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  • Seifenblasenwelten

    geschrieben am 03. September 2012 von Stefan Sasse

    Von Stefan Sasse

    Man kann den deutschen Medien vieles vorwerfen. Dass sie zu ungeheurer Sensationslust neigen, mangelhaft recherchieren und, vor allem, einen gewaltigen Grundkonsens teilen, was die Agenda-Politik betrifft. Ich habe schon öfter darauf aufmerksam gemacht, dass die “Gegenöffentlichkeit”, die sich inzwischen gebildet hat, diesen Grundkonsens deutlich erschüttert hat (ebenso wie die Vorgänge der Finanzkrise). Inzwischen finden sich deutliche Abweichungen in den meisten gängigen Medien, von den Kolumnen bei SpiegelOnline bis hin zum Feuilleton der FAZ. Ein Phänomen allerdings fehlt der deutschen Medienlandschaft bislang, glücklicherweise, noch vollständig. Es ist das Phänomen Fox News. Der amerikanische TV-Sender ist wohl das erfolgreichste Gegenöffentlichkeits-Projekt, das sich denken lässt. Jahrenlang beschwerten sich die amerikanischen Konservativen über die Parteilichkeit in den Medien, den “liberal bias”. Alles an der Medienwelt war ihnen zu liberal, zu weit weg vom “echten Amerika”, ganz besonders natürlich Hollywood. Jetzt gibt es einen Fernsehsender, der so unliberal ist, wie es unliberal geht. Es gibt passende Radioshows (Rush Limbaugh oder Glenn Beck). Wer tickt wie die Tea Party, der braucht keine anderen Medien mehr, er wird rundumversorgt. Diese konservative Medien filtern außerdem heraus, welche Elemente der Welt da draußen sicher sind – nicht, dass man in einem aktuellen Hollywoodblockbuster am Ende subversivem liberalem Gedankengut ausgesetzt wird, wie etwa in The Dark Knight Rises wo der Bösewicht ganz klar nur deswegen Bane genannt wurde, damit negative Assoziationen zu Mitt Romneys Firma Bain Capital geweckt werden.

    Filter wie der von Fox News erschaffen eine selbstreferenzielle Seifenblasenwelt. Es gibt keinerlei Notwendigkeit mehr, sich mit irgendetwas zu beschäftigen, das außerhalb der Seifenblase liegt. Auf diese Art und Weise entstehen in sich abgeschlossene, rein ideologische Systeme. In diesem Ausmaß war das nicht möglich, solange man quasi dazu gezwungen war, wenigstens in der Überschrift andere Gedanken zu lesen, während man durch die Zeitung blätterte oder die Tagesschau ansah. Fox News ist die Perversion der Gegenöffentlichkeit, ihre ultimative Konsequenz. Auch andere amerikanische Sender haben sich diesem Trend mehr und mehr unterworfen. MSNBC etwa ist sehr liberal eingestellt, ebenso CNN. Und dass Sendungen wie die “Daily Show” nicht gerade Säulen der republikanischen Partei sind dürfte ebenfalls klar sein. Anstatt aber einen kritischen Geist zu befeuern, sorgt diese Spaltung der Medienlandschaft zwar für klare Freund-Feind-Bilder, leistet aber ansonsten nur Schlimmes.

    Wer in einer Seifenblasenwelt lebt, der kennt die Wahrheit und ist in ihrem Besitz. Alles, was von draußen kommt, ist daher Lüge und falsch. Da jeder intelligent denkende Mensch aber (wie der Seifenblasenbewohner) die Wahrheit ja erkennt, kann es nur zwei Gründe geben, dass die andere Seite Bestand hat: entweder durch das große Brainwashing, das die Hirne vernebelt und sie vom Zugang zur Wahrheit hindert, oder der böswillige und von Geld- und Machtinteressen beherrschte Versuch, eben diese Vernebelung zu erreichen. Es ist die ultimative Verschwörungstheorie. Eine kleine Elite mit böswilligen Absichten, abgekapselt vom Leben der “normalen Menschen” (hier Bertelsmann und Springer, dort “liberal media”) nutzt ihre umfangreichen Ressourcen, um schädliche Ideen durchzusetzen. Es ist auf der Basis solch einer Abkapselung in der eigenen Seifenblase, dass die Vorstellung, den Klimawandel gäbe es nicht, überhaupt sprießen kann. Die Ideologie wird in einem Ausmaß verinnerlicht, das jeden Gegenbeweis ausblendet oder im Rahmen der Ideologie rationalisiert. Die Seifenblasenwelten unterscheiden klar in Freund und Feind, und wer nicht dazugehört muss eben entweder zu seinem Glück gezwungen werden oder ist böswillig daran interessiert, die Masse von der Wahrheit abzuhalten. Dass es schlichtweg mehrere unterschiedliche Meinungen gibt, von denen keine die absolute Wahrheit enthält, und dass die Gesellschaft nur im Kompromiss bestehen kann, das ist in den Augen dieser Leute reine Häresie. Für eine Demokratie aber sind solche Gedanken Gift, denn sie lebt nicht vom Kampf der Meinungen, sondern von ihrem Wettstreit. Da ist kein Platz für Feinde.

