Open Thread: Augstein und der Antisemitismusvorwurf – Ungeheuerlichkeiten aus dem Hause Broder
geschrieben am 02. Januar 2013 von Spiegelfechter
Merkwürdiger hätte das alte Jahr kaum enden können. Das eigentlich seriöse Simon-Wiesenthal-Center veröffentlichte kurz vor Jahresende seine Liste mit der Top 10 der internationalen Antisemiten und Israel-Hasse – darunter findet sich an Position Nummer Neun niemand anderes als der deutsche Publizist Jakob Augstein.
Die Begründung liest sich eigenartig:
Respected Die Welt columnist Henryk M. Broder, who has testified as an expert in the Bundestag about German Anti-Semitism, labeled Augstein a “little Streicher” adding: “Jakob Augstein is not a salon anti-Semite, he’s a pure
anti-Semite…an offender by conviction who only missed the opportunity to make his career with the Gestapo because he was born after the war. He certainly would have had what it takes.”
Ins gleiche Horn bläst auch die Jerusalem Post:
In September, author and journalist Henryk Broder, one of Germany’s main experts on modern anti-Semitism, termed Augstein “a pure anti-Semite…who only missed the opportunity to make his career with the Gestapo because he was born after the war. He certainly would have had what it takes.”
Henryk M. Broder mag vieles sein, ein respektierter Kolumnist ist er ganz sicher nicht und einer der führenden Experten über modernen Antisemitismus ist er auch nicht. Man muss bei der Person Broder mit Formulierungen vorsichtig sein, da er dafür berüchtigt ist, freie Meinungsäußerungen durch kostspielige anwaltliche Noten zu unterbinden. Ob sich das Simon-Wiesenthal-Center einen Gefallen damit getan hat, einen Mann als Kronzeugen zu vertrauen, der als “Pauenclown” und “Kalaschinkow des deutschen Meinungsjournalismus” bekannt ist (Zitate SZ, darf jedoch bezweifelt werden. Es sieht vielmehr so aus, als ob Broder das SWC in seinem persönlichen Rachefeldzug gegen Augstein instrumentalisiert hat.
Lesenswert zum Thema: Nils Minkmar in der FAZ – Eine offene Gesellschaft


Naja, das kommt halt dabei raus, wenn man Antisemitismus und (überaus berechtigte) Kritik an Israels Politik und Zuständen nicht auseinander halten kann. Und nur dann kommt man auch auf die Idee, Broder für einen Experten für irgendwas zu halten.
Aber Jakob Augstein, diese intelektuelle quantité négligable, zum Gegenstand irgendwelcher Betrachtungen zu machen … das iss ja schon von vorne herein Käse!
OT Was iss denn bei flatter los?
Außer:
Meinungsmüllhalde
Unbefugten ist der Zutritt verboten.
tut sich da gar nix!
Ich vermisse meinen täglichen Feynsinn! :-(
Das interessiert mich auch???
Der ist wieder da.
Eines vorab: Ich halte nicht sonderlich viel von Augstein, was für diesen geschilderten Vorgang allerdings keine Relevanz hat.
Zu diesem Schreiberling, der Augstein als Antisemiten und Fan der GeStaPo bezeichnet:
Ich an Augsteins Stelle würde diesen Schreiberling – Broder oder so nennt der sich, man muss ja schließlich nicht alles Substanzlose in dieser Welt kennen – anzeigen und verklagen, denn die zitierten Aussagen dürften durchaus strafrechtlich oder doch zumindest zivilrechtlich relevant sein.
Kleiner Witz am Rande: Wenn in einem Englischsprachigen Magazin die Quelle “Die Welt” genannt wird, hat das wegen des voranstehenden Artikels eine unfreiwillige Komik inne :-).
weisst du, dann trollt er einfach die justiz. das hat er in der vergangenheit ja auch schon öfter gemacht. broder ist harte kost, richtig beschissen harte. denk mal an die auseinandersetzung mit palmer. der leistet sich das, weil er sich das leisten kann. das ist schon übel.
Broder ist ein nicht ernst zu nehmender Polemiker, häufig ohne Sinn und Verstand, der leider eine zu große Plattform erhält.
Durch die Nennung eines Augstein auf dieser Liste verliert sie komplett ihre Brisanz und ihren Ernst.
Besser kann man es nicht sagen:
blockquote>Nils Minkmar in der FAZ – Eine offene Gesellschaft
Meine volle Zustimmung.
Der letzte Abschnitt des FAZ Artikels ist grob unerträglich – die darauf folgenden Leserkommentare entschädigen aber dafür. In diesem Sinne 1:0 für Web 2.0!
Au Mann, wenn man Israel kritisiert, ist man Antisemit. Wie einfach sich manche Leute die Welt machen.
leider schlimm das ganze…
Zum Thema “Antisemitismus” gibt es einen guten Film des israelischen Filmemachers Yoav Shamir, sehenswert:
“Statement des Regisseurs Yoav Shamir
Die Idee, einen Film über Antisemitismus zu machen, hatte ich zum ersten Mal als eines meiner frühen Filme, ‘Checkpoint’, veröffentlicht wurde. In einer der vielen Rezensionen dieses Films wurde ich als “israelischer Mel Gibson” bezeichnet, aber nicht, weil ich so gut aussah, sondern aufgrund der Ansichten, die ich in diesem Film zum Ausdruck gebracht hatte: kritisch gegenüber der Politik Israels in Bezug auf die Palästinenser, was darauf hinwies, dass ich ein Antisemit sei. Der Autor dieser Rezession war selbst Jude. Zuerst fand ich es amüsant. Von einem amerikanischen, jüdischen Journalisten als antisemitisch bezeichnet zu werden, schien absolut weit hergeholt. Wie konnte jemand, der sich dazu entschlossen hatte, außerhalb Israels zu leben, der nicht in der israelischen Armee gedient hatte wie ich, der keinen Großvater im Krieg verloren hatte wie ich, die Frechheit besitzen, mich einen Antisemiten zu nennen?
Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich nie über die zentrale Rolle, die der Antisemitismus in unserem Leben spielt, nachgedacht. Als ich aber darüber nachzudenken begann musste ich feststellen, dass er ein ständiger Begleiter ist, immer im Hintergrund, immer lästig. Nach einiger Zeit gewöhnt man sich einfach daran. Wie oft fühlen wir uns wirklich gestört durch das Summen eines elektrischen Gerätes oder das Brummen vorbeifahrender Autos? Antisemitismus mag uns wie ein Schatten folgen, aber mal ehrlich, wer bemerkt seinen Schatten wirklich täglich? Als ich dann auf ihn aufmerksam wurde, bemerkte ich, dass Antisemitismus eigentlich ein sehr beliebtes Thema im israelischen “Tagesgeschehen” ist. Es vergeht kein Tag,an dem nicht zumindest in einem Artikel einer Zeitung die Worte “Nazis”, “der Holocaust” oder “Antisemitismus” vorkommen. Da ich persönlich nie mit Antisemitismus konfrontiert worden bin – das einzige Mal war der Vergleich mit Mel Gibson – habe ich beschlossen, mich damit auseinander zusetzen.
Das war der Beginn einer langen Reise, die ihren Höhepunkt in diesem Film fand. Antisemitismus ist ein mächtiges Wort mit vielen verschiedenen Assoziationen. Durch die erst kürzlich geschehenen Ereignisse wird es auch zu einem sehr heiklen Thema. Antisemitismus ist die ultimative “heilige Kuh” der Juden. Auch wenn ich diese Kuh nicht zur Schlachtbank geführt habe, selbst die heiligste Kuh braucht hier und da ein Aufrütteln.”
Am überraschendsten finde ich da ja die Stelle ab 00:03:03 bis 00:05:39: Zionistischer Antisemitismus – was es nicht alles gibt! Gibt es von der Sorte noch mehr? Und dann behauptet der Filmautor auch noch, er hätte noch nie Antisemitismus erlebt.
Zionistischer Antisemitismus ist eine Spielart des revisionistischen Zionismus, denen ihre Mitbürger entweder nicht jüdisch genug sind oder sich gegen ihre Projekte aussprechen (z.B. die Antizionisten, Postzionisten, Kommunisten oder auch die Haredim), weswegen sie von den Revisionisten diskriminiert oder sogar zu Staatsfeinden erklärt werden, denen man die primitivsten Lebensgrundlagen zu entziehen hätte (z.B. Strom und Wasser abstellen).
Hm, also ich fand am überraschendsten (im negativen Sinn), die Sache mit der Indoktrination der Schulklasse, unfassbar und ekelhaft, was ein Staat seinem (politisch) “unschuldigem” Nachwuchs antun kann.
Das führt dann hierzu:
http://www.hintergrund.de/201210262297/politik/welt/wir-sind-rassisten.html
Über Broder und seinen alltäglichen Wahn braucht man keine Worte mehr verlieren.
Für Augstein möchte ich aber doch eine Lanze brechen. Man muss nur ein, zwei Sendungen “Augstein und Blome” sehen, um ihn als intelligenten Menschen zu erkennen. Was vielleicht noch nicht genug Kommentatoren hier getan haben.
Gerade wenn einem das (aus Versehen) passiert, kommt man zwangsläufig zu dem Urteil unter #1.
Augstein engagiert sich nur deshalb anderswo weil er bei der BLÖD keinen Job kriegte!
EDIT: Ah, verstehe. Du bist der “Vogel” vom ersten Kommentar. Fehlt trotzdem jegliche Begründung für die harsche Kritik.
@Skythe
Begründung(?): Gugg’ Dir bspw. die von Dir angeführte Sendung an. Ich hatte das äußeste Missvergnügen am Anfang der Sendereihe, Augstein hatte Vorschuss bei mir, der war binnen Minuten verraucht. Gerade das kleine Kaliber hindert Augstein auf die Verwechselung zwischen der Kritik am Staat Israel und Antisemitismus hinzuweisen und seinen (schwachsinnigen) Kritikern adäquat zu begegnen.
Wie Du zu Deinem Urteil kommst? *tststs* Sachen gibt’s *kopfschüttel*
Aha. Sie legen die Latte für Intelligenz aber reichlich tief. So tief, dass ich gerade mit meiner linken Zehe dran hängengeblieben bin. Trotz allem, ein Antisemit isser sicher nicht, der Augstein.
Ja, is doch bekannt, dass alle Internetnutzer unendlich klüger, schöner und besser sind als alle anerkannten Größen da draußen.
Sie sagen es. Aber anerkannte Persönlichkeit? Wer genau? Darf doch jeder die Menschen, die sich durch Ererbtes oder wegen Mietmaultauglichkeit oder warum auch immer manche Menschen versehentlich ins Rampenlicht geraten, nach seinem Gusto beurteilen, denk ich mal.
Sie finden Augstein intelligent, ich hingegen wollte mit so einer Glühbirne privat keinen näheren Kontakt. Ja, er genügt meinen Ansprüchen nicht. Und nu?
Katzenberger, kennen Sie die? Die ist auch eine anerkannte Größe da draußen…
Für J.Augstein ist die Nennung auf der Liste der größten Antisemiten auf jeden Fall eine Beleidigung, für Deutschland aber ein Riesenkompliment.
Wenn Broder und das SWC in Deutschland tatsächlich keinen schlimmeren Antisemiten ausmachen können, als den israelkritischen Journalisten Augstein, dann sind wir in Deutschland wirklich weit gekommen! Wer hätte das gedacht!?
Zitat: “… für Deutschland aber ein Riesenkompliment.”
Man kann es aber auch anders herum sehen. Wenn Augstein ein Ranking unter den Top-Ten-Antisemiten zusteht liegt es nahe dass die absolute Mehrheit der Deutschen ebenfalls Antisemiten sind. Denn die Kritik in D an der Politik Israels sieht eine breite Mehrheit für berechtigt an. Owe .. vielleicht hat Broder ja recht und er in einem durch und durch Antisemtischen Land… wo bleibt da Amnesty, wo die Vereinten Nationen? :-)
Aus Sicht Broders wird dies auch so sein.
Broders und seiner Nachahmer…
http://tobias-raff.org/2013/01/01/landtagskandidat-ulf-dunkel-und-krude-weltsichten/
Wenn man denkt ,schlimmer als Broder geht nicht mehr,kommt von irgentwo ein Raff daher.Ist ja echt gruselig.Eine ähnlich unterirdische Diskussionsführung findet man auch auf dem Blog von Volker Beck
zur Beschneidungsdebatte vor: Verweigerung jeder Sachdiskussion,inflationäres Schwingen der Antisemitismus-und Nazi-Keule,sowie ähnlich pampig-arroganter Umgang mit Kritikern.
Broder sieht das in Teilen durchaus so, und nicht nur er. Auch die von dieser Community sehr geschätzte Friedrich-Ebert-Stiftung ist gemäß einer ihrer Studien dieser Ansicht.
Allerdings hatte die damals neben ein paar Neonazies aus Ostdeutschland hauptsächlich den politischen Gegner im Visier. Nun stellt sich heraus, dass sie vorwiegend der eigenen Klientel (Augstein & Apologeten) ans Bein gepisst hat.
So’n Pech.
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/antisemitismus-so-antijuedisch-sind-die-deutschen-a-869519.html
Ja, die linken Antisemiten, schlimmes Volk das…. Manche sind sich halt für nichts zu blöd. Herzlichen Glückwunsch.
der eigentliche Skandal liegt darin, dass derlei paranoide Schreibtischtäter wie B, die schamlos die historische Shoah instrumentalisieren, eine breite Auseinandersetzung mit dem wirklichen, weiterhin tief verankerten Antisemitismus praktisch unmöglich machen.
Und bitte verleiht diesem B, diesem Wesen aus den dunkelsten Untiefen menschlichen Daseins (aus denen ja auch ein Streicher hervorgegangen ist), nicht die lebensbejahende Würde eines Clowns
Das Bild von Broder muss mal überarbeitet werden. Er ist doch jetzt bei “Die Welt” und nicht mehr bei SPON.
@ heinz
“Die Welt” ist um keinen Deut besser (wen nicht noch schlimmer) als “SPON”.
Falls er tatsächlich bei “Der Welt” gelandet ist, dann war es eine “megagroße” Steigerung für ihn.
Heinz meinte das Bild oben auf der Seite.
@Skythe
Und ich habe Broder gemeint.
Das macht keinen Sinn.
@ Skythe
doch ……..
Ist das “eigentlich seriöse” SWC eigentlich seriös?
http://www.promicabana.de/tom-cruise-ehrenpreis-juedischer-organisation-ausgezeichnet/
Es wird immer absurder. Die Sache mit KenFM damals war auch schon heftig, aber hier wird noch mal ne Schüppe draufgelegt.
Ja, “die Sache mit KenFM” war heftig, aber das ist hier eine andere Liga. Jebsen hat ja durchaus mit dem Antisemtismus kokettiert, Augstein ist hier aber m.E. komplett unverdächtig.
jebsen hat vornehmlich junges publikum angesprochen. wer aufklären will um junge menschen nicht im mainstream stehen zu lassen, muß gegen diesen mainstream auch kämpfen. ich würde das nicht als ‘kokettieren mit dem antisemitismus’ bezeichnen.
außerdem kann man an broder sehen, das antisemitismus scheinbar willkürlich, subjektive auslegungssache ist. wenn der keine andere keule mehr hat, schwingt er die des antisemitismus. oft genug als aller erstes. blödmann! mehr fällt mir zu dem nicht ein.
Jebsen hat aber auch offen den wirren Thesen der VTler propagiert und dabei mehr als einmal die Grenze des guten Geschmacks überschritten. Das heißt aber nicht(!), dass Broder im Recht ist. Ein rbb muss auch ein Jebsen aushalten können, so viel Meinungspluralismus muss ein. Eine Abmahnung hätte hier durchaus genügt.
Danke, Spiegelfechter!
man kann ja augstein für das halten, was man will. ich erinnere nur an seine realitätsferne einschätzung von steinbrück. auch seine auseinandersetzungen mit blome halte ich für recht billig und niveaulos, ohne ihm dabei die intelligenz absprechen zu wollen. (wer sich abheben will, darf sich nicht mit BLÖD ins selbe boot setzten)
und broder? ein giftspritzender neandertaler!
nur kann jetzt jeder sehen, dass das üben von kritik an der israelischen regierung mit antisemitismus gleichgesetzt wird. wenn das mal kein bärendienst war?! =)
Nujaaaaa. Du wirst ja nicht gleich zum Nazi, nur weil du mit einem diskutierst… oder Mörder… oder Antisemiten…
Wir sollten froh sein, dass (wenn auch im Spartenprogramm) jemanden der BILD & Co die Denkfehler aufzeigt. Überall sonst wird so getan, als würden diese Schmierenerzeugnisse ernstzunehmende Politik und Menschenbilder vertreten. Dafür: Hut ab!
das ist für beide eine win-win-situation unter dem deckmantel der seriosität und gespielten einsicht. nix weiter als schmierentheater. die BLÖD spielt dabei den sprichwörtigen ochsen, dem man ins horn kneift und der augstein gut dastehen lässt. und das wissen augstein und blome. nach außen soll es aussehen wie eine intellektuelle diskussion.
Einsicht gibts da selten bis nie, nicht einmal gespielte. Vielleicht doch mal anschauen, die Sendung. ;)
ich kenne dich nicht, deswegen will ich dir mal zu Gute halten daß das satirisch gemeint war ;)
diese gescripteten Fake-Diskussionen als “Auseinandersetzungen” zu bezeichnen hat schon was
Heute ist doch schon fast ein Adelsschlag, als Antisemit bezeichnet zu werden.
Das heißt nichts weiter, als daß man sich mit der militärisch aggressiven Politik Israels auseindergesetzt hat. Und wenn man dann darüber noch objektiv berichtet, dann ist die Bezeichnung “Antisemit” das Standardtotschlagsintrument der Israelunterstützer. Das sind die üblichen Blendgranaten derjenigen, die gerechtfertigte Kritik weder hören noch aktzeptieren können.
Es geht ausschließlich um das Unterdrücken von gerechtfertigter Kritik an der zionistischen Regierung in Israel.
@gerhardq
Und das ist genau das Problem dabei und der Grund, weshalb ich Broder selbst für einen der übelsten Antisemiten halte – er fördert die allgemeine Akzeptanz von vermeintlichem und tatsächlichem Antisemitismus, da die aktuelle Broderline-Begriffsdefinition jeden beinhaltet, der nicht ohne jeden Zweifel selbst für Folter und Kriegsverbrechen der Israelis ist, aber auch den “Jüdische-Weltverschwörung”-Hassprediger beinhaltet.
Menschen, die Menschenrechte universal verstehen, werden durch diese Broder-Brocken in einen Topf mit den dumpfesten Naziköppen geworfen und dadurch werden entweder die Nazis aufgewertet oder Menschenrechtler abgewertet.
Broder ist ein polemischer Onanist und weiß seine Rolle als Jude auszukosten.
Tatsächlich spielen diese Rollen dank Diaspora und deren Förderer immer mehr in Deutschland, das mehr und mehr politisch beeinflusst weden soll zum Nutzen der Israellobby, die hier ganz klar auf Deutungshoheit aus ist.
Als Blogger darf man täglich in Communitys diese Typen lesen, die ostentativ agieren und schnell mit den üblichen Verdächtigungen aufwarten, wenn man das gelobte Land und dessen erwählte Volk kritisiert.
Natürlicherweise verbietet sich Israel Kritik, aber will sich in anderen Ländern Politik einmischen und diesen Mißverhältnis sollte man unterbinden,oder im Mindesten als unnormal begreifen.
Sicher werden wieder ewig Gestrige das Wort Antisemit bemühen und auf mich gießen, aber als Freidenker belustige ich mich darüber gerne.
Übrigens: wer liest denn “Die Welt”
Israel und die USA hätten Broder längst ausgewiesen…aber Deutschland ist bekannt als Land des betreuten Wohnens :-)
Ich erlaube mir mal einige psychologische Spekulationen. Mich erinnert der Broder der letzten Jahre an jemanden, der schleichend an Altersdemenz erkrankt und dadurch vermehrt zur Boshaftigkeit neigt, aber dessen Umgebung dies nicht sehen will.
Ich habe jedenfalls den Eindruck, dass Broder, der “Bud Spencer der Publizistik” laut Minkmar, immer doller zuhaut. Einerseits ist das sein Broterwerb. Aber wer nur für Geld böse ist, kann sich nach Feierabend Versöhnlichkeit leisten und mit seinen Feinden auch mal ein Bier trinken. Nur zeigen ja mittlerweile mehrere per Mail geführte Auseinandersetzungen, dass Broder auch privat Leute hart angeht und unmittelbar zu beschimpfen anfängt.
Für mich wirkt das so, als würde er die Grenze nicht mehr finden können zwischen der öffentlichen Polemik und den privaten Umgang miteinander. Also hat er die Distanz verloren, die zur Rolle des gnadenlosen Medien-Spötters gehört. Und dazu passt eben auch, dass er solche überspitzen Vorwürfe jetzt mit vollem Ernst publiziert. Das war beim Thema Grass schon zu beobachten. Von Augstein und Grass zu behaupten, dass sie irgendwie doch Nazis seien, ist nicht mehr witzig, hat einfach keine Pointe, es ist maßlos überzogen und unglaubwürdig. Da hat der Meister der Polemik seinen Stil verloren, sein Gefühl für Sprache und Witz.
Sprich: Er beherrscht sein eigentliches Handwerk nicht mehr. Denn eigentlich ist der Lohnsatiriker ein Opportunist, der alles aufs Korn nimmt, was ihm vor die Flinte kommt. Das Hauptziel ist ja die Satire, also der gute Witz (siehe “Eure Mütter” in dem Titel “Der Typ, der bei der GEMA die Titel eingibt, ist ein ganz blöder Penner.”: “Doch was tut man nicht alles für einen guten Witz”). Die quasi offizielle Einstufung Augsteins als Antisemit ist kein Witz, ist auch nicht als Witz gemeint. Er kann es also nicht mehr.
Er wäre nicht der erste, der in der Öffentlichkeit zusehends herumpoltert und die KOntrolle über sein Temperament verliert. Man denke nur an Arnulf Baring, wenn er einem LINKEN-Mitglied über den Weg läuft.
Augstein hat richtigerweise bisher Broder Angriffe einfach abprallen lassen, da musste Broder jetzt hinterrücks über SWC gehen – was natürlich zeigt wie tief Broder inzwischen in der Gosse landet ist.
Die Wirkungsmächtigkeit des SWC ist hierzulande sehr begrenzt, denk ich mal, also ich glaub nichts das Phönix jetzt die z.B. die Sendung da absetzt….
Diesen Eindruck kann man bekommen. Ich bitte jedoch zwei Sachen zu bedenken:
1) Broder war schon immer ein Selbstdarsteller. Ich kenne da Stories von Leuten, die ihn schon seit Studentenzeiten kennen und ihn schon damals für ein “egozentrisches A….” hielten.
2) Broder verdient mit seinem pathologischen Wahnwitz sehr viel Geld. Sein böses Spiel mit dem Antisemtismus ist bare Münze wert. Er hat es als eine Art Geschäftsmodell erkannt und melkt die Kuh, solange er kann. Mal ganz ehrlich – was wäre Broder ohne den Antisemitismus und ohne Keule? Doch nur ein alberner Rassist, der nicht für die WELT, sondern für PI schreiben würde und von dem niemand Notiz nehmen würde.
Klar ist die Antisemitismuskeule Teil des Geschäftsmodells Broder. Aber ich glaube, dass man dazu einen gewissen Zynismus oder eine ironische Distanz braucht, um es als Instrument des Geldverdienens zu verwenden. Es ist eine Art Handwerk. Man verspottet Leute, macht sie mit harter Polemik madig, aber letztlich will man damit sein Publikum unterhalten. Also muss es auch etwas zu lachen geben für die Unbeteiligten und die Fans. Eine Polemik bietet solche Pointen, eben auf Kosten des Anderen, aber der Witz ist da. Die Nummer mit dem SWC ist gänzlich pointenfrei, sie ist nur noch bösartig. Ich weiß nicht, wer sich dadurch noch unterhalten fühlt.
Dann ist es also reiner Zynismus und keine Ironie, was Broder treibt. Mein Reden ;-)
also sein auftritt mit sarrazin in london war mehr als nur zynisch. und sein kommentar zu breivik auch. und genau in die gleiche kerbe, bösartigkeit, schlägt er bei augstein auch.
