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  • Und täglich grüßt das Konsumindexmurmeltier – Warum ignorieren die Medien nicht endlich die GfK?

    geschrieben am 31. Mai 2013 von Jens Berger

    Jeden Monat aufs Neue beglücken uns die Medien mit dem Konsumklimaindex der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK). Dieser Index ist ein echtes Mysterium. Eine Korrelation zwischen dem von der GfK „gemessenen“ Konsumklima und der tatsächlichen Einzelhandelsumsätze ist nur in Ausnahmefällen zu erkennen. Doch einen Zweck scheint der Konsumklimaindex zu haben: Monat für Monat dient er den Medien als Steilvorlage, ihr Märchen vom Konsumwunderland Deutschland weiterzuspinnen. Da sich dieses Märchen jedoch nicht durch Daten untermauern lässt, liegt hier der Verdacht nahe, dass bei der Berichterstattung zum Konsumklimaindex die Grenzen zwischen journalistischer Sorgfaltspflicht und Meinungsmache überschritten werden.

    Am 29. Januar meldete SPIEGEL Online, dass die „Verbraucher optimistisch ins Jahr 2013“ starteten. Im Artikel heißt es dann, die GfK habe „für Januar ein kräftiges Plus von 15,2 Punkten beim Indikator für die Anschaffungsneigung gemessen“. Nach der Systematik des Konsumgüterindex heißt dies, dass die GfK eine Steigerung des privaten Verbrauchs um 1,52 Prozentpunkte für den Monat Februar vorhersagt. Der GfK-Konsumklimaindex wird stets am vorletzten Tag des Monats veröffentlich und bezieht sich prognostisch auf den Folgemonat. Basis des Index ist eine Befragung von 2.000 repräsentativ ausgewählten Personen, denen am Telefon drei Fragen zu ihrer Anschaffungsneigung und zu ihrer Erwartung bezüglich der gesamtwirtschaftlichen Situation gestellt werden. Aus den Rohdaten wird dann nach einem „ausgeklügelten“ Verfahren mit Algorithmen, die nur der GfK bekannt sind, der bekannte Index errechnet. Doch welchen „Wert“ hat dieser Index?

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    Mr. Cool und die vierte Gewalt

    geschrieben am 31. Mai 2013 von Joerg Wellbrock (Tom W. Wolf)

    Foto: dpa

    Foto: dpa

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    Die (In)Kompetenz der AfD

    geschrieben am 29. Mai 2013 von Jens Berger

    Das Wahlprogramm der Alternative für Deutschland passt fasst auf einen Bierdeckel und lässt mehr Fragen offen, als es beantwortet. Vor allem wenn es um Thema abseits des Euros geht, gibt sich die AfD bemerkenswert wortkarg. Für eine Partei, deren „Nomenklatura“ vor allem aus – ansonsten sehr meinungsstarken – marktliberalen Ökonomen besteht, wirkt die zur Schau getragene Zurückhaltung eher ungewöhnlich. Doch dies hat seinen Grund. Sobald man ein wenig unter der Oberfläche gräbt und die AfD mit konkreten Fragen konfrontiert, zerfällt das Bild der vermeintlichen Wirtschaftskompetenz schnell zu Staub.

    Der Kollege Fabian Herzog wollte es wissen und fragte die AfD per Mail vier eigentlich einfache Fragen:
    1. Wie stehen Sie zur Rentenprivatisierung – Stichwort: Ersparnisse im Ausland?
    2. Haben die Lohnstückkosten für Sie etwas mit der Eurokrise zu tun?
    3. Hängen Geldmenge und Inflation für Sie direkt zusammen?
    4. Welches Steuermodell stellen Sie sich vor?

    Hier die Antwort einer Sprecherin der AfD*:

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    Menschen mit Behinderung: Sparen verboten!

    geschrieben am 29. Mai 2013 von Joerg Wellbrock (Tom W. Wolf)

    Von Jörg Wellbrock alias Tom W. Wolf

    Für behinderte Menschen, die auf Assistenz angewiesen sind, wird der Kontostand nie die Grenze von 2.600 Euro überschreiten. Weil sie oberhalb dieser Summe nichts besitzen dürfen. Vor dem Gesetz ist also offiziell jeder Mensch gleich, es sei denn, er ist schwerstbehindert.

    Die durch schwere Spastiken schwerstbehinderte Ursula T. hat alles richtig gemacht. Einerseits. Sie hat ein ausgezeichnetes Abitur hingelegt, Jura studiert und einen gut bezahlten Job bei der Bremer Baubehörde erhalten. Auf ihren Verdienst zahlt sie entsprechend hohe Steuern und Sozialabgaben. Und hier kommt das Andererseits: Für die Pflege, die sie auf Grund ihrer Behinderung braucht, muss sie einen Teil selbst zahlen. Doch damit nicht genug. Ursula T. darf kein Geld ansparen. Das ist von vornherein nur bedingt möglich, denn ab einem Nettoverdienst von 1.400 Euro werden vom Staat bis zu 40 Prozent abgezogen. Je höher ihr Einkommen, desto größer die Abzüge vom ausgezahlten Gehalt. Bei 2.000 Euro netto sind das 240 Euro, bei bei 3.000 Euro 640 Euro, bei 4.000 Euro 1.030 Euro und so weiter. Im konkreten Fall von Ursula T. beträgt ihr Nettoeinkommen 2.300 Euro, ihr Freibetrag jedoch wurde auf lediglich 1.100 Euro festgelegt. Nach Abzug der staatlichen Abgabe, der Miete, Ausgaben für Hilfen und weiteren Kosten bleiben ihr faktisch jeden Monat 700 Euro.
    Würde Ursula T. sparsam haushalten, könnte sie wohl trotzdem etwas beiseite legen. Beispielsweise um sich irgendwann einen Urlaub zu gönnen, ein neues (behindertengerechtes) Auto zu kaufen oder auch, um fürs Alter vorzusorgen (wie lange das bei diesem Budget auch dauern möge). Doch ihr Vermögen darf 2.600 Euro nicht übersteigen. Alls, was darüber liegt, kassiert der Staat ein.

