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  • Dubiose Einmischung der Deutschen Telekom in den US-Wahlkampf

    geschrieben am 25. Juli 2012 von Spiegelfechter

    Es gilt als ungeschriebenes Gesetz, dass es sich nicht schickt, wenn deutsche Regierungsvertreter sich in den Wahlkampf in befreundeten Staaten einmischen. Wer erinnert sich nicht mehr an den Trubel, den Angela Merkels missglückte Schützenhilfe für ihren politischen Freund Nicolas Sarkozy auslöste? Erstaunlicherweise scheint es jedoch niemanden zu stören, wenn ein deutscher Konzern, bei dem der deutsche Staat der mit Abstand größte Einzelaktionär ist, sich massiv in den US-Wahlkampf einmischt. Profiteure sind die Republikaner und ihr Frontmann Mitt Romney, der pikanterweise ein alter Freund von Stephen Schwarzman ist – dem CEO des Private-Equity-Unternehmens Blackstone, an das der Bund 2006 4,5% der Telekom-Anteile verkauft hat.

    Die Ergebnisse einer von der Wirtschaftswoche in Auftrag gegebenen Studie des Center for Responsive Politcs, mit der das finanzielle Engagement deutscher Unternehmen im US-Wahlkampf untersucht wurde, wurden in den meisten deutschen Zeitungen zumindest am Rande erwähnt. Jedoch konzentrierten sich die Beobachter bei ihrer Analyse zumeist auf Aspekte, die zwar durchaus interessant, aber bei näherer Betrachtung auch nicht sonderlich überraschend sind. So gehört die Deutsche Bank beispielsweise zu den größten indirekten Unterstützern des republikanischen Präsidentschaftskandidaten Mitt Romney. Romney, der selbst als Mitgründer eines namhaften Private-Equity-Fonds (vulgo „Heuschrecke“) zu sagenhaftem Reichtum gekommen ist, gilt – keinesfalls zu unrecht – als der Kandidat des großen Geldes und der Wall Street, seine Top-Unterstützerliste liest sich wie das Who´s who des globalen Finanzsektors. Da passt es freilich ins Bild, dass er auch zum Günstling der Deutschbanker avanciert ist. Es ist auch nicht sonderlich überraschend, dass vor allem deutsche Chemie-Giganten mit US-Engagement zu den größten Unterstützern der Republikaner gehören, für die Umweltschutz oft ein Schimpfwort ist und die am liebsten den Chemiekonzernen freie Hand bei der Neugestaltung der Umweltschutzrichtlinien ließen. Sowohl der deutsche Finanzsektor als auch die deutsche Chemieindustrie geben Millionen und Abermillionen für das Lobbying und die Unterstützung ihnen gewogener politischer Parteien in Deutschland und Europa aus – da wäre es zumindest erstaunlich, wenn sie sich in den USA zurückhielten, zumal dort im Jahre 2010 ein Entscheid des Obersten Gerichtshofes die ehedem vergleichsweise rigiden Bestimmungen zur Parteien- und Kandidatenfinanzierung de facto außer Kraft setzte.

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    Tags: USA Wirtschaft
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    33 Kommentare:

    1. Mod schrieb am 25. Juli 2012 um 11:10 - Permalink

      Ein Netzwerk das sich anschickt die Welt zu regieren. Die Beteiligten profitieren untereinander und von Spenden, Spenden hören sich so an als wäre das Geld für eine gute Sache und Einmalig als Zuwendung gedacht für manchmal die Menschen, die Opfer einer Naturkatastrophe oder Kriminellen Tat mit oder ohne Motiv für diese Tat, oder neu im Programm als Geld oder Sachbeitrag z.B. Lebensmittel oder Unterkunft, weil sie im Berufsleben von Zeitarbeit zur Zeitarbeit hasten oder monatelange Praktika in einem Beruf leisten, in dem u.U. gelernt oder 20 Jahre Tätig waren.
      Die in Deutschland nach dem Krieg errungenen und Menschlichen Standards im Arbeitsleben wie 40 Stunden Woche, Sicherheit und Schutz der Notwendig wäre um Familien zu gründen, der Lohn musste nicht jeden Tag aufs neue ausgehandelt und eingefordert werden von einem Arbeitgeber. Eine Sicherheit die Volkswirtschaften funktionieren lässt, für jeden Bürger, wurde mit blöden Sprüchen wie Fordern und Fördern oder Umgekehrt von der SPD und den Gewerkschaften in den Orkus der Geschichte gekippt. Jetzt ist es wie so oft im Leben, den Unternehmen und Monopolen dieser Welt wurden die Rechte eingeräumt die den Arbeitnehmern fehlen. Telekom spendet und die dort Beschäftigten betrachten das als ganz normale Angelegenheit, Telekom streicht Stellen und jeder hofft der Kelch möge an ihm /ihr vorbei gehen, als Erfolg wird die Forderung betrachtet Betriebsräte an Personalentscheidungen zu beteiligen, wie gesagt die Forderung erbracht zu haben wird als Erfolg gewertet, als Erfolg ebenso für etwa die gleich Hohe oder Niedrige Entlohnung der Zeitarbeiter. Das freilich erst nach 9 Monaten.

