Offene Fragen über den Cornwall-Zwischenfall
26. März 2007 von Spiegelfechter - Drucken
Am Freitag wurden 15 britische Soldaten, die im Rahmen eines Boarding-Einsatzes in einem Schlauchboot fuhren, von iranischen Schnellbooten festgenommen. Laut iranischen Angaben operierten die Schlauchboote in iranischen Hoheitsgewässern, die Briten behaupten indes, sie seien in irakischen Gewässern gewesen, als sie festgenommen wurden.
Wie dilettantisch ist die Royal Navy?
Wenn man die offizielle britische Stellungnahme einmal als wahr annehmen würde, so stellt sich doch die Frage nach der Professionalität der Royal Navy. Früher war ich selbst bei der Marine und habe im Rahmen mehrerer internationaler Manöver an Boarding-Manövern teilgenommen (damals als Vorbereitung auf den Adria-Einsatz der deutschen Marine) – daher habe ich einen gewissen Überblick, wie solche Manöver vonstatten gehen. Bei einem solchen Manöver sind laut Vorschrift alle Stationen auf Bereitschaft. Die Bediener und Offiziere am Radar betrachten jede Schiffsbewegung im Operationsgebiet mit Argusaugen. Die Helikopter (die Fregatte Cornwall hat Lynx MK 8 Helikopter an Bord) sind startbereit und bewaffnet. Feindliche Kriegsschiffe, wie die iranischen Schnellboote, werden auf dem Radar bereits gesichtet, wenn sie noch meilenweit von dem zu kontrollierenden Schiff entfernt sind. Selbst wenn die iranischen Schnellboote mit höchster Geschwindigkeit unterwegs sind, bleibt genügend Zeit für die Fregatte, so zu manövrieren, dass sie die Boarding-Crew schützen kann - idR ist die Entfernung zum verdächtigen Schiff weniger als eine Seemeile. Die Helikopter hätten bei diesem Manöver also nicht nur in der Luft sein müssen, wie sie es laut der Schilderung der Vorkommnisse auch waren sondern die iranischen Schnellboote von einem Übergriff abhalten müssen, der, wenn er so stattgefunden hat, wie die Briten dies behaupten, ein kriegerischer Akt war. Das die Helikopter sich anderen Aufgaben zugewendet haben, erscheint anlässlich der gespannten Lage, im höchsten Maße unprofessionell.
Entweder ist die Royal Navy also bei diesem Manöver dilettantischer vorgegangen, als man es sich vorstellen kann oder an ihrer Geschichte stimmt etwas nicht.
Iranische Flottenmanöver
Am letzten Wochenende haben die Iraner ein groß angelegtes Seemanöver abgehalten. In einer solchen Situation wird es von britischen und amerikanischen Beobachtern nur so gewimmelt haben – egal ob dies nun aus der Luft, von See oder aus dem All vonstatten ging. Daraus kann man drei Dinge schließen:
- Erstens, hatte die britische Einsatzgruppe, eine noch bessere Aufklärung als sonst und hätte von den iranischen Schnellbooten im Operationsgebiet schon vor deren Auslaufen aus dem Hafen etwas erfahren.
- Zweitens, heißt dies, dass es noch mehr Einheiten als üblich in Bereitschaft gegeben hat. Mit Sicherheit auch Hubschrauber, die das Boarding-Team hätten evakuieren können.
- Drittens, heißt dies zwingend, dass britische und amerikanische Verbände Beweismaterial haben müssen, das ihre Behauptungen stützt, der Zwischenfall habe in irakischen Hoheitsgewässern stattgefunden.
Da es diese Beweise nicht gibt, muss man die britische Version anzweifeln. Insbesondere, wenn man die Aussage des irakischen Brigadegenerals Hakim Jassim, der für die Überwachung der irakischen Hoheitsgewässer zuständig ist, beachtetet (1)
“We were informed by Iraqi fishermen after they had returned from sea that there were British gunboats in an area that is out of Iraqi control”
Gebrauchtwagenschmuggler?
Der britische Einsatz als solcher, ist schon recht fragwürdig. Warum kontrolliert eine Fregatte, die laut Einsatzbeschreibung für die Verteidigung der irakischen Ölverladeterminals gegen „Terroristen“ und die Sicherheit im Operationsgebiet zuständig ist, verdächtige Frachtschiffe? Zumal, da das japanische [edit] indische Frachtschiff seine verdächtige Gebrauchtwagenfracht, bereits entladen hatte und vor Anker lag (2) und am Vortag bereits (erfolglos) aufgebracht wurde? Wenn es den britischen Stellen um die Konfessierung des Schmuggelgutes ging, warum hat man die betreffende Ladung nicht in Basra festgesetzt, wo sie laut offizieller Stellungnahme ja gelöscht werden sollte?
