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  • Das Schneeballsystem der privaten Krankenversicherung droht zu kollabieren

    geschrieben am 16. November 2012 von Spiegelfechter

    Die Finanzkrise hat dazu geführt, dass Risiken neu bewertet werden und das Zinsniveau für als sicher geltende Finanzprodukte, wie beispielsweise deutsche Staatsanleihen, massiv gesunken ist. Was für das Finanzministerium ein Grund zur Freude ist, stellt für die Versicherungsunternehmen ein großes Problem dar. Nicht nur Lebensversicherungen, sondern vor allem die privaten Krankenversicherungen haben ein Geschäftsmodell, das nicht auf eine längere Niedrigzinsphase eingestellt ist. Für das private Krankenversicherungssystem, das ohnehin bereits mit dem Rücken zur Wand steht, könnten die niedrigen Zinsen der Zündfunke sein, der die schon länger tickende Zeitbombe explodieren lässt. Die Leidtragenden sind dabei vor allem die Versicherten selbst.

    Wer das Geschäftsmodell der privaten Krankenversicherungen (PKV) verstehen will, muss zunächst wissen, was ein Kopfschadenprofil ist. Mit diesem Begriff werden die durchschnittlichen Kosten bezeichnet, die ein Versicherter pro Jahr von seiner Versicherung in Anspruch nimmt. Bei Krankenversicherungen steigt das Kopfschadenprofil mit dem Alter des Versicherten. Während ein jüngerer Versicherter relativ selten Leistungen der Krankenversicherung in Anspruch nehmen muss, steigen die zu erbringenden Leistungen mit dem Alter. Vor allem die letzten vier Monate vor dem Tod machen (fast unabhängig vom Lebensalter) einen Großteil der insgesamt anfallenden Leistungen aus der Krankenversicherung aus. Vereinfacht kann man daher sagen, dass junge Beitragszahler im Krankenversicherungssystem im Schnitt mehr einzahlen als sie im gleichen Zeitraum als Leistung beanspruchen, während ältere Beitragszahler weniger einzahlen, als sie die Kassen kosten. Anders als bei der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) gibt es bei PKV keinen systemischen Ausgleich, bei dem die Überschüsse der Jüngeren die Defizite der Älteren decken. Bei der PKV versichert sich jeder Beitragszahler selbst – zumindest in der Theorie.

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    Tags: Gesundheitssystem
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    69 Kommentare:

    1. Werner schrieb am 16. November 2012 um 14:41 - Permalink

      Als zwangsmäßig privatversicherter Beamter sage ich mal Danke für die Darstellung der mir bisher nicht so bewussten Hintergründe. (von den wenig hilfreichen, aber offenbar unvermeidlichen “Neoliberlismus-ist-Kacke”-Absätzen am Ende abgesehen).

      Hast Du evtl. irgendwelche Zahlen, welcher Anteil an Arbeitnehmern, die auch genausogut die GKV nutzen könnten, in der PKV sind? Kann es sein, dass dieses Horrorszenario im Endeffekt nur die trifft, die keine Wahl haben, also Beamte, Selbständige, GmbH-Geschäftsführer o.ä.?

      • Spiegelfechter schrieb am 16. November 2012 um 15:04 - Permalink

        Wechseln können ja nur ganz Wenige. Einmal PKV, immer PKV – das gilt für alle Selbstständigen, Freiberufler usw. Die Ausnahmen sind sehr speziell und für Normalbürger nicht zutreffend und auch für Angestellte ist der Weg zurück nur dann möglich, wenn das Gehalt sinkt.

        • Vogel schrieb am 16. November 2012 um 17:43 - Permalink

          Nich ganz rischtisch: 1. man kann grundsätzlich von der PKV in die GKV wechseln, 2. für die Rente zählt meines Wissens die zweite Hälfte des Erwerbslebens – war der VN in der zweiten Hälfte zu mehr als 50% (freiwlilliges) GKV-Mitglied, wird er in die Krankenversicherung der Rentner übernommen.

          • Thorsten Beermann schrieb am 17. November 2012 um 13:51 - Permalink

            Das stimmt so nicht. Ein Wechsel zurück in die GKV ist für Angestellte nur dann möglich, wenn das Einkommen des Versicherten ein Jahr unter dem Mindesteinkommen liegt, ab dem ein Eintritt in die PKV möglich wäre und das auch nur bis zum 55 Lebensjahr. Danach ist ein Zurück in die GKV nahezu unmöglich.

      • Heldentasse schrieb am 16. November 2012 um 15:05 - Permalink

        Für Beamte wird sich der Schaden in Grenzen halten weil die sich nur zur Hälfte privat Versichern müssen, die andere Hälfte (in manchen Fällen auch mehr) wird seit je her von der Beihilfe übernommen.

        • Peleo schrieb am 17. November 2012 um 17:07 - Permalink

          Allerdings wird auch bei der Beihilfe kräftig gekürzt werden. Dann müssen sich die Beamten höher privat versichern. Nach Angaben des Beamtenbundes könnte das bis 200 Euro pro Monat mehr kosten.

          Beamten wird es auch schwer gemacht, in der GKV zu bleiben, wenn sie mal (als Angestellte) drin waren. Es gibt keine Halbtax-Tarife wie bei den Privaten. Man muss als junger Beamter/Lehrer weltanschaulich schon gefestigt sein, um diese Mehrkosten in Kauf zu nehmen.

          Eine Lösung wäre die Bürgerversicherung ungefähr nach dem Vorbild der Schweiz, allerdings ohne deren Leistungsausschlüsse. Immerhin zwei Parteien haben das im Programm.

    2. Kowalski schrieb am 16. November 2012 um 14:51 - Permalink

      Bleibt zu hoffen, dass die kommende „Rettung“ des PKV-Systems für den Steuerzahler nicht allzu teuer wird.

      Die Versicherer werden die Systemrelevanz für sich reklamieren und den Steuerzahler in Anspruch nehmen.
      Ein Romantiker wer was anderes glaubt.

    3. Heldentasse schrieb am 16. November 2012 um 14:55 - Permalink

      Ergo haben sich da wohl viele Gutverdiener/ innen – die nicht mehr der Pflicht zur GKV unterliegen – verspekuliert, d.h. das freiwillige Ausscheiden aus einem solidarischen System (GKV) bringt denen wider erwarten keine monetären Vorteile sondern auf einmal Verluste ein. Unerhört! Das schreit gerade nach staatlichen Subventionen oder mindestens einer Rückkehrerlaubnis in die GKV wenn diese Damen und Herren in Rente gehen.

      • Spiegelfechter schrieb am 16. November 2012 um 15:05 - Permalink

        Es sind ja nicht nur Gutverdiener, sondern auch sehr viele Selbstständige und Freiberufler, die sich die Beiträge nicht (mehr) leisten können.

        • Heldentasse schrieb am 16. November 2012 um 15:15 - Permalink

          Fast jeder Selbständiger und Freiberufler kann/ konnte (einmalig) wählen ob er GKV oder PKV Kunde sein möchte. Die meisten entscheiden/ entschieden sich wohl bisher eher für die PKV. Siehe dazu Gesetzliche Krankenversicherung für Selbstständige.

          Gruß

          • Vlad schrieb am 16. November 2012 um 23:25 - Permalink

            Hallo,

            Die meisten entscheiden/ entschieden sich wohl bisher eher für die PKV.

            hast du denn Zahlen darüber? Bin selber Selbständig … eigentlich Unternehmer (Geschäftsführender Gesellschafter) und es ist mir nie in den Sinn gekommen in die PKV zu wechseln. War immer von dem GKV-System überzeugt.

