Vergesst die Inflation!
geschrieben am 07. August 2012 von Spiegelfechter
Es gibt Ängste, die sind unausrottbar. Im nationalen Bewusstsein der Deutschen scheint die Urangst vor der Hyperinflation der Jahre 1922 und 1923 allgegenwärtig. Wen wundert es da, dass Politiker oder Kommentatoren nur allzu gerne das Schreckgespenst „Inflation“ beschwören, um ihren politischen Positionen emotionalen Nachdruck zu verleihen? In den letzten Wochen hatte diese Geisterbeschwörung wieder einmal Hochkonjunktur, ging es doch darum, Stimmung gegen verschiedene Vorschläge zu machen, mit denen die EZB aktiver in den Kampf gegen die Eurokrise einbezogen werden sollte. Doch die Angst vor einer bevorstehenden Inflation ist irrational und lenkt nur ab, wenn es darum geht, erfolgreiche Lösungswege aus der Eurokrise zu finden.
Zwei Ökonomen, drei Meinungen – so könnte man auch die theoretische Diskussion über die Entstehung von Inflation zusammenfassen. Im öffentlichen Bewusstsein scheint dabei vor allem die Inflationstheorie der ökonomischen Schule der sog. Monetaristen verankert zu sein, die uns auch pausenlos in den Artikeln der schreibenden Zunft vorgebetet wird. Demnach bestimmt die Geldmenge monokausal den Geldwert. Wissenschaftlicher Hintergrund dieser Annahme ist die Quantitätstheorie, die maßgeblich auf den US-Ökonomen Irving Fisher zurückgeht. Nach Ansicht der Monetaristen kann demnach die Notenbank direkt über die Geldmengenpolitik auch den Geldwert „steuern“. Lässt sie beispielsweise die Leitzinsen steigen – so die Lehre -, wird weniger Geld nachgefragt, die Geldmenge sinkt, und damit sinkt auch die Inflation. Umgekehrt soll eine Senkung des Leitzinses zu einer stärkeren Nachfrage nach Krediten führen, Geld wird „geschöpft“, die Geldmenge – und damit auch die Inflation – steigen. Ein „Schönheitsfehler“ dieser Theorie ist jedoch, dass sie (wenn überhaupt) nur unter der Voraussetzung gilt, dass die Rahmenbedingungen ansonsten gleich sind (also ceteris paribus). Nun ändern sich in der realen Welt die Rahmenbedingungen aber stetig.
Die Unterschiede zwischen der gemessenen Geldmenge und den beobachteten Preissteigerungen des letzten Jahrzehnts sollten die Monetaristen eigentlich verstummen lassen. In den USA wuchs* beispielsweise die Geldmenge M3 zwischen dem Jahr 1997 und dem Krisensommer 2008 um durchschnittlich 9,1% pro Jahr, während der Konsumentenpreisindex CPI lediglich durchschnittlich um 2,7% jährlich stieg. Die gleiche Entwicklung war auch leicht zeitversetzt in der Eurozone zu beobachten. Dort stieg die Geldmenge M3 zwischen 2001 und dem Beginn der Finanzkrise im Spätsommer 2008 um durchschnittlich 8,2% pro Jahr, während die Verbraucherpreise im gleichen Zeitraum nur jeweils um 2,3% stiegen. Während die Geldmenge in den beiden größten Währungsräumen der Welt rasant zunahm, blieben die realen Preissteigerungen offenbar weit dahinter zurück.
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Jedes deutsche Kind bekommt von seinem Opa ja schon in frühester Jugend die alten ” Zehn Billiarden Reichsmark”-Scheine gezeigt, die dann staunend betrachtet werden.
Dagegen wird man auch mit noch so viel guten Argumenten nur schwer ankommen. ^^
Für mich steht auch nicht die Inflationsgefahr im Vordergrund. Allerdings steht bei mir im Vordergund das Verlustrisiko. Wenn die EZB Staatsanleihen von beispielsweise Griechenland kauft, dann ist m. E. die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sie Verluste kauft. Wenn diese schlagend werden, braucht die EZB Kapitalnachschüsse von den nationalen Notenbanken (sofern diese es können) und diese nationalen Notenbanken brauchen in weiterer Folge auch Kapitalnachschüsse. Und dann landet das Bummerl beim Steuerzahler.
Inflation is schleichen; Verluste spürt man sofort!
Dazu würde ich sagen: The ECB cannot go broke – get over it
Die EZB braucht keine Kapitalnachschüsse, als Notenbank braucht sie gar kein Eigenkapital.
Das sagt allerdings nichts darüber aus, dass es sinnvoll ist Schrottpapiere von privaten Banken aufzukaufen, nur weil das der EZB nicht weh tut ;)
Ende der Bankenkrise: Einlagensicherungsfonds gründen für alle Euroland-Banken von mir aus bis zu einer Million Euro. Insolvente Banken dichtmachen, Eigentümer gehen pleite. EZB hat die Kapazität das durchzuführen. Ist zwar undemokratisch, würde aber funktionieren. Sind die anderen “Rettungsmaßnahmen” aber leider auch.
Danach nur noch Geschäftsbanken für EZB zulassen.
Genau dieses Thema werde ich mir diese Woche noch vornehmen, da dies ein weiterer m.E. nicht haltbarer Mythos ist. Die EZB braucht weder Kapitalnachschüsse noch einen Verlustausgleich vom Staat. Die EZB ist keine Geschäftsbank, für sie gelten keine Regularien (z.B. KWG oder Basel), die für Finanzinstitute gelten. Es gibt auch keine Gewährträgerhaftung. Das “Bummerl” landet somit nicht beim Steuerzahler. “Schlimmstenfalls” weigert sich die EZB, Verluste durch interne Gegenposten auszugleichen, und belässt die Abschreibungen bis zum Sankt-Nimmerleinstag in ihren Büchern – dann fällt der jährliche Gewinnabfluss an die nationalen Zentralbanken und damit an die Staaten weg. Das ist angesichts der Schwere der Krise, in der wir uns befinden, aber ein akzeptabler Preis.
mehr dazu: http://www.nachdenkseiten.de/?p=12251
Na, dann warte ich in Spannung auf Ihren Beitrag. Warum hat denn dann die EZB vor nicht allzu langer Zeit eine Kapitalerhöhung vorgenommen? Argumentiert wurde das damals – soweit ich mich erinnere – mit möglichen größeren Risikovorsorgen.
Im März ds.J. war ich bei einem Vortrag von Axel Weber. Er stellte u. a. dar, dass ein maßgeblicher Indikator die Notenbankbilanzsumme gemessen am GDP ist. Sollte in normalen Zeiten um die 10% sein; ist jetzt – bzw. war damals im März laut Weber – bei rund 30%. Wie würden denn die Märkte reagieren, wenn sich dieser Prozentsatz in Richtung 50% oder mehr bewegt. Bestünde dann nicht das Risiko, dass es zu einem Run auf die Eurozone kommt (viel mehr, als den Run, den wir bereits haben).
Es fällt mir schwer, die EZB mit der Fed zu vergleichen. Bei der Fed kommt man nicht einmal auf die Idee, dass hinter ihr nicht “the full faith and credit” der USA stünden. Was ist, wenn Märkte anfangen, zu fragen, was denn eigentlich hinter der EZB steht?
Wie gesagt, bin schon auf Ihren Beitrag gespannt.
Ja, noch blockieren die Deutschen Notenbanker und Politiker, dass die EZB sich wie die FED verhält (aufkaufen, Verluste einfach verbuchen) – weshalb die von Ihnen beschriebenen Unsicherheiten entstehen und die Lage sich weiter zuspitzt.
Aber das ist ja nicht alternativlos.
Mir ist nur unklar, ob es dafür eines Mandates der Politik bedarf bzw. einer EU-Vertragsänderung oder ob die EZB dass in ihrer Unabhängikeit auch von sich aus durchziehen kann.
@SF
Wenn ich richtig informiert bin, ist die EZB nicht verpflichtet, ihre Defizite auszugleichen. Somit wäre die EZB quasi als Endstation für die sowieso niemals bezahlbaren Schulden geeignet.
Richtig! In der EZB-Satzung heißt es dazu:
Falls die EZB einen Verlust erwirtschaftet, kann der Fehlbetrag aus dem allgemeinen Reservefonds der EZB und erforderlichenfalls nach einem entsprechenden Beschluss des EZB-Rates aus den monetären Einkünften des betreffenden Geschäftsjahres im Verhältnis und bis in Höhe der Beträge gezahlt werden, die nach Artikel 32.5 an die nationalen Zentralbanken verteilt werden.
Auf gut Deutsch: Der EZB-Rat kann (er muss das nicht) die Verluste aus seinen Gewinnen ausgleichen, wodurch schlimmstenfalls die Gewinnausschüttung an die nationalen Zentralbanken pausiert wird.
@Klaus Kastner
Wenn Du vernünftige Antworten auf viele Deiner Fragen suchst, hier kannst Du sie finden: ISBN: 978-3-86489-002-4.
@Spiegelfechter
Ich denke der Artikel erklärt einige wesentliche Sachverhalte aus rein monetärer Sicht auf das Verhältnis Geldmenge zu Inflation, vielen Dank!
Allerdings fehlt aus meiner unmaßgeblicher Sicht womöglich ein Aspekt der sich im Nachhinein doch zu einer Inflation auswachsen könnte, nämlich die aus Sicht der Spekulanten fehlenden profitablen Anlagemöglichkeiten auf den Geldmärkten. Was ist denn nun wenn die mit dem exorbitanten Kapital aus dem Casino verstärkt Grundgüter/ Boden (z.B. Öl, Weizen, Metalle zur Erstellung technischer Produkte, Ackerflächen usw.) auf kaufen? (Infos dazu siehe hier)
M.E. hat das in den Entwicklungsländern schon zu einer Inflation geführt und wird uns (die nicht an diesen Spekulationen profitieren können bzw. wollen) mittelfristig bestimmt auch noch übel bekommen.
Gruß
Dieser Frage:
” … exorbitanten Kapital aus dem Casino verstärkt Grundgüter/ Boden (z.B. Öl, Weizen, Metalle zur Erstellung technischer Produkte, Ackerflächen usw.) auf kaufen?”
schließe ich mich gerne an, und erweitere es um den Punkt: Wirtschaftsraum EU bzw. Euroraum: Inwieweit “schützt” dieser große, mächtige, finanzstarke Raum eben auch gerade die Mitgliedsländer einfach durch seine Stärke vor solchen Entwicklungen und Folgen z. B. der Spekulation auf Lebensmittel (was natürlich nicht besonders freundlich ist gegenüber anderen Ländern, die solchen Schutz, falls es ihn gibt, nicht haben). Mir gehts hierbei erstmal um die rein sachliche Beurteilung, nicht um moralische Fragen, so wichtig und berechtigt sie auch sind.
Grüße
Dieses Casino ist ja auch ein Nullsummenspiel. Das heißt, wenn Du auf steigende Weizenpreise wetten willst, brauchst Du auch jemanden, der auf sinkende Preise wettet – klar, die Quote ist letztlich entscheidend, ob Du einen Gegenpart findest. Das würde ich nicht dramatisieren und ich denke auch nicht, dass dies zu Inflation führen kann. Es ist jedoch nachgewiesen, dass solche Spekulationen kurz- und mittelfristig durchaus auch die Realgüterpreise verzerren können. Langfristig sollte sich das jedoch ausgleichen.
Ein Nullsummenspiel also, ok einverstanden! Aber die wichtige Frage wird sein, wie es sich denn langfristig ausgleichen wird und welche Kollateralschäden (u.a. auch “partielle” Inflation, bzw. hohe Preissteigerungen auf lebensnotwendige Güter) dabei verursacht werden?
Zur werten Lektüre: Beendet die Rohstoffspekulation! von Heiner Flassbeck
Ergo: Wenn Flassbeck richtig liegen sollte, wovon ich ausgehe, sollte bzw. müsste auch zwingend ein Mechanismus entwickelt werden der verhindert, dass z.B. auch der EZB “Geldsegen” in Rohstoff/ Landspekulationen aufgeht.
Ok, auch wenn von den Summen, die im Finanzcasino hin und her gebucht werden, nominal “nur noch” ca. 500 Milliarden sind, sind diese 500 Milliarden immerhin noch “reales Geld”, oder? Ausserdem frage ich mich, wo all die Rettungsgelder, mit denen fast alle Staaten in letzten Jahren das Casino am Laufen erhalten haben, geblieben sind und wo sie einmal auf uns herabprasseln würden. Es ist doch durchaus “reales Geld”, mit dem all die Staaten ihre Schulden dramatisch erhöht haben. Und meines Erachtens handelt es sich dabei nicht g’rade um Peanuts. Im Grunde müssen doch all die Staatsschulden irgendwo “gebunkert” sein, nicht?
Ja, das ist schon “reales” Geld … Buchgeld halt. Es ist jedoch Geld, dass nicht im realen Geldkreislauf kursiert. Technisch gesehen ist das ungefähr so, als würde ich mir einen Kredit aufnehmen, das Geld im Garten verbuddeln und es erst wieder ausgraben, wenn ich den Kredit tilge. Ich, bzw. die kreditgebende Bank, haben mit der Aktion zwar Geld geschöpft, ohne jedoch einen wie auch immer gearteten Einfluss auf die Realwirtschaft zu nehmen. Ja, das ist jetzt freilich vereinfacht, da (rein theoretisch) die Bank durch die Kreditvergabe an mich Reserven vorhalten muss, die sie an anderer Stelle nicht als Kredit vergeben kann und durch die Zinszahlungen wird Geld von mir ins Bankensystem umgeleitet. Aber das sind Nebeneffekte, die bei der Betrachtung nicht so wichtig sind.
Kommen wir nun zu den Staatsschulden. Klar, das ist auch reales Geld und anders als beim Banken-Casino oder meiner Geld-Verbuddel-Aktion fließt dieses Geld auch in die Realwirtschaft. Das ist kein Nullsummenspiel. Hier geht bezüglich der Inflation eigentlich nur darum, wie viel frisches Geld geschöpft wird und wofür es ausgegeben wird. Inflationär kann das alles nur dann sein, wenn die Verschuldung langfristig zunimmt und das Geld dann auch in die Realwirtschaft fließt und dort eine zusätzliche Nachfrage erzeugt. Eine notwendige Nebenbedingung wäre dann auch noch, dass die Wirtschaft sich nicht in einer Rezessionsphase befindet. Das sind nun aber alles Nebenbedingungen, die momentan schlicht nicht vorhanden sind.
Darüber, dass es ein Nullsummenspiel ist, müssen wir uns nicht unterhalten – ist hinlänglich bekannt.
Ich will allerdings zunächst mal zwei Dinge festhalten:
1. dass man auch aus Casino großen Gewinn in die Welt tragen kann,
den freilich jemand anderer verspielt haben muss;
2. dass am Zocken sich munter auch oder gar maßgeblich s.g. BigPlayer beteiligen und nicht immer als Gewinner da herauskommen;
Genau! Führen wir mal das Buddelspiel weiter. Stell dir vor, zum Tilgungstermin wird das Versteck im Garten ausgebuddelt und festgestellt, dass es leer ist – das Geld hat nun mal jemand anderer, der es ggf. als sein Gewinn auch in reale Welt getragen hat.
Und da ist schon wesentlicher unterschied, ob das Kredit für die Aktion Du oder ein BigPlayer aufgenommen hat. Im ersten Fall bist Du schlicht pleite und der Kreditgeber fährt möglicherweise noch Verlust ein.
In zweitem Fall wird der BigPlayer mit frisch geschöpften Geld “gerettet”, weil er “systemrelevant” sei, und derjenige, der das Versteck ausgeräumt hat, verdient möglicherweise an dieser Neuschöpfung noch ein wenig.
Nur, das verspielte Geld ist nicht verschwunden – es ist als Gewinn aus dem Spiel und vagabundiert woanders. Und die im Casino entstandene Finanzlücke wird durch frisches Geld gestopft, weil das verdammt wichtige Spiel weiter gehen muss
So gesehen ist in die reale Welt etwa so viel Geld gewandert, das in etwa in Größenordnung der außerordentlicher Staatsverschuldung aus den letzten vier/fünf Jahren liegt. Oder?
Und ja, in der Hinsicht ist es absolut irrelevant, auf welchem Wege das frische “Rettungsgeld” aus der EZB zu den geretteten BigPlayern findet, nur die verarschten neue Schuldner unterscheiden sich da vom Fall zum Fall.
Danke für diesen Artikel. Und vor allen Dinge Danke für diesen eindeutigen Titel. Sehr schön. Allerdings wäre eine Grafik sicherlich auch nicht verkehrt gewesen, von wegen Geldmengenwachstum und Inflation. Soll ja manchen Leuten beim Verstehen helfen.
Aber ich sage dir voraus, was du von einigen Leuten als Antwort hören wirst: Bis jetzt ist keine Inflation da, aber warte nur ab, sie kommt! Mit Sicherheit! Zimbabwe!!1 Weimar!!1
Der Schrei im neuen Design? Dieses mal wirkt das Bild viel intensiver auf den Betrachter, G.Gysi im Interview (Sommerinterview bei ARD oder ZDF glaube ich war es) hatte den Weg erklärt der zu gehen wäre, von einer Änderung am Regelwerk für Europa wie Lissabon-Verträge angefangen, erklärte er das weder die Griechen oder Portugiesen aus der EU ausscheren dürften, das wäre der Anfang vom Ende, zudem müssen endlich die Einkommensmillionäre an den Kosten beteiligt werden, usw usf.
So lange die Vormachtstellung der Finanzindustrie nicht gebrochen wird ist jedoch alles Kosmetik was die Politik abliefert, bin da sehr Skeptisch was deren Handlungsvermögen betrifft, Gysi erklärte das in etwa so, “an Nasenringen werden die Politiker von Banken durch den Ring gezogen”. Es kann nicht angehen das seit dem Politikwechsel wie durch Schröder (SPD) üblich geworden, die Märkte und ihre Teilnehmer nicht zu gleichen Teilen an Rechte und Pflichten am Markt beteiligt werden oder eine Gruppe der Marktteilnehmer die 97% Markt ausmachen von 3% durch “Hände hoch das ist ein Bankraub” übervorteilt werden?
Na, Sisyphos? Mal wieder nix Besseres zu tun?
greets
;-)
Sind wir nicht alle Sisyphüsse?
Ah, ich bin so froh, dass es Euch mit dieser Unermüdlichkeit gibt!
Die Inflation kann doch auch erst dann einsetzen wenn das “Mehr” an Geldmenge bei der breiten Masse ankommt.
Und davor sind wir in Deutschland ja durch HartziV, Prekariat, Rentenkürzung und Lohnverzicht geschützt.
Da soll nochmal jemand sagen unsere Politiker wüssten nicht was sie tun!
Falls ich etwas falsch verstanden haben sollte bitte ich freundlichst um Aufklärung.
Die Definition mag ja abstrus sein. Aber ob man den von den “Österreichern” gemeinten Effekt (also die Geldmengenausweitung) nun “Inflation” nennt oder irgendwie anders ist doch eigentlich egal. Die Frage lautet: Hat dieser Effekt denn irgendwelche schlimmen oder gar verheerenden Auswirkungen auf die Volkswirtschaft? Denn diese Leute haben ja nun mal panische Angst davor. Das verstehe ich noch nicht.
Ansonsten sieht das wieder mal nach einem echten Meilenstein-Artikel aus, sehr vielen Dank dafür. Sollten sich keine argumentativ gut unterfütterten Gegenstimmen melden, werde ich das auf jeden Fall verbreiten.
Auch eine Geldmengenausweitung ist ja per se nicht schlimm. Streng genommen heißt dies ja nur, dass mehr Kredite in Anspruch genommen werden. Das kann gut sein, z.B. wenn die Unternehmen mehr investieren, das kann aber auch nicht so gut sein, z.B. wenn Banken vermehrt auf Kredit zocken. Isoliert sagt die Geldmengenausweitung ziemlich wenig.
Den Österreichern zu folge führt Inflation dazu das Kapital in eigentlich unrentable Projekte investiert wird. Diese Projekte scheitern unausweichsam, sind damit die eigenliche Ursache einer Wirtschaftskrise.
Klingt ja alles recht plausibel.
ABER: War es nicht der Euro, der bestimmten Ländern es erst ermöglichte, wesentlich billiger als früher an Kredite ranzukommen?
