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  • Die Toten kommen … und die Entrüstung kommt mit

    geschrieben am 17. Juni 2015 von Joerg Wellbrock

    DTKKommentar

    Schön ist das ja nicht, dass so viele Menschen sterben. Darüber sind wir nicht erfreut, das finden wir nicht gut. Flüchtlinge riskieren nicht nur ihr Leben, um bedrohlichen und aussichtslosen Situationen zu entkommen. Immer häufiger verlieren sie es auch noch. Das macht uns betroffen, wir sind erschüttert und sagen das auch. Und wenn wir in der Öffentlichkeit stehen, sagen wir es am liebsten in Kameras. Mit der entsprechenden Gestik und der passenden, bewegten Tonalität in der leicht zitternden Stimme. Aus dem Zittern in der Stimme wird aber schnell ein krachendes Crescendo, wenn wir nicht mehr abstrakt über Tote irgendwo anders sprechen. Wenn sie vor unserer Haustür abgelegt werden, wie es das „Zentrum für Politische Schönheit“ nun in Berlin macht, dann sind wir schnell entrüstet. Wir wollen den Toten ihre Ruhe gönnen. Sagen wir. Aber wir meinen unsere Ruhe, denn Leichen im griechischen Hinterland sind uns dann doch lieber. Wenn schon Tote, dann bitte möglichst weit weg.

    Die Aktion „Die Toten kommen“ hat die Menschen gespalten. Die einen sagen, dass es notwendig ist, sich die Qual vor und nach nach de Tod bewusst zu machen. Dass wir viel zu lange weggeschaut, das Problem auf tagesaktuelle Medienmeldungen reduziert haben und uns mit einem betroffenen „Oh, mein Gott!“ aus der Affäre ziehen.
    Die anderen sagen, es ist pietätlos, Leichen nach Deutschland zu holen, um sie dort öffentlichkeitswirksam zu begraben. Daraus auch noch eine Crowdfunding-Altion zu machen, das schlägt dem Fass den Boden aus. Das ist ja Geschäftemacherei!

    Ist es das? Eine Marktlücke? Pietätlos? Menschenverachtend?
    Eine Marktlücke, ja. Leider. Weil sich niemand um die unzähligen Toten kümmert. Es fehlen das Bewusstsein und das Interesse daran, toten Menschen eine würdige Grabstätte zu geben. Es sind zu viele, es gibt so viel anderes zu tun. Stimmt, die Energie wird darauf fokussiert, Grenzen zu schließen, Asylanträge zu bearbeiten und – wann immer es geht – abzulehnen. Die Energie und das Geld werden benötigt, um Grenzen zu schließen, Schleuserbanden zu jagen und – so ganz am Rande – die Bedingungen in den Krisenländer weiter zu verschlimmern, keinesfalls jedoch zu verbessern.

    Pietätlos? Menschenverachtend?
    Nein, das ist Aktion vom Zentrum für Politische Schönheit nicht. Sie zeigt die Pietätlosigkeit und die Menschenverachtung auf, die für uns zur alltäglichen Normalität geworden ist. Wir sehen immer nur kurz hin, in den Nachrichten im Fernsehen, den Headlines der Medien, lauschen geistesabwesend den Meldungen im Radio. Dann, ganz schnell: genug davon, sprechen wir doch lieber über 50-Euro-Fragen bei Günther Jauch, darüber, ob der Sommer bisher ok ist oder ob er milder sein könnte. Denn es ist einfach nicht schön, dass so viele Menschen sterben. Schon gar nicht, wenn wir den Geruch der Leichen in der Nase haben.

    ————————————————————————————————————————————-

    Hier das Ankündigungsvideo vom Zentrum für Politische Schönheit
    DTK-screen

    Bilder: Screenshots vom YouTube-Kanal vom Zentrum für Politische Schönheit

    153 Kommentare

    Herzlichen Glückwunsch Sepp!

    geschrieben am 29. Mai 2015 von Jens Berger

    Die Kritik, die der Fifa und Sepp Blatter in den letzten Tagen aus den europäischen und amerikanischen Medien entgegenschlägt, ist zwar vollkommen berechtigt, jedoch auch an Scheinheiligkeit nicht zu überbieten. Man tut gerade so, als habe ein böser alter Schweizer Mann unseren schönen und reinen Fußball korrumpiert und alles werde besser, wenn dieser leibgewordene Funktionärsteufel das Feld räumt. Nichts von dem wird passieren. Blatter wird heute zum fünften mal als Fifa-Präsident wiedergewählt und das ist auch folgerichtig. Denn Sepp Blatter ist nur das Symptom und nicht die Ursache für die sportpolitische Dauerkatastrophe im Weltfußball.

