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  • Open Thread zum ESM-Entscheid

    geschrieben am 12. September 2012 von Spiegelfechter

    Selten gibt es Entscheidungen der Männer in Rot, die in der Öffentlichkeit derart hoch gehangen werden, wie die heutige Entscheidung zu den Klagen gegen das ESM-Gesetz. Für die “Qualitäts”medien ist klar, dass mindestens Europa, wenn nicht gar die ganze Welt, auf dem Spiel steht. Für einige ESM-Gegner wäre ein Sieg der ultimative Gegenschlag gegen die ganz sicher drohende Diktatur und die Plünderung der Ersparnisse des deutschen Michels durch die faulen Südeuropäer.

    Geht´s nicht etwas kleiner? Nach momentanen Stand der Dinge, ist es am wahrscheinlichsten, dass die Verfassungsrichter das ESM-Gesetz, wie üblich, mit kleinen Auflagen, durchwinken. Im, unwahrscheinlichen “Worst Case” wird das Bundesverfassungsgericht fordern, das Grundgesetz – womöglich mit Plebizit – zu ändern. Aber auch in diesem Falle wäre Euroland nicht verloren, da die Entscheider dann gezwungen wären, die EZB stärker einzubeziehen, um die notwendige Abschirmung einiger Euroanleihen vor den hyperventilierenden Finanzmärkten zu gewährleisten. So what? Die Hysterieblase der Öffentlichkeit wird dadurch jedenfalls nicht platzen.

    Spannend wird es dennoch und voll Spannung schauen wir nach Karlsruhe, wo heute gegen 10.00 Uhr das Urteil verkündet wird. Stay online und viel Spaß beim Diskutieren im Open Thread,

    Euer Spiegelfechter, Jens Berger

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    Tags: Europa
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    77 Kommentare:

    1. jetztwirdesernst schrieb am 12. September 2012 um 09:12 - Permalink

      Meine Wette: der ESM wird kommen (mit einer Kappungsgrenze deutscher Beiträge, die vom Verfassungsgericht vorgegeben woird). Und dann wird alles den Bach runter gehen, wir werden dann abstürzen ins bodenlose.

    2. Nicolai Hähnle schrieb am 12. September 2012 um 09:31 - Permalink

      Vorweg: die Anleihenkäufe durch die EZB sind gerechtfertigt. Was wir in Bezug auf die Staatsschulden sehen ist analog zu einem Bank Run, und Zentralbanken wurden ganz explizit eingerichtet, um Bank Runs zu verhindern. Deswegen ist analoges Einschreiten bei Staatsschulden nur legitim.

      Ein Problem entsteht bei der Unterscheidung zwischen Bank Runs und “schlechtem Verhalten”. Diese ist notwendig, damit die Zentralbank nicht einfach beliebig viel Geld erzeugt und so womöglich eine Inflation anheizt. Bei Banken gibt es klare, marktwirtschaftliche Kriterien, um deren Erfolg und Solvenz zu beurteilen. Aber Staaten kann man nicht nach den gleichen Kriterien beurteilen.

      Ob die Einnahmen- und Ausgaben-Politik eines Staates “gut” ist ist eine rein politische Erwägung. Die EZB ist aber nicht dafür legitimiert, darüber zu entscheiden, ob die Finanz-Politik eines Staates “gut” ist oder nicht.

      Die eigentliche Lösung der Eurokrise erfordert also insbesondere, dass ein demokratisch legitimiertes und handlungsfähiges Organ ausgesucht oder geschaffen wird, dass im Fall von Finanzierungsproblemen eines Staates entscheiden kann, ob die Finanz-Politik dieses Staates gut ist oder nicht. Für mich kommt dafür nur das Europäische Parlament in Frage, als Vertretung der Bürger ganz Europas.

      Genau wie bei uns das Bundesland einschreitet, wenn eine Kommune pleite geht, könnte dann das Europäische Parlament entscheiden, wie weiter vorgegangen wird, wenn ein Euro-Mitglied pleite geht. Das wäre demokratisch sauber und logisch.

      Davon abgesehen muss man sich natürlich klarmachen, dass dieser ganze Austeritäts-Bullshit, der von der Elite propagiert wird, nicht die richtige Antwort sein kann – siehe den gestern geposteten Vortrag von Flassbeck. Aber das ist dann der zweite Schritt (bzw. ein paralleler Schritt).

      • Spiegelfechter schrieb am 12. September 2012 um 09:57 - Permalink

        Oh ja, das Europaparlament wäre dafür die goldrichtige Instanz. So weit wird es aber leider nicht kommen, da dass Europaparlament nicht unbedingt als austeritätsfreundlich bekannt ist: http://www.sven-giegold.de/2012/euro-europaparlament-geht-auf-konfrontation-mit-merkel-kurs-und-fordert-schuldentilgungsfonds-und-forderung-von-nachhaltigem-wachstum/

    3. susi bibelmaus schrieb am 12. September 2012 um 09:34 - Permalink

      Hier wird von wem auch immer wieder mal ein Untergangs-Szenario aufgebaut, nach dessen zugedachter Wichtigkeit die Welt heut Vormittag entweder untergeht oder sich weiter dreht. Für die entscheidenden Weichen eines zentralisierten EU Staates und dem bis aufs letzte Hemd zu verteidigenden Euro sind mit der Manifestierung von Scheinfirmen wie EZB, EFSM, ESM. IWF, EFSF… ABC und BRD und etc… Jahre vorher schon längst unumkehrbare Fakten geschaffen worden. Dieses Theater soll nur mal wieder eine wehrhafte Demokratie suggerieren.
      .
      susi

    4. Vogel schrieb am 12. September 2012 um 09:57 - Permalink

      @Jens
      Das Bild veranlasst mich zur Frage: Glaubst Du, dass heute in Karlsruhe die BHs fliegen? :-D

      • Spiegelfechter schrieb am 12. September 2012 um 09:58 - Permalink

        Solange es nicht Merkels ist ;-)

        • Vogel schrieb am 12. September 2012 um 10:20 - Permalink

          *lol*

        • The Joker schrieb am 13. September 2012 um 04:10 - Permalink

          Vielleicht fliegt wenigstens ihr FDJ-Halstuch…

    5. schwitzig schrieb am 12. September 2012 um 10:10 - Permalink

      @SF

      Für die “Qualitäts”medien ist klar, dass mindestens Europa, wenn nicht gar die ganze Welt, auf dem Spiel steht. Für einige ESM-Gegner wäre ein Sieg der ultimative Gegenschlag gegen die ganz sicher drohende Diktatur und die Plünderung der Ersparnisse des deutschen Michels durch die faulen Südeuropäer.

      Mir behagt dieses simplifizierende Schubladendenken á la “Gegen-ESM=Rechter-Doofmichel” & “Für-ESM=Selbsternannte-Weltretter” überhaupt nicht.
      So bin ich z.B. nicht gegen einen ESM, aber sehr wohl gegen diesen ESM, der in der Tat eine der schlimmstmöglichen Katastrophen ist.