      Wenn Industrien die Gesetze selber schreiben bleibt wenig Luft für dich und mich, mit juristischen Winkelzügen muss als Beispiel der Patient den Beweis erbringen das die eingenommen Medikamente die Bayer zum Beispiel produzierte ihm eine Niere gekostet hat, die Aussicht auf Erfolg einer Klage ist dann aus finanziellen Gründen nur Möglich, wenn viele eine Niere verloren und mit der sogenannten Sammelklage ihr Recht einfordern. Es stimmt etwas Wesentliches nicht mehr und das finanziert sich jetzt selber, auch im US Wahlkampf!

      Endlich wieder Spiegelfechter!

    2. TrooperCooper schrieb am 25. Juli 2012 um 11:31 - Permalink

      Welcome back! :-)

    3. der Herr Karl schrieb am 25. Juli 2012 um 12:26 - Permalink

      “Man stelle sich vor, wie groß die Aufregung wäre, wenn beispielsweise der teilstaatliche russische Gazprom-Konzern in Deutschland mit großzügigen Parteienspenden politische Landschaftspflege betreiben würde.”

      Genau dieses Denken wäre noch bei vielen anderen Themen nötig und angebracht. (Was wäre, wenn die Chinesen mit Drohnen unliebsame Personen in Deutschland wegbomben würde?).
      Diese Wahlkampfspenden offenbaren, wie krank das gegenwärtige Finanzsystem geworden ist: Ein kurz vor dem Ende stehendes Monopoly. Die Umverteilung ist noch ungleicher als befürchtet, aber die Aufregung darüber hält sich in Grenzen.
      Ist Schmieren nun ein demokratisch anerkanntes Instrument geworden?: “Die Allianz überwies 14.950 Dollar an Romneys Unterstützer, aber nur 212 Dollar für Obama. Offenbar erwarten die beiden Dax-Konzerne vom früheren Finanzinvestor Romney eine Politik, die den Interessen der Finanzbranche stärker entgegen kommt als Obama.” (zeit.de)

      In einer Zeit, wo ein Parteienfinanzierungsgesetz vom Obersten Gerichtshof ausgehebelt werden kann und solche Summen fliessen, ist nichts mehr unmöglich geworden. Jede Schweinerei ist nun durch Geld und Lobbyismus möglich geworden.

    4. Heldentasse schrieb am 25. Juli 2012 um 12:32 - Permalink

      @Spiegelfechter
      Schön das Du wieder im Lande bist und Artikel schreibst!

      Zur beschriebenen Problematik möchte ich anmerken, dass wenn de jure die Spenden der Telekom nach amerikanischen Wahlkampfspendengesetz o.k. sind, wovon man m.E. ausgehen kann sonst hätte Romney das Geld wohl nicht angenommen, es sich theoretisch noch um einen Vermögensschaden der Telekom- Aktionäre handeln könnte. Nur solange der Telekom Aufsichtsrat sowie die Hauptaktionäre diese Spenden mit tragen, davon kann man wohl auch ausgehen, wird den Verantwortlichen aus dem Vorstand auch nicht der “Prozess” gemacht.

