Ungehörter Weckruf
geschrieben am 24. August 2012 von Spiegelfechter
Die Eurokrise geht ins dritte Jahr und die immer aussichtslosere Entwicklung hat mittlerweile den Optimismus verdrängt. Man muss leider konstatieren, dass Deutschlands politische und ökonomische Eliten auf ganzer Ebene versagt und aufgrund ihrer ignoranten Borniertheit den europäischen Traum zu Grabe tragen. Sollte die Politik die Verantwortung der Stunde nicht erkennen, steht dem Kontinent eine düstere Periode bevor. Die Geschichte kennt keine Wiedergutmachung, die Weichen für unsere und die europäische Zukunft werden heute gestellt. Es sind jedoch nicht wir, die die Weichen stellen, sondern es sind genau die Eliten, die uns seit Jahrzehnten mit ihren ideologischen Scheuklappen auf diesen Irrweg geführt haben. Anscheinend sind wir dazu verdammt, sehenden Auges ins Verderben zu laufen. Es ist allerhöchste Zeit für einen Weckruf, der aber wahrscheinlich ungehört bleiben wird.
Wenn nun sogar schon progressive Geister wie Paul Krugman, Joseph Stiglitz, Nouriel Roubini und Heiner Flassbeck an der Einfältigkeit der Politik und der Unfähigkeit der Ökonomen verzweifeln, und für die Eurozone lieber ein Ende mit Schrecken als einen Schrecken ohne Ende wünschen, ist dies ein Alarmsignal. Leider muss man Flassbeck in seiner Beschreibung des Status quo Recht geben. Deutschlands Politiker und Ökonomen haben es verbockt. Die Eurozone hat den entscheidenden Konstruktionsfehler, dass sie keinen systemimmanenten Schutzmechanismus gegen die Unfähigkeit der politischen Eliten beinhaltet. Die deutsche Politik hat die europäische Idee aus den Augen verloren nicht erkannt, welche Chancen eine Gemeinschaftswährung bietet und welche Wirtschafts- und Finanzpolitik notwendig ist, um Europa wirtschaftlich zusammenwachsen zu lassen. Die orthodoxe Ökonomie hat diese Notwendigkeiten ebenfalls nicht erkannt, sie sieht den Staat immer noch als eine Mischung aus einem großem Unternehmen und einem Störfaktor für die freien Märkte. Den Unterschied zwischen einer Volkswirtschaft und einem Unternehmen haben viele der „Starökonomen“, die der Politik ihre Weisheiten ins Ohr flüstern, nie verstanden. In einer Demokratie sollte der Wähler das letzte Korrektiv für solche Fehlentwicklungen sein. Aber wie sollen die Bürgerinnen und Bürger das erkennen, was die Politiker nicht erkennen, wenn sie tagaus, tagein von der nachplappernden Journaille verblödet wird, ja geradezu chauvinistisch aufgestachelt werden? Natürlich gibt es sie, die Anständigen, die Mahner, die Kritischen, die Nachdenker; ihr Einfluss auf die öffentliche Debatte und die real existierende Politik geht jedoch in Deutschland gegen Null.
Ist es angesichts dieser düsteren Realität nicht besser, die Segel zu streichen, in die innere Emigration zu gehen und sich selbst zu entpolitisieren? Vielleicht ja, schon viele ehemalige Mitstreiter sind in den letzten Jahren diesen Weg gegangen und man kann ihnen daraus sicherlich keinen Vorwurf machen. Es gehört schon ein gehöriges Maß an Idealismus und Leidensfähigkeit dazu, jeden Tag eine Mischung aus Sisyphos und Don Quijote abzugeben. Wer jedoch vom Ideal getrieben ist, die Welt für seine Kinder zu einem besseren Platz zum Leben zu machen, darf nie aufhören für dieses Ziel zu kämpfen. Wie nötig dieser Kampf ist, begreift man wohl erst, wenn man einen Blick in die Zukunft wirft. Wie sähe ein Europa aus, das den Weg des Endes mit Schrecken geht?
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Die Krise heisst Kapitalismus. Solange man die Lösung im Kapitalismus sucht, wird man sich im Kreis bewegen. Die Elite würden auch gern wieder zum Rheinischen (sozialdemokratischen) Kapitalismus zurückkehren. Das geht aber nicht, da dann die Gewinne und “Wertsteigerungen” der Vermögen weg wären.
Wow. Genauso apokalyptisch wie realistisch. Ich teste diesen und den Flassbeck-Artikel mal an “Normalos”. Könnte für die wg. fehlendem Hintergrundwissen zu viel sein. Bin gespannt.
Hallo, es wäre schon hilfreich, wenn endlich ganz viele wüssten, dass Staatshaushalt und Privthaushalt zwei völlig verschiedene Angelegenheiten sind.
Aber seit Merkel durch die Lande zieht mit ihrem Slogan “ein Leben auf Pump darf es nicht geben” glauben alle diesen Sch…ß und die Medien sind willige Helfer ihn auch noch zu verbreiten.
Mit diesem Slogan hat sie jedoch den Nerv der Kleinbürger, der Sparer, der Arbeiter und Bauern getroffen und diejenigen, die sich auf die tgl. Nachrichten in den Öffentlich rechtlichen verlassen, werden auch belogen.
So wie Heiner Flassbeck argumentiert müßte es eigentlich der normale Mensch verstehen. Alleine die Tatssche, dass Schulden immer irgendwo gegengebuchgt sind müßte klar sein, ist es aber für viele offenbar nicht. Man labert von Schulden und wer welche hat muß halt sparen.
Man könnte den Eindruck gewinnen das hinter all dem ein Plan steckt.
Und ich wette das die Gewinner der Krise, auch die Gewinner nach der Krise sind.
Den bezahlten Komiker die wir regelmässig alternativlos wählen dürfen wird es dann schon nicht schlecht gehen. Die haben sich rechtzeitig von den Gewinnern auf die Lohnliste setzen lassen. Und der Pöbel mit 0 bis 1 Mio € Besitz, Kolalteralschaden. Shit happens.
Falls es nochmal einen Neuanffang geben sollte, so müssen die Menschen begreifen, dass nichts zu groß werden darf. Keine Mono-, und keine Oligopole, in keinem Bereich.
Spannende Zeiten entsprechend der chinesischen Verfluchung: “Mögest Du in aufregenden Zeiten leben”.
Ein ganzes Weltbild fäng an zu bröckeln. Der Rückzug auf Vokabeln wie “Kapitalismus” oder “Neoliberal” ist der hilflose Versuch das komplexe handhabbar zu halten- aber das wird nicht reichen.
Eine saturierte Gesellschaft wird sich neue Werte geben müssen: Konsum
(ob binnen oder export) wird nicht reichen als tragendes Wirtschaftsmodell weil es bisher nur darum ging einen Profit zu erwirtschaften durch Verschieben von Kosten auf Rechnung unbeteiligter Dritter. Sowohl die Verwertung der nichtbelebten Rohstoffe als auch die Verwertung der menschlichen Rohstoffe ist eine Geschichte, die man eher in die Rubrik “Kriegsökonomie” einordnen kann zu dem dann konsequenterweise Buffets Ausspruch der “finanziellen Massenvernichtungswaffen” passt.
Witzigerweise müssen wir hochindustrialisierten Länder jetzt auf die Einsicht der Nachrücker /BRIC) hoffen, dass diese ein besseres Gesellschaftskonzept entwickeln unter dem Druck der offensichtlichen Fehlentwicklungen.
Müssen wir allein auf die Einsicht des chinesischen Wanderarbeiters hoffen, der sich gerade in den Mittelstand vorarbeitet?
Hallo, tut mir leid, aber ich sehe keine saturierte Gesellschaft, sondern eine, die ihre Werte nicht mehr leben kann.
Wenn sogar von öffentlichen Personen, wie Politikern und anderen, die gehört werden, immer wieder betont wird, dass Merkel auf dem richtigen Weg ist, Kriege zum Leben ab jetzt zu Deutschland gehören so in etwa durch BP Gauck und Ex-Schröder wieder aus dem Wegwerfsack hervorgeholt wird, um zu beweisen, dass kriegerische und asoziale Politik die Beste ist, weil es es um unsere Ressourcen geht und es so viele Asoziale gibt, dann zerfällt das soziale, menschliche Niveau innerhalb kürzester Zeit.
Das beste Gesellschaftskonzept wird es wegen der Vielfalt der Gesellschaften nicht geben können – aber auf ein humanes, soziales, solidarisches und demokratisches könnten sich alle einigen.
@SF
Tja, ich teile die Einschätzung des Artikels. Leider.
Ich glaube auch nicht mehr an eine Reversibilität, denn wir haben nicht nur das Problem der finanziell Religiösen Irren, sondern auch ein handfestes Korruptionsproblem mit griechischen Dimensionen – allerdings im Gegensatz zu Griechenland bei uns vorwiegend auf der höchsten Entscheidungsträgerebene. Nur zur Erinnerung: Selbst unser Finanzminister kommt aus dem Umfeld wahrscheinlich organisierter Kriminalität und vergißt 100.000 DM Koffer.
In diesem Land geht gar nichts mehr. Immerhin reden wir von einem Land, in dem der Ethikrat (!) pädophile Rituale wie Penisverstümmelung tolerieren möchte. Dieses Ritual fordert in der orthodoxen Version sogar noch perverse orale Lutschtechniken, bei denen ein sogenannter “Mohel” Blut vom Penis des gerade verstümmelten Kleinkindes lutschen soll.
Ein Land, in dem so etwas geht, ist nicht mehr zu helfen.
Das nur als exemplarisches Beispiel für den Kafkaesken Irrsinn, der mittlerweile in Deutschland die Mehrheit der Entscheidungen, Richtungsfindungen und Rechtsprechungen charakterisiert.
Nicht nur sind wir auf dem besten Weg Europa zu ruinieren, wir haben auch gleich wieder ein neues altes Feindbild. Geschichte wiederholt sich mitunter. Dem Kommentar des KStA ist nichts hinzuzufügen.
@Sukram71
Dein Spruch ist selbstverständlich absoluter Blödsinn und das weisst Du auch, wenn Du nicht völlig Hirnbefreit bist.
Das Problem ist nicht, wer welche Religion hat oder ausübt.
Kindesmißbrauch wäre genauso verachtenswert, wenn er z.B. durch einen afrikanischen Orthodoxen bei einer Frau durchgeführt wird. Oder wenn ein Eskimo das tut. Es geht um eine Säkularisierung zumindest im Hinblick auf mittelalterliche Gruselrituale.
“Dem Kommentar des KStA ist nichts hinzuzufügen.”
Doch, noch infamer kann man den Holocaust kaum noch instrumentalisieren, einfach nur ekelhaft.
Da wird nichts instrumentalisiert. Wir sind in Deutschland und es geht um Juden. Das kann man nun mal nicht ausblenden, auch wenn ihr das nicht hören wollt.
Wir drehen gerade nicht nur Europa zurück bis in die Zeit vor und nach dem 1. Weltkrieg, wir argumentieren auch wieder ganz ähnlich gegen Juden. Nur aus anderen – angeblich besseren – Gründen.
Das ist selbstgerecht, hochnäsig und geschichtsvergessen.
Ihr legt die Saat für Leute, die aus ganz anderen Gründen gegen Minderheiten hetzen. In einem zusammengebrochenen Europa, werden die Extremisten den, von euch bereiteten Boden, sicher dankbar aufnehmen.
Es gibt wirklich deutlich (!) wichtigere Probleme, als religiöse Rituale von Minderheiten, die seit Jahrtausenden weltweit gängige Praxis sind.
Etwas mehr Demut ggü. anderen Kulturen würde sicher allen gut tun. Bei unserer Kindererziehung ist auch nicht immer alles in Butter.
“Wir sind in Deutschland und es geht um Juden.”
Ja richtig, ginge es “nur” um Moslems, würden die Wellen natürlich längst nicht so hoch schlagen. Entlarvend für die Verlogenheit dieser Debatte.
“Es gibt wirklich deutlich (!) wichtigere Probleme, als religiöse Rituale von Minderheiten, die seit Jahrtausenden weltweit gängige Praxis sind. Etwas mehr Demut ggü. anderen Kulturen würde sicher allen gut tun.”
Frauen und Kinder zu züchtigen, war wohl auch seit Jahrtausenden “guter Brauch” und das nicht nur bei Minderheiten, dennoch bin ich heilfroh, dass solche guten Bräuche heute, zumindest in Deutschland, unter Strafe stehen.
@Sukram71
Nein. Es geht nicht um Juden. Es geht um Eingriffe in die körperliche Versehrtheit von Schutzbefohlenen aufgrund irgendwelcher okkulten Rituale.
Wir sind aber nicht der Maßstab aller Dinge. ^^
@Sukram71
Genau. Lass uns rituelles Morden legalisieren. Schließlich sind wir nicht der “Maßstab aller Dinge”.
Und Schächten müssen wir unbedingt auch wieder erlauben. Schließlich sind wir nicht der “Maßstab aller Dinge”.
Klitorisabschneiden ist auch nur ein anderer Maßstab. Schließlich sind wir nicht der “Maßstab aller Dinge”. Zwangsheiraten sind übrigens auch ein anderer Maßstab. Sollten wir erlauben. Schließlich sind wir nicht der “Maßstab aller Dinge”.
Selbstverständlich auch mit Minderjährigen. Schließlich sind wir nicht der “Maßstab aller Dinge”.
Herrgott. Stellst Du Dich nur so blöde oder bist Du es?
Übrigens: Die “^^” wirken zunehmend lächerlich.
Doch, es wird derzeit alles instrumentalisiert, was hilft, die Gesellschaft zu spalten.
Wenn Juden oder Moslems ihre kleinen, männlichen Säuglinge oder etwas größeren Kinder beschneiden lassen wollen, ist das letztlich die Angelegenheit der Eltern.
Solange diese sich darauf einlassen, ihre Kinder für Gott verstümmeln zu lassen, sie zeitlebens gesundheitlich zu gefährden und auch indirekt zu bestrafen, denn Gott ist nur bei den Juden ein eifernder, ein zorniger Gott, helfen keine Verbote und auch keine Bestätigungen durch den Gesetzgeber. Im Islam ist die Beschneidung frei gestellt. Mohammad fordert sie nicht.
Wenn irgendwann die Eltern merken (nach Alice Miller “Du sollst nicht merken”, dass Gott ganz anders ist, nämlich reine, vollkommene Liebe, dann erst werden sie sich grämen und auf derartige Rituale verzichten.
Was Rituale angeht: googeln nach Eulenritual oder Bohemian grove, welche hochkarätige, amerikanische Politiker, wie beide Bushs und andere vollziehen, wird nur sprachlos sein.
@ schwitzig
Gute Beispiele – militärisches und abtreibungs-mäßiges “Morden” sind bei uns aber wiederum legalisiert und erlaubt. ;-)
Du siehst: Selbst die Auslegung der Menschenrechte und des GG ist – auch bei uns – Veränderungen und Mode unterworfen.
Und du alleine willst bestimmen, was “irgendwelche okkulten Rituale” sind, und was nicht, weil ihr euch selber zum Maßstab aller Dinge macht, egal was man im Rest der Welt seit tausend Jahren tut und dazu sagt.
Ob es wohl Zufall ist, dass es um fremde Kulturen geht, die man hierzulande schwer nachvollziehen kann weil wir nicht damit aufgewachsen sind?
Und es geht außerdem nicht um schlagen, morden oder sonstwas, sondern “nur” um die Entfernung der männlichen Vorhaut. Und was man davon hält ist letztlich Ansichtssache. Auch Juden und Moslems lieben ihre Kinder. Die Schäden durch männliche Beschneidung scheinen sich jedenfalls in überschaubaren Grenzen zu halten.
Würden gerade über-ehrgeizige Mütter durch die Presse gezogen, die ihre Kinder (legalerweise) gegen ihren Willen in Kinder-Fotomodel-Karrieren zwingen, dann wäre gerade das das Thema. Aber vermutlich weniger aufgeheizt. Da würden wohl die meisten sagen: Elternsache.
@K.S:
Äh … nein! Das wäre nur dann so, wenn man möchte, dass Menschen und deren körperliche Gesundheit verfügbares Eigentum von anderen Menschen sein können. In diesem Fall müßten die Kinder also Eigentum der Eltern sein – so wie ein Fernseher.
Das Argument, dass Eltern im Rahmen ihrer Erziehungpflicht sowieso Entscheidungen für das Kind treffen, zählt nicht, da diese Entscheidung in keiner Weise dem Wohl des Kindes, sondern ausschließlich der Ritualbefriedigung dient.
Die Religionsfreiheit kann auch nicht herangezogen werden, da Religionsfreiheit – mit gutem Grund – nur für das Individuum selbst, aber nicht für Dritte, unbeteiligte und Entscheidungsunfähige gilt. Klartext: Du kannst Deine Religionsfreiheit genau so lange ausleben, wie Du nicht in die Freiheit anderer Menschen eingreifst.
@ schwitzig
Wenn das muslimische Kind nicht als einzigstes in der Klasse unbeschnitten ist, und deshalb nicht unter der Dusche als “kein richtiger Moslem” gehänselt wird und deshalb außerdem seinen religiösen Seelenfrieden findet, dann dient das dem Wohl des Kindes. ;-)
Und jetzt erzähle mir bitte nicht, dass christliche oder säkulare Eltern ausschließlich Entscheidungen für ihr Kind treffen würden, die alleine dem Wohle des Kindes dienen. Das Wohl des Kindes ist, was Eltern dafür halten. :-)
Dann dürften christliche Eltern ihre Kinder auch nicht taufen lassen. Deshalb ist das doch Unsinn.
@Sukram71
Erstens: “einziges”, nicht “einzigstes”.
Zweitens: Wenn das muslimische Kind, das als Schulkind mittlerweile zum Atheisten geworden ist, in der normalen deutschen Schule erstmal richtig eins auf die Fresse kriegt, weil es als einziges ohne Vorhaut unter der Dusche für einen “radikalen Islamisten” gehalten wird, dient das dem Wohl des Kindes?
Merkst Du, wie selten dämlich Du mittlerweile für ein mittelalterliches Verstümmelungsritual argumentierst? Ich bin übrigens selbst (aus medizinischen Gründen) beschnitten und kann den Schmerz sowie mögliche Komplikationen sehr wohl beurteilen.
Reine Rabulistik. Ich kann über den Schwachsinn nicht mehr lachen.
Dazu Sukram71
Es wird immer peinlicher. Inwiefern wird nachhaltig die Körperlichkeit des getauften Kindes durch die Taufe verletzt? Wachsen ihm vielleicht Löcher in den Händen (Kreuzkult der Christen), weil er getauft wurde?
Es wäre übrigens selbst inzwischen immer noch strafbar, einem kleinen Kind ohne Betäubung einen Nagel durch die Hände zu kloppen. Das dürften Christen in der Tat nicht. Auch Ketzerstrafen sind in Deutschland nicht mehr zulässig.
zu Sukram71@schwitzing vom 24.August 23:31
“Die Schäden druch männliche Beschneidung scheinen sich jedenfalls in überschaubaren Grenzen zu halten”.
Nein tun sie nicht. Es werden zu viele empfindliche Nerven weggeschnippelt, zudem liegt die Eichel frei, so dass sie ungeschützt vielen äußeren Einflüssen ausgesetzt ist.
mal googeln: Gegen Beschneidung e.V. oder so ähnlich. Harmlos ist die keinesfalls und ob mal Langzeituntersuchungen zu physischen und psychischen Schäden der männlichen Beschneidung stattgefunden haben, weiß ich nicht – ist aber auch zu googeln.
“Wenn Juden oder Moslems ihre kleinen, männlichen Säuglinge oder etwas größeren Kinder beschneiden lassen wollen, ist das letztlich die Angelegenheit der Eltern.”
Ja, aber warum sollten denn dann Christen ihre Kinder nicht verhauen dürfen, denn “wer sein Kind liebt, züchtigt es”.
Und unbotmäßige Kinder darf man steinigen.
@ schwitzig
Besser könnt ichs nicht ausdrücken.
Und das Zitat, ausgerechnet von Che Guevara,
spricht doppelt Bände.
Jens Berger hat leider so Recht und ich habe nie einen weniger optimistischen Text von ihm gelesen. Wenn ich wenigstens noch wütend sein könnte…
Resignation beschreibts wohl am besten, und das schon eine ganze Weile. Nur, wohin damit?
´´Dieses Ritual fordert in der orthodoxen Version sogar noch perverse orale Lutschtechniken, bei denen ein sogenannter “Mohel” Blut vom Penis des gerade verstümmelten Kleinkindes lutschen soll.´´
Lutsch meinen Jaggon.^^
http://www.southpark.de/alleEpisoden/704/
(Leider inzwischen scheisse viel Werbung.)
Kapitalismus ist scheisse.
Wie fast alle Religionen. :-(
Mfg
Ja, in beidem gärt der Wahnsinn.
@ K.S.
Es sei nur am Rande erwähnt, sozusagen als Richtigstellung:
Es handelt sich hierbei um eine Luther’sche Fehlübersetzung (bewußt oder unbewußt, sei jetzt nicht beachtet). Richtig muß es (sinngemäß) heißen:
„Gott ist ein leidenschaftlicher Gott, der bis ins ‘siebte Glied’ beobachtet, ob eine Verhaltensänderung bei den Nachgeborenen festzustellen ist“. – „Leidenschaftlich“ bedeutet in diesem Zusammenhang: „nicht gleichgültig gegenüber seiner Schöpfung“.
Nun, viel interessanter finde ich übrigens die Bemerkung im AT: „Ihr werdet sein wie Gott“. Dies hat nämlich einerseits etwas mit der Emanzipation von „Gott/Göttin“ (unter welcher Maske der/die sich auch verbergen mag – ob als „weltreligiöses Dogma“ oder als lokaler Kult, dessen Zentrum beispielsweise eine Eiche, eine Quelle oder ein Berg ist) und andererseits mit verantwortungsvollem Umgang mit sich selbst, mit anderen und der Umwelt zu tun.
Mit freundlichen Grüßen, Joachim Endemann
Die mediale Darstellung der Euro-Krise in den Medien, ist vergleichbar mit einem Ermüdungsbruch.
Den finanztreuen Ökonomen und Politikern ist mangelnde Durchblutung des Gehirn zu unterstellen.