War es nicht diese wachsende zur Verfügung – wem auch immer – stehende Geldmenge, die dann in Spanien z.B. die Immobilienblase mit völlig absurden Preisen erst ermöglichte?
Die Banken hatten Geld zum Schweine füttern – oder halt zum Verleihen an Habenichste mit 6-Monatsvertrag.
Diese Probleme (haben eigentlich die spanischen Banken schon ihre “Vermögenswerte” Richtung realistischer Marktwert abgeschrieben?) sollen gelöst werden, in dem WIEDER reichlich, bzw unbegrenzt Geld zur Verfügung gestellt wird?
Momentan sorgt der Markt dafür, dass Geld knapp bzw. teuer wird für bestimmte Staaten, berechtigt oder nicht.
Zukünftig soll dann was dafür sorgen, dass Staaten nicht unbegrenzt Geld überwiesen bekommen, wenn es wieder nicht reicht, weil es schneller in den Taschen weniger versickert als nachgeschüttet werden kann?
Regeln? Verträge? Die sind schneller gebrochen, als die Tinte trocken ist.
Mag ja sein, dass das alles keine Inflation bedeutet (Spanien z.B. mit der Immo-Blase: Klar, wenn das ganze Einkommen an die Bank bezahlt wird, bleibt kein Raum für teurere Eisbecher)
Aber deshalb muss dieser ganze Euro-EZB-ESB-Mist noch kein bisschen sinnvoller sein.
PS: Beim Geld hört die Freundschaft aus. Und was schon unter Blutsverwandten “böses Blut” bringen kann, wird auf europäischer Ebene zwischen verschiedenen Völkern nur im Märchen funktionieren. Für den EURO gibt es nur eine einzige Lösung: WEG DAMIT, pronto!
Ich versuche mal eine Analogie: Du hast dir ein Haus im Wasser gebaut. Es steht auf einer großen Säule knapp über dem Meeresspiegel. Da hast du ein paar Jahre gelebt und viel Zeit und Mühe in dein schönes Häuschen gesteckt.
Irgendwann wird das Wetter schlecht, und im Laufe der Zeit entwickelt es sich zu einem riesigen Sturm. Der zerrt am Haus und die komplette Vernichtung des Hauses steht unmittelbar bevor. Jetzt kommt dir der Gedanke, dass es evtl. doch nicht besonders klug war, dass Haus auf dem Wasser zu bauen, einzig gestützt durch diese blöde Säule.
Also, draußen wütet gerade der Orkan. Würdest du jetzt rausgehen und die Säule umhauen? Oder ist das nicht evtl. eine noch blödere Idee als die ursprüngliche? Sicher würdest du doch erst mal abwarten, bis der Orkan vorbei ist (bzw. – und hier passt die Analogie nicht mehr – würdest du mit den geeigneten Mitteln dafür sorgen, dass der Orkan aufhört). Und dann erst machst du dir Gedanken, ob und wie du die Säule loswerden kannst.
Ich kann mit diesen apokalyptischen Analogien nichts anfangen. Sturm, Untergang Vernichtung, Tod, Elend…Wenn der EURO fällt, dann fällt Europa, dann drohen Krieg, Elend, Hunger, Seuchen, Sodom und Gomorrha.
Blödsinn. Wenn der EUR durch eine andere Währung ersetzt wird, dann zahlen wir am Tag darauf mit Talern, Dukaten oder der Neuen D-Mark. Und Zahlen auf irgendwelchen Konten verlieren an Wert. Und dann kann der ganze Wachstumswahnsinn von vorne beginnen.
Geld-, Vermögens-, Wohlstandsverlust: Das ist offenbar die größte Katastrophe, die sich unsere fett und satt gefressene Konsumgesellschaft noch vorstellen kann.
Gerade in Europa, mit unzähligen Wiederaufbauten durch verheerende Kriege in der Geschichte, sollte eine simple Währungsreform nun wirklich niemanden vom Hocker hauen.
Nehmen wir mal Deutschland. Wir haben uns in den letzten Jahrzehnten immer mehr zu starken Exportüberschüssen hin entwickelt. D.h. viele Strukturen (z.B. Infrastruktur, Art der Unternehmen) haben sich im Laufe der Zeit so entwickelt, um diesem Umstand Rechnung zu tragen. Das System ist jetzt so wie es ist. Wenn durch globale Mega-Rezession die Nachfrage überall einbricht, was passiert mit einer Wirtschaft, die vom Export abhängt?
Oder Europa. Denkst du nicht, dass z.B. die Griechen ihre Lage durchaus als echte Katastrophe ansehen? Wenn Frauen nicht in den Kreißsaal dürfen, wenn sie die Rechnung nicht im Vorraus begleichen können und wenn große Mengen Menschen nur deswegen nicht verhungern, weil die Bauern solidarisch und kostenlos Lebensmittel verteilen. So kann das in ganz Europa aussehen, wenn die Herrschenden das Ganze nicht richtig angehen bzw. wenn sie den deutschen Kurs weiterfahren.
Ich bin recht beeindruckt, mit welcher Leichtigkeit du zig bis hunderte Millionen Menschen über die Klinge springen lassen willst.
Deine Argumentation wird in diesem Artikel sher schön widerlegt:
http://www.heise.de/tp/artikel/37/37367/1.html
Daraus auch sehr schön (fett von mir):
Norbert Trenkle: Zunächst einmal grenzen wir uns ganz grundsätzlich von
jeder personifizierenden Kritik ab, die derzeit in allen möglichen
Formen ins Kraut schießt. Die Krise des fiktiven Kapitals ist auch eine
Krise des Euros. Und wie wird die verarbeitet? Schuld sollen die “faulen
Griechen” sein, die angeblich “unser gutes Geld” verprasst haben. Diese
Personifizierung verstellt nicht nur den Blick für die Verrücktheit,
dass eine Gesellschaft inmitten des Überflusses verarmt, nur weil aller
Reichtum durch das Nadelöhr der Warenproduktion gezwängt werden muss.
Schlimmer noch ist, dass die Wut über die Misere auf bestimmte
konstruierte Kollektivsubjekte projiziert wird, die damit faktisch zum
Abschuss freigegeben werden.
An schwitzig:
Du hast mich offenbar leider falsche verstanden, bzw. ich habe wohl zu unklar geschrieben: Ich bin kein Anhänger der “faulen Griechen” Theorie, überhaupt rein gar nicht! Ich wollte hier nur darlegen, was alles furchtbares passieren kann, wenn der Kurs nicht geändert wird. Und in Griechenland ist das nun mal jetzt gerade schon am Laufen, daher eignet es sich in meinen Augen als Beispiel aus der Praxis für die Zustände, die der Vorposter als “apokalyptisch” bezeichnet hat, also im Sinne von “so schlimm wird’s nicht kommen, das ist alles nur blanke Hysterie”. Ich wollte quasi zeigen, dass das reale Gefahren sind.
Zu dem Link:
Ich habe den TP-Artikel (bzw. das Interview) auch gelesen. Aber der krankt leider an der gleichen Stelle wie alle anderen dieser Art: Die Leute können hundertmal recht haben, das bringt nur alles nix, weil die Welt im Moment ganz offensichtlich nicht gewillt ist, etwas an den Grundstrukturen zu ändern. Bis das so weit ist, müssen wir die Kiste aber am Laufen halten. Und im Moment sieht’s echt richtig düster aus, noch schlimmer als sonst. Wir müssen jetzt unbedingt was sinnvolles machen, also handeln anstatt uns in fruchtlose Theoriediskussionen verlieren über Dinge, die im Moment sowieso nicht geändert werden können.
@cervisia buxum
Das ist eine sehr schädliche und meiner Meinung falsche Einstellung. Wer genau ist denn die “Welt”? Ich bezeichne als “Welt” die Gesamtheit der Menschen; Deine “Welt” wäre auschließlich die “Elite”, die diese irren Zustände herbeigeführt hat und davon profitiert, denn das sind die, die nicht gewillt sind, die Grundstrukturen zu ändern, bzw. aktiv Bildungsprogramme verhindern, die auch der Nichts-zu-bestimmen-könnenden Masse der Menschen ermöglicht, sich ein rationales und nicht von Ökonomiereligionen geprägtes Weltbild zu erarbeiten.
Dein Welt des kleineren Übels und der “Sachzwänge”, zementiert die derzeitige Gesellschaftsordnung nachhaltig und verhindert durch Appeasement jegliche ernstzunehmende Reform.
Das hat nichts mit Radikalität, sondern nur etwas mit Rationalismus zu tun. Der derzeitige Kurs – egal welcher Ökonomenreligion jetzt gerade mal gefolgt wird – führt unausweichlich über kurz oder lang zur totalen Selbstvernichtung der Menschheit und wird auch die übrig gebliebene Welt für Jahrtausende, wenn nicht Jahrmillionen nachhaltig negativ beeinflussen. Wir exerzieren diesen Kapitalismus-Gag mittlerweile mehr als 2000 Jahre durch und haben immer dasselbe Ergebnis: Einen Zusammenbruch. Mit dem wichtigen Aspekt, dass die Zusammenbrüche immer größer, globaler und nachhaltiger werden. Es ist mittlerweile gut möglich, dass der nächste Vollcrash der Hirntoten weltweit der letzte sein könnte – höchste Zeit also, dem Schwachsinn endlich ein Ende zu bereiten. Bessere Voraussetzungen (globale Kommunikation) hat es noch nie gegeben.
@schwitzig
diese marxistische Sichtweise ignoriert vollends die drei maßgeblichen Ursachen der jetzigen Krise:
die Deregulierung der Finanzmärkte
das verfehlte Design der Euro-Währung
und damit zusammenhängend die Ungleichgewichte in der Gemeinschaftswährung
ich halte aber die marxisitische Kritik an der Warenproduktion und den ihr inhärenten Widersprüchen für begründet, aber nicht als das geeignete Mittel, um diese Krise in einer abstrakten Totalität zu erklären. Auch weil die Autoren sich zwar anmaßen, das Ganze deuten zu können, aber keinerlei Lösungsvorschlag anbieten, außer dem prozessual das System gegen die Wand fahren zu lassen.
Da halte ich es lieber mit Bill Mitchell, Steve Keen oder Flassbeck, Jens Berger, notfalls sogar Paul Krugman
Meine Meinung ist deiner oft nicht unähnlich. Aber hier nicht, ich versuche das mal kurz zu erläutern. Wenn wir neue und besser Strukturen einführen wollen, brauchen wir dafür zwei Dinge.
Erstens müssen wir erst mal bessere Strukturen kennen. Da habe ich noch nichts besonders Tolles wahrgenommen, und schon gar nicht etwas, was auch schon in der Praxis erprobt worden wäre.
Zweitens müsste eine signifikant große Zahl von Menschen hinter so einer Änderung stehen. Wenn es die nicht gibt (und die gibt es im Moment keinesfalls; schon alleine weil Punkt 1 nicht erfüllt ist, kann es sie gar nicht geben), dann passiert beim totalen Zusammenbruch einfach nur das, was in solchen Fällen immer passiert:
Es herrscht wieder allein das Recht des Stärkeren, und nach langem und mühsamem (und blutigem) Kampf bilden sich auch nur wieder Strukturen heraus, die den Gegenwärtigen sehr ähneln.
Weil ich keinen Bock mehr auf diesen Teufelskreis habe, möchte ich, bis die Anforderungen 1 und 2 erfüllt sind, dieses System am Laufen halten. Denn der Zusammenbruch selbst und die Jahrzehnte bis Jahrhunderte danach bedeuten einfach nur Leid, Leid und nochmal Leid für zahllose Menschen.
Kurz gesagt: Ohne neuen Plan und Menschen, die ihn ausführen wollen, bringt der Zusammenbruch _nichts_, schadet aber enorm.
Und die globale Kommunikation kannst du dir nach dem Zusammenbruch an den Hut stecken. Ohne große Teile der wirtschaftlichen Verwertungskette funktioniert die nämlich nicht mehr (du bist doch glaub ich auch vom Fach, überleg’ dir doch mal, wie dermaßen viel Ultra-Hightech da drin steckt – das geht nur durch Bündelung von sehr, sehr vielen Ressourcen und ausgezeichneter Organisationsstruktur).
@salvo
Ich nehme an, Du beziehst “marxistisch” auf den verlinkten Artikel, denn meine Ansicht ist nicht durch Marx’ Meinung, sondern durch Logik geprägt.
Die Deregulierung ist meiner Meinung nach keine Ursache, sondern ein Symptom der Kapital- und Machtakkumulation.
Ich denke, das wird überbewertet, da sich das in diesem Kapitalismus mit ein paar Hüpfern zu dem für die Allgemeinheit niedrigsten gemeinsamen Nenner einpendelt. Es dauert halt nur ein bißchen und ist für alle – ausser einem winzigen Prozentsatz – von großem Nachteil.
Siehe oben. Der temporäre Effekt ist, dass ein Großteil der Menschen noch ein bißchen fallen kann, bevor es nicht mehr lohnt, ihm noch etwas wegzunehmen. Denn das ist das Grundprinzip kapitalistischer Systeme: Anderen etwas wegzunehmen, wenn man es kann.
@schwitzig
sorry, ja, ich bezog mich natürlich auf den von Dir verlinkten Artikel (bzw die drei Artikel der Serie)
@schwitzig
Über die m.E. beachtlichen Thesen von Ernst Lohoff und Norbert Trenkle wird hier leider nicht diskutiert. Ich würde mir allerdings sehr wünschen, dass der Spiegelfechter diese widerlegte, denn sie verheißen nichts Gutes für die Zukunft trotz des notwendigen Eingriffs der EZB:
In der Eurofalle
@Heldentasse
Nee, das führt m.E. in die falsche Richtung. Ich habe ja schon alle Hände voll damit zu tun, die Irrlehren anzugreifen, die einen realen Einfluss auf Politik und Gesellschaft haben. Lohoff und Trenkle haben krude Ansichten, vertreten jedoch eine (nicht zu unrecht) vergleichsweise exotische Richtung, die keinen für mich erkennbaren Einfluss auf die öffentliche Diskussion hat. Da würde ich mich sinnlos aufreiben.
“Es herrscht wieder allein das Recht des Stärkeren, und nach langem und mühsamem (und blutigem) Kampf bilden sich auch nur wieder Strukturen heraus, die den Gegenwärtigen sehr ähneln.
Weil ich keinen Bock mehr auf diesen Teufelskreis habe, möchte ich, bis die Anforderungen 1 und 2 erfüllt sind, dieses System am Laufen halten. Denn der Zusammenbruch selbst und die Jahrzehnte bis Jahrhunderte danach bedeuten einfach nur Leid, Leid und nochmal Leid für zahllose Menschen.”
Grüss Di cervisia,
die Frage ob Schrecken ohne Ende, oder Ende mit Schrecken dürfte eher rein philosophischer Natur sein. Das Recht des (finanziell) Stärkeren existiert schon lange und Leid und nochmals Leid und das ohne Ende und Hoffnung auf Besserung ist für locker 70-80 % der Weltbevölkerung jetzt schon traurige Realität. Und die, die von den herrschenden Verhältnissen profitieren, haben sowohl das staatliche Gewaltmonopol hinter sich, als auch alle monetäre und mediale Macht, da braucht es noch nicht einmal eine formale Diktatur für.
@SF
Da würde mich doch glatt interessieren, was an der in dem Artikel dargestellten Ansicht genau “krude” ist …
Das
“Am derzeitigen Höhenflug des Schweizer Franken lässt sich in etwa ablesen, wie es heute der D-Mark ergehen würde, gäbe es sie noch. Die deutsche Exportkonjunktur wäre längst wechselkursbedingt zusammengebrochen.”
ist mir in dem verlinkten Artikel als reichlich gewagte Behauptung aufgefallen. Ich weiß ja nicht was Trenkle und Lohoff wissen, weiß aber: aber der Exportsektor der Schweiz floriert trotz hochgeflogenem Franken. Wie auch der Exportsektor Deutschlands in vor-Euro-Zeiten florierte trotz hoher D-Mark. Oder der Japans trotz hohem Yen.
Von daher ist die von Ökonomen und Politizis endlos geleierte Behauptung, eine starke Währung mache dem Export den Garaus, wenig überzeugend.
die Analogie ist nicht schlecht
Ja sicher. Man sollte aber auch nicht vergessen, dass der Euro in diesen “bestimmten Ländern” zu einem gewaltigen Rückgang der Inflation beigetragen hat. Da die Zinsen sich ja immer an der Inflation orientieren, hat auch und vor allem die rückläufige Inflation zu “billigen Krediten” geführt. Und schlussendlich waren es ja die “Investoren”, die das Risiko falsch eingeschätzt haben und nicht die Staaten.
Ja, richtig. Ein Grund mehr, die Bankenaufsicht zu stärken.
Richtig. Wie wir jedoch sehen, hat diese erhöhte Risikobewertung jedoch auch massive Auswirkungen auf die Konjunktur dieser Länder. Und hier muss man eingreifen.
Mit der Argumentation könnte man auch das Grundgesetz abschaffen.
Nein, denn über das GG wacht ja das BVerfG, und das mit sehr hoher Durchsetzungsfähigkeit.
Über all die ESMs und EFSF und Troika und EU Kommissare und wie all der supranationale Murks so heißt, wacht nichts vergleichbares. Daher war es ja bei den Verträgen von Maastricht und Lissabon erst möglich, dass folgenlos beliebig dagegen verstoßen werden konnte. Und daran wird sich sozusagen konstruktionsbedingt auch nix ändern.
Ja! Vergesst die Inflation! Dieser völlig berechtigte Titel sagt schon alles aus, und im Artikel begründet Jens Berger logisch und nachvollziehbar warum. Die mit Sachargumenten geführte Debatte ist um so notwendiger angesichts der Tatsache, daß Leitmedien wie z. B. die ARD am Sonntag im Presseclub immer wieder mehr oder weniger subtil gerade ohne Fakten irrationale Inflationsängste bediente, und der Moderator das auch geschehen ließ. Gut, man muß sich nicht wundern, wenn verbohrte Ideologen wie Rainer Hank (Wie wird so einer eigentlich Wirtschaftsredakteur der FAS?), der dezent wiedermal den „Wohlfahstsstaat“ als Krisen- und Inflations-Verursache ins Spiel brachte, in der Runde sitzen, die anderen nicht viel zu bieten haben, und einzig einmal mehr Heusinger Paroli bot.
Realsatirisches Moment war als dieser unsägliche Hank mal wieder Staatsschulden mit Privatschulden gleichsetzte.
Das Gemeine: Die Angst unter den Leuten ist ja real, aber die realen Gründe für Inflation liegen nicht vor. Das ist denen, die diese Ängste ohne sachliche Grundlage schüren, jedoch wurscht. Um dagegen anzuargumentieren ist zudem ein gewisses Wissen erforderlich, und dann kommt – z. B. in privaten Gesprächen und Diskussionen noch das Argument: „Aber derundder hats im FERNSEHEN gesagt, die Tagesthemen habens gesagt, der Presseclub hats gesagt, dervonderBank hats gesagt, das sind doch alles Fachleute … “ Und diese Reaktionen sind sogar verständlich, sach ma was gegen diese „Fachleute“.
Eben. Da hilft nur: Sich weiter informieren, die Informationen weitertragen, und auch mal zu ertragen, belächelt zu werden. Ein gut erklärender Artikel, den ich gerne weitermaile.
Und für Jens Berger gilt: Gut gemacht! Weitermachen! ;-)
Grüße
PS: Irving Fisher – war das nicht der Ökonom, der in der Weltwirtschaftskrise einer Anekdote zufolge einen Teil seines Vermögens verzockt haben soll, weil er sich selbst zu sehr geglaubt hat? (Wenn ich es in etwa richtig erinnere … ) ;-)
PPS: Bin gespannt, wielange es dauert, bis die “Austrians” unter den Kommentatoren sich für den Artikel, insbesondere für ein paar ganz bestimmte Zeilen, “rächen” werden … ;-)
Danach kannst Du die Uhr stellen ;-)
Ahhja…
Inflation.
Hier doch nicht.
Übrigens schon das zweite mal innerhalb eines Jahres,
das die Bahn hier für eine 10 Kilometer Strecke die Preise erhöht.
Von 2,20 auf 2,40…
Aber nein,hier gibts keine Inflation. :-o
Mfg
Der an die Wand gemalte Teufel ist die Hyperinflation. Du erinnerst dich an die Geschichten deiner Großeltern mit den Eiern, die ein paar Millionen kosten, aber nur bis morgen, weil sie dann nämlich Milliarden kosten?