      • Roberto J. De Lapuente schrieb am 12. September 2012 um 11:06 - Permalink

        So bin ich z.B. nicht gegen einen ESM, aber sehr wohl gegen diesen ESM, der in der Tat eine der schlimmstmöglichen Katastrophen ist.

        Dem schließe ich mich an!

      • Kriegszitterer schrieb am 12. September 2012 um 19:08 - Permalink

        Dacor … Das ist doch wieder nur so eine Gummientscheidung.

        Die Bananenrepuplik ist mir lieber als ein
        Mafiaeuropa !

        Gruß
        Kriegszitterer

    6. Vogel schrieb am 12. September 2012 um 10:20 - Permalink

      Jezz isses raus: Ein entschiedenes Ja, wenn, man könnte auch sagen: sowohl als auch, ein klares JAIN. Man wird weiter basteln können, nachbessern, flickschustern … €uropa wird weiter Gelegenheit haben sich an D zu reiben und doch erdrückt zu werden.

      • Spiegelfechter schrieb am 12. September 2012 um 10:24 - Permalink

        Sehe ich anders. So wie ich das interpretiere, sind die Einschränkungen so elementar, dass der ESM-Vertrag nachverhandelt werden und in allen(!) Eurostaaten noch einmal durch die Gesetzgebung gehen müsste.

        • Mod schrieb am 12. September 2012 um 10:33 - Permalink

          Am besten mit neuem EU-Vertrag, aber ich frage mich weshalb wird da etwas Nachverhandelt wo doch die bisherigen Arbeitsweisen und Gesetze zur EU nicht eingehalten wurden? Deswegen befinden wir uns ja in diesem “gefühlten” Chaos, den Hype verstehe ich auch nicht, muss wohl um viel Geld gehen? Was sagt der Gauck dazu als oberstes Organ?

        • Spezialdemokrat schrieb am 12. September 2012 um 12:06 - Permalink

          Schön, wenn es noch Optimisten gibt.

          Vorstellen kann ich es mir nicht, dass da noch groß etwas nachverhandelt wird. Juncker macht bereits massiv Druck.

          Zitat aus dem “Fokus”:
          11.37 Uhr: Kaum hat das Bundesverfassungsgericht den künftigen Rettungsfonds gebilligt, rammt Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker einen Pflock ein: Der ESM solle bereits am 8. Oktober in Kraft gesetzt werden, teilt er mit. „Ich plane, das erste Treffen des ESM-Gouverneursrats am Rande des Eurogruppen-Treffens am 8. Oktober in Luxemburg einzuberufen“, erklärt Juncker am Mittwoch in Luxemburg.
          Zitatende.

          8. Oktober? Wer will da noch was verhandeln und in die Gesetzgebung schicken? Und das, wo alle möglichen Parlamentarier Druck machen, dass der ESM endlich in Kraft tritt?
          Heute wurde Deutschland abermals demoliert.

        • Vogel schrieb am 12. September 2012 um 17:14 - Permalink

          @Jens

          sind die Einschränkungen so elementar, dass der ESM-Vertrag nachverhandelt werden und in allen(!) Eurostaaten noch einmal durch die Gesetzgebung gehen müsste.

          Ob das die Politniki auch so sieht – und in Deinem (userem) Sinne – auch wirklich nachverhandeln okay.

          Aber ich glaube, Du hast nicht umsonst den Konjunktiv müsste gewählt.

          Schaun merr ma! (deutscher Philosoph)

        • Vogel schrieb am 12. September 2012 um 18:35 - Permalink

          Nachtrag:
          Gerade vermeldet eine der Reichspropagandaspritzen Schäuble meine, dass der ESM in spätestens 6 Wo. in Kraft treten kann.

          Soviel zu

          nachverhandel(t) … und noch einmal durch die Gesetzgebung gehen müsste.

          Die Balken werden sich biegen, Lahme werden über’s Wasser laufen und alle Kamele durch ein Nadelöhr gehen. Wetten?

          • Spiegelfechter schrieb am 12. September 2012 um 18:44 - Permalink

            Ja, das war ja auch nur mein erster (falscher) Eindruck, nachdem ich die Einleitung von Voßkuhle gehört habe ;-)

            Meine aktuelle Einschätzung steht im neuen Artikel.

      • schwitzig schrieb am 12. September 2012 um 10:34 - Permalink

        Aha. Der Bundestag muss über Haftungsgrenzen,die 190.000.000.000 Euro übersteigen abstimmen dürfen. Das ist aber echt nett. Und so wirksam!
        Nun ja – jetzt dürfte der Friedmann-Knute und der EU auf dem Chicago-Boy-Chile-Weg nichts mehr entgegenstehen. Hurra.
        Das BVerfG hat mal wieder gezeigt, dass es wie bei der Vorratsdatenspeicherung, den Hartz-IV-Sätzen und und und nur sogenannte “salomonische Urteile” fällen kann, die sich als reiner Etikettenschwindel zur Plebsberuhigung entpuppen. Ich kriege mittlerweile Pickel, wenn ich die Fatzkes in ihren roten Kittelchen sehe, die sich so ungemein wichtig vorkommen, aber tatsächlich nur ein verfliegender Furz auf der Realpolitik sind.

        • schwitzig schrieb am 12. September 2012 um 12:06 - Permalink

          Kleiner polemischer Nachtrag:
          Ist eigentlich schon jemandem aufgefallen, dass unsere Verfassungsrichter alle so ein lustiges, weisses Schlabberlätzchen tragen?
          Ich finde das sehr passend.

          • Spezialdemokrat schrieb am 12. September 2012 um 12:09 - Permalink

            Mit irgendwas muss man doch die Tränen über die eigenen Urteile trocknen, Sie Zweifler, Sie.
            :-))

        • gerhardq schrieb am 12. September 2012 um 12:39 - Permalink

          Das wurde so nicht gesagt!
          Es darf nur nicht ohne Zustimmung des Deutschen im ESM erhöht werden. Wenn mich mir also Ich-kann-mich-nicht-erinnern-Schäuble als Gouverneur vorstelle, so können wir davon ausgehen, daß der deutsche Vertreter alles durchwinkt.

    7. Heldentasse schrieb am 12. September 2012 um 10:28 - Permalink

      Aktuell aus SPON:

      Die Ratifizierung könne aber erst abgeschlossen werden, wenn völkerrechtlich sichergestellt sei, dass die Haftungsgrenze Deutschlands von 190 Milliarden Euro nur mit Zustimmung des Bundestages geändert werden könne, erklärte Gerichtspräsident Andreas Voßkuhle.

      Tut sich damit nicht ein vermeintlicher Widerspruch auf? Ist der Bundestag denn überhaupt im Boot, nach dem aktuellen Regelwerk, wenn der ESM/ Gouverneursrat mehr Geld als die 190^9€ vom deutschen Staat als “Einlage” fordert?