Die Reichen bereichern sich immer schamloser.
Über 90% der Bevölkerung versteht kaum noch etwas und zieht sich im Zuge der Selbsterhaltung immer mehr zurück.
Es helfen die berüchtigten Dachlatten nicht und die Straßenlaternen haben leider die Querstreben für die Service-Leitern nicht mehr.
Wir sind umgeben von korrupten und unfähigen Politikern.
Meine Umgebung bekommt einen Brechreiz, wenn die Gesichter der Regierung oder der Vertreter der Durchwinkparteien im Fernsehen erscheinen.
Die Regierenden wissen es und starten zur Ablenkung Kriege – es war immer so.
Hoffnungslosigkeit breitet sich auch bei kritischen Geistern aus.
Wo wird es enden?
Na Hallo, Herr Berger…
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sollte das etwa schon das Eingestehen sich bisher verschlossener Optionen, der von wenigen Machtbesessenen auf den Weg gebrachten und eben doch gewollten langatmig angelegten Zerstörung bisheriger Strukturen, sein? Bisher verlief ja die Diskussion bei jeder weiteren Milliarde und jeder weiteren Abgabe parlamentarischer Kompetenzen in Richtung gesamtbetrachtende Notwendigkeit. Und bei jedem erneuten Blick in den wiedererwartend doch noch mal auftauchenden Abgrund, entbrannten die heftigen Debatten abermals in Richtung Vernunft und Menschenverstand!
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Unter Umständen erkennt jetzt der eine oder andere den eigentlichen Lösungsweg der bald von Übersee und unseren Regierungen alternativlos an uns herangetragen werden wird: Die Notwendigkeit regional und globale Kompetenzen zu bündeln!
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Wie…durch welche weitere Szenarien und durch Wem oder von wo aus man diesen notwendigen Schritt zur erst europäischen- danach globalen Zentralisierung vermittelt und welche Begrifflichkeiten einer „politischen Weltautorität“ oder „ einer globalen Kompetenz“ dazu herhalten wird, das werden wir früh genug erfahren.
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susi
Die Zukunft wird mitnichten eurozentrisch werden. Vieles spricht für eine Balkanisierung mit einzelnen Clans und Warlords, deren Einflussbereich soweit reicht wie die Kugel aus ihrer Waffe. Staatliche Strukturen werden nicht zentralisiert, sondern zerfallen wie die ganze bislang gewohnte Infrastruktur. Wer neben einem verrottenden Atommülllager wohnt, tut gut daran, den Standort zu wechseln. Es wird keiner mehr für den strahlenden Müll verantwortlich sein. Gesetze, Justitz, Polizeigewalt geht lokal über auf den, der am Besten trifft.
Moin,
meines Erachtens geht es auch noch darum, dass sich diese Kanzlerin in einem Dauerwahlkampf sowohl bundesweit als auch innerhalb ihrer Partei befindet. Sie präsentiert sich als eiserne Kanzerlin, um allen zu zeigen, dass sie eine starke Frau ist und – auch ganz wichtig – um auch zu zeigen, dass sie die Transformation vom Sozialismus zum Kapitalismus gemeistert hat. Die so genannte Energiewende durfte nicht die rot-grüne Handschrift tragen, sie mußte Merkels Handschrift tragen. Die Lösung der Eurokrise darf nicht die Handschrift der ausgewiesenen “echten” Ökonomen tragen, nein, sie muß Merkels Handschrift tragen, usw. Sie versucht sich damit unsterblich zu machen und ihr Machtsystem zu festigen und weiter auszubauen.
Mit diesen Attributen versucht sie jetzt die anstehenden wichtigen Wahlen zu gewinnen. Denn wenn eine der nächsten Wahlen verloren geht, dann bricht das gesamte System Merkel zusammen und sie wird im Nichts verschwinden. Getreue Journalisten helfen ihr beim Machterhalt. Sie müssen ihr sogar dabei helfen, weil sie nach dem Zusammenbruch um ihre Jobs bangen müssen. Für dieses System mag es eine “win-win”-Situation sein. Für den Euro ist es der Tod!
JueDan
Soweit so schlecht, mit dem Ende des Schreckens. Aber wie sähe das Szenario denn aus, wenn wir von der Annahme ausgehen, unsere Eliten wissen genau, was sie tun.
http://www.freitag.de/autoren/der-freitag/schockstrategie-fur-europa
Was, wenn die Krise tatsächlich nur den strategischen Hebel für den Klassenkampf von Oben darstellt?
Und wie soll es mit diesem unsäglichem Nationalchauvinismus weitergehen, wo “der Grieche” schon, sehr erfolgreich, dabei ist unser Lieblingsfeindbild “der Moslem” abzulösen?
Hallo, vielen, vielen Dank für diesen Link. Ich hofffe, er wird von vielen angeklickt und gelesen. Genau sagte es mir meine Intuition oder beim Nachdenkseiten über diesen neoliberalen Umbau.
Er ist geplant, war geplant und alle betroffenen Länder sollten schleunigst Strategien entwickeln, dass dieser ganze Spuk gestoppt wird.
Meine Hoffnung liegt bei der Linkspartei und klugen Leuten aus den anderen Parteien.
Es kann doch nicht sein, dass die gesamte politische Kaste hier in D und in den betroffenen LÄndern diesem Vergehen an den Menschen einfach so zuschaut und dadurch zu Mittätern wird !
Ein ziemlich hilfloser Weckruf. Wieso sollte dieser Appell was nutzen?
Was haben all die sinnvollen Vorschläge bisher gebracht? Nischt!
Sie wurden nicht mal gehört.
Also liegt das erste Problem offensichtlich gar nicht in den praktischen Massnahmen, sondern irgendwo davor. Bitte drüber nachdenken und veröffentlichen, wenn das Problem erkannt ist. Dann können wir weitermachen.
PS: Ich bitte meinen Zynismus zu entschuldigen. Mir geht’s genauso.
jeder hier wird sich sicher gut an Merkels brual neoliberales Wahlprogramm 2002 als angekündigtes Regierungsprogramm erinnern, mit dem sie Schiffbruch erlitt, da die Mehrheit der Wähler diesen Kahlschlag zivilisatorischer Errungenschaften dann doch nicht wollte.
Hat sie sich je von ihren wirtschaftsfaschistoiden (Kapital zählt alles,der Mensch nichts) Gesinnungen verabschiedet? Antwort siehe Griechenland.
Hallo, Jens, vielen Dank für deinen hervorragenden Beitrag – aber du weisst sicher auch, dass gegen Dummheit schon die Götter vergebends gekämpft haben.
Wenn eine Krise nicht behoben und der schlechte Zustand dadurch chronisch wird, kann von einer Krise nicht mehr die Rede sein. Es findet dann eine Phase der Katastropen statt die in einem Untergang enden.
Dieser jetzige Zustand war gewollt und die Finanzkrise und die Rettung der Banken, für die die betroffenen Länder sich hoch verschuldet hatten – waren Auslöser und der Beginn zum Abbau der Sozialstaaten.
Diese politische Kaste, die man keinesfalls Elite nennen kann, will den Untergang, den Umbau, das Drama.
Sie will alle Menschen gleichschalten auf Armut und Ungebildetheit.
Diese politische Kaste will die Freiheit des Menschen, des Geistes zurücktreiben in die Zeiten des Mittelalters.
Diese politische Kaste will die Macht über die Seelen der Menschen, damit sie nicht mehr frei denken, fühlen und nach dem Gewissen handeln können.
Diese politische Kaste ist an einem Miteinader überhaupt nicht interessiert.
Sie hält das ganze System durch Lügen und Betrug in der Schwebe.
Wäre es anders, hätten wir nicht diese Zustände.
Der Weg des Neoliberalismus ist immer ein Weg zurück in Armut, Unterdrückung, Rechtlosigkeit und Sklaverei.
Darum muss dieser Weg gestopt werden. Und das geht am Besten mit Hilfe der Linkspartei, guter Aufklärung – wie Jens und die nds es schon immer tun.
Dass alle dabei Federn lassen müssen ist schlimm – aber besser ein Ende mit Schrecken als neoliberale Diktatur.
(mal googeln: Skuel & Bones Time, und Bohemian grove, und wer dann noch Lust hat, kann auch an die Bilderberger denken und die Einladungslisten der vergangenen Jahre an Deutsche durchlesen. Ich meine, dort auch Frau Engelen-Käfer gelesen zu haben)
@Jens
Dreimal unterstreichen, drei Ausrufungszeichen dahinter setzen, hundertmal abschreiben!
Aaaber: Der “Flying Flassbecks” Sirenengesang in allen Ehren: Schulden sind nicht das Problem, wir brauchen Waxxtum, Waxxtum, €uropa erst wieder auf den Waxxtumspfad bringen … das kann’s nich sein. Wir gehen definitiv auf “Peak Everything” zu … und das nicht nur in materieller Hinsicht!
Wie sagte noch Thorne, als Shirl vorschlug: “Dann lass’ uns auf’s Land gehen.”? “Das Land ist eingezäunt, es gehört der Company!” und: “Das Plankton ist tot, die Oceane sind tot! Soylent Green ist Menschenfleisch!”
Fußnote: Wer war die Tage am Altglascontainer, saß auf der Terasse? Keine Wespen, keine Bienen. Ameisen sollen auch langsam ausgehen … und wir wollen den €uro retten, uns scheiden, Exempel statuieren … (hab’ ich ‘was vergessen?)
Man darf “Waxxtum” natürlich nicht innerhalb einer Tonnenideologie sehen und auf ein “immer mehr vom Gleichen” reduzieren. Wachstum ist auch qualitativ und v.a. monetär – d.h., wenn Du Dir inflationsbereinigt mehr leisten kannst, ist das Wachstum. Was Du damit machst, ist ja wurscht. Du kannst beispielsweise den Urlaub im nicht eben ökologisch sinnvollen Bettenbunker auf Malle gegen einen Ökourlaub im Elsaß eintauschen, den Du Dir bis jetzt nicht leisten kannst. Warum daran nun die Welt zugrunde gehen soll, verstehe ich ehrlich gesagt nicht.
Ich schrub:
Soll denn das Phynanzkapital Sozialetats (mehr Pfleger, mehr Krankenschwestern …) und die Bildungsetats (mehr Lehrer, kleine Klassen …) finanzieren (wollen)? Und wie hoch iss die zu erwartende Rendite? 4,832%. Oder nur mehr Glück und Zufriedenheit “der Massen”. Wollen die das? Dann nur zu: Öffnet Eure Tressore für weniger Tonnage und mehr Gerechtigkeit!
Nachsatz: Ich habe Flassbeck nie sagen hören, sinngem.: “Europa auf den Wachstumspfad bringen, aber jenseits von Tonnage-Denken!” Hab’ ich da ‘was verpasst? Haste ‘n Link?
gucks du auf nds die pleisweiler-gespräche mit h. flassbeck.
wäre übrigens für herrn karl auch ganz interessant ;)
@Modred
ohne geguggt zu haben, hol’ ich nach: Geschenkt. Er mag es einmal oder auch mehrmals gesagt haben, Sätze wie:
sagen jedoch nicht aus: “Damit die Menschen dann öfter zur Fußpflege, zum Frisör gehen, den Handwerker bestellen statt in den Baumarkt zu tigern oder Schwarzarbeit zu beauftragen – und nicht den neuen Q 3 bestellen, den neuen Fernseher, der mit Gesten gesteuert wird …”
Okay, mag das Thema etwas sprengen, mag auch nicht die Aufgabe eines Ökonomen sein, den Menschen nicht nur die Botschaft (“höhere Löhne für D”) sondern auch noch das wofür zu überbringen.
Flassbeck iss schon besser als viele anderen, realistischer in der Analyse, aber er bleibt doch in erster Linie ein Waxxtums-Prophet!
@vogel: naja, er ging da zusammen mit a. müller auf die wachstumskrtiker und zinskritiker ein.
den von dir zitierten satz haben wir alle denke ich schon 1000mal gehört. eines der großen probs in der diskussion und der wissensvermehrung bzgl. der krise ist (genau wie bei vielen anderen thematiken!), dass man gucken muss wann mit welchen argumenten man wen erreichen kann. besagter spruch ist bspw. uns wie gesagt sehr bekannt, um nicht zu sagen, dass er UNS zu den ohren raushängt. allerdings kennen das neben UNS imho max. 10% der deutschen bevölkerung.
folgende meinung dazu äußerte ich hier schon öfters: erst einmal muss man das vorhandene ökonomische system wieder in normale bahnen lenken bzw. eine hinreichend hohe anzahl an wählern dafür begeistern. dies ist zwar politisch fast unmöglich aber zumindest technisch durchaus realisierbar. wenn das als grundlage geschafft ist kann man sich DANN als quasi nächste evolutionsstufe über qualitatives wachstum oder sogar meinetwegen zinskritik gedanken machen.
wenn ich ein haus mit kaputtem dach habe, repariere ich das doch auch erst, bevor ich mir gedanken über die inneneinrichtung mache.
ahjo, mit “spruch” meine ich:”In Deutschland müssen dann folglich die Löhne über zehn, fünfzehn Jahre etwas stärker steigen als in den anderen Ländern und deutlich stärker als in der Vergangenheit.”
Ne, dazu habe ich keinen Link, aber ich weiß ja, wie Flassbeck “Wachstum” definiert. Da muss er nicht immer ein ceterum censeo druntersetzen ;-)
Bei der Debatte um die richtige Wirtschaftspolitik, gerät mir die sogenannte “Dritte Welt” viel zu sehr aus dem Fokus. “Unser Wohlstand” ist schließlich auf dem Elend des Trikonts gebaut und das war leider zu Hochzeiten Keynesianischer Wirtschaftspolitik auch nicht viel anders.
@JR
Full ACK!
Ach watt. Natürlich sind wir nicht vollkommen unschuldig, das “Trikont” ist aber auch alles andere als unschuldig. Mach es Dir nicht so einfach. Und auch dem Trikont hilft es überhaupt nicht, wenn wir uns ohne Not in die Krise torpedieren. Im Gegenteil.
“Ach watt. Natürlich sind wir nicht vollkommen unschuldig, das “Trikont” ist aber auch alles andere als unschuldig.”
Für meinen Geschmack, etwas zu lapidar abgebügelt ;-) Und wenn, dann sind die sogenannten Eliten in der “dritten Welt” mitschuldig, aber so isser halt, der gute alte Kapitalismus/Imperialismus.
“Mach es Dir nicht so einfach.”
Als bekennender Gutmensch kann ich leider gar nicht anders, grins.
“Und auch dem Trikont hilft es überhaupt nicht, wenn wir uns ohne Not in die Krise torpedieren. Im Gegenteil.”
Natürlich
bzgl. sirenengesang:
der jenner hat sich offensichtlich nicht ausführlich genug mit flassbecks aussagen beschäftigt und deswegen aus unwissenheit kritik geübt.
zb fordert dieser ja auch besteuerung von vermögen, regulierung der märkte usw.
des weiteren ist es jawohl ein schlechter scherz eine nichtberücksichtigung der globalisierung/china vorzuwerfen. oder wer ist letztens exportweltmeister in absoluten zahlen (!)geworden?
@Modred
Wir tuen “unseren Kronzeugen” wohl beide ein Stück weit unrecht. Sicher iss Flassbeck nich (nur) auf das, worauf ich abgehoben habe, zu reduzieren – und Jenner iss wohl auch mehr als nur der Post “Sirenengesänge”.
Also: Pax!
Ich gugg noch ‘mal bei Flassbeck nach und Du kannst ja ein Stück “wo anders lesen” – ein Link zum Einstieg liegt ja vor. Vllt. macht Jens ja ‘mal ‘nen Open Thread zum Thema “Eso-Zins-Diskussions” auf … ;-)
np, aber was anderes als pax gibts bei mir eh nicht ;)
wobei ich mich im obigem posting schon konkret auf jenners kritik an flassbeck bezogen habe.
@Modred
Danke!
Also, dann will ich das doch ‘mal ‘n bisschen auseinander nehmen, ich glaube, das ist vllt. ein gutes Beispiel in vielerlei Hinsicht:
Jenner weißt darauf hin (Fußnote 1), dass er die Flassbeck-Zitate von hier hat – Flassbeck analysiert dort im ersten Teil des IV sehr treffend -, und Jenner führt aus:
(Note 2, können wir leider nicht nachvollziehen, dieses Posting hat er jetzt anderweitig verwertet, das ist aber sehr moderat) und führt fort:
Alles noch im grünen Bereich.
Ja, das ist es, was hängen bleibt, wenn man Flassbeck hört. Und:
(Ursprungszitat Flassbeck): “Schulden sind gar nichts Böses, Schulden sind völlig selbstverständlich; wenn der eine spart, macht der andere Schulden; sonst könnte der eine gar nicht sparen. Wenn man
den Menschen erst einmal erklärt, dass es Ersparnisse ohne Schulden gar nicht gibt, dann denken sie sofort ganz anders darüber nach. Dass das keiner unserer Parteichefs kann, ist bedauerlich, extrem
bedauerlich.”.
Ja, das ist es, was hängen bleibt, wenn man Flassbeck hört. Und jetzt holt Jenner aus und erklärt (Note 3 bitte beachten), dass das so nicht stimmen kann. Soweit ich das nachvollziehen
kann, hat Jenner recht. Ob wir das kapitalistische Wixxtums-Prinzip in eine “Stationäre Wirtschaft” überführen können, ob das Sinn macht, wie das gehen könnte und wie das ausgeprägt sein sollte, das weiß ich nicht (Jenner macht da auf seinem Blog einige Ausführungen, z. B. hier hab’ ich aber selber noch nicht verdaut, kann ich nix zu sagen). Jedenfalls ist das ‘mal ‘n Ansatz! Esoterisch? Weiß ich nicht, aber selbst wenn’s so wäre – mit “Schulden sind gar nichts Böses” kommen wir jedenfalls nicht weiter!!
Zugegeben ganz schön tricky führt Jenner aus:
Das hat mich dann auch interessiert … und alles weitere sind einfach nur schlüssige Gedankengänge, die ich nur aus dem Kopf kriege, wenn mir einer genauso schlüssig darlegt, das das alles “esoterischer Unsinn” ist, was Jenner da abliefert.
Also: Ran ihr tapferen Krieger! ;-) Was ist falsch an der Feststellung, dass in 95% der geschichtlichen Menschenzeit bis heute sparen sparen war und seit vierzehnhundertungerade erst wenig und dann
mehr und heute nur noch mit Schulden funktioniert? Und inwiefern kann die oben zitierte Aussage eines Ökonomen dann so unwidersprochen stehen bleiben?
Nachsatz: Bei solchen Gelegenheiten – z. B. dem IV mit Thorsten Hild – sollte Flassbeck anfügen, sinngemäß: “Wachstum nicht in Tonnage oder so …” oder “qualitatives Wachstum ohne Ökonomisierung
aller Lebensbereiche …” oder so! Aber das geht wohl nicht, dann könnte man ja rückfragen: “Wachstum ohne (gewohnte) Rendite (Zinsen)?”
@Mordred
Sry, bin’s noch ‘mal. Pleisweiler-Gespräche, Flassbeck geguggt, erquickliche Zeit, brillante Analysen, schöne Geschichten ;-): Sehr gut bis … ja bis auf Waxxtum!! Er verbrämt das im sechsten Teil etwas,
singem.: “Immer wenn ich Wachstum sage müssen sie denken, er meint ja garnicht Wachstum, er meint Entwicklung!” Äh … ja, genau, und weil er Entwicklung meint, sacht er Waxxtum … und A.M. wiegt
bei dieser Passage den Kopf … alle Verbrämungen nutzen nix: Waxxtum!! Und nach den eintrainierten Verhaltensweisen heißt das: Mehr von dem selben!! Da nützt alle Rhetorik nix, alle Beteuerungen
(Beispiel: Green Economy … gib’s nich, warum? wegen der Economy! Das sind alles verbrämte Zirkel- oder Fehlschlüsse, bin zu müde für Links rauszusuchen, es gibt Millionen davon, Du wirst sicher fündig!)
“Wenn das so weiter geht mit dem Verkehr, wird Paris im Pferdemist ersticken!” nahm man in Paris im 19ten Jh. an. Entwicklung … schön, Vorschlag: Eipätt mit Hosenträger? Nähmaschine mit Kaffemühle?
24 Zoll Felge aus Karbon für 345-er Schluffen? Technologische Lösungen (“Weiterentwicklungen”) lösen keine Probleme, sie verschieben (z. B. in die Allmende) oder erhöhen nur das Problemniveau (z. B. Verpackungen aus Verbundfolien)!
“Die Wahrheit ist, dass dieses Land gesättigt ist mit Plüschtieren, Hörkassetten, Playmobil und Plastikschrott aus Überraschungseiern. Und das gleiche gilt für Kühleschränke (99,3 % aller Haushalte),
Fernsehgeräte (95,9%)* und Autos (75,1%) … (Susanne Gaschke, Die Zeit vom 13. Februar 2003 zitiert in Jenner, Das Pyramidenspiel, S. 109) Okee, Platz für Waxxtum: Überraschungseier für die Dritte Welt!
Gute N8
*[aber nich die, die per Sprache oder Gesten gesteuert werden, nich die mit 3D, nich die mit 627,48 Hz, nich die mit 'nem schönen weißen Rahmen, nich die ohne Rahmen, nich die mit angebautem Hometrainer ... wie abgefahrn issn dess: Laafe uff'm Laafband, Angsd vor Frischlufd, gelle?]
PS.: Iss alles nich bös’ gemeint, iss ernst. ;-) Pax!
Wahrscheinlich versucht man sich ohnehin nur bis zur nächsten Bundestagswahl zu retten.
Dort wird der Wähler dann der CDU einen Freifahrtschein ausstellen, damit diese dann nach dem “plötzlich” darauf folgenden Euro Zusammenbruch den Sozialstaat endgültig einstampfen kann.
Der vielversprechendste Lösungsansatz scheint mir die Einführung von Regionalwährungen (vielleicht auf Ebene der Bundesländer) parallel zum Euro.
Was prophezeit die hiesige Schule als Folge einer solchen Entscheidung?