      Ergo reduziert sich das Problem auf eine wichtige ethisch/ moralische Betrachtung, und da kann grundsätzlich festhalten, dass jegliche Großspenden (und die damit erkaufte Medienmacht) die demokratische Wahlentscheidungen (zu Gunsten der Spender, und IMO gegen den Geist der “Veranstaltung”) beeinflussen. Hierbei ist es m.E. doch ganz unerheblich woher das Kapital für die Spenden stammt. Die Konsequenz daraus wäre ein Verbot aller Großspenden zumindest von Unternehmen, oder als (problematische) Alternative auch die Tolerierung solcher Spenden aus dem Ausland, weil man sie de facto (Kapital ist global und flüchtig, und “notfalls” spendet man indirekt z.B. über diverse Firmenkonstrukte) eh nicht verhindern könnte.

      Dazu : Parteienforscher: «Großspenden sind zu verbieten«

      Gruß

    5. leslie schrieb am 25. Juli 2012 um 12:42 - Permalink

      Eins frage ich mich ja noch immer.
      Wie kommt man auf die Idee,einen Millionär bzw.Milliardär zu wählen?

      ´´Gegen Einsparungen beim Militär

      „Dieses Jahrhundert muss ein amerikanisches Jahrhundert sein“, rief Romney den Veteranen zu. Ob gegenüber dem Iran, Russland oder China – Romney mahnte mehr Härte ein. Obama habe mit seiner Nachgiebigkeit zu einem Niedergang des Einflusses Amerikas in der Welt geführt. Scharf kritisierte Romney die Sparmaßnahmen bei den Streitkräften. Das würde die nationale Sicherheit gefährden. „Es ist ein Irrtum – und manchmal ein tragischer Irrtum – zu denken, dass Standhaftigkeit in der amerikanischen Außenpolitik nur zu Spannungen in der Welt führen kann“, rief Romney unter tosendem Beifall.´´
      http://orf.at/stories/2132546/2132544/

      Oh my god.
      Gehirn bitte abgeben,sie betreten jetzt die USA.

      Mfg

      • der Herr Karl schrieb am 25. Juli 2012 um 15:36 - Permalink

        @leslie
        Aus deinem Link:
        “Mitte Juni spendete der 78-Jährige Romneys Super-PAC „Restoring Our Future“ zehn Millionen Dollar für die Wahlschlacht.
        Gleichzeitig kündigte er [Adelson] gegenüber „Forbes“ an, Romney „ohne Limit“ zu finanzieren und sogar über 100 Millionen Dollar in die Kampagne des Republikaners zu stecken.”

        http://orf.at/stories/2132546/2131369/

        Da wird einem schlecht…

    6. Spiegelfechter schrieb am 25. Juli 2012 um 13:24 - Permalink

      @all

      Welcome back auch Euch! ;-)

      Nun bin ich erholt und in alter Frische angriffslustig und den Euro gibt es nach zweieinhalb Wochen Auszeit ja auch immer noch *g*

    7. klaus baum schrieb am 25. Juli 2012 um 14:04 - Permalink

      ich bin kunde bei der telekom. was soll oder kann ich jetzt tun?

      • Mod schrieb am 25. Juli 2012 um 14:42 - Permalink

        Keine Ahnung was andere empfehlen würden, aber viele Menschen sind Kunde bei der Telekom und was zu tun wäre kommt ganz darauf an was sie denn tun wollen und welcher Kunde sie bei der Telekom sind, das wäre denen zwar auch egal aber wenn sie ein großer Kunde sind, je nach Vorhaben, würde sich der Zusammenschluss gleicher Interessen als Kunde und von Vorteil erweisen?

        Dabei bin ich ihrer Frage nachgegangen wie man auf so eine Übersetzung kommt für Adornos Text, “der Geschmack der sich selbst Hasst” die Interpretationsmöglichkeiten sind viele denke ich, zum einen aus Sicht der Kunst und deren Verständnis, zum anderen und das ist meine Version, soll es vielleicht ein Empfinden ausdrücken, ähnlich wie Lifestyle oder Lebensgefühl was irgendwo geprägt wurde und wird um Geschmack oder schlechten Geschmack, als unangenehm oder angenehm zu empfindnen? Aber das bedarf intensiver Auseinandersetzung wie ich vermute um das zu ergründen was gemeint oder nicht gemeint ist?