Brzezinskis Warnung
Der Vorfall erinnert an das Szenario, dass Zbigniew Brzezinski in einer Anhörung vor dem US-Senatsausschuss für Außenbeziehungen abgegeben hatte. Dort warnte er vor einer geplanten Eskalation, die ein solches Manöver herbeiführen könnte, um eine ‘defensive’ US-Militäraktion gegen Iran zu provozieren. Auslöser des Vorfalls im Shatt al Arab war die Gefangennahme von fünf iranischen Verbindungsoffizieren im kurdischen Arbil am 11. Januar. (3)
Das Iran derart unbesonnen handelt, ist ein schlechtes Zeichen für die Sensibilität der iranischen Militärführung. Selbst wenn Iran im Recht sein sollte, so ist dieses aggressive Handeln doch ein Akt der Unvernunft. Hätten die britischen Boarding-Crews ähnliche Anweisungen, wie die Amerikaner (4), so wäre dieser Zwischenfall zu einem militärischen Schlagabtausch eskaliert.
Britannia rules the waves?
Wenn man die Fakten betrachtet und den gesunden Menschenverstand benutzt, bleiben zwei möglichen Versionen über.
Entweder die britische Navy ist ein Haufen voller Dilettanten, der Operationsvorschriften nicht einhält und seine Soldaten fahrlässig in Gefahr bringt oder dies ist ein Täuschmanöver, das genau so geplant wurde. Hintergrund könnte z.B. eine Beeinflussung der britischen Öffentlichkeit sein, einen Truppenabzug abzulehnen oder gar in einem potentiellen Iran-Krieg Szenario Blairs Position zu stärken, an der Seite der USA zu kämpfen. Auch eine Beeinflussung der kritischen EU-Staaten ist denkbar. So sehen wir betroffen den Vorhang zu und alle Fragen offen.
Jens Berger
Update:
Auf einen Einwand bei den Kommentaren hin, die Fregatte wäre nicht näher an das zu boardende Schiff herangekommen, da dort das Wasser zu niedrig war, habe ich mal eine Google-Earth Karte auf die offizielle Karte des MOD projiziert (Große Version). Ich möchte deutlich herausstellen, das dies spekulativ ist. Klarheit könnte nur eine Seekarte des Gebietes bringen, die ich leider nicht habe.

Anhand der Google-Karte kann man die Seetiefe leider nur erahnen, aber die Entfernung ist und bleibt zu groß. Wenn man bedenkt, daß Al-Faw und sogar Basrah Häfen haben, die ohne Probleme von der Cornwall angelaufen werden können. In der Tat sieht es mehr so aus, als läge das aufgebrachte Schiff in unmittelbarer Nähe der Fahrrinne in den Shatt al-Arab.Legt man das Einsatzgebiet der Cornwall auf die Karte des MOD, so zeigt sich, daß das Schiff innerhalb des Operationsgebietes der Corwall aufgebracht wurde (Große Version).

Es ist doch fraglich, ob man eine Fregatte zur Überwachung eines Operationsgebietes einsetzt, das sie kaum befahren kann. Wofür gibt es Korvetten oder Schnellboote? Hier könnte man auch die Frage stellen, warum man nicht irakische Schnellboote das Manöver hat vornehmen lassen. Laut Einsatzbeschreibungen ist die irakische Marine nämlich assoziiert und stellt explizit Schnellboote und Boarding-Teams zu Verfügung:
- Iraqi Marine (IqM) boarding teams are incorporated into Coalition patrols and security sweep teams in addition to providing point defence on the OPLATs (supported by US Navy mentoring teams)
- The Iraqi Navy and Marines are being trained by the Naval Transition Team (NaTT) based in Umm Qasr and including elements from the Royal Navy, Royal Marines, US Navy and US Coastguard, ensuring that the training is not just seamanship and military in nature but also lends itself to law enforcement training. The Iraqi Navy is equipped with
• 24 Fast Aluminium Boats (FAB) capable of 45 knots
• 10 Rigid Hull Inflatable Boats (RHIB) capable of 50 knots
• 5 Predator Class Patrol Boats (PB) 26m length capable of 30 knots
• 2 PBs form a constant constant component in the Coalition and have been operating (virtually) 24/7 since April 2005c
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Sehr gut recherchiert! Das würde man sich von unseren Medien FAZ und SZ wünschen. Im Tagesspiegel bei Clemens Wergin dürften Sie solche Informationen gar nicht posten.
Freue mich schon, mehr von Ihnen zu lesen.
Ihr Jörg Sutter
Als ein urspuenglicher Iraner lebe ich seit 30 Jahren in Los Angeles. Leider kann man Artikel wie die Ihrige hierzulande nicht finden.
G. Ali Khamneipur
Dear Mr. Berger,
I am a journalist student at the University of Southern California (USC) in Los angeles and was forwarded your artcile by my father. Would like to interview you by phone or on line, write an article on the subject and present it to U.S. media.
Please contact me or let me know how I can call / e mail you.