Welche Maßnahmen müssten Reiche/Vermögende (kurz das “egomanische” Kapital) und deren Mitesser (Banken,Großkonzerne,politisch nahestehende Parteien (vor allem hier in DE die FDP), u.a.) in einer Demokratie ergreifen, wird deren exorbitanten Vermögen (z.B. allein 0,1% besitzen 25% des Voklsvermögens) als einer der Hauptgründe dieser Krise identifiziert?
Die Antwort ist sehr einfach: man müsse die Demokratie abschaffen, denn allein nur diese könnte eine zur Gesundung der Volkswirtschaften führende Umverteilung von oben nach unten (sprich “deutlich “ärmere” Vermögende/Reiche) bewerkstelligen. Dass das Ekel in die Gesichter der pathologisch Gierigen treibt dürfte mit wenig Fantasie jedem bildlich vor Augen sein.
Ich bin zunehmend der Überzeugung, genau das läuft gerade ab. Abschaffen der Demokratie zur Reichstumsrettung. Und das Kapital hat mittlerweile ALLE Möglichkeiten, dies umzusetzen.
Eine Choreografie in die Barberei, inszeniert von extrem wenigen Menschen im Verhältnis zu den Gesamtbevölkerungen
@Jens
Danke für Deine erhellenden Artikel und für Deine Unermühtlicheit für den gesunden Menschenverstand. Ich kann nich besser meckern!
Trotzdem hier ‘ne Frage und ‘ne Anregung:
Frage: Wusstest Du, dass in den Preisen in D im Durchschnitt aktuell ~ 31% Zinsdienst enthalten sind? Konsequenz: Es fließen alleine hierdurch p. a. 134 Mrd. € in die Taschen “unserer” Oligarchen.
Anregung: Gugg doch ‘mal bei Gero Jenner nach. Sein Buch Das Pyramidenspiel ist genauso lesenswert, wie Diens ;-)
In dem verlinkten Artikel Der ungläubige Professor – oder das Ende der Gemütlichkeit (7.11.08 – 10.3.09) passiert mehrererlei: 1. Nicht nur deutsch Ökonomen sind Banane, führende Wissenschaftler nehmen nicht wahr, was sie nicht wahrnehmen wollen! (dess hädd isch eischendlich nedd gedenkd ;-) ) 2. Jeder dritte €uro ist Zinsdienst, ist Transfer von unten nach oben – vollziehe nach und bestätige oder wiederlege! 3. Das System ist in mehrerer Hinsicht restlos am Ende, dieses Beispiel ist ein weiterer Beweis! Keine Chance für “da buchen wir mal, da lassen
wir mal stehen, wenn das das Waxxtum wiederkommt wird alles wieder gut … usw. usf.”
Strikte Finanzkontrollen, Rückzahlung der ergaunerten Billionen an die Völker!!
Hä wieso? Der Prof. Walhter wiederlegt das doch in der Auseinandersetzung sehr gut. Weitere Diskussion unnötig.
@ppp
Hast Du etwas anderes als ich gelesen?
@schwitzig
Befehl: Lies’ dem armen Kerl vor! ;-)
Jenners Blog ist lesenswert, was man drauß macht? (s.o.)
Lieber Vogel,
Danke für Dein Lob … es ist aber einen Hauch (wenn auch nur einen klitzekleinen) vergiftet ;-)
Du weißt doch, was ich von diesem Zinsquark halte.
@Jens
Lieber Jens, Du Knalltüte! Ich habe über “Kontakt” Deine Adresse angefordert, wegen Buch hin und zurück und signieren und so und kleines Beipack und so … nix passiert!
Du hast meine Imehl-Adresse!
Zinsquark … sry da habb’ isch nedd uffgepassd! Hast Du zu den Zinsen, die in den Preisen stecken, schon was gesagt?
Lies nach bei
GoetheJenner ;-)Iiiiieeeek! Das habe ich ja ganz verschlampt! Sry. Meine Adresse steht übrigens auch im Impressum. Schicks nur her, dann mache ich das ;-)
Zu den Zinsen in den Preisen sage ich lieber nix, das wird sonst wieder so eine “Eso-Diskussion” ;-)
Impressum *kopfschüttel* das muss einem ja ‘mal gesagt werden … jezz riech’ ich’s auch …
Post kommt!
Damit wir nicht zu weit vom Thema abdriften
machen wir dann bei nächster Gelegenheit. Mir erscheint das schlüssig, was Jenner in seinem Buch über netto 240 Seiten + 40 Seiten Anhang, fein säuberlich mit BuBa, Destatis und Co. belegt, darlegt.
Soweit ich das überblicke werden seine Rechnungen auch auf anderen (Rechen-)Wegen und von anderen (nicht nur den üblichen Verdächtigen) verifiziert … und dem lieben Prof. Walther fällt, darauf konkret angesprochen, nix darauf ein. Gut, “Eso-Diskussion” hat er nich gesagt :-D – aber das kriegen wir ja ein ander mal, gelle?
@Vogel
Danke fürden Link – sehr interessant. Allerdings erscheinen mir beide Positionen zumindest in Teilaspekten wenig konsistent.
@schwitzig
Schreib den Kollegen doch an, kannst Du ihm dann sagen, was er falsch macht, (nedd schwätze, gell?) der antwortet postwendend!
Einige Kommentatoren driften hier aber mächtig vom Thema ab!!!
wie immer ;-)
Sorry :-)
de nada ;-)
Ich beherrsche mich ja schon und lasse nur eine Zwischenbemerkung fallen (s.o) aber die zweite Zwischenbemerkung sei erlaubt:
Was nützt die ganze Analyse wenn bestritten wird , dass die erlebten Krisen dem System inhärent sind?
Die politischen Entscheidungen in der Vergangenheit haben im Kern Profitstreben von (grossen) wirtschaftlichen Akteuren protegiert und Verzicht von kleinen Einheiten gefordert (Konsumenten,Arbeitskräfte,Mikrounternehmen).
Warum ist dann nicht die Frage gestattet, ob die Förderung des Einzelnen in diesem System nicht prinzipiell unmöglich ist weil der Renditedruck des Gesamtsystems mehrere Grössenordnungen über einer sinnvollen Zielgrösse liegt?
Mit dem Artikel kann ich in der Diagnose absolut mitgehen. Wenn aber diese Kritik nur angebracht wird, um dieses korrupte, menschenfeindliche System weiter am Leben zu halten, sieht die Sache anders aus. Irgendwann müssen sich die Opfer des Systems von der ihnen ein Lebenlang eingebläuten Ideologie doch lösen können, nämlich dass der Kapitalismus die beste aller Welten ist. Irgendwann muss doch mal der Selbsterhaltungstrieb des Menschen in Aktion treten.
Ich kenne einen, der ist ganz unten gewesen mit allem Drum und Dran.
Der schimpft auf alle und ganz besonders auf die Ämter, die ihn, als er abrutschte, im Stich ließen, sodass er ganz absackte. Nun sollte man glauben, er sei allmählich zu Verstand gekommen und habe begriffen, dass es ein Oben und ein Unten gibt und dass er leider zu denen ganz unten gehört. Pustekuchen. Er schimpft, was das Zeug hält, auf die DDR, er begreift nicht, dass er in der DDR nie obdachlos gewesen wäre, dass er eine Arbeit bekommen hätte, dass ihm alle geholfen hätten, wieder auf die Beine zu kommen. Weil: Das ist Kommunismus, und mit Kommunismus hat der Gute nichts am Hut. Kommunismus ist der Buhmann, und der funktioniert auch noch bei dem ärmsten Hund, er nämlich ist “Antikommunist”. Und darüber sollte man mal nachdenken, meine ich.
Ja, erstaunlich mit welcher Vehemenz sich Menschen gegen ihre eigenen Interessen stellen, liegt wohl an der Angst des Armen, wenn er sich erst mal vom Tellerwäscher zum Millionär hochgearbeitet hat, oder im Lotto gewinnt, kommen irgendwelche Linke und nehmen ihm die Milliönchen wieder ab.
BTW: Es gibt sicher keinen Grund den real existierenden Sozialismus über alle Maßen zu verteufeln, so wie es aus politischen Gründen aktuell geschieht. Andererseits, hochleben lassen muss man totalitäre Systeme nun aber auch wiederum nicht.
Genauso isses, der Antikommunismus war nicht nur die Grundtorheit des 20. Jh,
es ist die Grundtorheit des Menschen überhaupt.
Die Herrschaftseite hat ganze Arbeit geleistet.
Dass der Wahnsinn der Euroretterei alternativlos sei, weil die Völker sonst übereinander herfielen, ist ein Standardargument von Schäuble und Co., und ein ziemlich umverschämtes.
na denn ;-)
“Ist es angesichts dieser düsteren Realität nicht besser, die Segel zu streichen, in die innere Emigration zu gehen und sich selbst zu entpolitisieren? Vielleicht ja, schon viele ehemalige Mitstreiter sind in den letzten Jahren diesen Weg gegangen und man kann ihnen daraus sicherlich keinen Vorwurf machen.”
Der Kampf gegen Windmühlen ist nicht Zufall, das raffen von “Medienmacht” hat Tradition und man kann in dem Zusammenhang durchaus von Monopolen sprechen.
Eine Struktur die in den Zeiten des kalten Krieges gewachsen ist? Die Produktion von “Wahrheit” /Kontrolle mit Zielsetzung Machterhalt?
Welchen Standpunkt sollte man denn in einem solch kaputten System einnehmen?
Eine Akzeptanz dieser Scheinrealitäten, sich selbst belügen, sich das Rückgrat brechen lassen um zu überleben? … Akzeptanz einer unmenschlichen “Herrschaft” die nachweislich ins Verderben führt? Sich mit selbiger anlegen? ein “gutes” Leben gibt das so oder so nicht her, deprimierend.
Hoffentlich wird der Aufschlag so hart das folgenden Generationen diese “Herrschaften” erspart bleiben.
Die Hoffnungslosigkeit von Aufklärung, gegen das Geschrei und Getöse des “Apparats”. Wie soll in diesen hysterischen Zeiten besinnliches, sorgfältiges, stringentes und gewissenhaftes Nachdenken/Diskutieren und Handeln eine Chance haben?
Tagtäglich kann man die oberflächliche Gedanken oder auch Identitätslosigkeit … an seinen Mitmenschen beobachten, oft ist ein “Ich” kaum noch unter Schichten von Mode, Anpassung, Nachplappern und Ablenkung zu erkennen (und natürlich jene deren “Position” die eigene Identität verdrängt hat).
Selbstdenkende Wesen? … fällt mir schwer zu glauben/gründlich ab erzogen.
(wird ein Schock wenn das Identitätsstiftende an der PR Krisen bedingt wegfällt)
Profane Beispiele wie das rottenweise Rennradfahren in quietschbunten Plastikklamotten zu Zeiten der Tour de France sind öfters zu sehen.
Der bösartige Ausdruck “Reflexamöbe” passt leider viel zu oft wenn man bedenkt wie leicht viele Menschen zum Repetieren assoziativer positiv ko-Konditionierter Verhaltensweisen/Ideen neigen…
Das Reflektieren über diese Umstände führt, meiner Ansicht nach, zur Disfunktionalität.
Kommunikation und Organisation im Umgang mit diesen existentiellen Problemstellungen fehlt nämlich genau das, das Reflektieren, der rote Faden, die Zusammenhänge, das fängt schon bei dem Zugang zu Informationen an welche die Menschen dazu befähigt.
Meistens sieht man auf dem “Radar” nur Unmengen an Nebelgranaten … selten unterbrochen von Zukunftsweisendem (zB. so Sachen wie BW-Einsatz im Innern) welches erahnen lässt was auf einen zu kommt.
hier wird einem Angst und Bange
Ein Grundproblem liegt meiner Meinung nach im fehlenden Wissen, was Geld eigentlich ist.
Das geht vom einfachen Bürger aus, der beim Anhäufen von Forderungen wie natürlich davon ausgeht, dass er sich im Alter auch was davon kaufen kann und denkt, Geld hätte einen “Wert”.
Das erklärt die Exportfixierung, weil für die breite Masse eine Anhäufung von Geld in Deutschland immer positiv gesehen wird.
Die Masse hat keine Ahnung, wo es herkommt (vom Steuerzahler natürlich, der druckt es im Keller). Und das endet nicht bei der Regierung, die agiert als habe man immer noch einen Goldstandard und eine “harte Währung” wäre erstrebenswert und Inflation etwas grundlegend vermeidenswertes. Es erlaubt dem Staat sich aus der sozialen Verantwortung zu entziehen, denn “Es kann nur das ausgegeben werden, was vorher eingenommen wurde”, u.s.w..
Versucht mal einem normalen Bürger auf der Straße zu erklären, warum Export für ein Land immer schlecht ist (Lieferung von harten Waren gegen Papierschnipsel), Import dagegen gut (Lieferung von Waren gegen das Versprechen irgendwas in Zukunft dafür zu liefern). Es ist hoffnungslos. Es wird nur auf den einzigen Vorteil hingewiesen: die entstehende Arbeit im exportierenden Land. Der Hinweis dass die dabei entstehenden Forderungen nur so viel Wert sind, wie die Waren, welche die anderen im Gegenzug liefern können, sorgt immer für ein Schulterzucken: Aber ich habe doch Arbeit…
Das Imort-Modell ist anscheinend so wenig durchschaubar, dass ganze Volkswirtschaften sich auf Jahrzehnte hinaus von anderen frei beliefern lassen. Hab vor 4 Jahren mal in Neuseeland mit einem Amerikaner ein kurzes Gespräch darüber geführt, er meinte zum Abschluss: “It’s time that America is paying back it’s debt to the world”. Konnte das damals noch nicht so einordnen, würde aber heute sagen: “There’s always hope”.
Ja, man merkt dem „Spiegelfechter“ seine echte Verzweiflung an über den Zustand und das Verhalten der „hohen Politik“ in Deutschland und Europa. Und ja, er hat auch Recht sich, über das Versagen der „kritischen Medien“, die er zu Recht nur noch als „Journaille“ bezeichnet, aufzuregen. Und dass der Begriff „demokratische Opposition“ in dem ganzen Artikel erst gar nicht mehr fällt, sondern nur noch von der „politischen Elite“ – sozusagen als Kastenbegriff – die Rede ist, ist auch mehr als bezeichnend.
Ja, es ist wahr: Die Politik hat versagt!
Aber wie kann das sein?
Sind nicht alle Entscheidungsträger, die uns in diese Krisensituation geführt haben, demokratisch legitimiert gewesen? Und haben sie nicht alle, ohne Ausnahme, für ein Europa des (sozialen) Ausgleichs, des (sozialen) Friedens und des (sozialen) Fortschritts gearbeitet, gestritten und geplant?
Hier – nur als Beispiel – Helmut Kohl – immerhin der einzige (lebende) Ehrenbürger Europas:
Alle unsere demokratisch gewählten Politiker – sie alle wollen doch nur das Wahre, das Gute und das Schöne! Und sie wollen es für uns!
Aber halt – wie war das nochmal mit dem Unterschied zwischen „gutgemeint“ und „gutgemacht“?
Robert Burns schrieb schon im Jahre 1785 in seinem Gedicht „An eine Maus, als man ihr Nest mit dem Pflug zerstört hat“:
Der „Spiegelfechter“ schreibt:
Und in der Tat, wir stehen am Scheideweg.
Es liegen zwei Wege vor uns.
Zum einen der Weg, wie er wohl dem „Spiegelfechter“ vorschwebt: Der Weg über mehr demokratische Einflussnahme, mehr demokratische Planung, über mehr (demokratische) Gesetze, mehr (demokratische) Vorschriften, mehr (demokratische) Erlasse – kurz: der Weg zu mehr (demokratischen) Eingriffen in das freie Handeln der Menschen, zu mehr (demokratischem) Kollektivismus: Der Weg zur (demokratischen) Knechtschaft.
Und – kein Zweifel – das ist auch der Weg, der gegangen werden wird.
Aber es gäbe noch einen zweiten Weg – the road less traveled – den Weg des Klassischen Liberalismus.
Der große Denker des Klassischen Liberalismus, Herbert Spencer schrieb schon 1884 in seiner Schrift „The Great Political Superstition“ – „Der große politische Aberglaube“:
Wir stehen am Scheideweg.
Dieser Co-Artikel ist gut, ja sehr gut.
Nur der letzte Satz
stimmt m.M. nach nicht. Wir sind auf einen Weg, der 90% der Bürger ins Unglück stürzt und um die Früchte ihrer Lebens-Arbeit beraubt. Ursachen? Vielfältig.
Manchmal weiß ich echt nicht wie ich das lesen soll …. aber…
“Alle unsere demokratisch gewählten Politiker – sie alle wollen doch nur das Wahre, das Gute und das Schöne! Und sie wollen es für uns!”
Das ist eine Scheinrealität, eine gefährliche.
Unsere Herrn und Damen Politiker (und andere) hätten wohl gerne das man ihnen das Abnimmt. Wenn man “Und sie wollen es für uns!” durch “wollen es für sich!” ersetzt kommt das der Sache schon näher.
Ein “Uns” existiert für die “Elite” nicht, das belegt diese immer wieder aufs neue.
Schon dieser Ungeist aus Egozentrischem und dem Fehlen des Gemeinsamen spiegelt sich doch in der Art des Agierens, der Beliebigkeit der Kommunikation und der Themen, dem Unvermögen im Ganzen, im Systemischen zu denken, zu fügen und zu handeln.
Fängt bei Korruption an (Spendenaffären, Aufsichtsratposten, Jobs für danach) und geht beliebig weiter (wie Wikileaks zB. mit Stratfor etc. gezeigt hat) und einer “Elitären” Vernetzung die weit über das hinaus geht was man so vermuten würde (zB. Schröder (nicht nur der), Gasprom, Staat, Oligarchen, Mafia etc. …. international).
Ein sehr weit verzweigtes und sehr mächtiges “Netz”.
Wenn man das im Hinterkopf hat ist ein Glaube an “die Politik” naiv.
@Am_Rande
Statt
möchtest Du einen(?) Liberalismus in den Stand setzen:
Ich glaube eher, dass der zweite Teil Deiner Ausführungen nur dazu gedacht sind, die Verunglimpfungen “mehr…” als solche zu bemänteln und Dir einen wohlklingend Umhang umzuhängen.
Wenn ich dieses “mehr (Demokratie)” – so wie Du das hier zelebrierst – für mich übersetze kommt Anarchie dabei raus, alternativ liberal verbrämter Sozialdarwinismus!
@ Vogel
Sehr verehrter „Vogel“,
wenn Sie schreiben:
zeigt mir das – leider – nur, dass Sie – wie unsere allermeisten Zeitgenossen – dem „großen politische Aberglaube der Gegenwart, dem Glaube an das göttliche Recht der Parlamente“ verfallen sind. Dieser Aberglaube ist – für mich – der Glaube an die Chimäre der „Einheit von Staat und Gesellschaft“ in einer Demokratie; wenn „wir“ „uns“ „unsere“ Politiker wählen, und „unsere“ Politiker dann Gesetze für „uns“ und in „unserem“ Namen machen, dann kann das doch nur bedeuten, dass „wir“ „unsere“ Angelegenheiten „selbst“ in die Hand genommen haben.
Aber so ist es nicht. Staat und Gesellschaft sind fundamental verschiedene Dinge.
Der Staat ist also ein Gewalt- und Unterdrückungsapparat.
Man sieht, die Gesellschaft bedarf des Staates nicht, oder – besser gesagt – sie bedarf seiner nur dort nur, wo – sagen wir – „die Vernunft nicht in alle Teile der Gesellschaft hinreicht“:
Und genau deswegen will der Klassische Liberalismus den seit Äonen von etatistischer Seite (erfolgreich) verleumdeten „Nachtwächterstaat“: Der Klassische Liberalismus will den Einfluß von nicht notwendiger Gewalt auf die Gesellschaft minimieren. Der Klassische Liberalismus glaubt an die Zivilgesellschaft.
Aber alles, was es braucht, damit der „alt böse Feind“, der Macht- und Gewaltstaat, sein Haupt wieder erheben kann, nun in der Gestalt der „demokratischen Knechtschaft“, ist die (erfolgreiche) Staats-Propaganda, dass die Gesellschaft nicht fähig wäre friedlich ohne Staatsintervention zu existieren; das jenseits von Vater Staat sofort Chaos und Anarchie lauern:
@Herr Am_Rande
Glücklich sind die arm an Geist – denn Sie kennen Kant, Mieses & Co. Und das reicht dann ja auch, gell?
(Kant und Mieses, schöne Kombi)
@ Vogel
Auf die Idee, den Umstand, dass jemand Kant gelesen und verstanden hat, als Ausweis seiner geistigen Armut zu bezeichnen, muss man erst einmal kommen. Chapeau!
Aber zur Sache: Vielleicht ist es doch kein Zufall, dass Kant und Mises sich so gut zu ergänzen scheinen…
@Am_Rande
Du liest Kant, während andere lieber selbst denken.
Was man allerdings in Deutschland nicht versteht: Die Aufwertung der DM hat auch den Grund, weil in dieser aufgewerteten Währung die Werte stecken, für die die Menschen hier gearbeitet haben und keine Gegenleistung erhalten haben. Weil man nämlich mit der aufgewerteten Währung mehr an Waren/ Dienstleistungen in den Ländern kaufen konnte, in die man vorher Überschüsse geliefert hatte.
Und bevor ich belehrt werde, ja, ich weiß, in der aktuellen Situation würde es eine überschiessende Reaktion der Märkte geben.
Die Eurokrise sollte man sehen als Teil einer übergeordneten Weltwirtschtskrise, ähnlich der Krise 1929 flg. , vielleicht sogar schlimmer.
Da es den meisten Leuten in Deutschland noch relativ gut geht, wird dies ausgeblendet, so war das leider immer. Die sog “Eliten”, also die herrschende Klasse, hat die Krise nur teilweise wahrgenommen und ist angesichts des Ausmaßes der Krise ebenso ratlos. Ich glaube nicht, dass die Herrschenden eine bewußte Strategie wie z.B. die “Schockstrategie” verfolgt, sondern einfach mit ihren Latein am Ende ist. Das “System Merkel” ist ein weiterer Faktor aus der Sicht der Eliten angemessene Antworten auf die Krise zu finden.
Die herrschende Klasse ist also ratlos und die unteren Klassen von Lohnabhängigen und Prekariern sind zum Widerstand unfähig – eine verfahrene, aussichtslose Situation.
