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  • Geschichte zweier Spiele

    geschrieben am 05. Dezember 2011 von Stefan Sasse

    Von Stefan Sasse

    Call of Duty Modern Warfare 3

    Call of Duty Modern Warfare 3 box art.pngIn den letzten Wochen sind zwei große Titel fest etablierter Reihen erscheinen: Call of Duty Modern Warfare 3 und Assassin’s Creed Revelations. Modern Warfare 3 ist der mittlerweile achte Teil der Call-of-Duty-Reihe, während ACR der vierte Teil der Assassin’s-Creed-Reihe ist. Nach dem Durchspielen beider Einzelspieler-Kampagnen war ich mehr als überrascht, wie fundamental entgegengesetzt die Geschichten sind, die in diesen Spielen erzählt werden. Beide vermitteln ein bestimmtes Wertesystem, kommentieren politische und gesellschaftliche Probleme der heutigen Zeit. Im Folgenden möchte ich zeigen, wie sie das tun und warum Modern Warfare nicht nur äußerst fragwürdig, sondern geradezu gefährlich ist, während die Assassin’s-Creed-Spiele dem Spieler zutiefst wertvolle Fragen stellen und ihm etwas mitteilen, das von Bedeutung ist. Im Fokus steht dabei ausdrücklich die Geschichte selbst, die diese Spiele erzählen. Es geht nicht um Mechaniken, nicht um den Mehrspielermodus, nicht um die Grafik. In all diesen Bereichen sind beide Spiele gut, und trotz der sehr  unterschiedlichen Erzählqualität können beide exzellent unterhalten. Dies soll überhaupt nicht in Abrede gestellt werden. Nach dieser Vorrede zur Sache.

    Die Modern-Warfare-Reihe gehört vom Genre her zu den so genannten Ego-Shootern, landläufig gerne als “Killerspiele” geschmäht. Der Spieler nimmt die Welt durch die Augen des Charakters war, vornehmlich über Kimme und Korn einer ins Sichtfeld ragenden Waffe. Wie der Titel bereits andeutet spielt der Spieler Mitglieder einer “modernen Armee”; das Spiel ist in einer fiktiven, nahen Zukunft angesiedelt. Die über den Verlauf der bisherigen drei Teile erzählte Geschichte sieht dabei in etwa so aus: ein russischer Nationalist namens Zakhaev hat sich das Ziel gesetzt, Russland zur alten Größe zurückzuführen. Zu diesem Zweck schließt er sich mit islamischen Terroristen in einem unbenannten mittelöstlichen Land zusammen und finanziert einen Putsch. Während eine britische SAS-Einheit in Russland Zakhaev zu fassen versucht, interveniert eine US-Invasionsstreitmacht in dem Land. Eine explodierende Atombombe tötet die meisten US-Soldaten jedoch. Ein Versuch Zakhaevs, nukleare Raketen auf die USA abzuschießen, kann knapp verhindert werden. Zakhaev wird getötet (erstes Spiel). Darauf folgend wird Zakhaev in Russland als Held und Märtyrer verehrt; der Terrorist Makarov kann in seine Fußstapfen folgen. Die USA und GB arbeiten eng zusammen. Der SAS versucht erneut, sich auf die Spur der Terroristen zu heften, während es den amerikanischen Geheimdiensten gelingt, einen Mann in Makarovs Team einzuschleusen.  Dieser nimmt zum Schein an einem Terroranschlag auf den Moskauer Flughafen teil, wird aber von Makarov getötet und zurückgelassen. Dieser “Beweis” eines amerikanischen Terrorakts wird von Russland dann als Vorwand genutzt, eine Invasion in den USA zu starten, die wegen eines Ausfalls der Satelliten unbemerkt gelingt. Heftige Kämpfe an der Ostküste sind die Folge. Beim Versuch, Makarov endgültig auszuschalten müssen die Task-Force-Männer feststellen, dass ein amerikanischer General sie verraten hat. Sie schließen ein kurzfristiges Bündnis mit Makarov und töten den General (zweites Spiel). Im dritten Teil der Modern-Warfare-Reihe versucht der SAS weiterhin, Makarov zu finden (in Afrika und Osteuropa, hauptsächlich), während die Amerikaner erst die Invasion an der Ostküste zurückschlagen. Als die Russen in allen europäischen Großstädten einen gleichzeitigen Chemiewaffenanschlag als Vorbereitung für eine Invasion verüben, muss Europa verteidigt und gleichzeitig die Spur zu Makarov gefunden werden, der den russischen Präsidenten als Geißel hält. Es gelingt schließlich, die russische Staatsführung von Makarov zu trennen und Makarov zu jagen und zu töten.