      • Heldentasse schrieb am 12. September 2012 um 10:36 - Permalink

        Dazu:

        Aber muss nicht eine Erhöhung des Stammkapitals nach Artikel 5 ESM-Vertrag vom Gouverneursrat einstimmig beschlossen werden? Und benötigt nicht der deutsche Vertreter im Gouverneursrat, also der deutsche Finanzminister, für eine Zustimmung nach Artikel 2 Absatz 1 des deutschen Zustimmungsgesetzes eine Ermächtigung durch den Gesetzgeber, also den Bundestag? Sind damit nicht zwar weite, aber doch wirksame Haftungsgrenzen gesetzt?

        Im Zweifel nein. Denn als Gouverneur des ESM genießt der deutsche Finanzminister persönliche Immunität (Artikel 35 ESM-Vertrag), die nur vom Gouverneursrat selbst aufgehoben werden kann. Der Finanzminister kann also im Gouverneursrat eigenmächtig entscheiden, auch gegen deutsche Gesetze, ohne dass er Folgen zu befürchten hat.

        Quelle

        Nach Zustimmung des Bundestages bei einer evtl. notwendigen Erhöhung des Stammkapitals hört sich das nicht an.

    8. Roberto J. De Lapuente schrieb am 12. September 2012 um 11:03 - Permalink

      Das ESM (Emotionale Selbstmanagment) wird als kostengünstige alternativmedizinische Lösung kommen, weil der ESM (Europäischen Stabilitätsmechanismus) kommt.

    9. R_Winter schrieb am 12. September 2012 um 11:20 - Permalink

      Es war nicht anders zu erwarten.

      Begrenzung in der Höhe, jedoch jederzeit änderbar, wenn der BT zustimmt.

      Damit haben die Regierung mit ihren Durchwinkparteien jede Möglichkeiten.
      Die Bankster haben weiter freie Hand

      Bundesregierung muss Anhänge zum ESM völkerrechtlich Wirksam machen
      Gebotene Klarstellung sorgen…..

      Eine Beruhigungsmedizin ohne Wirkung.

      Staatsschuldenkrise

      Hier zeigen die Richter des BVerG ihr neoliberales Gesicht.
      Mit keinem Wort wurden die Diebe” angesprochen, sondern verbal wurde alles auf den “Bestohlenen” verlagert.

      Budgetrecht des BT wurde ausdrücklich bestätigt und darf nicht verlagert werden.

      Reine Augenwischerei, da die Grenzen schwammig sind.

      Einseitige Festlegung der EZB auf Preisstabilität

      Wieder eine reine neoliberale, unangemessene Wortwahl des BVerG

      Verpflichtung auf Preisstabilität

      Unglaublich und weltfremd.

    10. susi bibelmaus schrieb am 12. September 2012 um 11:33 - Permalink

      Abschaffung der Nationalstaaten, Entmündigung der Parlamente und der Selbstbestimmung, Schrittweise Angleichung sozialer und wirtschaftlicher Strukturen, Beseitigung von Ungleichheiten durch Harmonisierungen der Renteneintrittsalter- der Löhne- der Lebens und Sozialbedingungen. Das alles sind scheibchenweise Episoden, verteilt über mehrere Jahrzehnte, die Voraussetzungen sind um jenen entscheidenden Schritt zum Etablieren einer Zentralregierung Wirklichkeit werden zu lassen. Es wird für die Bürger noch viel mehr bedrohlicher werden, wenn sie erkennen, dass das Begehren der Europabefürworter nicht Glück und Wohlstand sondern Diktatur und Kontrolle ist.
      .
      .
      susi

      • Spiegelfechter schrieb am 12. September 2012 um 11:34 - Permalink

        • susi bibelmaus schrieb am 12. September 2012 um 11:58 - Permalink

          Ich sehe aber bei weitem attraktiver aus…
          .
          susi

          • Heldentasse schrieb am 12. September 2012 um 12:19 - Permalink

            Gerade diese Antwort hätte ich persönlich von einer emanzipierten Frau nicht erwartet, zumal m.E. die Unflätigkeit des Spiegelfechters mancher Orts mit mindestens 3 Euronen, zahlbar ins Chauvisparschein, sanktioniert worden wäre. ;-)

            • schwitzig schrieb am 12. September 2012 um 12:46 - Permalink

              @Heldentasse
              Es fiel mir sehr schwer, der Susi nicht zu antworten :-).

            • Spiegelfechter schrieb am 12. September 2012 um 18:45 - Permalink

              ;-)

      • Kriegszitterer schrieb am 12. September 2012 um 19:37 - Permalink

        Der hier wäre auf jeden Fall Passender gewesen Jens :

        http://faroutshirts.com/images/Cthulhu4Prez-Preview.png

        Außerdem hast du das Bild schon in einem anderen Artikel verwendet …

        Für mich steht es zumindest fest das man wieder mal nur Zeit gekauft hat.
        Mit der Option sich noch etwas mehr Zeit kaufen zu können!

        4 Jahre keinerlei vernünftige zurückdrängung von Fatalen Entscheidungen
        der Vergangenheit. Die kloppen Europa zurück ins 19. Jahrhundert und du kommst hier mit dieser …

        Mal sehen welcher Kater schlimmer sein wird … Meiner Morgen oder der,
        der Länder Europas bei Zeiten …

    11. vera schrieb am 12. September 2012 um 12:17 - Permalink

      Och, macht aber doch viel mehr Spaß, wenn man den Weltuntergang (mindestens!) prognostizieren kann … [Spendiere noch ein 's' für Plebiszit ,) ]

    12. DerFranzose schrieb am 12. September 2012 um 12:37 - Permalink

      Zumindest ist die mögliche ESM Banklizenz gekippt wurden.

    13. R_Winter schrieb am 12. September 2012 um 12:45 - Permalink

      Der Kommentar von Prantl in der SZ ist treffend:

      Die europäischen Projekte verlangen nicht mehr nur nach nationaler, sondern nach europäischer Demokratie. Und hier hat sich Karlsruhe auf törichte Weise selbst entmachtet und gefesselt.

      http://www.sueddeutsche.de/cm/2.242/politik/urteil-des-bundesverfassungsgerichts-zum-esm-ja-aber-aber-ja-1.1465483-2#contentcolumn

    14. Beate schrieb am 12. September 2012 um 12:45 - Permalink

      Ist der ESM ein Instrument der Vergangenheit?

      Wird die Rückzahlung von Forderungen aus der Vergangenheit gesichert?

      Was machen die deutschen Banken dann mit dem Geld?

      Kommt es wieder in den Wirtschaftskreislauf?

      Wie funktioniert das. Was passiert da???

    15. Am_Rande schrieb am 12. September 2012 um 13:04 - Permalink

      Na, da hätten wir diese Scharade ja auch hinter uns; die hohe Politik hat das höchste Gericht pflichtschuldigst um sein Urteil gebeten, und das höchste Gericht hat pflichtschuldigst sein Urteil abgeliefert.
      Herr Berger, es muss ein schöner Tag für Sie sein: Die Schulden-Union und der Weich-Euro können kommen…

    16. Sylvia schrieb am 12. September 2012 um 13:43 - Permalink

      War klar. Vorstellen, dass sich das BVG gegen Merkel-Europa stellen würde, konnte ich mir sowieso nicht. Und wenn es im Interesse ganz Europas noch so nötig war. Alles eine Frage der Macht – wer hat sie, wer hat sie nicht. Wir jedenfalls haben sie nicht.

