausreden zum “Peak-Oil”. Es gibt auch genug Leute, die meinen, die Erderwärmung sei nicht durch Menschen gemacht. Ich lese weder die Argumente gegen den “Peak-Oil” noch die gegen die Erderwärmung.
Fakt ist, die Resourcen SIND nicht unendlich.
Selbst wenn irgendwann Resorcen auf dem Mond, Mars oder anderswo abgebaut werden, so sind auch die nicht unbegrenzt.
Ich argumentiere gegen die Aussage, die “Torte” könne immer größer werden. Um die “Torte” immer größer zu erstellen, müssten die Resourcen unendlich sein. So lange durch gesteigerten Verbrauch von Resourcen die Torte wächst, so lange kann ein Stück mit kleinerem “Gradanteil” durchaus größer sein. Aber eben nicht auf immer und ewig.
Die Ausreden (Peak-Oil, Erderwärmung u.a.m.) erinnern mich an die Geschichte vom Mann, der aus dem 37. Stockwerk gefallen ist, der in Höhe der zweiten Etage meint, bis jetzt ging ja noch alles gut.
Je höher, desto platsch. Und manche befinden sich mit ihren Argumenten ziemlich hoch, im freien Fall, und merken es noch nicht.
Deswegen – träumt mal ruhig weiter. Um so überraschender wird das Erwachen sein. Irgendwann. Vermutlich erst beim Aufprall.
Ich werde das wohl nicht mehr erleben . Da wirkt hoffentlich die Gnade der frühen Geburt. Also 20 bis 30 möchte ich nicht sein.
Seh ich auch so Jens, allerdings habe ich eine Frage.
Wo ist die “Front de Gauche” in Deutschland, unsere Linkspartei muß jetzt endlich mal voran. Schluß mit der Sektiererei und dem Affentheater!
Wie locker hat Mélenchon gegen alle Anfeindungen und das Schubladendenken gesagt:
“Je suis simplement de gauche” Sowas ist erstmal für die deutsche Linke allererstes Lernziel!
Gut im Klassenkampf wäre, wenn Du das mal in einem Schwerpunktartikel bringen könntest.
Das Problem sehe ich weniger in Frau Merkel, sondern vielmehr im Fehlen einer wirklich relevanten politischen und öffentlichen Opposition zu ihrer Politik.
Wozu braucht man eine Opposition? In China gibt es auch keine und das Land scheint wirtschaftlich erfolgreich.
´´und das Land scheint wirtschaftlich erfolgreich.´´
Der Schein halt.
Bezahlen tun das die Chinesen mit massivster Umweltzerstörung.
Wenn sie so weitermachen ist China in 50 Jahren unbewohnbar.
Chinesen in Städten werden heutzutage nicht mehr alt.
Mfg
Genau das ist das Problem.
Kritik an Frau Merkel findet in einem demokratischen Rahmen nicht statt.
Als erste Bundeskanzlerin scheint sie teilweise auch medial unter “Welpenschutz” zu stehen.
Es gab zudem massive parteiinterne Proteste als SPD -Politiker “wagten” Merkels Unfähigkeit nachzuweisen: SPD – Frauen beschwerten sich, dass auf diese Weise nicht mit einer Frau umgegangen werden kann.
Des Weiteren hat bereits Friede Springer meiner Kenntnis nach Merkel die Treue geschworen. So finden sich kaum kritische Aussagen zur Bundeskanzlerin in den Springermedien.
Auf diese Weise entsteht ein verzerrtes Bild in der Öffentlichkeit und viele “Halbinformierte” glauben nun, dass alles mit Merkules in Ordnung sei.
Diese Menschen nehmen dann auch überproportional an “repräsentativen” politischen Umfragen teil und alle sind scheinbar begeistert von der Bundesregierung.
Des Weiteren liegt ein gewisser Demokratieverdruss hierzulande vor. Die SPD und die Grünen haben mit ihrem Sozialstaatabbau viele Politikinteressierte abgeschreckt.
Die Masse der Desinteressierten, der Gleichgültigen wächst kontinuierlich.
Aufgrund der weitreichenden inhaltlichen Identität vieler Aussagen aus den unterschiedlichsten politischen Lagern wirkt Manches mittlerweile alternativlos.
Der sogenannte Mainstream, die Einheitsmeinung aus der Tube, hat zu einer MacDonaldisierung der politischen Meinungsbildung geführt.
Unsere gesellschaftlichen Probleme sind gewaltig.
Jedoch präsentiert die Politik kaum noch sinnvolle oder gar innovative Konzepte.
Allerdings erdreisten sich die Politiker angesichts ihrer eigenen Unfähigkeit den Bürgern in gewisser Weise vorzuhalten: “Wisst ihr denn, wie es besser gehen sollte???”
Nein, wissen viele nicht.
Darum protestieren sie auch nicht.
So sieht es aus in Deutschland, in Europa, in den USA.
Die Politikerkasten haben das unterste intellektuelle Niveau erreicht.
Innerhalb des von ihnen angerichteten Chaos verstecken sie anschließend ihre Inkompetenz wie beispielsweise Frau Merkel mit ihren Beiträgen zur Nationalökonomie.
Ich persönlich sehe nur einen einzigen Ausweg:;
Wir brauchen mehr Demokratie und weniger ideologisch “verdummte” Parteipolitik.
Finde ich nicht unbedingt. Wer die Reden der Linken im BT hört, der vernimmt sehr wohl eine demokratische Kritik. Die Öffentlichkeit ist ein anderes Thema, aber da sorgen Kabarettisten wie Priol für Aufmerksamkeit – auch wenn die Schläge unter den Büstenhalter mittlerweile durchaus nerven können.
Die anderen Bundestags-Insassen haben keinen Grund zur Kritik, weil sie selbst am Abbruch des Staates fleißig mitgewirkt haben. Die ESM-Abstimmung ist ja auch so ein Ding. Merkelkritik aus SPD- oder Grünenmund ist schlichtweg unglaubwürdig.
Das Problem ist nur das die Linke in den Medien entweder totgeschwiegen oder als SED- Nachfolgepartei bezeichnet wird.
Das Problem ist doch, dass Frau Merkel gemäß ihrem Alltagsverständnis handelt bzw. das, was ihr ihre Berater zuflüstern, entspricht voll und ganz ihrem Alltagsverständnis.
Echte Opposition, wie sie die Linke darstellt, bedeutet, das Weltbild des Durchschnittsbürgers zu zerstören.
Das traut sich keine der etablierten Parteien.
It’s Klassenkampf, you girly….;-)
Hallo, Auceza, super Begründung. Aber das die ” “heiligen” Dogmen des Neoliberalismus gescheitert sind”, denke ich nicht.
Wir befinden uns mitten drin. Ich hätte es nicht gedacht, aber da nun in Brüssel der Gouverneursrat, bestehend aus Bankern von Goldman Sachs oder usa-nah und indirekt mit GS verbunden, die Geschäfte aller 17 EU-Länder in die Hand nehmen sollen, mit Rechten ausgestattet wie Könige und Kaiser, gerade mehr als 100 Jahre her, ist das erst der Anfang des Neo-Feudalismus, von Wirtschaftsleuten Neoliberalismus genannt.
Weiter oben las ich über die Summe der Bankschulden, die jetzt vom ESM und EFSF gedeckt werden sollen und zwar nach Monti (Goldman Sachs) ohne Bedingungen.
Am Sonntag las ich bei gmx “EU-Kommission billigt EU-Beamtenwitwe mehrere 10-tausend Euro für Fahrstuhl in den Weinkeller. Die alte Dame hat Schmerzen in die Knien. Ein Treppenlift wie üblich ? Nein, danke.
EU-Beschäftige arbeiten 37,5 Std.woche, inklusive Reisetage, Feiertagsbrücken und Familiensonderurlaub bis zu 85 Tagen Urlaub/ Jahr.
In Pension gehen können alle ab 55 Jahre, davon 10 % ohne Abschläge.
Eine EU-Sekretärin, verh., 2 Kinder kann rund 8.000 Euro/Monat bekommen.
Flugkarten werden bezahlt.
Wenn das nicht Feudalismus ist, in dem wir jetzt schon stecken, was dann ?
Paul Ankersmidt, ein niederländischer Ökonom schrieb schon in 2009, “wer den Neoliberalimus will, der will (in)den Feudalismus zurück.”
Ja, das sehe ich genauso.
Der Neoliberalismus ist deshalb gescheitert, weil die vollmundigen Versprechungen der Theorie nicht eingetreten sind, die Prognosen der “Wirtschaftsexperten” nachweislich total falsch waren. Die Freiheit der Märkte ist eben nicht gleichzusetzen mit der sehr viel wichtigeren politischen Freiheit der Bürger.
Die neoliberalen Begründungszusammenhänge sind für jeden offensichtlich komplett widerlegt. Deshalb mag auch kaum ein Ökonomieprofessor gegenwärtig etwas zum Totalkollaps des geliebten neoliberalen, ritualhaft rezitierten Weltbildes formulieren.
Außer natürlich manche unbelehrbaren “Wichtigtuer” wie beispielsweise Herr Sinn, der nach der Krise versucht seine Aussagen vor der Krise zu relativieren und umzuinterpretieren.
Andernfalls würde er auch als inkompetenter “Trottel” dastehen.
Es ist ein theoretisches Vakuum entstanden, welches nicht mehr sinnvoll mit wirtschaftswissenschaftlichem “Stroh” zu füllen ist.
Nun führt der Neoliberalismus also doch in die Plutokratie, welche weitaus schrecklicher sein könnte als der mittelalterliche Feudalismus. Die ersten plutokratischen Institutionen sind bereits der ESM und andere europäische Einrichtungen.
Ich denke sogar, dass die Befürchtung einer Renaissance des Feudalismus eher verharmlosend ist. Es gibt da schon sehr viel grausamere gesellschaftskritische Horrorszenarien, die ich auch für wahrscheinlicher halte.
Hallo Auceza, wäre schön gewesen, wenn du mal die weitaus schlimmeren Staatsformen erwähnt hättest.
Schlimmer als der Feudalismus???
Beispielsweise:
-Faschismus in allen denkbaren Ausprägungen
-Plutokratie
-Brutale Technokratie
Das Problem ist, glaube ich, weniger die formelle Herrschaftsform sondern vielmehr die technischen Möglichkeiten der tyrannischen Unterdrückung.
Und dafür gibt es jede Menge Horrorszenarien.
Die Befürchtung eines Feudalismus lässt zumindest bei mir Bilder des europäischen Mittelalters aufleben.
Sicherlich waren das brutale Zeiten.
Dennoch befürchte ich, dass die Fähigkeiten, Menschen zu quälen, zu unterdrücken und zu vernichten so beängstigend zugenommen haben, dass bereits jedes nicht-demokratische System schnell zu einem überwachungswütigen Terrorstaat mutieren kann.
Ein derartig technisch hochgerüsteter Verbrecherstaat kann zu einem Alptraum werden, welcher die Schrecken des feudalen Mittelalters vergleichsweise zu einer romantischen Ära werden lässt.
@Auceza
Es stimmt, dass Feudalismus fürs Volk angenehmer war als z.B. der Faschismus, u.a. auch deshalb weil die Feudalherren Verantwortung für ihre Untergebenen trugen und damit in ihren Handlungen auch deren Interessen/ Bedürfnisse zu berücksichtigen hatten. Ich denke diese relativ(!) milde Form des Unbills erwartet uns auch eben darum nicht, weil “nur” die Heilsversprechen/ Legitimation (z.B. Wohlstand für alle) des Neoliberalismus in der Krise zu Grabe getragen wurden aber de fakto die Art des Wirtschaften nicht in Frage festgestellt oder gar reformiert wurde, es läuft weiter wie immer halt nur immer schlimmer.
Die neue weitaus üblerer Legitimation des Neoliberalismus geht m.e. in Richtung Sozialdarwinismus/ Rassismus und die sind eine Vorstufe des Faschismus.
Dazu:
Faule Griechen, fitte Deutsche
Zu Ursachen und Funktion des Rassismus bei der Erklärung der Euro-Krise
jetzt musst du mir nur noch erklären, warum die leute
a) alle mit freuden ihren angenehmen feudalherren entflohen und
b) alle mit freuden heil gebrüllt haben, als der faschismus kam.
manchmal schreibst du hanebüchenen quatsch
ps. weil es hier unbedingt notwendig ist: ich weiss um das pauschalisierende bei ‘alle’!
pps. auceza ist eine von drei sehr merkwürdigen sporadischen kommentatorinnen, die ich hier nicht so richtig zuordnen kann. vielleicht liegt es daran, dass mir die kultur der studentischen verbindungen fremd geworden ist. aber das ist spekulatius.