    Diese Seifenblasen ermöglichen auch eines der erstaunlichsten Phänomene des aktuellen US-Wahlkampfs, das von Progressiven als “post-truth” umschrieben wird: das völlig ungestrafte und völlig ungenierte Lügen und Verdrehen von Fakten. Das überrascht auch auf den zweiten Blick, denn im Gegensatz etwa zu deutschen Wahlkämpfen sind in den USA die so genannten “fact checkers” hoch im Kurs: mehr oder minder neutrale Institutionen, die Reden und Werbespots daraufhin abklopfen, ob die Aussagen – etwa über politische Gegner oder eigene Leistungen – der Wirklichkeit entsprechen. Aus den Wahlkämpfen sind sie nicht mehr wegzudenken, und trotzem besticht gerade die Strategie der Republikaner dadurch, grobe Lügen aufzutischen und damit durchzukommen. Ohne die Seifenblasenwelten wäre das überhaupt nicht denkbar. Beispiele? Die konservative “Birther”-Bewegung stellte die Behauptung, dass Obama gar kein Amerikaner, sondern Kenianer sei, so lange und so verbissen auf, bis Obama in einem Akt der Kapitulation seine Geburtsurkunde veröffentlichte. Das brauchte die Behauptung aber nicht zum Erliegen. Stattdessen behauptet die Bewegung einfach, die Urkunde sei gefälscht. Und dann haben wir da Paul Ryan.

    Ryan ist bekanntlich der Vizepräsidentschaftskandidat Mitt Romneys, ein Hardliner, wie er im Buche steht, aber mit mehr Substanz als es seinerzeit Sarah Palin war (Substanz nicht im inhaltlichen, sondern polit-professionellen Sinne). Seine große Stunde, die ihn wohl in den Augen Romneys auch zum VP-Kandidaten qualifiziert hat, war seine Mitwirkung in der Simpson-Bowles-Commission, die im Streit um die Erhöhung der Schuldenobergrenze einen Kompromiss zwischen Republikanern und Demokraten ausarbeiten sollte. Dazu kam es nie – Ryan war der Hauptveranwortliche, der das Vorhaben torpedierte und stattdessen dafür sorgte, dass Ende des Jahres automatische Kürzungen bei Medicare und Militär in Kraft treten. Genau das wirft er nun Obama vor: “He created a bipartisan debt commission. They came back with an urgent report. He thanked them, sent them on their way, and then did exactly nothing.” Das ist schlicht gelogen, und zahllose Kommentatoren haben das in Länge auseinandergenommen. Das aber ist genauso irrelevant wie die ständig vorgebrachte Lüge, Obama wolle über 700 Milliarden aus dem populären Medicare-Programm herausleiten, um Obamacare zu finanzieren. Auch das stimmt so nicht, aber was macht das schon? Lügen dieser Art werden ständig in den großen Reden zur Prime-Time präsentiert, und obwohl sie in praktisch allen wichtigen Medien Lügen genannt werden, fiecht das niemanden an. Gleiches gilt für “You didn’t build that”, eine Zeile, die Obama auf die Infrastruktur der USA bezog, die die Republikaner aber durch geschicktes Schneiden auf die “small businesses” bezogen, die so zentral für das amerikanische Selbstverständnis sind. Die Lüge wurde inzwischen so oft eine solche genannt, dass der Werbespot längst hätte aus dem Fernsehen verschwinden müssen – stattdessen wurde das geschnittene Video erneut zur Prime-Time auf dem Krönungsparteitag in Tampa gezeigt und ein kompletter Tag unter das Motto “we built that” gestellt.

