Direkt zum Inhalt
  • Newsletter
  • Über uns
  • Kontakt

  • Blog-Flattr

    flattr this!
  • Jeden Monat wieder! Ein zweiter Klick abonniert den Blog-Flattr.

  • Kategorien

  • Archiv

  • Blogroll

    • Ad Sinistram
    • annotazioni
    • Das Blättchen
    • Das Dossier
    • Die Freiheitsliebe
    • Economist´s View
    • Egghat
    • Feynsinn
    • German-foreign-policy
    • le Bohémien
    • Maskenfall
    • NachDenkSeiten
    • Neue Rheinische Zeitung
    • Nics Bloghaus
    • Notizen aus der Unterwelt
    • Oeffinger Freidenker
    • Ossietzky
    • Paul Krugman
    • Philibuster
    • Real-World Economics Review Blog
    • Tautenhahn
    • Telepolis
    • Transatlantikblog
    • Wirtschaft und Gesellschaft
    • Wolfgang Michal
  • RSS Nachdenkseiten

    • Der Staat ist keine schwäbische Hausfrau – Präsentation zum gleichnamigen Vortrag in Wuppertal
    • Hinweise des Tages
    • Hinweise des Tages
    • Hinweise des Tages II
    • Gerechtigkeit – Das „Institut der deutschen Wirtschaft“ müsste in den Medien jegliche Glaubwürdigkeit verloren haben
  • RSS ad sinistram

    • Hier können Familien Kaffee kochen
    • De auditu
    • Sie ist ja eigentlich ganz nett
    • Die Unmöglichkeit reinen Lebens
    • Mehr Planwirtschaft wagen
  • RSS annotazioni

    • Massenexodus als wirtschaftspolitische Strategie: Vorbild Lettland?
    • Aufruf: Europa geht anders!
    • Soziale Ungleichheit und die Krise
    • Die „höchsten Steuereinnahmen aller Zeiten“ unter die Lupe genommen
    • Ungleichheit und Krise – zwei aktuelle Wortmeldungen
  • RSS Feynsinn

    • Sammelgammel
    • Georg-Schramm-Syndrom
    • Nachrichten aus der Montagehalle
    • Dany zurückgestreichelt
    • Einmal Marx und zurück
  • RSS Freiheitsliebe

    • Chile 40 Jahre danach – Die Gegenwart einer diktatorischen Vergangenheit
    • Das Märchen der Deutschen – Austerität und Fiskalpakt bald auch in Deutschland?
    • Dobro Došli – Willkommen in Serbien
    • Monsanto – Mit Gift und Genen
    • Die Lüge des leeren Landes
  • RSS Oeffinger Freidenker

    • Warum der Austritt aus der Sozialistischen Internationale für die SPD richtig ist
    • Die Meute wird zur Jagd geblasen – die Medien und die “Obama-Skandale”
    • Sie sprechen in Zungen! - Warum wir uns in der Politik nicht verstehen
    • Warum Vergangenheitsbewältigung so wichtig ist
    • Das Geld findet immer einen Weg - warum die Debatte um eine Parteispendenreform sich immer im Kreis drehen wird
  • RSS Wirtschaft und Gesellschaft

    • 150 Jahre SPD: Worauf die Sozialdemokraten nicht stolz sein sollten
    • Geschützt: 150 Jahre SPD: Worauf die Sozialdemokraten nicht stolz sein sollten (vollständiger Beitrag nur im Abonnement)
    • Staatsschulden/neue Studie: “Wirtschaftsweiser” blendet zentrales Moment der Staatsverschuldung aus
    • Geschützt: Staatsschulden/neue Studie: “Wirtschaftsweiser” blendet zentrales Moment der Staatsverschuldung aus (vollständiger Beitrag nur im Abonnement)
    • Lebensstandard: Neun Prozent der Deutschen können sich nicht einmal jeden zweiten Tag eine Mahlzeit mit Fleisch, Fisch oder vergleichbarem vegetarischen Nährwert leisten
  • Suchen

  • RSS Feeds

    • Artikel
    • Kommentare
    • eMail-Abo
  • Dein Shop für Outdoor Ausrüstung und Bekleidung. Zweimal südlich Münchens, Einmalig im Internet.

    Notebook Preisvergleich

    Hier könnte auch Ihre Werbung stehen
  • Letzte Kommentare

      maguscarolus bei Ungarisches Gemerkeltes:

      Zu denken, dass man beliebig oft KanzlerIn sein kann, während man...

      salvo bei An die Wand gefahren – Warum wir eine konstruktive Euro-Exit-Debatte brauchen:

      btw Hoffnungsträger...

      TrooperCooper bei Ungarisches Gemerkeltes:

      Schon mal was von Wahlen gehört?! Schon mal was von medialer...

      Wilma Feuerstein bei Ungarisches Gemerkeltes:

      Die Deutschen wählen Merkel nicht, es sind immer nur ein paar oder...

      Mod bei An die Wand gefahren – Warum wir eine konstruktive Euro-Exit-Debatte brauchen:

      Der Staat hat für ein...

      Jenny bei Der Demografie-Traktor: Immer in Bewegung:

      http://www.berliner-umschau.de /news.php?id=10089&titl...

      initiative-markt-leistung-elite.de bei Ungarisches Gemerkeltes:

      Zum Glück gibt es heute Dank unermüdlicher...

      Bonsta bei An die Wand gefahren – Warum wir eine konstruktive Euro-Exit-Debatte brauchen:

      Und das ist das...

      schwitzig bei Ungarisches Gemerkeltes:

      @winne2 Merkel ein Denkmal enthüllt wird unter lautem “Mutti, Mutti”-Rufen....

      winne2 bei Ungarisches Gemerkeltes:

      @schwitzig und joker: Leute haltet euch zurück. Das ist eine Beleidigung für...

      Unutulu bei An die Wand gefahren – Warum wir eine konstruktive Euro-Exit-Debatte brauchen:

      Wohin der...

      Cheops bei Ungarisches Gemerkeltes:

      Viel zu spät Selbst wenn Merkel zu Ungarn etwas von Substanz zu sagen hätte,...

      Ewig Gestriger bei Ungarisches Gemerkeltes:

      Die Deutschen werden wieder Merkel Wählen. Bautz! Die lieben ihre...

      schwitzig bei An die Wand gefahren – Warum wir eine konstruktive Euro-Exit-Debatte brauchen:

      @Empty chairDu...

      Rainer N. bei Ungarisches Gemerkeltes:

      Ah, ich habe das “wir” so interpreteiert, wie es die Herrscher...

  • Twitter Contact News Spenden Login Anmelden

  • NDS Videopodcast 12/02 Deutschland und China

    geschrieben am 07. Dezember 2012 von Spiegelfechter

    Viel Spaß!

    Teilen:

    • E-Mail
    • Facebook
    • Google +1
    • Twitter
    Print This Post
    Tags: Podcasts
    flattr this!

    132 Kommentare:

    1. Vogel schrieb am 7. Dezember 2012 um 10:32 - Permalink

      Na also – geht doch! ;-)

      Lob, Lob, Lob!

      Zur Frage – eine der üblichen Maschen der sog. Experten: Verschiedene Ebenen mischen, macht ja nix, klingt im Gegenteil besonders intellent, um die Antwort für den Bürger zu erschweren! Dem haste schön die Hose runtergezogen!

    2. uena schrieb am 7. Dezember 2012 um 10:41 - Permalink

      Hat mir so auch besser gefallen. Macht wirklich Sinn, sich auf eine/zwei Fragen zu konzentrieren.

      Die Fragen menschlich vorlesen zu lassen, ist ebenfalls ein Gewinn.

      Alles in allem eine echte Verbesserung und ein gutes Ergebnis. (was nicht heißen soll, dass es beim letzten Mal schlecht war)

      Ich finde das übrigens vollkommen ok, wenn Jens ein bisken schief hängt und bin dafür, dass das so bleibt! ;o)

      • Spiegelfechter schrieb am 7. Dezember 2012 um 10:44 - Permalink

        Danke ;-)

        Ich glaube auch nicht, dass ich das in Jens-Riewa-Pose überhaupt könnte ;-)

    3. HHarlekin schrieb am 7. Dezember 2012 um 11:13 - Permalink

      Vielen Dank für den neuen, sehr informativen Podcast.
      Zur “vieldiskutierten” Haltung: Absolut okay, das ist locker, angenehm ruhig, der Inhalt kommt unaufgeregt rüber, das Sprechtempo ist heute geradezu perfekt.
      Komplizierte Themen werden auf entspannte Weise verständlich präsentiert.

      Noch ein Wort dieser Präsentationweise:

      “Ich glaube auch nicht, dass ich das in Jens-Riewa-Pose überhaupt könnte ;-)”

      Eben, die Art der Präsentation MUSS auch zur Person des Präsentierenden passen, und heute war es nahezu deckungsgleich, bitte “konservieren”, inkl. der leicht “schiefen” Haltung. (Außerdem ist Riewa “Anchorman”, und sowas “trainiert” man auch gezielt. Ein guter Anchorman muß noch lange kein guter Journalist sein und umgekehrt) Es passt einfach. Und deshalb ist die “Darbietung” auch glaubwürdig, was für einen Journalisten ja nicht ganz unwichtig ist (bzw. sein sollte) – mit Sicherheit besser als eine aufgesetzt-konstruierte Seriositätsvorspiegelung, die dann womöglich auch noch schief geht, weil sie einfach nicht “passt”. (Nicht nur) ich “nehme” dir den Vortrag in dieser privat-enspannten Weise “ab”.

      Also nochmals danke, toitoitoi und weiter so.

      Freundliche Grüße

      • Spiegelfechter schrieb am 7. Dezember 2012 um 11:19 - Permalink

        Merci. Das sehe ich genau so. Ein anderes Beispiel wäre Robert Misik, der seinen Videopodcast ja recht unkonventionell gestaltet hat. Bei Misik passt das aber sehr gut zum Typ. Wenn ich so was kopieren würde, sähe es albern aus.

        • HHarlekin schrieb am 7. Dezember 2012 um 12:22 - Permalink

          “Bei Misik passt das aber sehr gut zum Typ. Wenn ich so was kopieren würde, sähe es albern aus.”

          Absolut, aber ihr seid ja wirklich völlig unterschiedliche “Typen”.
          Misik gehört in die Abteilung “Rampensau” (im Umgang mit der Kamera), Jens Berger in die Abteilung “ruhig-sachlich-ehrlich”, wenn ich mal so sagen darf, was natürlich nicht heißt, daß Misik nicht ehrlich und glaubwürdig wäre. Küppersbusch war seinerzeit in vergleichbaren Beiträgen auch so einer (“ZAK”, “Privatfernsehen”), als es noch keine Podcasts gab. Solche Leute arbeiten oft auch mit kabarettistischen Pointen, eine gewisse, fast möchte ich sagen, angeborene “Schlitzohrigkeit” kommt dem entgegen, was gelegentlich natürlich auf Kosten der Sachlichkeit gehen kann, und manchmal auch nur durch höheres Tempo funktioniert.
          Deine Stärke ist die ruhige, konzentriert-durchdachte Sachlichkeit.
          Und so passt Misiks Format zu Misik und Jens Bergers Format zu Jens Berger. Inhaltlich wichtig seid ihr ja sowieso beide. ;-)

          A propos Misik: Sein Podcast “Die gehobene Mittelschicht und die Oberschicht im “Anlagenotstand” (aufgrund deines Hinweises gerade angeschaut) ist auch wiedermal gelungen.

          Grüße

      • Mod schrieb am 7. Dezember 2012 um 18:40 - Permalink

        Dem kann ich mich anschließen!!

        Zum Thema Lohnkosten der im Ausland produzierten Waren, hier am Beispiel Chinas, wäre es interessant zu erfahren wie sich diese Zusammensetzen und ob China auch so etwas wie unsere durch die SPD Regierung unter G.Schröder (Agenda2010) deformierten Sozialversicherungen, z.B. Rentenversicherung für Arbeitnehmer hat?

        Weshalb darf ein Unternehmen aus Deutschland den Profit auf Kosten von Menschen, deren Leben oder Gesundheit erzielen und warum wird das nicht Thematisiert? Wenn C&A behauptet das sie sich an europäischen Standards orientierten und trotzdem sind so viele bei dem Brand umgekommen für T-Shirts, stimmt etwas nicht und das gehört Rückgängig gemacht.

        H.W.Sinn sagte vor ein paar Jahren das ein Unternehmer die Umwelt erst verpesten darf und wenn er dann Gewinne erzielt, kann der Unternehmer damit dann in den Umweltschutz investieren. Das war ein ungefähres Originalzitat und diese Arten der neoliberalen Argumentationskette gehören, wie auch die Frage nach der Sozialversicherung von Arbeitnehmern im Ausland, als fester Bestandteil und Grundlage in einer jeden Diskussion wenn es um Menschen geht, es ist doch Globalisierung!

    4. Spiegelfechter schrieb am 7. Dezember 2012 um 11:17 - Permalink

      passend zum Thema:

      Apple will Mac-Computer wieder in den USA bauen

      • Truvor schrieb am 7. Dezember 2012 um 15:57 - Permalink

        @ SF

        Hat er (Applechef) es geschafft die Belegschaft, die in den 80ern Computer in den USA produziert hatte, zu erhalten ?
        Ich meine, wer soll heute diese Computer in den Staaten bauen ?
        Oder will er die Produktion samt Chinesen in die USA zurück holen ?

        • Shitop schrieb am 7. Dezember 2012 um 20:21 - Permalink

          Foxcon/Hon Hai will seine Fertigung in den USA ausbauen und wird wohl auch für Apple in den USA tätig werden. Apple wird da investieren und Foxcon sich dafür an Sharp beteiligen, die wiederum an der deutschen Firma Loewe beteiligt sind.An Loewe ist zudem die französische LaCie beteiligt, deren Mehrheit gerade von Seagate übernommen wurde.
          Noch Fragen?

          • Truvor schrieb am 7. Dezember 2012 um 21:02 - Permalink

            @Shitop

            “Noch Fragen?”

            Nee, jetzt habe keine mehr ;-)

      • Jacques Roux schrieb am 7. Dezember 2012 um 17:36 - Permalink

        Wurde auch langsam mal Zeit, für ein wenig greenwashing bei Apple ;-)

    5. MickFfm schrieb am 7. Dezember 2012 um 11:27 - Permalink

      Sehr geehrter Herr Berger,

      seit einigen Jahren verfolge ich nun den “Spiegelfechter” und auch Ihre sonstigen Beiträge. Sie sind ein Journalist, der sich in viele Themen einarbeiten kann und gründlich recherchiert. Dies gebührt Respekt. Mit Verschlimmerung der “Euro-Krise” habe ich jedoch das Gefühl, dass Sie sich etwas verrennen. Man kann hierbei über Ursachen und Wirkungen unterschiedlicher Meinung sein, ist es ja ein Spielfeld auf dem nicht sonderlich viel Erfahrung existiert. Man sollte allerdings, und jetzt bin ich bei Ihrem Podcast, nicht von falschen Tatsachen ausgehen.

      In Ihrer betriebswirtschaftlichen Analyse auf die Leserfrage argumentieren Sie auf Basis einer Quelle des stat. Bundesamtes. Ich habe diese nicht sogleich gefunden, allerdings eine ältere Veröffentlichung der IG Metall, die sich auf das stat. Bundesamt beruft. http://www.igmetall.de/cps/rde/xbcr/SID-0A342C90-CFCB1006/internet/M3_Einkommen_0019748.pdf

      Was Sie nicht sagen ist, dass es sich hierbei um die reinen Fertigungslöhne handelt. Etwas überspitzt gesagt, betrifft das nur die Löhne der “Jungs am Fliessband”. Da Sie auch auf die Automobilindustrie zu sprechen kamen, möchte ich diese zur Basis nehmen, Ihre Falschannahme zu belegen. Nach einer umfangreichen Studie der Automotive Engineering Partners lag der Anteil der Fertigungslöhne an der Gesamtwertschöpfung 2007 (aktuellere Zahlen liegen mir momentan nicht vor) in der Automobilindustrie bei 21 %. Rein von den Prozentzahlen sind wir hier nicht weit auseinander, allerdings handelt es sich hier nur um die Fertigungslöhne. Schauen wir uns an, welche weiteren Kosten beim Autobau entstehen:

      F & E: 6 % Aus meiner beruflichen Erfahrung handelt es sich hierbei überwiegend um Personalkosten.
      Verwaltung: 10 % Auch hier sind erhebliche Personalkosten enthalten.
      Logistik: 3 % Der LKW steuert sich nicht alleine.
      Materialkosten: 47 % Egal, was Sie in einem Auto einsetzen: Stahl, Aluminium, Leder, Kunststoffe, Reifen, Entertainment….es wird von Menschen gefertigt, die Geld verdienen. Häufig entstehen hier die Kosten allerdings in der Zulieferindustrie, die aber gerade bei den deutschen Autohersteller auch in D liegen.