Soll an die Heldentasse..
Aber da ist kein Antwort Button. :-(
´´Die neue weitaus üblerer Legitimation des Neoliberalismus geht m.e. in Richtung Sozialdarwinismus/ Rassismus und die sind eine Vorstufe des Faschismus.´´
Sind wir voll drin.
http://www.heise.de/tp/blogs/foren/S-Re-Alg-II-Empfaenger-werden-zu-Menschen-2ter-Klasse-degradiert/forum-221263/msg-21391772/read/
Mfg
@GrooveX
Bzg. Feudalismus
Mag sein, denn jede/r lebt in seinem eigenen mehr oder weniger großen geistigen Schneckenhaus und immer abseits der objektiven Realität. Darum ist Chance mal keinen “Quatsch” zu schrieben verschwindend gering. ;-)
Speziell zum Feudalismus möchte ich anmerken, dass dieser eine Stufe in der kulturellen Entwicklung darstellt hin zur heutigen Gesellschaft, schlimm ist demnach nicht der Feudalismus an sich sondern vielmehr die mögliche Rückentwicklung dahin. (Wobei mir da manchmal Zweifel kommen, denn ob sich eine Feudalgesellschaft mit der heutigen turbomäßigen Geschwindigkeit den Ast absägen würde auf dem sie sitzt?)
Evtl. liegt hier ein Missverständnis vor und wie reden von verschiedenen Epochen(?), denn die Zeit des Feudalwesen war nicht erst mit der Abdankung von Wilhelm II vorbei, denn das Deutsche Kaiserreich war niemals eine Feudalgesellschaft im eigentlichen Sinne.
Kompromissverschlag, und evtl. Realitätsnäher: Streiche Feudalherren setzte Oligarchen.
@leslie
Danke für den link
Grüße
@Alle, die es noch nicht realisiert haben: Wir leben immer noch in einer Feudalherrschaft. Nur heisst sie jetzt anders und die Herrschaften geben sich nicht mehr so offensichtlich als solche zu erkennen.
Wenn der Fiskalpakt in Europa durchkommt und Staaten nicht mehr durch Investitionen eventuelle Nachfrageausfälle (erhöhtes Sparbedürfnis) des Privatsektors (Personen, Banken, Firmen) ausgleichen können, müssen eben die Ersparnisse und Vermögen des Privatsektors zurückgefahren werden.
Auf Deutsch:
Wir können uns dann keine hohen Vermögen und auch keine hohen Altersrücklagen in der Bevölkerung mehr leisten, da sie den Konsum bremsen. Wenn der Staat als Retter in der Not ausfällt, werden mit dem Fiskalpakt in Zukunft in Europa auch Banken Pleite gehen und Einlagensicherungsfonds platzen.
Soziale Wohltaten wie eine fehlende Reichensteuer, Hohe unversteuerte Firmengewinne, das Geld-Hinterherwerfen an Firmen zur wohlwollenden Standortauswahl und römische Dekadenz beim leistungslosen Zinseinkommen und bei Finanztransaktionen sind dann auch nicht mehr drin.
Schöne neue Zukunft. Danke Merkel.
Und jetzt auch das noch:
http://www.spiegel.de/politik/ausland/laut-guenter-verheugen-hat-monti-merkel-auf-eu-gipfel-betrogen-a-842318.html
Jens Berger und die Kommentatoren möchte ich auf einen Satz aus der zitiertetn Reg.Erklärung Merkels hinweisen, der bisher in der Diskussion keine Rolle gespielt hat:
“Wir werden ohne Wettbewerbsfähigkeit den Wohlstand unseres Landes und Europas nicht erreichen.”
Sie sagt doch tatsächlich “erreichen”. Nicht halten oder so was. Also ist bisher nichts errreicht? Alle bisherigen unsozialen Massnahmen ihrer sog. Sozialpolitik zur Steigerung unserer Wettbewerbsfähigkeit nur Vorstufen auf dem Weg zum Wohlstand?
Was mag uns da an neoliberaler nationaler und internationaler deutscher Wettbewerbs- und Sozialpolitik noch bevorstehen, falls diese Dame so weiter wursteln darf??
Also bitte, Merkel schmeißt den Laden nicht alleine. Die steht nur im Rampenlicht. Genauso wichtig sind die Motten hinter dem Bühnenvorhang des Systems.
Und überhaupt:
http://www.focus.de/politik/deutschland/csu-droht-mit-koalitionsbruch-csu-chef-seehofer-will-keine-finanzspritzen-mehr-hinnehmen-_aid_776618.html
Langsam regt sich Widerstand. Zunächst nur krachlederner Art.
Ich weiß, man soll einen Menschen nicht nach seinem Bild beurteilen, aber das Bild oben ist authentisch: So blöde wie sie guckt, so blöd ist sie auch oder liegt es daran, dass Ackermann ihr auf der Geburtstagsfeier im Bundeskanzleramt etwas in den Kaffee getan hatte? Man weiß ja so wenig…….
Und was sagt Ihr Bild aus?
Bin ich Bundeskanzler?
Sieht sie nicht aus wie eine Puppe aus der Augsburger Puppenkiste, mit ihrem Marionettenkinn?
Merkel ist eine Marionette, und eine ganz besonders dumme.
Da gibt es aber schon Unterschiede:
In der Augsburger Puppenkiste bezahlst du am Anfang , weißt was dich erwartet und die Holzköpfe liefern eine entsprechende Show ab.
In der Politik weißt du nicht was dich erwartet, die Holzköpfe liefern eine Show ab und am Ende darfst du bezahlen.
Da gefällt mir doch das Augsburger Modell deutlich besser.
Das ist die neuste Masche der CDU, um das Versagen von Merkel zu kaschieren:
Jens Spahn, MdB am 3.7.2012 in einem e-mail
Hallo,
eine Frage an die Ökonomen hier: Wie kann sich durch Umverteilung die Gesamtnachfrage erhöhen?
Angenommen A hat 1000,- Euro und B hat 500,- Euro, dann können beide zusammen für 1500,- Euro Güter nachfragen. Wenn wir jetzt dem A 250,- Euro nehmen und dem B geben, kann B jetzt zwar 250,- Euro mehr ausgeben, A im Gegezug aber den gleichen Betrag weniger. Die Gesamtnachfrage bleibt also unverändert bei 1500,- Euro.
Was übersehe ich?
Du übersiehst, dass manche Leute so viel Geld haben, dass sie es gar nicht mehr ausgeben können, weil sie schon alles haben. Die haben teilweise Schwierigkeiten damit, ihr Geld so schnell auszugeben, wie es rein kommt. Selbst wenn sie V-Power-ich-hab-zu-viel-Geld-Super für ihren Zweit-SUV kaufen. ;-)
Und wenn man denen Geld mehr gibt, dann überweisen die das bloß an ihren Finanzmanger, der es irgendwo in Aktien oder am Geldmarkt anlegt.
Wenn man dagegen nem armen Schlucker mehr Geld gibt, dann kauft der sich davon sofort ein Smartphone, geht schön essen, kauft ein besseres Auto und später ne Wohnung. ^^
du übersiehst, dass es mit steigendem Vermögen unwahrscheinlicher ist, dass dieses tatsächlich “verkonsumiert” wird. Bei den genannten Beträgen ist das noch nicht der Fall, aber große Vermögen die nur noch dazu dienen angelegt und immer weiter vermehrt zu werden, “tun” nichts für eine nicht nur theoretische Gesamtnachfrage.
Die Umverteilung des Volkseinkommens führt kaum nachweisbar zu mehr Wirtschaftswachstum oder Exportsteigerungen innerhalb der ökonomischen Modellrechnungen. Keynesianer haben versucht, derartige Zusammenhänge weitgehend erfolglos zu konstruieren.
Wirtschaftswachstum bedeutet in diesem Zusammenhang auch eine Erhöhung der Gesamtnachfrage.
Die Ökonomen ignorieren regelmäßig bei ihren Diskussionen allerdings Folgendes: Eine Brasilianisierung beeinträchtigt die demokratische Ordnung auf inakzeptable Weise.
Die in Slums vegetierenden Armen können kaum noch an den gesellschaftlichen Prozessen teilnehmen, sich nicht ausreichend bilden und informieren. Von daher sind sie nur sehr begrenzt dazu in der Lage, eine konstruktive politische Meinung oder innovative Ideen zu entwickeln. So wird sukzessiv die Demokratie durch eine Plutokratie ersetzt.
Keynes hat seinerzeit kritisiert, dass die Sparneigung in Abhängigkeit vom Einkommen variieren könnte. Er versuchte nachzuweisen, dass große Einkommensunterschiede zu verändertem Sparverhalten führen könnten und dies wiederum volkswirtschaftliche Konsequenzen hat.
Seine Überlegungen sind nicht falsch, aber im Grunde zu einseitig.
Meines Erachtens greifen die meisten Lehrmeinungen der Ökonomen zu kurz, weil die modelltheoretisch notwendigen Prämissen bedeutsame, wenn nicht sogar entscheidende Zusammenhänge systematisch ausblenden.
Mit anderen Worten: Ökonomen können beispielsweise das Phänomen der Innovation nicht erklären. Innovation ist jedoch eine zentrale Variable der Wachstumstheorie und bleibt somit immer ein rätselhafter, auf esoterischem Wege festgelegter Faktor,
Ich denke, dass die Innovationsfähigkeit sehr eng mit der bestehenden politischen Freiheit zusammenhängt.
Von daher sind im Grunde nicht die ökonomische Ordnung oder die modelltheoretischen Erklärungen der Wirtschaftswissenschaftler entscheidend für unseren Wohlstand und das aktuelle Wirtschaftswachstum, sondern vielmehr die vorhandene politische Freiheit, also der Umfang der Demokratisierung.
gesamtnachfrage != wirtschaftswachstum != exportsteigerungen
von daher macht deine antwort keinen sinn.
Diese “Gleichung” wurde von mir so nicht aufgestellt.
Vielmehr formulierte ich:
“Die Umverteilung des Volkseinkommens führt kaum nachweisbar zu mehr Wirtschaftswachstum oder Exportsteigerungen innerhalb der ökonomischen Modellrechnungen.”
Des Weiteren formulierte ich:
“Wirtschaftswachstum bedeutet in diesem Zusammenhang auch eine Erhöhung der Gesamtnachfrage.”
Bitte genau lesen, was ich geschrieben habe.
Die Diskussion über die Zusammenhänge von Struktur der Außenhandelsbilanz und Wirtschaftswachstum können wir auch gerne beiseite lassen.
Sie führt zu denselben Ergebnissen wie die Debatte um die Sparneigung.
Bitte nicht meine Aussagen irgendwie verdrehen und dann pauschal die Sinnlosigkeit meiner Darstellung behaupten.
Das ist nicht fair.
Tut mir leid, aber das ist Unsinn. Näheres dazu ist im untenstehenden Artikel von mir nachzulesen.
Wie gesagt ich habe die Schnauze voll von Propaganda.
Roosevelt hat den Spitzensteuersatz aufgrund einer praktisch bewährten ökonomischen Theorie erhöht:
“IN the early 1940s, William Salant, then a member of President Franklin D. Roosevelt’s White House staff, and Paul Samuelson, then of M.I.T., developed a “balanced-budget theorem.” It asserts that if a country raises taxes and expenditures by the same amount in a time of high unemployment, and if monetary policy is accommodating, the national income grows by exactly the amount of the tax, so that after-tax income is unchanged. In other words, the “balanced-budget multiplier” equals one. Like the farm in winter, the nation — through taxation — can require full employment, and does not need to go into debt to stimulate the economy. ”
http://acemaxx-analytics-dispinar.blogspot.de/2012/05/euro-krise-und-falsche-metapher.html
@: Auceza
Nö. Falsch. Schweigen ist Gold. (Eine Erklärung – sprich Demütigung- erfolgt auf Bitte. Aber ich würde es an deiner Stelle nicht tun.)
Martin hat eine einfache Frage gestellt und damit für dich erkennbar zum Ausdruck gebracht, dass er in manchen Zusammenhängen noch nicht hundertprozentig fit, aber sehr interessiert ist. Ich verstehe ihn, weil ich selbst noch nicht viel weiter bin.