Thank you.
Sanam KHamneipur
SanamK@Gmail.com
T (310) 463-2404
Dear Sanam, I could translate it to you if you and Mr. Berger wish.
Bitte beachten Sie folgende Diskussionen, in denen ich daran arbeite, diese Information auch für die Leser der Mainstream-Medien öffentlich zu machen:
welt.de/po...
faz.net/s/...
sueddeutsc...
sueddeutsc...
Sie sind eingeladen, sich auch dort an der Diskussion zu beteiligen und damit Sachlichkeit in die DEbatte zu bringen.
@Jörg Sutter
Ein hehrer Ansatz - auch ich musste bereits die Erfahrung machen, daß z.B. bei SPON “unbotmäßige” Kommentare nicht zugelassen werden, obgleich sie keinesfalls in irgendeiner Art und Weise gegen die Nutzungsbedingungen verstoßen hätten. Ein schlechtes Zeichen für die real existierende “Meinungsfreiheit”. Herr Augstein würde wohl im Grabe rotieren. Mit der SZ habe ich bis dato keine Probleme. Mal schauen, ob ich was ich zu obigen Diskussionen beitragen kann.
@Jörg Sutter and Sanam Khamneipur
You are free to use and translate the content from this blog. Just give me a note, that´s all.
@Sanam Khamneipur
You have mail ;-)
Gottseidank gibt es Blogs, der wer seine Infos nur von Spon, Springer und Co zieht ist verloren. Diese mundgerechten, vorformulierten Desinformationen sind einseitig und propagandistisch. Leider denken noch viele das sie im freien Westen auch frei Presse haben :)
Have a look at this debate and the interesting links to Dr. Bryzynskis comment from yesterday and to Jeff Gedmin:
eurointell...
Interessante Vermutung von Rajabi in der SZ:
sueddeutsc...
27.03.2007 13:48:42
Rajabi: Nach der Beurteilung der Fakten,…….
sieht alles danach aus, dass ein Teil der Marine-Soldaten aus einem verdeckten Operation aus dem Iran zurück kamen. daher könnte Cornwall auch sein Hubschrauber, wie sonst üblich aus Sicherung der Boden bzw. auf dem Wasser-Truppen nicht hoch schicken.
und daher auch, dass weitere Einheiten der marine nicht in Alarmbreitschaft waren.
wie heißt das schon, erst hatten wir kein Glück, dann kam auch Pech dazu!
Alle Menschen sollten diese Mörderbande aus Washington und London Paroli bieten!
damit die Geschichte sich nicht immer wieder wiederholt!
@Jörg Sutter
Diese Erklärung ist zwar “möglich” aber spekulativ. Wenn es denn so gewesen sein sollte, ist es doppelt fahrlässig zu diesem Zeitpunkt ein “eher unwichtiges” Boarding-Manöver durchzuführen.
Dennoch bin ich da eher skeptisch, da die “Marines-Evakuierung” aus dem Iran nicht durch irgendwelche Berichte hergeleitet werden kann und somit reine Spekulation ist.
@spiegelfechter: Genau das habe ich Herrn Rajabi auch gepostet mit der Bitte um Quellen. Aber es muß irgendwie erklärt werden, warum die Cornwall nicht eingriff.
Ein Helikopter der Briten war in der Luft (zumindest nachdem die Soldaten/Seeleute an Bord der iranischen Schiffe waren) und verfolgte die Bote bis zu einer Iranischen Basis wo die Briten an Land gebracht wurden.
Quelle: Royal Navy Commodore Nick Lambert, Commander of the coalition forces operating in the North Arabian Gulf.
royalnavy....
“… we know our helicopter reported that they saw the boats being moved up the Shatt-al-Arab waterway towards an Iranian base up there and we know that there was no fighting, there was no engagement, no weapons or anything like that;…”
Das dabei weder von den Briten, noch von den Iranern Waffengewalt eingesetzt wurde begrüße ich, denn unabhängig davon ob sich die Britischen Soldaten/Seeleute in Iranischen Gewässern aufhielten, erscheint eine Verletzung Iranischen Luftraumes bei der Verfolgung als recht wahrscheinlich.
Fraglich ist (wie auch in anderen Fällen): Wem nutzt was?
Bei der Beantwortung dieser Frage kann es hilfreich sein, wenn man dabei auch die Aussage Blairs beachtet, in eine „andere Phase“ eintreten zu wollen, ohne diese „andere Phase“ zu konkretisieren.
sueddeutsc...
Japanisches Schiff? Bei Freace, eine mehr als fragwürdige Quelle und für einseitige Meinungsmache bekannt, heißt es, daß ein iranisches Schiff kontrolliert wurde. Verwiesen wird bei Freace auf die Quelle alaskareport.com.