      Die verbleibenden paar Prozente verteilen sich auf Abschreibungen und sonstiges.

      Richtig wäre es demnach, wenn Sie die kumulierten Lohnkosten über die gesamte Wertschöpfungskette eines Autos (das zählt aber faktisch auch für jedes andere Produkt) als Basis Ihrer Argumentation nehmen würden.

      Ich zitiere jetzt Helmut Becker aus dessen Buch “Auf Crashkurs: Automobilindustrie im globalen Verdrängungswettbewerb”: …Denn in den Materialkosten und sonstigen von aussen bezogenen Dienstleistungen (z.B. EDV, Entwicklungs- oder Beratungsdienstleistungen), die im Produktionsprozess eingesetzt werden, sind wiederum in hohem Masse Lohnkosten enthalten, und zwar in der Regel umso mehr, je näher man im Wertschöpfungsprozess an den 1st-tier Zulieferer heranrückt. Hier beträgt der kumulierte Lohnkostenanteil 50 % und mehr. In der gesamten automobilen Wertschöpfungskette liegt nach Expertenberechnungen der Lohnkostenanteil am Endprodukt Automobil bei mindestens 65 %. Betrachtet man die in Zulieferungen enthaltenen Arbeitskosten und summiert dazu noch F & E, Logistik- und Verwaltungskosten, die ebenfalls in hohem Maße aus Lohnkosten bestehen, so machen Lohnkosten über 75 % aller Produktionskosten in der Automobilindustrie aus.”

      Nun mag man über diese 75% diskutieren wollen, vielleicht sind es ja nur 60 %. Wer aber weiss, was eine Tonne Aluminium oder Stahl kostet, sich in Leder und Kunststoffpreisen auskennt, der weiss, dass die Realität eher bei Herrn Becker liegt, als bei Ihnen.

      Nun muss natürlich noch eine Beispielrechnung folgen: Gehen wir aus von einem besser ausgestatteten VW Golf für 30.000,- Euro. Beinhaltet dieses Preis nur 60% Lohnkosten, wären dies 18.000,- Euro. Steigere ich die Löhne jedes Jahr um 5 %, lägen die Lohnkosten nach diesen 5 Jahren bei knapp 25.000,- Euro, dass Auto würde demnach dann 37.000,- Euro kosten…. eine Steigerung von etwa 23 %.

      Wenn ich jetzt Frage, wer sich dann noch das Auto kaufen soll, dem kann man natürlich Antworten, dass der Käufer auch 5 % mehr verdient pro Jahr. Also rechnen wir nach: Grosszügig gehe ich davon aus, dass der Bürger von seinen 5% brutto 3% (also 60% und fast schon ein unrealistischer und positiver Traum) netto in seine Geldbörse rettet, so macht das über 5 Jahre eine Nettolohnsteigerung von 16% aus. Es existiert also zum Preis des Golfs eine Differenz von 7 %. Vielleicht kann man das Inflation nennen, vielleicht aber auch Pech. Jedenfalls wird dies die Zahl der potentiellen Autokäufer reduzieren.

      Wenn man dies weiss, erübrigt sich auch schon der Blick auf die Volkswirtschaft, den sie im 2. Teil des Podcast werfen. Realistisch ist, dass VW weniger Autos verkauft, es deshalb die höheren Löhne nicht bezahlen kann und/oder Leute auf die Strasse setzt, weniger Dividenden (auch an die Kleinaktionäre) gezahlt werden und letztendlich der Aktienkurs einbricht, an dem auch wieder der Kleinsparer hängt, sei es weil er zur Altersvorsorge eine Versicherung abgeschlossen hat, die aus Versehen in VW investiert ist.

      Vielleicht ist VW ein schlechtes Beispiel, weil der CEO 17 Mio. im Jahr verdient und somit wahrscheinlich mehr als Sie und ich zusammen :-) Allerdings ist der Golf ein Allerweltsauto und somit gut für eine Beispielrechnung. Sie können eine solche Rechnung für jedes andere Produkt aufmachen. Wenn sie von den reinen Fertigungslöhnen ausgehen, haben Sie die falsche Basis.

      Gerne würde ich jetzt noch zum ursprünglichen Thema zurückkommen, nämlich welche Konsequenzen dies für die Eurozone hätte; allerdings fürchte ich, dass wir hier zu keiner einheitlichen Meinung kämen.

      Abschliessend würde es mich freuen, wenn Sie weniger auf die Exportindustrie schiessen und mehr über die Bereiche schreiben, in denen satte Lohnerhöhungen wirklich von Nöten wären. Den gesamten Billiglohnsektor von der Friseurin über den Gebäudereiniger etc. Die habe nichts mit dem Export zu tun und hier würden höhere Löhne sogar die Binnennachfrage ankurbeln. Ich hätte hier auch noch die Leiharbeiter einfügen können, jedoch hatte ich Angst, dass sie diese dann wieder auf die Automobilindustrie beziehen :-) Im Ernst, tatsächlich ist der Anteil der Leiharbeiter in unserer Exportindustrie verschwindend gering, hier würden Lohnerhöhungen, die VWs und BMWs wohl nicht an den Rand des Bankrotts führen.

      Grüsse

      • Spiegelfechter schrieb am 7. Dezember 2012 um 12:24 - Permalink

        Was Sie nicht sagen ist, dass es sich hierbei um die reinen Fertigungslöhne handelt. Etwas überspitzt gesagt, betrifft das nur die Löhne der “Jungs am Fliessband”.

        Um diese Löhne geht es ja auch. Verwaltung, F&E, Vertrieb, Marketing etc. will und kann ja niemand in ein Niedriglohnland verlagern … einige groteske Ausnahmen bestätigen die Regel.

        Die verbleibenden paar Prozente verteilen sich auf Abschreibungen und sonstiges.

        Hier geht es dann aber um den Herstellungspreis und nicht um den Endkundenpreis, der ja auch relevant ist, wenn wir über Auslagerung von Arbeitsplätzen sprechen. Was mag beispielsweise ein USB-Stick in der Herstellung kosten? 20 Cent? Das mag hinkommen. Nun kommen aber noch Transport, Distribution, Groß- und Einzelhandel, Marketing (ganz wichtig) und Steuern hinzu. Ich bin kein BWL-Fachmann, aber ich würde schon sagen, dass der reine Herstellungspreis hier eine vergleichsweise untergeordnete Rolle spielt. Warum der Stick dann nicht in Ungarn oder gar in Deutschland produziert? Das liegt wohl daran, dass es hier gar keine geeigneten Lohnfertiger gibt. Und niemand würde ein Werk “nur” für eine USB-Stick-Produktionslinie eröffnen. Das kostet nämlich richtig Geld. Der Lohn spielt hierbei jedoch eine zweitrangige Rolle.

        Richtig wäre es demnach, wenn Sie die kumulierten Lohnkosten über die gesamte Wertschöpfungskette eines Autos (das zählt aber faktisch auch für jedes andere Produkt) als Basis Ihrer Argumentation nehmen würden.

        OK, aber hier drehen wir uns m.E. im Kreis. Niemand will und kann beispielsweise die Kautschuk-Produktion nach Deutschland holen.

        so machen Lohnkosten über 75 % aller Produktionskosten in der Automobilindustrie aus.

        In dieser Zahl stecken natürlich Lohnkosten, die gar nicht zur Disposition stehen. Es geht mir erst einmal darum, wo das Auto gefertigt wird. Die Frage der Zulieferer oder gar der Rohstoffproduzenten stellt sich hier erst einmal nicht, da sie separat betrachtet werden muss. Wenn ein Automobilfertiger seine Fertigung von Deutschland nach Ungarn verlegt (nur als Beispiel) ändert sich dadurch der Lohnanteil bei den Materialkosten ja eben nicht.

        Ich halte die Zahl auch für falsch. Wenn sie korrekt wäre, würden die Lohnkosten bei jedem Schritt der Wertschöpfungskette im Schnitt 75% ausmachen. Dem kann ich so nicht folgen.

        Wer aber weiss, was eine Tonne Aluminium oder Stahl kostet, sich in Leder und Kunststoffpreisen auskennt, der weiss, dass die Realität eher bei Herrn Becker liegt, als bei Ihnen.

        Wie viel Arbeitslohn steckt denn in einer Tonne Aluminium? Ich bin da kein Experte. Aber ich habe das so in Erinnerung, dass bei der Aluminiumproduktion (nicht der Verarbeitung von Aluminium!) die Energiekosten der absolut bestimmende Faktor sind. Die 75% können da nicht stimmen. Auch nicht dann, wenn man die Energiekosten auch noch nach Lohnkosten aufschlüsselt. Alleine der Steueranteil dürfte hier gewaltig sein.

        Nun muss natürlich noch eine Beispielrechnung folgen: Gehen wir aus von einem besser ausgestatteten VW Golf für 30.000,- Euro. Beinhaltet dieses Preis nur 60% Lohnkosten, wären dies 18.000,- Euro.

        Dem mag so sein, aber was sagt uns diese Zahl? VW hat keinen Einfluss auf den Lohn in der Kautschukfertigung in Malaysia, der Stahlproduktion in Salzgitter, der Chip-Produktion in Taiwan oder der Herstellung des Siliziums im chinesischen Westen.

        Hier geht es wieder um zwei Betrachtugsebenen. Diesmal argumentieren Sie global und gesamtwirtschaftlich, während ich die Sache betriebswirtschaftlich aufziehe. Bei diesem konkreten Punkt geht es jedoch um BWL. Volkswirte verlagern keine Arbeitsplätze.

        Steigere ich die Löhne jedes Jahr um 5 %, lägen die Lohnkosten nach diesen 5 Jahren bei knapp 25.000,- Euro, dass Auto würde demnach dann 37.000,- Euro kosten…. eine Steigerung von etwa 23 %.

        Da Sie vom Herstellungspreis ausgehen, würde sich – wenn man dieser Rechnung folgt – der Herstellungspreis binnen 5 Jahren um 23% erhöhen. Nicht aber der Verkaufs- also der Endkundenpreis! Aber was soll diese Rechnung aufzeigen?

        Vielleicht kann man das Inflation nennen, vielleicht aber auch Pech. Jedenfalls wird dies die Zahl der potentiellen Autokäufer reduzieren.

        Sie sagen also, dass Lohnsteigerungen dazu führen, dass wir uns weniger leisten können? Diese Argumentation finde ich ziemlich seltsam.

        Vielleicht ist VW ein schlechtes Beispiel, weil der CEO 17 Mio. im Jahr verdient und somit wahrscheinlich mehr als Sie und ich zusammen :-)

        Wahrscheinlich sogar mehr als alle Leser dieses Kommentars zusammen ;-)

        Abschliessend würde es mich freuen, wenn Sie weniger auf die Exportindustrie schiessen und mehr über die Bereiche schreiben, in denen satte Lohnerhöhungen wirklich von Nöten wären. Den gesamten Billiglohnsektor von der Friseurin über den Gebäudereiniger etc.

        Das mache ich idR ja auch.

      • ChrisA schrieb am 7. Dezember 2012 um 12:35 - Permalink

        @MickFfm: Ich bin auf Jens Bergers Antwort gespannt. Allerdings: Wenn man den SF liest, kommen mir doch erhebliche Zweifel, ob die 5% Lohnerhöhung pro Jahr über 10 Jahre, die sie als Basis ihrer Rechnung für Volkswagen nehmen, das sind, was hier gefordert wird.

        Wenn ich es richtig verstanden habe, soll in Gesamtdeutschland das Masseneinkommen über 10 Jahre gesteigert werden, um den Binnenmarkt zu stärken und so durch Erhöhung der Importe den Exportüberschuss abzubauen.

        Dazu muss man nicht in Branchen, in denen ohnehin einigermaßen gut verdient wird, wie bei Zulieferern von hochwertigen Teilen/Materialien oder gar der Endfertigung von Autos, den Lohn 10 Jahre um je 5% erhöhen.

        Was sie selbst im letzten Abschnitt schreiben, ist der Schlüssel: Massive Lohnzuwächse in den Branchen, die nicht im internationalen Wettbewerb stehen, ja, überhaupt nicht stehen können, aber trotzdem unheimlich niedrige Löhne zahlen.

        Prozentual wäre ein Mindestlohn im Niedriglohnsektor eine Lohnsteigerung, Die 5%-Abschlüsse in Branchen, in denen ohnehin ordentlich verdient wird, kompensiert.

        Die brachliegende Kaufkraft der Deutschen liegt nicht bei den einigermaßen gut verdienenden Facharbeitern und mir wäre neu, dass jeder Lohn jeder Branche, egal wo und wie hoch vorher, jetzt 10 Jahre lang jährlich um 5% steigen müsste.

      • Lutz Hausstein schrieb am 7. Dezember 2012 um 13:04 - Permalink

        Richtig wäre es demnach, wenn Sie die kumulierten Lohnkosten über die gesamte Wertschöpfungskette eines Autos (das zählt aber faktisch auch für jedes andere Produkt) als Basis Ihrer Argumentation nehmen würden.

        Ein solcher Ansatz ist betriebswirtschaftlich weder zutreffend noch üblich.

        Würde man dies nämlich stringent so praktizieren, müsste zukünftig der Personalkostenanteil eines Mode-Einzelhändlers nicht nur die betriebseigenen Personalkosten, sondern auch die Kosten der Näherinnen in Bangladesch, welche wiederum die Kosten der Garnhersteller und diese wiederum der Produzenten der chemischen Grundstoffe des Garns sowie aller Personalkosten der stets zwischengelagerten Logistik mit enthalten. Die Personalkosten der Lebensmittel-Einzelhändler enthielten plötzlich nicht nur die eigenen Personalkosten, sondern nun auch diejenigen der lebensmittelverarbeitenden Industrie. Diese wiederum die Personalkosten der Bauern, welche nun auch die Personalkosten der Saatguthersteller und der Hersteller der Düngemittel zu enthalten hätten. Um später gar noch auf die Personalkosten des Bergbaus, welcher die Grundbestandteile der Düngeindustrie bereitstellt, zurückverweisen zu müssen.

        Da die Personalkosten einer jeden Fertigungsstufe jedoch schon als die eigenen Personalkosten ausgewiesen werden, würden durch eine solche Handhabung in einer volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung diese mehrfach ausgewiesen werden und damit die Realität verzerren.

        Die Personalkosten müssen dort in Betrachtung gezogen werden, wo sie konkret anfallen.

        • MickFfm schrieb am 7. Dezember 2012 um 15:27 - Permalink

          Sorry, aber Sie gehen in diesem Fall von der falschen Ausgangslage aus. Grundlegend ist hier die Frage, wie man zu mehr Gleichgewicht in der Eurozone kommt. JB vertritt die These, dass die Löhne in D kräftig ansteigen müssen um die Lohnstückkosten dem unwirtschaftlichen Süden anzupassen. Die Leserfrage bezog sich auf den Export und JB nannte in seiner Antwort selbst die Automobilindustrie als Beispiel. Wenn er dann glaubt hohe Lohnabschlüsse würden sich nur auf den Facharbeiter am Fliessband auswirken, muss man darlegen dürfen, dass bei einem Automobilkonzern auch Ingenieure, Sekretärinnen etc. pp arbeiten, die in seinem genannten Beispiel nicht erfasst werden. Auch muss man Zulieferer einbeziehen, welche hier überwiegend aus D kommen und deren Angestellte von den höheren Lohnabschlüssen auch profitieren würden. Insofern ist mein Beitrag betriebswirtschaftlich korrekt, auch wenn man über die zitierten 75% streiten mag. Habe deshalb in meiner Beispielrechnung auch nur 60% genommen. Selbstverständlich hat JB Recht mit seinem Beispiel von der Kautschukplantage, jedoch sind das verschwindend geringe Zahlen. Nicht zuletzt reden wir hier über eine wichtige Schlüsselindustrie. http://www.unsere-autos.de/unser-standort/wirtschaft/arbeitsplaetze/

          @JB

          In dieser Zahl stecken natürlich Lohnkosten, die gar nicht zur Disposition stehen. Es geht mir erst einmal darum, wo das Auto gefertigt wird. Die Frage der Zulieferer oder gar der Rohstoffproduzenten stellt sich hier erst einmal nicht, da sie separat betrachtet werden muss.

