Wahlempfehlung!
geschrieben am 25. September 2009 von Spiegelfechter
Ich werde am Sonntag DIE LINKE wählen! Warum erzähle ich das ich meinen Lesern? Das ist unseriös, man verspielt seine Glaubwürdigkeit, Blogger müssen neutral bleiben – so klang es gestern aus der Blogosphäre, als durchsickerte, dass ich eine Wahlempfehlung abgeben will. Warum eigentlich? Wahlen sind immer die Einigung auf einen kleinsten gemeinsamen Nenner – die Crux mit dem Kreuz kennt jeder Wähler, sofern er kein überzeugtes Parteimitglied ist. Welche Partei steht mir programmatisch am nächsten, und mit welcher Wahlentscheidung kann ich mein Scherflein dazu beitragen, dass sich die Politik in diesem Lande in meinem Sinne ändert? Warum sollte es unseriös sein, seine eigenen Abwägungen mit den Lesern zu teilen? Wäre es nicht eher seltsam, wenn ein politischer Kommentator, der tagein, tagaus die Lage der Nation seziert, politische Positionen und Argumente abwägt, sich bei der entscheidenden Frage der Demokratie nicht zu Wort meldet? Das wäre vielleicht seriös, aber nicht eben ehrlich.
Wenn man einmal über den Atlantik blickt, stellt man fest, dass dort Wahlempfehlungen gang und gäbe sind. Fast keine amerikanische Zeitung, fast kein amerikanisches Politikblog verzichtet auf eine klare Positionierung. In den USA ist es auch fast schon normal, dass „normale“ Bürger ganz offen ihre Wahlentscheidung kommunizieren. In Deutschland scheint die Wahlentscheidung dagegen eher in der Tabuskala auf einer Stufe mit Potenzproblemen und dem Nettogehalt zu stehen – darüber spricht man nicht, und wenn überhaupt, dann nur mit den engsten Freunden, es soll sogar Ehepaare geben, bei denen der eine Partner nicht weiß, was der andere wählt. Einem Blogger und Journalisten, der tagtäglich offen politische Fragen diskutiert, kommt diese Heimlichtuerei befremdlich vor.
Der Leser hat ein Anrecht auf Transparenz und Ehrlichkeit. Natürlich könnte auch BILD schreiben, dass ihre Wähler doch bitteschön die Union wählen sollen, schließlich trieft diese Aufforderung dort aus nahezu jedem politischen Artikel – Springer verzichtet jedoch aus gutem Grund auf dieses Bekenntnis. Ein Großteil der Leser ist sich nämlich gar nicht bewusst, dass er manipuliert wird. Je intelligenter die Leser, desto unproblematischer ist es, sich klar zu positionieren. Im deutschen Blätterwald schaffte es immerhin die taz, sich zu bekennen – das verdient Respekt. Leser des Spiegelfechters sind aber keine BILD-Leser – würde ich versuchen, die Leser hinterrücks zu manipulieren, so würde sich dies spätestens in den Kommentaren rächen, da ich von meinen aufmerksamen Kommentatoren mit Schimpf und Schande zurechtgewiesen werden würde. Regelmäßige Leser wissen auch, dass ich die Politik der Partei „Die Linke“ stets kritisch kommentiere und dabei auch kein Blatt vor den Mund nehme. Der Glaubwürdigkeit würde es eher schaden, wenn ich meine Wahlpräferenzen schamvoll verschweigen würde. Ich stehe zu meinem Wort, ich stehe auch zu meiner Wahlentscheidung – und wenn sie sich “als Griff ins Klo” herausstellen sollte, so werde ich sie sicherlich auch nicht schön reden. Wer wie ich, 1998 und – mit Bauchmerzen – sogar noch 2002 die Grünen gewählt hat, weiß, dass man sich diesbezüglich sehr wohl von sich selbst distanzieren kann. Wahlentscheide sind Momentaufnahmen und kein Anspruch auf Erfüllung der eigenen Wünsche.
Warum wähle ich die Linke? Ich bin aus tiefster Überzeugung linksliberal und humanistisch geprägt. Ich bekenne mich auch klar zu einer keynesianischen, also nachfrageorientierten Wirtschaftspolitik, und zu einem starken Sozialstaat, zu einer offenen Gesellschaft, zu Toleranz und einer dialoggeprägten Außenpolitik ohne ideologische Scheuklappen. All dies – mit starken Abstrichen bei der Außenpolitik – sehe ich parteipolitisch am ehesten im Programm der Grünen und der Linken verwirklicht. Prinzipiell kämen daher für mich auch die Grünen in Frage, allerdings spielen zunächst einmal deren Kernthemen Umwelt und „Gleichberechtigung“ für mich keine allzu große Rolle, und was noch schwerer wiegt – ich habe ihnen Hartz-IV und den Kosovokrieg noch immer nicht verziehen. Daher kann ich ihnen keinen Vertrauenvorschuss zugestehen – sollten sie dereinst wieder in die Regierungsverantwortung kommen und dieses Mal ehrliche Politik betreiben, bin ich gerne bereit, ihnen zu vergeben. Bis dahin gibt es für mich nur eine einzige Partei, die in ihrem Programm meine Kernthemen befriedigend behandelt – Die Linke.
Selbstverständlich bin ich nicht blind und weiß, dass viele der geforderten Punkte unter Finanzierungsvorbehalt stehen, und wenn überhaupt, nur mit einer absoluten Mehrheit der Linken in Bundestag und Bundesrat umgesetzt werden können – was nie geschehen wird. Das ist aber zweitrangig – Wahlen sind nun einmal die Wahl des kleinsten gemeinsamen Nenners. Es ist auch gar nicht wichtig, ob die Linke in die Regierungsverantwortung kommt – vielleicht erreicht sie aus der Opposition heraus sogar mehr – als starkes Korrektiv für die SPD. Insofern bin ich auch mit der Arbeit der Linken in der letzen Legislaturperiode im Großen und Ganzen zufrieden. Ohne die Linke hätte es für die SPD womöglich keine Grenzen in ihrer Agendapolitik gegeben. Ohne die Linke hätte die Große Koalition vielleicht bereits eine Agenda 2020 umgesetzt. Nur die Angst der Politiker, weitere Wähler an Die Linke zu verlieren, hat hier mäßigend gewirkt – und das ist gut so! In einer möglichen Großen Koalition wird Die Linke als Korrektiv weiterhin immens wichtig sein.
P.s.: Wer von Euch ein Blog betreibt und ebenfalls am Sonntag Die Linke unterstützen will, sollte einmal bei Franks Projekt 100 Blogs für Die Linke vorbeischauen. Der gute Frank hat sich das ehrgeizige Ziel gesetzt, in zwei Tagen 100 Blogs zusammenzukriegen, die sich offen für Die Linke einsetzen. Eine nette – wenn auch recht ambitionierte – Idee, wie ich finde. Das Netz besteht schließlich nicht nur aus Piraten und Grünen.
Jens Berger
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D’accord :)
Zwei Fragen:
Haben sie schon einmal die Linke bzw. ihre Vorgänger bei anderen Wahlen (Landes- und/oder Kommunalebene) gewählt?
Ich habe es in der Vergangenheit nicht getan und habe stattdessen mit der Nicht-Wähler den Parteien meine persönliche Legitimation abgesprochen, erwäge es aber durchaus in nächster Zeit.
Wenn würden sie bei einer Direktwahl als Bundeskanzler wählen?
Deiner Erklärung ist zu entnehmen, dass du als wählbar nur die 6 im Moment im Bundestag vertretenen Parteien ansiehst. Ist das eine inhaltliche oder strategisch/taktische Einschränkung?
Respekt! Ich finde die Wahlempfehlung mutig und Du wirst damit sicher einige Fans verlieren. Aber was solls, wenn einem die Zukunft der Gesellschaft in der man lebt nicht egal ist, muss man einfach alles versuchen, damit sich die Dinge ändern. Geht mir selbst ja ähnlich.. eigentlich empfinde ich die 4jährig stattfindenden Wahlen als “Demokratie-Plazebo”, aber ich ertappe mich in den letzten Tagen immer wieder selbst beim Agitieren für die “Linke” oder beim Verweisen auf den Wahl-O-Mat (http://www.wahl-o-mat.de/bundestagswahl2009/main_app.php), wo überaschendeweise bei vielen meiner Freunde auch die Linke Top-1 ist.
AK
Hm, vorhin hatte ich mir schon überlegt, gegen wen sich denn dieser Text richten soll: http://www.fixmbr.de/mach-mir-mal-den-wahlkaempfer/ Für beide Positionen habe ich Verständnis.
Vielen Dank, dass du so deutlich Position beziehst, auch wenn ich persönlich auf deine Wahlempfehlung nicht angewiesen bin :)
@Leserlich
- ja, ich habe Die Linke bei den letzten Landtagswahlen mit bösen(!) Bauchschmerzen gewählt. Leider ist die niedersächsische Liste nämlich nicht das Gelbe vom Ei, wie auch der Skandal rund um Christel Wegner zeigte. Ob ich die gleiche Liste noch mal wählen würde? Ich weiß es nicht. Bei den Kommualwahlen für den Kreistag habe ich sie auch gewählt. Meine Stimmen für den Stadtrat hat selbstverständlich mein bester Freund bekommen, der SPD-Ratsherr ist ;-)
- Bei einer Direktwahl würde ich wohl Steinmeier wählen, da er definitiv das kleinere Übel ist und andere Kandidaten keine realistische Chance hätten
Gerade die LINKE ist ein Zeichen, dass eine Parteiendemokratie noch funktionieren kann, weil sie zeigt, das politischer Willen des “Volkes” noch in das politische System transformiert, getragen werden kann. Die Agenda-Politik etc. war/ist ja genau von dem gegenteiligen Geist beseelt: Die Eliten entscheiden und verkünden was sie für richtig halten ohne Rückkopplung, ohne Konsequenzen, auch wenn ihre Politik zu desaströsen Ergebnissen führt (kann man zur Zeit ja schön bewundern).
Aber was, wenn die LINKE scheitert, sei es, wegen eigener Unfähigkeit oder weil die SPD sich bis zum bitteren Ende ihrer verweigert? Unser demokratisches System würde endgültig erodieren…jedenfalls mindestens in seiner Organisationsform über Parteien. Was folgt aber darauf?
Nochmal d’accord ;)
Auch aus den gleichen Gruenden, CDU/FDP waren fuer mich nie waehlbar, SPD/Gruene sind es nicht mehr (Agenda + Kriege).
Ein sehr wichtiger Punkt in meinen Augen ist auch noch, dass LaFontaine in zwei sehr wichtigen Phasen der Bundespolitik nicht nur das Richtige gesagt, sondern auch getan hat.
1) Der Wahlkampf gegen Kohl, als er ehrlich war und *nicht* von bluehenden Landschaften sprach, und
2) Der Bruch mit Schroeder: Eine Politik nicht mittragen zu wollen, die so sehr gegen die eigenen politischen Ueberzeugungen ist, ist fuer mich ein Zeichen von Aufrichtigkeit, die ich bei allen anderen Parteien vermisse.
Deshalb ist meine Stimme bei der Linken gut aufgehoben.
@5 no
Ja, ich habe da auch Verständnis und gar kein Problem.
@Lago
Nein – die Piraten sind für mich deshalb keine Wahl, da sie meine Interessenschwerpunkte (Wirtschafts-, Finanz-, Sozialpolitik) gar nicht wahrnehmen. Die anderen “sonstigen” sind für mich idT nicht wählbar.
@mason
das d´accord gebe ich da 100% zurück ;-)
Das hätte ich jetzt nicht von dir gedacht!
;-)
Wer behauptet den sowas? Also ich lese Blogs, weil sie eindeutig Stellung nehmen. Als Informationsmedium sind mir Blogs nach wie vor zu unzuverlässig.
Ich wähle Erststimme SPD und Zweitstimme weiß ich noch nicht. Das wird sich in der Wahlkabine ergeben. Ich lasse da meinen Bauch sprechen.
@Klaus Jarchow
*g*
Auch ich habe zu den Linken tendiert. Schlußendlich glaube ich allerdings, dass ohne Freiheit und Grundrechte alles andere nur Makulatur ist und genau diese Werte momentan stark gefährdet sind. Daher arrrrrrr ;)
Ich stimme euch zu jedoch halte ich es für strategisch sinnvoller für die Piraten zu stimmen. Denn die linke kommt locker über 5%, bei den Piraten ist es jedoch knapp, da zählt jede stimme! wenn sie es schaffen dann hat die linke eine Partei an ihrer Seite die nicht voreingenommen ist und noch rational denken kann. Also lieber die Piraten wählen auch wenn man links Anhänger ist. Das stärkt die linke und ihre vorderungen.
Feiner Artikel. Ich gehe auch Linke wählen. Viele meine Kommilitonen machen große Augen und erschrecken sich wenn sie hören dass ich Linke wählen will. Es kommen dann solche Begründungen wie: „ Da kannst du mal sehen wie viel Kommunismus in euren Köpfen noch steckt, da du aus Russland kommst kann man das gut erklären“. Ich frage mich, warum viele diesen Vergleich (UdSSR Kommunismus und die Linke) machen.
Sehr unglückliche Wahlempfehlung. Bei der LINKEN muss man stets auch den Hintergrund der Parteimitglieder beachten. Man wählt allgemein nicht nur Wahlprogramme mit denen man sich mehr oder minder identifizieren kann, sondern vor allem die Personen dahinter. Sehr viele der linken Parteimitglieder, sowohl in der Basis als auch in höheren Positionen, haben schlichtweg hinstorischen “Dreck am Stecken”. Zudem verhindern zuviele Strömungen und auch gegensätzliche Meinungen innerhalb der gleichen Partei, dass diese auf Bundesebene ernst genommen werden kann. Unwählbar meines Erachtens für alle, die eine Partei wollen, die auch tatsächlich Politik umsetzen kann und nicht schon an den eigenen Mitgliedern scheitert!
Blogs sind für mich immer Subjektiv und das ist auch gut so! Ich bin für klare Meinungen und das wir darüber streiten können.
@Mogoh
Yapp! Ob mir SFs Wahlempfehlung gefällt oder nicht, ist völig schnurz. Aber auch ich wünsche mir von Blogs eine eigene Meinung. Generell. Scheinbar unparteiisches Geplänkel sind Sache der Massenholzmedien.
@Oleg Ivanych: Dass du dich fragst, “warum viele diesen Vergleich (UdSSR Kommunismus und die Linke) machen” zeigt aus meiner Sicht, dass du den Hintergrund der Parteimitglieder nicht kennst. Hier würde eine Recherche gut tun, bevor du tatsächlich eine Partei wählst, die innerhalb ihrer Gruppierung diverse auch anti-demokratische Strömungen kommunistischer Natur vertritt.
@Andreas
Richtig, DIE LINKE ist einfach nur die SED… Lafontaine hin oder her, wer so fahrlässig mit der jüngeren deutschen Geschichte umgeht hat in einer Demokratie nichts verloren
Lieber Spiegelfechter!
Über den Satz:
„Blogger müssen neutral bleiben“
wundere ich mich auch.
Ich habe allerdings sowieso noch nie verstanden was „die Bloggosphäre“ sein soll und welche Blogs man da zu lesen hat.
Gibt es so eine Art DAX der Edelblogger, die eine gemeinsame Linie austüfteln?
Wenn ich recht unterrichtet bin, gibt es doch ein paar Hunderttausend deutschsprachige Blogs. Viele rein privat, die nicht auf mehr als zehn Leser kommen und genauso gibt es reine Propaganda-Organe, die mit allerlei Aufwand beispielsweise rechtsradikale Positionen von US-Servern aus nach Deutschland schieben (als Beispiel sei die katholische Hetz-Plattform kreuz.net genannt, die von sich selbst behauptet 2 Millionen Klicks im Monat zu haben).
Offensichtlich habe ich ein anderes Blog- Portefeuille.
Ich lese in der Regel recht klare Positionierungen und tue das im Übrigen natürlich auch selbst in klarer parteipolitischer Aussage.
Z.B. hier
http://tammox.blogspot.com/2009/08/wahlempfehlung.html
Da ich kulturell auch zu rot/rot/grün neige, habe ich prinzipiell überhaupt nichts dagegen, wenn jemand die LINKE wählt.
Nur – es gab nun einmal diesen Auschließeritiswahn!
Schon 2005 haben die Stimmen für die LINKE ganz klar und eindeutig den Ausschlag dafür gegeben, daß Merkel Kanzlerin wurde.
Nur durch diese untaktisch denkenden Wähler konnte sie sich im Amt auf 76% Zustimmung schrauben! Da hätte uns einiges erspart werden können.
Ich teile die Ansicht, daß ein „Matschilantie“-Verhalten hochgradig verblödet ist. ABER es hilft ja nichts, die Augen vor der Realität, dass es diese Festlegungen gibt, zu verschließen.
Insofern bleibt es dabei:
Wer übermorgen die LINKE wählt, hilft schwarz-gelb, bereitet Merkel und Westerwelle den Boden und reduziert den sozialen Ausgleich noch mehr.
Wer die LINKE wählt, soll sich nach der Wahl nicht beschweren, wenn neoliberal vor dem Sharholder-value-Wahn gekrochen wird und die Atomkraft ausgebaut wird!
LG
Tammox
Frage: die Grünen bekommen keinen Vertrauensvorschuß angesichts von Hartz4 und Kosovo. Einverstanden. Wieso bekommt aber ausgerechnet die Linke mit einer nicht aufgearbeiteten Historie von Unterdrückung, von Bautzen und Hohenschönhausen, von Schießbefehl, von “Wahl”manipulation, Stasi und Agitation gegen Rechtsstaat, dafür Propaganda für totalitären Kollektivsmus nicht nur einen Vertrauensvorschuß, sondern sogar einen Persilschein angesichts Ihrer Wahlempfehlung?