Merke: Hier tummeln sich auch Leute, die keine volkswirtschaftliche Ausbildung haben, aber beginnen, sich berechtigte Fragen zu stellen.
Die Antwort von Sukram71 fand ich daher hilfreicher als deine. Außerdem hat sie für mich (vorerst) nur im ersten Absatz mit der Frage zu tun, aber ich lerne ja auch noch…
Meine Bitte deshalb an alle Erfahrenen: Stellt euch bitte etwas mehr auf Neulinge ein. Ihr erkennt sie an ihren Fragen. Dadurch erweitert sich der Kreis derer, die informierter sind, ständig, und daran kann uns doch nur gelegen sein.
hi
wenn Du wirklich daran interessiert bist zu verstehen, was sich hinter dem magischem Wissen namens Ökonomie verbirgt, empfehle ich Dir Steve Keens debunking economics. Steve Keen ist ein führender Post-Keynesianer, manche sagen der führende schlechthin, und seit Jahrzehnten ein unerbittlicher Kritiker der herrschenden Mainstream-Ökonomie, der Neo-Klassik, wozu er auch den Neo-Keynesianismus zählt. Debunking economics ist der Standardwerk schlechthin der Kritiker dieses Modells. Es ist eine für Nicht-Ökonomen geschriebene, wenn auch nicht triviale, Dekonstruktion der Ökonomie. Etwas, was sich kaum in Blogs widergeben lässt, weshalb man sich schon die Mühe machen sollte, das Buch zu lesen, sind ja nur 450 Seiten -, ich bin auch noch nicht durch :-)
http://debunkingeconomics.com/
Du hast Keynes einfach nicht verstanden.
Aber das haben die wenigsten, die eine Hassfigur brauchen, weil sie ihren Wohlstand durch Umverteilung bedroht sehen.
Es wird mir immer ein Rätsel bleiben, wieso Keynes auf wenige Aussagen reduziert wird.
Und warum muss man auf Nebenschauplätze ausweichen?
Ökonomen müssen gar nicht das Phänomen der Innovation erklären. Das ist gar nicht deren Aufgabe. Aber sie müssen erklären, wie Innovationen verwirklicht werden können.
Ohne Organisation einer arbeitsteiligen Wirtschaft wären Innovationen in großem Maße aber gar nicht möglich.
Da ist es vollkommen unerheblich, ob man in einer “freien” Gesellschaft lebt oder nicht.
Und eine kapitalistische Gesellschaft ist nicht per se “frei”.
Einkommen kann auf zwei verschiedene Arten verwendet werden: für Konsum oder für Sparen. Der prozentuale Anteil für Sparen steigt mit zunehmender Höhe des Einkommens. Dadurch verringert sich zwangsläufig der Konsum-Anteil, da beides in der Summe 100 Prozent ergeben muss. Rein statistisch liegt in Deutschland bis zu einem Einkommen von durchschnittlich ca. 1500 Euro eine einhundertprozentige Konsumquote (komplettes Einkommen wird konsumiert, nichts wird gespart) vor. Erst ab diesem Einkommen wird ein Teil des übersteigenden Einkommens gespart.
Die von Dir gewählten Zahlen sind insofern relativ ungünstig, da sie natürlich fiktiv und erheblich zu niedrig sind. Gleichfalls sind die Unterschiede zwischen beiden Einkommen noch relativ gering. In der Praxis der sich immer noch mehr verstärkenden Einkommensunterschiede gibt es da erheblich größere Differenzen.
Mal eine kurze Abhandlung zum diesem Thema aus dem Jahr 2008 von mir: Verteilungsgerechtigkeit – Fluch oder Segen
Ich formulierte:
“Keynes hat seinerzeit kritisiert, dass die Sparneigung in Abhängigkeit vom Einkommen variieren könnte. Er versuchte nachzuweisen, dass große Einkommensunterschiede zu verändertem Sparverhalten führen könnten und dies wiederum volkswirtschaftliche Konsequenzen hat.
Seine Überlegungen sind nicht falsch, aber im Grunde zu einseitig.”
Entscheidend ist nicht unbedingt die Spar- oder Konsumneigung, wenn über Wirtschaftswachstum diskutiert wird.
Eine hohe Sparquote kann beispielsweise auch bei bestimmten gesellschaftlichen Konstellationen fruchtbare Investition hervorbringen und es können sich auf diese Weise Wachstumsimpulse ergeben.
So ist es denkbar, dass auf der Basis einer temporär hohen Sparquote ein Wachstumsmotor in Gang gesetzt wird. Es könnten dabei sogar rein modelltheoretisch die unteren Einkommen im Endeffekt profitieren.
Das Gegenteil davon ist allerdings modelltheoretisch ebenfalls möglich.
Keynes wesentliche Kritik war, dass dem System durch die Kassenhaltung Gefahr drohen könnte. Bei unserem Bankensystem und dem ausgedehnten bargeldlosen Zahlungsverkehr kann diese Überlegung vernachlässigt werden. Die “geparkten” Gelder werden andauernd von Banken irgendwo auch ungefragt investiert und landen kaum noch in der Matratze.
http://de.wikipedia.org/wiki/John_Maynard_Keynes#Nachfrage_nach_liquiden_Mitteln_.28Kassenhaltung.29
Letzten Endes kann Keynes nicht den zentralen Faktor der Wachstumstheorie, nämlich Innovation, erklären.
Und das kritisiere ich.
Von daher sind seine Überlegungen zur Sparneigung letzten Endes eher von sekundärer Bedeutung.
Und genau deshalb funktioniert meiner Ansicht der Neokeynesianismus nicht, weil er theoretisch ebenso mangelhaft ist wie der Neoliberalismus.
Es ist definitiv zu kurz gedacht, wenn hier sinngemäß behauptet wird:
“Die Reichen haben so viel Geld. Das ist gemein.” -.-
“Die Reichen wissen gar nicht mehr wohin mit ihrem ganzen Geld, deshalb sollten wir denen alles wegnehmen.” :D
“Das Vermögen der Reichen fault nur so vor sich hin, weil sie zu wenig konsumieren und wird auf keinen Fall sinnvoll investiert.” :(
Solche Überlegungen sind ökonomischer Unfug. Es ist nur ein rationalisierter, an sich jedoch ziemlich irrationaler Sozialneid.
Das hätte Keynes auch niemals so formuliert.
Keynes wollte by the way auch nicht den Kapitalismus abschaffen sondern ihn erhalten.
Keynes wollte viel mehr und das vergessen viele, die schwäbische Hausfrau hatte er (Keynes) auch im Programm und genau den Fehler beschrieben, den J.Berger im Buch “Stresstest” zu Papier und hier im Spiegelfechter in Bits und Bytes formte!
Wenn wir dann noch ethische Begrifflichkeiten von A.Smith dazu nehmen, haben wir fast eine soziale Marktwirtschaft!
der ‘Neo-Keynesianismus’ hat wenig mit Keynes zu tun
dazu James K. Galbraith
Krugmans gesamter Essay handelt von zwei Gruppen, beide an der (wie sie glauben) Spitze der akademischen Ökonomie stark etabliert. Beide sind sehr mit ihrem Status und mit dem Kampf um Einfluss, akademische Macht und Prestige beschäftigt – gegen die jeweils andere Gruppe. Krugman nennt sie Salzwasser- und Süßwasserökonomen; sie bezeichnen sich lieber “Neoklassiker” und “Neo-Keynesianer” – obwohl die eine nicht klassisch und die andere nicht Keynesianisch ist. Man könnte von einer “Chicago Schule” und einer “MIT-Schule” sprechen – nach den akademischen Studiengängen, die viele von ihnen absolviert haben. In Wirklichkeit gibt es keine genauen Bezeichnungen, da die Unterschiede zwischen beiden zweitrangig und undeutlich sind.
Die zwei Gruppen teilen eine gemeinsame Perspektive, eine Vorliebe für ähnliche Gedankengänge. Krugman beschreibt das passend als ein “Wunsch nach einem allumfassenden, intellektuell elegantem Ansatz, der Ökonomen auch die Möglichkeit gibt, ihre mathematischen Fähigkeiten zur Schau zu stellen.” Genau so.
Es ging teilweise um Eleganz – und teilweise um Selbstdarstellung. Es ging nicht um … Ökonomie. Es war keine Diskussion um Problemen, Risiken, Gefahren und Grundsätze. Folglich tragen beide für das Versagen die Verantwortung. Das ist eine merkwürdige Sache. Die Ökonomie war nicht von einem Streit zwischen Pangloss und Kassandra gespalten. Es war alles eine freundliche Plauderei zwischen Dick und Doof. Und wer von keiner der beiden Seiten etwas hielt – der war eben kein richtiger Ökonom.
http://www.nea.org/assets/docs/HE/TA09EconomistGalbraith.pdf
sic!
Die amerikanischen Ökonomen halten sich noch immer für die internationale geistige Elite.
Dabei haben sie sich nur in ihren absurden theoretischen Welten verlaufen.
Diese “Besserwisser” bemerken nicht, dass sie schon längst ihre eigene Heimat mit dubiosen politischen “Empfehlungen” sowohl ökonomisch als auch gesellschaftlich ruiniert haben.
Warum sollten andere Nationen dem traurigen Beispiel der USA folgen???
was soll dieser nationalistische Blödsinn? und, was ‘Besserwisserei’ anbelangt, scheinst Du ein ganz besonders akuter Fall zu sein :-)
Soso. Ich bin der akute Fall einer Besserwisserin???
Ich bringe nur meine Meinung zum Ausdruck.
Was soll daran verkehrt sein???
Es erscheint mir doch irgendwie beleidigend und demokratieverachtend, die freie Meinungsäußerung einer Bürgerin als Besserwisserei herunterzuputzen, nur weil sie vielleicht nicht in das eigene ideologisch beschränkte Weltbild passt.
Obendrein wird der Vorwurf der Besserwisserei pauschal erhoben und konnte möglicherweise aus Unvermögen nicht in der Sache begründet werden.
Im Gegensatz zu mir haben die besprochenen Ökonomieprofessoren teilweise als enge Berater der amerikanischen Regierung aktiv die Wirtschaftspolitik mitgestaltet und erschreckende Ergebnisse abgeliefert.
Sie haben also bereits bewiesen, dass ihre theoretischen Einsichten realpolitisch unfruchtbar sind.
Das wollen diese Akademiker jedoch nicht wahrhaben und sind immer noch bestrebt, die Welt mit ihren Vorstellungen zu belehren.
Was den Vorwurf des Nationalismus anbelangt, kann ich mich nur wundern: Weil ich die sich entfaltende amerikanische Zweiklassengesellschaft scharf kritisiere, bin ich nationalistisch???
Weil ich die aktuellen Entwicklungen in den USA als nicht nachahmenswert empfinde, bin ich eine Nationalistin???
Was ist das für eine haarsträubende Unlogik??? O.O
Ich mag die Amerikaner, habe einige Freundinnen und Freunde in den Vereinigten Staaten und genau deshalb stören mich auch die negativen Entwicklungen in diesem Land.
Letzenendes kann keine Wirtschaftstheorie den Faktor der Innovation erklären.
Was willst du uns eigentlich sagen?
Die Kassenhaltung gibt es eigentlich noch immer.
Es ist eben nicht so, dass alle Spareinlagen bei Banken direkt wieder als Nachfrage in der Realwirtschaft erscheinen. Stichwort: Spekulation.
“In den neoklassischen Wachstumsmodellen ist das Langzeitwachstum exogen bestimmt, d.h. die bestimmenden Faktoren, wie die Wachstumsrate des technischen Fortschritts sowie die Zunahme der Arbeitskräfte (Humankapital) liegen außerhalb dieser Modelle…
Im Gegensatz zu den neoklassischen (oder keynesianischen) Wachstumstheorien fällt also technischer Fortschritt nicht kostenlos „wie Manna“ vom Himmel,…”
(Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Endogene_Wachstumstheorie)
Innovation und damit auch Wirtschaftswachstum konnten in letzter Konsequenz mit den neoklassischen und keynesianischen Modellen nicht erklärt werden.
Nun kann sich über den Wert der neueren, endogenen Wachstumstherorien gestritten werden.
Dabei denke ich jedoch, dass den Wirtschaftswissenschaftlern vor allen Dingen nur eines gelungen ist:
“…Es konnten aber auch die Grenzen einer aktiven Wachstumspolitik verdeutlicht werden.”
(Quelle: http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/neue-wachstumstheorie.html)
Der Faktor “Technischer Fortschritt” beziehungsweise Innovation wird von den meisten Ökonomen als maßgeblich für die Entwicklung des BIP-Wachstums angesehen.