    17. Sukram71 schrieb am 12. September 2012 um 14:17 - Permalink

      Ist der ESM-Vertrag nicht sowieso egal, wenn die EZB unbeschränkt Staatsanleihen aufkauft? (Diese Einschränkungen beim indirekten Staatsanleienaufkauf der EZB wird man zur Not sicher auch fallen lassen.)

      Und was ist mit diesen Einschränkungen, die das Gericht gemacht hat? Wenn der Gauck das Gesetz einfach unterschreibt, dann gibt es vermutlich gleich die nächste Klage der EU-Ablehner, weil die gemachten Auflagen nicht eingehalten wurden.
      Möglicherweise sind diese Einschränkungen so groß, dass der ESM doch noch nachverhandelt werden muss. Jedenfalls hab ich das eben gedacht.

      “Die Ratifizierung könne erst abgeschlossen werden, wenn völkerrechtlich sichergestellt sei, dass die Haftungsgrenze Deutschlands von 190 Milliarden Euro nur mit Zustimmung der deutschen Vertreter in den ESM-Gremien – Gourverneursrat und Direktorium – geändert werden könne”
      Das klingt für mich stark nach deutschem Veto-Recht.
      Und das wird es nicht geben können.

      • Nicolai Hähnle schrieb am 12. September 2012 um 14:36 - Permalink

        Ist der ESM-Vertrag nicht sowieso egal, wenn die EZB unbeschränkt Staatsanleihen aufkauft?

        Jein. Du musst bedenken, dass da nicht ganz, sondern nur fast, die gleichen Leute am Hebel sitzen. Es ist eine zukünftige Situation denkbar, in der die EZB weitere Anleihenkäufe verweigert, und dann der ESM beschließt, trotzdem zu handeln und selbst Kredite zu geben bzw. Anleihen zu kaufen.

        Wie du siehst ist die eigentliche Frage: wer entscheidet? Wer hat die Macht? Und da werden die Weichen eindeutig in die falsche Richtung gestellt. Die Entscheidung müsste beim Europäischen Parlament liegen.

        Warum? Nun, erstens sollten solche Entscheidungen natürlich so nahe an den Bürgern sein wie möglich. Aus praktischen Gründen bedeutet das: bei einem Parlament. Zweitens müssen solche Entscheidungen auf der Ebene der gesamten Eurozone gefällt werden: wenn ein nationales Parlament alleine entscheiden könnte, dann gäbe es keine effektiven Schranken gegen Selbstbedienung (Moral Hazard), und wenn alle nationalen Parlamente gemeinsam entscheiden müssten, wäre man nicht handlungsfähig.

        Logische Schlussfolgerung ist, dem Europäischen Parlament die Entscheidungsmacht zu geben. Wenn man entsprechend nationalistisch eingestellt ist und/oder gerade besonders große Skepsis gegenüber den Engländern hat könnte man fordern, die Entscheidungsmacht in einem auf die Abgeordneten aus Euro-Mitgliedsländern beschränkten Europäischen Parlament anzusiedeln.

        Über die Details kann man streiten – und sollte man vielleicht auch, damit die Gedanken über die Kontroverse in den Medien auftauchen.

        • Sukram71 schrieb am 12. September 2012 um 15:01 - Permalink

          Die Entscheidungen müssen demokratisiert werden.
          Deine Vorschläge zum EU-Parlament sind sicher richtig.

          Aber ehrlich gesagt, ist es mir im Moment egal wer die Macht hat.
          Es geht mir im Moment nur darum, diese Krise zu lösen, Staaten vor der Pleite zu bewahren und die kommende Rezession nicht so schlimm ausfallen zu lassen.

          Wenn ich an Demokratie denken, dann denke ich an Gauweiler, Dobrint, Seehofer und Merkel. Da wird mir ganz schlecht. Und wenn ich in die Kommentare beliebiger Online-Medien sehe, muss ich mich fast übergeben, so dumm sind die halbstarken Jungs da. ^^

          Und so wie ich das eben gelesen habe, fordert das BVerfG quasi sowas wie ein “Veto-Recht” für Deutschland. Man kann nur hoffen, dass man das ignoriert, Fakten schafft und die Querulanten klagen lässt, bis sie nicht mehr können. Das interessieren die EU, die EZB und den ESM dann sowieso nicht mehr.

          Wenn man eine gemeinsamen Binnenmarkt und Euro macht, dann sitzen wir halt, so oder so alle, im gleichen Boot. Ohne einen Transfer-Union kann das nicht funktionierten, genau so, wie die Bundesrepublik Deutschland eine Transfer-Republik ist.
          Wenn das an den nationalen Parlamenten und Bevölkerungen regelmäßig scheitert, kann man es wohl nur quasi von oben herab verordnen.
          Die EU hat das ja, mit Duldung der nationalen Regierungen und Parlamente, bei vielen Dingen erfolgreich zum Nutzen aller gemacht. Z. B. bei der Liberalisierung der Telefon-, Mobilfunk, Fernseh-, Gas und Strommärkte. (Deshalb haben wir so preiswertes Internet und sitzen am PC.)
          Und ähnlich muss ein finanzieller Ausgleich wohl etwas von oben herab durchgesetzt werden. – Zum mittel und langfristigen Nutzen aller.

          • Nicolai Hähnle schrieb am 12. September 2012 um 16:46 - Permalink

            Die Entscheidungen müssen demokratisiert werden.
            Deine Vorschläge zum EU-Parlament sind sicher richtig.

            Aber ehrlich gesagt, ist es mir im Moment egal wer die Macht hat.
            Es geht mir im Moment nur darum, diese Krise zu lösen, Staaten vor der Pleite zu bewahren und die kommende Rezession nicht so schlimm ausfallen zu lassen.

            Man braucht beides. Die Rezession wurde immerhin auch dadurch begünstigt, dass die Politik die wirtschaftlichen Interessen der breiten Mehrheit aus den Augen verloren hat.

            Anders formuliert: eine breiter angelegte Diskussion, bei der sich deutsche und griechische Abgeordnete im gleichen Ausschuss in die Augen sehen müssen, kann für die Lösung der Krise nur hilfreich sein. De facto ist das Europäische Parlament ja bereits deutlich kritischer gegenüber Austerität als der Rest der Eliten in Deutschland und Brüssel, und damit näher an den Ideen, die für die Krisenlösung notwendig sind – und das ist bestimmt kein Zufall.

