Direkt zum Inhalt
  • Newsletter
  • Über uns
  • Kontakt

  • Blog-Flattr

    flattr this!
  • Jeden Monat wieder! Ein zweiter Klick abonniert den Blog-Flattr.

  • Kategorien

  • Archiv

  • Blogroll

    • Ad Sinistram
    • annotazioni
    • Das Blättchen
    • Das Dossier
    • Die Freiheitsliebe
    • Economist´s View
    • Egghat
    • Feynsinn
    • German-foreign-policy
    • le Bohémien
    • Maskenfall
    • NachDenkSeiten
    • Neue Rheinische Zeitung
    • Nics Bloghaus
    • Notizen aus der Unterwelt
    • Oeffinger Freidenker
    • Ossietzky
    • Paul Krugman
    • Philibuster
    • Real-World Economics Review Blog
    • Tautenhahn
    • Telepolis
    • Transatlantikblog
    • Wirtschaft und Gesellschaft
    • Wolfgang Michal
  • RSS Nachdenkseiten

    • Hinweise des Tages II
    • Gerechtigkeit – Das „Institut der deutschen Wirtschaft“ müsste in den Medien jegliche Glaubwürdigkeit verloren haben
    • Hinweise des Tages
    • „Quo vadis NATO? – Herausforderungen für Demokratie und Recht“
    • Hinweise des Tages
  • RSS ad sinistram

    • Sie ist ja eigentlich ganz nett
    • Die Unmöglichkeit reinen Lebens
    • Mehr Planwirtschaft wagen
    • De dicto
    • Lieber arrogant als gefesselt
  • RSS annotazioni

    • Aufruf: Europa geht anders!
    • Soziale Ungleichheit und die Krise
    • Die „höchsten Steuereinnahmen aller Zeiten“ unter die Lupe genommen
    • Ungleichheit und Krise – zwei aktuelle Wortmeldungen
    • Ein ewiges Lied: Die FAZ mit Zahlentricks gegen höhere Steuern
  • RSS Feynsinn

    • Nachrichten aus der Montagehalle
    • Dany zurückgestreichelt
    • Einmal Marx und zurück
    • Gedruckter Surrealismus
    • Rechts vs. Links: Der Staat
  • RSS Freiheitsliebe

    • Deutschland, das Land der geschlechtlichen Lohnungleichheit
    • Vier Parteien gegen Kampfdrohnen – Militär will handeln
    • Lenin: Was hat er uns heute noch zu sagen?
    • Die Strompreislüge
    • Was kostet Oma? Das Pflegesystem in der Krise.
  • RSS Oeffinger Freidenker

    • Die Meute wird zur Jagd geblasen – die Medien und die “Obama-Skandale”
    • Sie sprechen in Zungen! - Warum wir uns in der Politik nicht verstehen
    • Warum Vergangenheitsbewältigung so wichtig ist
    • Das Geld findet immer einen Weg - warum die Debatte um eine Parteispendenreform sich immer im Kreis drehen wird
    • Politische Analphabeten bei der Arbeit
  • RSS Wirtschaft und Gesellschaft

    • Eurokrise: Neueste Außenhandelsdaten belegen Fehlentwicklung
    • Inflation/Deflation: Selbst Deutschland schon im Minus
    • Rundfunkbeitrag: Verdient haben sie es nicht
    • Alltag im Regierungsviertel: Achtung! Politiker!
    • Eurokrise/Weltwirtschaft/Konjunktur: Heiner Flassbeck im Interview mit Paul Jay, Senior Edi­tor at The Real News Net­work
  • Suchen

  • RSS Feeds

    • Artikel
    • Kommentare
    • eMail-Abo
  • Dein Shop für Outdoor Ausrüstung und Bekleidung. Zweimal südlich Münchens, Einmalig im Internet.

    Handy Preisvergleich

    Hier könnte auch Ihre Werbung stehen
  • Letzte Kommentare

      The Joker bei An die Wand gefahren – Warum wir eine konstruktive Euro-Exit-Debatte brauchen:

      Hallo Andreas,...

      der Doctor bei Der Demografie-Traktor: Immer in Bewegung:

      Das ist das eigentliche Ziel! Es werden die letzten Reste...

      Frau Lehmann bei Die Unmöglichkeit reinen Lebens:

      Ich weiß nicht, was du damit ausdrücken willst. Die Aussage...

      maguscarolus bei Der Demografie-Traktor: Immer in Bewegung:

      Für dumm sollte man die Frau keineswegs halten. Eher...

      Mordred bei An die Wand gefahren – Warum wir eine konstruktive Euro-Exit-Debatte brauchen:

      oO. nochmal meine frage:...

      Andreas bei An die Wand gefahren – Warum wir eine konstruktive Euro-Exit-Debatte brauchen:

      Der “Markt” sind wir,...

      The Joker bei An die Wand gefahren – Warum wir eine konstruktive Euro-Exit-Debatte brauchen:

      Der “Markt” sind wir,...

      Anton Chigurh bei Der Demografie-Traktor: Immer in Bewegung:

      Ja, Bernie genau das hab ich auch gedacht. Was soll so...

      Peleo bei An die Wand gefahren – Warum wir eine konstruktive Euro-Exit-Debatte brauchen:

      Im Golf von Mexiko tickt...

      Falk bei Der Demografie-Traktor: Immer in Bewegung:

      Natürlich meine ich damit nur die Rolle als Arbeitnehmer.

      HHarlekin bei An die Wand gefahren – Warum wir eine konstruktive Euro-Exit-Debatte brauchen:

      “Monsanto ist...

      Empty Chair bei An die Wand gefahren – Warum wir eine konstruktive Euro-Exit-Debatte brauchen:

      Warum braucht es...

      Mod bei An die Wand gefahren – Warum wir eine konstruktive Euro-Exit-Debatte brauchen:

      “Aber nichts für Ungut....

      Heldentasse bei An die Wand gefahren – Warum wir eine konstruktive Euro-Exit-Debatte brauchen:

      … Merkels...

      kayauser bei Cartoonfechter: Liberale Wahrheitsfindung:

      Er lügt doch nicht – er weiss es nicht besser!

  • Twitter Contact News Spenden Login Anmelden

  • Gauck und wie er die Welt sieht

    geschrieben am 03. August 2012 von Spiegelfechter

    Das Sommerinterview des Bundespräsidenten ist nicht nur ein Lob für Merkel. Es macht auch Gaucks konservatives Gesellschaftsbild erkennbar.

    ein Gastartikel von Michael Lohmann

    Nach seinem Sommerinterview im ZDF feierte Spiegel Online den Bundespräsidenten Joachim Gauck als unbequemen Mahner, weil Gauck die Kanzlerin aufgefordert habe, sie möge ihre Politik besser erklären. Wie die „Nachdenkseiten“ bereits gezeigt haben, war diese Aussage Gaucks eher ein Lob für Angela Merkel. Denn außer mangelnder Kommunikation hatte er der Regierung nichts weiter vorzuwerfen. Also hatte sich der Präsident eher als Wahlkampfhelfer der Kanzlerin erwiesen. Das Interview zeigt aber noch mehr. Es offenbart Joachim Gauck als einen Anhänger einer überkommenen Gesellschaftstheorie, nach der die unmündige Bevölkerung von einer durch Wissen und Kompetenz überlegenen Elite regiert wird. Deutlich wird das an folgender Passage aus dem Sommerinterview:

    „Das betrifft generell die Politik. Wir haben so komplizierte Sachverhalte, dass es manchmal natürlich sehr mühsam ist, den Menschen zu erklären, worum genau es hier geht. Viele machen es sich sehr einfach und sprechen davon, das Geld wird den Banken in den Rachen geschmissen. Das klingt dann sehr bösartig. Tatsächlich ist das Geld, was bei den Banken landet, nicht einfach rausgeschmissen. Tatsächlich wäre, wenn man bestimmte Banken nicht stützen würde, der Verlust für die Allgemeinheit noch viel größer. Also, da muss man immer zwei- oder drei- oder viermal hinschauen. Das ist manchmal der Politik zu mühsam. Und wenn man sich dann durchgerungen hat – schauen Sie, jetzt diese mühseligen Prozesse, auch die Opposition zu gewinnen -, dann fehlt manchmal die Energie und die Entschlossenheit, der Bevölkerung sehr offen zu sagen, was geschieht eigentlich im Moment.“

    Erklären ist eine Handlung, die eingebettet in eine Beziehung ist. Eine Person erklärt einer anderen etwas. Der Erklärende verfügt über ein Wissen, dass der Adressat der Erklärung nicht besitzt, aber braucht. Wenn der Bundespräsident Angela Merkel zu besseren Erklärungen auffordert, spricht er auch über diese Beziehung.
    Bezogen auf die von ihm geforderten Erklärungen unterscheidet Gauck zwei Akteure: Regierung und Regierte. Gaucks Appell richtet sich in erster Linie an die Kanzlerin:

    „Sie hat nun die Verpflichtung, sehr detailliert zu beschreiben, was das bedeutet [...]“

    Merkel müsse die Konsequenzen der Regierungspolitik transparent machen. In der oben zitierten Passage verallgemeinert er diese Erwartung zwar für die „Politik“ allgemein. Aber in der gleichen Passage stellt er der „Politik“ die „Opposition“ gegenüber. Offensichtlich versteht der Bundespräsident unter „Politik“ vor allem jene Personen, die die Gesetzgebung verantworten. Das sind in erster Linie die Bundesregierung und die sie tragenden Bundestagsfraktionen. Ihr Gegenpart ist die „Bevölkerung“, die Gauck anderenorts auch „die Menschen“ nennt. Diese Gruppe wird nicht weiter differenziert. Hinter dem Etikett „Bevölkerung“ verschwinden alle Unterschiede der Milieus und Schichten. Die „Menschen“ sind vor allem jene, die die gesetzgeberische Aktivität der „Politik“ hinnehmen müssen. Wenn Gauck Erklärungen anmahnt, tut er das für die Beziehung zwischen Gesetzgebern und denen, die an der Legislative nur als Wähler beteiligt sind.

    Regierende und Regierte unterscheiden sich in Gaucks Worten nicht nur in ihrer Macht bzw. Machtunterworfenheit. Es gibt in dieser Beziehung auch ein massives Wissensgefälle. Die Regierung hat mit „komplizierten Sachverhalten“ zu tun, die man den „Menschen“ erklären müsse. Von sich aus sieht Gauck die „Menschen“ nicht in der Lage, die Zusammenhänge der Finanzkrise zu durchschauen. Sie brauchen jemand, der sie ihnen erklärt. In dieser Rolle sieht Gauck die „Politik“, genauer, die Bundeskanzlerin selbst. Ihr traut er folglich auch die Kompetenz zu, die Finanzkrise zu verstehen und sie den Regierten verständlich zu machen. Denn nur dann macht seine Forderung einen Sinn. Somit treffen in Gaucks Augen nicht nur Regierte und Regierende aufeinander, sondern auch Laien und Experten.

    Daran schließt sich eine weitere Qualifizierung beider Gruppen an. Ein Experte ist jemand, der über ein exklusives Wissen verfügt. Als Experte besitzt er Autorität, weil er in sein Fachgebiet einen tieferen Einblick als die Laien hat. Laien können den Experten nicht kritisieren. Sie verfügen nicht über die notwendigen Kenntnisse. Nur die Einwände anderer Experten können ernst genommen werden. Weil Gauck die „Bevölkerung“ als Laien einstuft, kann diese keine eigene Expertise besitzen. Das Expertentum ist allein auf die „Politik“ beschränkt. Die Beziehung zwischen Regierenden und Regierten ist daher recht einseitig: Alles vertiefte Wissen ist auf der Regierungsbank versammelt. Die „Bevölkerung“ kann mangels eigenen Wissens nur Meinungen formulieren. Die Urteile der „Menschen“ entbehren jeder Begründung. Ihnen fehlt das Wissen, um ihre Standpunkte kritikfest zu machen. Im Lichte des Expertenwissens sind alle Standpunkte der „Menschen“ nicht mehr als subjektive Urteile ohne eine verallgemeinerbare Gültigkeit. Die Beziehung zwischen Regierenden und Regierten ist bei Gauck also auch in dieser Hinsicht hierarchisch.

    Gauck billigt der Bundesregierung gute Gründe für ihr Tun zu:

    „Viele machen es sich sehr einfach und sprechen davon, das Geld wird den Banken in den Rachen geschmissen. Das klingt dann sehr bösartig. Tatsächlich ist das Geld, was bei den Banken landet, nicht einfach rausgeschmissen. Tatsächlich wäre, wenn man bestimmte Banken nicht stützen würde, der Verlust für die Allgemeinheit noch viel größer.“

    Gauck glaubt, dass die Regierung weiß, was sie tut. Sie habe ein durch die Einsichten in die Zusammenhänge des Finanzwesens begründetes Konzept für die Bewältigung der Krise. Als Argument führt der Bundespräsident die Behauptung ins Feld, dass die Rettung der Banken für die „Allgemeinheit“ eine bessere Lösung sei als deren Untergang (Woher er das zu wissen meint, sagt er allerdings nicht). Die Regierung macht es daher richtig. Aber weil die „Bevölkerung“ diese Gründe wie auch das Finanzsystem nicht kennt, neigt sie zu Vorurteilen. Ohne die der „Politik“ vorbehaltenen Einsichten können die „Menschen“ die Arbeit der Regierung gar nicht angemessen beurteilen. Deshalb nimmt Gauck die Kanzlerin in Schutz vor, seiner Meinung nach, unrealistischen Wahrnehmungen:

    „Und ich könnte nicht, was sie kann und was sie gerade leistet. Und es ist einfach so, unsere Landsleute neigen manchmal dazu, die Wirklichkeit mit einem gedachten Ideal zu vergleichen. Sowohl die Gesellschaft als auch einzelne Personen. Wenn wir die handelnden Personen einmal vergleichen mit dem Vergleichbaren, also mit anderen Führungskräften, die uns in Europa und der Welt begegnen, dann kriegen wir wirklich einen neuen und realistischen Blick auf unser Führungspersonal. Und dann wächst auch der Respekt.“

    Mangelnder Respekt vor der Kanzlerin ist demnach die Folge fehlender Kenntnisse der „Bevölkerung“. Würde die „Bevölkerung“ über das notwendige Wissen verfügen, würde der Respekt für „unser Führungspersonal“ wachsen. Entsprechend sind Wahlniederlagen dann nie als echte Ablehnung der Regierungspolitik zu lesen, sondern als Missverständnis derer, die es nicht besser wussten. Das ist tröstlich für die „Politik“, die sich so selbst versichern kann, auf dem richtigen Weg zu sein. Die Lösung aller Probleme im Verhältnis zu den „Menschen“ liegt allein in der besseren Aufklärung der Laien.

    UDas von Gauck suggerierte Wissensgefälle hat Folgen für die Art der Begegnung von Regierenden und Regierten. Die Regierenden stehen in der Pflicht, der „Bevölkerung“ ihre Politik zu erklären. Weil die „Bevölkerung“ bar jeder Kenntnis ist, ist sie zum Zuhören gezwungen. Sie muss sich passiv dem Vortrag der Experten ergeben. Allenfalls Nachfragen sind möglich. Eigene Standpunkte kann die „Bevölkerung“ jedoch nicht einbringen. Sie ist das Publikum, während die Experten Monologe halten. Gauck spricht nur von den erwarteten Aktivitäten der Regierung. Die „Bevölkerung“ ist bei ihm kein von sich aus handelnder Akteur. Er sieht sie in der Rolle des passiven Empfängers von Aufklärungskampagnen. Diese können schon technisch und logistisch nur einseitig sein, indem sie mit Hilfe von Anzeigen, Plakaten oder öffentlichen Erklärungen den Regierungsstandpunkt publizieren. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass Gauck in seinem Interview gar keine ergebnisoffene öffentliche Diskussion der Regierungspolitik fordert. Nicht einmal im Ansatz spricht er davon, dass die Regierung sich auch begründeten Einwänden stellen und diese nutzen sollte, um ihre eigenen Konzepte zu überarbeiten. Eine solche Debatte entspräche jedoch eher dem Ideal einer demokratischen Öffentlichkeit, eines Meinungswettbewerbs, in dem es am Ende einen kollektiven Lernfortschritt gibt. Gauck spricht der „Bevölkerung“ jedoch das Urteilsvermögen ab, um im Austausch zwischen Regierenden und Regierten als gleichberechtigter Gesprächspartner akzeptiert werden zu können.