Nun lese ich bei Guardian Unlimited, einer sehr zuverlässigen Quelle, daß es sich um ein indisches Schiff gehandelt haben soll, dessen Kapitän bestätigt hat, daß man sich in irakischen Hoheitsgewässern befunden habe.
Wem soll ich mehr glauben? Freace, die sich in ihrer Hesperophobie suhlen und eine Quelle aus Alaska angeben oder Guardian Unlimited…Hmmmm…Mir fällt da die Wahl nicht so schwer, aber wahrscheinlich lügen ja fast alle westlichen Medien, um den friedfertigen und friedenssüchtigen Iran in ein Schlachtfeld zu verwandeln.
@telegehirn
Freace zitierte an dieser Stelle auch nur eine Agenturmeldung. Ob diese von einer Zeitung aus Alaska oder Tel-Aviv abgedruckt wird ist unerheblich.
Noch eine kleine Nachhilfe in Medienkompetenz:
Wenn Du den Guardian als zuverlässige Quelle angibst, so solltest Du schon darauf achten woher der Artikel stammt. Der von Dir verlinkte Artikel ist z.B. eine AP-Pressemeldung, die so vom Guardian und x anderen Medien (meist ungeprüft) weitergegeben wurde.
Ich kann Deine Aufregung auch nicht nachvollziehen, da es völlig belanglos ist, ob das Schiff unter japanischer, iranischer oder togolesischer Flagge fuhr.
Bei SPON gibt es jetzt - inwzischen etwas versteckt, war vorher noch auf der “Aufmacherseite” eine Grafik zu den Positionen, welche die Schiffe lt. britischen Angaben gehabt haben sollen.
Merkwürdig finde ich: Bislang wurde der Vorfall so dargestellt, als ob er sich im Shat al Arab abgespielt haben soll.
Glaubt man der Grafik - die natürlich für sich keine Beweiskraft hat - hat sich das ganz im persischen Golf, ein gutes Stück von der Mündung des Grenzflusses entfernt, abgespielt.
Wenn man dieser Grafik glaubt, dann hätte sich das Ganze ca. 5 Seemeilen von der Mündung des Grenzflusses entfernt abgespielt. (Also: Innerhalb der 12 Meilen Zone, aber eben nicht im Flussgewässer, sondern im persischen Golf.)
Außerdem wäre die HMS Cornwall noch einmal um gut 5 Seemeilen weiter draußen gewesen als die Schlauchboote und das zu kontrollierende Schiff. Kurz: Die HMS Cornwall wäre - nach der Grafik - ca. 6-7 Seemeilen von der Borading-Aktion entfern gewesen.
Das kommt mir - als Laien - irgenwie ulkig vor. Warum sollte man solch einen Abstand von dem zu kontrollierenden Schiff wahren?
Irgendjemand einen Idee?
@leider_heiser
An der Pressemeldung des britischen Verteidigungsministeriums finde ich vor allem eine Sache seltsam. Das GPS-Photo ist laut PK erst am Sonntag morgen entstanden, also ganze zwei Tage später. Das der aufgebrachte Kapitän “versichert”, er habe das Boot nicht bewegt, ist in Betrachtung möglicher Strafen für seine Schmuggelaktion nur all zu erklärlich und hat keine Beweiskraft.
Natürlich ist dies SPON keine Erwähnung wert Falsch ist auch das Zitat von SPON, Iran habe die Position zunächst bestätigt. Lt. MOD hat Iran eine vollkommen andere Position genannt.
Die Koordinaten an sich, sind schwer zu überprüfen. Beide (GPS und Meldung) liegen im irakischen Teil des Golfes, aber nun ja, was soll man jetzt machen, wenn die Iraner mit GPS-Photos von anderen Koordinaten kommen? Das Hornberger Schiessen?
Was mich allerdings in meiner These über das bemerkenswerte Verhalten der RN bestätigt, ist idT die Entfernung der Cornwall zum Boardingteam. Die (lt Grafik gemessenen) 11 Seemeilen sind geradezu grotesk … klar, daß die Fregatte da nicht zur Hilfe konnte.
Die entscheidende Frage ist also, warum schickt man ein spärlich bewaffnetes Schlauchboot meilenweit vom Mutterschiff in strittiges Gebiet?
Wenn man die britische Version stützen würde, so wäre dieses Verhalten immerhin vergleichbar mit einer fetten Wurst, die man einem Hund direkt vor die Nase hält und nachdem er sie geschnappt hat, behauptet, der Hund habe die Wurst angelockt und ihr eine Falle gestellt.
Danke!
Das mit der Wurst hat mich zum Lachen gebracht - obwohl mir eigentlich nicht danach zu Mute war.
Gut: Wenn sich wirklich halbwegs neutral bestätigen sollte, dass die Boote sich wirklich in irakischen Gewässern befanden, dann wäre das natürlich trotzdem (Wurst hinhalten hin oder her) in ziemlich “korpulenter Köter” (aka “dicker Hund”) seitens der Iraner.
