Bodo, der Baggerfahrer – Verzweifelt gesucht
geschrieben am 08. August 2012 von Spiegelfechter
ein Gastartikel von Lutz Hausstein
Der Mythos vom „Fachkräftemangel“ ist eines der Meisterstücke von Lüge und Manipulation der Öffentlichkeit. Immer wieder wird diese Behauptung durch Politiker oder Lobbyisten der Wirtschaftsverbände aufgestellt, welche dann von den Medien regelmäßig ungeprüft und unwidersprochen Eins zu Eins übernommen wird. Dabei ist dieser Mythos, neben den mittels dubiosen Methoden kleingerechneten Arbeitslosenzahlen, ein wichtiges Glied in der neoliberal gefärbten Argumentationskette. Denn mithilfe dieser Behauptung werden ganz nebenbei weitere Schein-Fakten aufgebaut, welche den Diskurs der öffentlichen Meinungsbildung maßbeglich bestimmen.
Der angebliche Fachkräftemangel impliziert, dass es in Deutschland eine hohe Anzahl offener Stellen gäbe, die dringlichst auf ihre Besetzung warten würden. Wäre dem wirklich so, so müsste sich dies in steigenden Löhnen niederschlagen. Denn ein Prinzip der Marktwirtschaft besagt, dass bei einer steigenden Nachfrage, welcher ein sinkendes Angebot gegenüber steht, der Preis steigt. Vielmehr ist es jedoch so, dass der Niedriglohnsektor einen immer größeren Umfang annimmt. Inzwischen bestehen schon rund 30 Prozent der Empfänger von Arbeitslosengeld II aus Aufstockern, welche trotz Arbeit den Lebensunterhalt von ihrem Lohn nicht bestreiten können.
Es ist vielmehr Realität, dass es eine, regional auch erheblich unterschiedlich hohe, Personalnachfrage gibt, welche sich größtenteils auf Branchen beschränkt, in denen die Entlohnung so gering ist, dass sie häufig nicht einmal das Existenzminimum absichert. Also nichts, was auf einen real existierenden „Fachkräftemangel“ auch nur hindeuten würde. Darüber hinaus scheint auch Skepsis bezüglich der wirklichen Zahl der freien Stellen angesagt, da sie offensichtlich auf wenig zuverlässigen Hochrechnungen beruht. Daraus lassen sich vermutlich auch die Diskrepanzen am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) erklären, bei denen der Instituts-Präsident Zimmermann im November 2010 einfach die Forschungsergebnisse seines Mitarbeiters Brenke, der in seiner Untersuchung ursprünglich noch keine Anzeichen eines Fachkräftemangels erkennen konnte, auf die ideologische Linie des angeblichen Fachkräftemangels zurechtbog.
En passant gewährt die ritualisierte Wiederholung dieses Mythos´ die unterschwellige Pflege von seit Jahren geäußerten Vorurteilen. Denn das längerfristige Bestehen eines vermeintlichen Fachkräftemangels bei der gleichzeitigen Existenz einer, wenngleich zwar statistisch kleingerechneten, aber dennoch auf einem hohen Niveau befindlichen Arbeitslosenzahl ließe nur zwei mögliche Schlüsse zu: Entweder sind Arbeitslose unwillig, diese Tätigkeiten zu übernehmen, was die seit Jahren permanent wiederholten Parolen des „faulen, arbeitsscheuen Asozialen“, der dem „leistungslosen Wohlstand“ in seiner „sozialen Hängematte“ frönt, bestätigen würde. Oder die Arbeitslosen sind geistig so minderbemittelt, was den nicht nur die sprachliche, sondern auch die geistige Nähe zu nationalsozialistischen Begrifflichkeiten verratende, aber nun schon wie selbstverständlich unkritisch in den allgemeinen Sprachgebrauch übernommenen Duktus der „bildungsfernen Unterschicht“ unterstriche. Beide Vorurteile bedürfen inzwischen auch keines Belegs mehr, da die jahrzehntelange Wiederholung durch Politiker und Medien nun in der öffentlichen Wahrnehmung den Grad des Faktischen erreicht hat.
Meldungen, welche diese Behauptungen widerlegen, erreichen in den großen Medien nur gelegentlich den Veröffentlichungsstatus und werden dort unter der Vielzahl genau entgegengesetzter Nachrichten begraben. So stellte selbst das Statistische Bundesamt im November 2011 fest, dass sich insgesamt 8,4 Millionen Menschen in Deutschland (mehr) Arbeit wünschen. Die häufigste Ursache dafür dürfte mit hoher Wahrscheinlichkeit sein, dass die aktuellen Einkommen für die Betreffenden nicht ausreichend sind. Zu diesen aufrüttelnden Zahlen passt gleichfalls eine aktuelle Studie, in der festgestellt wird, dass zirka ein Fünftel aller Beschäftigten in Deutschland mit Facharbeiter- oder Hochschulabschluss unterhalb seiner erworbenen Qualifikation tätig ist. Dies ist sicher kaum ein Merkmal eines sich abzeichnenden oder gar bestehenden Fachkräftemangels. Stattdessen existiert eher ein Überangebot an fachlich Qualifizierten, welche um die nicht ausreichend vorhandenen Stellen konkurrieren und eine Verdrängungsspirale nach unten in Gang setzen. Der ausgebildete Ingenieur als Taxifahrer ist nur ein Bespiel dieser Praxis.
Nichts desto trotz werden inzwischen immer absurdere Fachkräftemangel-Säue durch das öffentlich-mediale Dorf getrieben. Als erste Berufsgruppe wurden für den Aufbau dieses Popanzes die Ingenieure auserkoren und obwohl schon vielfach diese Darstellung begründet in Zweifel gezogen wurde, erscheinen die Ingenieure auch heute noch in nahezu jeder diesbezüglichen Veröffentlichung. Als Nächstes machte man bei Kindergärtnern, Beschäftigten in Gastronomie und im Handel sowie bei Leiharbeitern einen Mangel aus. Dass dies durchgehend Branchen mit oftmals katastrophaler Entlohnung sind, fällt bei den Betrachtungen regelmäßig völlig unter den Tisch.
Wer jedoch glaubt, dies wäre an Absurdität nicht mehr zu überbieten, wurde nun eines Besseren belehrt. So waren es vor kurzem die Baggerfahrer und Buchhalter, deren Fehlen die deutsche Volkswirtschaft direkt in den Zusammenbruch führen solle. Nun sind es derzeit Lastkraftfahrer, die scheinbar in solch rauen Mengen fehlen, dass der öffentliche Güterkraftverkehr vor dem Kollaps stehen müsste und welche offenbar eine solch spezielle Qualifikation besitzen, dass diese auch von niemandem erworben werden kann.
Hätten diese Absurditäten nicht einen so entscheidenden Einfluss auf das öffentliche Meinungsbild, könnte man sich beruhigt zurücklehnen, eventuell noch sarkastisch die Anmerkung eines früheren Bundestrainers zitierend: „Ein noch tieferer Tiefpunkt.“ Doch mithilfe dieses Geflechts von Halb- und Unwahrheiten werden Fakten geschaffen, welche die ohnehin hochangespannte gesellschaftliche Situationen noch weiter verschärfen. Im Fahrwasser des „Fachkräftemangels“ wird schon jetzt eine große Anzahl ausländischer Arbeitskräfte gezielt ins Land gelotst, deren einzige Aufgabe es ist, durch eine noch höhere Konkurrenz das Lohnniveau zusätzlich weiter zu senken. So muss denn auch diese Fata Morgana mit immer neuen „Argumenten“ aufrecht erhalten werden, egal, wie unsinnig diese auch sein mögen. Es handelt sich hierbei inzwischen um eine hart geführte ideologische Auseinandersetzung, bei der Fakten eher lästig sind. Doch je größer die ideologische Verbohrtheit in der Argumentation, umso absurder werden die angeführten Argumente.
„Wir können sie nicht zwingen, die Wahrheit zu sagen. Aber wir können sie zwingen, immer unverschämter zu lügen.“ (Ulrike Meinhof)
Lutz Hausstein


Ah, die olle Fachkräftemangelmär. Regionale Engpässe gibt es natürlich schon, aber insgesamt ist da schlicht nichts dran. Den besten Beweis liefert das urkapitalistische Prinzip von Angebot und Nachfrage. Würden wirklich die oft gebarmten Mängel existieren, müssten die bezahlten wie auch die gebotenen Gehälter in den betroffenen Berufen stark steigen, jedenfalls von Seiten von Unternehmen, die gute Gewinne machen. Davon kann aber keine Rede sein.
Irgend etwas stimmt in Deutschland nicht, wenn sich fast 8 Mill. Menschen in ein Schicksal des Geldmangels fügen und fast 70 Mill. sich am Euro-Nasenring vorführen lassen.
Sind wir wirklich ein Volk von Trottel?
Nein, es gibt kein ernst zu nehmendes Gegengewicht gegen die meist ungeprüften Daten der Beschäftigungs-Situation durch die “papageienhaften” (Lieb, NDS vom 8.8.2012) Journalisten fast aller Medien, dem Versagen (oder ist es Unwilligkeit?) der Gewerkschaften und dem Fehlen einer entsprechenden Opposition (Die Linken ausgenommen).
Die NDS beleuchten mit Zahlen und Fakten am 8.8.2012 diese Verhältnisse.
@ R_Winter
Ist das Demokratie ?
Ich kann mich dank der Gnade der späten Geburt ja fein herausreden.
Aber haben nicht alle gut daran mitgearbeitet, beispielsweise die ÖR, welche ja das größte Problem der Meinungsmanipulations qua der ihr angedichteten Glaubwürdigkeit sind, als eben eine glaubwürdige Quelle in der Bevölkerung zu etablieren?
Und taten wir diesen Bärendienst nicht auch jedesmal, wenn wir über Berlusconi herzogen?
Und bitte nicht die 5 journalistisch wertvollen Momente anführen, die es ja wirklich in den ÖR gibt, denn die sind doch auch nichts weiteres als Zierrat, der dem restlichen Unfug die Legitimation erst gibt.
Exzellenter Beitrag, gut sortiert, klare Worte.
Ich weiß aus leidiger Erfahrung, wie schwer es ist, auch bei intelligenten Bekannten immer diesen Zweifel zu hören: “Aber in Deinem Beruf müßte es doch .. da gibt es doch … da fehlen doch … !” Sie können nicht fassen, daß ein Mensch mit vier Berufsabschlüssen keinen vernünftigen Job hat, sondern sich als Tagelöhner durchschlägt. Doch das ist nicht verwunderlich – fassen kann er’s selber auch nicht.
Zum Thema gibt es noch manches Material bei den NDS, Suchwort “Fachkräftemangel” bringt vieles, auch einige der hier erwähnten Stellen.
Wer vier Berufsabschlüsse hat, der ist einfach für jeden Job überqualifiziert. Da muß man als durchschnittlicher Arbeitgeber Angst bekommen, daß dieser Mensch gleich wieder abgeworben wird oder daß dieser schon nach kurzer Zeit mehr Geld haben will.
Also wirklich, wie kann man in unserer Durchschnittswelt bereit sein, wirklich etwas zu leisten – das ist doch unnormal.
Das ist die zweite rare Spezies, der mutmaßliche Leistenträger.
Richtig bitter ist die Neoliberale Propaganda für die arbeitslosen Ingenieure. Im hauseigenen Industriepropagandablatt, den VDI Nachrichten, prangt auf der Titelseite der Deutsche Achter, man schwallt was von angehenden Ingenieuren unter den ausgezeichneten Ruderern. Bei aller Stahläugigen zwei Meter großen Blondheit, erfolgreich studiert hat davon keiner.
Dabei sind irgendwie alle in der Republik am Rudern, davon schreibt aber auch keiner. Und erst außerhalb dieser Republik! Die Deutschen mag da bald keiner mehr, weder als Lieferanten noch als Urlauber.
@Arbeitslose Fachkraft
Und nicht nur das – viel schlimmer: Mittlerweile werden die deutschen Wirtschaftsasylanten auch in Ländern wie der Schweiz nicht mehr gerne gesehen, da die deutschen Fachkräfte mit ihren anbiedernden Dumpingpreisen die Gehälter der Einheimischen gefährden.
Wenn ich z.B. an das Ansehen türkischer Mitbürger in Deutschland denke und dann diesen Schweizer Artikel lese, muss ich grinsen :-).
Die Schweiz-Bild(?):
http://www.beobachter.ch/justiz-behoerde/auslaender/artikel/deutsche-einwanderer_eine-frage-der-einstellung/
Oder der hier ist auch gut:
http://www.stern.de/politik/ausland/einwanderungspolitik-schweizer-politikerin-legt-gegen-deutsche-nach-1820225.html
Daraus: “”Einzelne Deutsche stören mich nicht, mich stört die Masse”, sagte Rickli”
oder:
“”Wenn es aber nur noch deutsche Serviertöchter (Kellnerinnen) hat, deutsche Ärzte, ich in den Schweizer Bergen nur noch von Deutschen bedient werde, fühle ich mich nicht mehr daheim.”"
:-))
Wessen Tochter ist denn eine “Serviertochter”? Die eines Serviervaters? Komische Wörter haben die …
Es fehlen keine Fachkräfte, sondern billige Fachkräfte !
Melde mich hiermit freiwillig, um den an Fachkräftemangel leidenden Betrieben die notwendigen Fachkräfte zu besorgen. Brauche dafür nur den Zugang zu, sagen wir, den ARGE Daten der 15 größten deutschen Städte und ich garantiere jedem Laden aus welcher Branche auch immer, die vorgibt am pösen Fachkräftemangel zu leiden, sofort für Abhilfe sorgen zu können. Einzige Bedingung: akzeptable Entlohnung, will heissen für ausgebildete Fachkräfte Löhne ab ca. 20,- Euro/h, natürlich regional angepasst und prinzipiell Verhandlungssache.
Wollen wir wetten, das klappt ? Also, wer will mich ? Bin garantiert günstiger als alle Anderen !
MfG
@Lutz Hausstein
Ein wichtiges Thema wurde kurz und bündig erklärt, seit bedankt!
