Die SPD, Hans Werner Sinn und die Billionenfrage
geschrieben am 16. August 2012 von Spiegelfechter
Zwei Schritte vor, drei zurück – so könnte man die finanzpolitische Linie der SPD am Ende der Sommerpause beschreiben. Zunächst polterte der große Vorsitzende Gabriel aus seiner „Babypause“ lautstark gegen die „Organisierte Kriminalität“ der Banken – Gut gebrüllt, Löwe! Wenige Tage später legte sich der nordrhein-westfälische Finanzminister Norbert Walter-Borjans in Sachen Steuer-CDs offen mit der Schweiz und der Berliner Regierung an – Wunderbar, dies ist weit mehr als nur ein Lichtstreif am Horizont. Wer nun jedoch dachte, die SPD wäre in der Sommerpause in sich gegangen und endlich zur Vernunft gekommen, wurde spätestens gestern wieder in die Tristesse der politischen Realität in Deutschland zurückgeholt. Carsten Schneider, seines Zeichens haushaltspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im Bundestag, schaffte es mit einem einzigen Interview das zarte, gerade erst keimende, Pflänzchen der Hoffnung auf eine geistige Gesundung der SPD brachial niederzutrampeln.
Glaubt man Schneider, der innerhalb der SPD sowohl Sprecher des konservativen Seeheimer Kreises ist, als auch dem karriereorientierten Netzwerk Berlin angehört, haftet der deutsche Steuerzahler im Rahmen der Eurokrise heute schon für „eine Billion Euro“. Das hört sich freilich schneidig an und dürfte sein Ziel, dem Bürger gehörig Angst zu machen, nicht verfehlen. Schneiders Rechnung hält jedoch einer seriösen Überprüfung nicht stand. Es scheint vielmehr so, als habe er sich gleichlautende Äußerungen des berühmt-berüchtigten Stammtischökonomen Hans Werner Sinn zur Vorlage genommen und dessen Argumentation eins zu eins übernommen. Hans Werner Sinn genießt – trotz des Schiffbruchs, den er mit seinem im Juli veröffentlichten „Offenen Brief“ erlitt – in konservativen Kreisen immer noch hohes Ansehen. Daher ist es wohl leider nötig, seine Panikmache, die von Schneider weiterverbreitet wird, einmal auf den Prüfstand zu stellen.
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@Spiegelfechter
Diese Analyse der SPD-Entwicklung ging wohl etwas daneben.
Offensichtlicherweise ist die SPD doch nicht an einer Änderung des Politikstils oder gar an einer Änderung der Wirtschaftspolitik interessiert. Das wäre doch viel zu anstrengend.
Sowohl Gabriels Einlassungen als auch Schneiders Kommentare zum Thema sind nichts weiter als billiger Populismus.
Die SPD bereitet sich hier schon mal ein bißchen auf den Bundestagswahlkampf vor. Die doofen Deutschen sollen sich von der SPD vertreten fühlen. Dafür ist das Geschwätz von Gabriel und Schneider da. Schließlich will die SPD als Juniorpartner der nächsten großen Koalition möglichst viele Posten ergattern. Es geht schließlich um etwas wirklich wichtiges. Nämlich um die Karrieren unserer heiligen Berufspolitiker.
Ansonsten geht alles so weiter wie bisher. Die Reichen werden gerettet. Die Normalos dürfen das alles bezahlen.
Um nichts anderes geht es. Es ist das immer gleiche Spiel dieser Bande: erst reißen sie das Maul auf (in letzter Zeit vor allem Gabriel), und nach der Bundestagswahl hängen sie stolpernd an Muttis Rockzipfel. Interessant übrigens, dass Gabriel mit seinem Getöse nicht etwa die zunehmende Ungleichheit und unfaire Vermögensverteilung anprangert (wie auch, schließlich haben die Spezialdemokraten* ihren nicht unerheblichen Anteil daran), sondern ausschließlich auf die Banken los geht. Nicht ganz zu unrecht, könnte man meinen. Aber da müsste man ihm schon ehrliche und ehrenvolle Absichten unterstellen. Und da man dieser Partei so etwas keinesfalls unterstellen will, bleibt das Geschrei des Gabriel das, was es ist: eine Ablenkung des jahrelangen Versagens der sPD und eine Verarsche der Wähler.
Ja, und die Mehrheit der Deutschen ist doof. Und zwar ziemlich doof.
*) Der Ruf dieser Wendehälse und Opportunisten hat es offensichtlich bis in meine Rechtschreibkorrektur geschafft. Die nämlich nimmt das Wort “Spezialdemokraten” ohne Widerspruch hin.
Zwar OffTopic aber durchaus eines Kommentars bzw. einer Bekanntmachung würdig, vor allem in Anbetracht der Tatsache, dass die Bilderberg-Konferenzen noch vor wenigen Jahren dem Reich der “Verschwörungstheorien” angehört haben.
Ich setzte bewusst keinen Link zu dieser Meldung und hoffe auf die Freischaltung meines Kommentars.
Euch allen eine gute Zeit!
Die Zeitschrift Mysteries ist sicher als Quelle sehr umstritten, aber bis jetzt wurde nach meinem Wissen nichts widersprochen.
Quelle: Mysteries
Fragen an Jens:
1. Ist Mystries hier zu glauben? Wenn ja……
2. kannst Du Deine Meinung aufrecht erhalten …”es sei nur ein privates Treffen… usw.”
Hallo R_Winter,
es wurde auch ein offizielles Dokument aus dem Jahr 1979 veröffentlicht, das meiner Meinung nach die Glaubwürdigkeit dieser Meldung bestätigt.
William Shakespeare
Gruß
Du kannst Fragen stellen ;-)
Ich weiß nicht, was das mit dem Thema zu tun haben soll.
@SF
Natalie hatte die Info “off topic” gestellt.
Die Fragen haben nichts mit dem Thema des Artikels gemeinsam,
aber Deine Antwort ist selbstredend- eben “politisch”.
Ah, ok. Eine Antwort kann ich Dir aber nicht geben, dafür beschäftige ich mich zu wenig mit dem Thema.
@Carlo
Hier http://www.heise.de/tp/artikel/37/37430/1.html ein Artikel über die Pussys.
Dieser “überall publizierte Unsinn” erscheint aus einem einzigen Grund, um uns von den “wirklich brennenden Problemen, die auf der Tagesordnung sein sollten” fernzuhalten ;-)
@Truvor
sagt einer der Putin-Lobbyisten in Deutschland.
Die GUS ist nun einmal kein demokratischer Staat und die Russen haben noch nie demokratische (oder fast demokratische) Verhältnisse erleben dürfen.
@R_Winter
R_Winter, Mann, Du schon wieder ;-)
Deine Beiträge im Bezug auf Russland sind von mal zu mal amüsanter, ehrlich.
In diesem letzten Beitrag von Dir zeigst Du nur, daß Du die russische Geschichte nicht mal ansatzweise kennst.
Du blamierst Dich nur mit der Behauptung, “daß dir Russen noch nie demokratische (oder fast demokratische) Verhältnisse erlebt hätten”
Siehst Du nun was Wikipedia bei Dir angerichtet hat ? ;-)
PS. Apropo “demokratische Verhältnisse”.
Hoffentlich denkst Du nicht, daß die Russen (und all die anderen Volksgruppen in Russland) sich unglücklich fühlen, wenn sie keine (heute haben die Russen ebenso viel oder (nach belieben) ebenso wenig Demokratie wie wir) Demokratie im Land haben.
Wenn ja, dann kennst Du tatsächlich Russland nicht.
Test
Vielleicht kann ich die Frage ja beantworten.
Alle Regierungen dieser Welt werden gelenkt und manipuliert durch eine globale Verschwörung, einer geheimen Weltregierung! Die Vorsitzende und treibende Kraft dieser Verschwörung ist, sie haben es vielleicht schon geahnt, niemand anderes als EVA HERMANN, die ja auch für den Kopp-Verlag arbeitet. So fügt sich eins zum anderen!
Paßt gut auf eure Kinder auf, das Böse ist überall!
Weltregierung….absoluter Blödsinn, solange wir “Frank Reichelt´s” haben – mit ihren Durchblick. Eine Merkel reicht schon.
Die SPD ist also weiterhin irrelevant. Nicht der Rede wert.
Wichtige Kritik zur aktuellen politischen Lage kommt dagegen aus dem konservativen Umfeld:
Das System M – Der Politikstil der Kanzlerin
Diese Beobachtung ist nicht falsch. Man sollte jedoch auch nicht unterschlagen, dass wichtige Kritik auch nach wie vor aus dem linken Lager kommt … nur halt nicht aus den Reihen der SPD, die ich ohnehin (mit wenigen Ausnahmen) nicht zum linken Lager zählen würde.
was dann ja wieder zu der Frage führt, was Leute wie Dressler oder auch Müller u,a. viele Parteimitglieder da noch hält ausser Nostalgie….denn die Schwäche der Linkspartei z.Zt. ist ja auch, dass allzuviele sie aus Protest 2010 gewählt haben, aber eben den Sprung nicht gemacht haben.
(aber das ist jetzt off topic zu diesen thread)
Ganz einfach. Wenn man die SPD denn überhaupt noch reformieren kann, dann nur aus der Partei selbst. Gegen Einflussnahme von außen (vor allem aus der Linkspartei) hat sich die SPD längst verbarrikadiert.
Solange sich Gestalten wie von Dohnany in Talkshows pflanzen und offen ihre Sympathie für die Merkel bekunden, so lange rechtsnationale Eugeniker wie dieses Stück, dessen Namen ich nicht schreibe, Mitglieder dieser Partei sind, und so lange stramm neoliberale wie Steinbrück oder Steinmeier in der Führungsebene ihr Unwesen treiben, so lange ist die sPD verloren, verraten und verkauft (so, wie ihre Wähler auch). Da wird’s auch nichts aus einer Reform von innen.
Es müsste ein Generationenwechsel statt finden, mit jungen Nachwuchspolitikern vom Schlage dieser jungen Frau, deren Namen ich schon nicht mehr weiß, die ihre politischen Ambitionen zugunsten ihres Studiums aufgegeben hat. Eine komplette Erneuerung und Rückbesinnung auf sozialdemokratische WERTE wäre das einzige, was helfen würde. Aber eher würde sich diese Bande die Zunge heraus schneiden lassen, bevor so etwas passieren würde.
Hast ja Recht, aber sogar Dohnanyi plädiert für eine Staatsfinanzierung über die EZB und ist – zumindest in diesem Punkt – der Diskussion weit voraus ;-)
Solange Muttis Steigbügelhalter auf über 20% kommen, sind sie leider nicht irrelevant.
Hihi, wer hat uns verraten? Richtig, die Sozialdemokraten. Und wer war noch dabei? Richtig, die Grüne Partei.
Welches wären denn nun die entscheidenden Fragen zur aktuellen Wirtschaftspolitik?
Wahrscheinlich folgende: Wenn man die Banken mittels Zentralbankgeld (angeblich kostenfrei) subventionieren kann, und damit die Existenz dieser Pleitegeier gesellschaftlich garantiert, warum kann man das bei der Bevölkerung dann nicht?
Wie kommt es, daß man in diesem Zusammenhang für die Bevölkerung Steuererhöhungen und Leistüngskürzungen plant (bzw. im Ausland bereits vorgenommen hat)? Ist doch alles etwas mysteriös, oder?
Du stellst verbotene Fragen.