          Das sehe ich grundsätzlich anders. In so eine Rechnung kann ich nicht nur den Fliessbandarbeiter einbeziehen. Wenn Sie nur diesem mehr Geld bezahlen, kann sich das VW locker leisten natürlich. Dadurch erreichen Sie aber auf Euro-Ebene gar nichts. Wollen Sie da etwas erreichen, müssen Sie die gesamten Einflüsse auf das Produkt sehen, ergo auch die Zulieferer, überwiegend aus D. Dadurch machen Sie den Golf dann teurer und der Italiener kauft sich wieder seinen klapprigen Fiat statt des deutschen Autos. Aber vielleicht andere auf der Welt auch und da nn haben wir das Problem. Hierbei stellt sich mir immer die Frage warum man nie mal an das Nationalbewusstsein der Franzosen und Italiener appelliert ihre eigenen Autos zu kaufen, anstatt deutscher Produkte. Da haut man lieber auf die “Exportindustrie”.

          Wie viel Arbeitslohn steckt denn in einer Tonne Aluminium? Ich bin da kein Experte. Aber ich habe das so in Erinnerung, dass bei der Aluminiumproduktion (nicht der Verarbeitung von Aluminium!) die Energiekosten der absolut bestimmende Faktor sind.

          Richtig, da haben wir uns auch missverstanden. Ich wollte damit ausdrücken, dass das Material eben fast nichts kostet. Die ganze Karosserie von so einer Blechdose kostet gerade mal 1.500 Euro Materialwert. Ebendrum sind die Lohnkosten anteilmäßig so hoch.

          Da Sie vom Herstellungspreis ausgehen, würde sich – wenn man dieser Rechnung folgt – der Herstellungspreis binnen 5 Jahren um 23% erhöhen. Nicht aber der Verkaufs- also der Endkundenpreis! Aber was soll diese Rechnung aufzeigen?

          VW hatte eine Umsatzrendite 2011 von etwa 7 %. Ich rede hier nicht vom Konzern, sondern vom Autobauer. Jetzt können Sie natürlich sagen, dann passt das ja :-) Aber wie schon im ersten Beitrag beschrieben, geht es hier auch um Kleinsparer. Ausserdem hatte VW das mit Abstand beste Jahr seiner Geschichte, wird wohl nicht zu wiederholen sein.

          Sie sagen also, dass Lohnsteigerungen dazu führen, dass wir uns weniger leisten können? Diese Argumentation finde ich ziemlich seltsam.

          Ja und ziemlich traurig. Es ist aber Realität! Leider wird immer vergessen, dass Lohnsteigerungen vom Unternehmen immer Brutto weitergegeben werden müssen, beim Profiteur (dem Angestellten), aber nur netto ankommt. Zahlen Sie bereits Spitzensteuersatz gehen “nur 42 bzw 45 % zzgl Soli flöten. Der normale Arbeiter zahlt den aber nicht und kommt so noch in die Progression rein. Das ist einfache Mathematik, bzw. Vater Staat, der die Finger nicht von unserer Brieftasche lassen kann.

          • Andreas schrieb am 7. Dezember 2012 um 15:35 - Permalink

            Sorry, aber Sie gehen in diesem Fall von der falschen Ausgangslage aus. Grundlegend ist hier die Frage, wie man zu mehr Gleichgewicht in der Eurozone kommt. JB vertritt die These, dass die Löhne in D kräftig ansteigen müssen um die Lohnstückkosten dem unwirtschaftlichen Süden anzupassen.

            Wir produzieren mehr, als wir uns leisten, wir leben “unter” unseren Verhältnissen. Und die Gewinne steigen und steigen, fliesen aber über die Banken als Kredite in den Süden und werden nicht etwa investiert. Mehr Gleichgewicht bedeutet nicht nur, dass die im Süden den Gürtel enger schnallen müssen, sondern wir unseren lockerer.

      • Andreas schrieb am 7. Dezember 2012 um 14:12 - Permalink

        Tja, die Mathematik ist so eine schwierige Sache. ;-)
        Ich kenne das Buch nicht, aber mal angenommen, bei einem Produkt sind 10 % Lohnkosten enthalten. Ein Teil der Kosten ist Material, ein Teil Verwaltung, usw. und ein Teil sind eingekaufte Vorprodukte. Wenn das Endprodukt in verschiedenen Fertigungsstufen hergestellt wird und in jeder Stufe sind 10 % Lohnkosten enthalten, sind dann bei 10 Fertigungsstufen 100 % Lohnkosten, oder doch eher 10 %?

        • MickFfm schrieb am 7. Dezember 2012 um 16:18 - Permalink

          eher 10 %, oder? :-)

          Das geht aber leider an der Realität vorbei. Sie werden hier kaum ein Produkt nennen können, welches nur 10 oder 20 % Lohnkosten enthält. Erst Recht nicht im Export. Arbeiter, Sekretärinnen, F & E, Zulieferer etc. Weiss nicht was Sie beruflich machen, aber setzen Sie sich doch mal mit ihren Produkten und deren reinen Materialwert auseinander. In der Regel ist das ein Klacks…beim Joghurt, bei der Jeans, beim Auto. Und auch in Werbe- und Beratungskosten sind Löhne und Gehälter enthalten.

          Und auch beim Endfertiger gibt es eine Verschiebung. Klar ist im “Profitcenter Endfertigung” der Lohnkostenanteil verhältnismäßig gering. In der Buchhaltung, Forschung oder Verwaltung liegt er aber nicht selten bei 80%.

          Und zu Ihrem unteren Post: Verstehen Sie mich nicht falsch. Ich habe nichts gegen Lohnerhöhungen! Das muss an erster Stelle aber nicht die Exportindustrie sein, in der recht gut verdient wird. Und erst recht nicht, weil andere europäische Unternehmen über ihre Verhältnisse gelebt haben.

          • Cholerix schrieb am 7. Dezember 2012 um 17:12 - Permalink

            Das geht aber leider an der Realität vorbei. Sie werden hier kaum ein Produkt nennen können, welches nur 10 oder 20 % Lohnkosten enthält.

            Na, letztlich können wir doch alles auf Personalkosten runderdividieren. Selbst jeder Mauerstein, jeder Krümel Beton enthält doch irgendeine körperliche Arbeit. Aber das ist doch nicht zielführend, obwohl es deutlich macht, wo das Problem liegt.

            Einzig unangetastet und unhinterfragt bleibt die Kohle, die für Minenbesitzer und Anteilseigner abfällt. Na, aber sicher nicht, weil davon Kleinsparer betroffen sind. Eine Erklärung hätte ich trotzdem gerne.

            Mit der gleichen Logik kann man 0% Steuern fordern oder 1000% Steuerquote behaupten. Meine Kohle hab ich schonmal versteuert, warum soll BMW denn davon nochmal Steuern zahlen, wenn ich mir den nächsten Spritvernichter hole, usw…

          • Andreas schrieb am 8. Dezember 2012 um 14:38 - Permalink

            Das war fiktiv gemeint. Ich kenne das Buch nicht, aber ich glaube, da jemand einfach Prozente addiert. Genau wie Creutz behauptet, 40 % Zinsen stecken in jedem Produkt, der hat auch nur addiert!

          • Andreas schrieb am 8. Dezember 2012 um 15:11 - Permalink

            Und erst recht nicht, weil andere europäische Unternehmen über ihre Verhältnisse gelebt haben.

            Also ich habe es jetzt bestimmt 3 mal erklärt und auch andere, wie Momo: Deutschland lebt unter (!) seinen Verhältnissen! Das scheint dich nicht groß zu jucken, da du nie auf diesen Sachverhalt eingehst.

            Was nützt es, wenn der Spitzenarbeiter bei VW, Mercedes, usw., einen Top- Sundenlohn hat, wenn der Leiharbeiter beim Zulieferer aufstocken muß?

      • Andreas schrieb am 7. Dezember 2012 um 15:30 - Permalink

        Nun muss natürlich noch eine Beispielrechnung folgen: Gehen wir aus von einem besser ausgestatteten VW Golf für 30.000,- Euro. Beinhaltet dieses Preis nur 60% Lohnkosten, wären dies 18.000,- Euro. Steigere ich die Löhne jedes Jahr um 5 %, lägen die Lohnkosten nach diesen 5 Jahren bei knapp 25.000,- Euro, dass Auto würde demnach dann 37.000,- Euro kosten…. eine Steigerung von etwa 23 %.

        Auch diese Rechnung ist völliger Quatsch. Es gibt auch einen Verteilungsspielraum zwischen Gewinnen und Löhnen! Man könnte auch Löhne steigen lassen und die Gewinne dafür beschneiden!

        In Deutschland sind die Reallöhne 20 % unter der Produktivität zurückgeblieben. Gerade wenn man hier die Löhne steigen lassen würde, würde sich vielleicht mal ein Deutscher wieder ein deutsches Auto leisten können!

      • Momo schrieb am 7. Dezember 2012 um 18:47 - Permalink

        @MickFfm

        Sie wollen uns doch eigentlich mitteilen: Ein deutsches Lohndumping in der Exportindustrie gibt es nicht, sowie: Deutschland darf die Löhne in der exportorientierten Industrie nicht stärker nach oben anpassen. weil sonst der böse Chinese kommt.

        1.) Diese Sätze kann man tagtäglich auch aus den Reden und Schriften der hiesigen Neoliberalen entnehmen, wobei sich bei diesen Herrschaften immer wieder ein seltsamer Widerspruch auftut: Zum einen behaupten sie, die deutschen Produkte würden sich wegen ihrer im Einzigartigkeit so doll in aller Welt vermarkten lassen. Mit Lohndumping hätte dies rein gar nichts zu tun. Wird dann jedoch die Forderung erhoben, die deutschen Löhne müssten zwecks Belebung des hiesigen Binnenmarktes und des Abbaus der außenwritschaftlichen Ungleichgewichte in Europa stärker steigen, dann heißt es plötzlich, “wir” (trteffender: die deutsche Exportindustrie) würden uns mit einer solchen Lohnpolitik den Ast abschneiden, auf dem wir säßen. Was gilt denn nun: “Exportsteigerung durch im Weltmaßstab einzigartige deutsche Produkte” oder “Exportsteigerung durch Lohn- und Sozialdumping (v.a. Hartz IV)”?

        2.) Der aktuelle europäische Arbeitskostenvergleich des IMK zeigt: Auch in der deutschen Industrie sind die Lohnstückkosten – wenn auch nicht so ausgeprägt wie in der Gesamtwirtschaft – siehe Abbildung 8 des nachfolgend verlinkten Beitrags.
        http://www.boeckler.de/pdf/p_imk_report_77_2012.pdf

        3.) Ich verweise auf die Anmerkungen eines Nachdenkseiten-Lesers zu folgendem Nachdenkseiten-Beitrag:
        http://www.nachdenkseiten.de/?p=15351#h13
        Darin heißt es: “Die exportsteigernde Wirkung der deutschen Dumpingpolitik läßt sich am Beispiel der Automobilindustrie aufzeigen: Bei Wiedereinführung der DM würde diese nach vorliegenden Prognosen zu den übrigen europäischen und außereuropäischen Währungen um 30 Prozent und mehr aufwerten. Dies würde bei den in Deutschland produzierten Fahrzeugen mit hoher Wahrscheinlichkeit zumindest in den unteren und mittleren Preissegmenten zu massiven Absatzeinbrüchen führen. Und dies sowohl bei den Autoverkäufen innerhalb Deutschlands (die DM-Aufwertung würde Importe aus dem europäischen und nichteuropäischen Ausland drastisch verbilligen) als auch bei den Exporten in die europäischen und außereuropäischen Staaten. Auch der dann wechselkursbedingte Kostenvorteil beim Import von Fahrzeugkomponenten würde lediglich eine vergleichsweise geringfügige Kostenentlastung für die in Deutschland produzierenden Automobilkonzerne bedeuten, teilweise würde eine massive DM-Aufwertung sogar die Produktionsverlagerung bisher in Deutschland gefertigter Komponenten ins Ausland profitabel erscheinen lassen. Die in Deutschland produzierten Fahrzeuge von VW, Opel, Ford und teilweise sogar BMW sowie Mercedes (zumindest in den unteren und mittleren Preissegmenten) würden mit hoher Wahrscheinlichkeit an die dann deutlich preiswertere Konkurrenz von Renault, Peugeot, Fiat, Kia, Hyundai, Toyota und Honda massiv Marktanteile verlieren.”

        3.) Ich verweise des weiteren auf folgenden Nachdenkseiten-Beitrag: “18.Ergänzung zu unserem Videopodcast 12/02″
        http://www.nachdenkseiten.de/?p=15398#h18
        Darin heißt es: “Auf der volkswirtschaftlichen Betrachtungsebene spielen auch die Produktivitätsentwicklung und der Wechselkurs eine entscheidende Rolle: Erzielt ein Land (in diesem Falle China) permanent hohe Außenhandelsüberschüsse, dann wird sich der Wechselkurs dieses Landes über kurz oder lang im Vergleich zu den Währungen der übrigen Länder nach oben entwickeln, wodurch sich die preisliche Wettbwerbsfähigkeit dieses Landes reduziert. Im Falle Chinas ist die Lage jedoch etwas komplizierter: Der Wechselkurs der chinesischen Währung ist stark an den US-Dollar gekoppelt. Diese Koppelung hat in den vergangenen Jahren entscheidend mit dazu beigetragen, daß die USA ein hohes Außenhandelsdefizit mit China aufweisen. Deutschland betrieb seit Ende der 90er Jahre innerhalb der Eurozone ein Lohndumping, China gegenüber den USA ein Währungsdumping. Die Wechselkursanpassung zwischen Euro und chinesischer Währung läuft mithin v.a. über den “zwischengeschalteten” Dollar.
        Die deutsche Exportwirtschaft als Teil der Eurozone hat sich den Euro seit der Fixierung der Euro-Umtauschkurse der einstmals eigenständigen europäischen Währungen im Jahre 1999 für die eigenen Interessen zu Nutze gemacht: Durch eine Lohnstückkostenentwicklung deutlich unterhalb der Zielinflationsrate der EZB hat die deutsche Exportwirtschaft ihre preisliche Wettbewerbsfähigkeit zu Lasten der übrigen europäischen Staaten massiv verbessert und damit in erheblichem Maße zu den europäischen Ungleichgewichten und der Krise innerhalb der Eurozone mit beigetragen. Die deutsche Exportwirtschaft profitiert nicht nur im direkten Handel mit den übrigen Staaten der Eurozone von der hiesigen Dumpingpolitik, sondern wegen der Entwicklung des Eurokurses im Vergleich zu den übrigen Welt-Währungen auch im Handel mit den Staaten außerhalb der Eurozone. Denn die erheblichen ökonomischen Probleme in zahlreichen Staaten der Eurozone sowie deren Außenhandelsdefizite üben preislichen Druck auf den Euro-Wechselkurs aus. Würde Deutschland zur DM zurückkehren, dann würde dies zu einer massiven Aufwertung der DM gegenüber dem Euro und den übrigen Währungen führen. Für die unter Außenhandelsdefiziten leidenden Staaten der Eurozone ist der derzeitige Euro-Umtauschkurs hingegen noch immer zu hoch.”