Merkst du den Unterschied zu deinem Beispiel?
@leslie
“Volkswirtschaftlich” (also tief religiös) gesehen tatsächlich nicht. Die Argumentation des Artikels ist konsistent und hebt sich äußerst wohltuend von dem Mainstreammedientrash ab.
Leider zeigt der Artikel aber auch, dass das aktuelle Finanzwesen und die Erklärversuchende “Volkswirtschaft” dahinter einfach nur ein religiöses Konstrukt ohne Mehrwert für 90% der Gesellschaft ist.
Das “ROI” zahlt sich in der Summe nicht aus :-).
@ leslie
Du vewechselst Preiserhöhungen mit Inflation.
“Unser” Bauer hat den Preis für den Sack Kartoffeln 12,5 Kg von 8 auf 9 € erhöht.
Inflation? Nö, Preiserhöhung. Du sagtest es selbst:
Die Bahn habe den Fahrpreis erhöht.
Das ist unschön, kann auch, aber muß nicht (und ist es meistens auch nicht) Ausdruck von Inflation sein.
Den Denkfehler machen viele: Die Milch wird teurer, man sagt “sch…ß” Inflation, logisch.
Ist aber falsch.
Deshalb hat Jens Berger auch das anschauliche Beispiel mit dem Eiscafe gebracht.
Und die Bahn ist noch immer weitgehend Monopolist der Personenbeförderung.
Womit soll man fahren, wenn man das Auto, so man eins hat, nicht nutzen will, Fahrad und der Gang zu Fuß ausgeschlossen sind, und es keine Alternative im ÖPNV gibt? ;-)
Kein Grund zur Beunruhigung, dass ist nur die gefühlte Inflation und objektiv wird ja im Gegenzug die Teuerung der ÖPNV Fahrkarte durch eine Verbilligung z.B. der Unterhaltungselektronik aufgehoben!
Also kaufe Dir schnell eine neue billige Glotze mit Rädern, und fahre mit dieser zur Arbeit. :-P
“… kaufe Dir schnell eine neue billige Glotze mit Rädern, und fahre mit dieser zur Arbeit …”
Oder so … ;-)
Grüße
https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/Indikatoren/Konjunkturindikatoren/Preismonitor/Preismonitor.html;jsessionid=8005CEC160A26F13D570F7FA07844849.cae2
Hier mal die harten Fakten, die wichtigsten Produkte im Überblick. Und, oh staune, keine nennenswerte Inflation über 2% pro Jahr.
Warum ist die ökonomische Schule, der Berger angehört, dann so erpicht auf die Ausweitung der Geldschöpfung, wenn sich diese nicht auf die Nachfrage auswirkt?
Ich dachte, das erklärte Ziel dieser Schule sei die Umleitung des neu geschöpften Geldes in staatliche Konjunkturprogramme, also künstliche Nachfrage, die dann durchaus inflationär wirken würde. Für die Zirkulation auf rein fiktiven Spekulationsmärkten braucht es nicht geschöpft zu werden…
Wenn ich das richtig verstehe: Doch. Es geht in diesem und im letzten Artikel einzig und allein nur darum, die nicht auf realwirtschaftlichen Gründen basierenden Refinanzierungsprobleme der Euro-Länder zu beenden. Bzw. um die irrationale Angst vor Hyperinflation, wenn man die dafür geeigneten Maßnahmen trifft. Du vermischt hier unterschiedliche Dinge.
Warum nennt man staatliche Konjunkturprogramme eigentlich “künstliche Nachfrage”? Die ist doch gar nicht künstlich, sondern real, der Staat fragt Diensleistungen nach. Das Geld der EZB, wenn es denn eines Tages die Staaten einfach so bekommen können, ist ja auch alles andere als künstlich, sondern ebenfalls sehr real.
Ich finde den Begriff schon irreführend und manipualtiv. So wie sich eine Familie entschließen kann, ein neues, größeres Auto zu kaufen und zur Bank zu gehen, um einen Kredit zu beantragen, so kann sich eine Gesellschaft, also der Staat dazu entschließen, etwas in z.B. regenerative Energien, so wie das auch vorgeschlagen wird von den Konjunkturprogrammbefürwortern, zu investieren und dafür die EZB als Bank um Kredit zu beten. Beides verursacht Nachfrage auf Kreditbasis. In beiden Fällen steht dem ein realer Wert gegenüber. Warum ist der eine Fall etwas küstliches und der andere nicht?
Da hast Du natürlich Recht.
Ja, so isses. Aber da kannst du dir die Finger noch hundert Mal wundschreiben, es wird nicht helfen. Angst machen zieht immer und in er momentan völlig irrational geführten Debatte um den Euro und die Bankenkrise hat Rationalität erst recht keinen Platz mehr. Momentan zählen nur noch Parolen Goebbelscher Prägung, also “fauler Grieche” oder Neu Goebbelisches “Club Med”
Mittlerweile wird ja schon Slowenien in den Kommentarzeilen zum Balkanland und Schuldenstaat disqualifiziert, der noch nie anders war und sowieso nicht zu Europa gehört..
Ist die Inflationsrate in Südeuropa, die, wie der Grafik in dem Artikel zu entnehmen ist, deutlich über der Rate Deutschlands und signifikant über der Europas liegt, nun ein Teil des Problems oder kann man diese Inflation auch vergessen?
Falls diese Kennzahl nicht ganz so nebensächlich ist, könnte es dann sein, dass diese Preisentwicklung in Südeuropa mit dem zu billigen Geld, dank Euro, zu tun haben könnte?
Und es deshalb auch zweifelhaft sein könnte, dass sich die Probleme im “Club Med” durch Fluten mit billigen Euros aus welcher Institution auch immer länger als 3 Tage lang lösen lassen?
Außerdem stört mich folgendes: Inflation ist kein Thema (bei steigender Geldmenge), weil, zumindest in Deutschland, dank Austeritätspolitik – die sonst verdammt und verteufelt wird – keine nennenswerte Nachfragesteigerung zu erkennen ist.
Das hieße doch, dass die dringend notwendigen und seit einem Jahrzehnt überfälligen Lohnsteigerungen sehr wohl eine steigende Inflation zur Folge hätte – wenngleich auch keine Hyperinflation.
Alles Mist: Raus aus dem Euro!
Das von SF im letzten Artikel beschriebene Verfahren würde die gegenwärtigen Refinanzierungsprobleme mit einem Schlag lösen. Denn gegen die EZB kann man nicht gewinnen, die hat per Definition den längstmöglichen Atem.
In der ganzen Diskussion geht es nur um die möglichen Nebenwirkungen.
Ist für Sie Inflation so etwas wie eine Krankheit?
Aso, PS: Ihre Frage: Nein, sondern von steigenden Löhnen und steigendem Wohlstand. Ganz so wie es im Artikel beschrieben wurde.
@ Jens Berger
Es ist schon richtig, dass durch die Ausweitung der Geldmenge allein noch keine Inflation ausgelöst wird, sondern erst dann, wenn dieses Geld bei der breiten Bevölkerung ankommt und in den Konsum fließt.
ABER – und darauf muss man immer wieder hinweisen (das vermisse ich bei Deinen Artikeln immer etwas) – dieses Geld sammelt sich bei einer kleinen reichen Oberschicht und wird zur Spekulationsmasse. Mit diesem Geld kann man Märkte manipulieren und die Preise für Energie, Rohstoffe oder Nahrungsmitteln in die Höhe treiben, wertvolles Ackerland oder privatisierte Staatsbetriebe von Pleitestaaten aufkaufen oder Kriege finanzieren.
Wenn man nicht die Reichen schröpft, um die Staatsverschuldung auf ein vernünftiges Maß zu reduzieren, sondern im Gegenteil noch die Geldmenge ausweitet, führt das Zwangsläufig zu einer ungeheuren Geld- und Machtkonzentration einer schwerreichen Oberschicht, was jede Demokratie aushebelt.
Jein. Man sollte hier tunlichst vermeiden, Geld und Vermögen zu verwechseln. Eine steigende Geldmenge sagt erst einmal nur, dass mehr Kredite in Anspruch genommen werden. Forderungen und Verbindlichkeiten steigen dabei parallel, niemand wird reicher.
Sicher, aber das ist m.E. kein Problem der Geldpolitik, sondern ein Problem der Finanzmarktregulierung. Natürlich muss hier noch sehr, sehr viel getan werden.
Aber das ist schon wieder ein neues Thema, dass m.E. nicht zum Themenbereich “Inflation” gehört.
Du setzt voraus, dass die Ökonomie eine Wissenschaft ist und negierst den politischen Willen dieser Herren. Sie sind Steigbügelhalter von neoliberalen Finanzkreisen und diesen Kreisen dienen die angeblich wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Durchsetzen ihrer Ziele.
Du schreibst selber “…. Zwei Ökonomen, drei Meinungen…”, also sind Dir die politischen Zusammenhänge klar.
Die Feststellung
…..ist rein theoretisch und stimmt nur dann, wenn eine anspringende Konjunktur auch zu einer höheren Entlohnung im Inland führt und die Unternehmen ihr “mehr an Geld” im Inland ausgeben und nicht in China investieren oder in Singapur in Anleihen anlegen.
Die Spirale der realen Lohnhöhe und der Sozialleistungen bewegt sich nur nach unten und so wird es in dieser globalisierten Wirtschaft bleiben.
Ich hätte da einen ganz anderen Vorschlag.
Der Schuldenschnitt!
Banken einfach pleite gehen lassen, sie sind nicht systemrelevant.
Systemrelevant ist die Ernährung der Massen und die bekommt man mit ein paar gezielten Maßnahmen auch gesichert.
Schluss mit der Gier.
Wen`s interessiert, hier mal die beiden Höchstnominale der Hyperinfla von 1923.
Die Preise sind in Euro, @sukram71(Kommentar 1), entsprechen durchaus den
realen Handelspreisen unter Liebhabern. Die Scheine hat nich jeder Opa in seiner
Schatulle, das sind Raritäten.
Die Abb. entstammen dem Rosenberg – Katalog (Standardwerk für Sammler deutscher Banknoten), 13. Auflage 2002.
http://s1.directupload.net/file/d/2975/tmvagmrf_jpg.htm
http://s7.directupload.net/file/d/2975/ijhijx2t_jpg.htm
In der Umstellung auf die Rentenmark zum 1. 11. 23 entsprachen die Nominale dann doch tatsächlich einer ganzen Rentenmark…
Der Bund zahlt jährlich etwa 80 Milliarden Euro in das Rentensystem ein. Das ist ein Drittel der Rentensumme.
Dieses Geld geht also nach Griechenland, damit dort die Reichen weiterhin keine Steuern zahlen müssen?
Aber das sind doch alles nur kleine Steuersünderlein, jedenfalls was die deutschen “Steuervermeider” anbelangt, ist das bei den Griechen etwa anders?
“Der Bund zahlt jährlich etwa 80 Milliarden Euro in das Rentensystem ein”
. . das tut er nicht
Dieser im Bundeshaushalt aufgeführte so genannte Bundeszuschuss, ist kein Zuschuss, sondern absichtliche Irreführung.
Es sind Ersatzleistungen des Bundes, die die aus der gRV entnommen Summen für gesamtgesellschaftliche Aufgaben, die versicherungsfremden Leistungen ersetzen müssten- dies ist aber seit 1957 noch in keinem Jahr erfolgt.
Der Staat bedient sich, nicht umgekehrt, was die gRV bis heute irreparabel schädigt, denn es sind Gelder, die den Versicherten gehören:
http://www.adg-ev.de/publikationen/publikationen-altersversorgung/297-versicherungsfremde-leistungen-teufel-tabelle
https://dl.dropbox.com/u/20500045/DRV-2012-05-07%281%29.pdf
.
Mal abgesehen davon, daß das faktisch so auch garnicht stimmt: Was hat das jetzt mit dem Thema “Inflation” zu tun? ;-)
Mal wieder ein Artikel von Herrn Berger bei dem an vielen Stellen zumindest Fragezeichen zu machen wären. Aber ich will mich nur zu einer Sache äußern:
Hätte Herr Berger sich mit dem Gedankengebäude der Österreichischen Schule beschäftigt, wäre er vielleicht auch auf den großen Popularisierer dieser Schule in Amerika, Herrn Henry Hazlitt, und dessen Schrift: „What you should know about Inflation“ von 1960 gestossen.
Darin „beantwortet“ Herr Hazlitt die Frage von Herrn Berger nämlich:
Die Frage ist also nicht, warum die Österreichische Schule (immer noch) der althergebrachten und angestammten Definition anhängt, sondern warum diese von den Anhängern der anderern ökonomischen Schulen aufgegeben und verändert wurde.
Cui bono, Herr Berger, cui bono…?
Gut, dann lasst uns die Inflationsdefinitionen unterscheiden in
1. Ö-Inflation und
2. P-Inflation.
Was ist jetzt ökonomisch relevant? P-Inflation. Führt Geldmengenausweitung jetzt zu P-Inflation? Nein. Und darum geht es. Aber Second-Class-Ökonomen haben es nunmal nicht drauf :)
@Spiegelfechter
Ein guter Artikel!
Mir fehlen allerdings zwei Aspekte:
1. Die Begründung dafur, daß die Zielinflationsrate der EZB (die sich an der alten deutschen Zielinflationsrate orientiert) keine Inflationsobergrenze darstellt, sondern weder über- noch unterschritten werden soll.
2. Der Hinweis, daß stärkere Steigerungen bei den nominalen Löhnen und Gehältern nicht komplett durch eine höhere Inflation aufgefressen werden (d.h. einen positive Wirkung auf die Reallöhne haben).
@Ernie
Flassbeck ist hier schon so oft verlinkt worden, dass Du dieses Mal selber nach ihm suchen solltest. Kleiner Tipp: D hat mit der Unterschreitung des Inflationsziels (u. a.) sich einen Wettbewerbsvorteil verschafft. Höchst unfein!! Die anderen Länder halten sich dran (z. B. Frankreich) und D trickst! Deutsche Waren werden nicht nur auf Grund der Qualität gekauft, sondern auch, weil sie relativ billig sind.
Das was Herr Berger hier beschreibt mag eventuell zur Lösung unserer Probleme beitragen, nur ist es so abstrakt und für die Menschen schwer nachzuvollziehen.
Bei vielen bleiben unangenehme Gefühle in der Magengegend trotz Erklärungen.
Sieht man ja hier an den Antworten.
Wir haben die Stufe erreicht wo niemand mehr wissentschafftliche Erklärungen hören will.
Ich bin da für ein paar ganz pragmatische Ansätze die Probleme zu lösen.
Warum sorgen wir nicht für ein neues Wahlrecht in dem die Politiker nur das beschließen dürfen mit dem sie vorher Wahlkampf gemacht haben?
Quasie ein Parteien – Gesellschaftsvertrag.
Wie wir das erreichen? Ganz einfach! Ab jetzt jeden Montag 20:00 Uhr Treff vor jedem Rathhaus in Deutschland.
Grundsätzlich kann man der Argumentation von JB nicht widersprechen. Leider ist sie zu kurzfristig gedacht, deshalb möchte ich die Situation aus anderer Sicht beleuchten.
Die Deutschen sitzen auf etwa 4 Billionen Geldvermögen. Hierzu zählt das kleine Sparbuch der Oma und das dicke Festgeldkonto eines Besserverdienenden. Hiervon liegen 2 Billionen auf der Bank (Sparbuch, Fest- und Sichtgeld) und 1,4 Billionen bei Versicherern. Am Aktienmarkt ist der biedere Deutsche nur gering investiert. Mag auch für Intelligenz sprechen, denn als “vernünftig” im Sinne von “dem wirklichen Wert eines Unternehmens” entsprechen, kann man die meisten Aktienkurse nun wirklich nicht bezeichnen.
Die zwei Billionen, die auf Konten liegen, haben in vergangenen Zeiten durch halbwegs vernünftige Zinsen, zumindest ihren Wert erhalten. Durch die Zinspolitik der EZB ist dies nun nicht mehr möglich. Natürlich kann man NOCH Zinsen von 2 bis 2,5 % erwirtschaften. Die aber nur bei Neuanlage, bis zu einer bestimmten Summe und für max. 6 Monate. Wer sich also nicht ein Dutzend Konten leistet und permanent verschiebt, wird schon heute sehen, dass sein Geld “weginflationiert” wird. Dies ist zwar zunächst ein Vermögensverlust, hat aber mit der von JB angesprochenen Inflationsproblematik erstmal nichts zu tun.
Wo aber bleiben die Alternativen für den Sparer? Ursprünglich war das die LV, die Mindestrenditen versprach. Das Spiel ist langsam vorbei, denn die “sicheren” Staatsanleihen bringen keine Rendite mehr und die “unsicheren”, die Rendite brächten, dürfen von den Versicherern nicht gekauft werden. Es liegt also auf der Hand, dass immer mehr Geld von den Versicherern abgezogen wird, beziehungsweise gar nicht erst dahin gelangt. Wenn der Durchschnittsbürger dann noch erkennt, wie er mit Riester, Rürup etc. beschissen wird, besteht die nicht kleine Wahrscheinlichkeit, dass den Versicherern noch weniger Geld zukommt.
Was aber passiert mit den vielen Billionen, die da rumliegen? Zuerst einmal verlieren sie jedes Jahr an Wert, da die Verzinsung im Durchschnitt schon jetzt unter der “offiziellen” Inflationsrate liegt. Und dann, später gehen sie irgendwann in den Konsum, gelangen also in den Markt. Und wenn die dann alle bei JBs Eisdiele stehen, wird der Inhaber, vielleicht ein guter Kaufmann, feststellen, dass er für eine Kugel Eis vielleicht 10 Cent mehr bekommen könnte. Es ist aberwitzig anzunehmen, dass Unsummen auf wertvernichtenden Konten gelagert werden und nichts davon dauerhaft in den Konsum gehen. Erst recht in einer Phase der gesellschaftlichen Umgestaltung in der es immer mehr Menschen gibt, die nicht für Kinder und Enkel sparen müssen/wollen. Quasi wechselt dann der Käufermarkt in einen Verkäufermarkt und jeder halbwegs gescheite Kaufmann würde versuchen das auszunutzen. Bei Mieten ist es schon so, in Teilen der Großstadtgastronomie, bei hochklassigen Urlaubsreisen etc. Der Verkäufermarkt wird wachsen in vielen Segmenten und die, die eh schon nichts haben, sind die Dummen.
Dies geschieht nicht kurzfristig, da hat JB recht, aber dies mittelfristig oder langfristig auszuschliessen, halte ich für fahrlässig.
Schliessen möchte ich aber mit einer, in meinen Augen, viel wichtigeren Sache. Alle, die argumentieren, die EZB solle mal machen und kostet ja nichts, lassen außer Acht, dass hier entweder gegen europäische Verträge verstoßen wird oder zumindest in dunkelsten Grauzonen agiert wird. Ich möchte nicht in einem Land oder in einem Europa leben, in dem die Unterschrift meines amtierenden oder ehemaligen Regierungschefs morgen nichts mehr wert ist. Verlässlichkeit und Vertrauen sind die Dinge mit den die Politik momentan unverantwortlich umgeht. Und es kann auch nicht sein, dass Menschen, die auf Verträge pochen (z.B. Weidmann) als Eurokiller verunglimpft werden. Man mag nicht spiessig nennen, aber alles andere bedeutet Anarchie.
Ich erwarte von einer EZB eine offene und sich im weißen Bereich abspielende Geldpolitik. Reicht das nicht aus, muss die Politik die Verantwortung übernehmen. Man hatte Jahre Zeit, alle möglichen Szenarien durchzuspielen und auch die entsprechenden europ. Verträge zu ändern. Man hat nichts getan (ausser so dunkle ESMs zu entwickeln, rofl)! Man schiebt die Verantwortung weiter und lässt Europa vor die Hunde gehen. Man quatscht dummes Zeug von “Volksabstimmungen über gemeinschaftliche Schulden”. Wer glaubt so eine Abstimmung zu einem “pro Schuldengemeinschaft” zum Ergebnis bringen zu können (in D), der gehört mit dem Klammerbeutel gepudert oder will wieder nur Zeit schinden und belügt so das Volk.
Mich würde freuen, wenn die einflussreichen deutschen Blogs sich mal die Politik so richtig vornehmen, dann müssten wir über die Geldpolitik der EZB hier nicht zu diskutieren. Das schöne dabei ist, dass man das so schön ideologiefrei könnte, weil sie alle nur Mist produzieren in Berlin. Und diese Blogs werden immer mehr gelesen und so könnte man wirklich etwas bewirken in der deutschen und europäischen Politik.
