Herr Malzahn
29. März 2007 von Spiegelfechter - Drucken
Gestern muss ein schlechter Tag für einen gewissen Herrn C. C. Malzahn gewesen sein. Der gute Herr Malzahn ist seit 13 Jahren bei einem Magazin beschäftigt, dass ehemals als „Sturmgeschütz der Demokratie“ bezeichnet wurde. Nicht ohne Malzahns tätige Beihilfe als Politik-Chef ist es in den letzten Jahren allerdings vom „Sturmgeschütz der Demokratie“ zur „Spritzpistole Angela Merkels“ verkommen. Die Tochter des verstorbenen Gründers nennt dieses Magazin „ein nunmehr geschwätziges Blatt unter vielen“ - die Rede ist natürlich vom SPIEGEL. Jenem Blatt, das seit mehreren Jahren im Kampf um Rendite und Auflagenzahlen den Qualitätsjournalismus alter Tage gegen einen Mischung aus Boulevard, Belanglosigkeit, „Frau Dr. Merkel rettet die Welt“, neoliberalen Meinungsbrei und Islamophobie ersetzt hat. Jenem Blatt, für das der Hetzer Henryk M. Broder seinen Broderline-Journalismus verfasst und jenes Blatt, das in seiner aktuellen Ausgabe vor der „Islamisierung Deutschlands“ warnt.

Dabei war der Herr Malzahn doch so glücklich. Ok - die fähigen Leute seiner Redaktion sind zur Süddeutschen abgewandert, die auch prompt zum neuen Leitmedium aufstieg, aber wen interessieren denn schon solche anachronistischen Dinge wie Qualität, wenn man gute Auflagen erzielt, fette Renditen macht und mit seiner Online-Tochter unangefochtener Marktführer ist. Von BILD lernen heißt siegen lernen? Offensichtlich schon, tritt sie doch den Beweis an, dass Auflage und Qualität nichts miteinander zu tun haben, letztere wohl eher hinderlich ist. Aber dem Herrn Malzahn ging es ja nicht nur um so profane Dinge, nein Herr Malzahn ist

ein enttäuschter Ex-Linker, der, wie so viele dieser Kategorie, über die Jahre zu einem strammen Rechtsliberalen mutiert ist, wobei sich das „liberal“ nur auf den Wirtschaftsliberalismus bezieht. Dinge wie Bürgerrechte (so etwas ist doch anachronistischer Firlefanz) wurden gerne echten Journalisten, wie dem Herrn Prantl von der Süddeutschen überlassen. Herr Mahlzahn hält von so etwas nichts und baute lieber an dem Phantom „internationaler Terrorismus“ mit, mit dessen Hilfe man den Überwachungsstaat schon irgendwann hinbekommt. Und wer sich mit „Terrorismus“ „auskennt“, weiß schließlich, dass dieser von Mullahs und Islamisten (das ist alles was islamisch ist) betrieben wird und von den Guten™ bekämpft wird. Die Guten™ sind die USA, Israel und Herr Schäuble. Die Bösen™ sind die Mullahs, also Iran, und alles was irgendwie arabisch oder muslimisch ist.
Herr Malzahn und seine Freunde haben so schön polemisiert, gewarnt, Menetekel an die Wand gemalt und dem deutschen Michel erzählt, wie er zu denken habe. Und das hat geklappt! Der Michel hatte Angst vor seinem Dönerverkäufer und lies der uckermärkischen Jean d´Arc der Terroristenbekämpfung den USA ihre Solidarität, dem bösen Russen ihr Misstrauen und den afghanischen Drogenbaronen ihre Luftunterstützung gewähren.
Und dann dies: „48 Prozent der Deutschen halten die USA für gefährlicher als Iran - nur 31 Prozent glauben das Gegenteil“, so fand eine Umfrage des Forsa-Institutes im Auftrag des STERN heraus. Ja herrgottsakranochamal, spinnt denn der Michel? Hat der uns nicht gelesen? Glaubt der uns etwa nicht? Herr Malzahn war verzweifelt und sehr, sehr traurig.
Da griff er zum Stift und schrieb sich seinen Frust von der Seele. Er nannte seinen Artikel „Böse Amis, arme Mullahs“ – in gleichen Stil hätte er zwar auch „Böse Neocons, arme Perser“ schreiben können, aber das wäre ja pfuibäh antiamerikanisch.
Und er schrieb und schrieb. Er schrieb so Sachen wie:
Die Deutschen haben im Laufe ihrer jüngeren Geschichte schon an vieles
geglaubt. An Kolonien in Afrika und an den Kaiser[]
… und einem Herrn Powell, mit seinen Powerpoint-Folien und einem Herrn Bush, mit seinen Menschrechten, die er nun in Guantanamo verteidigt. Und nun wollen sie dem Herrn Malzahn nicht glauben, dass der Mullah böse und der Uncle Sam gut ist? Das kann dem Herrn Malzahn schon mal den Tag versauen.
Und wenn der Tag schon mal so richtig versaut ist, dann schreibt man auch:
Jahrelang wurde den Deutschen von ihren Außenministern das Märchen vom
“kritischen Dialog” zwischen Europa und Iran erzählt. Es ging etwa so:
Wenn wir nett zu den Ajatollahs sind, ein bisschen mit ihnen knuddeln
und ab und zu mit dem Finger “DuDuDu” machen, dann hören sie auf [] Irgendwie ging der Plan schief, was man in Washington übrigens lange vorher ahnte.