Neulich sprach ein amerikanischer Trotzkist im Gespräch mit der Wagenknecht von einer “vorrevolutionären Situation”. Ich wünschte er hätte recht, doch das Volk läßt noch alles mit sich machen….und der Ausweg nach rechts wird vorbereitet. Wohin soll ich auswandern????
Die ganze Situation ist zum Verzweifeln. Das geht mir ähnlich.
Dennoch empfinde ich Deine Analyse, Jens, zu sehr getrieben von Emotionen statt von Fakten und Schlussfolgerungen.
Wir werden nicht in einigen Jahren in einem Europa mit verfeindeten Nationalstaaten aufwachen. Das ist Panikmache in meinen Augen. Für so ein Szenario sind wir, die Bürger Europas, schon viel zu sehr zusammengewachsen. Ich selbst pflege Freundschaften mit Franzosen, Niederländern, Griechen und Briten. Und so tun es viele junge und ältere Deutsche ebenso. Hier malst Du viel zu schwarz. Das ist nicht realistisch.
Du zeigst mit dem Finger zu Recht auf bestimmte Gruppen, auf unsere “Eliten”, die es aber längst nicht mehr sind. ABER:
Worauf Du gar nicht eingehst ist unser aller Versagen! Ein, wie ich finde, wesentlicher Punkt. Denn WIR wählen DIESE Politiker, WIR lesen bestimmte Zeitungen (die BILD ist immerhin die meistverkaufte z.B.), WIR sind nicht bereit, z.B. bei den Öffentlich-Rechtlichen höhere Gebühren und Zeitungen angemessene Preise zu zahlen, damit Journalisten auch gemäß ihrer Leistung honoriert werden, WIR glotzen Verdummungsfernsehen ala RTL, WIR gieren nach hohen Anlagerenditen (ohne zu fragen, wo die Gelder eigentlich herkommen), WIR fanden bis vor kurzem noch, dass Geiz geil ist, die MEISTEN interessieren sich überhaupt nicht für wirtschaftliche Zusammenhänge und wissen auch fast nichts darüber (was das eigene Nachdenken enorm erschwert) …
Ich könnte das fortsetzen.
Ich arbeite seit 15 Jahren als Wirtschaftsjournalistin, und wieviel UNWISSEN und DESINTERESSE an wirtschaftlichen Zusammenhängen mir in dieser Zeit begegnet ist, hat mich oft ratlos zurückgelassen — und ich habe meine Arbeit selbst oft in Frage gestellt.
Hier könnten wir alle anfangen: MEHR Bildung über wirtschaftliche Zusammenhänge, MEHR Interesse daran, MEHR bürgerliches Aufbegehren. Und nicht immer mit dem Finger auf andere zeigen. Das lenkt ab von der Reflektion des eigenen Tuns.
In diesem Sinne: es liegt an UNS, was aus dieser Krise wird. Und was sie aus Europa macht.
@Dani Parthum
kann ich sehr gut nachvollziehen. Ich habe letztes Jahr in der Reha einen Ex-Journalisten kennengelernt. Er hat mich gefragt: “Was meinst Du, warum ich Journalist geworden bin?” “Weil Du die Welt verbessern wolltest!” “Genau! Und als ich gemerkt habe: Das geht nicht, hab’ ich in den Sack gehauen und bin zur Gewerkschaft gegangen. Was meinst Du warum?” “Weil Du die Welt verbessern wolltets!” “Genau! Und jetzt bin ich hier in der Reha …!”
Ich muss Dich aber trotzdem fragen: Wie willst Du es anstellen, dass die überwiegende Mehrheit der Menschen in D (und €U) sich höher bilden und politisch interessieren?
Liebe Dani,
grundsätzlich gebe ich Dir ja auch Recht. Dieser kleine Aufsatz ist ein Essay und keine Analyse. Ich schreibe ja nun Woche für Woche eher trockene Analysen, die ja eben darauf abzielen, mehr Bildung für wirtschaftliche Zusammenhänge zu vermitteln. Leider prallt das alles aber nicht “nur” an denen, die entscheiden, sondern auch an denen, die die Entscheider wählen ab. Was meinst Du, wie viele Mails ich bekommen, deren Grundton ist: Scheiß doch auf dieses Europa, lass es doch lieber heute als morgen krachen, dann kriegen wir halt die Mark zurück und alles wird gut. Gegen dieses Fehlurteil ist die von mir beschriebene Dystopie auch gerichtet. Klar, so was kann nicht rein faktenbasiert sein, den wer von uns – und damit meine ich jetzt mal die Wirtschaftsjournalisten – kann schon ernsthaft behaupten, er könne voraussagen, was bei einem Zusammenbruch des Euro passiert? Da gibt es so unendlich viele Parameter, Wechselwirkungen und Eventualitäten, dass sich ein solches Szenario gar nicht seriös beschreiben lassen kann. Da tappen wir alle im Dunkeln und ich habe mal ein düsteres Eventualszenario an die Wand gemalt. Wenn Du schreibst, dass ein Europa der “verfeindeten” Nationalstaaten unrealistisch wäre, wundert mich das doch ein wenig. Erst einmal – ich habe das Wort “verfeindet” nicht benutzt, sondern von “sich gegenseitig befeinden” geschrieben. Und das ist m.E. keineswegs unrealistisch, vor allem dann, wenn es “uns” wirklich sehr viel schlechter gehen sollte.
Ich verstehe gar nicht, wie man zu einem anderen Urteil kommen kann. Der Irrglaube, man sei ja “heutzutage” (wie ich diesen geschichtsvergessenen bullshit hasse, kommt gleich nach, “Bildung ist unsere Rettung”) so vernetzt, da sei man doch immun…. scheint völlig unausrottbar, trotz seiner nachweislichen Idiotie.
Vor den ersten Weltkrieg war man ähnlich vernetzt, on top sogar noch an den entscheidenden Stellen dick miteinander verwandt und es wurde genau so argumentiert….
Der Mensch möchte nicht lernen, er möchte aber trotzdem dringend die geilste Generation von allen sein, jede Generation aufs Neue. Und dabei trägt auch die nächste Generation nur die alten Klamotten von Opa auf.
Das System wird nicht untergehen, im Gegensatz zum Sozialismus wird sich der Kapitalismus nicht durch Montagsdemonstrationen überwinden lassen und die Panzer bleiben auch nicht in den Kasernen, sollte es zu Aufständen kommen, darauf kann man seinen Arsch verwetten.
Einzige Hoffnung darauf, dass wir hier nicht wieder völlig abdrehen, ist die Bombe die der Erbfeind hat, wir aber nicht, blblblblbl.
“Wir werden nicht in einigen Jahren in einem Europa mit verfeindeten Nationalstaaten aufwachen. ”
Dein Wort in Gottes Ohren.Wenn man zurück blickt ist jedenfalls die Gefahr sehr groß das es doch so kommen könnte.Weimar und auch Jugoslawien,welches damals den Hyperinflationsrekord eingestellt hatte sind nur Extrembeispiele.
Das worst case szenario ist noch nicht eingetreten aber Frag jetzt schon mal die Griechen,die Spanier oder die Portugiesen was sie von Deutschland halten,das werden sicher keine Lobeshymnen.Genauso anders herum.Schon jetzt wurde viel Porzellan zerschlagen.
die Frage ist, ob der jugoslawische Bürgerkrieg eher als Mahnung pro oder anti Europa zu nehmen ist…
wie du mit dem griechischen Beispiel schon sagst – aktuell ist es gerade diese EU, die einen Keil zwischen die Völker* treibt.
Wenn’s so weitergeht wie jetzt, verhindern wir vllt einen “klassischen” Krieg – dafür wird ein Bürgerkrieg in nächster Zukunft immer realistischer. Griechenland dient ja geradezu als praktisches Experiment, wie weit man gehn kann, bis der Kesssel endgültig platzt.
Wo Jugoslawien noch keine 20 Jahre her ist, müssten gerade wir Europäer eigtl am besten wissen, daß eine gemeinsame Währung, anders als von Merkel immer propagiert, eben kein Friedensgarant ist.
*) trotz aller Integration- und Einigungs-Kampagnen eben doch noch ein ausschlaggebender Faktor, der es schon allein wg gemeinsamer Sprache die nächsten Generationen auch bleiben wird.
Grenzübergreifende Verbindungen und Völkerfreundschaft schlagen sich eben weder in Statistiken und schon gar nicht im BIP nieder, da können die Think Tanks tausendmal beteuern, daß Europa “kein ökonomisches Projekt” ist.
Die Zukunft wurde in dem Augenblick verspielt als die Knebelverträge zur Einführung des Euro gegen Wunsch und Willen der Mehrheit der Deutschen unterschrieben wurde!
Katerstimmung! Und das zurecht.
Der “Ungehörter Weckruf” ist doch schon längst gehört . Der Ruf nach noch mehr Schulden, nach noch mehr billigem Geld, nach noch mehr Zentralismus, nach noch mehr Planwirtschaft, nach noch mehr Staats- und Bankensozialismus stösst immer mehr auf den Wiederstand der Bevölkerung, besonders bei den bürgerlichen.
Die einfache Formel der “progressiven Geister” wie besonders von Krugman ist immer die selbe: Macht Schulden. Wir haben kein Geld? Druckt es! Die deutschen Fundamentalkeynsianer patschen begeistert in die Hände und zeigen auf USA und Japan und meinen es wären Vorbilder. Dort klappte es doch, so meinen sie.
Vorbilder aber für was?
In den USA haben sich die Bilanzsummen der grössten Banken nach der Krise von 2008 vergrössert. Die Anzahl von Menschen in den USA die auf Lebensmittelmarken angewiesen sind liegt ist dagegegn angestiegen und liegt jetzt knapp bei 45 Millionen! Das ganze neu gedrucke Geld ist zu den Banken geflossen. Danke FED, danke Ben Shalom Bernanke. Die USA sollten kein Vorbild, es muss ein warnendes sein.
Was ist mit Japan? Auch hier, für Keynsianer der Referenzstaat Nr.1. Seit über 20 Jahre im Dauersichtum und einem Verschuldungsgrad von 235%. Dabei kann Japan diese Verschuldung nur deswegen tragen weil es noch Exportüberschüsse hat und die Japaner eine hohe Sparqoute haben. Schaut man aber etwas genauer hin, sieht man dass Japan eine tickenden Zeitbombe ist. Den 60% des Staatsbudgets gehen für den Zinsdienst drauf, und das bei einem durschnitlichen Schuldzins von 0,76%! Bei Zinsen von knapp über 1% steht Japan vor einem Staatsbankrott! Vollgesogen mit Schulden. Ein tolles Vorbild.
Die Option mehr Schulden machen zu wollen um die Krise zu bewältigen, stösst immer mehr auf Ablehnung. Denn wie soll es den möglich sein, ein Schuldenproblem mit nochmehr Schulden bekämpfen zu können. Das scheint auch dem SF langsam zu dämmern, dass das Propagieren einer erweiterten Schuldenpolitik nicht mehr überzeugen kann. Da haben auch die unzähligen Artikel nichts genützt, wo Schulden als irrelevant und die ewig rotierende Notenpresse als Deus Ex Machina angepriesen wird. Dabei genügt ein Blick in die Geschichtsbücher das ganau diese Lösungen in die Katastrophe führen.
Aber der SF sollte nicht zu früh aufgeben. Da lauert noch der ESM, quasi der letzte Joker der Schuldsozialisten.
Wer ist nun Schuld wenn alles schief geht? Auch dafür weis der SF die Antwort. Es sind die “Deutschen” bzw die Merkel. Hier wird also schon an einer Legendenbildung gestrickt, bessergesagt an einer linkskeynsianischen Dolchlegende. Ich finde das unanständig, da es ja nicht nur die “Deutschen” sind, sondern auch die Finnen,Slowaken, Holländer und die Baltischen Staaten die gegen einen Schuldensozialismus sind. Nicht zu vergessen die vielen europäische Bürgerlichen.
Ja, die Schmerzen die auf uns zukommen werden gross sein. Ihnen kann nicht ausgewichen werden. Der Schuldenjunkie Europa wird in die Entziehungskur gehen müssen. Die süsse Schuldenspritze muss weggeschlossen werden. Die schlechten Schulden müsse aus dem Wirtschaftsblutkreislauf entfernt und nicht von jemand Anderem verbürgt werden. Das heisst insbesonder Bankenpleiten zulassen und nicht verhindern. Auch wenn es die Fiananzmafiosis und Schuldensozialisten nicht haben möchten. Erst wenn die schlechten Kredite verschwunden sind ensteht wieder Vertrauen. Und dann, und nur dann kann Europa wieder prosperieren. Der Schrecken muss ein Ende haben.
Sehr befremdlich, dass Aufrufe zu Hunger und Elend, sowie rechte Hetze als Meinung stehen bleiben darf, die passende Antwort aber gelöscht wird. Nicht alles was sich in süße Worte kleidet, ist diskutabel, auch hier nicht.
@ola
Manchmal ist die beste Antwort tatsächlich keine Antwort. Diese skurrilen Irren aus der Neolibsekte konnten unter anderem deswegen so groß werden, weil sie jemand – sogar Mathematiker, was kaum zu glaube ist – ernst genommen hat, der von Leuten mit gesunden Menschenverstand nicht als soziopathischer Irrer wahrgenommen wird.
Was für ein brunzdummes Gefasel. Manchen Marktspinnern ist einfach nicht mehr zu helfen. Ich werde deshalb auch sparsam bleiben und mir ersparen, den marktreligiösen Schwachsinn en detail zu zerpflücken.
a^2
@Sergio
Richtig, die Schulden müssen reduziert werden und das GG ist zu ändern:
1. Der Steuersatz muss bis auf 75% für Einkommen über 2 Mill. € angehoben werden.
2. Alle Deutschen müssen in die gesetzlichen Sozialsysteme einzahlen.
3. Wer über 1 Mill. € Schwarzgeld bunkert, muss mit einer Gefängnisstrafe ohne Bewährung belegt werden.
4. Wer über 5 Mill.€ Schwarzgeld bunkert, verliert zusätzlich sein Recht zu wählen oder gewählt zu werden (ach….., geht nicht – zu viele neoliberale Wähler wären betroffen…….).
5. Das Steuergeheimnis in der Schweiz muss beendet werden – mindestens so, wie es die Amerikaner vorgemacht haben.
6. Die Korruption von Abgeordneten muss verboten und bestraft werden.
7………………..
60………………
Sergio, fange an zu denken, bevor Du Deinen neoliberalen Blödsinn von Dir gibst.
Du bist hier nicht bei der BILD-Zeitung, sondern beim SF.
@R-Winter
Der erste Teil des Satzes iss richtig, der zweite Teil leider falsch … oder hab’ ich verpasst, dass die Amis Deleware zu machen und gegen Luxemburg, Isle of Man, Jersey & Gurnsey, Cayman, Singapur u. u. u. vorgehen?
Den Amis geht’s nur um den Phynanzplatz Wall Street, da stört v. a. die Schweiz – deren organisiert-kriminelles Geschäftsmodell natürlich geschlossen gehört – und alle anderen ebenfalls. Das geht relativ einfach: Das Wohnsitzprinzip anwenden.
@Winter,
interessanter “60 Punkte Plan”. Schauen wir uns die einzelnen Punkte doch nochmal an:
zu (1): Soll wohl eine nette Geste sein. Man hätte ja auch 100% nehmen können, nicht wahr?
zu (2): Wenn Sie es nicht tun wollen, kommen dann Leute mit schwarzen Ledermänteln?
zu (3) und (4): Warum nicht noch vorher ein Gesinnungstest machen? Wer “Neoliberal” ist, sollten alle Bürgerrechte entzogen werden. Als nächste Stufe sollte vielleicht geprüft werden, den “Neoliberalen”, die Reproduktion zu verbieten. Das kann aber von Parteitag zu Parteitag neu erörtert werden.
zu (5): Auf jeden Fall. Notfalls schicken wir 2 oder 3 deutsche Kavalleriedivisionen in die Länder. Genosse Steinbrück hatte da einen ähnlichen Plan. Vielleicht schauen wir mal in seine Schublade.
zu (6): Ist es nicht viellecht sinnvoll wieder die Todesstrafe einzuführen? Oder besser 10 Jahre Haft ohne Briefwechsel? Wir wollen ja unseren menschlichem Antlitz nicht verlieren.
Ich schlage auch folgende Grundgesetzartikel Änderungen vor. Als Vorlage können wir die Gesetzestexte der ehamligen Deutschen Demokratische Republik nehmen. Ich denke das wäre in Ihrem Sinne:
Wir sollten vielleicht prüfen anstaat “Bundesrepublik Deutschland” den Begriff “Europarepublik Deutschland” zu nehmen, damit auch jedem klar wird dass am Deutschem Geldwesen Europa genesen soll.
Schönes Wochenende
zu 1
Wenn es Systemrelevant ist alternativlos 200%
Anders rum gibt es ja auch keine Skrupel.
zu 2
Schwarze Mäntel? … Lumpen tuns auch, die Typen kommen in die Suppe.
zu 3/4
Was ist das für eine Geisteshaltung? Die Gesinnung ist unantastbar und rechtfertigt deshalb Verbrechen?
Um auf längst vergangene aber unvergessene Rhetorik aufmerksam zu machen… was ist zu tun mit Schädlingen und Parasiten?
Sie wollen da unbedingt hin, nicht?
zu 5
Wer “Unser” System destabilisiert, trägt die Folgen.
Kriminelle Banken werden vom Finanzmarkt entfernt und liquidiert. Aktionen am Markt im Zusammenhang mit Nationen können auch als Feindlicher Akt verstanden werden, mit entsprechenden Folgen.
zu 6
Verräter werden an die Wand gestellt, ihr Vermögen eingezogen.
Wer damit ein Problem hat ist an dieser Stelle falsch.
Sie haben Lust auf alte Zeiten? Man hat den Eindruck, es ist jedenfalls nicht zu erkennen wie sie dieser Entwicklung entgegentreten wollen.
Machen sie sich auf etwas gefasst.
sergio schriep dazu,
“zu (5): Auf jeden Fall. Notfalls schicken wir 2 oder 3 deutsche Kavalleriedivisionen in die Länder.
Schon längst geschehen, wo waren sie nur die letzten Jahre?
“zu (6): Ist es nicht viellecht sinnvoll wieder die Todesstrafe einzuführen?
Schon längst geschehen, wo waren sie nur die letzten Jahre?
“Ich schlage auch folgende Grundgesetzartikel Änderungen vor.”
Schon längst …
Denke mit viel Optimismus der mir zu eigen, ist das alles der Wendepunkt der europäischen Politik, ein weiter so wird mE immer Unwahrscheinlicher und evt. kommen die jetzt mit einem Köder, aber selbst bei so viel krimineller Energie die uns bis hier hin gebracht hat, werden die publizierenden Medien das nicht weiter befeuern, in der Kunst wurde der Ausdruck geprägt, “der Geschmack der sich selbst hasst” und da keine Ideologien dahinter stehen, zum Glück, ist das der Punkt an dem ein Umkehren möglich wird.
“Um auf längst vergangene aber unvergessene Rhetorik aufmerksam zu machen… was ist zu tun mit Schädlingen und Parasiten?”
Bundessuperminister Clement benutzte diese Worte um die Agenda 2010 durch zu drücken.
Lust auf alte Zeiten hat sergio bestimmt nicht, denke das war zyronisch gemeint?
Mir ist nicht verständlich, warum JB einen Sergio in seinem Blog die Basis für seine “extremen” Ausführungen in Artikellänge bietet. Diese Hetze ist m.M. nach unakzeptabel.
Meine Ansichten sind weder extrem noch hetze ich gegen irgendjemanden. Sie übertreiben doch etwas. Das liegt aber wohl daran dass wir bestimmte Sachen doch sehr unterschiedlich wahrnehmen und deuten. Wenn ich Sie aber irgendwie beleidigt haben sollte, dann tut mit das leid.
Japan ist ein tolles Beispiel. Der Staat ist bei seiner eigenen Bevölkerung verschuldet – erstmal ist es das beste Beispiel, dass Staatsschulden rein gar nichts mit der Frage zu tun haben, ob man über seine Verhältnisse lebt, denn wenn Japan ständig Überschüsse hat, leben die drunter. ;-)
Und dann zeigt es auch, wie einfach die Lösung ist: Die müßten nämlich umverteilen, der Staat müßte die Sparguthaben der Bevölkerung besteuern. Wenn der Staat nämlich auch noch anfangen würde, zu Sparen, bricht alles ein. Laut der herkömmlichen Theorie dürften die nach dem Tsunamie gar nichts wieder aufbauen – das bedeutet ja noch mehr böse Schulden.
Hallo Spiegelfechter,
hab neulich einen interessanten Artikel im ZNet gelesen (es gibt leider keine dt. Übersetzung) wo der Autor prophezeit, dass es dem Euro lange geben wird, weil es sehr nützlich ist um den Wohlfahrtstaat abzuschaffen
The Euro is Not in Trouble; the People Are
By Vincent Navarro
http://www.zcommunications.org/the-euro-is-not-in-trouble-the-people-are-by-vincent-navarro
“…The Euro and its system of governance are working beautifully for those who have the major voice within the Eurozone today. The ECB is instructing the governments of its monetary zone to dismantle Social Europe and they are doing it (…) It is because of this that the Euro is going to be around for a long, long time…”
hier noch was: “…Peter Bofinger, economic advisor to the German government, put it quite clearly: “This assistance is not to these countries in trouble (like Spain) but rather to our own banks who owe a lot of private debt in those countries.” (Chatterjee Pratap, “Bailing out Germany: The Story Behind the European Financial Costs” [28/05/42]). It could not have been said better.
If the European authorities had wanted to help Spain, they should have lent that money at very low interest to the Spanish public credit agencies (such as ICO, Official Institute of Credit), resolving the enormous problem of lack of credit in Spain. This alternative was, of course, never considered…”
Na ja, es geht momentan (noch) nicht darum ob die ganze EWG auseinander bricht sondern ob nicht wenigstens Griechenland ausgeschlossen wird, das mit einem Defizit von 6-7% und einem Zinsatz in derselben Höhe,trotz jährlichen Sparanstrengungenen von 10% der Wirtschaftsleistung,sein Schuldenstand weiter ansteigt.