Leistungsträger sind immer nur hermetisch abgeschirmt schuftende Einzelne. Und sie sind so einsam. Bevölkerungen hingegen sind nicht einsam, aber dafür keine Leistungsträger, sondern mehrheitlich und vor allem Kostenverursachungsträger – insbesondere, wenn die Leistungsbilanzdefizite wie am Fließband produzieren (vgl. z.B. „Hurra, wir sind Weltmeister!“). Da werden Transferleistungen aus der Tiefe der Leistungsbilanzüberschußbevölkerungen fällig – selbstverständlich aber nicht von den in diesen lebenden Leistungsträgern zu leisten.
Frau Merkel ist wirklich eine visionsreiche Litikerin. Sie hat in ihrer großartigen Sparsamkeit (ein Kleid zum zweiten Mal tragen, und das in der Sommerpause, ist für sich genommen eine bemerkenswerte Nachricht) und zum Glück schon folgerichtig den Istzustand unseres gesellschaftsorganisatorischen Seins offen ausgedrückt: marktkonforme Demokratie. Da ist es nur noch ein kleiner „Gedanken“ritt bis zur markkonformen Welt: Leistungsbilanzüberschußbevölkerungen werden so zu Ladenhütern, d.h. überschüssig – die Marktbereinigung findet dann statt in leistungsstarken Industrieanlagen (made in germany).
Nein, mysteriös ist es nicht …
^Jo_Cit^
“Wer nun jedoch dachte, die SPD wäre in der Sommerpause in sich gegangen und endlich zur Vernunft gekommen”
Wer käme bloß auf solche abwegigen Gedanken? Hand hoch bitte ;-)
@Spiegelfechter
Schon dieser Satz alleine ist spitze, und trifft den politischen Sachverhalt genau! Die Frage ist nur will die SPD geistig überhaupt gesunden, denn nur dann machten Deine fachlichen Ausführungen über die tatsächliche Höhe der Haftungsrisiken des Steuerzahlers Sinn, bzw. sind die so blöde diese Zusammenhänge zu verstehen bzw. von ihren teuren Beratern erklären zulassen, oder ist es gar ein potemkinscher Nebenkriegsschauplatz der von den eigentlichen Problemen ablenken soll?
Letzteres ist m.E. auch nicht undenkbar, denn im Grunde trägt die SPD ja die extreme Sparpolitik (national & EU weit) von Merkel mit, und hat diese auch durch ihr Abstimmungsverhalten in Bundestag und Bundesrat formal abgesegnet.
Könnte es also sein, dass wenn demnächst schmerzliche finanzielle Einschnitte in das deutsche Sozialsystem erfolgen*, die sehr wahrscheinlich die SPD Wähler/ innen mit am meisten betreffen werden, die falsche Darstellung der € Haftungsfrage und andere währungspolitische Halbwahrheiten als Blitzableiter fungieren sollen? Könnte es, kurz gefragt, Wahnsinn mit System sein?
*Das ist für mich so sicher wie das Amen in der Kirche! Die arbeiten ja auch schon dran, siehe Gemeindebund fordert neue Hartz IV Reform
Ich persönlich finde, dass diese Zahlen auch abseits der Diskussion über die SPD wichtig sind. Wenn ich mal in meine Glaskugel schaue, sehe ich folgendes Szenario: Griechenland wird noch diese Jahr am ausgestreckten Arm ausgehungert und wird die Eurozone wohl verlassen müssen. Das ist alles andere als erstrebenswert (vor allem für die Griechen), bietet paradoxerweise jedoch auch die Chance auf eine erweiterte Diskussion über die Instrumente, da nun das einzige Land, bei dem ein Ausfall sehr realistisch ist, nicht mehr im Boot sitzt. Dann wird die Diskussion um eine Einbeziehungen der EZB sehr akut und es ist wichtig, dass Deutschland hier von seiner Position abrückt. Dies geht aber nur, wenn es den “konservativen” Kreisen nicht gelingt, dem deutschen Wähler Angst einzutrichtern, er hafte in letzter Konsequenz für die EZB-Kredite. Warte ab, diese Diskussion wird kommen, jede Wette ;-)
Das habe ich auch von anderen kompetenten Stimmen vernommen. Es wird aber hierbei sehr interessant sein, wie dieser Austritt rechtlich legitimiert werden würde. Denn die Verträge Maastricht lassen m.E. keinen direkten Austritt zu. IMO müsste GR dazu formal erst einmal aus der EU austreten, um dann wieder mit Neu Drachme in die Gemeinschaft aufgenommen zu werden.
Im übrigen werden auch dann für D.-Land immense Hilfszahlungen für GR notwendig sein, denn die Menschen dort müssen ja einigermaßen Versorgt werden. (z.B. mit Medikamenten die GR nicht selber herstellt, Energieträgern, usw.)
Ok! Angemerkt sei aber, dass wenn die Konservativen aus den rot schwarzen Lagern dem/ der Wahlbürger/ in Angst einjagen damit diese/r mit seiner/ihrer Stimme indirekt wirksame € Rettungsmaßnahmen (z.B. quasi Eurobonds via ESMEZB) verhindert, diese Konservativen damit aber auch wahrscheinlich den € scheitern lassen, und das wird die ganz schlecht aussehen lassen gerade beim deutschen Wahlvolk; evtl. schon bei nächsten Bundestagswahl in 2013. Wenn die Sache nicht so todernst wäre, würde ich mich über diese selbst gegrabene Grube sehr freuen.
Mit dem Geld hätte Deutschland Europa kaufen können!
Also vermutlich wollte der SPD-Schneider darauf hinweisen, dass Deutschland sowieso schon gemeinschaftlich haftet und deswegen die Forderung Gabriels nach einem EU-Schildentilgungsfond oder Euro-Bonds, gem. dem Artikel in der FAZ, den er sich dankenswerterweise (!) zu eigen gemacht hat, richtig ist.
Auch wenn er dabei unwahre, aber populäre Aussagen Dr. Unsinns aufgreift, ist es ja trotzdem tatsächlich so, dass Deutschland schon längst haftet, auch wenn Schwarz-Gelb so tut, als sei das nicht so und sie würden die Bürger vor einer “Haftungs- bzw. Schuldenunion” schützen. Sollte der Euro oder die Wirtschaft zusammen brechen, dann kostet das Deutschland Unsummen von Geld.
Wir sitzen alle in einem Boot, deshab haftet so oder so Deutschland mit. Dann kann man es auch offiziell machen, wie es Gabriel fordert. Sich dem Artikel in der FAZ zu eigen zu machen, ist doch von der SPD – bei der öffentlichen Meinung – ein mutiger und richtiger Schritt.
Kurz gesagt:
Die SPD sagt: Wir brauchen eine grundlegende, organisierte Antwort auf die Krise, also Schuldentilgungsfond oder Eurobonds, dafür mehr Kontrolle über die nat. Haushalte, Bankenunion, weniger Austititätspolitik, mehr Europa, später Volksentscheid.
Die CDU/CSU/FDP schreien natürlich sofort: Schuldenunion mit uns nicht!
Die SPD antwortet korrekt: Wir haben längst eine Schuldenunion.
Und greift dabei die Argumente der EU-Kritiker um Prof. Sinn auf. Selbst wenn diese Unsinn sind: Man will die Kritiker mit ihren eigenen Argumenten überzeugen. Anders kann man das kurze Interview doch gar nicht lesen. ^^
It’s Politik, stupid! :-)
Hier der Link zum vollständigen FAZ-Artikel der drei (PDF, 116 KB), den sich SPD-Chef Gabriel zu eigen gemacht hat.
Lass D weg, es kostet alle Unsummen. Schneider hin (Un)Sinn her; die ganzen Rechnereien sind für mich nur noch Spökenkiekereien (um nicht zu sagen: Spiegelfechtereien). Wenn’s passiert, treten Kolateralschäden auf an Ecken und Enden, die wir heute noch gar nicht kennen. Angst? Nee! 62 Jahre Lebenserfahrung gepaart mit gesundem Skeptizismus/Pessimismus.
Klar, aber Deutschland hat am meisten zu verlieren. Weil wir am meisten von der EU, dem Euro und der aktuellen Krise profitieren.
Klar. Aber im politischen Geschäft muss man natürlich trotzdem damit argumentieren, wenn es der politische Gegner tut.
Mit solchen Problemen haben Politiker wohl ganz grundsätzliche Probleme. Wenn man diese mit viel Kosten und Aufwand abwendet, sehen die Leute nicht, was verhindert wurde, sondern strafen die Politik nur für die Kosten der “Rettung” ab. ^^
Kurz: Die SPD ist doch auf dem richtigen Weg, wenn sie sich die Vorschläge von Habermas, Bofinger und Nida-Rümelin in der FAZ zu eigen macht. – Auch wenn sie dafür die Populisten mit ihren eigenen Argumenten angreift. ^^
Diese überzogene Kritik hier kann ich echt nicht verstehen. Das ist von der SPD eher mutig.
Und das kurze Interview oben verteidigt diesen Kurs.
Vielleicht sollten sich Jens Berger und Albrecht Müller mal zusammensetzen und mal nachdenken. ;-)
A.Müller erklärt immer, die Deutschen können nicht in Realwerten denken – die meisten wohl nicht, ich schon. So ist es klar, dass ein Land mit Überschüssen MEHR geleistet hat, als es verbraucht hat, soweit, so klar. Wenn wir die anderen ihre Schulden abzahlen lassen wollen, müssen die Waren an uns verkaufen. So erklärt es A. Müller und so sehe ich das.
Dazu ein einfaches Beispiel: 2 Gestrandete sitzen auf einer Insel, einer fängt Fische und einer holt Kokosnüsse vom der Palme. Der eine ißt nur einen seiner Fische und gibt dem anderen den zweiten, den er gefangen hat. Der andere ißt 2 Nüsse und tauscht 2 her, gegen den Fisch, beide sind glücklich und zufrieden. Wenn der mit den Nüssen aber nur 3 findet und eine davon hertauscht, schuldet er dem anderen 1 Nuß. Das kapiert jedes Kind soweit, die meisten Deutschen aber offenbar nicht, die glauben, derjenige, der den Fisch hergetauscht hat, hat einen Vorteil, denn er hat ja einen Überschuß. Geht das Tag für Tag so weiter, steigt der Überschuß des einen und die Schulden des anderen. Die Preisfrage ist allein, WIE der Ausgleich stattfindet: Indem der mit den Nüssen mehr davon liefert.
Was die moderne Volkswirtschaft angeht glauben die Deutschen (siehe bei Brüderle), wir bekommen ja Geld von den Schuldnerländern, genau hier liegt der Denkfehler. Das Geld muß aus dem Überschußland rausfliessen. Logisch geht es anders nicht auf. Sonst würden die einen hart arbeiten und bekämen schönes Geld von den anderen, zum Essen!? Geht aber nicht. Mit dem Geld kauft man ja wieder was Schönes ein, gell!? Und wenn ich eben permanent Überschüsse anhäufe, schnalle ich eben meinen Gürtel eben permanent zu eng.
Soweit müßte es klar sein. In der Krise aber, fliessen die privaten Gelder aus den Ländern im Süden raus. Bei uns fliessen sie rein, aber was machen die Banken? Sie geben es der deutschen ZB. Und hier kommt Target 2 in’s Spiel. Die im Süden wollen ja weiterhin Produkte, auch von uns kaufen. Die holen sich eben Kredit von ihren Banken und kaufen. Aha, und weiter? Die Banken in den Südländern bekommen Kredit von ihrer ZB, aber im EZB- System entsteht die Target 2- Schuld, die eben bei der deutschen ZB als Forderung eingebucht wird.