            Auch die selbständigen Kollegen, die ich kenne, sind alle in einer GKV … gut, kann daran liegen, dass sie alle Familienväter sind.

            Allerdings darf man nicht verschweigen, dass die GKVs die Selbständigen benachteiligen. Der Gesetzgeber geht einfach mal davon aus, dass alle Selbständigen und Unternehmer mind. 1.900 Euro verdienen. Das ist die Berechnungsgrundlage. Somit zahlt man als Selbständiger/Unternehmer mind. ca. 380 Euro.

            • Heldentasse schrieb am 17. November 2012 um 12:15 - Permalink

              Hallo Vlad,

              laut diesem und jenen Link, die erste Statistik ist aus 2008 die zweite aus 2012, sind ca. 1.4 Mio. Selbständige in der PKV gegen ca. 1.2 Mio. in der GKV. Ich hatte das Verhältnis noch etwas mehr zu Gunsten der PKV eingeschätzt.
              Die Zahlen relativieren m.E. das vom Spiegelfechter aufgeführte Problem allerdings auch ein wenig. Denn zum einen hat die GKV wesentlich mehr Mitglieder als die PKV (ca. 70 zu 9 Mio) und zudem sind die allermeisten Mitglieder der PKV Beamte und Pensionäre (42%) und die treffen wie oben beschrieben die geplanten Beitragserhöhungen nur zur Hälfte. (Stichwort: Beihilfe)

              Arbeitnehmer sind nur mit zu ca. 12% und Rentner gar nur mit 7.5% Mitglieder in der PKV. Das sind zwar immerhin noch ca. 2 Mio Betroffene aber könnte man dabei nicht auch auf den Gedanken kommen, dass in Anbetracht der ca. 8 Mio atypisch Beschäftigten plus den zig. Mio. Alg 1/ Hartz 4 Habenichtsen die PKV Problematik mehr oder weniger ein Randgruppenproblem darstellt?

              Gruß

        • Vogel schrieb am 16. November 2012 um 17:54 - Permalink

          Beispiel: Kumpel von mir hat € 704 Rente und € 784 PKV-Beitrag. Gottseidank hat er noch ein “dickes Sparbuch”.

      • doedelf schrieb am 19. November 2012 um 09:10 - Permalink

        Und da ist er wieder – der unsolidarische solidar Forums Mensch.

        Ich gehöre zu den “unsolidarischen”. Nachdem mein Gehalt im Jahr 2000 einen satten Sprung gemacht hat, habe ich eben auf all die Leute in meinem Umfeld gehört, die mir “dringend” zum Sprung in die PKV geraten haben – inkl. meinem eigenen Arbeitgeber (der spart ja auch einen Teil).

        Der Vertreter sagte mir, wg. meiner Sorge um spätere mögliche Familie, das dies ja alles kein Problem sei, ich könnte ja auch wieder zurück wenn es mir nicht mehr richtig erscheint.

        Gespart habe ich nicht besonders viel, war auch nicht gewollt, ich wollte nur nicht schlecht ärtzlich versorgt sein. Dazu war ich noch single und jung.

        Niemand hat mir etwas darüber (auch nicht der GKV Mensch der mich anrief) gesagt über Kinder, Familienversicherung, Frau die evtl. zuhause bleibt oder bleiben muss.

        Zurückwechseln war schon, dank den solidarischen Freunden von Rot/Grün, am ende des Jahres nicht mehr möglich, da wurde mir schon mulmig.

        Nun sind 12 Jahre vergangen und ich suche schon seit Jahren eine Möglichkeit zurück zu kehren – ohne Erfolg. Demnächst kommt mein zweites Kind und während sich viele Leute mal 2 – 6 Monate Elternzeit gönnen, kann ich dieses vergessen weil ich dann jeden Monat meine KV + 2x Kinder ~ 800 – 900 Euro im Monat alleine stemmen muss. Kann man grade mal vergessen – also werden es nur 2 – 3 Wochen “Urlaub”.

        Meine Frau überlegte ob sie für eine Weile zuhause bleiben sollte, über die Elternzeit hinaus. Doch daraus wird dank der PKV auch nichts, weil ich sie dann bei mir versichern müsste – was nicht bezahlbar ist.

        Meine Altersrückstellungen könnte die GKV sofort haben, meinetwegen auch einen Strafsatz. Defakto bin ich an meine KV gebunden, da ich vor einigen Jahren einem Burnout erlag und eine Weile Therapie hinter mir habe – ich kann nicht mal in eine andere PKV wechseln. Ich komme da nicht raus, kann den “freien Markt” nicht nutzen und bin einfach machtlos den Kostensteigerunen ausgeliefert.

        Aber klar, machen wir es uns einfach: Ich bin ein unsolidarisches Arschloch weil ich mit jungen Jahren nicht in der lage war die nächsten 50 Jahre meines Lebens zu überblicken.

        Preisfrage: Wäre es nicht besser gewesen, man hätte bis 55 oder 50 den Leuten die Möglichkeit überlassen wieder zurück in die GKV zu wechseln und sie hätten dann noch die nächsten 15+ Jahre brav den höchsten Beitrag abgedrückt?

        Nein, das ganze System der PKV ist schlicht, wie Jens Berger es so schön in der Überschrift schreibt, ein gigantisches, staatliche abgesegnetes Schneeball System.

        Ich bin jederzeit der erste der dabei ist dieses System zu kippen.

    4. long jogg schrieb am 16. November 2012 um 15:23 - Permalink

      Nach meinen eigenen Beobachtungen verdoppelt sich die PKV-Prämie alle 10 Jahre. Besonders schwer trifft es die Angestellten im öffentlichen Dienst, die sich in früheren Jahren haben ködern lassen. Im Gegensatz zu Beamten, die mit dem Pensionsalter statt bisher 50 % nun 70 % Beihilfe bekommen, enfällt für Angestellte mit Eintritt des Rentenalters die Beihilfe komplett. Das bedeutet zusätzliche private Absicherung der 50%-Lücke nach aktueller, wesentlich ungünstigerer Tarifstruktur (alte “Luxustarife” gibt es dann bei der PKV nur noch zu sehr hohen Prämien) und erneuter Risikoprüfung für die fehlenden 50 %.

      Als Gegenleistung bekommt der Patient dann die Chefarztbehandlung eines Professors, der schon seit Jahren nicht mehr im OP stand, weil er Vorträge halten und Seminare besuchen muss und die Visiten von einem stellvertr. Oberarzt halten läßt. Dazu die Überdiagnostik mit mehr Röntgenaufnahmen und Laborflöten als sie der GKV-Patient bekommt.

    5. Bernhard schrieb am 16. November 2012 um 15:26 - Permalink

      Bei der Central kann man sich gegen die Kostensteigerung im Alter bei privaten Vollverträgen noch zusätzlich versichern. Diese “Sparpläne” verzinsen sich auch mit den für Lebensversicherungen aufgezeigten Effekten. Die Zinsen sind schon seit längerem niedrig. Wann gehen letztere reihenweise ein, frage ich mich…

      Das mit dem Bild des Schneebaldsystems bei der PKV ist mir neu – höchst interessant.

      Für mehr Zeilen fehlt mir die Zeit.

      Alles Gute jetzt nachträglich dem Geburtstagskind. ;-)

    6. Andreas schrieb am 16. November 2012 um 15:30 - Permalink

      Tja, die Logik ist halt so eine Sache. Alles Geld, was gespart werden soll und Zinsen bringen soll, muß erst mal ein anderer als Schuld aufnehmen. Da kommen auch die PKV nicht drum herum.