      • Karla schrieb am 12. September 2012 um 15:08 - Permalink

        “Die Ratifizierung könne erst abgeschlossen werden, wenn völkerrechtlich sichergestellt sei, dass die Haftungsgrenze Deutschlands von 190 Milliarden Euro nur mit Zustimmung der deutschen Vertreter in den ESM-Gremien – Gourverneursrat und Direktorium – geändert werden könne”

        Dieser Satz macht mich auch stutzig. Das würde doch eigentlich bedeuten, dass mit dem ganzen Ratifizieren noch mal von vorn angefangen werden muss, denn die anderen Staaten haben ja ratifiziert, ohne von dieser Haftungsgrenze Kenntnis zu haben. Wenn nun beispielsweise Spanien einen Hilfsantrag stellt, dürfte der Fall eintreten, dass das Geld nicht reicht; Deutschland könnte sein Veto(?) einlegen, aber Spanien hätte die Bedingungen des Fiskalpakts trotzdem an der Backe, dazu noch die gesenkten Daumen von Ratingagenturen & Finanzmärkten. Deshalb meine ich, dass sich mit diesem “ja, aber” die Bedingungen insgesamt ändern und wahrscheinlich neu verhandelt werden muss.

        • Sukram71 schrieb am 12. September 2012 um 15:19 - Permalink

          Dieser Satz macht mich auch stutzig. Das würde doch eigentlich bedeuten, dass mit dem ganzen Ratifizieren noch mal von vorn angefangen werden muss, denn die anderen Staaten haben ja ratifiziert, ohne von dieser Haftungsgrenze Kenntnis zu haben.

          In der Theorie ja.
          In der Praxis hat das BVerfG aber doch schon vor Wochen selber gesagt, dass es deshalb eine besonders ausführliche Eilprüfung vornimmt, weil sich geschlossene völkerrechtliche Verträge nicht mehr nachträglich ändern lassen. Auch nicht vom Bundesverfassungsgericht. :)

          Also behaupten Merkel und Schäuble morgen, die Bedingungen seien sowieso schon längst erfüllt, der Gauck soll den Vertrag morgen unterschreiben und die Sache ist gegessen.
          Dann können Gauweiler und Co. so lange klagen, bis sie verrottet sind. :-)

          Und im Zweifel – wenn doch alles scheitert – dann muss die EZB ihr Staatsanleihen-Aufkaufprogramm halt forcieren. Die EZB wäre dann noch die einzig verbliebene handlungsfähige Institution.

          Und die meisten Staatsschulden und Staats-Refinanzierungen über die EZB laufen zu lassen, ist vermutlich sowieso langfristig die beste Lösung. Schon alleine um die Zinsen nicht den Banken in den Rachen zu werfen. Und wenn alles bei der EZB liegt, dann kann man vielleicht irgendwann sogar alle Schulden mal ausbuchen.

          Es ist ja nicht so, dass wir für das Geld der EZB direkt haften, selbst wenn das sogar regelmäßig in Qualitätsmedien so falsch steht. Denke ich zumindest.

          • Karla schrieb am 12. September 2012 um 15:56 - Permalink

            Also behaupten Merkel und Schäuble morgen, die Bedingungen seien sowieso schon längst erfüllt, der Gauck soll den Vertrag morgen unterschreiben und die Sache ist gegessen.

            Hm. Wenn es dann aber zum Ernstfall kommt, also die Haftungsgrenze erreicht wird (Spanien allein würde genügen), das Parlament zustimmen muss, seine Zustimmung verweigert – und dann heißt es “April, April, steht im ESM-Vertrag doch anders drin als ihr dachtet “, also dann mag das zwar völkerrechtlich bindend sein, aber dann will ich mir lieber nicht vorstellen, was hier los ist. Andererseits denk ich, dass das Parlament seine Zustimmung nicht verweigern wird und deshalb der Bluff nicht als solcher auffliegt.

            Und alle Staatsschulden und Finanzierungen über die EZB laufen zu lassen, ist vermutlich sowieso langfristig die beste Lösung. Schon alleine um die Zinsen nicht den Banken in den Rachen zu werfen.

            Du hast den Grund schon genannt, warum das bestimmt nicht passieren wird.

          • R_Winter schrieb am 12. September 2012 um 16:09 - Permalink

            Dieser Satz macht mich auch stutzig.

            In der EU ist eine länderspezifische Einschränkung der Absprachen üblich.
            Es wird ein Einschränkungsverweis der Vereinbarung angehängt – fertig. Um den ESM-Vertrag durch Gauck verbindlich zu gestalten, brauchen die Juristen max. drei Tagen, da das BVerG alles vorgeben hat.
            Im Prinzip brauchen die Juristen (wie meistens) nur das Betreffende vom Urteil abschreiben. Nicht einmal den BT (der hat doch schon blanko zugestimmt) braucht Gauck…….

        • schwitzig schrieb am 12. September 2012 um 15:33 - Permalink

          @Karla

          Das würde doch eigentlich bedeuten, dass mit dem ganzen Ratifizieren noch mal von vorn angefangen werden muss, denn die anderen Staaten haben ja ratifiziert, ohne von dieser Haftungsgrenze Kenntnis zu haben.

          Nicht, wenn die anderen Staaten einem neuen “Unterparagraph” zustimmen – unterschätze nicht die Winkeladvokaten, die sich hier “Politiker” nennen dürfen; denke nur an unsere neue Verfassung, die in “Vertrag von Lissabon” umbenannt wurde.
          Notfalls fügt man einen Paragraphen ein, der für alle Euro-Länder bestimmt, dass ab Überschreiten der prozentual festgelegten Obergrenze jedes nationale Äquivalent unseres Bundestages darüber befinden darf, ob es sich beteiligt (und Stimm- bzw. Vetorecht behält) oder nicht (Stimm- und Vetorecht entzogen bekommt und vielleicht “Maßnahmen” bzw. “Nicht-Maßnahmen” der EU akzeptieren muss).

          Die schaffen das schon, irgendeinen Schmus zusammenzupinnen und man sollte sich nicht der Illusion hingeben, dass die Bundestage im Sinne ihrer Wähler entscheiden werden.

          • Sukram71 schrieb am 12. September 2012 um 15:44 - Permalink

            Oder das. ^^

          • Karla schrieb am 12. September 2012 um 16:25 - Permalink

            @schwitzig
            Ich wollte dir gerade zu deiner Formulierung “Notfalls lügt man einen Paragraphen ein …” gratulieren, hab aber eben noch bemerkt, dass ich mich verlesen habe.

            • schwitzig schrieb am 12. September 2012 um 16:33 - Permalink

              @Karla

              “Notfalls lügt man einen Paragraphen ein …” gratulieren,

              Unsere EU-Boys haben es gar nicht mehr nötig, zu lügen. Die sind an Dreistigkeit nicht mehr zu überbieten und haben wahrscheinlich gemerkt, dass man den EU-Michels einfach alles zumuten kann, ohne dass es ernstzunehmenden Widerstand gibt. Und falls doch, kann ja immer noch Militär eingesetzt werden. Auch bei uns jetzt endlich auch im Innern – das ist ebenfalls so eine coole “Ja, aber”-Nummer des BVerfGes. Quasi ein “salomonischer Spruch” der rot gekleideten Schlabberlatzträger.

              Bezüglich des ESM werden jetzt langsam auch neue, lustige Details bekannt:
              http://www.heise.de/tp/blogs/8/152768

            • Karla schrieb am 12. September 2012 um 16:58 - Permalink

              @schwitzig
              Mehr netto als brutto! (Mehr netto vom brutto war gestern.) Also, wenn das nicht sämtliche Probleme löst, dann weiß ich auch nicht.