Frage, was ist jetzt genau passiert? Im Grunde ist es wie vorher, die Deutschen finanzieren nun über diesen Target 2- Mechanismus die eigenen Exporte, nicht mehr. Irgendwoher muß das Geld ja kommen und ein Schuldner, der keine Waren hertauschen kann, kann auch kein Geld haben.
Nochmal: GENAU DAS erklärt auch A. Müller.
Jetzt meine Preisfrage: Wie kann es also sein, dass angeblich die Verluste der deutschen ZB nichts ausamachen? das passt logisch vorne und hinten nicht, denn, wir Deutschen haben Verluste gemacht, wenn wir Waren an Schuldner geliefert haben, die nicht zahlen können!
Umgekehrt: Der Euro soll ja gerett werden, gerade WEIL sonst die Überschüsse futsch sind. – laut Nachdenkseiten
Da hätte ich mal ‘ne Antwort drauf.
@Andreas
Das hat man schon beantwortet. Die Theorie der NDS dazu: Die Sache funktioniert nur, wenn die Südländer wieder wettbewerbsfähiger werden. Die NDS schlagen deshalb als volkswirtschaftliche Lösung Lohnerhöhungen (für Deutschland) vor. Natürlich ist die praktische Umsetzung von so etwas unrealistisch.
Früher hätte man über Zölle gearbeitet. Die müsste man im jetzigen Falle dann bilateral vereinbaren (zugunsten der Südländer). Geht aber nicht mehr. Auch hier ist Europa (wegen des europäischen Binnenmarkts) das Problem. Oder über Abwertung der Währung. Geht auch nicht wegen des grandiosen Euro.
Alternativ dazu: Die Transferunion und das damit verbundene endlose Siechtum.
Unsere oberen Zehntausend haben es wohl verbockt. So wie es aussieht.
Das hängt vom Standort des Betrachters ab. Z.Z. ist es noch so, dass Deutschland an der Krise verdient, siehe Wie Deutschland an der Euro-Krise verdient
Aber auch wenn mit diesem oder ähnlich gelagerten Phänomenen bald Schluss sein sollte, sind die oberen Zehntausend davon m.E. mit Sicherheit nicht betroffen. Denn in kaputten Gesellschafts/ Wirtschaftssystemen verteilt sich der Reichtum noch viel ungleicher, als heute noch(!) in den relativ(!) gut funktionierenden zentral/ west europäischen Sozialstaaten.
@Heldentasse
Es ging um das Problem der Ungleichgewichte im Euro-System (bzgl. Zahlungsbilanz/Leistungsbilanz). Nicht um die aktuelle Stimmung an den Anleihemärkten.
Die NDS schreiben vor allem, dass die Wettbewerbsfähigkeit sich anpassen muss. Auch wir wissen, dass dies nicht “nur” durch Lohnerhöhungen in D geschehen kann. Lohnsenkungen und/oder Nullrunden in den Defizitländern sind da wohl kaum zu vermeiden. Dann muss man sich jedoch auch Gedanken machen, wie man die aggregierte Nachfrage in diesen Ländern stabil hält, um eine Rezession zu vermeiden. Das wird jedoch nur dann glücken, wenn entweder der Staat oder die Unternehmen in die Bresche springen und mehr konsumieren/investieren. Mit einem Fiskalpakt und Austeritätspolitik wird das schwer machbar sein. Das ist – sehr vereinfacht – die Linie der NDS:
Das war nicht meine Frage, ich weiß, wie der Ausgleich in der Realwirtschaft stattfindet: Indem das Land mitden Überschüssen mehran Waren/ Dienstleistungen bei seinen Schuldnern einkauft. So habe ich es auch geschrieben.
Es geht um die Frage, ob die ZB einen Verlust einfach stehen lassen kann!? Dass realwirtschaftlich ein verlust eingetreten ist, wenn die Forderungen flöten sind, ist mir klar.
Jens Berger behauptet, der Verlust in der ZB bleibt einfach stehen.
Sinn behauptet, der steuerzahler muß es ausgleichen.
Klar jetzt?
@Andreas
Was der Sinn sagt ist völlig unwichtig. Besser ist es natürlich wenn die Verluste irgendwie gedeckt sind. Deshalb will man die Ausfälle der Banken mittels Steuergeldern (über die ganzen Fonds etc.) ausgleichen. (Was übrigens eine Frechheit gegenüber dem Steuerzahler darstellt.)
Eventuelle negative Auswirkungen des Versenkens von faulen Krediten bei der Zentralbank:
- Vielleicht Probleme auf den Devisenmärkten
- Kompensation von Bankverlusten über neu geschaffenes Zentralbankgeld ist systematisch betriebene Bilanzfälscherei
Dadurch drohen weitere Vermögensblasen im Bereich der Finanzmärkte. Man verschiebt die Lösung der Probleme also nur in die Zukunft.
Fazit: Man kann die Verluste aktuell einfach stehenlassen. Sollten die Maastricht-Gesetze irgendetwas anderes aussagen, dann kann man hier beruhigt sagen, dass sich daran ohnehin niemand mehr hält. Eine richtige europäische Exekutive (die gewaltsam Gesetze durchsetzen könnte) gibt es nicht. Also ist am Ende alles Verhandlungssache.
Problematischer wird es wenn einzelne Problemländer aus der Eurozone ausscheren. Dann gehts wohl richtig zur Sache.
Normalerweise hat die ZB eine Forderung an die Banken. Auf der anderen Seite eine Verbindlichkeit. “Tragen” die Banken ihr /geborgtes) Geld wieder zur ZB zurück, wird es eben “geschreddert” – wie es Sinn formuliert. Das verschwindet aus dem Kreislauf, vereinfacht gesagt. Ich weiß nicht, wo Sinn hier irrt.
@Andreas
Sinn irrt sich nicht unbedingt. Er stellt nur fest, dass es im Euro-System enorme Ungleichgewichte gibt. Diese werden aktuell über die Zentralbank kompensiert. Letzteres dokumentiert ein umfassendes Marktversagen. Und leider weiß niemand so recht einen Ausweg aus dieser Situation.
Die Befürchtung von Sinn & Konsorten ist jetzt die, dass zukünftig die Verluste der Geschäftsbanken/Peripheriestaaten auf den deutschen Steuerzahler umgelegt werden könnten. Letzteres ist nicht unrealistisch.
Unsere Bundesregierung (samt SPD) steuert den Kahn aktuell gerade in diese Richtung.
@Shit und Andreas
Sinns Beobachtung ist vollkommen korrekt und sogar verdienstvoll.
Seine Analyse ist jedoch von vorne bis hinten falsch. Seine Interpretation ist geradezu hanebüchen .
Exakt darüber schreibe ich ja nächste Woche – steht aber auch im Artikel ;-)
Spannender Beitrag, danke.
Im Geldschöpfungsprozess wird ja aus den Passiva der Schulden ein Aktiva namens Geld. Und damit locken deutsche Firmen knappe Spitzen-Fachkräfte aus den Südländern, investieren weiter in noch effektivere Produktionsprozesse, etc.
Im Süden funktioniert die Allokation von Mitteln in zukünftige Produktionsprozesse weniger effizient. Da wird dann eine Weile kräftig fehlinvestiert (zu viele Häuser in Spanien). Für eine Weile hilft das auch den zukunftsträchtigen Teilen der Wirtschaft. Wenn die aber gegen die Wand fahren, werden zukunftsträchtige Teile übermässig betroffen, z.B. auch Menschen, die verzweifeln.
Bei denen Stop and Go, während bei uns sich die Produktionsprozesse in einem viel stetigeren und somit effizienteren Prozess immer weiter verbessern.
Würden die Target2 Ströme die Kapitalzuflüsse von der Zeit vor der Krise wirklich ersetzen, gäbs in den Krisenländern weder Krise, noch sinkende Lohnstückkosten, noch sinkende Importe, d.h. Du stellst das alles als dysfunktionaler dar als es ist. Und zwar auf eine Weise, die durchaus kompatibel mit neoliberalen Gedankengut ist.
Falsch, diese “Schuld” wird beim EZB-System verbucht. Die Target2-Salden entstehen anders. Wenn z.B. ein wohlhabender spanischer Bürger sein Geld von der Bankia in Barcelona an die Deutsche Bank in Frankfurt überweist und die Bankia diesen Abfluss durch einen Geldmarktkredit decken muss, kommt Target2 ins Spiel. Erhält die Bankia diesen Geldmarktkredit von der Deutschen Bank, ist das ganze Target2-neutral. Erhält sie diesen Kredit über das Eurosystem, zahlt die spanische Nationalbank das Geld aus und es entsteht eine interne Forderung an des gesamten(!) EZB-System an die spanische Nationalbank. Wenn die Deutsche Bank mit den Ersparnissen des Spaniers nun einen EZB-Kredit zurückzahlt oder das Geld in der Einlagefazilität der EZB parkt, wird dies technisch über die Bundesbank abgewickelt, es entsteht eine (rein technische!) Forderung der Bundesbank an das gesamte(!) EZB-System und das Target2-Saldo der Bundesbank steigt.
Ich stimme Albrecht Müller ja in nahezu allen Fragen zu. Aber ein technisches Detail eines Clearingsystems lässt sich nun einmal nicht über “real terms” erklären. Aber auch da bin ich mit Albrecht Müller durchaus einer Meinung.
Nein, Müller schreibt gar nichts zu Target2. Was Du meinst, schreibe jedoch auch ich: http://www.nachdenkseiten.de/?p=14152
Aber das hat halt nichts mit Target2 zu tun ;-)
Vielleicht nochmal ganz langsam von Anfang an:
Mal 2 Fragen vorneweg: Angenommen, eine Volkswirtschaft erwirtschaftet ständig Überschüsse gegenüber einer anderen – lassen wir Geld mal weg ;-) – das bedeutet zumindest erst mal, diese Volkswirtschaft hat real Verluste gemacht, denn die Menschen haben Leistungen erarbeitet und sich eben weniger gegönnt, als sie erwirtschaftet haben. (unter ihren Verhältnissen gelebt!) Solange man eben nicht Waren von den anderen bekommt in Höhe der Überschüsse.
Frage: Ist das soweit richtig?
Frage 2: Wenn wir jetzt Geld in’s Spiel bringen und beide Volkswirtschaften haben die gleiche Währung, muß meiner Meinung nach die mit den Überschüssen irgendwann Geld in die Schuldner- VW transferieren. Nämlich genau dann, wenn die anderen eben keine eigene Währung haben, die sie drucken können.
Ist das richtig?
@Andreas
Vielleicht hilft dir das auf die Sprünge:
Es reicht schon wenn beispielsweise wieder in der Südperipherie investiert wird. Wenn also Kapital nach Griechenland zurückfließt, dann ist bereits ein Teil des Problems (auch bzgl Target2) gegessen. Und ansonsten brauchen die Griechen beispielsweise eine ausgeglichene Handelsbilanz. Deshalb ging es weiter oben auch um das Thema Wettbewerbsfähigkeit.
Nur falls du dir mal die Mühe machen würdest, mal richtig zu lesen – du brauchst mir nicht auf die Sprünge zu helfen, ich habe den Sachverhalt verstanden.
Es ging nur um den Punkt, dass es im Geldsystem abgebildet werden muß, wenn wir Überschüsse haben – wenn unsere Überschüsse weg sind (weil die anderen Pleite sind) – ist meiner meinung nach, entweder ein Teil der deutschen Sparguthaben weg, oder die Forderung aus dem Target 2- Mechanismus muß abgeschrieben werden. Herrjeh, wie soll ich es noch formulieren.