    Der Grund dafür liegt schlicht in den geschaffenen Seifenblasenwelten. Es gibt keinerlei Notwendigkeit, diese zu verlassen. Fox News würde niemals kritisch darüber berichten oder die Irrtümer aufklären. So ist es auch möglich, dass diese Aussagen stehen bleiben und, vor allem, dass ein zentrales republikanisches Narrativ nicht angekratzt wird: dass Obama nicht etwa ein relativ moderater Präsident ist, sondern ein sozialistischer Usurpator. Seine komplette Legitimität wird in Frage gestellt. Es geht nicht um die Frage der richtigen oder falschen Wirtschaftspolitik (wo man wahrlich verschiedener Meinung sein kann), es geht um einen Kampf Gut gegen Böse. Und in diesem Kampf ist den Republikanern jedes Mittel Recht. Es bleibt abzuwarten, ob die Democrats ebenfalls in verstärktem Maße zu diesen Mitteln greifen werden; ihre Versuche, Romney zum heimlichen CEO von Bain Capital zu machen, nachdem dieser die Firma verlassen hatte, zeigen ähnliche Anzeichen. Es steht zu hoffen, dass sie davon Abstand nehmen – und dass das amerikanische Volk besser ist, als die Republikaner zu glauben scheinen.

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    Tags: US-Wahlen 08 USA
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    27 Kommentare:

    1. Stefan Sasse schrieb am 3. September 2012 um 09:17 - Permalink

      Bei MSNBCs “Up with Chris Hayes” gab’s am Samstag noch ein grandioses Beispiel dazu: ein eingeladener demokratischer Aktivist beschwerte sich über Eastwoods Zeile “we own this country”, die er als rassistisch ansah. Für ihn war klar, dass sich das gegen die bei der RNC nicht vorhandenen Schwarzen richtete. Als der Moderator den Irrtum aufklärte (Eastwood meinte, dass die Bürger die Politiker bezahlten und daher Mitspracherecht besäßen) wischte das versammelte Publikum das einfach beiseite und meinte (sinngemäß): “ja, aber sonst meinen die das so”. Widerspruch kam da keiner mehr.

    2. Volker Birk schrieb am 3. September 2012 um 09:47 - Permalink

      Dein Begriff von “Gegenöffentlichkeit” verdreht die Bedeutung dieses Wortes in ihr Gegenteil. “Gegenöffentlichkeit” ist gerade nicht das, was die Mainstream-Presse macht.

      Ansonsten klagst Du IMHO zurecht. Allerdings wird’s nichts bringen: was die Republikaner machen ist, eine Sekte zu fördern, weil damit Geld verdient wird. Denn die Tea-Party-Bewegung ist nichts anderes als eine Sekte. Die Ideologie siehst Du ja auch, und so ist es eben bei Religionen und Sekten immer: alles, was nicht in die eigene Ideologie passt, muss logischerweise falsch sein, weil die eigene Ideologie schliesslich die Wahrheit darstellt.

      Die Republikaner haben sich von einer staatstragenden Partei zu einer Art Kirche entwickelt. Und Fox News ist ihre grosse Kanzel. Demokratie will diese Partei keine mehr. Sie will keinen Liberalismus mehr, sie will die Verfassung der USA nicht mehr (wenn man vom zweiten Zusatzartikel absieht).

      Vorgeblich wollen die Republikaner eine libertäre Gesellschaft. In Wirklichkeit wollen sie Neofeudalismus mit Big Money.

      • Stefan Sasse schrieb am 3. September 2012 um 11:29 - Permalink

        Das wollte ich auch so nicht sagen. Aber aus der Gegenöffentlichkeit entsteht quasi eine neue Presse – in den USA Fox News, bei uns steht so was noch aus.

    3. Mod schrieb am 3. September 2012 um 09:49 - Permalink

      Eastwood macht eben Politik, wenn über 50% der Amerikaner ihre politische Bildung über Spielfilme wie, “Spione wie wir” oder “Terminator” beziehen, können sie davon ausgehen das nach Ausstrahlung des Terminators jeder Präsident die nötigen Mittel vom Volk erhielt, wenn es die politischen Gegebenheiten zu ließen, den Etat für mehr und bessere Waffen gegen Aliens ins Unermessliche zu erhöhen.