    8. Christian Himberger schrieb am 25. Juli 2012 um 14:07 - Permalink

      Zum Beispiel mit Gazprom:
      1. Wie würde es einem russischen Spiegelfechter ergehen, der das kritisieren würde?
      2. Regt das jemanden in Amerika (USA) auf?

      • Mod schrieb am 25. Juli 2012 um 14:14 - Permalink

        Würde es für Aufregung sorgen wenn die Linke Spenden von Gazprom erhielt für ihren Wahlkampf? Dem russischen Spiegelfechter ginge es gut dabei wenn er unhaltbare Zustände in den USA beschreibt!

        Der Ort dabei ist auch nicht so wichtig, das Unrecht eingeklagt wird ist entscheidend.

      • der Herr Karl schrieb am 25. Juli 2012 um 15:08 - Permalink

        @Christian Himberger
        “Zum Beispiel mit Gazprom:
        (…)
        2. Regt das jemanden in Amerika (USA) auf?”

        Ich denke schon! Bestimmte Leute in den USA regen sich sogar sehr auf, wenn die Falschen unterstützt oder sonstwie protegiert werden. Dann kann’s schon mal zur Sache gehen. John Perkins “Bekenntnisse eines Economic Hit Man” noch nicht gelesen?

        • Vogel schrieb am 25. Juli 2012 um 16:50 - Permalink

          @ der Herr Karl
          Danke für’s Link zu John Perkins

    9. Frickleburt Frogfart schrieb am 25. Juli 2012 um 14:24 - Permalink

      Na, aber selbstverständlich wedelt hier wieder der Schwanz mit dem Hund. Genau dafür wurde Blackstone 2006 vom Bund als Hauptanteilseigner mit dem Aktienpaket der KfW versorgt. Blackstone hat die Drecksarbeit im Konzern anzustoßen, für die sich der Bund aus Publicity- und Gewerkschaftsgründen zu fein ist. Nach 2006 wurden Telekom-intern mit dem Argument der notwendigen Erhöhung der Kapitalrendite zig Restrukturierungsprogramme zur Kostenreduktion (Entsorgung von Mitarbeitern) aufgesetzt – bis heute mit Erfolg. Willfähriger Erfüllungsgehilfe war dabei Thomas Sattelberger, der bei SPON als Musterbeispiel eines querdenkenden Personalvorstands abgefeiert wurde. “Axt im Walde” würde es besser treffen.

    10. harey schrieb am 25. Juli 2012 um 15:27 - Permalink

      Da stellt sich allerdings auch die Frage warum diese Spenden überhaupt öffentlich bekannt wurden, es gibt ja durchaus Möglichkeiten Spenden völlig anonym zu machen, über sogenannte
      501c Organisationen .

      Ausser natürlich, die Spenden wurden bekannt weil sie in der Bilanz der Telekom auftauchten. Und ~200.000$ Spenden sind in den USA eher kleine Fische, Romney hatte vor kurzem eine Riesenparty auf die alle Spender die mehr als 50.000$ gespendet haben eingeladen waren. Sowohl Romney als auch Obama sollen inzwischen soviel Geld gesammelt haben dass sie eine Grossteil der Werbeblöcke im Fernsehen bis zur Wahl aufkaufen könnten. Beiden Kandidaten zu Spenden ist übrigens auch nicht unüblich, ich habe das Gefühl dass viele Unternehmen solche kleineren Spenden eher als prophylaktisches Schmiergeld denn als direkte Einflussnahme in den Wahlkampf sehen. Bei absoluten Grossspendern wie den Koch-Brüdern (wahrscheinlich um die 100 Millionen Spenden an SuperPACs die Romney unterstützen) ist das dann was anderes, die wollen einfach ihre Agenda durchsetzen. Die Demokratie in den USA ist inzwischen wirklich eine Farce, schade dass sich der deutsche Staat da auch noch einmischen muss.