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    Religion aus der atheistischen Perspektive: 2. Religion und Wissenschaft

    geschrieben am 04. Dezember 2011 von Thorsten Beermann

    Nachdem ich mich im ersten Teil dieser Reihe an einer Definition von Religion versucht habe, geht es heute auf dieser Grundlage in das erste große Konfliktfeld: Wissen und Wissenschaft. Hier würde es eigentlich leicht fallen, polemisch zu werden. Ein Blick über den Großen Teich würde reichlich Beispielen von Personen bis in höchste politische Ämter, zu Tage fördern, die allen Ernstes behaupten, die Welt wäre in sechs Tagen geschaffen worden, nur ungefähr 6000 Jahre alt und zeitweise von Dinosauriern und Menschen gleichzeitig bewohnt worden. Ganze Themenparks gibt es in den USA, in denen diese Sichtweise „belegt“ werden soll. Nicht, dass wir so weit in die Ferne schweifen müssten. Auch die damalige hessische Kultusministerin Karin Wolff (CDU) hat 2007 angeregt, die biblische Schöpfungsgeschichte gleichberechtigt mit der Evolutionstheorie um Biologieunterricht zu lehren.

    Wie im ersten Teil beschrieben, gehen religiöse Mythen in der Regel davon aus, dass der Ist-Stand der Welt der endgültige Stand der Schöpfung und wie er gewollt ist. Auch die gesellschaftlichen Strukturen, so in der Regel der Tenor, sind genau so, wie ihn höhere Mächte wollen, demnach also nicht verhandelbar.
    Das ist zumindest die Theorie, denn viele nicht-schriftliche Religionen sind erstaunlich flexibel. Das zeigt sich zum Beispiel daran, die die Bewohner Amerikas und Australiens bei ihrer „Entdeckung“ auf die Ankunft der Europäer reagierten und sie recht schnell in ihre Kosmologie einfügen konnten.
    Mit der Verschriftlichung religiöser Mythen wird eine Anpassung an neue Lebensumstände oder einen sich verändernden Wissensstand schwierig und immer schwieriger, je direkter die heiligen Schriften von einem übernatürlichen Wesen diktiert worden sein sollen.

    Weiter geht es bei Workingmensdeath.

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    Blogtipp: Das Dossier

    geschrieben am 02. Dezember 2011 von Jens Berger

    Heute möchte ich Euch einmal ein ambitioniertes Blogprojekt aus der Nachbarschaft vorstellen. Ich stehe schon länger mit Axel Weipert von “Das Dossier” in Kontakt und nutze die Seite selbst regelmäßig zur Information. Für mich ist es dabei besonders interessant, dass Axel und seine Kollegen sich nicht “nur” auf die gerade aktuellen und viel diskutierten Themen stürzen, sondern auch Themen, die nicht so sehr im Fokus der Öffentlichkeit stehen, einen breiten Raum geben. Axel bat mich, auch den Lesern des Spiegelfechters einmal “das Dossier” näher zu bringen. Dem komme ich natürlich gerne nach und präsentiere ich Euch hier eine kurze Vorstellung der Seite, die Axel selbst geschrieben hat.

    Eine Verbindung von Journalismus und Blogosphäre schaffen

    DAS DOSSIER startet einen Relaunch

    Seit Jahren schon gibt es – auch hier beim Spiegelfechter – eine Debatte über die Rolle der Blogosphäre: Wie wichtig ist sie als Informationsquelle und zur Meinungsbildung? Kann und soll sie den herkömmlichen Journalismus ersetzen? Wir als Redaktion von das Dossier haben uns auch darüber Gedanken gemacht. Unsere Antwort lautet: Es geht nicht um ein Entweder-Oder, sondern um die sinnvolle Zusammenführung. Das ist eines der Kernanliegen unserer Seite, die wir in den letzten Monaten gründlich umgebaut haben.

    2011 zeigte eine neue Qualität in der Beschleunigung des Nachrichtengeschäfts: ständig aktualisierte Newsticker-Meldungen zu umwälzenden Ereignissen wie den Revolutionen im arabischen Raum, dem Reaktorunglück von Fukushima und den neuesten Pleitekandidaten im Euro-Raum ließen Journalisten und deren Leser bisweilen schwindelig werden. Einen Kontrapunkt zu der daraus entstehenden Flut an Informationen will das journalistische Web-Portal das Dossier bieten, indem hochwertige Analysen und Hintergrundinformationen zum Weltgeschehen gesammelt und aufbereitet werden. Das Konzept zeichnet sich durch eine Gegenüberstellung von klassischem Journalismus und Blogosphäre aus. Die thematische Erfassung der Beiträge in Dossiers erlaubt dem Leser einen gebündelten Überblick zu dem Geschehen nach aktuellen Ereignissen, Themen und Regionen.