Und von der normalen Logik her muß jemand für diese faulen Forderungen geradestehen.
Aber lasst es, offenbar will mich hier keiner verstehen – sinnlos!
@Andreas
Dein Denkfehler besteht darin, dass Du “Geld” innerhalb des EZB-Systems immer wieder dem Geldkreislauf zurechnest. Die Forderungen und Verbindlichkeiten innerhalb des EZB-Systems gehören keiner Geldmenge an, sie gehören nicht zum Geldkreislauf. Man könnte diese Forderungen und Verbindlichkeiten auch spaßeshalber nicht in Euro, sondern in einer technischen Währung á la EZB-Euro notieren. Dieser EZB-Euro wäre dann eine Art Monopoly-Geld, kein gesetzliches Zahlungsmittel, da es weder eine Tauschmöglichkeit noch eine Akzeptanzstelle dafür gäbe.
@Andreas
Das ist alles richtig, hat aber nichts mit Target2 zu tun. Target ist ja eben kein(!) Indikator für real terms! Ich weiß, das ist sehr komplex und ich bin natürlich auch kein Experte für Zentralbank-Clearingsysteme, sämtliche Experten sagen jedoch, dass man Target nicht wie ein normales Clearing-System interpretieren darf. Buchungen innerhalb des EZB-Systems sind “synthetisch” und haben meist nichts mit klassischer doppelter Buchführung zu tun. Das EZB-System ist sozusagen ein Paralleluniversum, in dem andere “Naturgesetze” gelten :-) Besser kann ich das gerade auch nicht erklaren – schon gar nicht vom See mit dem iPhone ;-)
Von meiner Logik her müßte der Steuerzahler den Verlust der Target- Forderungen ausgleichen, denn normalerweise würden die Sparguthaben in der Höhe verloren sein. Weil irgendeiner muß die Party schliesslich bezahlen!
Sonst stehen die Verluste im Parallelunversum, wie du es formulierts.
Nö, ich wiederhole mich hier: Den Target-Forderungen stehen einzig und allein Target-Verbindlichkeiten gegenüber. Target ist ein geschlossener Kreis, man darf auf keinen Fall Forderungen und Verbindlichkeiten aus Target mit Forderungen und Verbindlichkeiten aus einem anderen Bereiche gegeneinander aufrechnen.
Bei Target2 ist das Ganze eigentlich denkbar einfach. Bei einem Crash des Eurosystems wäre es sozusagen Verhandlungssache, was mit Forderungen und Verbindlichkeiten im(!) nicht mehr existenten Eurosystem passiert. Warum sollte die BuBa beispielsweise auf die Erfüllung der Forderungen aus Target2 bestehen? Dann müsste z.B. Spanien einen gigantischen Betrag (in Peseten bzw. einzutauschende D-Mark) an die BuBa überweisen. Abgesehen davon, dass die spanische Nationalbank ihre alten Verbindlichkeiten eh nie bedienen könnte, stellt sich die Frage, warum das überhaupt nötig sein sollte. Wenn alle Zentralbanken ihre Forderungen und Verbindlichkeiten aus dem Eurosystem einfach “löschen”, was passiert dann? Nichts, was sollte auch passieren? Spanien würde dadurch nicht reicher, Deutschland nicht ärmer, da bei einer Währungsreform, bei der der Euro durch neue Nationalwährungen abgelöst wird, das Clearingsystem Target2 ohnehin verschwindet.
Richtig.
Lieber Andreas,
lass Dich bloß nicht verwirren! Du hast natürlich recht! Deine Argumentation ist voll zutreffend, man kann es nicht besser beschreiben! Punkt und Ende. Wie schon bei der Zinskritik liegt Herr Berger voll daneben. Das haben auch andere schon gemerkt, wie z.B.
Wenn Jens Berger vorschlägt, die Target 2 Billanz einfach nach dem Crash nicht auszugleichen ist das schlicht eine Verschleierung. Denn letzlich bedeutet dies, dass die durch Target 2 erzeugte Geldmengenausweitung zementiert wird. Wir Deutschen zahlen dann eben nicht über die Steuer sondern eben über die Inflation, also die Entwertung unserer Geldvermögen.
“Target 2 im Paralleluniversum”, mir fehlen die Worte.
Machen wir uns keine Hoffnung, der Euro wird in Rauch aufgehen, weil genau die Haltung von Herrn Berger so bequem und daher verbreitet ist.
@ shit for the masses
Nein, das stimmt so nicht: flächendeckende Lohnerhöhungen in allen EWU-Ländern, allerdings unterschiedlich hoch. Und diese flächendeckenden Erhöhungen an sich nach der goldenen Regel* – nur in der aktuellen Lage in den Überschußländern (insbesondere Deutschland) deutlich von dieser goldenen Regel abweichend nach oben, in den Defizitländern davon deutlich abweichend nach unten.
* EZB-Inflationsausgleich + Produktivitätsentwicklung (je EWU-Land) = nominale Lohnsteigerung (in jedem EWU-Land).
Aber Lohnerhöhungen allein sind’s ja nicht.
Die Krise als Erneuerungsmöglichkeit zu nutzen, das wär’s. Dazu bedürfte es zumindest einer echten Opposition, die die Macht will, um diese dann zur Erneuerung der EU/EWU zu nutzen.
Daß die SPD nicht einmal die Chance nutzt, sich eine Kopie des 60-Punkte-Programm Hollandes zu ziehen (und bezogen auf die Verhältnisse hier leicht zu modifizieren) spricht Bände. Dabei sind diese 60 Punkte sozusagen bloß Mindestmaß linker Reformpolitik. (Jedenfalls wäre der Zug ab dann in der richtigen Richtung unterwegs.)
Die Tristesse besteht nun nicht nur darin, daß selbst dieses Mindestmaß linker Reformpolitik in den Köpfen der Masse der Bevölkerung den Klickreflex auslöst: das ist unrealistisch, sondern, und das vor allem, der persönliche Karriereblick des Führungspersonals der beiden oppositionellen Mehrheitsteile, dieses Mindestmaß linker Reformpolitik selbst als unrealistisch ansieht und deshalb die Masse der Bevölkerung nicht überzeugen kann. Der Witz daran ist aber: dieses Mindestmaß linker Reformpolitik ist absolut realistisch.
Man überzeuge sich selbst und modifiziere die Punkte bezogen auf die Verhältnisse bei uns:
Die 60 Punkte [des Hollande-Programms]:
1. Gründung einer staatlichen Investitionsbank
2. Priorität kleiner und mittlerer Unternehmen durch Steuervorteile und direkte Förderung
3. Produktion nach Frankreich zurückholen, Rückforderung von Subventionen bei Arbeitsplätze, unterschiedliche Steuersätze nach Unternehmensgröße
4. Förderung neuer Technologie und Computerwissenschaften
5. Erhaltung der Staatsbetriebe Post, Bahn, Energie
6. Landwirtschaft, Erhaltung der Subventionen, Förderung von Bioanbau und Selbstvermarktung, Garantie der Infrastruktur auf dem Land
7. Trennung der Bankentätigkeiten: Dienstleistung / Spekulation
8. Garantie für Spareinlagen und Zinsen, Beschränkung von Konsumentenkrediten
9. Ausgleich der Staatskasse durch Rücknahme von Steuergeschenken und Schließung von Steuerschlupflöchern für die großen Unternehmen 29 Milliarden €
10. Ende des Einstellungsstopps für öffentlichen Dienst, Kampf gegen die Prekarisierung
11. Vorschlag eines europäischen Wachstums- und Beschäftigungspakts, Neuverhandlung europäischer Verträge, Neuorientierung der EZB, Eurobonds, Beteiligung aller Parlamente, Vorschlag eines neuen Deutsch-Französischen Abkommens.
12. EU-Budget 2014-2020 für Zukunftsprojekte
13. Vorschlag einer neuen Geldordnung EURO/DOLLAR/YUAN unter Berücksichtigung ökologischer und vor allem sozialer Aspekte
14. Neuordnung der Steuer und Sozialsysteme und Einbeziehung der Kapitaleinkommmen
15. Steuerzuschläge ab 150.000€ Jahreseinkommen und Abschaffung von Nischen.
16. Erhöhung der Bildungsausgaben
17. Kampf gegen Steuerbetrug
18. Rücknahme der Erhöhung des Renteneintrittsalters
19. Sicherstellung des staatlichen Gesundheitsdienstes auch auf dem Land, keine Privilegien für private Dienste
20. Einfluss auf Honorare und Medikamentenpreise
21. Einführung und Sicherung von Palliativmedizin
22. Sozialer Wohnungsbau 300.000 zusätzliche Wohnungen, davon 150.000 direkt gefördert.
23. Staatseigene Grundstücke werden lokalen Initiativen kostenlos zur Verfügung gestellt wenn innerhalb von 5 Jahren gebaut wird
24. Kampf gegen die Prekarisierung (LUTTE), Erhöhung der Abgaben für Unternehmen im Billiglohnsektor, Sozialzertifizierung von Firmen über 500 Mitarbeiter
25. Berufliche Gleichberechtigung, Ministerium für Frauenrechte
26. Einkommensobergrenze bei Führungspositionen öffentlicher Unternehmen
27. Stadt- und Quartiererneuerung, Erhöhung der Mittel für Schulen und höhere Polizeipräsenz
28. Ausweitung des ÖPNV in der Fläche
29. Neue Investitionen in den Überseegebieten.
30. Kampf gegen Diskriminierung von Hautfarbe durch Polizeikontrollen bzw. bei Wohnungssuche
31. Heirat und Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare
32. Verpflichtende Behindertenquote von 6% bei allen Betrieben
33. Neuer Generationenvertrag in der Arbeitswelt zur Integration Jugendlicher
34. Schaffung von 150.000 Arbeitsplätzen für Junge
35. Sicherstellung der Finanzierung der Ausbildung
36. Schaffung von 60.000 neuen Stellen im Bildungswesen.
37. Ausreichende Krippenplätze für Kinder bis 3 Jahre, Ausbildungsangebot für Jugendliche zwischen 16 und 20.
38. Förderung von KiGa und Grundschule
39. Universitätsreform, gegen zu frühe Spezialisierung, für Autonomie der Anstalten.
40. Förderung des Breitensports.
41. Neue Energiepolitik, reduz. Atomstrom auf 50% bis 2025
42. Verbrauchsabhängige Energie- und Trinkwasserkosten
43. Energieeinsparung durch Dämmung von 1 Mio Wohnungen jährlich
44. Kunst und Kultur, Senkung der MwSt. auf 5,5%
45. Abschaffung loi Hadopi [Internet-Urheberrechtsverletzungsgesetz_je] und Neuregelung der Urheberrechtsvergütung.
46. Aufnahme des Laizismus in die Verfassung
47. Senkung der Vergütung von Präsident, Minister um 30%
48. Verbesserung von Kontroll- und Vorschlagsrechten des Parlaments, Einführung einer Frauenquote bei politischen Ämtern, Vorschlag eines Gesetzes gegen Kumulierung von Mandaten
49. Erhöhung der Verjährungsfrist bei Korruption auf 10 Jahre
50. Ausländerwahlrecht auf lokaler Ebene
51. Abschaffung des Einflusses der Staatsregierung und Verwaltung auf Fernsehen, Radio und Medien (AFP)
52. Sicherheit: 1000 neue Stellen in Justiz und Polizei pro Jahr, Neue Polizeistellen auf lokaler Ebene und auf dem Land, Erhöhung der Zahl der Erziehungsanstalten für verurteilte Jugendliche auf 80 innerhalb 5 Jahren
53. Unabhängigkeit der Justiz, Neues Gesetz gegen Einfluss der Exekutive
54. Stärkung der Regionen und Kommunen gegenüber Zentralverwaltung, auch bei Steuereinnahmen
55. Neues Gesetz zur Unabhängigkeit der Tarifparteien.
56. Ratifizierung der EU-Charta zu Minderheiten und regionalen Sprachen
57. Schaffung einer internationalen Umweltbehörde
58. Bruch mit “France-Afrique” [Vorrang der Zivilgesellschaft, mit Blick auf nachhaltige Entwicklung_je], neues Verhältnis zu den einstigen Kolonien.