        FAZIT: Die Frage, wie hoch denn nun die relevanten prozentualen Anteile der Lohnkosten an den Fertigungskosten oder den Gesamtkosten tatsächlich sind, ist nicht die entscheidende Frage. Vielmehr ist die an den Lohnstückkosten gemessene schwache Entwicklung der deutschen Löhne und Gehälter – auch in der Industrie, wo sich zudem ein Teil des Lohndumping in nicht in den Personal- sondern in den Sachkosten verbirgt (Leiharbeit, in eigenständige Dienstleistungsunternehmen ausgegliederte sowie von externen Dritten zugekaufte Dienstleistungen) – nicht nur ein Problem für den deutschen Binnenmarkt (siehe die seit Mitte der 90er Jahre sehr schwache Entwicklung des privaten Verbrauchs), sondern auch für die Eurozone insgesamt (die daraus maßgeblich resultierenden außenwirtschaftlichen Ungleichgewichte der Eurozonen-Staaten).

    6. chroms schrieb am 7. Dezember 2012 um 11:31 - Permalink

      sehr informatives format. gefällt mir.
      ich würde mich allerdings freuen, wenn die artikel, auf die ihr euch beruft, länger eingeblendet werden könnten. vlt. auch mit adresseinblendung.

      grüße

    7. ola schrieb am 7. Dezember 2012 um 11:52 - Permalink

      Wenn du Bullrichsalz brauchst, dein örtlicher Aldi hilft^^

      Ich habe jahrelang im Bereich Fahrzeugbau/Vertrieb mit dem Chinesen zusammengearbeitet. Bis 2009… Heilige Mutter Gottes, viele haben ja keine Ahnung, nicht einmal den Hauch einer Idee, was da so abgeht^^

      Wenn man nicht eigene Werke betreibt, sondern mit chinesischen Herstellern arbeitet, dann ist es wie vor Gericht oder auf hoher See, bestenfalls^^

      Und so ist es in China noch recht flächendeckend. Einmal mit einem chinesischen “Entwicklungsing.” zusammen den Tag verbracht und du fällst komplett vom Glauben ab. Amen.

      Beste Schote: chineese new year… Wenn du viel, viel Glück hast, kommen nach Neujahr die Hälfte deiner Arbeiter wieder. Wenn du Pech hast, allerdings kaum noch einer vom Landurlaub zurück. Dann werden willfährige Menschen von der Straße geklaubt und die dengeln dann wieder an deinem Produkt herum, wo du gerade mühsam den anderen beigebracht hattest, dass das Einlegen von Lagern mit dem Hammer nicht die empfehlenswerteste Methode ist… Nur ein Beispiel für den asiatischen Bettvorleger…

      China hat noch eine Menge zu tun, vor allem in der Fläche ist man europäischen Standards noch locker 60 Jahre hinterher. Was wir zu sehen bekommen sind Leuchtturmprojekte die aber wohl nicht mehr als 5-10% der chinesischen Wirtschaft abbilden. Von den sozialen Verwerfungen will ich est gar nicht anfangen…

    8. zuelp schrieb am 7. Dezember 2012 um 12:29 - Permalink

      Bisschen offtopic: Geile Schreibtischlampe.

      • Dimebag schrieb am 7. Dezember 2012 um 12:48 - Permalink

        Noch mehr offtopic: der Whisky/Whiskey im Hintergrund lenkt mich ab, ich versuche zu erkennen was es ist. :-)

        • ola schrieb am 7. Dezember 2012 um 13:28 - Permalink

          Das sind sicher allesamt Schotten aus dem torfigsten und schlammigsten Teil der Insel. Nur was für wahre Kenner…. Ich gehöre nicht dazu…. Mich lupfts da jedesmal… Ich bleib bei meinem Rotwein, da bin ich Experte^^

          • Spiegelfechter schrieb am 7. Dezember 2012 um 15:01 - Permalink

            Nee, die Torfecke (also eher die Islay-Ecke) ist in meinem Büro eigentlich eher auf der gegenüberliegenden Seite … obgleich zwei der Flaschen im Bild tatsächlich Islays sind ;-)

          • Frank Benedikt schrieb am 9. Dezember 2012 um 15:42 - Permalink

            Wohl auch noch Islay dabei :-)

            Ach ja – man sollte erst die Antworten alle lesen, bevor man sich blamiert ;-) Jens schreibt da ja schon vom genialen Islay.

        • Spiegelfechter schrieb am 7. Dezember 2012 um 15:06 - Permalink

          Da helfe ich Dir doch gerne. Ganz rechts ist eine 12jährige Standardabfüllung von Knockando, daneben ist der sehr leckere Revival von Glendronach, daneben eine recht exotische Caol-Ila-Abfüllung von A.D. Rattray aus 1993 (sehr lecker, aber aufgrund des starken Schwefelaromas sicher nur was für Liebhaber) und ganz links steht einer meiner Favoriten, ein 89er Bowmore aus der Mission-Gold-Serie von Murray McDavid (in Paulliac-Fässern nachgereift)

          • Frank Benedikt schrieb am 9. Dezember 2012 um 15:45 - Permalink

            Wäre ich Whiskey- statt Wodkatrinker, würde ich diese Auswahl sehr genießen :-D

            • Spiegelfechter schrieb am 10. Dezember 2012 um 08:37 - Permalink

              ;-)

              Ich kann es Dir nur empfehlen. Wie man ein “möglichst geschmacksloses” Gemisch aus Wasser und Agrar-Ethanol bevorzugen kann, wird mir immer ein Rätsel bleiben *duckwegundlach*

            • Spiegelfechter schrieb am 10. Dezember 2012 um 08:39 - Permalink

              p.s.: Speziell für Dich … http://www.youtube.com/watch?v=1i629PkEgTo

              *lol*

            • Frank Benedikt schrieb am 10. Dezember 2012 um 08:57 - Permalink

              Da die Verschachtelungstiefe erreicht ist, halt hier ;-) “Tod vor Stalingrad”? Nee, nech :-D Ich habe vor Stalingrad überlebt, da ich ein Slawe bin und guten Wodka hatte ;-)

              Deinen (guten) Geschmack kenne ich ja, Jens, aber ich bin nun mal “Proletarier” und trinke wie lebe hart. Nichtsdesto habe ich Respekt vor Menschen mit Geschmack und weiß Deine kleine, aber feyne Sammlung zu würdigen :-)

            • Spiegelfechter schrieb am 10. Dezember 2012 um 09:00 - Permalink

              Respekt vor anderen Genussvorlieben habe ich natürlich auch … sogar wenn es sich um Agrar-Ethanol in einer Dihydrogenmonoxidlösung handelt ;-)

            • Frank Benedikt schrieb am 10. Dezember 2012 um 09:42 - Permalink

              Agrar-Ethanol in einer Dihydrogenmonoxidlösung

              Danke, daß Du mir den Wodka so schmackhaft machst ;-) Der Büffelgras wäre immer noch meiner, wenn er nur nicht so sündhaft teuer wäre. Das liegt aber in der Familie und wenn Du mein Cousinchen mal gelesen haben solltest, weißt Du, daß wir alle “das Wässerchen” bevorzugen :-)

            • Spiegelfechter schrieb am 10. Dezember 2012 um 11:56 - Permalink

              Der Büffelgras wäre immer noch meiner, wenn er nur nicht so sündhaft teuer wäre.

              Du meinst das verdünnte Agrarethanol mit polnischen Namen, das am Niederrhein produziert wird und dem nach seiner Filtration mit Aktivkohle 1,2-Benzopyron und ein Deko-Grashalm hinzugefügt wird? ;-)

              Warum das so teuer ist, wissen wohl auch nur die Marketing-Fachleute. Gegen dieses Chemieprodukt ist ja jeder Blend vom Aldi echt “bio” *duckweg*

            • Mod schrieb am 10. Dezember 2012 um 12:28 - Permalink

              Der reinste Chemie Blog hier. Wurde das Reinheitsgebot von Bier und Korn wegen Globalisierung alternativlos gestrichen?

              Gegen Altersarmut hilft die SPD mit ihrem BT Wahlkampf 2013 die Grünen sind dagegen nicht mit der SPD zufrieden und von den Linken hört man gar nix und Mutti ist sowieso die Beste, der Griff zur Flasche praktisch Vorprogrammiert?

              Fast vergessen, der Vorschlag von ex Superminister Clement ist die Rente mit 69 und wird durch die »Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft« deren Chef er ist, ins Rennen geschickt!

              Ob Rente mit 69 bei den Bürgern ankommt bleibt abzuwarten, evt. zählt das nur für Frauen und die Herren der Schröpfung gehen dann mit 75 in den verdienten Ruhestand?

            • Spiegelfechter schrieb am 10. Dezember 2012 um 12:35 - Permalink

              @Mod

              Hier geht es ja nicht um natürliche Getränke wie Bier oder Whisky. Zu Franks Lieblingsgetränk sagt die Lebensmittelverordnung:

              “Wodka ist eine Spirituose, die aus Ethylalkohol landwirtschaftlichen Ursprungs entweder durch Rektifikation oder durch Filtrieren über Aktivkohle – gegebenenfalls mit anschließender einfacher Destillation – oder eine gleichwertige Behandlung gewonnen wird, welche die organoleptischen Merkmale der verwendeten Ausgangsstoffe selektiv abschwächt, Art. 1 Abs. 4 lit. q) VO 1576/89. Durch Zusatz von Aromastoffen können dem Erzeugnis besondere organoleptische Eigenschaften, insbesondere ein weicher Geschmack, verliehen werden.”

              Das ist kein Reinheitsgebot, sondern ein Freibrief für Lebensmittelchemiker *g*

            • Mod schrieb am 10. Dezember 2012 um 12:46 - Permalink

              Das hört sich an als wäre es ein breites Spektrum für die möglichen Zutaten bei einem Wodka, ist der Grashalm wenigstens Gesund?

              Erst bescherte uns die SPD viel Pestizide im Gemüse und dann so etwas, unglaublich!

            • Spiegelfechter schrieb am 10. Dezember 2012 um 13:05 - Permalink

              Der “Grashalm” ist heute nur Deko. Vor der Erschließung des Massenmarkts aromatisierte man das Destillat tatsächlich noch mit Mariengras, das man in einem Bottich ziehen ließ. Heute ist das natürlich zu teuer und vor allem zu riskant. Der wichtigste Aromastoff dieses Grases ist das Cumarin, das im Verdacht steht, krebserregend zu sein und eigentlich in Lebensmitteln auch nichts zu suchen hat. Heute setzt man in der industriellen Massenfertigung dem verdünnten Agrarethanol nur so viel Cumarin (1,2-Benzopyron) zu, dass man den EU-Grenzwert unterschreitet. In den USA ist Cumarin verboten und der “Büffelgraswodka” darf dort auch nicht eingeführt oder vertrieben werden. Dafür gibt es dort ein gänzlich künstliches Substitut für den Aromastoff Cumarin. Aus “Büffelgras” ist der heutige Wodka aber ohnehin nicht. Das Cumarin wird m.W. industriell aus der mexikanischen Tonkabohne gewonnen, so dass der Aromastoff als “natürlich” und nicht als “naturidentisch” durchgeht.

              Nur gut, dass ich mich als Whisky-Liebhaber nicht mit Chemie rumschlagen muss ;-)

            • Frank Benedikt schrieb am 10. Dezember 2012 um 14:12 - Permalink

              Ich steig jetzt auf Mineralwasser um – das habt Ihr nun davon :-D

      • Lutz Hausstein schrieb am 7. Dezember 2012 um 13:12 - Permalink

        Geile Schreibtischlampe.

        Bitte bei solchen zusammengesetzten Worten zukünftig beide Substantive trennen. Ansonsten könnte dies auch sinnentstellt falsch gelesen und interpretiert werden. ;-)

        • Hapelo schrieb am 7. Dezember 2012 um 17:36 - Permalink

          Bei Schreibtischlampe ist der Interpretationsspielraum nicht annähernd so gewaltig, wie bei Duschlampe. ;-)

          • Lutz Hausstein schrieb am 7. Dezember 2012 um 18:24 - Permalink

            :-)

            Auch nicht schlecht …

            • Frank Benedikt schrieb am 9. Dezember 2012 um 15:46 - Permalink

              Den Spaß haben wir seit Jahren im Telepolis-Forum … ;-)

    9. Mir schrieb am 7. Dezember 2012 um 13:01 - Permalink

      Recht schwach, sorry.
      Die Industrieproduktion ging und geht in den entwickelten Ländern nuneinmal seit Jahrzehnten zurück (will heißen, sie ist nicht nur nicht “mit gewachsen”, sondern tatsächlich geschrumpft), das Handelsvolumen mit China und anderen Ländern mit niedrigen Lohnkosten steigt, die Handelsbilanzen sind negativ, wenn man nur die Industrieproduktion nimmt sieht´s scheußlich aus.

      Nicht nur KIK fertigt da, auch Markenhersteller mit sehr niedrigem Lohnkostenanteil bei der Produktion tun dies. Im Cast tust du so als wäre es nichts, wenn sich bei einem Lohnkostenanteil im XY% Bereich dieser mal eben verdoppelt, Unternehmen entscheiden jedoch im 0.XX% Bereich.
      Das entschärft sich auch keineswegs, Forschung und Entwicklung ziehen hinterher, in dem Maße in dem dort entsprechend qualifizierte Arbeitskräfte zur Verfügung stehen.
      Der deutsche Export ist eine Ausnahme, begründet in guter Facharbeiter Ausbildung (bei Vergleichsweise geringer Bezahlung selbiger btw.) in Verbindung mit spezialisierten Produkten. Dass der Lohn in der Exportindustrie hoch ist, ist übrigens auch ein Mythos, es wurden lediglich fast alle nicht-Facharbeiter und damit weniger gut bezahlten Tätigkeiten ausgelagert.
      Das können nicht einfach alle entwickelten Länder so machen, die Nachfrage ist begrenzt.

      Die Realität beißt sich leider mit der weit verbreiteten intellektuellen Feigheit der deutschen Mainstream Linken, die dazu neigen so zu tun als müsste man bloß mal eben richtig wählen und per Dekret alle Löhne und Sozialleistungen erhöhen, dass auf der anderen Seite des politischen Spektrums auch nur herum dilettiert wird und die “Mitte” Frosch im Wasserglas spielt macht es auch nicht besser.
      In Deutschland ginge das vielleicht sogar, ein wenig jedenfalls. Das schleichende ökonomische absinken der Bevölkerungsmehrheit in sämtlichen entwickelten Ländern hat tiefere Gründe und die liegen einerseits in der Kombination Marktwitschaft/Globalisierung und andererseits in der Endlichkeit von natürlichen Ressourcen begründet.
      Im Wiewunderland in dem man einfach ein paar Reichen mehr Geld wegnehmen kann, dass sie eh nicht brauchen, damit alle alle anderen mehr Wohlstand haben leben wir nicht.
      Da kann man national hier und da ein wenig was machen, aber das ist keine Lösung für irgendetwas.

      • Andreas schrieb am 7. Dezember 2012 um 14:21 - Permalink

        Und was ist mit der genannten Nachrageseite? Wir müssen deiner Meinung nach nur billig genug pruduzieren, dann haben wir hier Vollbeschäftigung, oder wie? Und wer’s kauft ist egal?

        Die Realität ist: Wir produzieren Jahr für Jahr Milliarden Überschüsse! Das heißt, andere Volkswirtschaften kaufen schon mehr von uns, als wir von denen! Wir arbeiten hier Jahr für Jahr teilweise völlig umsonst, weil wir den Gürtel zu eng (!) schnallen und unsere Forderungen irgendwann abgeschrieben werden.

        • MickFfm schrieb am 7. Dezember 2012 um 15:49 - Permalink

          Darauf antworte ich mit Zahlen und bleibe bei der Automobilindustrie. D produzierte 2000 5,5 Mio. Autos, 2011 6,3 Mio. Ein plus von 800 000. Frankreich 3,3 zu 2,2, also minus 1,1 Mio. Italien 1,7 Mio zu 800 000, minus 900.000.

          Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Wirtschaftszahlen_zum_Automobil#Nach_L.C3.A4ndern

          Den Italienern und Franzosen sind seit der Euroeinführung ihre eigenen Autos zu teuer geworden, bzw. nicht qualitativ gut genug. Sie kaufen lieber in D, Japan oder wo auch immer.

          Dieses Kaufverhalten der deutschen Industrie vorzuhalten, halte ich für aberwitzig. Deshalb ist der gesamte Ansatz, die Gleichgewichte in der Eurozone über eine Erhöhung der deutschen Stückkosten hinzudeichseln, betriebs- und volkswirtschaftlicher Wahnsinn.