      Fox News waren doch die, die J.W.Bush zum Präsidenten ausriefen weil vielleicht der Schwager von Bush, dort Chef zu der Zeit bei Fox News war, die fehlenden Wahlurnen in Kalifornien wurden auch nie aufgefunden. Jeder Soldat in der Armee dort betet bevor er zum töten in die Welt geschickt, oder dazu Ausgebildet wird. Die Waffensegnungen vor jedem Angriffskrieg sind Obligatorisch, es fehlt etwas Wesentliches und das sind keine örtlichen Seifenblasen, eine globale Seifenoper wird dargeboten!

    4. R_Winter schrieb am 3. September 2012 um 10:26 - Permalink

      Fox News. Der amerikanische TV-Sender ist wohl das erfolgreichste Gegenöffentlichkeits-Projekt

      Unter “Gegenöffentlichkeit” verstehen die Amerikaner und die Europäer das Gleiche, dass die westliche Staaten und der ex-kommunistischen Machtbereich unter “Demokratie und Freiheit” verstanden.
      Die konservativen-neoliberalen reaktionären Kreise brauchen Fox-News nicht, denn sie haben die Medien von Springer und Bertelsmann und zusätzlich das erste und zweite Fernsehprogramm. Zusätzlich hat Merkel als Spitzenvertreter dieser Kreise noch die Durchwinkparteien SPD und Die Grünen.

      Ein sehr schwacher und konfuser Artikel.
      Es gibt in Deutschland ganz andere Themen, die existenzbedrohend sind. So ein Artikel kann nur jemand schreiben, der warm und sicher sitzt.

      • Tobi schrieb am 3. September 2012 um 15:22 - Permalink

        Solche Antworten sind vermutlich (mit) ein Grund für den Artikel von Stefan Sasse. Wer dazu anregt, die Argumente der Gegenseite zu prüfen und sie nicht reflexartig als Bauernfängerei eines Konglomerats aus reichen Menschen hinstellt, ist automatisch einer von den Besitzstandswahrern. An dieser Stelle wird aus der linken Gegenöffentlichkeit selber eine Seifenblase.

        Bringt es was, wenn ich hiermit bei allem was mir lieb und heilig ist beteuere, nicht FDP zu wählen oder habe ich mich mit meinem Kommentar bereits jeder Glaubwürdigkeit beraubt?

      • Shit for the masses schrieb am 3. September 2012 um 15:46 - Permalink

        @R_Winter
        Du hast es ja gelesen. Angeblich findet hier, genauso wie in Amerika, ein Wettstreit der Meinungen statt.
        Sasse ist in den letzten Jahren anscheinend völlig verblödet. Nach wie vor will dieser Typ nicht sehen, dass hauptsächlich die Meinung des großen Gelds zählt.

        So ein Artikel kann nur jemand schreiben, der warm und sicher sitzt.

        Das bildet sich der Typ wahrscheinlich ein.

        Sasses Blog hab ich bei mir bereits vor Monaten gesperrt. Das Spiegelfechter-Blog wird ab diesem Artikel gesperrt.
        Viel Glück wünsche ich noch allen Kriechern bei der engagierten Überanpassung.

        Und Tschüß!

        • Mod schrieb am 4. September 2012 um 11:40 - Permalink

          @Shit for the masses, “So ein Artikel kann nur jemand schreiben, der warm und sicher sitzt.”

          “Das bildet sich der Typ wahrscheinlich ein.”

          Bilden sich das nicht viele ein? Bilden sich nicht zu viele eine Meinung wie diese?, und bildet sich darauf hin nicht erst die Gefahr das dann “alle” bald nicht mehr Warm und Sicher sitzen, laufen und leben können? Herrn Sasse oder wen auch immer zu sperren befördert diese Gefahr wenn niemand sich damit auseinander setzt. Gerade hier im Netz ist der Dialog so wichtig und Argumentation hilft der Sache eher auf die Sprünge wie sperren, noch haben wir das freie Netz und das sollten wir nutzen. Sperren, sperren schon die üblichen Verdächtigen und denen haben wir die Suppe zu verdanken.

