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  • Glosse – Weltpolitik für Anfänger

    geschrieben am 24. Januar 2014 von Jens Berger

    Als politisch Unbedarfter kommt man in diesen Tagen ganz schon ganz schön ins Schlingern. In der Ukraine demonstrieren Tausende Menschen gegen die Regierung und ernten dafür den Beifall der deutschen Medien und der deutschen Politik. Dabei haben sich sowohl die deutschen Medien als auch die deutsche Politik im letzten Jahr doch noch gegen die Macht des „Pöbels“ auf der Straße ausgesprochen. Nur, dass es damals nicht um die Ukraine, sondern um Ägypten ging.

    Zur Erinnerung: Im Sommer letzten Jahres putschte eine Militärjunta den demokratisch gewählten ägyptischen Präsidenten Mursi aus dem Amt. Als daraufhin die Anhänger dieses demokratisch gewählten Präsidenten gegen die Junta demonstrierten und dafür niedergemetzelt wurden, waren die deutschen Medien ganz auf der Seite der Junta und fanden es vollkommen in Ordnung, dass der „Pöbel“ von der Strasse gefegt wurde. Die „Demokratie“ wurde der „Stabilität“ geopfert. Schließlich ging es um größere Zusammenhänge.

    Siehe dazu: Jens Berger – Arabischer Winter – Wenn „Demokratie“ zum Kampfbegriff wird

    Heute demonstriert in der Ukraine ein buntes Gemisch – durchzogen von Brauntönen – gegen eine demokratisch gewählte Regierung und Berlin ist im Einklang mit den Medien auf der Seite der Demonstranten. Wieder einmal geht es nicht um „Demokratie“. Diesmal geht es aber auch nicht um „Stabilität“. Und man kann wohl auch annehmen, dass Deutschlands Meinungsmacher nicht nur deshalb für die Demonstranten sind, weil diese (noch) von einer der bekanntesten Boxbirnen der Welt angeführt werden. Warum sind nun demonstrierende Ukrainer „gut“, während demonstrierende Ägypter „böse“ sind? Wer soll da noch durchblicken?

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    Der Drogenkoch und das Laissez-Faire

    geschrieben am 24. Januar 2014 von Gastautor

    ein Gastbeitrag von Roberto De Lapuente

    Kürzlich berichtete der Stern über einen Restaurantbesitzer in den USA, der seinen Laden verkauft habe, um mit dem Erlös seiner an Krebs erkrankten Mitarbeiterin helfen zu können. Der Stern nannte das “eine Geschichte, die die Herzen wärmt”. Ich nenne das eine traurige Geschichte. Es zeigt nur, dass man in den Vereinigten Staaten als Krebspatient entweder Geld haben oder Blue Meth kochen können muss, um seine Überlebenschancen zu wahren.

    In der gefeierten und fabelhaften US-Serie Breaking Bad geht es um Walter White, einen Chemielehrer, der an Krebs erkrankt ist. Weil er sich die Behandlung nicht leisten kann und er seine Familie nicht mittellos zurücklassen will, setzt er seine Fachkenntnisse ein, um synthetisiertes Methamphetamin zu kochen – besser bekannt unter dem Namen Crystal Meth. Von da ab geht es mit voller Geschwindigkeit in die Unterwelt. Aus anfänglichem Skrupel wird Leidenschaft. Es ist faszinierend, diesem normalen Typen zuzusehen, wie er zu einem kriminellen Mythos wird, der aber nicht einfach nur ein harter Kerl ist, sondern ein teils weinerlicher Lappen und besorgter Ehemann und Vater. Mehr will ich hier über den Inhalt der Serie nicht erzählen. Es wäre schade um die Spannung.

    Es wurde viel geschrieben, was Breaking Bad alles sei. Eine Geschichte über den Drogenmarkt und die amerikanischen Methoden der Drogenbekämpfung, ein Abbild der Wirtschaftskrise, Gangsterepos und Familiensaga, eine Erzählung darüber, wie der Krebs das Familienleben bestimmt und ein Bericht über das amerikanische Gesundheitswesen. Und das alles stimmt mehr oder weniger auch. Mich persönlich beschäftigte eines ganz besonders im Umgang mit dieser Serie – und zwar die Frage: Gibt es in einem Staat, der seine Bürger bei Krankheit oder in Not krepieren lässt, überhaupt das Verbrechen?

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    74 Kommentare

    Lanz und die Polit-Talkshows: Dumm und dümmer

    geschrieben am 22. Januar 2014 von Joerg Wellbrock

    Von Jörg Wellbrock alias Tom W. Wolf

    Kommentar

    Markus Lanz weht ein eiskalter Wind entgegen, seit er sich in seiner letzten Sendung aufgeführt hat wie ein kleiner Junge mit Wahrnehmungsstörungen. Immer wieder unterbrach er Sahra Wagenknecht, fragte dummes Zeug, versuchte, die Politikerin mit geschlossenen Fragen festzunageln. Eine der peinlichen Krönungen war sicherlich die Frage, was Wagenknecht als Europa-Abgeordnete verdient habe. Aus dem Munde eines Spitzenverdieners, der offenbar nur etwas Gel im Haar und Lakritze im Kopf braucht, um seine Schäfchen ins Trockene zu bringen, wirkt diese Frage schon sehr dreist. Zumal sie im Kontext nicht einmal einen politischen Mehrwert hatte. Aber haben das Polit-Talkshows überhaupt?