Ja, der Ami war da klüger! Der hat nicht „DuDuDu“ gemacht, der hielt noch viel von „Rumgequatsche“, bei dem fliegen erst die Fäuste und dann die Worte. Drum ist ja auch weltweit so beliebt. *hüstel*.
Und wenn man schon mal so hitzig am schreiben ist, kann man auch mal ein paar vorsätzliche Lügen mit einbauen. Wer sagte doch gleich „Man muß eine Lüge nur oft genug wiederholen, dann wird sie zur Wahrheit?“
Ansonsten wünscht sich der iranische Präsident die Auslöschung Israels.

Da kann der Herr Malzahn wohl die Gedanken des iranischen Präsidenten lesen. Gesagt hat der dies nie und das wird der Herr Malzahn wissen.
Warum sollte Achmadinedschad eigentlich nicht meinen, was er sagt? Aber wir Deutschen
wissen nur, was wir glauben.
Wir Deutschen, lieber Herr Mahlzahn, glauben zu wissen, was sie uns glauben machen wollen. Und sie wollen, dass wir zu wissen glauben, Herr Ahmadinedschad wolle Israel „auslöschen“. Darum verbreiten sie diese Propagandalüge ja auch permanent und ihre Frage kann eigentlich nur heißen „Warum glauben die Deutschen dem Herrn Mahlzahn nicht?“
[Auslöschung Israels] Das dauert noch ein bisschen. Um nicht aus der Übung zu kommen ließ das Regime vor ein paar Tagen 15 britische Soldaten kidnappen. Aber schuld
sind immer die Amis, ist ja klar. Über die wissen wir schon lange Bescheid.
Ein bisschen Antisemitismus ist immer gut, wenn man den Gegner fertig machen will. Da stellt der Herr Malzahn schon mal die Festnahme von britischen Soldaten in eine logische Kette mit der Auslöschung Israels und verbindet dies mit der unausgesprochenen Apagoge, die „Amis“ könnten ja nicht schuld sein.
Das Ergebnis entspricht der deutschen Grundverlogenheit.
Damit meint er übrigens nicht sich sondern das Umfrageergebnis.
Wo der Malzahn schon mal so richtig in Fahrt ist, greift er sogar tief in die antideutsche Argumentationsklamottenkiste:
Besonders schlimm: Die Amerikaner haben 1945 den Krieg gewonnen. [] Den V-Day in Europa werden einige Deutsche den Amerikanern nie verzeihen;
… sagte nicht Golda Meir, die Deutschen werden den Juden nie den Holocaust verzeihen? Oh Malzahn, wie kann man das Meir-Zitat so verwursten? …
[]denn der Nationalsozialismus war ja bloß ein Betriebsunfall, der Ami aber an sich
ist böse. Sieht man ja bei Präsident Bush, der, daran glauben auch manche unserer Leser täglich felsenfest, “schlimmer ist als Hitler”.
Und daher ist jeder Bush-Kritiker ein verkappter Nazi – so will es Malzahn ja wohl suggerieren.
Antiamerikanismus ist prima bigott. Man kann sich abends die neuesten Folgen von “24″ reinziehen und am nächsten Morgen über Guantanamo klagen.
Oh ja Herr Malzahn, genau so bigott wie die alltägliche Islamhetze ihres Blattes. Da kann man abends schon mal von einer „Kapitulation des Westen vor den Islamisten“ hetzen und prima gegen alle Muslime in Deutschland und sonst wo aufstacheln und am nächsten Morgen sich über die alltägliche Xenophobie in der brandenburgischen Pampa aufregen. Wir wissen ja, Hass ist nur böse, wenn er eine Glatze hat und Herr Broder hat noch volles Haupthaar.
Vielleicht sollten die Amerikaner die Deutschen zur Abwechslung beim Wort nehmen. Höchste Zeit für eine neue Runde Re-Education. Die letzte hat nicht gereicht.
Richtig Herr Mahlzahn, der Deutsche ist ein Nazi weil er die Amerikaner nicht mag und muss umerzogen werden. Ihr Blatt gibt sich ja bereits alle Mühe und ihre Forderung kann durchaus als Warnung verstanden werden.
Wer noch der Hoffnung anhing, der SPIEGEL könnte sich seiner alten Tugenden besinnen und wieder ein ernstzunehmendes Organ in der deutschen Presselandschaft sein, muss diese wohl endgültig begraben. Zumindest so lange ein Herr Malzahn für dieses Blatt tätig ist.
Rudolf Augstein wird wohl in seinem Grab rotieren, sein Traum, sein Werk … verkommen.
Und wer sich noch weiter über den Herrn Malzahn aufregen will, dem sei als Aufputschmittel der Artikel Mahlzahn hat Durchfall bei “Rainer sacht” empfohlen.
Update: Die wunderschöne Alternativversion des Spiegelcovers stammt aus MaloXPs Artikel “Wenn Paranoia sich verdinglicht” auf Citronengras.