    5. Nana schrieb am 3. September 2012 um 10:50 - Permalink

      Da muss man doch mal die Frage stellen inwiefern ein Volk noch demokratiefähig ist. Der Erfolg der “Seifenblasenwelt” ist ja kaum abzustreiten, und hierzulande ist es mehr oder weniger eine Frage der Zeit wobei die Ansätze ja bereits erkennbar sind. Reicht es aus mit Sinn und Verstand dagegen anzugehen, wobei man Teile der Bevölkerung nicht mehr erreicht?

      Vielleicht sehe ich das auch nur ein wenig zu schwarz…

    6. harey schrieb am 3. September 2012 um 10:59 - Permalink

      Guter Artikel, diese Entwicklung ist wirklich beängstigend. Und durch das Internet kann sich inzwischen jeder seine eigene Seifenblasenwelt bauen, dazu braucht es kein Fox News.

      Bei Bill Maher (ein liberaler Komiker der in seiner Sendung mit Gästen diskutiert) gab es vor kurzer Zeit eine hitzige Diskussion und Bill Maher sagte zu einem (sehr republikanischen) Gast: “You know what, this is why I don’t invite you people (republicans), we can’t even agree on the facts.”

      Diskussionen zwischen Demokraten und Republikanern beschränken sich fast nur darauf was eigentlich die derzeitige Lage ist und was in den letzten 5 Jahren passiert ist. Und beide Seiten können sich selten auf eine gemeinsame Realität einigen. Eine Diskussion über verschiedene Lösungsansätze findet schlicht nicht mehr statt.

    7. epikur schrieb am 3. September 2012 um 12:43 - Permalink

      Das RTL-Phänomen schafft in Deutschland die Seifenblasenwelten. Wer intensiv RTL schaut, schaut kaum noch etwas anderes. Für ihn ist alles, was dort läuft wahr, richtig und authentisch. Bei RTL gibt es keine Kritik an den herrschenden Zuständen. Boulevard, konstruierte Welten sowie versteckte Leistungs-Ideologie in pseudo-doku-sozial-soaps ist dort die Brainwashing-Methode.

      Davon abgesehen sollte man dem US-Präsidenten-Kasperle-Theater nicht soviel Zeit und Gedanken widmen. Die Macht haben auch dort der industriell-militärische Komplex, Banken und Konzerne. Der Präsident ist und bleibt nur die Strohpuppe.

      • leslie schrieb am 3. September 2012 um 13:55 - Permalink

        Amen.
        http://fernsehkritik.tv/shop/item/meinm/

        Mfg

    8. Am_Rande schrieb am 3. September 2012 um 12:58 - Permalink

      Ich muss zugeben: Eins habe ich bei dem Artikel nicht ganz verstanden:
      Herr Sasse schreibt zum einen:

      Jahrelang beschwerten sich die amerikanischen Konservativen über die Parteilichkeit in den Medien, den “liberal bias”. Alles an der Medienwelt war ihnen zu liberal, zu weit weg vom “echten Amerika”, ganz besonders natürlich Hollywood.

      Andererseits schreibt er selbst:

      MSNBC etwa ist sehr liberal eingestellt, ebenso CNN.

      Und er bringt selbst das Beispiel zu Hollywood:

      […] in „The Dark Knight Rises“ wo der Bösewicht ganz klar nur deswegen Bane genannt wurde, damit negative Assoziationen zu Mitt Romneys Firma Bain Capital geweckt werden.

      Vielleicht ist letzteres ja wirklich nur Zufall – aber andererseits, es wäre ein auffälliger Zufall, der geradezu zur Kritik einlädt…
      Meine Frage also an den Autor ist: Ist er der Ansicht, dass die Konservativen recht hätten, mit ihrer Kritik am „liberal (also auf Deutsch: linken(!)) bias“ der meisten Mainstreammedien?
      Und wenn ja; ist es da nicht einfach ein Zeichen der (uramerikanischen) Meinungsfreiheit und des (uramerikanischen) Meinungspluralismus, wenn es in den USA große Sender gibt, die entweder ein konservatives oder aber ein linkes Weltbild verbreiten? Jeder Zuschauer darf ja wohl schauen, was er will. Jemand, der sich nur einseitig informiert, wird eben nur einseitig informiert. Das gölte aber genauso für einen deutschen Zeitgenossen, der nur „konkret“, den „Freitag“ und/oder die „FR“ läse…