    Wer sich als linker Politiker in eine Talkshow begibt, der findet sich fast immer in einer Schlangengrube wieder. Das kann am Moderator liegen, aber auch an den anderen Gästen. Bei Lanz war es das Duo mit dem „Stern“-Mitarbeiter Hans-Ulrich Jörges, der scheinbar vor der Sendung Hochprozentiges zu sich genommen hatte, so explosiv wetterte er gegen Wagenknecht und die Linke. Sachlichkeit war nicht mit eingeladen worden, und genau so verhielt sich Jörges dann auch. Es war der eklige Höhepunkt einer Gesprächskultur, die rekordverdächtige Niveaulosigkeit zur Schau stellte. Den Artikel weiterlesen »

    209 Kommentare

    Markus Lanz: Ab jetzt nur noch tolle Gesprächspartner

    geschrieben am 21. Januar 2014 von Joerg Wellbrock

    Von Jörg Wellbrock alias Tom W. Wolf

    Rubrik: Satire

    Das ZDF macht Nägel mit Köpfen. Gut so! Nachdem sich Sahra Wagenknecht in seiner Talkshow komplett daneben benommen hat, springt das Zweite nun Markus Lanz zur Seite. In Zukunft sollen seine Interviewpartner mit noch mehr Bedacht ausgewählt werden.

    „Die Linke“ fliegt raus

    Aus Kreisen des ZDF hieß es, dass Markus Lanz nach der Runde mit Sahra Wagenknecht ganz schlecht geschlafen und teilweise böse Sachen geträumt habe. In Zukunft soll Wagenknecht daher nicht mehr eingeladen werden. Wie aggressiv sie sich verhalten hat, ist überhaupt nicht nett, anzuprangern und lässt irgendwie an Stasi-Methoden erinnern. Die Linkspartei kommt von nun an nicht mehr in Betracht, wenn es um die Auswahl der passenden Gesprächspartner für den Intellektuellen Lanz geht. Den Artikel weiterlesen »

    66 Kommentare

    Sotschi wird einmal mehr zur Anti-Russland-Kampagne genutzt

    geschrieben am 20. Januar 2014 von Jens Berger

    Wer als unbedarfter Leser an diesem Wochenende die Onlineausgaben der ZEIT , des SPIEGELS,des Hamburger Abendblatts oder vielen anderen Presseorganen gelesen hat, muss wohl oder übel zu dem Schluss kommen, dass sich am Rande des Fackellaufs im russischen Woronesch etwas Ungeheuerliches abspielt haben muss. Russische Sicherheitskräfte, so die Botschaft zwischen den Zeilen, sollen einen homosexuellen Demonstranten am Rande der Strecke „niedergerungen“ haben, nur weil dieser eine Regenbogenfahne bei sich trug. Das passt natürlich 100% ins Bild des „schwulenhassenden“ russischen Präsidenten Putin. Schaut man sich jedoch die Geschichte ein wenig näher an, wird klar, dass die deutschen Zeitungen einmal mehr die Wahrheit verdrehen, um Russland in einem möglichst düsteren Licht darzustellen.

    Laut dem Hamburger Abendblatt wurde am Samstag in Woronesch ein „schwuler Aktivist am Rande des olympischen Fackellaufs festgenommen [...] weil er eine Regenbogenfahne zeigte“. Auch Zeit.de sieht dies so – dort heißt es, „er wurde festgenommen, weil er gegen Homophobie protestierte“. Ähnlich auch die Interpretation von SPIEGEL Online. Alle drei Artikel sind mit einem Photo von Andrej Nasonow bebildert, auf dem zu sehen ist, wie ein Sicherheitsmann einen Demonstranten mit Regenbogenfahne am Rande des Fackellaufs in der Nähe der Absperrung in den Schwitzkasten nimmt. So muss natürlich der Eindruck entstehen, als haben die Sicherheitskräfte sich einen Demonstranten aus dem Publikum am Rande der Strecke herausgepickt, um ihm die Fahne abzunehmen.



    Nicht erwähnt wird, dass es sich beim Photographen Andrej Nasonow um einen Freund und Mitaktivisten des Demonstranten Pawel Lebedew handelt. Nicht erwähnt wird auch, dass das abgedruckte Photo nur Teil einer ganzen Serie ist, die Nasonow auch auf der Seite der Aktivisten im russischen sozialen Netzwerk vk.com veröffentlicht hat. Erst wenn man sich alle Bilder anschaut, erahnt man, was sich am Samstag in Woronesch abgespielt hat.

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