Will nicht meckern Jens, aber wenn nicht bald mal eine gewaltige Stimmungsmache gegen die Berliner Superkoalition einsetzt, ist in Europa bald game over.
EDIT: Dem, was email da über mir geschrieben hat, kann ich mich nur anschliessen!
Schluss jetzt mit der Deutungshoheit der Parteien!
Sie sind dazu da an der politische Willensbildung mitzuwirken, aber nicht!!!! sie zu bestimmen.
Wir brauchen keine SPD oder andere Partei, die die Dinge verklären um ja nix zu ändern.
@Spiegelfechter
Danke für die Resonanz und diese Aussage, die mich schon etwas beruhigt! Es ist halt wie im richtigen Leben, ab einer gewissen Grenze der eigenen fachlichen Kompetenz muss man den Aussagen der Fachleute vertrauen, und für mich ist diese Grenze bezüglich VWL im allgemeinen und € Rettung im besonderen objektiv schon lange erreicht.
Gruß
Die Ausführungen und die Schlussfolgerungen dieses Artikel sind richtig oder mögen richtig sein. Sie haben aber einen schweren Fehler – wie allen Theorien der der letzten 80 Jahren im Bereich der Ökonomie: Unsere Entscheidungsträger verstehen sie nicht.
0,1% der Deutschen haben fast 25% des Vermögens, 10% haben über 66% des Vermögens und diese Kreise lächeln über jede Theorie, die ihnen nicht von Nutzen ist.
Wir müssen aufhören, in technisch in Theorien zu denken und zu handeln, sondern wir müssen politisch denken und handeln. Fachidiotie hilft hier nicht mehr weiter.
Die Banken lassen lange die Szenarien in ihren Groß-Computern laufen und uns am langen Arm verhungern.
Seit bekannt werden der Immobilien-Spekulation 2007/2008 in USA bis zur gegenwärtigen Situation im Euro-Raum sind 90% der Bürger immer tiefer in den Dreck gefahren wurden.
Hört auf zu träumen.
Du bist ja einer der Verfechter von höherer Inflation zum Behufe des Staatsschuldenabbaus. Wie in einer neuen Studie des IWF hier festgestellt, ist dies bei weitem nicht so harmlos, wie die Geldentwertungsfans gerne behaupten. Ein höheres Inflationsziel führt zu einem Wohlstandsverlust, für diese logische Einsicht muss man allerdings kein Ökonom sein. Sie kommt zu dem Ergebnis: würde die amerikanische Notenbank ihr Inflationsziel von zwei auf vier Prozent anheben, entstünden Kosten in Höhe von sieben Prozent des realen Einkommens. Wünschenswert? Für wen, und warum, muss man fragen. Die betroffenen Bürger dürften dazu andere Ansichten haben als das Großkapital und der Staat. Es ist sehr befremdlich, dass gerade ‘linke’ Ökonomen so vehement nach dieser (mal gestartet eh kaum wieder zu bremsenden) Umverteilungsmaschinerie von unten nach oben verlangen.
Sehr gut, wenn man weiter die Empirie bemüht kommt man auf weitere Punkte, bei den deutlich wird das der Artikel nicht die volle Wahrheit wiedergibt. Dem im Artikel dargestellten Modell zufolge kann es nicht gleichzeitig Stagnation und hohe Inflation geben. Dennoch hatten wir diese Situation in den 70ern. Was uns Jens nämlich verschweigt, ist dass der Eisbudenbesitzer auch dann die Preise trotz schwacher Nachfrage erhöhen wird, wenn seine Kosten entsprechend steigen. Das ist z.B. dann der Fall, wenn er Zutaten aus dem nicht-Euro-Land einkaufen muss und diese wegen eines niedrigeren Wechselkurs teurer sind oder seine Angestellten sind nur noch bereit zu höheren Löhnen zu arbeiten (das müssen nicht höhere Reallöhne sein).
Oder um theoretisch zu argumentieren: Wenn der Staat seine Schulden monetarisiert nimmt er Leistungen in Anspruch für die Ressourcen verwendet werden. Die Monetarisierung der Schulden erhöht mit Sicherheit nicht die volkswirtschaftliche zur Verfügung stehenden Ressourcen, daher müssen die Ressourcen die der Staat zusätzlich in Anspruch nimmt jemand anderen weggenommen werden. Der Einzige Mechanismus der dafür in Frage kommt ist Inflation. Wenn es dem Staat also gelingt durch die Monetarisierung der Schulden zusätzliche Ressourcen an sich zu reißen, dann kommt es auch zu Inflation. (Die Nachfrage die angeblich nicht ausreicht um die Preise zu erhöhen, kommt natürlich vom Staat)
Die Lösung für das Rätsel, warum die Monetaristen kein Problem damit haben, dass M3 viel schneller steigt als die Inflation, ist das M3 die ganzen Derivate umfasst und damit seine Aussagekraft einbüßt, wenn die Menge der Derivate stark steigt. Der Punkt ist also weit davon entfernt ein Totschlagargument gegen den Monetarismus zu sein.
“Was uns Jens nämlich verschweigt, ist dass der Eisbudenbesitzer auch dann die Preise trotz schwacher Nachfrage erhöhen wird, wenn seine Kosten entsprechend steigen. Das ist z.B. dann der Fall, wenn er Zutaten aus dem nicht-Euro-Land einkaufen muss und diese wegen eines niedrigeren Wechselkurs teurer sind oder seine Angestellten sind nur noch bereit zu höheren Löhnen zu arbeiten (das müssen nicht höhere Reallöhne sein).”
??? =>
“Eine besondere Form der Inflation ist die Steigerung der Preise aufgrund einer Abwertung der heimischen Währung gegenüber den Währungen der Währungsräume, aus denen viele Güter importiert werden. Diese Form der Inflation ist maßgeblich für die hohen Inflationsraten in Entwicklungs- und Schwellenländern, die keine Exportüberschüsse haben. Für den Euroraum, der zusammen mit dem Dollarraum zu den größten Währungsräumen der Welt zählt, spielt diese Form der Inflation jedoch eine sehr untergeordnete Rolle. “
“Was uns Jens nämlich verschweigt, ist dass der Eisbudenbesitzer auch dann die Preise trotz schwacher Nachfrage erhöhen wird, wenn seine Kosten entsprechend steigen.”
Nö, das macht er nicht. Steigen die Kosten und der Eisbudenbesitzer kann diese nicht umschlagen auf die Preise, weil seine Kundschaft einfach kein Geld hat, macht er seinen Laden kurzerhand dicht. Diesen Effekt kann ich seit viel zu vielen Jahren in meiner Heimatstadt beobachten….
Ich finde es immer total absurd wenn automatisch davon ausgegangen wird, dass höhere Kosten gleich in höheren Preisen münden – es gibt immerhin sowas wie Wettbewerb. Wo bleibt denn da auf einmal das Vertrauen in die Kraft der Marktwirtschaft??
“Die Monetarisierung der Schulden erhöht mit Sicherheit nicht die volkswirtschaftliche zur Verfügung stehenden Ressourcen, daher müssen die Ressourcen die der Staat zusätzlich in Anspruch nimmt jemand anderen weggenommen werden.”
Stell dir vor, der Staat stellt von diesen neuen Schulden Arbeitslose ein. Damit kann der Staat dann schon neue Ressourcen schaffen, die sonst nicht geschaffen worden wären. Aber das wäre ja undenkbar ;)
Doch und zwar dann, wenn die Inflation “von außen” kommt, durch eine Verknappung von Gütern mit geringer Preiselastizität der Nachfrage und/oder eine Abwertung der Inlandswährung.
Da diese Form der Inflation jedoch nichts mit der Diskussion um die EZB-Interventionen hat, habe ich sie in die Fußnoten verbannt.
Niemand weiß, ob es beispielsweise zu einem neuen Ölpreisschock kommt. Lass nur Israel in Iran Krieg spielen und die Mullahs zu einer unbedachten Gegenaktion provozieren und wir haben einen neuen Ölpreisschock, der natürlich zu Inflation führt und gleichzeitig die Konjunktur (wegen der Umschichtung der Nachfrage) lähmt. Dann haben wir Stagnation und hohe Inflation. Da Herr Draghi aber “nur” die Euroländer mit EZB-Geld beglücken und nicht Iran überfallen will, klammere ich das mal aus ;-)
Yep!
Steht, wie T-Figther schon angeführt hat, in den Fußnoten.
Oh heilige Mutter der Finanzen! Wir haben das Perpetuum Mobile immerwährender Prosperität gefunden: Geld, das aus dem Nichts kommt!
Haben sich die Banken mit Immobilienkrediten verzockt, weil man dachte, die Zinsen würden ewig niedrig bleiben und die Preise immer steigen? Kein Problem, die Notenbank kauft den ganzen Schrott auf!
Sind Länder wie Griechenland außerhalb jeder Wettbewerbsfähigkeit und die dummen Gläubiger nicht in der Lage, dieses Missverhältnis rechtzeitig zu erkennen: Was soll es schon?
Die Notenbank bügelt alles glatt, ganz ohne Kosten. Vielleicht kann man ja so dauerhaft Griechenland alimentieren, einfach aus der Notenpresse. Und wo Risiken falsch eingeschätzt wurden, springt die Notenbank ein, es kostet doch nichts!
Müssten die Banken und Staaten für ihre Fehlspekulation und Misswirtschaft einstehen, also Pleite gehen, gäbe es reihum Zusammenbrüche und eine starke Deflation. „Rettet“ man alle, indem man die Märkte mit Geld flutet, kostet das nach linker Denke gar nichts und hat auch sonst keinerlei Nebenwirkungen. Einfach unglaublich.
Irgendwie scheint das Kommentieren verbugt sein….hae was gepostet, sehe es aber nicht. Poste es nochmal, wird mir mitgeteilt dass es schon den Text gibt…was mache ich falsch???
—–
Speichere Deinen Text, z.B. in WinWord.
Wahrscheinlich hast Du den Kommentar zwei Mal gesendet.
Wenn nicht, schalte Deinen Computer aus – starte neu.
Sei nicht zu ungeduldig, denn Dein Kommentar braucht Zeit im Server gespeichert zu werden, wenn gleichzeitig mehrere Kommentare beim Server ankommen.
Manchmal verschwindet ein Kommentar aus anderen, unbekannten Gründen.
Blog-Wart
—————-
“Ja mach nur einen Plan
sei nur ein großes Licht
und mach dann noch einen zweiten Plan
gehn tun sie beide nicht.”
Bert Brecht
Seit 2008 bin ich der Auffassung wir befinden uns in einer Systemkrise.
Es muss also das System geändert werden.
Oder um es mit Häuptling hinkender Huf zu sagen:
“Wenn Dein Pferd tot ist; steig ab!”
Soweit die Lyrik des Abends. :-)
Das Ding mit der Inflations-Furcht der Deutschen wg. 1923 ist eindeutig ein durch Journalisten schriftlich tradierter Mythos, nix was in unseren Familien-Geschichten eine grosse Rolle spielte. Die 2 inzwischen toten Großeltern, die noch länger gelebt haben, waren damals 5 und 18. Gegen den WKI, WK2, z.T. Leiden unter dem Faschismus und Flucht/Vertreibung, war diese Inflation in den meisten privaten Familiengeschichten eine unbedeutende Anekdote.
Stabile Währung gehört zu den Gründungs-Mythen der Bundesrepublik. Wir sind mit diesem Außenwert der Währung hart am Wind auch gut gefahren.
Inflation hat keine hohen Kosten. Teuer ist, sich von der Inflation wieder auf eine stabilere Währung zurückzukämpfen. Aus meiner Sicht aber günstiger, als Spanien und Italien vor die Wand fahren zu lassen. Merkel zieht halt an der Daumenschraube der Krisenländer, damit die ernsthafte Sanierungspläne implementieren. Das ist nicht nett, aber bis zu einem gewissen Punkt im Interesse der Mehrheit der Deutschen. Ich frag mich nur, ob unsere Regierung da nicht zu weit geht.
Denk auch, dass wir das Ausmaß der Krise auf das Leben in Spanien, Italien, Griechenland und Portugal nicht wirklich erfassen. Mein Eindruck ist, dass man sich in der mediteranen Kultur weniger Gedanken über künftige Risiken macht, wenns dann aber hart wird, auch klaglos die Zähne härter zusammenkneift.
In nicht allzu ferner Zukunft wirds für eine Zeit Eurobonds und Zentralbank-Finanzierung geben.
Mögen sie sich heulend und zähneklappernd von einem 1923-Dildo penetriert fühlen.
In meiner Familie hat diese Anekdote sogar eine positive Pointe. Meine Urgroßeltern haben nämlich 1913 ein Haus gebaut und dafür einen festverzinsten Kredit mit einer Tilgung über 30 Jahre aufgenommen. 1923 haben sie den Kredit natürlich komplett tilgen können ;-)
Implizit könnte man womöglich aus der Antwort des Spiegelfechters eine Empfehlung zur Verschuldung bei Inflationsszenarien ableiten, doch Achtung: Warum Immobilien kaum Schutz vor Inflation bieten
Na ja, die WELT behandelt das Thema “Immobilienspekulation”, also den Kauf von Immobilien auf Kredit zur Vermietung. Das hat freilich verschiedene Risiken – v.a. dann, wenn man zu teuer kauft. Ich spreche hier ja vom klassischen Häuslebauer, der ein Haus für sich und seien Familie baut. Das ist schon was anderes. Natürlich gibt es auch da Risiken, v.a. dann, wenn der Job nicht sicher ist.
Kein Journalisten-Mythos, Gegen-Anekdote:
1923: Großeltern hatten für ein Haus gespart, “Schulden” machen war bäh, schwäbische Mentalität. Ein halbes Jahr vor Kauf – Geld weg, kein Haus. Das so nicht erstandene Haus wurde mir als Kind immer wieder gezeigt.
1948: Eltern: Sparbücher für die Kinder (auch meins) wertlos.
Spruch in den 50er Jahren : “Schon zweimal ist uns´ Geld verreckt”. Nicht wenige der so Geprägten leben noch.
Siehste mal – nicht nur volkswirtschaftlich ist die Schwabenmentalität keine Erfolgsgarantie ;-)
Hab´ich auch nicht behauptet ;-)
BTW: Dein Computerbeispiel kann man erweitern um Fernseher, Cameras usw. Es gibt ja Statistiken darüber, wie lange “man” für ein Gut arbeiten muss. Ein schwäbischer ;-) Verwandter hat mir vorgerechnet, dass er heute für einen Liter Benzin viel weniger arbeiten muss als vor 20 Jahren und dass er das Gejammer über die Benzinpreise nicht mehr hören kann.
Trotzdem: Wenn man Deine 5 Prozent Inflation akzeptiert, brauchen wir gesellschaftliche Veränderungen. Zum Beispiel:
Ein Bafäg, das den Kindern auch in 10 oder 15 Jahren eine Ausbildung ermöglicht.
Und eine Pflegeversicherung, die den Namen verdient.
.
Es gibt allerdings noch einen anderen Aspekt. Besagter Vorfahr war so von seiner Verlust-Erfahrung geprägt, dass er die Familie ständig anhielt, nicht zu sparen, sondern das Geld auszugeben. Das müsste doch ganz in Deinem Sinne sein wg. Binnenkaufkraft und so ;-)
@ Peleo
Und deshalb ist es im Grunde ein glattes Verbrechen, mit der Inflations-Angst derart zu spielen, wie es geschieht, keine Sachaufklärung zu betreiben, welche Ursachen dazu führen, welche davon real vorhanden sind, und welche nicht
(die sind heute nicht da), und seitens unserer “superkompetenten” Regierungsparteien-Vertreter und Mainstream-Ökonomen ständig “Inflation” zu kreischen, und unserer Neolib-Wirtschafts-Redakteure ala Hank (FAS), Beise (SZ), Siems (Welt) u. Co. in dieses Horn zu blasen.
Auch in unserer Familie war das Thema, na klar, aber eben nicht, was die Inflation ausgelöst hatte, sondern wie furchtbar diese Erfahrungen erlebt wurden, und welche Folgen sie hatten.
Die Angst ist da, und wird instrumentalisiert und mit voller Absicht geschürt, um das eigene Süppchen zu kochen.
Glücklicherweise gibts NDS, SF, wiesaussieht und all die anderen, die die nötige Sachaufklärung betreiben.
Grüße
Da mutieren weltweit alle Zentralbanken und die EZB ganz aktuell zu Bad Banks, und hier wird so getan, als ob die Geldmenge doch niemals in den Waren- und Güterkreislauf schwappen würde. Niemals, niemals, niemals nie:
Die Scheinchen machen nur Urlaub und ruhen sich aus, und pausieren ne Runde, kurz bevor wir alle Milliardäre werden.
Nach dieser Inflationstheorie kann es also keine Stagglation geben; die 70er sind damit nie geschehen. Widiwidi wie sie mir gefällt …
Toll wäre es, wenn Sie Ihre Behauptung auch mit Zahlen untermauern könnten. Die 70ger, jedenfalls in Deutschland, waren das Beste was der Masse der Bevölkerung dieses Landes nach dem Krieg passiert ist, zumindest was den allgemeinen Wohlstand angeht. Sollten Sie da andere Erkenntnisse haben, bitte einstellen.
Widde widde und so….
Die 70er Inflation war dem Ölpreisschock geschuldet und hatte nichts mit Geldschöpfung zu tun. Widdewidde … ;-)
Nö, ich vergesse die Inflation nicht. Selbst wenn die allgemeine Preissteigerung nur bei 2 % pro Jahr liegt, dann sind das in 10 Jahren mal eben 20 %. Die Kohle entwertet sich beständig. Also runter vom Konto und investieren. Das ist der einzig sinnvolle Weg. Und bloß nicht “anlegen”. Die Zeiten sind lange vorbei.
Recht so. Negative Renditen lassen Investitionen in langlebige und möglichst wertbeständige Güter als ratsam erscheinen. Selbst ein Urlaub mehr im Jahr ist im jetzigen Szenario besser, als sparen über das Maß hinaus.
Mehr. Zinseszins-Effekt nicht vergessen.
Darf man Ihre Einlassung also als Plädoyier für eine höhere Inflation verstehen, damit sich endlich die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes erhöht? Dann wären wir uns ja fast einig.
Nein, höhere Inflation führt dazu, daß sich mein mehr oder weniger sauer verdientes Geld noch schneller entwertet. Vielleicht sogar viel schneller, als ich es ausgeben kann. Dann müßte man sich die Frage stellen, warum man überhaupt noch arbeitet, denn die Lohnentwicklung bleibt ja allgemein hinter der Inflation zurück. Ich würde dann eher in die Selbstversorgung gehen und in den Tauschhandel einsteigen. Naturalie gegen Naturalie oder Dienstleistung gegen Naturalie. Im Hamsterrad der Geldentwertung geht man jedenfalls ganz sicher irgendwann kaputt.
Was “entwertet” denn da? Verbuddelst Du Deine Verdienste im Garten, um mit ihnen in zwanzig Jahren etwas zu kaufen?
Nein, die liegen auf dem Tagesgeld- bzw. Girokonto. Auf´s Tagesgeld bekomme ich momentan 0,6 % Zinsen, bei locker 2 % Inflation. Also kann ich für das gleiche Geld immer weniger kaufen. Für mich ist das eine Entwertung. Oder sehe ich das falsch?
Also wenn ich einkaufen nehme, zahle ich in bar oder mit der Karte zum Girokonto und nicht mit meinen Ersparnissen.
Dass Du auf Dein Tagesgeldkonto kaum Zinsen bekommst, ist der Finanzkrise geschuldet. Die Banken haben schlicht keinen Bedarf an Kundeneinlagen, da sie ohnehin kaum Kredite vergeben. 2% Inflation nun als “Entwertung der Einkommen” zu bezeichnen, ist jedoch ziemlich daneben.
Tagesgeld 0,6%? Da geht deutlich mehr. Wenn auch nur für begrenzte Summen und begrenzte Zeitdauern. Z.B. die Wüstenrot Bank bietet für 10.000€ immerhin 2,44% für 6 Monate.
Ich weiß, die ständige Beobachtung der Entwicklungen ist lästig. Aber irgendwann hat man mal so viele Tagesgeldkonten eingerichtet (ich hab’ inzwischen fünf, urgs), das man einfach stets in das am besten rentierende umschichtet.