      In meiner Zeitung beklagte sich vor ein paar Tagen der Autor auch über niedrige Zinsen: Wir müssen womöglich länger als bis 67 arbeiten, die armen Lebensversicherer können ja keine Zinsen mehr erwirtschaften, weil die EZB die Südländer mit der Druckerpresse rettet und das viele Geld bedeutet niedrige Zinsen. Die Lösung des Autors: mehr Sparen. ;-)
      (Weil ja mehr Angebot zu höheren Preisen führt, gell!?) – genau hat er gefordert, die Staaten müßten Einnahmen und Ausgaben in Einklang bringen, gemeint war damit Sparen beim Staat.

    7. R_Winter schrieb am 16. November 2012 um 16:38 - Permalink

      ……selbst inflationsbereinigt kommt man noch auf 1.256 Euro pro Monat. Überflüssig zu erwähnen, dass sich nur die allerwenigsten Rentner solche Beitragssätze leisten können.

      Aber selbstverständlich kann dieser Betrag von einem Rentner aufgebracht werden,
      denn laut Altensicherungsbericht der Bundesregierung bekam 2012
      eine Rentnerin, West 484 € p.m.
      ein Rentner, West immerhin 985 € p.m.
      Quelle: FAZ vom 25.10.2012
      Die Rentner, West bekommen ja 2013 eine satte Erhöhung von 1%.
      Das Sozialamt trägt sehr gern die Differenz, denn die Gemeinden schwimmen bei diesen Steuereinnahmen im Geld

      Eine Privat-Krankenversicherung kostet laut online Werbung lausige 55€ im Monat.

      Alles stimmt und nichts passt zusammen.
      Es ist nur eine Frage der Zeit, wann die Rentner in Deutschland, es den Spaniern gleich machen:
      “Sie springen aus den Fenstern”.

      Wer einmal dieser Verbrecher-Organisation angehört, kann mit seinen Kindern als Selbstständiger nicht wieder in die GKV, auch wenn die Frau in der GKV ist.

      • Heldentasse schrieb am 16. November 2012 um 20:02 - Permalink

        Wer einmal dieser Verbrecher-Organisation angehört, kann mit seinen Kindern als Selbstständiger nicht wieder in die GKV, auch wenn die Frau in der GKV ist.

        Und das ist m.E. im Prinzip richtig so, weil die Entscheidung ob PKV oder GKV in der Regel selber getroffen wird. M.W. nach bilden da nur die Beamten/innen eine Ausnahme.

        Falls nun im PKV System Härtefälle bei den Versicherten auftreten sollten diese erst einmal* im System selber gelindert werden. Es spricht z.B. überhaupt nichts dagegen, dass die sehr profitablen privaten Versicherer (siehe z.B. Allianz nach Gewinnzuwachs selbstbewusst) einen Notfond genau für diese oder schlimmere Fälle auflegen.

        P.S.: *Natürlich ist in letzter Konsequenz, wenn alle Stricke reißen, die Solidargemeinschaft in der Pflicht.

        • R_Winter schrieb am 16. November 2012 um 20:43 - Permalink

          @Heldentasse

          Und das ist m.E. im Prinzip richtig so, weil die Entscheidung ob PKV oder GKV in der Regel selber getroffen wird. M.W.

          Jein, wenn einer sich Selbstständig macht, muss er auf Fixkosten achten. 55€ PKV p.m. gegen ca. 300€ GKV p.m. in jungen Jahren lassen fast keine Wahl und dann kommen die Kinder …….. (die zwangsweise in der PKV sein müssen). Dieses unseriöses Vorgehen der PKV ist nur als “legalisiertes Verbrechen” zu bezeichnen.

          • COPOKA schrieb am 17. November 2012 um 00:09 - Permalink

            Jein, wenn einer sich Selbstständig macht, muss er auf Fixkosten achten. 55€ PKV p.m. gegen ca. 300€ GKV p.m. in jungen Jahren lassen fast keine Wahl …

            Jep.
            Als meine Tochter mit Studium fertig war, hat die GKV sie kurzerhand zur Selbstständiger erklärt und wollte von ihr ca. 300€ p.M. haben obwohl sie noch nichts außer alten Studienjobs hatte – so um die 400€ p.M. Wäre sie ganz dumm, könnte sie daraufhin in eine billige PKV einsteigen. Sie hat allerdings eine bessere Lösung gefunden.
            Da stellt sich die Frage, wie viele junge Menschen auf diese Art in die PKV getrieben wurden?

        • Karla schrieb am 17. November 2012 um 21:22 - Permalink

          Und das ist m.E. im Prinzip richtig so, weil die Entscheidung ob PKV oder GKV in der Regel selber getroffen wird. …

          Im Prinzip ja. Aber in der Praxis ist es so, dass der Selbständige seine Entscheidung in einer gewissen Zwangslage trifft, nämlich zu dem Zeitpunkt, wo er sich selbständig macht. Am Anfang hat er meistens ein (sehr) geringes Einkommen, dafür eine hohe Unsicherheit und oft auch hohe Ausgaben. Da ist es verlockend, in die PKV zu gehn, um die laufenden Kosten wenigstens am Anfang niedrig zu halten. Wenn sich die vdLeyen tatsächlich damit durchsetzt, dass Selbständige (von Anfang an!) auch noch eine private Rentenversicherung abschließen müssen, ist der Druck, sich für die PKV zu entscheiden, noch viel größer. Der Mindestbeitrag für die GKV plus der angedachte Rentenbeitrag ergeben zusammen über 700, fast 800 Euro. Das dürfte am Anfang der Selbständigkeit für die wenigsten machbar sein, und dann heißt es: entweder PKV oder Idee von der Selbständigkeit begraben. (Ich bin selbständig und in der GKV)

    8. Frank schrieb am 16. November 2012 um 16:48 - Permalink

      Vor einigen Jahren noch war es sehr leicht möglich von PKV nach GKV zu wechseln. Als die GKV jedoch finanziell richtig in Bedrängnis war, wurde diese Möglichkeit abgeschafft. Nun hatte die PKV ihr erstes großes Problem. Sie konnte die teuren Patienten nicht mehr an die GKV zurückschieben. Aber ich bin mir sehr sicher, wenn es den PKV richtig an den Kragen geht darf die GKV die teuren Patienten übernehmen. Bei der Risterrente ist es doch auch so, die einzigen die sich dumm und dusselig verdienen sind die Versicherungen. Denn Abschlussgebühr und Verwaltungsgebühren sind so hoch, das ein Teil der staatlichen Zulagen von der Versicherung schon geschluckt werden. Der Bürger hat nun mal nichts von den Systemen.

    9. Bernd77 schrieb am 16. November 2012 um 17:01 - Permalink

      Bin vor vielen Jahren als vorübergehender Freiberufler und motiviert durch selbstlose MLP-Beratung auch naiv und treudoof in den frucht- oder furchtbaren Schoß der PKV gekrochen. Und dort bin ich nun eben so lange gefangen bis das System krachen geht. Und ich hab mich auch damit abgefunden, dass den Schaden daraus ganz sicher wieder mal nicht der systemrelevante Teil der beiden Vertragspartner tragen wird….

    10. der Herr Karl schrieb am 16. November 2012 um 17:10 - Permalink

      Oh, bei der Krankenversicherung scheint sich ja eine ganz üble Sackgasse zu entwickeln. Hätte ich so ernst nicht erwartet. Das wird wohl noch Ärger geben.
      Am Ende wird der Staat die Privaten retten müssen.
      Ich sehe da gewisse Parallelen zum Finanzsystem überhaupt.