Da müsste man sich wirklich fragen, was Sie geritten hat. Wenn wir jetzt einmal annähmen, dass es eine spontane, nicht von der Politik oder von der regulären Armee autorisierte Aktion der “Revolutionsgarden” gewesen sein sollte, dann hätten die doch innerhalb von zwei Stunden die Briten zurückgeschickt - und über diplomatische Kanäle wissen lassen: “Das war eine eigenmächtige Aktion von etwas Übermütigen, denen wir jetzt intern auf Finger klopfen werden, aber in einer erheblichen Art und Weise”.
Ich meine: Mullah hin oder her - auf der Seite der wirklichen Machthaber im Iran (was nicht der Man mit A. ist, dessen Schreibweise ich mir nie merken kann) sitzen doch keine durchgeknallten Leute. Da sitzen “business men” mit durchaus ganz privaten wirtschaftlichen Interessen, denen einen Krieg eher abträglich wäre.
Das Rafsandschani z.B. einfach nur durchgeknallt ist, das glauben doch nur die Islamphobiker. Ich denke: Das ist ein ziemlich kühl kalkulierende Geschäftsmann, der in allererster Linie sein nicht unbeträchtliches persönliches Vermögen im Auge hat. (Nicht unähnlich einem Dick Cheney … )
@leider_heiser
Genau das “stört” mich auch an der britischen und unkritisch von unseren “Medien” übernommenen Version.
Es gibt keinen Sinn, kein cui bono für Iran.
Deine Einschätzung bzgl. der Machtverhältnisse in Iran teile ich zu 100%. Ein Ahmadinedschad (ich habe schon so oft geschrieben, ich bräuchte eine Makro-Hotkey) hat nicht die Macht und nicht die Position dies zu entscheiden und ein Khamenei wird nicht so dumm und provokativ sein. Einflussreiche “Mullahs”, wie Rafsandshani oder Chatami würden eine solche Aktion nie billigen.
Was hinter den Kulissen vorgeht/-ging? Wer weiß?
Gerade in der SZ gemeldet: Die britische Soldatin sagt, daß sie in den Iran eingedrungen sind:
“Zudem wurden Aufnahmen gezeigt, wie die Briten in Schlauchbooten vermutlich der iranischen Revolutionsgarden an Land gebracht werden. Der US-Sender zitierte eine erste Reaktion der Londoner Außenministerium: Das Video sei „völlig inakzeptabel“.
Laut britischen Medienberichten wurden die Bilder an einem unbekannten Ort aufgenommen. Die Frau sage demnach im Fernsehen, die Marinesoldaten hätten die Grenze zum Iran überschritten. Großbritannien hat das bestritten und fordert ihre Freilassung.”
Quelle: sueddeutsc...
@Spiegelfechter
Grundsätzlich finde ich die Analyse recht gelungen jedoch unterstellt sie einen “Idealen” Soldaten inkl. Einhaltung der Vorschriften. Ich weiß nicht wie das bei der BW war/ist aber aus meiner Erfahrung gibt es einen gewaltigen Unterschied zwischen Theorie und Praxis. Wir wissen weder wie lange die Einheit im Einsatz noch wie viele “Scheinangriffe” es bereits gegeben hat noch wie Moral und Einsatzbereitschaft auf dem Schiff waren. In sofern kann es wirklich eine Verkettung von Gewohnheit und “unglücklichen” Umständen gewesen sein das die RN in diese mißliche Situation gekommen ist. Unter Berücksichtigung der Rahmenbedingungen (Enge des Raums/keinen Angriff starten) bleibt nicht viel Zeit um Entscheidungen zu fällen. Sollte dann noch die Befehlslage wiedersprüchlich sein (Sie dürfen sich verteidigten, aber ja nicht zuerst Schießen) wird es schnell recht eng.
Auch das Verhalten der Iraner macht Sinn. 1. kracht es vielleicht bald (da kann man Schutzschilde immer gebrauchen) und 2. sind da ja noch die “verschwundenen Diplomaten”.
Ich finde das bei vielen Analysen und VT`s einfach der menschliche Faktor massiv unterschätzt wird.
P.S. Auch die Würstchentheorie hat so ihren Charm…
Jetzt läuft das Ganze hier ja langsam richtig an - hast es verdient mit deinen fraglos immer besser werdenden Artikeln ;o)
Es ist schon ziemlich interessant zu beobachten, wie sich die Reaktionen gleichen, wenn auf beiden Seiten Vertreter in Gefangenschaft geraten - nur werden die Folgen logischerweise um so unterschiedlicher sein. Ich habe z.B. noch nie erlebt, dass ein Protestansuchen bei der UNO nach der illegalen Gefangennahme eines Menschen und Verschleppung nach Guantanamo durch die USA irgendwelche Folgen für Letztere gehabt hätten. Solche Verschleppungen gab es bis heute tausende, ohne dass es Folgen gehabt hätte.