Das Spiel mit den Antisemitismus wird schon seit vielen Jahren erfolgreich in den Medien gespielt, Spielverderber wie Walser, Grass , die begriffen haben, wurden schnell der Lächerlichkeit preisgegeben oder eben mit diesem “Vorwurf “kälter gestellt. Ich glaube, dass wir schon im Spinnennetz solcher Meinungsmacher sind und wir, die demokratische Werte lieben, sollten diesen Überdrüssigen, die einzig in ihrer Sippe Bestätigung finden wollen, bloß stellen, als das, was sie sind Lobbyisten
¨Antisemitismuskeule als Geschäftsmodell¨, das trifft die Sache ziemlich gut! Deutschland ist dafür besonders gut geeignet, nicht nur wegen der dunklen Vergangenheit, sondern auch wegen seiner USA-Unterwürfigkeit. Ein Hüsteln aus den Staaten und schon wird der Kopf eingeozogen.
Auch Broder hat es schon geschafft, dass der Spiegelfechter ungewohnt vorsichtig ist, dabei kann der Mann ungestraft behaupten, Herr Augstein hätte in der Gestapo Karriere gemacht, was eine ungeheuerliche Beleidigung ist. Boris Palmer nannte er einen Dorfdeppen, etc..
Augstein hat richtig reagiert: er bleibt ganz ruhig und freut sich über die Werbung für seinen Freitag durch die Israel-Nazis.
@Michael Lohmann
Ich kann nicht widerstehen:
Vielleicht: “Broderwerb”
oder (er nennt sich ja Publizist/Journalist): “Broderverb”
:-)
Der letzte Satz in Minkmars Artikel ist der entscheidende:
Es geht NICHT um Israel an sich, sondern um die politische Rechte dort.
Das hat man ja schön in Amerika gesehen. 8 Jahre war jede Kritik, jede Ablehnung des amtierenden Präsidenten gleich Antiamerikanismus. und der AA (man muss das ja mittlerweile abkürzen, so häufig wird mit diesen Begriffen herumgefuchtelt) ist ja bekanntermassen die grosse Schwester (oder der kleine Bruder?) des AS, und Leute die AA/AS haben, sind auch Extremisten, irgendwie Kommunistennazis.
Aber seit 2009 ist das anders. Nun darf man, gerne auch polemisch, gerne auch persönlich (Muslim, Birther), gegen den US-Präsidenten schiessen. Nach den alten Standards wäre die Tea-Party ein Haufen von amerikahassenden Vaterlandsverrätern gewesen, aber jetzt ist der US-Präsi ja eine Art “Linker”, JETZT ist es erlaubt.
Und falls mal in Israel Linker, ein Moderater zum MP gewählt, dann, das prophezeie ich mal einfach so, wird Broder als allererster zum “Antisemiten”.
Was mich am meisten stört ist der Versuch die Deutungshoheit zu erlangen.
Wenn Broder sich zum Bestimmer aufschwingt und das Simon-Wiesenthal-Center ihn dabei unterstützt, dann ist die Auseinandersetzung mit Antisemitismus gestorben.
Aber diese Vorgehensweise kennen und erleben wir doch täglich.
Das dies zur Vernichtung der Demokratie durch Verbot der Diskussion führt, ist für die “Deutungsherrscher” kein Problem sondern das Ziel.
Ach so, und das HMB vom SWC als “respected” geführt wird, ist doch schon ein Witz.
Wobei – das schlimme ist ja, das es stimmt. Er gilt es wirklich.
Die Rechten haben schon lange die Meinungs- und Deutungshoheit in diesem Land.
Selbst die taz hat sich erblödet, diesem Unsinn noch eine höhere Weihe zu verleihen:
“Jakob Augstein: Auszeichnung für Antisemitismus”
http://www.taz.de/Jakob-Augstein/!108179/
Es steht zu bezweifeln, dass die lahme TAZ überhaupt höhere Weihen geben kann.
Ach der Hendryk. er ist halt Deutscher. Und als solcher, ganz ähnlich wie die durch und durch deutsch geprägte Nomenklatura Israels, sagen wir mal, nunja, ein wenig eigenartig. Er ist, denke ich, deshalb oft so aufgeregt (hoffentlich leidet er nicht an Inkontinenz, sonst könnt es öfter mal ein Unglück geschehen…), weil er im Geiste ein Bruder aller Antisemiten ist.
Er tut mir einfach oft verdammt leid, der Hendryk, kommen doch im Alter die ganzen Wesenszüge zum tragen, die schon das Großdeutsche Reich berühmt/berüchtigt gemacht haben…
Man kann seine Herkunft halt nur schlecht verleugnen, auch wenn man Broder heisst und glaubt außerhalb dieses Haufens an Fehlsozialisation zu stehen.
Uii, wir warten auf die Gutachsigen..
Broder ist in Polen geboren, Sohn einer polnisch-jüdischen Familie.
Da hat sich wieder mal jemand selbst entlarvt.
Was wäre eine Diskussion wie diese ohne die Gesinnungspolizei? Und wo Broder geboren ist, spielt doch überhaupt keine Rolle. Er ist deutsch sozialisiert, wie so viele herauragende Juden des letzen Jahrhunderts, oder möchte der Herr Gesinnungswächter das bestreiten?
Die Opfer deutscher Überheblichkeit und Großmannssucht können ja, je nach Perspektive variieren, der Wesenszug bleibt deshalb doch erhalten.
Wichtig ist, dass man sich moralisch und auch sonst über andere erheben kann. Dabei spielt es doch gar keine Rolle, ob es der Muselmane, der faule Grieche, der barbarische Russe, oder sonst einer ist, der nicht so zu sein scheint wie ICH (oder Broder)
Fragen Sie doch einfach mal den Durchschnittsteutonen welche Landsmannschaft er ex Teutonia bewundert… Bestenfalls ernten Sie Schweigen, schlimmstenfalls erhalten Sie Broder.
Allein die Überschrift zu dem Artikel auf der Webseite des Zentrums reicht schon, um nach Differenzierung zu fragen:
“2012 Top Ten Anti-Israel/Anti-Semitic Slurs: Mainstream Anti-Semitism Threatens World Peace”
Ist aber ganz schön krass, der Augstein da mit Bild in der Liste. Der will ja auch mal verreisen und wer weiß, was das für Auswirkungen hat für ihn auf lange Sicht…
Andererseits ist es auch irgendwie lustig die geteilte Wahrnehmug des Herrn Broder. An der Uni kann sein Geschreibe nur als zu analysierender Text für Proseminare verwendet werden, woanders gilt er als Experte….
Nana, die Sozialwissenschaften können mit Broders Texten sicher bis zum Magister arbeiten. Allen voran die Psychoanalyse.
War das jetzt ein Seitenheib auf die Sozialwissenschaftler :D ?
Die Aussage ist aber nicht verkehrt. Wer eine Magisterarbeit über Broder und z.B. die Kommunikation in Konflikten schreiben möchte, findet sicherlich genug Textstellen.
Allerdings wäre das auch eine Arbeit, die kein Risiko in der abschliessenden Bewertung eingehen müsste und daher die Prüfer langweilen könnte.
Zum Berufsjuden Broder gibt es eigentlich schon lange nichts mehr zu sagen. Rhetorisch ein Schüler Freislers. Obendrein ist er ein hoffnungsloser Angeber. Zu beschönigen gibt es da nichts.
Ich erinnere mal kurz bereits auf die auf Spiegelfechter bereits abgehandelte Sache mit Tübingens OB Boris Palmer (-> Stuttgarter Nachrichten: Broder an Palmer an Broder).
Im australischen Vernakular würde ich formulieren “I would not piss on him if he were on fire.”
Das essentielle Problem sehe ich darin, dass durch die von Israel angestrebte enge Verknüpfung des Begriffes “jüdisch” mit Israel – Israel wünscht ja von den Palästinensern, und niemanden sonst, explizit die Anerkennung als jüdischer Staat – antisemitismus geschürt wird; was wohl aus mehreren Aspekten heraus gewünscht ist, wohl alleine schon darum um als “Opfer” milder in unmenschlichsten Aktionen betrachtet zu werden. Auch die jüdischen Verbände tun sich keinen gefallen, wenn sie sich ständig quasi kritiklos mit Israel identifizieren.
Aus Auslandsdeutscher habe ich mich durchaus auch mit dem Verhalten von deutschen Vereinen zur Zeit des Dritten Reichs befasst. Da hat man sich großenteils nicht vorbehaltlos mit Adolf & Co. identifiziert. Da gab es zumindest oft große Streitereien. Ich merke an, dass hier meine Feststellungen darauf beruhen, dass die Aktionen des Staates Israel völkerrechtlich zumindest umstritten sind. Da stimmen teilweise nur die USA, Mikronesien (oder Palau, oder sowas) und Australien für Israel in der UNO. Das waren in der Tat mal nur diese drei!
Was das Simon Wiesenthal Center anbelangt, dessen Zeit ist abgelaufen. Wieviele 90-jährige wollen die noch im Rollstuhl vor den Kadi rollen? Da haben sie sich jetzt noch eine billige Schlagzeile eingeholt, die die dortigen Honoratioren noch ein paar Tausender extra Spenden einbringt. Ansonsten ist das eine Organisation die ihren Zweck erfüllt hat.
Wie die übrigens die pro-israelische Korruption in der Praxis aussieht sei einmal hier ganz kurz an einem Beispiel dargestellt: Frau Julia Gillard ist australische Ministerpräsidentin. Kurz nach ihrem Amtsantritt 2010 wurde von einem substantiellen Mitglied der jüdischen Gemeinschaft festgestellt, dass ihr Lebenspartner Tim Mathieson, der bislang vor allem als Gebraucht-Jeans-Verkäufer, Friseur, und Türeklopfer für Haarpflegemittel der allerorts unbekannten Marke “PPS” bekannt war, als Verkäufer für hochpreisige Immobilienprojekte anstellungsfähig ist (eine Feststellung die bei Wikipedia, weder Englisch noch Deutsch, trotz Belegen aller Art nicht bestandsfähig ist). Bei der kürzlichen Abstimmung in der UNO über Israel erforderte es eine Kampfabstimmung innerhalb des Kabinetts um zu verhindern, dass Australien mit den USA, Palau und sechs weiteren gegen Palästina stimmte.
Zurück zum Thema: spätestens mit seiner Gestapo-Einlassung hat Broder endgültig den Teil der Fahnenstange erreicht, der sonst nur noch von Hunden mit derem Urin besuhlt wird. Das absolut untere Ende ist erreicht. In jeglicher Gesellschaft in der rudimentäre Anstandsbegriffe noch von Wert sind wäre er nun ein Ausgestossener. Aber ich nehme mal an, dass er noch für lange Zeit für Qualitätsmedien aller Art noch weit höhere moralische Strahlkraft haben wird als irgendwelche “jenseits ihrer Schaffenskraft angelangte” (Deutsche Welle) Literaturnobelpreisträger.
@OAlexander
Ja, Broders Beliebtheit finde ich erstaunlich – ähnlich wie Merkels “ungebrochene Beliebtheit”:
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/was-kanzlerin-merkel-im-wahljahr-2013-tun-muss-a-875395.html
Es ist nicht einfach zu eruieren, woran das liegen mag. Zum einen gibt es ja offensichtlich Millionen von BILD-Lesern, die vielleicht eines der BILD-Mantras (“Das wird man ja doch noch sagen dürfen!”) in den Broderline-Publikationen erkennen und erfreut anerkennen. Zum anderen beobachte ich seit Jahren eine zumindest in Deutschland grassierende Affinität zum neuen Primitivismus, eine scheinbare Spasskultur mit Hang zu “lustigem” Extremismus und einer Abneigung gegenüber einer anstrengenden Detailtiefe. Da gibt es auf vielen Feldern Beispiele für – z.B. der “Comedy”-Erfolg eines Mario Barths. Die Verwahrlosung und Simplifizierung der Sprache in unseren “Qualitätsmedien” und/oder Intellektüllen-Blättchen. Nicht zuletzt die Musikkultur und die Wertschätzung dieser (ein ganz persönliches Anliegen).
Vielleicht sind die Broders Symptome einer degenerierenden, in bedingungslose Egomanie abdriftenden Gesellschaft?
Nachtrag: Auch Dir und den anderen Kommentatoren wünsche ich ein besseres, neues Jahr :-).
@OAlexander
Danke für das Link, der Mehlverkehr Broder-Palmer-Broder iss ja Obersahne. Was lernen wir:
(Spätestens) dies gelesen und Broder hat sich definitiv selbst erledigt und, btw, Leichtmatrose A. bekommt halt nie ‘n Kapitänspatent!
Der Briefwechsel ist wirklich sehr aufschlussreich.
Es ist eine Schande, dass dieser unsägliche Broder noch immer ernst genommen wird. Wenn seine Polemiken wenigstens auch nur einen Hauch von Intelligenz besitzen würden …
Nun. Die Medien benötigen wohl solche Schreihälse.
Keinen Gefallen tun sie nicht nur sich, sondern allen Juden.
Ich frag mich schon länger, ob diese (zwar selbsternannten – aber ziemlich offiziell wirkenden) Juden-Vertreter überhaupt merken, welchen Bärendienst die meisten Aktionen “ihren Leuten” erweisen. Auch der deutsche ZdJ ist da keine Ausnahme.
Unterdurchschnittlich intelligente (also die Hälfte aller) Menschen differenzieren gewöhnlich weniger, und reagieren auf solche, nicht grad Sympathie-fördernde, Aktionen im Extremfall dann mit was… & die Schlange beißt sich in den Schwanz.
Guten Anteil daran haben auch unsere ÖR-Medien, die beim Thema Israel regelmäßig Bilderbuch-Ultras wie Wolffsohn etc vorführen, während jeder halbwegs liberale Jude, der auch mal Grass verteidigt oder sogar Israel kritisiert(!) absolutes No-Go ist.
Ohne Internet – und sogar da muß man schon aktiv suchen – könnte man tatsächlich meinen, alle Juden/Israelis wären 200%ige Rechtskonservative.
ob das Ziel gerade bei der speziellen SMC-Aktion entweder darin besteht, Israel-Kritik endgültig mit Antisemitismus gleichzusetzen, oder ihn möglichst weit zu verbreiteten, bin ich mir noch nicht sicher
Auf der guten Achse ist eine Art Antwort auf Minkmar erschienen:
http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/antisemiten_sind_immer_die_anderen/
Na keine Antwort, die verlinken einfach den nächstbesten Text von einem anderen libertären Welt-Autor – kann man unter Folklore abbuchen.
Menschen, deren Beruf es ist, ein Land oder auch nur ein Volk zu vertreten, die nennt man für gewöhnlich Botschafter und die genießen auch ziemliches Ansehen.
Broder ist von Beruf sicher alles, aber eben kein Botschafter und so wie ich das mitbekommen habe, ist das Ansehen von Broder seit Jahren eher ein Trümmerhaufen.
Der Mann sollte sein Alter genießen und ansonsten der Welt ihren Frieden vor ihm gönnen.
SPON – die deutsche Internet Bibel – ignoriert das ganze Thema sehr erfolgreich. Habe ich da was übersehen? Besuch beim Optiker angesagt?
Warten auf Fleischhauer…
Genug gewartet: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/antisemitismus-debatte-der-fall-augstein-a-875976.html
Erstmals stimme ich einer Fleischhauer-Kolumne großteils zu, das gabs idT noch nie. ;-)
(Natürlich stellen sich Spiegel-Leute hinter Spiegel-Leute, aber in dieser absurden Kiste kann man sich nur auf Augsteins Seite verorten, wenn man seine 5 Sinne beisammen hat).
Ein Großteil der Kommentare darunter sind allerdings, wie bei SPON leider üblich, brechreizerregend.
Grüße
Broder hat für mich meist ein hohen Unterhaltungswert. Serdar Somuncu hat Broder mal ganz gut beschrieben:
http://www.youtube.com/watch?v=iXaiczcUVBw
Sehr treffend, wie ich finde.
Serdar bringt das schon gut auf den Punkt.
Was am Holzmedientroll HMB unterhaltsam sein soll, ist mir schleierhaft. Ich finde seine “Beiträge” ausschließlich überflüssig, d.h. sie sind ohne jeden informellen Mehrwert. ich konnte daraus nichts lernen. Nichtmal Denkanstöße lieferte dieser Troll mir jemals. Er hat immer nur genervt, bis er schließlich auf meine Ignore-Liste gekommen ist.
Aber vielleicht bin ich auch zu blöde. Zehntausende seiner PI-Fans können sich doch schließlich nicht irren, oder?
Broder verkörpert die Israel- Lobby, aber er ist nur einer unter vielen, die sich in europäischen Medien etablieren als Fuß in den Türen
Broder ist für exakt eines Experte: fürs Thema Aufmerksamkeitsökonomie. Darin ist er ungeschlagen, er schafft es, mit jedem Stammtischbullshit Aufmerksamkeit zu erzeugen. Dass das Simon-Wiesenthal-Center auf den reinfällt, zeigt nur seine Versiertheit.
Broder betreibt Rufmord, und das weiß er auch. Es ist seine Form der Machtausübung.
Lustigerweise arbeitet er selbst mit deutschen Rechtsradikalen zusammen.
Mehr dazu und zu Broder überhaupt:
http://exportabel.wordpress.com/?s=broder
Das SWC wird interessanterweise nicht von Wissenschaftlern geleitet, sondern von Rabbinern – es ist also eher eine religiöse Bedürfnisanstalt.
2005 wurde Hugo Chavez Antisemitismus unterstellt, was selbst von der venezolanischen Jüdischen Gemeinde zurückgewiesen wurde: http://de.wikipedia.org/wiki/Simon_Wiesenthal_Center
In den Antisemi-Jahrescharts 2011 wurden ja etwa Mikis Theodorakis, Christian Dior oder der linke Kommunalpolitiker Hermann Dierkes als Entrys gelistet.
Mich erinnert das Ganze an die (moralin-)”Saure Gurke”, jenen Fernsehschmähpreis für vermeintliche Frauenfeindlichkeit. Selbst harmloseste Frotzeleien wurden da TV-Größen wie H.-J. Kulenkampff oder Jochen Busse schnell zum Verhängnis: http://de.wikipedia.org/wiki/Saure_Gurke_%28Auszeichnung%29
Harald Schmidt beschwerte sich witzigerweise darüber, als Preisträger da stets übergangen worden zu sein. Wenn Augstein tough drauf wäre, könnte er ja in seiner Kolumne ähnlich reagieren: Nur Platz 9 – schade!
Yep, finde es auch recht aufschlußreich,, welche Positionen das SWC zu Fragen wie einem potientiellen Verteidigungsminister Chuck Hagel oder den Bau des muslimischen Gemeindezentrums Park51 einnimmt.
Der Broder pisst mal wieder jemandem ans Bein, und in Kalifornien wird er vielleicht noch als ehemaliger Kandidat für den Vorsitz des ZdJ ernstgenommen.
Danke, zur Kenntnis genommen und unter “Umgefallene Säcke Reis in China” abgeheftet.
Bei seiner Kandidatur warb er ja u.a. für kreative Gesetzesänderungen:
Er tanzt auch gerne Walser:
http://www.tagesspiegel.de/meinung/kommentare/zentralrat-der-juden-henryk-m-broder-meine-kippa-liegt-im-ring/1282018.html
Ach, seine Kandidatur war doch gar nicht ernst gemeint.
Aber das steht in der englischen Wiki bestimmt nicht drin.
(Hab ich jetzt nicht überprüft.)
Stattdessen steht da wahrscheinlich, daß er für “Die Welt” schreibt (Oh, “The World”, sounds importend, und hat ja auch ne hohe Auflage.), und wenn ich dann daran denke, daß das Rabbis sind beim SWC, wie du in #32 schreibst, dann fühle ich mich irgendwie wie in einen Woody-Allen-Film versetzt.
Ich weiss nicht, ob ich das Zitat jetzt richtig verstehe, aber da geb ich dem Broder mal recht, wir hätten eine Gedenkstätte für alle Opfer des Nationalsozialismus gebraucht.
Als wir die zentrale Gedenkstätte für die jüdischen Opfer bekamen, war klar, daß wir für jede Opfergruppe ein eigenes Mahnmal brauchen.
Deshalb haben wir ein Mahnmal für die Sinti und Roma, eins für die Schwulen und Lesben (obwohl Lesben von den Nazis gar nicht verfolgt wurden); wir brauchen eins für die Christen, eins für die Sozialdemokraten, eins für die Kommunisten, selbstverständlich eins für Deserteure, und natürlich auch eins für Straftäter, die ja auch zu unrecht in KZs verschleppt wurden.
Die Eröffnung einer Gedenkstätte für die von den Nazis ermordeten Straftäter würde ich mir ja mal gern ansehen.
Augsteins Reaktion fand ich sehr souverän.
gab es denn bisher eine? ich hab nur von einem f***book-kommentar gelesen. (heute nachmittag)
Ich bin für die Variante Rafael van der Augstein vs. Sylvie van der Broder.
Ohne Kopfschutz.
;-)
Mal ne unschuldige Frage ans Forum: Was ist eigentlich Antisemitismus? Wann darf man jemand zu Recht als Antisemiten bezeichnen?
Und an alle, die an Augsteins Kommentaren zu Israel nicht zumindest ein Geschmäckle feststellen können: Wann hört Israelkritik auf, und wo fängt Antisemitismus an? Was müsste ich sagen, um nicht als idealistischer Isrealkritiker, sondern als Antisemit bezeichnet werden zu können?
Augstein tut gut daran, sich von Broders Diffamierung nicht provozieren zu lassen. Einen Profilneurotiker lässt man am besten ins Leere laufen.
Ich glaube, der Antisemitismusvorwurf als rhetorische Allzweckwaffe hat seine besten Tage hinter sich. Die Zeit, in der man seinen Mitmenschen einen Rassenhass gegen Semiten andichten konnte, weil sie eine Regierung im nahen Osten kritisieren, nähert sich ihrem Ende. Wahrscheinlich merkt Broder das, und versucht in Torschlusspanik noch mal alle Leute zu Antisemiten zu machen, die ihm einfallen ;)
Tja, zu Broder fällt einem nur noch der bekannte Witz ein:
Worin besteht der Unterschied zwischen Julius Streicher und Henryk M. Broder? – Antwort: Der eine Antisemit wurde in Nürnberg zu Recht gehängt, der Andere erfüllt immer noch lebend seine politische Funktion als rassistischer Agitator.
Da hat der abgehalfterte Pseudointellektuelle dem SWC doch einen schönen Bärendienst geleistet. “Wenn da solche Leute unter dem Label gelistet sind, dann wird der Rest ja auch nicht anders sein”.
(Aber man ist derlei Institutionsdemontage ja schon gewohnt. Wenn man nur erinnert, an wen der Friedensnobelpreis schon so ging ..)
Augstein als “Little Streicher” zu bezeichnen ist schon eine unfassbare Verharmlosung der Nazis. Man muss schon ziemlich hirnrissig sein, um auf so eine Aussage zu kommen. Naja, Who cares …
Schrecklicher Verdacht: Durch den medialen Antisemitismus in Deutschland werden solche trolligen Krawallos wie HMB oder Paolo Pinke als Vertreter der Juden künstlich aufgebaut :P
wie sagt man… FULL ACK?!
besonders zum letzten Punkt, schrecklicher Verdacht – nur ob das gewollt, unter-, oder wirklich nur unbewußt so geschieht weiß ich nicht.
Was mich an diesen und ähnlichen Diskursen (oder Kirmesprügeleien?) so frappiert, ist diese extreme, ja wie soll man es nennen, kognitive Dissonanz, Doppelmoral bei den Beteiligten von rechter Seite.
Man will -im Namen der Meinungsfreiheit- alles, auch beleidigende Sachen sagen dürfen, nicht nur über einzelne Personen, auch über ganze Völker, Griechen, Juden, Russen usw.
Wenn man aber selbst das Ziel von Kritik, vielleicht sogar Schmähkritik ist, spielt man das arme Opfer.
Im Schrank hab ich Patrick Bahner’s “Die Panikmacher” zu stehen. Kennt das noch jemand. Ich war bei der Lektüre ein bischen erstaunt, weil Bahners sehr zurückhaltend ist, selten wertend, kurz, er schießt (für meinen Geschmack) eigentlich fast mit Wattebäuschen.
Aber die Kritisierten sind sofort im Dreieck gesprungen, haben ihn wütend denunziert.
Zum Beispiel nannte ihn Bettina Röhl einen “furchtbaren Journalisten”, er ist also der neue freisler.
ind einer anderen Zeitung ließ man dieses Buch ausgerechnet von Ralph Giordano gast-rezensieren. Warum? Er ist doch befangen, von ihm kann man doch nur einen Verriss erwarten. Und sein Text begann auch mit dem Hinweis auf anonyme, antisemitische Schmähungen und Drohungen, um dann nahtlos zum Buch überzugehen. Wenig subtil wurde Bahners also in eine Rehie mit irgendwelchen Neonazis gestellt.
und diese Leute beschweren sich über die “Nazi-Keule”.