    11. brandubh schrieb am 16. November 2012 um 18:26 - Permalink

      Da wird noch viel Wasser den Rhein hinunterfließen, bis auch die in der letzten Reihe endlich die fiese Maske des Neoliberlismus erkennen.
      Wenn überhaupt. Manche sind dann schon längst tot oder sind es schon.

      Manche sterben dumm – mit ihren falschen Gewissheiten.
      Milton Friedman und Hayek sind ja auch tot. Die waren dumm und sind dumm gestorben.

      • schwitzig schrieb am 17. November 2012 um 08:04 - Permalink

        @brandubh

        Milton Friedman und Hayek sind ja auch tot. Die waren dumm und sind dumm gestorben.

        Nur deren Dummheit ist nicht gestorben. Sie beschmutzt immer noch unser Leben.

        • Mod schrieb am 17. November 2012 um 10:20 - Permalink

          Das ist ja schon beinahe Philosophisch. Dazu muss man die Zeit in der Hayek hinein geboren war, mit der damals vorherrschenden Denkweise addieren und Monarchien sind kaum in der Lage Wirtschaftswissenschaften über den theoretischen Aspekt hinaus zu befördern, Heyeks einfache Theorien werden dauernd widerlegt und deswegen sind sie nicht Dumm, an den Elite Unis dieser Welt haben sie durch deren Förderer einen Anspruch als Lehrinhalt und verursachen bei mir starke Beschwerden in der Bauchgegend und sorgen für Hunger in Europa und dem Rest der Welt.

          • Heldentasse schrieb am 17. November 2012 um 12:55 - Permalink

            Die Schlimmsten diesbezüglich waren wohl die Chicago Boys. M.E. stehen die fast auf der gleichen Stufe die Faschisten vor dem WK2, die es übrigens nicht nur in Teutschland gab.

            • DerDingens schrieb am 17. November 2012 um 17:17 - Permalink

              Milton Friedman oder Hayek als Faschisten zu brandmarken ist schon erstaunlich. Wenn es nach bestimmten Personen in diesem Forum geht, sollte man wohl die Bücher dieser Denker einfach verbrennen.

            • Heldentasse schrieb am 17. November 2012 um 17:40 - Permalink

              Die ökonomische Theorie Milton Friedmans ist jedoch so beschaffen, dass empirische Erscheinungen wie etwa schwere Wirtschaftskrisen keineswegs die Theorie selbst in Zweifel
              ziehen, sondern lediglich die politische Praxis ihrer „Anwendung“. Vereinfacht ausgedrückt:
              Geht etwas schief, so spricht dies nicht etwa gegen die „Wahrheit“ der Theorie, vielmehr „beweist“ das Eintreten von Krisen nur, dass externe „Störungen“ die „natürliche Gesundheit“ des Marktes theoriewidrig geschädigt oder verzerrt haben. Dies weist auf den höchst bemerkenswerten Umstand hin, dass die Friedman’sche Ökonomie ihre Wurzeln in der gleichen Philosophie hat, aus der sich auch die totalitären Systeme des 20. Jahrhunderts speisten: der Kommunismus und der Faschismus. Kurzum: die Philosophie Milton Friedmans ist – wie die des reaktionären Machivallisten Leo Strauss – der Platonismus. Sie beruht auf der Fiktion eines absolut idealen Systems, nämlich der des radikal freien Marktes,…

              Quelle

            • DerDingens schrieb am 17. November 2012 um 20:49 - Permalink

              @Heldentasse

              dank für den Link.

              Ich hab es mir mal durchgelesen. Ein Unsinn von der ersten bis zur letzten Seite.

              Ich kann Dir nur anempfehlen mal auf Youtube zu gehen. Das findest Du zig Videos von Milton Friedman. Besonders die Serie “Free To Choose”:

              http://www.youtube.com/watch?v=D3N2sNnGwa4

              Es ist die erste Folge von 10. Sie bestehen immer aus zwei Teilen. Der erste Teil ist die Erzählung von M.F. Dannach gibt es dann immer eine Gesprächsrunde mit Personen die kritisch über M.F. Thesen streiten. Wenn man sich das ankuckt und mit deinem Link vergleicht, kann eine unbefangene Person zu deinem deiner Quelle nur das folgende Fazit treffen: Demagogischer Unrat.

            • HHarlekin schrieb am 18. November 2012 um 16:42 - Permalink

              Friedman rechtfertigte z. B. rassische Diskriminierung aus ökonomischen Gründen, wetterte gegen nach Einkommenshöhe gestaffelte Steuern, und lehnte staatliche/gesetzliche Rentensysteme als unzulässige Umverteilungssysteme ab. All dies und noch viel mehr ist nachzulesen in seinem Machwerk “Kapitalismus und Freiheit” von 1962, auf das sich die chilenischen Chicago Boys u. a. bezogen haben.
              Totale Freiheit der Wirtschaft bei massivstem Zurückdrängen des Staates unter dem Deckmantel von “Liberalismus” und “Freiheit”gehörten, wie allgemein bekannt, zu Friedmans Standards. Friedman war zwar kein Faschist, wohl aber ein wirtschaftsliberaler Ideologe, dessen Theorien sich hervoragend unter diktatorischen Bedingungen verwirklichen ließen, was die Chicago Boys im Chile des Menschenschlächters Pinochet bewiesen haben.
              Wer unbedingt Einblick haben möchte in die Gedankenwelt dieses wirtschaftsliberalen Ideologen und in sein krudes Menschen- und Gesellschaftsbild sollte dieses Buch lesen, es bietet ebenso Einblick in seine durchaus geschickt angewandte rabulistische Argumentationstechnik. Oft amüsant: Kam er mit (scheinbarer) Logik a la´Friedman nicht weiter und hatte er kein Argument mehr, benutzte er gerne die Begriffe “Freiheit” und “Liberalismus”.
              Man muß aber Friedman nicht wirklich gelesen haben, um seine Thesen abzulehnen. Man kann sich auch einfach anschauen, wie Deutschland und Europa in den letzten Jahrzehnten (um-)gestaltet wurden und werden. Friedman ist leider (besser gesagt: furchtbarerweise) der erfolgreichste Ökonom der letzten 50 Jahre weltweit. Friedman-Videos sind schlicht Zeitverschwendung.

              Über Friedmans Titel “Free to choose” schrieb James K. Galbraith Folgendes: “Im Originaltitel seines Bestsellers 1980 erklärte Milton Freedman prägnant, was die wirtschaftliche Freiheit für den Konservativen bedeutet: Free to choose (Freiheit der Wahl). Es ist die Freiheit Geld auszugeben. Um diese Idee ins rechte Licht zu rücken, sollten wir sie beim Namen nennen: Es ist die Freiheit einzukaufen.”

              In dem dankenswerterweise von “Heldentasse” verlinkten Wiki-Artikel über die chilenischen Chicago Boys ist auch eine denkwürdige Passage über Hayek enthalten: “Hayek rechtfertigte bei dieser Gelegenheit in einem Interview mit dem El Mercurio die Etablierung einer Diktatur, wenn diese vorübergehend zur Durchsetzung wirtschaftlicher Freiheit als Grundlage des Liberalismus nötig sei. Gerechtfertigt sei unter Umständen auch das Opfer individuellen Lebens, um das Überleben der Mehrheit zu sichern. „Die einzig gültigen moralischen Maßstäbe für die ‚Kalkulation des Lebens‘ können […] nur das Privateigentum und der Vertrag sein.“

              Wenn man dann noch mit einbezieht, daß Friedman vom “chilenischen Wunder” sprach, und sich begeistert zeigte, daß die Pinochet-Diktatur seine Theorien umsetzte, so ist das von “Heldentasse” verlinkte pdf sehr wohl angebracht, und mit Sicherheit kein “demagogischer Unrat, wie “Dingens” hier behauptet.
              Auch durch solches Auftreten haben Friedman und Hayek gezeigt, wes Geistes Kind diese selbsternannten “Freiheits-”Freunde wirklich waren Wirtschaftliche Freiheit, Freiheit der Konzerne, aber niemals – obwohl behauptet – die Freiheit der Menschen

            • The Joker schrieb am 18. November 2012 um 18:52 - Permalink

              @HHarlekin

              Friedman war zwar kein Faschist

              Was spricht dagegen, diesen intellektuellen Wegbereiter und Befürworter des chilenischen Faschismus eben auch als Faschisten zu bezeichnen? Weder sein Name noch die familiäre Herkunft sollten ein Hemmnis sein, die Gesinnung Friedmans klar zu benennen.