      • Scuba schrieb am 3. September 2012 um 21:11 - Permalink

        Nur das das die denkbar oberflächlichste Interpretation von Dark Knight Rises ist. “Bane” hieß nämlich schon in den 90ern “Bane”. Im Gegenteil, er (der Böse) stellt ja quasi das personalisierte Occupy-Movement dar, stürmt die “Bastille” und gebiert sich als Held des “einfachen Volkes”, bis er dann vom Großkapital (dem Superreichen Bruce Wayne) gestoppt wird. Dark Knight Rises ist das schlechtest mögliche Beispiel für liberal bias, weil es von der Aussage (genau wie die beiden ersten Nolan-Batmans) konservativ bis reaktionär ist.

    9. viosz schrieb am 3. September 2012 um 14:21 - Permalink

      “Und deshalb sollte man nicht an der Bildung sparen”, fefe hat Recht.

    10. Lars schrieb am 3. September 2012 um 16:18 - Permalink

      Ein Phänomen allerdings fehlt der deutschen Medienlandschaft bislang, glücklicherweise, noch vollständig.

      Das kann man auch anders sehen. Man nehme doch nur die aktuelle Euro-Krise. Politiker können unwidersprochen die dreistesten Lügen erzählen (“Es kann nicht sein, dass man in Südeuropa kürzer arbeitet und früher in Rente geht als in Deutschland”, “Griechenland spart nicht”, etc), die problemlos widerlegt werden könnten. Aber man kann vor (fast) jedem deutschen Journalisten unwidersprochen unentwegt diese Lüge wiederholen. Diese ganze Märchenstunde vom faulen Südländer, der mit deutschem Geld am besten schon mit 30 bei vollen Bezügen in Rente geht. Dass ist exakt das Narrativ, dass Fox hat. Hier die guten^TM, die fleißigen, hart abeitenden Republikaner/Deutschen. Dort die faulen Demokraten/LINKEn/Griechen/etc., die sich auf Kosten der Jobcreator/fleißigen Deutschen ein faules Leben machen wollen.

      Fox News könnte sich gar nicht in Deutschland etablieren, denn die Positionen sind schon von FDP, Brüderle, Merkel, Bild, Spiegel, ARD, ZDF, etc besetzt

    11. Karl Heinrich schrieb am 3. September 2012 um 16:28 - Permalink

      MSNBC macht mittlerweile den Eindruck, ein linkes Fox sein zu wollen:
      How MSNBC Became Fox’s Liberal Evil Twin

    12. Frank Schenk schrieb am 3. September 2012 um 16:59 - Permalink

      Herr Sasse hat den Begriff Gegenöffentlichkeit ins Gegenteil verkehrt….

      Hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Gegen%C3%B6ffentlichkeit

      Seifenblasenwelten haben wir auch in der guten, alten Welt.

      Bei Sat1, RTL[1,2,Super] gibts Scripted Schwachsinn.

      Bei den öffentlich-halbseidenen gequirlte Kacke mit einem Schiß Lanz + Jauch obenauf.

      n-TV + N24 erträgt man nur während einer Valium-Desensibilisierungs-Therapie mit 10facher Überdosis am Tag.

      Springer, Burda, Spiegel + Co. taugt nicht mal mehr, um tote Fische einzupacken (die haben schließlich auch ihren stolz)

      Und ob Fox-News nun Tea-Party Propaganda ausstrahlt oder den Zuschauern mit Volksmusik das Hirn weichkocht, ist letztlich auch egal.

      Nuff said

    13. Cheops schrieb am 3. September 2012 um 19:30 - Permalink

      Die Fox-News haben der Welt den Kriegsherrn Bush geliefert, den die Welt gar nicht wollte und damit ist genug zu diesem Sender gesagt.

    14. schwitzig schrieb am 3. September 2012 um 19:34 - Permalink

      @Cheops
      Also, die Zeitung “Die Welt” wollte den Kriegsherrn Bush sehr wohl :-). Ich muss gestehen, ich habe diesen Sasse gelesen. Leider. Naja, aus Schaden wird man klug :-).

