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  • Schluss mit Wachstum

    geschrieben am 20. Dezember 2011 von Thorsten Beermann

    Von Thorsten Beermann.

    Wir reden am Thema vorbei. Und zwar permanent. Dieser Eindruck entsteht am laufenden Band, wann immer ich mich dem Thema (Welt-)Wirtschaftskrise/Schuldenkrise/Eurokrise befasse. Egal ob man im linken, im konservativen oder im wirtschaftsliberalen Spektrum schaut, egal ob es um Europa oder die USA geht – man ist sich im Allgemeinen einig, dass es jetzt vor allem darum geht, das Wachstum wieder anzukurbeln und damit die Ökonomien aus dem Tal der Rezession zu ziehen.

    Natürlich, die sekundenschnelle Spekulation mit Milliardenbeträgen müsste eingedämmt werden, vielleicht eine (staatliche) europäische Ratingagentur die Allmacht der eng mit der Privatwirtschaft verschlungenen Agenturen in den USA aufbrechen. So ganz einig ist man sich auch nicht, ob man jetzt sparen oder eine Art Marshallplan in Gang setzten soll, ob die Menschen noch weiter zurückstecken müssen oder ob nicht eigentlich der Konsum durch höhere Löhne anzuregen ist, ob die Reichen besonders besteuert werden sollen oder ob sich Leistung endlich wieder lohnen muss, aber in einer Perspektive stimmen fast alle überein: die Wirtschaft ist eine grundsätzlich gut laufende Maschine, die etwas ins Stottern gekommen ist, aber schon wieder anspringen wird, wenn man nur das Richtige tut.

    Die Wahrheit könnte kaum weiter entfernt liegen, denn was immer getan wird, um die Wirtschaft anzuschieben: es löst nicht die tiefer liegenden systemimmanenten Probleme. Theoretisch mag es möglich sein, den Konsum noch einmal in Gang zu bringen und den großen Knall einige weitere Monate oder Jahre weiter aufzuschieben. Der nahezu nahtlose Übergang der Immobilien- in die Banken- und kurz darauf die Staatschulden- bzw. Staatsanleihenkrise macht aber selbst da wenig Hoffnung. Doch in einem Punkt hätten fast alle Experten sogar Recht: um das System noch einmal in Gang zu setzen, bräuchte es kräftiges Wachstum. Den Artikel weiterlesen »

    142 Kommentare

    Open Thread: Der geliebte Führer ist tot, es lebe der geliebte Führer!

    geschrieben am 19. Dezember 2011 von Jens Berger

    Mit Kim Jong-il hat der wohl groteskeste Vertreter der aktuellen Diktatorengarde die Bühne verlassen. Kim machte nicht nur das Altherrenjäckchen salonfähig und bereicherte dank seines Hofcoiffeurs Udo Walz die internationale Haarmode, er schaffte es auch sein Land atomar zu bewaffnen und damit dem Schicksal anderer Diktatoren zu entgehen. Seinem Land haben diese fragwürdigen Errungenschaften jedoch nichts genutzt – Nordkorea hat sich seit seiner Staatsgründung zu einem absurden stalinistischen Staat entwickelt, in dem die Zeit stehengeblieben ist und Menschenrechte bestenfalls eine unverbindliche Empfehlung an die Machthaber sind.

    Kim reichte bereits vor seinem Tod das Zepter an seinen drittgeborenen Sohn Kim Jong Un weiter. Wie geht es nun auf der koreanischen Halbinsel weiter? Droht ein Krieg? Wird der Westen die letzte stalinistische Enklave eingemeinden können und eine “Wiedervereinigung” mit Südkorea herbeiführen? Wird China sich Nordkorea einverleiben? Fragen über Fragen, die Ihr hier im Open Thread diskutieren könnt.

    Euer Spiegelfechter,
    Jens Berger

    158 Kommentare

    Religion aus der atheistischen Perspektive: 4. Gott

    geschrieben am 18. Dezember 2011 von Thorsten Beermann


    Die Adventszeit nähert sich ihrem Ende und auch meine kleine Serie über Religion aus der bzw. einer atheistischen Perspektive bewegt sich auf den Höhepunkt zu. Ich habe mich über das Echo und die angeregte Diskussion zu den ersten drei Teilen gefreut. Nicht ganz nachvollziehen konnte ich den Vorwurf des „Christenhasses“.
    Auch etwas befremdlich fand ich die Beschwerden über mangelnde Neutralität. Der Begriff „atheistische Brille“ fiel mehrfach…nur könnte man sich ja fragen, was genau einige Leser erwarten, wenn sie einen Artikel anklicken, der „Religion aus der atheistischen Perspektiv“ im Titel trägt.