Was spricht gegen einen Austritt des kleinen Griechenlands was von vielen hierzulande (60%) gefordert wird?
@xerxes
“Ich möchte, dass Griechenland im Euro-Raum bleibt.”
Das war der Todeskuss der Patin.
Man hätte es bei der EWG belassen sollen…
Es würde genügen, wenn unsere Staatslenker diesen Unterschied machen würden.
Wie soll das gehen, solange sie den Staatshaushalt als ihren Privathaushalt ansehen, bzw. ihren politischen Gegnern diese Sichtweise unterschieben?
@HF
Ich denke, die wissen das genau. Ich halte nichts von der weit verbreiteten These, dass unsere Politiker einfach nur immer wieder und zwar immer zufällig ganz genau an den richtigen Stellen, die einem kleinen Personenkreis nutzen, strunzdumm sind.
Das sind überwiegend sehr intelligente Leute, die wie bestellt liefern. Korruption gibt es in Deutschland nicht – hier ist das “Lieferfähigkeit”.
Ich gebe Dir ungern recht ;-) aber zumindest bei CSU und FDP spricht einiges dafür:
http://www.tagesschau.de/wirtschaft/samaras150.html
Die einen wollen die Griechen rausdrängen, die anderen nur deshalb nicht, weil es nicht “preiswert” (!) sei.
Allerdings spielt hier auch ideologische Verbohrtheit eine Rolle, die von Dummheit nicht leicht zu unterscheiden ist.
Mir kommt bei der ganzen Diskussion zu kurz, dass die Eurokrise eine Folge der weltweiten Finanzkrise ist, vergleichbar der Systemkrise des Kapitalismus 1929, die “kriesgskeynesianisch” gelößt wurde.
Die Eurokrise ist Teil der Systemkrise des globalisierten Kapitalismus und vielleicht hilft der Keynesianismus (ich selbst halte mich für eine gute Keynesianerin) – den viele Linke nicht richtig verstanden haben – dass es hier und heute den Leuten nicht so schlecht geht (also Krisenmanagement).
Ohne die weltweite Finanzkrise gäbe es die Eurokrise nicht, denn die hohen Staatsschulden sind Folge der Bankenrettung.
Vereinfchen wir die Sache: der Kapitalismus ist in einer tiefen Systemkrise. Teilweise sind die Eliten mit ihrem Latein am Ende. Nur – und das ist das eigentliche Problem – es gibt keine machtvolle Gegenbewegung und deshalb droht Chaos.
@Bella
Das ist der Dreh- und Angelpunkt. Nur diese Erkenntnis hat sich doch noch gar nicht eingestellt. Sowohl bei den Neoliberalen als auch bei den Keynesianern herrscht nämlich Einigkeit darüber, dass dieses System eigentlich in Ordnung ist – man müsste es doch nur besser betreiben.
Besonders widerlich: Die Keynesianer biedern sich dann noch den Herrschenden an.
Letzteres wäre schon fast lächerlich, wenn es nicht so traurig wäre.
Man muß sich das mal vergegenwärtigen: Einige Linke betteln bei den Herrschenden (denen es blendend geht) um eine “bessere Politik”. Aber was würde diese Art der “besseren Politik” denn bedeuten?
Weniger Geld für die Kapitalisten und mehr für die Arbeitnehmer. Weshalb sollte ein Kapitalist so etwas wollen? So ein Kapitalist wäre ja reif für die Irrenanstalt. Die Macht der Kapitalisten entsteht gerade dadurch, dass der große Teil der Bevölkerung eben nicht existentiell abgesichert und damit der Willkür des Kapitalisten ausgeliefert ist.
Mit solchen idiotischen Vorstellungen und Beratungsversuchen der Keynesianer verhindert man natürlich jeglichen Erkenntnisgewinn. Dabei haben doch die letzten Jahre ziemlich deutlich gezeigt, dass die Marktwirtschaft im Kern gescheitert ist. Und das immerhin auf ihren größten Märkten. Ich rede von den Finanzmärkten (insbesondere beispielsweise vom Geldmarkt und von den Anleihemärkten) und erwähne hier deshalb zwei Beispiele dazu:
1) Der Interbankenmarkt wird nur noch durch staatliche Eingriffe am Leben gehalten.
2) Der Anleihemarkt (gehandelte Staatsanleihen unserer Krisenstaaten USA, Spanien, Griechenland etc.) befindet sich auf demselben Weg.
Man ist gefangen im religiösen Fanatismus – im Glauben an die Marktwirtschaft.
Und deshalb gibt es auch “keine machtvolle Gegenbewegung”.
Menschenopfer spielen in diesem Zusammenhang eine untergeordnete Rolle und werden bestenfalls noch als etwas besonders Unterhaltsames angesehen, sofern soetwas überhaupt noch Aufmerksamkeit erregt. (siehe hierzu auch die Darstellungen der Neolibs hier im Blog).
@ shit of the masses
Ich glaube dass es für Aufklärung über die religiöse Ideologie de Marktes und den übrigen ideologischen Scheiß der Kapitalismusgläubigen schon zu spät ist. Dieses System befindet sich vielleicht schon in seiner finalen Krise, doch die meistewn hierzulande haben das noch nicht bemerkt und bitten untertänig die Herrschen, doch bitte eine vernünftige Politik zu machen.
Die wichtigste Frage ist, wann es endlich auch in Deutschland zur Rebellion kommt, so wie bereits in Griechenland und Spanien. Wir man die Leute endlich in Gewegung bringt, das ist jetzt die zentrale Frage und da kann man leider nicht auf die zugegebenermasen dummen Massen scheißen..???
Verzeihen Sie bitte wenn ich mich kurz zu Wort melde und eventuell an den Fundamenten ihres keynsianischen Glaubens rüttele. Aber die Krise von 1929 ist nicht eine Systemkrise des Kapitalismus gewesen, sondern ein Symptom der Politik der US Zentralbank.
Wenn Sie die Analyse der “Austrians” interessiert dann scheuen Sie sich doch bitte das folgende Video von Prof. Sennholz an.
Am lustigsten finde ich seine These, der Konjunktureinbruch von 1937 wäre auf den Versuch von Roosevelt, den Obersten Gerichtshof unter seine Kontrolle zu bringen, gefolgt.
Der Prof. Sennholz scheint übrigens seine Vorlesungen mit einem gehörigen Alkoholpegel zu halten, wie man hier sehen kann. Der lallt ja stellenweise und hält sich knapp mit einem Ellbogen an seinem Pult aufrecht.
Die Weltwirtschaftskrise wurde tatsächlich von den Notenbanken iszeniert. Es ging um die Senkung der Preise. Keynes wollte das in den 20er Jahren verhindern, die Belege und Zitate finden sich auf meiner Homepage. Das wird selbstverständlich von VWL und Historikern bis heute geleugnet:
” If we seek an explanation of the unparalleled severity of the depression, we shall find it primarily in the fact, that the credit restriction of 1928-29 was imposed at a time when there was no inflation to be corrected. Equally drastic credit restrictions had been imposed on the world on various occasions in the past, but only at times when credit expansion had been gaining impetus for years, and was threatening to get out of hand, as in 1906-7, in 1872-73, in 1856-57, and, most conspicuously of all, in 1920. In 1929 there was no inflation. Industrial activity hat attained a maximum in the United States, but prices had not been rising, and had indeed fallen substantially since 1925. Profits were high, and the resulting sensational rise in prices of stocks and shares had induced a fear of inflation, and supplied the pretext for the credit restriction. But inflation can only take effect in the commodity markets. A rise in prices of stocks and shares does nothing in itself to cause an excessive demand for commodities.”
Ralph G. Hawtrey, »Trade Depression«, S. 34f.
Das mit dem lallen haben ich garnicht so wahrgenommen. Aber wenn man sich seine übrigen Videos anschaut sieht man doch das er so spricht wie er spricht.
Die Behauptung von Keynes ist ja nicht falsch, Sennholz sagt ja das Gleiche. Von 21:00 – 23:46 wird das ja genau beschrieben. Nach Keynes wäre die Zinserhöhung der FED erst dann notwendig gewesen wenn Preisinflation sichtbar gewesen wäre. Aber ob die Zinsen dann später erhöht wurden wären, hätte die Gleiche desaströse Wirkung and der Börsen gehabt. Hat man erstmal den Geldhahn geöffnet, will die Börse dies Öffnung für immer haben.
Aber viel interessanter fand ich die verschieden Massnahmen die Franklin D. Roosevelt traf um zB die Agrarpreis zu erhöhen, indem man von 1933 – 1935 Kartoffeln, Weizen und Vieh verbrannt bzw geschlachtet hat. Oder Monopole erlauben wollte, damit die Preise auf das “richtige” Niveau kommen.
Die einzelnen Maßnahmen, die dann umgesetzt werden, um eine mörderische deflationäre Depression gegen den Widerstand der bösartigen Deflationisten (der Rentiersklasse und ihrer Ideologen, der Austrians) endlich beenden zu können, sind tatsächlich für sich allein gesehen hirnrissig.
Zum Beispiel das berüchtigte Löchergraben und wieder zuschütten, das Keynes aber nur ironisch vorgeschlagen hat, wie auch den Pyramidenbau. Weil er der Meinung war, dass jede sinnvolle Maßnahme nicht schnell genug umgesetzt werden könne, weil dann jede Menge Idioten ewig darüber diskutiert, wie man das noch sinnvoller machen könne – deswegen das erklärt sinnlose Löchergraben und wieder zuschütten. Oder eben das Vernichten von Ernteüberschüssen. Aber besser, dass man unverkäufliche Überschüsse sinnlos vernichtet, als menschliche Existenzen durch weiter fallende Preise. So absurd ist eben der Kapitalismus, während die Neoliberalen statt der durch staatlichen Zwang geschlachteten Viehbestände lieber noch einige Millionen Farmer ruiniert hätten.
Du hast noch nicht kapiert, dass es die Rentiersklasse, vertreten durch ihre internationalen Bankiers war, die diese Weltwirtschaftskrise absichtlich inszeniert hat. Unter Mitwirkung von Mises und Hayek seinerzeit und der anderen Vordenker der austrian economics, die schon in den 30er Jahren dann getarnt als Neoliberale die nächste weltweite Depression, die wir heute gerade ausbaden müssen, vorzubereiten begannen.
Der Prof. Sennholz zählt zu diesen Kreisen und behauptet halt, dass die Geldpolitik der 20er Jahre zu wenig restriktiv gewesen wäre, weshalb die Notenbanken dann von 1929-33 den Geldhahn hätten zudrehen müssen. Mussten sie aber nicht und eigentlich ging es um die Inflation von 1914-18, die die Rentiersklasse korrigieren wollte. Die Great Depression war eine absichtliche Deflationspolitik durch den Einfluss der Rentiers und endete mit dem Ausscheiden der jeweiligen Länder aus dem Goldstandard.
@Wolfgang Waldner
Du machst es dir zu einfach bzw. siehst da auch was falsch. Die Oberschicht ist doch mit der jetzigen geldexpansiven Wirtschaftspolitik wieder der einzige Gewinner, da Banken auf Steuerzahlers Kosten gerettet werden und die schuldfinanzierte Geldmenge im Spekulationsmarkt nur mit noch mehr Geld vor dem Kollabieren abgehalten wird. Alles nur Symptombekämpfung eins kranken Geld- und Machtsystems, in dem es nur wenige Gewinner gibt.
Die Austrians hätten die Spekulationsblasen durch höhere Zinsen erst gar nicht so weit ausufern lassen und hätten niemals Banken gerettet. Für Fehlinvestitionen müssen die Gläubiger bluten, nicht der Staat. In den 50er und 60er Jahren waren Wirtschaftsabschwünge daher auch ziemlich harmlos im Vergleich zu heute, weil die Boom-Zeiten auch nur kurz und flach waren und man sich durch Sparen auch besser dagegen schützen konnte. Mit der Golddeckung waren Schulden deutlich teurer und ein Aufschwung auf Pump kaum finanzierbar.
Mit der Geldschöpfung per Mausklick zu annähernd Nullzins bäumt sich dagegen jetzt eine Geldlawine in den Märkten auf, die sich zwangsläufig bald in den realen Werten wird retten müssen und das Vertrauen ins Geld wird vielleicht von heute auf morgen verschwinden. In einem Land mit hoher Sparquote wie Deutschland werden die Folgen katastrophal sein. Ob ein inflationärer Crash humaner ist als ein deflationärer wird sich wohl bald herausstellen. Der Süden profitiert durch eine Euroabwertung eher und steckt ja schon in tiefer Depression, die so viel schlimmer nicht werden kann, aber wettbewerbsfähiger werden die Länder mit mehr Geld ja auch nicht und ohne die Wettbewerbsfähigkeit lässt sich dauerhaft in freien Märkten nichts gewinnen. Und wenn Europa sich mit Zöllen gegen gegen die Billigkonkurrenz wehrt, wäre Deutschland dabei auch der Verlierer. Deutschland ist auf eine stabile Währung mit hohem Außenwert genau so angewiesen wie auf möglichst freie Märkte, da die Fertigung global verläuft unsere Exportüberschüsse ja hauptsächlich nur aus der Endfertigung und Veredelung von Importen stammen.
@Wolfgang Waldner,
um die Krise von 1929 zu verstehn, sollte man sich die vorläufigen Krisen anschauen.
Schauen Sie sich doch bitte die Krise von 1920-1921 an. Diese Krise war bis Dato die grösste in der US Geschichte.
(Siehe dazu auch das schöne Schaubild http://fraser.stlouisfed.org/docs/publications/1943chart_busibooms.pdf )
Was ist da passiert: Die Börse ist um 45%(!) gefallen. Das BIP um -17% und die Arbeitslosigkeit stieg von 3% auf 12%.
Warum ist es passiert: Aus dem gleichen Grund warum die Börse in 1929 zusammengebrochen ist. 1917 tratten die USA in de 1.WK ein. Um den Krieg zu finanzieren, hat die FED US-Staatsanliehen gekauft, also Geld gedruckt. Zwar war der Ankauf von US Anleihen durch die FED verboten, aber weil nun Krieg war wurde eine Ausnahme gemacht. Die Rüstungsindustrie brummte nun.
Als der Krieg zu Ende war, wurde die Ausnahem wieder zurückgenommen, die FED durfte keine US Anleihen mehr halten. Das Geld welches während des Krieges gedruckt wurde, wurde wieder aufgesammelt um die Kaufkraft des Dollar wieder auf das Vorkriegsniveau aufzuwerten und um die Staatsschulden zurückzudrehen
Nun krachte die Börse. Was machte nun die US-Regierung? Sie kürzte die Staatsausgaben um 50%! Was machte die FED? Nichts!
Also es geschah genau das Gegenteil was Staat- und Wirtschaftinterventionisten ala Keynes immer prädigen. So fiel, oh Wunder oh Wunder, die Arbeitslosigkeit im ersten Jahr seit Anfang der Krise von 12% auf 6% und im zweiten Jahr lag sie sogar unter 3%. Die Börse war nach 2 Jahre wieder auf der gleichen Höhe wie vor Ausbruch der Krise.
Diese Krise von 1920 wird auch als “The Forgotten Depression of 1920″ genannt. Besonders von Keynsianern wird diese Krise “vergessen”, den die Erholung der Wirtschaft können Keynsianer nicht erklären, es passt schlicht einfach nicht in ihre Denkmodelle. Die lassen dann lieber Löcher buddeln und dann wieder zuschütten. Am besten über viele Jahre. Was wurde produziert? Nicht ausser Schulden. Dann noch die Vernichtung von Vieh oder das verbrennen von Lebensmittel für Sinnvoll zuerachten ist eine Affront gegen jegliche Moralvorstellung. Das noch dem “Kapitalismus” zuzuschreiben ist schon bemerkenswert und zeigt dass die historischen Abläufe schlicht nicht gekannt werden.
@Magicdrummer
Die Keynesianer sind der Überzeugung, dass ein inflationärer Abbau der Geldvermögen eine humane Lösung für das Problem einer falschen Einkommensverteilung und des damit entstandenen fiktiven Kapitals ist.
Die Neoliberalen lügen, wenn sie die Schulden zum Problem erklären und nicht die Geldvermögen der Reichen. Diese Geldvermögen konnten überhaupt erst durch eine jahrzehntelange “Stabilitätspolitik” aufgehäuft werden. Denn im Normalfall sind die Profite des Kapitals auf das reale Wachstum des Kapitals beschränkt.
Erst die “Stabilitätspolitik” seit Beginn der 80er Jahre hat durch überhöhte Profite und eine völlig überzigene Einkommensverteilung zu Gunsten der Reichen das Problem mit der Überschuldung der Ökonomie (Schulden = Geldvermögen) und vor allem der Staaten geschaffen. Denn die Produktion konnte wegen der überhöhten Einkommen der Reichen nur noch durch Verschuldung verkauft werden.
In den USA kassieren die obersten 10 Prozent die Hälfte aller Einkommen und das oberste 1 Prozent allein ein Viertel der Einkommen in der Ökonomie. Das ist das Ergebnis von inzwischen 40 Jahren neoliberaler Politik, also der Politik der Austrians.
@Sergio
Die Krise von 1920-21 ist den Keynesianern sehr gut bekannt. Sie steht nämlich in engem Zusammenhang mit der Krise von 1929-33.
Die Inflation war bekanntlich das Ergebnis des Weltkriegs 1914-18, in dem die USA zwar erst 1917 militärisch beteiligt war, aber wirtschaftlich von Beginn an. In jedem Krieg sorgt die Geldpolitik für eine boomende Konjunktur (ist ja klar, man will den Krieg ja nicht wegen “Stabilitätspolitik” verlieren). Also wurde der Goldstandard ganz offiziell ausgesetzt oder inoffiziell nicht mehr beachtet und die Löhne und Preise stiegen.
Die Preise hatten sich in den USA und Großbritannien mehr als verdoppelt und die Klasse der Rentiers fühlte sich durch die Inflation (um einen Großteil ihrer Kriegsprofite) betrogen. Daher wurde kurz nach Kriegsende eine erste Rezession durch restritkive Geldpolitik inszeniert. Aber eben nur eine ganz kurze Rezession, die den Preisanstieg der Kriegsjahre beendete, aber eben nicht das Preisniveau auf den Stand von 1913 senken konnte und sollte.
Das Preisniveau auf den Stand von 1913 zu senken, wurde erst mit der deflationären Depression von 1929-33 versucht und tatsächlich kurz erreicht. Allerdings musste diese Politik in England schon 1931 und in den USA dann 1933 aufgegeben werden. Enmgland wertete 1931 ab und die USA dann 1933, indem das Gold hochgekauft und dessen privater Besitz verboten wurde.
Zur Geldpolitik 1920/1929 ein Zitat eines führenden Mitarbeiters der UK Treasury:
“If we seek an explanation of the unparalleled severity of the depression, we shall find it primarily in the fact, that the credit restriction of 1928-29 was imposed at a time when there was no inflation to be corrected. Equally drastic credit restrictions had been imposed on the world on various occasions in the past, but only at times when credit expansion had been gaining impetus for years, and was threatening to get out of hand, as in 1906-7, in 1872-73, in 1856-57, and, most conspicuously of all, in 1920. In 1929 there was no inflation. Industrial activity hat attained a maximum in the United States, but prices had not been rising, and had indeed fallen substantially since 1925. Profits were high, and the resulting sensational rise in prices of stocks and shares had induced a fear of inflation, and supplied the pretext for the credit restriction. But inflation can only take effect in the commodity markets. A rise in prices of stocks and shares does nothing in itself to cause an excessive demand for commodities.”
Hawtrey, »Trade Depression«, S. 34f.
@Wolfgang Waldner,
Sie haben meinen Punkt nicht verstanden. Ich habe ihnen gezeigt wie die Krise von 1920 gelöst wurde. Nach zwei Jahren war die Krise zu Ende. Die Krise von 1929 wurde hingegen durch Eingriffe des Staates noch verschlimmert und verlängert. Erst der 2. WK brauchte die USA aus der Krise.
Ob dieser Ausage alle Keynsianer zustimmen würden bezweifle ich doch sehr. Denn diese wäre assozial, weil der normal Bürger sein Vermögen zu 90% in Geld hält. Ein Vermögender hat Aktien, Immobilien und sonstige Real Assets. Die profitieren am meisten von solch einer Politik.
@sergio:
dass der normale bürger 90% seines vermögens in geld hält, halte ich für falsch bzw. irreführend. er hat doch kaum was zum ansparen. da müsstest du mal zahlen bringen bzw. idealer weise daten über das sparverhalten (immobilien, tagesgeld usw.). wolfgang hat imho schon recht damit, dass inflation primär die vermögenden juckt. denn deren kriegskasse (für finanzgeschäfte usw.) und ggf. hohes einkommen leidet schließlich darunter.
Ich find die Haltung dieses Artikels aus psychologischer Perspektive z.T. problematisch. Und da sprech ich durchaus aus Erfahrung mit meiner eigenen Person in diesem Leben. Wie hier der Welten-Architekt und Retter der Enterbten von der Rolle des Jägers der ach so unerträglichen Zustände in die Opferrolle wechselt. Umgeben von mächtigen Kräften, die das Böse wollen und sehr viel Dummheit.
Man sollte sich selbst nicht zu ernst nehmen und auch die Veränderbarkeit der Weltenläufe durch Individuen sind halt beschränkt. Vermutlich zum Glück.
Solidarische Grüße
Lemmy
Lieber Jens, ja, ich zähle mich inzwischen auch zu denen, die sich zurückgezogen haben.
Dabei sehe ich was kommen wird und spreche es auch offen aus: Es wird wieder Krieg geben in Europa! Jeder Krieg ist schlimm und bringt Tod und Verderben über die Menschen. Diesmal wird noch hinzukommen, dass Deutsche auf Deutsche schießen werden ….
Ich höre viele im Forum schon rufen, spinnt der und dazu wird es nicht kommen ….