Zwei weitere Aspekte, die aber evtl. in den aufgeführten hyperlinks erklärt werden, kommen m.E. noch erschwerend hinzu. Zum einen wird mit dem vermeintlichen Fachkräftemangel verdeckt, dass immer noch viel zu viele Jugendliche nach ihrer Ausbildung nicht übernommen werden, siehe dazu Übernahmezusagen Fehlanzeige
Und zum anderen wird durch diese diese (ich sag mal dazu) Propagandastrategie die Akzeptanz eines “Imports”, von noch billigeren Fachkräfte als es die Deutschen denn schon sind, erhöht. Mit der sog. bluecard dürfen die Experten aus der 3. Welt schon für läpische ca. 35k€ p.a. hier arbeiten und drücken in der Tendenz die ohnehin schon kargen Gehälter. Sehr bezeichnet ist dabei allerdings, dass einige Fachleute für das Gehalt lieber zu Hause bleiben, siehe dazu Deutschland? Muss nicht sein.
P.S.: Gibt’s denn Spruch auch als Aufkleber fürs Auto?
P.P.S.: Bin ich spießig, wenn ich das angeführte Zitat von Frau Meinhof als deplatziert und wenig hilfreich empfinde?
Meine Meinung: Ja, Du bist zu spießig.
Für mein Empfinden spricht der Artikel für sich. Da braucht es gar nicht so ein Zitat wie das von Frau Meinhof. Ich empfand es auch als … deplatziert.
@Heldentasse. Sie sind in meinen Augen nicht spießig sondern reflektiert.
Ach, hatte ich schon mein ausdrückliches Lob für den Artikel formuliert? Hätten wir einen so ausufernden Fachkräftemangel, dann sähen wir ganz andere Löhne. Genau! Und die Branchen, die über den Arbeitskräftemangel klagen, sprechen ja für sich. Aber auch Zahnärzte klagen darüber, dass sie keine geeigneten Bewerber finden oder Azubis. Warum wohl? Weil auch sie zu wenig wenig zahlen für den Anspruch, den sie haben. Na, zumindest einige von ihnen.
Dass die ÖR z.T. mit wenig Fachwissen und Recherche aufwarten, liegt an vielem. Eine Ursache ist sicherlich, dass der ÖR hauptsächlich mit Freiberuflichen Journalisten arbeitet und diese verdammt niedrig pro Bericht honoriert (mal abgesehen vom Fernsehen) und Recherche, die nun einmal länger dauert als ein “normaler” Bericht, nicht höher bezahlt wird. Ob Recherche über mehrere Tage oder kurz zusammengeschrieben in wenigen Stunden bleibt das gleiche (niedrige) Honorar. Irre nicht? Und weil sich das die vielen Freie wirtschaftlich nicht erlauben können, gibt es eben wenig gründlich recherchierte Themen.
(Eine Ursache, neben einigen anderen.)
Schönen Tag!
Die mangelnde Übernahme von Azubis ist in den Verlinkungen nicht thematisiert. Aber Du hast natürlich recht. Auch dies ist ein weiterer, wichtiger Aspekt des gesamten Themas. Der gezielte Import von zusätzlichen Arbeitskräften ist im letzten Absatz angesprochen worden.
Zu P.P.S.: Wenn Du dieser Auffassung bist, dann kann ich Dich nicht daran hindern. Das hat nichts mit spießig zu tun. Für mich allerdings bildet dieser Satz die logische Konsequenz aus den im Artikel beschriebenen Fakten. Und genau deshalb ist er in meinen Augen absolut zutreffend und auch richtig platziert.
Erst einmal, vielen Dank für diesen Artikel. Als Betroffener fühlte man sich sonst als, an schlimmen Realitätsverlust Leidenden, wenn … ja wenn es solche Artikel wie deinen hier nicht gäbe.
“Zu P.P.S.: Wenn Du dieser Auffassung bist, dann kann ich Dich nicht daran hindern. Das hat nichts mit spießig zu tun. Für mich allerdings bildet dieser Satz die logische Konsequenz aus den im Artikel beschriebenen Fakten. Und genau deshalb ist er in meinen Augen absolut zutreffend und auch richtig platziert.”
Genau! Würde dieses vorzügliche Zitat einer anderen Person – z.B. Albert Einstein oder Mahatma Gandhi – entstammen, wäre es bestimmt nicht beanstandet worden. Ein Ausspruch ist nicht davon abhängig korrekt zu sein, ob es die “richtige” oder “falsche” Person verfasst hat.
PS: Kleine Korrektur:
„Wir können sie nicht zwingen, die Wahrheit zu sagen. Aber wir können sie zwingen, immer unverschämter zu lügen.“
In den 70´er Jahren mussten sie dazu gezwungen werden. Heute tun sie es ganz ohne Not freiwillig. So groß ist die Sicherheit in der sie sich wägen und so groß die Verachtung gegenüber dem gemeinen Volk.
@Heldentasse
Ja, Du bist spießig. Es zählt schließlich nicht, wer Aussage X macht, sondern was Aussage X bedeutet.
Die Leute, die ersteres wichtiger als die Aussage an sich finden, wählen gerne CDU und sind auch sonst von mäßigem Verstand.
@schwitzig
Erstmal ist es meine persönliche “Schuld” wenn ich so ein Seegel aufstelle und einige Leute meinen sie müssten da rein pusten, ich sehe es sportlich!
Des weiteren ist es gilt Deine Auffassung bezüglich der gemachten Aussagen m.E. so nur im Bereich der Wissenschaften und evtl. noch in der Kunst. Die Aussage von Meinhof sind aber eindeutig höchst politisch und damit muss m.E. auch der damit einhergehende Kontext beachtet werden. Als Extrembeispiel dazu, könnte ich mir jetzt die Mühe machen z.B. eine (evtl. aus dem Zusammenhang gerissene) “richtige” Aussage des unsäglichen GröFaz suchen, aber das erspare ich mir weil ich dann k*tzen müsste.
P.S.: Danke für den Tipp mit der CDU!
@Heldentasse
Nö. Warum? Um Dein Beispiel aufzugreifen:
Hitler: 2 plus 2 ist 4.
[ ... ] Richtig
[ ... ] Falsch
Du hast dich im Falle des Meinhof-Zitates für “Falsch” entschieden, obwohl “Richtig” die korrekte Antwort gewesen wäre.
Wer hat hier die Schere im Kopf?
Und:
Gerne geschehen, aber leider scheinst Du nicht verstanden zu haben, dass diese Empfehlung ein ein variiertes Zitat war :-).
@schwitzig
Wäre es womöglich eine Option sich darauf so einigen, dass es “no goes” geben könnte die, auch wenn sie die Grundrechenarten beherrschten, hier kein Thema sein sollten? Wobei, dass gebe ich gerne zu, jeder da seine Grenzen anders ziehen möge.
Ja ja, dass genau ist eben das Manko von potentiellen CDU Wähler, sie verstehen halt nicht alles. ;-)
Ihr zwei Streithähne. :-)
Ich hätte den Satz auch geschrieben, wenn er nicht von Ulrike Meinhof stammen würde, sondern mir selbst als Erstem eingefallen wäre. Allerdings hätte man mich dann – berechtigt – als Plagiator bezeichnen können. So tief wollte ich jedoch nicht sinken. :-))
Ob “Kraftwerk” damals auch solche Diskussionen mit seinem Titel “Autobahn” hatte??
Also ich fand den Satz auch aus historischer Sicht passend an der Stelle und Satzverliebt wie ich bin, hätte er unter jedem Absatz seine Berechtigung. Kritisch wird dieser Satz nur wenn G.Knoop eingreift und über TV im Unterricht zur politischen Bildung beiträgt, der Ausdruck “bildungsferne Schichten” wird in diesem Zusammenhang verständlich.
Mit Speck fängt man Mäuse, 11,50€ Lohn pro Stunde, zzgl. Verpflegungs- und Unterkunftsgeld. Der Kündigungsgrund, die Arbeiter haben gehaust wie Tiere und sogar in die Wohnungen gepinkelt, der Vorwurf hat sich natürlich nicht bestätigt aber so ergeht es Menschen die Aufbegehren und wie in diesem Fall ihren Lohn einfordern, der für 50 Bauarbeitern aus Polen auf einer Baustelle in Essen seit Wochen aussteht. Diese EU braucht kein Mensch.
http://www.jungewelt.de/2012/08-09/026.php
@Lutz Hausstein
Nö, dass ist (m.E. sogar sehr gute, damals wegbereitende) Kunst und die darf alles! :-)
Gruß
P.S.: Hier ist noch andere tolle Mucke von denen
Ulrike Meinhoff war eine sehr intelligente Frau. Ich bedauere, dass es ihr nicht beschieden war, ein geeigneteres Lebenswerk zu hinterlassen. Wie auch immer, ich halte sie für sehr zitierfähig.
So weit darf es nie in Deutschland kommen:
SPON 8.8.2012:
Wirtschaftskrise: Spanische Gewerkschafter plündern Supermärkte
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/spanische-gewerkschaft-pluendert-supermaerkte-a-848969.html
“So weit darf es nie in Deutschland kommen”
Wieso?
http://de.indymedia.org/2006/04/145010.shtml
“Sie stürmen einen Edelsupermarkt, sie überfallen ein Sterne-Restaurant. Die Beute, so sagen sie, haben sie an Arme in Hamburg verteilt. Sie nennen sich die Superhelden, Polizei und Verfassungsschutz sind ihnen auf der Spur. Der stern sprach mit der Gruppe über die Motive ihrer Diebestouren”
http://www.stern.de/politik/deutschland/protestaktion-wir-suchen-orte-des-reichtums-heim-aber-uns-geht-es-nicht-ums-klauen-563642.html
“Bin ich spießig, wenn ich das angeführte Zitat von Frau Meinhof als deplatziert und wenig hilfreich empfinde?”
Meine Meinung : Nein ! Empfinde ich genauso !
@Jacques Roux
Warum? Wir leben doch in einen Rechtsstaat. Oder bist Du da anderer Meinung?
(Antworten hatte nicht geklappt)
“Oder bist Du da anderer Meinung?”
Ich meine, wir leben in einem Rechts-Staat ;-)
Fachkräftemangel, den gibt es wirklich!
Man schaue sich nur das Regierungs- Kabinett an.
Auch schön die Oposition.
Das ist echter Fachkräftemangel.
@R_Winter
Soweit wird es in Deutschland auch nicht kommen.
Die Gewerkschaften interessieren sich doch schon seit langem nicht mehr für die “Arbeiterschaft”
@flurdab ….so wie Du das sagst ist das etwas irreführend. Eine Gewerkschaft ist nur so stark, wie das (klassen-)kämpferische Engagement ihrer Mitglieder und gegebenen Falls ihr Bewußtsein darum.
Also bitte, mal selber an die Nase greifen!
Nebenbei: Den real existierenden Fachkräftemangel hast Du genau richtig verortet….;-)
Besten Dank für den Artikel.
Er beschreibt zwar nur Bekanntes, bringt dies aber klar und deutlich ans Tageslicht.
Ein Bekannter arbeitet in einem Betrieb, in dem Lehrlinge 20% unter Tarif eingestellt werden, neue Mitarbeiter von Haus aus schlechtergestellt sind und schon seit Jahren nur über Haustarife verhandelt wird. Sinkende Einkommen, Streichung von Leistungen, Verschlechterung der Arbeitsbedingungen, Lohndrückerei, Aushebelung von Tarifverträgen bzw. Tarifflucht, Leiharbeit, befristete Arbeitsverhältnisse – das ist Standard heutzutage.
Über viele Jahre hinweg weigerten sich auch viele Betriebe, auszubilden.
Dazu hat man in den letzten Jahren unzählige Fachkräfte aus dem Land geekelt.
Das ganze Thema Fachkräftemangel ist eine einzige große Lüge, um die Exportmaschine mit Billiglöhnern unter Dampf zu halten.
Und dann muss man sich noch solchen Dreck wie im Spiegel antun, der die zukünftige Armut der jetzt Jungen den jetzt Alten zuschiebt.
Gemäß des Dichters Wort kann man in diesem System gar nicht so viel fressen, wie man kotzen möchte.
Guter Beitrag. Leider ist “Wer arbeiten will, findet Arbeit” wesentlich einprägsamer.
Wunderbarer Beitrag! Es ist schön, so etwas hier zu lesen.
Eine kleine Ergänzung möchte ich mir mit einem kleinen regionalen Verweis dennoch erlauben. Im Fachkräftemonitoring der IHK und HWK zu Leipzig (PDF) lässt sich u. a. nachlesen, dass eine “Ursache” für diese “Fachkräftemängel” in der mangelhaften bis mangelnden Personalplanung zu sehen ist. Die ist nämlich so gut wie gar nicht vorhanden: Eingestellt wird nur, wenn der Umsatz stimmt oder ein Ausscheiden von Mitarbeiter*Innen direkt bevorsteht. Also: Nur kurzfristige Orientierung …
Mit anderen Worten und etwas zusammengedampft: Das unternehmerische Riskio wird auf die AN und letztlich auf die Gemeinschaft abgewälzt, wobei die Kosten für dieses Risiko noch nicht mal entsprechend entlohnt werden.
Die ganze Fachkräftemangel-Debatte ist m. E. ein Ausfluss von unternehmerischer Unfähigkeit, die partiell von dreister Schadloshaltung überlagert wird. Wirtschaftswissenschaftlich schädlich wie inkonsequent ist das ohnehin: Da wird nach besseren Fachkräften gerufen, den Lohn, damit das humankapitaltheoretischer überhaupt Sinn macht, will aber niemand zahlen. Eigentlich müsste mensch den Verantwortlichen die dicken Arbeitsmarktökonomikbücher nur so um die Ohren hauen …
Darüber hinaus scheint auch Skepsis bezüglich der wirklichen Zahl der freien Stellen angesagt, da sie offensichtlich auf wenig zuverlässigen Hochrechnungen beruht.
Hochrechnung, richtig.