59. Sofortiger Rückzug aus Afghanistan noch im Jahr 2012, neue Verhandlungen Israel-Palästina Anerkennung Palästinas
60. Begrenzung der Militärausgaben und Neubesinnung auf reine Verteidigung.
(Entnommen: http://www.wiesaussieht.de/2012/05/09/der-60-punkteplan-von-francois-hollande/)
^Jo_Jo^
@Joachim Endemann
Auch von mir aus herzlichen Dank für die 60 Punkte des Herrn Hollande. Sollte man jetzt bedenken haben, weil Du damit auch unseren deutschen Eliten/ Politikern eine gut verständliche deutsche Übersetzung des Wesentlichen ins Netz gestellt hast, dass unsere Vorturner und die Sozen etc. genau das Gegenteil machen im ihre Interessen zu sichern? ;-)
@ Heldentasse
Der Dank muß an „wiesaussieht“ gehen. Ich hab das bloß kopiert und noch mal „hervorgeholt“.
Aber es stimmt: Es geht schon darum zu zeigen, wie weit abgedriftet SPD und GRÜNE tatsächlich sind. Sie sind u.a. deshalb so abgedriftet, weil sie schielen.
Immer (mindestens) mit einem Auge auf etwas Großkoalitionäres (SPD) oder sogar Schwarzgrünes (welch ein wichtiges historisches Ereignis wäre das – noch nie dagegen … auf Bundesebene – für solche historische Tat [oje, so etwas eine „Tat“ zu nennen, ist eine Beleidigung für jede tatsächlich politische Tat!] rauschte es wochenlangen mächtig in den Alitätsmedien [“Die Architektin, die’s an Merkels Seite w i s s e n will!“ oder so ähnlich], so käm man schon mal über die ersten Runden: hätte etwas Aufbrechendes … ohne nachdenken zu müssen: der Effekt macht die Musik – und überhaupt: Koalitionen sind kein Pony-Hof: Hauptsache innovativ im Koalitionsoptionsmachen: so etwas sind
N e w s aus denen jede Werbeabteilung der Alitätsmedien etwas drehen kann … – w e n interessierten dann noch „60 Punkte“ sinniger TAT-Politik? – P a h, wir stellen heute Politik gut d a r, das ist viel effizienter als sie gut zu m a c h e n – sagt der Lobbyist) schielen sie.
Auch ist zu bedenken: alle Züge rollen schon, da wird‘s mit den alten Knochen der Politstars schwieriger, rechtzeitig auf- oder abzuspringen … immerhin soll auch das Leben eines Politikers endlich sein … … … Im Vertrauen, jetzt … … …: Es ist natürlich auch möglich, daß das Personal von SPD und GRÜNEN einfach vergessen hat, was seine Aufgabe wär: hier öffnete sich ein Problemfeld, das in jedem gemeinen Altenheim bekannt ist. _ _ _ So bekommt die Drohung des Herrn Clement eine andere Dimension. Oder: Einerseits weiß der gar nicht, was der redet, andererseits wissen die von SPD und GRÜNEN gar nicht, was sie meinen – sollen – vielleicht?
^Jo_Cit^
@Joachim Endemann
Wenn es eine Augenkrankheit gäbe, wo Die beide Augen um 180° nach hinten schauten, wäre das mit “schielen” noch ein wenig unter trieben ausgedrückt. :-)
Da denkt man es könnte nicht schlimmer kommen, schon zeigen sich diese und andere Fratzen aus der unsäglichen 2010 Ära und kündigen ein Update auf 2020 an. Aber der Tag wird heute viel zu schön um sich damit genauer zu beschäftigen.
Gruß
@ Joachim Endemann
Schön,daß du das “Hollande”-Programm rüberkopiert hast von “wiesaussieht”, ich beurteile es heute noch als genauso interessant wie damals, als es “frisch” war. Ich stimme dir zu – eigentlich mindestens in weiten Teilen eine wunderbare Blaupause für “sozialdemokratische Politik”, was auch immer das heute heißen soll. Aber was leisten sich unsere Sozn für Depress … äh … Diskussionen?
Zum Bleistiel diese:
“Der Münchner Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) hält SPD-Chef Sigmar Gabriel offensichtlich nicht für einen guten Kanzlerkandidaten.”
Nicht daß ich jetzt Gabriel-Fan wäre, aber nicht nur, daß der Ude die beiden ganz besonders Bestimmten präferiert, bemerkenswert ist auch die offene Illoyalität gegenüber seinem eigenen Parteivorsitzenden … ;-)
Grüße
Es sieht wie ein Schuß ins eigene Knie aus, d.h. es sieht typisch SPD aus.
Man muß davon ausgehen, daß eine Große Koalition schon beschlossene Sache ist.
Joachim
Nicht dass es, gerade in den sozialen Problemfeldern, etwas ausmachen würde, aber es ist noch nicht ganz klar ob die F.D.P. es nächstes Jahr schafft. Schwarz-Grün oder Rot-Grün wäre demnach auch noch möglich:
FDP fällt in Umfrage wieder unter fünf Prozent
Ist das nicht eigentlich, für den “Normalbürger”, irrelevant? Der Zuschauer darf zwar wählen welche Farben die Kasperlepuppen tragen werden, einen Einfluss darauf welches Stück gespielt wird hat er aber nicht. Außer vielleicht, er randaliert im Theater ;-)
Randalieren im Theater ist seit heute mit dem BVerfG Urteil bzgl Inlandseinsätzen der Bundeswehr zum Scheitern verurteilt
Bis vielleicht auf den Bereich der sogn. Energiewende, den aktuell die Tigerenten vor die Wand fahren, und evtl. dem Klimaschutz müsste ich Dir leider recht geben wenn Du sagtest, dass es fast egal ist welche Kostümfarbe die “machthabenden” Kasper gerade tragen. Allerdings den “Kasper” in dunkelrot lässt das werte Publikum auf absehbare Zeit gar nicht erst auf die Bühne, aber möglicherweise würden der evtl. ein paar Dinge besser machen? Und dann gibt’s ja noch einen in Orange….
“Allerdings den “Kasper” in dunkelrot lässt das werte Publikum auf absehbare Zeit gar nicht erst auf die Bühne, aber möglicherweise würden der evtl. ein paar Dinge besser machen? Und dann gibt’s ja noch einen in Orange….”
Hm, also beim dunkelroten Kasper liegt’s m. M. nach, eher an den Puppenspielern, die ja nun mal auch die Hauptmedien kontrollieren.
Sollte es, wider jeglicher Logik, dennoch mal zum Linksruck kommen, holen die Puppenspieler den braunen Kasper aus dem Sack, das ist dann der Plan B ;-) Und der Orange, bringt’s leider auch nicht wirklich ;-(
@Endemann
Zieh erstmal die Teile ab, die Frankreich von Deutschland kopiert. Dann können wir über den Rest reden.
Tja, Du bist mir schon ein „Fighter“. Wir könnten nun beginnen, die Copyrights aufs Pushen gesellschaftlicher Entwicklungen abzuklopfen. Beginnend vielleicht mit der Franz.Rev., dem Code Civil etc.? Oder der Frage nachgehen, wer solchen Entwicklungen, womöglich, immer ein Bein gestellt – und offensichtlich (nach Möglichkeitslage) wieder eins stellen wird?
Geht’s nicht darum, daß man realistische linke Reformpolitik zum Programm, dann zur Regierungspolitik erhebt und sich an der Praxis messen läßt? Agenda 2010 + HARTZ IV standen jedenfalls 1998 nicht auf der Programm-Agenda.
Mir wäre es auch lieber, käme die Mehrheitsopposition mit einem kompatiblen Programm aus der Deckung, begänne die Leute zu überzeugen (und die Masse der Bevölkerung ließe sich überzeugen!), begänne den Kampf gegen die Elenden der Pseudojournalisten, holte sich erweiterten Sachverstand – und schösse sich nicht ständig selbst ins Knie! – Ich weiß ja, daß das entprechende Personal fehlt.
^Jo_Cit^
Wir werden Alle sterben.
Im permenenten Angesicht des Todes macht das Leben jedoch nicht mal halb soviel Spaß. Wer also hat ein Interesse daran, der Bevölkerung permenent Angst vor dem Untergang zu machen und was ist der Zweck dieser Panikmache?
Wer immer nur “Wolf, Wolf!” ruft, darf sich nicht wundern, wenn keiner mehr reagiert, wenn der Wolf wirklich kommt.
@ Shitop
Das ist normal.
Und eigentlich ist es ja so, daß das Leben ausgesprochen ungesund ist – es endet immer tödlich. Ist es da nicht ein Widersinn, wenn gesagt wird, man solle gesund leben? Ändert ursächlich nichts, aber zögert den Tod hinaus. Hier sehe ich übrigens die Parallele zur verstetigten, symptomatischen Finanzmarktrettung als Palliativbehandlung des Systems.
^Jo_Cit^
“Mit “Eisen und Blut” in eine neue Zeit.” Die Rettung der Finanzen und deren Märkte und Mägde, dabei bin ich auf dem 60 Punkte Programm zur wieder Eingliederung von Vernunft gestoßen und weiter wie zum 3. der 60 kam ich dabei nicht, da sind zudem einige oder der überwiegende Teil die Selbstverständlich erscheinen und denen sich die Politik und die Politiker doch von Berufswegen annehmen müssten, bezahlt von uns um sich Tag ein Tag aus damit zu befassen? Wenn bei Punkt 3:
“3. Produktion nach (Deutschland) zurückholen, Rückforderung von Subventionen bei Arbeitsplätze, unterschiedliche Steuersätze nach Unternehmensgröße”
Erinnere ich mich an Hans Werner Sinn der vor Jahren und auf dem Höhepunkt der medialen Schlacht um die Reste der Vernunft behauptete, “ein Unternehmer muss die Umwelt erst einmal versauen dürfen um das nötige Kapital für den Umweltschutz aufzubringen” ungefähres Originalzitat und ich immer noch sprachlos darüber.
Es ist zum Haare aus raufen sollte das Bewusstsein über den Zustand der Republik für einen Moment zurückkehren. Im realem Leben wurde ich Gestern erneut mit der “Reichensteuer” konfrontiert, das sie schon unzählige male unter diesen unpassenden und gefährlichen Namen von Vertretern der schreibenden Zunft erwähnt worden war, als wäre es Programm von Rechts und Links und ich im falschen Film, es ist bei den Bürgern angekommen, der Name “Reichensteuer” und das was dahinter steht wird abgelehnt und damit haben die Schreiberlinge jeder Fakultät denen aus Brüssel und Berlin einen Bärendienst erwiesen, jeder oder zu viele denken durch die Wortwahl es geht auch um Omas Häusschen? Das System erodiert und Symptomatisch ist nix mehr zu retten.