    Erfolg verboten!

    Was für andere Menschen gilt, trifft auf behinderte Menschen mit Assistenzbedarf offenbar nicht zu. Wer gut wirtschaftet und genug verdient, um etwas davon auf die hohe Kante zu legen, wird gesellschaftlich geachtet, geschätzt und ist beliebt. Auch und gerade bei Finanzdienstleistern, Versicherungen, Autohäusern, Banken und Einzelhändlern. Behinderte Menschen dagegen brauchen sich über Anschaffungen oder finanzielle Absicherung keine Gedanken zu machen. Erfolgreich zu sein, ist ihnen von Rechts wegen verboten. Doch genau diese Auslegung widerspricht der UN-Konvention. Den Artikel weiterlesen »

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    Rüstungsexporte: Feuer frei für deutsche Waffen

    geschrieben am 28. Mai 2013 von Joerg Wellbrock (Tom W. Wolf)

    Von Jörg Wellbrock alias Tom W. Wolf

    Deutschland gehört zu den größten Waffenexporteuren der Welt. Allein die Ausfuhr von Kleinfeuerwaffen war im Jahr 2012 doppelt so hoch wie im Vorjahr. Die Bundesregierung schweigt dazu, wann immer es geht. Und mimt die moralische Instanz.

    Wer Informationen bezüglich deutscher Waffenexporte aus erster Hand will, wird diese womöglich auf der Internetseite der Bundesregierung suchen. Gibt man dort in das komfortable Suchfeld „Waffen“ ein, taucht im ersten Beitrag ein Interview mit Verteidigungsminister Thomas de Maizière auf. Das kann man lesen, muss man aber nicht, weil es im wesentlichen aus Phrasendrescherei besteht und der Minister vor den Ergebnissen der Euro-Hawk-Arbeitsgruppe sowieso nichts sagen will. Einzig eine Frage und die Antwort darauf sind interessant. Der Deutschlandfunk fragte: „Da Sie sich eben ein abschließendes Urteil vorbehalten haben bis nach dem 5. Juni: Ist dieser Bericht vor allem für das Parlament und für die Öffentlichkeit, oder benötigen Sie ihn auch für die eigene Bewertung?“
    Und de Maizière sagte: „Das ist eine sehr wichtige Frage. Ich benötige ihn auch für die eigene Bewertung.“ Als Antwort kann man das kaum durchgehen lassen. Aber als Hinweis darauf, dass der Öffentlichkeit die Ergebnisse wahrscheinlich nicht präsentiert werden. Doch bei der Suche ging es ja um Waffenexporte Deutschlands. Eintrag Nummer drei beschäftigt sich mit dem globalen Waffenabkommen.

    Schärfere Regeln für scharfe Waffen?

    Schon in der Einleitung des Artikels über das globale Waffenabkommen der Vereinten Nationen, das im Juni 2013 ratifiziert werden soll, verkündet die Bundesregierung stolz, dass zwar verbindliche Regeln für internationale Waffengeschäfte festgelegt wurden. Dennoch strebe „die Bundesregierung noch schärfere Regeln an.“
    Das ist schizophren und verlogen, wenn man berücksichtigt, dass es allein bei den Kleinfeuerwaffen im Jahr 2012 zu Ausfuhren in Höhe von gut 76 Millionen Euro kam. Kleinfeuerwaffen bringen zwei gravierende Probleme mit sich. Erstens richten sie weltweit die größten Schäden an. Mit anderen Worten, durch sie werden die meisten Menschen getötet. Zweitens ist das, was die Bundesregierung mit blumigen Worten anpreist, gerade bei diesen Waffen nicht möglich: Kontrolle. Einmal verkauft, können sie nahezu überall wieder auftauchen. Waffen an sich sind nicht gut oder böse. Aber wer den Handel mit ihnen unterstützt bzw. selbst praktiziert, nimmt billigend in Kauf, dass sie auch benutzt werden. Von wem, scheint der Bundesregierung herzlich egal zu sein. Wenn man bedenkt, dass sogar die Taliban in Afghanistan mit deutschen Waffen auf deutsche Soldaten schießen, wird der Zynismus deutlich. In Anbetracht des steigenden Exports und der völlig unmöglichen Kontrolle über den Verbleib der Kleinfeuerwaffen ist die Ankündigung „noch schärfere Regeln“ zu verhängen, nicht mehr als eine schwarz-gelbe Seifenblase, die mit einem gezielten Schuss erledigt werden kann. Den Artikel weiterlesen »

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