Hallo liebe Foristen,
das Thema wurde in meta tagesschau eben auch abgehandelt, auf sehr unfaire Weise wie ich finde. Ich weiß nicht wieviele Beiträge insgesamt wegzensiert wurden, aber was mich betrifft: ich kann schon noch bis zwei zählen.
Mein erster Beitrag war die Replik auf diesen Kommentar :
Ich habe dazu geschrieben:
10:32 — Maria-José Blumen
“Israel mag in vieler Hinsicht kritisierbar sein, aber weder ist es expansiv”
Sehr geehrter Forist
Siedlungen im Westjordanland, Ost-Jerusalem,
Vertreibung von Palästinensern sind Ihres Erachtens “nicht expansiv”, das müssten Sie aber bitte doch mal näher erklären.
Vielleicht haben wir unterschiedliche Auffassungen von expansiv.
Nach etwa einer viertel Stunde erreichte der Beitrag den Status:
Der Kommentar wurde von der Moderation nicht freigegeben
Dann gab es einen weiteren Versuch von mir, auf falsche Behauptungen eines Teilnehmers zu antworten.
hier mein Beitrag:
tagtest
Sie schreiben “Aber ich stimme mit Ihnen überein, dass es Augstein für einen Antisemiten a la Ahmadinedjad vollständig an genuinen “Hass auf Juden” mangelt.”
Wie kommt es dann, dass im Iran die Juden toleriert werden. Wenn er sie hassen würde würde er ihnen doch wohl nicht gestatten, dass sie ihre Religion ausüben bzw. man würde doch in der Zeitung lesen können, dass immer mehr Juden den Iran verlassen ?”
Es dauerte etwa eine Stunde, andere Beiträge wurden freigeschaltet, und ich malte mir die Pein und Schmerzen der Moderatoren aus, die nun im öffentlichrechlichen Begutachtungsraum vor der Frage standen, was sie mit diesem Beitrag machen sollen.
Ich betätigte des öfteren die refresh taste und stellte zu meiner vollen Zufriedenheit fest der Status war unverändert: Der Kommentar wartet auf die Freigabe durch die Moderation.
Gut so, Eure Qualen seien Euch von Herzen gegönnt!
Dann, schließlich, hatte man eine Lösung des Problems gefunden – eine Stunde nachdem ich meinen Beitrag den Herren zur gefälligen Prüfung dargeboten – kam diese Wendung.
Schließung der Kommentarfunktion
3. Januar 2013 – 14:38 — Moderation
Sehr geehrte User,
die Meldung wurde bereits sehr stark diskutiert. Alle wesentlichen Argumente sind genannt. Entscheidende neue Aspekte, die einer konstruktiven Diskussion förderlich wären, sind nicht mehr hinzugekommen. Deshalb haben wir beschlossen die Kommentarfunktion zu schließen.
Ihre Redaktion
Sauber , da fragt man sich ob der Wortstamm von Moderator (modern, faul rumlümmeln und auf das Ende warten) ist, und somit ausreichend und unmissverständlich die Aktivität dieser Personen beschreibt.
Was die Tagesschau angeht: Dort zu kommentieren kann man sich leider sparen. Ich jedenfalls habe keinen Bock mehr, mich dieser “Moderation” dort auszuliefern. Die Kriterien, nach denen die dort “freischalten” oder löschen sind mir völlig schleierhaft.
Solange man nichts “neben der quasioffiziellen Mainstream-Linie” schreibt, wird das mit relativ hoher Wahrscheinlichkeit freigeschaltet.
Aber:
- Die scheinen einen Wortfilter zu nutzen. Schreib doch mal was mit “Redaktion” oder “Tagesschau”. Die Chancen auf Freischaltung werden enorm sinken.
- Ebenso zählen die anscheinend die Löschungen pro Account mit. D.h. wenn du einmal auf deren “Liste” bist, dann hast du es um so schwerer.
- Dazu kommt noch dieser schwachsinnige 5 Stunden-Zeitraum (maximal!), der besonders bei Meldungen spät nachts völlig witzlos ist.
- Durch die minutenlange Moderationswarteschlange ist ein Meinungsaustausch zäh und nervenaufreibend – allzumal ja auch nur ein Bruchteil der Kommentare überhaupt “durchkommen”.
- Dazu kommt noch, das die Moderation häufig nichtmal halbwegs neutral ist. Es gibt da nach meiner Erfahrung durchaus Typen, die so gut wie jeden israelkritischen Beitrag weglöschen. Dein Beispiel scheint so ein Fall.
Fazit: Das System ist ein Haufen >>Scheisse<>widerliche Arschlöcher<<. Es wäre echt besser, die würden diese Pseudokommentarfunktion ganz dicht machen. So wie das System aufgebaut ist, hätte es bei der "Aktuellen Kamera" nicht wesentlich anders ausgesehen. Ehrlich, kein Witz – die hätten das ganz ähnlich aufgezogen!
Mich wundert es, dass es noch kein Forum im Netz gibt, welches sich explizit diesem "Zensur"-Problem dort zuwendet. Nötig wäre es meines erachtens.
Zweiter Versuch, habe beim ersten mal das tag nicht geschlossen das Ergebnis: verheerend.
Hallo liebe Foristen,
das Thema wurde in meta tagesschau eben auch abgehandelt, auf sehr unfaire Weise wie ich finde. Ich weiß nicht wieviele Beiträge insgesamt wegzensiert wurden, aber was mich betrifft: ich kann schon noch bis zwei zählen.
Mein erster Beitrag war die Replik auf diesen Kommentar :
10:32 — Maria-José Blumen
“Israel mag in vieler Hinsicht kritisierbar sein, aber weder ist es expansiv”
Sehr geehrter Forist
Siedlungen im Westjordanland, Ost-Jerusalem,
Vertreibung von Palästinensern sind Ihres Erachtens “nicht expansiv”, das müssten Sie aber bitte doch mal näher erklären.
Vielleicht haben wir unterschiedliche Auffassungen von expansiv.
———————
Nach etwa einer viertel Stunde erreichte der Beitrag den Status:
Der Kommentar wurde von der Moderation nicht freigegeben
Dann gab es einen weiteren Versuch von mir, auf falsche Behauptungen eines Teilnehmers zu antworten.
hier mein Beitrag:
tagtest
Sie schreiben “Aber ich stimme mit Ihnen überein, dass es Augstein für einen Antisemiten a la Ahmadinedjad vollständig an genuinen “Hass auf Juden” mangelt.”
Wie kommt es dann, dass im Iran die Juden toleriert werden. Wenn er sie hassen würde würde er ihnen doch wohl nicht gestatten, dass sie ihre Religion ausüben bzw. man würde doch in der Zeitung lesen können, dass immer mehr Juden den Iran verlassen ?
———————-
Es dauerte etwa eine Stunde, andere Beiträge wurden freigeschaltet, und ich malte mir die Pein und Schmerzen der Moderatoren aus, die nun im öffentlichrechlichen Begutachtungsraum vor der Frage standen, was sie mit diesem Beitrag machen sollen.
Ich betätigte des öfteren die refresh taste und stellte zu meiner vollen Zufriedenheit fest der Status war unverändert: Der Kommentar wartet auf die Freigabe durch die Moderation.
Gut so, Eure Qualen seien Euch von Herzen gegönnt!
Dann, schließlich, hatte man eine Lösung des Problems gefunden – eine Stunde nachdem ich meinen Beitrag den Herren zur gefälligen Prüfung dargeboten – kam diese Wendung.
Schließung der Kommentarfunktion
3. Januar 2013 – 14:38 — Moderation
Sehr geehrte User,
die Meldung wurde bereits sehr stark diskutiert. Alle wesentlichen Argumente sind genannt. Entscheidende neue Aspekte, die einer konstruktiven Diskussion förderlich wären, sind nicht mehr hinzugekommen. Deshalb haben wir beschlossen die Kommentarfunktion zu schließen.
Ihre Redaktion
Sauber , da fragt man sich ob der Wortstamm von Moderator (modern, faul rumlümmeln und auf das Ende warten) ist, und somit ausreichend und unmissverständlich die Aktivität dieser Personen beschreibt.
Meinungsfreiheit gibt es in Foren auf deutschem “Staatsgebiet” nicht mehr. Man kann das nur hinbekommen, indem man die Internetpräsenz in bestimmte andere Länder verlegt. Vor allem Nazis und anderes Gesindel nutzen diese Möglichkeit.
Überhaupt ist das mit der Meinungsfreiheit so eine Sache. Die Anforderungen an eine Meinung sind ja gering. Will man seine Meinung jedoch veröffentlichen, steigen für den Normalbürger die Anforderungen – groteskerweise nicht im Hinblick auf Qualität sondern im Hinblick auf Konformität. Leute wie Broder haben sich einen Schutzraum geschaffen, in dem sie nach Belieben schalten und walten können. Schon manch einer hat die Grenzen dieses Schutzraumes irgendwann einmal falsch eingeschätzt.
… zitierte Broder “den Redaktionsleiter, ein netter Mann mit schwäbischem Migrationshintergrund.” Ich stelle schlicht und einfach fest, dass er zu dem Zeitpunkt bereits gefeuert war. Nichts anderes bedeutet so eine Formulierung. Dass es dem Redaktionsleiter anscheinend gelang im Gespräch mit Broder rhetorische Luftüberlegenheit zu erlangen so dass Broder aufbrausend und stolz wurde und sich in dem Gespräch wohl soweit ins Aus manövrierte, dass er zurücktrat, zeugt von den mangelnden Qualitäten Broders und den Stärken des Schwaben.
Er hat ja noch den Job bei der Welt, und die Leute dort mögen den dort anscheinend.
(Der Spiegelfechter hat die Kommentare aber ordentlich durcheinandergebracht, meine erste Antwort steht unter deinem ersten, kaputten Kommentar)
Hab gerade mal ein kommentar-Experiment auf Tagesschau.de gemacht. Unter diesem wertlosen aber thematisch unverfänglichen und politisch neutralen “Messebericht” hier
http://www.tagesschau.de/wirtschaft/ces132.html
habe ich erst einen Kommentar gepostet, der den Autor darauf hinwies, dass vierfache Pixelanzahl nicht vierfache Auflösung bedeutet. Den Fehler hat er nämlich in seinem Artikelchen gemacht. Weiterhin habe ich daraufhingewiesen, dass es nicht sonderlich verwunderlich ist, wenn man auf einer Messe in den USA einen Trend zu “immer größer” ausmachen kann und dort auch Produkte gegen Übergewicht vorgestellt werden.
Zur Mehrwertsteigerung hab ich noch auf ein bizarres Riesentablet von Lenovo verlinkt, welches dort auch vorgestellt wurde:
http://macdailynews.com/2013/01/07/lenovo-to-release-27-inch-windows-8-table-tablet-starting-at-1699/
Der Kommentar wurde nicht freigeschaltet. Wohl wegen der Kritik am Autor? Oder weil er “antiamerikanisch” gedeutet werden kann? Weiss der Teufel.
Ich hab dann ein wenig später mal dem Autoren Wolfgang Stuflesser probeweise gelobt und gedankt. Und siehe da: Die Moderatoren haben den Beitrag natürlich sofort freigeschaltet!
http://meta.tagesschau.de/id/68747/elektronikmesse-ces-von-phablets-und-smarten-fernseh-giganten#comment-916876
Wie in der DDR. Ehrlich! Jämmerliche Idioten dort. Furchtbar. Genosse Honecker hätte die Zuschauerbeteiligung nicht besser organisieren lassen.
Positiver Nebeneffekt:
http://www.welt.de/debatte/henryk-m-broder/article112394679/Warum-ich-nicht-mehr-fuer-den-RBB-kommentiere.html
Bei Lektüre der Leserkommentare unter diesem Artikel kommt einem das Abendessen hoch.
Das macht schon Mut, immer mehr Leute durchschauen das Spiel von Broder. Es wird natürlich noch eine Ewigkeit dauern, bis es die Leser der WELT begreifen, damit war zu rechnen.
ich versuche mal das, was da von broder niedergeschrieben und seinen fans kommentiert steht, zu sortieren. also der sender will ihn nicht in seinem programm haben sondern statt dessen eine antisemitismusdebatte führen. broder meint, wenn ihr mich nicht wollt, dann streike ich und komme nicht mehr. die fans jubeln laut über broders ‘standhaftigkeit’. und jetzt: auf welt-online wird dieser ganze kindergarten vorgeführt. das ist ja völlig abgefahren! was is’n das für ein ponyhof???
Sehr schön ist auch, dass da einige Holzköpfe Broder dafür loben, dass er dem Linksrotgrünen-Gutmenschen-weissderteufelwas – wie hieß der gleich, Augstein? – endlich mal die Wahrheit gesagt hat – obwohl er damit Gefahr läuft, damit im “politisch korrekten Gesinnungskontext” des RBB anzuecken!
Antisemitisumsvorwürfe aufgrund von “Israelkritik” sind ja sowas von “Politisch-Inkorrekt” und sowas von unterdrückt! LOL
Naja. Publikum des Springerverlags. Was kann man da schon erwarten.
Vielleicht bietet ihm der Kopp-Verlag Asyl. Oder Elsässer. Oder beide.
Mit Elsässer hat er sich doch auch verzofft ;-)
Ist halt wie in der FDP-Spitze. ;-)
¨Das eigentlich seriöse Simon-Wiesenthal-Center veröffentlichte kurz vor Jahresende seine Liste mit der Top 10 der internationalen Antisemiten und Israel-Hasse – darunter findet sich an Position Nummer Neun niemand anderes als der deutsche Publizist Jakob Augstein.¨
Ich hatte jetzt die Zeit, die verlinkte PDF zu lesen (vielen Dank!): falls das Simon-Wiesenthal-Center jemals seriös war (ich kann das nicht beurteilen), künftig kann man allenfalls noch die Vergangenheitsform benützen.
So eine Antisemitenhitliste an sich ist schon alles andere als seriös und wenn man dann noch die Begründungen liest … Bildzeitungsniveau, peinlich!
@er schon wieder:
Die Tagesschau, “Heute”, die gesamten ÖR (bis auf wenigste Ausnahmen) sind reine Propagandainstrumente. Unsere Medien stehn der DDR-Propaganda mittlerweile in nichts mehr nach.
2 Unterschiede: unsere “freien” Medien-Vertreter prostituieren sich freiwillig — und in der DDR wußten die Leute wenigstens, was sie von ihren Medien zu halten haben. Hier dagegen halten die meisten die Tagesschau immer noch für die Seriosität höchstselbst.
Das Problem ist — ohne I-Net ist es so gut wie unmöglich, alternative Sichtweisen/ Hintergründe zu erfahren. 90% aller über TV & Print-Medien verfügbaren Infos bestätigen sich gegenseitig. Eine Krähe hackt der andern kein Auge aus.
Nur ist ein I-Net-Zugang halt keine Selbstverständlichkeit… wer sich keinen PC leisten kann, obdachlos, in Haft, etc … bleibt zwangsläufig ziemlich ahnungslos
stelle grad fest, mein eben geschriebener Text wurde auf Platz 45 platziert,
vor Comments von gestern… geht das jetzt nach Ranking? aber egal,
hier Fortsetzung @er schon wieder, Tagesschau & Co
gerade was Krisengebiete mit westl. Beteiligung betrifft, könnte die Berichterstattung genauso gut direkt von der NATO kommen.
Gerade beim Libyen-Krieg waren die Nachrichten derart dumm-dreist – den IQ der Zielgruppe niedrig einzuschätzen ist eine Sache…
aber wer seine Zuschauer ernsthaft für dermaßen blöd verkaufen will – wollte entweder richtig heftig mit dem Zaunpfahl winken – oder kann selber nicht der Hellste sein. Ein Beispiel:
die Rebellen führten einen Reporter in Räumlichkeiten, die als Folterwerkstätten vorgeführt werden. Die Gaddafi-Leute hätten die Folterungen auch dokumentiert, was ein großer Haufen Videokassetten neben TV-Gerät beweisen sollen…
Die Belege wären also da – was macht der Reporter? O-Ton: “was darauf zu sehn ist, will man sich gar nicht erst vorstellen”
Daß sich die Beweise als Micky-Maus-Filme rausstellen, wollte man dann wohl doch nicht riskieren…
Das ist ein technischer Fehler, der dann eintritt, wenn Kommentare gelöscht werden, auf die bereits geantwortet wurde. Dann stehen die Antworten immer ganz unten. Ich habe mal fix aufgeräumt, nun passt wieder alles.
Nachricht aus der Welt:
Broder erschlägt sich endgültig mit Antisemitismus-Keule …
… obwohl: Beim inflationären Gebrauch des schwammig definierbaren Vorwurfs dürfte er wohl einen Antisemitismus-Nunchaku sein Eigen nennen.
Carls Latuff
Nachdem der brasilianische Cartoonist Carls Latuff auch vom Simon Wiesenthal Club als hochantisemitisch eingestuft wird, hier ist eine Werkschau. Nicht mal eines von den orthodoxen Hutzelmännchen.
dafür aber jede Menge Geschmacklosigkeiten
@ Spiegelfechter
GESCHMACKLOS???
Carlos Latuff wuchs im Norden von Rio auf. Von dort wird man auch bis 2017 nur die folgenden Dinge in Fernsehen aufgetischt bekommen: das Maracanã-Stadion, die Brücke nach Nitéroi, den Flughafen, irgendeine der Sambaschulen und irgendein Community-Projekt. In seiner Jugend regierte noch das Militär mit straffer Hand, der Lebensstandard sank von Jahr zu Jahr, die Mittelklasse wurde quasi auf ein homöopathisches Maß reduziert. Nur die Anzahl der Morde nahm im Gleichschritt mit der Armut zu. Die erreichten schliesslich 50 pro Jahr und hunderttausend der Bevölkerung (USA 4, Deutschland 1). Todesschwadrone durchzogen die Stadt und töteten nach belieben und ungestraft Kriminelle, Verdächtige und andere Mißliebige. Noch bis vor zehn Jahren wurden im Zentrum von Rio systematisch obdachlose Kinder aufgelesen und ermordet. In der Nacht gab es regelmäßig aus allen Richtungen Schüsse zu hören – jede Nacht Silvester. Nach dem Abgang der Junta kam ein Fernsehsender auf die Idee, allabendlich ein sehr graphisches Programm mit den grausigsten Leichenfunden – in der Regel vor der Ermordung gefoltert, Gliedmaßen abgetrennt und alles was sonst noch grausam ist – vom Tage auszustrahlen. Die Sendung war beliebt und hielt sich lange. Erst an 2010 wurden zahlreiche Favelas in Rio vom brasilianischen Staat zurückerobert. Nicht von Polizeispezialeinheiten wie CORE oder Militärpolizeispezialeinheiten wie BOPE – beides Organisationen mit Totenkopf im Logo – sondern unter der Führung von Eliteeinheiten der regulären Streitkräfte und der Marine mit richtigen Kampfpanzern und und -hubschrubern. Die Besetzung bspw. des Complexo d’Alemão durch die Streitkräfte endete erst letztes Jahr und die etwa 70.000 Bewohner werden nun von 1.800 Zivil-, Militär- und UPP-Eiheiten bewacht. Bei der Übergabe wurden Polizisten getötet. (Vgl. 30.000 Polizisten bewachen 11 Millionen Bayern, relativ etwa 10% pro Kopf inklusive Verwaltung)
Das ist die geschmacklose Lebenswirklichkeit die formativ für Carlos Latuff war. Und jetzt misst er die heutige Welt an dieser und macht seine Cartoons in den kräftigen Farben Brasiliens mit genauso kräftigen Inhalten. Definitiv kein Weichzeichner. Im Vergleich zu vielen Graffiti die man in Rio sehen kann – im Fernsehen sieht man praktisch nur die mit brasilianischen Fahnen drauf – sind seine Cartoons noch ziemlich mild. Der allgemeine Diskurs, Humor oder auch sonst, kann in Brasilien sehr harsch sein. Da gab es vor ein, zwei Wochen auf eine höchst-renommierten Website im Sportteil über den kürzlich verstorbenen Architekten Oscar Niemeyer (Brasília) eine Bemerkung “der ist tot – das Heimweh der Kommunisten” – das war kein Leserkommentar, nein, eine Stellungnahme der Redaktion. Latuffs Cartoons zu Brasilien sind übrigens auch nicht milder als zum Rest der Welt.
Geschmacklos sind nicht die Cartoons, sondern die dahinter liegenden Anlässe. Geschmacklos ist, wenn die Bundesregierung wiedereinmal die “Konfkliktparteien zur Besonnenheit aufruft” und die “Aufnahme von Verhandlungen” anmahnt. Wie du, so trägt auch Latuff auf seine Art, ebenso erfolglos, zu etwas mehr Gerechtigkeit auf dem Planeten bei. Zurecht fühlt er sich stolz auf seine Auszeichnung aus New York, wie er das auch in einem Cartoon zum Ausdruck bringt.
Mein Lieblingscartoon von ihm zum nahen Osten ist das hier. Es beschreibt die Unteilbarkeit von Grundrechten. Aus deutscher Sicht, und auch britischer etc. darf das natürlich nicht mehr gefallen. Seit 15 oder 20 Jahren heißt so etwas relativieren und ist verboten. Womit der unselige Nationalsozialismus zu einer Warnung vor sich selbst degeneriert wurde. Anfangs der 1970er habe ich noch in der schule gelernt, dass es wichtig ist, Parallelen zu ziehen, damit man den Anfängen wehren kann. Linke und rechte Lehrer meinten das so. Warum sich die Pflichtdenke hier geändert hat? Freudiges spekulieren allerseits.
Zum Schluss bleibt für mich die lange überfällige Frage zustellen, wie häufig es derzeit in den Augen der israelischen Meisterklasse legitim ist, Israel zu kritisieren ohne als krankhaft oder Antisemit eingeordnet zu werden? Wöchentlich, monatlich, ein, zwei mal pro Quartal?
@OAlexander
Interessanter Link zur Werkschau.
Dem Roten sei Dank.
+1
Wunderbar. Besser geht nicht, wie so manches Mal.
Die Einigkeit langweilt. Wie wäre es mal mit etwas Textkritik? Wie z.B. hier:
“Hätten Sie Augstein gelesen oder könnten Sie Gelesenes auch verstehen, dann hätte Ihnen auffallen müssen, dass Jakob Augstein völlig ungeniert und nahezu platt immer wieder primitive antisemitische Stereotype verwendet, durchaus in der Absicht, das deutsche Bauchgefühl zu wecken. Zwei exemplarische Aussagen will ich versuchen, Ihnen darzustellen.”
Oder dort:
“Augstein wird bestreiten, ein Antisemit zu sein. Aber die phantasierte jüdische Weltherrschaft, die Weltkriegsgefahr, die Aufregung über eine Fiktion und die Gleichgültigkeit gegenüber realen Kriegen und Kriegstoten, die Insinuationen, daß Israel hinter dem Mohammed-Film, dem Krieg in Syrien und der iranischen Bombe stecke und die Toten in den innerarabischen Machtkämpfen zu verantworten habe, die Wiederholung der Lüge vom Juden, der aus dem Antisemitismus Profit schlage, diese ganze Sammlung perfider Projektionen zeigt eine Verblendung, die mit einer Kritik an Aspekten israelischer Politik nichts mehr zu tun hat. “Wenn der Bürger schon zugibt, daß der Antisemit im Unrecht ist, so will er wenigstens, daß auch das Opfer schuldig sei” (Adorno).”
Dass Du einen Faschisten, der sich auch noch “Waldemar Pabst” nennt, mit seinem Erguss herbeizerrst, ist schon reichlich unverschämt.
Die Leseunfähigkeit dieses schwarzbraunen Schwätzers als “Textkritik” zu verkaufen, ist dann endgültig dummdreist.
a^2
Dein Ton erinnert an Broder.
tja, was bleibt einem da anderes übrig? andererseits, es ist nur die knallharte ablehnung eines nicht diskussionswürdigen scheißdrecks, verstehst du? ‘nicht diskussionswürdiger scheißdreck’ muss halt als textkritik ausreichen. aber du wolltest ja keine haben, nur eine kopieren, hehe.
Nicht die leiseste Spur von Unwohlsein, dass alle sich bloß gegenseitig rechtgeben und auf keinen einzigen Kritikpunkt eingehen?
Broders Auftreten verhindert, dass berechtigte Kritik wahrgenommen wird:
http://www.rainertrampert.de/artikel/jakob-augstein-plaudertasche-und-verschwoerungsideologe
nein, nicht die leiseste, echt jetzt. wenn deutsche sich über israel in die wolle kriegen, kommt immer nur mist bei raus. ich bin mir auch (frag jetzt nicht warum) ziemlich sicher, dass netanyahu keinen gesteigerten wert auf die solidaritätsbekundungen selbsternannter atlantiker legt. der mossad hat seine dossiers, kann lesen und versteht gut, was die islamkritiker so bewegt. ich glaube, die sind alle ganz froh, wenn hier in deutschland die flamme auf klein gehalten wird, egal woher sie kommt.