Doch, genau darauf wird es hinauslaufen. Noch nicht heute und vielleicht auch noch nicht morgen, aber spätestens übermorgen. Und was werden die so genannten Eliten tun um sich und ihr Eigentum zu schützen: sich zum Beispiel der Bundeswehr bedienen. Genau dies ist ja bereits in Vorbereitung. ( … wer es nicht glaubt, dem empfehle ich den Artikel auf Seite 1 der letzten Ausgabe in “Die Zeit”) Nun denn, laufen wir also weiter offenen Auges in’s Verderben!!! Leider glaube ich auch nicht mehr daran, dass sich eine Mehrzahl deutscher Mitbürgerinnen und Mitbürger ( … und ich meine deutlich mehr als 1 Mio.) vor den Reichstag begeben werden und rufen: “Wir sind das Volk!!!”. Vielleicht bestünde dann noch ein Funken Hoffnung … Aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt!
Ein Ende der Eurozone kann ich mir nicht vorstellen denn dann müsste ich mir vorstellen können das diese Krise durch die Verantwortlichen unbewusst entstanden ist, und das ist diese Krise garantiert nicht. Sie wissen was sie tun und von Sinn bis Flassbeck, um zwei Wirtschaftsleute heraus zu nehmen, sind es die Flassbecks (und Bergers) dieser Welt die ein Scheitern der sinnschen Philosophie von Anfang an erkannt haben. Die Prostitution in Form einer INSM wird gut bezahlt und diese Leute können auch bei einem Bersten der Eurozone >gut< weiter leben.
Aber es fehlt mir persönlich das von dir in Klammern gesetzte (angeblich) bei Banken und Amerikaner, auch vor Südeuropäer und den Sozialisten im Sozialstaat.
Wenn Europa scheitert und bevor Europa scheitert wird die nationale Karte gespielt und noch ist es nicht so weit, noch lange nicht! Die sozial Benachteiligten hatten lange genug Zeit sich zwischen Erreichbarkeitsanordnung, 1 Euro Job oder Ehrenamt die Informationen zu besorgen, die den Grund ihres umständlichen Lebens, mit einem relativen Gefühl der Sicherheit, zumindest in Frage zu stellen. Dazu sind viele nicht in der Lage und der Stärkere übernimmt das in einer Demokratie, die von Freiheit und Sozialstaatlichkeit geprägt ist, für die Schwächeren.
Wie deine Kollegin hier schon schrieb ist zwischen “Bild“ und “RTL“ und Malle wenig Platz für Fragen, sie schrieb in Großbuchstaben “wir“ sind nicht bereit den Öffentlich Rechtlichen oder Zeitungen angemessene Preise zu bezahlen, “wir“ fanden und finden immer noch “Geiz ist Geil“ sei ne coole Sache und freuen uns auf Deutschland sucht den Superstar und damit beschreibt sie in wenigen Sätzen den kulturellen Notstand im Land. Der ist jedoch nicht da zu vermuten wo sie ihn vermutet, das sind nur die Folgen und Symptome dieser Politik, wenn in den Schulen ein Umverteilen von oben nach unten als Falsch gelehrt wird, die BWL/VWL Leute nicht mal Cabrio buchstabieren können, oder es ebenso cool geworden ist von der Schule weg den Soldatenberuf zu erlernen, stimmt etwas Wesentliches nicht mehr.
Zudem steht die Frage der Bezahlbarkeit von Tageszeitungen oder Zeitungen wie auch bei den ÖR, dem dort beschriebenen oder geschriebenen mit dem Tatsächlichen nicht überein. Wenn die hier vor Ort ansässige größte Tageszeitung versucht mehr Kunden zu bekommen über Telefon und Werbung, ist es ausreichend auf deren journalistisches Niveau hinzuweisen das Mitverantwortlich für diese Krise war und wie gerne hätte ich morgens Papier zwischen den Fingern beim Brötchen.
Und die Krise fing ja nicht erst Gestern an und beteiligt haben sich alle, angeblich weil es Alternativlos war und zu viele, fast alle Journalisten waren Käuflich, die Angst um seinen Job spielte ebenso eine große Rolle und ist Bestandteil dieser Politik, mit Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlich bzw. Sozialstaatlichkeit hat das wenig zu tun und dabei sollte die Presse doch Säule dieser Freiheit, Säule und Bewahrer unsere Werte sein? Bestes Beispiel “der Spiegel“ und was daraus gemacht wurde. Der Augstein fehlt an allen Ecken denn der hätte Politik gemacht, Feuer frei statt Feuer einstellen und wenn Jens Berger schreibt:
“deren Grundton ist: Scheiß doch auf dieses Europa, lass es doch lieber heute als morgen krachen, dann kriegen wir halt die Mark zurück und alles wird gut.“
liegt das Scheitern bereits in ihm, im Bildungssystem! Das diesen Namen nicht verdient hat. Wer die Augen über den Tellerrand bringt sieht etwas ganz anderes, es sind die Spanier und Griechen die auf die Straße gehen und vor nichts fürchten sich unsere und deren Politiker mehr wie vor einem vereinten Europa der Bürger die trotz unterschiedlichen Sprachen, mit einer Stimme sprechen. Noch haben wir das Recht und die Pflicht und müssen sogar Aufbegehren um zu Bewahren und Umzukehren, oder denkt jemand wirklich, sie wissen nicht was sie tun? Ein Blick in den EU-Vertrag genügt.
Dabei wollte ich etwas, es sind die Banken, vorbringen, daneben, setzen sechs.
Eine spannende Diskussion. Dank Dir, Jens, der Du immer wieder Themen setzt.
Ich jedenfalls fühle mich als Europäerin. Als Ex-DDR-Kind ist Europa meine Heimat. In unseren europäischen Kulturen fühle ich mich zuhause, bei den Franzosen, den Italienern, den Griechen, den Polen, den Briten … (alle Nationen kann ich jetzt nicht aufführen) Bei allen entdecke ich etwas von mir selbst.
Krieg? Wer soll den führen, gegen wen und warum? Mir fehlt da die Phantasie. Und haben die Nationen nicht aus der Vergangenheit gelernt? Ich hoffe das jedenfalls sehr.
Statt über möglicherweise bald befeindete europäische Nationen zu reden, würde ich lieber darüber reden: Wie schaffen wir es, dass wir als Europäer enger zusammen wachsen? Dass wir unser wunderbares Europa stärken, partnerschaftlich zusammenleben, uns respektvoll begegnen?
Krisen stecken auch voller Chancen. Auch diese! Jens, wäre das nicht mal ein Thema?
Schönes Wochenende!
@Dani
Die herrschende Politelite – überwiegend aus der Alt-BRD kommend – hat keine Lust auf ein “wunderbares Europa”. Die Ex-FDJ-Funktionärin und heutige Bundeskanzlerin Merkel hat ganz Europa durch ihre starre Haltung noch tiefer in die Krise geführt. Die Sparpolitik hat die Südländer in die Krise getrieben. In Spanien, Griechenland und Portugal sind ca 25% der Menschen arbeitslos. Die Jugendarbeitslosigkeit – vor allem die der Hochqualifizierten – liegt dort bei 50%.
Zumindest mittelfristig Hilfe würde es was bringen, wenn man die Ratschläge amerikanischer Ökonomen hören würde, die fordern dass Europa die Konjunktur ankurbelt und auf die ruinöse Sparpoltik beendet. Aber hört dir die Politik an, hört man da was von europäischer Solidarität? Die übergroße Masse der Bevölkerung versteht die Krise nicht und denkt, wenn der Staat spart, sinken die Staatschulden. Moderne Ökonomen, auf die Frau Merkel und Co. nicht hören will, sagen das Gegenteil: Wenn der Staat in Krisenzeiten spart, steigen die Staatsschulden weil die Konjunktur einbricht, Arbeitslosigkeit steigt und damit sich die Staatsausgaben erhöhen, während die Steuereinnahmen sinken.
Leider hat jens Berger recht, der Euro steht vor dem aus. Damit erreicht dann die Krise Deutschland: Die Arbeitslosigkeit steigt usw. Uns stehen schlimme Zeiten bevor, Krieg mit Waffen wird es nicht geben, dafür Wirtschats- und Währungskrieg.
Ändern wird sich nur dann etwas, wenn die Leute den Tatsachen in die Augen sehen und gegen die herrschnde Politik protestieren. Da ich fürchte, dass dies nicht geschehen wird, stehen wir vor chaotischen Zeiten, schlimmeren Zeiten als nach dem Untergang der DDR.
@Bella
Das wird wohl alles viel unspektakulärer laufen. Die Reichen werden mächtiger und der Rest wird ohnmächtiger werden. Viel mehr wird nicht passieren.
Und ansonsten gibt es als Beiwerk das übliche Geschwätz vom “tollen Europa” dazu. (siehe auch Parthum weiter oben).
Wobei unsere liebe Dani Parthum anscheinend nicht klug genug für eine einfache Frage ist: Was nützt uns ein Europa der Massenverelendung?
Nun, die “Agenda 2020″ wartet (vielleicht) schon, um Deutschland “fit” zu machen:
http://www.welt.de/politik/deutschland/article108798784/Das-ist-der-15-Punkte-Plan-fuer-Deutschland.html
Was soll man dazu noch sagen… Nichts Neues in Deutschland.
Au backe. Aber wundern kann man sich eigentlich nicht mehr, die Gelegenheit ist schließlich günstig wie selten, so verängstigt, wie die Leute grad sind. (Kurz dachte ich, das wäre Satire, Arbeiten bis 80 … aber scheint doch ernst gemeint.)
@Frau Lehmann
Ich habe ja in letzter erfolgreich vermieden, die deutsche Proletenpresse zu lesen – aber Dein Link hat mich dann doch neugierig gemacht.
Das ist ja widerlich!
Genau so müssen die Artikel 1933 ausgesehen haben. Ekelerregend. So viel könnte man mir gar nicht zahlen, als dass ich mich dazu hergeben würde, eine derartig miese Propaganda in die Welt zu kotzen (Achtung. Wortspiel :-).
Aber ich habe auch Werte.
Und da wundert sich die Journaille, dass sie immer mehr verachtet wird.
@shit for the massen
Im Ergebnis hast du recht. Zuvor wird es aber chaotische Zustände, die wir uns heute nicht richtig vorstellen können, geben. Es wird ja keinen “einvernehmlichen Euroausstieg” geben sondern die Eliten werden sich zerstreiten.
Freilich, auch den Armen in Deutschland wird es dann noch besser gehen als den vom ANC regierten Schwarzen in den Townships Südafrikas……die goldenen Zeiten des deutschen Kapitalismus sind aber wohl für immer vorbei und es wird mehr oder weniger schnell abwärts gehen, keine Grenze nach unten.
Es seit denn die Leute setzten durch Widerstand eine Grenze???
@shit for the masses
und wie ist Ihr verehrte Name bitte schön, shit for the masses?
anonym sich zu äußern zeugt nicht von Selbstbewußtsein und Integrität.
Ihr Meinungsbeitrag jedenfalls entspricht weder den üblichen Umgangsformen noch der Nettikette.
stehen Sie deshalb nicht mit Ihrem Namen da?
zuviel Angst, das Gesicht zu zeigen?
ich zeige meins.
@dani parthum
Dein “Gesicht” sieht aber sehr eigenartig aus…..
Nicht jeder kann aus Waffengleichheit unter Klarnamen schreiben.
Das Thema ist im Internet lange durch.
Gesicht = Name
und welches Thema ist längst durch?
Pöbeln im Netz? Agressives Auftreten, das man sich nie trauen würde, wenn man das Geschriebene demjenigen sagen würde?
Gehören Unhöflichkeiten zur Netzgesellschaft?
oder was meinen Sie damit: das ist lange durch, lieber Herr R_Winter?
ich habe die Erfahrung gemacht, dass Menschen, die im Netz anonym keinerlei Respekt zeigen im wahren Leben dann SEHR klein werden, wenn man ihre Anonymität aufdeckt und sie anspricht
für mich ist das Thema nicht “durch”.
Höflichkeit im Umgang gehört zur Persönlichkeit und hört nicht auf. Nirgends.
standing ovation meinerseits, mit so wenigen Worten ganz viel beschrieben, Danke!
pöbeleien usw. sollten von moderatoren so gut geahndet werden wie möglich.
aber klarnamen kann man u.a. deswegen nicht verlangen, weil der ein oder andere bspw. in einem unternehmen tätig ist, dass google kennt.
ich persönlich möchte nicht, dass kollegen, chefs, bekannte usw. wissen, was ich für eine politische einstellung habe. das ist nach dem datenschutzgesetz im übrigen mein gutes recht.
solange es keine technologische möglichkeit gibt, mich im netz oder konkret bei diesem blog so zu bewegen, dass bei klarname nur derjenige mein posting lesen kann, der es nach meinem gusto auch darf, werde ich mit pseudonym posten.
Ach, Dani Parthum, Diplooom-Ökonomin, Wirtschaftsjournalistin, Autorin, Moderatorin, Herausgeberin eines Internet-Frauenmagazins, Sie sollten sich doch nicht von der “Netzgesellschaft” distanzieren.
Ihre Aufgeregtheit wirkt ein wenig gekünstelt, fast aggressiv. Ausserdem ist das Thema “Anonymität im Netz” tatsächlich längst durch, wie R_Winter richtig bemerkte.
So sehr ich Spiegelfechter und Nachdenkseiten auch schätze, möchte ich mich doch den kapitalismuskritischen Stimmen hier anschließen. Die Flassbecksche Analyse der Eurokrise ist ja zunächst nicht falsch, auf einer höheren Abstraktionsebene aber enttäuschend naiv. Die Keynesianer unterschätzen meiner Meinung nach auf dramatische Weise den Gegner bzw. nehmen ihn erst gar nicht zur Kenntnis. Der Gegner ist eine verrückte Selbstzweckmaschine mit der Funktion, aus Geld mehr Geld zu machen, heißt Kapitalismus und besitzt ein ungeheures Stillegungs- und Vernichtungspotenzial. Mir ist nie ganz klar geworden, warum eine Kritik kapitalistischer Kategorien von keynesianischer Seite immer apodiktisch abgewehrt wird. Einiges deutet doch daraufhin, dass sich der gesamte Formzusammenhang von Geld und Politik, Markt und Staat erschöpft hat. Wenn nicht jetzt, wann denn wäre es an der Zeit, über Warenstruktur, Wertförmigkeit, abstrakten Reichtum (Geld), Lohnarbeit etc. etc. grundsätzlich nachzudenken? Wenn nicht jetzt, wann denn wäre es an der Zeit für eine kategoriale Kapitalismuskritik?
@marzemino
man kann sehrwohl Keynesianer und Kapitalismuskritiker sein, denn zumindest kurzfristig würde keynesianische Wirtschaftspolitik die Lage der einfachen Leute verbessern. Du kannst doch von den Leuten nicht erwarten dass sie Kapitalismuskritiker werden, wenn sie immer noch dem primitiven Neoliberalismus auf den Leim gehen. Keynesianisches Denken wäre da schon ein Fortschritt, reicht natürlich nicht aus aber besser als gar nichts
@marzemino
Der Witz an der “Kapitalismuskritik” ist doch der, dass Ihr die Weltrevolution nicht auf die Reihe bringt, heute nicht und morgen nicht und übermorgen auch nicht. Mit Eurer ganzen “Wertformanalyse” lenkt Ihr die Leute, die auf Euch reinfallen, nur von den kurzfristig und ganz ohne Weltrevolution umsetzbaren keynesianischen Maßnahmen ab, die den einfachen Leuten wenigstens etwas helfen könnten. Statt Mobilisierung gegen die Neoliberalen und ihre Politik wird bei den Marxisten eine alberne Werttheorie durchgekaut, die kein Arbeiter jemals verstehen kann und will.
Die Marxisten sind objektiv eine Hilfstruppe der Neoliberalen. Auch wenn deren einfache Mitglieder dies bei der “Wertformanalyse” natürlich nicht begriffen haben. Und Karl Marx war nicht zufällig der Schwager des preußischen Innenministers Ferdinand von Westphalen. Das könntet Ihr mal tiefschürfend analysieren.
@Waldner
Die Handlanger der Kapitalisten sind nach wie vor diejenigen, die bei den Kapitalisten um Almosen betteln. Also sind es wohl die Keynesianer. Warum sollten euch die Kapitalisten denn etwas abgeben? Deren Prinzip ist doch die Gewinnmaximierung. Je reicher der Kapitalist ist und umso ärmer ihr erbärmlichen Trottel seid, desto mehr Macht hat der Kapitalist doch.
Aber das scheint wohl wirklich schwierig zu verstehen zu sein.
Dafür braucht man keine komplizierten Begriffe. Nur etwas Verstand. Aber daran mangelt es offensichtlich.
Die Keynesianer betteln nicht bei den Kapitalisten um Almosen, sondern sie erklären die geldpolitische Verursachung der Krisen und wie die Krisen wieder überwunden werden können. Wenn die breite Masse der Bevölkerung das verstanden hätte, wäre es nämlich den Neoliberalen nicht mehr möglich, Krisen mit restriktiver Geldpolitik zu inszenieren und dann zur Senkung der Löhne und Steigerung der Profite zu nutzen.
Die Marxisten lehnen jede Diskussion der Geld- und Konjunkturpolitik ab und vertrösten die Leute auf den entweder angeblich gleich wieder bevorstehenden “Zusammenbruch des Kapitalismus” wie schon 1929-33 oder aber auf die irgendwann dann doch noch kommende Weltrevolution und den Kommunismus.
Das nützt den Menschen so viel wie das Geschwätz der Pfaffen vom jüngsten Gericht und dem Paradies im Himmel. Euch müsste doch selber aufgefallen sein, wie begeistert die bürgerliche Presse beim Ausbruch der Finanzkrise die Kapitallesebewegung an den Unis angekündigt und gefeiert hat. Die wissen genau warum. Die Wertformanalyse müssen die Neoliberalen nicht fürchten, den Keynesianismus schon. Der hat nach der Weltwirtschaftskrise für einige Jahrzehnte soziale Marktwirtschaft bei uns gesorgt (natürlich nicht ganz ohne die schwerbewaffnete Rote Armee an der Grenze).
@Waldner
Mit dem Hinweis auf die Rote Armee hast Du den richtigen Ton getroffen. Nicht das Betteln bringt den Erfolg sondern das Fordern. Die Kapitalisten haben keinen Respekt vor dem Bettler. Der Kapitalist versteht nur die geballte Faust.
zur Geld- und Konjunkturpolitik: Das sind alles Probleme des marktwirtschaftlichen Systems. Deshalb werden diese von Marxisten nicht ernst genommen. Die Güterversorgung ist auch jenseits von Konjunkturzyklen und Geld möglich.
Ich denke nicht, dass sich Kapitalismuskritik und die Forderung nach keynesianischen Konjunkturmaßnahmen ausschließen. Ebensowenig kann ich erkennen, warum man nicht gleichzeitig kapitalistische Kategorien kritisieren und gegen den Neoliberalismus mobilisieren kann. In der Tat ist es absolut sinnvoll, keynesianische Politik zu unterstützen im Kampf gegen die neoliberalen Taliban. Allerdings halte ich es für notwendig, die Hypostasierung von basalen kapitalistischen Formzusammenhängen zu durchbrechen. Die Krise geht ja nicht aus begrenzten Ressourcen hervor, sondern ergibt sich aus Begrenzungen, die ganz unabhängig von gegebenen Stoffmengen und menschlichen Fähigkeiten sind. D.h. sie gründet in Begrenzungen, die allein dem verrückten Selbstzweck geschuldet sind, menschliche Arbeit in Geld zu verwandeln. Was durch dieses Nadelöhr der Wert- bzw. Geldform nicht durchgepresst werden kann, wird stillgelegt. Und dies bei stetig wachsenden stofflichen Reichtumspotentialen. Auf lange Sicht scheint es mir deshalb sinnvoll darauf hinzuweisen, dass die Ressourcen auch jenseits der kapitalistischen Verwertungslogik angeeignet und betrieben werden können.
Ich finde, der Artikel geht an den Realitäten vorbei, weil er impliziert, dass es ein Richtig und ein Falsch gibt und der Ausstieg aus dem Euro falsch wäre. Der Euro ist aber der Grund, warum es eine Lösung nicht geben kann, da die Interessen des Südens geldpolitisch ganz andere sind als die Interessen des Nordens. Der Norden müsste sich aufwerten, während der Süden sich abwerten sollte. Der Norden braucht mehr Importe und der Süden mehr Exporte. Der Süden braucht einen schwächeren Euro, der Norden einen stärkeren.
Wie soll es dafür eine Krugman-Lösung fruchten, die auf eine außenwirtschaftlich schwache USA gemünzt ist? Dank der Geldpolitik der USA sitzen wir doch in dem Schlamassel. Ein zutiefst verschuldetes Land, sowohl staatlich als auch privat, kann sich nur in die Inflation flüchten. Und so lange sich der Euro gleichmäßig wie der Dollar entwertet, fällt das gar nicht mal auf. Die Anleger flüchten sogar in den Dollar, was sie sicherlich noch bereuen werden.
Wenn die Wettbewerbsfähigkeit nicht mehr vorhanden ist, muss sich die Währung abwerten oder die Produktionskosten müssen durch Einsparungen gesenkt werden. Eine Abwertung ist nicht im deutschen Interesse und würde die Unterschiede der Wettbewerbsfähigkeit nur verschärfen, daher ist die Austeritätspolitik die einzig logische, wenn auch bittere Lösung. Die südliche Peripherie hat sich im letzten Jahrzehnt zu sehr auf Pump am Euro bedient und hat die Preisinflation durch höhere Löhne im Falle von Griechenland auf über 40% getrieben, in Spanien nur knapp darunter. Diese Lohn- und Preisspirale ist nur leider aus kreditfinanzierten Fehlinvestition entstanden und nicht aus einer produktiveren Wirtschaft. Der Abschwung muss daher ähnlich drastisch sein wie der kreditfinanzierte Boom davor.
Die Austeritätspolitik kann man Deutschland daher nicht ankreiden. Man kann der Politik “nur” ankreiden, dass man die Reichen hat laufen lassen, anstatt sie anteilig an den Kosten zu beteiligen, sei es über eine Vermögenssteuer oder einen Gläubiger-Cut. Wenn man den Schuldendienst aber nur Arbeitnehmern und Rentnern aufbrummt, darf man sich über binnenwirtschaftliche Verwerfungen wie in Griechenland und Spanien nicht wundern. Noch mehr Bankenrettungen und noch lockerere Geldpolitik wird den Menschen aber auch nichts nutzen, im Gegenteil. Wenn niedrige Renten und Löhne dann noch auf Inflation treffen, wird die Krise erst so richtig hochkochen.