Dazu habe ich noch einen hoffentlich erlaubten Link:
http://tandemvipera.blogspot.de/2012/06/im-netz-der-spinne.html?utm_source=feedburner&utm_medium=feed&utm_campaign=Feed:+blogspot/MdGED+%28tandem+vipera+sibilare+desisti%29
Denn wenn vom “Sparen” gesprochen wird klingt das immer nach Sparschwein, aber so ist das natürlich nicht.
Wenn man mit einer Anlage eine möglichst hohe Rendite erzielen will, es aber in der Realwirtschaft keine geeigneten Investitionsmöglichkeiten gibt. Bzw. die Verzinnsung nicht aktraktiv genug ist, kommt der Interbankenhandel ins Spiel. Also genau das was uns gerade das Genick bricht.
Tja wunderbar, dann haben wir die Lösung des Problems:
die Finanzkrise und alles, was folgte, hat seine Ursache im Mangel an
Innovation.
Der Faktor “Technischer Fortschritt” beziehungsweise Innovation ist aber leider nicht hinreichend für die Entwicklung des BIP-Wachstums.
(Genausowenig wie auf Grund von Bildung das BIP – einfach so – wächst.)
Es muss leider auch investiert werden, damit die Innovation auch realisiert wird.
Innovationen sind immer schon Voraussetzung für Investitionen gewesen.
Erst die günstigen wirtschaftlichen Rahmendaten sorgen dafür, dass aus der innovativen Idee auch tatsächlich eine Investition wird.
Mir geht es inzwischen so: Wenn Merkel auf dem Bildschirm erscheint, schalte ich sofort um, da springt in mir eine Automatik an. Ich kann ihre Visage nicht mehr sehen, ihr dümmliches Aufsagen vorgefertigter Reden nicht mehr hören, die ganze plumpe Matrone aus Trampolin bringt mich in Rage. Aber ich habe mir ihr Eifern und Geifern am Freitag bei der Abstimmung zu Fiskalpakt und EMS antun müssen, weil ich bis zuletzt hoffte, sie würde mit ihrer zusammengeschusterten und korrumpierten Mehrheit am Ende doch noch knapp baden gehen. Ob nun das BVG es wagen wird, gegen die größte Kanzlerin aller Zeiten (KAZ) zu entscheiden, da habe ich gelinde Zweifel, sie kommen doch alle aus demselben Stall, auch Merkel, Kohls “Kleene” – auch Merkel. Natürlich weiß ich, dass sie die Schießbudenfigur ganz anderer Kreise ist, ein Plappermaul, so wie die Könige früher ihre Herolde hatten, denn die Politik, die sie verkündigt, konstruieren doch ganz andere Leute. Und wenn hier die Soziale Marktwirtschaft so hoch gelobt wird, möchte ich bei dieser Gelegenheit freundlich darauf hinweisen, dass sie die Verlegenheitslösung des ordinären Kapitalismus im Kampf der Systeme gegen den realen Sozialismus war. Ohne sozialistische Staaten hätte es keine Soziale Marktwirtschaft gegeben, sondern dann hätten ihre beglückten Anhänger den Kapitalismus schon früher von seiner unsympathischen Seite kennengelernt und würden heute vielleicht weniger nostalgisch ans ferne kapitalistische Paradies zurückdenken. Und wenn hier geschrieben wird, Merkel sei dumm und habe von Volkswirtschaft keine Ahnung, so sei gesagt: Dumm ist sie nicht, nur dummdreist wie die Bauern mit den dicksten Kartoffeln, und von Volkswirtschaft muss sie als Kanzlerin auch keine Kenntnis haben. Sie hat genug Berater, einen mit allen Wassern gewaschenen Finanzminister an ihrer Seite, und man darf versichert sein, dass die von diesen Handlangertypen verfochtene Politik nicht ins Blaue geht, sondern dass sie sehr genau umrissene Ziele haben, dass sie also genauestens wissen, was sie tun. Ich darf an die verräterische Äußerung de Maizieres erinnern, dass die Bundeswehr überall auf der Welt aktiv werden darf – dies ist das einzige Ziel, von dem unsere “Eliten” beherrscht werden: dem dritten Versuch der Welteroberung, dem bekannten Harakiri des deutschen Kapitals, und alles, was sich diesem Ziel in den Weg stellt, also die Bevölkerungen ganzer Länder Europas, wird niedergewalzt. Und solange die Völker ihre Regierungsmarionetten nicht allesamt zum Teufel gejagt haben, so lange feiern Spiegel online, FAZ und Bild die größenwahnsinnige Dame auf dem Kanzlerthron als die Erretterin Europas, die geschminkte Schnauze des deutschen Kapitals.
@Sylvia
Das geht mir mittlerweile nicht mehr nur bei Merkel so. Ich erwische mich auch immer öfter dabei, dass ich Radios abschalte, wenn z.B. Nachrichten kommen. Es widert mich nur noch an. Mittlerweile hat das Wort “Journalist” einen ähnlichen Stellenwert bei mir, wie “Politiker”.
Das wird folgendermaßen laufen:
Das BVerfG wird eine “Volksabstimmung” (Schäuble hat schon 2 Wochen vorher die dazu notwendige Propaganda eingeleitet) fordern. Dann folgt in den Wochen bis zur “Volksabstimmung” ein Trommelfeuer aus Propaganda und interpretierten “Ereignissen”, eventuell irgendwo ein kriegerisches Engagement, bei dem “Europa” gemeinsam gegen den “Feind” “stehen” muss und schließlich wird der Michel seinen neuen Totalitarismus “wählen”. Hinterher wird der Michel dann selbstverständlich völlig überrascht über die “schwarze Flut” sein und konnte von nichts “etwas wissen”.
Von mir aus halte mich für naiv, aber ich glaube, dass zur Beeinflussung einer Volksabstimmung bezogen auf dieses Thema BILD, BAMS und Glotze nicht ausreichen werden. Die Mehrzahl der Deutschen trägt trotz aller Indoktrination ein verstecktes Wir-Gefühl (ich vermeide bewusst den Begriff National) in sich, auch wenn sie es nicht rational begründen kann.
Solltest du Recht behalten, müsste ich mir ernsthaft überlegen, auszuwandern.
Dieses “Wir”-Gefühl macht einem ja noch mehr Angst.
Dei Mehrzahl der Deutschen sind nämlich davon überzeugt, dass die Großkopferten alles richtig machen.
im gegensatz zum gerade in den letzten wochen sehr deutlichen nationalistischen ‘wir, nicht ihr, gefühl’, das sich insbesondere in der ukraine in einer natürlichen expansionswelle verbreitete, zur freude aller anderer ‘wir, nicht ihr, fühler’, ist dieses andere, gemeinsinnige wirgefühl hier in deutschland doch SEHR versteckt.
solltest du es dir ernsthaft überlegen, dann fang besser früher an.
@schwitzig
Die Jungs heißen Schnuralanisten, kommt von Schnurre. Weil das so komisch klingt, haben die das “französisiert”, klingt intellenter, bleibt aber Schnuralist = Schnurrenerzähler!
Analytisch etwas diffus, aber ansonsten: Gut gebrüllt, Löwin!
Kann jemand Frau Merkel erklären was Arbeitsproduktivität ist.
Wovon Sie abhängt.
Wie hoch die Steigerung der Arbeitsproduktivität seit 1990 , seit 2000. seit 2010 waren.
Was dies möglich macht (in der gleichen Zeit mehr Waren zu produzieren).
Und vor allen den Verwendungszweck – Arbeitszeitverkürzung, Aussenbeitrag, Güter, … – seit 1990, 2000, 2010 darstellen.
Vor allen Dingen gibt es einen Zusammenhang zwischen Verwendungszweck, Lohnsteigerung, und Verteilung der Lohnsteigerung in Dezilen?
Ich habe von linker und rechter Propaganda die Schnauze voll.
Immer wird der selbe Brei im Topf umgerührt.
Die Frage ist steigt die Arbeitsproduktivität nur wenn wir gegen andere konkurrieren?
Oder ist Wettbewerb sogar eine Arbeitsproduktivitätsbremse?
Es dürfte klar sein, das sogenannte Kapital, wird mit steigendem Wissen, Bildung, Technologie, Erfahrungen, immer unwichtiger.
Wir müssen uns überhaupt nicht mehr nach den Märkten richten.
Die Menschen tragen das GOLD in den Köpfen, in Büchern, in Software, in Datenbanken, …
@Beate
Ketzerei, nicht mal denken darf man sowas im Universum der Frau Merkel….;-)
Jetzt werden sogar objektive Begriffe bekämpft?
Der Zusammenhang ist doch ganz einfach:
100 Erwerbstätigen arbeiten an 230 Tagen im Jahr täglich 8 Stunden und erwirtschaften
ein Arbeitsprodukt von soundsoviel.
Arbeiten sie nur 7 Stunden täglich, steigt die Produktivität um 1/8.
Und was passiert, wenn sie 0 Stunden arbeiten und den ganzen Tag lesen?
Ist deine Frage jetzt beantwortet?
Merkel hat als Physikerin maximal mit Quanten jongliert und hat nicht einmal die Gravitation widerlegen können und da wird mir immer Angst und Bange, wenn diese Frau Regierungserklärungen abgibt, die dem deutschen Steuerzahler, also uns, die nächsten Milliarden kosten werden. Sie regiert ja nicht, sondern hat Vorwände, um Geld besonders sinnlos auszugeben!
Was gibt es bei der Gravitation auch zu widerlegen? Als Sinnlos wäre der Fiskalpakt zu betrachten, kein Gesetz, kein doppelter Boden und keine Halteleine die dann noch ausreicht. Armes Europa und die Banken haben erneut bewiesen das sie ohne Gesetze über Leichen und Länder gehen!!
Ich bin etwas überrascht. dass das Wort “Merkantilismus” noch nicht gefallen ist.
Dieser umfasst nämlich die Vorstellung von einer festen Tortengröße. So dachte man jedenfalls im 15. Jahrhundert. Der Merkantilismus wurde vom Liberalismus abgelöst.
Insofern wäre es konsequent Merkels Weltbild mit “Neomerkantilismus” zu ettiketieren.
Merkelantilismus? :D
Passende Wortneuschöpfung. Die werd ich mir bestimmt merke(l)n! ;)
Käse, der Merkantilismus zielte darauf ab, den Staatsschatz zu vergrößern und das wurde bis ultimo betrieben. Insofern, ja: Merkels Fokus auf “Außenhandelsüberschüsse” ist merkantilistisch.
Aber mit einer festen Tortengröße hatte der Merkantilismus wohl eher weniger zu tun; sondern eher mit der Idee, ewig Reichtum anhäufen zu können. Ob damals über eine “Welttorte” nachgedacht wurde, wage ich auch zu bezweifeln.
Die “feste” Tortengröße könnte m. E. eher noch bei den Physiokraten zu finden sein, wobei ich mir da aber auch nicht ganz sicher bin. Zumindest hatten die dort mit dem bekannten Tableau von Quesnay einen Kreislauf entwickelt, der im weitesten Sinne einer “festen” Tortengröße gleichkommt (Marx hatte dagegen später – sozusagen ergänzend – die “Produktion auf erweiterter Stufenleiter” analysiert und da ging’s dann um eine Zunahme der “Torte”).
Zwei Anmerkungen:
Dänen verdienen zwar im Durchschnitt mehr als Deutsche, aber wenn man die Preise dort anschaut, relativiert sich das sehr.
Ich würde mir nie anmaßen, zu wissen, wie sich Menschen definieren. Allerdings ist mittlerweile ziemlich gut bewiesen, dass Menschen es ziemlich toll finden, mehr als andere Menschen zu haben. Ein Experiment hat mal folgendes erbracht: Den meisten Menschen ist es lieber, sie bekommen 900 Euro und der andere 500, als dass beide 1000 kriegen. Komisch eigentlich, aber scheint so zu sein. In diese Richtung ging übrigens auch Durkheims Analyse des Selbstmordes.
Wo ist mein Kommentar hin? Wenn das jetzt ne Dopplung wird, bitte einen löschen!
Ich hab da von einem ganz anderen Experiment gelesen, das genau das Gegenteil bewiesen haben will. Muss wohl an der Auswahl der Probanten liegen (und/oder an der Dauer der Gehirnwäsche einer gewissen Ideologie?).
Dänen verdienen real mehr als Deutsche!