    Folglich kann der „Demokratielehrer“ Gauck die Öffentlichkeit auch nicht als aufklärerische Instanz denken. Aufklärer, etwa Journalisten oder Intellektuelle, bemühen sich um ein eigenes Urteil. Dieses bilden sie, nachdem sie verschiedene Informationsquellen gesichtet und miteinander verglichen haben. Für sie wäre ein Regierungsvertreter mitsamt seinen Erklärungen der aktuellen Politik lediglich ein Zeuge unter vielen. Der Aufklärer würde im Lichte weiterer Informationen und unabhängiger Quellen prüfen, wie glaubwürdig der Zeuge wirklich ist. Die Idee der „bürgerlichen Öffentlichkeit“ fußt auf diesem Selbstbewusstsein des Bürgers. Dieser fordert von sich aus die Regierenden auf, sich öffentlich zu rechtfertigen. Deren Begründungen wägt er ab und beurteilt dann, ob er sie akzeptiert oder verwirft. Ein solches Urteilsvermögen billigt Gauck den „Menschen“ nicht zu. Weil Gauck sie als Unwissende beschreibt, sieht er sie auch nicht als Träger einer kritischen Öffentlichkeit. Für einen Bundespräsidenten macht Gauck in diesem Sommerinterview einen befremdlich paternalistischen Eindruck.

    Michael Lohmann

    Teilen:

    • E-Mail
    • Facebook
    • Google +1
    • Twitter
    Print This Post
    Tags: Bundespräsident
    flattr this!

    Trackbacks:

    1. Gauck und wie er die Welt sieht. | Michael Lohmann

    112 Kommentare:

    1. J. S. schrieb am 3. August 2012 um 17:04 - Permalink

      Ich wage zu bezweifeln, dass wirklich alle Abgeordneten der Regierungsfraktionen wissen, was sie da bzgl. Rettungsschirm durchgewunken haben. Die Inhalte kennen doch nur wenige. Und der Rest der Fraktionen kennt nur die Zusammenfassungen (wieviel Wahrheitsgehalt diese auch haben).

      Wäre schön, wenn unsere Politiker mal erklären, warum sie welche Entscheidungen treffen. Und zwar so, dass man kein BWL-Studium braucht, um das zu verstehen. Zum Beispiel würde ich gerne echte Argumente hören, warum die Reichensteuer von den Regierungsfraktionen wieder mal abgelehnt wird. “Lieblingsdroge der Linken”, wie das die FDP meint, reicht mir als Argument einfach nicht. Oder ist das das Niveau, womit man Bürger von Gesetzen und Entscheidungen überzeugen will?
      Man könnte jetzt auch sagen, dass die Lieblingsdroge der Neoliberalen Privatisierungen sind. Ich weiß nicht, wo uns solch eine Diskussion hinführen würde.

      • leslie schrieb am 3. August 2012 um 17:40 - Permalink

        ´´Man könnte jetzt auch sagen, dass die Lieblingsdroge der Neoliberalen Privatisierungen sind. Ich weiß nicht, wo uns solch eine Diskussion hinführen würde.´´

        http://blog.fefe.de/?ts=aee56706

        ´´Goldman Sachs to invest $9.6m in New York inmate rehabilitation´´ ;-)

        Mfg

    2. HHarlekin schrieb am 3. August 2012 um 17:45 - Permalink

      „Gauck spricht der „Bevölkerung“ jedoch das Urteilsvermögen ab, um im Austausch zwischen Regierenden und Regierten als gleichberechtigter Gesprächspartner akzeptiert werden zu können.“

      Genau. Sachverstand gibt’s nicht außerhalb der Regierenden. Es gibt z. B. alle möglichen wissenschaftlich ausgebildeten Leute, die überall und sonstwo arbeiten, nicht nur im universitären und sonstigen (Aus)bildungsbereich. Die finden nach Gauck nicht statt. Es gibt unzählige Menschen, die sich über Jahre für alles mögliche interessieren, sich weiterbildeten,sich Wissen nebenbei aneignen, auch ohne akademische Ausbildung. In Gaucks Kosmos gibt’s die nicht.
      Und es gibt jede Menge Leute, die auch ohne spezielles Fachwissen merken, wenn wer ihnen in die Tasche greift, während Millionäre gehätschelt werden, einfach, weil sie rechnen können. Die haben nach Gauck aber alle keine Ahnung.Was ja auch nicht sein kann, da fachliche Beschlagenheit nach Gauck grundsätzlich nur bei den Regierenden zuhause ist. Dolles Weltbild des Präsidenten eines demokratisch verfassten Landes. Darüberhinaus sind Gaucks Äußerungen die flächendeckende Bankrotterklärung für unser Bildungssystem Ob Gauck DAS wirklich wollte? Was wohl all die Gauck-Fanboys/-girlies sagen würden, wenn ihnen irgendwann mal ins Bewußtsein sickerte:“Hei Leute, der Gaucki hält euch alle für unwissende Vollpfosten?“

      Oder ist Gauck klüger als wir denken, weil er WEISS, was intellektuell von seiner Fan-Gemeinde zu halten ist, er außerdem weiß, daß die die Mehrheit bilden, UND er weiß, wer ihn, Gauck, gut findet, KANN einfach keine Ahnung und keinen Sachverstand haben? Der Begriff „Demokratielehrer“ wird falsch verstanden, er meint hier: „Demokratie-Leerer“ im Sinne von „Entleerer“, „Entrümpeler“, „von Demokratiebeständen Bereiniger“ …

      Ich Doofmann werde also heute abend unser örtliches Gauck-Denkmal putzen, danach 3 Joachim-Unser beten, und mal wieder meine Äußerungen bereuen …
      Möge sein Segen auf mir ruhen … oder besser nicht … ;-)

      Grüße

      • schwitzig schrieb am 4. August 2012 um 07:28 - Permalink

        @HHarlekin

        Was wohl all die Gauck-Fanboys/-girlies sagen würden, wenn ihnen irgendwann mal ins Bewußtsein sickerte:“Hei Leute, der Gaucki hält euch alle für unwissende Vollpfosten?“

        Womit er dann ja sogar mal Recht hätte :-).

        • Heldentasse schrieb am 4. August 2012 um 10:52 - Permalink

          Diese Ansicht ist m.E. falsch bis kontraproduktiv, denn es gibt viele, sogar wichtige, Wahrheiten die ein Mensch auch ohne großartige Vorbildung erfassen kann wenn denn sein Wertebild nicht zu verzerrt ist. Gauck hingegen spricht dem Volke de facto die Kompetenz ab wichtige Entscheidungen in eigener Sache zu treffen und sich selber damit ein Armutszeugnis aus!

          Der m.E. größte Bundespräsident sagte dereinst:

          Politik muß jedermanns Sache werden. Man darf sie nicht den Fachleuten überlassen.

          Gustav Heinemann

          • Mod schrieb am 4. August 2012 um 11:53 - Permalink

            Heinemann steht aber im Widerspruch zu dem Knigge von Kästner der da sagt:

            “Ihr sollt nicht denken, wenn ihr sprecht!
            Gehirn ist nichts für kleine Leute.
            Den Millionären geht es schlecht.
            Ein neuer Krieg käm ihnen recht,
            So macht den Ärmsten doch die Freude!”

            ähnlich drückte das Homer vor langer Zeit einmal aus und Kästner beschreibt in den paar Zeilen vortrefflich die Politik der letzten 150 Jahre und mehr.

            “”McBain an Bodenstation! Werde angegriffen von Kommunisten-Nazis.”"

            http://177961.homepagemodules.de/t206f23-Die-Simpsons.html

            • Heldentasse schrieb am 4. August 2012 um 12:18 - Permalink

              Moin Mod,
              schon mal auf den Gedanken gekommen, dass der Dichter mit feiner Ironie und tiefgründigem (ätzendem) Spott die damaligen (und zum Teil auch noch heutigen) Verhältnisse aufs Korn nahm (hätte nehmen können), im Gegensatz zu Heinemann der sich gerade direkt und gerade ausdrückte? IMO kein Widerspruch.
              Gruß

              P.S.: Erich Kästner – Die Welt ist rund

          • schwitzig schrieb am 4. August 2012 um 13:53 - Permalink

            @Heldentasse

            Du hast das falsch verstanden – ich meinte: Gauck-Fanboy = Bildungsproblem :-).

            • HHarlekin schrieb am 4. August 2012 um 18:22 - Permalink

              @schwitzig

              “Gauck-Fanboy = Bildungsproblem :-).”

              Der Gedanke liegt nahe, daß da was dran sein könnte … ;-)

              Gerade kürzlich einen Fanboy erlebt, ich nannte dazu ein paar Fakten, kam als Antwort: “Na gut, das wußte ich nicht, aber sind die nicht alle so? Der Wulff war doch auch nicht besser … ”
              Jedenfalls kam keine Lobhudelei ala “Gauck – großer Mann” mehr. Auch wenn ich nicht weiß, ob er das nur sagte, weil er diffus ahnte, daß ich den Gauck nicht mag, könnten die erhaltenen Infos durchaus für einen beginnenden Denkprozess gesorgt haben (oder doch nur für eine Frustration Marke “Wieder ein Held weniger in dieser schweren Zeit”?).
              Oft ists tatsächlich die fehlende Information, aber wem sage ich das … ;-)

              Grüße

            • Bonsta schrieb am 5. August 2012 um 14:22 - Permalink

              Richtig! Es ist die fehlende Information. Natürlich ist es richtig, es ist geradezu banal, dass das Volk zu Fachfragen kaum genügend Einsichten haben kann. Weswegen lesen wir denn z.B. den Spiegelfechter? Weil wir nicht mal halb soviel Ahnung von Volkswirtschaft haben, wie er. Wir sind Interessierte und wir wägen ab. Wir vergleichen und hören uns die Gegenargumente an. Was plausibel klingt, nehmen wir an, was nicht plausibel klingt, verwerfen wir. Das ist vollkommen normal. Wir sind angewiesen auf Experten und wir müssen ihnen oftmals einfach auch vertrauen. Vertrauen muss man sich jedoch verdienen. So gesehen ist das Volk zwar auf der einen Seite unmündig, aber das heißt ja noch lange nicht, dass die Regierung mündiger wäre. Sie vertraut nur anderen Experten, als das mündige Volk das vielleicht tun würde. Das heißt, würden andere Experten überhaupt noch zu Wort kommen, bzw. nicht schon im Vorfeld als Person völlig unmöglich gemacht worden sein. Ich vertraue Menschen wie Albrecht Müller und Jens Berger, weil ich ihre Leidenschaft erkenne, ihren uneigenützigen Einsatz für eine gerechtere Welt. Im ernst, das war fast ausschließlich der Grund, warum ich damals auf den nachdenkseiten hängen geblieben bin, weil ein “alter Mann” mit in jedem Satz, in jeder Zeile, spürbarer Leidenschaft gegen den Mainstream anschriebt und ich mich fragte, dass er das ja gar nicht mehr nötig hätte, warum macht er das also? Erst nach mehreren Tagen hatten mich dann auch die Argumente mehr oder weniger überzeugt.

              Und genau das kann auch das Volk, wenn es die Chance dazu bekommt. Das Volk muss nicht Experte sein, es muss nur wissen, wem es vertrauen kann. Das kann es auch, das ist uns angeboren, intuitiv wissen wir, was richtig und was falsch ist, wer lügt und wer die Wahrheit spricht. Wem vertraue ich mehr, Herrn Ackermann oder einer Person, die nichts dabei gewinnen kann und will? Sprich, einem unabhängigen Experten. Aber gerade diese unabhängigen Experten (wie auch Journalisten) gibt es praktisch gar nicht mehr und genau das ist die größte Gefahr für die Demokratie. Präkere Beschäftigung ist eben leider auch schon lange in der Wissenschaft angekommen…

              Gauck spricht der Regierung sämtliche Kompetenz zu, ohne offensichtlich auch nur zu ahnen, dass es Interessen gibt, die manche gnadenlos verfolgen, dass Lobbyisten die Macht haben, einseitig mit der Macht des Geldes Einfluss auf Regierungsentscheidungen zu nehmen. Er versteht sich als Demokratielehrer in der Gewissheit, im besten aller Systeme zu leben. Deshalb steht er dem vollkommen unkritisch gegenüber und kann nicht sehen, was offensichtlich ist; dass die Demokratie heute mehr als nur bedroht ist.

      • Markus II schrieb am 6. August 2012 um 14:10 - Permalink

        Gauck hat die Haltung eines Pfarrers – die Schäfchen brauchen Führung durch den Hirten. Die christlichen Kirchen sind sehr hierarchische Gebilde und allein die ganzen Wiedersprüche im christlich-kirchlichen Glaubensgebäude erzwingen geradezu eine Verblödung der Gläubigen. Wüssten die nämlich, was für Wiedersprüche und Irrationalitäten und Ausbeutungsmechanismen sich in gerade diesen Glaubensgebäuden verstecken, würden sie sich umorienterien und die christlichen Kirchen hätten keine Anhänger mehr, wären nicht mehr lebensfähig. Auch die Anerkennung von Bildung und Intelligenz außerhalb der Elite-Schicht, der Gauck angehört, scheint ihm schwerzufallen. Er kennt ja auch nur die und seine Schäfchen.
        Daher halten Kirchen die Menschen dumm und unterdrückt und die Priester und Pfarrer geben diese Haltung auch an ihre Gläubigen weiter, während sie sich munter mit dem Establishment verbrüdern.

        Im 3. Reich hieß das noch: “Führer befiehl – wir folgen dir!”*

        *(Ist nur zynisch gemeint, Satire, Persiflage… Keine Glorifizierung!)

        Gauck hat sich ja nun gerade nicht um die Aufklärung der Bürger bemüht, gelle. Immer schön die Regierungspolitik mitmachen, auch wenn sie in den Abgrund führt.

    3. Erich Kästner schrieb am 3. August 2012 um 19:04 - Permalink

      Ein Pastor, der in der Heimat klebt,
      sagt seinerzeit ungefähr:
      „Wenn unser Herr Jesus heute lebte,
      bediente er ein Maschinengewehr!“

      Kann keiner des Pastors Adresse besorgen?
      Weiß sie denn niemand? – ich führe noch morgen
      zu ihm und böte ihm Ohrfeigen an.
      Wir müssten Kette vor seinem Haus stehen!
      Hier unsre Hände, dort sein Gesicht.
      Sie können meinen Vorschlag nicht ausstehen?
      Er ist nicht fein? Nein, fein ist er nicht.

      Sie glauben, der Ausspruch sei nie gefallen,
      sondern erfunden oder entstellt?
      Das Schlimmste an diesen Zitaten allen
      ist, dass man sie für möglich hält.