          Als ich als kleiner Junge das erste Mal in Italien war, hat man alle 14 Min. mal ein deutsches Auto gesehen. Heute sieht man alle 5 Min. mal ein italienisches. Da ist D dran schuld?

          Und noch mal. Gerade in der Exportindustrie, sei es Auto, Pharma, Maschinenbau etc., wird recht gutes Geld bezahlt. Diese Industrien für die uferlose Lohnpolitik (man schaue sich mal die Steigerungszahlen an) in anderen Euroländern zu bestrafen, leuchtet mir nicht ein. Die Probleme in D liegen im Dienstleistungsbereich und das hat nichts mit Export zu tun.

          • Andreas schrieb am 7. Dezember 2012 um 16:11 - Permalink

            Dieses Kaufverhalten der deutschen Industrie vorzuhalten, halte ich für aberwitzig. Deshalb ist der gesamte Ansatz, die Gleichgewichte in der Eurozone über eine Erhöhung der deutschen Stückkosten hinzudeichseln, betriebs- und volkswirtschaftlicher Wahnsinn.

            Die Südländer haben über ihre Verhältnisse gelebt, dass ist richtig.

            Wenn du im Supermarkt 2 gleiche Joghurt zur Auswahl hast, die nur anders heißen und einer ist billiger, welchen kaufst du?

            Soweit dürfte es klar sein. Genau wie ein Unternehmen kann eine ganze Volkswirtschaft ihre Produkte zu billig anbieten, das macht Deutschland. (Reallöhne sind 20 % unter Produktivität) Die anderen können aber nicht abwerten. Die bekamen billiges Geld und hatten die Möglichkeit billig gute, hochwertige Produkte zu kaufen. Hätten die lieber investieren sollen, oder den Kredit verkonsumieren? Ist eine ernste Frage, denn wenn man selbst ein Produkt auf den Markt werfen soll, auf dem die hochwertigen deutschen Produkte so schön billig sind, wird man keinen Erfolg haben. Deswegen haben die den Kredit auch verkonsumiert, das ist pure Logik! Aber wir haben uns auf dem Markt vorgedrängelt, haben die in die Verschuldung gedrängt!

            Der Joghurthersteller, der z.B. Löhne drücken kann, in dem Beispiel oben, kann auch den anderen vom Markt drängen. Das Problem beim Euroraum ist aber, dass die Südländer ihre Schulden nur zahlen können, wenn sie uns Waren verkaufen! Das unterbinden wir aber durch unser Lohndumping!

            • MickFfm schrieb am 7. Dezember 2012 um 16:41 - Permalink

              Wenn du im Supermarkt 2 gleiche Joghurt zur Auswahl hast, die nur anders heißen und einer ist billiger, welchen kaufst du?

              Zuerst das leckerste, dann das gesündere und dann das aus heimischer Produktion. Eben weil es mir selbst zu Gute kommt, wenn die Kohle hierbleibt. Und glaube nicht, ich sei Anti-Europäer. Nee, ich will das Chaos nur nicht finanzieren. :-)

              Der Joghurthersteller, der z.B. Löhne drücken kann, in dem Beispiel oben, kann auch den anderen vom Markt drängen. Das Problem beim Euroraum ist aber, dass die Südländer ihre Schulden nur zahlen können, wenn sie uns Waren verkaufen! Das unterbinden wir aber durch unser Lohndumping!

              Ihr seid auf dem völlig falschen Dampfer! Unter diesem Link
              http://de.statista.com/statistik/daten/studie/183571/umfrage/bruttomonatsverdienst-in-der-eu/
              findest du die Durchschnittsgehälter in den einzelnen EU – Staaten. Die sind von 2008, aber erst letztes Jahr veröffentlicht. Anscheinend gibt es nichts neueres. Man sieht, dass Dänemark und der Beamten- und Finanzstaat Lux vor uns liegen. Mit NL und UK liegen wir auf einem Level, dann folgt der Rest teils mit großem Abstand.

              Bei den Zahlen muss man wissen, dass sie auf dem Durchschnitt basieren. Dies bedeutet, dass der typische Arbeiter oder Angestellte in den Exportunternehmen nicht mit 3.100 Euro nach Hause gehen muss, er verdient wesentlich mehr. Hier sind auch die 1.100 Euro der Friseurin oder die 1.500 Euro der Altenpflegerin drin und das drückt.

              Wir sehen also, dass man in D 25% mehr verdient als in Italien. Ist das Lohndumping? Oder geht es uns nicht noch recht gut, weil der deutsche Supermarkt billiger ist, als der italienische? Nun habe ich gerade nachgeguckt: Die Italiener verkaufen einen Lancia Thema (kleinstes Modell) mit 190 PS für 41.400 Euro. Der alternative A6 (nur 180 PS) kostet 36.500 Euro. Ich bin jetzt nicht die Ausstattungen durchgegangen, aber es spricht doch Bände. Warum kann Audi das und Lancia nicht? Es kann doch nicht an den Lohnkosten liegen, das zeigt der Link. Weil der Fiatkonzern also seine Autoproduktion nicht in den Griff bekommt, soll man die deutsche Industrie der Gefahr aussetzen international (und das ist nicht nur die Eurozone) weniger konkurrenzfähig zu sein? Mir erschliesst sich das nicht, absolut nicht!

            • Lutz Hausstein schrieb am 7. Dezember 2012 um 17:19 - Permalink

              Bei den Zahlen muss man wissen, dass sie auf dem Durchschnitt basieren. Dies bedeutet, dass der typische Arbeiter oder Angestellte in den Exportunternehmen nicht mit 3.100 Euro nach Hause gehen muss, er verdient wesentlich mehr. Hier sind auch die 1.100 Euro der Friseurin oder die 1.500 Euro der Altenpflegerin drin und das drückt.

              Das ist richtig und irgendwie auch nicht richtig.

              Die Arbeiter der Automobilhersteller in Deutschland verdienen nicht so schlecht. Aber eben nicht unbedingt alle.

              Alle großen Auto-Hersteller in D beschäftigen in erheblichen Ausmaße Leiharbeiter. Je nach Standort und Hersteller liegt der Anteil bei einem Viertel bis einem Drittel der Mitarbeiter. Als Begründung dafür wird die notwendige Flexibilität bei der Herstellung angeführt.

              Wenn dies wirklich so wäre, warum verdienen dann die Leiharbeiter teils über 50 Prozent weniger als festangestellte Mitarbeiter? Und andere “nur” ein Drittel weniger?

              Das ist nämlich gar keine Frage der Flexibilität, sondern der Kostensenkung. Welche sich am Ende in den Konzernbilanzen niederschlägt.

              Vorschlag: Automobil-Hersteller dürfen aus Flexibilitätsgründen Leiharbeiter anstellen. Diese werden mit 10-20 Prozent über der Entlohnung des Stammpersonals beschäftigt. Das honoriert einerseits die höheren Anforderungen der Leiharbeiter, da sich diese mit permanent ändernden Arbeitsinhalten, Arbeitskollektiven und weiteren Begleitumständen auseinanderzusetzen haben. Das macht die Arbeit für Leiharbeiter natürlich schwieriger als für das Stammpersonal, welches i.d.R. über einen längeren Zeitraum dieselbe Aufgabe unter gleichbleibenden Umständen zu bewältigen hat.

              Gleichzeitig sind die höheren Kosten ein Anreiz für die Unternehmen, Leiharbeiter nur einzusetzen, wenn dies betriebsbedingt nicht zu umgehen ist. Der Einsatz aus Kostensenkungsgründen wird damit obsolet.

              Das löst zwar keineswegs alle Probleme, aber es ist ein Stein auf dem Weg dahin.

            • MickFfm schrieb am 7. Dezember 2012 um 17:36 - Permalink

              @Lutz Hausstein

              Es ist irre, welche Behauptungen hier aufgestellt werden.

              Zunächst liegt die Leiharbeiterquote bei VW zwischen 7 und 8 % und nicht bei 30%. Des weiteren wurden viele in feste Arbeitsverhältnisse übernommen.

              Und dann hat der Konzern auch noch eingesehen, dass das mit den niedrigeren Löhnen bei Leiharbeitern (allerdings waren die nicht 50% niedriger) nicht in Ordnung ist und mit der IG Metall vereinbart, denen künftig genau so viel zu zahlen.

              Quelle: http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/gleichbehandlung-vw-bezahlt-leiharbeiter-genauso-gut-wie-stammpersonal/7463860.html

            • Lutz Hausstein schrieb am 7. Dezember 2012 um 18:21 - Permalink

              Es ist irre, welche Behauptungen hier aufgestellt werden.

              Zunächst liegt die Leiharbeiterquote bei VW zwischen 7 und 8 % und nicht bei 30%.

              Ich weiß.

              Und wie ist das gleich bei BMW, Porsche und “beim Daimler”?

              Ist schon irre. Stimmt. :-)

              Und dann hat der Konzern auch noch eingesehen, dass das mit den niedrigeren Löhnen bei Leiharbeitern (allerdings waren die nicht 50% niedriger) …

              So ist das halt. Und bei einem anderen Hersteller gibt es Löhne für Leiharbeiter, die betragen weniger als 50 Prozent der Stammbelegschaft.

              Ein Le(e)hrstück in Sachen Beschäftigungswunder

            • Karla schrieb am 7. Dezember 2012 um 18:43 - Permalink

              @MickFfm

              Es ist irre, welche Behauptungen hier aufgestellt werden.

              Zunächst liegt die Leiharbeiterquote bei VW zwischen 7 und 8 % und nicht bei 30%. Des weiteren wurden viele in feste Arbeitsverhältnisse übernommen.

              Ist stimmt schon, was Lutz Hausstein geschrieben hatte, nämlich dass die deutschen Autohersteller je nach Standort bis zu einem Drittel Leiharbeiter beschäftigen. Im BMW-Werk Leipzig waren anfang des Jahres 2.700 bis 2.800 Leute in der Stammbelegschaft angestellt, dazu kamen 1.100 bis 1.200 Leiharbeiter. Der Knüller kommt aber erst noch, das sind nämlich die ca. 2.200 Beschäftigten, die über Werksverträge dort arbeiten. (Quelle: http://www.fr-online.de/arbeit—soziales/leiharbeit-bei-bmw–mund-halten-und-weiter-arbeiten-,1473632,13863548.html) Bezieht man die Werksverträge auch mit ein, ist von den etwa 6000 Beschäftigten sogar mehr als die Hälfte irregulär bei BMW beschäftigt.

              Was ich damit sagen will: während hier und anderswo noch munter darüber debattiert wird, ob Leiharbeit von übel oder doch nicht so schlimm ist, ist der Zug längst in Richtung Werksverträge abgefahren, wo wahrscheinlich überhaupt keiner mehr einen Überblick hat, was da eigentlich abgeht. Und die Vorreiter sind – zurück zum Thema – die “Großen”, und das sind nun mal in Deutschland in starkem Maße exportorientierte Unternehmen.

            • Andreas schrieb am 8. Dezember 2012 um 14:50 - Permalink

              Mir erschliesst sich das nicht, absolut nicht!

              @MickFfm: Du willst es nicht verstehen! Bei den Zulieferern sind in manchen Betrieben die Hälfte Leiharbeiter, Stundenlöhne von 6 – 7 Euro sind normal. Die Deutschen könnten mehr eigene Autos kaufen, hätten sie mehr Geld in der Tasche.

              Was wäre mit der DM? Die würde aufwerten! Was würdest du denn machen, wenn wir die DM hätten und du müßtest entscheiden!? Lass mich raten: Du würdest die überhöhten deutschen Löhne senken, richtig? – Das genaue Gegenteil wäre richtig!

              Nochmal: Wir haben Jahr für Jahr Überschüsse – die anderen haben nichts zum Gegenzahlen für unsere Produkte! Mit höheren Löhnen hier würden wir zwar weniger exportieren, könnten aber mehr eigene Produkte kaufen und hätten mehr Wachstum.

              Auch verstehe ich nicht, warum du dich beschwerst, wenn im Süden so viele deutsche Autos fahren, denn weiter oben erklärst du, wir dürfen Löhne nicht steigern, also uns blos selbst keine Autos verkaufen, sonst wären wir Pleite!? Tja, wie nun?

          • Andreas schrieb am 8. Dezember 2012 um 21:40 - Permalink

            Lies bitte hier:

            http://www.wirtschaftundgesellschaft.de/?p=1248

            Da wird eigentlich alles erklärt.

            • MickFfm schrieb am 10. Dezember 2012 um 10:13 - Permalink

              Nicht wirklich. Hier wird aus der einen Brille argumentiert, die Löhne in D müssen steigen, damit die Südländer wettbewerbsfähiger werden. Die andere Brille von Prof. (Un)Sinn sagt, die Löhne in den Südländern müssen runter.

              Wer hier recht hat, kann man natürlich auswürfeln. Was sich mir nicht erschliesst ist, warum sich die stärkste und produktivste Volkswirtschaft, den unproduktiven angleichen soll. Die Südländer haben sich mit deutschem Kapital in den vergangenen 10 Jahren durch extreme Lohnabschlüsse ihrer Wettbewerbsvorteile beraubt. Nun soll D den gleichen Unfug machen? Aus Solidarität….

              Nochmals: Ich habe nichts gegen deutliche Lohnzuwächse in Niedriglohnsektoren. Ich habe aber auch gezeigt, dass in D noch immer deutlich besser verdient wird als im Süden. Das kann man auch nicht wegdiskutieren. Wenn man allerdings denkt, dass man durch die (notwendige) Stärkung des Binnenmarktes morgen auf die Exportindustrie verzichten kann, der täuscht sich.

              Ich denke, dass hier kaum einer mal ein exportstarkes Unternehmen des Maschinenbaus oder der Chemieindustrie von innen gesehen hat. In der Sache wird viel zu theoretisch argumentiert und ist in der Praxis ohne deutliche Einbussen der deutschen Wirtschaftskraft kaum umsetzbar.

            • Lutz Hausstein schrieb am 10. Dezember 2012 um 16:03 - Permalink

              [...] Hier wird aus der einen Brille argumentiert, die Löhne in D müssen steigen, damit die Südländer wettbewerbsfähiger werden. Die andere Brille von Prof. (Un)Sinn sagt, die Löhne in den Südländern müssen runter.

              Wer hier recht hat, kann man natürlich auswürfeln. Was sich mir nicht erschliesst ist, warum sich die stärkste und produktivste Volkswirtschaft, den unproduktiven angleichen soll. [...]

              Nein, man muss nicht würfeln. Man muss das zugrunde liegende Prinzip verstehen und daraufhin dementsprechend handeln.

              Im Mannschaftszeitfahren der Radrennfahrer ist es ja auch gang und gäbe, dass die Mannschaft geschlossen über die Ziellinie fährt. Zumindest drei der vier gestarteten, denn es wird die Zeit des dritten Fahrers als Mannschaftszeit gewertet.

              Kann man nun aber dem langsamsten des Teams zurufen, dass dieser das Tempo des schnellsten fahren muss? Nein, denn er gibt ja schon sein bestes. Man kann ihn zwar solidarisch als Mannschaft unterstützen, indem man ihn von der (kraftraubenden) Führungsarbeit ausnimmt. Aber sein Tempo bestimmt das Tempo der ganzen Mannschaft.

              Er kann nicht so schnell fahren wir der schnellste Fahrer der Mannschaft. Sonst wäre dieser ja auch nicht der Schnellste. Der schnellste kann aber so “langsam” fahren wie der langsamste.

              Das ist angewandte Logik.

            • Andreas schrieb am 10. Dezember 2012 um 16:30 - Permalink

              @MickFfm:

              Nochmals: Ich habe nichts gegen deutliche Lohnzuwächse in Niedriglohnsektoren. Ich habe aber auch gezeigt, dass in D noch immer deutlich besser verdient wird als im Süden. Das kann man auch nicht wegdiskutieren.

              Wir haben die niedrigsten Lohnstückkosten. Das kannst du nicht wegdiskutieren.