Die Waren sind zwar teuerer als in Deutschland, aber die Arbeitnehmer sind noch teuerererer als die Waren.
Wer immer nur Unrecht anprangert und meint sich mit aller Kraft für eine bessere Welt einzusetzen der wird sich in diesem Kampf aufreiben. Jesus sprach und befahl nicht das sich seine Nachfolger für eine gute bessere Welt einsetzen, politische Ämter annehmen oder sich weltlichen Führern anschliessen sollen. Heut… im 21-Jahrhundert bleibt nach biblischer Entmystifizierung- Bibelkritik- literarische Exegese- Kant- Jaspers und Bultmann nur noch folgende Option offen: Pfarrerstöchter glatt wie Aal und suchend nach fahrenden Zügen bei denen das Trittbrett so tief hängt das ohne Verletzung drauf gesprungen werden kann – und Nachfolger Christi gehen in politischen Ämtern auf um den Missionsauftrag ihres Herrn mit der Legalisierung des Kriegshandwerkes zu erweitern. Und jenen fremdgesteuerten Merkelizer will ich anstandshalber gar nicht erst ansprechen.
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Ich möchte die Mitmenschen ermuntern sich wegen der unausweichlich entwickelnden globalen und regionalen Ereignisse nicht im Kampf dagegen aufzureiben. Gleich was ihr macht oder unterlasst, es kommt doch nicht so wie ihr es erwartet. In vielen Büchern und Berichten der Bibel, im alten wie im neuen, wurden die kommenden Ereignisse für eine ferne Zeit beschrieben.
.
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susi
Schwesterchen, Ihr Handtäschchen brennt! ;-)
Um es mal flapsig auszudrücken: es war keine gute Idee von der Evolution Schimpansen mit Intelligenz auszurüsten.
Demzufolge wird der Mensch bei weitem nicht so lange die Erde dominieren wie die Dinos. In spätestens 300 Jahren sind wir Geschichte. Und diese Geschichte wird nicht irgendwo in fernen Welten zwischen Klingonen und Borgs enden sondern ganz profan im Kampf um das letzte Ölbohrloch oder um die letzte saubere Wasserquelle.
Zu den ganz elementaren Problemen die von VWLern gerne weggewischt werden, wie Ressourcenverschwendung, Umweltverschmutzung, Klimawandel kommen noch die ideologisch begründeten. Diskussionen wie hier zwischen “Neoliberalen” und “Keynsianern”, zwischen “Kapitalisten” und “Marxisten” und was es noch für Ideologien gibt. Systemfragen, die ein System retten sollen, dass das zentrale Problem darstellt.
Die Ökofaschisten haben allerdings immer noch nicht begriffen, dass sich alles im ökonomischen Rahmen abspielt.
Früher wurde ganz Mitteleuropa verwüstet (30jähriger Krieg) im Streit ob bei der Kommunion tatsächlich der Leib Christi verteilt wird (Katholen) oder ob die Hostie doch nicht eher ein Symbol für den Leib Chritsi sei (Lutherische).
Das war gaaaanz wichtig. Lebensnotwendig! Eben Theologie.
Heute scheint nichts ohne Ökonomie also Wirtschaftslehre zu gehen. Gaaanz wichtig. Klar! Ohne Ökonomie wäre unser Gesellschaftssystem undenkbar. Also Zeit für ein neues. Witziger weise sind alle Lebewesen dieser Erde bisher ganz gut sowohl ohne Pfaffen wie auch ohne Wirtschaftswissenschaftler ausgekommen. :-)
Ohne Wirtschaftswissenschaftler schon, aber nicht ohne das, was wir als Wirtschaft bezeichnen
Früher irgendwann gab es auch schon Sprache, aber keine Sprachwissenschaftler.
Nun müsste man dir noch erklären, was Sprachwissenschaft alles leistet. Aber da bin ich jetzt zu müde.
…nun müsste man dir noch erklären, wie sich die Folgen unterscheiden, ob nur Sprach-, oder Wirtschaftswissenschaftler sich in ihren Dogmas verzetteln.
Aber mit ein bißchen Glück wirst du das noch am eigenen Leib feststellen, deswegen spare ich mir jede Erklärung ;-)
@W.Buck
zwar OT, aber: gilt nicht nur für Wirtschaft, sondern Wissenschaft allgemein. Der Gott von heute ist der Fortschritt, der viel schneller läuft, als er überhaupt begriffen wird.
Schon heute sind die Kriege des 17. Jhdt nur noch ein schlechter Witz gegen das, was Fortschrittsgläubige anrichten könnten, siehe Gentechnik etc…
Da wird gerade die Enteignung des (nicht nur) deutschen Steuerzahlers beschlossen und Herr Berger quatsch über die Bilderberger-Merkel, als hätte die Frau ernsthaft was zu sagen. Also der Zahn sollte doch langsam gezogen sein.
Zu schreiben bin ich gerade zu blau, aber Dirk Müller und Sarah Wagenknecht haben eigentlich deutlich substanzielleres zum ESM gesagt.
http://www.youtube.com/watch?v=7YPa4_G0d9Q
Wer eine linke und gleichzeitig liberale Lösung für die Eurokrise wünscht: die Leitzinsen müssen deutlich nach oben korrigiert werden (ultra-liberal), und die Zinsgewinne müssen in den Sozialsystemen landen (ultra-links). Die vielen Banken, die dadurch pleite gehen werden, müssen teilweise in eine Art von Kreissparkassen umgewandelt werden, die nur der Realwirtschaft dienen. Für zukunftsweisende Projekte sollten dann subventionierte zinslose Darlehn vergeben werden. Jedenfalls kann man sich eine Finanztransaktionssteuer doch komplett sparen, wenn die Zinsen da landen, wo diese nötig wären.
Seit wann werden hier Rechtsradikale wie Schaeffler verlinkt? Habe ich irgendwas verpasst?
seit man es mit suff glaubt, entschuldigen zu können?
Vielleicht erst mal anschauen und dann das Maul aufmachen. Das sind die Reden aller Kritiker des ESM-Paktes:
Dr. Dagmar Enkelmann, DIE LINKE (Geschäftsordnungsantrag):
0m12s
Sahra Wagenknecht, DIE LINKE:
3m49s
Gregor Gysi, DIE LINKE:
18m20s
Frank Schäffler, FDP:
24m26s
Dr. Peter Danckert, SPD:
29m35s
Dr. Peter Gauweiler, CSU:
36m40s
Frank Schäffler, FDP (Zwischenfrage) :
44m41s
Klaus-Peter Willsch, CDU :
45m35s
Wolfgang Gehrcke, DIE LINKE :
52m47s
Im Übrigen hat sich wohl heute auch Sarah Wagenknecht auf die Seite von H. W. Sinn geschlagen mit den Worten “Wo er recht hat, hat er recht”, der mit 170 weiteren Ökonomen zum ESM-Protest aufruft: http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/politiker-streiten-ueber-sinns-oekonomen-appell-a-842835.html
Tja, und ich wurde vor ein paar Tagen hier noch arg belächelt, als ich gesagt habe, dass die Linke und echte liberale Ökonomen in dieser Krise eine große ideologische Schnittmenge haben und sich zusammenschließen sollten, weil beide Kräfte die Banken lieber bankrott sehen, wie in einer Marktwirtschaft üblich, als riesige Milliardensummen in Steuergeld diesen Pleitegeiern in den Rachen zu werfen, damit diese durch weitere Spekulation uns in ein noch größeres Schulden-Desaster führen. Ich denke mal, beide Richtungen sind auch gleicher Ansicht, dass man mit einem Bruchteil des Bankengeldes in der Realwirtschaft mehr erreichen und sozial abfedern kann.
Statt dessen hat die EZB den Leitzins jetzt auf ein historisches Tief von 0,5% gesenkt um dem Finanzkasino noch billiger die Geldschleuse zu öffnen. Die eigentliche Rezession, die dann auch uns treffen wird, wird mit solchen Aktionen nur nach hinten verschoben und entsprechend katastrophaler. Alle Sparguthaben mit vermeintlich sichereren Zinsen, werden mit dieser Politik jetzt schon weginflationiert, das sind ein paar Billionen und nebenbei werden die Staatschulden immer größere Rekorde verbuchen. Der europäische Solidaritätszuschlag wird kommen, auch wenn man das anders nennt.
@ Spiegelfechter
So ein Unsinn. Vielleicht hätte man sich mal mit demjenigen befassen sollen, der die soziale Marktwirtschaft in Deutschland durchgeführt hat. Ludwig Erhard hielt bekanntlich schon Adenauers dynamische Rentenanpassung für den ersten Schritt weg von der sozialen Marktwirtschaft hin zu einer Staatswirtschaft. Mit dem Beginn der sozial-liberalen Koalition und ihren Reformen war Erhard dann überzeugt, daß seine soziale Marktwirtschaft in Deutschland gescheitert war. Selbst Egon Bahr(!) hat das so gesehen.
Bitte nicht auf die soziale Marktwirtschaft berufen, wenn man den Versorgungsstaat meint.
@Tim
Was ist an einem “Versorgungsstaat” falsch? Weisst Du, welche Aufgaben ein Staat hat?
Ansonsten halte ich es mit “ola”: Ludwig Erhardt war ein Dummschwätzer, der das Glück hatte, dass nach dem Krieg so viele human resources dauerhaft entfernt wurden und jede Menge wieder aufgebaut werden musste. Anders funktioniert Kapitalismus nun einmal nicht, egal wie viele “Ökonomen” sich irgendwelche schwachsinnigen Regelsätze ausdenken.
@ schwitzig
Und noch ein Nachtrag, weil es einfach so wichtig ist:
Man muß nur mal die Wirtschaftspolitik Deutschlands unter Erhard mit der Wirtschaftspolitik der Nachbarstaaten vergleichen, die ja unter ganz ähnlichen Problemen gelitten haben. Die wichtigsten Unterschiede waren: a) freie Preise und b) möglichst wenig Wirtschaftssteuerung durch den Staat (“möglichst wenig”, weil es sowas natürlich auch in Deutschland gab, Erhard konnte sich nie 100%ig durchsetzen).
Deutschlands Wirtschaftspolitik war in den 50ern wesentlich erfolgreicher als die der Nachbarstaaten, weil Erhard “den Märkten” vertraute und strikt dagegen war, einzelne Marktakteure zu fördern.
Wenn Erhard Deiner Meinung nach ein Dummschwätzer war, der von den Umständen profitierte, wie bewertest Du seine Kollegen in Frankreich, England, Italien?
Aha, Deutschland war erfolgreicher als seine Nachbarstaaten?
Das kriegt man wohl nie aus den Köpfen der Leute.
In seinem Buch “Das Ende der Massenarbeitslosigkeit” zeichnet Flassbeck wunderbar die Legende vom deutschen Wirtschaftswunder nach:
“Italien überholft Deutschland schon in den Sechziger Jahren – und Japan ist viel besser”.
Das dürfen Sie keinem Gläubigen verraten. Das ist zu viel des Guten. Es ist ein absoluter Irrsinn, wie es hier seit mehr als 100 jahren konservativen kreisen gelingt, ihre Propaganda derart im Volk zu verankern, dass daraus nicht mehr hinterfragbare Wahrheiten geworden sind.
Ja, Erhard war ein Schwafler, den jeder für sich beanspruchen kann und der in seinen Maßnahmen völlig inkonsestent war. Und nochmal, er hat vor allem vom unglaublichen, staatlich initiierten, Innovationsvorsprung profitiert, den z.B. Frankreich aus naheliegenden Gründen nicht nachvollziehen konnte (Zwangspause wegen des große Erfolges des Nachbarn:))
Wenn wir heute übrigens wieder in dem Umfang dem Markt vertrauen würden, wie Erhard in den 50ger und 60ger Jahren, würden sich aber viele umgucken. So viele Restriktionen, Preisbindungen und Sondersteuern für Vermögende hat die Republik aber lange nicht mehr gesehen:) Ganz zu schweigen von gigantischen Verstaatlichungen die durchzuführen würden. Haha, ich stells mir gerade vor, einen öffentlichen Beschäftigungssektor in skandinavischen Größenordnungen, da wär was los hier..