            • Granado schrieb am 18. November 2012 um 20:34 - Permalink

              Mises konnte sich jedenfalls mit dem italienischen Faschismus anfreunden.

            • DerDingens schrieb am 19. November 2012 um 07:35 - Permalink

              @HHarlekin,

              Man muß aber Friedman nicht wirklich gelesen haben, um seine Thesen abzulehnen.

              Das sagt wirklich Alles. Das Resultat ist dann die übliche Schmäh-Rhetorik plus Beleidigungen. Was ist mit der “Linken” von heute bloß passiert? Ein gewisser intellektueller Verfall muss attestiert werden, wenn man schon nicht in der Lage ist, den vermeidlichen Buhmann und dessen Werke mal selber zu lesen, stattdessen greift man auf Hass-Schriften zurück. Das wäre ja fast genauso, als wenn ich mir das Judentum von “Mein Kampf” erklären lassen wollte. Einfach absurd. Ideologie tötet intellektuelle Neugier.

              Ich will auf einige falsche Behauptungen eingehen:

              Friedman rechtfertigte z. B. rassische Diskriminierung aus ökonomischen Gründen

              Libartäre könne aus Prinzip nicht rassistisch sein. Sowas sollte man doch wissen. Einfach abenteuerlich.
              Ich weis nicht, von wem Du das hast, also wen Du da nachplapperst, ich vermute mal es hat was mit den Antidiskriminierungsgesetzten der 60er Jahre in den USA zu tun gehabt. Milton Friedman war gegen diese Gesetze, weil er den Standpunkt vertritt, dass der Staat dem Bürger nicht vorschreiben kann, wen oder was er in sein Laden, sein Privateigentum, reinlassen muss. Das hat nichts mit Rassismus zu tun!!

              Freie Meinungsäußerung und Privateigentum haben in den USA eine hohen Stellenwert. Wenn Milton Friedman zB jemanden verteidigen würde, der rassistische Äusserungen tätigt, dann bestimmt nicht weil er die Aussagen teilt, sondern weil er jedem das verfassungsmässige Recht zugesteht, sagen zu können was er will. Auch wenn es Unsinn ist. Das Gleiche gilt für rassistische Ladenbesitzer, die in ihren Läden reinlassen können wen sie wollen, also sein “Hausrecht” nutzen kann wie es ihm gefällt. Das ist ein Verfassungsprinzip und hat überhaupt nichts mit Rassismus zu tun. M.F. daher Rassismus vorzwerfen ist eine infame Lüge.

              Friedman war zwar kein Faschist, wohl aber ein wirtschaftsliberaler Ideologe, dessen Theorien sich hervoragend unter diktatorischen Bedingungen verwirklichen ließen

              Dann dieser Linken-Mythos mit Chile. Unfug sondergleichen. Hier eine Aufklärung:

              http://www.youtube.com/watch?v=SCkTFPLL-Lk

              Milton Friedman hat IMMER gesagt und geschrieben, das für eine freie Gesellschaft ein freier Markt nötig, aber nie hinreichend ist. Das politisches System muss auch frei, bzw demokratisch sein. Nur dann ist eine persönliche Freiheit auch gegeben.

              Keynes zB hat Nazi-Deutschland als besonders geeignet für seine Theorien beschrieben. Gut nachzulesen hier:

              http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/heil_mein_chefoekonom/

              Würde ich in die gleiche intellektuelle Unredlichkeit verfallen wie einige Linke hier im Forum, würde ich sagen dass Keynes der Wegbereiter des Faschismus ist.

              Was ist bloss mit Euch Linken passiert? Und dann wundern sich einige, das wenige “Links” wählen. Das hat meistens damit zu tun, dass Linksintellektuelle ihre ideologische Pavlov-Reflexe nicht in den Griff bekommen.

              Gute Besserung

            • Am_Rande schrieb am 19. November 2012 um 10:45 - Permalink

              @ Granado
              Die Engländer haben – wie für so vieles – auch hier den passenden Ausdruck:
              This old chestnut!

              Mises konnte sich jedenfalls mit dem italienischen Faschismus anfreunden.

              Wer sich – jenseits aller ideologischen Polemik – dafür interessiert, was die Haltung Herrn Ludwig von Mises zum italienischen „Faszismus“ (so die – bezeichnende – Schreibweise bei Herrn von Mises) war; wer also wisssen will, „wie es eigentlich gewesen“ ist – der mag das Kapitel „Ludwig von Mises’s ‘Liberalism’ on Fascism, Democracy, and Imperialism“ im grossartigen Werk „Classical Liberalism and the Austrian School“ des verdienstvollen Historikers Ralph Raico lesen.
              Wer sich die die Haltung Herrn Ludwig von Mises zum deutschen Nationalsozialismus vergegenwärtigen will, der kann das eigene Werk des Autors „Omnipotent Government: The Rise of the Total State and Total War“ aus dem Jahre 1944 lesen. Es ist in Deutschland – in verkürzter Form – unter dem Titel „Im Namen des Staates – oder – Die Gefahren des Kollektivismus“ im Jahre 1978 erschienen.

            • HHarlekin schrieb am 19. November 2012 um 10:52 - Permalink

              Friedman rechtfertigte rassistische Diskriminierung aus ökonomischen Gründen, das ist eine belegbare Tatsache. Dafür ist übrigens unerheblich, ob er selbst privat Rassist war oder nicht. Selbiges habe ich auch nicht behauptet, also unterlasse diese Falschdarstellung. Woher ich das habe – oder, um in deinem Tenor zu bleiben: Wen ich hier “nachplappere”?

              Nun, Friedman selbst. Es ist in seinem Buch “Kapitalismus und Freiheit”, wie ich weiter oben schon sagte, schwarz auf weiß nachzulesen im Kapitel 7: “Kapitalismus und Diskriminierung”. Im Unterkapitel “Die Gesetzgebung für die Chancengleichheit auf dem Arbeitsmarkt” befindet sich das konstruierte Beispiel eines Gemüseladens in (Zitat) “einem Viertel, dessen Bewohner eine starke Aversion dagegen haben … ” von Schwarzen bedient zu werden … etc …pp. … ich führe das hier aus hygienischen Gründen nicht weiter aus. Jeder Interessierte dürfte aufgrund meiner Angaben diese Passagen finden.

              Es ist sogar innerhalb des märchenhaften Friedman-Kosmos in sich logisch: Alles, was dem freien Markt entgegen steht, muß beseitigt werden, und alles, was zahlende Kundschaft bringt, muß erlaubt sein, und wenn Diskriminierung dabei hilft: So what? Infam und perfide ist es, sowas unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit und des Hausrechts zu rechtfertigen, wie du es hier tust. Ihr Libertären habt damit aber grundsätzlich ja kein Problem, wie ich schon an anderer Stelle nachlesen durfte.
              Auch für den libertären Märchenkosmos passt es: Wenn man rassistisches Verhalten einfach unter “Privateigentum”, “Hausrecht” und “Meinungsfreiheit” einsortiert, glaubt man eben, behaupten zu können, daß “Libertäre aus Prinzip nicht rassistisch sein” könnten – SOLCHE RABULISTIK ist wahrhaft abenteuerlich.