Wie würdest du das denn bezeichnen? Von Geldwertstabilität kann nun mal keine Rede sein, egal wie klein die Zahl ist. Jedenfalls sofern sie größer als Null ist und die Nettoeinkommen nicht mindestens genauso wachsen. Was hierzulande ja immer mal wieder der Fall ist.
Davon ab, auch eine geringe Inflation ist zugleich auch Schuldenentwertung, oder wie würdest du das bezeichnen?
Das sehen selbst die “Falken” der Bundesbank anders, die Geldwertstabilität bei einer Inflation von 2,0% sehen. Du hast also eine interessante Exotenmeinung, auf die ich jetzt auch nicht näher eingehen will.
Nein, da die normale Inflation beim Zins ja eingepreist ist. Nichts umsonst, steigt der Zins bei steigender Inflation.
Die Schwundgeld-Fans müssten eigentlich jetzt jubeln. Das gesparte Geld entwertet sich ganz ohne aufgeklebte Marken.
Und auch die Einkommen der abhängig Beschäftigten. Piloten und Lokführer können noch Lohnerhöhungen durchsetzen, Metaller und Chemiker auch (noch).
Andere Gehälter und Renten werden definitiv ent-wertet.
Mein Reden ;-)
Nicht ganz, wir haben es ja in den letzten zwanzig Jahren mit einer Reallohnstagnation zu tun, Lohnplus und Inflation halten sich also die Waage. Aber das hat nix mit Geldpolitik o.ä. zu tun, sondern ist politisch gewollt. In allen anderen Euroländern waren die Lohnerhöhungen höher als die Inflation.
@Peleo
Naaa.. den Vorteil von Schwundgeld sehe ich eher in einer erweiterten Werkzeugskiste zur Globalsteuerung der Wirtschaft. Zugegeben so argumentieren die Schwundgeld-Typen nicht, aber ein Kumpel und ich haben uns vor einer Weile folgende Gedanken gemacht:
-Wenn die Zentralbank Gebühren auf Geld verlangen kann, hat sie eine weitere Möglichkeit die umlaufende Geldmenge wieder einzusammeln.
-Die Höhe der Entwertung bestimmt nicht nur die Nachfrage und das Tauschverhältnis Realgut/Papermoney, sondern auch den Wechselkurs, sodass die Zentralbank neben der Devisenanhäufung einen weiteren Mechanismus zur Eindämmung einer allzu hohen Aufwertung hat. (Das Problem stellt sich ja angesichts der Idee eines Nordeuros.) Um die Belastung inländischer Geldhalter zu minimieren, kann man die eingenommene Gebühr über niedrigere Abgaben/Steuern oder höhere Ausgaben für die Geldhalter neutralisieren.
-Da das Geld in regelmäßigen Abständen upgedatet wird, müssen die Geldsummen irgendwann zur Bank gebracht werden. Falls die Wertmarken an Personen gebunden sind, dann kann das Finanzamt besser kontrollieren. Der Schwarzmarkt und Schwarzarbeit wäre praktisch tot.
Abgesehen davon das die offiziellen Statistikzahlen viel zu tief angesetzt werden ( hier ein MUSS: http://www.shadowstats.com/) , nimmt Herr Berger die Zahlen für den USD und den Euro. Nun, jeder wird wohl mal gehört haben dass der US Dollar eine Weltreservewährung ist und nahzu ALLE Notenbanken der Welt den US Dollar halten. Ähnliches gilt auch für den Euro. So stiegen die Dollarreserven der Notenbanken von 1998 von 1 Billion $ auf 8 Billion $ im Jahr 2008. Die USA können auf Grund des Status des US-Dollars “Inflation exportieren”. Das erwähnt Herr Berger natürlich nicht.
Wer jetzt erwartet hätte ein oder zwei Sätze über die “Österreichische” Sichtweise zur Inflation zu erfahren und warum diese nun “abstruse” bzw “lächerlich”sei wird entäuscht.
Ich habe hier schon des öfteren die Lesart der “Austrians” zur Inflation kundgetan.
Die “Austrians” haben nämlich ZWEI Begriffe, Inflation und Teuerung.
Das Wort “Inflation” kommt aus dem lateinischen und heisst sowiel wie “aufblähen”, in diesem Fall die Geldmenge. Immer dann wenn die Notenbank Geld aus dem Nichts druckt, bzw eine Geschäftsbank Kredite aus dem Nichts schöpft, wird die Geldmenge erhöht. Es entsteht also eine Inflation. Das ist der eine, der MONÄTERE Aspekt.
Eine Ware kann aber auch “TEURER” werden aus realwirtschaftlichen Gründe, dh wegen Angebot und Nachfrage. Ein Preis kann zB dann steigen, wenn zB ein Anbieter ausfällt oder die Nachfrage besonders stark wird ohne das vorher die Notenpresse gelaufen ist.
Man sieht also, wenn man sich bisschen mit der “Austrians” Lesart auseinandersetzt, es sicher keine “abstruse” Lesart handelt. Herr Berger macht ja selber ein Beispiel mit dem Cafebesitzer und beschreibt Aspekte die GANAU die “Austrians” beschreiben. “Austrians” und Herr Berger haben was gemeinsames: Sie halten die Lesart der Monetaristen für Unfug.
Ein etwas vertiefender Artikel über “Inflation & Teuerung” kann der geneigte Leser hier finden:
http://www.gevestor.de/details/inflation-geldentwertung-teuerung-4031.html
Hier kommt Herr Berger dem Kern aller Dinge ganz nah indem er eine gerchtfertigte Frage stellt. Wo ist den das ganze Geld wenn “wir” es nicht haben, also nicht ausgeben können?
Ganz einfach Herr Berger, “wir” bekommen es ja nicht !!!
Wenn Geld gedruckt wird, dann hat immer derjenige den Vorteil der es ZUERST bekommt, also zuerst der Finanzsektor, in zweiter Linie dann der Immobiliensektor. Das führt immer schön zu den “Assetinflation”, die immer Diejenigen erfreut, die Aktien und Immobilien haben. Also man kauft sich mit dem neu gedruckten Geld Aktien, Rohstoffe, Immobillien. Die Preise bei Aldi bleiben davon unberührt.
Was hat der normaler Bürger davon der keine Finanzanlagen hat? Nichts! Was hat der Vermögende davon? Viel! Inflation, also Gelddrucken, begünstigt immer die Habenden zu Lasten der Nichthabenden.
Ausserdem finde ich die Behauptung, das wir keine Teuerung haben befremdlich. Wenn ich zur DM Zeiten zurückschau, und das waren jetzt 12 Jahre, dann haben wir doch jetzt schon nominell DM Preise. Hatte ich damals ein Coladose für 1 DM kaufen können, dass heisst für knapp 0,50 €, sind 1,50€ keine Seltenheit. 200% in 12 Jahre also. Bei Anderen Produkten sieht das nicht anders aus.
Wenn Herr Berger schon dem zustimmt, warum soll der Kleinsparer über den Umweg des ESM dafür haften müssen?
Desweiteren muss ich immer wieder feststellen, dass hier das Wesen einer Zentralbank nicht richtig dargestellt, nicht verstanden wird. Denn wie kann es kommen, dass es Leute gibt die Glauben, durch das schlichte drucken von Papiergeld die Geselschaft als Ganzes davon profitieren kann? Die Wahrheit ist, es profitieren nur bestimmte Kreise zu Lasten anderer Leute.
Ich möchte deswegen jedem der sich für die Österreichische Sicht über die WAHRHEIT einer Zentralbank interessiert folgendes Video empfehlen:
[gelöscht/SF]
Ab Minute 18:28 geht es los. Ab dort wird jedem klar, wie der “Hase läuft”. Bis 27:07 läuft der spezielle Abschnitt über die Zentralbank und wie Gelddrucken funktioniert und wer davon profitiert. Die 10 Minuten sollte sich jeder anhören, der etwas davon erfahren will, was die “Austrians” zu Zentralbanken sagen. Natürlich ist das ganze Video sehenswert, aber die speziellen 10 Minuten sind wichtig um das Theoriegebäude der Österreichischen Schule der Nationalökonomie zu verstehen, nämlich die Rolle einer Zentralbank und ihre Wirkung von Inflation in einer Gesellschaft. Der Referent ist Prof. Hans Hoppe der bei Jürgen Habermas Philosophie studiert hat. Er war nach eigenen Angaben ein Marxist bevor er “geheilt” wurde ;)
Sicher, ich schreibt ja auch für ein deutsches Publikum und behandele die Frage, ob es im Euroraum durch EZB-Interventionen zu Inflation kommen kann. Für Zimbabwe, Togo oder Iran stellt sich die Problematik anders dar. Aber das ist für das von mir behandelte Thema nebensächlich.
So, so – “Inflation exportieren”. So etwas gibt es in der Tat, nur verhält es sich in der Realität genau anders herum, da eigentlich nur ein Land, das einen hohen Exportüberschuss und eine hohe Inflation hat, Inflation exportieren kann. Das trifft z.B. auf das “dysfunktionale Duo” USA-China zu, nur dass es China ist, das Inflation in die USA exportiert. In China steigen die Löhne und damit auch die Nachfrage, was auch die chinesischen Exporte verteuert, da die chinesische Zentralbank ja ihre eigene Währung an einen Korb aus den Währungen der Länder, in die China Güter exportiert, gekoppelt hat. Für die USA und in geringerem Maße auch für den Euroraum ist dies eine (wenn auch geringe) importierte Inflation. Aber als “Österreicher” kannst Du mit solchen “Real-Terms-Betrachtungen” sicher wenig anfangen. Die Realität und die Theorie, ich weiß ;-)
Klar, am liebsten “bestrafe” ich die “Österreicher” durch Nichtbeachtung ;-)
Klar, weil die “Habenden” ja auch idR hoch verschuldet sind und die “Nichthabenden” Kredite zu einem fixen Zinssatz vergeben haben. Ihr “Ösis” seit schon irgendwie drollig ;-)
Wenn Du Coladosen an der Autobahnraststätte kaufst, können die auch schon mal 1,50 kosten. Wenn ich mal bei einem x-beliebigen Onlineshop nachschaue komme ich auf ganz andere Preise. Zieht man den Dosenpfand ab, kann man hier sogar eine “Cola-Deflation” beobachten ;-)
Muss er doch nicht *rolleyes*
Leute, die WAHRHEIT oder TRUTH in GROßBUCHSTABEN schreiben, sind mir a) suspekt und verbreiten idR b) die Unwahrheit.
OMG! Hoppe! Das wird ja immer doller. Das ist doch der Idiot, der immer das Recht des Stärkeren fordert und “Freiheit statt Demokratie” krakelt. Was für ein widerlicher Bullshit.
” Wenn wir heute von Inflationsrate oder von Inflation sprechen, sind wir sprachlich erblindet.
Wir haben Mühe, Ursache und Wirkung von einander zu unterscheiden. Eigentlich müssten wir das Problem an der Wurzel packen. Doch was ist die Wurzel? Fragen Sie die Menschen auf der Straße, werden viele die Inflation benennen aber die Teuerung meinen.”
http://www.gevestor.de/details/inflation-geldentwertung-teuerung-4031.html
Woher kommt der missionarische Eifer, in einem linken blog rechtsextremem Gedankengut zu huldigen? Mal abgesehen davon, extremistische Ideologien als Wirtschaftswissenschaft zu verkaufen, das ist schon sehr perfide.
Rechtsextremes Gedankengut? Das ist erklärungsbedürftig. Etwas konkreter bitte, werde gerne antworten.
Mit Colapreisen kann ich nicht dienen. Generell habe ich aber durchaus den Eindruck, dass die reale Inflation (also nicht die krude ‘Core-Inflation, die von Ökonomen und Politikern zum Behufe des Vertuschens der wahren Zahlen gepflegt wird) durchaus bei manchen Produkten zu einer Verdoppelung der Preise geführt hat.
Wie auch immer, kürzlich ging durch die Medien, dass sich die Kaufkraft der Deutschen seit 20 Jahren nicht verändert hat.
Ach ja, ob Inflation oder Teuerung: die korrekte Bezeichnung ist kann ich nicht beurteilen, ich bleibe beim umgangssprachlichen Verständnis von Inflation, das Teuerung meint :)
Nunja, dass sich die Kaufkraft in den letzten 20 Jahren nicht geändert hat, spricht ja schon gegen die angebliche Explosion der Preise, da sich die Löhne im gleichen Zeitraum ja nu nicht sehr elastisch gezeigt haben.
Und wenn man davon ausgeht, vom statistischen Bundesamt seit Einführung des Euro betrogen worden zu sein, dann müsste man das leicht nachweisen können. Oder man muss davon ausgehen, schon zu DM Zeiten betrogen worden zu sein, wo die Inflation deutlich höher war. Ich jedenfalls erinnere mich noch gut an Zigarettenschachteln für 2 DM (21 ST) und 10 Jahre später warens dann 5 DM (19 ST). Nein, so unlauter argumentieren nur Apologethen, ich weiss dass es so nicht geht:)
Mein erster “echter” Computer (ein 8086er mit damals gigantischer Festplattenkapazität von 20MB) hat m.W. neu rund 20.000 DM gekostet, ich habe ihn Anfang der 90er gebraucht für immerhin noch rund 3.000 DM gekauft. Zehn Jahre später hat ein ordentliches Notebook (damals hieß das noch Laptop) rund 6.000 DM gekostet. Heute zahlt man für die Einsteigerklasse bei Desktops und Notebooks jeweils rund 500 Euro und selbst das neue Macbook ist mit seinen idT sehr teuren 2.300 Euro immer noch sogar nominal preiswerter als frühere Notebooks von Apple, die m.W. immer einen Einführungspreis von mehr als 8.000 DM hatte.
Aber das ist jetzt das krasse Gegenbeispiel und geht so auch nicht … ich weiß ;-)
Genau, denn es gibt für die große Mehrheit der Bürger weitaus relevantere Beispiele anderer Preis/Leistungsentwicklungen. Z.B. beim Benzinpreis oder bei Mieten, deren Nebenkosten…
Ja, ja, die Mieten:
http://www.mietspiegel.com/wissen/103-mietenindex-deutschland-mietindex-die-entwicklung-der-mietpreise
https://www.deutsche-bank.de/pbc/pb-vermoegen-wertpapierberatung-dws-access-wohnen-drei-wohnungsmieten-lb.html?height=570&width=740
War klar. Und nun dasselbe nicht statistisch egalisiert unter Einbeziehung von MeckVP und anderer Hinterländer, sondern bezogen auf die Gebiete, wo tatsächlich ein Zuwachs an Bevölkerung stattfindet. Nimm’ einfach mal die 10 größten Städte.
Du kannst Dir auch die Einkommensentwicklung des obersten Einkommensdezils herauspicken und froh verkünden, dass die Einkommen in Deutschland massiv (weit über der Inflation!) gestiegen sind. Nur wem ist damit geholfen?
Äpfel != Birnen. Es geht (mir jedenfalls) nicht um die 10% der höchsten Einkommen, sondern um die große Mehrheit. Und wie sich deren Kaufkraft entwickelt hat. In diesem Sinn wäre interessant, wenn diese IW Studie nach Einkommensschichten differenzieren würde. Ich wäre nicht erstaunt, hätten alle Einkommensklassen bis auf die oberste an Kaufkraft real verloren.
Oder der Brotpreis: Mitte der 80er etwa 2 ½ mal so teuer wie Mitte der 60er, oder der Butterpreis: Heute etwa auf gleichem Niveau wie Anfang der 80er.
Oder die
„Entwicklung der Preise für Nahrungsmittel in Deutschland im Jahr 2010 gegenüber 2009“
(Quelle „statista“, Handelsblatt-Partner)
Steigerung um 1,6 %
um noch weiter zu verwirren … ;-)
Grüße
Dumm nur, dass der Benzinpreis nun gerade nicht so sehr von der Geldmenge beeiflusst ist. Zu den Mieten, Berger.
@Sam
Nö, die “große Mehrheit” wird durch den Mietspiegel ja sehr gut abgebildet.
Ich kann nicht glauben dass was Du da geschrieben hast wirklich ernst meinst. China exportiert Inflation in die USA ????
Punkt Eins: Die Chinesen exportieren keine Inflation in die USA, sondern GÜTER. WIe bezahlen die USA? SIe verschulden sich, drucken das Geld und geben es den Chinesen, die USA exportieren SCHULDSCHEINE. Dir sollte doch nicht entgangen sein dass die Chinesen US-Anleihen(=Schuldscheine) im Wert über 3 Billion USD halten! SIe sind der grösste ausländischer Halter von US Schuldtiteln.
Die chinesische Währung ist, wie du richtig gesagt hast, überwiegen an den US Dollar gekoppelt. ABer das ist ja grade das Problem für die Chinesen. Um nämlich die Koppulung beizubehalten, müssen sie in dem gleichen Ausmass Geld drucken wie US-Schuldschein in den Tresor der chinesischen Zentralbank reinströmen.
Punkt Zwei: Die chinesische Währung steht unter natürlichem AUFWERTUNGSDRUCK. Denn würden die CHinesen die Kopplung einfach fallenlassen müssten sie nicht neues Geld drucken, so das ihre Währung ggü dem Dollar an Wert gewinnt.
Punkt drei: Was passiert wenn der Yuan aufwertet? Die Löhne der Chinesen steigen durch die realtive Aufwertung und kaufen sich nun das Zeug selber welches sie ansonsten in die USA exportieren würden. Durch die Aufwertung des Yuan wird der USD schwächer, die Preise für chinesische Waren wird in Dollar ausgedrückt höher!
Man sieht also: Die USA können die Schuldscheine drucken und an die CHinesen EXPORTIEREN solange die Chinesen im gleichen Takt die Notenpresse laufen lassen. Wenn die CHinese aber aufhören, dann fällt der Aussenwert des Dollar und die Teuerung in den USA beginnt.
Und wie immer zeigt sich der gleiche Ablauf: Erst kommt die Inflation(Gelddrucken), dann zeitlich verzögert die Teuerung(Preise steigen).
Wie willst Du den dann ihre erhellenden Sichtweisen beurteilen können? Muss man sich nicht zuerst in die Gedanken des Feindes hineinversetzten können um ihn dann zu “bekämpfen” ;)
Nun, der eine ruft “Freiheit statt Demokratie”, der andere “ESM statt Demokratie” ;)
Nichtdestotrotz, ab Minute 18:28 erzählt er eine schön Geschichte:
“Assume your are a central banker….”, nur 10 Minuten lang. Faktische eine schöne gute Nachtgeschichte
Das sagt übrigens auch der “Österreicher” Gerginov, den Du oben verlinkt hast:
http://www.gevestor.de/details/china-exportiert-inflation-in-die-usa-503440.html
Es ist hoffnungslos mit Dir ;-)
Was meinst Du denn, woher die chin. Zentralbank so viele Dollar hat? Natürlich stammt ein Großteil der Devisenreserven aus den stetigen Kursmanipulationen. Würde die chin. Zentralbank den Renminbi frei “floaten” lassen, würde er binnen Minuten rasant aufwerten und die Dollarbestände würden an Wert verlieren. Nicht nur das: Die Exporte würden sich ebenfalls verteuern und der Exportüberschuss dahinschmelzen. Das will China nicht. Die Chinesen sind hier keine Opfer der bösen Amis, sondern haben sich den ganzen Mist mit ihren gigantischen Dollarreserven selbst eingebrockt, weil sie ihre Währung künstlich niedrig halten.
Eben ;-)
Die Teuerung für Importe aus China, was nicht wenige amerikanische, deutsche, mexikanische etc. pp. Unternehmen sehr freuen würde.
Papperlapapp. Du unterstellst in diesem Beispiel ja ausdrücklich, dass die Teuerung dann kommt, wenn China aufhört, Geld zu drucken. Das ist zwar auch Unfug, aber damit widerlegst Du den anderen Unfug ja selbst.
Sorry, bei derart rechtem Gedankengut hört meine Empathiefähigkeit auf.
Haha. Hoppe ist doch einfach nur krank. Wenn ich den Unfug von ihm lese kommt es mir hoch. Ein Glück, dass seine “Thesen” ohnehin keine Verbreitung finden und selbst von den Ultras als widerlich angesehen werden. Ansonsten wäre der Mann ein klarer Fall für den Verfassungsschutz.