Den Versorgungsstaat gibt es doch gar nicht, ohne Leistung keine Preise und genau so verhält es sich mit einem Staat, wer Finanzierte denn die Infrastruktur in Deutschland über Steuer?, wer bezahlte den ganzen Ramsch der seit der SPD Regierung unter Schröder weiter und weiter zur Disposition steht oder Privatisiert werden soll?, wenn ich höre das Wasserwerke oder Energieversorger und deren Betreiber sich aufführen wie Gutsherren, fasse ich mich am Kopf denn all das gehört dem Bürger und wurde und wird vom Bürger bezahlt. Niemand konnte jedoch davon ausgehen das Gauner in Regierungsverantwortung das in Frage und zum Verkauf stellen, ein Arbeitnehmer der 30 oder 40 Jahre seinen Beitrag über Steuer und Versicherungen leistet muss sich jetzt als Rentner noch etwas hinzu verdienen um über die Runden zu kommen? Der Arbeitnehmer der nach der Ausbildung 20 Jahre lang als Maurer oder Schreiner seine Brötchen verdiente, muss nun erst ein Praktikum von 6 Monaten machen um im selben Beruf aber im neuen Betrieb weiter zu arbeiten?
Gut ausgebildete Arbeitnehmer wurden zu Bittstellern degradiert und fast ein Drittel davon werden verheizt durch Zeit und Verleiharbeit. Altersarmut die Zukunft die eingezahlten Beiträge gestohlen, “ihr Vermögen verfällt dem Reich” Adenauer hatte Recht “»Das einzige, was die Sozis von Geld verstehen, ist, dass Sie es von anderen haben wollen.«” Muss den wirklich erst wieder alles in Schutt und Asche liegen?
@Tim
Das typische Spiel der Anhänger der Marktfundamentalistensekte:Nebelkerzen werfen und ablenken.Was hat das Erhard-Adenauer-Versorgungsstaats-Geschwurbel mit dem Von dir zitierten Satz Jens Bergers zu tun?
Da geht es darum ,das die inflationsbereinigten Arbeitseinkommen ,Sprich Löhne infolge der Neoliberalen “Reformen” nur noch Stagnieren,bzw. Sinken und das ist nunmal nachgewiesene Tatsache.Davon abgesehen:ist nicht die Hartz IV-Aufstockerei(defacto Lohnsubvention),Massive Steuergeschenke für Konzerne,Besser-und Bestverdienende sowie Übernahme der Zockerverluste von Banken und Hedgefonds nicht auch eine Art Versorgungsstaat?
Übrigens:In den Hinweisen des Tages der heutigen Nachdenkenseiten gibt es einen Link zum Zeitgeist-Herdentrieb-Blog,der mittels einer Tabelle nachweist ,das gerade Staaten mit einer höheren Staatsquote die Krise besser überstehen und solche mit niedrigerer Staatsquote ,wie z.B. Griechenland mehr von ihr getroffen werden.Dem Argument “Überbordener Sozialstaat als Krisenursache” wird somit einmal mehr der Boden entzogen.
Herrgott, ist das hier eigentlich immer so aggressiv? Laßt uns doch bitte sachlich argumentieren.
Ganz einfach: Jens Berger hat oben die soziale Marktwirtschaft selbst erwähnt und gelobt. Ich habe dann darauf hingewiesen, daß soziale Marktwirtschaft etwas anderes ist, als viele hier glauben wollen. Versorgungsstaat != soziale Marktwirtschaft. Ludwig Erhard war mit der Wirtschafts- und Sozialpolitik im Grunde seit 1959 nicht mehr einverstanden. Ab 1969 hielt er sie dann für kraß verfehlt.
Richtig. Geschenke des Staates an Unternehmen darf es nicht geben. Da sind wir sicher einer Meinung. Mit immer mehr Geld löst man weder wirtschaftliche noch soziale Probleme.
“Mit immer mehr Geld löst man weder wirtschaftliche noch soziale Probleme.”
Hahaha, recht so, ein kleines Scherzchen am frühen Nachmittag, lockert die ernste Diskussion hier ein wenig auf, also ich find’s gut. ;-)
das Verwenden von negativ konnotierten ideologischen Kampfbegriifen wie ‘Versorgungsstaat’ bricht doch gerade mit dem vermeintlichen Sachlichkeitsgebot. Hier werden nur ideologische Wandbilder gemalt
Ideologen sind nur die Anderen. man selbst spricht mit der Zunge der Vernunft und des gesunden Menschenverstandes. Haben Sie das noch immer nicht begriffen?
“Ganz einfach: Jens Berger hat oben die soziale Marktwirtschaft selbst erwähnt und gelobt. Ich habe dann darauf hingewiesen, daß soziale Marktwirtschaft etwas anderes ist, als viele hier glauben wollen. Versorgungsstaat != soziale Marktwirtschaft. Ludwig Erhard war mit der Wirtschafts- und Sozialpolitik im Grunde seit 1959 nicht mehr einverstanden. Ab 1969 hielt er sie dann für kraß verfehlt.”
Auf meinen Einwand ,das es im von dir zitierten Satz um die Auswirkungen der Wirtschaftsliberalen Marktwirtschaft auf die Löhne geht ,bist du nicht eingegangen,nun gut.
“Versorgungsstaat!=Soziale Marktwirtschaft.”
Vielleicht sollten wir uns einmal ansehen,was eigentlich eine seine soziale Marktwirtschaft ist:
“Das Wirtschaftssystem der Bundesrepublik wird als Soziale Marktwirtschaft bezeichnet, da der Staat der Wirtschaft einen Ordnungsrahmen vorgibt, der für einen sozialen Ausgleich sorgen soll, während sich die Wirtschaft am Markt orientiert; dabei stellt die Marktorientierung das Gegenteil zur zentralen Planwirtschaft dar, während der soziale Aspekt die Folgen einer reinen Marktwirtschaft (siehe Kapitalismus) abmildern bzw. ganz verhindern soll. “(Quelle:Wikipedia)
Ich konstatiere:
Entsprechend dieser Definition haben wir in Deutschland keine soziale Marktwirtschaft mehr,denn die Wirtschaftsliberale Marktwirtschaft,die jetzt haben entfernt die sozialen Apekte immer mehr und lässt die abhängig Beschäftigten die Risiken allein tragen.
2.Wenn du mit Versorgungsstaat den Sozialstaat meinst:
In Deutschland gehört das Sozialstaatsprinzip neben dem Rechtsstaats-, dem Bundesstaats- und dem Demokratieprinzip zur Grundlage der Verfassungsordnung. Das Grundgesetz bestimmt:
„Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat.“
– Grundgesetz: Art. 20 Abs. 1 GG
Zum Schluß:Die Marktradikale Politik der Zurückhaltung des Staates halte ich ebenso wie Privatisierungen für antidemokratisch.Warum?Nun,die Vorstände von Deutsche Bank,EON etc. kann das Volk nicht wählen.Es kann nur den Bundestag,Länder- und Kommunalparlamente wählen.Wenn aber diejenigen,die als Volksvertreter in die Parlamente gewählt werden, infolge Privatisierungen,Schuldenbremsen sowie Rückzug des Staates zugunsten der Märkte praktisch jeder Gestaltungs-und Handlungsmöglichkeiten beraubt sind,werden Wahlen überflüssig.
@ schwitzig
Das wird ja immer gesellschaftlich ausgehandelt. In Deutschland setzt der Staat meiner Meinung nach seit Jahrzehnten falsche Prioritäten. Bildung, vor allem für Kinder aus sozial schwächeren Familien, müßte ganz oben stehen. Aber keine Partei und kein Wähler interessiert sich wirklich dafür. Statt dessen diese unglaublich kontraproduktive Fokussierung auf die Verteilung sozialer Wohltaten, die niemandem hilft. Aber egal.
Damit liegst Du ziemlich falsch, glaube ich, aber wenn Du das so siehst – meinetwegen. Ich hoffe aber, Du akzeptierst wenigstens, daß man sich dann auch nicht auf die “soziale Marktwirtschaft” berufen kann. Dieses Konzept meint definitiv etwas sehr anderes als den Behörden-Sozialstaat, den wir jetzt haben.
Übrigens, Erhards “Wohlstand für alle” wäre auch heute eine lehrreiche Lektüre für alle Politiker.
“In Deutschland setzt der Staat meiner Meinung nach seit Jahrzehnten falsche Prioritäten. Bildung, vor allem für Kinder aus sozial schwächeren Familien, müßte ganz oben stehen.”
Ja, Bildung ist ein schönes Zauberwort, aber was genau ist damit gemeint? Heranbildung eines aufgeklärten, zu kritischem Denken befähigten Menschen? Oder Herausbildung der größtmöglichen ökonomischen Verwertbarkeit, Stichwort Bertelsmann, wie es seit Kohls Wende zur Bimbesrepublik, Anfang der 80er praktiziert wird? Hat der Staat, bzw. die diesen steuernden wirtschaftlichen Eliten, überhaupt ein Interesse daran, die sogenannte “bildungsferne” Schicht im größeren Umfang zu verringern? Und braucht’s überhaupt mehr Taxifahrer, Automechaniker und Verkäufer mit akademischen Hintergrund? Fragen über Fragen.
In England hat die Regierung vor einiger Zeit ja einer großen Zahl von sog. Problemschulen im wesentlichen freien Hand bei fast allem gelassen. Das Resultat war eine ganz erstaunliche Steigerung der Bildungsleistung! Die Lehrer vor Ort wissen einfach viel besser als Bildungsbürokraten, was sie ihren Schüler mit auf den Weg geben müssen.
Meiner Meinung nach wäre weitgehende Schul-Autonomie heute die Hauptaufgabe (und auch der mit Abstand vielversprechendste Ansatzpunkt für mehr soziale Gerechtigkeit!) jeder ernst gemeinten Sozialpolitik. Leider trauen sich die Deutschen gegenseitig nicht über den Weg, darum trauen sie auch den Schulen nicht. Statt dessen überall der bizarre Glaube, daß die Staatsbürokratie schon die beste Lösung finden wird.
Aber da das Staatsbildungswesen ja bloß die Schwachen trifft, interessiert es niemanden, am wenigsten übrigens die SPD.
Äh ja, knapp vorbei ist auch daneben;-)
Aber in England, da haste recht, ist das Schulsystem sehr progressiv:
http://www.welt.de/print-welt/article651229/Macht-die-Pruegelstrafe-wieder-Schule.html
http://www.nexusboard.net/showthread.php?siteid=9391&threadid=11988
Klar Wettbwerb der Schulen. Guter Plan. ideologiefrei, versteht sich. Machen wir gerade, mit durchschlagendem Erfolg übrigens, bei Universitäten. ich jedenfalls mache 3 Kreuze, dass ich mir diesen Bildungsbetrieb nicht mehr antun muss.
Ach übrigens, herzlich willkommen im Bildungs Wolkenkuckucksheim, dem neuesten Irrsinn der offensichtlich von rechts bis links konsensfähig ist. Die Erfolge einer solchen Bildungsoffensive können Sie in Ländern wie Spanien, Portugal oder Griechenland eindrücklich begutachten. Toll. Zur Krönung werden die jungen Menschen, siper ausgebildet, hoch motiviert nun auch noch als faules Pack oder Club Med diffamiert. Goebbels hätte keine besseren Begrifflichkeiten wählen können.
Aber wen interessieren schon Realitäten, wenn man am Ende nur den Übriggebliebenen die Schuld für ihr Übrigsein in die Schuhe schieben kann…. Wir haben ja alles für euch getan, schön dass wir jetzt eine breite Auswahl haben. Und wer seinen Abschluss eben nur mit cum laude absolviert hat, ist selbst schuld. Es gibt bessere. Hätte man sich halt mal gescheit angestrengt, gelle?
Ich MUSS ihn mir antun und ertrags inzwischen nur noch, indem ich mich immer öfter in eine Art innere Emigration flüchte.
Bildung?………….. Ach was!
Kommerz, PR, Netzwerkbildung, Kompetenzwettbewerb und -gerangel, Prestigegehabe, Verwaltung, Human Resources Management (mein “Lieblingswort”) , Betriebswirtschaft, ……….. all das, …………… aber Bildung?………. Ne!
Hallo Frau Lehmann!
Kauf dir Aktien von einem Spirituosenhersteller, der im Billig Fusel Segment tätig ist, ich habe so den Verdacht, dort werden wir bald einen boom erleben.
Vieles ist wirklich nur noch im Suff zu ertragen.
PS: Für leslie, oder mit ner anständigen Bong zum Frühstück :)
Schwatz mir doch hier nichts auf, ola!
Hätte doch viel zu viel damit zu tun, meinen dann gescheffelten Reichtum gegen all die “Konsumenten” verteidigen zu müssen ;))
Wenns nicht so traurig nah an der Wahrheit wäre …………..