    18. Banana Joe schrieb am 12. September 2012 um 14:27 - Permalink

      Mal etwas zum Lachen:

      Verfassungsrichter beflügeln die Börse

      Am Aktienmarkt sorgt das Urteil des Gerichts für deutlich anziehende Kurse, der Dax stieg kurz nach der Verkündung um bis zu 1,3 Prozent auf 7.410 Punkte – ein neues Jahreshoch…

      Wer die Grafik anschaut (9:00 Uhr:7340, 13:00 Uhr :7370 -> Differenz 30 in Worten DREISSIG), reibt sich verwundert die Augen…

      …es ist eben immer eine Frage des Maßstabs.

      .

      .

      .

      …und in China ist ein Sack Reis umgefallen. Dies beflügelte den Flug eines Schmetterlings in Australien. ;-)

      Das Wetter…

    19. bridgR schrieb am 12. September 2012 um 14:38 - Permalink

      flatter finde ich fasst das vorläufige ESM-Urteil und die noch nicht geklärten Posten! gut zusammen
      http://feynsinn.org/?p=15432

      • der Herr Karl schrieb am 12. September 2012 um 15:35 - Permalink

        Nicht nur der Feynsinn mit seinen Hunderten von Kommentatoren nimmt sich dem ESM-Urteil an, sondern auch der Sprengsatz.

        • R_Winter schrieb am 12. September 2012 um 16:18 - Permalink

          @der Herr Karl
          ja……. aber zu welchem Sachverhalt?
          JB wird schon schreiben.

          • der Herr Karl schrieb am 13. September 2012 um 13:47 - Permalink

            @R_Winter
            “Ja…… aber zu welchem Sachverhalt?”

            Was soll diese Frage? Ich frage beim neusten Hollywood-Action-Kracher ja auch nicht nach der Schlüssigkeit der Story – es geht um rasante Handlungen, schnelle Schnitte und um Effekte, Effekte und nochmals Effekte.
            Wie Flatter’s Feynsinn beispielsweise mit dem Thema “Bettina Wulff” umging: Ein Beispiel von sachlichem und gut recherchiertem Journalismus, wie immer gewürzt mit einer Prise Adorno und einem Schuss augenzwinkerndem Humor in der Liga eines Dieter Nuhr.
            Nein, geschätzer R_Winter, ein Qualitätsblog wie der “sozialliberale” Feynsinn mit seinen Hunderten von Kommentatoren muss sich nicht am Inhalt messen lassen…

      • der Herr Karl schrieb am 13. September 2012 um 15:50 - Permalink

        @bridgR
        Flatter möchte aber zuerst die Begriffe “Demokratie”, “Legitimität” und “Eurorettung” definiert haben.
        Das finde ich logisch. Zuerst müssen die Begriffe geklärt sein, bevor man eine Diskussion führt. Wo kämen wir hin, wenn jeder unter einem Begriff etwas anderes verstehen würde…

    20. flurdab schrieb am 12. September 2012 um 16:24 - Permalink

      Sind wir jetzt am Arsch oder doch nicht?

      Alles was jetzt kommt ist Off Topic:
      Ich habe gerade das Buch “Die Kreatur von Jekyll Island” gelesen. Verstanden und verdaut dauert noch ein wenig.
      Das sich mir jedesmal der Magen umdrehte, wenn der Autor über den “Sozialismus” herzieht, zeigt mir nur wie dumm Worthülsen sind.
      Der Autor bezeichnet die Inflation als eine Zwangssteuer, das verstehe ich nicht.
      Kann mir jemand eine Eselsbrücke bauen?

      Mit bestem Dank

      • Sukram71 schrieb am 12. September 2012 um 16:46 - Permalink

        Schon anhand der Buchbeschreibung bei Amazon kann man doch erkennen, dass es sich um das Werkt eines Spinners und Wichtigtuers handelt.
        (Eine Zentalbank sollte nicht staatlich sein, sonst wäre sie nicht unabhängig, auch wenn sie so heißt. Deren Erfolg kann man auch nicht an der Inflation seit Gründung 1913 (!) messen und die Umstände deren Gründung 1913 sagt sicher nicht viel über deren Intention, Sinn und Zweck heute aus. :D)
        Kein Wunder, dass man das nicht versteht. :)

        Inflation bedeutet Geldentwertung. Also Verminderung des Geldwertes in deiner Geldbörse (wie eine Steuer) und natürlich auch Verminderung des Geldwertes der Staatsschulden (als wie wenn diese durch Steuern getilgt würden). Wenn man es ganz einseitig und polemisch sieht, kann man sie deshalb sowas wie ne “Zwangssteuer” nennen.

      • Am_Rande schrieb am 12. September 2012 um 20:45 - Permalink

        @ flurdab
        Wenn ich Ihnen auch eine Brücke zum Verständnis bauen darf?
        Nehmen wir an, der Staat will seinen notwendigen Verpflichtungen der Gesellschaft gegenüber nachkommen und baut daher einen Nürburgring-Erlebnispark, eine Elbphilharmonie und einen Hauptstadtflughafen. Das kostet summa summarum um die 5100 Millionen Euro, (Quelle: SPON). 5,1 Milliarden Euro, das entspricht ungefähr den vermehrten Steuereinnahmen einer erhöhten Einkommenssteuer von vier Jahren (vier Jahre mal 1,3 Mia. Euro), wenn die jetzige Regierung die Pläne zur Erhöhung der Einkommenssteuer, (wie in Ausgabe 35/2012 des Spiegel beschrieben), umsetzt. Aber einen Nachteil haben Steuererhöhungen, sie sind unpopulär. Und der Verantwortliche ist leicht dingbar zu machen: der Finanzminister, also die Politik.
        Was aber, wenn die Politik sich die 5100 Millionen Euro am Finanzmarkt leiht und also Schulden in dieser Höhe aufnimmt? Dann fällt diese Staatsausgabe auf kurze Sicht niemandem zur Last. Der Politiker ist aus dem Schneider. Erst wenn Zinsen und Tilgung des Kredits anstehen, muss der Steuerzahler wieder für die Zeche gradestehen. Was aber wenn nun ein gehöriges Maß an Inflation herrscht? Das bedeutet, dass über eine Erhöhung der Geldmende die Kaufkraft jeder Geldeinheit vermindert wurde. Damit ist es aber auch einfacher geworden, die Staatsschuld abzutragen, deren Wert ja auch dementsprechend vermindert wurde. Den Preis, den der Steuerzahler dafür zu zahlen hat, ist eben „nur“, dass er als Konsument auch weniger Kaufkraft pro Geldeinheit besitzt. Somit ist die Inflation nicht nur eine „Zwangssteuer“, sie ist – aus der Sicht der Politik – noch viel besser als das: sie ist eine „verdeckte“ Steuer. Denn der Konsument wird die „erhöhten“ Preise – die Kehrseite der verminderten Kaufkraft pro Geldeinheit – immer dem einzelnen Händler – in Summe also dem pöhsen Kapitalismus – anlasten. Die Politik und der Staat sind wieder aus dem Schneider, sie haben ja scheinbar nichts mit der ganzen Sache zu tun…

        • Sukram71 schrieb am 13. September 2012 um 08:42 - Permalink

          Richtig.