Bei allen Zweifeln, allen Bedenken, allen Vorbehalten. Weder den Grünen, weder der FDP und auch nicht den Piraten kann man das alles zutrauen, wofür diese Organisation, die sich durch steten Namenswechsel zu verbergen versucht, verantwortlich zeichnet.
Jeder, der die Linke wählt, sollte das den Hinterbliebenen der Maueropfer und den zerstörten Existenzen der DDR-Diktatur erklären können. Erst wenn die Argumente FÜR die Wahl der Linken diese Historie und vor allem die Unfähigkeit/den Unwillen zur Aufarbeitung übertreffen, kann eine solche Wahlempfehlung Sinn machen. Dies hat Ihr Artikel nicht geschafft.
Und komm keiner mit so einer Argumentation a la “angesichts der neoliberalen Manager und des bösen Kapitalismus, ist die Wahl der Linken ….” Das ist menschenverachtend den Opfern gegenüber.
@Tammox
ich wehre mich dagegen, die Schuld fuer Merkel in die Schuhe geschoben zu bekommen. Wenn jemand daran Schuld ist, ist es der eierige Ausgrenzungskurs der SPD.
Es gibt im Bundestag eine Mehrheit links der Mitte, das ist fuer mich die Realitaet. Die SPD ist nur nicht in der Lage oder gewillt, diesen Waehlerwillen umzusetzen.
Daran hat meine Stimme fuer die Linken keinen Anteil.
@Tammox
4 Jahre in der Opposition dürften die SPD nicht nur wieder linker machen, sondern ist vielleicht auch der Ausschlag für ein Rot/Rot/Grün 2013.
@Spiegelfechter
Ich war schon Fan, sonst wäre ich es jetzt geworden.
@ Spiegelfechter
Ein ehrlicher und mutiger Artikel. Respekt Jens.
Ich würde auch die LINKE wählen, aber ich habe meinen Glauben an die Demokratie schon vor langer Zeit verloren.
Deshalb bleibe ich am Sonntag zuhause.
PS. Die Grünen haben schon ein mal ihre Idee verraten (Kosovo-Krieg) und sie werden es wieder tun.
Ich wünsche Dir viel Glück !
Lieber Spiegelfechter,
auch von mir Hochachtung fuer Deine mutige Wahlempfehlung.
Ich habe bereits meinen Wahlschein eingetuetet und abgeschickt. Beide Kreuze bei der auch von Dir empfohlenen Partei. Meine Gruende decken sich im Wesentlichen mit dem, was auch Du anfuehrst.
***
Was ich darueberhinaus an dieser Stelle loswerden moechte:
Die hier in den Kommentaren nicht nur angeklungenen sondern hoechsterhobenen moralischen Finger finde ich sehr gedankenlos.
Hat doch gerade die “Gegenseite” einen erheblichen Mangel an Ehrlichkeit mit der eigenen Ost-Vergangenheit.
Die “karriereorientierte” SED-Mitglieder sind, wo sie konnten, nach der Wende eben nicht in der SED/PDS verblieben, sondern zur Konkurrenz uebergewechselt. Von dem ganzen Blockpartei-Mitgliedern, die es sich jahrzehntelang im Sozialismus gemuetlich gemacht hatten, gar nicht zu reden.
Wer also meint, dass der “Unrechtsstaat” DDR und seine Schergen noch weiter verfolgt werden muessen, der soll seinen Blick wenigstens nicht auf die Linke einengen.
Wow, hier is was los.
Also wieso eine Stimme für die Linke Schwarz/Gelb wahrscheinlicher macht, muss man mir mal vorrechnen, ich krieg das nicht hin. Bei den Piraten schaffe ich das noch irgendwie, aber bei der Linken scheitere ich, sorry.
Als mittlerweile wieder Ostdeutscher krieg ich beim Betrachten der Personen auf den Listen tatsächlich das kalte Grausen, allerdings nicht nur bei der Linkspartei. Ich finde ehrlich gesagt keinen nennenswerten Unterschied, ob ein Ex-SED-Mitglied nun heute bei der Linken ist oder in der CDU, SPD oder FDP.
Wenn hier die Mitglieder der FDP sogar wieder mit ihrer SED-Vergangenheit werben, dann sehe ich da auch nicht gerade eine Aufarbeitung der Vergangenheit.
Ich weiß nicht, was die Leute von den Linken-Stasispitzeln und SEDlern erwarten, was sie von den SPD-Stasispitzeln und CDU-SEDlern nicht erwarten würden. Wirklich Angst vor einer kommunistischen Revolution?
Ich hab 20 Jahre lang die Linke (unter ihren Namen) nicht gewählt, nur um mit ansehen zu müssen, wie z.T. mit meiner Stimme Stasileute in den Bundestag einzogen, Ministerpräsidenten wurden und wir eine Kanzlerin haben, die sich genau so verhält, wie die DDR-Staatsführung in den 80ern. Ehrlich gesagt mangelt es mir mittlerweile an Vorstellungsvermögen, was selbst bei einer Regierungsbeteiligung der Linken auf Bundesebene – die es nicht geben wird – so viel schlimmer werden kann.
Ich weiß noch nicht, wen ich wählen werde. Aber vor roten Socken hab ich beim Blick auf die Alternativen wirklich keine Angst mehr …
Mich wundert, wie viele Die Linke auf ihre SED-Vergangenheit beschränken. Ich würde gern erfahren warum?
1. Keine Forderung der Linken erinnert in irgendeiner Weise an das DDR-Regime.
2. Im Westen besteht die Linke zum größten Teil aus ehemaligen SPD-Mitgliedern, also nichts mit SED.
3. Soweit ich weiß hat sie die damalige PDS auf mehreren Parteitagen mit ihrer Vergangenheit kritisch auseinandergesetzt. Was sollen sie noch tun?
4. In der Tat sind einige ehemalige SED oder auch Stasi-Mitglieder in der Linken, welche auch eingestehen, dass es ein Fehler war. Warum sollen sie keine 2. Chance bekommen?
5. Die CDU, die FDP und die SPD haben die Vergangenheit ihrer nach der Wende integrierten Blockparteien und Personen, nicht annähernd kritisch betrachtet.
6. Angela Merkel war FDJ-Sekretärin für Agitation und Propaganda, somit wäre die CDU wohl auch nicht wählbar.
Ich habe eher das Gefühl, dass jene, welche die Linke auf ihre Vergangenheit reduzieren, einerseits auf die Medienkampagnen reinfallen und sie unkritisch übernehmen und/oder ein Grundressentiment gegen die Linke haben und auf Grund fehlender, anderer Argumente sich auf die Vergangenheit stürzen.
Und was für Personen können denn die anderen Parteien anbieten? Einen Schäuble, der vollkommen verfassungsfeindlich und paranoid ist, einen Fischer, der aus der Putzgruppe kommend, jegliches Rückgrad verloren hat, einen Rüttgers der gegen Ausländer hetzt, einen Sarrazin der gegen Hartz4-Empfänger wütet, einen RCDS-Vorsitzenden der das Wahlrecht für Arme und Renter abschaffen will? Ich bin sicher es ließen sich noch eine Anzahl mehr aufzählen.
@25 / Karsten:
“Jeder, der die Linke wählt, sollte das den Hinterbliebenen der Maueropfer und den zerstörten Existenzen der DDR-Diktatur erklären können.”
Fein. Ich fordere im Gegenzug, daß jeder, der Schwarz/Gelb/aSPD/Grüne wählt, das bitte den Hartz IV-Opfern, den Opfern des Kosovo-Kriegs, den Opfern in Afghanistan etc. pp. erklärt.
In der LINKEn sitzen Knallchargen? Überhaupt keine Frage. Nur, irgendwie sitzen die in allen Parteien. Z.B. siedele ich einen Herrn Clement mit seiner Äußerung, Arbeitslose seien Parasiten, auf der untersten Stufe der Ekelskala an.
@Tammox: Ach sooo ist das. Weil die Herrschaften von der aSPD sich haben in die Enge treiben lassen, sind Linkswähler daran schuld, daß wir Frau Dr. Merkel erdulden mußten? Gehts eigentlich noch? Ich als Wähler soll den Unfug, den die Herren und Damen verzapfen, auch noch legitimieren, indem ich dann z.B. die aSPD wähle und damit die Agenda 2020?
@ Goldener Reiter
Ja, Du hast recht. Auch andere Parteien waren dick mit der DDR-Diktatur verstrickt. Aber nur weil man gegen die Linke ist, heißt das nicht, daß man für CDU oder FDP ist! Das Gegenteil ist richig. Gegen den totaliären Kollektivismus der Besser-Moralisten zu sein, heißt natürlich gegen Linke UND CDU zu sein. Ist vom Menschenbild sowieso dasselbe : Menschen müssen nach dieser Sicht erzeogen werden (nur wozu, darin unterscheiden sich Linke und CDU, aber nicht in der Grundidee des unmündigen, zu bevormundenen Individuums)
Die einzigen drei Parteien, die sich nichts hinsichtlich der DDR vorzuwerfen haben sind die SPD, die Grünen und die Piraten.
Die SPD ist unwählbar aus anderen Gründen als der DDR. Zuviele Gründe für die volle Verachtung für die Verräterpartei SPD um sie aufzuführen.
Die Grünen sind unwählbar dank ihres Einknickens bei der Zensur, hat aber auch nichts mit der DDR zu tun.
Bleibt …. per Ausschlußprinzip …. eben eine Partei, die sich nichts aber auch nichts vorzuwerfen hat : Ahoi, Klarmachen zum Ändern!
@33: Spricht aber auch nicht so richtig für die repräsentative Demokratie, wo das Wahlkriterium darin besteht, daß sich die Partei nix vorwerfen lassen kann.
Ich möchte nochmal erwähnen, dass zum Thema Grundrechte und Freiheit die Linke schon oft ähnliche Positionen wie die Piraten – gegen den ausufernden Überwachungsstaat – vertreten hat. Es ist ja nicht so als hätte mangels Anwesenheit der Piraten der ganze Bundestags für Vorratsdatenspeicherung, Online-Durchsuchung usw. gestimmt. ;)
Ich finde es ganz geschickt, wie die TAZ damit umgeht.
In der heutigen Ausgabe hat sie keine Wahlempfehlung abgegeben sondern 7 Mitarbeitern Platz zur Verfügung gestellt, damit sie schreiben konnten, was sie wählen werden und warum.
Ah ja, interessant, dass die Linken da nicht gewonnen haben. Drei SPD-Stimmen zu zwei Linken-Stimmen und einmal Ströbele
@Flying Circus
Wenn Du den Unterschied zwischen Hartz4-”Opfern” und Mauertoten nicht siehst, tust Du mir leid!
Menschenverachtend diese Haltung. Einfach ganz, ganz unten diese Gleichsetzung. Frag doch mal, wie das so ist, für ein falsches Wort 2-3 Jahre in den Knast unter Schlägen zu kommen! Frag doch mal, wie das so ist, wenn der eigene Bruder erschossen wurde!
Eure Selbstgerechtigkeit bei der Erringung des Weltfriedens durch “Sozialismus” macht euch blind für die Grausamkeit der Zwangskollektive. Ihr wähnt euch – gut wie ihr alle seid – so auf der richtigen Seite, daß jede Kritik abgebügelt wird. Und hinterher – wenn diese Form des Kollektivs wieder Opfer gefordert hat – dann will es wieder einmal keiner gewesen sein. Dann sind bestenfalls die unteren Chargen dran.
Im Übrigen:
Bzgl der Kriegs-Opfer ist das natürlich was anderes, da sollten sich in der Tat die Unterstützer der Kriegsparteien mal nach den Folgen der großartigen Interventionspolitik erkundigen. Und vor allem sollten wir niemals vergessen, daß wir unter einer Kanzlerin Merkel fröhlich mit in den Irak eingefallen wären.
@mile
sind sogar 3 von 8, hätte ich von der taz gar nicht erwartet, ich dachte immer sie wäretief in grüner Hand.
@mile und john
Das überrascht mich allerdings auch – und noch mehr wird es die Grünen überraschen ;-)
Danke für diesen Artikel, auch wenn ich sowieso schon jahrelang die LINKE wähle. :)
Der Feststellung das noch viel mehr Leute ihre Wahlentscheidung kommunizieren sollten kann ich nur vorbehaltlos zustimmen.
Traurig jedoch wie sofort wieder die Nein-Sager auftauchen und die ewig gleichen Blödsinnigkeiten von sich geben. SED…blabla…Stasi…blabla…Kommunisten…blabla.
Das ist so ermüdend. :(
Aber nochmal: Die LINKE hat wahrscheinlich als einzige Partei ihre Vergangenheit überhaupt mal aufgearbeitet. Da haben Blockflöten- und NSDAP-Schlucker von der CDU und der FDP noch EINIGES nachzuholen.
Stasileute gibts vermutlich in den meisten Parteien und mit Angie (vermutlich) sogar im Kanzleramt. Komisch das da nicht ständig eine Woche vor wichtigen Wahlen neue Akten “auftauchen”. Insofern kann man der LINKEN sogar zugute halten das “ihre” Stasileute es wenigstens größtenteils zugeben und einhellig für ihren größten Fehler halten. Mir ist jemand der seine Vergangenheit nicht leugnet und daraus lernt, jedenfalls lieber als ein duckmäuserischer Wendehals der für die Karriere fast alles macht.
Was den bösen Kommunismus angeht, so muß doch jeder selbst noch so verbohrte Reaktionär, Konservativer, marktradikaler Liberaler, Fundamentalöko oder Schönwettersozialdemokrat langsam mal mitbekommen haben das in diesem Land seit Jahren etwas falsch läuft.
Die Schere zwischen arm und reich wird immer größer, Bildung wird schlechter, es wird vor allem an sämtlichen sozialen Errungenschaften der letzten 150 Jahre gespart und gleichzeitig wird noch in der größten Finanzkrise der Nachkriegszeit nach einer Schamfrist von gerade mal 2-3 Monaten schon wieder von allen Seiten für noch mehr falsche Politik, noch mehr Sparen, noch Umverteilung getrommelt.
Als Bürger kann und darf einem das doch nicht egal sein. Und da es nur eine Partei gegeben hat die in den letzten Jahren konsequent eine andere Politik machen wollte, kann es für einen Bürger dieses Landes auch nur die Wahl geben die LINKE zu wählen. Und wenns nur aus der Überlegung heraus ist: die anderen hatten jetzt 20 Jahre Zeit was zustande zu bringen und haben es nur immer schlimmer gemacht, jetzt probieren wir mal die Alternative.
Sozusagen frei nach Lichtenberg:”Ich weiss nicht, ob es besser wird, wenn es anders wird. Aber es muss anders werden, wenn es besser werden soll.”
Seit ein paar Tagen lese ich mit Vergnügen Deinen Blog. Mit diesem Artikel sprichst Du mir aber sowas von aus der Seele. Danke!
@Karsten
OK, wenn Du die Diskussion auf Stalin reduzieren willst,
bleibt mir wohl nur als letzte Wunderwaffe das argumentum ad hitleri:
Teile der Piraten fischen ja bekanntlich am rechten Rand.
Die Piraten sind somit eine Partei von Holocaustleugnern, Nazifreunden und Kriegsverbrechern in spe.
Ich finde es erschreckend, dass Du so menschenverachtend bist, diese Antisemiten zu unterstuetzen und klinke mich daher angewiedert aus diesem Blog wieder aus.
Wir sehen uns dann ja nach der Wahl,
wahlweise im Zwangskollektiv “Erich Ollenhauer”
oder im Sammellager “Stoertebecker”.
Pirati Heil.
(An alle anderen Piraten: Achtung Satire! Bitte nicht persoenlich nehmen)
Logisch, wer aus tiefster Überzeugung linksliberal und humanistisch geprägt ist, Hartz-IV und den Kosovokrieg nicht verzeihen kann – hat kein Problem damit 40 Jahre SED Vergangenheit zu ignorieren. Wie sagte ein etwas besser gestellter Blogger gleich? Was ist das Gegenteil von Human? Humanistisch!
Das ist lustig.
Wenn man nicht sofort in einen antikommunistischen Tobsuchtsanfall verfällt wenn man das Wort “Linke” ausspricht, muß man sich von “bessergestellten Übermen..äh..Bloggern” erklären lassen was Humanismus ist?
Diese Farce erleben zu dürfen, würde mich ja allein schon dazu reizen selber ein Blog auf zu machen und fleißig LINKE-Werbung zu machen. Da könnt ich mich in Jahren nach drüber amüsieren.
Auch von mir Respekt für diese Wahlempfehlung. Ich finde es gut sich nicht hinter Floskeln ala “es wird schon jeder selbst am besten wissen was er wählen soll” zu verstecken, sondern Butter bei de Fische zu machen, auch auf die Gefahr hin das wieder einige SED und Co. schreien.
Alle relevanten Parteien schlecht zu machen, mit Unwörtern wie “unwählbar” ist denkbar einfach, den kleinsten gemeinsamen Nenner zu finden schon wesentlich schwieriger. Fast allen diesen Kommentaren ist gemein, das sie kaum eine reale Alternative nennen können, außer am Sonntag daheim bleiben oder eine Kleinstpartei zu wählen, die schon in ein paar Jahren auch “unwählbar” ist, wegen einzelnen Personen oder Äußerungen.
Was mich noch interessieren würde: Erststimme auch für die Linken oder “strategisch” jemand anderes?