              Der Zusammenhang Friedman/Chile/Chicago Boys ist kein “Linken-Mythos”, sondern eine so klare historische Tatsache, daß ich mir weitere Ausführungen spare, u. auf Vorposter wie Heldentasse, Wiki-Artikel und auf die im WWW nachzulesende internationale Presse verweise. Das Gegenteil zu behaupten ist platte Realitätsverweigerung.
              Tja, “Dingens”, du kriegst die Fakten nicht aus der Welt, indem du die Leute beschimpfst, die völlig zu Recht auf sie hinweisen.
              Und nun habe ich mich lange genug mit deinem Unsinn befasst.

              Habe die Ehre.

            • OAlexander schrieb am 19. November 2012 um 19:49 - Permalink

              Die ökonomische Theorie Milton Friedmans ist jedoch so beschaffen, dass empirische Erscheinungen wie etwa schwere Wirtschaftskrisen keineswegs die Theorie selbst in Zweifel ziehen, sondern lediglich die politische Praxis ihrer „Anwendung“.

              Kurzum, eine Quasi-Religion: nicht richtig genug gebetet, die Jungfrau nicht ordentlich aufgespiesst.

    12. Heldentasse schrieb am 16. November 2012 um 19:44 - Permalink

      Nach Lektüre obiger Kommentare bin ich froh, dass die meisten Foristen die PKV kritisch sehen. Das Mitleid für die nun von Tariferhöhungen betroffenen Menschen hält sich bei mir allerdings in Grenzen, denn die bekommen nun die “Segnungen” des ganz überwiegend selbst gewählten PKV Systems zu spüren.

      Eine ganz ähnliche Abzocke – wenn auch vermutlich im kleineren finanziellen Rahmen aber m.E. im Prinzip noch perfider- läuft übrigens im Bereich der Entgeltumwandlung für Privatrente ab. Man schmälert damit mit Sicherheit seine gesetzliche Rente (weil es vom direkt Brutto Lohn abgeht und diesen künstlich verringert), aber daran gewinnen tun nur die Arbeitgeber (die Sozialabgaben sparen) und natürlich die privaten Rentenversicherungen.

      Auch hier wird niemand gezwungen so einen Vertrag ab zu schließen, es wird gemacht weil man ganz persönliche finanzielle Vorteile “wittert”. Das m.E. ganz Perfide daran ist, dass die gesetzlichen Sozialversicherungen 2x geschädigt werden, einmal erhalten sie weniger Beiträger müssen aber im schlimmsten Fall später die durch die privaten Versicherungen geschädigten Rentner auffangen.

      Fazit: Unsere Sozialkassen erodieren von Oben und Unten. Oben werkelt der neoliberale Gesetzgeber und unten strickt der neoliberale verblendete “Pöbel” höchst persönlich an seiner Altersarmut.

      • brandubh schrieb am 16. November 2012 um 21:03 - Permalink

        Man kann dem “neoliberal verblendeten Pöbel” das doch nicht übelnehmen.
        Der medial verbreiteten Staatsphobie kann man so leicht nicht entkommen.

        Das Raffienierte am Neoliberalismus ist es doch, dass er so sehr der Alltagserfahrung der Menschen entspricht.

        Gegner des Neoliberalismus sind – so seltsam das auch klingen mag – immer noch in der Minderzahl.
        Unglaublich, aber wahr.

        • DerDingens schrieb am 17. November 2012 um 17:19 - Permalink

          DDR ist gescheitert…”unglaublich aber wahr”

          • Brandubh schrieb am 17. November 2012 um 21:58 - Permalink

            Muaaahhhh!

            Hier geht es um eine Gesellschafts- und Wirtschaftsphilosophie, die gegenüber allen anderen kapitalistischen Theorien die dämlichste aller Zeiten ist.

            Was hat die DDR damit zu tun?

    13. Lemmy Caution schrieb am 16. November 2012 um 21:25 - Permalink

      Auch als Angestellter hätte ich schon lange in die PKV wechseln können. Viele haben das gemacht. Mich hat man als ein bischen verträumt gehalten, weil ich das wg. Erhalt des Sozialsystems und generellen Misstrauen gegenüber Private Krankenversicherung ganz bewusst nicht gemacht hab. Auch als Freiberufler kann man in der GKV bleiben. Der Betrag wird ja sowieso ab einer bestimmten Einkommens-Grenze gedeckelt.
      Viele Leute, die hier ansonsten immer das große Wort führen von wegen Sozialismus oder (schlimmer) Kommunismus finden den Wechsel in die PKV offenbar voll normal.
      Mir fehlt gegenüber den “Betroffenen” jedes Mitleid. Ohne Krankengeld, das aus meiner Sicht nix bringt, liegt der Höchstbeitrag für die GKV bei 570 Euro, den man dann auch noch steuerlich voll absetzen kann. Ansonsten 15,5% vom Einkommen ohne MwSt. Mich erfüllt es auch mit Stolz, dass ich mit meinen Beiträgen ein vergleichsweise soziales Gesundheitssystem mitfinanziere.
      Ich habe in einem chilenischen Krankenhaus 4 Stunden auf einen Arzt gewartet, bis der Herr seine dolle Unterschrift unter das Rezept einer todkranken Frau mit starken Schmerzen setzte. Ich hab ihm lächelnd gesagt, dass ich mich noch nie so stolz gefühlt habe Deutscher zu sein, weil wir nicht so ein menschenunwürdiges System haben. Er meinte, dass in Deutschland die Ärzte ja auch von solchen Patienten aus dem öffentlichen System leben könnten, während er für praktisch nix im Krankenhaus arbeitete und abends dann in der Sammel-Praxis echtes Geld von Privat-Patienten verdient. Ich werde das nie vergessen. Besonders auch die Gespräche mit anderen Mitwartenden.

      Unnötiger FDP-Blödsinn wie Private Krankenversicherung funktioniert halt auch deshalb, weil sich da viele belatschern lassen, die mit der staatlichen Versicherung prima leben könnten. Wenn sich solche Leute dann noch über Privatisierung von Bahn & Telekom herumschwadronieren…

      • COPOKA schrieb am 17. November 2012 um 00:32 - Permalink

        Ohne Krankengeld, das aus meiner Sicht nix bringt, liegt der Höchstbeitrag für die GKV bei 570 Euro, …

        Als Selbstständiger, meinst Du?

        Ansonsten 15,5% vom Einkommen ohne MwSt …

        Das stimmt so nicht ganz. Die GKV-Kassen gehen davon aus, dass ein Selbstständiger mindestens so um die 2000€ p.M. verdient und möchten von ihm mindestens ca. 300€ p.M. haben. Das kann hart einen treffen, wenn er nur 1200 oder gar 800€ p.M. verdient. Und es ist beileibe keine Seltenheit.

        • Lemmy Caution schrieb am 17. November 2012 um 01:25 - Permalink

          Ja klar. Es soll da Möglichkeiten geben, wenn man weniger als 2000 verdient (http://www.versicherung-in.de/freiwillig-gesetzlichen-krankenversicherung-mindestbeitrag-2755/). Ansonsten gibts da halt auch ein großes Risiko der Schwarzarbeit, gerade in Bereichen mit niedrigen Stundensätzen.