      • HHarlekin schrieb am 5. August 2012 um 22:20 - Permalink

        Der Gauck hat mal den Erich-Kästner-Preis (Dresden) gekriegt, eigentlich unglaublich.
        Andererseits: Wenn man sieht, wer den sonst noch bekam, passt es wiederum ins Bild.
        Ich kann mir jemanden vorstellen, der im Grab rotiert daß es nur so kracht.
        Dieter Hildebrandt hat mal den Karl-Valentin-Preis als “Preis zur Verunglimpfung des Andenkens an Karl Valentin” bezeichnet.
        Der Spruch lässt sich analog auch auf den Kästner-Preis des Dresdener Presseclubs anwenden.

        http://de.wikipedia.org/wiki/Erich-K%C3%A4stner-Preis_%28Dresden%29

        Grüße

        • Mod schrieb am 5. August 2012 um 22:56 - Permalink

          Das er den Erich Kästner Preis bekommen hat macht es noch unverständlicher das seine Texte die er als Pastor vor der Wende gehalten hat im Netz nicht mehr verfügbar sind, die müssten demnach doch literarischen Eingang in die kulturelle Welt nach Schiller, Goethe, Zuckmayer, Zweig, Feuchtwanger, Erich Kästner und Brecht usw. die Liste ließe sich nicht beliebig fortführen, oder ist es der Goebbels der mir als Synonyme dient um durch die Neuauflage der Begriffshoheit der Worte durch Bertelsmann, deren Freiheitskämpfer nicht Werte neutral zu vermarkten irgendwo Verwertbar als Ausdruck auf Anspruch dieser Politik?, oder taugen Gaucks Texte nicht mal dazu?, als Preisträger, Freiheitskämpfer und Geschwister Scholl Preisträger?

    4. R_Winter schrieb am 3. August 2012 um 19:37 - Permalink

      Wir haben so komplizierte Sachverhalte, dass es manchmal natürlich sehr mühsam ist, den Menschen zu erklären, worum genau es hier geht.

      Ja, so ist es. Wie kann dieser simple Geist auch nur im Ansatz verstehen, was die Zusammenhänge von Geld und Banken bedeuten. So ein Blödsinn gab es in der DDR nicht. Wie sollten Gauck und Merkel etwas von Volkswirtschaft verstehen?
      Gauck hatte gelernt, den Arm zum Winken anzuheben und pastoral zu sprechen – viel mehr bestimmt nicht.

      • Spezialdemokrat schrieb am 4. August 2012 um 17:45 - Permalink

        Wie sollten Gauck und Merkel etwas von Volkswirtschaft verstehen?

        Hmmm…. Volkswirtschaft…. Gabs da nicht immer Broiler mit Sättigungsbeilage und die Bedienung hatte schmissige Parolen drauf?

        ;-)

    5. impulshund schrieb am 3. August 2012 um 19:57 - Permalink

      Möglicherweise durchschaut Gauck die komplizierte Gemengelage der Eurokrise nicht. Seine Aufforderung an Angela Merkel, diese besser zu erklären, wäre in diesen Fall scheinheilig.
      Aber er hat mit der Gauck-Behörde zur Abwicklung der Stasi beigetragen. Warum schweigt Gauck dann zur Aktenvernichtung beim Verfassungsschutz? Warum fehlen ihm die Worte zum NSU?
      Warum erklärt er nicht, was in den Geheimdiensten vor sich geht? Dieses Schweigen finde ich für einen bekennden Anhänger der Freiheit höchst irritierend.

      • Schweinepriester schrieb am 3. August 2012 um 21:06 - Permalink

        “Warum schweigt Gauck dann zur Aktenvernichtung beim Verfassungsschutz? ”

        Weil der Typ ein gottverdammter Lump von einem Heuchler ist.

      • Der Doctor schrieb am 5. August 2012 um 13:05 - Permalink

        “Warum erklärt er nicht, was in den Geheimdiensten vor sich geht? Dieses Schweigen finde ich für einen bekennden Anhänger der Freiheit höchst irritierend.”

        Richtig,aber das hat er schon früher getan.Ob bei der willkürlichen Verfolgung von Antifaschisten durch sächsische,thüringische und hessische Staatsanwaltschaften ,der Bespitzelung durch illegale Trojaner oder dem Versuch der EU ,Deutschland zur Einführung der Vorratsdatenspeicherung und somit zum Verfassungsbruch zu zwingen,Immer ,wenn er mal wirklich als Bürgerrechtler auftreten kann,taucht er ab.Der Grund :Er müsste sich gegen die Bundesregierung und gegen Merkel ,sowie die hinter ihr stehenden herrschenden Eliten stellen,die sofort ihre Kettenhunde von Bild,Welt u.Co loslassen und ihn niederschreiben würden.Wulfs Schicksal hat er ja noch im Gedächtnis.Also geht er ,wie in der DDR mit dem Regime konform und bleibt auf Linie.ein Salon-Bürgerrechtler eben.

    6. J.Bildstein schrieb am 3. August 2012 um 20:38 - Permalink

      Der Joachim der raucht wieder heimlich, schwarzen Afghanen wahrscheinlich. Die CIA sagt das die Ernte gut ist dieses Jahr.

    7. Vogel schrieb am 3. August 2012 um 20:43 - Permalink

      Warum schweigt Gauck dann zur Aktenvernichtung beim Verfassungsschutz? Warum fehlen ihm die Worte zum NSU?
      Warum erklärt er nicht, was in den Geheimdiensten vor sich geht? Dieses Schweigen finde ich für einen bekennden Anhänger der Freiheit höchst irritierend.

      Sehr schön gesagt!

    8. rainer schrieb am 3. August 2012 um 21:52 - Permalink

      ……IM Larve und IM Erika………Erich hat gesiegt…..

    9. ZwischenSpeicher schrieb am 3. August 2012 um 22:07 - Permalink

      Gauck ist der Präsident des unmündigen Bürgers

    10. Eremit schrieb am 3. August 2012 um 22:57 - Permalink

      Auch hier ist wieder einmal Anlaß, darauf hinzuweisen, wer den Gauck verbrochen hat (darf man nicht vergessen, wegen wehret den Anfängen):
      -Jürgen Trittin und Renate Künast
      -Die Führungsriege der SPD.

      Warum haben die seinerzeit eigentlich nicht auch Hitler als Reichskanzler mit getragen, so als Trick, um dem eins auszuwischen, da er sie ja bekanntermaßen nicht leiden konnte? Parallelweltromanautoren: Übernehmen Sie!

    11. W. Buck schrieb am 3. August 2012 um 23:36 - Permalink

      Gauck war immer ein Ideologe unter Ideologen. In der ideologisch verblendeten DDR groß geworden als Pfarrer hoher Priester der übelsten Ideologie: der Religion. Heute hat er die Ideologie des Neoliberalismus adaptiert.

      Ideologien haben etwas wunderbares. Man muss nicht Tag für Tag reflektieren ob man auf dem richtigen Weg ist. Tue was laut Ideologie-Gebrauchsanweisung zu tun ist und du bist zu 100% auf dem Pfad der Weisheit.

      So erklärt sich diese Gaucksche Arroganz: Die neoliberal-konservativen haben immer recht. Darüber nachzudenken lohnt sich nicht. Es darf ruhig eine offene Diskussioen geben, z.B. über die Kriegseinsätze. Doch wer dagegen ist ist wohl von einer unseligen Glückssucht umnachtet. Und jeder der die Finanzpolitik der CDU/CSU/FDP kritisiert weis es halt nicht besser weil er die Sachverhalte nicht versteht.

      Das was als Arroganz und Bösartigkeit herüberkommt ist schlicht mangelnder Wille sich mit anderen Standpunkten auseinander zu setzen. Das macht es freilich nicht besser. Gauck ist nicht in der Lage eine neue Position einzunehmen. Er wird wie andere Hohepriester der Ideologie noch davon überzeugt sein recht zu haben selbst wenn die Welt um ihn herum aufgrund seiner fehl Einschätzung in Trümmern liegt. Dann waren einfach die Unwissenden schuld. Im schlimmsten Fall wird er sich selbst die Schuld dafür geben, weil er seine Ideologie nicht genug durchgesetzt hat. Auch Hitler gab zuletzt wahlweise dem unwürdigen Volk oder sich selbst die Schuld für das Scheitern. Die irre Ideologie war aber erhaben bis zuletzt. Das ist das teuflische.

    12. Winne2 schrieb am 3. August 2012 um 23:48 - Permalink

      Also wenn ich die “Diskussionen” hier im Spiegelfechter zum Thema Euro etc. verfolge… dann könnte der alte Gauckler doch nicht ganz Unrecht haben, dass es einen gewissen Aufklärungs- und Bildungsbedarf gibt. Am simpelsten wäre zweifellos man würde einfach monatlich die geposteten Beiträge von “schwitzig” zur Zwangslektüre machen (vielleicht sogar für Regierungsmitglieder soweit die des Lesens mächtig sind – also Brüderle muss nicht unter 2 Promille!). Ja, dann wären doch alle Probleme erkannt und die Lösungen parat.
      Kann JB bitte mal die Schwitzig-Worte an den Bundespräsidenten und an alle Volkshochschulen weiterleiten.

    13. Jutta Rydzewski schrieb am 4. August 2012 um 10:28 - Permalink

      An welcher Stelle dieses so genannten Sommerinterviews der Herr Gauck Frau Merkel getadelt oder gar kritisiert haben soll, ist mir unerfindlich. Aber vielleicht ist es ja schon Teil deutscher Medien-Staatsräson, dass der Herzens- Sehnsuchts- und Freiheitspräsident lobend erwähnt werden MUSS, weil andernfalls eine Strafanzeige wegen Majestätsbeleidigung droht. ;-)) Herr Gauck hat mit seinem typischen sowohl-als-auch- Geschwurbel die Kanzlerin sogar mehrfach ausdrücklich gelobt. Der Hammer bei diesem Sommerinterview war jedoch, das sich Gauck mit seinem Geschwurbel mal wieder selbst um Kopf und Kragen gesabbelt hat. Obwohl er “hoch und heilig” einerseits versprach, nicht mehr über das Stöckchen BVerfG springen zu wollen, greift er dennoch wiederum der Entscheidung des Gerichts vor, in dem er Merkel bescheinigt, dass sie „voll auf der Ebene…die unser Grundgesetz errichtet hat“ bleibe, „rote Linien nicht überschritten“ und „deutsche Interessen voll inhaltlich“ gewahrt habe. Eine erneute bodenlose Unverschämtheit und Dreistigkeit dem BVerfG gegenüber, welches ja schließlich genau darüber zu entscheiden hat. Aber der neoliberale Prediger vor dem Herrn der Märkte weiß natürlich wieder Mal alles besser. Dieser Mann ist in seiner offenkundigen Selbstverliebtheit unberechenbar. Ich hoffe, dass der Tag nicht mehr fern ist, wo ihm ein so großer Klops herausrutscht, die sogar seine gläubige CDU/CSU/FDP/SPD/GRÜNE-Gemeinde erblassen lassen wird. Der Tag wird kommen, mit absoluter Sicherheit, an dem sich Gauck in seiner maßlosen Eitelkeit selbst zur Strecke bringt. Das einzig Gute an Wulff war, dass er Gauck verhindert hat(te). Wer den Sommer-Interview-Schwatz mal in Ruhe entschwurbelt, wird sehr schnell erkennen, dass die vorgebliche Kritik von Gauck in Richtung Merkel, wie es die Lei(d)medien, insbesondere die Öffentlich-Rechtlichen, der “glücksüchtigen” Öffentlichkeit mal wieder verkaufen wollen, schlicht und ergreifend Unsinn ist. Das Gegenteil trifft zu.

      • viosz schrieb am 6. August 2012 um 10:35 - Permalink

        Herr Gauck hat mit seinem typischen sowohl-als-auch- Geschwurbel die Kanzlerin sogar mehrfach ausdrücklich gelobt.

        Ich würde noch einen Schritt weiter gehen und sagen: Er vergöttert sie.

        • Jutta Rydzewski schrieb am 6. August 2012 um 13:31 - Permalink

          Richtig. Und umgekehrt ist es auch so, zumal die “Marktkonforme” keinen passenderen neoliberalen Ideologen als Gauck hätte finden können. Sie vergöttern sich beide.;-) Deshalb ist auch das, was die Systempresse ständig verbreitet hat und immer noch verbreitet, Merkel hätte Gauck als BP nicht gewollt, ebenfalls Unsinn. Wer Schröders Agenda bewundert, den Sarrazin für mutig und den Afghanistankrieg für erträglich hält usw., hat offenbar das nötige “Rüstzeug” als BP-Darsteller in den heutigen kranken Zeiten. Außerdem ist Gauck sehr flexibel und anpassungsfähig, wie der “Widerstandskämpfer”, der nie einer war, in der früheren DDR bewiesen hat. Er konnte sich schon immer “geschmeidig arrangieren” und “einrichten”. Der Tag wird aber kommen, an dem er sich mit seinem Geschwurbel, in Verbindung mit seiner Selbstherrlichkeit, selbst “abschießt”. Jede Wette.;-))

          mfg
          Jutta Rydzewski

          • Karo schrieb am 7. August 2012 um 20:01 - Permalink

            Mir ist es ein großes Vergnügen, Ihre deftigen Worte zu Gauck zu lesen. Auch sehe ihn und Merkel auch so. Sprachlich finde ich schon keine Superlative mehr, um meine Meinung über diese Beiden und diese Regierung und deren Politik zu beschreiben.
            Darum danke allen, die ich sich an dieser Diskussion so fleißig beteiligen.

    14. Heldentasse schrieb am 4. August 2012 um 10:30 - Permalink

      Der Artikel ist wirklich klasse, im besonderen die Analyse der pseudo pastoralen Aussagen des Herrn Gauck. Schade das Erich Kästner schon lange nicht mehr lebt, der würde diesem Pharisäer saures geben, mit wahrer Wortgewalt!

      Ans deutsche Volk, von Ulm bis Kiel:
      Ihr esst zu oft! Ihr esst zu viel!
      Ans deutsche Volk, von Thorn bis Trier:
      Ihr seid zu faul! Zu faul seid ihr!

      Und wenn sie auch den Lohn entzögen!
      Und wenn der Schlaf verboten wär!
      Und wenn sie euch so sehr belögen,
      dass sich des Reiches Balken bögen!
      Seid höflich und sagt Dankesehr.

      Die Hände an die Hosennaht!
      Stellt Kinder her! Die Nacht dem Staat!
      Euch liegt der Rohrstock tief im Blut.
      Die Augen rechts! Euch geht’s zu gut.

      Ihr sollt nicht denken, wenn ihr sprecht!
      Gehirn ist nichts für kleine Leute.
      Den Millionären geht es schlecht.
      Ein neuer Krieg käm ihnen recht,
      So macht den Ärmsten doch die Freude!

      Ihr seid zu frech und zu begabt!
      Seid taktvoll, wenn ihr Hunger habt!
      Rasiert euch besser! Werdet zart!
      Ihr seid kein Volk von Lebensart.

      Und wenn sie euch noch tiefer stießen
      und würfen Steine hinterher!
      Und wenn Sie euch verhaften ließen
      und würden nach euch Scheiben schießen!
      Sterbt höflich und sagt Dankesehr.

      Erich Kästner: Knigge für Unbemittelte

    15. Mod schrieb am 4. August 2012 um 12:11 - Permalink

      Bekomme Südtirol eine solche “Vollautonomie”, dann sei man bereit, die Provinz mit einem einmaligen Beitrag zur Tilgung der Schulden Italiens gleichsam freizukaufen. Die “Vollautonomie” in Wirtschaftsfragen werde es ermöglichen, die im gesamtstaatlichen Vergleich recht kräftige Südtiroler Ökonomie von jeglicher Notwendigkeit zur Rücksichtnahme auf den schwächeren Süden zu befreien und ihr ein Wachstum zu verschaffen, das demjenigen Österreichs oder Deutschlands nahekomme.