    11. Truvor schrieb am 25. Juli 2012 um 15:28 - Permalink

      @SF

      Gazprom darf nicht in Deutschland (bzw. im Westen) rumscheißen, weil er ein russischer Konzern ist.
      Dieser Ost – Westkonflikt wird ewig- oder zumindest noch lange dauern.
      Bis einer Quak macht: “Es kann nur einen geben” ;-)

      PS. Gazprom-Konzern braucht nicht in Amerika Lobby-Arbeit zu betreiben, weil Putin so wie so, wie Romney es der ganzen Welt mitteilte: http://www.newsru.com/world/25jul2012/mitt.html , “im Weißen Haus herrscht”. ;-)

    12. Lothar schrieb am 25. Juli 2012 um 16:01 - Permalink

      Auf der einen Seite sind die USA spätestens seit Bush für mich nur noch einen Ansammlung von Vollidioten, die meine Aufregung sicher nicht verdienen.
      Es mag einzelne Ausnahmen geben, aber als Masse betrachtet, ist dieses Volk nicht mehr zu ertragen.
      Auf der anderen Seite ist es wichtig, genau dorthin zu schauen, wo einem die Augen weh tun, denn die USA sind unser Vorbild. Und wir haben noch fast jeden Schwachsinn von dort mit ein paar Jahren Verzögerung importiert.
      Der Blick über den Teich zu den Dumpfbacken à la Tea-Party, Sarah Palin, Romney, Bush und wie sie alle heißen, zeigt, was uns erwartet, wenn wir nicht bald mal anfangen, ganz energisch gegenzusteuern.

      • Christian Himberger schrieb am 25. Juli 2012 um 17:54 - Permalink

        Die USA hatten einen entscheidenen Anteil daran, dass Europa in zwei Weltkriegen nicht germanisiert wurde, wenn ich mich richtig erinnere.

        • Truvor schrieb am 25. Juli 2012 um 18:13 - Permalink

          @Christian Himberger

          Welchen “entscheidenen Anteil daran” meinst Du ?

    13. Kowalski schrieb am 25. Juli 2012 um 17:54 - Permalink

      Gazprom hat doch schon längst seine Tentakel nach Europa ausgestreckt und sitzt hier fest im Sattel.
      Oder was meint ihr denn, wofür GazGerd sein Geld kriegt???

    14. T-Fighter schrieb am 25. Juli 2012 um 17:55 - Permalink

      Ich muss zugeben, dass ich echt lange gebraucht habe, um das Bildspiel mit der Bananenrepublik zu verstehen…

    15. Yoshi schrieb am 25. Juli 2012 um 19:15 - Permalink

      Ich würde tippen, dass die Spenden der Telekom weniger mit Blackstone, als vielmehr mit der Republikanischen Position zur Netzneutralität zu tun haben. Die Republikaner lehnen die Netzneutralität mehr und mehr ab. Das hat für die Telekom direkt den Vorteil, das sie mehr “Freiheit” bei der Gestaltung ihrer Mobilfunkverträge in den USA haben, zum Beispiel könnte T-mobile USA einen youtube Tarif einführen und sich sonst weigern youtube Videos durchzuleiten. Und indirekt kann die Telekom damit natürlich auch Druck auf die deutsche Politik machen, nach dem Motto die USA sind die Vorreiter…

    16. W. Buck schrieb am 25. Juli 2012 um 20:55 - Permalink

      Mitt Romney for President!

      Leider kann’s der gute alte George DoubleU nicht mehr werden.

      Wenn die USA gegen die Wand gefahren sind ist es Schluss mit dem Neoliberalismus. Zumindest eine Weile. Dafür darf die Telekom dann ruhig auch mal was investieren .-)

      Tut mir leid für meine amerikanischen Freunde aber hey in einer sogenannten Demokratie sind die Wähler ja angeblich selber schuld….von wegen der Sache mit den Kälbern und den Metzgern.

      PS: ich verspüre zunehmend einen Hang zum Zynismus. Ansonsten würde ich wahrscheinlich angesichts dieser “mad mad mad mad world” selbst überschnappen.

