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  • Putins zieht mit Sexmobs in den hybriden Krieg gegen Deutschland? Nun dreht die BILD-Zeitung endgültig durch

    geschrieben am 13. Dezember 2016 von Jens Berger

    Vergessen Sie die Schauermärchen aus den USA, nach denen der oberste Bösewicht Wladimir Putin die US-Wahlen manipuliert hat, um seinen Freund Donald Trump ins Weiße Haus zu befördern. Das ist kalter Kaffee und Schnee von gestern. Aktuell arbeitet unser Superschurke offenbar daran, mit „hybriden Großangriffen“ Deutschland ins Unglück zu stürzen. Sahra Wagenknecht soll Angela Merkel ablösen! Um das zu erreichen, schreckt der Russe noch nicht einmal davor zurück, Sexmobs zur Propagandazwecken auf das Land loszulassen. Das muss doch Satire sein. Leider nein, genau so können Sie es auf BILD.de nachlesen. Aber BILD wäre nicht BILD, wenn man dem Leser nicht gleich sagen würde, wie er sich gegen Putin schützen kann – nämlich indem er Angela Merkel wählt. Wie war das noch mal mit postfaktischen Zeiten?

    Nun haben wir den Salat! Im nächsten Jahr wird Deutschland zur Zielscheibe russischer Propaganda. Ein hybrider Krieg ist es, den niemand anderes als Russlands Präsident Wladimir Putin höchstpersönlich gegen uns führen will. Genauer gesagt ein „hybrider Großangriff auf die Wahrnehmung der Deutschen“ – so steht es zumindest in der BILD-Zeitung und die kennt sich ja bekanntlich aus. Putin will – BILD zufolge – „das Vertrauen der Bevölkerung in den deutschen Staat, die deutschen Behörden und insbesondere Angela Merkel erschüttern und die Menschen in die Hände von linken und rechen Extremisten treiben“. Extremisten wie Sahra Wagenknecht, die „für ihre Angriffe [auf Angela Merkel] sogar das russische Staatsfernsehen nutzt“. Ei der Daus!

    Weiter bei den neulandrebellen ;-)

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    Fake News? Das ist doch ein alter Hut

    geschrieben am 12. Dezember 2016 von Jens Berger

    Der Begriff „Fake News“ ist in aller Munde. In einem kurzen Erklärvideo fragt sich jetzt sogar die Tagesschau wie „gefährlich Fake News“ sind. Wir haben die Antwort: Fake News können extrem gefährlich sein und sind für Millionen Todesopfer verantwortlich. Als besonders gefährlich haben sich dabei jedoch die „Fake News“ herausgestellt, die nicht nur über die Sozialen Medien, sondern über die klassischen Medien verbreitet werden.

    Gefährlich, gefährlich; da hat offenbar ein Mann in einer Pizzeria in Washington um sich geschossen. Warum? Weil er einer Falschmeldung aus den sozialen Netzwerken geglaubt hat, nach der niemand anderes als Hillary Clinton in genau dieser Pizzeria einen Kinderpornoring betreibt. Solche Meldungen kommen heutzutage nicht nur in den Nachrichten, sondern treiben zahlreiche Kollegen der „seriösen“ Medien sogar zu sehr ernsten Gedanken. Was man früher als Ente oder Falschmeldung bezeichnet hat, wird heute „Fake News“ genannt und ist das Thema der Stunde.

    Ja, wie gefährlich können solche „Fake News“ sein, liebe Kollegen? Ein kurzer Blick auf die jüngere Geschichte zeigt, warum die Sorge mehr als berechtigt ist. 1990 meldeten beispielsweise fast alle Zeitungen und Fernsehsender, dass irakische Soldaten im besetzten Kuwait Säuglinge aus Brutkästen rissen und auf dem kalten Boden elendig verrecken ließen. Die Nachricht schlug ein, die „Weltgemeinschaft“ war empört und George Bush konnte seine lang geplante Invasion des Irak starten. Was folgte, war der erste Irakkrieg, Sanktionen und rund 1.500.000 Tote. Später kam heraus, dass die Story eine astreine PR-Lüge der Agentur Hill & Knowlton im Auftrag der kuwaitischen Exil-Regierung war. Eine Falschmeldung oder „Fake News“, wie man heute so schön sagt.