      Sonderwirtschaftszonen für ein gemeinsames Europa entsprechen der Ideologie aus Vergessen geglaubten Tagen. “Einen Platz an der Sonne” wurde vor diesen Tagen garantiert, es hat sich nichts geändert nur die Wortwahl ist eine andere geworden und wer könnte Worten besseren Halt und Gehalt geben als der Bundespräsident?

      http://www.german-foreign-policy.com/de/fulltext/58391

      Nach drei bis viermaligem Hinsehen auf die Banken und deren Funktionsweisen und seinen gewonnenen Erkenntnissen das ohne Subventionierung über den Steuerzahler der Verlust für die Allgemeinheit größer wäre, nach meiner Einschätzung hätte die Bundesregierung auch die Solarindustrie subventionieren müssen und Angesichts der 11 Milliarden Euro (Peanuts, s. Hilmar Kopper) Unterstützung im letzten Jahr die China seiner Solarindustrie zukommen ließ, reden wir aktuell um bedeutend mehr Geld bei widersprüchlichem Nutzen, kommt der dann denkende Bundespräsident auf das Ergebnis (demnächst olympische Disziplin in den neuen Denksportarten weil auch die Politik ins Olympische Dorf eingezogen bzw. wieder ausgezogen ist) das es auch Mühsal und Arbeit ist wenn die Regierung so oft hinsehen muss um die Banken zu verstehen und dann noch die Opposition überzeugen muss weil die ja auch so oft (3-4 mal) hinsehen aber es nicht so gut verstehen wie Frau Merkel und dann auch noch den Bürgern erklären?, den Bürgern in Deutschland die sich am liebsten über Arbeit verwirklichen will man allen ernstes etwas über Banken erklären?, das ist wahrscheinlich Ironisch gemeint vom BP, Zitat:

      (..)auch die Opposition zu gewinnen -, dann fehlt manchmal die Energie und die Entschlossenheit, der Bevölkerung sehr offen zu sagen, was geschieht eigentlich im Moment“(..)

      die Differenzierung von nichts sagend über wenig bis offen oder Teil offen etwas zu sagen ist der Vita des BP zu zuordnen, als Freiheitskämpfer und Geschwister Scholl Preisträger, der über die Montagsdemonstrationen für den Zusammenschluss beider deutscher Staaten kämpfte und sein Leben dabei einsetzte weil er immer mit Verhaftung oder Erschießung rechnen musste durch den Geheimdienst in der DDR, ich bin jetzt ganz vom Thema abgekommen so bewegt mich das, kurz: ich Danke dem Herrn für diesen Herrn. Der richtige Mann am richtigen Ort, das schrieb ich auch der CDU in meinem Mitgliedsantrag.

    16. Frank Reichelt schrieb am 4. August 2012 um 12:40 - Permalink

      Ich bin bestimmt kein Fan von Joachim Gauck und habe mich an anderer Stelle auch kritisch über sein pastorales Sendungsbewußtsein geäußert, aber diese küchenpsychologische Interpretation eines Interviews scheint mir doch etwas sehr weit hergeholt.
      Hier wollte der Autor wohl mit aller Macht etwas herauslesen, mit mühsamer und gestelzter Argumentation ist ihm das sogar gelungen, aber besonders zwingend und überzeugend ist es nicht.
      Auch wenn man kein Gauck-Jünger ist, muss man nicht gleich hinter jeder Äußerung eine böse Intention vermuten!

      • Mod schrieb am 4. August 2012 um 13:20 - Permalink

        Man muss auch kein Fan von irgendwem oder irgendwas sein, darum geht nicht. Es geht um Zukunft und die ist ebenso Gewichtig wie die Vergangenheit und wenn wir die Vergangenheit außer Acht lassen um Zukunft zu gestalten wird uns die geballte Kraft an Vernichtung treffen die in der Vergangenheit einen Kontinent zu zerstören im Stande war. Wer sich als Staatsoberhaupt hinstellt um ein Statement abzugeben dem unterstelle ich erst mal die nötige Kompetenz? Oberflächlich betrachtet, denn sogar bei nicht genauem hinsehen und hinhören wird man feststellen das weder die Person geeignet ist um als Staatsoberhaupt dieses Landes oder eines anderen Land zu repräsentieren, geschweige denn zur Lösung der Finanzmarktkrise in irgendeiner Form beizutragen. Das beweist dieser Ausschnitt, Zitat:

        “„Und ich könnte nicht, was sie kann und was sie gerade leistet. Und es ist einfach so, unsere Landsleute neigen manchmal dazu, die Wirklichkeit mit einem gedachten Ideal zu vergleichen. Sowohl die Gesellschaft als auch einzelne Personen. Wenn wir die handelnden Personen einmal vergleichen mit dem Vergleichbaren, also mit anderen Führungskräften, die uns in Europa und der Welt begegnen, dann kriegen wir wirklich einen neuen und realistischen Blick auf unser Führungspersonal. Und dann wächst auch der Respekt.“”

        Noch Fragen? Fragen etwa wie ihr mangelnder Respekt gegenüber ihrer Regierung oder Respekt vor denen die uns diese Krise bescherten? Oder die Unterstellung sie würden träumen weil sie die Krise so verstehen wie sie Verstanden wird? Ihre Neigungen für dieses und jenes in Bezug auch zu ihrer Sucht oder Suchtverhalten das sie als Ideal verkörpert sehen wollen? Oder die Nationale und überwältigende Gewissheit des BP mit Blick auf die Überlegenheit deutscher Führungskräfte? Weil er nicht das kann was unser Bundeskanzler kann?, was kann sie denn was er nicht kann, kommen doch beide aus einer Diktatur und viel können muss man da nicht, denken muss man da überhaupt nicht es sei denn man möchte Unannehmlichkeiten bekommen. Also viel ist es nicht das und das bisschen was es ist reicht mir bei weitem nicht aus um den Mund auf zumachen.

        @Heldentasse “und Kästner beschreibt in den paar Zeilen vortrefflich die Politik der letzten 150 Jahre und mehr.”

      • HHarlekin schrieb am 4. August 2012 um 13:22 - Permalink

        @ Frank Reichelt

        Es geht hier nicht um Gaucks pastorales Sendungsbewußtsein. Sowas kann nerven, das hat aber ein Schorlemmer auch, und den ertrage ich inhaltlich deutlich leichter als den Gauck, verfügt Schorlemmer doch noch – im Gegesatz zu Gauck – über ein recht ausgeprägtes soziales Gewissen.
        Ich habe Lohmanns Artikel so verstanden, anhand des Interviews dessen Welt- und Gesellschaftsbild darzustellen, und ich muß sagen, nachdem ich mir das Sommerinterview angetan hatte, ist mein Eindruck ganz ähnlich. Es ist erschreckend, welches Bild Gauck von den Bürgern dieses Landes hat.
        Ganz verkürzt gesagt sagt Gauck: “Ruhe ist die erste Bürgerpflicht, wer regiert weiß qua Amt Bescheid, wer nicht regiert eben nicht, also werden die Bürger eben regiert, das ist eben so, sonst würden ja die Bürger regieren und nicht die Regierung, alle Regierungsentscheidungen sind qua Amt richtig, aber die Regierung soll mal erklären was sie tut. Und wir sind glücklich denn das ist Demokratie. Punkt.”

        Das hat überhaupt nichts mit “böse Absicht unterstellen” zu tun, denn diese Haltung und das Weltbild Gaucks ist eine Tatsache, die auch in seinen zahlreichen früheren Äußerungen und Reden herausschimmert, und er macht nicht nur kein Hehl daraus, er findet das auch alles toll, und denkt sich selbst nicht nur nichts Böses dabei, sondern fühlt sich auch noch berechtigt, uns alle belehren zu müssen, wenn wir mal nicht alles so toll finden wie er, so (nicht nur) mein Eindruck.
        Und ich erlaube mir, dieses elitäre, die Lebenswirklichkeit der Bürger dieses Landes ausblendende oder mindestens herabwürdigende, Weltbild schon für sich genommen als fragwürdig, für den obersten Repräsentanten einer Demokratie jedoch mindestens als bedenklich, wenn nicht gar als indiskutabel zu betrachten.

        So in etwa habe ich Lohmanns Text verstanden, er möge mich korrigieren, wenn er anders gemeint war. ;-)

        Grüße

    17. Granado schrieb am 4. August 2012 um 13:17 - Permalink

      “unsere Landsleute neigen manchmal dazu, die Wirklichkeit mit einem gedachten Ideal zu vergleichen”
      Wahrscheinlich hätte sich die DDR-Regierung auch nur besser erklären müssen.

      • JoCap schrieb am 4. August 2012 um 14:06 - Permalink

        Wahrscheinlich hätte sich die DDR-Regierung auch nur besser erklären müssen.

        Ui, der saß!!! Aber korrekt.
        @Lohmann-guter Artikel, stimme absolut zu.
        Leider sehe ich bei diesem Politikernachwuchs-von Schröder will ich garnicht reden/ würg-
        keine Chance für dieses Land. Oder Aufstand. Äh, in diesem Land? War ein Scherz.
        Deutschland ist verloren (wo habe ich meine Anti Depressiva wieder hingelegt).

    18. unbequemer schrieb am 4. August 2012 um 14:01 - Permalink

      Grundgesetz Artikel 21 (1)

      Die Parteien wirken bei der politischen Willensbildung mit.

      Wenn also das Volk nicht aus politisch mündigen Bürgern besteht, ist es ein schlechtes Zeichen für die Wirkung der Parteien.

      Andererseits – welche Partei wünscht sich schon politisch mündige Bürger. Jeder “ochsenpfadgeplagte Abgeordnete” würde seine Pfründe schwinden sehen.

      Und ich vergleiche die Wirklichkeit mit dem bestehenden Grundgesetz. Das ist zwar nicht ideal, weil es immer wieder von Mehrheiten ohne Volksabstimmung geändert, oder die Grund(rechte)artikel durch eine BVerfG-Rechtssprechung ein wenig ausgehölt werden können.

      Es fehlt ein echter Minderheitenschutz. Eine Idee. Die “lila Schleife” oder andere Symbole sind mein Vorbild. Im “alten Rom” wurde die Idee, die Sklaven zu markieren um sie zu erkennen nicht umgesetzt, aus Angst, die Sklaven könnten ihre überwiegende Mehrheit erkennen und aufstehen. Wenn die Sklaven von sich aus ein “Kennzeichen” entwickelt hätten, so wie die Christen das Symbol des Fisches …

      “Wir sind das Volk” muss immer von Unten kommen. Aber wie sagte schon J.W.v.G. – getretener Quark … die Bürger der DDR waren also kein getretener Quark, inzwischen jedoch … es war eine Anpassung in die falsche Richtung.

      • Spezialdemokrat schrieb am 4. August 2012 um 18:07 - Permalink

        Wenn also das Volk nicht aus politisch mündigen Bürgern besteht, ist es ein schlechtes Zeichen für die Wirkung der Parteien.

        Man könnte es aber auch so formulieren, dass mit politischen Idioten leichter Regieren ist.
        Vulgo Einflussnahme durch “Interessenverbände” der elitären Zirkel.

        “Wir sind das Volk” muss immer von Unten kommen. Aber wie sagte schon J.W.v.G. – getretener Quark … die Bürger der DDR waren also kein getretener Quark, inzwischen jedoch … es war eine Anpassung in die falsche Richtung

        Da kommt nichts mehr von unten.
        In einer Zeit und in einem Land, in dem ein Bratwurststand in der Fußgängerzone mehr Zuspruch erhält als beispielsweise warnende Reden zum Thema ESM an selbigem Ort, rechne ich weder mit revolutionären Umtrieben noch mit Einsicht. Man wartet wieder einmal bis es zu spät ist.
        Sämtliche Spar-Demos gegen Leiharbeit, Finanzkrise und so weiter waren auch eher dazu geeignet, seine Freizeit zu verschwenden und sich lokal zum Affen zu machen. Ich schreibe hier aus frustrierter Erfahrung.

        • unbequemer schrieb am 5. August 2012 um 00:14 - Permalink

          Eben das, dass nichts mehr von “unten” kommt, ist ja das Problem.

          Aber selbst mit meiner ebenfalls frustrierten Erfahrung kämpfe ich weiter.

        • alexios schrieb am 7. August 2012 um 11:21 - Permalink

          Vielleicht hatte Berthold Brecht in der Dreigroschenoper doch nicht so recht mit dem Satz “erst kommt das Fressen und dann kommt die Moral”. Satte Menschen kämpfen nicht. Es ist nicht die Vernunft, die kämpft, sondern der Hunger.

          Anders herum folgt auf das Fressen wie man sieht auch nicht automatisch die Moral, ganz im Gegenteil. Adorno schrieb, dass sich in der Form der Rebellion der gleiche autoritäre Charakter zeige, den man bekämpft.

          Wenn die Menschen vielleicht irgendwann einmal aufwachen und von Indect-Drohnen, Straßenkameras und Mobilfunknetzen überwacht werden wird es zu spät sein. Die Menschen werden noch mehr als heute Gefangene der Festung Europa sein, einer geistig rückständigen Blubber-Facebook-Gesellschaft, in der das höchste der Gefühle der Wurst- und Bierpokal ist, in der alte Menschen in Abwrack-Heimen von indonesichen und rumänischen Gastarbeitern in Stand gehalten, bis zum Ableben verwahrt werden und in der Sprechblasenführer wie Gauck zu den nationalen Vorbildern zählen.

    19. Sukram71 schrieb am 4. August 2012 um 14:15 - Permalink

      Herrjeh! Leute, was habt ihr eigentlich immer mit dem Gauck?
      Jetzt lasst den doch mal in Ruhe Gauck sein. :-)

      Aber man kann sich natürlich ein Hobby daraus machen, jedes Interview von dem auf Aussagen abzuklopfen, die man in den negativst möglichen Zusammenhang bringen kann. Naja, wer`s braucht. Muss teilweise ne hormonell bedingte Sache sein. :-)

      Schon im zuerst zitierten Absatz sagt der doch bloß, dass Banken eben in der Tat keine normalen Unternehmen sind, die man einfach so peite gehen lassen kann. Deshalb könne man nicht einfach so pauschal sagen, man würde das Geld Bänkern „in den Rachen schmeißen”, wenn man diese rettet. Damit hat er recht, weil an Banken hängen die Spareinlagen der Bevölkerung und die Kredite für Unternehmen. Die kann man eben tatsächlich nur schwer pleite gehen lassen. Auserdem gab es Auflagen, usw.

      Und wenn er Merkel für mangelnde Kommunikation kritisiert, dann wurde das allgemein schon eher als Kritik gesehen und nicht als Lob.
      Es sei denn, natürlich, man macht sich ein Hobby daraus, Gauck-Zitate generell in ein möglich schlechtes Licht zu rücken. Wie schon geschrieben. :-)

      • HHarlekin schrieb am 4. August 2012 um 14:22 - Permalink

        Falsche Frage, “Sukram”,

        “Was hat der Gauck gegen uns Bürger?” muß sie lauten.
        Und diese Frage ist nach solchen Texten doch wahrlich berechtigt. ;-)

        Grüße

        • Sukram71 schrieb am 4. August 2012 um 14:28 - Permalink

          Ach, bei dem Zeug, was viele Bürger von sich geben, kann es echt nicht schaden, wenn der Bundespräsident dazu ermuntert, etwas nachzudenken!
          Und darauf hinweist, dass die Politik einen schweren Job hat und sich auch Experten bei vielem nicht einig sind weil die Dinge so kompliziert sind.. ;-)

          • HHarlekin schrieb am 4. August 2012 um 14:49 - Permalink

            Viele Bürger sind aber nicht Präsident, sondern Gauck. Und der ermuntert eben genau nicht zum Nachdenken, sondern unterstellt den Bürgern pauschal Ahnungslosigkeit, Hang zu Vorurteilen, und eben Unfähigkeit und fehlende Bereitschaft nachzudenken, und das ist ein dicker Hund, wenngleich wiedermal nichts Neues. Diese pauschalen Abqualifizierungen der Bürger sind gaucktypisch normal.