Nur kurz am Rande und total am Thema vorbei, möchte ich erwähnen – weil sich der Hoppe u.a. auf den Ludwig von Mises beruft, und beide Herren m.E. mehr oder weniger krank sein könnten bzw. gewesen sein könnten ;-) – dass Richard von Mises trotz seines Bruders was gescheites geworden ist und zumindest im Fachbereich der Ingenieure einen unsterblichen Namen hat. (Gestaltänderungshypothese nach von Mises)
Ich stimme Jens Berger ausdrücklich zu: Hoppe IST ekelhaft. Demokratie weg, Verfassung weg usw … usf … Auch in Texten von Mises, auf den hier noch häufiger von „Österreichern“ verwiesen wird, findet man menschenverachtenden Dreck ich habe einige Texte von beiden gelesen, die wahrlich Übelkeit erzeugen. Dennoch sind solche „Hinweise“ auf solcherart Ideologen durchaus manchmal „hilfreich“ (wenngleich man auf solche „Hilfe“ als Demokrat durchaus verzichten kann), aber anders, als die „Austrians“ wohl meinen: Wie nur wenig anderes illustrieren solche Figuren die Demokratie- und Verfassungsfeindlichkeit sowie Menschenverachtung der dahinterstehenden „Österreicher“- Ideologie.
Auf der gemeinsamen Seite des österreichischischen Gewerkschaftsbundes und der Arbeitskammer ist vor einigen Jahren ein ganz interessanter Text zur Geschichte der „österreichischen Schule“ veröffentlicht worden, auch mit deutlichen Hinweisen auf Sektierertum (Mises, Hayek) und rechten Rand (heutige „Austrians“, amerikanische „Austrians“). Für die, die es interessiert. ;-)
„Lehren und Irrlehren der österreichischen Schule“
Grüße
Danke, mich interessiert der Artikel sehr.
Gern geschehen.
Grüße
Schon faszinierend wie wenig über die Denkschule wirklich geschrieben wird, im Grunde garnichts. Einer der zentralen Punkten der “Austrians” ist das Beschreiben des Weses einer Zentralbank. Kein einziges Wort findet man dort über die Zentralbank.
Anstaat sich mit diesen tatsachenverzehrenden Hasschriften auseinanderzusetzten sollte man doch die Quellen selber lesen
@ Sergio
Verehrter „Sergio“,
ich denke, man sollte mit der verlinkten Quelle nicht zu hart ins Gericht gehen; denn natürlich wird man den „Österreichern“ aus links-etatistisch-kollektivischer Ecke vorwerfen, dass sie weder links, noch etatistisch, noch kollektivistisch genug denken. Das kann man den Gewerkschaftlern also nicht wirklich vorhalten. Oder wie es ein schlauer Fuchs mal gesagt hat: „Wir leben alle unter dem gleichen Himmel, aber wir haben nicht alle den gleichen Horizont.“
Viel interessanter finde ich an dem Text das, was man als aufgeklärter Mensch getrost unterschreiben kann:
Und:
Ich denke, es ist durchaus erfreulich und lässt hoffen, wenn man als „Österreicher“ auch einmal aus linker Ecke bestätigt bekommt, dass Marx und die auf ihn zurückgehenden wirtschaftlichen und politischen Wahnsysteme sowohl in Theorie als auch in Praxis als gescheitert und überwunden anzusehen sind. Wer der „Österreichischen Schule“ soweit folgen kann, wird auch fähig sein, die Richtigkeit ihrer weiteren Erkenntnisse zu begreifen. ;-)
Mit österreichischen Grüßen
Es sagt genau das, was ich dir verzweifelnd versuche klarzumachen. In dem Link schreibt Gerginov:
Es ist ja genau das was ich die oben beschreibe! Weil der Yuan aufwertet, geht der Dollar runter.
Warum wertet der Yuan auf? Weil die Chinesen NICHT mit dem GLEICHEN TEMPO GELD drucken wie die USA. Der Yuan wertet auf!
Wie ich oben geschrieben habe: Indem Moment wo ein Land relativ weniger druckt als sein Handlespartner fällt, der Aussenwert der Währung seines Handelspartners.
Da ist schon dein Denkfehler.
Die US-Dollars kommen aus den Exporten. Nicht aus “Kursmanipulationen”. Die Chinesen brauchen den Dollar gar nicht zu kaufen, die US Dollar Scheine kommen aus den Handelsbeziehungen automatisch in das Land!
Was machen die Exporteure mit dem US-Dollar Guthaben? Sie tauschen die USD gegen Yuan. Aber weil der Yuan am USD gekoppelt ist, kommen die Yuans von der chinesichen Notenbank , werden also NEU gedruckt. Diese “Kursmanipulation” ist also dem Umstand geschultet, dass man den Y am USD gekoppelt hat.
Die Chinesen sind keine Opfer der Amis. Sie haben ja den Dollar als “Anker” für ihre eigene Währung gewählt und daran gekoppelt um ihre Wirtschaft eine Stabilität zu geben. Das haben früher viele dritte Welt Staaten gemacht. Sie tun ja den Amerikanern jetzt einen Gefallen damit wenn sie ihre eigene Währung künstlich abwerten, weil sie nun den Dollar künstlich aufwerten. Indem Moment wo die Chinesen den Yuan aufwerten, steigen in den USA die Preise.
Somit ist auch bewiesen das deine folgende Äusserung nicht stimmt:
Was Du als “Unfug” bezeichnest ist bei genaueren Betrachtung richtig, wie oben genau beschrieben. Es sein den Du verweigerst dich von den elementaren Erkenntnis der VWL, das der Aussenwert einer Währung davon abhängt wie intensiv die Druckerpresse genutzt wird. Da Du aber umbedingt “willst”, dass es keine Teuerung gibt wenn man die Notenpresse benutzt, keine ich deine Weigerung sogar nachvollziehen.
Ich kann beim bestem Gewissen nicht nachvollziehen was an “Austrians” “Rechts” ist. Mises, einer der berühmtesten “Austrians” war selber Jude. Er wurde von den Nazis verfolgt. Selbst die Kommunisten unter Stalin haben ihn verachtetet, weil er in seinen Schriften bewiesen hat warum totalitäre Staaten wirtschaftlich immer scheitern werden. Das macht ihn und seine Arbeiten ja so wertvoll.
Was Hoppe angeht, bist Du mir zu polemisch. Er ist in deinem Sinne vielleicht kein “Demokrat”, er ist eher “republikanisch” vielleicht sogar anarchistisch. Aber für jemanden wie dich, der eine starke Staatsgläubigkeit hat ist so jemand wie Hoppe ein rotes Tuch, auch dafür habe ich Verständnis.
Dennoch würde mich mal interessieren was Du über sein Vortrag ab Minute 18 bis 27 denkst, wo er die betrügerischen Funktion einer Zentralbank aufzeigt.
Ich schreibe lediglich, dass Gerginov dieselbe Grundaussage macht (die Du ja als lächerlich darstellst). Dass er als “Ösi” zu keiner stringenten ökonomischen Herleitung dieser Aussage fähig ist, überrascht mich nicht. Natürlich ist seine Erklärung – vorsichtig gesagt – Blödsinn. Aber selbst eine kaputte Uhr geht zweimal am Tag richtig ;-)
Süß ;-)
Du hast wohl noch nie gehört, dass der Tauschwert zweier Währung etwas mit dem Tauschtransaktionen zu tun hat? Den Märkten ist es vollkommen wurscht, wie viel Geld in einer Volkswirtschaft geschöpft wird, Einzig und allein entscheidend ist, wie groß Angebot und Nachfrage beim Tausch der beiden Währungen sind.
Aber da Ihr “Ösis” ja der festen Überzeugung sind, dass die Märkte allwissend sind und alles, was Euch in den Kram passt, ohnehin antizipieren, kann ich das auch meinem Hund erzählen.
Was für eine abenteuerliche Aussage, die (wie alle Theorien der Österreicher) empirisch nicht einmal im Ansatz belegbar ist.
Wenn dem so wäre, wäre der Renminbi ein “Free-Floater”. Das ist er aber nicht, wie eigentlich jedermann, der sich auch nur ein klitzekleines Bisschen mit Währungen auskennt, weiß. Oder was meinst Du, wie die Chinesen das mit Ihrem Basket handhaben? Exportieren sie gezielt in die Währungsräume? Das ist ja geradezu abstrus!
Und mit was zahlen die Exporteure ihre Arbeiter und Zulieferer? Mit was zahlen sie Steuern? Hast Du eigentlich auch nur ein rudimentäres Wissen über Währungstransaktionen? Wer sitzt auf den Dollar-Reserven? Die chin. Notenbank? Oder die Exporteure? Ach, da gibt es einen Unterschied?!? Ja!
So, so ;-)
Die chin. Notenbank hat also nicht nur gigantische Forderungen an die Treasury, sondern auch an die chin. Exporteure? Sehr interessant! Das sind ja Teufelskerle, diese Chinesen!
Ja, darüber sind die Amis ganz happy. Warum sie bei jeder nur denkbaren Gelegenheit wütend Richtung Peking poltern und die Chinesen auffordern, ihre künstliche Abwertung endlich zu lockern, kann man als “Ösi” natürlich nicht verstehen. Ich sehe auch keinen Sinn darin, Dir das zu erklären. Da erkläre ich es lieber meinem Hund. Der hört wenigsten zu.
In der Logik würde man das wohl Petitio principii nennen.
Nein! Wie denn auch!!1!1
Jude ist Broder auch und selbst Avigdor Lieberman ist Jude. Mir wäre es ganz neu, dass das Judentum vor rechtem Gedankengut schützt.
Quatsch. Er bezeichnet sich ja selbst als Antidemokrat und lehnt die Demokratie als Tyrannei der Massen ab.
In einem Wort? Bullshit!
Guten Morgen,
der Tag fängt ja gut an :)
Er sagt genau das, was ich auch sage, dass eine Aufwertung des Yuan zu steigenden Preise in den USA führen wird. Du hast ihn ja noch als “Kronzeugen” für deine Argument angeführt, Die Chinesen haben doch durch die Kopplung an der USD den Export der Inflation aus den USA erst ERMÖGLICHT.
Du hast ja behauptet, das die Chinesen Inflation exportieren. Die Chinesen exportieren Güter, keine Inflation. Indem Moment wo die Chinesen weniger Güter exportierern, sinkt auch die Möglichkeit der USA Inflation zu exportieren. Das ist der Kausalzusammenhang
Jeder der Währungen und/oder Staatsanleihen verwaltet interessiert das sehr wohl wie sich die Geldmenge und Zinsen ändern. Muss ich dich an deine geliebeten Spekulanten erinnern ? Du weist selber dass deine Aussage falsch ist.
Das ist doch nicht deine Ernst? Die US-Dollars kommen doch aus den Verkaufserlösen aus dem Ausland…woher sollen die denn sonst kommen???? Ob der Renminbi ein FreeFloater ist oder nicht, ist doch was die Herkunft der USD angeht vollkommen gegenstandslos.
Nein, aus volkswirtschaftliche Sicht ist es egal wer der Besitzer ist.
Die Chinesen bezahlen ihre Arbeiter nicht mit Dollars sondern mit dem Yuan. Deswegen tauschen sie doch ihre Dollars bei der Notenbank gegen den Yuan. Und was macht die Notenbank mit den Dollars? Sie kaufen US Anleihen.
Wie kommst Du den darauf?
Nein, da die Exporteure ihre Dollarerlöse bei der Notenbank gegen neu gedruckten Yuan tauschen, und die Notenbank die Dollars wiederum gegen US-Anleihen tauscht, hat die chinesiche Notenbank eine Forderung gegen die USA, aber Verbindlichkeiten gegen die Yuan-Halter.
Du meinst das populistische Gepolter? Das nimmst Du ernst? Die Motivlagen sind da doch sehr unterschiedlich.
Er lehnt Demokratie nicht ab. Er sagt dass in einer Demokratie 51% über 49% der Menschen regiern können. Er ist ein starker befürworte für Selbstverwaltung und gegen Zentralismus. Wen es interessiert, ein sehr interessanter Vortrag über genau dieses Thema, sehr unterhaltsam, auch wen man nicht alles Teilen mag:
[gelöscht/SF]
@Sergio
Eben! Nur die Schlussfolgerung ist dann doch diametral anders.
Güter für Geld. Teurere Güter (in US$) = höhere Preise. Wir sollten hier schon die normale Inflationsdefinition verwenden und nicht die aus der Parallelwelt der Österreicher.
Offenbar nicht, ansonsten hätten die Anleihen der USA, Deutschlands und Japans ja keine Rendite, die weit unter der Inflation liegt.
Aus den USA? Von US-Endkunden? Zum Teil sogar – igitt igitt – auf Kredit, also aus der Presse, wie Du sagen würdest ;-)
Aber nicht für den Wechelkurs und nicht(!!!) für den der Exporte. Darüber reden wir doch.
Nur, dass nur die “Besitze” der Notenbank als Währungsreserven gelten.
Und nicht nur das. Ohne die Interventionen würde bei dem von Dir geschilderten Mechanismus der Dollar abwerten, da die Menge an Dollar, die in Yuan getauscht werden soll, viel größer als die Menge an Yuan ist, die in Dollar umgetauscht werden soll. Daher tauscht die chin. Notenbank zusätzlich Yuan in Dollar, um den Renminbi-Kurs niedrig zu halten. Davon rede ich.
Ich komme nicht darauf, sondern denke nur durch, was Du “vordenkst” ;-)
Sind sie das? Für US-Produzenten ist es sicher kein Vorteil, dass der Renminbi zu niedrig notiert.
Erzähl doch keinen Quatsch! Ich könnte jetzt auf ein IV von ihm in der Jungen Freiheit verlinken. Das tue ich nicht, aber Du wirst es spielend leicht über Google finden.
Du wirst sicher verstehen, dass ich derart menschenverachtende Hetze hier nicht stehen lassen kann.
„Tatsachenverzehrende Hassschriften“? Dann lieber Hassprediger wie Hoppe, Mises u. Co., nicht wahr, “Sergio”??
Jens Berger hat völlig recht, diesen Mist zu löschen. Wie ich schon sagte: Ich habe auch ein paar ihrer Texte gelesen, und „Antidemokrat“ trifft exakt den Namen des Tickets, auf dem Hoppe reist.
Und ihn als „Republikaner“ zu bezeichnen ist im Wortsinn eine Frechheit, inhaltlich lediglich zutreffend, wenn man diese Type mit dem rechten Teaparty-Gesindel innerhalb der republikanischen Partei, wo er idT gut hinpasst, in den USA in Bezug setzt, wo Hoppe ja lebt.
Und diese Äußerung:
„Einer der zentralen Punkten der “Austrians” ist das Beschreiben des Weses einer Zentralbank.”
zeigt, daß du noch nichtmal Ahnung von deiner vergötterten Religion hast, und zeigt lediglich, daß da einer Schwarten wie „End the Fed“ eines Ron Paul samt diesem für den Nabel der Welt hält, aber diese Welt sieht nunmal anders aus.
Sie scheinen wohl einer der treusten Lesern dieses Blogs zu sein, dass lassen zumindest ihre Lobhudeleien zu wirklichen jedem SF Artikel vermuten. Dabei lassen Sie sich zu Äusserungen hinreisen, die mich dazu verleiten würden Ihnen ein Stipendium zur Wiederholung der Grundschule zu spendieren.
Jemanden als “Antidemokraten” zu bezeichen und damit zu verunglipfen ist schon infam. Aber Sie scheinen ja nicht interessiert zu sein an der Meinung anderer sondern wollen ihre Vorurteile pflegen und scheuen sich nicht mal Andersdenkenden auf das übelste zu beschimpfen. Sich dann noch die Rolle als Wächter der Demokratie zu betrachten ist mehr als irritierend, besonders dann wenn man PRO ESM und PRO Enteignung des arbeitenden Bevölkerung mittels Inflation ist. In diesem Zusammenhang wird es für mich wohl ein ewiges Geheimnis bleiben, wie es möglich ist, dass es Menschen gibt die wirklich glauben, das durch das schlichte drucken von Geld keine wirtschaftliche Konsequenzen geben kann. Man geht sogar soweit Leuten mit geringen ökonomischen Vorbildung ihre vollkommen berechtigte Ängste vor Geldentwertung als “Hirngespinst” abzutun. Da wird die auf hochtouren laufende Notenpresse von den Falschflüsterern als Deus Ex Machina, als alchemiestischer Zauber angepriesen, als könne man aus Blei Gold, aus Kuhmist Rosinen herstellen.
Das der SF Links löscht die ihm nicht gefallen ist sein gutes Recht, ist ja sein Blog. Zensur hat aber immer ein bitteren Nachgeschmack, damit muss er leben. Im diesem Sinne möchte ich aber an die mahnenden Worte von Roas Luxemburg erinnern dürfen, die sagte, dass Freiheit immer die Freiheit der Andersdenkenden ist.
Schönen Abend noch
Entschuldige, Jens. Auch wenn Sergio nur Dünnpfiff labert, aber Dein Beleg für die abenteuerliche Behauptung, China investiere Inflation in die USA ist einfach lächerlich.
Der Typ fährt die alte Rassistenschiene, was der Gelbe Mann macht, ist falsch. Man bejammert die Billiglöhne und die schlechten Umweltbedingungen, aber wenn die Löhne kräftig steigen und wegen katastrophalen Umweltraubbaus die Ausbeutung seltener Erden beschränkt wird, jammert man noch lauter. Richtig machen im Sinn dieser Blase ist Unterwerfung. Die Gelben und Neger wollen Wohlstand? Sind die verrückt geworden? Dafür reichen doch die Ressourcen nicht.
Aber Du bist auch nicht so toll besser. “Kursmanipulationen”, das ist doch der neoliberale Mythos vom marktgerechten Wechselkurs. Der passt, wenn “die Märkte” in die eigenen Richtung spielen, ansonsten manipuliert man selbst. Muss ich Dir wirklich aufzählen, aus welchen Gründen IMF, FED und andere in den letzten Jahrzehnten in die Kursbildung interveniert haben?
Mal rein empirisch: Der Renminbi hat seit letztem Jahr einen erheblich grösseren Schwankungsspielraum, was heisst, dass die Renmin Yinhang nicht Devisen ver- oder aufkauft, bis diese Grenze überschritten ist. Mehrfach ist der Dollar in der Zeit unter den Referenzkurs gefallen. So toll ist das nicht mit der Unterbewertung. Freies Floaten heisst, den Wechselkurs den Day- und Millisecondtradern unterwerfen. Dass die Chinesen so blöd nicht sind, finde ich gut. Und Krugman labert da Scheisse gegen seine eigentliche, nicht marktanbetende Agenda. Ein wenig Nationalist ist auch er.
Was das “Geld drucken” angeht: China hat immer noch einen Leitzins über 6% und 20prozentige Mindestreserven für die Banken. Wo ist da das “Geld drucken”? Das ist eh eine idiotische Phrase des Monetaristenpacks, das den Unterschied zwischen Geld und Kredit so wenig sehen will wie den zwischen Betriebs- und Volkswirtschaft. Aber von Deinem Kommentar bin ich auch nicht begeistert.
a^2
Meinst Du? OK, dann leite ich das noch mal her. In China steigen die Löhne wesentlich stärker als in den USA. Dadurch verteuern sich die Preise der chin. Güter, zumal der Renminbi konstant zum Dollar bleibt. Chin. Produkte verteuern sich also in den USA und da diese Produkte einen gehörigen Teil am stat. Warenkorb ausmachen, treibt dies (wenn auch in einem kleinen Maße) die Inflation. Wo soll da ein Argumentationsfehler sein?
Ja, der Typ geht gar nicht. Ich habe ihn nur verlinkt, weil er “Ösi” ist und die gleiche Grundaussage macht, die Sergio ja immer noch bestreitet.
Wieso Mythos? Wenn ein Land permanent mehr Güter exportiert als importiert, muss die Währung halt aufwerten. Nur so kommt es langfristig zu einem Gleichgewicht. Die chin. Politik ist eine Art Protektionismus. Man will die industrielle Basis vor Konkurrenz aus dem Ausland bewahren. Den Preis dafür zahlen nicht zuletzt die chin. Arbeiter, die Importe teurer bezahlen als es sein müsste.
Bei den Währungskursen? Glaube ich nicht. Das machen die Schweizer und selbst dort ist das ganze hoch umstritten, obgleich ich diese Intervention durchaus verstehen und nachvollziehen kann.
Sehe ich – das wunder Dich sicher nicht – anders.