Jens Berger
Posted in Allgemein, Deutschland, Medien |
















































































Mit Interesse Deinen Artikel gelesen. Wenn Du magst - meine Meinung findest Du unter blogoversu... … Über eine Aufnahme in Deine Blogroll würde ich mich freuen - Dich nehme ich einfach mal auf ;-)
Das mit der Umerziehung ist natürlich Totalitarismus-Denke in Reinkultur.
Wer nicht so denkt wie wir wollen, ist geistesgestört und braucht eine Gehirnwäsche, um wieder richtig eingenordet zu sein. So steht es da, ganz uverblümt.
@Bastian Scherbeck
Deine Meinung teile ich, wie man an meinem Artikel ja sehen kann ;-)
@leider_heiser
Eigentlich schön, daß der Herr Malzahn da mal Tacheles redet. Wie ich in TP schon angemerkt habe, freue ich mich über diesen Artikel, da er derart überzogen ist, daß so manchem die Augen aufgehen werden, wie es um den SPIEGEL und seine Gallionsfiguren Aust, Broder, Mahlzahn und Steingardt bestellt ist.
@Spiegelfechter
Ja, überreizt (im doppelten Sinn des Wortes) ist das schon. Ich denke, dass diese Unverschämtheit, den Lesern zu sagen, wenn ihr solche Lumpen seit und die US-Administration nicht ordentlich lieben wollt, dann müsst ihr “umerzogen” werden, und zwar solange, bis sich die richtige Einstellung bei euch einstellen will, den meisten Lesern sehr sauer aufstoßen wird.
Diese Leserbeschimpfung ist es, was m. E. nach Wirkung zeigen wird. Nicht so sehr die Nibelungentreue - Führungsmacht befiehl, wir folgen. Das letztere kann man vertreten als Meinung. Es kommt nicht so gut an, das Misstrauen dieser Administration gegenüber ist recht groß, dass hat ja schon meine Mutter befallen - und das will nun wirklich etwas heißen.
Aber die Meinung an sich würde man ertragen. So wie wir diesen unsäglichen Gedmin auch auf allen Kanälen ertragen haben, damals im Vorfeld des Irakkrieges. Das gehört dazu, das regt nicht weiter auf.
Aber die Publikumsbeschimpfung war ein veritables Eigentor. Ich habe ja nichts dagegen, wenn der SPIGEL sich weiter selber demontiert. Aber ein wenig beleidigend fand ich als Leser das dann doch. Ich vermute, das wird vielen so gegangen sein.
Irgendwie hat der ganze Stil etwas sehr geiferndes. Das löst bei mir einen gewissen Ekel aus.
Spiegel Online ist schon seit längerer Zeit zum Bodensatz verkommen. Allein was Herr Wittrock dort gelegentlich schreibt spottet jeder Beschreibung. Mit Journalismus hat das alles nichts mehr zu tun…
Habe auf diesen ‘Artikel’ hin prompt reagiert:
Sehr geehrte Redaktion,
Diese Woche war bereits Inhalt sowie Titelbild Ihrer Publikation von kaum zu unterbietender -Rassistischer- Qualität.
Nun jedoch konnte ich beim Lesen des Pamphlets von Claus Christian Malzahn (KOMMENTAR: Böse Amis, arme Mullahs) im SPON nur schwerlich meinen Brechreiz unterdrücken.
Dass solchen Demagogen in einer Zeitschrift die sich selbst mal ‘Sturmgeschütz der Demokratie’ nannte (zu Recht, aber vorbei), eine Platform zur Gedankenvergiftung geboten wird, will ich nicht auch noch mit meinem Geld unterstützen.
Daher kündige ich mein Abo zum nächstmöglichen Zeitpunkt; Natürlich im Bewußtsein, dass diese Umsatzeinbuße für sie leicht verschmerzbar sein dürfte.
Da der Spiegel sich für Gehirnblähungen unterhalb von BILD-Niveau hergibt, kann man ihn wohl leider mittlerweile zu Recht als neoliberales Kampfblatt zur “Re-Education” des wertlos-dummen Volkes bezeichnen.
Herr Augstein windet sich wahrscheinlich -unbeachtet- in seinem Grab!
SPIEGEL? So nie wieder!
Schönen Gruß,
Stefan K.
Es gibt auch Lichtblicke, so insbesondere der heutige Kommentar von Thomas Avenarius in der Süddeutschen:
sueddeutsc...
@Jörg Sutter
*grins*
Genau darüber schreibe ich gerade einen Artikel.
btw: Das ist auch Grund, warum ich die SZ abonniert habe und mein SPIEGEL-Abo letztes Jahr (ich weiß, viel zu spät) gekündigt habe.
Dieses Bild von Mahmud Ahmadinedschad ist wirklich köstlich! :D
Zensur in der WELT. Gestern erschien dieser Kommentar des Washington Korrespondenten der WELT, von Torsten Knauel:
welt.de/po...
Um 21.15 Uhr postete Jörg Sutter eine Parodie auf diesen Kommentar. Diese war etwa 1 Stunde online, so daß ein User noch ihr Löschen bemerkte:
THORSTEN GRETT meint:
30-03-2007, 01:29 Uhr
Wie arm ist es bitte, differierende Meinungen wegzuzensieren???