Es gibt z.B. eine freie Stelle und 50 Sklavehändler, die diese inserirren. Das ergibt schon 50 freie Stellen. Das kann jetzt jeder hochrechnen, so hoch er möchte ;)
Bei uns gibt es sehr viele, große Firmen mit bekannten Namen. Dort kommt man nur über den Sklavenhändler rein. Und natürlich gibt es hier mehr als nur 50 von diesen Spacken, die auf Kosten anderer Leben. Und jeden Monat kommen 1-2 neue Namen dazu, die man noch nicht vorher gelesen hatte. Viele sammeln auch nur Adressen. Das bedeutet, suchen das ganze Jahr Chemiker oder Produktionshelfer und dann hört man nichts mehr.
Soviel zu freie Stellen und Hochrechnung. Manchmal glaube ich diese Neoliberale Bande zahlt denen die Inserate, wegen der Studien und so :(
So lange mir quer durch alle kaufmännischen Berufe pro noch so mieser Stelle hier ganz im Südwesten der Republik zwichen 40 und 100 Bewerbungen von Fachkräften auf den Tisch flattern, bin ich doch recht beruhigt was den Fachkräftemangel angeht :) In anderen Berufsfeldern soll es laut Kollegen auch nicht sehr viel anders aussehen. Also in der Praxis den Artikel bestätigt, quasi. Kenne jemanden bei Ferchau, die leben mit ihrem Ingenieur Verleih auch noch Bestens..
Das Bild zum Artikel, großes Kino. So muss er sein, der deutsche Schaffer, Rente mit 67 unerreichbar. Von der Wiege bis zur Bahre…
Zu dem Thema kann ich auch ein “schönes” Anektödchen beitragen. In unserem örtlichen Krankenhaus (privatisiert -> Asklepios) klagt die Geschäftsführung auch schon seit einigen Jahren über einen vermeintlichen Fachkräftemangel bei den Stationsärzten. Die lokale Postille druckt das PR-Gejammer auch in regelmäßigen Abständen ab, so dass die Öffentlichkeit tatsächlich denkt, dass die Klinik trotz größter Anstrengungen keine Ärzte bekommt. Wer hinter die Kulissen schaut, ist jedoch klüger. In der Tat versucht die Klinik händeringend Ärzte zu bekommen – allerdings zu einem Gehalt, das sogar unter dem ohnehin schon lächerlichen TVÖD (also genauer TV-Ärzte) mit einem Einstiegsgehalt von rund 3.800 Euro brutto liegt und Konditionen, die noch allerlei unattraktive Arbeitsbedingungen enthalten. Dass zu diesen Bedingungen kein halbwegs talentierter Arzt arbeiten will, ist klar … ok, Asklepios und der lokalen Postille scheint dies nicht klar zu sein. Der jüngste Coup der Klinikleitung besteht übrigens darin, chinesische Importärzte (kein Scherz!) auf die Patienten loszulassen. Man hatte es auch schon mit Arabern, die aber mit dem weiblichen Pflegepersonal nicht zurechtkamen *g* und Albanern probiert, die jedoch eine derart miserable Ausbildung hatten, dass selbst Asklepios diese Ärzte nicht auf die Patienten loslassen wollte – und das will schon was heißen! Warten wir ab, wie das nun mit den Chinesen funktioniert. Wäre es nicht so traurig, könnte man darüber lachen. Und was machen deutsche Stationsärzte? Die sind angepisst vom niedrigen Gehalt und den miesen Arbeitsbedingungen und gehen z.B. in die Schweiz, wo die Gehälter mehr als 50% über den deutschen liegen. Wer kann es ihnen verdenken? Das alles als Fachkräftemangel zu bezeichnen, ist jedoch schon ziemlich dreist.
3800 Euros für einen Dr. med. ????? Für das Geld gibt es vielleicht einen Vietnam Vet, einen vietnamesischen Viechdoktor. Australien sucht derzeit auch Ärzte: dort scheint die Sonne auch im Winter wenn es schneit und es gibt garantierte Vollversorgung mit allen Produkten die sich ein Chinese nur so wünschen kann, vom Mongolischen Lamm bis zum Spielkasino in jedem Vorort. Etwa 3300 dürfte dort als Entschädigung für die Sprechstuindenhilfe als geeignet empfunden werden.
Moin,
wenn es nur eine Anekdote wäre Schwamm drüber. Aber leider zieht sich das Drama gerade im öffentlichen Dienst über alle Beschäftigungsgruppen, wobei die meisten nicht so elegant ausweichen können wie die sehr hoch qualifizierten deutschen Ärztinnen und Ärzte, d.h. die müssen sich mit den abgesenkten Gehältern irgendwie arrangieren. Das Tarifdrama begann mit der Abschaffung des BAT (und MTArb) und Einführung des TVÖD (Bund, Kommunen) und TVL für die Beschäftigten in den Ländern. Wir reden, hier je nach Gehaltsgruppe und Lebenslauf, von bis zu 6 Stelligen Gehaltsverlusten* gerechnete über die Lebensarbeitszeit bei gleichzeitig verlängerten Wochenarbeitszeiten , wobei gerade die jungen Leute zu leiden haben die (noch) eine Familie gründen wollen.
Analog zur Mähr Fachkräftemangel wird das verbrämt mit Leistungsgerechtigkeit und einer ganz geringen Anhebung der Grundgehälter in einigen Bereichen. Aber da die Arbeitgeber die Genehmigung außerbetrieblichen Nebentätigkeiten nach den neuen Tarifwerken sehr viel lockerer behandeln, steht es ja jedem noch frei sich einen zweiten Job zu suchen.
*
TVÖD nachgerechnet – Absenkung des Lohnniveaus im Öffentlichen Dienst
Ohne die aktive Mithilfe der Gewerkschaften wären TVÖD/TVL mit den -korrekt- geschilderten Nachteilen für die Beschäftigten nicht zustandegekommen. Selbiges trifft auch für andere Bereiche zu. So hat die IG Metall mit dem ERA-System, das die vorherigen Tarifverträge ablöste, ungefähr dasselbe erreicht wie TVÖD/TVL. Wobei die IGM dabei sogar in Kauf nahm, dass ein guter Teil der als Verbesserungen verkauften Verschlechterungen finanziert wird von den Mitarbeitern selbst durch eine Art Umverteilung im System.
“…Damit die Unternehmen die dafür nötigen Finanzmittel (so genannte ERA-Komponente) zur Verfügung haben, wurde errechnet, dass die Arbeitnehmer auf 2,79 % Tariferhöhungen verzichten müssen…”
Wenn ich dem Link folge und dort die Broschüre mit der Tabelle aufrufe, fällt auf, dass exakt die Beschäftigtegruppe, die aktuell am meisten nachgefragt wird, nämlich die Erzieher/innen VKA, die mit Abstand größten Einbußen erlitten hat.
Wenn also jemand überlegt hat, diesen Beruf zu ergreifen und schaut sich dann die Einkommensituation an, könnte ich mir vorstellen, dass man sich gegen diesen Beruf entscheidet. Gerade männliche Erzieher sind eine absolute Rarität. Das Problem ist ja, dass in diesem Beruf vielfach nur in Teilzeit gearbeitet wird. Aber gerade dadurch fällt es schwer, eine Familie zu ernähren, wenn das Vollzeitgehalt bereits deutlich reduziert wurde.
Ich wollte auch gerade darauf hinweisen, dass sich “das Drama gerade im öffentlichen Dienst über alle Beschäftigungsgruppen” zieht.
Kleine Anekdote von mir: In meiner ehemaligen Fakultät wurde ein Prüfungsamtsleiter gesucht, nach Möglichkeit promoviert, für sage und schreibe TVL-11!!!
Zum Vergleich: Promovierende und Postdocs werden i. d. R. mit TVL-13 eingestuft und haben noch nicht mal annäherungsweise die Verantwortung zu tragen, die ein Prüfungsamtsleiter trägt.
Das Ende vom Lied: Amtsleiter gefunden, aber nach einem Semester sagte der schon wieder tschüss – hatte irgendwo anders was Besseres gefunden.
Fazit: Viel Nerven, Geld und Aufwand rausgeschmissen, bei anhaltendem Fluktuationsrisiko … so kann auch Misswirtschaft betrieben werden.
öffentlicher dienst mal von unten: als verkrachter geisteswissenschaftler nun im einfachen dienst beschäftigt ergibt sich folgendes:
- befristung auf zwei jahre
- bezahlung nach tvöd e1 stufe 2 entspricht ca. 1050€ netto bei steuerklasse 1/0
insgesamt ist der tvöd dann doch ausgeglichen. ;-)
unten gibt es auch nicht signifikant mehr als in einer x-beliebigen verleihbude. und besser qualifizierte können sich bestenfalls über die tatsache freuen dass der laden nicht pleite gehen kann. goodies wie man sie bspw. aus der industrie als beschäftigter kennt, gibts eh nicht.
aber wer hat denn auch geglaubt, dass diejenigen welche die gesetzlichen voraussetzungen für armut trotz arbeit geschaffen haben, dieses in ihren eigenen läden nicht auch umsetzen würden?
die hohe fluktuation kann ich im übrigen dem vorposter bedenkenlos bescheinigen. manchmal kommt mir das wie ein riesiger wanderzirkus vor.
und auch hier finde ich eine schöne analogie zu “dienstleistungsunternehmen in der privatwirtschaft”:
während meines studiums habe ich für so ne wachbude gejobbt. da fiel mir auf, dass auch hohe fluktuation herrschte und dass die leute immer schon diverse andere wachbuden durchgemacht hatten. ich habe das nur mit “die sch…. ist die gleiche, nur die fliegen die drum herum schwirren sind andere” kommentiert. die menschen glaubten es besser zu treffen. unnütz zu sagen dass sie es natürlich nicht besser trafen.
aber ich schweife ab.
fazit: wer glaubt, der öffentliche dienst brächte ausser relativer sicherheit irgendwas, sollte zum arzt gehen. und wie trügerisch diese vermeintliche sicherheit sein kann, das kann man sich sicherlich von vielen tausenden entlassenen in spanien und griechenland erzählen lassen. spätestens wenn die sparzwänge auch in dieses land durchgreifen, dann wird sich zeigen wie weit es damit her ist.
Jetzt habe ich mich erst mal mit diversen Abürzungen wie ERA, TVArb etc. vertraut gemacht: ich muss schon sagen, die Bundesrepublik Deutschland hat seit meinem letzten Aufenthalt dort – zwischen 1995 und 1996 – schon arg abgewirtschaftet. Es tut schon irgendwie weh, wenn man das so vernimmt.
War ja schon damals nicht mehr alles in Ordnung; man war nicht mehr automatisch krankenversichert wie in der guten alten Zeit. Da habe ich mich mal bei einem Leistenbruch unter falschen Namen ins Krankenhaus begeben und mich dann beizeiten abgeseilt, was meine doch sehr ordnungsliebende Schwester sehr beeindruckte. Wie auch immer auch ich als weiland quasi illegaler Einwanderer im eigenen Vaterland trotz meines nach einem knappen Jahrzehnts der Abwesenheit merklichen Akzents ein recht gutes Einkommen erzielen konnte – heutiges Chefarztniveau, möchte man fast meinen.
Was seither alles an Nachkriegserrungenschaften aufgegeben wurde, dass muss man schon zu einem guten Teil als Versagen des Volkes ansehen, das sich gnadenlos abschlachten ließ.
In Australien wollte man auch die Arbeitgeber/nehmer-Landschaft umpolen und die konservative Regierung erließ das “WorkChoices” – ein Name der wohl auf einem “Entsorgungspark” gefunden wurde – Gesetz. Bei Wahlen bald darauf wurde sie erster Klasse rausgeworfen und Labor hat das einigermaßen revidiert. Seither agiert die Labor-Regierung quasi als Werbeagentur des Neoliberalismus und hat sogar die erstmalige Errichtung einer US-Basis auf dem Kontinent ermöglicht. Ihren Anstrengungen entsprechend wird sie bei den Wahlen 2013 grandios rausgeworfen werden und durch die echten Neoliberalen ersetzt werden.
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Absurd
Ich halte es schon für arg absurd, dass man von Leuten verlangen will, dass sie erst Einser-Abiturienten werden, dann acht Jahre studieren – und sich dann für 3800 Euros im klinischen Betrieb verdingen sollen. War es nicht so gedacht, dass sich Leistung wieder lohnen soll?
Jo, Assistenzärzte verdienen in ihrer Ausbildungszeit nicht viel. Netto wären das sogar weniger als ein verbeamteter Lehrer verdient (2200€ vs 2600€ – geschätzt). Das liegt vornehmlich daran, dass unsere derzeitiges Gesundheitssystem haupstsächlich auf der GKV beruht und die wiederum an der Lohnhöhe hängt.
Höhere Kosten wie höhere Ärztelöhne müssen entweder durch höhere Einnahmen oder weniger Ausgaben gedeckt werden. So wie ich das überblicke:
Ausgabenseite bedeutet entweder weniger Leistungen (wollen wir nicht), Abbau der Verwaltung (wollen die KK-Leuten nicht) oder man zahlt den Dienstleistern wie Pharma (die drohen mit Arbeitsplätzeabbau und Abwanderung), Apoth (lest Zeitung), Ärzte (unser Problem) weniger. Einnahmeseite geht nur über höhere Zusatzbeiträge (belastet die unteren Haushalte), den Beitragssatz (schlägt auf die Lohnnebenkosten durch), Einbeziehung nichtversicherungspflichtiger Gruppen (zu lange Erklärung) oder einer höheren Beitragsbemessungsgrenze (kontrovers, da sich irgendwann die Systemfrage Bürgerversicherung vs. komplett-PKV stellt anstatt dem bisherigen Dualismus).
Darum gibt es auch Verschwörungsgerüchte wie die längere Ausbildungsdauer bei gleichem Lernpensum im Vergleich zu den USA, damit die Assis nicht zu schnell zu höher bezahlten Fachärzten werden.
Wobei du einen Fehler machst: Niemand verlangt Einser-Abiturienten als Ärzte. Die kommen von selbst. Die Bezahlung scheint es nicht zu sein. Dr. House? Grey´s Anatomy?
Was bist du eigentlich vom Beruf, OAlexander?