‘berechtigte kritik’ kann man mal in einem rhetorik-seminar irgendwo in der westpfalz üben. den blutroten teppich des antisemitismus als planche zu verwenden, das ist bescheuert³!
Broder verhindert, dass überhaupt erst eine konstruktiver Dialog entsteht. Und wenn dieser Dialog entstünde, so wäre selbstverständlich auch Kritik an Augsteins Artikel voll und ganz akzeptabel. Aber natürlich nur, wenn sie sich auf der inhaltlichen Ebene bewegt. Darum geht es hier doch! Der inhaltliche Diskurs muss möglich sein, egal welche Position man nun vertritt. Nun sind es aber nicht die “Augsteins”, die sich dem Diskurs verschließen.
@Spiegelfechter
> Nun sind es aber nicht die “Augsteins”, die sich dem Diskurs verschließen.
Wirklich? Vor allem der Text von Trampert kritisiert Augsteins Schreibe anhand konkreter Beispiele. Jeder Hinweis darauf löst in diesem Kreis Brodersche Reflexe aus.
@kr_130104
Es ist aber nicht Trampert, dem öffentlich die Diskursfähigkeit abgesprochen wird. Nichts anderes ist nämlich der Antisemitismusvorwurf an Augstein. Natürlich könnte man sich vortrefflich über die Themen streiten, um die es in den angesprochenen Texten Augsteins geht. Darum geht es mir doch. Man soll sich über diese Themen streiten dürfen … ohne das einem die Diskursfähigkeit abgesprochen wird.
@Spiegelfechter:
> Es ist aber nicht Trampert, dem öffentlich die Diskursfähigkeit abgesprochen wird. Nichts anderes ist nämlich der Antisemitismusvorwurf an Augstein.
Broders Absicht mag dies sein. Er will auffallen und seinen Gegner vernichten.
Augstein kann sich aber dennoch antisemitisch verhalten haben. Das muss man in der Absicht kritisieren können, die Diskussion zu eröffnen statt ihr auszuweichen – auch die Diskussion mit Augstein selbst.
Denn wie der Autor mit dem unsäglichen Namen schrieb: Der Antisemitismus ist nicht am 8.5.1945 erloschen. Er existiert weiterhin, teils offen, teils verdeckt, in sehr unterschiedlicher Intensität, und teilweise nun einmal auch in Form von (unangemessener und einseitiger) Israelkritik.
@kr_130104
siehe meine Antwort an Michael Lohmann: http://www.spiegelfechter.com/wordpress/8803/open-thread-augstein-und-der-antisemitismusvorwurf-ungeheuerlichkeiten-aus-dem-hause-broder#comment-224051
Das Thema “Antisemitismus” ist verbrannt.
Der echte Waldemar Pabst war für Liebknechts und Luxemburgs Ermordung verantwortlich und war nach 1945 NPD-Sympathisant. Die Berliner NPD wollte kürzlich einen Platz nach ihm benennen.
Danke für die Info. Das ist ja widerlich.
Was genau ist an dem Beitrag dieses Faschisten, der sich nach einem Mörder, Nazispion und Waffenschieber nennt, diskussionswürdig?
Wenn Du selbst keine Argumente hast, musst Du Dir schon anrechnen lassen, dass Dir Deine Werbung für einen scharfrechten Blog und seine Hetzer nicht mit Sympathie quittiert wird.
a^2
ein essay von stefan gärtner in der letzten titanic: http://www.titanic-magazin.de/essay-augstein.html
ich schätze gärtners kolumnen sehr, diesmal bin ich zwiegespalten, ob seiner analyse und schlußfolgerung…
Immer wenn Titanic-Schreiber versuchen, ernst zu werden, werden sie lächerlich.
Ging mir auch so.
Ganz große Schreibe: Goebbels und Adorno vorangestellt und ab gehts!
Dann wird schön zurechtgebogen. Zum Beispiel im zweiten Absatz.
Das Augsteinzitat (passt angeblich so schön zu dem Adorno):
wird vom Autor übersetzt mit:
Was für eine seltsame Übersetzung. Erinnert an die übliche Ahmedinedschad-Übersetzung mit dem “verschwindenden Regime”, wissen schon …
Weiter im Text werden dann mal eben wieder einfach Juden und Israel gleichgesetzt – sonst würde “sein” Adorno in dem Kontext schlecht passend gemacht werden können:
»Antisemitismus ist also nicht erst dann aus der Welt, wenn niemand was gegen Juden hat, sondern wenn man was gegen Juden haben darf, ohne fürchten zu müssen, als Antisemit beschimpft zu werden.«
Hja, schön. Aber was bitte hat Augstein gegen Juden?
Wehe aber, wenn die “Gegenseite” Juden und Israel gleichsetzen würde! Was selbstverständlich falsch wäre, auch wenn der ZR und das SMC durchaus den Eindruck erwecken (möchten).
Die Verdrehungen und Verschwurbelungen gehen dann munter immer so weiter. Ich hab das dann auch garnicht mehr bis zum Ende gelesen.
Die Titanic bringt zu allermeist wirklich gute Sachen. Aber ab und zu ist dann aber wohl auch mal so ein Gewichse dabei.
Mei, mit dem Gärtner ist das halt wie mit dem Gensing: sie liefern beide immer wieder intelligente und informative Texte, doch wenn es eben um Israel geht, schlägt die antideutsche Indoktrination (dürfte bei Gärtner wohl von der übermäßigen konkret-Lektüre stammen) dann durch. Lustig bzw. doch zum Heulen finde ich , wie bei beiden das kritische Denkvermögen aussetzt, sobald der Nahost-Konflikt mit all seiner tragischen Komplexität zum Thema wird. Was dann abgeliefert wird, könnte selbst dem härtesten islamophoben Neo-Con die Schamesröte ins Gesicht steigen lassen. In Gärtners Fall wird dann aus dem “Essay-Gott” und “Haus-Stalinisten” der Titanic ein windelweicher Apologet, der sich nicht entblödet, die dümmlichsten rechts-zionistischen Propaganda-Kamellen zu wiederholen. Also Schwachfug wie: Recht auf Selbstverteidigung um jeden Preis, Israel=alle Juden, Israelkritik=Antisemitismus, alle Araber und Muslime=eh hinterwälderische eliminatorische Antisemiten etc. Das alles wird dann höchstens mit ein bisschen Alibi-Differenzierung abgeschwächt: vielleicht mit einem kritischen Halbsatz zu fanatischen Siedlern, aber das war’s dann auch schon. Denen, die die israelische Politik in den widerrechtlich besetzten bzw. belagerten Gebieten einer “einzigen Demokratie in der Region” für unwürdig erachten, werden dann gleich infamste Unterstellungen gemacht (wobei es natürlich durchaus die Problematik eines latenten Antisemitismus bei einigen allzu übereifrigen Israelkritikern und Freunden Palästinas gibt- die allerdings von seriösen Friedensaktivisten und Besatzungsgegnern auch kritisiert wird). Na ja, ansonsten ist die Titanic (deren Redaktion ja ebenfalls geistig in Antideutschland zu Hause zu sein scheint) immer noch so ziemlich unersetzlich, da sie zumindest für mich das Leben in diesem Lande ein bisschen erträglicher macht: da muss man wohl die ein oder andere Kröte schlucken.
Gensing zur Causa Broder/Augstein:
“Es geht hier vor allem um eins: Die Israel-Kritik in Deutschland ist obsessiv, ein Volkssport – und scheinbar identitätsstiftend: “Wir haben unsere Lektion gelernt, für unsere Schuld gebüßt – die Juden/Israelis/Zionisten aber nicht, die führen sich wie die Nazis auf.”
“Die Obsession, Israel kritisieren zu müssen, ist tief in die neudeutsche Seele gebrannt. ”
“Der gefährlichste Schurkenstaat für die Mehrheit der Deutschen heißt Israel – der einzige jüdische Staat auf Erden, so groß wie Hessen, aber in deutschen Medien und im Kulturbetrieb präsenter als Ungarn, Iran, Mali, China und ganz Südamerika zusammen.”
Ich frage mich auch: Warum müssen gerade wir Deutschen – immerhin die Nachfahren und politischen Erben der Mörder – Israel so viel heftiger und nachhaltiger kritisieren als andere? Die historische Schuld wird dadurch nicht kleiner. Und den Leuten um Uri Avnery hilft das nicht, im Gegenteil.
@Peleo
Was Du schreibst, ist völliger Blödsinn. Es geht nicht darum, wer wen kritisiert, sondern was kritisiert wird.
Im Übrigen ist gerade Deine Behauptung:
so etwas von derart sachlich falsch ,,,
Historische Schuld, oder historische Verantwortung?
Die Feststellungen treffen ja gar nicht zu. Wer bitte kritisiert in Deutschland dauernd und heftig Israel? Dauernd und heftig kritisiert werden derzeit gerade die Griechen, die Italiener, die Spanier, die Portugiesen… Sasse hat unlängst sogar latenten Anti Amerikanismus im deutschen Volkskörper festgestellt. Des weiteren wird natürlich auch Russland immer wieder gerne genommen. Gegen all die von mir genannten Staaten (kein Anspruch auf Vollständigkeit) ist die Kritik an Israel geradezu marginal.
Gehen Sie aber außerhalb Deutschlands spazieren, werden Ihnen in Frankreich (ach, die kritisieren wir ja auch gerade wieder alle) GB, Italien usw ganz andere Texte bezüglich des Nahost Konfliktes in die Hände fallen. Texte, die in Deutschland in keiner Zeitschrift veröffentlicht würden.
Vielleicht schärfen Sie mal die Wahrnehmung, dann können Sie die Sache wieder entspannter sehen. Für mich bleibt unterm Strich, dass sich die deutsche Öffentlichkeit oft genug daneben benimmt, bei vielen Kommentaren sogar erheblich, obwohl es da um Kinkerlitzchen im Vergleich zur Israelproblematik geht, oft genug sogar um Dinge, die dieses Land einen feuchten Dreck angehen.
Bitte beim Thema bleiben. Thema hier ist die deutsche Sicht auf den Nahostkonflikt.
Die Nachrichten von “Zwischenfällen” in Nahost beginnen immer so: “Israelische Truppen/Flugzeuge haben ……”. Nur in seltenen Fällen dann als Nachsatz, dass es wieder einen Angriff gegeben hatte auf einen Grenzposten, einen Schulbus, oder eben besonders viele Kassam- Einschläge (dass es diese auch nach dem Waffenstillstand in den letzten Wochen gegeben hat, wurde in keinem deutschen Nachrichtenmedium auch nur erwähnt). Eine neutrale Berichterstattung würde das in der zeitlichen und damit der Ursache-Wirkung-Reihenfolge darstellen.
Die Berichte von R. C. Schneider in der ARD zeigen sehr wohl das Leiden der palästinensischen Bevölkerung unter der Besatzung und den Siedlern. Die israelischen Gewaltakte werden penibel aufgelistet in zahlreichen Publikationen und Blogs. Auf Haaretz hat Jens schon hingewiesen.
Eine einseitige Pro-Israel-Berichterstattung gibt es bei Springer, aber die WELT ist nicht die Welt.
@ Peleo
Vor allem sollte die Berichterstattung weniger eine Typ “1:0-Sportberichterstattung” sein, sondern sich vor allem an den anerkannten Grundsätzen des Völkerrechtes orientieren.
Was Springer anbelangt, die haben dort, ganz offiziell “pro Israel” in ihrer Vereinssatzung oder sowo stehen. Beim Spiegel ist das nicht wesentlich anders; die berufen sich da auf Augstein den anderen.
“Ursache – Wirkung”
Gut, wo fangen wir denn da an? Am Besten bei Gott, der hat den Israeliten nämlich dieses Land geschenkt, kann man so in der Bibel nachlesen. Und nun sollen die “Pallis” (vermutlich sind diese im Laufe der Völkerwanderung, von was weiß ich woher, gekommen) schön stille halten und die deutsche Kollektivschuld ausbaden, grotesk.
http://blog.ninapaley.com/2012/10/01/this-land-is-mine/
Nö. Dieses dämliche isolierte Betrachten Israels kann ich nicht mehr ertragen. Und Broder kann es nicht ertragen, dass ihm die Sonderstellung geklaut wurde. Denn, das ist in der Tat wohl so. Israel wird mehr und behandelt wie jeder andere Staat auch, der dem Deutschen auf die Nüsse geht (also fast alle)
Man kann das nicht isoliert betrachten. Wie beginnen denn alle Meldungen zu Syrien? Zu Griechenland? Das ist doch Mäusekacke jetzt.
Jetzt bleibe noch, darüber zu diskutieren, ob das für Deutsche nach 70 Jahren statthaft ist, oder ob noch 100 Jahre ins Land gehen müssen, bis wir unseren ganz natürliche Dünkel auch wieder auf Israel abladen dürfen. Da kann man ja gerne anderer Meinung sein wie ich. Trotzdem geht es mir unglaublich aufs Gehölz, dass ich beim Thema Israel jedes Wort auf die Goldwaage legen soll, dem Griechen aber mal locker empfehlen darf, doch seine Inseln zu verkaufen und endlich mal was zu schaffen. Hallo? Entschuldigung dafür, dass ich es einfach nicht mehr schaffe, unterschiedliche Maßstäbe an verschiedene Völker anzulegen.
Ja, ich weiss um die Einzigartigkeit des Holocaust, trotzdem haben sich Deutsche auch in Griechenland zu der Zeit aufgeführt wie Affen und haben jede Menge Schuld auf sich geladen. Ich mache da keine großartigen qualitativen Unterschiede. Ermordet ist ermordet.
@ola
Naja – sooo einzigartig war er nun doch nicht. Unser Holocaust wurde nur deutlich effektiver und schneller durchgeführt, als die Vernichtungs/Versklavungsaktionen fast aller anderen Staaten auf dieser Welt. Unter anderem dank der damals neuen Datensammlungen durch die Hollerith-Maschinen- trademark IBM und das beste Argument nebenbei gegen die Vorratsdatenspeicherung – war es den Deutschen möglich, sehr effektiv und gut koordiniert Menschen wie Zigeuner, Kommunisten, Juden, Sozialdemokraten, Behinderte, Verbrecher usw. einen volkswirtschaftlichen Nutzwert zuzuweisen und bei Nutzlosigkeit zu vernichten.
Der einizige wirkliche Unterschied zu anderen Staaten ist die Organisationstiefe und die dadurch bedingte Effektivität.
Ich finde es übrigens für Deutschland mehr als beschämend, dass der Holocaust fast ausschließlich mit der Vernichtung von Juden assoziiert wird. Was ist z.B. mit Behinderten, Kommunisten und den ganzen anderen Ermordeten? Sind die weniger wert?
Diesmal scheint Broder überzogen zu haben. Sogar der ZDJ erteilt Broder und dem SWC in ungewohnt deutlicher Art und Weise eine Abfuhr
Ja. Hab ich auch vorhin im Radio gehört und musste fast lachen.
Da hat der Krawallo diesmal aber ordentlich Watschen für seinen Ego-Schwachsinn kassiert. Der Depp.
Die Treuesten der Treuen begehren auf.
Erinnert irgendwie an das hier:
;-)
Zur Augstein-Diskussion wurde ja schon alles gesagt. Hier mal ein paar Video-Fundstücke mit jüdischer Kritik von Friedensaktivisten am Staate Israel, die selbst ein Augstein so nicht bringen könnte:
[Link wg. grenzwertigen Inhalt gelöscht/SF]
Aber natürlich stehen die nicht auf solchen Antisemiten-Listen, sondern ein Augstein, der als einer der wenigen Kolumnisten in deutschen Mediendschungel Israel kritisiert, ohne seine Artikel mit mindestens 50% Pseudo-Relativierung durch den arabischen Widerstands-”Terror” zu füllen.
Und in der Berichterstattung aus Syrien werden aus den sunnitischen Islamisten dann ja auch schnell mal Rebellen, trotz Al-Qaida-Unterstützung und Finanzierung durch so lupenreine Demokratien wie Katar und Saudi-Arabien, die ihren Frauen nicht mal das Fahrradfahren erlauben, geschweige die Fortbewegung mit dem Auto.
Solche Formulierungen sind aber auch nicht sonderlich zweckdienlich.
Wenn Millionen Menschen unter lebensunwürdigen Bedienungen eingepfercht, erniedrigt und drangsaliert werden und dabei noch ungebildet bleiben, entstehen nunmal radikale Organisationen wie die Hamas. Die Deutschen haben 1933 aus der Not noch was viel schlimmeres gewählt, obwohl die Reparationszahlungen des Versailler Vertrages nie geleistet wurden und entsprechend keine fremde Macht, geschweige die Juden, Schuld an der wirtschaftlichen Not hatten. Dagegen ist der Antisemitismus der Hamas rational viel verständlicher.
Das du den Link “Überlebender aus Auschwitz spricht die Wahrheit über israel” löschst, war mir ja fast vorher klar, obwohl das Video doch auf Fakten basiert. Die Aufmachung ist klar anti-zionistisch, aber die Aussage vom KZ-Überlebenden Hajo Meyer ging mir sehr unter die Haut und für die vielen volksverhetzenden jüdischen Zitate hätten hier einige dieser Leute mit dem Knast gespielt. In Israel ist das wohl möglich. Die volksverhetzenden Kommentare der Hamas werden ja in deutschen Medien andauernd zitiert, warum nicht mal die Gegenseite anhören?
PS: Ich habe auf längeren Indienreisen viele Israelis kennen und mögen gelernt, weil Indien nach dem drei- bzw. für Frauen zweijährigen Militärdrill nur zu gerne bereist wird. Einzeln sind Israelis westlich, individuell und aufgeschlossen, aber wenn es um Israel geht, haben alle die gleiche radikale Meinung und in der Gruppe sind sie verschlossen und ziemlich rücksichtslos gegenüber indischen Verhaltensnormen und damit auch viel unbeliebter als Europäer oder gar US-Amerikaner, die halt selten in Gruppen reisen.
Man hat das Gefühl, alle Israelis kennen sich alle untereinander, weil im Militärdienst werden sie oft versetzt und lernen sich kennen. Israelis haben mir erzählt, sie hätten z. B. zu Sylvester jeder Zeit Zugang zu einer israelischen Botschaft und könnten dort mitfeiern. Als Deutscher hat man mich 1998 in Islamabad vor der deutschen Botschaft abgewimmelt, weil ich 5 Minuten nach der offiziellen Sprechzeit kam, obwohl ich gerade aus einem Pashtunen-Gebiet evakuiert wurde, weil Bill Clinton meinte, Osama Bin Laden mit ein paar Cruis Missiles zu töten und statt dessen einige Pakistaner erwischte. Israelis werden in Pakistan nicht reingelassen und werden da wohl auch keine Botschaft haben, aber andere Europäer wurden von ihren Botschaften sofort angewiesen, das Land zu verlassen, weil einige Imame zur Vergeltung aufgerufen haben. Die Deutsche Botschaft wusste von nichts oder tat so.
Worauf ich hinaus will, Israelis sind uns zwar individuell recht ähnlich, so scheint es, aber durch ihre militärische Erziehung sind sie meist ultra-nationalistisch und haben sich von den Nazis die “Sahnestücke” in Richtung Kameradschaft, Zugehörigkeitsgefühl und Argwohn gegenüber Fremden abgeschaut, ohne dabei den preussischen Stechschritt zu lernen.
War mir auch klar, warum meine Kommentare nicht freigeschaltet werden. Die zionistische Propaganda funktioniert wohl auch hier…
ja ja, schon klar, von den nazis, von wem denn sonst? die briten, franzosen, italiener oder amerikaner, ach spanier, russen, na ja wer auch immer, haben ja kein militär, von dem man sich die ‘sahnestücke’ holen könnte. was bist denn du für einer? und silvester schreibt man hier mit i!
Schau dir erst mal den Film im 7. Kommentar an und wie ich Sylvester schreibe, ist meine Sache. Ich habe auch mal in 3 Monaten 3x Neujahr gefeiert, weil es nicht nur einen Kalender gibt.
Sülvester Stallone z.B. aber darum gehts doch gar nicht, 3 x Neujahr feiern hat dagegen schon was, wie schnell muss man da wohl reisen? Die kalendarische Erfassung unserer Zeit sowie die Ausgestaltung mit Feier oder Festtagen dagegen ist Politik und hier beginnt der Sermon. Ihr Beispiel aus Israel und der damit verbundenen Verbrüderung von Soldaten durch Freundschaft, wird angeheizt durch Angeblich ausländische Feinde oder Antisemiten die Israel als Staat und Juden in aller Welt bedrohen, so ist es denke ich politisch Korrekt?
Der Iran hat seit 33 Jahren eine Atombombe und die Grenzen des israelischen Staatsgebiet werden immer umfangreicher:
http://www.steinbergrecherche.com/index.htm
Der SPD ist es gelungen durch Spenden an Nationalisten, die auch schon mal Dörfer der Palästinenser zerstören und damit für Vertreibung verantwortlich sind, deren Existenz zu sichern. Sozial ist was Arbeit schafft schrieb die SPD irgendwo einmal, wenn es aber nur in Rüstungsfabriken sichere Arbeitsplätze gibt dient das nicht dem Frieden und Dörfer die immer wieder aufgebaut werden müssen schaffen zwar unbezahlte Arbeitsplätze, aber Zivilisiert ist das alles nicht!
Nunja, die jüdische Kultur ist eben zu einem großen Teil deutsch geprägt und nicht sonstwie. Die Leute die Israel maßgeblich geprägt haben, heissen halt nicht Broschow oder Stewart, sondern Herzl oder Wiesenthal…
Von daher, auch wenns keiner einsehen mag, isses halt doch eine sehr große Nähe im denken..
da überschätzt du deinen einfluss auf die ‘jüdische kultur’ aber gewaltig!
sprich mit israelis in israel
schau dir israelis in israel an
nimm ihre sichtbare kultur wahr
unterscheide zwischen shoa, staatsgründung und jüdischer kultur
die deutsche hölle war nur die deutsche hölle.
Ah, dann is ja gut. Ich denke, da liegt mal wieder einer grandios daneben. Natürlich wird das heutige Israel auch von arabischen Einflüssen durchdrungen. aber wir reden hier nicht von der Jugend in Tel a Viv, sondern von der rechtsradikalen Nomenklatura des Landes mein Lieber. Wer hier, wie Sie, hinter jedem Baum einen Antisemiten sieht (den Deutschen also die Lernfähigkeit abspricht), kann auf der anderen Seite nicht anfangen wollen zu differenzieren. So gehts dann auch nicht. Oder sind Juden die besseren Menschen? Die sich von den Mustern und Verhaltensweisen ihrer Eltern und Großeltern lösen konnten, während der Michel der ewige Nazi bleibt? Vorsicht beim lesen! Ich ergreife hier für niemanden Partei…
Und dass Sie jetzt hier den deutschen Juden ihr Deutsch sein absprechen wollen (die deutsche Hölle war nur die deutsche Hölle) hätte man Ihnen aber vor noch nicht allzu langer Zeit von deutschen Juden um die Ohren gehauen. Schönes Beispiel ist sicher die Begeisterung für Kaiser und Krieg auch in jüdischen Kreisen. Und das ist ja auch völlig in Ordnung so. Zumindest für mich, der sich freut wenn sich Menschen als integraler Bestandteil einer Gesellschaft sehen wollen. (auch wenn das hier natürlich aus heutiger Sicht ein zweifelhafter Versuch der Integration zu sein scheint) Aber die Sehnsucht endlich anerkannter Teil der deutschen Gesellschaft zu sein, war vor allem im jüdischen Bürgertum gewaltig.
Nunja, jeder macht sein Ding. Sie Ihrs ich, als nun erkannter Antisemit meins.
mann, mann, mann! lies noch mal, was ich geschrieben habe und vor allem, worauf ich geantwortet habe. ich hab dich als gar nichts ‘erkannt’, außer vielleicht als wenig informiert. leute, die israel prägen, heißen sharon oder netanyahu. und, was sagt mir das jetzt? achte doch mal darauf, was ich noch geschrieben habe. die deutschen juden waren in der deutschen gesellschaft integriert, die französischen in der französischen und die russischen, nun sag schon, wo? der holocaust jedoch, der fand hier statt und eben nicht da oder dort.
Individuell gesehen sind sich alle Menschen ähnlich, nur die im Stech und Gleichschritt unterscheiden sich wegen ihrer Deformierung, Einstein hatte das mal mit der menschlichen Körperhaltung umschrieben, das diese Art der Fortbewegung der Tötung dient ist das Symptom, die Ursachen sind Politisch und da schließt sich der Kreis.