            Ich zitiere mich mal gewohnheitswidrig selbst aus o. a. Kommentar:
            “Sachverstand gibt’s nicht außerhalb der Regierenden. Es gibt z. B. alle möglichen wissenschaftlich ausgebildeten Leute, die überall und sonstwo arbeiten, nicht nur im universitären und sonstigen (Aus)bildungsbereich. Die finden nach Gauck nicht statt. Es gibt unzählige Menschen, die sich über Jahre für alles mögliche interessieren, sich weiterbildeten,sich Wissen nebenbei aneignen, auch ohne akademische Ausbildung. In Gaucks Kosmos gibt’s die nicht.
            Und es gibt jede Menge Leute, die auch ohne spezielles Fachwissen merken, wenn wer ihnen in die Tasche greift, während Millionäre gehätschelt werden, einfach, weil sie rechnen können. Die haben nach Gauck aber alle keine Ahnung.Was ja auch nicht sein kann, da fachliche Beschlagenheit nach Gauck grundsätzlich nur bei den Regierenden zuhause ist.”

            Das lässt sich beliebig fortsetzen. Übrigens passt es gut ins Bild, zu deiner Gauck-Verteidigung auf das unterirdische “Welt”-Kommentariat zu verweisen. Genausogut hättest du BILD nehmen können, und im Hause Springer wohnt gerade die erste Garde der Gauck-Groupie-Riege.
            Wer von denen gefeiert wird, hält sich womöglich für den Nabel der Welt, und schließt von da auf alle anderen.

            Nein, das Bürger-Vorkommen in dieser Republik ist weitaus bunter, intelligenter und informierter, als Gauck, Springer und Sukram es sich vorstellen.

            Aber nunja, das Interview war altbekanntes gaucktypisches arrogant-elitäres Geschwätz von oben herab. So gesehen höchst vergessenswert, wenn, ja, wenn er nicht der höchste Repräsentant dieser Republik wäre. ;-)

            Grüße
            oben herab

            • Sukram71 schrieb am 4. August 2012 um 15:42 - Permalink

              Aber der Gauck ermuntert doch regelmäßig die Leute dazu, ihre Freiheitsrechte wahrzunehmen, sich einzubringen und sich zu engagieren. Man sagt sogar, das sei sein großes Thema. Er schreibt Bücher, die dazu aufrufen.

              Das würde er wohl kaum tun, wenn er die Leute alle für so dumm und unmündig halten würde. Das Gegenteil ist richtig.

              Aber bei vielem, was die Leute so sagen und von sich geben, kann ich dem Gauck nicht verübeln, dass er darauf hinweist, dass viele Dinge komplizierter sind, als die sich das denken und die Politik einen schwierigen Job hat.
              Die klugen nachdenklichdn Leute müssen diesen Hinweis ja nicht auf sich beziehen. ;-)

            • Sukram71 schrieb am 4. August 2012 um 16:03 - Permalink

              Ausgerechnet dem Präsidenten, der ständig sagt und schreibt, wie dankbar wir als mündige Bürger für unsere Freiheitsrechte sein sollen und uns einbringen, einmischen und engagieren, dem wird vorgeworfen, er würde uns pauschal für dumm und unmündig halten.

              Das ist doch m. E. eine völlige Verdrehung der Realität. Es tut mir wirklich leid, aber was anderes kann ich dazu nicht schreiben. :-)

            • HHarlekin schrieb am 4. August 2012 um 17:12 - Permalink

              Nein, „Sukram“, DU verdrehst die Realität. Gauck verumglimpfte Occupy und S21-Gegner, faselte Unsinn über Finanzmärkte und Arbeitslose, bezeichnete das Internet als Bedrohung der Bedrohung der Meinungs- und Pressefreiheit, verharmloste die Vorratsdatenspeicherung, kürzlich der Klopper mit der „glückssüchtigen Gesellschaft“ – alles besonders bürgerfreundlich? Ja? (Nicht nur) der SF hat oft und ausführlich darüber geschrieben, das will ich hier nicht alles wiederholen
              Und entsprechende Bücher hat Gauck auch nicht geschrieben wie du behauptest, nur Machwerke zur Selbstvergottung und zur Verherrlichung seines verblasenen Freiheitsbegriffs.
              Entsprechendes Bürgerengagement findet Gauck übrigens dann gut, wenn er auf seine Occupy- S21- und andere Sprüche von Journalisten angesprochen wird, dann beeilt er sich auf einmal zu bekunden, daß er vor engagierten Bürgern Respekt habe. Das Sommer-Interview klang deutlich anders, ich habs gesehen. ;-)
              Aber deine Tatsachenresistenz ermüdet mich. Bete solange zu Gauck wie du magst, ich ziehe sinnvollere Betätigungen vor. Ich weiß, was ich von dieser präsidialen Worthülse zu halten habe. Es tut mir leid, aber anderes kann ICH nicht dazu sagen. ;-)

              Grüße

            • Sukram71 schrieb am 4. August 2012 um 17:37 - Permalink

              Ach, wenn Gauck die Occupy-Bewegung verunglimpft hat, weil er einiges von denen naiv, wenn nicht gar unsäglich albern findet, weil man Märkte und Kapital nicht einfach abschaffen bzw. besiegen kann, in der Hoffnug alles würde dann gut, weil man die auch braucht, dann ist das natürlich etwas undiplomatsich, aber völlig Unrecht hat er nun mal nicht. ;-)
              Aber damit bringt er die Leute natürlich gegen sich auf und sowas darf man als Bundespräsident wirklich nicht sagen. ^^

              Aber wenn Gauck im Interview Merkel (unerhörterweise!) öffentlich dazu auffordert ihre Euro Rettungspolitik besser zu erklären,
              dann würde zumindest ich daraus schließen, dass der Bundespräsident der Meinung ist, die Regierung sei den mündigen Bürgern gegenüber zur Rechenschaft darüber verpflichtet, was Ziel der Politik ist und wohin die Reise gehen soll. Ganz besonders bei Themen die sehr wichtig sind, die man als Laie und selbst Experte aber nur schwer durchschaut. ;-)

              Das dann so darzustellen, als sei Gauck der Meinung, die Bürger seine generell dumm und auf die Erklärungen einer Regierungs-Elite angewiesen, ist ja wohl auch eine Verdrehung der Tatsachen und echt nicht ganz normal. Da ist wohl jemand noch immer beleidigt. :-D

            • Sukram71 schrieb am 4. August 2012 um 17:56 - Permalink

              Ansonsten käme ich gar nicht auf diese Gauck Thema, wenn hier nicht am laufenden Band Beiträge erscheinen würden, die so einseitig gegen Gauck stimmung machen, wie es gerade nur möglich ist.

              Ansonsten ist der mir egal. Der ist halt konservativ, hört sich gerne Reden und nimmt kein Blatt vor den Mund. ;-)

              Vor Banken zu campen ist nun mal jung, idealistisch und, sorry, etwas naiv und albern. ^^

    20. Sukram71 schrieb am 4. August 2012 um 14:24 - Permalink

      Guckt euch mal die Kommentare auf z.B. Welt.de an, dann wisst ihr, warum Gauck darauf hinweist, dass viele Dinge komplizierter sind, als wie viele Bürger denken. :-)

    21. smukster schrieb am 4. August 2012 um 17:43 - Permalink

      Bin beileibe kein Fan von Gauck, aber dieser Artikel ist sophistische Wortklauberei. Seine Aussage liesse sich in ein bis zwei Saetzen zusammenfasssen. Wenn Herr Gauck tatsaechlich ein so konservativ-verstaubtes Politikverstaendnis hat, dann muss es dafuer mehr Belege geben als nur ein paar Saetze aus einem einzigen Interview!

      • Heldentasse schrieb am 4. August 2012 um 18:31 - Permalink

        Ich denke der Artikel geht sehr fair mit Herrn Gauck um, denn wer solche Sätze sagt wie:

        Wir stellen uns nicht gerne die Frage, ob Solidarität und Fürsorglichkeit nicht auch dazu beitragen, uns erschlaffen zu lassen.

        ( Gauck – Quelle: Welt-Online vom 07.06.10)
        Hätte womöglich noch – zu recht – ganz andere Kritiken auf sich ziehen können.

        P.S.: Weitere Nettigkeiten siehe: Nicht mein Präsident: Gute Gründe gegen Gauck oder das hier und hier auch.
        P.P.S.: Mich beschleicht auch hier der Verdacht, dass die Teutschen mit Herrn Gauck mal wieder genau das bekommen was sie verdienen und womöglich auch brauchen

        • GrooveX schrieb am 5. August 2012 um 08:06 - Permalink

          gauck ist also so was wie der rechtschaffene reaktionär, die fortsetzung von ‘es muss ein ruck durch deutschland gehen’. das haben wir nun wieder an der backe.

          mir wird dabei folgendes vermittelt: hier in der brd gibt es einen konsens in der mehrheit der bevölkerung darüber, wie autoritär der staat und die von ihm repräsentierte gesellschaft sein soll. ich wüsste gerne, wann das je anders gewesen sein sollte. es gab durchaus mal eine starke minderheit, die sich dagegen auflehnte und gewisse bereiche aus diesem autoritären griff zu befreien versuchte, aber heute ist davon wenig zu spüren. was wir erfahren können, ist nur ausfluss von disparatem. ab- und auflehnung findet in der praxis nicht mehr statt. ob das jemals wieder kommt…

      • Sukram71 schrieb am 4. August 2012 um 18:44 - Permalink

        Stimmt.
        Naja, er diskutiert gerne, sagt seine Meinung
        und eckt damit schon mal etwas an. :-)
        http://tinyurl.com/7oubm3r

      • HHarlekin schrieb am 4. August 2012 um 18:45 - Permalink

        @smukster

        “Gauck tatsaechlich ein so konservativ-verstaubtes Politikverstaendnis hat, dann muss es dafuer mehr Belege geben als nur ein paar Saetze aus einem einzigen Interview!”

        Die gibt es auch, zahlreiche Zitate, Reden, Vorworte zu Büchern, Interviews, Artikel über Gauck u. a. hier auf SF, kleine Auswahl: Verumglimpfung v. Occupy und S21-Gegnern, Unsinn über Finanzmärkte und Arbeitslose, er bezeichnete das Internet als Bedrohung der Meinungs- und Pressefreiheit, verharmloste die Vorratsdatenspeicherung, kürzlich der Klopper mit der „glückssüchtigen Gesellschaft“ … etc …
        Ich nehme an, der Autor setzte die zahlreichen Vorkommnisse als bekannt voraus.
        Übrigens: In amerikanischen Krimis würde man vom erkennbaren Muster eines “Serientäters” sprechen … ;-)
        In Lohmanns Text kann ich jedenfalls keinen “Sophismus” entdecken.

        Grüße

        EDIT-PS: “Heldentasse” war schneller und hat überdies interessante Links dazu.

        • Sukram71 schrieb am 4. August 2012 um 18:57 - Permalink

          Ach,
          a) ändert das nix daran, dass der obige Artikel Wortklauberei ist und das vkn Gauck gesagte ins Gegenteil verkehrt. Da kannste dich auf den Kopf stellen.

          b) hat er mit dem was er sagt, ja nie völlig unrecht. Auch wenn man seine Ansichten nicht teilt.
          S21 ist ja in der Tat nur ein Bahnhof und gemessen daran erscheint mancher extreme Protest tatsächlich etwas hysterisch. Und auch die Voratsdatenspeicherung wäre kein Stasi-Staat.
          Von alten Leuten mit Erfahrung kann man sich das sagen lassen, ohne das gleich die Welt unter geht. Man kann ja mal kurz inne halten, es mal kurz bedenken und verwerfen. Schaden kann das keinem. ^^

        • Sukram71 schrieb am 4. August 2012 um 19:53 - Permalink

          Wir leben ja auch in einer glücksüchtigen Gesellschaft und das ist auch gut so.
          Gauck hat das nicht kritisiert, sondern vor Bundeswehrsoldaten sie dafür gelobt, dass sie trotzdem und trotz der mangelnden gesellschaftlichen Anerkennung ihren Dienst und ihre Pflicht tun.
          Das kann man natürlich auslegen. Und ihr tut das grundsätzlich so negativ, wie das auch nur entfernt möglich scheint. ^^

          • Mod schrieb am 5. August 2012 um 12:30 - Permalink

            Was bitte schön ist denn ihre Pflicht?, was ist denn die Pflicht eines Soldaten der seinem Land als Eingeborener oder Einwanderer “dient” oder seinen “Job erledigt”?, oder zu Zeiten der Wehrpflicht seinen Wehrdienst “ableistet”? Hab gerade die Rede einmal ganz gelesen und war von der ersten bis zur letzten Zeile überwältigt von seinem Verständnis für Demokratie und Freiheit und wie diese als Wert zu schützen sind, gerade aus psychologischer Sicht ist es erstaunlich was da zu finden ist um Herrn Gauck zu verstehen, er war nie Frei und hat niemals in Freiheit gelebt und kann sich auch nicht vorstellen was das für ein Gefühl ist und was es ausmacht. Wenn er dann noch Richard von Weizsäcker zitiert kann das aus Zufall passieren oder ganz bewusst? Herr Gauck ist da nicht besonders Anspruchsvoll aber Anpassungsfähig wenn die Dienstherren samt Strukturen wechseln und in jeder Struktur findet er sich zurecht, so kommt es mir vor und ich würde ihn gerne selber fragen was ihn bewegt. Vielleicht erkennt er ja noch was die oben beschriebenen Werte ausmachen, eines macht es aber ganz bestimmt nicht aus, das Deutsche wieder Menschen töten, egal ob im Verbund mit anderen Staaten oder alleine.

            Aber zurück zum Thema, ihr Vorwurf das die Worte des BP negativ Ausgelegt werden kann sich ganz schnell als Berechtigt erweisen, zeigen sie mir die Stelle an der sie die Rede positiv Auslegen.

            http://www.bundespraesident.de/SharedDocs/Reden/DE/Joachim-Gauck/Reden/2012/06/120612-Bundeswehr.html

            • Sukram71 schrieb am 5. August 2012 um 13:18 - Permalink

              Ich halte diese ganzen Polemiken und Artikel (nicht nur hier) wegen dieser Rede für völlig übertrieben. Die Rede ist sicher kein Meilenstein aber man kann alles gelten lassen.
              Wenn ich die Rede lese, ist diese völlig korrekt und ok. Das mit der glücksüchtigen Gesellschaft, ist natürlich etwas provokant, aber es ist klar, dass er die Soldaten loben will.

              Für eingefleischte Pazifisten, natürlich unerträglich. “Ohne uns – als Purer Reflex – kann keine Haltung sein, wenn wir unsere Geschichte ernst nehmen.” Damit hat er völlig Recht. Ich würde mal sagen, getroffene Hunde bellen. ^^

              Und alleine hier gibt es fast schon mehr Anti-Gauck-Artikel, wie zur Euro-Krise. Und das obwohl der nur ein paar Monate im Amt ist. Das ist doch nicht normal. Man könnte fast meinen, das Böse höchstselbst hätte sich in Schloss Bellevue eingenistet. Nur weil der Mann gerne spitz formuliert. Und ein mal Gründe dafür und dann dagegen betont. :-)

              Und dann wundert man sich, dass Berufspolitiker jahrelang eingeübte nichtssagende Sprechblasen von sich geben … ^^

            • Mod schrieb am 5. August 2012 um 15:43 - Permalink

              Der Mann dient im höchsten Amt und seine Worte sind für sich genommen vielleicht Sprechblasen da stimme ich ja zu aber in dieser Position gesprochen haben sie ein Ziel, gehen sie nicht davon aus die Bundesregierung hätte bei der Wahl zum BP oder Abwahl eines BP wie am Beispiel Wulff immer deutlicher wird, kein Ziel vor Augen? Wulff war der smarte Typ der präsentiert wurde um etwas Dynamisches oder Modernes als BP zu installieren, der konnte sogar ne Mail aufmachen hab ich irgendwo gelesen, oder war das Rösler?? Egal, – mit Gauck hielt der pastorale Typ der auch noch Freiheitskämpfer und Geschwister Scholl Preisträger wurde dann Einzug ins Schloss. Das Reden hatte er ja als Handwerk erlernt und deren Wirkung kennt er auch, sie sind Inhaltlich aber aus einer anderen Liga (etwa die Kreisklasse) und könnten nur durch ein paar kleinere Eingriffe auch vor der Volkskammer in China oder Nordkorea gehalten werden. Sie stehen nicht auf dem Boden des Grundgesetzes, was von ihm Vertreten ungefähr aber bestimmt so weit weg ist wie Kabul von Emden.