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    Ich werde auch nervös

    geschrieben am 01. Dezember 2011 von Gastautor

    Geht alle Staatsgewalt vom Markte aus?

    ein Gastartikel von Alexander Unzicker

    Die Märkte sind heute wieder beunruhigt. Die Anleger machten sich gestern schon Sorgen, und womöglich werden die Investoren morgen nervös. Ich kann es nicht mehr hören. Aber leider kann man es nicht wie andere unwichtige Tagesmeldungen von sich fern halten, denn die seit Monaten andauernden Berichte über Finanz-, Euro-, Schulden- und Währungskrise, über Banken, Hedgefonds, Rettungsschirme und Hebel, sowie die permanente Beschäftigung der Regierungen mit dem Thema sind beunruhigend. Nicht zuletzt deshalb, weil über einige einfache Dinge nicht nachgedacht wird. So diskutiert man zum Beispiel im Moment die Frage kontrovers, ob die Europäische Zentralbank EZB Anleihen von Staaten zum derzeitigen Zinssatz von ca. 7 % kaufen soll, weil die `Märkte´ derzeit jenen Staaten nur gegen hohen Risikoaufschlag Geld leihen. Interessant wäre aber doch, woher die gleichen Märkte das Geld haben – über Umwege von der EZB, die es den Banken zu 1% Zins zur Verfügung stellt – ohne Risikoaufschlag, wobei sie seltsamerweise die Anleihen jener gefährdeten Staaten als Sicherheit akzeptiert. Kurz: der Finanzsektor kann sich Geld für 1% leihen und für 7% an Italien weiterverleihen, oder übrigens auch an Deutschland für 2%! Das bedeutet, dass ein permanenter Subventionsstrom in Höhe der Zinsdifferenz aus dem Vermögen des europäischen Steuerzahlers an die `Märkte’ fließt, die sich dann tatsächlich Sorgen machen, wo sie das ganze Geld noch anlegen sollen. Die Diskussion um das richtige Handeln der EZB entspricht der, ob man einen Brand besser mit Pulver oder Wasser löscht, den sie gleichzeitig mit reichlich Öl anfeuert. Es sind die niedrigen Leitzinsen, die absurd sind. Man muss nicht Wirtschaftswissenschaften studiert haben, um das Bizarre der Situation zu sehen, manchmal habe ich den Eindruck, dass es eher hinderlich ist.

    Der Risikoaufschlag spiegelt angeblich das Ausfallrisiko eines Kreditgebers wider. Wenn Banken sich billiger Geld leihen können als Staaten, bedeutet dies, dass deren Kreditwürdigkeit höher liegen müsste. Nun weiß jeder, dass praktisch alle Banken Bankrott wären, hätten die Saaten nicht für ihrer Schulden gebürgt. Sie können also gar nicht kreditwürdiger sein als die Saaten, die ihre Existenz garantieren. Würde die EZB rational marktkonform handeln, dürfte sie ihnen kein Geld geben. Warum tut sie es trotzdem? Antwort: Die Banken seien systemrelevant. Und die Staaten? Man macht uns heute weis, der Zusammenbruch eines Staates sei möglich, aber der einer Bank nicht. Irgendwie habe ich vielleicht missverstanden, was `marktkonforme Demokratie’ bedeutet. Systemrelevant kann doch nur heißen, für das Funktionieren des staatlichen Gemeinwesens unverzichtbar, also Teil von diesem. Entweder ist das ein Lüge, oder permanenter Verfassungsbruch, denn alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. Nicht vom Vorstand. Für unsere Regierenden, zum Nachschlagen: Artikel 20 Absatz 2 Grundgesetz. Würde die EZB nicht weiterhin öffentliche Gelder verschenken, sondern den Leitzins heben, wären natürlich die Banken pleite. Ein staatlich kontrollierter Konkurs wäre die klarste Möglichkeit, verfassungsgemäße Zustände wiederherzustellen.

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    Der Staat schützt die Täter und nicht ihre Opfer

    geschrieben am 30. November 2011 von Gastautor

    ein Gastartikel von Jacob Jung

    Dem Staat wird in Bezug auf den entschiedenen Einsatz gegen Rechtsextremismus partielle Blindheit vorgeworfen. Auch wem diese Einschätzung übertrieben erscheint: Zumindest werden Links- und Rechtsextremisten in Deutschland gleichartig behandelt, wenngleich sich die Gewalt der einen hauptsächlich gegen Gegenstände und die Gewalt der anderen gegen Menschenleben richtet.

    Bedienen die etablierten Parteien und ihre verantwortlichen Politiker mit dem zurückhaltenden Vorgehen gegen Rechtsextremismus einen weit verbreiteten Rassismus in der Mitte der Gesellschaft? Wie sonst sind die kraft- und konzeptlosen Maßnahmen zu erklären, mit denen die Bundesregierung auf die rechte Gefahr in Deutschland reagiert?

    Während das Innenministerium auf eine Ausdehnung der staatlichen Kontroll- und Überwachungsstrategien drängt, verweigert sich die Politik im Rahmen einer Scheindebatte dem längst überfälligen NPD-Verbot und legt so ihre Hand schützend über rechte Netzwerke, Gewalttäter und Mörder.

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