Das sagt Sergio und nicht ich. Die 6% müssen aber auch im Zusammenhang mit der Inflation gesehen werden, die im letzten Jahr immerhin offiziell bei 5,4% lag – auch das ist übrigens ein Problem, das auch (nicht nur!) aus der Abwertung des Renminbi resultiert.
Ab wieviel % wäre denn ein Ansteigen des Preisniveaus infolge von Inflation kritischer zu sehen als im Artikel?
Der “Angst” vor der Inflation könnte man doch eigentlich am besten mit Zahlen begegnen…
Die Frage ist nicht so leicht zu beantworten und hängt von vielen Faktoren ab. Krugman und Flassbeck sehen für Deutschland beispielsweise die “ideale Inflation” bei 4,0 bis 5,0%. Das ist sicher realistisch. Aber es macht natürlich einen großen Unterschied, um welche Art von Inflation es sich handelt. Handelt es sich beispielsweise um eine “Außeninflation” (z.B. durch einen neuen Ölpreisschock), ist jeder Prozentpunkt ein Prozentpunkt zu viel – zumindest für ein Exportland wie Deutschland. Generell würde ich sagen, dass die Inflation nicht höher als 5,5% sein sollte. Auch wenn leicht höhere Werte sicherlich noch verkraftbar wären, wäre das schon ein Problem. Über 8,0 bis 9,0% wird es brandgefährlich.
Soweit ich das verstanden habe, sollte man Inflation auch korrekt als Wertverlust der Währung und nicht Preissteigerung verstehen. Das ist ein wichtiger Unterschied, da der Staat bei den Verbraucherpreisen noch via Subvention oder Grenzerlass eine Steuerfunktion zum Wohle seiner Bürger ausüben kann.
Ein verantwortungsbewußter Staat natürlich.
Das kommt sicher auf die Perspektive an. Wenn man den Reichen das Wort redet und suggerieren will, dass die volkswirtschaftlich notwendigen Preissteigerungen die Ersparnisse auffressen (obgleich die Inflation in den Zinsen immer eingepreist ist) kann man idT von einem Wertverlust der Währung sprechen. Die “Kollegen” auf dem INSM-Blog oder die “Österreicher” machen das bestimmt auch . Ich nicht.
Die Wertverlustdefinition hätte aber den Vorteil, dass der Staat die Möglichkeit hätte, die Inflationseffekte für lebensnotwendige Güter zu verhindern, so dass nur reine Luxusgüter für die breite Masse unfinanzierbar würden.
Warum sollte der Staat das tun? Der Staat sollte lieber dafür sorgen, dass sich jeder diese Lebensmittel leisten kann, also z.B. Hartz IV zeitnah(!) an die Preissteigerung angepasst wird – was das BVerfG ja auch vorgeschrieben hat.
Subventionierte Lebensmittel sind sicher der falsche Weg.
@SF
Stimmt :-).
Um Standard-Einkommen und Renten dauerhaft über der Inflationsrate zu halten, müssten diese mit einem Inflations-Index versehen werden wie (früher?) in Italien.
Das war gegen die Bundesbank-Philosophie und w. W. in D nur bei Erbpachtverträgen erlaubt. Ist das noch so?
Würde mich jetzt interessieren warum 5% “Gut”, 8% als “gefährlich betrachtest…
“Würde mich jetzt interessieren warum 5% “Gut”, 8% als “gefährlich betrachtest…”
Vielleicht sind ihm doch noch die einst erlernten Grundlagen der Exponentialrechnung eingefallen. 5% pro Jahr macht nach 5 Jahren insgesamt ca. 28% Geldwenigerwert, 8% pro Jahr dagegen schon 47%.
Enteignung der Sparer, Rentner und Pensionäre um ein Viertel klingt halt nicht ganz so wild wie dass man ihnen die Hälfte weginflationiert.
Nicht zu vergessen die Leute, die sich ein Häuschen auf Erbpachtbasis zugelegt haben. Erbpacht machen die kleinen Leute, die sich ein Haus mit Grundstück nicht leisten können.
Diese Verträge, auch mit kirchlichen Einrichtungen, sind an den Verbraucherpreis-Index gekoppelt. Bei 8 Prozent Inflation ist man innerhalb eines Jahrzehnts ruiniert – und verkaufen kann man nicht, denn so ein Haus will dann keiner mehr haben.
@Very Serious Sam
“5% pro Jahr macht nach 5 Jahren insgesamt ca. 28% Geldwenigerwert, 8% pro Jahr dagegen schon 47%.”
Dein Rechnung stimmt vermutlich nicht; ich komme auf ganz andere Zahlen. Die Exponentialfunktion hat meines Wissens nichts mit der Inflation zu tun.
Ich lasse mich jedoch gerne belehren…
@ Herr Karl
Auf welche Zahlen kommst du den, und wie? Ich rechne einfach 1,05^5 bzw. 1,08^5. Und die Inflation ist sozusagen ein Musterbeispiel für eine Exponentialfunktion, wird jedenfalls bereits in der Sekundarstufe gelehrt.
@Very Serious Sam
Nehmen wir dein Beispiel eines Renters, der gespart hatte – sagen wir 100’000 Euro unter der Matratze. Bei 8% Inflation pro Jahr hätte die Summe dann nach 5 Jahren nur noch eine Kaufkraft von 65’908 Euro.
Die Exponentialfunktion greift meines Wissens nur bei zu einem vereinbarten Zinssatz angelegten Kapital.
@der Herr Karl, sie schrieben vom “vereinbarten Zinssatz” und damit haben sie mit zwei Worten das gegenwärtige System auf die richtige Größe reduziert und Rentner + Kopfkissen aufaddiert, 100 000 € sie träumen denn die Rentner von Heute führen mit Ü80 noch ein Automobil bzw. Taxi um die SPD zerstörte Wirklichkeit zu leben. Dem Bretton Woods System lag eine Geldwerte und in Gold gemessene Währung in $, ¥ (1 Yen = 0,0104224433 Euro), £ oder DM (Deutsche Mark), Dinar oder Peng inbegriffen und Gegenüber die jede Transaktion oder Spekulation greifbar machte. Der Wert den nationalen Banken als Sicherheit in Gold und in Kilogramms im Keller zu haben war Verpflichtend um bei einem drohenden Ausfall zu zahlen. Ein Wertesystem was seines Gleichen sucht wenn man es denn als Wert betrachtet? Die Gründe des Niedergangs (Bretton-Woods-System) sind unterschiedlicher Natur, Nixon, Napalm, Kissinger, the doors und Vietnam wurden in diesem Zusammenhang oft erwähnt jedoch nie bestätigt.
Neues von Gebäuden die trotz Stahlträger Konstruktion einstürzten?
@Very Serious Sam
Du hast doch recht: Die Preise steigen bei einer Inflation exponentiell!
Danke.
Auch wenn ich nicht verstehe, warum 4-5 ideal sein sollen und > 8-9 schon brandgefährlich.
Aber ich bin durchaus auch der Meinung, dass das Hyperinflationsgespenst ein nützliches Werkzeug für (bzw. gegen) die tumben Massen ist. Nichtsdestotrotz bin ich gegen eine lockere Geldpolitik für die Südstaaten, da die Probleme damit nicht gelöst und bestenfalls nur nach hinten verschoben werden.
Ich bin außerdem davon überzeugt, dass ein substanzieller (Geld-) Wertverlust gar nicht mal schädlich ist. Klar, für den einzelnen, dessen Geld schmilzt, wie Eis in der Sonne. Aber insgesamt: Geld, was weder für Konsum, noch für Investitionen ausgegeben wird ist schädlich. Und es müsste meiner Meinung nach KOSTEN, sein Geld bei der Bank zu deponieren. Also keine Belohnung durch Zinsen, sondern ganz im Gegenteil. Wer zu viel überflüssiges Geld hortet, gehört bestraft.
Da wäre eine nennenswerte Inflation schon mal ein Ansatz.
Vielleicht könnte man ja eine Inflation basteln, die die Realwirtschaft verschont, aber dafür die Finanzwirtschaft umso härter bestraft?
Irgendeinem Finanzmathematiker wird doch da sicher ein abstraktes Modell einfallen.
Sie sind auf dem Holzweg.
Wie kommen SIe auf die kühne Behauptung Geldentwertung wäre gut? Wenn SIe etwas erspart haben, wäre es für Sie erstrebenswert dass das Geld Kaufkraft verliert? Da muss eine Gehirnwäsche stattgefunden haben. Dieser Freigeld Unsinn ist scheint leider weit verbreitet zu sein.
Entgegengestzt der Meinung von Freigeld- und Keyns-Anhängern, ist sparen gut, den eine Volkswirtschaft wächst nur wenn sie spart und nicht wenn sie das Produzierte sofort verfriesst. Versuchen Sie mal sich persönlich reich zu konsumieren.
Wer Geld spart und es bei der Bank liegen lässst, ermöglicht es dass jemand sich das Geld leiht und investiert. Und nicht vergessen: Wer heute auf Konsum verzichtet und spart, ist der Konsument von morgen.
Und stellen sie sich mal die folgenden ehrliche Frage an sich selbst: Würden Sie ihr Erspartes in ein Schwundgeld anlegen, oder in andere Kaufkraft erhaltene Währungen? Gold zB ist diesbezüglich deswegen sehr begeehrt.
Der SF behauptet ja, zumindest früher, dass Gold in eine Blase ist, also vollkommen überbewertet ist. Das ist der Gleiche SF, der eine Entwertung des Geldes von 4%-5% propagiert. Alleine daran können Sie sehen dass der SF keine “Aufklärer” sonder ein Apologet ist.
Hören Sie sich verschiedene Meinugen an. Lesen sie wenn möglich Alles über ein bestimmtes Thema, glauben Sie aber Nichts. Nutzen Sie also Ihre gesunden Menschenverstand.
@Sergio
Was ein Schwachsinn:
1) “Sparen” entzieht Werte dem Wirtschaftskreislauf.
2) Man vermehrt seinen Reichtum (die Fressbefriedigung) durch Produktivität – also indem man etwas schafft – “Sparen” vermehrt genau nichts, außer einer Zahl,die rein virtuell ist.
3) Eine Volkswirtschaft kann nur durch Produktivität wachsen. Sparen reduziert sie.
Meine Güte – Orwellsches Zwiedenken in Reinkultur.
“Wenn man eingreifen will, sollte man es unbegrenzt tun. Denn jede Begrenzung wirft die Frage auf: “Was ist, wenn die Mittel erschöpft sind?” Da niemand diese Frage beantworten kann, verkaufen Anleger und Sparer weiter. Die Wirkung des Kredits verpufft. Das Ergebnis ist die schlimmste aller Welten: Kreditvergabe und Zusammenbruch.”
http://www.ftd.de/politik/europa/:gefahr-des-bank-runs-1931-darf-sich-nicht-wiederholen/70073355.html
Prophete links, Prophete rechts – das Weltkind in der Mitten.
Und in Gefahr und grosser Not bringt der Mittelweg den Tod.
a^2
Der Tenor des Artikels ist, wir brauchen den ESM und müssen ihm die Möglichkeit geben unbegrenzt Kredite aufzunehmen um damit die laufenden Kosten zu tragen.
Welche Kosten den?
Die Kosten die anfallen um der Bevölkerung ein Leben zu ermöglichen.
Solange die Menschen weiter das Geld als ihre Religion akzeptieren, sind Menschen einfach ein Kostenfaktor.
Auf dem Papier sind wir da drüber schon lange hinaus.
Menschenrechte und so.
Gibt es nicht irgendeine Möglichkeit oder Idee unser Zusammenleben besser zu organisieren? Ohne das der einzelne ein Kostenfaktor ist, der kleingehalten werden muss?
“Gibt es nicht irgendeine Möglichkeit oder Idee unser Zusammenleben besser zu organisieren? Ohne das der einzelne ein Kostenfaktor ist, der kleingehalten werden muss?”
Der Gedanke ist für sich genommen schon Anarchie und die Kosten die verursacht werden sind “Makroökonomisch gesehen Alternativlos” weil der vorherige Stand und das Zusammenleben in einem Solidarsystem durch die SPD zerdeppert wurde. Riesterförderung zum Beispiel sind für die Versicherungen und Konzerne lukrativer wenn die Rente sich am Markt orientiert, das Aktienpaket der Anleger am Markt dann auch Wehr technischen Nutzen bringt. Nur wer selbst zur Ware wird ist wirklich frei am Markt. “Wir sind wieder wer” und “in Europa wird Deutsch gesprochen”, das sollte ausreichen zumal die Niere oder Leber optimiert Transplantiert und damit das Überleben derjenigen sichert, die als Leistungsträger den Markt zu nutzen imstande sind, das kommt allen Bürgern zu gute was auf dem ersten Blick nicht immer ersichtlich ist.
“Wie jeder gute Politiker habe Merkel es verstanden, einen Mythos “vom verschlagenen Griechen und von treuherzigen deutschen Bankern” zu schaffen. Merkels Politik sei ihr unter den Bedingungen extremer Exportabhängigkeit “von dieser Realität aufgenötigt” worden. Merkel habe “sicherstellen” müssen, “dass die Freihandelszone intakt bleibt”. Zudem habe Deutschland “die Kosten der Stabilisierung des Systems minimiert, indem sie auf andere Länder abgewälzt wurden”. Schließlich habe Merkel “ihre Landsleute überzeugen” müssen, “dass die Krise durch verschwenderische Südeuropäer ausgelöst” worden sei.”
http://www.german-foreign-policy.com/de/fulltext/58395
Tja, den Spiegelfechter würde ich da im Vergleich zur Lösung von Sarah Wagenknecht keinesfalls als “links” einordnen. Was SF hier vertritt, ist bestenfalls “Obama-links” und führt mit Sicherheit in die Inflation und tut es schon. Er will ja keinem weh tun.
In den problematischen PIIGS-Staaten hat es ja im letzten Jahrzehnt eine starke Inflation über dem EZB-Ziel gegeben, in Griechenland etwa 40%, die nur durch die schwache Inflation in Deutschland & co. europaweit ausgeglichen wurde. Das hat natürlich hauptsächlich mit der Geldmenge zu tun, die in diesen Ländern auf Pump generiert wurde und in die Märkte geflossen ist. Wenn das Geld der Sparer nicht mal die Zinsen für den Inflationsausgleich bringt, dann wird sich das in die realen Märkte ergießen, was gerade passiert.
Was SF hier in die Köpfe der Leser einpflanzen will ist, dass sich die Preise nur an der realwirtschaftlichen Nachfrage orientieren, was leider völliger Unsinn ist, sieht man sich die Länder an, wo die Inflation eingeschlagen ist. Die Türkei wäre da doch ein nettes Beispiel. 2005 hat die “Neue Türkische Lira” 6 Nullen verloren. Vorher war jeder Türke mindestens Millionär, wenn er sich einen Café leisten konnte. Gab es da zu viel Nachfrage nach Café? Haben die das Geld mit dem Helikopter ausgeworfen?
Was SF vorschlägt, ist ein fiskalischer Hyper-Bailout von nicht-wettbewerbsfähigen Ländern und wird wohl in der Hyperinflation enden. Jedenfalls in dem Wegschmelzen aller Guthaben und Forderungen, die Deutschland in den letzten Jahren aufgrund höherer Produktivität errungen hat, und das geht in die Billionen.
SF schreibt:
Ich weiß gar nicht, was ich zu dieser dümmlichen Vereinfachung der Finanzspekulation schreiben soll, aber das ist mal Schwachfug hoch drei, auch weil sein Plan das “Nullsummenspiel” aufhebt.
Heute bezahle ich doppelt so viel Miet- und Energiekosten wie vor 10 Jahren und auch im Supermark-Regal ist vieles jetzt doppelt so teuer. Dafür sind Macs und LCD-TVs jetzt etwas billiger, HDDs mit zig Gigabytes & co., aber die laufende Kosten machen nunmal den größten Anteil an meinem Netto-Gehalt aus und steigen immer weiter. Wer noch an die offiziellen Inflationsraten glaubt, ist doch ein Schwachkopf.
Gehalt bitte ausklammern, da es den Preis für deine Arbeit darstellt. Und bitte auch die Gehaltsentwicklung mitangeben, damit wir den Reallohn abschätzen können.
Problematisch sind Guthaben und Forderungen.
Kann es sein, dass Ihnen das mit den Währungen nicht so ganz klar ist? Oder wie darf man sonst Ihren eher witzigen Beitrag verstehen, der in der fetten Aussage über die Türkische Lira gipfelt?
Machen wir es doch mal umgekehrt, die Italiener (Faule Deppen, PIGS, Inflationsopfer, eigentlich alle schon tot) waren auch durch die Bank weg Lira Millionäre. Und? Deshalb haben die trotzdem durchschnittlich höhere Sparguthaben wie der Stabilitätsmichel. Warum das denn? Die müssten doch alle… ach wissen Sie… Manche sollten sich bei bestimmten Themen nicht ganz so fulminant aus dem Fenster lehnen, wenn nachweislich ein beängstigendens 0 Wissen am Start ist.
Dem Dissidenten Inkompetenz unterstellen und ansonsten keinerlei Argumente bringen. Das ist genau die Kampfstrategie, die sonst SF hier an den Tag legt. Über die türkische Inflation weiß ich tatsächlich nicht viel, nur dass die auf keiner Nachfrage-Explosion, sondern auf einer Geldmengen-Expansion beruht. Jedenfalls genau der Grund, den SF hier als Hirngespinst darstellt.
Die Türkei hatte allerdings trotz der Inflation ein reales Wirtschaftswachstum angeblich im zweistelligen Bereich und nicht wenige ausgebildete türkisch-stämmige Arbeitskräfte sind aufgrund besserer Bezahlung wieder in Richtung Türkei abgewandert.
Die Türkei ist damit auch das Parade-Beispiel, dass hohe Inflation und hohes reales Wirtschaftswachstum kein Widerspruch sind, aber wer diesen Weg der Geldmengen-Inflation gehen will, muss den Leuten auch reinen Wein einschenken. Eine inflationäre Lösung über die Geldmenge scheint der einzige Ausweg aus der Euro-Krise, aber er bedeutet selbstverständlich auch höhere Preise. Hier mit irgendwelchen Binsenweisheiten einerseits inflationäre Geldmengenpolitik zu propagieren und gleichzeitig zu behaupten, Inflation wäre Schwachsinn und würde daraus nie resultieren, ist völlig absurd.
SF will uns hier quasi erzählen, dass Schokolade die Lösung für das Problem ist, aber wir nicht dick davon werden. Man braucht echt nicht viel Verstand um das ad absurdum zu führen.
PS: ich war Mitte der 90er in der Türkei und damals brauchte man schon über 1000 DM um Lira-Millionär zu sein. 10 Jahre später, kurz vor Ende des Nullen-Cuts, brauchte man nicht mal einen Euro. Und trotzdem war der Wertverlust der TL keine Hyperinflation nach gängiger VWL-Linie. Dafür braucht es wohl Trillionen-Irgendwas-Scheine und die Gefahr ist tatsächlich eher gering.
Nein, Berger möchte nur dass wir unsere Urängste vor einer Hyperinflation in den Griff bekommen und das völlig zu Recht. Es steht zweifelsohne fest, dass hierfür die Vorraussetzungen nicht gegeben sind, es aber trotdem immer wieder zum Angstthema gemacht wird, um eine sinnvolle Lösung der Eurokrise zu verhindern. Uns zwar zu Gunsten von vielleicht 5% der EU Bevölkerung gegen den Rest.
Nicht mehr, nicht weniger. Was Sie mit Ihrer Türk Lira haben? Man weiss es nicht. Es ist allerdings auch völlig irrellevant. Denn Deutschland ist kein Entwicklungsland und die EU 17 auch nicht.