      • HHarlekin schrieb am 26. Juli 2012 um 10:23 - Permalink

        Nein, “W.Buck”, das ist kein Zynismus.
        Zynisch wäre z. B., als T-Kom-Manager den Romney per Spende zu finanzieren, und nach dessen Wahlsieg und den ersten üblen, gegen die Bürger gerichteten Entscheidungen etwa protestierenden Bürgern zuzurufen: “Wieso beschwert ihr euch? Ihr habt ihn doch gewählt! Ihr hättet doch dem von uns mitfinanzierten propagandistischen Trommelfeuer ja nicht glauben müssen, und anders wählen können, hähähä!” Und außerdem zu denken, daß alle so handeln würden, wenn sie nur in entsprechender Position wären. Eben Zyniker.
        Was du hier treibst ist der weitaus menschenfreundlichere Sarkasmus. Sarkasten hätten das sarkastisch Kommentierte – im Gegensatz zum Zyniker – idR gerne anders, auch zur Beibehaltung der eigenen mentalen Gesundheit durchaus hilfreich … ;-)

        Grüße

    17. dildoldi schrieb am 26. Juli 2012 um 10:42 - Permalink

      Ist doch völlig wurscht, wer in den USA als Chefgalionsfigur Präsident spielt. Denn inwieweit unterscheidet sich die Politik Obamas von der George Dabbeljus im Hinblick auf amerikanisches Hegemonialstreben, Wallstreet Vorherrschaft, innenpolitische Repressionen (Patriot Act z:B , aber nicht nur der) ?
      Es geht bei dieser pseudo Wahl nur darum, daß sich bestimmte Interessenkreise (militärisch industrieller Komplex, Anwaltslobby, religiöse Eiferer, Finanzmarktkreise etc.) einen bevorzugten Platz an der Seite der politischen Entscheidungsträger sichern um dafür zu sorgen, daß sie selbst als auch ihre politischen Vorhaben im Sinne von Profitmaximierung jedweder Art ( muß jetzt nicht nur unbedingt um Kohle gehen, auch z.B. um Platzierung best. Personen in best. Ämtern) möglichst durchgesetzt werden können. Und da die Absichten der jeweiligen Lobbies nicht immer deckungsgleich sind, versucht halt jede möglichst ihren Kandidaten durchzusetzen. Nützlicher Nebeneffekt : sieht so aus wie Demokratie (Auswahl unter Mehreren). Und wenn da ein nominell deutscher Konzern mitmacht, so what ? Hoffe allerdings, daß die wenigstens so schlau waren und auch Obama ein paar Ücken zukommen ließen, angewiesen auf die Kröten ist ja wohl keiner von beiden !
      Und daß alle Amis so blöd sind wie einem immer suggeriert wird und nicht peilen, was da abgeht weil Bildung Fehlanzeige, weiß ich aus eigener Erfahrung einfach besser. Etliche ziehen eben die gleichen Konsequenzen wie viele Europäer und lassen einfach das Gewähle bleiben, oder woher kommen wohl so gigantische Wahlbeteiligungen von um die 50% ? Nur weil alle zu blöd sind, die richtige Stelle fürs Kreuzlein zu finden, oder was glaubt ihr ?
      MfG

    18. pinkinson schrieb am 26. Juli 2012 um 19:50 - Permalink

      Kann ich als Kleinaktionär der T-Com eine Strafanzeige wegen Veruntreuung stellen? Kann ich den Vorstand bzw. Aufsichtsrat anschreiben? Ich gehe davon aus, dass die T-Com USA eine 100%-tige Tocher der Deutschen T-Com ist. Welche Möglichkeiten stünden mir nach dem US-Amerikanischen bzw. deutschen Gesellschaftsrecht/Aktiengesetz?

      Fragen über fragen… Kann man vielleicht ein wenig die da oben trollen? Was meint ihr?..

      • Mod schrieb am 26. Juli 2012 um 20:53 - Permalink

        Die zur Besteuerung von Unternehmen an Organisationen in dem geändertem Steuerrecht bei Spenden aufgeführten neuen Paragrafen sehen keine Steuer auf Spenden vor, auch dann nicht, wenn die Spende dem Unternehmen oder dem Unternehmen das die Spende erhalten hat einen wirtschaftlichen Vorteil verschafft. Die Spende ist vollinhaltig und umfänglich abzusetzen. Alles geht und muss raus, und das war nur eines der vielen Gesetze zur Beschleunigung dank Steuerfrei von Wirtschaft und Irgendwas?

        Aber ein bisschen Trollen geht schon denke ich?