Tammox: “Wer übermorgen die LINKE wählt, hilft schwarz-gelb, bereitet Merkel und Westerwelle den Boden und reduziert den sozialen Ausgleich noch mehr.
Wer die LINKE wählt, soll sich nach der Wahl nicht beschweren, wenn neoliberal vor dem Sharholder-value-Wahn gekrochen wird und die Atomkraft ausgebaut wird!”
So ein Quatsch. Man hilft schwarz-gelb überhaupt nicht! Ob man die Linke oder die SPD wählt, ist ja für eine Schwarz/Gelbe Mehrheit überhaupt nicht entscheidend (Aunahme vllt. mit der Erststimme, wenn man dadurch der SPD-Kandidat der CDU unterliegt. Das kann man dann aber auch nicht so pauschal beantworten, sondern ist sehr regional bedingt. Man muss für die Erststimme halt für die linke Partei abgeben, die am vielversprechendsten für den Sieg ist. Das ist bei weitem nicht immer die SPD!)
Der einzige Unterschied ist der in deinem Blog, dass die SPD schwächer in der GroKo wird. Vor 4 Jahren hätte man vllt. schon sehen können, dass die SPD zu dämlich ist für eine linke Koalition, aber ich weigere mich, sie deswegen (Ich wiederhole: WEIL sie so dämlich ist!) zu wählen.
Das ist jetzt aber eh vom Tisch. Die SPD ist definitiv und endgültig schwächer als die CDU, und hat bewiesen, dass es überhaupt keinen Unterschied macht, wie stark sie genau ist, solange sie schwächer als die CDU ist. Den Atomausstieg wird sie verteidigen können, solange sie in der Regierung sitzt, egal wie schwach sie ist. Viel mehr positives kann man von der SPD ja auch nicht mehr sagen…
Darum sind nun mal die einzigen wählbaren Parteien im Bundestag im Moment Linke und Grüne, wobei ich aufgrund der ziemlich problematischen jüngeren Vergangenheit bei den Grünen sehr entschieden die Linke wählen würde.
ja ich wähle die LINKE
bezüglich der LINKE hier noch ein amüsanter(?) Wiederspruch zu ihrer Sozialforderungen
http://www.youtube.com/watch?v=4rpNEQh0Auk
und was leckeres:
http://www.youtube.com/watch?v=N9BXbMCTgSk
ach und wie wählt der BWler jetzt am besten für den linken Weg?
1. Stimme SPD 2.Stimme LINKE oder doch anders?
So Leute, ihr habt es geschafft, ihr habt mich überzeugt.
Ich habe gerade eine Art Epiphanie. Kann es wirklich sein, dass die direkte Nachfolgerin der Institution, die damals die DDR-Diktatur führte, die beste Alternative bei einer demokratischen Wahl sein kann? Ist sowas wirklich möglich?
Leider ja. Klar, gegen die Schäuble-Partei und die Schily-Partei helfen vielleicht noch die Piraten. Aber was ist mit der Cohn-Bendit-Partei, der Clement-Partei, der Stolpe-Partei, der Jung-Partei, der Fischer-Partei, der Koch-Partei, der Rütgers-Partei, der Möllemann-Partei, der Schmidt-Partei, der Niebel-Partei, der Scharping-Partei, der Lambsdorff-Partei, der Tritin-Partei, der Schröder-Partei, scheiße, das hört ja gar nicht mehr auf …
Ich halte Brie für gefährlich und kann Lafontaine nicht ausstehen. Aber ihr habt mich überzeugt, “die” übermorgen zu wählen :(
Ich denke auch, die antikommunistischen Tollwutausbrüche sind immer wieder bemerkenswert. Wenn wir schon in die Vergangenheit gehen: die antikommunistisch motivierten Todesopfer der SPD und ihrer rechtsextremen Freikorpsverbündeten toppen die DDR-Todesopfer gut um eine Grössenordnung. Und all das bewegt sich noch im ein- bis zweistelligen Tausenderbereich, kann sich daher mit den Leistungen Konservativer und “Nationalliberaler” nicht in Ansätzen vergleichen, da liegen mehrere Grössenordnungen zwischen. Peinlich ist diese Selbstgerechtigkeit.
Die PDS als ein Teil der Linken hat die DDR-Vergangenheit nicht nur aufgearbeitet, sondern sich in manchmal schon zu devoter Weise dafür entschuldigt. Was ist eigentlich mit den westlichen Opfern des Kalten Krieges, hört man da mal was?
Und davon ab: Dass FDP und CDU nach 1945 tief braunfleckig waren, sollte heute überall da als Argument ausgedient haben, wo es mit ihrer heutigen Programmatik und Praxis nicht konform geht. Wenn die Linke zur Beschnüffelung aufruft, das Wahlrecht einschränken oder die Herrschaft einer oder weniger Parteien ungeachtet des Volkswillens zementieren will, dann darf man gern an die SED-Vergangenheit erinnern. Heute steht Schäuble der Stasi näher als Gysi.
Edit:
“Dein Kommentar muss erst freigeschaltet werden.”
Welches ist das Keyword, dass das mit dem Freischalten getriggert hat? :) 很牛屄
Zur Erststimmen-Frage: Da musst du mal schauen, wie das in deinem Wahlkreis so aussieht. In meinem ist vor vier Jahren Bodo Ramelow als Linke-Direktkandidat angetreten, gegen das SPD-Urgestein. Infolgedessen gab es einen sehr engen Ausgang zwischen den beiden (Blumentritt gewann mit etwas mehr als 1% glaub ich).
Da Ramelow dieses Jahr nicht mehr antritt, wird es vermutlich eine sichere Sache für die SPD. Das “Risiko” eines CDU-Sieges ist hier denkbar gering. Da muss man wohl genauer seinen Wahlkreis anschauen.
@Goldener Reiter
Leider – wie so oft bei Sympathisanten der Linken – geht Deine “Argumentation” an der Realität und den Fakten vorbei:
Die SED hatte eine nette, kleine Diktatur eingerichtet (zusammen mit der Ost-CDU und der LPD, ja ja, alles klar, weiß ich). Erwiesen. Faktum. Punkt.
Die Piraten und die Grünen haben so etwas nicht gemacht. Punkt.
Spekulation irrelevant, da nicht faktenbasiert.
Wenn’s nicht schon geschrieben wäre, würde ich es Dir sonst gerne nochmal aufschreiben, damit Du es ganz langsam nachvollziehen kannst.
Das nennt man übrigens Unschuldsvermutung: solange nicht erwiesen ist, daß jmd etwas getan hat gilt er als unschuldig. Ich weiß, daß Kollektivisten mit diesem Grundsatz ihr Problem haben. Kollektivisten können einen Verstoß – und sei er auch nur gedanklich – gegen das große Ziel des Kollektivs (“soziale Gerechtigkeit”, “Sieg der Arbeiterklasse”, “arisches Blut”) niemals ungesühnt lassen.
Linke, SPD, CDU, NPD. Alles dasselbe: Bevormundung zu Gunsten eines abstrakten Kollektivs. Unter Bejahung der Willkür gegen das Individuum. Unter Verneinung persönlicher Verantwortung.
Thanks for the return of the medieval ages.
Gute Entscheidung, hier eine Wahlempfehlung zu geben, und gut begründet. Es macht schon stutzig, wenn einerseits das Desinteresse des Wählers an Politik beklagt wird, die Medien – gerade Printmedien und ihre Internetverwandten, die Blogs, bei öffentlich-rechtlichen Fernsehsendern mag ich Neutralität ja noch halbwegs nachvollziehen – andererseits aber eben dieses Bild von unverständlichem Politikbetrieb und der Sinnlosigkeit irgendeiner Wahlentscheidung oder gar, oh Schreck, politischen Überzeugung! vermitteln. Gerne auch nur implizit, zum Beispiel bei wirren wahltaktischen Anleitungen für Anfänger, die doch letztlich nur eine harmlosere Form der von Ihnen dargelegten Verfassungswiedrigkeiten bei Überhangmandaten darstellen – dem Leser wird erklärt, dass eine Stimme für die Union auch zum verhassten Schwarz-Rot führen könnte und er deshalb der von der Union gewollten politischen Konstellation Schwarz-Gelb schaden kann, wenn er die CDU auch wählt – wilkommen in der Welt der taktischen Wahlentscheidungen.
Nach dem hier mehrfach vorgebrachten Argument hätte man schon 1977 aufhören müssen, SPD zu wählen – Helmut Schmidt war Offizier der Wehrmacht, oder? Und CDU sowieso nicht, immerhin war Kurt Georg Kiesinger ein hochrangiger Beamter im Reichsministerium des Auswärtigen. Beides Kanzler, nicht einfache Parteimitglieder.
Die nazionalsozialistische Vergangenheit der Deutschen wurde damals deutlich weniger enthusiastisch durchleuchtet als die Lebensläufe ehemaliger DDR-Bürger, und es hätte dem Land nicht großartig geholfen, wenn nur den sauberen ein Eintritt in die Politik erlaubt worden wäre. Abgesehen davon, dass ich hier in NRW tatsächlich auf ehemalige Sozialdemokraten treffe und Sahra Wagenknecht (unabhängig davon, wie man diese Frau nun beurteilen möchte, sie ist ein hervorragendes Beispiel dafür, dass die “Extremisten” in der Linken nicht außschließlich aus dem Westen kommen) nur zu Besuch kommt, ist es doch wahnwitzig, eine Partei nach ihrer Vergangenheit in einem gänzlich anderen System zu beurteilen. Wer sicher ist, dass er aus seinem Wahlkreis den Mörder seines Bruders ins Parlament schicken würde, von dem verlange ich bestimmt nicht, dass er die Partei neutral beurteilt, auch wenn das schön wäre – andere sollten darüber vielleicht doch nachdenken.
Mutige und ehrliche Entscheidung Jens ;)
Ich hätte ja die APPD das Budvar hochhaltend, gewählt, wäre diese zugelassen worden ;). Und mangels Alternativen, und vor allem gegen die alten und neuen Faschisten, die sich überall breit machen, wähle ich die Sozialdemokraten mit dem Namen Die Linke, um die Linken in der Linken zu stärken.
Ach ja Karsten, bei allem Ernst, ich hoffe, du trauerst um die 40.000 Toten täglich ebenso, wie um die 3000 Toten jährlich in Deutschland, die auf deutschen Strassen krepieren..
@name
Das ist nun mindestens zynisch. Auch dir ist völlig klar, dass das Töten von Menschen durch staatliche Gewalt etwas anderes ist als das Sterben durch einen Unfall.
Da spricht mir der Spiegelfechter mal wieder aus der Seele!
Und außerdem finde ich es sehr wichtig, zu seiner Wahlentscheidung zu stehen und diese zu kommunizieren. Als ich bei der letzten Wahl dem ein oder anderen in der Familie erzählt habe, dass ich “die Linke” wähle, habe ich auch die erstaunlichsten Reaktionen erlebt- von Zustimmung oder zumindest Toleranz von Leuten, von denen ich es nicht erwartet hätte bis hin zu Ablehnung von anderen, die ich eher zu Linke-Sympathisanten gezählt hätte.
Und als ich von einer Frau aus dem Freundeskreis gehört habe, dass sie auch links gewählt hat, weiss ich noch, dass ich dachte: “Ah! Ich bin nicht ganz allein! Und meine Stimme ist nicht ganz verloren!”
Insofern finde ich diese “Outings” wichtig. Vielleicht schafft man so doch noch die Gegenöffentlichkeit, die der Mainstream so vehement versucht zu verhindern versucht, am allerliebsten übrigens mit der ewig alten Leier der SED-Vergangenheit oder dem dämlichen Vorwurf Lafontaine hätte damals alles hingeschmissen und wäre deshalb ein Jammerlappen.
Also: Pack ma’s am Sonntag! Wäre doch gelacht, wenn wir nicht noch ein paar Extra-Prozente raushauen könnten!
Guter Beitrag, und das Fazit sieht bei mir genau so aus.
“Die SED hatte eine nette, kleine Diktatur eingerichtet (zusammen mit der Ost-CDU und der LPD, ja ja, alles klar, weiß ich). Erwiesen. Faktum. Punkt.”
Die Linke ist NICHT die SED, und wer das nicht einsieht, der weigert sich, der Realität ins Auge zu sehen und sie zu akzeptieren. Und wenn ich immer wieder Leute mit diesem Argument auf mich zukommen sehe, dann weiß ich, dass meine Wahlentscheidung nicht falsch ist, und dass ich mich damit gegen eines der ältesten Vorurteile in der Politik nach der Wiedervereinigung zur Wehr setzte.
@ Dachbalken
Doch, man sollte die SED genau danach beurteilen.
Und es ist nicht einfach eine Partei, “die aus einem anderen System” kommt. Die SED WAR das System. Dieses System gab es nur wegen der SED. Alles andere ist Geschichtsklitterung
Ordentliche Linke hätten eine eigenen linken, demokratische Partei aufgemacht (vielleicht ja sogar sowas wie die WSAG; über die ich genug weiß um sie als seriöse Alternative oder aber als latent wirr anzusehen – aber für die WSAG gilt natürlich die Unschuldsvermutung). Eine neue Linke ohne die rot lackierten Faschisten der SED. Das hätte natürlich lange dauern können, bis man auf Prozente kommt, aber es wäre ehrlich gewesen. Es wäre einer emanzipatorischen Gewerkschaftsbewegung zuträglich gewesen.
Aber dann ging es ja einigen nicht schnell genug. Die Macht muß her. Also legt man sich mit der PDS ins Bett. Tja und wenn man da schon politischen Verrat begeht, dann darf man sich nicht nach der Nacht im Bett über den Mief beschweren, der einem da nun anhaftet.
Demokratische Linke? Das wäre eine neue Partei gewesen, aber nicht das Hals-Über-Kopf-Zusammengehen mit der SED. Die Spießbürgerlichkeit und Kleingeistigkeit der SED wird ja nicht mal von der CSU übertroffen. Und das soll fortschrittlich sein?
@Karsten
An der “Realitaet” geht gerade Deine Argumentation vorbei.
Denn das die LINKE mit der SED identisch ist, ist eine Fiktion, und zwar eine juristische.
“Real” waren zwar einige Mitglieder der LINKEN Funktionstraeger der DDR (Petra Pau zum Beispiel), aber auch die sind eine Minderheit. Und “Diktatoren” und ehemalige Bonzen der DDR und SED, die heute in der LINKEN zu finden sind moechte ich gerne von Dir mit Namen genannt haben.
Und Gysi kannst Du Dir gleich mal sparen. Selbst, wenn die Verleumdungen gegen ihn war wahren, waere er nur ein kleines Raedchen unter vielen in dem System gewesen. Vom “Errichter einer Diktatur” war auch er weit entfernt.
Wenn Du natuerlich jeden verfehmt sehen willst, der irgendwie in das “Terrorregime des Sozialismus” verstrickt war, dann kannst Du auch gleich die Ausweisung aller ehemaligen DDR-Buerger fordern. Ausser natuerlich den bewaffneten Wiederstandkaemfern, die sich mit Leib und Leben fuer Demokratie eingesetzt haben. Waren nicht allzu viele.
Vollkommen laecherlich machst Du Dich, und das ist der eigentliche Grund, weswegen ich mir ueberhaupt noch die Muehe mache auf Dich einzugehen ist, dass Du was von “Unschuldsvermutung” schreibst.
Bist Du schon mal auf den Gedanken gekommen, dass die nicht nur fuer die gilt, die DU toll findest?
Mal ganz abgesehen davon, dass ich mich oben nicht gegen die Piraten ausgelassen habe (denen ich neutral gegenueberstehe), sondern Deine Scheuklappen-bewehrte Argumentationsweise karrikiert habe.
Aber nicht einmal derart grobe Stoesse scheinen bei Dir noch anzukommen.
Hallo SF,
ich kann auch nicht sehen, warum das verwerflich sein soll, seine eigene Meinung über Wahlpräferenzen in einen Blog zu schreiben. Wenn man Deinen Blog regelmässig verfolgt hat, konnte man sich eh schon relativ sicher sein was Du wählst, und dieses dann öffentlich zu machen finde ich ok.
Sobald Du es nämlich öffentlich machst, ist es automatisch eine Empfehlung, weil diejenigen Leser, die Deinen Blog verfolgen und Dich als Blogger und als eine Art “Meinungsführer” (im Sinne vom Bilden der Meinung mithilfe Deiner Artikel) anerkennen, Dir eventuell folgen werden. Dennoch: Auch ich habe Deine Wahl getroffen (per Brief) bevor Du diesen Artikel eingestellt hast und ich war und bin ein relativ regelmässiger Leser Deiner Schreibkunst.
Also, hoffen wir auf eine spannende Wahl und auf lange Gesichter bei Guido und Angela am Sonntag.
Gr
Ich werde ebenfalls die Linke wählen! Viele Grüße, Alex :)
Du wirst selbst Lago, wenn irgendwann einmal die Archive geöffnet werden sollten, zu einer anderen Einschätzung über die verteufelte “EX-DDR” kommen, und zynisch, ist das meine Anmerkung keineswegs.
Der einzige Industriezweig den die Bundesrepublik Deutschland über Jahrzehnte geprägt hat, der industriell entscheidend war und ist, ist die Automobilindustrie und für diese, für deren Umsätze und Absatzzahlen, nur für diese, gibt und gab es die vereinfachten Regelungen und Auslegungen “Freie Fahrt für freie Bürger”, mit allen rechtlichen Versicherungsklassifizierungen und der Ablehnung der Beschränkung von Geschwindigkeitsgrenzen, der strafrechtlich aufgeweichen Kasuistik bei Fahrlässigkeitsdelikten, der besonderen Ausdeutung und Konstruktion, was Fahrlässigkeit sei, und den entsprechenden Toten. Das ist einfach eine Tatsache, die nicht einmal bestritten wird.