              Wenn du willst, dass die anderen ihre Schulden bei uns bezahlen,müssen die uns mehr Waren verkaufen! Da wir sie aber niederkonkurrieren, geht das eben nicht, die anderen müßten ihre Löhne soweit drücken, dass ihre Lohnstückkosten unter denen Deutschland’s liegen. Bei dem Versuch geht deren Binnenwirtschaft kaputt, so einfach ist das.

        • Mir schrieb am 9. Dezember 2012 um 18:16 - Permalink

          Wüsste jetzt nicht, was dass mit dem Inhalt meines Posts zu tun hätte, antworte dann mal ohne Kontext.
          Immer billiger produzieren, ja. Müssen alle anderen auch, haben wir uns so eingerichtet. Gut ist das nicht, tragfähig auch nicht.
          Kann man daran irgendwas nennenswert verändern, indem man in Deutschland mehr von oben nach unten verteilt ? Nein.
          Überschüsse sind doch toll, zeigt an, dass andere gerade noch mehr verlieren als wir, womit wir im jetzigen System quasi gewonnen haben ;)

          • Andreas schrieb am 10. Dezember 2012 um 16:25 - Permalink

            Überschüsse sind Verluste und keine Gewinne für Volkswirtschaften. Die Menschen haben zum Teil für umsonst gearbeitet. Es sei denn, man importiert irgendwann wieder mehr. Da wäre übrigens jetzt der richtige Zeitpunkt dafür, wo wir den anderen ja sagen: “Zahlt euere Schulden zurück.”!

            Deine Einstellung ist typisch für die Menschen hierzulande, obwohl ihr nicht mal simpelste Logik versteht. Traurig

            • Mordred schrieb am 11. Dezember 2012 um 10:19 - Permalink

              Deine Einstellung ist typisch für die Menschen hierzulande, weil ihr nicht mal simpelste Logik versteht. Traurig

            • Mir schrieb am 11. Dezember 2012 um 11:56 - Permalink

              Wir haben keine geschlossene Volkswirtschaft mit eigener Währung und ein bisschen Im und Export hier und da, in der ein solcher Zusammenhang logisch wäre.
              Wenn man daran etwas ändern will, muss man eine solche erst einmal wieder herstellen.
              Ich verstehe deine simpel Logik durchaus, leider darüber hinaus noch etwas mehr. Ein paar Böse haben sich zu viel Geld genommen ! Lösung: Wieder wegnehmen ! Muss hübsch sein in simpel Logik Land ;)

    10. Dexter schrieb am 7. Dezember 2012 um 16:22 - Permalink

      Sehr schön. Das hat mir gut gefallen. Bist wirklich eine coole Type :)

    11. COPOKA schrieb am 7. Dezember 2012 um 17:01 - Permalink

      @Erklärbär & @Mod

      Hmm, ich kann zwar die beiden Podcast-Videos mit entsp. Add-On in allen Qualitätsstufen herunterladen und angucken, aber auf der Seite sehe ich nur Reproduktionen von berühmten Malewitschbild ;)
      Davor war das 1. Podcast-Video auf der Seite problemlos anzugucken.
      D.h. irgendwas ist da verschlimmbessert worden.

      Möglicherweise liegt’s auch an letztem FF-Update.

      Ach ja, die Einblendungen sind zwar voll ok, nur war besonders die letzte viel zu kurz.

      • COPOKA schrieb am 7. Dezember 2012 um 17:09 - Permalink

        Oops, nach Neustart geht’s wieder.
        Sorry.

      • Spiegelfechter schrieb am 7. Dezember 2012 um 17:12 - Permalink

        Reproduktionen von berühmten Malewitschbild ;)

        Wo die wohl herkommen? ;-)

        Aber gut, dass es nun alles funktioniert.

        Ach ja, die Einblendungen sind zwar voll ok, nur war besonders die letzte viel zu kurz.

        OK, ich merk es mir – nächstes mal blende ich länger ein.

    12. Arbo schrieb am 7. Dezember 2012 um 17:39 - Permalink

      Auch, wenn ich mich etwas unbeliebt mache: Ich empfinde den Beitrag eher als Flucht ins andere Extrem. Mir selbst hat er nicht viel Neues gebracht und deshalb war der Fokus auf ein Thema eher langweilig. Das kann auch passieren, wenn die Fragen immer mal wieder auf das gleiche Thema zusteuern. Im Moment mag das noch keine Rolle spielen, aber ich denke, mittel- bis langfristig könnte sich das bemerkbar machen.

      Mein Vorschlag wäre daher, mindestens zwei Themen herauszugreifen, die unterschiedlich sind. Und bei Bedarf halt den Podcast länger zu machen (ggf. Specials zu bestimmten Themen). Ich meine, klar, es soll nicht oberflächlich wirken; aber das andere Extrem, nur ein Thema zu bearbeiten, scheint mir aus obigen Gründen auch keine wirkliche Option. Ein Mittelweg müsste doch möglich sein, oder nicht?

      Übrigens: Es ist OK, wenn aus den Fragen ein bestimmter Kontext oder eine konkrete Fragestellung herausgearbeitet wird. Verwirrend wirkte am aktuellen Beitrag allerdings die Einleitung – der Hinweis des “Experten” Schmidt zur Lohnpolitik in Griechenland währe angesichts des Themenfokus m. E. entbehrlich gewesen, zumal er evtl. falsche Erwartungen an den Beitrag weckt.

      Zum Thema: Offen gestanden mag ich die Unterscheidung in BWL und VWL überhaupt nicht, weil die implizit einen Blickwinkel legitimiert, der gesellschaftlich fragwürdig ist. Denn darf der BWLer ein “Schwein” sein, weil er sich auf die BWL-Sicht beruft und mit der er einfach die VWL- und sozialen Schäden ausblendet? Mal abgesehen davon gibt es ja auch Wechselwirkungen, gerade und vor allem, wenn wir über Unternehmen sprechen, die sich mal “so einfach” entscheiden können, ihren Produktionssitz zu verlegen: Das sind ja keine rein betriebswirtschaftlichen Entscheidungen mehr. Ich denke, darauf sollte mensch ab und an hinweisen.

      Dem Thema hätte es auch gut getan, zumindest zu erwähnen, dass es durchaus Personalintensive Branchen gibt, die aber ihre Produktion nicht so einfach auslagern können: Ich denke da vor allem an die Dienstleistungen. In dem Bereich spielt natürlich die “Verlagerung” der Arbeitsplätze keine Rolle – sie wären insofern kein Thema; wenn aber die Grafik mit den Lohnkosten angeführt wird (auf die ein Vorredner bereits hinwies), wäre ein entsprechend erhellender Exkurs/ Einschub durchaus angebracht gewesen.

      Noch ein kleiner Einschub: Im letzten Teil des Podcasts wird darauf hingewiesen, dass es bei den Chinesen keine großen Diskussionen um hohe Lohnforderungen gibt. Wenn die Lohnkosten bei den entsprechenden Produkten wirklich einen so niedrigen Anteil ausmachen, wäre genau das womöglich auch die Erklärung dafür. Dann stellt sich allerdings die Frage, wann solche zweistelligen Lohnforderungen für nicht mehr “realisierbar” gehalten werden. Im Grunde spielt doch dort auch das Wachstumspotenzial eine Rolle, oder nicht? Ich wage zu bezweifeln, dass sich das – wie implizit angedeutet – so auf Deutschland übertragen lässt. Wir stehen hier m. E. vor anderen Verteilungsproblemen bzw. vor anderen Rahmenbedingungen, die womöglich ganz andere Verteilungsmechanismen erfordern.

    13. Cholerix schrieb am 7. Dezember 2012 um 18:20 - Permalink

      @MickFfm (oben kommentieren geht leider nicht)

      Die Italiener verkaufen einen Lancia Thema (kleinstes Modell) mit 190 PS für 41.400 Euro. Der alternative A6 (nur 180 PS) kostet 36.500 Euro.

      Das war ein Schuß ins Knie, oder? Da würden 5% Lohnsteigerung mal gerade 1095€ ausmachen und der Audi wäre immernoch billiger.

      OK, das ist nur die halbe Wahrheit. Ohne mich weiter informiert zu haben , dürfte der Thema aufgrund seiner Abmessungen (5,06m) eher ein (untauglicher) Versuch sein, in der Klasse von A8, 7er oder S-Klasse mitzuspielen. Da darf man für 40TE mal das Leder streicheln und 190PS hat die Klimaanlage ;)

      Im Vergleich Fiat Bravo / VW Golf ist die italienische Gehhilfe jedenfalls billiger…

      Der Rest ist und bleibt Glaubensfrage.

      Ich gehe ganz fest davon aus, daß jede Lohnsenkung in Südeuropa der dt. Exportindustrie Einbußen beschert, die sich dann in weiteren Senkungen bei uns niederschlagen werden. Dann müssen wieder die Anderen, usw. Das Spiel spielen wir ohne Erfolg seit 30 Jahren.

      Und was die Exporte nach Nicht-Europa anbelangt, da sollten wir mal nicht außer Acht lassen, daß die großen Autohersteller auf allen Kontinenten ihre Werke stehen haben, schon jetzt direkt vor Ort produzieren und daß es da noch die Sache mit den Wechselkursen gibt. Das, was der Euro verloren hat, gleicht 5% Lohnzuwachs leicht aus. Und sobald hier einer das Wort Lohnerhöhung träumt, rauscht der nochmal 5 Cent runter…

      Komischerweise wird dann sofort mit den Importpreisen von Rohstoffen argumentiert, deren Anteil an den Gesamtkosten dann plötzlich auch bei 75% liegt ;)

    14. Irma Walter schrieb am 7. Dezember 2012 um 19:33 - Permalink

      Lieber Spiegelfechter,
      Bitte, bitte bei jedem Blogeintrag ein Bild und ein Textsnippet obendran. Das wird dann gezeigt, wenn man auf Google+ teilt. Sonst sieht das etwas leer aus.
      Danke!

    15. Brunst schrieb am 7. Dezember 2012 um 20:18 - Permalink

      Ich will die Computerstimme wieder haben!

    16. Cheops schrieb am 7. Dezember 2012 um 20:35 - Permalink

      Gut so. Applaus. :)

    17. der Herr Karl schrieb am 8. Dezember 2012 um 14:07 - Permalink

      Diese Werke eines begeisterten Spiegelfechterlesers und FW-Kommentators möchte ich euch nicht vorenthalten:
      Werk A:
      http://666kb.com/i/c9n66zyas62nw8c4l.jpg

      Werk B:
      http://666kb.com/i/c9g9iauy96ifpee91.jpg

    18. Heldentasse schrieb am 8. Dezember 2012 um 20:14 - Permalink

      @Spiegelfechter

      Du kommst m.E. sehr sympathisch rüber, abgelenkt wird der vermeintliche Whisk(e)y- Kenner allerdings von dem potentiell sehr gutem “Stoff” im rechten Hintergrund. ;)

      Was mir persönlich, als Stammleser der NDS, bei der volkswirtschaftlichen Betrachtung zu kurz, bzw. gar nicht angesprochen wurde, ist zum einen die Problematik mit den nicht ausgeglichen Handelsbilanzen der starken Wirtschaftsnationen, die immer nur Exportüberschüsse erwirtschaften. Hier kann Lohndumping (bei uns in Teutschland heißt das vornehm “Lohnzurückhaltung”) als sehr schädlich betrachtet werden, weil es diese Überschüsse noch weiter erhöht mit der Folge von langfristigen Destabilisierungen auf allen Ebenen der Wirtschaft und auch Gesellschaft.

      Des weiteren müsste dabei m.E. eine seriöse volkswirtschaftliche Betrachtung auch die versteckten, aber exorbitant hohen Kosten durch Umweltschäden einkalkulieren. Wobei es augenscheinlich immer so ist, dass die die Menschen direkt ausbeuten auch vor einem Raubbau an der Natur nicht zurückschrecken, es scheint die Kehrseite dieses Systems zu sein.

      Gruß

      • brandubh schrieb am 8. Dezember 2012 um 21:11 - Permalink

        “m globalen Wettbewerb wird immer der gewinnen, der die geringsten Löhne und Sozialleistungen zahlt, die wenigsten Steuern abführt bzw. am billigsten produzieren kann. Volkswirtschaften, die an solchen sozialen Zuständen nicht interessiert sind, müssen sich gegen diese Produkte schützen. So einfach ist das…”

        Solange man nur betriebswirtschaftlich denkt, mag das ja stimmen.
        Hat Jens ja auch erklärt, wie sich die Dinge wirklich verhalten.

        Aber so ist das nun mal: wenn sich etwas im Hirn verfestigt, dann können auch die plausibelsten Argumente dagegen, nichts am falschen Denken ändern.

    19. Danyel Grenzer schrieb am 8. Dezember 2012 um 20:23 - Permalink

      Ich finde die Argumentation leider etwas verlogen, da die Deindustralisierung der europäischen, aber auch deutschen Wirtschaft ja schon recht weit fortgeschritten ist, woran natürlich die Löhne schuld sind. Die Unternehmen ziehen ja nicht nach China, wegen der frischen Luft, der dollen Infrastruktur und auch Fachkräfte sind sicherlich nicht der Grund.

      Und wenn ich im Hintergrund schon einen Acer-Monitor sehe, der die billigsten Monitore anbietet, aber dafür auch sicherlich nur Mindestlöhne zahlt und bei der Qualität schlampt, dann scheint Herr Berger wohl auch gerne mal ein paar Euros zu sparen. Ich und viele andere natürlich auch. Aus eigener Erfahrung im Fall Acer kann ich sagen, an der falschen Stelle. Da fallen zu gerne mal die Netzteile aus;-)

      Das Wettbewerbsproblem der Süd-Peripherie im globalen Wettbewerb lässt sich nicht verleugnen und zu niedrige Löhne in Deutschland sind nicht daran schuld, haben das Problem aber verschärft. Die Menschen im Süden sind halt nicht so emsige Arbeitsbienen und deshalb machen wir ja auch so gerne Urlaub da.

      Die deutsche Automobilindustrie konnte die schwache Nachfrage ja nur mit chinesischen Exporten wett machen, in Peking gibt es bereits 5 Mio. Autos. Also wir sind nicht mehr die einzigen, die Autos kaufen bzw. konsumieren. Alle möchten das, aber die Ressourcen sind begrenzt und so lange alle Länder untereinander konkurrieren bzw. es kaum Heimvorteile gibt, wird eine neoliberale Ausrichtung wirtschaftlich bessere Bilanzen bringen, so unschön das für die Beschäftigten und die linke Ideologie auch ist.

      Die Frage sollte für mich daher eher lauten: Warum gibt es keinen Heim-Vorteil mehr? In der Wirtschaft zählt nur der die Weltmeisterschaft. Europameister, Landesmeister, Regionalmeister sind nicht gut genug im globalen Wettbewerb. Alle müssen mit den besten aus aller Welt konkurrieren. Das ist das eigentliche Problem.

      Warum ist ein Wein aus Chile im Supermarkt günstiger als ein spanischer? Warum ist es günstiger, die selben Produkte gleich in China zu bestellen als von deutschen Händlern? Letztere wollen nicht nur einen Gewinn machen, die sind ja im Gegensatz zum Importeur auch noch mit der Umsatzsteuer und diversen anderen belastet.

      Handelsbarrieren mit Zöllen haben zwar in den 30er Jahren die Rezession mehr als begünstigt, aber freier Handel mit der ganzen Welt führt zu ähnlichen Problemen in den Ländern, die “nicht mithalten können”. Ein vernünftiges Maß könnte aber doch was bewirken.

      Die deutsche Exportwirtschaft lebt natürlich auch nur von billigen Importen aus Asien, die hier “assambled” werden und für weitaus mehr Geld weiterverkauft, aber es sollte doch wenigstens für diese Endprodukte aus Europa in Europa einen Preisvorteil geben. Und wenn der nicht zu knapp ausfällt, hätte die Unternehmen in Europa auch mehr Luft zum Atmen bzw. auch mehr Luft für höhere Löhne. Die Preise für einige Produkte würden natürlich auch steigen, aber wenn man einen Job hat, kann man die ja auch zahlen.