      • Vogel schrieb am 3. September 2012 um 21:43 - Permalink

        @schwitzig
        Du bei Sasse? Ich wollt’ schon sagen “ttttt” *kopfschüttel* aber dann haste Dir ja doch erklärt :-p

        @Stefan
        Ich gehöre ja zu denen, die das SF-Team und Deine Artikel gut finden … Ausnahme: Der obige! Also das mit der Gegenöffentlichkeit … und überhaupt … wo kommst Du her?, wo willst Du hin?, und warum überhaupt? Meinste, das hilft, wenn ich’s auswendig lerne?

        Leider: Schwach!

    15. winne2 schrieb am 3. September 2012 um 22:09 - Permalink

      Immer wieder gebe ich Sasse eine Chance, was Substantielles zu schreiben. Wieder nicht. Nur Feulleton und Klatsch. Seufz…. Wieder kratzt er nur an einer (offensichtlichen) Oberfläche ohne auch nur einen Millimeter in das Problem einzudringen: WIESO geht das, so ‘simple’ Propaganda, funktioniert das immer noch mit so schlichten, ebenso offensichtlichen Lügen, Desinformationskampagnen etc.pp. (Von möglichen Alternativen oder Vorschlägen mal ganz abgesehen – ach Gott man ist ja bei Sasse langsam anspruchslos – ein paar Vermutungen hätten ja schon…).
      Völlig geschichtslos auch noch. Wie schon Lenin in etwa sagte: “Lügen, Lügen, Lügen – irgendwas wird schon hängenbleiben”. Aber in Zeiten der (möglichen) Voll-Information?
      Absolut irrelevanter Artikel (dessen Inhalt und Aussage man hätte in zwei Sätzen mal erwähnen können aber nicht müssen).

    16. COPOKA schrieb am 4. September 2012 um 00:46 - Permalink

      Der 3. Absatz ist total wirr geschrieben.
      Ich habe nicht mal verstanden, was eigentlich laut Autor “die ultimative Verschwörungstheorie” sei.

      • Mod schrieb am 4. September 2012 um 09:54 - Permalink

        Das, nur eine Vermutung, Fox News J.W.Bush zum Präsidenten ausgerufen haben obwohl er das gar nicht war? Der Schwager von Bush bei Fox News sitzt ja nicht umsonst in der Chefetage bei denen, deswegen auch die noch fehlenden Wahlurnen in Californien, wer das zusammen Behauptet ist womöglich ein ultimativer Verschwörungstheoretiker?, nur eine (meine) Spekulation.

        Obwohl so richtig Ultimativ wird es erst wenn in diesem Zusammenhang die Anschläge vom 11.September genannt werden? Oder hat Fox News das Konzept der Berichterstattung geändert, “we´ve got him”, ein Blick nach West Point in die Amerikanische Seele:

    17. Folkher Braun schrieb am 4. September 2012 um 01:46 - Permalink

      @winne2: Geht mir auch so. Würde der Autor “tea party” durch SPD und fox durch “Springer” und so weiter ersetzen, würde er darauf kommen, dass wir das alles hier schon haben, was er nur drüben vermutet. Mir fehlt nur die amerikanische Entsprechung für “Seeheimer.” Gibt es da drüben überhaupt so derangierte Auffassungen?

    18. Christian Himberger schrieb am 4. September 2012 um 19:23 - Permalink

      Wenn Fox News rechtes Gedankengut verbreitet und MSNBC linkes, ist doch alles in Ordnung, zumal CNN eher zwischen beiden angesiedelt ist.
      Es gibt nicht so viele große Länder, in denen so viel Meinungsfreiheit herrscht, wie in den Vereinigten Staaten von Amerika.
      Hinzu kommt, dass es nicht nur diese drei Nachrichtensender bzw. Meinungssender im Fernsehen gibt, sondern auch die drei großen Netzwerke ABC, NBC und CBS. Darüber hinaus gibt es unzählige Radiostationen, immer noch relativ viele Zeitungen und inzwischen das Internet.
      In Seifenblasenwelten lebt nur der, der sich gegen andere Meinungen vollständig abschottet. Deshalb empfehle ich jedem, sich nicht einseitig zu informieren.

    19. Jan schrieb am 5. September 2012 um 13:16 - Permalink

      Guckt mehr Colbert Report!!


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