Schöner Artikel, insbesondere die Überlegung zur Transparenz von Nachrichten und Blogs sind sehr gut. Eine objektive Sicht gibt es nie, daher ist es nur richtig, wenn jede subjektive Meinung dazu sagt, wo sie grundsätzlich steht.
Für Deine politische Position habe ich große Sympathie. Nur die Stärke der Linken sichert vor einer Agenda 2020, die ein kolossaler wirtschaftspolitischer Fehler wäre.
Dennoch ist mir die Entwicklung von Bürgerrechten und des Internets noch wichtiger. Ich habe Sorge, wie lange das BVerfG der Politik noch standhalten kann. Wir brauchen eine sichere politische Front gegen die Schäubles dieser Republik (Welt?).
Auch halte ich die Konflikte über das Internet für wesentlich bedeutender als die meisten Fragen der Tagespolitik- und sei es Afghanistan. Es geht um die Frage, wohin sich die Gesellschaft durch das Internet entwickelt. Die Vernetzung der Menschen ist eine große Chance, auch für die Neuordnung von Herrschaftsstrukturen. Es wäre unverzeihlich, das Internet (und mit ihm die materielle Welt, die es vernetzt,) den Konzernen und Sicherheitspolitikern zu überlassen. Hier und jetzt brauchen wir die Piraten.
Einem Blogger und Journalisten, der tagtäglich offen politische Fragen diskutiert, kommt diese Heimlichtuerei befremdlich vor.
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Um das auch nochmal festzustellen: Arbeitslosigkeit führt zu erhöhter Sterblichkeit, und zwar in nennenswertem Ausmass, durch erhöhte Morbidität, gefahrgeneigte oder sonst gesundheitsschädliche reaktive Verhaltensweisen, schliesslich Suizide. Die Zahl der Todesopfer ist nicht niedrig, mehrere Tausend jedes Jahr sind eher eine konservative Schätzung (mehrere hundert Tote je Million Arbeitslose und Jahr). Die Agendapolitik mit ihrem Terror gegen Arme und der Enteignung und Entwürdigung der Opfer dürfte das verschärft haben.
Das ist unsere gar nicht so kleine und gemütliche Gewaltherrschaft. Wer einen Bruder hat, der in einer Hartzbude verbrannt ist, wer Leute kennt, die sich nach der dritten völlig ungerechten Sanktion der “Arge” umgebracht haben, hat da keine Lust mehr, Mörder nicht Mörder zu nennen oder sie gegenüber dem “Unrechtsstaat” DDR schönschreiben zu lassen. Und das ist dann auch etwas wichtiger als die zugegebenermassen idiotischen Kreuzzüge gegen “Killerspiele”.
Auch ich unterstütze Die Linke – aus sozialdemokratischer Überzeugung. Die Marktwirtschaft muss wieder eine soziale werden, und Eigentum muss auch wieder ein wenig verpflichten dürfen. Eine Gesellschaft sollte nicht an der Anzahl der Millionäre gemessen werden, sondern daran wie es den Mindesten in ihr geht. Wo es keine Arbeitsplätze gibt muss man Arbeitslosen nicht das Geld kürzen um sie zur Arbeitssuche anzureizen. Wenn es nicht genug hinreichend Ausgebildete gibt, dann muss man diese Bildung zur Verfügung stellen. Und wenn man annimmt, dass es einen wirtschaftlichen “Trickle-Down-Effekt” gibt, wenn man Reichen die Steuern kürzt muss man auch annehmen dürfen dass es vielleicht einen “Trickle-Up-Effekt” gibt wenn man die Kaufkraft unten stärkt. Arbeit muss sich wieder lohnen! Nur zum Beispiel.
SPD und Grüne haben in ihrer Zeit versagt. Sozial-, wirtschafts- und aussenpolitisch und auch die Versäumnisse der Kohl-Ära nicht bereinigt. Schwarz-Rot hat diese Politik effektiv nur fortgesetzt. Die Angebote der FDP sind schlicht und einfach haarsträubend. Die Linke hat ihre Chance verdient, zumal als einzige Partei mit einem effektiven Angebot für die unteren und mittleren Bevölkerungsschichten, als die große Mehrheit der Bürger dieses unseres Landes.
Darüberhinaus, was vor 20 oder viel mehr Jahren war, das ist lange her. Das spielt nicht mehr die große Rolle. Auch nicht, was vor 60 Jahren war. Man muss auch einmal einen Schlussstrich ziehen können. In der Bibel gibt es nicht viel sinnvolles zu Lesen, aber ich glaube fest daran, dass das oft und meist bedeutungslos heruntergeleierte Wort vom “wie auch wir vergeben unseren Schuldigern” zum Besten gehört. Das sollten sich insbesondere Leute mit “C”-Affinität etwas zu Herzen nehmen.
So offenkundig wie selten zuvor ist die Welt auf vielen Ebenen in einer Sackgasse. Statt “weiter so” kann die Losung nur sein, sich mutig auf einen neuen Weg zu begeben. “Weiter so” geht einfach nicht!
Hehe
Eigentlich ganz offensichtlich, dass Du links wählst. Das Layout deines Blogs und die Themen und eigene Meinung haben durchaus eine Tendenz erkennen lassen. ;=))
Umsomehr wundere ich mich, dass Du es noch einmal ausführlich erwähnst.
Naja, eigentlich wundere ich mich nicht, da dies in das Konzept eines politisch motivierten Blogs passt.
Für mich stellt die sogenannte Wahlempfehlung einwandfrei eine Wahlwerbung dar. Gerade aus oben genannten Gründen.
Das ist ja nicht verwerflich, keines Wegs.
Links/Rechts-Gehabe³
Ich werde auf gar keinen Fall die Linken wählen.
Die letzten einhundert Jahre haben gezeigt, dass auch die Linke, egal wo sie trohnt, nicht in der Lage ist, sich zu emanzipieren von all dem menschlichen Laster und der vielen Dummheit.
Radek hat es längst erkannt. :=))
Ich als Leser, mit freiheitlichem Gedanken und dem Wunsch nach Veränderung in der Gesellschaft, frage mich, was meine Gedanken und Wünsche mit Linkssein zu tun haben???!!!
Und wer glaubt, eine linke Partei wählen zu müssen, damit hier bessere Zeiten aufkeimen, der irrt gewaltig.
Wir haben eine globalisierte Wirtschaft, ein globalisiertes Finanzsystem und globalisierte politische Entscheidungsträger.
Die Macht ist längst nicht mehr in den Händen von Politikern.
Warum sollte ich denn gerade in solch einer Situation Links oder Rechts wählen???
In Wirklichkeit hat der denkende User ein ernsthaftes Problem, denn es gibt derzeit keine adequate Partei, der man sein Vertrauen schenken kann, nicht eine.
So soll man also zur Urne trödeln, wo es doch nichts zu wählen gibt. Wer nicht geht, ist dann noch ein Idiot und Feind der Demokratie.
he he he
Ich werde noch überlegen, was ich wähle. Zeit ist ja noch.
Meine Aussage: Es gibt keine wählbare Partei. Und deshalb wähle ich auch nicht das geringere Übel und erst recht nicht Links, denn das wäre ein grosses Übel. Zudem die Linken überhaupt keine Connections Richtung Wirtschaft haben, was ihnen ein effizientes Regieren unmöglich machen dürfte.
Dann, wenn Links an einer Machtposition gekommen ist, wird auch wieder Rechts erstarken und das alte Leid geht von forn los. Garantiert. So war es und so wird es wieder kommen.
Und währenddessen sich die Steigbügelhalter ins Ausland verdünnisieren, bekommt das Volk seine Strafe für eine falsche Wahl.
NO WAY Jens
@name
Zwar OT; aber: Wenn du die substanzielle Umweltzerstörung in der DDR mit dem Autowahn der BRD verglichen hättest, okay. Aber das aktive, bewusste und unmittelbare Töten ist ein Gewaltmissbrauch durch den Staat, der damit nicht vergleichbar ist. (Wobei ich die hunderten Toten an der Grenze selbst bei weitem nicht für das schlimmste Verbrechen der DDR halte …)
Lafontaine als Malocher ???
Ich würde eher das Bild von Oskar’s Villa reinstellen:
http://tinyurl.com/ycvy2d4
Ich habe zwar Politik studiert, aber das hilft einem bei Wahlentscheidungen doch nicht soviel wie ich immer gehofft habe ;) Ich habe mich also an den Wahl-O-Mat der Bundeszentrale für politische Bildung gesetzt und nach reiflicher Überlegung ist dann da am Ende die Piratenpartei rausgekommen (nicht das ich überrascht gewesen wäre :) ) Was mich allerdings richtiggehend schockiert hat war die Tatsache, dass die nächstbessere Partei die FDP gewesen wäre Oo.. was mich von den Linken abschreckt ist einerseits die Tatsache bzw. das ungute Gefühl mit der SED-Vergangenheit, ich war schon 2mal in der Gedenkstätte Hohenschönhausen… das hat meinen Blick auf die DDR doch verändert.. gut das wäre noch nicht das schlimmste, aber die Anti-EU Gehabe der Linken kann ich überhaupt nicht ab, Afghanistan-Einsatz kann man sehen wie man will, ich hätte mit einem Abzug auch keine Probleme, aber die Sache mit der EU verzeihe ich den Linken nicht, vl bin ich einfach zu naiv, aber ich halte das geeinte Europa für eine tolle und fördernswerte Sache, ganz zu schweigen davon, dass Europa unser größter Exportmarkt ist…
Ich denke aber grundsätzlich wäre eine rot-rot-grüne Koalition kein Schaden für Deutschland, da die Linke ihre Positionen auch nicht so klar durchsetzen kann wie sie das will, siehe die Grünen ab 98, ich sage nur Agenda und Jugoslawien..
Was ich aber definitiv NICHT mehr in Deutschland sehen will ist die große Koalition, ich will politische Auseinandersetzung , Wahlkampf und vor allem eine klare Richtung in der Politik! Kein kleinster gemeinsamer Nenner.. und seis die klare neoliberale Richtung, hauptsache eine Richtung..
jens, Deinem Staatement kann ich mich nur anschließen. Nur für mich, als Unternehmer im Osten, spielen auch die wirtschaftspolitischen Aspekte und besonders der Mindestlohn eine entscheidende Rolle. Die Vermögens und Einkommensreduzierung der Bevölkerungsmehrheit in den letzten 10 Jahren ist für eine Marktwirtschaft absolut ungesund. Dies muss nicht nur gestoppt sondern auch wieder umgekehrt werden. Was nützt es einige Jahre richtig Knete zu machen (Dumme setzen diese im Casino ein) mit den gezahlten Steuern spitzfindige, der sozialen Markwirtschaft nicht verpflichtete Unternehmen zu subventionieren, und dann kann man wegen fehlender Binnennachfrage seinen Laden dicht machen.
Übrigens wurde mir im sommer 89 die Selbstständigkeit wegen Überqualifizierung durch die Handwerkskammer versagt( im Nov. hab ich dann einfach begonnen). Die selben Leute sitzen immer noch auf dem Podium unter dem Schutzschirm der CDU. Soviel nur zum hier oftgenannten Problem der Altkader. Die linke hat sich meiner Ansicht nach dem Thema von allen Parteien (auß. Grüne , SPD) am intensivsten Gestellt.
Karrieristsen waren sowieso schon 89 weg.
@Lago OT
Beiden Entscheidungen ist gemeinsam, dass es politisch gewollte Entscheidungen waren, mit einem gewaltigen Unterschied, die SED hat nicht entschieden, die Staatsgrenzen militärisch auszubauen. Diese Entscheidung im kalten Krieg wurde direkt und unmittelbar von der Sowjetunion getroffen und von den Vereinigten Staaten, als Gegenpartei so auch akzeptiert, und die SED hatte diese Entscheidung nur umzusetzen. Politische Spielräume in diesem Bereich waren nach den fast 30 Millionen Toten der Sowjetunion durch den zweiten Weltkrieg und den Überraschungsangriff Deutschlands NULL. Dazu kommt, die gesamte Grenze, war eine militärische Tiefenstaffelung, und es ist auch eine Lüge, man hätte bewußt und gewollt, die Menschen dort “abgeknallt”. Das genaue Gegenteil ist der Fall. Jeder Zwischenfall an diesen Staatsgrenzen war ein politischer Sprengstoff, den man vermeiden wollte, und entschieden hat da die DDR gar nichts. Alle Entscheidungen die in diesem Bereich getroffen wurden, wurden in Moskau bestimmt. Gleiches, gilt im übrigen für den militärischen Bereich der Bundeswehr. Dort gab es ebenso keine Spielräume im militärischen Bereich ohne eine Zustimmung oder Planung durch die Vereinigten Staaten.
Wer am Ende, für die Systemauseinandersetzung an diesen Staats- und Systemgrenzen, die Ursache getragen hat, wird erst direkt historisch feststehen, wenn die Archive in den Staaten und in der BRD dazu freigegeben werden sollten.
Das ist alles auch bekannt und nichts Neues.
Da die Piraten für diese Wahl einfach zu spät kommen und deren politisches Profil, bis auf Online- und IT- Themen noch weitestgehend unscharf ist, bin ich ebenfalls der Meinung daß es diesmal DIE LINKE sein muss. Es ist wahrlich kein “Fan- Club”- Voting, denn in Berlin zeigt diese Partei ihre, mitunter verhängnisvolle Affinität zum Regierungs-”Pragmatismus”… – “die” haben Sarrazin mitgetragen!!! Es geht hier um ein Protestsignal in Richtung SPD, das da heißt: Hallo Genossen, es gibt Wählerpotential links der sogenannten neoliberalen “Mitte”! Da sich eine Funktionärskaste in Sachen Selbstversorgung die SPD Untertan gemacht hat, bleibt nur die Hoffnung auf eine Wahlniederlage der SPD mit einer anschließenden “Revolte” der Parteibasis gegen die jetzige Spitze… -is’ vage, weiß ich auch! Aber in der Opposition muss die Partei ihren Kurs schon ändern. Wenn es allerdings Steinbrückmeier & Co. gelingt ihre Füße wieder unter “Mutti” Merkels Tisch zu stellen, ist das noch zappendüsterer als schwarz/Geld.Die Asozialität dieses Bündnisses wäre allenfalls eine marginale Steigerung gegenüber der jetzigen Regierungskoalition. Man könnte schon versucht sein aus taktischen Gründen FDP zu wählen… -aber das kann ich nicht, wenn ich nur den “Nichtsalsfunktionär” Westerwelle sehe. Also bleibt nur DIE LINKE als möglichst starker Stachel im berliner Fleisch!
@name
Deine Meinung in allen Ehren, ich mag offene Diskussion, aber das was du schreibst klingt in meinen Ohren wie als wenn sich einer vor mich setzt und sagt: Die Nazis? ach die waren nicht so schlimm, die haben doch nur die bösen Kommunisten im Osten bekämpft, keine der Todesschwadronen im Osten hatten nen Schießbefehl, das ist doch historisch alles belegbar.. Todeslager? Ach i Wo, da gabs halt mal nen Toten, das kann vorkommen.. Die Naziführung konnte doch nicht anders handeln sonst wäre Stalin in Europa eingefallen..
Ich weis die Vergleiche sind einen Tick zu hart, aber so einfach alles runterspielen ala “Es ging halt nicht anders” ist doch ein kleines bisschen zu hart meiner Meinung nach.
@THomas:
Zitat http://womblog.de/2009/09/20/die-verbrechen-des-gregor-gysi/ :
“Lafontaines Haus samt Obstwiese ist ein ständiger Stein des Anstosses, und die NPD wollte sogar nach den Bildberichten einen “Volksmarsch” zu Lafontaines Domizil organisieren.
300 oder gar 350 Quadratmeter Wohnfläche soll das Anwesen laut “BILD” umfassen. Verschwiegen wurde und wird zumeist, dass Oskar Lafontaine zusammen mit seiner Frau, den zwei Kindern, seiner Schwiegermutter und Mutter, beide rund 90 Jahre alt, in dem Haus lebt. 60 bis 70 Quadratmeter für eine Person ist sicher nicht HartzIV-Standard, aber auch nicht Prunkschloss-Format.
Angela Merkel bewohnt mit ihrem Gatten angeblich ein Haus mit rund 150 Quadratmetern. Das sind 75 Quadratmeter pro Person. Nach “Bild”-Maßstäben ist sie wohl ebenfalls von Lafontaineschem Größenwahn beseelt.”
Greets!
Cooper
@Cooper und Thomas
Ich weiß auch gar nicht, was diese seltsame Diskussion soll. Darf ein Politiker der Linken nicht über Vermögen verfügen und es sich gut gehen lassen? Sollen etwa nur Lumpenproletarier das Recht haben, linke Politik zu betreiben? Was soll eigentlich dieser Unfug?
@58 Karsten
“Die SED WAR das System. Dieses System gab es nur wegen der SED. Alles andere ist Geschichtsklitterung”
Stimmt natürlich: 1945 hat die SED ihr System in Deutschland errichtet und mit Hilfe der Roten Armee beschützt.
Während Stalin und später andere Generalsekretäre der KPdSu darum bettelten, dass die SED endlich ihre Terrorherrschaft beendet und die Soldaten der Roten Armee ihre Familienangehörigen wiedersehen dürfen, lachte die SED ihnen nur ins Gesicht.
Karsten du solltest eventuell zwischen Diktaturen die im Staatsinnerem aufgebaut wurden und solchen die von außen aufgezwungen wurden differenzieren.