          Mit einem solch geringen Verdienst muss man sich nicht dem zusätzlichen Stress einer Selbstständigkeit aussetzen. Wenn man dafür dann noch in eine PKV eintritt, würd ich eher ein Angestellten-Verhältnis suchen.

          • Granado schrieb am 17. November 2012 um 16:41 - Permalink

            Hast du schon mal davon gehört, dass immer mehr Menschen in eine Scheinselbständigkeit abgeschoben werden – nicht nur Lehrkräfte an Sprach- und Musikschulen? Die Kriterien für Scheinselbständigkeit nach § 7 SGB IV wurden unter “Rot-Grün” erst gestärkt und dann wieder abgeschwächt.

            • Heldentasse schrieb am 17. November 2012 um 17:24 - Permalink

              Sozialversicherungsrechtlich gelten Scheinselbständige als Arbeitnehmer, so dass für sie Beiträge zur Sozialversicherung (Kranken-, Renten-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung) zu entrichten sind. Bei der Berechnung der Beiträge des Unternehmers zur Gesetzlichen Unfallversicherung ist der Aufwand für Scheinselbständige bei der Lohnsumme einzustellen. Hierbei kann der Arbeitgeber (mit Ausnahme der zurückliegenden drei Monate) rückwirkend für bis zu 30 Jahre (bei vorsätzlicher Hinterziehung) zur Zahlung des Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteils verpflichtet werden.

              Quelle

              Kriterien zur Scheinselbständigkeit.

            • Lemmy Caution schrieb am 17. November 2012 um 18:24 - Permalink

              Granado, wenn ich morgen gegen 17:00 Uhr mit ölverschmierten Gesicht nach einigem harten Sex mit der beta-Implementierung von REST-Webservices für Java EE 7 aus meinem Maschinenraum auftauche, nachdem ich die verdammte Mühle in bewährter Han Solo Manier das Fliegen beigebracht hab, werde ich eine Gedenkminute für Mitmenschen halten, die mit einer i.d.R. hohen Bildung meinen, ihr ökonomisches Leben als scheinselbstständiger Lehrer in einer Musik- oder Sprachschule zu gründen.
              Ein guter Kumpel seit Unitagen pendelt seit Jahren zwischen Musikschulen, Uni-Jobs und Kultur-Einrichtungen. Ein Cousin mit Halbtagsstelle als Englisch-Lehrer in einer Privatschule. Ich mag beide persönlich, wenn aber deren soziales Verantwortungs-Bewußtsein hier Schule macht, können wir den Sozialstaat bald vergessen. Wie Bukowski sein alter ego Hank Chinaski in einen der Romane sagen liess: “Man muss dieser Welt einen gewissen Kampf liefern”. Für mich wars immer ein moralisches Lebensmotto.

            • Granado schrieb am 17. November 2012 um 23:58 - Permalink

              Immer mehr typische Angestelltenverhältnisse werden ohne Willen der Betroffenen in Werkverträge umgewandelt, in angebliche Selbständigkeit. Strengere Kriterien nach 1998 wurden bald wieder abgeschafft. Nichts ändert sich so schnell wie der entsprechende § 7 Abs. 4 SGB IV. Schaut euch mal um!

            • Lemmy Caution schrieb am 18. November 2012 um 15:43 - Permalink

              Du behauptest also, dass Geringverdiener massenhaft in die PKV gedrängt werden? Und sich dann nicht mal die Mühe machen, dass auch nur ansatzweise quantitativ anhand empirischer Daten zu belegen. Die PKV hat überhaupt kein Interesse an kleinen Beiträgen. Die wollen an die Gut-Verdiener. Im übrigen hat die Anzahl der Angestellten in einem “normalen” Beschäftigungsverhältnis zugenommen.

              Genau das ist übrigens das grundsätzliche Problem der SED-Nachfolger-Partei. Ein völliges Fehlen jeglicher Demut vor den wirklichen Herausforderungen dieses vergleichsweise grossartig sozial organisierten Landes. Statt dessen wird rein argumentativ ohne jegliche empirischen Daten eine leyenda negra der Bundesrepublik evoziert.
              Und sich dann wundern, dass man im politischen Diskurs dieser Republik nicht ernst genommen wird…

            • Mod schrieb am 18. November 2012 um 16:00 - Permalink

              “(..) dass man im politischen Diskurs dieser Republik nicht ernst genommen wird…”

              >(..) Durch billige Lockangebote aus der Vergangenheit(..)<

              http://www.lohn-info.de/privatversichert_problematisch.html

              Ein Beispiel auf die Schnelle und der Beitragssatz in den Privaten ist u.U. eine unbekannte Größe.

            • Lemmy Caution schrieb am 18. November 2012 um 17:33 - Permalink

              @mod: Wenn einer von euch sich die Mühe machen würde herauszufinden, wie hoch der Anteil der Gering-Verdiener an den Versicherten in der PKV ist, könnte daraus ein Schuh werden. Durch die Nicht-Zahler entstehen den PKVs in jedem Fall Kosten. Die in dem Artikel und von Winne2 angesprochenen Makler-Provisionen können selbstverständlich die falschen Anreize setzen.

            • Granado schrieb am 18. November 2012 um 20:44 - Permalink

              @Lemmy Caution
              Du hast 2 Punkte aufgemacht: Warum Selbständigkeit, warum PKV?
              Du hast auch weiter zur Frage der Selbständigkeit argumentiert.
              Ich habe geantwortet, dass viele die Selbständigkeit nicht frei gewählt haben; mit der Mindesthöhe in der GKV (von Kohl noch “probehalber” festgelegt) sind viele überfordert; über den Bezug zur PKV habe ich kein Wissen behauptet.
              Ich wandte mich vor allem gegen die Verhöhnung der Scheinselbständigen.

    14. Winne2 schrieb am 16. November 2012 um 22:01 - Permalink

      Ich war selbst auf Vorstandsebene sowohl für PKV als auch GKV tätig. Die Szenarien und Probleme (also der Untergang des PKV Systems auf Dauer gesehen) sind schon seit über 15 Jahren bekannt. Auch hier hat Rot-Grün viel dazu beigetragen das System (und vor allem die Versicherer) zu füttern… und zu stabilisieren.
      Richtig ist aber das auch im PKV System fast identische Dinge stattfinden, wie im “normalen” Finanzbereich. Gieriege (neoliberale) Kunden, die meinen “Private können es eben besser und billiger als die gesetzliche” treffen auf gerissene provisionsgetriebene (Struktur)Vertriebe, denen ein Schneeballsystem völlig egal ist. Bis zu 13 Monatsbeiträgen Provision waren für Vermittler keine Seltenheit! Plus Werbekostenzuschusss etc.pp.
      Dazu kommt eine dritte Partei (Ärzte u. “Gesundheits”system), die nachdem die Ausplünderung des gesetzlichen KV Systems durch mehr Kontrolle gedeckelt wurde, sich mit Verve auf das PKV System gestürzt haben.
      Das Ganze SPiel haben ein paar Dutzend Versicherer, mit ein paar zehntausenen Ärzten und ein paar hundertausenden Versicherten gespielt. Bekannt ist das wie gesagt seid vielen, vielen Jahren. Auch darum glaube ich an kein gutes Ende – alle Beteiligten haben zu verlieren und werden das System solange als möglich am Laufen halten. Natürlich auf Kosten anderer – in diesem Falle der GKV und der Allgemeinheit. Kommt einem irgendwie bekannt vor…

    15. ola schrieb am 17. November 2012 um 07:20 - Permalink

      Auch hier werden wir den Leistungsträgern und gutinformierten Supergescheiten wieder unter die Arme greifen müssen, damit die auch ja nicht mit den negativen Segnungen des freien Marktes in Kontakt kommen. Das alles haben wir ja schon mehrfach durchexerziert (Bsp: Lebensversicherung und Einlagensicherung)

      Ich frage mich ernsthaft, wieso diese Bevölkerungsschichten nicht endlich einmal für ihr dummes Geschwätz, ihre Überheblichkeit und ihre Anbetung der freien Märkte zur Kasse gebeten werden. Nein, natürlich frage ich mich das nicht, schließlich ist diese Schicht sowohl eine wichtige Stütze der Gesellschaft als auch ein nicht zu unterschätzender Meinungsmultiplikator.