Boah, was für ein Schwachsinn. Das Gleiche könnte man über “die Deutschen”, “die Amerikaner” und “die Russen” sagen. Von wo kommt denn die härteste Kritik am Kurs der israelischen Regierung, dem Siedlungsbau etc. pp. – doch wohl aus Israel.
Von den sechs oder sieben Unentwegten die sich einmal pro Woche in dem Kaffee auf den Dizengoff Boulevard in Tel Aviv treffen? Uri Avneri hat meist keine Zeit.
Ausnahmen bestätigen die Regel. Bibi ist den Israelis jedenfalls nicht mehr rechtsradikal genug: http://www.spiegel.de/politik/ausland/naftali-bennett-ein-multi-millionaer-macht-netanjahu-konkurrenz-a-876211.html
Judäische Volksfront.
Nicht zu verwechseln mit der Volksfront von Judäa.
;-)
Zutreffend:
(FR online)
Ein Kommentar bei der FR: Man sollte ihn Ignorieren, “das wäre vermutlich die Höchststrafe für ihn”.
Die Wiesenthal-Leute sind auf ihn hereingefallen und sollten sich korrigieren. Das A-Wort ist sonst auf dem Wege, so unbrauchbar zu werden wie das F-Wort.
Wie Jens schon sagte, eine Debatte müsste auf der inhaltlichen Ebene stattfinden. Dazu müsste man sich mit den Aussagen Augsteins befassen und sie im Einzelnen beleuchten (Etwa hier geschehen). In einer offenen Gesellschaft sollte das auch möglich sein, ohne dass man jemanden gleich an den Pranger stellen muss. Man muss Augstein nicht pauschal gegen Antisemitismusvorwürfe in Schutz nehmen. Er müsste, wo sie begründet sind, sich diesen auch stellen. Nur geht es nicht an, dass man ihm eine Gestapo-Karriere andichtet oder eben als einen weltweit führenden Antisemiten ausgibt. Wem an der Sache wirklich gelegen ist, der müsste argumentieren und das dann auch präzise und auf die Thesen Augsteins bezogen. Der müsste auch an Unterscheidungen interessiert sein, anstatt alle in den gleichen Sack zu stecken. Dazu muss man eben auch die Diskussion aushalten mit jemanden wie Augstein.
darauf hat die welt gewartet. analytiker, die augstein auf antisemitismus hin überprüfen und analysen, die ihm den antisemitismus argumentativ nachgewiesen haben sollen, analysieren. wir haben ein neues hobby.
eigentlich ging es um die sprachlichen unverschämtheiten broders, die erst mal nichts mit dem für uns völlig verstrahlten thema zu tun haben sondern ausschließlich darauf gerichtet sind, jemanden öffentlich zu diffamieren und das weltweit und mit publizistischer macht.
Es geht ja auch nicht darum, dass es eine Instanz gibt, die allgemeingültig auf Antisemitismus prüfen kann. Man muss auch mit dem Urteil von “erbloggtes” nicht einverstanden sein. Aber seine Auseinandersetzung mit Augstein ist halt ein Beispiel dafür, wie man die Diskussion inhaltlich betreiben könnte. Wie gesagt: Es geht nicht um eine Art “Bundesprüfstelle Antisemitismus” ^^. Natürlich gibt es keinen einheitlichen Begriff von Antisemitismus. Es gibt halt eher einen Diskurs darum. Ich selber würde auch gar nicht so personenbezogen fragen wollen, ob Augstein Antisemit ist oder nicht. Ich würde lieber seine Aussagen als solche nehmen und mich mit ihnen auseinandersetzen. Die Personalisierung der Debatte lenkt nämlich vom Thema der israelischen Politik ab. Und ich finde es zu schnell geschossen, einem Autor gleich aufgrund seiner Worte diesen oder jenen Charakter attestieren zu wollen.
Augsteins Artikel auf “Antisemitismus” zu prüfen, ist ein hoffnungsloses Unterfangen. Warum? Weil es keine Definition von Antisemitismus gibt, die allgemein akzeptiert wird. Ich definiere Antisemitismus beispielsweise als “Judenhass” bzw. als ein Weltbild, bei dem Juden als minderwertig gesehen werden. Nach meiner Definition ist bei Augstein demnach nicht einmal im Ansatz Antisemitismus zu finden. Meine Definition, die sicher von vielen aufgeklärten Menschen geteilt wird, wird aber von der versammelten neuen Rechten und den Antideutschen nicht anerkannt. Dort gibt es eine breite Definitionsspanne zum Thema Antisemitismus. Das geht von Kritik an Israel über Neutralität zwischen Israel und seinen Feinden bis zur Anerkennung der Idee der Zweistaatlichkeit. Nach dieser Definition wäre Augstein natürlich ein Antisemit. Aber wem ist mit dieser Erkenntnis geholfen?
So lange man der neuen Rechten und den Antideutschen nicht die Definitionshoheit komplett(!) abspricht, ist leider keine vernünftige Diskussion zum Thema Antisemitismus möglich. Dann sagen wir halt: We agree to disagree.
Worüber man sich jedoch unterhalten muss, ist das Thema Nahostpolitik. Es kann durchaus sinnvoll sein, sich über Augsteins Thesen zu Israel/Nahost zu unterhalten. Aber auch sachlicher Ebene und den Begriff “Antisemitismus”. Ansonsten landen wir in einer Definitionstretmühle.
> Ich definiere Antisemitismus beispielsweise als “Judenhass” bzw. als ein Weltbild, bei dem Juden als minderwertig gesehen werden. Nach meiner Definition ist bei Augstein demnach nicht einmal im Ansatz Antisemitismus zu finden.
Damit fasst Du die Kritierien für antisemitisches Verhalten so eng, dass sie beinahe nur noch von der Hamas und ungarischen Faschisten erfüllt werden. Welche Erkenntnis soll es bringen, den Antisemitismus de facto wegzudefinieren?
Auf diese Weise werden Kontinuitäten ignoriert: „Sie (die Juden) sollten als „Feinde der Menschheit“ (Antike), … „Verschwörer“ und heimliche „Weltherrscher“ (ab 1789) immer die angeblichen Verursacher aller möglichen negativen Fehlentwicklungen und menschengemachten Katastrophen sein. Diese Stereotypen wirken bis in die Gegenwart fort und haben sich als außergewöhnlich stabil und anpassungsfähig erwiesen.“
http://de.wikipedia.org/wiki/Judenfeindlichkeit
Sowohl der Autor mit dem unaussprechlichen Namen als auch Trampert haben belegt, dass Augstein mit solchen Klischees arbeitet. Dass er nicht explizit von Juden spricht, versteht sich doch von selbst.
Broders krawalliges Auftreten hat eine sinnvolle Diskussion in der Tat unmöglich gemacht: „Die Diagnose Antisemitismus lehnt der Patient ab und überdramatisiert sie zum Todesurteil.“
http://nichtidentisches.wordpress.com/2010/08/03/daniel-bax-wir-israelversteher-ein-paradebeispiel-des-linken-antisemitismus/
Ich unterhielt mich neulich mit jemand, der Wurzen in Israel hat, er findet Broder ganz toll und betonte seine Gutmütigkeit außerordentlich…Tatsächlich genießt er bei seiner Sippschaft hohes Ansehen.
Man macht sich in dortigen Kreisen kein gutes Bild von Deutschland, man fühlt sich hier nicht heimisch und Broder scheint ein Ventil zu sein…und er bedient seine Leute…
Es gibt auch Deutsche, bei denen Broder “hohes Ansehen” genießt. Ich bin sicher kein Experte für das israelische Mediensystem, aber wenn man sich die Berichterstattung von Haaretz auf der einen Seite und der Jerusalem Post auf der anderen Seite anschaut, klafft hier die Berichterstattung über die Causa Augstein ungefähr so auseinander, wie hierzulande zwischen FR und WELT. Wer sich nun auf die Artikel des JP-Deutschland-Korrespondenten Benjamin Weinthal verlässt, der ohne weiteres auch für die WELT schreiben könnte, wird natürlich ein trübes Deutschlandbild bekommen. Dem Haaretz-Leser wird es anders gehen.
Na das hat ja nicht lang gedauert. Die Isrealis sind eigentlich auch nur Nazis im Judenpelz, weil sie das Nazisein in der Armee lernen, und die “Sippschaft” schätzt Border. QED. Der linke Antisemitismus ist wohlauf wie eh und je. Der Widerspruch fällt spärlich aus.
Statt sich damit zu beschäftigen was Augstein so von sich gibt, ist das Thema Border. Dem wird die Dikusrsfähigkeit abgesprochen, weil er ein Rassist und Antisemit sei. Zudem könne man sich inhaltlich mit den Anschuldigungen sowieso nicht auseinandersetzten, weil Augstein durch den Vorwurf des Antisemitismus die Diskursfähigkeit abgesprochen würde und das das Problem sei, nicht was er so von sich gibt.
Man soll sich also streiten können, ohne das jemandem die Diskursfähigkeit abgesprochen wird, idem man ihn als Antisemit, Rassist, Faschist, islamophob oder ähnliches bezeichnet. Tolle Vorsätze fürs Neue Jahr. Viel Glück dafür!
oh, dann hast du wohl rechtzeitig gemerkt, dass du im falschen blog bist? gut so.
Wieso, braucht man das richtige Pareibuch, um hier als Diskutant willkommen zu sein? Ist man sonst nicht satisfaktionsfähig?
Wie man an deinem Kommentar zu Leynad merkt, funktionieren Deine Antennen ja manchmal. Es gibt also Hoffnung.
Gut, fassen wir mal zusammen. Broder merkt, dass die Juden in Deutschland ihr Alleinstellungsmerkmal als Opfer des Faschismus erster Klasse zu verlieren drohen und sukzessive einer Gleichbehandlung mit anderen Opfergruppen wie den Sinti und Roma, den Schwulen oder den Kommunisten zugeführt werden. Das ist nicht schön und das verstehe ich auch irgendwie. Man könnte sich schon überlegen, ob man die anderen Gruppen nicht auch auf den Opferstatus des jüdischen Volkes aufwerten sollte. Da wir aber in einer Zeit leben, in der das downgrading in allen Lebensbereichen favorisiert wird, erscheint ein solches Vorgehen eher unwahrscheinlich. Aber mal ganz ehrlich, hat sich Broder jemals für die anderen Opfer des Nationalsozialismus stark gemacht? Weiss da einer was drüber? Hat er sich jemals beschwert, wie respektlos das Nachkriegsdeutschland mit den “falschen” Widerständlern und Opfern umgegangen ist? Wie schnell man wieder “dreckiger Zigeuner” sagen durfte? Wie schnell Kommunisten wieder in Gefängnissen saßen? Wo war Broder? Seine falschen Freunde von ganz rechts aussen haben derlei Pietätlosigkeiten doch gerade forciert… Und so geht es Broder nun wie vielen Menschen in dieser Gesellschaft, es wird erst geschrien wenn es einen selbst zu betreffen scheint, da bildet unser Antisemitismusexperte ja keine Ausnahme. Nein, der setze ja jahrelang noch eins drauf, indem er sich am Volksgruppenbashing mit wachsender Begeisterung aktiv beteiligte… So isses jetzt halt dann mal irgendwann soweit, dass die Bürger dieses Landes, die ohnehin zum großen Teil alles Scheisse finden, was nicht deutsch genug ist, sich auch von den “Fesseln” gegenüber “den Juden” befreien möchten..
Es lässt sich also feststellen, dass Broder jahrelang aufs falsche Pferd gesetzt hat, als er vermutete, die wahren Freunde Israels stünden in Deutschland rechts der Mitte. Es ist nicht zu bestreiten, dass sich in Deutschland die Wahrnehmung der Nahostproblematik im Laufe der Jahre zu Ungunsten Israels gewandelt hat. Es ist menschlich verständlich, wenn diese Entwicklung Menschen “Marke” Broder hervorbringt. Dumm ist es alerdings, wenn man sich, wie Broder, jahrelang noch selbst als Einreisser von Tabus betätigt und sich dafür aus der rechten Ecke hat feiern lassen, ohne zu begreifen, dass man am eigenen Ast sägt.
Merke: Der Feind meines Feindes ist mein Freund, ist kein gutes Rezept für dauerhaft angelegte Strategien. Das mussten vor Broder auch schon ganz andere erfahren.
hallo jens, dein wordpress frisst mal wieder kommentare, besser gesagt antworten auf kommentare, weg. na ja, halb so wild. aber es ärgert mich doch, wenn ich mir die mühe mache, auf einen kommentar (hier philipp) zu antworten, und beim abschicken öffnet sich eine leere webseite mit dem tollen text ‘post.php’ oder so ähnlich, und das war es dann.
Das ist wirklich ärgerlich. Mach es doch so: Markiere Deinen Kommentar und kopiere das in die Zwischenablage. Sollte es einen Bug geben, kannst Du den Kommentare noch einmal abgegeben. Ich weiß, manchmal streikt der Server. Sorry, aber das liegt außerhalb meiner Fähigkeiten und Möglichkeiten.
ich habe das früher ein paar mal gemacht. aber da kommste ja aus dem redigieren des eigenen textes nicht mehr raus. ;-)
@GrooveX
Wirklich kluge Software……..
darauf ein löllerchen
Ich kann für solche Fälle (konkret für den FF) das Add-On “Lazarus” empfehlen, das fängt genau solche “kleinen Katastrophen” ab.
Ein anderes ebenfalls brauchbares Tool heisst “Textarea Cache”.
@Spiegelfechter
Ich weise hier auf einen us-amerikanischen Autor hin, der leider vor Jahren von der rechtsextremen REP-Seite Applaus erhielt für sein Buch “Die Holocaust-Industrie: Wie das Leiden der Juden ausgebeutet wird”
Mit seinem, leider auch nicht mehr so neuen, Buch “Antisemitismus als politische Waffe: Israel, Amerika und der Mißbrauch der Geschichte” hat er, dank der rechten israelischen Regierung bis heute leider an Aktualität nicht eingebüßt.
Finkelstein ist, wenn ich mich richtig ersinne, hier der Ansicht, dass die Antisemitismus-Keule den echten Antisemiten in die Hände spielt, und die Zündler (Broder & Konsorten) wüßten genau was die mit dem Mißbrauch der Antisemitismus-Definition als politische Waffe anrichten würden.
Hier die Vita von Finkelstein:
http://de.wikipedia.org/wiki/Norman_Finkelstein
Ach, und falls die Broder-und Neue-Nazis (Zitat: Buch von Toralf Staud über Sarrazin, Broder, Breijvik & Konsorten)-Ecke hier auftaucht hier nur mal so ein Auszug der Vita von Finkelstein:
“[...]Finkelsteins aus Polen stammende Eltern, Maryla Husyt und Zacharias Finkelstein wurden als Juden im Dritten Reich verfolgt und interniert. Beide überlebten das Warschauer Ghetto, die Mutter zudem das Konzentrationslager Majdanek , der Vater Auschwitz. Alle ihre Verwandten wurden aber umgebracht. Nach dem Zweiten Weltkrieg wanderten sie in die USA aus[...]”
Quelle und kompletter Text:
http://de.wikipedia.org/wiki/Norman_Finkelstein
Wer sich für die Vita von Toralf Staud interessiert, der wird hier fündig:
http://de.wikipedia.org/wiki/Toralf_Staud#Ver.C3.B6ffentlichungen
….was die These der “Neuen Nazis”, die sich meilenweit von Skins & alten Nazis abheben da wird man im gleichnamigen Buch fündig, dass Aufklärung im besten Sinne des Wortes ist…..
Gruß
Bernie
Noch ein Nachtrag:
NIEMAND KANN MEHR RECHERCHIEREN:
die Großschreibung muss hier sein:
Ich hab nämlich den Hammer, der die ganze Sichtweise verändert:
Auf der Liste von 2010 ist nämlich ein gewisser Thilo Sarrazzin, und zwar bereits auf Platz 5!!!
Das heißt:
Variante a), Für Broder und die ganzen anderen politischen inkorrekten ist T.S. nicht mehr ihr Säulenheiliger, sondern auch ein Anti. Oder
b), Augstein ist auch keiner.
Wer sagt das Broder? :-)
Auch ein blindes Huhn findet ein Korn und hier hatte das Simon Wiesenthal Center recht.
Ja, wie denn nu?
Wenn das SWC auf Augstein schießt, ist es unfehlbar,
aber wenn es den Helden der Türkenhasser aufs Korn nimmt, dann sit es auf einmal blind.
Ist das dein “War on Logic”?
Blödsinn.
Augstein ist kein Antisemit, aber bei Sarrazzin bin ich mir nicht sicher.
Man soll nicht jeder Sau, die durch das Dorf getrieben wird Aufmerksamkeit geben. Hier spielen ganz andere Beweggründe die Hauptrolle.
Es ist hier fast alles gesagt und ich will es nicht wiederholen.
Hihi, da wird’s ja noch abstruser:
Da wird auf Platz zehn Twitter genannt, weil jemand dort antisemitische Sprüche abließ.
Demnächst prangert das SWC die Existenz von Litfaßsäulen, Klotüren oder Mikrofonen an…
Patrick Gensing zur Debatte um Augstein:
“[...]Jakob Augstein sorgt sich um den Kampf gegen den Antisemitismus! Da muss etwas passiert sein – und in der Tat: Das Simon-Wiesenthal-Center hat das Oberhaupt der Karfreitagslinken in die Top-Ten der Israel-Verleumder und/oder Antisemiten gesetzt. Doch was Antisemitismus ist, das können diese Juden doch wohl kaum beurteilen – glaubt man Augstein, diffamiert das SWC vielmehr den kritischen deutschen Journalismus…
Von Patrick Gensing, Publikative.org, 31. Dezember 2012[...]”
Quelle und ganzer Text:
http://www.hagalil.com/archiv/2012/12/31/israelkritik-3/
Zur Person:
“[...]Patrick Gensing, Nachrichten-Redakteur und Blogger, Mitherausgeber von Publikative.org, zuvor initiierte und betrieb er das NPD-Watchblog. Gensing wurde mit dem 3. Axel-Springer-Preis für junge Journalisten ausgezeichnet und als Autor des Störungsmelder mit dem Grimme-Online-Award geehrt. Im September 2012 erschien sein zweites Buch “Terror von rechts – die Nazi-Morde und das Versagen der Politik” im Rotbuch-Verlag. Im Jahr 2009 veröffentlichte Gensing beim dtv das Buch “Angriff von rechts – die Strategien der Neonazis“. Er schreibt unter anderem für die taz und die Jüdische Allgemeine[....]”
Quelle – wie oben erwähnt.
http://www.hagalil.com/
Anmerkung:
Ich sollte vielleicht noch schreiben, dass ich die Meinung des Herrn Gensing nicht in allen Punkten teile, aber dies dennoch hier einmal reinstellen will….
Gruß
Bernie
Servus, Bernie :-)
Gensings Beitrag im Kampf gegen Antisemitismus und Antirassismus ist sicherlich nicht zu unterschätzen und auch lobenswert, nur kann halt auch er (wie auch ein Broder oder ein Augstein) über das Ziel hinausschießen. Wenn Du bspw. den Beitrag zum Thema bei der von ihm mitgestalteten “publikative” [-> http://www.publikative.org/2013/01/04/was-hat-augstein-eigentlich-geschrieben/ liest, kannst Du Dir auch so Deine Gedanken machen. "Geschwurbel" hielte ich da nicht für gänzlich unangemessen.
LG
[fb]
@ ola
Es gibt keine unterschiedliche Betrachtung, aber hier im Thread Broder/Augstein geht es eben um die Juden und um Israel.
Die Deutschen haben sich in Griechenland, nicht nur “wie Affen” aufgeführt, sondern wie Mörder. Auch in Italien, in Frankreich, in Polen,in Tschechien, in Holland, in Russland, vorher schon in Spanien.
Dass dies den Deutschen so schnell verziehen wurde, darüber wundere mich noch immer.
Patrick Gensing dazu:
“… Leute, die keine drei von Opa und seinen Kameraden ausradierten Städte in Osteuropa nennen, dafür aber sämtliche UN-Resolutionen gegen Israel auswendig unter dem Weihnachtsbaum aufsagen können – für den Frieden!”
http://www.publikative.org/2012/12/31/augsteins-israelkritik-eine-frage-der-obsession/
Wie @ Bernie sehe ich Gensing nicht unkritisch (bei Augstein überzieht auch er), aber damit hat er polemisch den Punkt getroffen, den ich meine.
Das soll in Kriegen tatsächlich so vorkommen. Und weil es eben vorkommt und auch Gewaltexzesse gegen die Bevölkerung keine deutsche Erfindung sind, wird es recht zügig vergessen, zumal sich die zeitweilig Eroberten auch regelmäßig entsprechend revanchieren.
Wäre dem nicht so, dann säßen wir heute ausnahmslos vergrämt in der Ecke und würden unseren Nachbarsippen noch jungsteinzeitliche Überfälle vorhalten.
Im deutsch-jüdischen Verhältnis dürften wohl eher Konzentrationslager und Gaskammern das Besondere ausmachen. Wenn die ganze Familie samt Nachbarn und Freunden im Viehwagen verschwindet, dann könnte tatsächlich ein klein wenig mehr Verbitterung aufkommen als beim regelmäßigen Abbrennen von Siedlungen.
Aber es ist natürlich ein verdammt heißes Eisen, den Pauschalopa so schön polemiktriefend und pseudovergangenheitsbewältigend mit generalstabsmäßig durchgeführtem Massenmord in Verbindung zu bringen.
Antisemitismus Experte H.M. Broder – Jüdische Allgemeine, 17. März 2005, S. 3, Freispruch für Israel
Das erinnert mich daran wie das SWC durch aus dem Zusammenhang gerissene Zitate versucht Augstein fertigzumachen. Die israelische Rechte hat angeblich sogar eine eigene Abteilung für das Diffamieren durch unangenehme Zitate, die sofort alle Texte/Interviews/Reden bis in letzte Jahrhundert nach “brauchbaren Material” abklappert. Die machen gnadenlos Jagd auf alles, was Rang und Namen hat, und sich gegen Israel stellt. Alle Nicht-Juden sind plötzlich Antisemiten. Falls man Jude ist und kein Israeli, dann hat man keine Ahnung. Falls man Jude, Israeli und Nachkomme eines Holocaust-Überlebenen ist – ja dann ist man einfach ein sich selbsthassender Jude.
Gensing ist nicht der erste Trittbrettfahrer, der zeitweise mit seinem “NPD-Blog” auf der – an für sich grundsympathischen – Antifa-Welle surfte. Mittlerweile hat er sein Blog aber längst umbenannt, um sich fleißig als zeigefreudigen Großwildjäger gegen die pöhsen linken Antisemiten zu inszenieren.
In sofern ist er ein passendes Deckelchen auf Broders Nachttöpfchen.
Tatsächlich ist der jüdische “Humor” geprägt von Anti-Deutscher Haltung und Häme gegenüber anderen Kulturen, selbst aus Einsteins Texten ist das deutlich rauszulesen. Man glaubt sich in dieser Sippschaft in höhren Sphären, nationalitisch…und nach dieser Ausschreitung Broders, muss ich mir viel Literatur von Heine bis Tucholsky überdenken,- wollten diese nur Deutungshoheit gewinnen? Und ist deren Werk nicht eigenlicher Ausdruck von Aversionen, die grundsätzlich andere Kulturen treffen soll. Also gar nicht sachlich bedacht und gewollt?
Wenn man also den Antisemitismus deutet – denn es natürlich gibt und gab, so darf man auch diesen Sachverhalt deuten, auch wenn es den Linken, die nur Rechts Unrecht sehen und den Ultrarechten im gelobten Land, deren Wahn behandlungbedürftig ist, nicht schmeckt.
Was mich verwundert ist: Warum Polemik so gut bezahlt wird und “gute Politik” verhältnismäßig schlecht. Man kann also sagen, dass Polemik fern von jeder Verantwortung sich mehr lohnt und zudem darf nebenbei denunziert werden.
Ein mediales Armutszeugnis…
“Tatsächlich ist der jüdische “Humor” geprägt von Anti-Deutscher Haltung und Häme gegenüber anderen Kulturen, selbst aus Einsteins Texten ist das deutlich rauszulesen. Man glaubt sich in dieser Sippschaft in höhren Sphären, nationalitisch…und nach dieser Ausschreitung Broders, muss ich mir viel Literatur von Heine bis Tucholsky überdenken,- wollten diese nur Deutungshoheit gewinnen? Und ist deren Werk nicht eigenlicher Ausdruck von Aversionen, die grundsätzlich andere Kulturen treffen soll. Also gar nicht sachlich bedacht und gewollt?”
Oh je, komm mal wieder runter. Den “Menschen” gibt es nicht, wohl aber gibt es, rechte Linke, linke Rechte, schwarze Rassisten, griechische Nazis, antisemitische Zionisten, usw, usf., fast nichts ist unmöglich.