“Die völkerrechtsfeindliche Verrohung des Bürgertums kennt keine Tabus mehr: Dr. Alexander Gauland (CDU) plädiert für eine Rückkehr zur preußischen Kriegsdoktrin”
http://www.heise.de/tp/artikel/37/37443/1.html
dabei hatte ich bei “Völker der Welt (..)” in dem ganzen Satz von dir, eine Reise durch hundert Jahre deutscher Geschichte vor Auge!
… und nun stelle Dir einen kurzen Moment vor, Deutschland hätte den 2. Weltkrieg gewonnen,
– hätte es zwar nie gewinnen können – wegen der fehlenden Substanz … wir hatten diese Diskussion schon mal in einem Neben-Threat –,
aber stell es Dir nur kurz vor, wenn ein Herr Gauland (in diesem Zusammenhang sei auch an Herrn Vad erinnert, dem Militärberater von Frau Merkel, der in der Tradition Carl Schmitts steht), die militärische Faust einsetzen will, wenn ein „Mitgliedsland“ des deutschbesetzten Europas nicht spurte:
beispielsweise schwärmten dann schwarze Schwadronen in Griechenland ein, um die dauerpräsenten deutschen Besatzer bei der präventiven Exekution der griechischen Bevölkerung zu unterstützen. …
Und was heißt das, bezogen auf heute?
Nun, das heißt, daß die aktuelle deutsche Politik nur dem Umstand zu verdanken ist, daß Deutschland den 2. Weltkrieg nicht gewonnen hat. Vor diesem Hintergrund ist sie geradezu moderat. Aber nur vor diesem Hintergrund (albgeträumt).
Elende à la Gauland wird man nun öfter vernehmen.
Joachim
SPD stinkt…
http://blog.fefe.de/?ts=aed7855d
´´Großbritanniens Arbeits- und Rentenminister Ian Duncan Smith freute sich: »Jene, die sich gegen unsere neuen Maßnahmen wehren, sind nur faule Menschen, die nicht hart arbeiten wollen.«´´
Kennen wir doch irgendwoher. :-O
Mfg
OT:
“Die Bundesregierung denkt über eine Abwrackprämie für alte Öl- und Gasheizungen nach.” (tagesschau.de)
Ist doch gut für die Umwelt und gut für die Wachstumsbeschleunigung.
Macht ein Sozi mal was richtig, kommt ein Pirat, und zeigt ihn an.
Piraten NRW beschützen das Schweizer Bankgeheimnis, Steuerhinterzieher, u. a. Freunde der FDP.
Man staunt. ;-)
http://www.stern.de/wirtschaft/news/ankauf-von-bankdaten-cds-piraten-stellen-strafanzeige-gegen-nrw-finanzminister-1880477.html
Haha, die Realsatire ist wirklich gut. Naja, so als Ausgleich geht ihnen ja die Remilitarisierung der deutschen Außenpolitik am Allerwertesten vorbei.
Erklärung:
Piraten sind Primaten!
Eine Billion, zwanzig Billionen, oder sind es Milliarden? Wisst ihr, was Politik ist? Acht Euros in der Woche mehr für Hartzies, das ist Politik!!! Ansonsten besteht der Unterschied vor allem aus vielen Nullen.
Hier mal eine sehr guter Podcast zum Thema Eurokrise der mir persönlich sehr viel gebracht hat
http://wrint.de/download/WR097_Holger_ruft_an_Bei_Steffen_Krise.mp3
allerdings brauchts 4 einhalb stunden zeit
Hallo Jens,
ich hoffe, Du guggst heute noch in Deine Posts von gestern … ;-)
zur Target2-Problematik: Ich lese überwiegend bei Dir und den NDS, aber nicht nur … und so kommt dieses zu Stande (abgesehen davon, dass zwei studierte Köppe eh’ drei Meinungen und das Gegenteil davon vertreten …):
Wat nu, Frau Schmitz?
Jo, das ist ja nun kein Widerspruch. Denn die EZB kann ja selbst Geld schöpfen. Das könnte dann z.B. so aussehen:
2012:
Die “Ouzo-Bonds” werden mit 100% Nennwert bilanziert -> Forderungen gegen Griechenland: 100 Mrd. Euro
2013:
Die “Ouzo-Bonds” werden mit 1% Nennwert bilanziert -> Forderungen gegen Griechenland: 1 Mrd. Euro -> Schaffung eines Rechnungsabgrenzungspostens z.B. in Form eines “negativen Sondervermögens” i.H.V. 99 Mrd. Euro
Verstößt dies gegen ein Gesetz? Nein, für die EZB gelten keine Gesetze, die für Geschäftsbanken aka Kreditinstitute gelten.
“Muss” das “negative Sondervermögen” ausgeglichen werden? Nein, warum auch?
Unsere Bundesbanker würden dies wahrscheinlich als “südeuropäische Kreativität” bezeichnen und Zeter und Mordio schreien. Aber davon würde die Welt nicht untergehen.
Bei Target2 ist das noch simpler. Dieses Szenario setzt ja einen Zusammenbruch der Eurozone voraus. Da kann dann die Bundesbank sämtliche(!) Forderungen und Verbindlichkeiten aus dem Eurosystem in ein “Sondervermögen” buchen, das bis zum Sankt-Nimmerleinstag in den Bilanzen schlummert. Who cares?
Und warum? In der “echten Welt” geht so was natürlich nicht, da sich Forderungen, die einfach nicht mehr beachtet werden, auf der anderen Seite der Bilanz im gez. Kapital bemerkbar machen. Die BuBa hat (wie auch die EZB) aber kein gez. Kapital. Siehe dazu: http://blog.handelsblatt.com/rechtsboard/2010/12/16/erhohung-des-kapitals-der-ezb/
Das ist ja auch nicht so! Den Forderungen der BuBa stehen im Target2 Verbindlichkeiten anderer Nationalbanken gegenüber. Alles, was sich in der “realen Welt” befindet, also z.B. “deutsche Banken”, hat mit Target2 nichts, aber auch gar nichts(!), zu tun.
???
Quatsch ;-)
Das will ja auch keiner. Warum denn auch?
@Spiegelfechter
Dein Kommentar in den NDS zum “Zinsraub – Krise hat jeden Deutschen schon 3125 Euro gekostet”-Artikel hat mir gut gefallen – auch wenn ich weiss, dass du meine zinskritische Ansicht nicht teilst.
Danke für Deine Antwort, Jens. Ich kann verstehen, was Du sagst und meinst, wende aber ein:
Ist das alles so auf europäischer Ebene vermittel-, durch- und umsetzbar? Ist das in D vermittel-, durch- und umsetzbar? Ich denke da noch nich ‘mal an die Volkstribunen Henkel, Sarazin, Sinn & Co. – ich denke vielmehr an die “Denkfabriken” CSU, F.D.P., SPD und CDU – vom Triumferminat und ihren Anhängseln Springerkonzern, Bertelsmann und dem Mehnschtriem erst garnicht zu reden.
Abgesehen von “technischen” Möglichkeiten (“dann schöpfen wir ‘mal, dann buchen wir ‘mal, dann lassen wir ‘mal stehen”): Was passiert dann tatsächlich? Gut, das wissen wir nicht, wir werden’s aber erleben!
Allen ein schönes RestWoE
Momentan natürlich nicht. Bei Target2 geht es aber um den sehr speziellen Fall, dass die Eurozone auseinanderbricht. Ob Merkel dann freiwillig und komplett ohne Not die “neue” BuBa mit neuen D-Mark im Wert von 700 Mrd. Euro aus dem Staatssäckel “zuscheißen” will? Da hege ich doch meine Zweifel ;-)
Yep, dazu schreibe ich ja auch die Woche noch was. Dann können wir das weiter diskutieren ;-)
Ergänzung:
Ich meine hier: Setzt sich nicht doch mangels Verständnis der Handelnden und der Unfähigkeit dem Volk klar und verständlich zu vermitteln die sog. “Macht des Faktischen” durch und der Laden fliegt uns um die Ohren?
nicht nur das lieber Vogel….bisher sind viele Mrd. durch den Schornstein gegegangen. Da frage ich mich, ob es bei 700 Mrd. Max.Volumen bleibt. Als nächstes frage ich mich, wieviel noch zu den 188,3 Mrd. hinzukommen. Dann stellt sich die Frage, wer noch ausfällt. Fragen über Fragen, die die ganze Geschichte absolut unkalkulierbar machen. So einfach, wie es Politik, Wirtschaft und Blogger darstellen, ist die Sache sicherlich nicht.
Viele Grüße
@Emil
Seh’ ich auch so! Die Nebenwirkungen können (werden?) Nebenwirkungen haben, davon können die Wiwis (“Wirtschaftswissenschaftler”) und die Politniki (“… seinen Schrecken verloren …” “… Exempel stauieren …”) nicht einmal träumen.
Das Phynanzkapital weiß, dass die Endrunde eingeläutet ist. Die Kette reißt bald.
Trotzdem meine ich: Der €uro sollte, als Währung und politische Idee, gerettet werden … und die Phynanzer sollten enteignet werden!!
Recht “erquickliche” (gut erklärende) Lektüre zum Thema: Gero Jenner Das Pyramidenspiel – Das Finanzkaptital manipuliert die Wirtschaft ISBN: 9 783854 363941
Ist die Party nicht schon bezahlt durch “Lohn-Zurückhaltung” (im doppelten Sinn) ? und durch Unternehmensgewinne, die bisher nur in den Büchern stehen und durch die Forderungs-Abschreibungen nicht realisiert werden können?
Die Party ist erst durch neoliberale Politik möglich geworden. Man bräuchte bloß dieser Politik abzuschwören und sagen: Die neoliberale Ära ist zu Ende, und da die Schuldenanhäufung Produkt dieser Ära ist, hat sie keine Bedeutung mehr für die jetzt beginnende Ära. Zumindest haben das bisher alle Revolutionäre so gemacht, das liegt immerhin in der Logik einer jeden Revolution.
Da ich aber davon ausgehen muß, daß höchsten echte Reformpolitik als möglich erscheinen könnte, obwohl selbst deren Mindestmaß nach Möglichkeit als unrealistisch verworfen wird, sollte in der jetzigen Situation zwar eine Bankenunion realisiert werden, allerdings nur bei gleichzeitiger Einhegung durch die Öffentliche Hand auf EWU-Ebene (d.h. durch die EZB, die, wenn das auch nicht üblicherweise so gesehen wird, objektiv ein Teil der Öffentlichen Hand ist). Danach Einführung eines Trennbankensystems (Geschäftsbanken hie, Investmentbanken da) unter Aussortierung des spekulativen Schrotts. In diesem Prozeß werden Banken kontrolliert in die Pleite geschickt, was aber, wegen der Einhegung durch die Öffentliche Hand auf EWU-Ebene (EZB), keine volkswirtschaftlichen Verwerfungen nach sich ziehen wird. Bankeinlagen bis zu einer zu diskutierenden Höhe bleiben garantiert.
Das ist surreales Ansinnen? Nun, das ist auch abhängig davon, was man als real ansieht. … Nun ja, schlechte Politik ist für die Masse der Menschen immer real spürbar, obwohl sie eindeutig surreale Züge aufweist. … Na ja, es ist eben eine heiße Zeit!
^Jo_Cit^
SF will uns mal wieder erzählen, dass die dreiviertel Billion, die im Targetsystem an Verbindlichkeiten gegenüber dem Ausland sich angesammelt haben, alles nur Monopoly-Geld ist und keine realen Werte je den Besitzer gewechselt haben. Was für ein Unsinn!