Geraten hingegen 15 britische Soldaten unter noch immer recht nebulösen Umständen in iranische Gefangenschaft (diese werden allen Anscheins nach weder in orangene Gummiklamotten noch in eiserne Käfige gesteckt, noch werden sie gefoltert), ist auch ganz bestimmt in Null-Komma-Nichts eine UN-Resolution zur Hand und schlimmstenfalls militärische Konsequenzen (Man denke an die Konsequenzen, die Israel aus der Gefangennahme 2er seiner Soldaten durch Hisbollah zog).
Ich persönlich war immer davon überzeugt, dass es letzten Endes auf solcher Art Provokationen hinauslaufen würde, um einen Angriff auf den Iran zu rechtfertigen. Ich beschwöre dazu nur zu gern wieder das Beispiel Libanonfeldzug Israels aus dem vergangenen Jahr herauf: war es da nicht ganz ähnlich? Patroullierten nicht auch da israelische Militärs bewusst JENSEITS der Grenze, also AUF libanesischem Territorium? Und wurde nicht auch da zunächst versucht, das zu vertuschen und zu behaupten, die Soldaten wären auf israelischem Gebiet festgenommen worden? Und folgte nicht darauf der verheerende Angriff auf beinahe den gesamten Libanon? Diese Taktik lässt sich doch bei nahezu allen Konflikten im ressourcenreichen Nahen Osten beobachten, die zuletzt schwelten - alle ausgelöst durch westliche Initiative. Der momentane Vorfall passt imho da voll ins Muster.
Insofern: Glückwunsch abermals zu einem gelungenen Artikel. Ein Artikel, der die Aufmerksamkeit, die ihm hier zuteil wird, wirklich verdient hat.
Cheers,
Lily
Wenn ich schon mal dabei bin, mir fällt da nochwas merkwürdiges auf: Beim Studium des Pressespiegels zur Thematik sticht ins Auge, dass ziemlich oft (z.B. Süddeutsche, Welt, Tagesspiegel u.a.) von den gefangenen Soldaten als “Geiseln” gesprochen wird. Das ist auch wieder so ein beliebter Terminus, mit dem sich herrlich Stimmung machen lässt. Mir ist nicht bekannt, dass die iranische Regierung angeboten hat, die Gefangenen gegen Erfüllung bestimmter Forderungen freizulassen. Vielmehr wird hier darauf bestanden, die Soldaten in Ausübung einer rechtswidrigen Tat in Gewahrsam genommen zu haben. Selbstverständlich sollte der Iran das beweisen können - aber man muss ihm natürlich die Gelegenheit dazu lassen.
Fakt ist aber, dass jegliche Grundlage fehlt, hier von einer Geiselnahme zu sprechen. Weder handelt es sich um nicht-militärische Personen, noch gibt es klassische Forderungen des Iran, deren Erfüllung mithilfe der Geiseln durchgesetzt werden soll.
Und der Hammer ist auch mal wieder unsere Frau Merkel, die sich - sozusagen schon mal präventiv - “absolut soldidarisch mit London” erklärt hat, ohne dass London bislang seine “erdrückenden Beweise” vorgelegt hat, die seine Version bestätigen könnten.
Interessant die Debatte in der FAZ:
faz.net/s/...
Da wird eine ziemlich logische Frage aufgeworfen: Wenn die Briten recht haben, dann müßten ja iranische Schiffe und Soldaten in den Irak zum Zweck der Entführung britischer Soldaten eingedrungen sein.
Und diese und ihre Leitfregatte lassen sich dann auch noch entführen?
Was wäre denn, wenn dieser offensichtliche Angriff der Iraner zurückgeschlagen worden wäre?
Das Stichwort “Sarajewo”, in der FAZ genannt, erscheint da sinnvoller
Wo war die Alster ? Gab es eine deutsche Mitverantwortung ?
Die Amerikaner haben umgehend ihr Bedauern darüber ausgedrückt, dass die 15 britischen Marines sich ihrer Festnahme nicht mit
militärischen Mitteln widersetzt haben.
Die erste Frage muss in jedem Fall lauten: War der Vorfall am Shatt-Al-
Arab inszeniert ?
Die zweite Frage könnte lauten: Gab es Mitwisser, die die Besatzung
der HMS Cornwall nicht gewarnt haben obwohl sie dazu in der Lage
gewesen wären ?
Nun ist ja bekannt, dass deutsche Aufklärungstechnik ein
Exportschlager ist, auch auf dem Marinesektor. Ein Beispiel dafür ist
die Alster, die unlängst vor der libanesischen
Küste unter “Beschuss” und in die Schlagzeilen gekommen war.
de.wikiped...(Klasse_423)
Sollten derartige Verbände in der Nähe gewesen sein: stellt sich dann nicht unmittelbar die Frage nach deren Mitverantwortung ?