        • pinkinson schrieb am 27. Juli 2012 um 18:02 - Permalink

          @Mod

          mir geht es gar nicht um die Steuerthematik, sondern um reine Veruntreuung meines Kapitals, denn de facto wir durch höhere Ausgaben meine Devidente gemindert. Oder kann das Unternehmen in beliebiger Höher Spenden an politische Träger spenden? Es muss doch irgendwelche Regularien geben. Sonst ist das ein Scheunentor…

          • Mod schrieb am 27. Juli 2012 um 20:43 - Permalink

            Aber doch nicht hier, bei denen wollten sie trollen? Und bei 9 Euro pro Aktie werden Immobilien zumindest nicht wieder im Wert berichtigt, das ist fast sicher.

            • pinkinson schrieb am 28. Juli 2012 um 10:46 - Permalink

              Ich glaube, wir schreiben aneinander vorbei. Ich weiß nicht, was das Ganze mit irgendwelchen Immobilien zu tun hat…

            • Mod schrieb am 28. Juli 2012 um 12:34 - Permalink

              Sie schrieben doch ob: “Kann ich als Kleinaktionär der T-Com eine Strafanzeige wegen Veruntreuung stellen?” und “Kann man vielleicht ein wenig die da oben trollen?” darauf schrieb ich: “neuen Paragrafen sehen keine Steuer auf Spenden vor” und das es neue “Gesetze zur Beschleunigung dank Steuerfrei von Wirtschaft” wären und “Aber ein bisschen Trollen geht schon denke ich?” darauf erwiderten sie: “mir geht es gar nicht um die Steuerthematik, sondern um reine Veruntreuung meines Kapitals, denn de facto wir durch höhere Ausgaben meine Devidente gemindert” ich kann ja noch mal schreiben dass die Gesetze im Steuerrecht diese Spende ok finden und das eine Wertberichtigung der Immobilien von Telekom wie Neulich (2001 war es glaube ich als Hobbyanleger und Möchtegernspekulanten gezeigt wurde wo der Hammer hängt) ist also nicht zu erwarten. Damit wollte ich zum Ausdruck bringen das ihre Aktien sich in guten Händen befinden und die Regularien und Scheunentore bzw. die Fragen dazu wurden doch von mir beantwortet? Falls das Missverständlich war, dann ist es jetzt Verständlicher, hoffe ich?

              Sie sind mir ja ein Aktionär?, seit wann sind sie denn an der Börse?

    19. Happy Phil schrieb am 26. Juli 2012 um 21:07 - Permalink

      @ Vogel
      Perkins ist schon ganz lesenswert, wobei mich wundert, daß der Typ noch lebt, wenn er die Wahrheit erzählt – zur Ergänzung sei erwähnt:
      Global brutal. Der entfesselte Welthandel, die Armut, der Krieg von
      Michael Chossudovsky (Professor für Ökonomie in Kanada).
      Wer dann noch richtig schlechte Laune kriegen will, der lese
      Shame on you! Die Wahrheit über Macht und Korruption in westlichen Demokratien. von Greg Palast
      Frühstück für Aasgeier: Wie Ölbosse und Finanzhaie die Weltherrschaft erlangten von Greg Palast
      Die (Doku)Filme “Inside Job”, “Let’s make Money”, “Der große Ausverkauf” und “The Corporation” empfinde ich als sehr sehenswert, falls Du die noch nicht kennst.

      @pinkinson
      ich fürchte, Parteispenden einer US-Tochter an einen US-Politiker sind “völlig legal” – das wird den Telekom-Vorstand nicht weiter jucken, schließlich weigert die BRD sich ja erfolgreich, dieses Anti-Korroptions-Gesetz der UNO zu unterzeichnen. Abstimmung mit den Füßen bzw Geldbeuteln wäre eine Maßnahme. Ich bin jedoch wieder bei der Telekom, weil die Konkurrenz (Hansenet/Alice) einfach nur katastrophal war. Das muß jeder selbst entscheiden.

      @Jens
      nice to have you back

      • Happy Phil schrieb am 26. Juli 2012 um 21:22 - Permalink

        Filmtipp: Der große Ausverkauf
        Hier eine Besprechung des sehr empfehlenswerten Films von Florian Opitz. Dem Autor der Besprechung, Günter Beling, herzlichen Dank.
        http://www.nachdenkseiten.de/?p=2330


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