Das Targetsystem lässt sich am besten an einem Beispiel erklären. Wenn sich ein Spanier auf Pump eine Mercedes kauft und eine spanische Bank damit EZB-Geld in die Welt setzt, schuldet die spanische Bank auch der Deutschen Bundesbank Geld, die Teil der EZB ist. Der Erlös landet hier auf einem Konto, welches auch eine EZB-Verbindlichkeiten tilgt und dadurch entsteht die interne Forderung der Bundesbank im Targetsystem. Sie ist Symbol des wirtschaftlichen Ungleichgewichtes der Eurozone.
Einfach ausgedrückt, wenn die spanischen Banken nicht gerettet werden, die völlig unverantwortlich Kredite bzw. Zentralbankgeld auch auf Kosten der Deutschen Bundesbank in die Welt gesetzt haben, bekommt Deutschland für die Exportüberschüsse einen feuchten Lullu und der Mercedes fährt in Spanien ohne volkswirtschaftliche Gegenleistung seine Runden.
Die Südländer haben durch ihre Schuldenaufnahme und den damit verbundenen Konsum diese Targetsalden produziert und wenn der Euro kippt, und die Schulden nicht mehr beglichen werden, werden sich auch deutsche Guthaben in der Größenordnung der Targetforderung in Luft auflösen.
Schulden und Vermögen stehen sich immer 1:1 gegenüber und wer einfach mal die Schulden über die EZB abschreiben will, vernichtet auch Vermögen, vor allem deutsches Vermögen. Und das muss auch einem Linken nicht gefallen. Wir wollten es doch mal umverteilen und nicht durch Inflation vernichten.
Hättest Du die im Artikel verlinkten Artikel und Studien gelesen, würdest Du diese Gedankenfehler selbst bemerken. Aber warum sollte man sich schon mit Argumenten auseinandersetzen, wenn diese nicht ins eigene Weltbild passen?
Ich kenne H. W. Sinns Vortrag zum Targetsystem, was wohl völlig ausreicht, um da durchzublicken.
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/TARGET2
In den USA werden die Salden mit goldgedeckten Wertpapieren ausgeglichen, in Europa bestenfalls nur mit noch mehr Zentralbankgeld durch die Bad-Bank EZB. Mein Auto-Beispiel hat übrigens auch der Focus als Beispiel genommen, wie ich gerade erst lese und einige zur Zeit sehr realistische Punkte aufgezählt, wie das Geld verlustig gehen kann.
Wenn Sinns Äußerungen nationalistisch sind, obwohl sie eigentlich nur die ökonomische Realität beschreiben, ist deine Interpretation eher anti-deutsch und vertritt spanische und griechische Interessen, ist da mein Eindruck.
@ magicdrummer
TARGET2 spiegelt sozusagen Portfolio-Investments (Anleger ist primär an der Profitteilhabe interessiert) und Operationen im Interbankenbereich wider. Finanzströme aber stehen in keinem Zusammenhang mit der Finanzierung von Leistungsbilanzen.
Das heißt der Verweis auf TARGET-Ungleichgewichte ist nicht geeignet, das mögliche Scheitern der EWU auf Grund von Leistungsbilanzungleichgewichten zu erklären.
Was aber diese Ungleichgewichte zeigen ist folgendes:
1. Die Bankenkrise ist alles andere als ausgestanden.
Lösung:
2. Die Architektur des Finanzsystems der EWU ist nicht mehr zeitgemäß.
Und insofern ist TARGET (also das Strömen von Finanzen von der einen nationalen Zentralbank zur anderen nationalen Zentralbank via EZB, als dem Haupt dieses föderalen Zentralbanksystems) ein Anachronismus.
Konsequenz:
Abschaffung des föderalen Zentralbanksystems, d.h. Abschaffung der nationalen Zentralbanken, hin zu ausschließlich einer Zentralbank (EZB). (Dann spricht man nämlich nur noch von Schaffung von Zentralbankgeld, aber nicht mehr über die „Verbringung“ dieses Geldes von der einen nationalen Zentralbank zur anderen nationalen Zentralbank via EZB, i.e. TARGET2).
Wer also TARGET2, als die finanzstromtechnische Komponente der EWU, in den Fokus nimmt, stellt etwas ins Zentrum der Diskussion, das sich erst bei einer Zerstörung der EWU als Problem zeigt, denn erst ab dann wandeln sich Verrechnungsgrößen tatsächlich in Vermögensgrößen. Nur, wenn diese Zerstörung einträte, wäre auch diese schlagartige Umwandlung von Verrechnungsgrößen in Vermögenswerte nur eine kleine Problemfrage, die angesichts dieser Katastrophe gar nicht als eine der relevanten Fragen erschiene.
Nein, das Problem besteht darin, daß man nicht versteht (oder nicht verstehen will!), was eine Währungsunion ist und was sie benötigt. Und offenbar auch darin, daß die Machtelite Deutschlands sich via Währungsunion (durch das ausschließliche Verstopfen des Währungsausgleichsventils) in (auch politische) hegemoniale Position zu katapultieren gedachte (und gedenkt) – und das im übrigen auf Kosten der Bevölkerung des Nationalstaates dieser Machtelite (d.h. Nationalstaaten sind immer Spielwiesen von Machteliten, aber niemals das Konstrukt der sie bewohnenden Bevölkerungen). – Wer sich aber Dominanz verschaffen will, ohne ausreichend über eigene Substanz zu verfügen, produziert eine Dominanzblase.
Damit würde ich an Deiner Stelle sofort aufhören! Ich verberge mich nicht hinter einem schwachsinnigen Pseudonym und mache meine Aussagen! Mein Name ist Joachim Endemann! (Übrigens einer der ältesten Familiennamen in der Stadt, in der ich lebe.) Wenn ich also deutsche Politik und Unverstand kritisiere, tue ich das als Deutscher (und ich kritisiere als Deutscher jeden und jede in meiner Stadt und in diesem Land, der/die sich ursächlich politisch schädlich verhält!) – das „Nest“ wurde und wird von Leuten beschmutzt, die im Dienste von Partikular-Interessen stehen, die im Ergebnis der Masse der deutschen Bevölkerung schaden (und immer geschadet haben!)!
Aber abgesehen davon:
In einer funktionierenden Währungsunion kann es keine deutschen, griechischen, französischen etc. Interessen mehr geben.
Wer also
schreibt, zeigt (mindestens) zweierlei:
1. Unverständnis von einer Währungsunion.
2. Daß er weiterhin in der nationalstaatlichen Ecke sitzt (Nur, in der hat immer die Machtelite Vorrang – und dieser Vorrang geschieht immer auf Kosten und zum Schaden der eigenen Bevölkerung – mindestens der eigenen Bevölkerung! Diesen Sachverhalt der Bevölkerung, als anders begründet [„die faulen Südländerbewohner wollen unser Geld, immer unser Geld“ etc. pp.] zu verkaufen, nun, dafür gibt eben die Mietmäuler in Politik und „Wissenschaft“!)
^Jo_Cit^
TARGET2, als die finanzstromtechnische Komponente der EWU, isoliert in den Fokus zu nehmen, ist ein Witz! Und wer aus der isolierten Betrachtung einer technischen Komponente einen Warnruf macht, ist selbst ein Witz!
Sinn hat nichts dazu beigetragen, daß die Bankenkrise erst gar nicht entstehen konnte! Sinn hat keine Antworten gehabt auf die Bankenkrise: abgetaucht wie all die anderen seiner Couleur! Immer erst, wenn das Kind bereits im Brunnen liegt, “beleuchtet“ diese Figur mit seinen Mannen und Frauen seines Instituts einen Einzelaspekt, setzt ihn absolut und entwickelt seine „Thesen“ plakativ!
Solch eine Figur ist brauchbar für Klamauk, unbrauchbar aber für konstruktive Lösungen!
Um was geht es? Um Klamauk oder um brauchbare Lösungen? Klamauk kann man mit Einzelaspekten prima machen, brauchbare Lösungen nur durch Denken in Zusammenhängen!
Wer sich aber dem einzelwirtschaftlichen Denken verschrieben hat, ist per se unfähig in Zusammenhängen zu denken. Das ist kein Vorwurf, das ist Fakt in jedem Spezialfach: der eigene Tellerrand ist die Grenze der Inblicknahme eines Sachverhalts: das Detail macht dann die Musik. Das Detail aber ist nur in einem größeren Zusammenhang von Interesse, für sich genommen nie – und früher oder später wird ein solcher Forscher dann als vermißt gemeldet:lost in details.
Sinn und seine Freunde kommen mir vor wie kleine Kinder, die, nachdem sie selbst die Karre in den Dreck gefahren haben – nach Mama schreiend sich vom Acker machen wollen. Und ihr albernes Getöse dabei korreliert (möglicherweise?) mit ihrem schlechten Gewissen.
Also denn, ihr Kleinen, dann stolpert mal schön in den eigenen nationalstaatlichen Stall. Paßt aber auf das Zeitfenster auf!
^Jo_Cit^
Von Sinn irgendetwas zu kennen reicht zweifelsfrei nicht aus.
Es iss wie immer: Alle haben ein bisschen Recht (natürlich wird getrixt, dass sich die Balken biegen) – was rauskommen kann, wussten die Amis auch erst nach Lehman!
(Quelle) Post festum iss man immer schlauer, gelle?
Tja, deinen Link habe ich aber auch schon gelesen und ich bin ja, im Gegensatz zu SF auf der Seite von Sarah Wagenknecht, die einen Schuldencut auf Kosten der Gläubiger vorschlägt, während SF die Schuldenkrise mit noch mehr Geldmenge und Bilanztricks der EZB irgendwie hinbiegen will. Im letzten Fall werden die Schulden einfach inflationiert, die Reichen werden sich in “reale Werte” flüchten, was ja schon längst begonnen hat und hinterher materiell noch reicher sein.
Verlierer werden die sein, die ihr bisschen Geld in festverzinsliche Anlagen wie Lebensversicherungen, Bausparverträge oder der Riesterrente gesteckt haben, weil die heraufbeschworene Inflation jenseits dieser Zinsen liegen wird bzw. ja schon liegt.
Wagenknecht hat Sinns Warn-Aufruf kommentiert mit: “wo er recht hat, hat er recht” und Flassbeck sagt im Prinzip das gleiche über die Gründe der aktuellen Euro-Krise, bleibt aber oberflächlicher. Die Glaskugeln der meisten Ökonomen waren in den letzten Jahren sehr trüb und im Nachhinein hat man auch hier viel Dummes gelesen. Da kann sich wohl jeder seine eigene Meinung zu bilden.
Ich persönlich halte folgendes Szenario für möglich bis wahrscheinlich und der Euro wird dann gleich mit untergehen. Es sieht ja alles nach dem großen Knall aus und viele Ökonomen fragen sich ja schon länger, warum die Chinesen für unsere Produkte die Sklavenarbeit machen, anstatt die Ausfuhren selber zu konsumieren. Wenn westliche Unternehmen in China Fabriken bauen, unterschreiben sie einen Vertrag, der es China jederzeit erlaubt, diese Fabriken in Volkseigentum umzuwandeln. Und der Tag könnte bald kommen.
D hat wegen seiner niedrigen Lohnstückkosten mehr exportiert als es allein aufgrund der Qualität seiner Waren der Fall gewesen wäre. Der “Gegenwert” steht als Target2-Forderungen in der Bilanz.
Ist das soweit richtig gesehen?
Diese Forderungen durch Ausbuchung einfach in einem Parallel-Universum verschwinden zu lassen, erinnert mich wenn nicht an Voodoo, so doch an das Perpetuum Mobile.
Früher argumentierten NDS/SF mit Flassbeck/Lafo/Wagenknecht auf einer Linie. Das scheint vorbei zu sein, was meine Verwirrung weiter steigert.