@ Sergio
Thomas Fricke in der FTD hält die Behauptung, “dass die Notenbanken die Geldmenge aufblähen” für “Blödsinn”. Die Aussagen von Söder und Rösler bezeichnet er als “kriminell fahrlässig oder unfassbar dumm”.
http://www.ftd.de/politik/deutschland/:kolumne-thomas-fricke-das-grosse-euro-gebrabbel/70074735.html
Das Wichtigste was Fricke schreibt, ist, dass Typen die keinen Plan haben, jetzt endlich mal die Fresse halten sollten. Sehr gut, das schreibe ich schon seit Monaten. Dogmatiker, Rechtsradikale, marktgläubige Ideologen und Ahnungslose treten jetzt einfach mal deutlich kürzer und schweigen ob des von ihnen angerichteten Schlamassels jetzt einfach mal. Aber was machen die? Versuchen uns jetzt eine neue Geschichte aufzutischen. Unverdaulich, aber wegen der Interessenslage des Großkapitals durchaus erfolgversprechend, allerdings nur im Land des Irrsinns der Neos, nämlich in Deutschland. Der Rest der Welt, auch das erkennt Fricke richtig, wendet angewidert bis belustigt von dieser Art von Laienökonomie ab, die wirklich in der Form nur noch von 2-3 verrückten wie Weidmann vertreten wird. Die restlichen Ökonomen aus Deutschland werden ohnehin schon seit längerem ausgelacht, wenn sie irgendwo ihren Mampf veröffentlichen wollen.
Umerziehungslager würde ich vorschlagen und bei Misserfolg Exekutierungen.
Der Irrsinn der Neos ist doch genau das, was du hier vorschlägst, während deine Feinde für eine Haftung der Gläubiger eintreten anstatt für die Notenpresse.
Sagt der Mann, mit dem Ökonomie-Verständnis eines Sigmar Gabriel. Prost
Da gehöre ich lieber zu den Dampf-Plauderern: http://www.youtube.com/watch?list=PL3B4805179FA917CB&v=vYtub4GVp-w&feature=player_detailpage#t=250s
Noch ein sehr genialer Beitrag vom Dampfplauderer: http://www.youtube.com/watch?v=WGZYkqtMcQQ
PS: Als der Euro eingeführt wurde, dachte ich nur: sind die völlig bescheuert. Lira, Peso & co. haben sich jährlich immer über 10% entwertet und sind damit gut gefahren, und jetzt mischen die diesen Schmu mir der D-Mark? Haben die völlig den Verstand verloren?
Wir haben dank dieser Entscheidung eine Wirtschaftskrise in Deutschland ausgelöst, die die Hartz IV Gesetze zur Pflicht gemacht hat. Aber noch viel schlimmer wir es, wenn wir für die Schulden bzw. das ehemalige “Wachstum” diese Staaten bürgen. Deutschland wird genau so “reich” wie Griechenland, Sizilien & co. werden. Wer was anders sagt, hat keine Ahnung.
Tiefgaragenniveau.
Nun, was soll man anderes erwarten:
Mit freundlichen Grüßen und besten Genesungswünschen – soweit möglich, erzählt man doch, daß von kollektiv phantasiertem Trauma sich zu befreien insbesondere dann nicht nachhaltig möglich ist, hat man sich nicht mit den Ursachen kollektiver Hysterie vertraut gemacht.
Joachim Endemann
@Joachim Endemann
“Wir haben … eine Wirtschaftskrise in Deutschland ausgelöst, die die Hartz IV Gesetze zur Pflicht gemacht hat. …”
Moin,
wenn nun die umgekehrte These aufgestellt würde, dass die jetzige Krise u.a. aufgrund der exorbitanten teutschen Exportüberschüsse zustande kam. Und diese wiederum durch die in Deutschland üblichen Billiglöhnen ermöglicht wurden, so ist auch Hartz 4 Bestandteil dieser Kausalkette, denn geringe Löhne lassen sich nur durch noch geringere soziale Leistungen durchdrücken.
Mein Fazit: Wir haben a.u. auch durch die Hartz 4 Gesetzte eine Wirtschaftskrise in Deutschland ausgelöst, deren wahren Ausmaße m.E. noch gar nicht offensichtlich sind.
Gruß
Folgendes Zitat (in # 49) diente mir als Resümee absurder Aussagen in diesem Threat:
Daß solche Aussagen möglich sind, die eindeutig nicht auf Nachdenken beruhen können, auch wenn der Autor dieser beispielshaft zitierten Aussage (sie gibt komprimiert die neoliberale Hirnfurzerei treffend wider) von sich an anderer Stelle behauptet, ein „Andersdenkender“ zu sein, führe ich direkt auf die herrschende Gesockselite in diesem Land zurück.
Und meine Schlußfloskel (in # 49):
bezieht sich auf das inflationäre Gerede von Inflation dieser Gesockselite und derjenigen, die sich von deren Ausdünstungen benebeln lassen – in einer Situation, in der die „Wirtschaft“ abschmiert. (Wenn ich den erwische, der behauptet hat, daß Deutschland das Land der Dichter und Denker sei!)
Meine Sicht der aktuellen Lage finde ich übrigens recht treffend in dem Interview zum Ausdruck gebracht, das Thorsten Hild mit Heiner Flassbeck kürzlich geführt hat:
„Die politische Kultur ist ins Unterirdische abgeglitten.”
Das heißt wir haben eine symptomatische Wirtschaftskrise, die auf einer fundamentalen Systemkrise basiert. Und wie es so mit Symptomen ist, sind die symptomatisch nicht zu beheben.
Allerdings bin ich davon überzeugt, daß man diese Systemkrise will, um der Masse der EU-Bevölkerung die Alternativlosigkeit des „Durchregierens“, die Alternativlosigkeit des „Durchgriffrechts“ zu demonstrieren: man will dem neoliberalen System politisch zum Durchbruch verhelfen – koste es, was es wolle! (Und die kleinen Bürger stehen da und hören den Faslern von Inflation zu und faseln es nach und packen ihren ganzen Frust hinein und bemerken ihre gefletschten Zähne nicht.)
^Jo_Cit^
Da für mich die NDS Pflichtlektüre sind, und diese heute morgen auf das Flassbeck Interview verwiesen, hatte ich „Die politische Kultur ist ins Unterirdische abgeglitten.” schon gelesen. Ganz bemerkenswert ist m.E. folgende Aussage von Flassbeck:
M.E. sieht Flassbeck das sehr realistisch, und das heißt aber im Umkehrschluss nach der vorherrschenden deutschen politischen “Logik”, dass wenn der € in der jetzigen Form weiter bestehen sollte, u.a. weil deutsche Konzerne exorbitante Gewinne mit der künstlich abgewerteten Gemeinschaftswährung machen, weiterhin exorbitanter politischer Druck auf die Südeuropäer (und andere) ausgeübt werden müsste.
Womöglich retteten wir damit diese Währung – was aber nicht sicher ist – und als Kollateralschaden zerstören wir evtl. demokratische Gesellschaften und womöglich auf lange Sicht den Frieden in Europa, dass ist keine Währung der Welt wert!
Gruß
Mit der „deutschen Knute“ wird die EWU nicht gerettet, sondern zerstört, und nach der Zerstörung bleibt kein Frieden in Europa.
Die erste konstruktive Alternative ist eine Reform (Reform nicht „Reform“) der bestehenden EWU, die mit einer koordinierten Investitionskampagne zur Stabilisierung und dann zur Prosperierung der europäischen Wirtschaft einhergehen muß, sowie mit einer reformierten EZB, die bewußt über alle geldpolitischen Instrumente verfügt und bei Bedarf einsetzt. (Koordination erfolgte über eine Wirtschaftsregierung, die beim EP angesiedelt ist und von den Abgeordneten gewählt wird, die aus den Mitgliedsstaaten der EWU kommen.) – Diese Alternative ist mit deutscher Beteiligung schlicht unrealistisch.
Die zweite konstruktive Alternative, weniger gut in der aktuellen Situation, aber eher realistisch (soweit man in dieser verfahrenen Situation überhaupt von „realistisch“ sprechen kann), ist die Abtrennung Deutschlands von der EWU (immerhin zeigt die deutsche „Elite“, offensichtlich geworden Ende 2009, wo sie tatsächlich nicht steht: in Europa). Die anderen EWU-Mitglieder organisierten sich dann nach „französischem Rezept“.
Die Grenzanlagen zu Deutschland hin müßten dann selbstverständlich wieder aktiviert und damit der Personen-, Waren- und Finanzverkehr (hier insbesondere auf elektronischem Wege) kontrolliert werden. Ob die Währung EURO dann der Einfachheit halber noch bis zur Einführung einer neuen DMark auf beiden Seiten genutzt werden könnte, müßte im Vorfeld von (unabhängigen) Fachleuten geprüft werden (könnte mir vorstellen, daß, wenn der Finanzverkehr kontrolliert werden kann, dann das Währungsausgleichsventil im Handel zwischen der EWU und Deutschland bereits aktiviert werden könnte: d.h. quasi sofortige drastische Abwertung des EWU-Euro bei gleichzeitig drastischer Aufwertung des D-Euro nach Abtrennung Deutschlands von der EWU.).
Ob ich ein Freund einer solchen Entwicklung wäre? Nein, ist aber weiterer unkontrollierbarer Entwicklung vorzuziehen.
^Jo_Cit^
@sergio schrieb unter # 39 am 10. August 2012 at 12:54
Falsch. Im heutigen Geldsystem vergeben Banken Kredite unabhängig von den Spareinlagen. Zwar wird Ihnen ein Bankverkäufer auf Ihre Bemerkung hin: Ich möchte Geld sparen, damit sich ein anderer verschulden kann, möglicherweise antworten: Gut, Herr Sergio, endlich können wir jetzt wieder einen Kredit an Herrn Endemann vergeben. Allerdings sollten Sie seine Aussage nicht ernst nehmen, denn damit pflegte er nur obsolete Vorstellungen bei Ihnen.
Man wird übrigens unterscheiden müssen zwischen „Sparern“ im volkswirtschaftlichen Sinne und „Sparern“ im rein geldsparmäßigen Sinne. Beiden stehen zwar „Schuldner“ gegenüber, aber es besteht nur zwischen „Sparern“ und „Schuldnern“ im volkswirtschaftlichen Sinne ein direkter Zusammenhang.
Damit meine ich folgendes:
Der „Sparer“ im volkswirtschaftlichen Sinne ist jemand der mehr produziert als er selbst verbrauchen kann, d.h. er exportiert mehr als er importiert (als Volkswirtschaft).
Der „Sparer“ im rein geldsparmäßigen Sinne legt mehr Geld zurück als er ausgibt. Dies tun viele private Haushalte (übrigens nicht nur in Deutschland, sondern beispielsweise auch in Italien).
Damit der „Sparer“ im volkswirtschaftlichen Sinne auf seine Kosten kommt, benötigt er jemanden, der sein Mehr an Produktion kauft, ansonsten geht ihm sein „Erspartes“ verlustig. Hat er jemanden gefunden, der ihm seine Waren abkauft, i.d.R. erfolgt das heutzutage auf Kredit (den der Kreditnehmer i.d.R. nicht direkt von einem „Sparer“ bekommt, sondern von einer Bank, die ihn vergibt, ohne warten zu müssen, daß sie über genügend Spareinlagen verfügt), entsteht eine Forderung dieses „Sparers“, dem „Schuldner“ im volkswirtschaftlichen Sinne, also dem Importeur gegenüber. Das heißt es besteht ein direkter Zusammenhang zwischen diesen „Sparern“ und „Schuldnern“: der eine kann ohne den anderen nicht.
Das Beste ist übrigens, daß der „Sparer“ im volkswirtschaftlichen Sinne, also derjenige, der offene Rechnungen beim „Schuldner“ im volkswirtschaftlichen Sinne hat, diese dadurch verrechnet, daß er diesem „Schuldner“ im gleichen Wert Waren abkauft – dadurch hat er dann etwas Reelles, im Gegensatz zu bloßen Forderungen, die sich auf dem Papier so schön ansehen lassen (– und woraus sich zwar bei gewissen Leuten eine seltsame Art von „Stolz“ speist, der aber sozusagen auf einem „Fremdwertgefühl“ beruht, denn von solchen Forderungen haben diese seltsam Stolzen meist selbst gar nichts, sondern meist sogar nur Nachteile, in der Form, daß sie hierdurch auf ihnen zustehende Lohnsteigerungen [als Dividende auf die volkswirtschaftliche Produktivitätssteigerung] verzichten, und dadurch, daß sie vor allem die Gelackmeierten sind, wenn diese Forderungen abgeschrieben werden müssen.) – Denn durch diesen wechselseitigen Austausch entsteht etwas wirklich Gutes, nämlich eine ausgeglichene Handelsbilanz: Beide lösen hierdurch ihr „Sparer/Schuldner-Verhältnis“ in ein echtes Handelspartnerverhältnis auf. _ _ _(Im übrigen sollte ein „Sparer“ im volkswirtschaftlichen Sinne es tunlichst vermeiden, sich in eine Lage zu manövrieren, daß er anderen faktisch androht, sie volkswirtschaftlich in die „Pleite“ zu treiben – dann bleibt dieses elende Subjekt nämlich mit Sicherheit auf seinen offenen Rechnungen sitzen – und den Spott bekommt es noch gratis dazu.)_ _ _
Hingegen ist im heutigen Geldsystem das Verhältnis zwischen einem „Sparer“, im rein geldsparmäßigen Sinne, und einem „Schuldner“, im kreditnehmenden Sinne, nicht direkt.
Das heißt ein Kreditnehmer ist nicht darauf angewiesen, daß durch einen anderen (oder durch viele andere) genau die Menge an Geld, die dieser Kreditnehmer bei einer Bank nachfragen will, über Spareinlagen abgedeckt wird. Das liegt daran, daß das wesentliche Privileg von Banken darin besteht, Geld „schöpfen“ zu können, d.h. unabhängig von den tatsächlichen Spareinlagen. (Im übrigen ist dies einer der tieferen Gründe für die Finanzkrise: es wurde zu viel Geld geschöpft [nicht für produktive Spekulation im Sektor der Realwirtschaft, sondern] für Spekulation im Sektor der Finanzwirtschaft.)
Ob also ein Subjekt, das einen Kredit aufnehmen will, diesen auch bekommt, ist nicht davon abhängig, daß die Einlagen der Sparer das zulassen, sondern davon, ob dieses Subjekt von der Bank als kreditwürdig angesehen wird. (Selbständige gelten übrigens grundsätzlich als kreditunwürdig, denn ihre Einkünfte gelten per se nicht als Einnahmen. Das ist ein großes betriebswirtschaftliches Problem. – Das heißt, wie für Staaten, könnte hier eine Öffentliche Bank hilfreich sein.)
Der „Sparer“ im rein geldsparmäßigen Sinne, legt also mehr Geld zurück, als er ausgibt. Hierdurch entzieht er selbstverständlich dem Wirtschaftskreislauf Geld – nämlich sein Geld. Damit das ausgeglichen werden kann, muß ein anderer sich verschulden (z.B. die Öffentliche Hand, insbesondere dann, wenn sowohl die privaten Haushalte, die das immer tun, so sie können, als auch die Unternehmerhaushalte sparen – was in Deutschland der Fall ist). (Im übrigen nimmt die Verzinsung seines gesparten Geldes in dem Maße ab, in dem andere Subjekte, „geldgeschöpfte“ Kredite nicht mehr nachfragen. Das ist dann ein Effekt einer Deflation.)
Vor diesem Hintergrund wäre schon viel gewonnen, erkennte man den Nexus zwischen „Sparern“ und Schuldnern“. Das heißt einerseits, ohne (volkswirtschaftliche) „Schuldner“ keine (volkswirtschaftlichen) „Sparer“. Andererseits, ohne Kreditnehmer „geschöpften“ Geldes, das sie in die reale Wirtschaft investieren, schrumpft diese und hierdurch verringert sich die Verzinsung der Einlagen der „Sparer“.
Und nun fragt Klein Fritzchen: Wer ist mehr auf den anderen angewiesen? Der „Sparer“ auf seinen „Schuldner“ oder der „Schuldner“ auf seinen „Sparer“? Oder kann man „sparen“ grundsätzlich als „gut“ und „Schulden machen“ grundsätzlich als „schlecht“ bezeichnen? Kann der „Schuldner“ seine Verbindlichkeiten bei „seinem“ „Sparer“ abbauen, wenn dieser weiter spart? Spart der „Sparer“ auch dann noch, wenn sein „Schuldner“ den Offenbarungseid leistet? Sind also die „Sparer“ die „Guten“ und die „Schuldner“ die „Bösen“?
Mit freundlichen Grüßen, Joachim Endemann
Diese These steht m.E. ein weniglich im Widerspruch zu:
Basel III wird Run auf Spareinlagen auslösen
Demnach haben Kreditvergaben der Banken mittelbar schon noch etwas mit den Spareinlagen derselben gemein.
Gruß
Zutreffend beschrieben. Beeindruckend, dass Marxisten (s. a Wagenknecht) das real existierende kapitalistische Wirtschaftssystem besser verstehen als dessen Anhänger.
Und das erleben wir ja gerade:
–
Es gibt ja den alten Banker-Witz: Der Gläubiger zittert um seinen größten Schuldner. Wenn der fällt, reißt er ihn mit sich.
Die Geschichte mit den als Kredite ausgereichten Spareinlagen mag in der Schule (Mittelstufe?) noch angehen. Ich frage mich allerdings angesichts der Geld-/Kreditschöpfung, warum die Banken sich überhaupt noch mit Einlage-Kunden “herumschlagen”. Der inzwischen mikroskopisch kleine Mindestreseresatz kann es doch kaum sein?
Nachtrag @ Heldentasse (eben erst gesehen)
Zu Basel 3: Spareinlagen sind doch aber keine Eigenkapital?
Richtig, aber:
Die Schlacht der Banken um den Spargroschen
Wenn man nun versucht im Netz als interessierter Laie die Hintergründe zu beleuchten, kommt man schnell auf Unterlagen für Experten die ich, mit großem Vorbehalt(!), so verstehe, dass Spareinlagen grundsätzlich Kündigungsfristen haben, dieses Kapital demnach temporär doch so etwas ähnliches wie “Eigenkapital” für die Banken darstellt, und damit dieselben bei einem größeren Anteil an Spareinlagen auch mehr Kreditvolumen (Stichwort: Geldschöpfung) anbieten dürfen?! Aber bevor jetzt das Eis einbricht auf dem ich mich gerade bewege, könnte das ja mal ein/e Fachmann/ Frau kompetent abklären.
Gruß
Alles schön und gut.
Ob Kreditschöpfung mehr oder wenig gut mit Eigenkapital (oder mit tatsächlichen Spareinlagen) unterlegt ist, ist nur die halbe Seite einer sinnigen Forderung. Die andere Seite ist die, daß Spekulationsgeschäfte auf dem Finanzmarkt nur mit 100% EIGEN-Kapital getätigt werden dürften und zudem nur von Banken, die nicht gleichzeitig Geschäftsbanken sind – unter gleichzeitigem Verbot von Nichtbanken-Spekulation auf dem Finanzmarkt, sowie (generellem) Verbot von Rohstoffspekulation.
Diese Verbote kann man dadurch erzwingen, daß jeder Akteur auf dem Finanzmarkt nur dann im EWU-Raum (besser natürlich im ganzen EU-Raum, aber das strahlte dann schon auch dorthin und noch darüber hinaus aus) Finanzgeschäfte tätigen kann, der sich global an solche Regelungen hält. Hierzu wird man von ihm ein Mindestmaß an Transparenz fordern müssen.
Auf Grund der bisherigen Erfahrungen mit der Finanzkrise und ihren schweren Verwerfungen (ohne absehbares Ende! – es sei denn, man sähe im kompletten Zusammenbruch ein erstrebenswertes Ende – das Erwachen dann könnte wohl wenig vergnüglich sein), sind diese Forderungen nicht nur im Interesse eines jeden Bewohners der EU (mit konstruktiven weltweiten Auswirkungen), sondern auch im Interesse eines jeden seriösen Spekulanten …
^Jo_Cit^
Hallo Herr Endemann,
danke für die etwas längere Replik. Ich werde Ihnen gerne ausführlich antworten wollen, nur leider sind meine letzten Posts verschwunden. Ob es um ein technisches Problem handelt oder ob gar der Admin meine Beiträge löscht entzieht sich leider meiner Kentnis. Deswegen wäre ich dem Admin für eine kurze Rückmeldung dankbar.
Wissen tust du aber schon, dass ein Großteil der österreichischen Theorie sich um das Fractional Banking dreht, oder Sergio?
Habe eben daruf geantwortet.
Stehe aber unter Beobachtung….”Your comment is awaiting moderation “…..
Wieso werden den meine Beiträge gelöscht? Gibt es da ein besonderen Grund?
Das kann ich ihnen auch nicht sagen, evt. haben sie Zitate ohne Quellenangabe in das Forum gestellt? Oder als Zitat nicht Kenntlich gemacht? Oder beides?
Wie ich sehe ist es vielleicht ein rein technisches Problem, einen Moment bitte!