“Warum Polemik so gut bezahlt wird und “gute Politik” verhältnismäßig schlecht.”
Na, das ist doch mal ein echter Steinbrücker ;-)
Heinrich Heine zwischen 1779-1856, das Datum muss erwähnt werden weil Zivilisation ja nicht vom Himmel fällt und Friedrich Hebbel der selben Epoche entsprungen, beschrieb Heine einmal so:
(..)Heine läßt die Weltkugel zwar nicht im hellen Sonnenschein auf der Fingerspitze tanzen wie Goethe, sondern er zerschlägt sie, aber er tut es nur, um den einzelnen Stücken dann den reinsten Schliff zu geben. Dabei kommt noch immer Lust und Leben heraus.(..) Heine über Diebe und Gauner:
(..)Sollte ich, in der ethnographi-schen Weise des Leporello, eine illustrierte Liste von den respektiven Spitzbuben anfertigen, die mir die Tasche geleert, so würden freilich alle zivilisierten Länder darin zahlreich genug repräsentiert werden, aber die Palme bliebe doch dem Vaterlande, welches das Unglaublichste geleistet, und ich könnte davon ein Lied singen mit dem Refrain(..)
heinrich-heine.net
Tucholsky und Heine hatten auch keine Aversionen gegenüber anderen Nationen, beide wussten nur wozu Menschen fähig sind und wollten verhindern das Politik oder Kirche darauf tödliche Einflussnahme übt. So wie das z.B. Broder aktuell versucht und wer ihn dafür bezahlt oder beschützt hat einen geldwerten Vorteil! Und wenn man Antisemitismus deuten will muss man zuerst einmal verstehen, wozu er denn dient? Genauso verhält es sich mit dem Nationalismus, denn beide sind Formen tiefster Menschenverachtung die gefördert wird und Systembedingt für Elend und Leid von Menschen sorgen, um daran zu verdienen, denn darum geht es ausschließlich, egal in welcher Form!
Der israelische Aussenminister Abba Eban zur Deutsch/Israelischen Aussenpolitik nach dem Ende des 2WK bzw. zur “Wiedergutmachung“, was Wortgewaltig in den politischen Sprachgebrauch Einzug fand um den Deutschen die Rechnung zu präsentieren. “There’s no business like ‘Shoah’ business.”. Sie, das Volk, fühlte sich Schuldig und zahlte bis zum heutigen Tage, auch mit U-Booten die überall im Nahen, Mittleren und fernen Osten Vernichtung ermöglichen. Würde die Globalisierung auch Frieden Globalisieren, wären die Menschen erheblich reicher und die Zivilisation wäre etwas mehr gefestigt statt Brüchig, so wie das jetzt gemacht wird, wird sie zu Auschwitz führen und zwischen Heine und Tucholsky ist Platz für Adorno.
http://schule.judentum.de/nationalsozialismus/adorno.htm
Wenn zur “Wiedergutmachung” und parallel dazu auch Menschlichkeit statt Rubel flössen, gäbe es uU weder Antisemitismus noch Nationalismus.
Da haben die Brodazzins offensichtlich ganze Arbeit geleistet.
Warum? Ironie? Gerade Heine und Tucholsky waren viel “deutscher” als ihre christlich getauften Kollegen mit einem lupenreinen “Ariernachweis”. Die Liebe zu diesem unseligen Land, zu seiner Kultur und auch zu seinen Menschen brachte sie ja erst zur Verzweiflung.
Wenn mich heute jemand nach zwei “wirklich deutschen” Autoren fragen würde – ich würde wohl gerade diese beiden nennen und nicht etwa Goethe, Schiller oder Lessing. Büchner ist für mich ein Grenzfall, deshalb lasse ich ihn außen vor ;-)
MfG
[fb]
Zufallsfund Interview mit Broder zum Buch “Die Irren von Zion”, dass er vor Jahren geschrieben hat:
[...]Henryk M. Broder
DIE IRREN VON ZION
Interview mit Henryk M. Broder über sein neues Buch, eine provokante Jubiläumsausgabe zum 50.Jahrestag der Gründung des Staates Israel.
Ihr Buch zum Israel-Jubiläum ist sehr witzig.
Doch manchmal ist mir das Lachen im Halse stecken geblieben, zum Beispiel beim Titel “Die Irren von Zion”: Das ist doch eine Variation des antisemitischen Klassikers “Die Protokolle der Weisen von Zion”?
Es ist keine Variation, sondern eine Umkehrung.
Der antisemitische Mythos von den “Weisen von Zion” wird von mir aufgespießt, so wie ich mit dem Titel meines Buches “Der ewige Antisemit” das Bild vom “Ewigen Juden” aufgespießt habe.
Ich vertraue dabei natürlich auf die Bildung des Lesers: Daß er die Anspielung erkennt und dechiffriert[...]”
Quelle und komplettes Interview:
http://www.hagalil.com/buch/hoffmann/index.htm
Gruß
Bernie
PS: Bei Broder sehe ich es wie bei Gensing oben – ich teile dessen Thesen nicht, aber will es dennoch hier mal reinstellen ;-)
Aus hochaktuellem Anlass:
“[...]Antisemitismus
“Augstein sollte sich bei den Lesern und dem jüdischen Volk entschuldigen”
Das Simon-Wiesenthal-Zentrum nennt Verleger Jakob Augstein einen Antisemiten. Rabbi Abraham Cooper, stellvertretender Direktor des SWZ, steht zu der Entscheidung[...]”
Quelle und kompletter Text des Interviews:
http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2013-01/antisemitismus-augstein-abraham-cooper
Dieser Auszug aus obigem Interview will ich den Diskutanten hier auch nicht vorenthalten:
“[...]ZEIT ONLINE: Augstein schreibt in Spiegel Online wörtlich: “Israel wird von den islamischen Fundamentalisten in seiner Nachbarschaft bedroht. Aber die Juden haben ihre eigenen Fundamentalisten. Sie heißen nur anders: Ultraorthodoxe oder Haredim. Das ist keine kleine, zu vernachlässigende Splittergruppe. Zehn Prozent der sieben Millionen Israelis zählen dazu.” Ist das ein Beleg für Augsteins Antisemitismus?
Cooper: Mit den islamischen Fundamentalisten meint Augstein eindeutig Hamas, Hisbollah und so weiter. Er sagt dann über die Haredim: “Diese Leute sind aus dem gleichen Holz geschnitzt wie ihre islamistischen Gegner. Sie folgen dem Gesetz der Rache.” Bringt Herr Augstein irgendeinen Beweis dafür, dass die Gemeinschaft der Haredim Selbstmordattentäter unterstützt, lehrt, bezahlt, trainiert oder für sie predigt? Die Gemeinschaft mag abgeschottet sein, aber sie ist nicht gewalttätig. Das Gesetz der Rache? Das sind aufwiegelnde Anschuldigungen ohne Grundlage. Ist es nicht an der Zeit, dass deutsche Medien einen der ihren in die Pflicht nehmen, der deutschen Öffentlichkeit Fakten vorzulegen?[...]”
Gruß
Bernie
Ignorieren, einfach nur noch ignorieren. Broder und seine Brüder im Geiste leben von der Aufgeregtheit ihrer vermeintlichen Opfer. Einfach nicht mitspielen, wir kennen das doch. Dont feed usw.
Wenn sich Broder oder religiöse Fanatiker wie dieser Rabbi aufblasen müssen, dann doch gerne. Haben sonst vermutlich nicht viel zu lachen. Und Argumente haben sie auch keine. Ist immer nur eine Frage, ob man sich auf diese Stufe herablassen möchte. Wenn man es tut…. begibt man sich auf deren Spielwiese… auch dazu gibt es ja ein geflügeltes Wort mit den Idioten und wo sie dich schlagen…
Nicht beachten verursacht größte Irritationen, wie man an Broder schön sehen kann. Der läuft jetzt Amok, weil ihn Augstein weder beschimpft, noch verklagt oder sich sonstwie mit ihm auseinandersetzt. Seinen Job beim Rindfunk isser schon los und wenn er nicht aufpasst, geht ihm bald auch noch die Welt von der Fahne. Der kann sich ja kaum noch beherrschen vor lauter Schaum.
Ob er sich kaum noch beherrschen kann – hm, ich weiß nicht, vielleicht bleibt er ganz cool, fühlt sich bestätigt, schläft sich in Zukunft dann eben täglich aus und guckt sich die Folgen der >Deutschland-Safari<, die er zusammen mit Hamed Abdel-Samad gedreht hat, nochmal in Ruhe an.
Urgh, sogar ein Asteroid ist schon nach ihm benannt:
http://ssd.jpl.nasa.gov/sbdb.cgi?sstr=broder;orb=1;cov=0;log=0;cad=0#discovery
Ich hoffe, Jacob Augstein widerfährt so eine Art Wiedergutmachung.
@ola
Geb dir hier
“[...]Ignorieren, einfach nur noch ignorieren. Broder und seine Brüder im Geiste leben von der Aufgeregtheit ihrer vermeintlichen Opfer. Einfach nicht mitspielen, wir kennen das doch. Dont feed usw.[...]”
…einfach recht….
Gruß
Bernie
http://rhizom.blogsport.eu/2013/01/07/anti-semites-under-the-bed/
Ich finde diesen Beitrag sehr differenziert und lesenswert, da er so manchen gruseligen Auswuchs der fanatischen Israel-Solidarität aufzeigt (die selbst auch aus christlich-antisemitischen Fundamentalismus und rassistischen Kolonialismus entstehen kann) und überdies auch auf problematische Aspekte von Augsteins Kritik an der israelischen Politik hinweist.
“Israel wird von den islamischen Fundamentalisten in seiner Nachbarschaft bedroht. Aber die Juden haben ihre eigenen Fundamentalisten. Sie heißen nur anders: Ultraorthodoxe oder Haredim. Das ist keine kleine, zu vernachlässigende Splittergruppe. Zehn Prozent der sieben Millionen Israelis zählen dazu.”
( http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2013-01/antisemitismus-augstein-abraham-cooper )
“Herzl hat sich immer für einen Judenstaat ausgesprochen, nie für einen jüdischen Staat. Die Orthodoxen dagegen wollen einen jüdischen Abklatsch Teheraner Verhältnisse. ”
( http://www.hagalil.com/buch/hoffmann/index.htm )
Mit der ersten wird man Der Antisemit Nr. 9, mit der zweiten Aussage ist man “ein in der jüdischen Gemeinde weltweit respektierter Wortarbeiter”.
Die SWC Liste hat schon einen gewissen Unterhaltungswert, wäre aber wohl besser von einer Zeitung wie der Titanic erstellt worden. Selbst drittklassige jüdische Lobbyorganisationen sollten erkennen, das man sich mit sowas keinen großen Gefallen tut.
Ausnahmsweise mal ein guter Beitrag in der FR: „Egal wie stereotyp die heutige Israelkritik daherkommt, sie ist angeblich immer frei von Antisemitismus. Keines der uralten Klischees über die Juden gilt mehr als antisemitisch, sobald es sich auf Israel bezieht.“
http://www.fr-online.de/meinung/kolumne-broder-augstein-streit-erst-mal-versuchen-zu-verstehen,1472602,21398944.html
Diese Differenzierung ist doch gar nicht so schwer: Israelkritik ist dann antisemitisch, wenn sie bloß bekannte antijüdische Klischees umetikettiert – so wie z.B. Augstein mit seinem Geraune darüber, ob die Auftraggeber für das Mohammed-Video womöglich in Israel sitzen.
Eine Nachwuchspolemikerin machte sich Gedanken darüber, warum diese Unterscheidung so unbeliebt ist: „Wer Antisemit ist, bestimmt schließlich immer noch das Volk. Und dem kann es nur recht sein, wenn die Antisemitismus-Latte möglichst so hoch angelegt ist, dass es selbst noch ewig bequem darunter hindurch laufen kann.“
Ein brauchbarer Prüfstein. Ein weiterer:
Es gibt in jener Weltgegend ja noch ein anderes Volk, dem von der Entente bzw. der UNO kein eigener Staat zugestanden wurde, das von einer überlegenen Militärmacht unterdrückt wird und gegen diese mit Gewalt und Terror (auch gegen Zivilisten) kämpft.
Ein Journalist, dem es um Unrecht an sich geht, müsste auch darüber Artikel schreiben. Aber solche Artikel von Augstein über die Kurden gibt nicht, oder irre ich mich?
Versteh ich das richtig? Wenn ich also behaupte, die Politik Israels hat eine finanzkräftige und damit auch machtvolle Lobby, bin ich Antisemit, weil ich damit das Klischee des “Finanzjudentums” bediene? Wenn ich behaupte, die IDF nimmt in ihren Kriegen, wenig Rücksicht auf Frauen und Kinder, bediene ich das Klischee des “jüdischen Kinderfressers”?
Dieser Artikel der Frau Kahane ist dermaßen polemisch, dass es sich, nicht ernsthaft, lohnt überhaupt darauf einzugehen, Stichworte “Feuerwehrmann-Vergleich” und die “permanente und existenzielle Bedrohung Israels”. Brodermäßig, nur nicht so vulgär.
@Jaques Roux
Sogar noch viel besser: Nach Peleo darf ein Journalist ausschließlich dann israelische Politik kritisieren, wenn er alle anderen Ungerechtigkeiten ebenfalls journalistisch abdeckt.
Das ist ein Missverständnis. Nicht “ausschließlich”, sondern “auch”.
in diesem Open Thread geht es doch um die Frage, ob sich hinter Augsteins Israel-Kritik Antisemitismus verbirgt. Eine „Ungeheuerlichkeit“ liegt ja nur vor, wenn dies nicht zutrifft.
Antisemitismus liegt vor, wenn man Menschen ablehnt oder hasst, WEIL sie Juden sind. Er liegt nicht vor, wenn man sie für etwas ablehnt oder hasst, für das man auch Menschen ablehnt oder hasst, die KEINE Juden sind.
Was liegt vor, wenn ein Journalist Verwerfliches nur benennt, beschreibt und verurteilt, wenn Juden es tun, und nicht, wenn Nicht-Juden es tun?
Dann liegt erstmal gar nichts vor, es sei denn, Sie haben sich in den Feinheiten der deutschen Sprache verfangen: Ein Journalist ist dann antisemitisch, wenn er etwas nur dann als verwerflich kritisiert, wenn Juden es tun, bei anderen das Selbe aber in Ordnung findet.
Wenn er aber etwas Verwerfliches kritisiert, wenn Juden es tun, ist es schlechtestenfalls einseitiger Journalismus. Ändert aber an der Verwerflichkeit nichts.
Das ist keine Haarspalterei, sondern diese beiden ach so ähnlich klingenden Sachen sind grundverschiedene Dinge.
Mit anderen Worten gestehst Du ein, dass Du nicht weisst, worüber Du schreibst. Und ja, Du irrst Dich. Ich argwöhne etwas, Du hast vorsätzlich die Augen zugemacht, um Deine hetzerische Zuschreibung zu retten.
Im Freitag wurde die Situation der Kurden mehrfach thematisiert, auch vom Herausgeber, und selbstverständlich wurden da Menschenrechtsverletzungen und Zwangsmassnahmen wie Zwangsassimilation, Verbote von Sprache und Musik etc. kritisiert. Wenn Dir Dein Fanatismus nicht völlig den Blick verstellt hätte, wäre Dir das auch von vorneherein klar gewesen. Es ist eigentlich Konsens im eher linken und linksliberalen Spektrum in Deutschland, dass diese Politik vor allem der Türkei Unrecht ist.
Es sind Leute wie Du, die Unrecht nicht als Unrecht bezeichnet sehen wollen, weil ihr pet country betroffen ist. Das erinnert an krampfhafte Verteidigungsanstrengungen Linker bei bestimmten Praktiken realsozialistischer Staaten in der Vergangenheit.
Das ist übrigens gut vergleichbar. Antikommunismus, jedenfalls der militante, ist dem Antisemitismus strukturell äquivalent, eine Ideologie der Ausgrenzung und des Hasses, und mindestens ebenso mörderisch. Andererseits ist es kontraproduktiv, Kritik an Praktiken linker Bewegungen oder Regierungen mit dem Antikommunismusvorwurf abzuschmettern, oft war und ist es dogmatische Selbstimmunisierung gegen ungeliebte Realität.
Das ist der eine Punkt, der mich stört, gerade bei Dir, wo man normalerweise rationale Argumente gewohnt ist. Der andere ist, und hier sind wir wieder bei Broder, aber auch bei AIPAC, honestly concerned und ähnlichen Meinungsmachern und Lobbies.
Da geht es nämlich nicht um Analyse falscher und womöglich schädlicher Denkfiguren, Auffassungen, Werthaltungen und Vorurteile, die zu benennen legitim ist. Da geht es nur um “Entlarvung” von “Feinden”. Das ist bei Broder besonders evident, das ist der Stil der Roten Garden, der Geist des Pogroms.
Aber leider bist Du davon offenbar auch nicht frei. Schade.
a^2
@ aquadraht
Na, na. Ausgangspunkt war für mich das Statement von Patrick Gensing zur einseitigen Fixierung in der Diskussion auf Israel.
Ich lese den Freitag nur sporadisch. Von Augstein kannte ich nur die Passagen, die in der Broder-Augstein-Debatte zitiert wurden. Ich schreibe hier auch, gerade weil ich nicht genug weiß mehr wissen will. Deshalb hätte ich den letzten Satz anders formulieren sollen. Aber “hetzerische Zuschreibung”, das ist komplett daneben und grob unfair.
Sorry, wenn Du das unfair findest, aber jemanden als Antisemiten abzustempeln auf der Grundlage von Vorwürfen, über die man eingestandenermassen nicht Bescheid weiss, ist schon etwas herb.
Klar ist, dass die Zuschreibung Antisemit diejenigen schmerzt und ihnen schadet, die Antisemitismus ablehnen und als inakzeptabel empfinden. Genau das ist auch die Funktion der Zuschreibung als politische Waffe. Und ein so leichtfertiger Gebrauch ist in der Tat mehr als nur etwas unfair. Richtigen Antisemiten dürfte der Vorwurf gepflegt am Arsch vorbeigehen.
Ich frage mich demgegenüber, warum eigentlich keiner der Kreuzzügler gegen den Antisemitismus gegen die Weltzentrale des Antisemitismus protestiert, die zwei- bis dreistellige Summen für Übersetzung und Verbreitung der Protokolle der Weisen von Zion, des Talmudjuden und anderer Hassschriften, auch nationalsozialistischer, gegen die Juden und “das Weltjudentum” verbreitet. Wo bleibt da der Protest von Broder, von AIPAC, vom SWC und von Euch Trittbrettfahrern?
Richtig, ich rede von Saudi-Arabien. Wer Antisemitismus als so schlimm empfindet, dass er jede Äusserung von Journalisten und Wissenschaftlern ausschnüffelt und existenzvernichtende Hetzkampagnen darauf gründet, warum sagt der kein Wort über Rijadh?
a^2
Nun denn, schlag nach beim kleinen Streicher und lupenreinen Antisemiten:
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/kritik-an-israel-inflationaerer-gebrauch-des-antisemitismus-vorwurfs-a-869280.html
Kurz zur Ergänzung und Klarstellung: Es geht um zwei- bis dreistellige Millionen-Dollar-Summen, die das atavistische Gewaltregime und ne ben Israel der USA bester Verbündeter in der Region für diese Schmutzpropaganda aufwendet.
a^2
” Israelkritik ist dann antisemitisch, wenn sie bloß bekannte antijüdische Klischees umetikettiert ”
Ich bin damit nicht einverstanden. Ich räume ein, dass antisemitische Klischees in das Urteil mancher Journalisten eingehen mögen. Das kann immer passieren. Ob derjenige, der diese Klischees benutzt, wirklich deshalb schon ein Antisemit ist, ist nun eine ganz andere Frage.
Denn der Vorwurf des Antisemitismus zielt doch auf eine generelle Weltsicht eines Menschen. Der Antisemit ist jemand, der Juden als Gruppe ganz pauschal für irgendwie schlecht oder minderwertig und bekämpfenswürdig hält. Wen ich jemanden des Antisemitismus beschuldige, rede ich also über seine ganz allgemeinen Einstellungen und Haltungen. Doch was erfahren wir eigentlich über die persönlichen Haltungen eines Journalisten, wenn sich hier und da eine klischeehafte Aussage findet oder er gar bekannte Stereotype benutzt? Wir können wohl kaum in den Kopf dieses Menschen schauen und mit Gewissheit urteilen, dass dieser Mensch ein Judenhasser ist. Es bleibt die Möglichkeit, dass man sich in diesem Menschen täuscht. Also sollte man immer vorsichtig sein mit Urteilen über die Qualität einer Person.
Findet man nun ein antisemitisches Klischee in einer Aussage eines Journalisten, kann man diese Aussage dennoch kritisieren, ohne die Person anzugreifen. Es genügt doch zu zeigen, dass die Aussage klischeehaft ist. Es ließe sich einfach im öffentlichen Diskurs nachweisen, dass dieses Klischee keine Information über die Wirklichkeit liefert und eher zu Vorurteilen einlädt. Ob der Urheber dieser Aussage das mit Absicht betrieben hat oder nicht, das können wir doch ohne weiteres nicht wissen. Das wäre jedenfalls erst zu prüfen.
Hier ist in der Diskussion auch das Argument gebracht worden, dass sich in unserer Kultur immer noch antisemitische Klischees fänden. Diese seien aber gar nicht so recht offenkundig, sie wären es eben eher unterschwellig. Das mag sein. Aber gerade diese Behauptung legt doch nahe, zwischen einem Klischee und der tatsächlichen Haltung eines Menschen zu unterscheiden. Wenn diese Klischees wirklich unterschwellig wirken, unterlaufen sie den Angehörigen einer solchen Kultur, ohne dass sie wirklich bewusst eine antisemitische Haltung zum Ausdruck bringen wollen. Hier wäre wohl mehr Differenzierung angebracht und eine weniger moralisch hochtrabende Beurteilung von Menschen.
Überhaupt scheint mir der moralische Rigorismus ein Problem zu sein, der alle möglichen Ideologien begleitet. Immer wieder werden vom Standpunkt irgendeiner “Reinen Lehre” Menschen sehr hart angegriffen für ihre vermeintlichen oder tatsächlichen Verfehlungen. Dieser Rigorismus und dieser Glaube, genau über den Unterschied von Gut und Böse Bescheid wissen zu können, macht mir eher angst. Hier wäre mehr menschliches Maß angebracht, anstatt jede halbwegs aus dem Rahmen fallende Aussage sofort als schlimmstmöglich zu skandalisieren (das gilt besonders für die Hitler-Vergleiche).
>> „Findet man nun ein antisemitisches Klischee in einer Aussage eines Journalisten, kann man diese Aussage dennoch kritisieren, ohne die Person anzugreifen.“
So ist es. Der Satz „Israelkritik ist dann antisemitisch, wenn sie bloß bekannte antijüdische Klischees umetikettiert“ beschreibt ein Kriterium, um zwischen diskutabler und antisemitischer Israelkritik zu unterscheiden (sonst würde da etwa stehen: „Israelkritiker sind Antisemiten, wenn …“). Ob ein Autor tatsächlich Juden hasst, ist damit noch lange nicht gesagt. Daher volle Zustimmung zu Deinem Kommentar.
Wer es von vornherein darauf anlegt, Autoren als Antisemiten zu entlarven und gesellschaftlich ächten zu lassen (oder zumindest so tut, als ob dies sein Ziel sei), braucht sich über teils hysterische Abwehr- und Solidarisierungsreaktionen nicht zu wundern. Broder will genau diesen Effekt erzielen.
Augsteins einseitige Schuldzuweisungen an Israel sind Fakt. Ebenso die vielen Textstellen, die das obige Kriterium erfüllen. Hinweise auf einen aggressiven und eliminatorischen Hass auf Juden gibt es aber nicht.
Als plausiblere Erklärungsmöglichkeit schlage ich journalistische Verantwortungslosigkeit vor. Der FREITAG braucht dringend Leser, und ein großer Teil der existierenden und potentiellen Leserschaft giert geradezu nach Israel-Bashing. Diesen Markt will Augstein bedienen.
Auch im Feuilleton der FAZ ist zum Thema ein, sehr guter, äh antisemitischer, Artikel erschienen:
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/antisemitismus-debatte-israel-gehoert-nicht-seiner-regierung-12016138.html
@ ChrisA
Das sehe ich auch so. Die Frage war nicht rhetorisch gemeint.
Einseitiger Journalismus ist aber halt auch kein guter Journalismus. Ist Augstein einfach ein schlechter Journalist?