              Von Deutschem Boden soll nie wieder ein Krieg ausgehen, auch nicht wenn Krieg jetzt Frieden genannt wird und wenn sich dabei das eigene Heer um Nachwuchs keine Sorgen machen muss, die NPD und BW ihre Soldaten direkt von der Schulbank rekrutieren und wegen fehlender Arbeitsplatzgarantie oder Arbeitsplatz in der “freien” Wirtschaft auch enorme Nachfrage besteht, besteht auch dringend Bedarf nach Umkehr und Veränderung zu den Werten hin, die Freiheit ausmachen um Frei zu sein, was er da von sich gibt ist Gefährlich für die verbliebenen Reste der noch jungen Demokratie in Deutschland die in Europa mehr und mehr Demokratie einbüßt. Viele Bürger kennen weder das eine noch das andere und das macht es noch Gefährlicher für die Werte die uns die Gründungsväter ins GG schrieben und die Stück für Stück wie an der Rede sichtbar wurde, verschwinden.

              Aber wie so oft im Leben sind die Orden und Verdienstkreuze von Staaten für Menschen verliehen entweder Ungerechtfertigt oder Gerechtfertigt vergeben, ebenso wie die Personen die diese Orden und Verdienste dann annehmen, als Mittel zum Zweck sind die Reden der Freiheitskämpfer mit Orden begreifbarer für die Unfreien ohne Orden, denen verbleibt ihr nationaler Stolz verbunden mit der Aussicht auf Orden, etwas anderes haben sie ja nicht. Meine Anmerkung zu RvW im vorigen Beitrag bezog sich auf eben diese Staaten und wie sie Auszeichnen.

              @Milo, BP Wulff wurde nicht wegen den paar Mäusen aus Amt und Würden in den Ruhestand des selben versetzt mit Zapfenstreich, meine Aussagen zu der Zeit muss ich revidieren nicht weil sie Inhaltlich nicht trafen, da ist der Staat ja ganz auf seiner Seite, nur eben nicht Öffentlich, was ihn zum Abschuss freigab, sonder weil andere Gründe etwa die Rede von Wulff vor Richtern des BVG und die dort Angemahnte nicht demokratische Vorgehensweise alles Abzuzeichnen was die Politik da vorlegt, im nach hinein betrachtet wäre er so eine Gefahr für die aktuelle Politik. Das man Soldaten auszeichnet ist in jedem Krieg üblich, genau so Unmenschlich wie Orden für getötete Feinde zu verleihen. Oder um den Worten von P. Scholl Latour zu folgen der auf “unsere Soldaten” in Afghanistan angesprochen erklärte, das bei einer Übung in Deutschland mehr Soldaten umkommen oder sterben würden durch Unfall als im gleichen Zeitraum in Afghanistan und zur UNO sagte er, “die lügen doch immer”.

            • Sukram71 schrieb am 5. August 2012 um 14:26 - Permalink

              Auch wenn einige Formulierungen wie gefallene Soldaten ./. glücksüchtige Gesellschaft oder auch “Leben geben für Demokratie” sehr spitz, bis zum Äußersten, quasi als Pointe gesagt sind. Man kann es so gerade noch gelten lassen. (Auch Polizisten sterben im Job und sind für die Demokratie wichtig.) Ein echter Gauck eben. :D

              Es gibt trotzdem noch viel mehr kluge, durchaus zum nachdenken anregende, selbstkritische Worte. Also etwas tiefer hängen. ^^

            • Milo schrieb am 5. August 2012 um 14:43 - Permalink

              Ich halte es für richtig, wenn der Bundespräsident Soldaten ehrt, die im Dienst ein hohes Risiko eingehen. Aber ich finde es sehr unreflektiert, wenn er nicht mal fragt, für was unser Land das Leben junger Männer riskiert. Gerade als Pastor sollte er doch eine Ahnung von der Dimension dieses Themas haben. Da dürfte man schon mal nachfragen, ob wir einfach so über das einmalige Geschenk des Lebens so verfügen dürfen und ob wir nicht insgesamt etwas nachdenklicher damit umgehen sollten. Das hat nichts mit Pazifismus zu tun, sondern mit Moral und mit der Verantwortung des Staates für seine Soldaten.

              Afghanistan ist natürlich ein weites Feld, aber auch hier vermisse ich einfach mehr Reflektion durch Gauck. Und was das Thema Bankenrettung angeht: Ich finde, dass Gauck zu wenig mit der bundesdeutschen Gesellschaft vertraut ist. Er scheint sich zu wenig mit den Folgen der aktuellen Krise zu befassen. Ab und an sollte er sich besser erst informieren, bevor er etwas zu einem Thema sagt.

              Warum?
              Ein Bundespräsident, der Präsident des gesamten deutschen Volkes kann etwa zu den sozialen Problemen dieses Landes nicht schweigen. Eine zunehmende Ungleichheit der Lebensverhältnisse muss für ihn ein Thema sein. Er muss doch keineswegs die Bundesregierung frontal angreifen. Es genügte, würde er schlicht die vorhandenen Probleme ansprechen.

            • Sukram71 schrieb am 5. August 2012 um 23:34 - Permalink

              Ich zitiere mal aus der Gauck-Rede:

              “Allerdings müssen wir dann, wenn wir zu dem letzten Mittel der militärischen Gewalt greifen, diese gut begründen.
              Wir müssen diskutieren: darüber, ob wir mit ihr die gewünschten Ziele erreichen oder ob wir schlimmstenfalls neue Gewalt erschaffen. Wir müssen auch darüber diskutieren, ob wir im Einzelfall die Mittel haben, die für ein sinnvolles Eingreifen nötig sind.
              Alle diese Fragen gehören – mit den handelnden Personen – gehören sie in die Mitte unserer Gesellschaft.”

            • Mod schrieb am 6. August 2012 um 11:46 - Permalink

              Wir müssen wenn wir Gewalt anwenden diese auch begründen können und vor diesem letzten Mittel muss es demnach Mittel gegeben haben um Gewalt zu verhindern? Die gab es von uns jedoch nicht und was Herr Gauck hier macht ist an Dreistigkeit nicht zu überbieten. Nach 10 Jahren Krieg über dessen Sinn zu diskutieren oder ihn begründen und mit der Frage zu kombinieren ob die erreichten Ziele wunschgemäß Erfüllt wurden oder nicht, ist schon mehr als Absurd und das scheint auch in der Mitte der Gesellschaft angekommen zu sein. Der finanziellen Aspekt der von Gauck angesprochen wurde schießt den Vogel noch mal ab!

              Der geneigte Zuhörer steht gebeugt daneben und erwartet Angesichts der gauckschen Sprechblasen jeden Moment einen Orden, nur fürs zuhören!

            • Milo schrieb am 6. August 2012 um 12:03 - Permalink

              @Sukram

              Bezogen auf das Zitat aus der Gauckrede: Er hat sicher recht, diese Fragen zu stellen. Sie beziehen sich zu sehr auf die politische Vernunft. Wann ist Gewalt sinnvoll usw. Aber interessant ist auch die Frage, für was wir junge Männer in den Tod schicken oder den Tod anderer Menschen verursachen. Das ist eigentlich ein Thema, das einem Pastor in die Wiege gelegt sein müsste. Dazu vermisse ich Aussagen. Es sind ja nicht “Wir”, die in Afghanistan von Bomben zerfertzt werden, sondern einzelne junge Männer, die noch kein Leben gelebt haben. Militärische Gewalt hat doch mehr Dimensionen als nur die Frage, ob solch ein Mittel opportun und rational ist.

            • Sukram71 schrieb am 7. August 2012 um 10:19 - Permalink

              Das war ja “nur” die Antrittsrede des Bundespräsidenten bei der Bundeswehr. Das war keine Rede zu Afghanistan. Und bei Antrittsreden ist man nun mal sowieso eher höflich und fällt nicht gleich mit der Tür ins Haus.

              Wenn er sagt, Gewalt als letztes Mittel müsse gut begründet und diskutiert werden, dann sagt er damit ja verkürzt all das, was ihr oben anmahnt. Warum Junge Männer in den Krieg für was und “schafft das nicht mehr Gewalt” (wörtlich)?

              Als Gauck in Israel war, hat er mal eben nebenbei klar gestellt, dass deutsche Soldaten nicht nach Israel müssen, wenn es dort Krieg gibt. Er hat das Merkel-Wort “Israel Sicherheit ist deutsche Staatsreson” mal nebenbei kassiert.

              Dabei ist es wirklich nicht üblich, dass der BuPräs aktive Außenpolitik macht oder der Bundeskanzlerin wiederspricht oder das andere Verfassungsorgan gar öffentlich kritisiert, wie im Artikelthema.
              So kann man das eben auch sehen. ^^

            • Jacques Roux schrieb am 7. August 2012 um 10:57 - Permalink

              “Das war ja “nur” die Antrittsrede des Bundespräsidenten bei der Bundeswehr. Das war keine Rede zu Afghanistan. Und bei Antrittsreden ist man nun mal sowieso eher höflich und fällt nicht gleich mit der Tür ins Haus.”

              Na klar, bei seiner nächsten Rede vor der BW sagt er dann, höchstwahrscheinlich: Nichts ist gut in Afghanistan ;-)

              “Wenn er sagt, Gewalt als letztes Mittel müsse gut begründet und diskutiert werden, dann sagt er damit ja verkürzt all das, was ihr oben anmahnt. Warum Junge Männer in den Krieg für was und “schafft das nicht mehr Gewalt” (wörtlich)?”

              “Demokratie und Menschenrechte” sind die richtigen Zauberworte, bei so einer “guten” Begründung, gibt es auch für Sozialdemokraten, Grüne und “linksradikale” Antideutsche kein halten mehr.

          • unbequemer schrieb am 5. August 2012 um 13:00 - Permalink

            @ sukram71 – alias Markus 1971 ? vermutlich.

            Aufgewachsen im “Osten”? Dann haben Sie mit der friedlichen Revolution 1989 nur IHRE persönliche Freiheit gefunden. Hinein in die “freie kapitalistische Ausbeutung”, bei der natürlich viele verlieren müssen, damit ein paar Gewinnen können. Das “soziale” ist Ihnen dabei abhanden gekommen.

            Aufgewachsen im “Westen”? Dann hatten Sie das Pech, unter einer ideologisch durch den Bimbeskanzler mit der geistig moralischen Wende eingeleiteten Entwicklung hin zur Ellbogengesellschaft geprägt zu werden.

            Man merkt an Ihren Beiträgen. Ein humanistisches Weltbild ist bei Ihnen nicht zu entdecken.

            Meine Leseempfehlung deshalb: Die Menschenrechte!

            Dort steht nicht – jeder hat sein Leben dem Gott Mammon zu opfern, wenn es seinen “Führern” gefällt. Und die Soldaten, die irgendwo auf der Welt ihr Leben für die Ideen der Ausbeuter verlieren, sind leider nicht mutig genug, sich zu weigern.

            Ich habe einmal mit 19 einen Eid geleistet, die Freiheit der Bundesrepublik zu verteidigen, wenn sie angegriffen wird. Zur Landesverteidigung wurde die Bundeswehr gegründet. Nicht um überall auf der Welt die Interessen des Kapitals zu vertreten.

            http://www.youtube.com/watch?v=Pi3uHFtOvFg

            • Sukram71 schrieb am 5. August 2012 um 13:26 - Permalink

              Die Bundeswehr ist aber eine Armee des Parlaments, des deutschen Bundestages.
              Das ist zwar auch nicht ideal, aber eigentlich doch eine der best-mögliche Lösung, die man sich vorstellen kann – unterhalb einer Abschaffung derselben. ;-)

              An dich ist die Passage in der Rede gerichtet ab:
              Die Abscheu gegen Gewalt ist dabei verständlich …

            • schwitzig schrieb am 6. August 2012 um 12:11 - Permalink

              @unbequemer
              Sukram71 ist so’n SPIEGEL-Fuzzi. Zwecklos, mit dem zu reden.

            • Mod schrieb am 6. August 2012 um 12:47 - Permalink

              Denke nicht das es Zwecklos ist eine Diskussion zu führen auch wenn dabei die Meinungen auseinander gehen? Abwertende Bemerkungen machen es nicht besser, im Gegenteil, zerstören sie jedes Fundament einer Diskussion und das nützt nur denen, um die es in der Diskussion hier geht.

            • schwitzig schrieb am 6. August 2012 um 13:06 - Permalink

              @Mod

              Denke nicht das es Zwecklos ist eine Diskussion zu führen auch wenn dabei die Meinungen auseinander gehen?

              Natürlich nicht – nur bei Gummi-Sukram71-^^ ist es wirklich ziemlich sinnlos.

          • Karo schrieb am 7. August 2012 um 20:28 - Permalink

            doch hat er. Er hat gesagt, dass diese glücksüchtige Gesellschaft sich nicht an Kriege beteiligen will, weil sie auch nicht bereit sei, sich an Kriegsverletzte = Krüppel darf man nicht mehr sagen) in der Gesellschaft will oder die Gesellschaft muß sich wieder dran gewöhnen. DAS ist eindeutige Kritik an der GEsellschafft, der von ihm Glücksucht vorgeworfen wird. (mit meinen Worten gesagt)

            Wobei er das REcht auf Glück, körperliche Unversehrt etc. in allen großen Religionen vorkommt und auch in allen großen Richtlinien wie: UN-Menschenrechtskonvention, der EU-Menschenrechtsrechtskonvention und sogar in unserem GG und den Gesetzen anderer Länder.

            Mangelnde gesellschaftliche Anerkennung stimmt auch nicht – denn die BW fand mal Anerkennung als Defensiv-Armee, was sie nun nicht mehr ist. Dazu ein interessanter Link zur Aufklärung über unsere BW:
            http://www.imi-online.de/2012/08/06/imperialer-neoliberalismus-syrien-und-die-europäische-nachbarschaftspolitik/

            Nur Menschen die auf gleicher Wellenlänge mit Gauck liegen, also Blabla reden, ArbeitnehmerInnen ausbeuten und die neoliberale Politik a la amerikana befürworten, kann Freude an seinen Reden haben. Alle andern laufen kreischend weg oder finden sich hier ein um sich auszutauschen über einen Mann, der mit dafür sorgt, dass die Sozialstaaten zerschlagen werden, also ganz auf Merkels Linie.