Darauf habe ich auch noch ein “Anektödchen”, allerdings ein unschönes. Meine Mutter war kürzlich im Krankenhaus, sie hatte vor 25 Jahren einen Schlaganfall und ist halbseitig fast gelähmt, und sie zeigte Anzeichen, die auf einen möglichen weiteren Schlaganfall hindeuteten (war zum Glück nicht so). Es war auch schon ein Entlassungstermin festgesetzt. Am Tag davor wurde eine Frau eingeliefert, die ein schweres Nierenleiden hatte. Gleichzeitig wurden die Nierenwerte meiner Mutter schlagartig schlechter bis zum zeitweiligen Nierenversagen. Was war geschehen? Nun, auf Drängen meiner Schwester holte der Stationsarzt (zuständig für zwei Stationen, Ausländer, wahrscheinlich Inder mit ersichtlich schlechten Deutschkenntnissen) die Krankenakte hervor und es stellte sich heraus: Die Frau mit dem Nierenversagen hatte einen Namen, der sich nur in einem Buchstaben vom Namen meiner Mutter unterschied…Den Rest kann man sich denken. Übrigens konnte meine Mutter auf unsere Intervention hin am nächsten Tag entlassen werden, obwohl sie am Tag zuvor noch totkrank gewesen war.
Warum soll es bei Medizinern anders als bei anderen Berufsgruppen sein?
Deutschen Ärzten stand es laut neuesten Erkenntnissen frei, sich mit Organhandel ein bißchen was dazu zu verdienen.
Ethik, Moral? Scheiß der Hund drauf …
Die “Privatisierung” ist ein Juwel in der Krone des herrschenden Irrsinns. Nicht, dass ich etwas dagegen hätte, wenn verstaubten Muffbuden mal etwas frischer Wind unter das Dach fährt – ABER: die bisher vollzogenen “Privatisierungen” waren hauptsächlich ein Segen für Investoren und nicht für Kunden und Mitarbeiter.
Wer die Zeche zum Wohle der Konzernokratie bezahlen darf ist auch klar.
Sehr gut erkannt. In öffentlicher Hand geführte Unternehmen bzw. auch Behörden sind über Jahrzehnte verstaubt und galten als wenig effektiv. Als Zaubermittel galt dann spätestens seit den Lambsdorff-Papieren die Privatisierung. Kurios fand ich z. B. die Überlegungen in Niedersachsen, die Katasterverwaltung komplett zu privatisieren, obwohl diese kostendeckend gearbeitet hat (teilweise gab es sogar einen Überschuss).
Diese Bild der durch die öffentliche Hand geführten Unternehmen und auch der Behörden stimmt in vielen Fällen gar nicht mehr. Gerade die Kundenorientierung hat teilweise erheblich zugenommen. Auch die Effektivität wurde vielerorts erheblich verbessert.
Privatisierungen waren dafür nicht erforderlich. Die Steigerung der Kundenorientierung und der Effektivität hängt vor allem vor der Unternehmens- bzw. Behördenführung ab. Wenn hier die richtigen Maßnahmen ergriffen werden und die Mitarbeiter entsprechend eingebunden werden, entstehen Dienstleister, die wesentlich kostengünstiger arbeiten können, als private Anbieter. Bei privaten Anbietern muss immer noch Geld verdient werden. Um das erreichen zu können, wird bei den Löhnen gespart. Womit wir wieder beim “Fachkräftemangel” wären.
Naja, das die Interessenvertretungen Lügen wie gedruckt ist seit Jahren bekannt
und das man der Presse nicht weiter trauen kann als eine Ratte spucken kann ist auch nichts neues.
Das aber die Löhne steigen müssten wenn ein Mangel an Fach- Arbeits- Niedriglohn- oder was auch immer für -Kräften herrscht ist gelinde gesagt auch nicht gerade zu Ende gedacht.
Es gibt nun mal Rentabilitätsgesichtspunkte. Vieles wird schlicht nicht gemacht weil Arbeitskraft zu teuer ist. Nicht weil der Arbeitnehmer zu viel Geld bekommen würden sondern weil Arbeitgeberbrutto, die (gottseidank) fehlende Hire & Fire Möglichkeite, jede Menge Bestimmungen, Zusatzkosten, Aufsichtsbehörden Kündigungsschutz etc. eine Einstellung zu einem unternehmerischen Risiko machen. Das kann man alles gut und richtig finden, aber es hat seinen Preis.
Markttechnisch werden diese und noch viele andere Risiken (u. a. Quoten, Rechtssprechung, Einarbeitung und Loylität neuer Mitarbeiter) eingepreist. Nachwuchs ist auch nicht in Sicht. Die welche es trotz katastrophaler deutscher Bildungspolitik zu Abschlüssen gebracht haben studieren, meist das falsche und im Ingenieurbereich versuchen viele Firmen tatsächlich die benötigten hervorragenden Köpfe möglichst im Studium zu binden.
Der deutsche Normalbürger ist in vielen Branchen schlicht nicht in der Lage die exorbitanten Abgabelasten (zu denen auch die Verbrauchs- und Umsatzsteuern gehören) zu erwirtschaften. Dort wo dies der Fall ist wird auch zu den aktuellen Kosten eingestellt.
Sie sprechen die sogenannten Grenzkosten an. Allerdings kann ich Ihnen ansonsten nicht so ganz folgen. Weder gibt es keine hire and fire Möglichkeiten, noch erscheint es mir logisch, dass die Löhne und Abgaben der Stammbelegschaft nicht zu hoch, die von zumeist billigeren Neueinstellungen dann aber nicht mehr rentabel sein sollen. Ja, es gibt Ausschreibungen, die muss man fahren lassen, weil man hier nicht in Bangladesh produziert und somit nicht den gewünschten Preis liefern kann, aber das hat nichts mit imaginär zu hohen Kosten zu tun, sondern einfach mit der Tatsache, dass Deutschland zur zivilisierten Welt gerechnet werden muss.
Mir jedenfalls sind die von Ihnen beschriebenen Sorgen der Arbeitgeber nicht bekannt.
Mit dem Sinnschen Basar Vodoo komme ich nicht so dolle zu Recht…
Die einschlägige wissenschaftliche Literatur, die nicht von arbeitgeberfinanzierten Mietschreibern stammt, spricht da eine andere Sprache. Beispiele:
Ingenieurarbeit in Bayern
Studie zum Ingenieursarbeitsmarkt von Karl Brenke (DIW)
Nachwuchs ist, besonders aufgrund des Booms in den MINT-Studienfächern, also ausreichend vorhanden. Auch das IAB (gehört zur Bundesagentur für Arbeit) setzt die Zahl fehlender Ingenieure wesentlich geringer an. Die wahre Intention der ständigen Klagen kann man in der brandeins nachlesen:
“So könnte die übertriebene Angst vor dem Mangel paradoxerweise dazu führen, dass er nie eintritt. Allerdings hat das Lamento auch handfeste Gründe: Ein Personalverantwortlicher eines deutschen Großkonzerns formuliert es sehr deutlich, auch wenn er dann doch lieber nicht namentlich genannt werden will: “Es ist eine ideologische Debatte, die das Arbeitgeberlager nutzt, um die Zuwanderungsdebatte in Gang zu halten und über das Angebot an Arbeitskräften die Höhe der Löhne und Gehälter zu beeinflussen.” Joachim Sauer vom Bundesverband der Personalmanager drückt es so aus: “Wenn wir einen Fachkräftemangel hätten – was ich bezweifle -, dann frage ich mich doch: Was wird denn dagegen getan?”"
Insofern: Sehr guter Artikel.
Die dargelegten Misstände bei der Informationspolitik der Bundesregierung und der Lobby-Institutionen überraschen im ersten Augenblick und wirken skandalös.
Es stimmt, dass regelmäßig mit statistischen Manipulationen der Öffentlichkeit schöngefärbtes Zahlenmaterial präsentiert wird. Das gilt nicht nur für den Arbeitsmarkt. Es gilt heutzutage für so ziemlich alle gesellschaftlichen Themenkreise – insbesondere bei umstrittenen Sujets.
Wer einmal an einer abendländischen Hochschule studiert hat, weiß auch, dass dies gängige Praxis geworden ist. Nicht nur in den Kulturwissenschaften wird im großen Stil auf dogmatische Weise manipuliert. Sogar in den Naturwissenschaften ist Ehrlichkeit und Wahrheitsliebe zu einer Rarität geworden.
Diese Probleme wurden frühzeitig wissenschaftstheoretisch von Thomas Kuhn dargestellt. Allerdings wurde seinerzeit nicht angemessen reagiert. Der Hochschulbetrieb wurde nicht reformiert und die damals noch beherrschbaren Fehlentwicklungen haben zwischenzeitlich die gesamte Forschung in Mitleidenschaft gezogen.
Das akademische Wissenschaftsgebäude ist heute durch und durch vergammelt und kann auch nicht mehr saniert werden.
Es geht nur noch um persönliche Interessen und Machtausübung. Dies wird nun auch zufällig durch einen “Unfall” beim DIW bekannt.
Tatsächlich sind die Verhältnisse mittlerweile beinahe überall so. Der größte Teil der “Forschungsergebnisse” dient primär der zielgerichteten Manipulation der öffentlichen Meinung.
Die akademische Wissenschaft versagt strukturell und wirkt kontraproduktiv: Sie dient nicht mehr der Wahrheitsfindung sondern der Wahrheitsverschleierung im Interesse von gesellschaftlichen Eliten.
weitere Beispiele für Manipulation und “Betrug” durch Akademiker:
SPON: Ex-Chefarzt betrog bei medizinischen Studien
zdf: MITIFF manipuliert gezielt und gefördert das öffentliche Meinungsbild
@Auceza
Gerade bezogen auf die Naturwissenschaften ist das ganz starker Tobak, der die womöglich richtige Intention hinter Deinem Kommentar negieren könnte. Volkstümlich ausgedrückt scheren sich nämlich die Naturgesetze überhaupt nicht um irgendwelche, im Vergleich dazu nanokosmischen, menschlichen Belange.
Ich könnte mir sogar vorstellen, dass ein Geisteswissenschaftler durch wissenschaftstheoretische Betrachtungen Deine Aussagen als groben Unsinn entlarven könnte. Das heißt jetzt aber nicht, dass die Gesellschaft keinen kritikwürdigen Einfluss auf den wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn nimmt, siehe z.B. dazu Koryphäen der Lehre.
Gruß
Das sind nicht meine “Behauptungen” sondern das wurde bereits von Wissenschaftstheoretikern nachgewiesen. Ich weiß wovon ich rede, weil ich diverse Seminare zur Wissenschaftstherorie mit großem Erfolg absolviert habe.
Einfach einmal Thomas Kuhns “Struktur wissenschaftlicher Revolutionen” durchlesen, sich richtig informieren und bitte nicht beleidigend werden.
@Auceza
Vielen Dank für die Resonanz und den link, den ich mir mal in einer ruhigen Stunde durchlesen werden. Im übrigen habe ich überhaupt keinen Grund ausfällig zu werden! Evtl. meinen wir ja im Grunde das Selbe und die Begrifflichkeiten sind nur verschieden besetzt?
Wenn Du z.B. von “Wahrheitsliebe” sprichst, muss es ja auch so etwas wie “Wahrheit” geben, die wenn man sie dann auch noch liebt, emotional positiv besetzt ist. Das passt in dieser Form nicht in mein naturwissenschaftliches Weltbild, aber womöglich meinst Du ja damit:
Quelle
Und dass kann ich natürlich auch mittragen!
Grüße
P.S.: Schade dass Du scheinbar mit dem klassischen, m.E. im Grunde auch Humboldtschen Bildungsideal, nichts anfangen kannst, aber jeder Generation muss halt selber definieren was Hochschule ist
P.P.S.: Nicht so wichtig, aber im Aufsatz von Thomas S. Kuhn kommt kein einziges mal der Begriff “Wahrheit” vor ;-)
Das sehe ich aber ganz anders. Der kritische Rationalismus von Karl Popper kann als widerlegt gelten. So wurde grundsätzlich nachgewiesen, dass “objektive” Erkenntnis nicht möglich ist. Dies gilt für alle “Wissenschaften”.
Von daher funktioniert der Falsifikationsprozess von Popper nicht, weil dabei implizit unterstellt wird, dass sich einer irgendwie konstruierten, “objektiven” Wahrheit angenähert werden kann.
Insgesamt bleibt alles, was Menschen formulieren, subjektiv geprägt und eine “Objektivität” kann nicht festgestellt werden.
Um ein gutes Verständnis für die grundlegende Problematik bei der Bestimmung von Wahrnehmung und Wahrheit zu gewinnen, kann ich ganz besonders David Humes Erkenntnisphilosophie empfehlen.
Natürlich ist es möglich, in den Naturwissenschaften auf der Basis von Experimenten in engen Grenzen zu beweisen, dass diese oder jene Gesetzmäßigkeit aktuell eine gewisse Gültigkeit besitzt.
Das besagt jedoch nichts darüber, ob die entdeckten Gesetzmäßigkeiten auch wirklich ewig oder absolut sind.
Jede derartige Aussage ist strukturell falsch.
Wie kann etwas Allgemeingültiges behauptet werden, wenn niemand eine derartige Aussage abschließend, mit befriedigender Gewissheit nach ihrem Wahrheitsgehalt überprüfen kann???
Für die Kulturwissenschaften ist die Lage noch sehr viel dramatischer: Es ist aufgrund der Einmaligkeit des Kulturphänomens nicht möglich, Experimente durchzuführen. Damit können alle Aussagen der Kulturwissenschaften nicht einmal ansatzweise sinnvoll belegt werden – es sind höchst subjektive Meinungsäußerungen.
Daran ändert auch im Wesentlichen die Verwendung statistische Methoden nichts. Wer sich ein wenig mit Statstik auskennt, weiß wie sehr dehnbar und leicht manipulierbar die Ergebnisse statistischer Erhebungen sind.
Was den Wahrheitsbegriff angeht, meine ich ein subjektives Gefühl der internen Konistenz bei akademischen Arbeiten – eine authentische Ehrlichkeit. Dazu ist auf jeden Fall ein sehr großes Vertrauen zu den Forschenden erforderlich.
Gerade wenn das Wahrheitskriterium der externen Entsprechung wie in den Kulturwissenschaften nicht wirklich funktionieren kann, ist das Vertrauensmoment umso wichtiger.