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    Russland sabotiert den Wahlkampf? Ein kleiner Faktencheck

    geschrieben am 07. Dezember 2016 von Jens Berger

    Immer wieder geistert die Meldung durch die Gazetten, „russische Hacker“ mit „Verbindungen zu den russischen Diensten“ oder gar „dem Kreml“ hätten dies oder das gehackt und würden über gezielte Informations- und Desinformationskampagnen Einfluss auf Wahlkämpfe nehmen. Die drei großen „Leaks“ im US-Wahlkampf werden dafür gerne als Beleg zitiert und es gilt als ausgemachte Sache, dass „Moskau“ auch in den Bundestagswahlkampf 2017 eingreifen wird. So berichtet es beispielsweise die Frankfurter Sonntagszeitung in ihrer jüngsten Titelstory. Dieses Geraune ist erstaunlich. Bereits ein kleiner Faktencheck zeigt nämlich, dass es in keinem Fall Beweise für eine russische Beteiligung gibt und selbst die Indizien mehr als mager sind.

    Die DC Leaks, der Hackerangriff auf das DNC und auf Clintons Kampagnenchef John Podesta – drei Fälle von Cyberkriminalität, bei denen wahrscheinlich vertrauliche Daten von Hackern an die Öffentlichkeit gebracht wurden, um Einfluss auf den Wahlkampf zu nehmen. Aber handelt es sich hierbei tatsächlich auch um drei Beispiele dafür, dass Russland Einfluss auf den US-Wahlkampf genommen hat? Immerhin wird dies ja regelmäßig von Politikern und den Medien behauptet.

    Um es ganz kurz zu machen: Es gibt keine gesicherte Erkenntnis darüber, wer die verantwortlichen Hacker in diesen drei Fällen waren und auch über die Herkunft der Hacker oder ihren Aufenthaltsort gibt es keine echten Erkenntnisse. Alles was darüber hinaus geht, wie z.B. Verbindungen zu russischen Diensten oder dem Kreml, ist pure Spekulation.

    Was ist gesichert?

    Als gesichert darf angenommen werden*, dass im Jahr 2016 zahlreiche US-Politiker samt deren Stab und Beraterteam Ziel von sogenannten Phishing-Attacken waren. Solche Phishing-Attacken kennen freilich nicht nur Politiker; fast jeder E-Mail-Nutzer wird schon mal eine solche Mail bekommen haben. Beliebt sind beispielsweise Mails, die vorgeben, man müsse sein Kennwort bei PayPal erneuern. Wenn man den Link in der Mail anklickt, kommt man jedoch nicht auf die Seite von PayPal, sondern auf eine – je nach Professionalität der Täter – mehr oder weniger täuschend echte Kopie der PayPal-Seite. Hat man seine Login-Daten auf dieser gefälschten Seite eingegeben, haben die Täter die Daten und können das PayPal-Konto des Opfers leerräumen. Ganz ähnlich funktionierte auch der Trick, mit dem die Hacker an die Mails hochrangiger Politikberater, wie beispielsweise Clintons Kampagnenchef John Podesta gekommen sind.

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    Modernisierungsverlierer? Globalisierungsverlierer? Die Politik verhöhnt ihre Opfer

    geschrieben am 01. Dezember 2016 von Jens Berger

    Angela Merkel hat ihr Herz fürs Volk entdeckt. Die CDU müsse nun endlich auf Menschen zugehen, die „sich als Modernisierungsverlierer“ sehen und bei „Populisten von rechts und links ihre Zuflucht suchen“, so die Kanzlerin. Dabei tritt die Uckermärkerin zielsicher in Fußstapfen, die Andere hinterlassen haben. Seit dem Brexit ist es für die westlichen Eliten beispielsweise ausgemachte Sache, dass es vor allem „Globalisierungsverlierer“ sind, die nicht mehr die Vertreter der klassischen Politik wählen. Es ist schon zum verrückt werden. Da verfolgen die westlichen Eliten jahrzehntelang eine Politik der Ausgrenzung und Verarmung, die sich gegen weite Teile ihrer eigenen Bevölkerung richtet und verhöhnen nun sie ihre Opfer auch noch dadurch, dass sie sie zu „Verlierern“ erklären; was übrigens faktisch noch nicht einmal zutreffend ist.

