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  • Märchenhafte Aufregung über das gekaufte Sommermärchen

    geschrieben am 19. Oktober 2015 von Jens Berger

    Die gesamte Presselandschaft war an diesem Wochenende in Aufregung. Der SPIEGEL will nämlich in seiner aktuellen Titelstory herausgefunden haben, dass Deutschland seine Sommermärchen-WM 2006 märchenhaft gekauft haben soll. Ist dies eine Sensation? Nein, eine Sensation wäre es, wenn herauskäme, dass ausgerechnet Deutschland „seine“ WM nicht gekauft haben sollte. Dennoch sind die SPIEGEL-Recherchen interessant und brisant, da sie neue Details zu den finanziellen Machenschaften des DFB aufdecken. Auch wenn die Schlussfolgerungen des SPIEGEL nicht sonderlich überzeugend sind, stellen sich durch die Recherchen neue Fragen, die eigentlich nur eine denkbare Schlussfolgerung gestatten – die aktuelle DFB-Führung muss geschlossen zurücktreten.

    Um was geht es da eigentlich?

    Als Deutschland im Jahre 2000 die Austragungsrechte für die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 vom Fifa-Exekutivkomitee zugesprochen bekam, war die Entscheidung denkbar knapp. Nachdem die Bewerber Marokko und England in den ersten Abstimmungsrunden ausgeschieden sind, standen in der letzten Runde Deutschland und Südafrika zur Wahl. Fest auf deutscher Seite standen dabei (mehr oder weniger) lediglich die acht Delegierten des europäischen Fußballverbandes UEFA, während die sechs Delegierten der amerikanischen Verbände, die vier Afrikaner und Fifa-Präsident Blatter klar auf Seiten Südafrikas standen. Getreu der Fifa-Abstimmungsregeln, nachdem bei einem Patt die Stimme des Präsidenten doppelt zählt, brauchte Südafrika also nur noch eine „Wackelstimme“. Als potentielle Kandidaten dafür galten die vier asiatischen Delegierten und der Neuseeländer Charlie Dempsey, der den ozeanischen Verband repräsentierte. Das Ergebnis ist bekannt: Alle vier Asiaten stimmten für Deutschland und Dempsey, der eigentlich eine Weisung hatte, für Südafrika zu stimmen, verließ aus vollkommen ungeklärten Gründen vor der letzten Abstimmungsrunde Zürich und wart nie wieder bei der Fifa gesehen. Später sprach er von einem „nicht auszuhaltenden Druck“, der auf ihn ausgeübt wurde und von Morddrohungen, was er jedoch später widerrief. Deutschland bekam die WM und Dempsey nahm sein Geheimnis 2008 mit ins Grab. So weit die weitestgehend bekannte Vorgeschichte zum „Sommermärchen“.

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    TTIP-Demonstration: Ich sehe was, was Du nicht siehst

    geschrieben am 14. Oktober 2015 von Joerg Wellbrock (Tom W. Wolf)

    TTIPDie Großdemonstration am 10. Oktober 2015 in Berlin hatte nicht nur ein klares Signal, sondern etliche davon. Welche genau, hängt von der Perspektive ab. Und von der individuellen Wahrnehmung.

    Im Grunde ging es um den Protest gegen TTIP, immerhin 250.000 Menschen fühlten sich berufen, auf die Straße zu gehen und ihren Unmut gegen das geplante Freihandelsabkommen mit den USA zum Ausdruck zu bringen. Doch im Netz gab es haufenweise Nebenkriegsschauplätze, und zwar schon vor dem Demo. Im Vordergrund stand dabei die Frage, wer aus welchen Gründen an an der Demo teilnimmt. Und im Zuge dessen darum, ob man bei diesem Publikum selbst noch guten Gewissens nach Berlin reisen könne.
    Und selbst nachdem die Demo längst vorbei war, sahen Kritiker und deren Kritiker immer noch grundverschiedene Dinge.