Wenn du wirklich glaubst die DDR Führung hätte solcherlei Gestaltungsspielräume gehabt wie du es mit dem Satz “Die SED WAR das System. ” implizierst solltest du nochmal ein Geschichtsbuch aufschlagen.
Das soll hier keine Verteidigung der SED sein, aber z.B. Imre Nagy war Ministerpräsident von Ungarn als Teil der ungarischen kommunistischen Partei und wird heute nicht grundlos als Nationalheld angesehen. Die SED als ein homogenes Sammelbecken von Mauermordern und Stalinisten anzusehen welche das damalige System uneingeschränkt befürworteten tut mit Sicherheit unrecht.
@SF
Da bin ich mit dir einer Meinung. Ich finde es sogar sehr gut wenn jemand Patte hat und trotzdem linke Inhalte vertritt. Sich die eigenen Prinzipien also nicht mit der Größe des Geldbeutels entsprechend anpassen.
Leuten denen das allerdings zu kompliziert ist muß man dann allerdings mal den Spiegel vorhalten (wie es im von mir zitierten Blog sehr schön gemacht wurde).
#40 – Fyyff am 25. September 2009 um 15:58
“Traurig jedoch wie sofort wieder die Nein-Sager auftauchen und die ewig gleichen Blödsinnigkeiten von sich geben. SED…blabla…Stasi…blabla…Kommunisten…blabla.
Das ist so ermüdend. :(
Aber nochmal: Die LINKE hat wahrscheinlich als einzige Partei ihre Vergangenheit überhaupt mal aufgearbeitet. Da haben Blockflöten- und NSDAP-Schlucker von der CDU und der FDP noch EINIGES nachzuholen.
Stasileute gibts vermutlich in den meisten Parteien und mit Angie (vermutlich) sogar im Kanzleramt. Komisch das da nicht ständig eine Woche vor wichtigen Wahlen neue Akten “auftauchen”.”
Dem kann man nun schwerlich widersprechen.
Wer NICHT seine kommunistische Vergangenheit aufgearbeitet hat, sind FDP und CDU, die auf Altkader setzen: Tillich und Althaus, der zum Beispiel noch am 9.Nov. 1989 Mauer und Stacheldraht lobte.
Die vier DDR-Blockflöten schlossen sich 1990 zwei Westparteien an.
So vereinigten sich LDPD (Liberal-Demokratische Partei Deutschlands) und NDPD (Nationaldemokratische Partei Deutschlands) mit der FDP und die DBD (Demokratische Bauernpartei Deutschlands) und Ost-CDU mit der West-CDU.
Westerwelle und Merkels Parteien haben die Parteien, die sich über Dekaden treu der SED ergeben hatten, zu Mauer und Schießbefehl jubelten und dem Sozialismus frönten, einfach wegfusioniert.
Besonders praktisch war dabei, daß auch die Immobilien, die Hunderttausend Parteimitglieder und die Parteivermögen an die nun gesamtdeutsche CDU und FDP fielen.
FDP, CDU und Linke haben also eine Geschichte engster Verbundenheit zum Stasi-Regime.
Nichts vorwerfen kann man lediglich SPD und Grünen, die 1990 komplett bei Null anfingen und keinerlei Parteimitglieder aus dem DDR-Regime übernahmen.
Aber ausgerechnet den beiden wird vorgeworfen mit der SED zu kungeln.
Die PDS/Linke hat im Gegensatz zu den wegfusionierten CDU/FDP-Beständen sogar andauernd mit ihrer Vergangenheit zu tun und mußte den allergrößten Teil des Vermögens abgeben.
Das ist in der Tat sehr viel ehrlicher, als sich auffusionieren zu lassen und dann so zu tun, als ob man gar keine Vergangenheit hatte.
Und – mal ehrlich – so unlustig das SED-Regime auch gewesen sein mag: Sie waren verglichen mit den Nazis absolut harmlos und die ganzen Ex-Nazis sind nach 1945 viel viel lockerer wieder integriert worden. Ich nenne nur Globke und Oberländer.
Ich stelle mich am Sonntag nicht in die Wahlkabine.
1. Ein Kreuz in einen Kreis zu malen, ist so ziemlich das Gegenteil einer Willens- oder gar Interessensbekundung. Ein Kreuz hat eben keinen Inhalt und muss deshalb von Politikern auch nachher “interpretiert” werden (grusel).
2. Einer Partei voller machtgeiler Politiker den Auftrag zu geben, vier Jahre lang nach IHREM Gutdünken über mein Leben zu bestimmen, ist so ziemlich das Gegenteil von Selbstbestimmung oder Interessenswahrnehmung. Nicht mal Interessensvertretung ist es, denn nach der Wahl hat man als Wähler jedes Mitbestimmungsrecht verloren. Es gibt ja nicht mal ein imperatives Mandat, worin also liegt der Reiz, alle 4 Jahre nochmal formell zu unterschreiben, dass man regiert werden möchte, was man ja eh so oder so wird, auch wenn keiner hingeht zur Wahl. Jeder Montagsdemonstrant setzt sich doch mehr für sein Interessen ein als diese trostlose Kreatur Namens “Wähler”.
Kein Wunder übrigens, dass die meisten Menschen auf die Frage, warum sie zur Wahl gehen, nicht viel mehr als die trostlose Antwort zu geben wissen, dass das eben ihre “Pflicht” sei.
P.S. Eine Wahlprognose habe ich aber trotzdem abzugeben. Nach der Wahl werden wir mit einer Wahrscheinlichkeit von 100% eine Regierung haben, die “uns” aus der Krise führt und eine Opposition, die das kritisch bis konstruktiv begleitet. Und einen “kleinen Mann”, der die Rechungen dafür zu begleichen hat.
@Cooper
Klar, war auch eigentlich an Thomas addressiert ;-)
Früher waren wir mit 16 Jahren radikal und haben gegen Nazis und Kommunisten gestritten.
Heute streiten wir mit 60 Jahren für die Linken.
40 Jahre hatte ich christlich-sozial gewählt und am Sonntag wähle ich DIE LINKE.
Wir brauchen ein linkes Regulativ, da weder die SPD, noch die Grünen in der heutigen Fassung für mich wählbar sind.
Viele in meinen (ex)-konservativen Bekanntenkreis sehen es genau so und hatten Spitzenpositionen in der Wirtschaft. Auch sie wählen Die Linken und gehören nicht zu den Träumern in diesem Land.
Wir haben Deutschland nicht aufgebaut, damit es von Gierlappen und unfähigen Politikern in kurzer Zeit vor die Wand gefahren wird.
Zu 80 r.surfer und die anderen Nicht-Wähler:
Leider interessiert sich niemand für deinen lautlosen Protest. Du stärkst durch dein Verhalten die Parteien am meisten, dessen Verhalten du bemängelst, indem du ihnen deine Sitze schenkst (vergiss nicht: _Alle_ Sitze des Bundestags werden verteilt!). Warum wählst du nicht stattdessen aus Protest eine Partei, die keine Macht hatte oder haben wird? _Das_ tut den Leuten weh, denen du es zeigen willst. Sowohl finanziell als auch durch Machtverringerung.
Beleidigt in der Ecke stehen und ich-spiel-nicht-mehr-mit-sagen bringt dich auf keinen Fall irgendwie weiter.
Haha, das gefällt mir – ja, Einkommen und Wahlentscheidungen (oder Politik allgemein) -darüber spricht “man” nicht, schon gar nicht bei Familienfesten. Wir wollen nämlich Harmonie!
Ok – Ich habe eine Erst- und eine Zweitstimme, die Zweitstimme ist die entscheidende:
- Die Erststimme ist relativ nutzlos, sofern man nicht sowieso gerne SPD oder CDU wählt, oder in Kreuzberg oder Eimsbüttel wohnt. Ich werde sie der Linken geben, dazu später mehr.
SPD – muss in die Opposition, um den innerparteilichen Reformprozess endlich anzustoßen. Je schlechter ihr Ergebnis, desto gestärkter ihr linker Flügel, desto geschwächter die derzeitige rechte Seeheim-Führung. Schwarz-gelb wird dadurch wahrscheinlicher, ja. Ist das nicht viel schlimmer? Nein. Wie es aussieht, wird schwarzgelb eine hauchdünne Mehrheit haben. Sie werden sich nicht viel leisten können, schon gar nicht, gegen SPD, Gewerkswchaften, SPD-nahe Kommentatoren in den Medien, usw, den Sozialstaat völlig zu rasieren. Ich tippe eher auf bischen neoliberale Symbolpolitik für FDP-Jünger, ansonsten ein Merkel-”weiter so”. Eine große Koalition dagegen hat so eine große Mehrheit, dass alle Schweinereien möglich sind. Man hat es ja gesehen. Es ist der visionslose bräsige Stillstand, das Grauen. Besonders innenpolitisch wäre es eine Katastrophe, die nächsten Bausteine des Überwachungsstaates springen ja gerade schon aus der Schublade – ein Thema, bei dem die FDP sich profilieren kann, ihre Steuersenkungen dagegen sind nicht realistisch. Mit einer Stimme für die SPD wählt/bestätigt man Schäuble, Zensursula und Merkel. Ich will Merkel nicht automatisch mitwählen. Und die SPD kann noch soviel an Mindestlohn etc. versprechen – nach der Wahl findet sie es ja “unfair”, daran dann erinnert zu werden. Ich habe da null Vertrauen. Es gibt auch keine Erststimme als “kleineres Übel” – völliger Humbug, denn das Übel ist nicht “kleiner”, wie gesagt.
Grüne – wissen derzeit nicht, was sie wollen. Schwarzgrün ist für mich inakzeptabel. Die Zustimmung der Grünen-Wähler zu Afghanistan oder Hartz4 finde ich erschütternd, da will ich nicht dabei sein. Ich verkenne jedoch nicht, dass es bei den Grünen trotzdem sehr gute Ansätze und Leute gibt – für rotrotgrün werden sie ein wichtiges Korrektiv sein.
Linke – tja. Programm ist mir ziemlich sympathisch, zumal es ja eben erst in einer (rotrotgrünen) Koalition durchsetzbar wird, wo die zwei anderen bizarre Auswüchse schon verhindern würden. Nur: Dies steht leider nicht zur Debatte. SPD wie auch Linke, schliessen derzeit eine Koalition aus. Hinzu kommt: Komische DKP-Fritzen, Sektierer und Lenin-Fans haben nicht meine Zustimmung, auch wenn ich das Programm höher bewerte. Ich weiß zwar, dass die Linke ihre SED-Vergangenheit aufgearbeitet hat/haben will – aber mir wird da trotzdem noch zuviel schön geredet an der DDR, die eine Diktatur war, Punkt. Dies mag nur den älteren Ost-Generationen geschuldet sein, mich stösst es aber ab. Für eine Linke-Wahl spräche dagegen die absossende Medienkampagne und Medienfront gegen die Linke. Hätte rotrotgrün eine Machtperspektive, würde ich also dennoch über den Schatten springen – es geht ja um die Zukunft. Nur – die Perspektive gibt es derzeit ja nicht. Daher nur eine sinnlose Erststimme.
-Piraten. Eine sehr junge Graswurzelbewegung, die sich gerade selbst findet, ein bischen chaotisch, oftmals ungeschickt, aber authentischer als alle anderen. Und das finde ich doch sympathischer als professionalisierte, erstarrte Parteien mit PR-Apparat und den üblichen Ritualen. Das mag naiv klingen, aber ich habe mir die Piraten lange genug angesehen, um zu denken, dass da eine ganz neue Generation noch etwas unbeholfen in die Politik tappst, mit programmatischen Zielen, hinter denen ich auch voll stehen kann. Sie nehmen die Demokratie einfach mal ernst, so wie man sie in der Schule lernt, sie sind nicht abgeklärt und zynisch, wie ich es oft bin. Sie machen Politik im Stil von Open-Source und Wikipedia. Finde ich alles gut? Oh Nein. Vermisse ich viele Programmpunkte? Aber sicher. Letztlich wird aber die Linke diesmal sowieso ihre Zuwächse haben (u.a. vom SF und seinem Stammpublikum :) ), für die Piraten dagegen wird es wohl nicht reichen, oder es gibt ein kleines Wunder. Daran will ich dann gerne mitwirken, bei dieser ansonsten so langweiligen “Mit-wem-soll-Merkel-regieren”-Wahl. Daher die Zweitstimme- nur diesmal, wohlgemerkt, denn in 4 Jahren oder bei anderen Wahlen wird es um wichtigeres gehen, und da könnte es dann, ganz taktisch, Erststimme SPD, Zweitstimme Linke oder Grüne werden. Je nachdem, wie diese Parteien sich eben in den nächsten 4 Jahren entwickeln.
Zuhausebleiben wäre diesmal auch eine Lösung, angesichts all dessen – völlig vom Hocker reisst mich nämlich nichts. Aber ich mag auch das spießige Staatsbürger-Ritual. Stimmzettel-ungültig-machen finde ich albern.
Wenn auch aus anderen Gründen, pflichte ich dir hier bei:
(Un)Glücklicherweise befinde ich mich in dem Umstand, in meinem Bundesland nicht die Piraten wählen zu können und leider scheiterte auch meine eigene Partei am Bundeswahlleiter, so dass die Wahl schwer fällt.
Die Zeit für ungültig ist aber erst dann gegeben, wenn es keine Alternative mehr gibt. Momentan haben wir (leider) 2 zur Verfügung.
Entweder den freien Zugang zur Information (Piraten) oder CDU/CSU/SPD und FDP zusammen mit einem Kreuz – und das wären die Linken.
Das Programm der CDU/CSU von 1950, der Ordoliberalismus/Freiburger Schule der FDP und die Seele der SPD ist zur Zeit bei den Linken zu finden.
Die grüne Soße hat ihre Aufgabe erfüllt, die können/dürfen und müssen wieder in der Versenkung verschwinden, die sind nur noch Gift.
Also kurz: Bravo für diese Entscheidung!
Gruß!
@74
Es tut mir leid. Diese Behauptung stimmt nicht. Das Grenzgesetz der DDR 1982 war in seinen Bestimmungen zum Schusswaffengebrauch restriktiver (!) als das der Bundeswehr des unmittelbaren Zwangs(!). Du kannst beide Gesetze gern vergleichen, und wirst dich nur wundern. Dazu muß auch verstehen, dass besondere politische und zeitliche Ereignisse (1981-1984 Operation Rjan z.B), wie die z.B. Kommandostabsübung Able Archer 1983, die einen Atomkrieg, einen Atomangriff auf den Warschauer Vertrag direkt simulierte, sofort Auswirkungen auf das Verhalten an den Staats- und Systemgrenzen hatte. Der kalte Krieg hätte immer in einen heißen Krieg umschlagen können.
In wenigen Jahrzehnten weht über Deutschland die rote Halbmond-Fahne und es ist außerdem sowieso Peak Alles und damit endgültig Schicht im Schacht.
Und bis dahin wird es von jetzt an nur noch stracks bergab gehen. Auch die – wie auch immer geartete – subjektiv beste Zusammensetzung des Parlamentes und der Regierung wird da nicht viel reißen können.
Ich bewundere daher Leute, die sich angesichts dessen noch mit sowas wie Parteiprogrammen auseinandersetzen und zu den Wahlen gehen wollen.
Ich lese hier, daß einige Kommentatoren den LINKEN-Parteimitgliedern Stasi-Mitarbeit vorwerfen.
Ach Leute, fragt Euch lieber, wie viele Mitglieder der SPD, CDU und der FDP für die Stasi, GRU und den KGB gearbeitet haben und heute noch für die GRU, SWR und den FSB arbeiten ?
Ich finde es richtig, dass der SF hier eine so direkte Empfehlung gibt.
Dies ist besonders bei einer Empfehlung für die LINKE wichtig, da es in den etablierten Medien scheinbar ein unverhältnismäßiges Meinungsmonopol gegen diese Partei gibt.
Der Mensch mag es halt einfach – und wer sich nicht weiter informiert fällt leicht auf die simple (populistische) Argumentationskette
Sozialdemokratisch(z.B. die Ex-SPD)=Links=Kommunismus=Gescheitertes gesellschaftliches und unmenschliches Experiment=dumme und gefährliche Wahl
herein.
Ich glaube kaum, dass der gemeine LINKE den Kommunismus errichten will. Die LINKE ist sicher nicht weniger demokratisch als die anderen großen Parteien die zur Wahl stehen!
Ich habe per Briefwahl schon die Linke gewählt, da die politischen Ansichten im Parlament aus dem Gleichgewicht gekommen sind. Selbst gewichtige Teile der SPD und der Grünen (welche meine letzte Stimme bekommen haben) scheinen sich oben genannter Argumentationskette anzuschließen. Das Gleichgewicht muss wiederhergestellt werden – unabhängig von irgendwelchen koalitionstaktischen Rechenspielchen. Sonst geht das muntere Beeinflussen, Privatisieren, Verdummen und Umverteilen weiter.
Dass die LINKE die Bundeswehr schnell aus Afghanistan abziehen will, finde ich nicht gut. Allerdings wurde ich ihnen zutrauen, dass sie das nächste Mal verhindern, dass der Karren in den Dreck gefahren wird. Zur SED-Vergangenheit der Minderheit der LINKS-Politiker moechte ich mich vielen meiner Vor-Kommentatoren anschliessen. Sollte nicht vor allem die CDU beherzigen: Wer ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein.