    Im ersten Teil habe ich mich mit der Entstehung, Entwicklung und der Funktionsweise von religiösen Mythen und ihren Auswirkungen auf gesellschaftliche Strukturen beschäftigt. Hier ging es vor allem darum, eine Grundlage für die späteren Teile zu schaffen.
    In der nächsten Woche ging es um das Spannungsverhältnis von Wissenschaft und Religion, in dem die Wissenschaft den gesellschaftliche Führungsanspruch der Religionen in Frage stellt, weil sie die grundlegenden Mythen widerlegt und alle Strukturen grundsätzlich hinterfragt, während die Religion und ihre Vertreter oft genau das mit Einschränken der wissenschaftlichen Freiheit zu unterdrücken versuchten und versuchen.
    Letzte Woche habe ich mich mit der Frage befasst, inwieweit Religion eine Quelle von Moral und ein Vehikel zur Förderung von moralischem Verhalten sein kann, sowie dem Vorwurf, Atheisten seinen grundsätzlich unmoralischer als religiöse Menschen.

    Im großen Finale werde ich mich heute dem dicksten Fisch widmen: Gott höchstpersönlich. Gibt es ihn eigentlich überhaupt? Und wenn es ihn gibt, ist er ein guter Gott? Ist er verehrungswürdig?

    Weiter auf Workingmansdeath.

    159 Kommentare

    GroKo 3.0

    geschrieben am 16. Dezember 2011 von Thorsten Beermann

    Von Thorsten Beermann.

    Die Zeichen mehren sich. Nein, es geht nicht um die so genannte Schuldenkrise, ein mögliches Auseinanderbrechen der Währungsunion oder gleich der EU, zumindest nicht direkt. Es geht nicht etwa um den Untergang des Kapitalismus oder eine neue Sinnflut. Es geht um die sich immer klarer abzeichnende Neuauflage einer großen Koalition in Deutschland. Ob die dann einige dieser Ereignisse vorantreiben könnte, steht auf einem anderen Blatt. Eine Polemik.

    Alles läuft darauf zu und eigentlich ist es nur noch eine Frage der Zeit. Angefangen hat es schon nach der Bundestagswahl 2009. Wer etwas genauer hingesehen hat, dem musste bereits damals auffallen sein, dass zumindest in der Führungsetage der Union die Begeisterung über die nun mögliche „Wunschkoalition“ mit der FDP eher gedämpft war. Das Regieren mit der SPD war eigentlich ganz komfortabel gewesen. Nicht nur hatte man es irgendwie geschafft, alle Erfolge für sich bzw. Angela Merkel zu reklamieren, während Enttäuschungen vor allem am Koalitionspartner haften blieben, beide Seiten hatten auch immer eine bequeme Ausrede ihr Programm nicht umsetzen zu müssen:„Wir würden ja, aber mit der CDU/SPD geht es halt nicht…“
     Nachdem man dem Wähler und den Medien über Jahre vorgebetet hatte, was man nicht alles machen würde, wenn man nur endlich den richtig Partner hätte, musste man den Worten jetzt wirklich Taten folgen lassen. Wie es weiter ging, ist bekannt. Kaum eine Regierung dürfte je eine so desaströse erste halbe Legislaturperiode hingelegt haben. Zusammenfassen könnte man es mit: „Sie haben schwach angefangen und dann stark nachgelassen.“

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    43 Kommentare

    Den Worten ein Gewissen …

    geschrieben am 15. Dezember 2011 von Frank Benedikt

    Von Frank Benedikt

    Eine Rezension von Roberto De Lapuentes Buch “Auf die faule Haut”

    Unbequem! Das ist der erste Gedanke, der dem Leser wohl unwillkürlich in den Sinn kommt, wenn er De Lapuentes Buch erstmalig zur Hand nimmt. So erging es jedenfalls dem Rezensenten, der das Büchlein (es sind ja nur 157 Seiten) zwei Mal – mit einem halben Jahr Abstand – gelesen hat. Und mit “unbequem” ist beileibe nicht nur gemeint, daß die darin enthaltenen Texte dies nun für bestimmte Gruppen dieser Gesellschaft wären. Wer nur das darin zu erkennen vermag, hat weit gefehlt, beschäftigt sich der Autor doch mit unserer ganzen Gesellschaft und ihrer Sprache – also auch mit uns, den Lesern.

    In 19 “Skizzen und Essays” (so der Untertitel) setzt sich De Lapuente mit so unterschiedlichen Themen wie Entfremdung und Geworfenheit, den Problemen eines Migrantensohns, dem Antagonismus in der deutschen Kultur oder auch dem Konsumismus als dem “wahren Sieger” der konkurrierenden Systeme Kapitalismus und Kommunismus auseinander. Den eigentlichen Mittel- wie Höhepunkt des Buches bildet ein über 40 Seiten langes Essay zum Thema Sprache, das sich zwischen allgemeiner Linguistik, Sprachphilosophie und Sprachkritik bewegt. Dabei kritisiert der Autor auch deutlich  zunehmende Verschleierung oder Beschönigung von Tatsachen und Sachzusammenhängen durch Worthülsen und inhaltsleere ‘Neoliberal Speech’. Eine von ihm erwünschte Präzision des Ausdrucks, wie sie in früheren Zeiten noch möglich und üblich war, ist einer Art Orwellschem “Neusprech” gewichen, das ein differenziertes und kritisches Betrachten gesellschaftlicher Zustände kaum noch gestattet.

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    43 Kommentare
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