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  • Der Fall Prokon – Es ist an der Zeit, den grauen Markt für Finanzprodukte endlich zu erleuchten. Eine Replik.

    geschrieben am 16. Januar 2014 von Gastautor

    ein Gastartikel von Harry Assenmacher

    Endlich stellt uns Jens Berger einmal eine schlichte Lösung zur Vermeidung von künftigen Prokon-Pleiten vor: „Dabei wäre es sehr einfach, hier Abhilfe zu schaffen. Der Gesetzgeber müsste nur dafür sorgen, dass der Vertrieb von Finanzprodukten generell und ausnahmslos unter das Kreditwesengesetz gestellt wird und damit unter die Kontrollpflicht der BaFin fällt.“ Der Therapievorschlag verblüfft. Insbesondere, wenn man die Geschichte und so manches Schicksal der unter die Kontrolle der BaFin fallenden Finanzinstitute und –instrumente in den letzten, sagen wir acht Jahren betrachtet. Er erstaunt auch, wenn man Länder betrachtet in denen der Vertrieb von solchen „grauen“ Kapitalanlagen bereits wesentlich enger geregelt ist. Weder Grossbritannien oder die USA fallen hier durch besondere „Sicherheit“ für die „gutgläubigen Anleger“ (wie sie Jens betitelt) auf. Irgendwie beschleicht einen das Gefühl, dass hier für die Todesstrafe plädiert wird, obwohl man weiß, dass die keine Kapitaldelikte verhindert – sondern andere Massnahmen erforderlich wären. Aber welche?

    1. These: Anleger sind nicht dumm und die die dumm sind kann man durch Massnahmen nicht schützen – soll man vielleicht auch nicht. Jens behauptet in seinem Artikel „Dabei dürften wohl nur die wenigsten Anleger überhaupt verstanden haben was Genussrechte überhaupt sind“. Um anschliessend in einem Satz zu erklären was ein Genussrecht ist und in sechs kurzen Sätzen (einem Absatz) die Detailerläuterung. Wenn die Behauptung von Jens zutrifft, dann nicht aus Mangel an intellektuellen Kapazitäten bei den Verbrauchern, sondern weil sie diese Kenntnis nicht erlangen wollten. Dieses Nicht-Handeln des Verbrauchers ist aber durch keine Massnahme oder gesetzliche Kontrollregelung zu beheben. Eine Zwangsleseverordnung mal ausgenommen.

    2. These: Ja es gibt Betrug, das ist bereits verboten aber wohl kaum zu 100% zu verhindern – aber sowohl im grauen, wie im regulierten Kapitalmarkt. Und wo der quantitativ wie qualitativ „mehr“ ausgeübt wird wäre noch zu untersuchen.

    3. These: Gegen Betrug und Täuschung gibt es bereits (weitgehend) hinreichende Gesetze und Regelungen. Die Prospekthaftung/Prospekterstellungsregeln also auch die allgemeinen Verbraucherschutzgesetzte auch für Genussrechte und geschlossene Fonds sind umfänglich. Fast zu umfänglich. In dem Versuch absolut alles auch dem potentiellen Verbraucher zur Kenntnis zu bringen, werden z.B. in buchdicken Fondsprospekten allerlei Risiken versteckt. Hier hat geradezu die zunehmende Regelung zur Täuschung der Verbraucher beigetragen – weswegen Verbraucherschützer heute völlig zu recht dem Nichtfachmann z.B. von geschlossenen Fonds abraten, weil der Fondsprospekt zu komplex ist.

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    45 Kommentare

    No-Spy-Abkommen: Der gespielte Witz

    geschrieben am 15. Januar 2014 von Joerg Wellbrock

    Von Jörg Wellbrock alias Tom W. Wolf

    Kommentar

    Nun also doch kein No-Spy-Abkommen?
    Och, Menno! Seit Monaten versucht die Bundesregierung um Rautentrulla Merkel sich irgendwie elegant und mit einem Anschein natürlicher Autorität aus dieser unsäglichen NSA-Affäre heraus zu quälen. Und jetzt das! Die USA haben nur Spaß gemacht, wollen in Wirklichkeit gar nicht aufhören, uns zu überwachen, zu bespitzeln und abzuhören. Merkel setzt trotzdem auf weitere Verhandlungen. Andere Stimmen wollen gar wirtschaftliche Sanktionen gegen die USA durchsetzen. Das ist – mit Verlaub – an Lächerlichkeit kaum zu überbieten. Den Artikel weiterlesen »

    175 Kommentare

    No-Spy-Abkommen oder nicht? Obama nimmt Tor 2

    geschrieben am 14. Januar 2014 von Joerg Wellbrock

    Von Jörg Wellbrock alias Tom W. Wolf

    Rubrik: Satire

    no-spy-yes-spy

    16 Kommentare

    Der Fall Prokon – Es ist an der Zeit, den grauen Markt für Finanzprodukte endlich abzuschaffen

    geschrieben am 14. Januar 2014 von Jens Berger

    Die drohende Insolvenz des Windparkbetreibers Prokon erhitzt die Gemüter. Mit Prokon droht einem Unternehmen, das seit mehreren Jahren auf den Warnlisten der Verbraucherschützer steht, nun die Pleite. Es drängt sich dabei der Verdacht auf, dass das Geschäftsmodell von Prokon in frappierender Weise einem klassischen Schneeballsystem gleicht. Derart dubiose Finanzprodukte geben sich auf dem unregulierten Markt für Finanzprodukte, dem sogenannten „grauen Markt“, ein Stelldichein. Der letzte Versuch, den grauen Markt stärker zu regulieren, scheiterte im Jahre 2010 an der Blockade der FDP. Nach dem Regierungswechsel spräche eigentlich nichts dagegen, die bereits 2010 vom Finanzministerium geplanten Gesetze zur Regulierung des grauen Finanzmarktes nun umzusetzen. Warum geschieht dies nicht?