“Cornwall-Zwischenfall”?
Ich bitte darum, mein copyleft doch ein wenig zu beachten :-P
Einen (willkommenen?) “Zwischenfall” á la Tonkin habe ich bereits am ersten Tag herbeifabuliert ;-)
Die historische Bewertung (hoffentlich weitab von der hysterischen) überlassen wir dann doch lieber ‘gelernten’ Historikern wie bspw. dem Marco… :))
Aohuu!
l.
A discussion at a high level can be followed up in the Guardian:
guardian.c...
Kleine Info für alle fabulierenden Landratten hier im Forum:
Flüsse befördern Sedimente von oben (Quelle) nach unten (Mündung). Dort werden sie ausgeschwemmt, das nennt man dan Flußdelta. Nicht in allen Ecken der Welt werden diese Mündungen ausgebaggert wie die heimische Elbe, das Schatt El-Arab z.B. nicht.
Diese Gebiete sind absolute Flachwasserzonen noch Meilen vor der Küste, da kommt keine Fregatte hin. Deswegen ist sie nicht näher herangekommen und konnte das Boardingteam nicht aus der Nähe decken. Der kontrollierte Frachter wiederum ist - wie auf dem Helikopterbild mit GPS eindeutig zu sehen - ein Fluß- oder kombiniertes Binnen- und Küstenfahrzeug (hochgelegte, seitliche Brücke wie eine flußfähre etc.). Diese Fahrzeuge haben einen geringen Tiefgang.
Kleiner Seitenhieb: Darauf hätten die ehemaligen Muschelschubser unter meinen Vorschreibern auch selber kommen können. Schon dürtig daß der BR-Scheiner da nachhelfen muss…
Klabauter
@Klabauter:
Ein guter Punkt - ist ja nicht so, daß ich darauf noch keinen Gedanken verschwendet hätte ;-)
Ich habe meinen Gedanken dazu als Update in den Beitrag eingearbeitet.
Leider steht mir keine Seekarte zur Verfügung - aber die Entfernungen auf der Projektion sollten doch in soweit stutzig machen, das die RN da wohl besser hätte vorgehen müssen.
Ich wollte nur denjenigen die Fakten präsentieren, die meinen, die Fregatte hätte aus Jux und Tollerei, aus schlechtem Gewissen oder mit purer Absicht einen Schlag Richtung Bahrein gemacht und das Boardingteam im Stich gelassen. SPON ist auch voll von solchen halbklugen Landratten.
Vermutlich muss man es so sehen: Obwohl die Fregatte recht neu im TO war und sich noch kein Schlendrian eingeschlichen haben dürfte, ist es doch so, daß im Irak auf dem Wasser den Fachforen und der Presse zufolge fast nie Zwischenfälle passiert sind, ganz im Gegensatz zu Vietnam z.B. (Lt. Kerry lässt schön grüßen). Die Probleme (Heckenschützen, Roadside-bombs) finden in bestimmten Städten oder Stadtvierteln sowie auf bestimmten Überlandstrecken statt. Die Briten werden das Risiko also für kalkulierbar gehalten haben, das Boardingteam einige sm entfernt einzusetzen, zumal ein Heli ja ständig vor Ort war: Beim Anmarsch, dem Boarding und während der Durchsuchung. Er ist dann zum tanken zurück zur Fregatte nachdem das Team “clear” gegeben hat.
Und genau in diesem Moment haben die Iraner zugeschlagen.
Die Planung kann man perfekt nennen, Gegend und Gelegenheit excellent abgepasst:
Die Gegend dürfte voll von Kähnen und Dhaus gewesen sein, nah unter der Küste und sehr viel näher am Iran als am Irak. Zumal unter Landabdeckung sieht man da ein Speedboat nicht so schnell, wenn sich dieses mi 6 kn an die Grenze ranschleicht und erst dann die letzten 3 Min 2 sm mit 40 kn heranrauscht. Das Radarargument fällt m.E. also flach und ist eher was für Armchair-Generals. Ich vermute allerdings sogar, daß die Geschwindigkeit immer moderat war und somit die Briten gar keinen Verdacht schöpften, zumal die Boote ganz offensichtlich nacheinander eintrafen und nicht im Pulk zusammen (-> Aussage von Augenzeugen laut Timesonline). Die Iraner haben ganz offensichtlich keinen Frontalangriff gefahren, sondern langsam und Schritt für Schritt Feuerüberlegenheit aufgebaut.
Selbst wenn die Fregatte in den letzten 3 Min die Bedrohung identifiziert hätte, was wären die Handlungsoptionen gewesen? Harpoon und 76mm fallen flach. Der Heli war nicht da. Airsupport anfordern? Ich lach mich schlapp.
Was hätte das Boardingteam machen können? Ob die Schlauchboote Smg auf dem Vordeck hatten (wie auf einigen Pressebildern zu sehen) oder nur SA80 die Option waren: Ich vermute daß sich die Frage des Schußwaffeneinsatzes für das Team nie gestellt hat.