Ja, sicher. Aber nicht weil er sich erdreistet über den Nahostkonflikt 5 Artikel im Jahr zu schreiben und über die Kurden keinen. Ihr Argument wäre nur sinnig wenn er in seinen Artikeln Israel die Alleinschuld an den gruseligen Bedingungen im heiligen Land zuschanzen würde. macht er aber nicht. Denn selbst Augstein weiss, dass zum streiten immer 2 gehören und das benennt er auch.
Lustig fand ich Fleischhauers Gewinsel, ganz im Stile des devoten Angestellten, köstlich sag ich nur. Wie er am Rockzipfel seines Chefs hängt und wieder und wieder betont, wie gut sein Verhältnis zum Boss doch sei. Sogar privat zum essen war er schon beim Grusellinken.
Fleischhauer ist schon ein Musterteutone.
Zunächst müßte man mal akzeptieren ,das Israel-Kritik und Antisemitismus zwei verschiedene Paar Schuhe sind.Israel könnte meinetwegen auch christlich,muslimisch,hinduistisch,buddistisch oder sonstwas sein ,ich würde trotzdem den Umgang seiner Regierung mit den Palästinensern kritisieren(übrigens genauso wie die Verbrechen der Hamas).Das bedeutet doch noch lange nicht,das ich deshalb Juden als minderwertige Menschen ansehe.
Nach dieser Logik könnte ich jemanden der nur über Verwerflichkeiten wie das Vorgehen der Türken gegen die Kurden(Das ohne Zweifel auch kritisiert werden muß) schreibt ,aber nicht über die Israels genausogut als islamophob bezeichnen ,weil die Staatsreligion in der Türkei ja der Islam ist.Merken sie was? Es ist immer besser Religion und Politik auseinander zu halten.
Die Israel-Connection hat ihr Ziel doch erneut erreicht: die öffentliche Debatte dreht sich um Augstein, nicht mehr um die völkerrechtswidrige Politik Israels. Broder wird derweil durch die Würdigung seiner Wühlarbeit (Bayrischer Fernsehpreis 2012 für sein latent islamfeindliches Format) salonfähig gehalten, denn schließlich macht man sich auf diese Weise um die “Christlich-jüdische Wertegemeinschaft” der Union verdient – wenn denn die halbe Republik schon nicht mehr an das Auslaufmodell einer “Theutschen Leitkultur” glauben mag. Produziert wird die hochnotpeinliche Sendung u.a. vom BR, dessen Intendant Ulrich Wilhelm der frühere Pressesprecher der Kanzlerin ist, was den Kreis zu Merkels “Staatsräson” hinsichtlich Israels gedanklich schließen hilft. Broders selbstdemontierende Autorenschaft in der WELT muß man nicht ernsthaft kommentieren, ähnlich wie BILD bietet diese Plattform ohnehin keinen Journalismus im eigentlichen Sinn, denn das programmierte WELTBILD ist schließlich fester Bestandteil der Springer-Arbeitsverträge. Wie Augstein überhaupt auf die Idee kommt, in einem journalistischen Format mit dem BILD-Mitarbeiter Blome aufzutreten, erschließt sich mir nicht. Man kann sich jederzeit zusammen besaufen oder Angeln gehen, aber man sollte nicht helfen, die Tätigkeit dieser Leute zu Journalismus zu überhöhen.
@ aquadraht
Na ja, als Hetzer bezeichnet zu werden ist auch “herb”. Ich bitte Dich zu realisieren: Ich habe Augstein nicht zum Antisemiten (= Judenhasser) abgestempelt. Mein Punkt war und ist die von Gensing beobachtete einseitige Kommentierung der Politik des Staates Israel. Ich hätte so fragen müssen: “Gibt es solche Artikel von A.?” Diese Ungenauigkeit war ein Fehler. Falls es zur Klarstellung nötig ist: ich halte Broder für perfide, aber nicht mehr für zurechnungsfähig.
Die Antwort auf Deine Schlussfrage lautet wohl: Öl, Öl, nochmals Öl und dann und angebliche “Stabilität”.
Aus Wikipedia Ovadja Josef – der ist “spirituelles Oberhaupt der Schas-Bewegung,” und die erreichte 8,5 % bei den letzten Wahlen und hat vier Ministerposten in der Nethanyahu Regierung.
Aus Wikipedia zu Avigdor Lieberman, Aussenminister. Dessen Partei “Yisrael Beiteinu” bei den letzten Wahlen 11.70% erreichte:
Es gibt hier nichts mehr zu kommentieren.
@OAlexander
Doch – eines noch: Es ist interessant, dass so etwas in unseren “Qualitätsmedien” niemals zu lesen ist.
Es ist nich nur Schande, wenn man Schlechtes tut. Es ist auch Schande, wenn man darüber hinwegsieht.
Ach, Herr Kollege, berichtet wird das schon, nur thematisiert wird das nicht. Da taucht irgenmal irgendwo eine Kurzmeldung in der Zeitung auf. Für die Tagessau ist das sicherlich nicht berichtenswert. Vielleicht taucht sowas mal kurz als Teilmenge eines Korrespondentenberichtes auf – dann wird die Kamera aber gleich wieder auf einen friedensbewegten Uri Avnery oder sojemanden geschwenkt, dessen Rückhalt sich wie ich oben beschrieben habe, auf ein paar Hanseln in einem Café auf dem Tel Aviver Diezengoff Boulevard beschränkt.
Das ist anders, als damals wie Haiders FPÖ in die Wiener Regierungskoalition aufgenommen wurde, notabene ohne Haider der nicht einmal einen Bundesparlamentssitz hatte. Da wurde Österreich weltweit politisch isoliert.
Was bei Israel auch zu thematisieren wäre, da ist die Enge Verknüpfung von Militärs und ehemaligen Militärs mit praktisch allen staatlichen und privaten Lebensbereichen. Das wurde auch mal kurz wo beschrieben. Erneut: Kameraschwenk auf den israelischen Fussballverein, oder das Orchester die auch palästinensische Mitglieder haben – damit auch jeder sieht wie aufgeschlossen unsere israelischen Freunde sind. Der nächste Bericht zeigt dann wieder böse Hamas Radikalislamisten oder theoretisiert über iranische Bomben (schon vor sechs Jahren wurde da diskutiert, dass man jetzt zuschlagen müsse um die iranische Bombe zu verhindern, weil es im nächsten Jahr endgültig zu spät sei – nix hat sich da geändert).
Ein Programm, wo die “grosse Humanität” Israels gegnüber seinen Palästinensischen Nachbarn gezeigt wird (ein 6:14-Video Clip ist hier) kommt dann irgendwo auf Arte irgendwann kurz vor Mitternacht.
Soll man nicht immer auch “die andere Seite hören”?
http://www.memritv.org/clip/en/3702.htm
meinst du das jetzt im ernst?
“Assisting U.S. Government & Military”
“MEMRI’s main office is located in Washington, DC, with branch offices in various world capitals. MEMRI research is translated into English, French, Polish, Japanese, and Hebrew.”
ähm…
Nun, der Mann ist inzwischen Präsident von Ägypten, dem wichtigsten Staat in Nahost. Das Video zeigt, dass auch diese Seite keine Verhandlungslösung anstrebt.
Fundstelle:
http://www.sueddeutsche.de/politik/aegyptens-mursi-und-der-antisemitismus-diese-nachkommen-von-affen-und-schweinen-1.1573243
Soweit so schlecht, aber geht’s hier um Mursi oder um Augstein, oder um Antisemitismus (den echten oder den vorgeblichen, oder beides?) schlechthin?
http://de.wikipedia.org/wiki/MEMRI
Wir könnten jetzt natürlich auch noch zu PI, Pro Deutschland, die Freiheit und natürlich auch noch zu Bahamas und dem BAK Shalom und vielleicht zur NPD verlinken, um wirklich alle Seiten mal zu hören.
Irgendwie beunruhigt mich das. Kurz schwappt ein Scheunentor auf, und zu tausenden schreien alle Deutschen dasselbe in die Kommentarspalten aller Zeitungen, die sowieso dasselbe zum Fall gesagt haben: Israelkritik ist kein Antisemitismus. Punkt.
Dann wird gesagt, zum Fall Augsteins sei alles schon gesagt.
Bis auf ein paar Ausnahmen hier schlagen alle Spiegelfechter-Kommentatoren in dieselbe KErbe. Ernsthafte TExtkritik wird abgelehnt.
Was schade ist, weil daraus eine intelligente Diskussion zu machen wäre, die sich um Argumentationsweisen dreht und auch die BILDliche Hartz-4-er-Hetze oder den Antimuslimismus betrifft.
Wer sich Augsteins Texte durchliest, erkennt nämlich durchaus Anzeichen für eine nicht unbedenkliche Argumentationsweise. Beispielsweise wenn er die Gewalt in Libyen und Syrien hernimmt, sagt, dass das ebenso Opfer wie Täter sind und dann schlussfolgert, dass dahinter Israel steckt, weil die was davon haben. Das ist in etwa so: Meine Mutter ist krank. Wem bringt es was? Der Pharmaindustrie. Also haben die das Trinkwasser vergiftet. Das ist die Denke, die den Menschen seit vielen Jahrhunderten Hexen-, Juden- und andere Verfolgungen eingebrockt hat.
Aber es scheint so, als reagierten die Deutschen allergisch, wenn man einen von ihnen Antisemiten nennt, der offensichtlich kein Nazi ist.
“Wer sich Augsteins Texte durchliest, erkennt nämlich durchaus Anzeichen für eine nicht unbedenkliche Argumentationsweise. Beispielsweise wenn er die Gewalt in Libyen und Syrien hernimmt, sagt, dass das ebenso Opfer wie Täter sind und dann schlussfolgert, dass dahinter Israel steckt, weil die was davon haben.”
Diese Argumentationsweise ist in Auslegung von Marktwirtschaft in negativster Form ebenso bedenklich und wo beschreibt Augstein wer oder was dahinter steht? Für unbedenkliche Argumentationen oder Politisch korrekten Sprachgebrauch ist ein “freier” Journalist auch nicht zuständig, Cui bono, wem zum Vorteil!
Gibt es dazu auch einen Link und wenn ja, bitte den Originaltext von Augstein?
Nun bin ich erstaunt. Sie kennen die Texte nicht?
Das Simon-Wiesenthal-Center hat in seiner Nominierung diverse Textauszüge von Augsteins Kolumne zitiert und zur Diskussion gestellt. Leider gab es diese Diskussion nicht. Mir ist auch kein Artikel bekannt, der die Textstellen analysiert und zum Schluss kommt, dass die Vorwürfe unberechtigt sind.
Ich hoffe, Sie haben sich nicht Ihre Meinung gebildet, dass Augstein kein Antisemit sein kann (und Broder und das SWC Spinner sind) ohne die Texte angelesen zu haben.
Nun ja, ein Originallink zu der von mir erwähnten Argumentationsweise, ab dem zweiten Absatz:
http://www.spiegel.de/politik/ausland/mohammed-film-wem-nuetzt-die-welle-der-wut-in-der-islamischen-welt-a-856233.html
“Kulturelle Katastrophe”
“Ihren Anfang nahm die Gewalt jetzt mit einem unsäglichen Mohammed-Film aus Hollywood.”
oder:
“Verfeindete Weltkulturen”
“Der Westen reagiert auf den islamischen Zorn mit einer Mischung aus Unverständnis und gespielter Naivität. Als die US-Vertretungen in Bengasi und in Kairo angegriffen wurden, fragte die Zeitung “USA Today”: “Warum werden wir so von Leuten behandelt, die wir von mörderischen Diktatoren befreit haben?”
http://www.spiegel.de/spiegel/antisemitismus-vorwurf-gegen-jakob-augstein-a-875937.html
Tritt in den Rücken und Dialogunfähigkeit des SWC schreibt der Spiegel, der Zentralrat der Juden und dabei Herr Koch als Vizepräsident in Deutschland erkennt ebenfalls keinen Antisemitismus in Augsteins Texten. Naivität kann man Herrn Augstein bestimmt nicht vorwerfen und die “kulturelle Katastrophe” der “verfeindeten Weltkulturen” hatte ihre Anfänge nicht da, wo Herr Augstein sie vermutet. Die wichtige und richtig gestellte Frage wer davon Profitiert, wird von Herrn Augstein auch direkt aber Falsch beantwortet und Allgemeinplätze im Journalismus wie dieser:
“Diese Gewalt ist keine Sache der Religion, sondern eine der Politik.”
führten uns ja bis hierhin. Der Iran hat seit 33 Jahren Praktisch die Atombombe nach israelischer Lesart und der Irak unter Saddam Hussein ein Verbündeter der USA, im Moment wird Syrien noch umkämpft und Unterstützung bekommen die “Freiheitskämpfer” vom Westen, Christen in Syrien wissen schon jetzt was auf sie zukommt sollte Assad gestürzt werden. Wem nutzt das ganze oder wäre es besser die geopolitischen Strömungen zu verfolgen und dabei die Lagerstätten und Lieferwege fossiler Energien zu beobachten? Die fossilen Vorräte vor Israels Küste wenn der Staat sich endlich mal entschließen würde seine Staatsgrenzen zu benennen, oder die vor Griechenlands und Zyperns Küste und in diesem oder anderen Zusammenhang auch die Aktienkurse der Friedensindustrie so nennt man ja jetzt die Rüstungsindustrie, oder alles zusammen genommen und für jeden Sichtbar in der Wallstreet? Volker Pispers umfassendes Kabarett zur Situation und keine Kulturelle sondern eine politische Katastrophe.
Es mag Sie vielleicht erstaunen, ich habe aber in der Tat Besseres zu tun, als sämtliche Texte, des von mir nicht sonderlich geschätzten, Salon-Linken Augstein, auf etwaigen “Antisemitismus” zu durchforsten.
Bei den Augstein Zitaten die vom SWC angeführt werden, komme ich tatsächlich zu dem Schluss, dass die Vorwürfe unberechtigt sind. Es sei denn, man setzt, so wie es bei der Pro Israelischen Inquisition nun einmal häufig vorkommt, Anti Zionismus mit Antisemitismus gleich. Ist Broder ein Spinner? Vielleicht, er ist jedenfalls, ein rechts-populistischer, Anti Islamischer Hassprediger.
Danke für den Link, Augstein mag hier unscharf in seinen Mutmaßungen sein, Antisemitismus im Sinne von Aversionen oder gar Hass gegen Juden schlechthin, vermag ich auch hier nicht zu erkennen.
Text hin Text her, “Anti Zionismus”, “Antisemitismus”, Anti-Amerikanisch, Anti-Russisch, “Spinner”, Anti-Spinner, Rechts-Links, Islam, Christ, Gott und Götter, Hass als menschliche Eigenart die zu Papier oder im Internet verbreitet wird um Gier durch Gewalt oder Machtmissbrauch zu befriedigen, das ist das eigentliche Problem. Es geht um Menschen und die Frage nach begangenem Unrecht überall auf diesem Planeten muss gestellt werden um Gewalt in Zukunft vielleicht verhindern zu können? Erdgeschichtlich gesehen sind wir ein Klecks auf der Landkarte und die 10 Gebote eine gute Richtschnur, wie viele Kriege wir noch führen werden bleibt abzuwarten denn die zarten Anfänge von Zivilisation, Demokratie, Freiheit und Menschen-Recht, sind Akut in Bedrängnis geraten. Oder hab ich was übersehen?
@Jaques Roux:
“Es mag Sie vielleicht erstaunen, ich habe aber in der Tat Besseres zu tun, als sämtliche Texte, des von mir nicht sonderlich geschätzten, Salon-Linken Augstein, auf etwaigen “Antisemitismus” zu durchforsten.”
Stimme ich Ihnen vollständig zu. Ich wäre auch nicht auf die Idee gekommen, mich damit zu beschäftigen, hätte nicht dieser verdächtig-einseitigen Gegenwind durch alle Blätter gerauscht … ich mag, jenseits von Weltanschauungen, gute Argumente, und ich finde es interessant, über schlechte bzw. gefährliche zu reden.
Die Argumentation, die mich aufgeschreckt hat, gilt nicht nur für “Antisemitismus”, sondern für alle Disziplinen der VErhetzung oder des Rassismus. Ich zitiere mal:
“Das Feuer brennt in Libyen, im Sudan, im Jemen, in Ländern, die zu den ärmsten der Welt gehören. Aber die Brandstifter sitzen anderswo. Die zornigen jungen Männer, die amerikanische – und neuerdings auch deutsche – Flaggen verbrennen, sind ebenso Opfer wie die Toten von Bengasi und Sanaa. Wem nützt solche Gewalt? Immer nur den Wahnsinnigen und den Skrupellosen. Und dieses Mal auch – wie nebenbei – den US-Republikanern und der israelischen Regierung.”
Wissen Sie, wie im 17. Jh. Hexenanklagen konstruiert worden sind? Zufällig habe ich mich mal mit dem Thema beschäftigt.
- ein Kind stirbt im Kindsbett
- die Mutter will nicht akzeptieren, dass so etwas “einfach so” passiert
- fragt, wer was davon hat
- und benennt eine andere Frau des Dorfes, die unglücklich-kinderlos geblieben ist.
Und da wollen Sie keine Analogie sehen? Man kann mit dieser Argumentationsweise jeden für alles in Verdacht nehmen, ohne den mindesten Grund zu nennen.
Beispielsweise könnte man Sozialisten unterstellen, die Finanzkrise von langer Hand geplant zu haben. Oder Umweltschützern, die Ozonschicht mutwillig zerstört zu haben. Etc.
Ich finde es beunruhigend, dass so gut wie alle Medien einschließlich des Spiegelfechters sowie seiner Leser solche Argumentationsmuster wie auch JAs Hang zu Verschwörungstheorien als “Kritik” verteidigen und diejenigen beschimpfen, die diese kritisieren.
mfg
Nun, ist die Frage cui bono, zwar öfters, aber sicher nicht immer zielführend (niemand würde behaupten, dass die Schnittblumenindustrie hinter dem Tode Prinzessin Di’s steckt)
Aber es geht hier um das Video: Innocence of Muslims.
“Die Hintergründe seiner Entstehung und weitere Produktionsdetails sind bisher nicht vollständig geklärt. Der Film wurde von einer oder mehreren Personen unter dem Pseudonym Sam Bacile, der oder die zugleich das Drehbuch geschrieben haben sollen, produziert. US-amerikanischen Medien und Behörden zufolge handelt es sich bei dem Drehbuchautor und Produzenten des Films um den in Südkalifornien lebenden koptischen Christen und US-Staatsbürger Nakoula Basseley Nakoula.[ Nakoula räumte das am 13. September 2012 ein und erklärte, den Film, der eine Gesamtlänge von zwei Stunden habe, nicht zu bereuen.]
Als falsch erwiesen sich über Medienagenturen verbreitete Angaben Baciles, ein Jude mit israelischem Pass zu sein und den Film mithilfe jüdischer Geldgeber finanziert zu haben. Es besteht der Verdacht, diese Angaben seien von der Person gezielt verbreitet worden, um Antisemitismus zu schüren. Eine der beteiligten Schauspielerinnen gab an, der Produzent habe sich im Laufe der Dreharbeiten erst als Israeli, dann als Ägypter ausgegeben und habe auf dem Set Arabisch gesprochen. Gegenüber der Zeitschrift The Atlantic hatte ein an der Produktion beteiligter Vertrauter Baciles bestritten, dass dieser Israeli oder Jude sei. Der Name Bacile sei ein Pseudonym, das dieser benutze, um nicht Gefahr zu laufen, ermordet zu werden.”
http://de.wikipedia.org/wiki/Innocence_of_Muslims
Es wurde also zunächst vom Produzenten erklärt:
“Der Produzent hatte sich selbst in einem Telefoninterview mit dem “Wall Street Journal” als “Sam Bacile” zu erkennen gegeben – ein Immobilienmakler aus Kalifornien, der sowohl die amerikanische wie auch die israelische Staatsbürgerschaft besitze. Er sagte dabei: “Islam ist wie Krebs.” Für den Film habe er fünf Millionen Dollar (3,9 Millionen Euro) von rund 100 jüdischen Spendern bekommen.”
http://www.welt.de/politik/ausland/article109188883/Grosser-Betrug-mit-dem-unsaeglichen-Mohammed-Film.html
Obwohl anscheinend noch nicht ganz aufgeklärt, stellte sich später heraus, dass wohl fundamentale Christen um den Hassprediger Jones und eine christliche Miliz hinter dem Film stecken.
Im Zusammenhang zwischen dem Hetzfilm und den darauf folgenden Protesten gab es auch noch eine sehr “unschöne” Plakat Aktion, in der New Yorker U-bahn:
“Unterstützt in jedem Krieg zwischen dem zivilisierten Menschen und den Wilden den zivilisierten Menschen. Unterstützt Israel, besiegt den Dschihad.”
http://www.sueddeutsche.de/politik/proteste-gegen-mohammed-schmaehungen-sieg-der-zuendler-1.1474279
“Aber die Brandstifter sitzen anderswo.”
Dieser Aussage würde ich auch zustimmen, nur ein Beispiel:
http://www.hintergrund.de/20080806229/politik/welt/der-inszenierte-terrorrismus-die-cia-und-al-qaida.html
In dieser ganzen Gemengelage, d.h. Produzent erklärt, er sei von etwa 100 jüdischen Spendern finanziert worden, die Plakat Aktion, die fatal an den Kampf der “Herrenmenschen gegen die Untermenschen” erinnert, sehen Sie nun ausgerechnet beim Augstein Artikel, Antisemitismus, Verhetzung und Rassismus?
@jaque roux
der Zivilisiert / Unzivilisiert Vergleich geht natürlich gar nicht und ist, egal welche Seite ihn vorträgt, stets Rassismus. (Ist aber, um das mal zu relativieren, ähnlich verhetzend, wie wenn Palästinenser / Araber ganz Arabien zum Kampf gegen Juden auffordern – da findet so etwas wie ein Krieg statt, und da wird auch Dreck geschleudert. Was natürlich keine Berechtigung ist. Manchen SPD-Politikern reichen für ähnliche Verleumdungen selektiv ausgewählte Prügeleien in Schulen … )
Der Unterschied zwischen dem, was Sie in dem Post gemacht haben, und dem Text von AUgstein ist aber: Sie zeigen aufgrund von verschiedenen Informationen auf, wie unklar die Sache ist, ohne sich ein klares Urteil zu erlauben. Augstein benennt keinerlei Fakten, sondern raunt nur ein ziemlich deutliches Urteil. Sie haben gezeigt, dass es Hinweise / Vermutungen gab, dass ein Israeli hinter dem Film steckt. Augstein hatte dies nicht nötig, ihm reichte das cui bono Argument.
Nach Ihren Informationen wäre Augstein möglicherweise (falls er sich über das Thema überhaupt informiert hat) einer antisemitischen Kampagne eines einzelnen aufgesessen. Das kann jedem passieren. Als Journalist, der über das Thema schreibt und viele Menschen erreicht, sollte er dies aber nun auch einräumen.
Zu cui bono: Da kann ich Ihnen überhaupt nicht zustimmen. Ich finde, dieses Argument nicht zielführend, sondern prinzipiell gefährlich. Es mag sein, dass es als Methode der Erkenntnis z. B. im Tatort (über echte Polizeiarbeit möchte ich mir keine Aussage erlauben) zielführend ist. Doch dort gilt der Verdächtigte weiterhin als unschuldig, bis das Gegenteil bewiesen ist. In dem JA-Text ist das anders.
Würde man gegen eine x-beliebige Person des öffentlichen Lebens oder einem Unternehmen einen solchen Verdacht streuen, ohne weitere Hinweise auf ein Verbrechen oder einen Täter vorzulegen, würde dies eine vermutlich erfolgreiche Anklage rechtfertigen. Und das ist – auch wenn ich finde, dass man Unternehmen gerne schärfer kritisieren dürfte – gut so.
Ein einflussreicher Publizist bringt also in schärfsten Worten unbewiesene Verdächtigungen gegen einen Staat hervor und begründet diese ausschließlich durch ein Muster, das bereits im Mittelalter die Juden der Brunnenvergiftung beschuldigt hat.
Im übrigen, dieser Film: Reporter der NYT waren zum Zeitpunkt in Arabien unterwegs. Sie haben keine einzige Person getroffen, die den Film gesehen hat. Vermutlich hatten die Proteste in dieser Zeit nur zu einem extrem geringen Anteil etwas mit dem Film zu tun. Aber in den Medien liest sich so was halt einfacher … die wütenden Muslime mal wieder und ihre relgiösen Befindlichkeiten.