Allerdings werden sogar diese Minimalanforderungen nicht mehr befriedigend erfüllt. Das Vertrauen wird regelmäßig missbraucht, weil sich die große Mehrheit der Studierenden auch gar nicht ernsthaft für die Wissenschaft interessiert. Vielmehr verfolgen nicht wenige Akademiker primär nur noch Karriereinteressen. Für die Karriere erweist sich die Manipulation in der Forschung oftmals als nützlich.
@Auceza
Ich kann leider Deine Sichtweise auf Wissenschaft und Erkenntnis nicht nachvollziehen, aber wie sagt der Kölner so schön „Jeck, lohß Jegge lahns!“ – damit genug gesagt.
Das ist allerdings ein konkretes und großes Problem für die Studierenden, die Gesellschaft und natürlich auch für die Wissenschaft. Hier wird u.a. das geerntet was Bertelsmann& Co. Ende das letzten Jahrtausend mit dem Bologna Prozess gesät haben.
Die sanfte Steuerung der Bildung von Jochen Krautz
Trotzdem, oder gerade deswegen(!), sollte man auf tiefere Wahrheiten, wie diese hier, setzen:
Bertolt Brecht – Ich habe gehört, ihr wollt nichts lernen
@Auceza
“Ich weiß wovon ich rede, weil ich diverse Seminare zur Wissenschaftstherorie mit großem Erfolg absolviert habe.”
“Was den Wahrheitsbegriff angeht, meine ich ein subjektives Gefühl der internen Konistenz bei akademischen Arbeiten – eine authentische Ehrlichkeit.”
Haust du jetzt allen deine Schulungsunterlagen um die Ohren?
Um nun nicht beleidigend zu werden, hilft beim mir nur noch: Tief einatmen – tief ausatmen…
Oder um es mit flatter vom Feynsinn zu sagen: “du möchtest nicht, dass ich hier die Qualität deiner Kommentare bewerte, trust me!”
“Oder um es mit flatter vom Feynsinn zu sagen…”
tja siehste, mich hat er durch ablehnung geadelt.
@GrooveX
“tja siehste, mich hat er durch ablehnung geadelt.”
Unter welchem Nicknamen warst du dort aktiv?
der, der ich bin – hier und überall sonst.
Bei Feynsinn bin ich schon häufiger zensiert worden. Warum dies so geschehen ist, weiß ich nicht. Es wurde die Zensur auch nicht begründet wie beispielsweise bei konventionellen Medien.
Ich war nicht beleidigend.
Es ging vermutlich um inhaltliche Differenzen, denke ich.
Naja.
Auf der einen Seite wettert flatter gegen Zensur in den Medien, manipulierende Berichterstattung usw.
Das hindert ihn auf der anderen Seite nicht, selbst nach Belieben zu zensieren und zu bevormunden.
Ich bin deswegen sehr traurig, weil ich flatter mag und auch seine Art und Weise die Dinge kritisch zu betrachten.
Jedoch ist es für mich demütigend, wenn ich mir bei der Formulierung meiner Gedanken sehr viel Mühe gebe und mich gerne an der Diskussion beteiligen mag, aber mir das offene, ehrliche Wort verweigert wird.
Darum werde ich bei Feynsinn auch nicht mehr kommentieren und habe dieses Blog auch aus meiner Empfehlungsliste genommen.
Ich empfinde dies alles wirklich als sehr bedauerlich. Aber ich mag nicht mehr verletzt werden und möchte auch nicht, dass andere aufgrund meiner Empfehlung dieses Blogs dort Verletzungen erfahren.
Ich bin sehr froh, dass mir hier bei spiegelfechter bisher noch keine derartige Zensur begegnet ist. Das finde ich sehr schön.
Die unbegründete, willkürliche Bevormundung und Unterdrückung von Andersdenkenden ist mir ein Gräuel.
@Auceza
Jetzt übertreib mal nicht. Flatter nerven nur die ewigen YouTube-Links.
Gut, der mit dem “Ost-Blog” war vielleicht auch nicht ganz koscher.
Wird schon wieder…
Und den verlinkten Artikel “Koryphäen der Lehre” habe ich mir auch durchgelesen. Da finden sich zahllose leere Worthülsen und kuriose Vergleiche von antiker Philosophie mit morderner Wissenschaft.
Da werden Äpfel mit Birnen verglichen. Die abendländische Wissenschaft der Gegenwart hat wenig mit Platons Art und Weise des Philosophierens gemeinsam. Darüber hinaus gilt auch eher Aristoteles als Begründer der modernen Wissenschaft.
Diese “Festschrift” dient meiner Ansicht nach nur der unkritischen Glorifizierung der vielfach komplett missratenen Bildungspolitik.
Sie hat keinerlei neuartigen Erkenntniswert.
Abgesehen davon gibt es in den USA derartig “innovative” Exzellenzinitiativen wie sie die Bundesregierung aktuell betreibt schon seit Dekaden.
Jedoch ist der Erfolg ziemlich bescheiden. Deshalb haben die amerikanischen Universitäten ihre Strategie geändert und mittlerweile ihren Schwerpunkt auf das internationale Abwerben von Spitzenkräften gelegt. Das “exzellente” amerikanische Bildungssystem schafft es kaum noch sogenannte “Koryphäen” hervorzubringen. An zahlreichen U.S.-Provinzhochschulen ist das Niveau derartig abgesunken, dass die Beherrschung elementarster mathematischer Fähigkeiten als beeindruckender “Bildungserfolg” verkauft wird.
Der “No child left behind act” war ein Flop. Darüber hinaus gehen den überwiegend privatfinanzierten U.S.-Hochschulen gegenwärtig die Geldquellen aus. In der Folge sinkt dort massiv die Qualität von Forschung und Lehre.
Diese ganzen Fehlentwicklungen mag nun die Bundesregierung einfach ohne Sinn und Verstand nachmachen und nennt das ganze werbewirksam “Exzellenz-Initiative”.
Spezifischer, grad für Naturwissenschaften, ist:
William Broad, Nicholas Wade: Betrug und Täuschung in der Wissenschaft
- angefangen mit Messdaten.
Aber bei der Betrachtung ist ganz wichtig, das Betrug und Täuschung per Definition keine Wissenschaften sind, zumindest noch nicht. ;-)
Bereits während des Studiums fallen nicht wenige zukünftige Akademiker durch Unehrlichkeit und Plagiate auf.
Die Manipulation wird schon früh eingeübt.
Dies belegt auch eine neuere Studie zum Thema.
Wie bereits dargelegt, ist ein wesentliches Problem hinsichtlich der immer mehr manipulierenden Wissenschaft, dass viele primär aus egoistischem Karriereinteresse studieren und sich von daher in der Forschung etablieren mögen.
Oftmals werden darüber hinaus gerade diejenigen, welche sich für die Materie begeistern und kritische Anmerkungen gegenüber der vielfach anzutreffenden akademischen Dogmatik formulieren, aus den Hochschulen herausgemobbt.
verzeihung, aber hier geht es gerade um bodo, den baggerer.
an was musst du dich denn abarbeiten? wo ist der persönliche bezug, und wo ist der zum thema?
Also im Maschinenbau sieht das so aus: Meine Firma hat vor zwei Jahren ca. 300 Leute abbauen müssen, um mitten in der Krise nicht komplett unterzugehen. Jetzt brummt der Laden, und es fehlen natürlich Fachkräfte. Vor zwei Jahren hatte kein Werksstudent auch nur den Hauch einer Chance auf Übernahme, jetzt bekommen sie gerade unbefristete Arbeitsverträge. Nach allem, was man hört, dürfte schon nächstes Jahr wieder das große Zittern beginnen. Fachkräftemangel ist immer ein zeitlich sehr kurzfrististiges Phänomen. Und wenn von einem Fachkräftemangel z. B. in den Pflegeberufen die Rede ist, dann muß man sich nur die gezahlten Löhne und die Arbeitsbedingungen ansehen, und man weiß, warum dort niemand einsteigen will.
Seit Jahren muss ich schon über den Fachkräftemangel in Deutschland lesen. Nichts neues. Scheinbar handelt es sich hier um ein Versagen der Politik. Also, her mit der Bildungsoffensive: 100.000 neue Studienplätze oder Schavan tritt zurück. 200.000 neue Ausbildungsplätze und Firmen die nicht mitspielen werden sonderbesteuert. Bei den derzeit niedrigen Zinsen kann man sich die Investitionen durchaus leisten. Die zahlen sich ja bald aus durch scharfen Anstieg des BSP und der Steuereinnahmen und einem ebenso scharfen Rückgang der Arbeitslosen und sonstigen Transferleistungsempfängern.
Womöglich beziehen unsere Politikerinnen und Politiker den Begriff Fachkräftemangel auf ihre eigene Berufsgruppe? Dann würde ein Schuh daraus.
@ Held
Das ist allerdings ein weltweites Problem. Da wird man in Deutschland mit auch noch so bunter “Card” nichts lösen können. Wartet die Welt darauf, dass Heldentasse, R_Winter oder OAlexander beschließt Politiker zu werden?
In dieser illusteren Gesellschaft fühle ich mich hiermit bachgepinselt, gleichwohl haben Helden natürlich keine Zeit für so einen Schnickschnack. ;-)
P.S.: Aber bitte beachten: “Held” ungleich “Heldentasse” – soviel Zeit muss sein.
@ HerldenTASSE
Jawoll!!!
@OAlexander
Ich darf wohl nicht ..
Ist vielleicht auch besser so, denn vielleicht würde ich etwas ändern :-).
@ schwitzig
Du bist als interner Abweichler vorgesehen ;)
Dabei muss man natürlich auch berücksichtigen, dass sich vermutlich immer mehr Fachkräfte basierend auf vorhandenen Wissen ständig neues Wissen aneignen müssen. Die Strukturen dafür und allgemein der Respekt vor Fachkräften sind in Deutschland vermutlich stärker ausgeprägt als in den meisten anderen Ländern.
Jedoch gibts auch hierzulande eine Menge Strukturen und durchgeknallte Ärsche in Führungspositionen, die wo für die Fortentwicklung der Fachkräfte eindeutig gegenarbeiten. Und das versetzt nicht wenigen der tendentiell eher sensiblen Fachkräfte, die sich im Leben nicht mit hinreichend Zynismus und tiefschwarzen Denken gewappnet haben, einen Schlag.
Erinnert mich an das Geschwafel des Fachkräftemangels in meiner Branche (IT). Seit Jahren wird behauptet, dass bei uns IT-Fachkräfte fehlen würden, komisch, dass die Löhne in dieser Zeit unwesentlich gestiegen sind. Die Wahrheit ist einfach die, dass BILLIGE Fachkräfte fehlen.
Ein schöner Beitrag zum Thema findet sich auch bei den “Blättern”:
http://www.blaetter.de/archiv/jahrgaenge/2011/mai/die-propaganda-vom-fachkraeftemangel
Lesenswert!
Der Typ im Bagger ist doch gephotoshoppt…
Mit so einem Bauch eine Maschine bedienen ist nicht grad ungefährlich,
wenn man diesen und jenen Hebel und Knopf garnicht mehr sehen kann.
Zum Thema.
In Deutschland wird ein Sektor installiert der jenen der Mexicaner in den USA gleicht.
Genug junge Arbeitskräfte hat der Süden ja anzubieten,problematisch halt nur das jenen das Lohnniveau in Deutschland zu gering ist.
Ähnliche Geschichte vor Jahren mit den Spargelstechern aus Polen.
Die sind irgendwann auch nicht mehr gekommen,da zuwenig Schotter.
Mfg
Lass den blos in seinem Bagger, die Kosten fürs Gesundheitssystem immens sollte der mal aussteigen. Gabs da schon Diskussionen drüber?
Ne, Diskussionen darüber habe ich hier noch keine gesehen. Aber jetzt vielleicht:
Keine Sorge. Den Bodo kriegt, so wie er gerade ist, keiner aus seinem Bagger raus, geschweige denn, dass er es aus eigener Kraft schafft. Entweder kratzt er bald ab und wird samt Bagger eingebuddelt oder er wird in den Pausen von “ungelernten Fachkräften” auf Diätkost gesetzt, dazu gibt´s dann Mineralwasser statt Bier. Dann kann er bald von selbst aussteigen und das mit den Kosten für das Gesundheitssystem erübrigt sich dann auch, so oder so.
Guter Artikel; die Situation ist schon traurig. Der ehemals tragende Mittelstand ist zu einem Heer von billigverdienenden Arbeitssklaven verkommen: zugunsten von plutokratischen Strukturen.
Den DHL-Subunternehmen-Fahrer fallen die vielen Amazon- und Zalando-Pakete auf.
In der Schweiz hört man immer häufiger den sächsischen Dialekt. Habe mich mal mit denen unterhalten. Sie fahren alle zwei Wochen für zwei oder drei Tage nach Hause (inklusive Fahrt) mittels Fahrgemeinschaften. Rund 800 km ein Weg. Ich sehe da viele Eheprobleme kommen. Viele arbeiten im Security-Bereich oder auf dem Bau und kommen auf 4000 bis 4500 Franken im Monat.
In den schweizerischen Spitälern wird praktisch nur noch “deutsch” gesprochen.
Die Mär vom Fachkräftemangel ist seit Jahren ein durchschaubarer Trick der Wirtschaft, um über den Import billiger Arbeitskräfte die Lohnkosten zu drücken. Mittlerweile sind zunehmend Studienberufe davon betroffen, die privatisierten Krankenhäuser sind mittlerweile voll von osteuropäischen Ärzten. Nur interessiert das wenige, weil über Sozialneid ein geschicktes teile-und-herrsche stattfindet. Ebenso wie der Arzt sich vielleicht wenig darum schert, ob am Fließband ein billiger Leiharbeiter sein Auto baut.
Das mit den importierten Fachkräften funktioniert im Normalfall nicht, denn die sprechen kein Deutsch, eher Englisch. Klar, die osteuropäischen Ärzte ziehen sich die Sprache rein, machen ihre Deutschprüfung und arbeiten dann für schlechtes Geld. Allerdings wäre ohne sie hier bei uns auf dem Land in den meisten Krankenhäusern schon das Licht ausgegangen. Die verdrängen aber keine deutschen Ärzte, denn die gibt es nicht mehr, oder sie arbeiten in der Schweiz / Norwegen.
