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  • Religion aus der atheistischen Perspektive: 1. Genese einer Religion

    geschrieben am 27. November 2011 von Thorsten Beermann

    Religion gegen Atheismus ist vielleicht die, oft von beiden Seiten, am emotionalsten geführte Diskussion in unserer Gesellschaft, die keinen (direkten) politischen Bezug hat. Mit so viel Eifer wird sie deshalb geführt, weil sie, wenigstens auf einer Seite, für viele Menschen am Kern dessen rührt, was ihr Selbstbild ausmacht oder wovon sie sich zumindest wünschen, es würde den Kern ihres Wesens darstellen.

    Gleichzeitig wehren sich Atheisten und Antitheisten oft kaum weniger heftig gegen den gesellschaftlichen Einfluss von Religion auf Gesellschaft und Politik und damit auch auf das Leben der Nicht-Religiösen, die sie für unangemessen halten und für sich ablehnen.

    In meiner vierteiligen Reihe „Religion aus der atheistischen Perspektive“ möchte ich die Diskussion aus der Sicht eines Nicht-Religiösen sachlich zusammenfassen. Dabei begegne ich als „bekennender Nicht-Gläubiger“ dem Phänomen Religion vor allem mit einem wissenschaftlichen und dabei vor allem kulturwissenschaftlichen Interesse.
    Dabei ist bereits der Begriff „Atheist“ oder „Nicht-Gläubiger“ nicht unproblematisch, definiert er doch den eigenen Standpunkt mit der Abwesenheit einer Eigenschaft, die demnach als „normal“ anzusehen ist. Das mag auch für eine lange Zeit der Menschheitsgeschichte gegolten habe, doch, wie sich im Verlauf dieser Serie zeigen wird, muss eine rationale Betrachtung heute zum gegenteiligen Ergebnis kommen.

    Im ersten Teil „Genese einer Religion“ soll die Entstehung von Religion im Mittelpunkt stehen. Wie entsteht ein religiöser Mythos und welchen Zwecken dient er. Im zweiten Teil „Religion und Wissenschaft“  geht es um ein anderes Gegensatzpaar, von dem die eine Seite behauptet, es stünde sich unvereinbar gegenüber, während die andere Seite sie im Einklang mit einander sieht.
    Im dritten Teil „Religiöse Werte und gute Werke“ geht es um den Einfluss der Religion auf unsere heutige Gesellschaft und die Argumentation, die eine Berechtigung der religiösen Einflussnahme mit den stabilisierenden Handlungen und ethnischen Grundlagen der Religion gegeben sehen
    Im letzten Teil nehme ich mir schließlich den größten Brocken vor: Gibt es einen „Gott“? Und wenn, ist er der Lenker unserer Welt? Ist er verehrungswürdig?

    Ich hoffe, meine Leser haben ebenso viel Spaß beim Lesen dieser Reihe, wie ich Schreiben hatte. Beim ernsthaften Versuch, sachlich zu bleiben und Emotionen und insbesondere Abneigungen nach Möglichkeit nicht die Oberhand gewinnen zu lassen, bleibt die Perspektive eine atheistische. Deshalb gilt hier, was der Komiker Tim Minchin seinem Publikum vor seinem Song „Ten Foot Cock And A Few Hundred Virgins“ auf den Weg gab:“If you are a religious person, you might want to pop out for a couple of minutes.”

    Als kleinen Gegenpol zur (religiösen) Besinnlichkeit der Vorweihnachtszeit habe ich meine vier Kapitel auf die Adventssonntage gelegt.

    Weiter auf Workingmansdeath.

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    Wie es so weit kommen konnte

    geschrieben am 26. November 2011 von Thorsten Beermann

    Von Thorsten Beermann.

    Deutschland diskutiert über rechten Terror. Kein anderes Thema hat in den letzten Tagen die Schlagzeilen derart dominiert. Diskutiert werden die Versäumnisse der Ermittlungsbehörden und ob es eine allgemeine Tendenz gibt und gegeben hat, bei Straftaten aus dem rechten Milieu nicht so genau hinzusehen. Diese Frage ist zwar noch nicht geklärt, aber sie wird zumindest (für den Moment) ausgiebig diskutiert. Deutlich weniger im Mittelpunkt steht die Frage, welches gesellschaftliche und politische Klima dazu führen konnte, dass sowohl die Taten, als auch der Umgang damit, überhaupt stattfinden konnte. Die Antwort hat viel mit der Migrationsgeschichte der Bundesrepublik nach dem Krieg zu tun, dem kalten Krieg und natürlich mit den personellen Kontinuitäten aus der NS-Zeit.