Die Briten hatten keine Chance und waren m.E. vermutlich wirklich überzeugt davon, die Iraner würden sie zu Recht aufbringen. Zunächst wird man auch höflich und vorsichtig behandelt worden sein, mit der Bitte, die Angelegenheit doch kurz an Land zu klären. Da wird keine vorgehaltene Waffe im Spiel gewesen sein. Die Iraner haben den Briten ja ganz offensichtlich auch nicht die Waffen abgenommen. Ein kleiner Trooper kommt da schnell auf die Idee, nach zwei Stempeln im Paß und einem DuDuDu mit dem Zeigefinger darf er wieder zum Mutterschiff. Ausserdem hat der Kapitän laut eigener Aussage wohl auf die Variante “Mißverständnis” gesetzt und die ROE entsprechend restriktiv gehandhabt, auch in Anweisungen gegenüber dem Boardingteam.
Das alles ist aber ziemlich egal, im übrigen ist es auch egal, wer nun der Meinung ist daß diese ganz offensichtlich nie genau festgelegte Grenze 0,5 SM weiter steuerbord oder backbord liegt.
Wichtig ist: Der Iran buddelt sich selbst immer tiefer und zeigt der Welt, daß er ein Interesse an einer Eskalation hat. Er zeigt entwürdigende Bilder im Fernsehen und veröffentlicht ganz offensichtlich mit Druck abgepresste politische Statements per Brief und Interview. Er kündigt Freilassungen an und rudert einen Tag später zurück, mit einer öffentlichen Begründung durch den Außenminister, die an pubertierende Halbwüchsige erinnert. Ob die arabische Straße still Genugtuung ob der Kraftmeierei der Mullahs empfindet oder nicht, entscheidend ist: Es wird für Russen und Chinesen zunehmend schwerer, öffentlich auf die leise Schiene zu drängen. Und das ist der springende Punkt: Weitere Sanktionen auch in der Atomfrage und letztlich auch Luftschläge - mit oder (wahrscheinlich) ohne Beschluß des Sicherheitsrates - rücken näher.
Ich gehöre nicht zu den Leuten, die das für eine abgekartete Sache der Amis und Briten halten, als eine Art Zwischenfall im Golf von Tonkin, der dann Freifahrtschein für Luftschläge gegen Natanz & co ist. Trotzdem vermute ich, daß dieser Zwischenfall genau diese Entwicklung sehr viel wahrscheinlicher werden lässt, da jeder Politiker und Diplomat auf der Welt nun den Grad der Irrationalität sehen kann, mit dem der Iran operiert. Was machen solche Leute erst, wenn sie auf der Bombe sitzen?
Sicher, die Bombe in Pakistan ist schlimm genug, laut Scholl-Latour z.B. ob der Instabilität Pakistans gefährlicher als es eine solche Knallerbse bei den Iranern je sein würde, aber reicht nicht dieses eine nukleare Problem im Nahen Osten? Die Israelis klammere ich bewusst aus, bei denen ist die Bombe sicher kein Problem, bei einem Islamisten, der vor der UNO von der nahen Rückkehr irgendwelcher Heiligen spricht schon.
Klabauter
@Klabautermann
Im Wesentlichen sehe ich die Sache ähnlich, obgleich ich, wie geschrieben, das “Easy-Going” der RN für (zumindest) fragwürdig halte. Die RN hat auch eine Verantwortung ihren Soldaten gegenüber.
Zur Motivation des Iran: Was ist denn wenn Iran die Wahrscheinlichkeit eines Militärschlages seitens US, UK, Israel für so wahrscheinlich hält, daß man aus eigener Kraft (ohne einen Offenbahrungseid in der Atomfrage einzugehen) keine Optionen mehr hat, diesen abzuwenden? Man darf bei der ganzen Sache die inneriranische Situation nicht vergessen. Ahamdinedschad hat auf so ziemlich allen Punkten versagt und steht unter Druck und das theokratische System wird eh mehr und mehr hinterfragt. Ohne das, was Du “Kraftmeierei”nennst, würde im Falle der zu erwartenden Wirtschaftssanktionen die Zustimmung so langsam gegen Null gehen. Wenn die Allgemeinheit allerdings von außen bedroht wird, rücken selbst die Kritiker hinter ihrer Staatsführung zusammen. Reicht das als Motiv?
Für Russland und China wird es zwar schwerer gegen USA und EU-3 einen deeskalierenden Kurs zu bewahren, aber jeder, der weiß, wie oft die USA gegen den Rest der ganzen Welt Israel vor dem Weltsicherheitsrat durch sein Veto geschützt hat, wird ahnen, daß Russland und China das im Falle Iran ebenfalls können. Die Weltpolitik spielt sich nicht in den Leitartikel der deutschen Presse ab.