@Magicdrummer
Daher: Schulden > /dev/nul
Es ist in diesem Geldsystem nicht nur unmöglich, Schulden zurückzuzahlen; es ist geradezu idiotisch!
Schweden hat´s wohl irgendwie geschafft, aber die haben ihre eigene Währung und wohl auch keine Bankenrettungen nötig gehabt.
Im Falle von Griechenland ist das natürlich völlig unmöglich. Sie müssten sich ja auf Jahrzehnte versklaven und Exportüberschüsse für Kredit und Tilgung generieren oder die Türkei erobern.
Wie man Kredite mit relativ hohen Zinsen als “Rettungspakete” bezeichnen kann, ist wohl auch Ausdruck dieses absurden Geldsystems. Die Jak-Mietgliedsbank in Schweden macht´s auch vor, wie es ohne Zinsen funktionieren kann.
Idiotisch? Warum sollte ich Ihnen dann Geld leihen?
@Sergio
Eine schöne Antwort auf Deine Finanzreligiös, ideologische Verblendung gibt dieser Artikel, der als 6ster Teilartikel heute erschienen ist:
http://www.heise.de/tp/artikel/37/37491/1.html
Ich gehe allerdings davon aus, dass Du weder das im Artikel skizzierte Endszenario noch irgendeine der Implikationen verstehen wirst.
sind bei den austrians etwa schulden immer das gleiche, egal zwischen welchen marktteilnehmern und in welcher form sie bestehen?
drollig :)
Mal abgesehen davon, dass ich obigen Beitrag von der Logik her nicht ganz verstehe, ein paar Einwände gegen die Austeritätspolitik:
1) Sparpolitk a la Griechenland bringt über die einfachen Leute unendlich viel Leid und nutzt ökonomisch nichts denn, wenn der Staat in der Krise spart, steigen – nicht sinken – die Staatsschulden weil durch den Wirtschaftseinbruch die Ausgaben, z. B. für Arbeitslose, steigen, während die Steuereinnahmen sinken.
2) Die Sparpolitik schadet durch Nachfrageausfall Deutschland selbst. Wer nichts verdient, kann keine deutschen Autos kaufen. Siemens z.B will allein in Deutschland 2000 Arbeitsplätze abbauen mit der Begründung die Nachfrage aus Europa und Asien sinkt.
3) Staatsschulden sind gar nicht so schlimm, solange sie in eigener Währung gehalten werden. Die Schulden des einen sind immer das Vermögen des anderen. Ich habe z.B. zur Finanzierung des Studiums meiner Kinder Bundeschatzbriefe gekauft (also den deutschen Staat Geld geliehen). Das verliehene Geld kann ich nicht ausgeben, das kann aber jetzt der Staat. Außerdem bekomme ich nun von Herrn Schäuble Zinsen, die ich ausgeben kann. Diese Zinsen kann natürlich der Staat nicht mehr ausgeben. Also durch diese Verschuldung ist Deutschland als Ganzes nicht ärmer geworden. Dieses einfache Denken in Wirtschaftskreisläufen läßt die gegenwärtige Mainstreamökonomie völlig außer acht.
Zu 1: Griechenland ist das Paradebeispiel für staatliche Kleptokratie, aber auch für den Bailout der Gläubigerbanken. In den zwei “Hilfspaketen” sind etwa 24.000 Euro pro Grieche in dieses Land geflossen. Wäre nur ein kleiner Teil davon wirklich bei den Griechen angekommen, müsste die Wirtschaft da doch brummen.
Zu 2: Die Autos sollten wir besser selber fahren als sie gegen Kredite zu tauschen, die nicht eingelöst werden. Wenn man mal das Geld außer Acht lässt und nur die Sachwerte sieht, die getauscht wurden, hat Deutschland für die Exportüberschüssen in die EU nichts erhalten und nur virtuelle Forderungen im Targetsystem angehäuft, die wohl abgeschrieben werden müssen. Die Unternehmen haben das Geld aber bekommen und werden an der Praxis nichts ändern wollen. Die ausländischen Banken haben sich das Geld aber nur geliehen, sind jetzt in der Not und werden, ja rate mal von wem, gerettet.
Zu 3:
Das stimmt nur, wenn wir die D-Mark noch als Währung hätten. Um einen strukturschwachen Osten durchzufüttern reicht die gesamtwirtschaftliche Leistung ja aus, aber wohl kaum für ein strukturschwaches Südeuropa.
In dem Fall sind grob vereinfacht die Schulden im Süden und die Vermögen im Norden. Nur wenn das Vermögen größtenteils aus Staatsanleihen besteht und die Staaten Pleite gehen, ist das Vermögen futsch, aber es sieht ja eher so aus, als würde sich der Steuerzahler für die Vermögen krumm machen.
Bei einem Geldvermögen von knapp 5 Billionen Euro sind die 2 Billionen Euro Staatsverschuldung ja auch nicht so das Problem, weshalb die Zinsen so niedrig sind. Die 40 Milliarden Euro Zinsen sind trotzdem der zweitgrößte Batzen im Bundeshaushalt und lässt die Schere zwischen arm und reich weiter auseinander klaffen, so lange die Vermögen nicht gerecht genug besteuert werden. Norwegen und Schweden haben relativ zum BIP zur halb so viele Schulden und das ist sicherlich nicht deren Nachteil.
1. Das Targetsystem ist eine Erfindung der EU – gewissermaßen einer buchhalterische Vereinbarung. Das die deutschen Forderungen aus diesem System wohl abgeschrieben werden müssen, liegt allein am System nicht an den Schuldnern. Die haben bezahlt.
2. Da die Exporte des einen, die Importe der anderen sind, haben wir in einer Währungsunion immer ein Problem. Das wußte man auch vor der Währungsunion. Diese war eine politische, keine ökonomische Entscheidung. Im übrigen wußte man aus der Währungsunion mit der DDR, wohin falsche Umtauschkurse führen…zur Pleite der DDR-Betreibe.
3. Deutschland zahlt gegenwärtig keine Zinsen, eine Folge der Eurokrise. Wir sitzen in der “keynesschen Liquititätsfalle” in der Geldpolitik keine Wirkung mehr hat.
4. Staatsschulden müssen niemals mehr zurückgezahlt werden. Alte Schulden werden durch neue Schulden beglichen. So ist das in einem “Fiat-Money-System” indem Geld ungedeckt ist, nur bits im virtuellen Raum. Für die sparsame schwäbische Hausfrau eine unbegreifliche volkswirtschaftsliche Tatsache.
5. übrigents wurden nicht nur in Griechenland, sondern weltweit die Banken durch den Staat gerettet, weil diese weltweit mit Kreditverbriefungen gezockt hatten und weiter ungehindert zocken dürfen….nach der Eurokrise ist also die nächste Finanzkrise sicher.
Es scheint mir so, weltweit ist der gesamte Kapitalismus in einer großen Krise. Ob diese ins Chaos führt oder nochmals keynesianisch gelößt werden kann, weiß niemand… Da aber die Politiker mit ihren Latein am Ende sind und die Masse der Bevölkerung die Zusammenhänge der Krise nicht versteht, scheint mir das Chaos sicher. leider…
Ich vermute Sie sind nicht vertraut mit dem TARGET2 System. Es ist keine “Erfindung” sondern fester Bestandteil des verknüpften Rechnungswesens der verschiedenen nationalen Zentralbanken. Und die Schuldner haben ja grade NICHT bezahlt, sie haben mit KREDIT BEZAHLT. Das hat zu einmaligen Folge, dass die Deutsche Bundesbank bei den deutschen Geschäftsbanken verschuldet ist. Normalerwiese ist es ja umgekehrt! Und sie meisten verstehn nicht was das heisst: Es heisst, dass wenn sie auf ihr Kontoauszug schauen und ein positives Saldo sehen, was die Bank ihnen schuldet. Und genau dieses Saldo ist nun grösstenteil gedeckt mit den Target2 Forderung der Bundesbank. Jetzt raten sie mal was es bedeutet wenn diese Forderung abgeschrieben werden müssen. Ist der Groschen gefallen?
Ja, die Geschichte beweist immer wieder dass sobald die Politik in das Wirtschaftgeschen eingreift es nur zu desaströsen Ereignissen kommt. Besonders dann wenn man das Tauschverhältnis von Währungen politisch festsetzten möchte. Das hindert aber Sie wohl nicht daran Staatsinterventionen grundsäzlich zu hinterfragen.
Sie verwechseln da was. Wir haben keine “Liquiditätsfalle”. Das Publikum hält ja kein Bargeld, es wird aus den PIGS Staaten abgezogen und sofort in deutsche, französiche oder Schweizer Anleihen getauscht.
Das ist ja abenteuerlich. Glauben Sie das wirklich selber? Haben Sie den Gläubigern schon von dem genialen Plan erzählt, die Schulden nicht zurückzubezahlen? Dann überweisen Sie mir bitte ihr “nur virtuelles” Geld, ich nehme dankend an.
Ich versteh jetzt nicht. Bei (4) war doch alles noch nur virtuelles Geld, virtueller Kredit. Wie kann den dann virtuelles Geld realle Krise hervorrufen?
Schuldenkeynsianismus ist am Ende. Man kann kein Schuldenproblem mit Schulden bekämpfen. Zur dieser Einsicht kommen immer mehr Leute.
Zumindest in diesem Punkt sind wir uns einig
“4. Staatsschulden müssen niemals mehr zurückgezahlt werden. Alte Schulden werden durch neue Schulden beglichen. So ist das in einem “Fiat-Money-System” indem Geld ungedeckt ist, nur bits im virtuellen Raum. Für die sparsame schwäbische Hausfrau eine unbegreifliche volkswirtschaftsliche Tatsache.”
“Das ist ja abenteuerlich. Glauben Sie das wirklich selber? Haben Sie den Gläubigern schon von dem genialen Plan erzählt, die Schulden nicht zurückzubezahlen? Dann überweisen Sie mir bitte ihr “nur virtuelles” Geld, ich nehme dankend an.”
nehmen wir mal an die wissen was sie tun und wie die Geschichte uns zeigt wussten sie das 1914 und 1939 und zwischen drin in den Staaten die große Depression, da bekommt der Name geschöpftes Geld bei richtiger Zuweisung doch Sinn? Nehmen wir an die tatsächlichen Werte wie die Renten, die Sozialversicherungen und das gesparte Vermögen der Kleinanleger hat den Besitzer gewechselt und das was wir jetzt erleben ist ein bisschen auf Krawall gebürstet damit die veränderten Besitzverhältnisse nicht Thema werden?
Wenn 0,1% Bevölkerung in Deutschland 25 % Besitzen, 10% der Deutschen besitzen 70% und 50% haben nichts..? werden die 0,1 immer und die 10 % irgendwie auf die Füße fallen.
Zum Targetsystem
Das Targetsystem ist sozusagen eine Fehlkonstruktion einer nicht konseuqnt vollzogenen Währungsunion, quasi ein Geburtsfehler des Euro.
Wie war es vor dem Euro? Da kaufte ein griechischer Reeder einen Mercedes und überwieß Drachen an die griechische Zentralbank. Diese tausche in DM und überwies dieses Geld der Bundesbank, die wiederum Daimler dem Kaufpreis in DM gutschrieb. Bei freien Wechselkursen hätte die griechische Zentralbank die DM auf den Devisenmarkt gekauft und damit letztendlich den Kurs der DM beeinflußt. Aber auch vor dem Euro waren in der EU die Wechselkurse bereits fest und nur durch Vereinbarung änderbar. Es existierten Verrechnungskonten, aus denen sich letztendlich das Target-System entwickelte.
Im Targetsystem überweißt nun die griechische Zentralbank keine Euros mehr an die Bundesbank, sondern es gibt gegenseitige Verrechnungskonten (Daimler bekommt natürlich sein Geld) Wer mehr importiert als exportiert hat natürlich in diesem System immer Schulden.
Gäbe es nun nur noch eine europäische Zentralbank, keine Zentralbanken der Länder mehr, gäbe es die “Targetschulden” nicht. Die USA ist ja bekanntlich auch eine Währungsunion. Hier gibt es nur die FED und bei einer Überweisung von Nevada nach New York entstehen keine Schulden/Verbindlichkeiten.
Schlußfolgerung: Die sog. Targetschulden sind das Ergebnis einer unvollständig durchgeführten Währungsunion
Das stimmt nicht. Die USA haben was ähnliches wie die Target2-Salden, was sie ISA (Interdistrict Settlement Accounts) nennen. Sie Salden werden jährlich mit Goldzertifikaten wieder ausgeglichen. Problem in Europa u. a. ist, dass die Goldreserven im Werte von 420 Mrd. Euro nicht ausreichen:
http://www.oekonomenstimme.org/artikel/2012/05/das-fed-system-ist-nicht-die-loesung-in-der-target2-debatte/
Ich befürchte Sie kennen sich mit den Details des allg. Verrechnungssystems und deren Systematik wenig bzw garnicht aus. Selten so ein Quatsch gelesen, tut mitr leid.
Tuen Sie sich selber einen Gefallen und recherchieren sie die Angelegenheit neu. Ich kann ihnen besonders den folgenden Artikel empfehlen:
http://www.zerohedge.com/news/goldmans-take-target2-and-how-bundesbank-will-suffer-massive-losses-if-eurozone-fails
Weder Quatsch noch sonst was, die kurze Beschreibung ist meiner Meinung nach Stimmig, was gibt es dagegen zu sagen? Beschreiben sie das doch mit ihren Worten statt auf Fremdsprachen, Quatsch und Seiten zu verweisen? Mir ging es darum das gutes Geld den Bürgern genommen wird, diese Geldschöpfung meine ich und denke da gerade an das Finanzamt in NRW, das Pötzlich eine Steuererklärung ab 2005 innerhalb von 4 Wochen also Geld sofort von 87 Jährigen z.B. haben möchte und die Methoden werden immer Krimineller oder Unlauter wie man sagt? Die Verschuldungsorgien der EZB und Staaten nur Beiwerk? Nur ein Gedanke!
Mann Sergio, es nervt einfach nur noch.
Ihr neoliberalen Marktoholiker wacht mittlerweile jeden Morgen mit einem riesen Schädel auf und bekämpft den Kater mit der nächsten Pulle Ideologie.
Was mir am besten gefällt, ist regelmäßig das zur Schau gestellte Detailwissen. Da erkennt einer die Baumart und analysiert das Klima der letzten 80 Jahre anhand der Struktur von Sägespänen. Den Wald hat er ganz offensichtlich noch nie gesehen.
Um in Ansätzen zu begreifen, was im Busch ist, muß man nur mal Monopoly spielen. Ab einem bestimmten Punkt wird es langweilig, obwohl es bei Los immer ein paar Tausender gibt. Seit 30+ Jahren kommt der Langeweile-Punkt immer schneller und häufiger, weil wir das Los-Geld immer weiter verringern. Stattdessen werden Straßenkärtchen um neue Features erweitert und ein paar Ereignis- und Gemeinschaftskarten hinzugefügt, damit die Schlossallee die Hose noch etwas schwellen läßt.
Kollege, die Einschläge kommen näher. Es ist Zeit, den Glasbunker zu verlassen und mal zu schauen, was im Wald los ist.
Tja, wer was über Eurokrise und Target2 wissen will, muss sich diese brilliante anschauen, sage ich als Linker, weil der Mann einem die beste Munition gibt.
http://www.youtube.com/watch?v=yI4g8Ti6eTM
Die Charts im Vortrag sprechen für sich und Fakt ist, dass das von Jens so präferierte Konzept der quasi direkten EZB-Finanzierung schon seit 2007 am Laufen ist und diese Targetforderungen der BuBa die Konsequenzen daraus sind.
Vor 2007 waren die Targetsalden trotz Außenbilanzungleichgewichte ausgeglichen, da es bis zum Bankencrash ja auch genug Kredittilgung in der Peripherie gab. Die Wirtschaft brummte, es gab genug Einnahmen usw. Aber seit dem flüchtet das Kapital vor allem nach Deutschland. Daher auch der Aufschwung, daher der hohe DAX und daher auch die ausufernde Krise im Süden trotz Gelddruckmaschine. Das Kapital macht sich dünne und so ein ESM wird diese Tendenz nur noch verschärfen.
Das “Rettungsgeld” ist im Prinzip in die Taschen der Halter von südländischen Staatsanleihen geflossen, die diese abgestoßen haben und sich mit dem Geld dann z. B. deutsche Aktien, Immobilien etc. kaufen. Diese Staatsanleihen werden bei der EZB als Pfand hinterlegt um noch mehr Geld zu drucken, was dann wieder in Deutschland landet und von der BuBa geschreddert wird usw.
Wie will man mit noch mehr Geld in falschen Händen dieses Problem lösen? Hätte man mit den Hilfsmilliarden den Binnenmarkt der Krisenländer am Leben gehalten, die Produktionsbedingungen verbessert, neue Märkte erschlossen und dem Fluchtkapital Grenzen gesetzt, wären wir jetzt in einer deutlich besseren Lage in Europa und der Süden konnte auch wieder Kredite tilgen statt nach neuen zu betteln.
PS: Im ersten Satz fehlt das Wort “Vortrag”.
Aber um mal den Euro-Irrsinn ein Beispiel zu geben, was mir gerade einfällt und wie es besser laufen könnte:
Warum subventioniert Deutschland die Photovoltaik mit vielen Milliarden, obwohl sich die Anlagen auf deutschen Häusern trotz der Subventionen und bei der seltenen Sonneneinstrahlung erst nach 20 Jahre armotisieren, wenn sie sich überhaupt so lange halten? Warum sind diese Solaranlagen nicht in Spanien oder Griechenland, wo diese in einem Bruchteil der Zeit für Rendite sorgen könnten?
Das braucht neben dem Startkapital doch nur einen Handel. Die Solarpanels kommen aus Deutschland, der Strom fließt in den Süden und sorgt für mehr Energieunabhängigkeit und geringere Stromkosten und die Rendite wird geteilt. So sollte doch Europa funktionieren und nicht nach dem Bailout-Prinzip.
Deutschland ist nicht so produktiv, weil die Löhne so schlecht sind (95% würden sich darüber freuen), sondern weil wir Maschinen produzieren, die die Lohnstückkosten drücken. Das gleiche Prinzip wäre hier angebracht. Eine weise Planwirtschaft auf die Zukunft gemünzt die Lösung der Probleme, aber wenn man sich die Polit-Clique so anschaut, wird daraus nichts werden und sind staatliche Einflüsse leider eher Gift als Medizin. Mit diesen gekauften Schwachmaten kann das nichts werden.
Magicdrummer schreibt.
“Warum sind diese Solaranlagen nicht in Spanien oder Griechenland, wo diese in einem Bruchteil der Zeit für Rendite sorgen könnten?
Das braucht neben dem Startkapital doch nur einen Handel. Die Solarpanels kommen aus Deutschland, der Strom fließt in den Süden und sorgt für mehr Energieunabhängigkeit und geringere Stromkosten und die Rendite wird geteilt. So sollte doch Europa funktionieren und nicht nach dem Bailout-Prinzip.”
So sollte Europa funktionieren!
Es ist eine Zahlungsbilanzkrise, sagt Sinn der hier nur Nebelkerzen wirft.
Magicdrummer schreibt.
“Warum sind diese Solaranlagen nicht in Spanien oder Griechenland, wo diese in einem Bruchteil der Zeit für Rendite sorgen könnten?”
Weil die Solarindustrie in China 2011 mit 20 Milliarden $ gefördert wurde.
“Das braucht neben dem Startkapital doch nur einen Handel. Die Solarpanels kommen aus Deutschland, der Strom fließt in den Süden und sorgt für mehr Energieunabhängigkeit und geringere Stromkosten und die Rendite wird geteilt. So sollte doch Europa funktionieren und nicht nach dem Bailout-Prinzip.”
So muss Europa funktionieren um zu Funktionieren!
Es ist eine Zahlungsbilanzkrise, sagt Sinn. Der nicht mit einem Wort auf die tatsächlichen Ursachen der Krise eingeht und bis auf seine einleitenden Sätze wie, Chefvolkswirt der EZB Jürgen Stark und BB Präsident Weber sind aus Protest vor der Politik der EZB zurückgetreten, dann verweist er auf eine Rede des BP Wulff in Konstanz, Zitat Wulff:
“Erst haben einzelne Banken andere Banken gerettet, dann haben Staaten vor allem ihre Banken gerettet, jetzt rettet die Staatengemeinschaft einzelne Staaten. Da ist die Frage nicht unbillig: Wer rettet aber am Ende die Retter? Wann werden aufgelaufene Defizite auf wen verteilt beziehungsweise von wem getragen?“
Die Staatengemeinschaft sind die Bürger in ihren Ländern und die Kritik an Wulff mag für seinen Abgang als BP ja zutreffen, die Gründe die für seinen Rücktritt gesorgt haben sind jedoch Peanuts. Meine Vermutung das ex BP Wulff in seinem Amt als BP diese Politik nicht mit getragen hätte, wie auch bei seiner Rede vor den Bundesverfassungsrichtern deutlich machte, der eigentliche Grund.
Die Sinnsche Logik ist Leistungsbilanzsalden sind die Verteuerung der Preise in den Defizitländern? Geschenke die sie von der EU über billige Kredite erhalten haben. Das führt bei den Ländern zu wachsenden Auslandsverschuldungen sagt Sinn sehr Merkbefreit. Ungefähres Originalzitat: “Italien geht noch mit 26 % und Spanien ist ja ein großes Land, Spanien stellt alles in Schatten was wir in der EU Zone haben”, das nennt Sinn dann “die Privaten Schulden” weil sie auf dem Bau bzw. Immobiliensektor entstanden sind. Die Staatsverschuldung in Griechenland war dagegen staatliche Verschuldung und die Griechen hätten damit unnötig viele staatliche Bedienstete eingestellt. Dann wirft er ein paar Fremdwörter in den Raum damit der Zuhörer ihm den Professor auch abnimmt. Professor für was eigentlich?
Sinn hat weder die Gründe genannt die zu dem Fiasko führen auf dem wir zusteuern, noch konnte er Lösungsansätze bieten, wie auch bei gröblicher Missachtung der Realität und verzerrter Ursachenforschung?