    22. egal234 schrieb am 4. August 2012 um 19:43 - Permalink

      Ist doch eigentlich einfach: die herrschende Klasse versucht das ausbeuterische System zu erhalten, koste es was es wolle. Lügen, Betrug, Insolvenzverschleppung…you name it. Die verantwortlichen Akteure handeln gemäss ihrer Bestimmung. Und der Rest (wie bspw. die Opposition, aber auch große Teile der Bevölkerung) haben Angst vor dem Zusammenbruch, weil sie alle etwas zu verlieren haben. Reihenhaushälfte, kreditfinanziertes Auto, Bilderbuchkarriere.
      Das Eingeständnis einer Lebenslüge und die Insolvenz des westlichen Kapitalismus ist ein so ungeheurer Affront auf das Selbstbild, das eben weiter gelogen wird, bis sich die Balken biegen. Aber das geile ist, die Mathematik lässt sich nicht belügen. Also immer schön weiter ESMen, EFSFen. Das ist wie in der Enterprise-Folge, als das Schiff in einem Asteroidengürtel der mit feindlichen Energiekonvertern gespickt ist, strandet. Um sich zu befreien lässt der Käptn die Triebwerke immer mehr Energie produzieren, aber die fiesen Energiekonverter saugen die Energie ab und wandeln sie in umso mehr tödliche Strahlung um…

      • Peleo schrieb am 4. August 2012 um 22:41 - Permalink

        Nachhilfe für Gauck:

        “People who dismiss the unemployed and dependent as ‘parasites’ fail to understand economics and parasitism. A successful parasite is one that is not recognized by its host, one that can make its host work for it without appearing as a burden. Such is the ruling class in a capitalist society.”

        http://usm.maine.edu/phi/how-professor-jason-read-became-internet-meme/

    23. Milo schrieb am 4. August 2012 um 22:48 - Permalink

      Mir ging es nicht darum, Gauck an sich zu kritisieren. Ich habe mich vor allem für seine Rhetorik interessiert. Der Bundespräsident ist ein Mann des Wortes. Das ist die Stärke seines Amtes. Daher ist es nur recht und billig, an dessen Reden und Interviews einen hohen Maßstab anzulegen. Man kann also fragen, was er eigentlich gesagt hat.

      Mir ist vor allem aufgestoßen, dass seine Äußerungen etwas naiv erscheinen. Er sieht nur Regierung und Volk, Natürlich stimmt es, dass man Politik erklären muss. Natürlich sind die Vorgänge um den Euro kompliziert und werden von vielen nicht verstanden. Was aber nicht stimmt, ist, ist die Einteilung in wissende Regierung und unwissende Bürger. Denn wer ist der Bürger jenseits der Regierung? Da gibt es doch eine Vielzahl von Menschen. Z.B. die Opposition, die zumindest bei Beteiligung an Landesregierungen die Apparate dieser nutzt, um Sachverhalte zu beurteilen. Da gibt es Wissenschaftler an den Forschungsinstituten. Es gibt also Sachwissen auch jenseits der Regierungsbank. Das blendet Gauck im Interview aus und damit auch, dass es um die Bankenrettungen usw. eben Diskussionen gibt. Es gibt keine einfache Wahrheit, es gibt viele Wahrheiten. Das bezieht Gauck nicht mit ein.

      Das heißt schließlich auch, dass es nicht genügen kann, dass die Regierung etwas erklärt. Man muss diese Politik diskutieren. Es muss eine Debatte geben. Die kann man nicht vorentscheiden, indem man sagt, die Regierung täte an sich das Beste, was denkbar ist. Schließlich gibt es auch noch Interessen. Gauck fragt aber nicht danach, wer welche Interessen hat. Ihm entgeht folglich, dass ein Streit um ESM usw. auch ein Kampf der Interessengruppen ist. Damit meine ich nicht allein Lobbyisten. Auch Arbeitnehmer oder Steuerzahler sind Interessengruppe. Für Interessengruppen stellt sich die Frage, ob die aktuelle Politik ihnen nützt oder schadet. Angesichts der Frage, wer die Bankenrettungen bezahlt, darf man schon nach den Interessen fragen.

      Fazit: Der aktuelle Bundespräsident scheint die Gesellschaft nicht sehr differenziert wahrzunehmen. Er ist über die Maßen ein Sonntagsredner, zumindest im Sommerinterview.

      • Karo schrieb am 7. August 2012 um 20:51 - Permalink

        Richtig. Er ist ein Sonntagsredner, was er als Pastor ja auch gelernt hat. Sonntagsreden zu schwingen. Nichts weniger sind Predigten.
        Gauck ist nach eigenen Aussagen Pastor geworden, weil er in der Ausbildung den Umgang mit Philosophen lernen konnte und entsprechende Diskussionstechniken und Rhetorik, die ihn heute als guten Redner dastehen lassen. Eine gute Rede reden heißt aber noch lange nicht, dass dahinter auch ein guter Mensch steht. Theorie ist das Eine, die Praxis und das Leben, welches jemand führt, ist das Andere.

        Bei Gauck klaffen diese Seiten zu sehr auseinander und darum ist er unglaubwürdig – egal wie seine Reden sind. Denn – an den Taten werden alle gemessen werden.

    24. alexios schrieb am 5. August 2012 um 00:42 - Permalink

      Der Gauk sitzt schnell im Hirn wie der Kater nach übergebührlichem Alkoholgenuss als Abdreher. Der Besoffene wähnt, da komme nichts mehr, aber dann kommt er doch und dreht und dreht, bis in den Schwindel. Gauk, kurz und knapp, ist eine politisch korrekte Art von Konservierungstoff oder Kleber. Lecker am Anfang, aber bösartig im Abgang.

    25. Shitop schrieb am 5. August 2012 um 10:34 - Permalink

      @ Lohmann: Ob das ein guter Artikel ist, kann ich nicht beurteilen. Er erscheint mir vor meinem eigenen Erfahrungshintergrund jedoch als eine durchaus gelungene Beschreibung des Verhältnisses zwischen “Regierung” und “Regierten”. Selbst aufgewachsen in einer Beamtenfamilie, die in der gefühlten Sicherheit lebte, dass es “die da oben” schon richten werden, musste ich viele Jahre später feststellen, dass “die da oben” in einer völlig fremden Welt leben. Über die Politikberatung zunehmend in Kontakt zu Personen und Abläufen – erst in Bonn, später in Berlin – gekommen, kam ich für eine gewisse Zeit kaum mehr dazu, nicht den Kopf zu schütteln ob soviel Ignoranz und Beratungsresistenz. Die Tatsache, dass ein beträchtlicher Teil der politischen Führungsmannschaft in theologisch/kirchlichem Umfeld sozialisiert wurde, lässt jede Hoffnung schwinden, dass sich daran etwas ändern könnte. Eine Erfahrung, die auch “ein Bayer im Himmel” schon machen musste.

    26. Heldentasse schrieb am 5. August 2012 um 16:19 - Permalink

      Ich denke dieser Beitrag “Lanz: Jutta Ditfurth über Gauck” kann einiges zum Thema beitragen, auch die Reaktionen des Publikum und der Gäste sind merkwürdig und erklären einiges.

      • Garfield schrieb am 7. August 2012 um 02:43 - Permalink

        das Beste find ich immer wenn reiche Geschäftsleute, die x-fach ausgesorgt haben, sich darüber auslassen daß man “sein Schicksal in die eigene Hand nehmen muß”, wie dieser Detlef D!, der erzählt wieviel “Scheiße er schon gefressen hat”.

        Dieser Schlagerfuzzi Gunther Gabriel fährt dieselbe Schiene… von wegen wie dreckig es ihm schon ging und Blabla, aber ganz allein wieder auf die Beine gestellt!
        und der Broder sitzt dabei mit großen Augen: “und ganz ohne Hilfe vom Amt?! Respekt!!”

        Tja… wenn die Scheiße erst vorbei ist, läßt sich natürlich leicht so reden… aber als Gabriel seine (nach eig. Ang.) “Selbstmordgedanken” hatte, hat er wohl nicht so toughe Sprüche rausgehauen.
        Aber wenn die Heulerei vorbei und die Tränen wieder trocken sind, kann man natürlich bestens den harten Kerl markieren…

        Sagt jedenfalls einiges über den Charakter, das Elend Anderer zur eigenen Zurschaustellung zu benutzen. Meine Erfahrung hat sich oft bestätigt – die größten Heuler erkennt man meist an den härtesten Sprüchen.

        • Heldentasse schrieb am 7. August 2012 um 08:17 - Permalink

          Die von Dir angesprochene sogn. “Eigenverantwortung à la Gauck” hat zudem auch noch einen anderen m.E. äußerst paradoxen Aspekt. Denn wenn jeder Mensch sie leben wollte (wenn er/ sie denn überhaupt könnte) so würde unsere marktkonforme Gesellschaft nicht funktionieren.

          Doch vielleicht sollten die Bürger wirklich einmal anfangen und Eigenverantwortung übernehmen. Vor allem dort, wo die Abhängigkeit ihr jegliche Eigenverantwortung vorschreibt und abnimmt. So sollte man kein Arbeitsverhältnis mehr eingehen und nur noch selbstständig tätig sein. Nebenbei sollte sich jeder einen kleinen Garten anlegen, womit er sich selbst versorgen kann. Das Auto stehen lassen gehört ebenfalls dazu. Alle Versicherungen gilt es zu kündigen. Wenn möglich, sollte man sich komplett frei von Zwängen machen. Wenn dies geschafft ist, was ich keineswegs für nötig halte und befürworte, dann ist eine vollkommene Eigenverantwortung geschaffen. Doch absurderweise würde dann, wenn die Masse diesen utopischen Weg gehen würde, eben diese Form der marktkonformen Eigenverantwortung wie wir sie jetzt vorfinden nicht mehr funktionieren. Jetzt würden diejenigen nach Freiheit schreien, die angewiesen sind auf jene, die nun die eigentliche Eigenverantwortung nutzen, indem sie sich frei von Zwängen gemacht haben.

          Aus Die Eigenverantwortung benötigt grenzenlose Freiheit
          Herr Gauck hätte demnach mit seinen Thesen nur dann recht, wenn er die marktkonforme Eigenverantwortung des Prekariats mit der wirtschaftlichen Freiheit der Eliten in Verbindung bringt.

          • Garfield schrieb am 7. August 2012 um 23:55 - Permalink

            der amerikanische Traum…
            jeder kann es schaffen… aber natürlich nicht Alle! ;)

            Den von dir verlinkten Clip fand ich übrigens sehr gut.
            Jutta Ditfurths Bewertung von Gaucks Rhetorik hat’s MMN auf den Punkt gebracht: Gauck versteckt sich gern hinter Worten, die im Deutschen alles mögliche bedeuten, v.A. aber positive Assoziationen mit viel Pathos.

            Interessant, daß dieser “Freiheits-Liebhaber” ausgerechnet vor der BW dann nicht mehr die “Freiheit” lobte, sondern “Pflichterfüllung” und “Verantwortung” – eigtl. das genaue Gegenteil – während seine vielzitierte Freiheit sich zur “hedonistischen Glückssucht” verkehrte, einem Grundübel der Gesellschaft…

            Gaucks “Freiheit” scheint demnach nicht nur für sozial Benachteiligte – sondern auch für Soldaten nicht zu gelten!
            Denen überläßt er statt dessen großzügig das Pflichtgefühl und die Verantwortung, für seine “Freiheit” zu sorgen…
            (und sei’s in Form von Rohstoffen)

            Trotzdem sollte man Gauck MMN nicht überbewerten – m.E. ein Narzißt vor dem Herrn – der jetzt seine Traumrolle gefunden hat. Hauptsache er kann den Staatsmann spielen, das Script ist da unwichtig.

    27. Initiative Markt Leistung Elite schrieb am 5. August 2012 um 16:42 - Permalink

      Die Politik Angela Merkels ist und war ebenso wie jene von Gerhard Schröder alternativlos, vor allem in Zeiten der Finanzkrise und des Terrorismus. Man muss vieles nur besser erklären, und mit Hilfe etwa der Bertelsmann-Stiftung und marktprogressiven Mediengruppen wie RTL ließe sich sicherlich ein größeres Verständnis für die hochkomplexen Vorgänge der Wirtschafts- und Bankenwelt erreichen, auch beim Prekariat. Einen optimistischeren Blick auf das Geschehen unserer Tage zeigt die Initiative-Markt-Leistung-Elite.de – Aufbruch und Ärmel hochkrempeln statt Jammern und den Leistungsträgern noch die Schuld geben.

      • Heldentasse schrieb am 5. August 2012 um 18:11 - Permalink

        Hybsch gemacht und gedacht aber bestimmt noch ausbaufähig, zumal es manchmal mehr bringt wenn die Zaunpfähle etwas dünner sind mit denen man gedenkt zu winken. :-)

        • Initiative Markt Leistung Elite schrieb am 5. August 2012 um 18:52 - Permalink

          Besserung gelobt.

      • Statistiker schrieb am 6. August 2012 um 13:06 - Permalink

        Ist das jetzt ein satirischer Beitrag oder ist ernst gemeint? Wenn ernst gemeint –> Gehirnkrebs.

    28. Mo schrieb am 5. August 2012 um 17:50 - Permalink

      @ ZwischenSpeicher schrieb am 3. August 2012 at 22:07 (Kommentar 9.)

      “Gauck ist der Präsident des unmündigen Bürgers”

      So hätte ich wohl auch formuliert, wenn man mich gebeten hätte, eine Analyse aus der Analyse von Herrn Lohmann zu erstellen, die zudem noch für Lesefaule geeignet sein soll. ;-)

    29. HHarlekin schrieb am 5. August 2012 um 18:34 - Permalink

      ” … mit Hilfe etwa der Bertelsmann-Stiftung und marktprogressiven Mediengruppen wie RTL ließe sich sicherlich ein größeres Verständnis für die hochkomplexen Vorgänge der Wirtschafts- und Bankenwelt erreichen, auch beim Prekariat. ”

      Genau. Da bekannt ist, daß jeder Prekariats-Haushalt über mehrere Flachglotzen verfügt, wie man fachkundig von CSU-Bierzeltrednern oder den Hobby-Soziologen vom (F)inanz-(D)ebilen (P)rekariat erfahren kann, sollte man dieses Potential offensiv nutzen. Neue Pflicht-TV-Sender gehören eingeführt, die heißen könnten: “Merkel 1“, „Leyen 2“ oder „Ackermann 3“.
      Dort laufen Sendungen wie „Gaucken für Anfänger“, „Gaucken für Fortgeschrittene“ und „Gaucken für alle“.
      Fachreferent Kai Dieckmann begründet, warum der gemeine Grieche schon als Betrüger geboren wird, Thilo Sarrazin erklärt, warum Francois Hollande schon aus genetischen Gründen unrecht hat, Carsten Maschmeyer führt mit Veronica Ferres telegymnastische Übungen wie „jemanden hereinlegen“, „über den Tisch ziehen“ und „nasführen“ vor und führen aus, warum man vom Geld „machen“ schöne Haare bekommt. Gauck selbst sinniert wöchentlich über Fragen wie: Warum hat eine Regierung grundsätzlich recht? In welchen Ausnahmefällen haben ausnahmsweise die Märkte recht? Und: Warum sind diese Ausnahmen ausschließlich Fälle, in denen die Meinung der Regierung nicht der Meinung der Märkte entspricht?

      Hartz-Empfänger werden qua Amt verpflichtet, täglich eine noch festzulegende Zahl X nicht unter 10 Stunden verpflichtet, die Sendungen zu sehen, am besten unter Aufsicht, das verhindert den Hang vom bayrischen Finanzminister Söder oft beklagten Hang zu Schwarzarbeit. Aufstocker und Normal-Arbeitnehmer leisten ihre Pflichtstunden nach ihrer Arbeitszeit und am Wochenende ab.
      Befreit von der Ansehpflicht dieser TV-Programme werden am Antrag mit Nachweis: CDU/CSU-und FDP-Mitglieder mit gültiger Partei-Mitgliedschaft, BILD/BAMS/WELT-Abonnenten sowie Leute die z. B. per Handyfoto in der Wahlkabine nachweisen können, bei den letzten 3 Wahlen ausnahmslos CDU/CSU/FDP gewählt zu haben. (Ausreden gelten nicht, da heute jeder Depp über ein Handy verfügt) Für SPD und Grüne gelten diese Befreiungen nicht, da sie aus Idealismus dafür sind, und selbst ihnen zugehörige Bundestagsabgeordnete freiwillig diese Programme anschauen.
      Kommentar Jürgen Trittin:“Warum sollen die Bürger es besser haben als wir es für uns wollen?“

      Ich bin überzeugt, ein solches baldigst umgesetztes Zwangs-Fernsehprogramm für das gesamte Volk wird über kurz oder lang seine Wirkung in den Köpfen der Bürger nicht verfehlen. Wir all werden wissen, uns geschieht recht, denn ohne “Unten” kein “Oben”, und das Volk verlöre jegliche Orientierung.