Dass die Bausparverträge und Sparkonten der Kleinen Leute den SF so gar nicht interessieren, verstehe ich nicht. Magicdrummer hat doch recht: Die Großen gehen in die Realwerte, was die Kleinen nicht können. Vertritt die Linke nicht auch die Interessen dieser Normal-Arbeitnehmer und Klein-Unternehmer – oder gehören die als verhasste “Kleinbürger” immer noch zum Klassenfeind?
Die Target2-Forderungen haben erstmal nur quantitative Bedeutung. Geld wurde in dem Umfang im Ausland bzw. hauptsächlich im Süden durch Kredit erschaffen und hier durch Tilgung wieder verbrannt. Die Wettbewerbsunterschiede spielen da mit, aber aktuell könnte auch viel Fluchtkapital dabei sein, welches durch erhöhte Nachfrage nach Immobilien hier für höhere Kauf- und indirekt auch höhere Mietpreise sorgt.
Sinn weist nichts nach und wenn auf Empirisches und wirtschaftliches Forschen aus Osnabrück hingewiesen wird, bekomme ich Bauchweh. Aus dem Wikilink:
Jens Ulbrich und Alexander Lipponer (Volkswirtschafter bei der Deutschen Bundesbank) rechtfertigen hinsichtlich der europäischen Zahlungsbilanzkrise: In der Krise hat das Eurosystem angesichts der massiven Störungen am Interbankenmarkt durch die Ausweitung seines liquiditätspolitischen Instrumentariums bewusst eine erhöhte Intermediationsfunktion am Geldmarkt eingenommen.
Wollen die den Leser veräppeln? Wenn die Rede von bewussten Einnehmen die Rede ist handelt es sich um ein bewusstes Abweichen von den Vorschriften die für den gemeinsamen Währungsraum bindend und geregelt waren. Angefangen hatte es mit J.C.Trichet der Staatsanleihen aufkaufte obwohl er das gar nicht gedurft hatte und jetzt auf einem gut bezahlten Posten auf einer Atlantik Brücke (B.R.U.E.G.E-L.) den Ruhestand genießt. Der angerichtete Schaden, der damals vom Bundesbank-Präsident Helmut Schlesinger so zitiert wurde: “der Rubikon ist überschritten” und damit sind alle Dämme, Vorschriften, Arbeitsweisen zur EU und EZB gebrochen und das Fiasko nahm seinen Lauf.
dann schreiben die Finanzlinge von Wiki:
“Mit der krisenbedingt umfassenderen Rolle in der Bereitstellung von Zentralbankgeld – im Wesentlichen durch den Übergang zum Vollzuteilungsverfahren in den geldpolitischen Refinanzierungsgeschäften und die Ausweitung längerfristiger Refinanzierungsgeschäfte – hat sich das Volumen der ausgereichten Refinanzierungskredite insgesamt (vorübergehend sogar deutlich) erhöht. “
ach ne? Das Volumen auf dem das Geld in Zahlen gedruckt bei Banken in ihren Konten verbucht, hat sich zwangsläufig erhöhen müssen angesichts der Milliarden die hin und her verschoben werden. Ein Beispiel aus Griechenland das sich vor ca 10 Jahren mit Krediten von G&S die Kriterien zur EU erkaufte und damals mit ca 8 Milliarden Euro erschlich, was die Politik heute als Ganzes innerhalb ihrer Politik zu bewahren versucht. Als Auflage wurde von G&S verlangt das die Griechen keine vergleichbare Angebote von anderen Banken einholen und der Deal im Geheimen bleiben sollte. Bei jährlicher Tilgung von 800 000 Euro wenn ich mich richtig erinnere.
Aber es geht um etwas anderes, Das Zahlungsbilanzdefizit der USA wuchs 1971 auf 29,8 Milliarden US-Dollar die USA befanden sich in einem Krieg und Vietnam war teuer, Gespräche die Abgehört wurden zwischen Nixon und Kissinger belegen das sogar der Abwurf von Atombomben auf Vietnam für Nixon eine Option darstellte, kurz, – die USA waren Pleite und der Amerikanische Präsident hob die Golddeckung auf und das Ende von Bretton Woods wurde absehbar, da werden die Heute wohl kaum in der Lage, willens, fähig oder bemüht sein wieder zum Bretton Woods System in irgendeiner Form von Gold gedeckten irgendwas zurück zu kehren?
Aus: Nebelbomben und Granaten!
dabei ist der nächste Absatz aus Wiki bezeichnender wie die ganze Seite die wohl bewusst den Leser zum Narren hält? Zitat:
“Zugleich wurden die Anforderungen an die den geldpolitischen Geschäften unterliegenden Sicherheiten in der Krise abgesenkt. Das höhere Risiko wurde in Kauf genommen, um die Funktionsfähigkeit des Finanzsystems unter erschwerten Bedingungen zu erhalten.”
Das Sicherheitssystem oder eine vorhandene Finanzaufsicht aller Nationalstaaten wurde durch Basel I-III oder Target X-Y beseitigt, es müssen z.B. bei Geschäften durch Spekulationen diese nicht mal mehr in den Soll und Haben Konten einer Bank aufgeführt werden. Herr Sinn?
http://de.wikipedia.org/wiki/TARGET2
Hexenküche!
Freiwillig geschieht das nie, aber sobald US-Staatsanleihen keine Käufer mehr finden, müssen die Zinsen erhöht werden, die natürlich nur über die Druckerpresse bezahlbar sind. Durch den Zinseszinseffekt würde das schon zwangsläufig auf eine Hyperinflation hinauslaufen, aber Fiat-Money funktioniert nur mit Vertrauen in die Währung, und das Vertrauen kann auch über Nacht so zerbröseln wie der Wert einer NASDAQ-Aktie während der Dotcom-Blase.
Ich empfand vieles in dem Aufruf, den Sinn ja nur mit unterschrieben und keinesfalls initiiert hatte, richtig und nachvollziehbar. Auch wenn der Mann früher viel Quatsch gesagt hat, kann er ja auch mal was Richtiges sagen. Da wunder ich mich dann doch über dieses vereinfachende Feindbilddenken, das gar nicht so viel besser ist als etwa bei Spiegel oder Bild.
An alle TARGET2-Fokussisten:
Jeder bastelt sich die „Theorie“, die zu seinem Charakter paßt. Wie soll man dann einen Charakter bezeichnen, der ein Detail (die finanzstromtechnische Komponente der EWU) absolut setzt und dann zu einer Theorie macht, die das mögliche Scheitern einer Währungsunion erklärt? Persönlich neige ich dazu, ihn als erratisch detailabsoluten Charakter zu bezeichnen. Erratisch deshalb, weil dieses Detail nichts Erklärendes bezogen auf dieses mögliche Scheitern beizutragen hat, und detailabsolut, weil dieses Detail aufgeblasen wird, wodurch alle anderen Leerstellen als ausgefüllt erscheinen.
Aber ist das entscheidend? Nein, aber z.B. folgendes:
Entscheidend ist nämlich, daß es der deutschen Seite langsam dämmert, daß es nicht sein darf, daß von Finanzmarktseite ganze Volkswirtschaften in die Knie gezwungen werden können. (Und wer vorgibt, die Sparguthaben der sogenannten kleinen Leute im Blick zu haben, der darf erst recht nicht den „Märkten“ überlassen wollen, ob die mal eben eine Volkswirtschaft in die Pleite treiben können, so sie es spekulativ für lukrativ hielten! Das argumentativ begründet mit Dümmer-geht’s-nimmer-Sprüchen à la „Die Märkte müssen den Spardruck aufrechterhalten“. …)
Erstmals ist hierdurch nämlich die echte Chance gegeben, daß die Erholung stattfindet, die nötig ist, das von deutscher Seite verursachte Chaos zu sortieren.
Zum Kotzen ist jedenfalls, daß man das alles schon Ende 2009 hätte angehen können, wenn Frau Merkel (die NRW-Wahl 2010 fest im Blick) beizeiten (!) begriffen hätte, daß nur eine Korrektur der EWU-Architektur schlußendlich auch Zukunft für deutsche Sparguthaben bedeutete, als nämlich von den Finanzmärkten realisiert wurde, daß der Euro offenbar nicht als tatsächliche gemeinsame Währung verstanden wird (also mit einer EZB, die im Hintergrund bereitsteht, so notwendig, als letzte kreditgebende Institution zu fungieren), was für eine Währungsunion ein Unding an sich ist, und nur zeigt, wer da nichts (Sinn hin oder her!) verstanden hatte. …
(Was hat dieser Unverstand materiell wie immateriell gekostet? … Materiell der deutschen Seite bisher zwar gar nichts – im Gegenteil, nimmt man die Griechenland auferlegten Strafzinsen als Maßstab. Aber um welchen Preis? Und kann das der Maßstab in einer Währungsunion sein? …)
Wie lange aber wird es nun wieder dauern, bis es dieser Seite dämmert, was die Aufgaben einer modernen Zentralbank überhaupt sind? Nämlich, neben dem Ankauf von Anleihen von EWU-Staaten, die spekulativ unter Druck stehen, wodurch sie jedes Konsolidierungsziel verfehlen müssen, ihr Augenmerk sowohl auf mäßige Preissteigerung (entsprechend der Inflationszielvorgabe von 2%, aber nicht im Durchschnitt, sondern in allen EWU-Ländern!) als auch auf die wirtschaftliche und damit die Arbeitsmarktentwicklung zu richten. (Wobei schon zu sagen ist, daß die EZB allein nicht dafür Sorge tragen könnte, diese Inflationszielvorgabe in allen EWU-Ländern einzuhalten. Dies ginge nur im Verein mit einer koordinierten Lohnstückkostenentwicklung, und das geht sinnigerweise nur über eine Wirtschaftsregierung die demokratisch legitimiert beim Europaparlament angesiedelt ist.)
Und wie lange wird es dauern, bis begriffen wird, daß das Ganze mit einer koordinierten Investition in die EWU-Volkswirtschaft einherzugehen hat? (Richtig gelesen: die EWU ist faktisch eine Binnenwirtschaft. Das war sie aber schon von Anfang an. Dämmert es jetzt, daß es dann keine spezifisch deutschen, französischen, belgischen etc. Interessen mehr geben kann, sondern nur noch koordinierte Interessen? Allerdings keine in lobbyistisch geschwängerten Hinterzimmern ausgekungelten!)
Den Deutschen mangelt es an Mut, den Sprung zu wagen: Vereinigte Staaten von Europa hat das Thema zu sein, nicht Renationalisierung. Wie die letzten Jahre gezeigt haben, ist das aber mit deutscher Sparknute nicht zu machen, geschweige zu wünschen. … Immer noch keine Neigung, den Kurs zu ändern – im eigenen Interesse?
Oder liegt diesem verqueren Tun etwas gar Dunkles zugrunde? Der Glaube der deutschen Machtelite nämlich, der sich an dieser Stelle mit dem Glauben des Kleinbürgertums trifft, nun endlich am Ziel nationaler Souveränität gelangt zu sein, gepaart mit wirtschaftlicher und politischer Hegemoniestellung in Europa, wodurch der deutschen Machtelite, nicht dem Kleinbürgertum, daß wird ja immer nur, und läßt sich immer nur dafür mißbrauchen, von ihr benutzt, eine Globalplayer-Rolle in den Schoß fällt? Das bedeutete dann, daß diese Eurokrise das Vehikel dazu wäre.
Ist das nicht ein schöner Kommentar, jeder kann sich das raussuchen, was ihm in den Kram paßt. ;)
^Jo_Cit^