EIn schöner Artikel im SPON, der mich darin bestätigt, die LINKE nicht zu wählen, und der allen zu empfehlen ist, die die Vergangenheit der Partei relativieren: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,650626,00.html
Was ich selbst wählen werde? Keine Ahnung, so wie es aussieht, ist für mich keine Partei wählbar
Ich mag Leute, die kritisch sind, die für ihre Interessen eintreten und die, wenn es sein muss, auch mal Rabatz machen mögen. Solche Leute sind mir viel sympathischer als diese Wähler es sind. Ein Wähler ist untertänig und passiv und lässt andere über sein Schicksal entscheiden. Und die Linke ist genau die Partei, die diese Untertanenmentalität befördert, wenn sie Montagsdemos in Stimmen für die Linke überführt, wenn SIE für die Leute entscheidet, was für die angeblich das Beste sei.
Was will die Linke?
Rente mit 65 statt mit 67! Die meisten Menschen sind mit Mitte 50 schon fertig von der Arbeit.
10 Euro Mindestlohn! Das sind keine 1.700 BRUTTO! im Monat für Leute, die sich 40 Stunden jede Woche krumm machen!
Raus auf Afghanistan! Davon hat die Linke nun ja bereits vor der Wahl still und leise Abschied genommen. Außerdem ist die Linke nicht pazifistisch. Sie will 100.000 Mann unter Waffen behalten. Wofür brauchen wir eigentlich 100.000 Soldaten, liebe Linke, wenn nicht für imperialistische Kriege? Oder sollen die 100.000 hier in der Heimat still und leise auf den Russen oder Iraner warten, bis sie schwarz werden?
Usw.
Die Linke geht gar nicht!
@ 70/DocJones
Diese Erfahrung habe ich auch gemacht, war aber verwundert. Ich habe mir dann mal die Abstimmungsalternativen beim Wahl-o-mat angesehen.
Etliche Fragen beim Wahl-o-Mat sind so gestellt, dass man eine alternative Sichtweise präferieren könnte und dann in der mittleren Kategorie landet. Also weder ganz ablehnend, noch ganz zustimmend.
Da hat die Piratenpartei ein natürliches Plus, da in der Datenbank des Wahl-o-Mat bei vielen Themen für die Piratenpartei eine indifferente Meinung hinterlegt ist, im Gegensatz zu anderen Parteien, die für die meisten Themenfelder eindeutigere Antworten anbieten.
Als ich mir dann das Wahlprogramm der Piratenpartei angesehen habe, ist meine Illusion verflogen. Schwerpunkt Internetthemen (ich weiß, die Piraten schreien jetzt wieder “Bürgerrechtsthemen”), bräsiges Demokratieblabla (s.v.), ein wenig Bildungspolitik, aber ansonsten keine Ansichten.
Wahl-o-Mat kannste knicken.
@ 91
Hey, falsches Blatt:
Autobahn geht gar nicht!
Gruß!
urgs wie fürchterlich.
ROT+Grün wird Agenda und Kosovo nicht verziehen aber Gysi und dem Rest die SED+Stasi?
Und Lafontaine die Flucht sobald in Verantwortung?
Ich würde mir eher die Hände abhacken als Linke zu wählen.
Die stehe nicht für soziale Gerechtigkeit sondern für üblen Filz, Unterdrückung und Demagogen an die Macht.
@ 90, Passiveblogger
Zu deinem “schönen” Link:
http://www.nachdenkseiten.de/?p=4220
Hier bietet wohl der SPON der CDU Wahlkampf-Schützenhilfe. Auch die zugehörigen Kommentare SPON sind informativ.
Volle Zustimmung zu Deinem Artikel!
@94 Sebastian
Der Unterschied ist, dass SPD und Grüne nach wie vor sagen, Die Agenda und ihre Politik der vergangenen Jahre waren im Kern richtig. Im Gegensatz dazu distanziert sich die Linke nachdrüklich vom Stasi-System der DDR.
Wenn SPD und Grüne anerkennen, dass Hartz 4 etc. falsch waren und sie entsprechende Veränderungen glaubhaft (!) vertreten, dann wären sie wohl für viele, die sich jetzt den Linken zugewandt haben auch wieder wählbar.
Und zum Thema Lafontaine und Flucht vor Verantwortung:
Er ist halt prinzipientreu gewesen. Die von ihm schon damals geforderte Regulierung der Finanzmärkte (um nur mal ein Thema zu nehmen) war mit der Schröder-Clique halt nicht zu machen. Also hat er den Hut genommen und auf seinen Posten verzichtet (und wird heute trotzdem noch als “machtgeil” verschrien – Logik hoch3).
Greets!
Cooper
Ich werde diesmal nicht wählen gehen, aber ich finde es lustig, wenn man sich Sorgen macht, ob in den Linken doch nicht die ehemaligen SEDler stecken würden.
Als nämlich die CDU/CSU damals jeden, der sich nicht gerade filmen ließ, wie er mit der Begeisterung die Juden (Gewerkschaften, Slawen, …) abknallt, willkommen ließ und ihm gleich staatstragende Funktionen schenkte, war das so demokratisch und christlich. Ja, die ehrenhaften Konservativen, so sind sie alle halt, wie es der bekannte Mann schon vor langen Zeit sagte: Die Letzten werden die Ersten sein und die Ersten die Letzten.
hallo
boris becker hat übrigens angst vor der linken.
Dieter Bohlen bestimmt auch…:D
glaubt hier eigentlich jemand das nach einem katastrophalen abschneiden der spd am sonn.
nahles und andere linke putschen dann wowi mit hilfe der linken und der grünen zum bk machen?
@ 101 Jan
Nahles nicht gerade, aber es sind ja noch paar mehr Leute in dieser Partei (geblieben). Warum sonst sollten Steinmeier und Steinbrück gerade so panisch versuchen, die Parteiführung an sich zu reißen und ihre/Seeheims Macht zu sichern? In den Hinterzimmern gehts da wohl gerade voll ab, die Wahl ist für die schon gelaufen. Da haben viele Leute sehr still gehalten, und brav “Steinmeier” gesagt, und Wut runtergeschluckt. Und andere sehen es nur ganz nüchtern: GroKo als einzige Perspektive ist keine nachhaltige Perspektive, und die Linke nicht der Leibhaftige. Wenn Steinmeier seine “starke SPD” nicht schafft und das mieseste Ergebnis ever einfährt, ist eine Reform fast zwangsläufig.
Und wenn nicht – good bye, SPD, dann werden Linke und Grüne eben ihren Platz einnehmen, und sie wird selbst in den 5-15%-Bereich abrutschen, gewählt nur noch von Leuten, die garnichts checken. Dann bekommt “rotgrün” zukünftig eine ganz neue Bedeutung – soll mir auch recht sein.
@ jan
Ich glaube nicht, dass Steinmeier zurücktreten wird und auch wenn, sofort nach der Wahl kann die SPD nicht mit den Linken koalieren. Ich könnte mir eher eine 2 jährige Schamfrist vorstellen und dann vielleicht auch eher Neuwahlen unter einem anderen Kanzlerkandidaten, da Steinmeier zu Rot-Rot-Grün einfach nicht passt.
Interessant wird, ob Müntefering den Parteivorsitz nach der Wahl verliert, das wäre ein erstes wichtiges Zeichen, wenn nicht sieht es mau aus.
Meinem Eindruck nach wird die “linke Basis” der SPD auch überschätzt, ich war mal kurze Zeit bei den Jusos in Sachsen dabei, die sich als Linke in der SPD verstehen und da gibt es schon harte Grabenkämpfe zwischen den einzelnen Strömungen. Das die Linken dabei die Mehrzahl bilden, das Gefühl hatte ich eigentlich nicht. Da waren viele dabei, die erst wegen Schröders toller Reformpolitik und seines Bastastiles eingetreten sind. Meiner Meinung nach ist die SPD irreversibel geschädigt und wird keine linke Partei mehr werden.
Hallo Jens, glaube nicht, dass du der treuen Spiegelfechter-Leser-Gemeinde mit deiner Enthüllung etwas Neues erzählst. Schließlich kann nur das Kreuz bei der Linken nach scharfem Nachdenken die einzig verbleibende Option sein in der aktuellen Situation. Mich freuts trotzdem, das du dich outest, haben die Linken schon mindestens zwei Wähler. Und ich bin mir sicher, dass es noch mehr Menschen gibt, die sich dem gesunden Menschenverstand verpflichtet fühlen. Kantische Grüße aus A. Reinhard
Mal eine ganz andere Frage: Wenn die CDU wirklich bei minimal über 30% landet, was wird denn dann eigentlich aus Merkel? Das Grundproblem, dass sie zum Machterhalt das CDU-Profil weitgehend geopfert hat, und das dann zu einem historischen Wahldebakel führt, ich glaube, da könnte sie in der Tat doch noch einmal richtig Gegenwind kriegen. Klar, falls Schwarz/Gelb nicht möglich sein sollte, dann wäre Merkel wiederum die ideale Besetzung für eine Schwarz/Rot-Regierung, nur ob sich die Union damit abfinden kann, daran zweifle ich ein wenig.
Ich könnte mir vorstellen, dass sich dann klammheimlich der rechte Flügel in der CDU mal wieder positioniert …
@Handelsschiff
ich glaube nicht, dass die SPD noch so viel weiter abrutschen würde, vielleicht auf 20%-18%. Ich glaube, das es keinen geringen Anteil an SPD-Wählern gibt, die die SPD gerade wegen ihrer Politik der letzten Jahre wählen. Die neue meinungslose Mitte und so…
Ich denke das wird oft unterschätzt.
D´accord zum Artikel erstmal.
Die Diskussion zwischen “Stoppt die SED” und “Aber die anderen haben auch Nazis in ihren Reihen (gehabt)” ist nicht mal mehr amüsant. Da ist mir doch einiges an Rechthaberei zwischen den Zeilen zu lesen.
Mir geht´s bei meiner Wahlentscheidung am Sonntag um die kommenden vier Jahre, und da sehe ich für mich keine Alternative zu den Linken.
Ach ja und noch zu den ach so unbefleckten Grünen – erinnert sich noch jemand an die bräunlichen “zurück zur Natur” Aktivisten aus deren Gründerzeiten?
Oder an Joschkas neue Jobs für Gas und Auto (für die, die in den achtzigern noch zu jung waren)?
Die Piraten sind mir noch zu monothematisch und deren Reaktion auf die Kritik an dem Interview mit der “Jungen Freiheit” waren gelinde gesagt, teilweise von einem merkwürdigen Demokratieverständnis geprägt.
Also diesmal die Linke.
wer kommt denn immer auf die Idee, die SPD könnte “links” werden oder sich auf andere Art & weise sozial & gerecht geben? Woher sammeln diese Leute bloss diese Naivität?!
SPD liebeäugelt mit Internetsperren: http://tinyurl.com/koxcot
sieht das Grundgesetz als Hinderniss an: http://tinyurl.com/max6v8
und ist auch der Totalüberwachung nicht abgeneigt. http://tinyurl.com/nw3t3y
und bereitet fleissig mit der CDU & Konsorten weitere Sozialkürzungen vor… http://tinyurl.com/d7rstn
…um es sich weiter rechts von der Mitte gemütlich zu machen… http://tinyurl.com/cldv72
Die SPD ist eben KEINE alternative zur CDU oder zu was auch immer!!! Sie spielt in diesem Schmierentheater genau die Rolle, die sie soll!
siehe auch folgenden gelungenen Beitrag im WDR (auch wenn ich die “nicht-wählen-ist-eine-Lösung!”-Idee nicht unterzeichnen kann, so spricht der Herr doch sehr viel wahres an!): http://www.youtube.com/watch?v=i5W8bjJ2Hgw
@ 106
Auch wieder wahr – ich vermute sowieso, ganz viele Wähler und Mitglieder stimmen für die SPD, weil sie noch irgendwie so ein “sozial”-Image hat, auch wenn dieses real längst entkernt ist. Solange die Linke “igitt” ist, sowieso.
Oder eben die ganzen “geringeres-Übel”-Erststimmen, die ja hinterher als ganz normale “pro-SPD”-Stimmen gezählt werden. Gerade Arbeitnehmer, die keine Zeit für nähere Beschäftigung mit Politik haben, und noch Zeitung und TV als Medien nutzen, sind da wohl das Hauptklientel. Das funktioniert da wie Persil-Werbung, PR, von oben herab, in Hinterzimmern ausgebrütet, von Roland Berger beraten, nix (mehr) mit Partizipation.
Die “Neue Mitte” ist meiner Meinung nach ein Phantom, bzw. ungebundene Wechselwähler, die genausogut FDP wählen könn(t)en.
Fechter des Spiegels, auch ich gehöre zu denen, die da sind “aus tiefster Überzeugung linksliberal und humanistisch geprägt.” Auch ich bekenne mich “klar zu einer keynesianischen, also nachfrageorientierten Wirtschaftspolitik, und zu einem starken Sozialstaat, zu einer offenen Gesellschaft, zu Toleranz und einer dialoggeprägten Außenpolitik ohne ideologische Scheuklappen.” Nun, das war und bin ich seit Jugend auf. Bis dato habe ich geschwankt zwischen den Grünen und der Linken. Doch seit ich die Nachdenkseiten und Deinen Blog regelmäßig lese, bin ich so wunderbar indoktriniert, dass ich Deine Wahlempfehlung nur als folgerichtig empfinde. Danke. Nun weiss ich, wen ich zu wählen habe.
Auch ich wähle die Linke. Dieses Mal aus Protest in vier Jahren hoffentlich aus Überzeugung.
Danke SF für alle deine Artikel.
Sachma, Jens, was zahlt die Linkspartei eigentlich pro Bekehrtem? Könnte sich ja langsam lohnen … ;)
Danke für den sehr guten Artikel, danke für ehrliche, offene Worte.
An Alle, die sich hier über die DDR – SED – Kommunismus – Sozialismus – Diktatur – Unrechtsstaat – …….. aufregen: Habt Ihr jemals einen Fuß auf das Territorium der real existierenden DDR gesetzt?
Zum Schießbefehl – jeder, der gegen gültige Gesetze eines Staates verstößt, weiß, daß er mit Konsequenzen zu rechnen hat; wer sich in Gefahr begibt, läuft Gefahr, darin umzukommen.
Die DDR war ein Unrechtsstaat? O.K, sie war sicher verbesserungswürdig, aber was ist denn mit dem “Rechtsstaat” BRD? Der Begriff Rechtsstaat ist bei genauerem Hinsehen nicht mehr haltbar, auch wenn die Massenmedien ihn noch so oft gebrauchen. Ich erinnere nur an Schäuble, Vorratsdatenspeichrung, Onlineduchsuchung, ausspionieren der Privatsphäre, Eu-Verfassung,….Alles läuft darauf hinaus, auf eine Bevormundung von der Wiege bis zur Bahre, und Ihr merkt nichts!
Das Schicksal der DDR war 1989 vorprogrammiert, sie war zum Abschuß freigegeben, da muß man nur die richtigen Dokumente lesen.
Ich werde am Sonntag nicht Die Linke wählen. Aber ich kann es nicht unwidersprochen lassen, wenn solch unqualifizierte Äußerungen von Leuten gemacht werden, die unser Leben in der “Diktatur” nur aus Zweit- und Drittquellen kennen.
Nur noch ein Gedanke – an die, die sich über die Mitglieder der Linken aufregen.
Was ist denn damit: Sozialgesetze in dieser Gesellschaft werden von Vorbestraften gemacht und sogar noch nach ihnen benannt – siehe Hartz IV.
Respekt!
Auch wenn ich wie beschrieben Die Linke wähle, sollte jedem hier klar sein (bzw. noch klar werden), dass sich in unserem Land strukturell nichts ändern wird.
Wir haben einen Systemfehler, der von keiner großen Partei angesprochen wird. Die steigende Verschuldung und steigende Zinszahlungen führen dazu, dass Steuern erhöht oder Sozialleistungen gekürtzt werden müssen. Die Verschuldung kann dabei niemals abgebaut werden, weder durch Inflation noch durch Tilgung, weil dies nur durch Wachstum geschehen kann und diesem von der Natur aus, Grenzen gesetzt sind.
Um unser Sozialsystem aufrecht erhalten zu können muss Wachstum erzwungen werden. Nun kann sich aber nicht jeder jedes Jahr ein neues Auto zwei neue Fernseher und drei neue Handys kaufen.
Im Endeffekt kann es nur weiter runter gehen und genau das werden wir sehen, egal mit welcher Partei! So traurig das auch klingt!
@ Jens
Offenes Wort von Dir!
Offener Kommentar von mir: JA!
Offene Hoffnung: High Noon!
Beste Grüße
Vogel
@Lago
Hätte ich das mal vorher gewußt ;-)
@John und Handelsschiff
-> Absturz der SPD
Ich wäre da nicht einmal so sicher – natürlich werden sie auch in diesem Jahr schlecht abschneiden, aber ich kann mir kaum vorstellen, dass es so schlecht wird, wie die Institute orakeln. Ich halte es sogar für möglich, dass die CDU ebenfalls komplett abschmiert. Abwarten und Tee trinken.
@SF
hmm…. Möglich aber ich verweise auf der Unions treue Stammwählerschaft, wobei noch die Hoffnung besteht, dass sie in der Zeile verrutschen :)
http://www.youtube.com/watch?v=QlvcJWg59UA&feature=related
“Ich halte es sogar für möglich, dass die CDU ebenfalls komplett abschmiert.”