Pardon, aber so langsam drehen wir uns im Kreis. Zum wiederholten Male, hier die “antisemitische” Augstein Passage:
“Das Feuer brennt in Libyen, im Sudan, im Jemen, in Ländern, die zu den ärmsten der Welt gehören. Aber die Brandstifter sitzen anderswo. Die zornigen jungen Männer, die amerikanische – und neuerdings auch deutsche – Flaggen verbrennen, sind ebenso Opfer wie die Toten von Bengasi und Sanaa. Wem nützt solche Gewalt? Immer nur den Wahnsinnigen und den Skrupellosen. Und dieses Mal auch – wie nebenbei – den US-Republikanern und der israelischen Regierung.”
und hier Ihre “Text-Analyse”:
“Ein einflussreicher Publizist bringt also in schärfsten Worten unbewiesene Verdächtigungen gegen einen Staat hervor und begründet diese ausschließlich durch ein Muster, das bereits im Mittelalter die Juden der Brunnenvergiftung beschuldigt hat.”
Ich lese da etwas von “den US-Republikanern und der israelischen Regierung”, ich lese dort nichts, von den Juden, noch nicht einmal etwas vom Staate Israel.
Aber wenn Sie da nun unbedingt “Antisemitismus” verorten wollen, sei Ihnen das, von meiner Seite aus, natürlich ganz herzlich gegönnt.;-)
Sie haben recht, wir drehen uns im Kreis. Ich will in dem Zitat bedenkliche Argumentationsweisen sehen, Sie nicht. Da kann man nichts machen.
Die massive Zahl der Kommentare zeigt ganz deutlich, dass das Thema um den Antisemitismus und dessen Deutung und MIßbrauch viele anspricht. Das mag auch daran liegen, dass politisch Interessierte das Medium Internet nutzen und beim Thema Israel in Foren mit der berühmten Keule attakiert wurden, wenn Kritik gegen diese “Propheten”, die in eigener nationaler Sache agieren, zur Sprache kommt.
Ich meine, dass es Zeit wird einen Präzedenzfall aus dem Vorwurf “Antisemit” zu machen. Es müsste gerichtliche Konsequenzen geben gegen diese Denunzation.
Zu lange wurde aus Pietät deren Publizieren als Nutzen für eine Demokratie gewertet.
Tatsächlich ist es aber schon so, dass deren Machtstreben derart subversiv und polemisch ist, dass man seinen Augen kaum trau. Es wir viel kaputt geredet und aus geschichtlichen Kontext in die Gegenwart polemisiert. Mit dem Ziel immer eine Deutung schneller in den Medien verbreiten zu können, freilich zu deren Nutzen :-)
Ja, das solltest du tun. Und zwar unbedingt, bevor du dich überhaupt mit Augsteins Texten bzw. den Vorwürfen auseinandersetzt. Wäre nicht schlecht, wenn man das Wort verbietet, oder?
Wen meinst du den mit “ihnen”?
“Tatsächlich ist es aber schon so, dass deren Machtstreben derart subversiv und polemisch ist, dass man seinen Augen kaum trau. Es wir viel kaputt geredet und aus geschichtlichen Kontext in die Gegenwart polemisiert. Mit dem Ziel immer eine Deutung schneller in den Medien verbreiten zu können, freilich zu deren Nutzen”
Das wird jetzt doch keine Theorie über die jüdische Weltverschwörung sein?
Falls ja: ich fass es nicht.
Und weiß, warum es so viele Kommentare gibt. die überall, ob bei der FAZ oder dem Spiegelfechter, gleich ausfallen: Weil die heimlichen Antisemiten darauf gewartet haben, dem Antisemitismus-Vorwurf den Garaus zu machen.
Ernsthaft: Setz’ dich mit dem Thema auseinander. Kann sein, dass die Antisemitismus-Keule zu oft ausgepackt wird. In dem Fall geht es aber um im Internet einsehbare Texte und klare Vorwürfe gegen eine Person. Einen Vorwurf als überzogen zu beurteilen, ohne inhaltliche Argumente zu bringen, ist schwach.
apropos VTs
“Weil die heimlichen Antisemiten darauf gewartet haben, dem Antisemitismus-Vorwurf den Garaus zu machen.”
:-)
@Chrise
Vielleicht hilft Moshe Zuckerman weiter,etwas älter vielleicht ,aber durchaus aktuell.Man könnte durchaus Grass durch Augstein ersetzen.
Interessant und sicherlich nicht unrichtig. Wie gesagt: ich glaube gerne, dass die Antisemitismus-Keule zu oft ausgepackt wird, auch, um eine zuweilen widerliche Politik Israels zu schützen. Wenn Grass meint, von Israel gehe die größte Gefahr für den Weltfrieden aus, dann ist das ein Versuch in Sachen Weltpolitik, den man teilen kann oder nicht. Ich würde sagen, nö, andere würden sagen, ja. Das hat nichts mit Antisemitismus zu tun.
Antisemitismus beginnt in der Argumentationsweise. Zum Beispiel wenn man Juden für Dinge beschuldigt oder verdächtigt, ohne einen echte Grund zu haben (Brunnen vergiften, Anti-Mohammed-Filme), oder eine jüdische Weltverschwörung voraussetzt, um dann tautologisch diese durch sich selbst zu erklären.
Ob sich Grass in seinem Gedicht so geäußert hat, ist mir nicht bekannt. Die Zeilen, die ich kenne, sprechen nicht dafür, daher will ich mir darüber kein Urteil erlauben. Bei Augstein kenne ich die Texte und finde darin eine klare Tendenz zu den genannten Argumentationen.
Interessanter Name übrigens. Hat das was mit einer britischen Serie zu tun?
Deshalb sollten die Deutschen sich meiner Meinung nach an dem Prinzip von amnesty international orientieren: Eine Gruppe arbeitet nicht an einem Land, bei dem der Eindruck entstehen könnte, man sei befangen. Deutsche sind da nun mal befangen. Und ich frage mich, ob die Fixierung der Kritik auf Israel nicht ebenfalls “komplementär” dazu dient, sich “in seinem eigenen identitären Defizit besser zu positionieren”.
danke für die Löschung meines Beitrags. das üblich halt, wer die Deutungshoheit von Lobbyisten anprangert hat schlechte Karten und ist halt Antisemit.
Und schade, dass hier ganz klar Meinungsmacher zu gegen sind, die hier ihren Bullshit als Wahrheit verkaufen dürfen.
Und, Polemik ist Monopol von Broder, der Rest soll schweigen :-)
Deutungshoheit der Lobbyisten? Wo ist die denn? Hier in Deutschland bestimmt nicht. Hier wird Israel stärker kritisiert als jeder andere Staat – nicht zu Unrecht, aber doch zum Teil unverhältnismäßig – und wer sich die Artikel auf die Nominierung JAs sowie die zugehörigen Kommentare anschaut, kann kaum von eine Deutungshoheit sprechen.
Das ist genauso, wie wenn Erz-Liberale behaupten, es gebe hier eine Deutungshoheit linker Politik. Oder wenn Rechte behaupten, es geben ein Tabu um das Thema Ausländer. Etc.
das ist nun, gelinde gesagt, totaler quatsch. so, wie in deutschland beispielsweise über libyen oder iran, zuzeiten irak, die türkei, insbesondere russland und die ehemalige su, ach gottchen, die sogenannte ‘ddr’, hergezogen wurde oder wird, glaubst du im ernst, hier irgendjemandem weismachen zu können, israel würde stärker kritisiert? mach mal nen realitätscheck!
oh, ich vergaß china, menschenrechte & so, kuba und venezuela, von nicaragua anno dunnemals gar nicht zu reden, korea – NORD!!! –
jepp, kaum ein land wird so kritisiert wie israel, außer pakistan, aber das ist ja auch korrupt. ich bitte um verzeihung, wenn ich im reigen der länder serbien und was weiss ich wen noch vergessen habe.
ich habe das nur spaßeshalber geprüft. Hat nur ein paar Minuten gedauert. Treffer bei FAZ zu den genannten Ländern:
Israel: 7389
Libyen: 1972
Iran: 5620
Türkei: 7510
Russland: 9427
Kuba: 1605
Venezuela: 1160
Ich habe keine Lust, das bei anderen Zeitungen auch zu prüfen, aber einige Stichproben bei der TAZ ergeben ein ähnliches Bild.
Zum Vergleich die Einwohnerzahlen:
Israel: 8 Mio
Libyen: 5,6 Mio
Iran: 75 Mio
Türkei: 74 Mio
Russland: 141 Mio
Kuba: 11 Mio
Venezuela: 28 Mio
Israel ist also gemessen an der Einwohnerzahl stärker vertreten als jedes andere von dir genannte Land.
Und ich glaube nicht, dass die Israel-Artikel überproportional unkritisch sind.
@chrise: Du bestätigst in eindrucksvoller Weise Zuckermans Befund von der paranoiden selbstreferentiellen Endlosschleife.
Ich habe mir mal die 7389 “nicht überproportional unkritischen Artikel” in faz.net näher angeschaut. Der erste:
Ein wirklich einseitig israelkritischer Artikel, und nichts zum Ausgleich über Christoph Libyen, Christoph Mali oder Christoph Venezuela. Weiter:
Immerhin etwas aus Israel: Artikel über Naftali Bennet. Kein einziges scharfes Wort über einen Scharfmacher in dem Artikel.
Hier ist der Israelbezug, dass Hannah Arendt bekanntlich beim Eichmannprozess war. Klar, da muss es Ausgleichsartikel über Libyen, Venezuela oder Botswana geben. Oder?
Also eine Irakmeldung. Nächstes ist ein Interview mit dem libanesischen Politiker Michael Aoun, das Stichwort Israel kommt vor. Darauf folgt ein Artikel über den Wintereinbruch in Israel, einer über eine Autoexplosion (laut Polizei wohl kein Anschlag) in Tel Aviv, das Palästinensertreffen in Kairo und die Missbrauchsstudie der katholischen Kirche (der Israelzusammenhang ist, dass sich Bischof Ackermann zur Zeit in Israel aufhält). Danach nochmal Kältewelle im Nahen Osten, schliesslich Artikel über US-Ministerberufungen, wo auch die Haltung zu Israel eine Rolle spielt.
Was ich damit zeigen will: Ihr besessenen Antisemitismus- und Anti-Israel-Schnüffler seid in Eurer Wahnwelt verfangen.
a^2
ROTFLMAO!!!
den einen aus, den anderen an
Griechenland, wo bleibt denn bloß Griechenland?
griechenland? das bleibt außen vor! so lang die mir nicht meine schulden wieder zurück zahlen…
@Chrise
Was soll der Scheiss?
Lehrer, sperrt Eure Kreidevorräte weg – der Broder ist in der Stadt:
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/broder-entschuldigt-sich-bei-augstein-a-877127.html
;-)
Das ist vom Spiegel aber etwas einseitig dargestellt. Broder entschuldigt sich nur für seine Dramatisierung. An seinen Vorwürfen hält er fest. Nur am Rande.
Genau wie ein Exorzist an der Existenz des Leibhaftigen festhalten muss.
@Chrise
Was an diesem Satz des Zitates aus dem Artikel hast Du nicht verstanden (Fett von mir)?
Bist Du vielleicht dieser Michael Schnarch, der sich beim Spiegel eine ganze Weile ausgetobt hat?
Mich erinnert die gesamte Debatte an die überaus komische Blackadder-Folge “The Witchsmeller pursuivant”, wo bei einer Hexenjagd sogar ein Pferd hingerichtet wird, nur weil es nicht “gestehen” will. :-) Man könnte das auch analog auf den “Gestehe-doch-endlich-ein-Antisemit-zu-sein!”-Irrsinn übertragen…
Ich sach nur: “bloody milk”, hehe. :-D
->
http://www.dailymotion.com/video/xjen5i_s1e5-the-black-adder-the-witchsmeller-pursuivant_creation
@chrise:
Irgendwo reicht es auch mal mit der Denunziation. Blauklexler hat überhaupt nichts (null, nada, niente) vom “jüdische Weltverschwörung” erzählt, aber deine Projektions-Platine läuft mal wieder heiß. Und komm jetzt nicht damit, dass man sowas auch “hineinlesen” könnte oder ähnliches. Sonst landen wir im Nirgendwo…
Moshe Zuckermann bringt die geisteskranke Denkweise der “Haltet-den-Antisemiten”-Hexenjäger mal wieder auf den Punkt:
“Hintergrund: Nach Ansicht des Sozialwissenschaftlers Salzborn hat „die Elite“ zumindest in einem Fall schwer versagt. Er ist mit dem Simon-Wiesenthal-Zentrum der Meinung, dass der Verleger Jakob Augstein zu den schlimmsten Antise.miten der Welt gehört. Wie sind dann eigentlich Neona.zis und andere rechtsradikale Ju.denhasser einzuordnen?
Zuckermann: In der Frage steckt bereits das nötige Maß an Polemik zu ihrer Beantwortung. Das, was man sich mit der Einstufung von Jakob Augstein als einen Antise.miten geleistet hat, ist dermaßen idiotisch, dass man darüber eigentlich nur noch – freilich angewidert – lachen kann. Es hat aber sein Gutes, was geschehen ist. Es wurde höchste Zeit, dass das miese Unwesen, das diverse Diffamierer im deutschen Diskurs mit dem Antise.mitismus-Vorwurf betreiben, endlich als das vorgeführt wird, was es ist: als perfide ideologische Praxis zur Abfertigung und Zurichtung politischer Feinde. Dass es diesmal jemanden getroffen, der nicht zu den „üblichen Verdächtigten“ gehört, ist, so besehen, ein günstiger Fall. Plötzlich verteidigen ihn Leute, die in dieser Hinsicht selbst einiges auf dem Kerbholz haben.
Hintergrund: Augstein gehöre zu den besonders hinterhältigen Antise.miten, die ständig behaupten würden, der Antise.mitismus-Vorwurf werde in Deutschland inflationär gebraucht, um Isra.el-Kritiker mundtot zu machen, haben nun besonders clevere Antise.miten-Jäger herausgefunden. „Wirksam ist hier ein Projektionsmechanismus: dass die, welche die Verfolger waren und es potentiell heute noch sind, sich aufspielen, als wären sie die Verfolgten“, schreibt beispielsweise Stefan Gärtner, Autor der Sa.tire-Zeitschrift Tita.nic – deren Redaktion hat in Teilen längst auch die Vorzüge der bedingungslosen Isra.el-Solidarität für sich entdeckt –, bringt Augsteins Aussagen mit einem Zitat von Joseph Goe.bbels in Verbindung und meint das völlig ernst. „Dass die Ju.den uns den Mund verbieten, ist das Gerücht über die J.uden, das nach Adorno der Antise.mitismus ist. Wer glaubt, dass es wahr sei, ist ein Antise.mit. Augstein ist einer“, lautet Gärtners Fazit. Herr Zuckermann, vielleicht haben Sie die Gerissenheit von Augstein unterschätzt?
Zuckermann: Schauen Sie, man könnte jetzt eine Endlosschleife konstruieren, bei der sich, wie bei jedem paranoiden Syndrom, ein ganzes Universum auf der Basis einer irrigen Grundannahme errichten lässt. Wenn jemand beschlossen hat, dass Augstein ein Antise.mit ist, wird er sich keine Sophisterei entgehen lassen, um dies auch zu belegen. Was hierbei als Beweis angeführt wird, mag objektiv noch so falsch sein, es ist es aber nicht für den, der diesen Beweis braucht, um die paranoide Endlosschleife am Leben zu erhalten. Denn was für ein Leben hat der Paranoide ohne seine Paranoia? Es geht doch schlicht darum, dass Isra.el-Kritik in Deutschland mit Antise.mitismus gleichgesetzt wird, und zwar ganz unabhängig davon, was Isra.el tut, wie es in Isra.el zugeht, wohin seine Politik steuert, und welches Leid sie zeitigt. Jene, die meinen, Isra.el dabei durch den Antise.mitismus-Vorwurf verteidigen zu sollen, scheren sich kein bisschen um Isra.el. Isra.el als Realität interessiert sie gar nicht, sondern lediglich als Projektionsfläche zur Verarbeitung eigener identitärer Defizite. Mit Augsteins Argumenten will man sich dann gar nicht auseinandersetzen – er muss zum Antise.miten werden, damit die eigene Unzulänglichkeit im Verhältnis zu Isra.el nicht zur diskursiven Disposition gestellt wird. Ich weiß nicht, welche Folgen diese Broder-Augstein-Schlammschlacht zeitigen wird. Wenn aber der hermetisch geschlossene paranoide Zirkel der Broders, Gärtners und Gesinnungsgefolge dieser Art zumindest im öffentlichen Bewusstsein aufgebrochen werden würde, wäre zumindest der erste Schritt getan, nicht nur um der perfiden Diffamierungspraxis ein Ende zu setzen, sondern um der Bekämpfung des wirklichen Antise.mitismus in Deutschland endlich ein Tor zu öffnen.
Hintergrund: Worin besteht die von Ihnen benannte „Unzulänglichkeit im Verhältnis zu Isra.el“? Es sind ja nicht nur nichtj.üdische, sondern auch jü.dische Deutsche wie Herr Broder und Amerikaner wie Herr Cooper und seine Kollegen vom Wiesenthal-Zentrum, die bereits jeden Anflug von Isra.el-Kritik hysterisch als Antis.emitismus skandalisieren und reflexhaft mit performativen Solidaritätsbekundungen gegenüber dem Ju.denstaat reagieren.
Zuckermann: Wie ich schon sagte, rührt das zunächst daher, dass diese Leute in erster Linie projizieren. Isr.ael dient ihnen als Projektionsfläche für alles Mögliche, nur nicht als Gegenstand realistischer politischer Auseinandersetzung. Was dabei bei Deutschen vorgehen mag, liegt ja auf der Hand: die infantile Bewältigung einer gewaltigen historischen Schuld, mit der sie nicht zurande kommen. Dass dabei keine wirkliche Aufarbeitung der Vergangenheit geleistet wird, kommt ihnen gar nicht erst in den Sinn. Ju.den wie Broder bewegt wohl eine andere Form der Schuld: die Tatsache, dass sie es lebensgeschichtlich selbst nicht geschafft haben, sich in Isra.el eine Existenz aufzubauen. Viele von ihnen, die es versucht haben, sind kläglich gescheitert. Es kommt aber etwas anderes hinzu: Weil sie auf Isra.el so heftig projizieren, ist das, was Isra.el verbricht, eine schwere narzisstische Kränkung für sie. Daraus stricken sie sich dann die ideologische Form der Bewältigung, eben den Antise.mitismus-Vorwurf.”
http://www.hintergrund.de/201301072403/feuilleton/zeitfragen/moshe-zuckermann-die-vorwuerfe-gegen-augstein-sind-idiotisch.html
der Thread ist nun im Bla-Bla Modus angekommen und der Hund beißt sich in den Schwanz und mir wird eine Erkenntnis wieder bewußt, dass man manchen die Lampe auf den Kopf stellen kann, ohne dass die daran hellere Einsichten gewinnen. Aber immerhin für den Müllberg arbeit taten.
Unglücklicherweise wurde meine Polemik gelöscht, icke heiße eben nicht Broder, der dat darf :-)
Offensichtlich ist die Darstellung einer Liste der schlimmsten Antisemiten so nicht ganz richtig.BildBlog hat hier Aufklärung betrieben:
(Quelle:BildBlog.de)
Hallo der Doctor,
Ist letztendlich unerheblich, ob nun gesagt wird:
“Du bist Antisemit”
oder:
“Du redest antisemitisch”
Nach 1945 stellt der eine wie der andere Satz den so ziemlich schwerwiegendsten Vorwurf in der politischen Debatte dar; die Bilder der Leichenberge schwingen automatisch mit.
Die SWC-Leute reden sich nun raus, dass der Vorwurf gar nicht so scharf formuliert gewesen sei.
Es ist jedoch nicht entscheidend, was man sagt. Entscheidend ist, was der Andere hört (lernt man im ersten Semester Kommunikationswissenschaft).
Die drei Rabbis von der Anprangstelle sollten sich nun besser wieder mit theologischen Fragen befassen.
also für mich ist immer entscheidend, was ich lese, wenn da was geschrieben steht. (dafür habe ich jetzt kein semester kommunikationswissenschaft verbraten müssen!) wenn ich deinen letzten satz lese, dann weiss ich, dass die arbeit noch lange nicht getan ist.
allerdings schwinden die chancen zur aufklärung mit jedem jahr mehr. da schwingt einfach viel zu viel, und mit jedem vergangenen jahr mehr, mit, was in die thematik nicht gehört.
dennoch, entscheidend ist, was man schreibt. dein fazit, und nichts anderes ist dein letzter satz, ist daneben – mindestens.
Nö.
Rabbis – wie auch Imame oder Pfarrer – mögen eine verantwortungs- und sinnvolle Tätigkeit im theologischen und seelsorgerischen Bereich ausüben.
Als Ersatzwissenschaftler taugen sie nichts – q.e.d.
sei mal nicht so engstirnig. alle drei können selbstverständlich forscher in anderen bereichen sein. ich kenne da welche, die es sind. nur weil man als rabbi, imam oder priester, pfarrer, pastor tätig ist, muss man nicht ‘untauglicher ersatzwissenschaftler’ sein. du transportierst ein vorurteil.
Hallo GrooveX,
die Unwissenschaftlichkeit einer solchen Liste (2010 waren Twitter, Facebook & Co. antisemi) zeigt, dass sich drei Glaubensmänner in der Branche geirrt haben.
Und obwohl Augstein gar kein A. ist, sondern nur a. redet (nach SWC-Lesart), will der gute Rabbi Cooper mit dem bösen Journalisten nicht mal in einem Zimmer sitzen: http://www.spiegel.de/spiegel/antisemitismus-vorwurf-gegen-jakob-augstein-a-875937.html
Als meine Wenigkeit sich zuletzt so ähnlich benahm, wurden mir Nachtisch und Sesamstraße gestrichen.
da hast du natürlich auch wieder recht! kindergarten!
und dass die keine vorurteile transportieren, habe ich ja auch nie behauptet.
ich finde, der doctor hat recht – es macht einen Unterschied, ob einer Antisemit ist oder sich antisemitisch äußert. Das eine ist ein Generalverdacht gegen eine Person, die niemals zurückzunehmen ist, das andere ist reversibel. Zudem: Wenn der SWC sagt, dass Zitate antisemitisch sind, möchte er zu einer Diskussion über Meinungen, Ideen und Argumente anstoßen, anstatt eine Person zu verurteilen.
So eine Diskussion hat leider nur in einigen Nischen des Internets stattgefunden.
Ich wollte das SWC auch nicht verteidigen,sondern nur darauf hinweisen,das die Debatte auf einer falschen Grundlage geführt wird,Weil nicht die Person Augstein als antisemitisch eingestuft wird sondern einige seiner Artikel nach Meinung des SWC.Gleichwohl gebe ich dir Recht ,das man mit solchen Vorwürfen eben vorsichtig sein muß und schon gar nicht sie unter Berufung auf einen geistigen Brandstifter wie Broder erheben darf,der allein schon durch seine längere Auseinandersetzung mit Augstein hier nicht objektiv sein kann.
Ich habe weiter oben ja schon ausgeführt,das man Kritik an der israelischen Regierung nicht mit Antisemitismus gleichsetzen kann,weil es hier um politische Handlungsweisen geht und nicht um Religion.Zuckermann hat ja auch schön dargelegt,warum man sowohl israel als auch dem Judentum mehr schadet als nützt.
Übrigens,dies wäre wohl eher ein Kandidat für die Liste gewesen als Augstein:
Da der Link nicht funktionierte :gemeint ist der anklamer CDU-Politiker Marco Schulz,der die NPD-Ausgrenzung mit der verfolgung der Juden im dritten Reich verglichen hat.
Was ist das eigentlich für eine völlig sinnfreie Liste?
Man nehme einfach ein paar aus dem Zusammenhang gerissene Zitate und mache daraus eine Top Ten.
Entweder sind damit tatsächlich Antisemiten gemeint oder die Liste sagt absolut nichts aus.
@ Jacques Roux
Okay,MEMRI sagte mir nichts, ich hatte es von der Website der SZ, die es allerdings innerhalb weniger Minuten wieder von der Titelseite genommen hat. Es geht insofern auch um Augstein, weil ihm “einseitige Schuldzuweisung an Israel” vorgehalten wird. Wenn man Mursi so hört, kann man das nicht ganz von der Hand weisen.
Diesen Vorwurf gab es auch auf einer Veranstaltung der Deutschen Welle zum Thema “Deutsche Medien und der Nahostkonflikt) vom israelischen Teilnehmer und von den anderen wie erwartet zurückgewiesen. Dort sagte eine ägyptische Journalisten, sinngemäß: Jeder hat seinen Blick auf den Nahostkonflikt und nimmt die Nachrichten, die dazu passen. Auch da ist was dran.
lesenswert:
http://leftwingedbastard.wordpress.com/2013/01/17/warum-jakob-augstein-kein-antisemit-ist/