Im Ingenieurs- oder Facharbeiterbereich hat ein Süd- oder Osteuropäer hingegen nahezu keine Chance. Die Bildungssysteme sind mittlerweile überall so mies, daß in vielen Ländern selbst ein “Uniabschluß” nichts mehr bedeutet, weil ihn fast jeder hat (auch in Osteuropa studiert man gerne “etwas mit Medien oder Wirschaft”). Man müßte schon mit sehr guten Deutsch- und fundierten Fachkenntnissen hier antreten und dann noch das Glück haben, daß eine Firma sich die Zeit nimmt, die ganze Integration hinsichtlich der enormen Bürokratie zu organisieren. Denn das schafft man selber wohl kaum. Ich sage nur: fester Wohnsitz, Einwohnermeldeamt, Ausländeramt, Steueridentnummer, Sozialversicherungsnummer, gesetzliche Krankenversicherung, Arbeitserlaubnis (schriftlich zu beantragen in Duisburg mit Stempel und Unterschrift der einstellenden Firma), Eröffnung eines Girokontos (gibt es nur mit einem mindestens 12 Monate gültigen Aufenthaltstitel) usw. usf. Meine Meinung: Jede Fachkraft müßte verrückt sein, wenn sie sich das antut.
Aber warten wir mal ab. Nächstes Jahr sieht es wieder schwer nach Krise aus, die ersten großen Firmen entlassen bereits Leute. Da findet sich so manche deutsche Fachkraft dann auf dem Leiharbeitsmarkt wieder…
Ich kenne einige Firmen, die nach qualifizierten und arbeitswilligen Kräften suchen. Die mittelständischen und inhabergeführten Firmen sind im Emsland angesiedelt. Elektriker und Schweißer sind sehr willkommen. Die offizielle Arbeitslosenquote liegt hier bei unter 3%.
Hier gibt´s wirklich Mangel…
War also der epische Artikel in der ZEIT doch kein Fake oderTeil der Kampagne?
Eigentlich sollte es bei so einer einfachen Frage (Fachkräftemangel?) doch möglich sein, eine faktengestützten Antwort zu finden.-
Vermutlich muss man differenzieren, regional, nach Berufen usw.
Ländliche Regionen sind nicht so attraktiv, wegen Kultur, Bildungsmöglichkeiten usw. Warum gleicht der “Markt” das nicht aus, durch hohe Gehälter usw.?
ach ja? unbefristete festanstellung, tariflohn, keine leiharbeit? echt jetzt? so wie meyer papenburg?
Hallo Herr Barkmann,
bei Ihrem Posting fällt mir wieder einmal auf, dass bei jeder (mir bekannten) Diskussion über den Fachkräftemangel jemand einige Unternehmen kennt, die händeringend nach Mitarbeitern suchen. Wie hoch der Wahrheitsgehalt dabei ist, kann ich nicht beurteilen. Mir stellt sich aber immer die Frage, warum derjenige, der diesen “Informationsvorsprung” innehat, nicht als privater Arbeitsvermittler tätig wird? 2000 EUR brutto erhalten Sie dann, falls der Arbeitssuchende 6 Monate eingestellt wird. Dies ist doch ein netter Nebenverdienst…
Grüsse
@Undertone
Das sind dieselben Boys, die auch jede Hartz-IV-Diskussion als “Studenten” auf BILD-Niveau inklusive erfundener Lügengeschichten herunterziehen.
Einfach nicht beachten.
Es gibt aber wirklich solche Gegenden..
(Das liegt zu “100%” nicht daran, dass ich weil ich aus dem Emsland komme, eine rosarote Brille aufhabe.)
industrielle großprojekte in strukturschwachen gebieten sind ja auch das wahnsinns erfolgsmodell. nach wenigen jahrzehnten ist das eben ausgelutscht. und dann werden halt wieder schlosser für den heimischen landmaschinenanhängerbau gebraucht. es gibt sicher slowaken, die das machen. die treffen sich montag morgen an der kreuzung, warten auf ihren kleinbus, der sie dann zwei stunden durch die pampa karrt, um sie irgendwo für 4,50€ die stunde das tun zu lassen, was hannes und eike nicht tun dürfen, weil sie gerade bewerbungstraining in der ‘nächst’gelegenen kreisstadt absolvieren müssen. ach ja, samstag geht es dann mit dem kleinbus wieder zurück in die baracke der industriebrache der großstadt. glaubst du nicht? dann glaubst du auch nicht, dass hier fünfzig qualifizierte maschinenschlosser zu touristguides (tatsächlich – deutsche bezeichnung) umgeschult werden, während die personalüberlassungsklitschen für schweißer und elektriker überall aus dem gewerblichen boden in der fußgängerzone sprießen.
wie crank das ist.
Vor einiger Zeit habe ich mal das ZDF oder die ARD (weiß ich gerade nicht mehr) dazu angeschrieben und bekam eine Antwort von einem stellvertretendem Chef-Red. Neben einigen unhaltbaren Aussagen (… wir haben einige Firmen befragt und die haben uns alle versichert …) hat er tatsächlich erwähnt, dass der Vorwurf der bewussten Manipulation in letzter Zeit häufiger geäußert wird.
Was ich in diesem Zusammenhang interessant finde ist, dass das ÖR Fernsehen, das eine Zeit lang diese Fachkräftemangel-Propaganda aktiv unterstützte, diesen Unfug nun in Nebensätzen unterzubringen versucht, vornehmlich in Beiträgen, die mit diesem Thema zunächst nichts zu tun haben. Offensichtlich ändern die ihre Strategie ein wenig, weil der Unfug des Fachkräftemangels bereits zu häufig als bloße Propaganda entlarvt wurde.
Mit dem Ingenieurberuf habe ich bereits abgeschlossen. Zeitarbeits – pardon, “Ingenieurdienstleister”-Klitschen wie EuroEngineering und co. zahlen jungen Ingenieuren auch mal ganze 25000€ Jahresgehalt. Da ist ein Arzt mit TVÖD noch gut bedient, und bei Lidl an der Kasse gibt es fast mehr…
Hab’s sicher schon öfter erwähnt, das mit dem steigenden Gehalt ist ein schönes Symptom, aber es gibt noch einen deutlicheren Hinweis auf den Wahrheitsgehalt der Ingenieurmangellüge:
Bosch hat als Billiglohnklitsche: Bosch Engineering (kein Tarifvertrag)
Porsche hat als Billiglohnklitsche: Porsche Engineering (kein Tarifvertrag)
Daimer hatte Mercedes Technology Center (kein Tarifvertrag). Die Ingenieure dort waren so wichtig und gesucht, dass man sie verkaufen wollte (ist das nun passiert, man findet im I-Net nichts dazu, dabei lief sogar schon Radiowerbung vom Käufer – “wir suchen Ingenieure”…)
Die Liste kann man fast endlos fortsetzen, plus die Liste der Ingenieurzeitarbeitsfirmen – ein Trauerspiel. RIP Ingenieurwesen.
Der neueste “Coup” der mir untergekommen ist: “wir haben keinen Tarif, wir können BESSER zahlen als mit dem starren Tarifvertrag”. Haha!
ja, wenn es konkret wird, dann werden sie immer ganz still, die arbeitskräftemangelherbeireder. wann kommt endlich die ultimative orangecard für akademische fachkräfte ab 15.000 € p.a.? brutto bitte, sozialabgaben zu lasten des gastlandes, wenn überhaupt.
orangecard, weil wir es uns wert sind!
Ich glaube nicht, dass es Stellen für studierte Vollzeit-Ingenieure gibt, die nur 25.000 Euro Brutto verdienen, zeig mir doch mal ein Beispiel dafür?
Scheint mir heiße Luft zu sein.
@danielmite
Wenn ein Ingenieur als Fachinformatiker (nach denen wird ja auch händeringend gesucht) arbeitet, kommt er im Durchschnitt monatlich auf 2610 Euro brutto. Das mit den 25000 Euro pro Jahr für einen jungen Ingenieur könnte also hinkommen, wenn er mangels Alternative eine Stelle als Fachinformatiker annehmen muss.
http://www.lohnspiegel.de/main/zusatzinformationen/fachinformatiker-innen/was-verdienen-fachinformatiker-innen
2610*12=31320 (Dazu kommen dann noch z.T. Weihnachts und Urlaubgeld und u.U. Boni, weil das von deiner Quelle angegebene Bruttomonatsgehalt diese nicht miteinrechnet)
Fachinformatik ist ein Ausbildungsberuf: http://de.wikipedia.org/wiki/Fachinformatiker
Das Bruttomonatsgehalt für Informatiker liegt laut deiner Quelle bei deutlich über 4.000 €.
Das Einstiegsgehalt für einen Ing liegt in der Regel zwischen 38 k€ und 44 k€. 25 k€ wäre schon extrem niedrig. Der öffentliche Dienst ist für einen Dipl.-Ing (FH) der schlechtest mögliche Arbeitgeber. Hier wäre das Einstiegsgehalt für ihn: 33495 € im Osten (E10).
Univ.: 39673 (E13)
Bei Unternehmen herrscht ungefähr gleichstand, was die Einstiegsgehälter (FH-Univ.) betrifft.
Richtig schlecht werden Doktoranden bezahlt. Unabhängig von Industrie oder Uni. Hier ist nicht mit einem vollen Gehalt zu rechnen. Doktoranden werden richtig derb gefickt aber derzeit auch massiv direkt aus den Unis abgeworben. Ein Doktorand wäre das bessere Beispiel gewesen. Er hat voll zu Arbeiten für weniger als das von dir angegebene Gehalt.
@Brick
Wir wollen da mal nicht kleinlich jeden Euro berechnen. Zudem hast du das Kleingedruckte nicht gelesen:
“Berufserfahrung zahlt sich aus: Das Monatseinkommen von Fachinformatiker/innen mit weniger als fünf Jahren Berufserfahrung beträgt im Schnitt 2.247 Euro…”
Den Ingenieur kannst er sich an den Hut stecken. Der wird sich sagen: Lieber eine schlechtbezahlte Stelle als gar keine (als Neuling) und das Anfangsgehalt von 2247 Euro annehmen.
So oder so, davon könnte ich nicht leben…
Ich kenne einen ganzen Stall 25k€ Uni Dipl.-Ings. Bist Du auch Ingenieur und einer von denen, die es nicht wahr haben wollen? Ich treffe häufig auf das Problem das wir Ingis nicht selbstbewusst sind weil es nicht in unser Weltbild passt. Deshalb wehren wir uns auch nicht, weil nicht sein kann was nicht sein darf.
Ich rede von 25k€ Uni-Ing. im Raum Stuttgart. Bewirb dich mal zum Spass bei der Ingenieurzeitarbeit AKA Dienstleister. Bzw. warum denkst Du HABEN alle großen Firmen ihre Ingis in nicht IGM Töchter geschoben?
Da haben wir doch das vielgepriesene “Bürgergeld”……
“Besten Dank für den Artikel.
Er beschreibt zwar nur Bekanntes, bringt dies aber klar und deutlich ans Tageslicht.”
Dem schließe ich mich an.
Seit Jahren ist zu beobachten, dass Stellen, für die noch vor gar nicht allzulanger Zeit eine mittlere Reife und eine Ausblidung ausreichend war, heutzutage von Studierten besetzt wird.
Haben sich die Anforderungen etwa derart erhöht, dass selbst ein Abitur kaum noch ausreicht, um popelige Sachbearbeitertätigkeit auszuüben?
Ich glaube kaum. Und weiterhin, dass diese generelle Überqualifizierung ein Grund ist, weswegen nach wenigen Jahren eine große Frustration (“innere Kündigung”) bei denen einsetzt, die wenigstens noch eine Stelle bekommen haben. Die nicht ganz so üppig ausgebildeten haben dann nur noch die Möglichkeit, mit den noch weniger qualifizierten zu konkurrieren – um Stellen, bei denen 3 Tage anlernen ausreichen.
Man findet häufig Beschäftigte, die seit vielen Jahren in einem Unternehmen arbeiten und aufgrund ihrer Ausbildung heutzutage keine Chance hätte, im selben Unternehmen eine Stelle zu bekommen.
Schön für die Gewinne der Unternehmen, bzw. ihrer Eigentümer. Die entsprechenden Vermögensentwicklungen und -konzentrationen sprechen eine deutliche Sprache.
Einziges Manko an dem Text: Er steht nicht auf allen Tageszeitungen auf Seite 1.
“Fachkräfte” sind nicht nur Ingenieure und Ärzte, auch Monteure, Schreiner, Elektriker Krankenpfleger/innen, Betonwerker und so weiter gehören dazu.
Im Bekanntenkreis fällt mir auf, dass beim Gespräch über Berufe nur noch “akademische” Berufe überhaupt in Erwägung gezogen werden. Wenn dann die halb-höhere Tochter einen (Fach-) Arbeiter zum Freund hat, ist man schon irritiert.
Dabei ist doch jeder froh, einen guten Handwerker zu finden, wenn er ihn braucht. Sie hätten mehr gesellschaftliche Anerkennung verdient. Dann wäre es auch in Hörsälen nicht so eng.
Fachkräftemangel
Nachdem wir derzeitig eine jährlich konsolidierte Wachstumsrate größer 10 Prozent haben, also eine verdeckte um ca. 8 Prozentpunkte über der offiziell vom statistischen Bundesamt getürkten veröffentlichten Zahl, herrscht ein extremer Nachfragebedarf sowohl an Fach- als auch Hilfskräften.
Aufgrund der Vollbeschäftigung werden ausländische Fachkräfte mit Berufsausbildung aktuell mit mind. 70.000 EUR Jahresgehalt und Akademiker mit Studienabschluss größer 120.000 EUR Jahresgehalt zzgl. einer einmaligen Integrationsprämie von 40.000 EUR angeheuert.
Darüber hinaus haben sich die Unternehmen entschlossen, die Lohn- und Gehaltszahlungen für ihre Arbeiter und Angestellten zum 01.08.2012 je nach Branche zwischen 25 bis 35 Prozent rückwirkend zum 01. Januar 2012 anzuheben.