Das wird wohl so kommen – mehr als 31% kann ich mir eigentlich nicht vorstellen, Merkel hat den Bogen einfach überspannt. Nur weil die SPD unfassbar dämlich agiert, steht Angie doch so “gut” da…
Aber genau mithilfe des schlechten Unionsergebnisses werden Münte und Co. wieder die Gehirnwaschmaschine anwerfen und wieder die gute alte Konkursverschleppung durchziehen…
@ SF
Naja, eine Umfrage, mit aller Vorsicht:
http://www.mopo.de/2009/20090923/deutschland-welt/bundestagswahl-2009/die_spd_stuerzt_in_hamburg_ab.html
Siehe Diagramme 3 und 6 . Hamburg wäre ja eine der wenigen Chancen für SPD-Überhangmandate gewesen. 29% in Helmut Schmidts Hamburg ist wie der Absturz der CSU in Bayern. Nein, schlimmer. Das Direktmandat in Hamburg Mitte z.B. möchte der Sprecher des Seeheimer Kreises Johannes Kahrs gerne wieder haben. Im Schanzenviertel schreiben sie “Waffenlobbyist” auf seine Plakate und malen ihm Schnauzbärtchen. Sein Ziehsohn Ilkhanipur, der mit dem Bus voller Jusos bei seiner “Wahl”, kommt auch nicht so sehr gut an, und Christa Sager tritt in Eimsbüttel gegen ihn an. Interessant auch die 6% Sonstigen, und dass sie nicht auf Kosten der Grünen zu gehen scheinen… Bei Bürgerschaftswahlen sähs noch schlimmer aus.
Die CDU ist aber wahrscheinlich auch gewohnt überbewertet. Lustig, auf einmal wird es doch plötzlich noch eine spannende Wahl. Und die langweiligste Frage dabei ist die nach dem “Sieger”. Wobei, Merkel hat doch alle potentiellen Konkurrenten verdrängt und vertrieben, den koch gäbs da höchstens noch. Und der, naja… Und natürlich Seehofer.
ich finde eine Wahlempfehlung für eine Partei abzugeben die deine Vorstellungen nur “befriedigend behandelt” nicht gerade sehr sinnvoll. Erinnert mich irgenwie an die Werbung: “bitte den zweitbesten Fisch für meine Frau” (oder so ähnlich). Kurzum um, damit für mich etwas empfehlenswert wäre müßte es mich schon mehr als nur “lauwarm” überzeugen.
Cheers me
@122: Naja, wenn es die Auswahl zwischen mehreren komplett unmöglichen und einer einigermaßen verdaulichen Möglichkeit gibt, dann kann man schon mal letztere empfehlen. Bzw. wählen. So wie ich das auch machen werde. Ohne Liebe, aber mit der Überzeugung, dass das die einzige Möglichkeit ist dem ganzen wirtschafts- und sozialpolitischen Irrsinn ein wenig gegenzusteuern.
@122:
Ab einer Anzahl Personen in einem Raum > 1 ist es nicht mehr möglich, dass alle Anwesenden in allen Punkten dieselbe Meinung haben, wohl aber wichtige Übereinstimmungen. Darum ist die Wahlempfehlung m.E. so absolut nachvollziehbar und ehrlich.
Ich selbst werde auch die Linke wählen und träume insgeheim von Rot-Rot – ohne die Grünen. Schade um Herrn Ströbele, den ich sehr schätze, aber dieser Haufen hat seine Glaubwürdigkeit verspielt. Fordern in Thüringen allen Ernstes bei den Linken eine “Aufarbeitung der SED-Vergangenheit”. Wenn eine Partei ein paar Dinge aufzuarbeiten hat, dann die Grünen – Stichwort Schröder-Ära. Im heutigen Parteienspektrum mangels Glaubwürdigkeit und ehrlicher Aufarbeitung(!) der Regierungszeit von 98 – 05 in meinen Augen völlig überflüssig.
Ganz kurz an meine (;–) Leser:
Wenn im Zweifel (ganz ernst gemeint, also wenn Ihr nicht wie immer wählen wollt): Auf jeden Fall die PIRATEN wählen!
Das ist die einzige Partei, die webkompetent und liberal, im gegebenen Fall auch anti-schäubleristisch und politisch unabhängig, die Freiheit im Web vertritt.
Wenn nicht in 2009, dann aber vielleicht (nach weiteren vier Jahren “GroKo”) in 2013.
MFG, WB
PS: Und natürlich bei den Landtagswahlen (nach der “GroKo”) zwischendurch.
@ 112 Lago
Sachma, Jens, was zahlt die Linkspartei eigentlich pro Bekehrtem? Könnte sich ja langsam lohnen
Meine Güte , sei doch mal nicht so kleinlich… hat ein SF doch gar nicht nötig!
Schau mal hier —> http://bizinformation.org/de/www.spiegelfechter.com
* Rettende Insel *
Wenn Parteien sich und Massen
Sichtbar und geräuschvoll hassen,
Klingt das mir wie Meeresrauschen.
Und dann mag ich henkelltrocken
Still auf einer Insel hocken,
Die mich zusehn läßt und lauschen.
Nicht, daß ich dann etwa schürfe
Oder was dazwischen würfe
Oder schlichten wollte, nein,
Nein, ich weiß, das muß so sein.
Und ich dehne mich und schlürfe
Eingefangnen Sonnenschein.
÷ ÷ ÷
@ppp
Also prinzipiell gibt es mit Koch, Wulff, Rütgers, Öttinger, usw. eine Menge mächtiger Merkel-Gegner in der Union, von der CSU mal ganz abgesehen (und die sind ja auch nicht ohne Netzwerk). Und 31% werden sie “ihr” nicht durchgehenlassen.
Der erste Satz hat mich überrascht und gleichzeitig beruhigt. :)
SPD wäre natürlich die bessere Wahl (denke ich)…
Ich hoffe aber , dass wir die Katastrophe (Union/FDP) doch noch verhindern können.
@Lago “Also prinzipiell gibt es mit Koch, Wulff, Rütgers, Öttinger, usw. eine Menge mächtiger Merkel-Gegner in der Union, von der CSU mal ganz abgesehen (und die sind ja auch nicht ohne Netzwerk). Und 31% werden sie “ihr” nicht durchgehenlassen.”
Ja ja, Merkel ist dann weg, aber der Witz ist: 2013 wird dann definitiv von vornherein für Dreier-Koalitionen geworben werden. Und wer wird da für die Union für ein Jamaika-Bündnis an den Start gehen? Eben nicht Wulff und Co., weil die einfach noch zu sehr der “alten” Union verhaftet sind. Ne, sondern die CDU wird Ole von Beust zum Kanzlerkandidaten machen, damit die Grünen sich überwinden können und so die Union an der Macht bleibt!
Beust gegen Wowereit, dass wär doch mal was :).
Aber am Sonntag wissen wir mehr.
@nescio qui
*lol*
Bei diesem Blogwert wäre ich ja fast von der Vermögenssteuer der Linken betroffen – vielleicht sollte ich doch die FDP empfehlen ;-)
Die Besucherzahlen sind allerdings grob falsch – wo mögen die herkommen?
Edit: Ah, ich sehe schon – Alexa. Die schätzen immer schlecht ;-)
Der Wal-O-Mat ist insofern eine wunderbare Sache, als dass er vielen Menschen bewusst macht, wie sehr Die Linke mit ihren Einstellungen übereinstimmt, obwohl sie die Linke vielleicht vorher blind als kommunistisch abgetan hätten.
Leider gibt es eine Menge Leute, die aus Altersgründen mit dem Internet nicht viel zu schaffen haben und die sogar vor dem Fake-Rot der SPD Angst haben.
Mein Problem ist, dass ich noch immer nicht den Zusammenhang zwischen den tiefroten sozialistischen/kommunistischen Systemen und dem roten Anstrich der Linken verstehe. Leichter und lieber könnte ich einen Zusammenhang zu dem Bolivarismus in Südamerika herstellen…
ZITAT:
@87
dat krokodil am 25. September 2009 um 18:39
“In wenigen Jahrzehnten weht über Deutschland die rote Halbmond-Fahne und es ist außerdem sowieso Peak Alles und damit endgültig Schicht im Schacht.
Und bis dahin wird es von jetzt an nur noch stracks bergab gehen. Auch die – wie auch immer geartete – subjektiv beste Zusammensetzung des Parlamentes und der Regierung wird da nicht viel reißen können.
Ich bewundere daher Leute, die sich angesichts dessen noch mit sowas wie Parteiprogrammen auseinandersetzen und zu den Wahlen gehen wollen.” ZITAT ENDE
Jau….
und die dicksten Kartoffeln haben den Vater zum Krieg aller Dinge zu sein.
mfg
PS: Ihre Ängste möchte ich haben.
Ich werde mit der Erststimme die Grünen und mit der Zweitstimme die Piratenpartei wählen.
Soviel zur Offenheit.
ich teste grad nur mal, ob ich bei jedem Beitrag auf Freischaltung warten muss.
Testergebnis: Ich bin nicht dauerhaft auf Moderation geschaltet. SF: War ich böse oder hat da Wordpress mit Grundeinstellungen zugeschlagen?
Hört euch das mal an, und danach E.v. Klaeden CDU. Fällt euch was auf?
„Demagogie betreibt, wer bei günstiger Gelegenheit öffentlich für ein politisches Ziel wirbt, indem er der Masse schmeichelt, an ihre Gefühle, Instinkte und Vorurteile appelliert, ferner sich der Hetze und Lüge schuldig macht, Wahres übertrieben oder grob vereinfacht
darstellt, die Sache, die er durchsetzen will, für die Sache aller Gutgesinnten ausgibt, und die Art und Weise, wie er sie durchsetzt oder durchzusetzen vorschlägt, als die einzig mögliche hinstellt.“ (wikipedia)
@SF
Uff :-) – nach einem Artikel von Dir, dachte ich schon, dass Du strategisch Schwarz-Gelb wählen würdest :-).
Wenn ich mir den Innenministeriumskatalog so anschaue, denke ich, dass diese Wahl sehr wichtig ist und vielleicht gelingt mit der Linken und den Grünen in der Opposition ja noch einmal, eine effektive Opposition aufzubauen, damit dieses Land nicht restlos ausgeblutet, in einen Willkür- und Repressionsstaat ausgebaut und in Folge in Kriege geführt wird. Das hoffe ich inständig.
Die fast schon Kafkaeske Hetze gegen DIE LINKE in der letzten Zeit läßt mich vermuten, dass unsere derzeit regierenden Korrupties genau eine solche Opposition ebenfalls für möglich halten.
Für eine linke Regierung 2013 wäre Schwarz-Gelb 2009 sicher das sinnvollere Ergebnis*, damit die politische Linke sich in diesem Land sich endlich auf gemeinsame Projekte besinnt. Bevor Leute wie Münte und Oskar nicht von politischen Bildfläche verschwunden sind, geht da eben leider nicht viel.
(*Aber lieber soll mir die Hand abfaulen, bevor ich deswegen “strategisch” Schwarz oder Gelb wähle.)
@ Alex / 115
„Nun kann sich aber nicht jeder jedes Jahr ein neues Auto zwei neue Fernseher und drei neue Handys kaufen.“
Wo hast du nur diesen Schwachsinn abgeschrieben? Lass mich raten. Von den dummen und heuchlerischen Anti-Wachstum-Ideologen. Natürlich kann man jedes Jahr ein neues Auto, … kaufen. Aber zu dem Systemfehler gehört, dass dieses System es nicht herstellen kann. Es kann nicht wachsen! Die sinkenden Löhne bringen kein Wachstum. Das ist nicht die Art und Weise wie das System wachsen könnte. Aber was noch viel relevanter für dieses System ist: es will gar nicht wachsen!
Das System, das wir haben will nur von oben nach unten verteilen. Die OBEN nehmen sich was es gibt, denen von UNTEN versprechen sie das Wachstum. Das ist die Megalüge des Systems, was man harmlos als Systemfehler bezeichnen kann.
Der Reiche kann seine Macht nur dann genießen, wenn die von unten nichts haben. Der absolute Reichtum bringt einem Individuum nichts – 0, NIX, sondern alleine der relative Reichtum.
Du willst es bald erleben, das die neue Regierung nicht das Wachstum, sondern die Bescheidenheit propagieren wird. Und zwar, damit die Umverteilung so bleibt, wie es die Rot-Grün eingerichtet hat. Als Alibi wird (und kann nur) die Umwelt dienen. Die Grünen (und die anderen hirnlosen Naturfetischisten) werden bald das sein, was nach der Großen Depression der Faschismus war.
Die Grünen/SPD/CDU/FDP haben einen völkerrechtswidrigen Krieg mit 2.000 Toten mit zu verantworten (Kosovo).
Die CDU/CSU wollte völkerrechtswidrig in den Irak einmarschieren.
Die Grünen/SPD/CDU/FDP verantworten einen brutalen Krieg in Afghanistan mit, der bereits jetzt Zehnttausende Tote gefordert hat.
BTW: Ich finde auch, dass die LINKE sich nicht richtig von den Taten der DDR distanziert. Gerade bei Sarah Wagenknecht sind da erhebliche Defizite zu sehen. Aber ich denke, die ganzen etablierten Wähler sollten sich mal an die eigene Nase fassen und überlegen, dass sie mit ihrem Kreuz Tote, Verletzte und Krieg genehmigen.
Übrigens Seriösität beinhaltet aus meiner Sicht Ehrlichkeit. Daher: der Artikel vom SF ist nur seriös.
Hallo,
NICHT WÄHLEN IST KEINE LÖSUNG. Im Gegenteil. Gehen statt 100 nur 99 Leute zur Wahl, ändert sich für die zur Wahl stehenden nichts zum schlechteren. Ganz im Gegenteil. Ihr Prozentwert WIRD STEIGEN! Zwar nur geringfügig, aber er steigt.
Wenn statt 30 von 100 die CDU wählen es 30 von 99 sind, ist es doch gut für die CDU!!!
Deshalb ist nicht wählen ganz falsch. GEHT ALLE ZUR WAHL und macht euer Kreuz irgendwo weit unten in der Liste, wenn ihr euch mit Linkspartei oder Grüne nicht anfreunden könnt, bei den bibeltreuen Christen, der LMPD oder was da auch sonst noch zur Wahl steht. Denn wenn statt 100 Leuten 105 zur Wahl gehen und vorher 30 Leute die CDU wählen und auch von 105 Leuten 30 die CDU wählen DANN NIMMT AUCH IHR PROZENTWERT AB! Deshalb schleppt zur Wahl wen ihr in die Finger bekommt. Gebt den Leuten dafür ein Bier aus, dass sie ihre Stimme NICHT der CDU, SPD oder FDP geben. Je mehr, desto besser.
Seht es so: Der Tag der Abrechnung ist gekommen!!! Wer hat nicht als Schüler davon geträumt, endlich selber mal Noten verteilen zu können??? Gebt alles! Jeder von euch muss mindestens 1 Person mitnehmen zur Wahl. Sonst habt ihr 4 Jahre lange Unglück !! (Und das ist leider kein Scherz….)
@ Jens, Andreas und alle, die eine mangelnde Vergangenheitsbewältigung beklagen:
- Stanislaw Tillich (Ministerpräsident von Sachsen) hat eine einschlägige DDR Vergangenheit
- Dieter Althaus (Thüringen) ist Träger eines Thälmann-Ordens und hat eine einschlägige DDR Vergangenheit
- Angela Merkel durfte als Tochter eines evangelischen Pfarrers Physik studieren und sogar nach Russland gehen, was widerum Christoph Matschie (Ministerpräsidentenkandidat in Thüringen), Sohn eines evangelischen Pfarrers, aufgrund des Berufes seines Vaters nicht erlaubt war.
- Der Präsidentschaftskandidat der Linkspartei Peter Sodann SAß IN BAUTZEN IN HAFT
- Die Ost-CDU und OST-SPD haben es wirklich geschafft, alle Mitglieder mit Vergangenheit herauszufiltern??? Soll das ein Witz sein? Die haben doch sogar Altnazis ohne größere Gewissensbisse beschäftigt!!!
- Leute wie Bodo Ramelow und Oskar Lafontaine haben entgegen anderslautenden Meinungen keine DDR Vergangenheit, weil sie gar nicht aus der DDR kommen!
@ 138 Systemfrager
Das System, das wir haben will nur von oben nach unten verteilen.
? ? ?
Du willst [sic!] es bald erleben, das die neue Regierung nicht das Wachstum,
sondern die Bescheidenheit propagieren wird.
Nee… will ich garantiert nicht!
Die Grünen kannst Du meinetwegen noch als hirnlos bezeichnen,
ansonsten reichlicher Stuss.
Le Penseur noch nicht ausgeschlafen …?
@ 115 & 138
Alex hat sich entweder schlecht ausgedrückt oder den Knackpunkt vom (bald durch EU-Vertrag) vorgeschriebenen Wirtschaftswachstum nicht erkannt:
Beim Wirtschaftswachstum muss man morgen mehr kaufen als heute und übermorgen mehr als morgen usw. usf.
Das läuft irgendwann darauf hinaus, dass wir zwischen dem Kauen beim Frühstück dreimal das Besteck wechseln müssen. Und das das der erklärte Wunsch der Politikerkaste ist, zeugt nur von ihrer abnsoluten Inkompetenz respektive Dummheit, denn was wünschen die sich?
-> “Vorfahr für Wachstum”
Gruß!
@ 138
Nein, das ist bei niemandem abgeschrieben, wie kommst du da drauf? Man überlege sich doch einmal folgendes: Die deutsche Bevölkerung schrumpft und ohne Wachstum geht es nicht (aus oben genannten Gründen). Das heißt, dass die vorhandenen Bürger mehr konsumieren müssen. Das ist auch das, was uns die Werbungen immer erzählen. Kauf mehr, öfters und wenn du es dir nicht leisten kannst, verschulde dich. Deine Bank oder sogar Medimarkt werden dir dabei helfen.