      Im globalen Wettbewerb wird immer der gewinnen, der die geringsten Löhne und Sozialleistungen zahlt, die wenigsten Steuern abführt bzw. am billigsten produzieren kann. Volkswirtschaften, die an solchen sozialen Zuständen nicht interessiert sind, müssen sich gegen diese Produkte schützen. So einfach ist das…

      • brandubh schrieb am 8. Dezember 2012 um 21:13 - Permalink

        Im globalen Wettbewerb wird immer der gewinnen, der die geringsten Löhne und Sozialleistungen zahlt, die wenigsten Steuern abführt bzw. am billigsten produzieren kann. Volkswirtschaften, die an solchen sozialen Zuständen nicht interessiert sind, müssen sich gegen diese Produkte schützen. So einfach ist das…

        Solange man nur betriebswirtschaftlich denkt, ist das so einfach.
        Besser gesagt: einfach gedacht.

        Hat Jens ja auch erklärt, wie sich die Dinge wirklich verhalten.

        Aber so ist das nun mal: wenn sich etwas im Hirn verfestigt, dann können auch die plausibelsten Argumente dagegen, nichts am falschen Denken ändern.

        • Danyel Grenzer schrieb am 8. Dezember 2012 um 21:40 - Permalink

          BWL und VWL widersprechen sich nicht. Das sind nur zwei Seiten einer Medaille. Die Deindustralisierung in der EU ist Fakt und hat sowohl BWL- als auch VWL-Gründe. Die Lösung dazu steht weiter unten…

      • Andreas schrieb am 8. Dezember 2012 um 21:45 - Permalink

        Die Menschen im Süden sind halt nicht so emsige Arbeitsbienen und deshalb machen wir ja auch so gerne Urlaub da.

        Stimmt so nicht ganz: Wir würden gerne viel mehr Urlaub dort machen, wenn nur diese Menschen nicht dort wären!

      • fischstäbchen schrieb am 9. Dezember 2012 um 11:42 - Permalink

        hier mal nen link zur angeblichen deindustrialisierung deutschlands
        http://www.michael-schoefer.de/artikel/ms0213.html

    20. Danyel Grenzer schrieb am 8. Dezember 2012 um 21:25 - Permalink

      PS: Die Lösung für die wirtschaftliche Misere in der EU wäre entsprechend auch denkbar einfach: Auf alle Endprodukte aus dem Nicht-EU-Raum werden Zölle von xx % erhoben. Hoch zweistellig muss es sein. China & co. können das wegen mir genau so machen, um so besser…

      Was würde passieren? Ganz einfach an einem Beispiel erklärt: Wenn Apple hier iPhones mit hoher Rendite verkaufen will, muss es die Dinger auch hier wenigstens zusammen setzen lassen, mit möglichst EU-weiten (hohen) Mindestlöhnen, ansonsten werden die Strafzölle fällig.

      Im Endeffekt würde auch der letzte Produktionsschritt eines Produktes für genug Nachfrage nach Arbeitskräften sorgen. Global Player müssten in jedem Wirtschaftsraum Produktionskapazitäten errichten, wenn sie da Geld machen wollen.

      Aber wenn die Lösung so einfach ist, warum redet keiner davon?

      • Cholerix schrieb am 8. Dezember 2012 um 22:01 - Permalink

        Nach Deinem doch recht unreflektiertem Eingangsposting erwartest Du doch nicht wirklich eine ernsthafte Diskussion?

        Nur mal so als Ansatz:
        WIR sind die, die am meisten exportieren.
        WIR haben einen Außenhandelsüberschuß

        Und dort, wo Scheiße bezahlt wird, gibt es nix zu importieren. Deine Fenster kannst Du nicht in Bangladesh putzen lassen, den Kopf nicht zum Haareschneiden nach China schicken, den Frankfurter Flughafen nicht in Indien bewachen lassen, die Alten kannst Du nicht zum Windelnwechseln nach Afrika karren…

        Übrigens ist mir noch nie ein Acer-Monitor verreckt und Zoll und Einfuhrumsatzsteuer zahlt auch der private Importeur und der zahlt auch nicht mehr weniger als ich, wenn ich gewerblich importiere.

        An der irrigen Annahme, man könne Löhne und Sozialleistungen bis ins Bodenlose kürzen, um sich als Herrenkaste nen feinen Lenz zu machen, sind schon ganze Weltreiche zugrundegegangen. Oder glaubst Du ernsthaft, der tapfere Arminius hat die Römer vor 2000 Jahren vertrieben? Hätte der das 150 Jahre früher versucht, dann hätten die den bis nach Sibirien gejagt und notfalls alles bis zur Beringstraße gerodet. Nur, für 3,50 die Stunde und ohne Rentenanspruch hatte da irgendwie keiner mehr Bock drauf, Du Arbeitsbiene.

        • Danyel Grenzer schrieb am 8. Dezember 2012 um 22:21 - Permalink

          Was bist du denn für ne Null-Nummer? Wir exportieren einen Scheiß! Wir bauen Zwischenprodukte zusammen, die andere produziert haben und falls du meinen Text überhaupt gelesen hast: das war eine Lösung, wie alle Eu-Länder das machen könnten, nicht nur Deutschland. Von den Brutto-Löhnen her ist Deutschland recht teuer und andere würden da sehr wohl davon profitieren.

          • fischstäbchen schrieb am 9. Dezember 2012 um 07:45 - Permalink

            das ist eine uraltthese von dem lieben professor unsinn die absolut falsch ist. wir sind exportweltmeister. das heißt wir führen sehr viel mehr aus als ein. deine steile idee die grenzen dicht zu machen würde innerhalb europas nix lösen, deutschland würde weiterhin alles niederkonkurrieren. irgendeinen artikel auf den nachdenkseiten mal gelesesn?

            • fischstäbchen schrieb am 9. Dezember 2012 um 11:43 - Permalink

              http://www.michael-schoefer.de/artikel/ms0213.html

          • Cholerix schrieb am 9. Dezember 2012 um 10:12 - Permalink

            Den europäischen Betrieben verbieten wir dann, ihre Produktion ins Zielland zu verlegen?

            Das ist besonders super, wenn man vom Zusammenschrauben von Fertigteilen lebt^^

          • Andreas schrieb am 9. Dezember 2012 um 10:27 - Permalink

            Ganz richtig, mein Lieber, das nennt man Basar- Ökonomie. Bald können wir hier dichtmachen, mit unseren hohen Bruttolöhnen.

    21. Danyel Grenzer schrieb am 8. Dezember 2012 um 22:39 - Permalink

      PS: Wenn ich mein Beispiel von Apple mal anknüpfe: Wenn Apple gezwungen würde, die Endproduktion in der EU zu realisieren, um den Strafzöllen auszuweichen, dann würden die wohl in Portugal oder Spanien produzieren und niemals hier. Deutschland wird bei meinem Vorschlag eher der Verlierer sein, weshalb die ja auch niemals dafür stimmen würden…

      • Danyel Grenzer schrieb am 8. Dezember 2012 um 23:35 - Permalink

        Deutschland wäre natürlcih auch der Gewinner, weil die Schuldner dann in der Lage wären, ihre Kredite zu bedienen.

      • ola schrieb am 9. Dezember 2012 um 17:40 - Permalink

        Hans Werner? Hast du Langeweile? Und traust du dich nicht mit Klarnamen zu schreiben, weil hier nicht nur Anne will und kann nicht rumlungert?

    22. alexios schrieb am 9. Dezember 2012 um 01:32 - Permalink

      Das ist wesentlich besser geworden und auch schön aufgemacht.

      Eine Frage mehr wäre finde ich auch noch ok, aber das Konzept geht auf, Fragen ausführlich zu beantworten. Gerade für die Nichtvolkswirtschaftler und BWL-Hasser wie mich ist das eine verständliche Sache.

      Was mir noch auffällt ist die mangelnde Differenzierung in Branchen bei der Beantwortung der Fragen, dadurch würde man allerdings vermutlich vom 100. ins 1000. kommen. Alles muss heute profitabel sein, der Arge-Mitarbeiter bekommt seine Provision, wenn er eine MAE-Kraft in einem Job (Arbeit auf Zeit) unterbringen kann. Aber auch soziale Unternehmen profitieren davon, indem sie den Selektionsmechanismus für sich nutzen. Zuletzt arbeiten in London im Einkaufscenter zum allergrößten Teil Arbeitskräfte aus Pakistan, Indien, Kenia und anderen Ecken der Welt, um dem globalen Kodex zu entsprechen, die working poor. Mir fehlt es auch hier an einer Zusammenschau, die alle Themen übergreift. Sicherlich reicht dafür ein solches Format nicht aus.

    23. Lemmy Caution schrieb am 9. Dezember 2012 um 09:32 - Permalink

      Bzgl. der Lobpreisung China, die tun was…
      Löhne und Arbeitsbedingungen für Arbeiter stehen in keinem Verhältnis zu Deutschland.
      Würde man die Löhne/Produktivität einzelner chinesischer Export-Fabriken mit den Deutschen vergleichen, kämen wir zu sehr interessanten Ergebnissen.
      Selbst wenn dort die Real-Löhne nun endlich ein wenig steigen, steht das in keinem Verhältnis zum Wachstum der Produktivität und damit wird hier ja ansonsten so gerne argumentiert.

      Schwellenländer wie China sind durch eine – ich nenns Ungleichzeitigkeit geprägt – in dem der Reisbauer mit dem Wasserbüffel (Innovation im 1. Jahrtausend vor Christus) neben der Fabrik lebt, in der moderne Autos gebaut werden. Unsere Exportwirtschaft steht im Wettbewerb mit dem modernen Teil der chinesischen Wirtschaft. Deren Löhne im Verhältnis zum BIP mögen mit den deutschen vielleicht gar nicht mal soooo schlecht aussehen. Jedoch werden sie im Hinblick auf die Lohnstückkosten der einzelnen Fabriken deutlich geringer sein als die Deutschen. Diese Betrachtungsweise als “betriebswirtschaftlich” zu diskreditieren halte ich für Etiketten-Schwindel. Volkswirtschaftliches Denken verengt sich dann auf ohnehin problematisch aggregierte Makro-Daten. Auch wenns leider nicht ins jensische ideologische Konzept passt, kommt man ohne eine sektorale Betrachtung auf keinen halbwegs die Realität einfangenden Ast.

      Wir leben halt in einer Zeit, in der im Hinblick auf die Produktivität der Fertigungsstätten ein gewaltiger Aufholprozess vieler armer Länder stattfindet. Damit meine ich keineswegs die Malthus-Welt der Textil-Fabriken in Ländern mit nach wie vor extremen demographischen Wachstum wie Bangladesh und Pakistan sondern die besser organisierten wie etwa China, Malaysia, Türkei und Mexiko. Viele derer Fabriken erreichen nämlich europäische Standards im Hinblick auf Qualität und technologische Ausstattung. Sie zahlen aber deutlich niedrigere Löhne, was im Hinblick auf dem hohen Investitionsbedarf für die gesamte Volkswirtschaft dort auch totalen Sinn macht.
      Nord-Europa hat sich für diesen Sturm früh gewappnet. Unsere Industrie produziert eine Menge Produkte, die in diesen Ländern auch nachgefragt werden. Davon profitieren übrigens auch viele Zulieferer in Nord-Italien, Baskenland, Katalonien, etc. Der Sturm wird irgendwann in vielleicht 20 Jahren nachlassen, wenn China und die anderen genannten Länder ein BIP von über 25.000 $ haben werden. Solange wirds aber auch darum gehen, in dem Prozess nicht unterzugehen.
      Wir sollten viel eher darauf drängen, dass in den Aufsteigern langsam Sozialnormen eingeführt werden, die sich den unsrigen anpassen.
      Die Lohnsteigerungen der Post-Euro Periode in Spanien und Griechenland waren nicht Ausfluss von “gerechten Löhnen”, sondern das Ergebnis von Blasen. In den Bereichen dieser Ökonomien, die mit Deutschland konkurrieren, werden nämlich eher niedrigere Löhne gezahlt.
      Der Wettbewerb der Löhne nach unten ist dabei selbstverständlich eine Gefahr. Die Textilindustrie ist bereits in eine apokalyptische Malthus-Welt abgeglitten.

      • T-Fighter schrieb am 9. Dezember 2012 um 11:14 - Permalink

        Zustimmung.

        • der Herr Karl schrieb am 9. Dezember 2012 um 12:21 - Permalink

          Da scheinen sich Zwei gefunden zu haben…

      • Andreas schrieb am 9. Dezember 2012 um 13:36 - Permalink

        wenn China und die anderen genannten Länder ein BIP von über 25.000 $ haben werden.

        Ach du liebe Güte! – 7,3 Billionen US $ BIP haben die schon!

      • Cholerix schrieb am 9. Dezember 2012 um 17:00 - Permalink

        Wenn ich mir so ansehe, wie den Chinesen ob ihres gigantischen Überschusses der gelbe Popo auf Grundeis geht, weiß ich nicht ob man da wirklich mit kleinteiligeren Betrachtungen weiterkommt.

        Das Feilschen um den geringsten Lohn in Verbindung mit Exportüberschüssen ist per se ein Irrweg. Egal wie man es dreht und wendet, es führt insgesamt zu nichts.

        Du produzierst für kleine bunte Scheinchen, die über Deinen eigenen Erfolg wertloser und wertloser werden. Darin sind sich doch alle halbwegs ernstzunehmenden Theorien einig. Und alle schinpfen darüber, daß die Chinesen ihre Währung künstlich niederhalten. Geht die auf Realniveau, dann sind die ganzen Exportgewinne für die Chinesen nix mehr wert und der Preisvorteil ist auch futsch. Hätten wir uns den Kokolores sparen können.

        Das ist die Krux in der globalisierten Welt. Und da ist das Problem nicht die scheinbar unendliche Anzahl an Konkurrenten, sondern vielmehr die endliche Anzahl von Abnehmern, die nun offenbar wird.

        Du kannst als Konzern XY eben nicht mehr einfach mal so eine Milliarde an Lohnkosten sparen, ohne daß das wieder auf Dich selbst zurückschlägt. Vor 40 Jahren ist halt der Außenminister nach Hintertupfistan geflogen und hat Dir einen neuen Markt geöffnet, um das Spiel zu ermöglichen. Nun sind halt keine neuen mehr da und die Milliarde Einsparung kommt als Nachfragerückgang einfach wieder.

        • ola schrieb am 9. Dezember 2012 um 17:38 - Permalink

          Die chinesischen Außenhandelsüberschüsse sind in den letzten Jahren dramatisch zusammengeschrumpft. Das einzige große Land welches ständig weiter steigende Außenhandelsüberschüsse vermeldet ist…. Sie wissen schon, das Land mit der besten Regierung ever.

          • Cholerix schrieb am 9. Dezember 2012 um 18:10 - Permalink

            Da ist was dran.

            Also, an der Schrumpfung des Überschusses, weniger an der besten Regierung ever ;)

        • Lemmy Caution schrieb am 10. Dezember 2012 um 08:14 - Permalink

          Das Volumen der chinesischen Exporte sind zwischen 2001 und 2010 um 600% gestiegen.
          Unsere eigener relativer Erfolg als Maschinen und Luxus-Auto exportierende Ökonomie, das starke Wachstum von Primärgüter-Exporteuren wie Russland, Brasilien, Chile, Argentinien, Australien, etc. Die übermässige Konzentration von UK und USA auf den Finanzsektor. Auf all dies wirkte der Aufstieg Chinas.
          Wohl kaum etwas hatte in den letzten 20 Jahren einen disruptiveren Effekt auf das ökonomische Spielfeld dieses Planeten.

          Entwicklung der pro Kopf Produktivität ausgewählter Volkswirtschaften auf einer logarithmischen Skala, die die Wertveränderung besser darstellt.

          http://www.google.com/publicdata/explore?ds=d5bncppjof8f9_#!ctype=l&strail=false&bcs=d&nselm=h&met_y=ny_gdp_pcap_pp_cd&scale_y=log&ind_y=false&rdim=region&idim=country:CHL:MEX:DEU:GRC:RUS:VEN:SAU:CHN&ifdim=region&hl=de&dl=de&ind=false

          ODER: Noch so 15 Jahre und die herausgehobene Stellung Europas/Nordamerikas in der Weltwirtschaft, die sich zwischen 1460 und 1890 herausgebildet und dann noch lange eher verfestigt hat, wird immer mehr zu Geschichte. Genau daraus erklären sich nach meinem Verständnis die Herausforderungen für unsere europäischen Kohäsions- und Sozialstaats-Ideen. Ich halte diese Ideen ja für by any means Wert zu verteidigen. Nur ist dieser Druck zu offensichtlich, als das man ihn einfach wegblendet.