Weiterhin erstatten die Unternehmen auf Antrag ihren MitarbeiterInnen die Kita-Kosten für deren Kinder sowie Kosten für Freizeitaktivitäten und Teilnahme an Glücksspielen mit bis zu 3.000 EUR pro Jahr.
Ehemalige Angestellte werden angeschrieben, ihren “wohlverdienten Ruhestand” zu unterbrechen. Für eine befristete Anstellung wäre man bereit, das letzte Monatsgehalt zzgl. einem Sonderzuschlag von 30 Prozent und einer einmaligen Anti-Abwrackpräme in Höhe von 2.500 EUR zu bezahlen.
Ich melde mich als qualifizierte Fachkraft mit zwei akademischen Berufsabschlüssen. Mich trieb man in die Selbstständigkeit und nun wird mir auch noch vorgeworfen, ich würde mich am Sozialstaat nicht beteiligen (s.h. Diskussion über Rentenversicherungspflicht für Selbstständige….). Bin Knapp über 40, habe viel Berufserfahrung, bin single und ungebunden. Habe nen tollen Lebenslauf, …. und was is? Wo sind die tollen Jobs? Ich kann sie nicht sehen. Bin ich blind? …… mein letztendliches Fazit ist: wer reich geboren wurde oder unanständig genug seine Mitmenschen bescheißt, ist fein raus; alle anderen werden in diesem Staat nach Strich und Faden verarscht….
“Inzwischen bestehen schon rund 30 Prozent der Empfänger von Arbeitslosengeld II aus Aufstockern, welche trotz Arbeit den Lebensunterhalt von ihrem Lohn nicht bestreiten können.”
Aufstocker bekommen einen Nettolohnabstand zum ALG-II zugebilligt, zudem sind Werbungskosten VOLL erstattungsfähig. Angemessene Mietkosten (regional stark unterschiedlich) sind voll abzugsfähig. Zudem sind die Sozialleistungen für Kinder weit höher wie das Kindergeld. Und das führt in Summe problemlos dazu, dass auch Otto Normal mit seinen 2800€ brutto ab 3-4 Kindern in vielen Ballungsräumen wie Frankfurt/Köln/Hamburg/München zum Aufstocker wird.
Laut der zizierten Studie beträgt die Arbeitslosigkeit unter allen Hochschulabgängern 4 %(= Vollbeschäftigung). Dazu kommen bei den traditionellen Ingenieuren 9 % (bzw. 13 % junge Ingenieure also solche mit bachelor) inadäquat Beschäftigte. Das wirkt nun so, als ob es tatsächlich keinen Fachkräftemangel gäbe, aber ist jetzt jeder studierte Ingenieur eine Fachkraft?
IMO nein. Man kann sein Studium auch richtig schlecht bestehen. Damit ist man kein guter Ing. und gehört sicher auch nicht zu den gesuchten Fachkräften. Ich denke, dass 13 % (bzw. 17 %) schlechte Ings ungefähr hinkommen könnte. Es werden nicht beliebige Leute mit einem Zettel gesucht sondern Leute, die ihre Arbeit gut machen können.
Der Taxifahrende Ing ist kein Beispiel für einen nicht bestehenden Fachkräftemangel sondern ein Zeichen dafür, dass es auch schlechte Hochschulabsolventen gibt.
Doch bei (guten) Ingenieuren gibt es sehr wohl einen Fachkräftemangel. Sachen die darauf hindeuten sind z.B. : Ings werden von Unternehmen Massenweise direkt aus ihrem derzeitigen Job abgeworben (per Telefon am Arbeitsplatz). Es gibt für Mitarbeiter Prämien, wenn sie Freunde haben, die den Job wechseln.
Es gibt noch einen viel krasseren Fachkräftemangel innerhalb der Ings. Das sind weibliche Ings. Bei uns waren es knapp 10 %. Da Unternehmen einen erhöhten Anteil weiblicher Führungskräfte erreichen wollen, müssen sie ALLE Frauen holen, die das studiert haben. Hier ist dann völlig irrelevant, ob sie schlecht waren oder nicht (genau wie bei Männern gab es bei uns solche und solche).
Ich denke, dass der Artikel nicht besonders sachlich geschrieben wurde. Eine ergebnisoffene Recherche ist ausgeblieben und ein real existierender Fachkräftemangel zumindest in diesem Bereich, wird einfach wegdiskutiert mit nur einem “Beleg”, nämlich, dass es auch taxifahrende Ingenieure gibt. Insgesamt ist Hausstein IMO genauso Vorurteilsbehaftet, wie die Leute, die meinen alle Arbeitslosen seien faul. Das Ergebnis ist dann, dass nicht ist, was nicht sein darf.
@Brick
Steigen die Ingenieursgehälter?
[...] Ja.
[...] Nein.
Wenn “Nein” zutrifft, ist Dein ganzer Beitrag für die Tonne.
Ja
Aber das ist irrelveant. Die Situation ist exakt so wie oben geschildert. Es geht sehr schnell richtung Außertariflich bei uns. Bitte Kein Tariflohnbeispiel.
Du lügst. Die Einkommen der Hochqualifizierten sind in den letzten Jahrzehnten kaum bis gar nicht gestiegen. Im IT-Bereich bekommen Freiberufler nur noch mit Mühe die Stundensätze, die Ende des letzten Jahrtausends üblich waren. Dabei ist die Inflation noch gar nicht berücksichtigt.
Dein ganzes Geschwurbel ist nichts als Gerüchteküche und Anekdotenpalaver. Dafür würde ich keinen Cent zahlen, wenn ich die INSM wäre.
a^2
http://www.faz.net/aktuell/beruf-chance/recht-und-gehalt/umstrittener-fachkraeftemangel-der-preis-fuer-ingenieure-steigt-11723852.html?selectedTab=images&offset=1
http://www.vdi.de/44033.0.html?&no_cache=1&tx_ttnewstt_news=55703
Geh bitte bitte wem anders auf den Sack. Ihr hättet das einfach selbst überprüfen können. Ich bin nicht eure Mami, die euch alles vorkauen muss. Was für ein Kindergarten und gleich noch beleidigend.
PS:
Ahahah. Da hast du dir derb selbst das Bein gestellt. Nicht schlecht.
Dein dümmliches Gegrunze macht Deine Behauptungen auch nicht plausibler. Die FAZ-Graphik stammt aus Daten eines dubiosen kommerziellen Marktforschungsunternehmens, nicht aus wissenschaftlichen Erhebungen. Danach soll es im Sechsjahreszeitraum 2006-11 Steigerungen der Ingenieursgehälter um 8-17% gegeben haben.
Mal abgesehen von der Aussagefähigkeit der Daten aus einer Datenbank, die erst seit 2004 aufgebaut wird, sind nicht inflationsbereinigte 1,3-2,8% Gehaltsanstieg bestimmt kein Anzeichen für einen Fachkräftemangel.
Der andere Link ist kaputt. Nicht mal das kannst Du.
a^2
@Brick
na, da bin ich aber mal auf den Nachweis gespannt. Selbst Merkels Dreckschleuder DER SPIEGEL hat berichtet, dass es auch bei Ingenieuren im Idealfall keine Reallohnverluste gab. Lach :-).
Ganz im Gegenteil: Das ist der RELEVANTESTE Aspekt. Denn wenn ein Gut knapp ist, wird es teurer. Wird es billiger, braucht man es nicht oder es ist nicht knapp.
Definiere bitte “gut” und “schlecht” anhand eines objektiven, messbaren Maßstabs. Ansonsten ist es eine simple Behauptung, die man einfach auch mal so zwischen Tür und Angel aufstellen kann, ohne irgendeinen Beleg.
Jemand, der ein Studium (bzw. eine Fachausbildung) erfolgreich abgeschlossen hat, hat nachgewiesen, dass er/sie das notwendige Fachwissen erworben hat. Auch wenn er es nicht mit Bestnote abgeschlossen hat, hat er die fachwichtigen Kenntnisse in ausreichendem Maße erworben, um eine fachspezifische Tätigkeit auszuüben. Sonst hätte er nämlich nicht bestanden.
Da sind noch nicht einmal diejenigen berücksichtigt, die beim sturen “Theorie-Pauken” eher ihre Schwächen haben (und trotzdem bestanden haben), sondern die erst in der Praxis richtig aufblühen.
Ist das in irgendeiner Weise verifizierbar? Vom generellen Aspekt einmal abgesehen, interessiere ich mich ganz besonders für das “massenweise”. Ansonsten bleibt es eine reine Behauptung.
Äh, nein.
Die Marktpreisbildung als augenscheinlichstes Merkmal sowie der Beitrag vom BR, wo speziell auf die Thematik des Ingenieur-”Fachkräftemangels” eingegangen wurde, werden durch diese Behauptung einfach mal fix vom Tisch gewischt.
“Definiere bitte “gut” und “schlecht” anhand eines objektiven, messbaren Maßstabs. ”
Dafür gibt es Durchschnittsnote, gerne noch Kombiniert mit Rangplatz (=Abschneiden im Vergleich zum eigenen Jahrgang) und der Studienzeit. Jemand der alle Prüfungen seines Studiums bestanden hat, der mag nachgewiesen haben, dass er mit entsprechender Vorlaufzeit in der Lage war, 90 Minuten lang Fragen zu einem Thema zu beantworten, mehr aber auch nicht. Und auch wenn es der große Wunschtraum ist, dabei handelt es sich nicht nur um Spätzünder oder “underperformer”, das sind manchmal auch einfach Leute die man nicht einstellen möchte.
1-1,5 sehr gut 1,6-2,5 gut 2,6-3,5 befriedigend 3,5-4(wobei glatt 4 eine Krasse herausforderung wäre) ausreichend. Das steht so in jedem Zeugnis von jedem Ingenieur.
Bei den Ingenieuren? Läuft nicht so. Ist kein Medizinstudium (wo man durchaus Zeug pauken muss, das später gar nicht hilft Latein, Physik z.B.), sondern man macht von Anfang an Sachen, die man später auch braucht. Außer vielleicht dem Vertriebler.
http://www.faz.net/aktuell/beruf-chance/recht-und-gehalt/umstrittener-fachkraeftemangel-der-preis-fuer-ingenieure-steigt-11723852.html?selectedTab=images&offset=1
Oder so ähnlich. Ich will doch nur spielen. Oh und siegen. Ich denke, mit deiner Aussage und meiner Quelle, kann ich mich schon zum Sieger erklären. Schließlich war die Steigerung in allen wichtigen Branchen deutlich höher als die Inflation im gleichen Zeitraum.
Natürlich gibt es eine bessere Studie vom VDI. Damit könntest du mir für schlappe 149 € versuchen das Gegenteil zu beweisen. Aber ich fürchte, da steht auch nichts drinnen, das deine Position in irgendeiner Weise bestätigen wird:
http://www.vdi-nachrichten.com/_library/content/download/obj1947_Inhaltsverzeichnis_ingenieureinkommen_2011.pdf
Wie wäre es mal, wenn ihr anfangt Quellen zu leifern dafür, dass es keine Gehaltssteigerung gibt. Das wäre vielleicht der sinnvollste Weg, wenn ihr meine Aussagen widerlegen wollt. Da ihr das nicht könnt.
I WIN
Etwas infantil, meinst Du nicht?
Erst recht, wenn der Schuss nicht zündet, weil das Pulver nass ist.
Ich lese dort in der Darstellung Gehaltssteigerungen in den verschiedenen Arbeitsbereichen und diversen Berufserfahrungen zwischen 7,5 Prozent und 19,1 Prozent – allerdings in einem Gesamtzeitraum von 2006 bis 2011. Berücksichtigt man dann die jährliche Teuerung, bleibt real unter dem Strich nichts übrig. Wo ist da der Indikator für die exorbitante Nachfrage, die einen Fachkräftemangel darstellen würde?
Eine Datei, die aus reinen Überschriften besteht und wo keine Inhalte vorhanden sind, kann auch ich nicht bewerten und einordnen. Oder war das als Verkaufsveranstaltung zu verstehen, die vollständige Datei zu kaufen? Die Arbeitgeberlobby VDI ist doch nun wahrlich nicht auf mein Geld angewiesen.
Und nochmal. Schaue Dir bitte den Beitrag vom Bayrischen Rundfunk an, dort sind handfeste Beispiele und Fakten aufgeführt. Und unterstelle mir nicht andauernd, ich würde keine Quellen liefern. Da kannst Du Dich auch noch so oft selbst zum Sieger küren.
Weitere Links mit Informationen und Beispielen:
- http://www.nachdenkseiten.de/?p=6388
- http://www.nachdenkseiten.de/?p=6378
- http://www.nachdenkseiten.de/?p=13442 (Leser-Anmerkung: “Als Diplom Ingenieur Maschinenbau mit nunmehr 25 Jahren Berufserfahrung als RAMS Spezialist, kann ich diesen Schwachsinn wirklich nicht mehr hören. Zumindest im Ingenieurbereich gibt es keinen Fachkräftemangel, andernfalls ließe es sich nicht erklären, dass Arbeitgeber Gehälter bis zu 25% unter Tariflohn bieten, tausende Ingenieure von Sklaventreibern (=Leiharbeitsfirmen) zu Dumpinglöhnen bei deutschen Unternehmen eingesetzt werden und sehr viele Absolventen keinen oder allenfalls schlecht bezahlten Job finden. [...]”
Deine Ausführungen zeigen deutlich, wie richtig der zuletzt gewählte Satz von Ulrike Meinhof ist und dass es wichtig von mir war, ihn an das Ende zu setzen.
Bei der Thematisierung des “Fachkräftemangels” durch die Medien fällt stets auf, dass die Kommentarspalten mit gänzlich anderen Positionen gefüllt sind als in den Artikeln vertreten wird. Die Wahrheit draußen sieht also anders aus als jene der Redaktionsstuben und jene der Wirtschaftsverbände-Büros.
Ich frage mich langsam, ob wir, die Bürger, am stetigen Niedergang dieses Landes und seiner Demokratie nicht selbst schuld sind.