Der Fehler liegt im WachstumsZWANG, der in der Verschuldung begründet ist. Ohne Wachstum können wir das Niveau unseres Sozialsystems ja nicht einmal halten! Die Wirtschaft MUSS wachsen.
In der Zukunft wird es also weiter bergab gehen, weil die Zinszahlungen einen immer größeren Anteil am Sozialprodukt einnehmen. Komme wer da wolle. Ob Linke, Bürgerliche, Linksradikale oder Rechte.
Das von dir angesprochene Problem der “Umverteilung” fällt hier ebenfalls rein. Während die reichen der Reichsten ihr Geld dem Staat oder der Bank leihen und es durch nichtstun vermehren, werden immer mehr Menschen dazu gezwungen sich zu verschulden. Der Niedriglohnsektor hilft dabei.
Gut so. Die Linke hab ich auf meinem Blog auch empfohlen.
Randbemerkung: jemals Grün gewählt zu haben — also das ist mir noch nie passiert.
Finanzierungsvorbehalt?
Die Vorschläge der Linken sind problemlos finanzierbar, wenn die in der Vergangenheit gemachten Steuergeschenke(über 100 Mrd. Euro jährlich) an die Reichen einkassiert würden. Dies sieht auch das Steuerkonzept der Linken vor.
Eine unseriöse Finanzpolitik hingegen betreiben die rechten Parteien, die den Reichen riesige Steuergeschenke machen, nur um sich dann die Milliarden für das Stopfen der entstandenen Haushaltslöcher wieder zurückzuleihen.
Ein mutiger und vorallem richtiger Schritt wie ich finde! Ich selber mache aus meiner politischen Meinung auch kein Geheimnis, muss jedoch leider feststellen, dass im weiteren Bekanntenkreis dieses Thema durchaus tabuisiert wird. Sobald man politisch wird, gilt man als radikal und verbohrt, selbst wenn man wie ich keiner Partei angehört.
Politische Meinungen müssen ausgesprochen und differenziert diskutiert werden! Neutralität vorzuheucheln hat für mich keinen Wert!
Deshalb: Ich wähle DIE LINKE, weil ich derzeit keine politische Alternative sehe und die entscheidenden Kernthemen meiner politischen Gesinnung entsprechen; Stammwähler muss ich deshalb nicht werden.
Wählt links, auch um den Druck auf SPD und Co zu verschärfen; irgendwann werden Steinmeier und Co rot-rot nochmal überdenken müssen!
Ich bin nicht enttäuscht, man hat es sich ja schon denken können. Und da Du ja kein Berliner bist, hast Du natürlich auch noch das Recht auf Deine eigene Enttäuschung. Wir in der Hauptstadt sind selbstverständlich wieder mal ein paar Schritte weiter ;-)
Von mir bekommen die Linke jedenfalls aus ähnlichen Gründen keine Zweitstimme mehr, aus denen ich den Grünen diese nicht mehr gebe. Wir sind ja nicht bei Walt Disney, wo jeder eine zweite Chance verdient hat. So viel Zeit hat man in einem Menschenleben ja gar nicht.
Bei der Erststimme bin ich eh undogmatisch und schaue auf die Person. Probleme gab es damit noch nie, weil Bundespolitiker die sich noch nicht verbogen aber bereits bewiesen haben, zu rar gesät sind.
Wachstum ist nicht wenn wir mehr vom gleichen haben, sondern mehr Optionen. Es besteht nicht darin, dass sich jeder ein zweites oder drittes Telefon anschafft, sondern neben dem ersten ein Handy, oder neben dem Computer ein Laptop usw.
@info: Der Spitzensteuersatz befindet sich bereits jenseits des Peaks der Laffer-Kurve, d.h. wenn man ihn anhebt wird der Staat nicht mehr sondern weniger Geld einnehmen. Damit wird die Linke wohl zu Finanzierung auf mehr Verschuldung zurückgreifen und das heißt langfristig Inflation, die zu Lasten der niedrigen und mittleren Einkommen führen wird. Sie versucht ja schon heute die EZB in diese Richtung zu bearbeiten.
@naomik
Naja, aber für den desolaten Haushalt können sie doch nichts. Und geldscheißen kann auch die Linke nicht. Ich denke, wenn nicht der riesige Schuldenberg wäre, hätten sie ganz andere Spielräume. Und bei der Bildungsreform versuchen sie doch ihre Vorstellungen umzusetzen. Das man als kleinerer Koalitionspartner viel schlucken muss ist klar, wobei man gewisse Prinzipien haben sollte. Die Frage ist doch, ob es ohne die Linke in Berlin nicht schlimmer aussehen würde? Das der Senat kein soziales Wohnungsbaukonzept hat nervt mich auch. Weiß aber nicht, wie da die Einflussmöglichkeiten der Linken sind. Der Wowereit scheint da ja ein ganz besonderes Herz für Luxuswohnungen zu haben.
Wer A sagt, soll auch B sagen und wer behauptet “Die Linke” wäre kommunistisch, soll bitte die CDU/CSU/FDP auch nationalsozialistisch nennen. So viel Fairness sollte sein.
http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_ehemaliger_NSDAP-Mitglieder,_die_nach_Mai_1945_politisch_t%C3%A4tig_waren
@ 148
“Der Spitzensteuersatz befindet sich bereits jenseits des Peaks der Laffer-Kurve”
Haben Sie dafür einen Beweis oder ist das einfach nur der FDP nachgeplappert?
Weiter haben Sie eine “komische” Vorstellung von Wachstum.
Sehr zu empfehlen ist die Website http://www.abgeordnetenwatch.de. Dies kann doch bei der Entscheidung behilflich sein, wem man seine Erststimme gibt. Dass es innerhalb der Parteien oft ein breites Spektrum an Ansichten gibt, ist ja bekannt.
Immerhin will der Kandidat meines Wahlkreises (Grüne), dem ich diesmal meine Erststimme gebe, den Abzug der Truppen aus Afghanistan. Dazu hat sich die Partei als Ganzes ja leider noch nicht durchringen können. Hier hoffe ich auf die Trendwende nach der Wahl. Allerdings wünscht er sich auch die Türkei in der EU.
Der LINKEN wünsche ich auch ein gutes Ergebnis, beobachte aber mit Besorgnis die Zersplitterung im linken Lager. Der Wahlomat empfahl mir übrigens die MLPD, tatsächlich fand ich deren Wahlplakate auch intelligenter als die der LINKEN (Plakat 1: Reichtum für alle!, Plakat 2: Reichtum besteuern). Aber eine 100%ige Überschneidung meiner Ansichten mit denen irgend einer Partei gibt es nicht mal annäherungsweise (max. 60%). So ist es bei der Wahl ähnlich wie früher in der Mensa: wählen, was den geringsten Brechreiz hervorruft.
[blockquote] Natürlich könnte auch BILD schreiben, dass ihre Wähler doch bitteschön die Union wählen sollen, schließlich trieft diese Aufforderung dort aus nahezu jedem politischen Artikel – Springer verzichtet jedoch aus gutem Grund auf dieses Bekenntnis. Ein Großteil der Leser ist sich nämlich gar nicht bewusst, dass er manipuliert wird [/blockquote]
Von der Webseite der Bild grinst heute eine riesige Kanzlerin, diesmal im pastellgrünen Blaiser und stellt fest das “WIR Zuversicht wählen”. Ok, es ist als Werbung gekennzeichnet. Aber wie dumm muss man sein um das nicht als klare politische Aussage zu begreifen? Und das die Bildzeitung sich nicht gerade durch eine lupenreine Trennung von Werbung und politischen Aussagen auszeichnet, ist ja auch kein Geheimnis. Aber vielleicht hält Döpfner die Bildzeitungsleser auf für so dermaßen bescheuert, das er der jahrelangen Manipulation der Bildleser doch nicht vertraut und es für die allergrößten Deppen noch einmal dick drüber schreiben lässt, was die geneigten Leser den nun wählen sollen. Den für das selbe Geld hätte er ja wohl kaum Gysi von Bild.de heruntergrinsen lassen.
Hallo Jens,
Du befindest Dich in guter Gesellschaft. Der Berliner Schriftsteller Wladimir Kaminer (der genau wie Du früher Grüne und nun Linke unterstützt) sagt es kurz und knapp: “Intelligente Menschen sind nicht für den Krieg.”
Das Linke=SED Gefasel konnte ich noch nie verstehen: Die CDU hat nach der Einheit SED Mitglieder und “Blockflöten” (DDR-CDU Genossen die oft noch verbohrter waren als SED Mitglieder) mit Kußhand übernommen, die problematische DDR-Vergangenheit von Fr. Merkel ist noch immer nicht geklärt und die Aufarbeitung der Stasi-Beziehungen von West-Politikern wird systematisch verhindert wogegen sich viele normale DDR-Bürger nach der Wende regelrechten “Tribunalen” zu stellen hatten.
Das pauschale Verurteilen von SED/PDS/Linke Mitgliedern — wie es oft von CDU und dem rechten Flügel der SPD betrieben wird — hat nichts mit der berechtigten SED-Kritik von DDR-Bürgerrechtlern und DDR-Opfern gemein. Stattdessen handelt es sich um politischen Rassismus der vorgaukeln soll, dass die Teilung zwischen Ost und West für unser Land (immernoch) relevanter ist, als die (stetig vorangetriebene) Teilung zwischen Oben und Unten.
Bin ein Alt 68-ziger. Inzwischen Rentner und 98 % meines Lebens von der Politik verarscht worden.
Für mich gibt es nur noch Die Linke. Schlimmer kann es mit denen auch nicht werden. Wie schon geschrieben, sind die Piraten für mich Kinderkram und kommen nicht in Frage. Mit Ihrer Augenklappe (rechts tragend?) sind sie eher was für den Karneval oder für einen Kindergeburtstag bei McDoof.
Gruß
H. Müller
P.S.
Wahltaktisch müsste man mit der Erststimme CDU oder SPD und mit der Zweitstimme die FDP wählen. Dann könnten die Pappnasen in voller Verantwortlichkeit ihrer neoliberalen Religion weiter frönen. Die Wahrscheinlichkeit, dass dann auch der letzte vernebelte Mitbürger langsam klarer sieht, würde rapide steigen. Dann wäre vielleicht in unseren Innenstädten mal wieder was los.
@ Karsten Nr. 52
Synapsen-Durchfall !!!!
Gruß
H. Müller
Das einzige wirklich interessante an Wolfgang Schäuble ist, dass er schon 1991 erkannt hat, das der soziale Klassenkampf nicht zu Ende ist, sondern im Gegenteil, sich völlig verschärft, neu stellen wird. Das ist auch der Grund, warum er seit 1991 eine komplette Revision der bürgerlichen Rechte, wie sie im Grundgesetzt verbrieft sind, fordert und umsetzen will.
Er ist dort einer der klügsten bürgerlichen Politiker, was die Analyse aus seiner/ ihrer Sicht betrifft.
Meiner Meinung nach gibt es keine Partei die die deutsche Vergangenheit so gründlich aufarbeitet wie die Linken. Alle paar Versammlungen wird das Thema wieder und wieder durchgekaut, aus allen möglichen und unmöglichen Blickwinkeln betrachtet.
@ naomik
nur wenn die LINKE auf Bundesebene ihre Steuerpolitik umsetzen kann, kommt auch wieder was in die Kasse. Parallel dazu muss es eine solidarische Neugestaltung des globalen, wie nationalen Finanz-und Wirtschaftssystems geben, wofür sich die LINKE ebenso einsetzt. Das alles muss doch erstmal umgesetzt werden, bevor es überhaupt Spielräume für eine soziale Politik gibt.
Ich war mal CDU-Wähler. Habe vor vier Jahren das Kreuzchen bei der CDU gemacht, weil mich Merkel zu überzeugen schien. Jahre später kam der Georgien-Krieg. Die ARD interviewte Putin. Das Interview schien mir nicht sauber. Ich googelte und stieß auf den “Spiegelfechter”, der die zensierten Stellen aufzeigte. Daraufhin war meine politische Neugier geweckt worden. Ja, man kann sagen ich bin erwacht und lies zahlreiche Blogs. Besonders aufklärend fand ich dieses Blog, die NachDenkSeiten und Bildblog.
Diese schmierige Medienkampagne gegen die LINKE bewegt mich dazu aus Protest und als das kleinere Übel das Kreuz bei der LINKEN zu machen.
“Der Leser hat ein Anrecht auf Transparenz und Ehrlichkeit”. Genau! Ich wähle die Spiegelfechter-Partei.
Cosmo hat auch eine Empfehlung zur Wahl
@Michel #149
Nicht ganz, aber doll sind die Erhöhungsaussichten in der Tat nicht:
(Emphasis mine)
Say-Laffer-Reagan – Die Drei(ein)faltigkeit der Neoklassiker/Neoliberalen.
Das Problem: Die bereits mangelhafte Theorie (unsichtbare Hand, Angebot über alles, Steuersenkungswettbewerb) wird durch die Realität zerschlagen. Unter Reagan wuchsen Staatsverschuldung trotz krassester Deregulierung stark an, unter Clinton wurde der Schuldenberg mit anderer Politik abgebaut.
Auch in Deutschland wird seit Jahr und Tag stetig aufs Neue gezeigt, dass Senkung von Vermögenssteuer/Spitzensteuersätzen nichts mehr bringt, was dauerhaftes Wachstum UND mehr Beschäftigung zu menschenwürdigen Löhnen beiträgt. Im Gegenteil.
Dieses Land wird den Exportweltmeistertitelbullshit noch verfluchen lernen, wenn sich zeigt, dass dauerhaft kein Land mit einem krassen Exportüberschuss leben kann, ohne ernsthafte Verwerfungen auf der anderen Seite hervorzurufen. Obama hat das erkannt und ausdrücklich unverantwortliche Staaten gewarnt:
http://www.huffingtonpost.com/2009/09/22/g20-obama-to-face-tough-q_n_294397.html
Auszug:
Obama’s initiative would require chronic trade-deficit nations like the United States to boost their savings rates to consume fewer imports, and for trade-surplus countries like China (Deutschland!) to get their consumers to spend more and rely less on export-led growth.
“We can’t go back to an era where the Chinese or the Germans or other countries just are selling everything to us, we’re taking out a bunch of credit card debt or home equity loans, but we’re not selling them anything,” Obama said during a CNN interview broadcast Sunday.
Das ist es was ihr geistesschwachen FDP-Apologeten nicht rafft; das es eine andere Seite gibt, die diese gefährliche Wirtschaftspolitk einseitig bezahlen muss. Das geht nur bis zu einem bestimmten Punkt. Der Punkt ist, ihr leugnet, dass es eine andere Seite gibt. Dann kann man diesen Schwachsinn natürlich vor sich rechtfertigen.
@ 164 Karl Heinrich
“Ihr da in der Mitte, guckt euch mal diesen Chart an!”
http://www.weissgarnix.de/2009/09/17/ihr-da-in-der-mitte-guckt-euch-mal-diesen-chart-an/
Hm?
@69 Lafontaines Luxusvilla und bla.
Wahrscheinlich trinkt und feiert der Lafontaine noch auf EIGENE Kosten mit seiner Mama, Frau und Nachwuchs in dem Haus.
Dummes Kommunistenpack.
Da lob ich mir doch die Bundeskanzlerin, die zusammen mit dem Ackermann eine Geburtstagssause im Bundeskanzleramt auf UNSERE Kosten steigen läßt.
Die hat wenigstens was aus ihrer FDJ- und DDR-Vergangenheit gelernt.
Bravo Angie. Pfui Oskar.
@Blockpartei #165
Einfach mit Gelassenheit lesen! Da geht es um die Beantwortung der Frage “Wo steht Deutschland gegenwärtig auf der Laffer-Kurve?”. Steht auch was für die FDP drin.
@Handelsschiff #166
Kenn ich; das find ich überhaupt die besten politischen Forderungen: “Ich bin für die Erhöhung der Steuern. Aber zahlen, das sollen die Anderen! Zum Beispiel der Notar an der Ecke mit dem Mercedes.” Man muss sie lieben, die Menschen.
@Michel
Deine Propaganda ist realitätsfremd. Erstens soll nicht nur die Senkung des Spitzensteuersatzes zurückgenommen werden und zweitens betrug der Spitzensteuersatz unter Kohl sogar 53% ohne die von dir herbeiphantasierten Folgen.
Im internationalen Vergleich(OECD) ist die Steuerquote in Deutschland unterdurchschnittlich. Dänemark hat sogar eine mehr als doppelt so hohe Steuerquote wie Deutschland.
Die in der Vergangenheit gemachten Steuergeschenke an die Reichen haben nicht zu mehr Arbeitsplätzen geführt, sondern die Entwicklung von Spekulationsblasen gefördert und die Schuldenlast erhöht. Übrigens gibt es sogar eine Gruppe Millionäre, die die Wiedereinführung der Vermögenssteuer, wie sie in vielen anderen Industrieländern auch existiert, fordert. Die Bundesregierung hingegen betreibt die gleiche kapitalhörige, von unten nach oben Umverteilungspolitik wie Brünning vor dem 2. Weltkrieg. Die Reichen werden immer reicher und die Armen immer ärmer.
Schön begründet. Bezüglich der Sinnhaftigkeit von Wahlempfehlungen bin ich aber dennoch anderer Meinung: http://bandschublade.twoday.net/stories/wahl-watching/
Dein Wahl Die Linken zu waehlen, erklaert auch, warum Du so eine Grosse Angst vor der FDP hast. Aber keine Angst, alles wird gut. Die LINKE an der Regierung, das waere ein echte GAU gewesen.
Guter Artikel:
http://www.fintimes.km.ru/62266