    24. leslie schrieb am 9. Dezember 2012 um 11:39 - Permalink

      OT.

      Gruselig…
      Jetzt weiss ich an wen mich Steinbrück erinnert.

      http://www.tagesschau.de/inland/steinbrueck638.html

      An das böse Oberschwein aus Animal Farm.
      http://img1.seite3.ch/news/309/235962-AnimalFarm.jpg

      Das predigt ja auch Wasser und säuft Wein.
      Und eine gewisse Ähnlichkei kann man nicht absprechen.

      Ahhh,und Gabiel ist das zweite Schwein,was auch mehr Ähnlichkeit mit einem unserer vierbeinigen Freunde hat.
      Übrigens würd ich nie einen fetten Politiker wählen.
      Dem sieht man die Dekadenz ja schon an.

      Mfg

      • Andreas schrieb am 9. Dezember 2012 um 13:39 - Permalink

        Gruselig…
        Jetzt weiss ich an wen mich Steinbrück erinnert.

        Und weißt du an wen er mich erinnert? – an Merkel ;-)
        (wegen seiner Politik)

        • leslie schrieb am 9. Dezember 2012 um 16:55 - Permalink

          Seine Politik…
          http://www.tagesschau.de/inland/steinbrueck646.html
          ´´Steinbrück verwendete viel Zeit in seiner Rede für sein erklärtes Wahlkampfthema: Gerechtigkeit. “Sozial und demokratisch sind wir – und sozial und demokratisch bleiben wir”, rief Steinbrück den Genossen zu. “Der soziale Wohlfahrtstaat ist das große Projekt der deutschen Sozialdemokratie”, sagte Steinbrück. ´´

          Fragt sich nur für wen der soziale Wohlfahrtsstaat gilt,hmm Oberschwein Schweinbrück.

          den nochmal genauer herausarbeiten

          ´´”Sozial und demokratisch sind wir – und sozial und demokratisch bleiben wir”

          Sozial und demokratisch wart ihr. ;-)
          Neoliberale Arschlöcher seid ihr geworden,
          und werdet es auch bleiben wenn ihr weiterhin solche Arschlöcher ala Schweinbrück,Leiharbeit Clemens,Gas Gerd,Hackfresse Steinmeier und Michelinmänncen Gabriel als Chefs wählt.

          ´´Der einstige Finanzminister zählte dazu einen flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn, eine armutsfeste Solidarrente, erschwingliche Mietwohnungen wie auch eine Frauenquote´´

          Wers glaubt…
          Verarscht euch selber.
          Und Frauenquote braucht niemand,
          ausser Hexe Alice Schwarzer.
          Damit Kinder noch weniger Eltern und mehr Staat haben der sie formt.

          Mfg

    25. Frank Benedikt schrieb am 9. Dezember 2012 um 15:49 - Permalink

      Mal zurück zur Praxis: Der vormalige Lektor und “Gelegenheitsjournalist” fängt im neuen Jahr wohl in Teilzeit bei Lidl an. Noch Fragen?

      • leslie schrieb am 9. Dezember 2012 um 16:45 - Permalink

        Wallraff reloaded^^

        Mfg

        • Frank Benedikt schrieb am 10. Dezember 2012 um 08:59 - Permalink

          woher weißt Du, Leslie? *g*

      • The Joker schrieb am 9. Dezember 2012 um 21:23 - Permalink

        Im Herbst 2013 fängt Steinbrück bei Merkel an. Ganz unten.

        • Frank Benedikt schrieb am 10. Dezember 2012 um 09:01 - Permalink

          Das hat auch was Pfirsich (für sich). *lol*

      • Spiegelfechter schrieb am 10. Dezember 2012 um 08:42 - Permalink

        Glückwunsch!

        • Frank Benedikt schrieb am 10. Dezember 2012 um 09:04 - Permalink

          Tanke :-) Mal sehen, ob die Kiddies, die mich vorgestern im Vorstellungsgespräch hatten, auch so von mir überzeugt sind wie ich es bin :-D

      • ola schrieb am 10. Dezember 2012 um 10:00 - Permalink

        Die nehmen mittlerweile wohl auch jeden^^. Ich kenne da auch jemanden, es gibt mittlerweile wohl wesentlich Schlimmeres. Wird sich nicht mehr viel investigativ machen lassen. Da bekommst du bei jedem bayrischen Kleinunternehmen mehr gebrochenes Arbeitsrecht geboten…

        • Frank Benedikt schrieb am 10. Dezember 2012 um 10:09 - Permalink

          Die nehmen mittlerweile wohl auch jeden^^

          Sogar so alte Säcke wie mich ;-) Ich muß aber raus aus “Hatz Vier” und will mich nicht für die Medien verbiegen, so what? Schweine sind se fast eh alle …

          • ola schrieb am 10. Dezember 2012 um 11:48 - Permalink

            Jupp, das sindse wohl. Nur “halbtags” steht da i.d.R. nur auf dem Papier, normalerweise bist du 24/7 Verfügungsmasse mit 20-30 Überstunden im Monat als Standard… Meld deine Telefone ab :)

            Dafür hats dort immerhin solche Sachen wie Urlaubs und Weihnachtsgeld. Viel Spass im Einzelhandel, hehe.

    26. Der Doctor schrieb am 9. Dezember 2012 um 18:40 - Permalink

      “Der soziale Wohlfahrtstaat ist das große Projekt der deutschen Sozialdemokratie”,

      Genau,und darum hat sie ihn auch mit Hartz IV und Agenda 2010 eingerissen.Nur Restenthirnte können glauben,das es mit Steinbrück als Kanzler einen Politikwechsel gibt.

      • Frank Benedikt schrieb am 10. Dezember 2012 um 09:05 - Permalink

        “Restenthirnte”? Genial!

    27. Sloth schrieb am 10. Dezember 2012 um 10:22 - Permalink

      Nur Restenthirnte können glauben,das es mit Steinbrück als Kanzler einen Politikwechsel gibt.

      du glaubst doch nicht im ernst, das steinbrück auch nur den hauch einer chance hat.
      wir werden wohl oder übel noch weitere vier jahre mit merkel verbringen müßen. es sei denn, die snipert irgendwer weg.

      • Der Doctor schrieb am 10. Dezember 2012 um 20:48 - Permalink

        hast ja recht,glaub´ ich auch nicht wirklich dran.Wollte er wirklich einen Politikwechsel und hätte eine Chance Merkel abzulösen ,dann hätten unsere “Qualitätsmedien” ihn nicht solange hochgeschrieben,bis die SPD ihn zum Kanzlerkandidaten gemacht hat.

    28. Diskussionsteilnehmer77 schrieb am 10. Dezember 2012 um 17:08 - Permalink

      Ich finde Jens Berger ist sehr fernsehtauglich.

      Allerdings klingt der Ton hohl und wenn er seine Füße umsortiert hört man sehr deutlich das Schubbern und Rascheln.

      Sobald der Podcast eine Dauereinrichtung wird, lohnt sich vielleicht ein Kragenmikro. Da bisher Audio auch vom Bild getrennt Sinn macht (die Einblendungen sind tolle Belege, aber ich glaubs ihm auch so ^^ ), könnte man die dann gesammelt als CD dem nächsten Buch beilegen oder so.

      Auf jeden Fall habe ich den Podcast in meine wöchtenlichen Serien aufgenommen. Irgendwie entspannt mich die Art, wie er da rumlümmelt und ruhig Dinge erklärt, über die ich mich schon seit Jahren aufrege.

      • The Joker schrieb am 10. Dezember 2012 um 23:42 - Permalink

        wenn er seine Füße umsortiert hört man sehr deutlich das Schubbern und Rascheln

        Banause: seit Steinbrück heißt sowas “Beinfreiheit”. ;-)

    29. Sigmund schrieb am 10. Dezember 2012 um 21:05 - Permalink

      Ein sehr schöner Podcast.

      Das entscheidende Problem scheint mir symptomatisch für den gesamten öffentlichen Diskurs:*

      VWL-Professoren denken nur in BWL-Kategorien. (Schlimm)

      * von linken Vt’lern auch “neoliberale Propaganda” genannt. :-)

    30. manni schrieb am 11. Dezember 2012 um 01:53 - Permalink

      Ich habe eine allgemeine Frage zum Thema Löhne. Steigende Löhne führen zum einen zu einer Stärkung der Binnennachfrage und zum anderen zu einer Verteuerung der Dienstleistungen/Produkte. Gibt es eine simple Möglichkeit zu sehen, ab welcher Lohnerhöhung die Stärkung der Nachfrage durch die höheren Preise überkompensiert werden? Das ist ja schon ein wichtiger Punkt, oder?

      • Mod schrieb am 11. Dezember 2012 um 06:07 - Permalink

        “Steigende Löhne führen zum einen zu einer Stärkung der Binnennachfrage und zum anderen zu einer Verteuerung der Dienstleistungen/Produkte.”

        Weshalb sollten steigende Löhne zu einer Verteuerung führen? Wenn sich ein paar Bürger mehr wieder Dienstleistungen leisten können werden die nicht unbedingt Teurer. Im Gegenteil, aber ich hab auch eine Frage, wo wird diese Theorie verbreitet? Denn Dienstleistungen und Handwerk würden gestärkt und für Arbeitsplätze sorgen, was wieder die Binnenkonjunktur neben den steigenden Löhnen ankurbeln würde, über die Inflationsrate hinaus.

      • Cholerix schrieb am 11. Dezember 2012 um 09:21 - Permalink

        Stellt sich diese Frage wirklich?

        Man verspricht uns doch seit 30 Jahren immer mehr Arbeitsplätze, wenn Unternehmensgewinne steigen und Spitzensteuersätze sinken. Wodurch, wenn nicht durch Nachfrage, entstehen denn diese Arbeitsplätze?

        Warum ist die eine Nachfrage gut und bei der anderen müssen wir über Preissteigerungen nachdenken?

        Aber es findet sich bestimmt mindestens ein Absatz in den Neolib-Bibeln, der genau das erklärt^^

      • Mordred schrieb am 11. Dezember 2012 um 11:08 - Permalink

        ich kann nur vermuten, dass du wahrscheinlich auf aussagen von sf/nds/usw. anspielst, dass die löhne hierzulande kräftig steigen müssten, um den binnenmarkt zu stärken, ggü. südeuropa den exportüberschuss abzubauen usw.
        ich kann mir nicht vorstellen, dass es dafür eine “simple möglichkeit” gibt.
        da spielen außerdem sehr sehr viele faktoren eine rolle. zieh dir dafür mal den beitrag von flassbeck bei den real word economics zum arbeitsmarkt rein.
        zu diesem beitrag ist bezüglich deiner frage noch zu ergänzen, dass bspw. man sich genau ansehen müsste WANN in WELCHEN branchen man eine lohnerhöhung durchführen könnte. und natürlich auch um WIEVIEL %.
        zunächst könnte man aber erstmal einen flächendeckenden mindestlohn von 10€ einführen. damit trifft man primär dienstleistungssektoren, die nicht exportiert werden können.

    31. leslie schrieb am 11. Dezember 2012 um 12:50 - Permalink

      Noch was zum kotzen…
      http://business-panorama.de/news.php?newsid=150087
      ´´Deutsche Bahn steuert Rekordgewinn von vier Milliarden Euro an´´

      Warum die Bahn Gewinn machen muss,erschliesst sich mir noch nicht so,doch weitergelersen..

      ´´Die Umsatzrendite will der Bahn-Chef bis 2017 von 6,8 auf 7,8 Prozent hochtreiben´´

      Wird doch immer gesagt,Bahn wär nicht privatisiert.
      Aber das beste kommt noch…

      ´´Zu dem angestrebten Rekordgewinn werden neben dem Anstieg der Fahrkartenpreise vor allem die ebenfalls stetig steigenden Netzentgelte beitragen´´

      lolweg.
      Irgendwie hab ich das Gefühl,
      das mit der Bahn grad das gleiche passiert wie mit der Bahn in England.

      Normalmensch kann sich Bahn garnicht mehr leisten,und holt sich ein Auto,da billiger.

      Und da ist der Kausus Knacktus.
      Grube kommt von Daimler,da kann das nix werden.

      Der ganze Saustall Bahn gehört ausgemistet und wieder verstaatlicht,denn sonst ist sie hierzulande bald genauso tot wie in England und VSA,aber irgendwie hab ich das Gefühl das genau das geschehen wird.

      Abwracken zugunsten der Automobilindustrie.

      Böööse Verschwörungstheorie. :-))

      Mfg

      • leslie schrieb am 11. Dezember 2012 um 13:02 - Permalink

        Ich bin gestern bei dichtestem Schneetreiben auf der Bundesstraße 5 Kilometer mit dem Rad gefahren,
        da der Radweg nicht geräumt war.

        Ist ziemlich lebensgefährlich,aber wenn man für eine Strecke von 5 Kilometern
        2,40 zahlen soll,nehm ich diese Gefahr auf mich.(Hab ne guTe Unfallversicherung und sehr gute Beleuchtung ;-) )
        Diese Preise sind nämlich gefährlicher,vorallem für meinen Geldbeutel.

        So hab ich gestern prima Staus produziert,nur weil die Bahn meint Wucher betreiben zu müssen.

        Mfg

        • Cholerix schrieb am 11. Dezember 2012 um 16:19 - Permalink

          Ehrlich gerechnet sind 5km mt dem Auto teurer als 2,40€. Wenn man nicht gerade mit dem Minisupersparmobil unterwegs ist, oder wie ich auf richtig dicke, alte Kisten steht.

          Und wenn Du ne halbe Stunde länger unterwegs warst, dann waren die 2,40 auch an der falschen Stelle gespart.

          Aber der Trick ist ja:
          Zwinge die Menschen zu Mobilität und laß sie am Ende dafür noch richtig gut bezahlen. Wenn Du also reich werden willst, dann kauf Dir zum richtigen Zeitpunkt irgendwelche Aktien, die mit Mobilität zu tun haben. Dann machste noch ne Aufstocker-Klitsche auf und suchst Dir schön die Leute aus, die in der maximal zumutbaren Entfernung zum Arbeitsplatz wohnen. Immer schön zügig durchwechseln, dann ziehen die auch nicht um.

          Ich träume immernoch vom Job als Diktator eines afrikanischen Kleinstaates ;)

    32. Sigmund schrieb am 11. Dezember 2012 um 15:52 - Permalink

      Mir ist noch ein Widerspruch aufgefallen:

      Hier zeigst du, das die Lohnkosten einen geringen Anteil an den Gesamtkosten haben,

      Andererseits sagt ihr (und Flassbeck) doch immer, das D die anderen Ländern mit niedrigen Löhnen niederkonkurriert.

      Wie passt das denn zusammen?

      • Andreas schrieb am 12. Dezember 2012 um 07:38 - Permalink

        Wir haben die niedrigsten Lohnstückkosten, was sich auf die Preise auswirkt. Wir sind damit billiger als andere und drängeln uns vor. Da irgendwoher aber die Nachfrage kommen muß, produzieren wir hier mehr, als wir uns selber leisten wollen.

        Übrigens, lies mal den ersten Beitrag von MickFfm und die Antwort vom SF dazu. Mit der Grundaussage (dass überall menschlich Arbeit drin steckt) hat er sicher recht. Aber es geht um die Löhne in der jeweiligen Fertigung, aus BWL- Sicht, aber aus VWL- Sicht, um die Nachfrage, die ja irgendwo herkommen muß.

        Oder anders: Würden andere nicht unsere Waren kaufen, würden wir auch weniger produzieren! Wir hätten noch weinger Wachstum!


    Der Spiegelfechter läuft mit WordPress
    und benutzt Icons von DryIcons
    Copyright © Spiegelfechter.com | Impressum
    loading Abbrechen
    Beitrag nicht abgeschickt - E-Mail Adresse kontrollieren!
    E-Mail-Überprüfung gescheitert. Bitte noch einmal versuchen.
    Ihr Blog kann leider keine Artikel per E-Mail sharen.