    Was ist eigentlich ein Globalisierungsverlierer? Die Globalisierung ist ja keine neue Entwicklung. Schon bei den Römerinnen waren blonde Echthaarperücken aus dem fernen Germanien der Renner und da bei uns kein Pfeffer wächst, bezogen unsere Vorfahren das Gewürz schon seit Ewigkeiten aus dem fernen Indien. Mit der Weiterentwicklung des Handels wurden später auch Fertigprodukte gehandelt, die theoretisch im Herkunfts- wie im Empfängerland hergestellt werden können. Die Erkenntnisse der frühen volkswirtschaftlichen Außenhandelstheorien von Smith und Ricardo griffen streng genommen nur auf, was längst Usus war. Absolute und komparative Kostenvorteile führen dazu, dass beispielsweise Kohle in Frankreich und Kleidung in Irland produziert und in das jeweils andere Land exportiert wurden. Französische Weber und irische Kohlekumpel waren so gesehen die ersten Globalisierungsverlierer. Durch den technischen Fortschritt sollten sie nicht die einzigen bleiben. Heute werden Sie in Deutschland kaum noch Gerber und Köhler finden und auch Kleidung oder Schuhe werden hierzulande nicht mehr für den Massenmarkt produziert. Ein vollkommen normale Entwicklung, die vom Begriff „Globalisierung“ nur mythisch überhöht wird.

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    Ein Experiment, mit dem Sie sich selbst davon überzeugen können, wie infam Teile der Medien mittlerweile agieren

    geschrieben am 24. November 2016 von Jens Berger

    Sollten Sie die gestrige Generaldebatte über den Bundestagshaushalt 2017 noch nicht gesehen haben, dann lade ich Sie hiermit herzlich zu einem kleinen Experiment ein. Schauen Sie sich doch bitte vollkommen unvoreingenommen die Rede der Oppositionsführerin Sahra Wagenknecht an. Lassen Sie das Gesehene und Gehörte sacken und lesen sich bitte dann die Kommentare der Herren Rübel, Volmer und Denkler durch. Und nun frage ich Sie: Schreiben diese drei Vollblutjournalisten wirklich über die selbe Rede? Über die selbe Sahra Wagenknecht?

    Mein erster Eindruck von dieser Rede war: Wunderbar! Da hat Sahra Wagenknecht einen Parforceritt durch die politischen Themenfelder der jüngeren Vergangenheit und die ganz aktuelle Debatte zu den Wahlerfolgen der Rechten mit Bravour gemeistert. Die dümmlichen Zwischenrufe der SPD zeigten zudem, dass diese Partei immer noch äonenweit davon entfernt ist, in einem möglichen Linksbündnis ein Koalitionspartner zu werden. Aber alles Andere wäre ja auch sehr überraschend.

    Überraschend wäre es natürlich auch gewesen, wenn die Mitglieder von Angela Merkels inoffiziellen journalistischen Jubelperser-Korps Wagenknechts Rede zumindest halbwegs unvoreingenommen reflektiert hätten. Das Gegenteil war der Fall und das ging schon in der Live-Berichterstattung der ARD los, wie der Kollege André Tautenhahn es in unseren Hinweisen des Tages bereits aufmerksam bemerkt hat. Eine erste „Interpretationshilfe“ lieferte dann wenige Minuten später SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann, der Wagenknecht allen Ernstes und unter großen Gelächter der linken Abgeordneten vorhielt: „Früher hieß es: Proletarier aller Länder vereinigt euch. Heute heißt es: Populisten aller Länder vereinigt euch. Ihre Antwort auf den Populismus von Rechts ist mehr Populismus von Links. Sie wollen Frauke Petry im Deutschen Bundestag überflüssig machen“. Neu sind derlei Ausfälle des würdigen Noske-Nachfolgers freilich nicht. Schon mehrfach versuchte der Merkel-Fan mit dem falschen Parteibuch Wagenknecht bar jeder sachlichen Grundlage in die rechte Ecke zu stellen. Nun gut, an derlei Kasperletheater hat man sich in „postfaktischen Zeiten“ wohl leider bereits gewöhnt.

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