Wir haben gut 8 Millionen Prekarier im Lande, Tendenz steigend. Leiharbeiter en Masse, auch Akademiker.
Welche Propaganda könnte diese Welle der Realität aufhalten, käme sie doch endlich einmal in Schwung? Sie kommt aber nicht in Schwung. Und das ist das Unentschuldbare.
Noch’n Witz: Vor einiger Zeit winselten die Bildungspolitiker herum, dass es einen Lehrermangel gäbe und man deshalb bundesländerübergreifend Pädagogen suchen oder gleich zu den Nachbarn wie zum Beispiel nach Österreich gehen müsse, um Lehrern habhaft zu werden.
Kurze Zeit später kam dann die Meldung, dass mehrere Hundert frisch ausgebildete Jungpauker keine Stellen bekämen.
Geschichten aus dem Bekanntenkreis, wo man den Leuten vom Lehramtsstudium abriet, sind schon Legende.
Fachkräftemangel gibt es in diesem Land zuvorderst bei den “Entscheidern” in der Politik. Deshalb der beständige Strom an Bockmist, der dieses Land überflutet und dabei ist, es zu ertränken.
Ich hoffe für dich, dass du kein VWL o.ä. studierst, denn in dem Fall solltest du am besten noch mal in die Einführungsveranstaltung für Fachfremde zum Thema “Wissenschaftliches Arbeiten” wechseln. Weniger als 5 min. Recherche spucken genügend Quellen aus, und dafür braucht es nich mal wissenschaftliche Datenbanken, nur Tante Google. Einige Beispiele wurden schon genannt, einige hab ich weiter oben angeführt. Ein weiteres ist die erste Studie von Karl Brenke zum Thema (S. 5). Die FAZ-Quelle scheint hingegen eher dubios und statisisch nicht von hoher Qualität zu sein, wie aquadraht bereits anmerkte. Genauso wie die diversen Untersuchungen von IW und VDI, die allesamt auf fragwürdigen Methoden basieren (z.B. einer einmalig 2009 durchgeführten Unternehmensbefragung als Grundlage fürs Hochrechnen der offenen Stellen). Dort wird das Arbeitskräfteangebot systematisch unter-, die Nachfrage aber überschätzt.
Im Gegensatz dazu sieht auch die bereits zitierte zweite Studie von Brenke (basiert auf dem besten vorhandenen Datenmaterial aus der Statistik der BA und dem Mikrozensus) auf dem Ingenieurarbeitsmarkt keinen Mangel. Genauso wie das IAB bzw. die BA (S. 4), die allenfalls eine regional und berufsfachlich eng begrenzte Knappheit erkennen (bei hochqualifizierten Experten – die sind aber so gut wie immer knapp). Weitere Indizien, wie die zunehmende Prekarisierung, sprechen ebenfalls gegen die These vom Fachkräftemangel. Also warte lieber noch ein bisschen mit dem Siegesgeheul.
@Brick
Das ist vollkommener Grade A Bullshit den Du da von dir gibst. Sorry wenn ich so deutlich werden muss, aber davon kann man nichts stehen lassen. Ja, ich weiß auch schmerzlich dass nicht jeder Absolvent JEDES Fachs ein Top-Mann ist. Aber ja, 90% der Ingenieure arbeiten heute in früheren Technikerbereichen, den Fachinformatiker braucht keine Sau, macht ja auch ein Informatiker (auch Skripting & SAP-Modulquatsch).
Ich für meinen Teil arbeitete zeit meines Arbeitslebens in der Industrie-Forschung und heute in etwas was ich “verantwortliche” Position nennen würde. Ich kenne KEINE Anrufe von Headhuntern bei mir oder anderen, und die paar von denen ich wirklich gehört haben waren eher Marketing. Ich möchte derzeit auf dem Ingi-Markt keinen Job suchen müssen…
Die Menschen begreifen langsam:
Die Legende vom heiß begehrten Ingenieur
Auch die Kommentare zum Artikel/Beitrag lesen.
Danke für den hyperlink der zeigt, welche Rolle der VDI bei diesem m.E. abgekarteten Spiel um die angeblich gesuchten Fachkräfte spielt. Leider(!) haben die Redakteure etwas geschlampt, denn der VDI ist mehrfach unterteilt. Es gibt den VDI e.V. als Interessenvertretung der Mitglieder (Wissenschaftler & Ingenieure als Personen) und die VDI Unternehmensgruppe die u.a. auch Lobbyarbeit für Unternehmen betreibt.
Ich sehe jetzt darin einen grundsätzlichen Interessenkonflikt, denn im besten Fall müsste der VDI e.V. die indirekte Gehaltsdrückerei (über die Mär der freien Stellen auch durch die falsche Berechnung der offenen Stellen , und z.B. der daraus folgenden Installation der bluecard) der VDI Lobbyisten Gruppe bekämpfen, den keine Person die beim VDI e.V. Mitglied ist dürfte Interesse an einem niedrigen Gehalt haben! Da der e.V. dies aber augenscheinlich nicht macht, wäre das alleine schon eine starker Grund aus dem Verein aus zu treten.
Es ist nicht neu, dass der VDI als Ganzes von Industrie- und Versicherungsinteressen gesteuert wird.
Der VDI hat sich schon vor ca. 30 Jahren radikal verändert und zwar zum Interessenverband. Seine Mitglieder sind nur noch schmückendes Beiwerk,
da aber die meisten Ingenieure “sachorientiert und blauäugig” sind, erkennen sie nicht, wie sie ausgenutzt werden.
Diese Schwarz-Weiß-Diskussionen, die hier teilweise im Kommentarbereich geführt werden, sind wirklich lächerlich. Natürlich gibt es Branchen, Gebiete, Unternehmen etc. in Deutschland, in denen aktuell ein Mangel an bestimmten Fachkräften herrscht, z.B. sucht mein AG seit Monaten gute, qualifizierte Elektrotechniker für Arbeiten im Hochspannungsbereich. Dieser Markt ist leergefegt, wie auch andere Bereiche hier auf dem “Land”. Das dieser Mangel auch auf eine schlechte Ausbildungspolitik der Unternehmen etc. zurückgeht ist klar, aber auch auf andere Faktoren.
Aber jeden, der sich hier meldet und auch nur ansatzweise etwas von Arbeitskräftemangel in irgendwelchen Bereichen erzählt, sofort komplett abzuwatschen und lächerlich zu machen, zeugt schon von starker Realitätsferne.
Das der Fachkräftemangel in Summe nicht die Dimension hat, wie sie häufig gepredigt wird, steht natürlich auf einem anderen Blatt.
P.S. Auch immer wieder belustigend zu sehen, wie viele, die sonst die Funktionen des Marktes in Frage stellen und verteufeln, diese auf einmal auf dem Arbeitsmarkt wiederentdecken, weil sie in ihre Argumentation passt :-)
@ Dimebag
Auch ich hatte mal den Drang zur Masturbation angenommen, habe das aber dann später die Sache moralisch durchdacht: nun, solange ich die Leintücher unbesudelt lasse und die Tapeten unbefleckt ist eigentlich nichts daran auszusetzen.
Trotzdem, in öffentlichen Foren muss das nicht sein. Keine Ahnung, wo auf dem Land “deine” AG ist. Für 6,90 die Stunde zieht keiner um oder macht lange Fahrtwege, zumal wenn der Job nur für sechs Monate gut ist. Wenn du wirklich einen Hochspannungselektriker brauchst tu dir keinen Zwang an: schreibe einfach “(ABC AG, West-Bochum, 70K)”. Ach ja, “gut” müssen die Elektriker sein.
Ansonsten, den Rest deines Schriebes hättest du gerne überdacht vor dem Posting.
Äh, ich glaube, er redet nicht von AktienGesellschaft, sondern ArbeitGeber – wie auch an maskulin/feminin-Markierung ersichtlich. Die übrige Einschätzung bleibt davon unberührt.
so lange er nicht das allgemeinbildende gymnasium oder silber meint…
ak’s m. m. n. k.
Ich bin Personalratsvorsitzender bei einer Kommune. Zu den Vorstellungsgesprächen sind immer genügend Fachkräfte verfügbar. Natürlich winken viele ab, wenn sie von den Einstiegsgehältern (~7,70€/h bzw. 1.200€/Monat Netto, ledig, Vollzeit, erst mal zwei Jahre befristet) hören. Entweder haben sie in ihrem jetzigen Job weit mehr oder sie haben durch Sozialleistungen ein etwa gleiches “Einkommen” ohne Arbeit ableisten zu müssen.
Das Problem liegt also einzig und allein, auch in der freien Wirtschaft, in der unzureichenden Bezahlung.
Problematisch ist dabei auch, dass wer als Fachkraft geringfügiger Beschäftigung nachgegangen ist, für die Stelle “suboptimal” ist.
Zeitweise, so vor fünf bis sechs Jahren, hatten wir lediglich <10 Bewerber auf unsere Stellen, mittlerweile würden viele für einen Job im öD einiges in Kauf nehmen. Auch wenn ihnen nicht klar ist, dass es weder Sicherheiten noch Aufstiegschancen oder "wirkliche" Gehaltserhöhungen gibt.
"Probearbeiten", "Praktika" und erst mal ein/zwei Gehaltsstufen weniger sind auch im öD keine Seltenheit, natürlich gerne gesehen und werden auch angenommen.
“1.200€/Monat Netto, ledig, Vollzeit, erst mal zwei Jahre befristet.”
Wie bei kik – Schnäppchen bis zum bitteren Ende.
Die wahren Schnäppchen gibt es jedoch hier:
Werkverträge – Der Mensch als bestelltes Material kann als Sachausgabe verbucht werden.
Der Clou dabei ist, dass die Arbeitnehmer tatsächlich wie Sachmittel bestellt werden können. Wahrlich ein Erfolgsmodell, wobei zur Reduzierung des sogn. Fachkräftemangels eigentlich nur noch der entsprechende Bestellkatalog fehlt. Oder wie sang damals der Howard Carpendal so grässlich schön:
@Heldentasse
Dann sind die deutschen Konzerne also noch besser im Finden von Schlupflöchern, als die Schweizer Banken?
Wem gehören eigentlich die Schweizer Banken (Aktiengesellschaften), den Schweizern?
Wer führt eigentlich die Schweizer Banken?
“Der Präsident der UBS ist ein Deutscher: Axel Weber.
Oswald Grübel, ebenfalls ein Deutscher, war von 2009 bis 2011 Konzernchef (CEO) der UBS. Zuvor stand er von 2003 bis 2007 an der Spitze der Schweizer Grossbank Credit Suisse.”
@der Herr Karl
Wirkliche Verbrecher kennen keine Grenzen, weder im Westen, im Osten oder im Süden – aber sie kennen jede Menge Politiker.
Nun, ich bin überrascht. Eiderweil ging ich doch davon aus, dass es gerade umgekehrt wäre. ;-)
Hallo Herr Karl – mir geht dein schweizerischer Nationaldenk ziemlich auf den Driss. Nicht nur in diesem Forum postest Du, daß ja eigentlich kein Einheimischer an der Verschieberei, Geldwäsche beteiligt ist. Und die Löcher in den Käse hat auch der Piefke gemacht, schon klar.
Und hallo ihr “Studierten” (Studin mediziert und co.) , was glaubt ihr wie die Löhne für uns “Unwissende” aussehen ? Z.b. im Kulturbereich. Das ist aber eh Kindekacke, Hobby und Therapie, weil der Mehrwert ja doch nur irgendwie begrenzte Bespaßungshalbwertszeit hat.
Die Löhne in Deutschland sind durch und durch für´n Arsch. Ob Fachkraft oder Achkraft.
Und Jene, die jetzt denken “Hättest Du mal lieber was VERNÜNFTIGES gelernt”, – verdorrt in der Einöde.
@piet
“Nicht nur in diesem Forum postest Du, daß ja eigentlich kein Einheimischer an der Verschieberei, Geldwäsche beteiligt ist.”
Mir geht es nur um Objektivität.
Ausserdem bin ich seit Jahren ein scharfer Kritiker des eidgenössischen Bankgeheimnisses.
“Und die Löcher in den Käse hat auch der Piefke gemacht, schon klar.”
Axel Weber und Oswald Grübel jedenfalls nicht.
(Ich poste nur hier und sporadisch beim Feynsinn. Auch ja, und beim Sprengsatz, wo ich StefanP und Dieter Carstensen nerve.)
Ein sehr wichtiger Artikel!
Mich ärgert diese andauernde Gehirnwäsche schon lange. In Deutschland gibt es jede Menge arbeitslose Fachkräfte. Mit Hochschulabschluss oder anderer abgeschlossener Ausbildung. Und 79,5 Prozent der Niedriglohnbeschäftigten haben eine Ausbildung oder ein Studium abgeschlossen.[1]
(1) Quelle: IAQ-Report 2010-06, Niedriglohnbeschäftigung 2008.
Siehe:
http://www.blaetter.de/archiv/jahrgaenge/2011/mai/die-propaganda-vom-fachkraeftemangel
Der passende “Sklavenhändler”- Musikclip zum Thema:
Ihr schreibt und schreibt und schreibt…
Menschen wie Euch gibt es seit tausenden von Jahren. Ihr seid so schlau, daß Ihr sogar Bücher schreibt. Nichts werdet Ihr verändern, da könnt Ihr tausendmal richtig liegen. Das Böse bahnt sich immer seinen Weg und verhöhnt Euch Tag für Tag. Manchmal ist es Euch so nah, daß es Euch beim Schreiben über die Schulter schaut.
“Mit der Dummheit kämpfen Götter selbst vergebens.” Wisst Ihr das wirklich nicht?
Gruß von der Ostsee
@Kieler
Sicher verändern wir etwas. Ich habe z.B. die Ansichten diverser mich umgebender Menschen verändert. Unter anderem dieses Blog hat auch Freunde von mir dazu angehalten, ihre Weltbilder und die daraus resultierenden Entscheidungen und Handlungen zu überdenken oder sogar zu revidieren.
Ich habe nichts gegen Fatalismus, wenn er angebracht ist, aber dieses Misik-artige Misantrophische von Dir – in Verbindung mit dem schön einfachen “Gut/Böse”-Schema, finde ich doch eher dumm.