Inzwischen hat Sutter den Artikel wieder neu eingestellt, aber als Parodie relativiert:
JÖRG SUTTER meint:
30-03-2007, 07:14 Uhr
Man stelle sich vor, in der zu verteidigenden “freien Welt” erschien dieser Kommentar:
“Zehntausende waren von den USA und Israel fasziniert - bis in die Mitte der Gesellschaft. Es handelte sich um eine Verführung wie unter Nazis. Das Schweigen darüber dauert bis heute an. Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, es zu beenden.
Nun, da der Irak und Afghanistan im Choas versinken, 4 Millionen Menschen auf der Flucht sind, 700.000 Zivilisten ermordet, kommt die Zeit, wo sich die Klammheimlichen ihrer Sympathie entledigen.
Lange hielten sie diese Morde für nur allzu berechtigt, richteten sich dies doch gegen den “Islamofaschismus”, gegen böse Mächte, die sich gegen die freie Welt verschworen hatten.
Der “Terrorismus” erschien als “System”, gegen das man sich wehren mußte - mit allen Mitteln.
Wenn die israelischen und amerikanischen Bomber libanesische und irakische Städte einebneten, hatten die Mitläufer das Gefühl, an einem Akt höherer Gerechtigkeit teilzuhaben.
Ging es nicht um die Verbreitung von Demokratie und Menschenrechten?
Die Opfer sahen das anders.
Es gab einmal einen „stern“-Titel, auf dem Frauen sagten: „Wir haben abgetrieben!“ Es ist Zeit für einen Titel: „Wir haben applaudiert!“ Nicht, um die Scham zu vergrößern. Sondern um zu sagen: So groß war die klammheimliche Armee, und nie wieder möge es ein Deutschland geben, in dem Menschen beifällig Terroristen zuschauen, weil sie denken, anders höre ihnen ja niemand zu.”
Wäre das so schlimm? Antwort: In den USA nicht. Nirgendwo wird der Irakkrieg härter kritisiert: im Colbert-Report, im New Yorker…
Aber hier soll die Freiheit in den USA verherrlicht werden, während Meinungen nicht diskutiert werden dürfen.
Noch ist der Artikel drin. Sutter hat ihn sicherheitshalber auch im Blog von APO, dem KOmmentarchef der WAMS deponiert, in der Regel ein sicherer Hafen.
Aber hier ist er auch sicher, falls es zur Rekonstruktion kommen soll. Bitte gleich checken, da Kommentar jetzt noch online ist.
Malzahn ist der kleine Broder von Spargel Online, nur noch etwas blindwütiger und weniger originell. Habe mich auch schon unter Schmerzen mit ihm beschäftigt. Aber spätestens nach diesem Artikel hier bin ich froh, daß ich SpOn nicht mehr lese.
… Oups! Wie sieht das denn aus, wenn man hier per “Trackback” eine URL verlinkt? Umlaute machen doch sonst auch keine Probleme. Aber egal, ich habe leider erst heute diese schöne Seite entdeckt. Kompliment, und ich hoffe, hier demnächst noch viele solcher gelungenen Beiträge über den tragischen Niedergang eines deutschen Nachrichtenmagazins lesen zu können, das früher unter Augstein und seinen fähigen Kapitänen jahrzehntelang zu den besten der Welt gehörte und jetzt durch Stefan Aust mit seinen stets wandlungsfähigen, ergebenen Leichtmatrosen wie C.C. Malzahn in kürzester Zeit zu einer ernstzunehmenden Konkurrenz für die “Bild”-Zeitung mutiert ist. Hut ab! kann man da nur sagen, denn das haben bisher nur wenige Erbschaftsverwalter hinbekommen. Aber es ist schön zu wissen, daß die Netzgemeinde seit kurzem so etwas nicht mehr länger kommentarlos hinnimmt.
Gruß Ben-99
(www.skatsboard.de)
@Ben-99
Vorhin sah es noch ganz normal aus *wunder*
Hast Du irgendwas geändert?
Ansonsten: Danke für das Lob, der SPIEGEL liefert ja genug Steilvorlagen für eine zukünftige “Verwurstung” ;-)
@Spiegelfechter
… sei gegrüßt. Nein, ich habe nichts “geändert”, und es werden auch immer noch statt Umlaute häßliche schwarze Rauten mit einem Fragezeichen angezeigt, während mein danach geposteter Beitrag ganz normal wiedergegeben wird. Sollte es gar an meinem Lieblings-Browser “Opera” liegen? Auch das kann ich mir nur schwer vorstellen, werde es aber überprüfen.
Doch zum Thema: Mich würde mal interessieren, wann Deines Erachtens der Zeitpunkt erreicht sein wird, daß auch die “Spiegel”-Verantwortlichen nicht mehr länger nach Kai-Diekmann-Manier den Kopf in den Sand stecken, was die Leser-Kritik an der Entwicklung des Magazins betrifft – so wie hier bei Dir zu finden oder bei den Machern der “Spiegelkritik”-Seite. Schließlich ist es ja nicht so, daß sich ein paar olle Stänkerer zusammengefunden haben, die mal eben gegen Aust & Co ablästern wollen, sondern es sind hauptsächlich Leute, die den “Spiegel” lange Zeit fast “geliebt”, auf jeden Fall aber gern abonniert hatten und heute traurig dabei zusehen, wie das einstmals so stolze und unabhängige Magazin zu einer “geschwätzigen” Zeitschrift verkommt.