    Der Sprung in die neue Zeit

    Denn trotz den Versuchen, es so aussehen zu lassen, verschwanden das Gedankengut und die Überzeugungstäter nach 1945 genau so wenig, wie sie 1933 angeblich aus dem Nichts aufgetaucht waren und das gesamte deutsche Volk überrumpelten. Besonders in den Verwaltungen, der Polizei und den Geheimdiensten nahmen nach, wenn überhaupt, kurzer Unterbrechung die alten Funktionseliten wieder ihre Plätze ein, als wenn nichts gewesen wäre. Die Leichtigkeit, mit der selbst Entscheidungsträger als „Mitläufer“ oder „nicht belastet“ eingestuft und so rein gewaschen wieder in die Gesellschaft Nachkriegsdeutschlands  zurückkehren konnten, spottet jeder Beschreibung.

    Sicher waren nicht alle diese Personen überzeugte Nazis, ebenso wenig wie die ehemaligen NSDAP-Mitglieder, die sich, wie sich zuletzt zeigte, sehr viel zahlreicher in vielen deutschen Parlamenten fanden, als zunächst angenommen. Genau so sicher waren es aber eben auch nicht nur Karrieristen, die mit dem Weltbild des Nationalsozialismus nichts zu tun hatten – und so nahmen sie auch die Ideologie mit in ihren neuen Ämter und Fraktionen. Für die Öffentlichkeit war nach den großen Kriegsverbrecherprozessen das Thema abgehakt. Man wollte davon nichts mehr wissen.
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    64 Kommentare

    Open Thread: Rechter Terror – Wie wehrhaft ist unsere Demokratie?

    geschrieben am 25. November 2011 von Jens Berger

    Ich möchte Euch dieses seltsame Stück Zeitgeschichte nicht vorenthalten. Wer kommt in den Redaktionen eigentlich immer wieder auf die Idee, den unsäglichen Baring einzuladen? Dafür ringt mir auf der anderen Seite der engagierte, klar argumentierende Heribert Prantl echten Respekt ab.

    Ihr seid – wie immer im Open Thread – herzlich eingeladen, die Sendung und natürlich auch das zugrundeliegende Thema zu diskutieren.

    Viel Spaß,
    Euer Spiegelfechter,
    Jens Berger

    182 Kommentare

    Jörg Kachelmann zum Thema “Chemtrails”

    geschrieben am 25. November 2011 von Jens Berger

    Das Video habe ich gestern durch Zufall auf YouTube gefunden – Viel Spaß und Danke an Herrn Kachelmann für die klaren Worte!

    Euer Spiegelfechter,
    Jens Berger

    157 Kommentare

    Da isser ja wieder!

    geschrieben am 24. November 2011 von Thorsten Beermann

    von Thorsten Beermann

    Haben wir ihn vermisst? Um ehrlich zu sein, haben die meisten in den letzten sechs Monaten wohl nicht all zu viele Gedanken an Karl Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Franz Joseph Sylvester Freiherr von und zu Guttenberg verschwendet. Warum auch, könnte man sagen, der überführte Betrüger (und um nichts anderes als Betrug handelt es sich schließlich beim bewussten und großflächigen Plagiieren in einer Doktorarbeit), hat sich mit Schwung selbst ins Aus befördert und wird kaum wieder den Weg auf die politische Bühne finden. Auch ich war mir ehrlich gesagt relativ sicher, dass Guttenberg aufgrund seiner gegelten…’schuldigung, gesalbten Herkunft sicher in einige angenehme Positionen umsteigen, kaum aber über die Chuzpe verfügen dürfte, erneut öffentliche Ämter in Angriff zu nehmen. Da ich meine Fehler eingestehen kann, tue ich das hiermit: Scheinbar habe ich mich geirrt.

    Die Ankündigung eines Buches, der gut von den deutschen Medien abgedeckte Auftritt bei einer Konferenz in Kanada und einige Interviews in großen deutschen Tages- und Wochenzeitungen bzw. deren Internetablegern in den letzten Tagen, mit der Ankündigung, eine neue Promotion anzustreben, hätten Warnzeichen genug sein können. Spätestens nach der Einstellung des Verfahrens gegen eine Zahlung von 20.000€ an die Krebshilfe ist aber klar, dass Guttenberg seine Ambitionen noch lange nicht begraben hat. Und auch die Strategie, die er und seine Verteidiger anwenden werden, zeichnet sich immer deutlicher ab.

    Der erste wichtige Grundbaustein ist die Verfahrenseinstellung. Da er nicht vorbestraft ist, so wird man argumentieren, kann das Vergehen ja so schlimm nicht gewesen sein. Mehr noch, wenn er tatsächlich einen neuen Doktorvater findet, der ihm schnell noch einen neuen Titel verpasst (und bei seinen Verbindungen und denen seiner Familie muss man daran kaum zweifeln), wird man ins Feld führen, dass er ja nun spätestens jetzt die Leistungen wirklich erbracht hätte und man das Thema ruhen lassen solle.

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