          Aber “ein Nürburgring-Erlebnispark, eine Elbphilharmonie und einen Hauptstadtflughafen” sind Investitionen in die Zukunft der Bürger, die zukünftig Erträge abwerfen, Arbeitsplätze schaffen und Steuern einbringen sollen. Und zwar auf Dauer mehr als sie gekostet haben.
          Deshalb ist es gerechtfertigt, Zukunftsinvestitionen mit Hilfe von Krediten zu finanzieren, die zukünftig abbezahlt werden.

          Anders geht das auch gar nicht. Unternehmen machen das genau so. Niemand hat so viel Geld, solche Großinvestitionen einfach aus dem vorhandenen Geld, was in der Kasse ist, zu bezahlen.
          Deshalb ist es müßig und populistische Volksverdummung, sich darüber zu erregen.

          • Mod schrieb am 13. September 2012 um 09:58 - Permalink

            “Aber “ein Nürburgring-Erlebnispark, eine Elbphilharmonie und einen Hauptstadtflughafen” sind Investitionen in die Zukunft der Bürger, die zukünftig Erträge abwerfen, Arbeitsplätze schaffen und Steuern einbringen sollen.”

            wenn es soweit ist werden diese Projekte privatisiert und die Steuerzahler haben wie so oft das Nachsehen, von der Rente bis zum Wasser.

            • Sukram71 schrieb am 13. September 2012 um 10:08 - Permalink

              Also ich will ja nicht alles schön-reden, aber selbst wenn die Projekte (für Geld) privatisiert werden, schaffen sie Arbeitsplätze für die Bürger, erwirtschaften Gewinne und müssen dafür Steuern an den Staat, also an die Allgemeinheit, zahlen. Auch schon während der Bauzeit bei den beteiligten Baufirmen.

              Der Staat nimmt den Banken Geld weg, was er in Form von Bauvorhaben unter die Bürger bringt und zahlt den Banken dafür Zinsen. So rum kann man das auch sehen. ^^

            • Mod schrieb am 13. September 2012 um 11:00 - Permalink

              1,3 Milliarden Euro wird der Flughafen in Berlin teurer, die Rennbahn in der Eifel ist nicht ganz so teuer aber der Nutzen zweifelhaft, mein Verständnis wenn Autos im Kreis fahren ist gleich Null angesichts der Nebenwirkungen und wenn nur einmal darüber Nachgedacht würde wie man tatsächlich in Zukunft investiert, wären die Projekte andere und würden Bestenfalls in Bildung und Forschung landen. 15 Jahre Planung und Bauzeit für den Willy Brandt Flughafen, Franz Josef Strauß Flughafen und einen Platzeck-International-Airport wird es bestimmt auch noch geben und jede Partei hatte in den 15 Jahren etwas zum Flughafen beizutragen, zum eigenen Wohle und auf Kosten der Steuerzahler.

              Habe gerade mal berechnet wie viele Bauarbeiter wie viele Jahre beschäftigt werden können für diese Summe, bei einer 7 Tage Woche stünden über 3,34 Millionen Euro am Tag, 365 Tage zur Verfügung, bekomme gerade Visionen angesichts der Möglichkeiten.

          • Am_Rande schrieb am 13. September 2012 um 12:17 - Permalink

            @ Sukram71
            Sehr verehrter „Sukram71“,
            Sie schreiben:

            Aber “ein Nürburgring-Erlebnispark, eine Elbphilharmonie und einen Hauptstadtflughafen” sind Investitionen in die Zukunft der Bürger, die zukünftig Erträge abwerfen, Arbeitsplätze schaffen und Steuern einbringen sollen.

            Ja, das schöne Wort „sollen“; oder: die Welt als Wille und Vorstellung… ;-)
            Zum Nürburgring-Erlebnispark:

            […] Pikant an der Planung [des Parks] ist aber vor allem, dass sich Geschäftsführer Kafitz ausgerechnet mit einem Team umgeben hat, das schon einmal an einem wenig erfolgreichen Projekt beteiligt war: dem Space-Park in Bremen. Ein Prestigevorhaben, das mit Vergnügungscenter und Shoppingmeile ebenfalls Hunderttausende von Besuchern anziehen sollte, aber nach nur sieben Monaten wegen mangelnder Besucherzahlen schließen musste – und insgesamt 450 Millionen Euro an Fördermitteln und Investitionen verschlang. […] (SPON, 22.05.2007)

            Zur Elbphilharmonie:

            […] Im vergangenen Jahr gab der Senat [des Landes Berlin] für jedes Ticket [der Kultureinrichtungen] durchschnittlich 100 Euro dazu. Dabei sind die Unterschiede zwischen den öffentlich geförderten Kultureinrichtungen sehr groß. Ein Abend in der Staatsoper wurde mit 248 Euro aus der Landeskasse bezuschusst, […]. (Der Tagesspiegel vom 05.04.2011)

            Und wer mag glauben, dass die stolze Stadt Hamburg hinter dem armen (aber sexy?) Berlin zurückstehen will?
            Die Elbphilharmonie wird übrigens an die 3000 Plätze bieten – da kommt ordenlich was zusammen…
            Und zum Hauptstadtflughafen:
            Ob es sich wirklich „rechnet“, drei bestehende Flughäfen zu schließen, um einen neuen (irgendwann) zu eröffnen, das ist, denke ich, eine Frage, die niemand wirklich endgültig beantworten wird können…
            Sie schreiben:

            Deshalb ist es gerechtfertigt, Zukunftsinvestitionen mit Hilfe von Krediten zu finanzieren, die zukünftig abbezahlt werden. Anders geht das auch gar nicht. […] Niemand hat so viel Geld, […]

            Nun, Bund, Länder und Gemeinden haben im Jahr 2011 573353 Millionen Euro an Steuern, oder – wie Sie so charmant geschrieben haben: „Zwangssteuern“ – eingenommen. Davon wären selbst 5100 Millionen Euro nur ein Bruchteil. Aber, dass der Staat mit dem Geld, das er einnimmt, nur ein einziges Mal auskäme… – reines Wunschdenken! Mehr ist eben nie genug… ;-)

            • Sukram71 schrieb am 13. September 2012 um 12:27 - Permalink

              Ach, es gibt auch jede Menge staatliche Infrastruktur-Maßnahmen, die sich mittelfristig, insgesamt gesehen, gerechnet haben. Schau dich mal um. Alles was du im öffentlichen Raum siehst, Straßen, Flugplätze, Bahnhöfe, ist teils mit Krediten finanziert und mit Steuermitteln abbezahlt.