      Gauck sei mit euch
      (vor allem in seinem Geiste …) ;-)

      • R_Winter schrieb am 5. August 2012 um 18:46 - Permalink

        Die Ausführungen sind grundsätzlich zu befürworten, aber einer Ausnahme kann ich nicht zustimmen, da jeder die Pflicht zur FORT-Bildung hat:

        Befreit von der Ansehpflicht dieser TV-Programme werden am Antrag mit Nachweis: CDU/CSU-und FDP-Mitglieder mit gültiger Partei-Mitgliedschaft, BILD/BAMS/WELT-Abonnenten sowie Leute die z. B. per Handyfoto in der Wahlkabine nachweisen können, bei den letzten 3 Wahlen ausnahmslos CDU/CSU/FDP gewählt zu haben.

        Überdenke bitte noch einmal diese Ausnahme, denn dieser Personenkreis bedarf einer dringenden FORT-Bildung.

        • HHarlekin schrieb am 5. August 2012 um 19:08 - Permalink

          “… denn dieser Personenkreis bedarf einer dringenden FORT-Bildung.”

          Ich pflichte dir bei, und überdenke … ;-)

      • Heldentasse schrieb am 5. August 2012 um 18:46 - Permalink

        Genau. Da bekannt ist, daß jeder Prekariats-Haushalt über mehrere Flachglotzen verfügt, wie man fachkundig von CSU-Bierzeltrednern oder den Hobby-Soziologen vom (F)inanz-(D)ebilen (P)rekariat erfahren kann, sollte man dieses Potential offensiv nutzen.

        Eine Kochsendung wie z.B. mit Badesalz – Der Germanenkrug vorgestellt, sollte aber auch dabei sein. ;-)

        • HHarlekin schrieb am 5. August 2012 um 19:02 - Permalink

          :-D Dankä fürrr den Hinweis, ist notierrrt! ;-)

    30. Gaukler schrieb am 6. August 2012 um 09:53 - Permalink

      Wir sind ein kleiner Zellverbund,
      mehr nicht.

      Wer von uns die Eitelkeit in sich verlegt und nicht mehr findet,
      wer von uns den Sonnenstrahl genießt, dem Regentropfen lauscht,

      wer sich aus der Zeit nimmt, so die Zeit zum Morden ruft,

      der sollte soweit Träumen können – ohne Wut und ohne Zorn,

      harmonisch tanzen die Molekühle – die Elemente zum Leben verbunden.

    31. long jogg schrieb am 6. August 2012 um 10:54 - Permalink

      HHarlekin: Sehr gut mit Satire auf Satire (Nr. 27.) gekontert.

    32. HHarlekin schrieb am 6. August 2012 um 11:53 - Permalink

      @ long jogg

      Wieso Satire? Wieso „gekontert“? Ich bin schon lange der gleichen Meinung wie „Initiative Markt Leistung Elite“, und erlaubte mir, den unterstützenswerten Gedanken dankbar aufzugreifen und zu ergänzen. Wir müssen alle viel marktkonformer werden, da wird unserer Demokratie, also den Märkten, schon kein Zacken aus der gaukschen Krone brechen. Ansetzen müssen wir dazu in unseren Gehirnwindungen, da muß die glaubensbedürftige Ideologie hinein, und zwar nicht durch langsames Einsickern wie bisher, das dauert zu lange, nein, im Schnellverfahren hineingepreßt muß sie werden, frage den Linguisten deines Vertrauens, denn die Märkte warten nicht. Und wer wäre besser geeignet als unsere Massenmedien aka Bertelsmann/Springer/RTL etc … ? Im Prinzip stören nur noch ein paar wenige Dinge die Märkte: Der Mensch, die Natur, der Planet und der Verstand. Das müssen wir dringend ändern, denn: Keine Märkte – kein Leben. Das muß in die Köpfe bzw. methodisch gesagt: Von Nordkorea lernen heißt siegen lernen. Alles geht seinen gebückten, also marktkonformen Gang. Also wo bitte siehst du da Satire? ;-)

      Untertänigste Grüße

    33. Gerhard Wichta schrieb am 6. August 2012 um 13:00 - Permalink

      Ich würde BP Gauck empfehlen, sich ein anderes Volk zu suchen; leider wird er wahrscheinlich keins finden!

    34. André B. schrieb am 6. August 2012 um 13:06 - Permalink

      Wer schaut sich eigentlich ein Sommerinterview mit Gauck an??? Da wird viel zuviel hineininterpretiert. Der dringt doch bei der großen Mehrheit gar nicht durch mit seinem Geschwafel. Umfrage: Wie heißt der aktuelle Bundespräsident? Ich bin mir sicher, daß es eine Mehrheit gar nicht weiß. Also: Nicht so hoch hängen das Ganze!

    35. Markus II schrieb am 6. August 2012 um 14:17 - Permalink

      [Gauck:] Wenn wir die handelnden Personen einmal vergleichen mit dem Vergleichbaren, also mit anderen Führungskräften, die uns in Europa und der Welt begegnen, dann kriegen wir wirklich einen neuen und realistischen Blick auf unser Führungspersonal. Und dann wächst auch der Respekt.“

      Die Erklärung:
      Wenn ich einen Dieb mit den Ideal eines ehrlichen Bürgers vergleiche, schneidet der Dieb im Kontrast recht schlecht ab.

      Wenn ich aber einen Dieb mit einem Einbrecher oder Betrüger vergleiche, dann sieht der Dieb gleich viel besser aus.

      ;-D

      Das ist ein sehr interessantes Philosophie- und Rechtsverständnis, das sich in dieser Aussage findet.

      • Karo schrieb am 7. August 2012 um 20:57 - Permalink

        sehr guter Vergleich und deckt Gaucks Denken so richtig schön auf. Er sieht einfach keine Gängster im Nadelstreifen.

    36. viosz schrieb am 6. August 2012 um 15:18 - Permalink

      Das kommt davon, wenn man einen Pfarrer zum obersten Repräsentanten des Staates macht. (Wie was das nochmal mit der Trennung von Staat und Kirche?)

      Gaucks Aussagen klingen, als ob in seinen Augen die deutschen Bürger verirrte Schäfchen sind, deren Torheit man vergeben und die Eliten mutieren zu etwas höherem, vor deren Wissen und Mächtigkeit man demütig sein sollte. Das kommt vom “zu viel nach oben gucken”.

      Gaucks hat mal bei einer Rede in einer Gemeinde im tiefstem Südbaden (wo die Leute Stuttgart noch für den Ort halten wo’s den Norden Deutschlands hat), für Verständnis für das schändliche Nachtrauern der Ostdeutschen nach ihrer Diktatur und ihre Integrationsunwilligkeit geworben. Ich hatte nachher wirklich das unangenehme Gefühl, dass er mir als Ex-Ossi eine Pflicht zur Westintegration einreden wollte. Ich weiß schon warum ich Atheist geblieben bin und die Kirchen als unangenehmes Überbleibsel aus dem Mittelalter halte.

    37. Paragraphen Lounge Blog schrieb am 6. August 2012 um 15:30 - Permalink

      Erst Heilsbringer, Mann kluger Worte – Jetzt wächst die Anzahl seiner Gegner. Wie er die Welt sieht: Sarrazin-Fan, Freund der Bankenmacht und Befürworter der Vorratsdatenspeicherung. Aber alles nur aus dem Zusammenhang Zitiert. Wirklich wichtig seine hervorhebung das, dass Politiker ihre Entscheidungen besser erklären müssen.

      • alexios schrieb am 7. August 2012 um 10:55 - Permalink

        Politik, Wirtschaft und Gesellschaft spielen Monopoly, wenn nun Schlossallee und die Parkstraße auf Steuerzahlerkosten an die Bank gehen, wir alle aber immer wieder auf diese Felder müssen, wie soll man das “gut” erklären können? Wie soll man erklären, dass verfassungwidrige Angriffskriege, die Rettung von anderen Staaten über den ESM sowie eine an “den Markt” angepasste “Demokratie” (Wirtschaftsdiktatur) nun zur Hauptaufgabe der Politik geworden sind?

        Eine wahrheitsgemäße Erklärung würde doch dazu führen, weniger effektiv gewählt zu werden. Daran haben die Blockparteien kein Interesse.

    38. Markus II schrieb am 6. August 2012 um 15:37 - Permalink

      Prinzipiell hat Gauck allerdings Recht, Merkel muss ihre Politik besser erklären. Gauck hat es nur in seiner charmant-pastoralen Art sehr ungeschickt formuliert und natürlich ohne genauer darauf einzugehen, zu welchen Themen sich Merkel im Detail genauer äußern muss.
      Gaucks Haltung gegenüber Bügern, Freiheit, Sozialstaat und einigen anderen Dingen ist allerdings fragwürdig, irgendwie scheint in seinen Aussagen vieles durch, was man dort eigentlich nicht finden möchte.

      • DerFlaschengeist schrieb am 6. August 2012 um 21:41 - Permalink

        Naja…um etwas richtig erklären zu können, muss man etwas erstmal verstehen.
        Dazu sollte man dann auch noch das Talent haben, etwas verständlich erklären zu können…das hat nichtmal jeder Grundschullehrer. Und last not least sollte man überhaupt Interesse haben, eine komplizierte Sachlage verständlich zu vermitteln.
        Bei Merkel seh ich da kein Land. Da fehlts in allen Punkten.
        Gauck ist da nicht besser. Grosse Blubberblasen, aber wie hier schon bemerkt, kein Fleisch am Knochen.
        Hat sich eigentlich schonmal jemand die Frage gestellt, warum wir von 2 Menschen (Merkel und Gauck), die in der DDR, also im Sozialismus aufgewachsen sind, ein inniges Demokratieverständnis erwarten? Das sind übrigends dieselben, die der DieLinke sozialistische Absichten vorwerfen…obwohl DieLinke imo demokratische und sozialdemokratische Grundsätze vertreten (wollen). Hmm…sollte man mal genauer drüber nachdenken…

    39. Außendienstler schrieb am 7. August 2012 um 12:46 - Permalink

      Wegen der erschütternden Piefigkeit des Vorgängers und der großen Nachfrage für allerlei Lenkung und Ablenkung, muss man nun wohl oder übel so einen wie Gauck tapfer ertragen. Ihn, seine ganz perönliche Lebensgeschichte – an der er noch bis über beide Ohren verhaftet zu sein scheint – in Ruhe bewältigen lassen. Ihm geduldig zuhören und nicht widersprechen, sonst fühlt er sich bestätigt und möchte womöglich noch mehr sagen. Vielleicht wacht er aber auch eines Tages auf, um festzustellen, dass das jahrelange Buddeln doch nur nur bis zur Nachbarzelle gereicht hat, auch wenn er es sich gerade gemütlich machen und erneut arrangieren wollte mit dem Zustand. Andere sind mal eben so frei und buddeln weiter. MfG

    40. Karo schrieb am 7. August 2012 um 21:24 - Permalink

      Wie immer ein Artikel, der Jens und den nachdenkseiten alle Ehre macht. Dankeschön.

      Ich dachte schon, Gauck sei abgehakt. Doch leider nein, als BP wird er gehört und die Medien müssen berichten.
      Insofern gut, dass Jens gleich einmal die Gauck’sche Sprachkunst auf den Prüfstand stellt und als pseudo-demokratisch entlarvt. (war sein Deckname als IFM nicht Larve ?)

      Für Gauck gibt es nur Oben und Unten. Oben von der Kanzel, hatte er Unten das Volk, die Dummen, Unaufgeklärten, also die, denen alles erklärt werden muss: das Christentum, die Politik, die Wirtschaft, ja das Leben schlechthin.

      Größere Arroganz gibt es nicht. Diese Menschen, wie Gauck und der Papst, die Bischöfe, Popen und Pfarrer, Politiker und Wissenschaftler -( nicht) alle schreiben vor, wie und was die Menschen zu denken haben und vergessen in ihrem Hochmut das Wichtigste: Die Menschen haben schreiben und lesen gelernt. Sie denken – also sind sie.

      Und darum würden diese Gruppen am liebsten das ganze Internet und kritische Medien verbieten oder über viele andere Wege gleichschalten, so dass nur noch eine Meinung gedacht werden kann.

      Gut also, dass wir jetzt in einer Zeit leben, wenn sie noch so problematisch und krisenreich ist – die Wahrheit kommt jetzt schneller und häufiger denn je an den Tag.

    41. Sylvia schrieb am 12. August 2012 um 11:23 - Permalink

      Also, ich weiß nicht, was hier alle gegen unseren hochverehrten Herrn Bundespräsidenten haben. Das Interview hat mir genausogut gefallen wie seine Rede vor der Bundesakademie.
      Ich jedenfalls freue mich schon jetzt auf den dritten Weltkrieg, weil ich dann endlich auch mal für das Land tun darf, nämlich mein Leben geben. Ich bin nicht glückssüchtig, nur magersüchtig. Auch ich frage mich ständig, bei Tag und bei Nacht, was ich für das Land tun kann, und unser hochverehrter Herr Bundespräsident weiß es und teilt gute Ratschläge aus.

      Mit der Krise kann man auch ganz gut leben, man sieht das an unseren Eliten. Die Welt, wie sie uns der Herr hochverehrte Bundespräsident schildert, hat eben was für sich, unsereiner ist bloß zu ungebildet und war nicht oft genug bei ihm in der Predigt, um das zu begreifen. Und wenn hier gesagt wird, unser hochverehrter Herr Bundespräsident ist ein Mucker und Anpasser, dann darf ich vielleicht auf sein segensreiches Wirken als Chef der Gauck-Behörde hinweisen, wo er den Leuten mal gezeigt hat, was er so an Selbstständigkeiten auf der Pfanne hat.

      Und wer ist schon dafür, unsere hochverehrte Kanzlerin nicht zu loben? Das frage ich mal.
      Allen Ernstes und in devotester Ergebenheit.

      • Heldentasse schrieb am 12. August 2012 um 17:30 - Permalink

        Ich jedenfalls freue mich schon jetzt auf den dritten Weltkrieg, weil ich dann endlich auch mal für das Land tun darf, nämlich mein Leben geben.

        Freue Dich nur nicht zu früh. Die jagen nämlich die Terroristen jetzt schon mit Mittelstreckenraketen (Anti-Terror-Kampf: Ägyptens Armee verlegt Mittelstreckenraketen auf Sinai) und für den Syrienkonflikt werden ja auch schon geeignete Maßnahmen zur Bekämpfung eines Flächenbrandes erwogen. Wobei es bestimmt auch noch andere Konfliktparteien gibt, die ganz traurig sind das sie da nicht mitmachen dürfen. Aber vielleicht, wer weiß da schon, bekommst Du doch noch Deine Chance?

    42. alexios schrieb am 13. August 2012 um 00:02 - Permalink

      Auffällig ist für mich am Interview dieses großen Gauchs, nach wiederholtem durchlesen, die mehrfache Distanzierung von der Verwantwortung sowie die eigenartige, noch nicht überwundene Spaltung in den Bürger und den Bundespräsidenten Gauck.

      Nur diese eine Stelle herausgegriffen:

      “Wenn es bei der Regierung schiefgeht, kann die Bevölkerung nicht vom Bundespräsidenten erwarten, dass er es dann richtet. Das ist nicht seine Aufgabe.”


    Der Spiegelfechter läuft mit WordPress
    und benutzt Icons von DryIcons
    Copyright © Spiegelfechter.com | Impressum
    loading Abbrechen
    Beitrag nicht abgeschickt - E-Mail Adresse kontrollieren!
    E-Mail-Überprüfung gescheitert. Bitte noch einmal versuchen.
    Ihr Blog kann leider keine Artikel per E-Mail sharen.