Als Augsteins Tochter Franziska, die das bekanntlich im letzten Jahr voller Abscheu gesagt hat, gerade eingeschult wurde, hatte ich, es muß Ende der 60er gewesen sein, mit 16 oder 17 zum erstenmal ein “Spiegel”-Heft in der Hand und war fasziniert von Leuten wie Günter Gaus und überhaupt von diesem ganz anderen Journalismus, den man in der damals noch altbackenen modrigen Presselandschaft nicht gewohnt war und habe seitdem nicht eine einzige Ausgabe verpaßt. Und ich bin mir ganz sicher, daß es auch anderen heutigen alten Säcken um die 50 damals nicht viel anders ging. Für viele, auch für mich, war es überhaupt der entscheidende Impuls, auch selbst später journalistisch tätig zu werden.
Und nun sollen wir das alles vergessen, nur weil ein durch sein Millionen-Gehalt um 180 Grad gewendeter Stefan Aust meint, daß man doch ruhig auf die langjährige Nr.-1-Position in der Liste der sogenannten “Leitmedien” verzichten kann, wenn ja nur die Rendite stimmt? Für mich ist das nicht weniger schäbig, als wenn ein Herr Ackermann jährlich noch mal ein Milliönchen auf sein ohnehin üppiges Gehalt drauflegt. Und das schönste für solche Wirtschaftsbosse, die andererseits ihren Angestellten bei guter Konjunktur Gehaltserhöhungen im Mikrobereich zumuten: Dank Austs neuem Schmuse-Kurs, was das Verhältnis zu den deutschen Top-Managern betrifft, müssen sie jetzt nicht mal mehr Kritik vom “Spiegel” befürchten und dürfen die hämischen Kommentare eines C.C. Malzahn und anderen Schreibern genießen, wenn sie wieder mal die “68er”-Generation verspotten, Pazifisten auslachen und jede Kritik an einem derzeit für den Weltfrieden gemeingefährlichen Staat wie die USA als plumpen “Antiamerikanismus” verdammen.
Dazu gehört auch der kauzige, selbstverliebte Henryk M. Broder, der seine Karriere beim “Spiegel” ausgerechnet dem verstorbenen Herausgeber verdankt, den er vorher so gern für seinen angeblichen “Antisemitismus” an den Pranger stelle. Das nur zum Thema “Heuchelei”, über die sich der eitle PR-Mann Israels und der Vereinigten Staaten ja immer so gern künstlich aufregt. Und so würde eine “neue Runde Re-Education” auch ein paar Lohnschreibern des heutigen “Spiegel” sicherlich ganz gut tun.
Gruß Ben-99
(www.skatsboard.de)
@ben99
Es ist (für mich) ausgemacht schwer zu sagen, wann genau der Qualitätsabsturz begann; ich halte das auch für einen schleichenden Prozess und würde kein bestimmtes Datum/Ereignis nennen. Außerdem ist diese Einschätzung natürlich auch sehr stark mit der persönlichen Vita verknüpft. Ich bin 1972 geboren und kenne daher den “alten” Spiegel nicht persönlich. Ab 1988 habe ich angefangen den Spiegel regelmäßig zu lesen und ab 1993 war ich Abonnent. Ob der Spiegel damals wirklich “gut” war ist ex post schwer zu beurteilen. Damals gab es kein Internet und unter den mir verfügbaren Medien war er mit Abstand das beste. Ab 95 habe ich studiert und hatte Internet, der Spiegel war immer noch mein Lieblingsblatt, obgleich ich damals auch mit der TAZ geflirtet habe. Mit dem Alter und der Erfahrung wurde man kritischer und reflektierte dies auch auf den Spiegel, der nicht mehr das journalistische Optimum war. Wie Du siehst ist meine Einschätzung vom Spiegel vor 2000 sehr subjektiv und an meine “Sozialisation” angelehnt.
Objektiv (so gut es geht) beginnt für mich der Verfall so ungefähr im Jahr 2000. Mit dem gesellschaftlichen Mainstream, hin zum Neoliberalismus, hin zum Überwachungsstaat (v.a. nach 9/11) und für eine internationale Beteiligung Deutschlands an Militäraktionen. All dies wäre mE im älteren Spiegel auf (teils heftige) Ablehnung gestossen. Der “neue” Spiegel lavierte anfangs und mit der Zeit gab er die “alte” Linie ganz auf. Ereignisse in jüngerer Zeit, die den Verfall deutlich dokumentieren sind für mich: Scharfe Forcierung des Proneoliberlismus unter Aust ab ca. 2003, Massives Eingreifen in den letzten Wahlkampf mit Schmutzkampagnen, die Schmutzkampagne gegen Tritin, der Kampagnenjournalismus der Autoren Malzahn, Broder und Mattusek (obgleich letzterer auch gute Artikel schreibt), die Terrorparanoia, die viel zu schwache Kritik an den US- und NATO-Kriegen und neuerdings die grasierende Kriegshetze und die unsägliche Islamophobie. Man kann also sagen, der steile Absturz ist (für mich) noch relativ jung.
p.s.: Apropos Gaus: Sicher kennst Du den Freitag? Oder?