    SPIEGEL ONLINE, Jutta Ditfurth und die Nationalen

    Es war ein Kommentar bei SPIEGEL ONLINE (SPON), der schon im Vorfeld für Aufregung sorgte. Der Schreiber des Hauptstadtbüros vermutete hinter der Demo gegen TTIP eine Ansammlung von Nationalisten, sogar „ein paar ganz Braune“ seien mit dabei. Also eine Veranstaltung von Anti-Amerikanern, Anti-Antis und Freihandelsgegnern, die wie die Chlorhühner durch Berlins Straßen hüpften.
    Jutta Ditfurth sprang – unabhängig von SPON – ebenfalls auf den Zug auf und bezeichnete die Demo gleich als eine „Nazi-Anti-TTIP-Demo in Berlin“. Klare Worte, die natürlich unweigerlich nur zu Diskrepanzen führen konnten. Zwar war es tatsächlich so, dass rechte Gruppen ebenfalls zur Demo gegen TTIP aufgerufen haben. Damit die ganze Demo als „Nazi-Anti-TTIP-Demo“ zu bezeichnen, das stieß vielen Teilnehmern und Sympathisanten extrem sauer auf. Den Artikel weiterlesen »

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    Rendite mit der Flüchtlingskrise? Ein zynischer Vorschlag der Weltbank will dies ermöglichen

    geschrieben am 13. Oktober 2015 von Jens Berger

    Nicht nur in Deutschland sind die Kosten für die Flüchtlingskrise ein Politikum. Vor allem für Staaten wie den Libanon, Jordanien und die Türkei stellen die Mio. Kriegsflüchtlinge aus Syrien eine gigantische finanzielle Herausforderung dar. Noch nicht einmal die direkten Hilfsprogramme sind aktuell ausreichend finanziert. Auf den indirekten Kosten bleiben die betroffenen Staaten ohnehin sitzen. Um hier Abhilfe zu schaffen, hat die Weltbank sich einen ganz besonderen Plan ausgedacht: Künftig sollen die betroffenen Staaten über die Weltbank Anleihen herausgeben, die von privaten Investoren, also Banken, Versicherungen und Fonds, erworben werden und deren Rückzahlung von den „Geberländern“ garantiert wird. Das hört sich nicht nur zynisch an, sondern ist auch im höchsten Maße zynisch.

    Alleine die Türkei (zur Zeit 2,1 Mio. syrische Flüchtlinge) hat bislang nach eigenen Angaben rund sechs Mrd. Dollar für die direkte Bewältigung der Flüchtlingskrise aufbringen müssen. Gemessen an der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit entspräche dies auf Deutschland übertragen einer Summe von 26 Mrd. Dollar. Nicht nur was die Kosten angeht, wird die Türkei dabei weitestgehend allein im Regen stehen gelassen. Bislang hat Ankara lediglich Beihilfen in Höhe von 417 Mio. Dollar bekommen – davon nur 165 Mio. Dollar von der EU. Noch dramatischer sieht es in den ohnehin armen Nachbarstaaten Libanon und Jordanien aus, die mit 1,1 Mio. bzw. 630.000 syrischen Flüchtlingen am Rande ihrer Leistungsfähigkeit stehen.

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    Wer gegen TTIP ist, ist rechts?

    geschrieben am 12. Oktober 2015 von Joerg Wellbrock (Tom W. Wolf)

    TTIPKommentar

    Können Sie sich erinnern, wann das letzte Mal 250.000 Menschen zum Demonstrieren auf die Straße gegangen sind? Es dürfte eine Weile her sein. Doch am vergangenen Samstag (den 10. Oktober 2015) war das der Fall. Der Grund für den Protest: TTIP. Das Freihandelsabkommen (Frei ist doch immer gut, oder?) macht die Menschen wütend, unsicher, auch weil über die Details kaum etwas nach außen dringt, vieles (eigentlich fast alles) streng geheim verhandelt wird.
    Noch bevor am letzten Samstag die Demo begonnen hatte, wusste SPIEGEL-Autor Alexander Neubacher aber bereits, wo das Problem liegt. Er nannte die Veranstaltung „Schauermärchen vom rechten Rand“. Und machte eindrucksvoll klar, dass der SPIEGEL sich offenbar selbst für die billigste Propaganda nicht zu schade ist. Den Artikel weiterlesen »

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    Wer holt den Friedensnobelpreis?

    geschrieben am 08. Oktober 2015 von Jens Berger

    189 Kommentare
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