Zum 1 sind es die Kriterien und die Nichtbeachtung der unterschiedlichen Wirtschaftskraft eines jeden Landes, zum 2 sind es Kredite die in den Zugangskriterien nicht erwähnt wurden, was auch Bilanzfälschung genannt wird in Deutschland und darauf steht wie bei Schneider zu sehen war, Gefängnis und diese nicht in den Büchern aufgeführten Kredite werden jetzt aufgeführt und vermehren sich dank Zinsen zu den gigantischen Summen über die wir aktueller den-je reden, jede Stunde bringt Euro Millionen die irgendwann und von Jemanden bezahlt werden müssen und das geht schief!! zu 3. ist es die Nichtbeachtung der selbst aufgestellten Regeln und Arbeitsweisen in der EU und zum 4. kann es nicht angehen das wir einen EU-Vertrag haben der von den Bürgern abgelehnt wird und dem dadurch die demokratische Legitimation fehlt. 5. ebenso wenig darf es sein das Banken Politik machen und einen Bankraub starten der nicht geahndet wird.
Er sagt gleich am Anfang, dass er das schon ein Jahr zuvor getan hat und nicht noch mal darauf eingehen will. Ansonsten lässt Sinn die Zahlen sprechen und die sprechen für sich. Flassbeck sagt im Prinzip das gleiche und zeigt dann auf die Lohn-/Stückkosten Kurve. Nun ja, der Drops ist gegessen.
Auf die Target-Salden ist Sinn übrigens als erster Ökonom gestoßen und ohne ihn hätten wir keine echten Zahlen über die Folgekosten eines Euro-Austritts bzw. über die tatsächlichen Kosten, die Deutschland bereits übernimmt. Herr Münchau hat dazu auch was schlaues geschrieben, was ohne Sinn anders ausgefallen wäre: http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/deutschland-ist-durch-angela-merkels-politik-erpressbar-geworden-a-852708.html
Ich finde es ja amüsant wie viele hier meinen, dass die Marktwirtschaft tot (sic!) ist, aber kein einziger hat bisher eine Alternative genannt. Sollen wir wieder Kommunismus einführen? Funktioniert prächtig, das beste Beispiel ist Nordkorea, da gibt es nicht mal mehr Gras zum fressen.
So manchem (auch mir) wäre es wohl am liebsten, wenn wir einfach nur die Marktwirtschaft wieder einführen würden. Es wird gern mal so getan, als wären Kapitalismus und Marktwirtschaft das gleiche. Sind sie aber nicht, und wir erreichen so langsam ein Punkt, wo sich das gegenseitig ausschließt. Märkte funktionieren auf längere Sicht nur, wenn es außer dem Prinzip Konkurrenz auch noch das Prinzip Kooperation gibt. Wo es ausschließlich Konkurrenz gibt, bleibt am Ende nur noch ein “Konkurrent” übrig; dieser finale Zustand hat nichts mehr mit Marktwirtschaft zu tun, sondern ist einem autoritärem System anderer Bauart sehr ähnlich.
@danielmite
Eine Alternative zu dem was diese EU hervorbringt? Kein Problem zunächst muss die Politik wieder für Gleichgewichte sorgen die sie ja vorher selber beseitigt haben, das wird den Führern dieser Oligarchie zwar nicht gefallen, aber Steuern und Abgaben sind in einer Volkswirtschaft für alle da, dann benötigen wir eine Gewerkschaft die den Namen auch verdient und keine, die Politik für Industrie und Wirtschaft betreibt. Wir steuern auf Streik und Versammlungsverbote hin, steuern also direkt in eine Diktatur. Der EU-Vertrag muss in dieser Form verschwinden und ein Neuer mit demokratischer Legitimation der Völker muss her, die Folgen wenn Kapital sich eigene Gesetze und Verordnungen schreibt ist das die zarte Pflanze der Zivilisation verschwindet, sie wissen was sie tun, 1914 wussten sie das und 1939 ebenso, siehe T.W. Adorno über Auschwitz
Es war die Barbarei, gegen die alle Erziehung geht. Man spricht vom drohenden Rückfall in die Barbarei. Aber er droht nicht, Auschwitz war er; Barbarei besteht fort, solange die Bedingungen, die jenen Rückfall zeitigten, wesentlich fortdauern. Das ist das ganze Grauen.
Erdbeeren aus Peloponnes:
Nur einer von mehr als 200 rassistischen Überfällen in Griechenland innerhalb der vergangenen acht Wochen.
http://uhupardo.wordpress.com/2012/08/27/taeglich-mehr-rassistische-attacken-in-griechenland/
@danielmite
Die (aktuelle) Marktwirtschaft ist nicht tot. Sie ist Scheisse, Menschenverachtend und Ungerecht.
Was hat das mit der Marktwirtschaft zu tun? Muss ich, um den Geruch eines Scheisshaufens zu beschreiben, erst den den Geruch eines Parfums erwähnen?
Oder für ganz besonders einfache Geister wie Dich: Wenn mein Auto nicht fährt, muss ich dann fix eine Kfz-Lehre machen und es selbst reparieren, bevor ich behaupten darf, dass es nicht fährt?
Wieder? Lebst Du in einem Paralleluniversum?
Echt jetzt? Wo denn?
Was genau hat Nordkorea mit “Kommunismus” zu tun? Ich mache es Dir einfach: Ich behaupte, ich bin Dein Gott. Da ich das getan habe, ist das so und Du musst mich verehren.
Beweise (Fotos von Gras-losen Flächen in einer signifikanten prozentuallen Größe)? Übrigens bezweifele ich, dass Grass eine ausgewogene Ernährung für Menschen ist.
Au weia, Hunger als “kommunistisches” Problem.
“Hätts’t die Pappn g’holtn, hätt kaner g’merkt, dass’d deppat bist” Josef Hader
Ist aber trotzdem auch immer wieder tragikomisch, dass die Naiven auf die antikommunistische US-Propaganda auch heute noch hereinfallen.
Antikommunistische Propaganda der USA? Du machst es dir ganz schön einfach. Du könntest mir ja ein Land nennen wo es mal Kommunismus gab und/oder wo es das gibt exklusiv und wo es noch funktioniert. Da werde ich aber noch übermorgen drauf warten müssen. Immer diese verblendeten DDR-Nostalgiker hier, „früher war nicht alles schlecht!“
Guckst du Wiki, musst du nicht blöd bleib!
Kommunismus
@danielmite
Du warst der Witzbold, der behauptete, dass es in Nordkorea “den Kommunismus” gäbe. Willst Du einen Wettbewerb im Sich-lächerlich-machen gewinnen?
Jango, dass man mit dir nicht reden sollte, hast du bereits in etlichen anderen Artikeln unter Beweis gestellt. Und deine Antwort ist nur eine Ablenkung von meiner Frage. Wenn du nichts weiter als heiße Luft bieten kannst, geh lieber eine Turbine antreiben.
@ Karla
Sehr verehrte „Karla“,
wie Recht Sie haben:
Der Klassische Liberale Ludwig von Mises schrieb schon 1957 unter dem Titel „Die Wahrheit über den Interventionismus“:
Sie schreiben:
Auch da stehen Sie ganz auf der Linie des Klassischen Liberalismus:
Fügen Sie Ihrem Denken noch, die Erkenntnis bei, dass ein konstituierendes Merkmal einer unbehinderten Marktwirtschaft nicht nur das Blühen erfolgreicher Unternehmungen, sondern auch ein Scheitern unfruchtbarer Unternehmungen ist, dass es also kein „Too big to fail“ geben dürfte; die Erkenntnis also, dass das gefährliche Wuchern des Finanzsektors, der die Ausmaße der Realwirtschaft längst hinter sich gelassen hat, eine (leider) logische Folge eines interventionistischen, korporatistischen Fiat-Money-Teilreserve-Geldsystems mit staatlichen Zentralbanken als „lendern of last resort“ ist. Fügen Sie dies Ihrem Denken hinzu und sie haben das geistige Rüstzeug, die gegenwärtigen Probleme der Politik zu verstehen, ohne die Prinzipien einer unbehinderten Marktwirtschaft für überholt erklärt ansehen zu müssen.
@Am Rande
Der Ausgangspunkt, von dem aus der Spiegelfechter diesen Artikel geschrieben hat, ist eine Situation, in die uns das Mantra “Wir brauchen mehr Wettbewerb” geführt hat. Es ist ausgeschlossen, dass der hier und heute real existierende Kapitalismus in Einklang zu bringen ist mit der zitierten Idee das klassischen Liberalismus:
Dass Banken mit dem Geld kleiner Leute gerettet werden, war nicht meine Idee, und ich denke wir wissen alle, dass es nicht “Die Liberalen” waren und sind, die weithin allein gegen diesen Brauch anstänkern.
Dass der Finanzsektor die Realwirtschaft hinter sich gelassen hat, liegt nicht am “Fiat Money”, sondern an extrem ungleicher Vermögens-/Einkommensverteilung. So wird es halt zwangsläufig Menschen geben, die viel, viel mehr Geld haben, als sie selbst mit 100%-Luxuskonsum verbraten können. Und sie können auch nicht ihr ganzes restliches Geld (=Kapital) in die reale Wirtschaft stecken, weil das vorraussetzen würde, dass am andern Ende jemand das Zeug kauft. Was nicht geht, weil das Geld ja (siehe oben) die wenigen Reichen haben. Das Kapital will sich aber trotzdem vermehren, deshalb heißt das Ganze ja Kapitalismus, also muss es irgendwo spekulativ angelegt werden, bis es zwangsläufig irgendwo crasht. Und dann geht es wieder von vorne los. Das wäre genau so, wenn wir mit einer festen Menge Goldmünzen operieren würden oder mit Monopoly-Geld. Das Problem ist, dass das Verhältnis von Konkurrenz und Kooperation gestört ist, und nach meinen Beobachtungen will sich das Gleichgewicht partout nicht von selbst einstellen.
@Am_Rande
Sie verstehen nicht die Notwendigkeit einer Zentralbank. Vielleicht hilft das:
Panic of 1907
@ShitForTheMasses,
sie sollten sich mal mit der Geschichte auseinandersetzen und mit den Gründen warum es zum Crash kam. Einfach Wiki zu lesen ist nicht ausreichend. Die Krise von 1907 dauert im übrigen nur 1 Jahr:
http://fraser.stlouisfed.org/docs/publications/1943chart_busibooms.pdf
Lesen Sie doch mal hier nach:
http://mises.org/books/historyofmoney.pdf
Ab Seite 240 fortfolgende wird etwas ausführlicher über die Motive der Zentralbankbefürworter beleuchtet. Vordergründig wurde ja immer die “Glättung” des Konjukturzykluses kommuniziert. Dieser Wunsch kam ja 1907 auf. Die wahren Intressen sehen viel Interessanter aus.
Viel Spass beim Gewinnen neuer Erkentnisse.
@Sergio
Natürlich war diese Krise nur von kurzer Dauer, da wie bekannt Morgan durch die Zuführung von Liquidität die ganze Situation gerettet hat. Entsprechend kamen dann auch aus diesem Umfeld (Banking) die Forderungen nach der Einführung einer Zentralbank. Eure Kapitalisten haben also eine der zentralen Forderungen der Marxisten übernommen. Ab und zu sind sogar die kapitalistischen Dumpfbacken zu einer Einsicht fähig.
Was du und Am_Rande nicht verstanden haben, das ist: Das marktwirtschaftliche System ist einfach instabil. Es bedarf der systematisch regulierenden Eingriffe. Ansonsten kommt es zu den bekannten Abstürzen.
Das ihr immer den Staat als Sündenbock identifizieren wollt, wenn es zu solch einem Crash kommt, das ist doch wirklich pure Ideologie und Fanatismus.
Auch eure Säulenheiligen (Bsp. Rothbard) konstruieren doch nur Zusammenhänge. Eben um den “Free Market”-Aberglauben weiterhin aufrechterhalten zu können.
Die Krise damals (1907) wurde aber bekanntermaßen durch Zockereien verursacht und war damit ein typisches Beispiel für eigendynamische Marktprozesse die außer Kontrolle gerieten (s.a. Marktversagen).
@ Karla
Sehr verehrte „Karla“,
Sie schreiben:
Ja, das wissen wir, das wissen Sie, das weiß ich. Nur Sie machen – wie beinahe alle Bürger – den Fehler, „Die Liberalen“, also die FDP, für eine (rein) liberale Partei zu halten. Nun, sie ist eine Partei, die dem Linksliberalismus verpflichtet ist, nicht dem Klassischen Liberalismus. Wenn es Sie interessiert, so könnte ich Ihnen das (brillant geschriebene) Buch „Die Partei der Freiheit: Studien zur Geschichte des deutschen Liberalismus“ des amerikanischen Historiker Ralph Raico empfehlen. Es zeigt sehr eindringlich (und aus Klassisch Liberaler Perspektive) auf, wie der deutsche Liberalismus sich in der Bismarckzeit von der Idee des genuin staatsskeptischen Liberalismus abgewandt hat und sich zu einem dem Deutschen Machtstaat huldigenden National- und Sozialliberalismus gewandelt hat. (Mit den bekannten verheerenden Folgen.) Und der deutsche Parteiliberalismus hat sich seit dieser Zeit immer in dieser Traditionsschiene bewegt. Seit dieser Zeit hat der deutsche Parteiliberalismus auch keine Probleme mehr damit, sich – wie alle übrigen Parteien – für spezielle (ihm gewogene) Partikularinteressen einzusetzen.
Sie schreiben:
Sie machen – so vermute ich -, wie so viele, den Fehler, den Pflug vor den Ochsen zu spannen, oder besser gesagt, Ursache und Wirkung zu verwechseln. Es gibt ja diese bekannte (und leicht zu ergoogelnde) Grafik über die zeitliche Entwicklung von Finanzwirtschaft und der Realwirtschaft. Und diese zeigt eben, dass nach der Kappung des letzten Fadens der Goldbindung des Dollars durch Präsident Nixon, und der damit verbundenen endgültigen Einführung eines reinen Fiat-Money-Teilreserve-Geldsystems, die Finanzwirtschaft zu ihrem „Höhenflug“ angesetzt ist. Und heute ist es damit leichter, sein Geld über Finanzmarkttransaktionen zu verdienen als durch die Herstellung und den Vertrieb von Waren. Aber das ist – wie gesagt – kein marktwirtschaftliches Phänomen, sondern ein korporatistisches. Sicherlich wären die „Gewinnspannen“ in einer reinen Realwirtschaft (mit einem angemessen kleinen Finanzsektor) geringer als im heutigen Korporatismus. (Eben genau deshalb gibt es ja auch (sehr) einflussreiche Partikularinteressen, die den „status quo“ verteidigen wollen – aber auch dies ist kein marktwirtschaftliches Phänomen, sondern ein korporatistisches.) Aber auch in der Realwirtschaft gibt es Unternehmer, die „ihr Glück machen“…
Sie schreiben:
Nun, da haben Sie wiederum Recht. Und niemand bedauert das mehr als die Anhänger des Klassischen Liberalismus. (Und sie bedauern es schon recht lange – das Zitat von Herrn Mises stammt immerhin schon von 1957!) Aber es hilft eben nicht, wenn man das jetzige Wirtschaftssystem von einer anti-marktwirtschaftlichen Perspektive her kritisiert, wenn das Problem nicht „Zuviel Markt und Wettbewerb“, sondern im Gegenteil „Zuwenig Markt und Wettbewerb“ ist.
@am Rande
Nein, den Fehler mache ich ganz bestimmt nicht, sonst hätte ich die Gänsefüßchen weggelassen. Korporatistisch ist genau das, was ich meine. Nur segelt diese Partei unter falscher Flagge, und das mit Absicht.
Und nochmals zum Fiat-Money: Nixon hat ja den letzten Faden zum Gold nicht aus Daffke zerschnitten. Er war in der Bredoulli, musste irgendwie raus aus der Krise. Sie war schon da, die Krise!
Und zum Wettbewerb: Wenn die Wirtschaftsbeziehungen rein vom Wettbewerb dominiert sind (und es nicht als “Gegenkraft” Kooperation gibt) erledigt sich der Wettbewerb früher oder später von selbst. Weil am Ende nur einer übrig bleibt. Mit einem Wort: Monopolbildung.
@ Karla
Sehr verehrte „Karla“,
dass wir uns in Sachen „Liberalität“ der FDP-Liberalen – ohne Anführungszeichen und auch ohne Pünktchen – einig sind, ist doch schon mal schön :-)
Aber noch zum Ende des Goldstandards – Sie schreiben:
Natürlich steckte Nixon in der Krise. Nixon war Politiker. Und was war zuerst da – die Politik oder die Krise..? ;-)
Aber Nixons Krise war eine Krise mit Ansage -
Es gibt von einem der großen Popularisierer des Klassischen Liberalismus in Amerika, Herrn Henry Hazlitt, eine Sammlung von kritischen Artikeln, die sich (zeitgenössisch) mit der Entstehung, dem Verlauf und dem Verfall des Systems von Bretton Woods beschäftigt; sie hat den Titel „From Bretton Woods to World Inflation“. Muss ich noch hinzufügen, dass Herr Hazlitt schon zu Beginn des Systems von Bretton Woods dessen Zusammenbruch und die Gründe hiervon benennen konnte?
@ Shit for the masses
Sie haben Recht, hätte es eine FED schon 1907 gegeben, so würden wir heute wahrscheinlich von der Großen Depression von 1907 reden, oder doch eher von der Großen Rezession von 1907…?
Ansonsten:
-
@Am_Rande
Das war doch jetzt sehr schwach. Versuchen Sie es noch einmal. Und vergessen Sie einfach mal ihre “Österreichische Ideologie” für einen Augenblick. Und schon lichtet sich der Nebel.
@ Shit for the masses
Es steht Ihnen (zum Glück) offen, weiter den status quo zu verteidigen – und sich dabei noch als aufgeklärter, gar „kritischer“ Zeitgenosse zu fühlen. Herr von Mises benutzte einmal dafür den Begriff „useful innocents“…
Aber alle Polemik beiseite:
Es kann nicht schaden, einmal über den Begriff „Unbeabsichtigte Folgen“ nachzudenken. Selbst wenn die Zentralbanken aus den reinsten und lautersten Motiven geschaffen worden wären – (und wir wissen alle: In der Politik gelten nur die allerreinsten und allerlautersten Motive…) – selbst dann würde das alleinige Faktum des Vorhandenseins der Zentralbank als Kreditgebers letzter Instanz die Geschäftsbanken zu riskanteren Geldanlagen verleiten:
Wer weniger zu verlieren hat, kann mehr riskieren.
Und es gibt (leider) Medikamente, deren (mögliche) Nebenwirkungen, ihren erwartbaren Nutzen übersteigen…
@Am_Rande
Der Status quo heißt Marktwirtschaft. Die Zentralbanken dienen nur dazu dieses (von den Neolibs als auch den Keynesianern geschätzte) System zu stabilisieren. Mehr sollte mit obigem Hinweis auf 1907 nicht gesagt werden.
Ich selbst bin für eine Überwindung des marktwirtschaftlichen Systems.
@ Shit for the masses
Der Status quo heißt Korporatismus.
Die Zentralbanken dienen nur dazu dieses (von den etatistischen Neolibs als auch den etatistischen Keynesianern geschätzte) System zu stabilisieren.
Wer sich für eine Überwindung der engen Verzahnung zwischen Politik und Großbanken einsetzt, einem System, das die Gewinne der Banken privatisiert und die Verluste der Banken vergesellschaftet, sollte sich mit dem Konzept des „Free Banking“, wie es viele Klassische Liberale fordern, beschäftigen.
Ich selbst bin für eine Überwindung des korporatistischen Systems. ;-)
@Spiegelfechter
Wieder ein lehrreicher Artikel von Dir Jens, (Truvor ist, wie immer, zufrieden) Danke !
… Wie ich höre, soll Frau Merkel das Herz bluten – wegen der verarmenden griechischen Bevölkerung. Eine Frau mit blutendem Herzen als Kanzlerin? Sollte sie dann nicht besser zurücktreten, um sich behandeln zu lassen? Aber das ginge auch wieder nicht, sie hinterließe ein zu großes Loch in der „Elite“. Und so wird ihr Herz weiter bluten müssen – bis es in allen Talk-Shows trieft. Und so wird sich die Ergriffenheit fortsetzen – und alles wird gut … schnief.
^Jo_Cit^
@sf:
aus den NDS: “unsäglichen Target-2-Salden, die zwar als „Drohkulisse“ ihren Sinn haben mögen”
Es gibt schon gewisse Gründe, warum einige einen erfolgreichen Blog führen, konnte mir ein Schmunzeln nicht verkneifen.
Wie ich dem „Qualitätsblatt“ WAZ (Printausgabe vom 31. Aug. ’12) entnehme, signalisiert die neue PdL-Führung SPD und Grünen, daß sie für eine „Linksregierung“ zu haben sei (nun unter „moderaten“ Bedingungen, die dann wohl leichter zu opfern wären, käm‘s zu Koalitionsverhandlungen mit dem linken Flügel der deutschen Sektion der Internationalen Neoliberalen Partei [INP]).
Ist das positiv zu bewerten? Nein, aber es ist Ausdruck dafür, daß man bereitsteht, wenn andere Koalitionen die neoliberale Politik nicht mehr stützen könnten – und das wird eben nicht heißen, daß es dann zu einer grundsätzlichen politischen Rejustierung käme. … Oder haben SPD und Grüne etwa vor, nun ihr Führungspersonal auch auszutauschen, das un- bis mittelbar dem neoliberalen Credo schließlich auch hier in Deutschland (und das sich, wie man aktuelle selbst von den Katzenplätzen aus bequem verfolgen kann – wenn man die Augen nicht partout fest geschlossen und die Ohren nicht partout verstopft halten will – sich in ganz Europa austoben darf) das Tor zur schließlichen Schleifung aller sozialen Errungenschaften geöffnet hatte, und nun dieses schädliche Tun programmatisch zu korrigieren und, so richtig positioniert, auf diese Weise endlich den Kampf gegen den Ökonomischen Putsch aufzunehmen?
Der größte politische Fehler ist, sich Illusionen zu machen, man verliert sich in ihnen und ist danach nicht mehr wiederzuerkennen, geschweige denn wiederaufzufinden: lost in illusions.
^Jo_Cit^