Beste Grüße
Jens
@ben-99
“Enttäuschte Liebe”
Ja, es hat ein wenig etwas damit zu tun. Der Ekel und die Empörung gerade dem SPIEGEL gegenüber, gegenüber dem Ausmaß in dem er journalsitisch (johurenalistisch) auf den Hund gekommen ist, hat etwas damit zu tun, dass es einmal anders war.
Und das viele ihre Prägungen in der kritischen Wahrnehmung von Politik dem Spiegel verdanken.
In so fern hat die Kritik am SPIEGEL eine biografische Komponente - bei vielen denke ich zumindest.
Bei mir ist es so: Ich bin Jahrgang 60 und habe mit 12 angefangen, den Spiegel regelmäßig zu lesen. Der lag bei uns meist rum, mein Vater hat den mehr oder weniger regelmäßig gekauft.
Es war die Zeit des “Willy wählen” Wahlkampfes, das ich anfing, mich mit Politik zu beschäftigen.
Hinter dem Abschau vor dem, was der SPIEGEL heute geworden ist, steckt natürlich ein gutes Stück Trauer und Verlust, wenn man ehrlich ist.
Aber das ist der Grund, warum es überhaupt emotional berührt, warum es - mir zumindest - nicht egal ist …
Ich meine: Wen interessiert es, ob BILD oder Focus noch verlotterter sind oder werden, als sie immer schon waren - oder ob das in etwas gleich bleibt. Da rührt sich bei mir nichts - emotional. Da würde ich nicht - wie jetzt - die Finger auf die Tasten legen, um irgendwo eine Meinung dazu abzusondern. Das ist mir einfach egal. Das ist ein Paralleluniversum, mit dem ich nichts zu tun habe, da gibt es keine innere Resonanz.
Beim SPIEGEL ist das anders. Und deswegen tut es weh … “in der Seele”, wie man so schön sagt.
Ich habe den SPIEGEL seit ich 12 Jahre alt war jede Woche gelesen - bis Ende der 90er Jahre der SPIEGEL aufhörte, investigativen Journalismus zu machen. Heute ist SPIEGEL Hollywood und Kriegspropaganda sowie FOCUS-Aufgüsse.
Ich habe den Mahlzahnschen Artikel im Spiegel-Forum in mehreren Postings zu unterschiedlichen Textstellen des unsäglichen Textes kommentiert.
Kein einziger Kommantar erschien online, obwohl in der betreffenden Zeit fünf bushistische Kommentare eines Autoren namens Michael Schnarch hochpoppten.
Daraufhin beschloß ich, auch unter die Blogger zu gehen:
nemetico.m...
Meine Kommentare im SpOn, als Artikel “Frau Mahlzahnschwingt den Rohrstock”: nemetico.m...
Über die Macht der 200:
nemetico.m...
Wenn alle mitreden, löst sich die Meinungsfreiheit in Kakophonie auf :
nemetico.m...
Freue mich über Austausch und Zusammenarbeit.
@nemetico
Dann mal viel Spaß mit Deinem Blog - hab Dich auch gleich verlinkt. Die Gegenöffentlichkeit ist wichtig und auch mein zentrales Anliegen.
Lol, toller Artikel! Hab bei all dem “Durchfall”, dem Brechreiz und der “Kakophonie” (weiß, das hat mit menschlichen Exkrementabsonderungen nix zu tun, passte aber vom Klang her trotzdem schön) sehr gelacht. Zur Stupidität des Herrn Malzahn mit seinem Antisemitismus-Palaver fällt mir ehrlichgesagt nicht mehr viel ein, aber die hat er ja nun schon des öfteren unter Beweis gestellt.
Wer den Mann immer noch nicht kennt - hier eine herzerfrischende “Kurzbio”:
mein-parte...
Da kann man wirklich nur noch mit “Rainer Sacht” halten: entweder man sacht halt was dazu oder man sacht eben nix und hört wech ;o)
Es entbehrt einer gewissen Ironie nicht, dass der Spiegel, den ich im übrigen aus vollkommen anderen Gründen schon lange nicht mehr lese, hier wegen einer sogar ausdrücklich als solche bezeichneten Polemik so angegangen wird, während das Magazin üblicherweise - und für Spiegel Online gilt das noch in verstärktem Maße - im Zweifel mit Amerikakritik zu punkten versucht. Sicherlich, CCM und Broder dürfen zwar dann und wann ihre Polemiken in die Waagschale werfen, aber Pitzke und Co. schreiben nahezu täglich tendenziöse Artikel, die in genau die andere Richtung gehen - und keineswegs als Polemik bezeichnet oder aufgenommen werde, sondern in seriöser Tarnung daherkommen. Beim nächsten Mal können Sie ja einfach spaßeshalber mal eine SpOn-Meldung Pitzkes mit dem von ihm regelmäßig kopierten Original in der NYT oder WP vergleichen, dann werden Sie hoffentlich sehen, was ich meine.
Man kann und muss dem Spiegel vieles vorwerfen, aber einseitig pro-amerikanisch ist er mit Sicherheit nicht, im Gegenteil. Und wenn sich dann hier in den Kommentaren auch noch Menschen wie Jörg Sutter die Klinke in die Hand geben, die an anderer Stelle ebenso explizit wie regelmäßig das Existenzrecht Israels negieren und ihrem Hass auf das Judentum bar jeder Faktenkenntnis freien Lauf lassen, dann bezweifele ich doch wirklich sehr, dass es sich bei den Äußerungen von Herrn Malzahn wirklich um “Antisemitismus-Palaver” handelt, wie lilywhite behauptet.