              Grundsätzlich ist es sinnvoll, dass der Staat Kredite aufnimmt, um damit Infrastruktur-Maßnahmen zu finanzieren. Große Infrastruktur-Maßnahmen lassen sich auch gar nicht anders finanzieren.
              Der Staat leiht sich Geld bei den Banken, gibt es an die Bauarbeiter, die davon mit Ihren Familien nen Ausflug machen, schafft Infrastruktur und zahlt den Banken dafür Zinsen. Das ist prinzipiell sinnvoll.
              Man kann ja nicht einfach bei den Bürgern ne Sonderumlage beschließen, wie hier bei ner WEG. :)

              Da kannst du an Negativbeispielen so lange rumnörgeln, wie du willst. Selbst der Flughafen in Berlin wird irgendwann mal in Betrieb gehen und dann wird man froh sein, dass man ihn hat.

            • Am_Rande schrieb am 13. September 2012 um 12:41 - Permalink

              @ Sukram71
              Sehr verehrter „Sukram71“,
              Sie schreiben:

              Man kann ja nicht einfach bei den Bürgern ne Sonderumlage beschließen, wie hier bei ner WEG. :)

              So? „Man“ kann nicht?
              Und was war mit dem „Notopfer Berlin“? Oder dem „Lastenausgleich“? Oder dem „Solidaritätszuschlag“?
              „Man“ könnte durchaus. Aber „man“ will nicht!
              Das genannte ist alles so schrecklich offensichtlich. Eine schleichende Enteignung per Inflation ist viel eleganter…

      • DerFranzose schrieb am 12. September 2012 um 21:05 - Permalink

        Sehr gutes Buch. Es zeigt besonders gut die Entstehungsgeschichte der amerikanischen Zentralbank und wie Fiat Money Währungen funktionieren. Die Erklärung von “Am_Rande” ist sehr gut, die von “Sukram71″ können Sie getrost ignorieren.

        • Sukram71 schrieb am 13. September 2012 um 08:36 - Permalink

          Argh! – Man kann aber nicht aufgrund der “wahren Hintergründe über die Entstehung des Federal Reserve Systems” im Jahre 1913 (!!!) auf “den eigentlichen Sinn und Zweck dieser Notenbank” im Jahre 2013 schließen. :-)

          Und wer das tut, der ist ein Spinner, der mit populistischen Aussagen seine Bücher verkaufen will, wie andere VT-ler auch. ^^

          Und auf den Wertverlust des Dollars seit 1913 (!) abzuheben und daraus ein Versagen abzuleiten, ist ja wohl noch plumper. Zwischendurch gab es zwei Weltkriege und mindestens zwei Weltwirtschaftskrisen und *gottseidank* sind die Preise seit 1913 gestiegen. :-)

        • Sukram71 schrieb am 13. September 2012 um 08:58 - Permalink

          Aber wer sowas unbedingt lesen will, weil es seiner aktuellen Gefühlslage, seinem iq :) oder seinem jugendlichen Hormonhaushalt entspricht, der soll es halt lesen.
          Ich würde trotzdem eher was von Dean Koontz empfehlen. ^^

    21. susi bibelmaus schrieb am 12. September 2012 um 17:21 - Permalink

      Man kann natürlich immer das positivste herauslesen. Die kleinen Schranken inmitten des grünen Lichtes, sind sie auch noch so unbedeutend, werden und vor allem wurden im Vollzug des europäischen Automatismus stets gekonnt umfahren. Schon jetzt zeichnet sich ja wieder mehr als deutlich jene parteiübergreifende rhetorische Spitzfindigkeit ab, in Folge deren dann im alles entscheidenden Abruf an die Mitgliedsstaaten von Zahlungen an die ESM variabel abgewichen werden kann. Diese beweglichen Modalitäten werden dann im, so sicher wie die Sonne aufgeht, werdenden Haftungsfall natürlich nicht als Erweiterung der 190 Milliarden sondern als davon unabhängig und gänzlich im anderen Zusammenhang verstehenden Konsens als alternativlos zu leisten müssende Notwendigkeiten vermittelt werden.
      .
      Mit diesen Sprachdeutungen wurden sämtliche der zurückliegenden 20 Jahre vereinbarten Verträge und Verbindlichkeiten aufgeweicht, abgeändert – ja, sie wurden einfach frech „Erweitert“!
      .
      .
      susi

    22. flurdab schrieb am 12. September 2012 um 17:31 - Permalink

      Danke susi bibelmaus,

      wir sind also am Arsch!

      Gott sei dank ist Geld nur eine Religion.

    23. Lemmy Caution schrieb am 12. September 2012 um 17:41 - Permalink

      alles töff.
      wir wuppen das.

      Wenn ich mir die widerwärtigen Leserkommentare in Mercurio Online (Chile) durchlese, weiss ich, dass wir eine europäische Zusammenarbeit in dieser Welt voller Wahnsinniger dringend bedürfen ;-)

      Beispiel:
      Armes Spanien. Mit 25% Arbeitslosigkeit und nun abhängig vom DEUTSCHEN Verfassungsgericht. Dem Verfassungsgericht von DEUTSCHLAND, damit sie denen “Hilfe” schicken, die es ihnen erlaubt ihre Lungen, verschleimt mit Leichtfertigkeit, Faulheit, schlechter Verwaltung, Korruption, und Politisisererei, an die Sauerstoffflasche zu bringen. Erinnert ihr euch an Gonzales, an Aznar, an Rodriguez Zapateron und ihre gemeinsame Stärke: Die Erhöhung der Arbeitslosigkeit? Und nun strecken sie die Hand aus, damit DEUTSCHLAND denen Geld schenkt. Armes Spanien. So verlieren Völker ihre Würde.

      Mit freundlichen Grüßen

      • susi bibelmaus schrieb am 12. September 2012 um 17:55 - Permalink

        Mensch …. Ist es eben nicht gerade das Ergebnis des leidigen Geldes und der Stimmungsmache der EU, jenes Gegeneinander aufbringen ganzer Bevölkerungen!? Die normalen Leute in Griechenland oder Spanien oder Portugal oder oder oder… was hast Du denen voraus? Arbeitest du noch mehr? Bist Du noch strebsamer oder ist Deine berufliche Position noch wertvoller? Du hast Dich von den EU-Stimmungsmachern benutzen lassen, benutzt als willige Sprechblase zur vermeidlich notwendigen Erfüllung weiterer noch einschneidender Spar(Verarmungs)massnahmen an jene Länder. Woher weißt Du ob nicht Du der nächste bist dessen Lohntüte und Arztrechnungen und Lebensmittelpreise Dich zum „faulen“ werden lassen?
        .
        susi

        • Lemmy Caution schrieb am 12. September 2012 um 19:12 - Permalink

          Äh Susi, ich glaub ich hab mich ein wenig mißverständlich ausgedrückt. Der Text ist ein von mir übersetzter Kommentar von El Mercurio Online. So reden die da über Europa: jeden Tag über Jahre.

          Ich finde das natürlich widerwärtig. Das Lesen solcher Kommentare macht mich zum Europäischen Patrioten und natürlich halte ich die Spanier nicht für “faul” und son Scheiss.

    24. klaus baum schrieb am 13. September 2012 um 14:17 - Permalink

      http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2012/09/12/esm-klaeger-bundesverfassungsgericht-wollte-nicht-„suendenbock-fuer-europa-sein/


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