    Wieder einmal raubt eine drohende Insolvenz zehntausenden gutgläubigen Anlegern den Schlaf. Wieder einmal zeigt sich, dass exorbitant hohe Zinsversprechen, die an exotische Finanzprodukte geknüpft sind, das Papier nicht wert sind, auf dem sie stehen. So gesehen wäre der Fall Prokon ein Fall von vielen. Doch der Fall Prokon ist dennoch etwas besonderes: Prokons Zielgruppe waren offenbar vor allem ansonsten sehr kritische Verbraucher, die den Banken nicht mehr über den Weg trauten. Vor allem im Sog der Finanzkrise konnte Prokon mit einer Art „Anti-Establishment-Marketing“ zahlreiche Kunden für sich gewinnen. Damals wie heute gehörte die scharfe Kritik an den „Banken und Großkonzernen“ zur Vermarktungsstrategie von Prokon. Es ging ja schließlich auch um ein löbliches und gesellschaftlich sinnvolles Projekt – die Energiewende. Auch heute sieht sich Prokon nicht als Täter, sondern als Opfer. Die kritischen Berichte der Medien werden von den Verantwortlichen als „Kampagne“ gedeutet. Welch´ bittere Ironie.

    Das Geschäftsmodell von Prokon war spätestens seit 2007 – formulieren wir es vorsichtig, um juristisch nicht angreifbar zu sein – fragwürdig. 96% des Kapitals von Prokon stammen aus sogenannten Genussrechten, die der Konzern mittels einer sehr groß angelegten Marketingkampagne von 75.000 Anlegern eingesammelt hat. Dabei dürften wohl nur die wenigsten Anleger überhaupt verstanden haben, was Genussrechte überhaupt sind. Bei Genussrechten handelt es sich um eine Art Mischung aus Anleihe und Aktie, die vor allem die negativen Eigenschaften beider Instrumente bündelt. Wer Genussrechte hält, hat sich „still“ am Unternehmen beteiligt und verzichtet – anders als bei der Aktie – auf jegliche Mitsprache. Anders als Anleihen und Kredite werden Kapitalbeteiligungen über Genussrechte grundsätzlich nachrangig behandelt. Geht ein Unternehmen in die Insolvenz, werden also zunächst sämtliche offenen Forderungen aus der Insolvenzmasse bezahlt und das Geld was ggf. übrig bleibt, dürfen sich dann die Besitzer der Genussrechte teilen. Das Risiko eines Totalverlusts ist bei Genussrechten also stets gegeben. Genussrechte sind somit ein hoch riskantes Produkt, das vergleichsweise selten eingesetzt wird und an das aufgrund des hohen Risikos meist auch hohe Zinsversprechen gebunden sind. In der Regel greifen Unternehmen zu diesem Instrument, wenn sie keine Chance haben, an reguläre Kredite zu kommen.

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    55 Kommentare

    Ursula von der Leyen: Kriegsspaß für die ganze Familie!

    geschrieben am 13. Januar 2014 von Joerg Wellbrock

    Von Jörg Wellbrock alias Tom W. Wolf

    Kommentar

    Wo Ursula von der Leyen hin trällert, das wächst kein Satz mehr. Zumindest aber braucht man ein bisschen, bis man sich gefangen hat und wieder Luft bekommt. Die neue Kriegsministerin hat kürzlich ein paar Soldaten nach Afghanistan verabschiedet, für den Frieden dort und hier, versteht sich. Jetzt widmet sie sich den alltäglichen Aufgaben von Soldatinnen und Soldaten. Mit denen (also den Aufgaben) ist sie irgendwie nicht so richtig zufrieden. Deshalb setzt sie auf Familienfreundlichkeit und Teilzeit.

    Die von von der Leyen angedachten Maßnahmen muss man eigentlich gar nicht mehr kommentieren. Mehr Kitaplätze in Kasernen wünscht sich die Mutti mit Hauspersonal. Teilzeitarbeit, weniger Versetzungen von Soldaten und überhaupt: Die Bundeswehr soll familienfreundlicher werden. Hurra!
    Dass daraus nichts wird, lässt sich an drei Fakten ablesen:
    1. soll das Ganze nichts weiter zusätzlich kosten. Das Budget, das der Bundeswehr zur Verfügung steht, reiche aus, um von der Leyens Pläne zu realisieren. Das ist – zumindest so lange sich an der Ausgabenpraxis für die Bundeswehr nichts ändert – ziemlicher Blödsinn.
    2. möge man sich vorstellen, wie das aussehen soll mit der Familienfreundlichkeit. Zum Beispiel bei Auslandseinsätzen. Ein kleiner Ausflug nach Afghanistan für die ganze Familie? Mit McDrive und einem Eis für zwischendurch? Eine spannende Schnorcheltour auf hoher See, mit einem Kopfsprung von einem Kriegsschiff? Es gibt wahrlich familientauglichere Programme.
    Und 3. muss die Frage erlaubt sein, wie das gehen soll mit Teilzeitarbeit und flexiblen Arbeitszeiten? Man könnte womöglich auf 400,-Euro-Jobs setzen und eigens ein paar Zeitarbeitsunternehmen ins Konzept einbauen, gut möglich, dass dann etwas ginge. Und wenn man die Bundeswehr dann noch als Ausnahmeregelung vom Mindestlohn ausnimmt, lässt sich da womöglich doch etwas drehen.
    Aber all das ist gar nicht der Punkt der ganzen Diskussion. Der liegt ganz woanders. Den Artikel weiterlesen »

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