Grüße
“Heranbildung eines aufgeklärten, zu kritischem Denken befähigten Menschen?”
Das war (wäre) der Idealfall, leider wurde das auch verramscht mit dem Resultat das Eltern die Klassenräume selbst anstreichen bzw Renovieren dürfen.
“An die Stelle der Urteilskraft von erfahrenen Pädagogen als Beratungslehrer oder der staatlichen Schulaufsicht oder der Willensbildung von Eltern, Schülern und Lehrer in Schulkonferenzen, steuert nunmehr Bertelsmann mit einer von ihr ausgearbeiteten Datenerhebung und mittels des Datenabgleichs die Qualität unserer Schulen.”
http://www.nachdenkseiten.de/?p=1866
ob die wissen was sie anrichten?
Fragebogen für Schüler der 7. Klasse. Frage Nr. 10: “In der Schule habe ich gelernt..meinen Arbeitsplatz zu organisieren..”
“darüber nachzudenken, was ich in den Medien sehe und höre (z. B. im Fernsehen, Radio, in den Zeitungen, Zeitschriften, im Internet usw.).”
Frage 11: “Ich sammele Erfahrungen in der Arbeitswelt (z.B. Praktika, Betriebsbesichtigungen, Projekte, etc.).”
“ob die wissen was sie anrichten?”
Aber Hallo, wissen die das.
Wer immer nur Unrecht anprangert und meint sich mit aller Kraft für eine bessere Welt einzusetzen der wird sich in diesem Kampf aufreiben. Jesus sprach und befahl nicht das sich seine Nachfolger für eine gute bessere Welt einsetzen, politische Ämter annehmen oder sich weltlichen Führern anschliessen sollen. Heut… im 21-Jahrhundert bleibt nach biblischer Entmystifizierung- Bibelkritik- literarische Exegese- Kant- Jaspers und Bultmann nur noch folgende Option offen: Pfarrerstöchter glatt wie Aal und suchend nach fahrenden Zügen bei denen das Trittbrett so tief hängt das ohne Verletzung drauf gesprungen werden kann – und Nachfolger Christi gehen in politischen Ämtern auf um den Missionsauftrag ihres Herrn mit der Legalisierung des Kriegshandwerkes zu erweitern. Und jenen fremdgesteuerten Merkelizer will ich anstandshalber gar nicht erst ansprechen.
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Ich möchte die Mitmenschen ermuntern sich wegen der unausweichlich entwickelnden globalen und regionalen Ereignisse nicht im Kampf dagegen aufzureiben. Gleich was ihr macht oder unterlasst, es kommt doch nicht so wie ihr es erwartet. In vielen Büchern und Berichten der Bibel, im alten wie im neuen, wurden die kommenden Ereignisse für eine ferne Zeit beschrieben.
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susi
Danke.
Die Erklärung, dass der Konsum langsamer wächst als das Einkommen halte ich für einsichtig.
Wenn aber der zusätzliche Betrag keinen weiteren Nutzen bringt, wieso wird dann dafür gearbeitet? Also wenn ich z.B. bis zu 1 Million Euro im Jahr verkonsumiere, ich aber 10 Millionen im Jahr bekomme, also 9 Millionen gar nicht nutze, wieso verringere ich dann nicht einfach meine Arbeit um 90 Prozent und hätte dann mehr Freizeit?
gem. deinem blog hats du ja eigentlich ne gewisse bildung in der thematik genossen. von daher gehe ich davon aus, dass deine fragen suggestiver natur sind?
deine frage ist wiederum sehr einfach ohne viel drumherum gestellt und daher sehr abstrakt. sie lässt daher mannigfaltige antwortmöglichkeiten zu.
angenommen, man könnte tatsächlich nur über seine reine arbeitszeit sein einkommen steuern, was natürlich absolut unrealistisch ist: dann könnte man nämlich auch ferner annehmen, dass ich für 4h/woche 1 mio. bekomme und für 40h/woche eben 10.
auf jeden fall wäre eine begründung, dass ich meinen verwandten gerne was vererben möchte. oder halt auch pure raffgier. oder ich habe gerade nix besseres zu tun. oder meine arbeit macht mir spaß… oder eine kombination aus mehreren.
um auf meine eingangsthese zurückzukommen: etwas konkreter musst du schon bzgl. deiner suggestion werden ;) wo ist eigentlich dein impressum?
Hallo Mordred,
danke für Deine Antwort. Ob meine Frage suggestiver Natur ist, muss ich mit einem entschiedenen “Kann sein” beantworten :-).
Ich bin in der spannenden Situation, dass ich der dargestellten Zustandsanalyse teilweise zustimmen und auch dem Lösungsvorschlag folgen kann. Jedoch: er gefällt mir nicht :-).
Um mein Weltbild zu retten und mich vor Selbstzweifeln zu bewahren, könnte ich jetzt natürlich die typische Internet-Forums-Strategie anwenden: Die präsentierten Argumente ignorieren und meine Sicht der Dinge also die einzig richtige darstellen und wer das nicht erkennt ist dumm.
Ich hoffe eigentlich, aus diesem Alter heraus zu sein. Ich würde gerne mit vernünftigen Argumenten streiten und Fakt ist: Ich habe keine.
Deswegen klopfe ich das Thema jetzt mit Fragen ab. Wenn ich auf Widersprüche stoße, würde mich das natürlich freuen (Streicheleinheiten fürs Ego), aber nur kurzfristig, denn weiter wäre ich damit mit meinem Gesamtverständnis wahrscheinlich nicht.
Lieber wäre mir, wenn ich eine Synthese erreichen könnte, die die verschiedenen Theorien versöhnt.
Zum Impressum: Habe ich nicht. Google hat so etwas bei der Anmeldung nicht verlangt.
So und jetzt muss ich noch über deine Antwort nachdenken und welche weiteren Fragen daraus folgen :-)
In den 70er Jahren kannte ich Menschen, die lebten in der Art einer WG auf einem Bauernhof. Sie arbeiteten zwar, aber zeitlich nur so viel im Jahr, z.B. 4 Monate, in denen sie damals genug Geld verdienten, um davon 12 Monate das zu bezahlen, was sie zum Leben brauchten.
Damals wurde ja auch noch die Arbeit vernünftig bezahlt. Es gab ein Alternativsystem, den Kommunismus, dem man etwas entgegen halten wollte.
Sobald das Konkurenzmodell gescheitert war … zeigt der Kapitalismus sein wahres Gesicht.
‘konkurenzmodell’ zum kapitalismus, wtf? so weit ich das verstanden habe, ist konkurrenz eine der essentiellen bedingungen des kapitalismus. als modell taugte es insofern nie, alsdass es erstens nicht genug bauernhöfe für die schichtarbeiter von basf, opel, polizei und bundesbahn gab, um wg-technisch cool im grünen acht monate im jahr abhängen zu können und zweitens diese bauernhöfe ja eigentlich, aber nur eigentlich, irgendwie bewirtschaftet werden sollten, um das notwendige getreide für den morgencroissant zum brennesseltee hervorzubringen. wenn man jetzt noch bedenkt, dass bauernhöfe im allgemeinen jemandem gehörten, der damit verbunden noch einen haufen ackerland und viehweide mitsamt inventar besaß, kapital oder wie man das nennt…
so träumten damals die situierten, saturierten, äh, wie sagt man jetzt, also die, die dingens eben, aussteiger. das einzige, was sie erreicht haben, war ein neuer markt für grünkernmüsli, ach ja, und den neofolk, eulenspygel und den ganzen anderen mist.
dieses ‘konkurenzmodell’ ist nicht gescheitert am kapitalismus, es war eine selbstverwirklichungsblase für die einen, die sich dann später in verlassenen dörfern der alpen, der toskana oder pyrenäen ihre datschen von ihren hörigen studentInnen bis allerspätestens zur emeritierung aufwerten ließen, für die anderen der harte aufschlag auf das – achtung, jetzt wirds pötisch – pflaster der großstadt.
Tja, die haben dann aber nicht acht Monate “abgehangen”, sondern den Hof “bearbeitet” um sich zum Teil so selbst zu versorgen. Für den Rest wurde eben Geld benötigt.
Mir war die Lebensweise damals zu “unbequem” – ich habe lieber mit dem “Kopf” gearbeitet. So habe ich nur einmal ein Wochenende dort verbracht.
Ich hab das damals “Käseglocke” genannt. Die lebten in einer Welt, die nur NEBEN dem System funktionieren kann, Ohne ein “Nebenbeisystem” wäre das Modell nicht funktionsfähig (aus meiner Sicht). Da stimmt ihre Aussage, es gibt nicht genügend Bauernhöfe …
So ein “Käseglockenmodell” war auch das von Otto Mühl … damals im Burgenland. Christiania könnte man ebenfalls so bezeichnen. U.a.m.!
Fakt ist aber, ohne die Ideologie des Kommunismus hätte der Kapitalismus nie Kreide gefressen. Also aus meiner Sicht war es ein Fehler, von Marx und Engels, ihr Manifest zu veröffentlichen. Es sei denn, sie haben das veröffentlicht, um es zu verhindern. Dann war das ein Erfolg. Das Modell Kommunismus ist verrufen … weil die Menschen sich mit dem “Spatz in der Hand” abgefunden haben. Wer keinen Spatz hat, hat eben Pech gehabt. Der lebt nun im Prekariat als ALG-2-Bezieher.
Und so führen Spiegelfechter Scheingefechte. Ungerechtigkeiten aufzeigen ist einfach. In Ungerechtigkeit (als ALG-2-Bezieher) leben ist es jedoch nicht. Die Schrift – ICH KLAGE AN – konnte zwar auch nur von einem Aussenstehenden geschrieben werden, musste dann aber von anderen Aussenstehenden aufgenommen werden. Wenn die Menschen im Prekariat klagen … kümmert es doch kaum einen.
Wie hatte ich in einem Leserbrief der örtlichen Tageszeitung zum Tafel-Problem geschrieben:
Lebensmittelreste? Es sind Abfälle, die von den Spenderfirmen so kostenlos entsorgt werden. Deswegen erhalten die Tafeln doch wenigstens einige noch zum Verzehr geeignete Produkte nebenbei, damit diese Spender ihren Abfall nicht selber finanzieren müssen.
Zum Kommentar von Frau NAME. Die Ärmsten der Armen würde es treffen, schreiben Sie. Aber nicht nur diese „Ärmsten der Armen“ haben ein Grundrecht, wie vom Bundesverfassungsgericht geurteilt, auf ein soziokulturelles Existenzminimum, dazu gehört eben auch genug Geld um sich seinen Bedarf an Lebensmittel selber kaufen zu können, und eben nicht auf Tafeln angewiesen zu sein. Es ist traurig, dass sich Menschen so etwas gefallen lassen, auf Essen der Tafel angewiesen zu sein.
Die Tafeln ermöglichen es, eben kein angemessenes Existenzminimum zahlen zu wollen. Sie, die Tafeln, gehören abgeschafft. Die 2.400 Tafelkunden sollten sich lieber gegen diese Art der Lebensmittelversorgung wehren und sich für ihren Rechtsanspruch auf ein ausreichendes Existenzminimum einsetzen. 2.400 Klagen vor dem Sozialgericht wären ein erster Schritt in die Richtung.
Ach, die NDS lese ich auch, aber ähnlich dem Lied – Universal Soldier – die “Mahnung an der Wand”, so sind die Worte quasi “blowing in the Wind”. Trotzdem sehe ich in den NDS sozusagen den “Sound of Silence”. Laut werden, das wäre eine andere Sache. Dazu würden aber, so wie damals bei den Montagsdemen, viele Menschen notwendig.
Deswegen – zwar stirbt die Hoffnung zuletzt – aber sie liegt schon in den letzten Zügen.
Bleibt Sarkasmus? Vermutlich!
“Lebensmittelreste? Es sind Abfälle, die von den Spenderfirmen so kostenlos entsorgt werden. ”
Nicht nur kostenlos, sondern gegen Spendenquittungen. Und, ich hab’s
irgendwo in ner Doku gesehen, ein Drittel bis zur Hälfte der gespendeten “Lebensmittel” sind tatsächlich echter Müll, der von den Tafeln, noch vor der Ausgabe an die Endabnehmer, aussortiert wird, pervers. “Macht kaputt, was Euch kaputtmacht” möchte man da empfehlen.