Die momentane US-Administration macht enorm viel falsch und ist für viele Dinge zu kritisieren. Aber wenn diese Kritik von Leuten kommt, die ungleich schlimmere und systematischere Menschenrechtsverstöße in anderen Teilen der Welt (zuvörderst China, aber eben auch Russland, Darfur und ja, der Iran) gepflegt ignorieren, dann klingt sie in meinen Ohren als Ausdruck einer pathologischen Fixierung zunehmend hohl.
Und wenn ich mir dann auch noch vorstelle, was - auch und gerade hier - los wäre, wenn man in die typischen “Die Amis sind alle …”-Phrasen, wie man sie jeden Tag in Deutschland zu hören bekommt, statt “Amis” z.B. “Türken”, “Perser” oder gar “Palästinenser” einsetzen würde, scheint mir eine Polemik wie die von CCM gebrachte natürlich erheblich überspitzt aber im Kern richtig zu sein. Denn nur Amerika und Amerikaner dürfen pauschal und mit Vorurteilen öffentlich abgefertigt werden, ohne dass es Widerspruch gibt. Im Gegenteil, weitgehende Zustimmung quer durch alle Schichten ist gewiss, weshalb populistische Politiker jeglicher Couleur immer wieder gerne diese Karte spielen. Die Kommentare hier sprechen ja auch wieder Bände. In Bezug auf alle anderen Nationalitäten wäre der Rassismusvorwurf, der zur Zeit in schöner Regelmäßigkeit die wenigen trifft, die sich mal mehr mal weniger überzeugend pro-amerikanisch gerieren, in blogs wie diesem sofort zu hören.
Warum, wenn es doch absolut keine Anti-Amerikanismus gibt?
Glueckwunsch fuer die tolle Seite, schaue mehrmals die Woche hier rein. Bitte weiter so!!!
Den folgenden Post habe ich mehrmals versucht zu entschaerfen, aber er kam im SPON-Forum nie an. Gruss capmojo
Lieber Agent Malzahn,
meinen Glueckwunsch fuer ein weiteres Meisterstueck in Sachen Propaganda und Gehirnwaesche. Sie haben mal wieder alle Register gezogen, um den freidenkenden, kritischen Buerger als armen Irren abzustempeln. Ihr Kommentar hat, wie von Ihnen beabsichtigt, die Handschrift und das Format eines Aufsatzes aus dem Politikunterricht, von einem 11-jaehrigen geschrieben.
Dummerweise sind diese (wir) armen Irren in allen Laendern auf dieser, unseren Erde in der Mehrheit. Die von Interessen gestaeuerten Mainstream-Medien verbreiten weltweit Angst, Panikmache, Halbwahrheiten, und faschistisches Gedankengut. Was sie (die Medien) aber nicht tun, ist unangenehme Fakten zum Thema zu veroeffentlichen. Denn das ist ja nicht im Interesse des politisch gestaeuerten Mutterschiffes.
Waehrend des Vietnamkrieges war die Springerpresse an vorderster Propagandafront in BRD. Es gab aber auch zu dieser Zeit kritische unabhaengige Medien.
Heute ist dies komplett anders…, schlimmer. Mittlerweile gehoeren alle etablierten Medien zu dieser Front, egal ob Print, Internet oder Fernsehen, alle ueberziehen uns taeglich mit Gehirnwaesche. Schauen Sie sich die deutsche Presselandschaft in den 30ern an und vergleichen sie diese mit der heutigen. Das Handwerk verstehen wir immernoch blendend…: Bei Tagesschau, heute, SPON, Stern, Welt, Bild, Zeit, Focus, etc… wimmelt es nur so von “unbestaetigten Berichten zufolge…”, “koennte” und “haette”.
Und das Schema in dieser Antiamerika-Debatte ist immer das gleiche.
Kritische Buerger die sich zum Thema “amerikanische Aussenpolitik” alternativ informieren ueber “unabhaengige!!!” Medien (…ja die gibt es noch) werden von der erblindeten Kriegstrommel-Medien-Propaganda-Gefolgschaft als “antiamerikaner” abgestempelt.
Erinnern sich eigentlich noch an den Dezember 2002?
Eine Nachricht ging um die Welt: “Rumsfeld plant Propagandaministerium”
Die Welt war entruestet. Jeder war auf einmal Antiamerikaner.
netzeitung...
Beispiel (Zitat): “Geprüft wird Pentagon-intern derzeit auch die Strategie, Journalisten für gefällige oder manipulative Nachrichten zu bezahlen sowie durch die Finanzierung pro-amerikanischer Demonstrationen und Kundgebungen oder gar mit der verdeckten Gründung eigener, gemäßigter Koranschulen für gute Nachrichten gleich selbst zu sorgen.”
Herr Malzahn: Bekommen Sie Ihren Scheck direkt vom BND, Gladio oder doch direkt von einem der 16 amerikanischen Geheimdienste?
Hi SpF,
Claus Christian Malzahn hat mit einer Treffsicherheit von 100% ins Wespennest gestochen. Ich habe mich köstlich darüber amüsiert, wie der gutmenschelnde Spiegelfechter den iranischen Präsidenten Achmadinedschad in Schutz nimmt, der doch NIEMALS gesagt habe, er wolle Israel auslöschen.