      Klar bin ich sauer, weil ich mich vor diesen Entscheidungen kundig gemacht und weder den Nepp einer Lebensversicherung noch den Lockungen der privaten Versicherungswirtschaft erlegen bin. Dass ich jetzt mal wieder für all die Superklugen und Unsolidarischen zur Kasse gebeten werde, nervt.

    16. long jogg schrieb am 17. November 2012 um 15:04 - Permalink

      Von wegen, die PKV ist der Porsche unter den Krankenversicherurngen.

      SPON 10.06.2012:”Die rund zehn Millionen deutschen Privatpatienten werden besser behandelt, glauben viele. Doch die Tarife der privaten Krankenversicherung weisen nach SPIEGEL-Informationen oftmals gefährliche Lücken auf: Mehr als 80 Prozent leisten weniger als die gesetzliche Konkurrenz.”

      Und wehe denjenigen, die es mal mit den Leistungsverweigerungsabteilungen der PKV zu tun bekommen.

    17. DerDingens schrieb am 17. November 2012 um 17:10 - Permalink

      Jens Berger schreibt:

      Das Schneeballsystem der privaten Krankenversicherung droht zu kollabieren

      Was ist den mit der gesetzlichen Krankenkasse? Wenn die private schon ein “Schneballsystem” ist, was ist den dann bitte die gesetzliche?

      Es fehlt wieder mal die ganzheitliche Sicht. An den privaten sieht man doch eindeutig wie teuer das organisierte Gesundheitssytem wirklich ist.

      • R_Winter schrieb am 17. November 2012 um 17:38 - Permalink

        @DerDingens

        Es fehlt wieder mal die ganzheitliche Sicht.

        Vielen Dank. Auf Grund Deiner ganzheitlichen Sicht, ist der Nebel bei mir verschwunden.
        Jetzt blicke ich durch.
        Was wäre, wenn wir Dich hier nicht hätten?

        • Heldentasse schrieb am 17. November 2012 um 18:44 - Permalink

          DerDingens geht bei mir als eine Art Hofnarr durch, dessen Aussagen bestimmt nicht immer ernst gemeint sind, bzw. ernst genommen werden dürfen.

        • DerDingens schrieb am 17. November 2012 um 19:23 - Permalink

          Sie haben recht. Man hätte noch ein zwei Absätze mehr schreiben sollen. Aber, da können Sie sicher sein, wäre ich auf sehr wenig Gegenliebe gestossen. Aufklärung ist halt sehr anstrengend.

          Da hat es Jens Berger viel einfacher

          ;)

      • HHarlekin schrieb am 17. November 2012 um 17:46 - Permalink

        Ach nee, “Dingens” macht Werbung für die PKV … LOL!

        “An den privaten sieht man doch eindeutig wie teuer das organisierte Gesundheitssytem wirklich ist.”

        Nein, an der PKV sieht man eindeutig, wie schlecht organisiert, überteuert und menschenfeindlich sie ist. Die GKV lag in 2009 bei Verwaltungskosten von 5,5%% der Beiträge, die PKV bei 14,3%.

        http://de.wikipedia.org/wiki/Gesetzliche_Krankenversicherung#Verwaltungskosten

        Wie wärs damit: Jens Bergers Artikel einfach nochmal lesen?

        Und was bitte ist an der GKV ein “Schneeballsystem”?
        Sie ist nach dem sog. “Umlageverfahren” organisiert.
        Bitte lesen, lernen und begreifen:

        http://de.wikipedia.org/wiki/http://de.wikipedia.org/wiki/Umlageverfahren

        Aber woher soll das ein Libertärer auch wissen, der gerade mal noch die Worte
        “Mises”, Hayek” und “Markt” buchstabiert bekommt?
        Ein Wort wie “Umlageverfahren” ist ja sooo kompliziert …

        Auf WDR5 läuft gerade gutes Kabarett, aber deine Beiträge entbehren auch nicht eines gewissen Erheiterungspotentials … ;-)

      • T-Fighter schrieb am 17. November 2012 um 20:47 - Permalink

        Ist das nicht der Typ der bei VWL so gefailed hat? Ja, das ist der Dingens.

    18. gebintit schrieb am 17. November 2012 um 19:58 - Permalink

      Interessanter Beitrag! Riesige Herausforderungen für das Gesundheitssystem. Einsparungen bei unnötigen Kosten im Gesundheitssystem wären so nötig, aber – wie Seehofer öffentlich zugegeben hat – die Pharmalobby (und nicht nur die) hat längst über die Politik gesiegt: http://www.youtube.com/watch?v=1BtjbGzf11A

      Bis es kracht …

    19. alexios schrieb am 17. November 2012 um 23:21 - Permalink

      So ähnlich, wenn auch nicht im Detail, habe ich das schon vor einiger Zeit von jemanden gehört der Sozialwissenschaften studiert.

      Mal sehen ob unsere Experten bald Rettungschirme für angeschlagene Krankenkassen aufspannen.

    20. Juliane schrieb am 18. November 2012 um 16:21 - Permalink

      Das Wort Gemeinwohlökonomie gefällt mir.
      Vielleicht ließe sich dieser Begriff mit Tatsächlichkeiten füllen?

      http://www.bei-abriss-aufstand.de/2012/11/18/rede-von-volker-losch-am-14-11-2012/#more-38237

    21. Golem schrieb am 18. November 2012 um 18:36 - Permalink

      Ich (40 Jahre) zahle 100,85 Euro bei der PKV im Monat, bei 400 Euro pro Jahr Selbstbehalt.
      Selbst wenn sich das verdoppelt und verdreifacht, sieht das noch gut aus.

    22. Peleo schrieb am 19. November 2012 um 08:25 - Permalink

      Aus dem Dingens-Link:

      “lässt sich die wirtschaftliche Erholung Deutschlands Mitte der 1930er Jahre laut Ritschl eher auf die angebotsorientierte Deflationspolitik von Reichskanzler Brüning zurückführen”

      Man lernt nie aus. Alles wird gut in EUROpa.

    23. Thomas Ludolph schrieb am 6. Dezember 2012 um 18:48 - Permalink

      Das in dem Artikel dargestellte Szenario eines Schneeballsystems in der privaten Krankenversicherung in Bezug auf Kopfschadenprofile ist versicherungsmathematisch nicht richtig. Private Krankenversicherungen werden innerhalb der Tarife in so genannten Alterskohorten kalkuliert. Der Neuzugang von jungen und gesunden Versicherten hat keinerlei Auswirkungen auf die Beitragsentwicklung von älteren Versicherten im selben PKV Tarif. Daher findet auf die in der Öffentlichkeit sehr oft propagierte Vergreisung von geschlossenen Tarifen der privaten Krankenversicherung nicht statt. Die in dem Artikel dargestellte Beitragsroblematik gerade von älteren Versicherten in der PKV ist nicht von der Hand zu weisen. Die dafür angebrachte Begründung ist jedoch fachlich sehr lückenhaft.


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