An die Tafelkritiker bezüglich “Müll”:
Ihre Bedenken sind einfach zu beseitigen, meine Herrschaften:
1.) Ins Auto setzen
2.) Zum Bauern oder Großhandel fahren
3.) Kofferraum mit frischen und haltbaren Lebensmitteln beladen
4.) Zur Tafel fahren
5.) Lebensmittel bei der Tafel abgeben
6.) Freude spenden und Dankbarkeit ernten.
Je nach Geldbeutel und Transportmöglichkeit gerne mehr und
wenn es viele Leute machen, dann korrigiert sich das Problem recht fix.
Es versteht sich von selbst, dass man die Lebensmittel anonym abgibt und keinen Tanz ums Goldene Kalb daraus macht.
Hab’ ich auch schon gemacht, es funktioniert tadellos.
Und noch etwas: Es gibt Tafelgrundsätze. Da wird den Bedürftigen kein Dreck untergejubelt.
“Ihre Bedenken sind einfach zu beseitigen, meine Herrschaften:”
Leider nicht, der Vorschlag ist sicher gut gemeint und ehrenwert, stützt aber dennoch das kranke System Charity-Staat:
http://www.heise.de/tp/artikel/20/20576/1.html
Auf staatliche Fürsorge besteht ein, notfalls einklagbarer, Rechtsanspruch, auf Mildtätigkeit nicht. Eine Lösung wäre einfach, wenn auch politisch nicht gewollt, den Regelsatz um 200 € erhöhen, ein entsprechend erhöhter Mindestlohn (wir wollen ja das “Lohnabstandsgebot” nicht unterlaufen) dann braucht’s ,in einem der reichsten Länder der Welt, auch keine Tafeln mehr und ganz nebenbei fördern wir auch noch die Massenkaufkraft, davon lebt unser “System” doch schließlich ;-)
@ Monsieur Roux
Gewiss, gewiss.
Bei der Unterhaltung mit Tafelmitarbeitern kommt aber immer wieder ans Tageslicht, dass man mit der Politik so ganz und gar nicht einverstanden ist. So mancher Tafelvorsitzende spricht frank und frei davon, dass es besser wäre, wenn die Tafeln überflüssig wären.
Doch das wird dauern…
Ich sehe es so und da kann ich durchaus falsch liegen: Wenn der Staat versagt ist bürgerliches Engagement gefragt.
Und deshalb ziehe ich vor den Tafelmitarbeitern den Hut – und spucke vor denjenigen in hohem Bogen aus, welche eine Tafel aufgrund ihrer minderwertigen und asozialen Politik erst nötig machen. Habt ihr das gelesen, CDUCSUFDPSPDGrüne?
PS.: Nichts für ungut Herr Roux, ich weiß schon, wie Sie’s gemeint haben.
@ Spezialdemokrat
You can say you to me ;-)
Ich kenne die Tafel, die sich gleich in der Nachbarschaft befindet. Dort liegen dann die Gelben Säcke und die Biomüllmengen herum, nachdem die Lieferwagen das Zeugs aus den Läden geholt haben.
Das Problem war, die Kosten der Beseitigung. Die sollten plötzlich von der Tafel getragen werden. Da drohten die damit, die Tafel zu schließen. Sie machten es sogar für einen Tag wahr. Da standen dann die Leute, die sich etwas Essen besorgen wollten, vor verschloßenen Türen.
Es war zwar in der Tageszeitung angekündigt worden, deswegen mein Leserbrief, aber die Bedürftigen haben auch kein Geld sich die Tageszeitung zu leisten.
am Tag, als die geschloßen hatten, wurde schnell eine Einigung mit der Abfallbeseitigungsgesellschaft geschlossen, bloß damit die Leute wieder ihr Essen bekommen konnten. War der Stadt zu riskant, was dann geschehen könnte.
Was mich gefreut hat, die Tageszeitung hat den Satz:
Es ist traurig, dass sich Menschen so etwas gefallen lassen, auf Essen der Tafel angewiesen zu sein
Als Motto fett gedruckt!
Und ich kenne ehrenamtliche Mitarbeiter der Tafel, die Bekannte mit dem besseren Lebensmitteln versorgen. Wurde mir auch schon unter der Hand angeboten. Aber ich habe das abgelehnt. Ich klage vor dem SG wegen unzureichendem Betrag zur Ernährung in der Regelleistung. Seit 2009! Die Richter trauen sich wohl nicht ein für mich positives Urteil zu fällen.
Helmut Schmidt äußert sich auch wieder:
http://www.sueddeutsche.de/politik/altkanzler-zur-krise-der-eu-helmut-schmidt-fordert-opferbereitschaft-1.1400788
Er spricht von Opferbereitschaft. Ich bin dafür. Aber wer muss eigentlich was opfern? Es wird Zeit die Leute bluten zu lassen, die an dieser ganzen Krise verdient haben. Das ist nicht die Unter- oder Mittelschicht, sondern die Oberschicht. Die 10% die fast alles an Geld im Land haben, die die ihr Geld in das Ausland schaffen und auf irgendwelchen Konten rumliegen haben, genau diese müssen für diese Krise zahlen. Alle reichen Oligarchen aus, Griechenland, Italien, Irland, Portugal, Spanien und den anderen nicht-PIIGS-Staaten! Ja selbst die deutschen Millionäre müssen dran glauben..
Ich werde sicher nicht die Verantwortung für die Gier der Geldsäcke übernehmen.
“Er spricht von Opferbereitschaft.”
Hehe, dreimal darfst du raten, wen der “honorige” alte Mann, immerhin der erste christdemokratische Kanzler der SPD, damit wohl gemeint hat.
Hab’ ich auch keine Lust zu.
Das Dumme ist nur, dass sich das Konglomerat aus Politik, Finanz und Konzernen so ungern vom Mammon trennt und dazu noch an ziemlich langen Hebeln sitzt.
Aber:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/euro-krise-hans-werner-sinn-ruft-zu-protest-gegen-bankenunion-auf-a-842662.html
Immerhin rufen jetzt die deutschen Ökonomen zum Anti-Euro-Protest auf. Wenn dieser Protest allerdings so lahm und saftlos verläuft wie die Anti-ESM-Demos, dann soll der Blödmichel halt enteignet werden und Gras fressen. Diesem wird ja eine gewisse Nahrhaftigkeit nachgesagt.
Allerdings werde ich da schon wieder vorsichtig, allein schon deshalb, weil ich Namen wie Sinn und Raffelhüschen lese. Was haben die wieder vor? bzw. was wollen die nochmal erreichen mit so einem Protest?
Sehr weise.
Ein bisschen ot…
Facebookisierung der Gesellschaft.
http://www.tagesschau.de/inland/meldewesen100.html
Dass Einwohnermeldeämter Daten aus ihren Registern an Adresshändler weitergeben, wird damit gesetzlich abgesegnet.
Von Facebook lernen heisst siegen lernen.^^
Mfg
Und wieder wird deutlich…
Staubsaugervertreter verkaufen Staubsauger…
Versicherungsvertreter Versicherungen…
Und Volksvertreter?
Na,3mal dürft ihr raten. :-))
Mfg
Hallo,
hier nun weitere Fragen:
Könnte der zurückgehende Konsum (der Reichen) auch als Nichtvorhandensein von attraktiven Konsumgütern interpretiert werden? Könnte also der Konsum jener dadurch erhöht werden, dass clevere Unternehmer mit neuen Produktideen (die dann ja auch einige Millionen kosten können) hervortreten? (Wahrscheinlich zumindest nicht langfristig.)
In dieser Richtung werde ich scheinbar nicht fündig, also drehe ich mich mal um:
Was sind die Ursachen für die unterschiedliche Einkommensverteilung (im Detail. Aussagen wie “die herrschenden Verhältnisse”, würden mich nicht weiter bringen.)
sorry, aber das wird jetzt doch etwas zu freakig bzw. noch unpräziser. wie kommst du auf zurückgehenden konsum? von wem jetzt? den reichen oder doch jemand anders wegen den klammern? zu den reichen sagt die empirie jedenfalls tendenziell nein.
zb falsche besteuerung und sozialabgaben. lese zb hier:
Entschuldige bitte, da habe ich mich falsch ausgedrückt. Mit “zurückgehenden Konsum” meinte ich eigentlich den zurückgehenden Konsumzuwachs.
Wir haben ja oben festgestellt, dass mit steigendem Einkommen der Konsum immer weniger wächst. Der Reiche gibt von seinem Einkommen also einen gerringeren Anteil für Konsum aus, als der Nicht-Reiche.
Also den ersten Satz noch einmal hoffentlich besser formuliert: Könnte der mit zunehmenden Einkommen geringer werdenen Konsumanteil auch als Nichtvorhandensein von attraktiven Konsumgütern interpretiert werden?
Ich hatte schon vermutet, dass die Antwort nein lauten wird.
Zu meiner zweiten Frage: Bestereuerung und Sozialabgaben sind ja nur die Antwort auf die ungleiche Einkommensverteilung. Wieso kommt es aber bereits vor der staatlichen Umverteilung zu dieser ungleichen Verteilung?
klar, wobei die betonung auf “könnte” und “auch” liegt. also realistisch eher nein.
von einem gewissen standpunkt aus sind sie sind nciht antwort, sondern teil davon. denn viele arbeitnehmer haben nahezu keinen einfluss auf sie.
von deinem standpunkt aus: hier gibts mal wieder zig gründe – qualifikation, angebot/nachfrage an arbeitnehmern, lohnunterschiede je nach branche usw.
wenn du den begriff einkommen auf kapitaleinkünfte ausdehnst: afaik vergrößern sich die einkommen aus kapital während sich jene aus arbeit verkleinert haben über die letzten jahrzehnte. dies liegt imho an einer mischung aus falscher zinspolitik sowie besteuerung, merkwürdige anlagemöglichkeiten usw.
@Martin Hedler
Deine Präzisierung macht die Sache nicht viel besser.
“Wir haben ja oben festgestellt, dass mit steigendem Einkommen der Konsum immer weniger wächst. Der Reiche gibt von seinem Einkommen also einen gerringeren Anteil für Konsum aus, als der Nicht-Reiche.”
Deine Formulierung verrät deine Gesinnung.
Soll jemand, der monatlich 1 Million verdient, jeden Monat 995’000 Euro verkonsumieren? Geht gar nicht. Also legt er sich das “überschüssige” Geld gewinnbringend an (4 Ferraris hat er schon). Und hier beginnt schon die Umverteilung.
Filmtipp: Let’s make money von Erwin Wagenhöfer.
@Martin Hedler
“Könnte der zurückgehende Konsum (der Reichen) auch als Nichtvorhandensein von attraktiven Konsumgütern interpretiert werden?”
Zurückgehender Konsum? Hast du sie nicht mehr alle? Eine kleinere Wachstumsrate ist immer noch mehr als vorher.
Nichtvorhandensein von attraktiven Konsumgüter? Bin ich im falschen Film? Gibt es etwas, das du nicht kaufen könntest? Oder meinst du etwa den noch fehlenden Raumgleiter oder die noch fehlenden Zeitreisen?
Solche Fragen können dort unwidersprochen in den Raum gestellt werden, wo die Anbeter des immerwährenden Wachstums ihre Mantras murmeln.
Clevere Unternehmer…. mir wird gleich übel. Kauf dir doch einige tausend rosarote elektrische Plüschelefanten, wenn du für das Wachstum etwas Gutes tun willst.
“Was sind die Ursachen für die unterschiedliche Einkommensverteilung?”
Bist du sicher, dass du das wirklich wissen willst?
“Nichtvorhandensein von attraktiven Konsumgüter?”
Yo, die Erfindung des Raketopeds steht ja leider noch aus, obwohl Weltraumtourismus scheint wohl eine Wachstumsbranche für die Besserbetuchten zu werden, das hat noch Potential ;-)
also ich könnte mir jetzt eine blondine aus gorillaglas in 3d mit dolby dts vorstellen, oder vielleicht nen automatischen aschenbecher oder so. ach, dem konsumabenteurer sind doch kaum grenzen gesetzt.
Notiz am Rande: bis gerade eben titelte spon noch “Top-Ökonomen verteidigen Merkels Kurs”. Jetzt heißt es “Volkswirte verteidigen Merkels Kurs”, da will man sich wohl noch alle Türen für den möglichen “Diskurs” offenhalten.
Ist jetzt nicht ganz passend zu diesem Thema, aber dennoch interessant:
Auf Panorama gerade: Der “shitstorm” aus dem Internet gefährde die Demokratie, weil Politiker darum bestimmte Themen meiden würden und keine ehrlichen Debatten geführt werden könnten.
Ich verschenk meinen Fernseher!