Wenn Malzahn schreit: “Besonders schlimm: Die Amerikaner haben 1945 den Krieg gewonnen. [] Den V-Day in Europa werden einige Deutsche den Amerikanern nie verzeihen;” konntert der Spiegelfechter bravourös mit “… sagte nicht Golda Meir, die Deutschen werden den Juden nie den Holocaust verzeihen? Oh Malzahn, wie kann man das Meir-Zitat so verwursten? …” Was anderes fällt ihm nicht dau ein … können wir ja schon froh sein, dass er nicht damit anfängt, dass die USA ja “in Wirklichkeit” nur schlimmste kapitalistische Ausbeutermotive für den Eintritt hatte, was man mittlerweile im Netz immer häufiger hört.
Laut Spiegelfechter sei C. C. Malzahn “ein enttäuschter Ex-Linker, der, wie so viele dieser Kategorie, über die Jahre zu einem strammen Rechtsliberalen mutiert ist.”
Das nennt sich jetzt neue Bürgerlichkeit :-) [-> theocons.d... ]. Ichn bin auch ein enttäuschter Ex-Linker und wenn jetzt sogar schon der SPIEGEL einen neokonservativen Politikchef hat … dann wird´s für wanderprediger langsam Zeit für ein …
SPIEGEL-ABO ;-)
MfG wanderprediger [-> theocons.d... ]
@Wanderprediger
Du meinst, ich sei gutmenschelnd?
Nun ja *hüstel*, wenn Du denn meinst.
Viel Spaß beim SPIEGEL-Abo, wird das richtige für einen ganzen Kerl, wie Dich sein.
… Malzi ist endlich zurück und hat sich gleich wieder ganz schrecklich darüber aufgeregt, daß nun auch die Basis der Grünen nicht mehr länger die USArschkriecherische Politik in bezug auf Afghanistan unterstützen möchte. “Opposition macht dumm”, poltert er und meint zu wissen: “Dabei ging es den Grünen heute natürlich nicht um Frieden in Afghanistan, sondern um Frieden am linken Stammtisch.” Nach dem üblichen Lafontaine=Populismus-Geschwafel, nervt er noch mit öden Allgemeinplätzen (”Die Welt ist kompliziert, am Hindukusch ganz besonders übrigens”), macht dann noch einen Kniefall vor seinem Ober-Guru Joschka Fischer, dem verlogensten Grünen überhaupt und behauptet am Ende keck: “So eine Partei aber braucht kein Mensch, denn die gibt es schon; sie sitzt im Parlament auf der Linken.”
Man muß den erneuten Schwachsinnsanfall von Claus Christian Malzahn gelesen haben, sonst glaubt man einfach nicht, welche leichterregbaren Möchtegern-”Opinion-leader” heutzutage auf “Spiegel-Online” Gelegenheit finden, sich ihren aufgestauten NeoCon-Frust auf unterstem Niveau von der Seele zu schreiben:
Link: spiegel.de...
Gruß Ben
Hallo Ben,
ich habe den Artikel von Malzahn eben gelesen. Dein Kommentar ist die Faust auf´s Auge. Als Nicht-Deutscher möchte ich noch hinzufügen: dieses neokonservative Gelaber im “Spiegel” hat so etwas typisch Deutsches an sich - “typisch deutsch” im negativen Sinne, im Aufbau von Feindbildern (äußeren wie inneren). Und eben deshalb erscheinen mir die neokonservativen Deutschen - deren schlecht schreibender Gossen-Barde Malzahn ja ist - “gemeingefährlich” zu sein. Man schreit nach Umerziehung, warnt vor den bolschweistischen Hunnenhorden der “Linkspartei” und der DKP, inszeniert in gewisser Hinsicht neue “Reichstagsbrände” (…), beschönigt imperialistische Ausbeutungskriege, fordert radikalste Vorsichtsmaßnahmen, … Die Spiegel-Redakteure geben sich zwar einen pseudointellektuellen und pseudokritischen Anstrich, aber genau diese Losungen propagieren und apologetisieren sie direkt bzw. indirekt.
Deutschland - ein Wintermärchen … Leider!
@Jens und @all
Unbeschadet der gerechtfertigten Kritik am SPIEGEL und an einigen seiner Menschen: Habt Ihr kein Problem damit, dass sich hier vielleicht nur ein Sammelbecken enttäuschter Liebhaber und freudiger Sowieso-Hasser zusammen findet? Zugegeben: Der SPIEGEL befindet sich zweifellos nicht mehr auf “Neue Heimat”- und “Flick”-Niveau, aber woran liegt das? Haben da böse Menschen im SPIEGEL einen Entschluss gefasst: “Jetzt richten wir uns hin!”? Oder ist vielleicht ganz allgemein das Niveau runtergezogen worden (jetzt guckt sogar schon die SZ hervor [die natürlich gut ist]) … und nicht nur der SPIEGEL musste folgen, oder zum Sektierenblatt werden, oder untergehen? Es reicht, sich inhaltlich auseinander zu setzen, das ist okay und - soweit ich urteilen kann - gut gelungen.
Grüße
Vogel
Boykottiert den SPON! Das Forum wird heftigst zensiert. Unzensiert ist z.B. das focus-forum.