    Zum Hintergrund: Schafft die Fifa ab! (1/3), (2/3) und (3/3)

    Wer den Sumpf trockenlegen will, darf bekanntlich nicht die Frösche fragen. Wenn es um den Fifa-Sumpf geht, sind es jedoch die Frösche, die ganz demokratisch alle vier Jahre den obersten Hüter ihres Sumpfes wählen. Es ist an Naivität kaum zu übertreffen, wenn man nun glaubt, dass diese Frösche doch tatsächlich jemanden wählen könnten, der ihr Feuchtbiotop abschaffen will. Bei der Fifa ist Korruption keine ärgerliche Ausnahme. Die Fifa ist ein System, das auf Korruption erbaut wurde.

    Wie sieht es denn aus, das vielzitierte „System Fifa“? Der Weltfußballverband besteht aus 209 nationalen Mitgliedsverbänden und diese 209 Verbände haben (one country, one vote) bei elementaren Entscheidungen und Wahlen alle genau eine Stimme. Die reichen und mächtigen Fußballverbände Deutschlands oder Englands haben bei den Wahlen zum Fifa-Präsidenten exakt die gleiche Stimme wie die Fußballverbände von Togo oder den Komoren. Das nennt sich Demokratie, nur dass die Demokratie in diesem Falle natürlich zu seltsamen Ergebnissen führt.

    Weiterlesen auf den NachDenkSeiten

    87 Kommentare

    Merkel und die NSA: Wie Sie sehen, sagt sie nix

    geschrieben am 29. April 2015 von Joerg Wellbrock

    Von Jörg Wellbrock alias Tom W. Wolf
    1280px-Angela_Merkel_-_World_Economic_Forum_Annual_Meeting_2011

    Kommentar

    Angeblich wird für einige Leute die Luft dünner in Sachen BND-Skandal. Für Gerhard Schindler zum Beispiel, den Chef des Bundesnachrichtendienstes, der sich als Schuldiger zur zeitnahen Entsorgung am besten eignet. Für den heutigen Innenminister Thomas de Maizière, der schon 2008 von umfangreicher Wirtschaftsspionage der NSA gewusst haben soll …

    Weiterlesen auf Blastingnews

    Hier die entsprechenden Links:

    Stellvertretende Regierungssprecherin Christiane Wirtz (leider nur auf Facebook):
    https://www.facebook.com/jungundnaiv/videos/1011146775563937/?pnref=story

    Regierungssprecher Steffen Seibert:
    https://www.youtube.com/watch?v=YQ1QC1lq63o&list=PLuQE_zb4awhXCJ7GWJLbkngo3YNcuckhf&index=3

    Die offizielle Pressemitteilung:
    http://www.bundesregierung.de/Content/DE/Pressemitteilungen/BPA/2015/04/2015-04-23-bnd.html

    Bild zum SF-Artikel:
    „Angela Merkel – World Economic Forum Annual Meeting 2011“ von World Economic Forum – Flickr: Angela Merkel – World Economic Forum Annual Meeting 2011. Lizenziert unter CC BY-SA 2.0 über Wikimedia Commons

    46 Kommentare

    Findet der Kampf gegen den Terror in Frankfurt statt?

    geschrieben am 19. März 2015 von Joerg Wellbrock

    Von Jörg Wellbrock alias Tom W. Wolf
    EZBBild: Wikipedia

    Kommentar

    Deutschland ist gefühlt eine Insel. Eine Insel der Glückseligkeit. Wir glauben es inzwischen längst, wenn Merkel und ihre Gefolgschaft uns sagen, dass es uns gut ginge. Es ist schon eine starke Leistung, wenn wir mitleidig nach Südeuropa blicken und ein gewisses Verständnis dafür aufbringen, dass die Menschen dort verzweifeln, protestieren und ihrer Wut freien Lauf lassen. Wir halten zwar mit erhobenem Zeigefinger (keinesfalls mit dem Mittelfinger!) fürs Protokoll fest, dass die Regierungen der südlichen Länder die Schuld an der Misere tragen. Das ist uns wichtig, um unser Gewissen zu beruhigen. Aber wenn die Menschen auf die Straße gehen, entwickelt sich dennoch etwas Verständnis in uns. Immerhin leiden die Menschen in Südeuropa unter den „Reformen“, die Arbeitslosigkeit hat unfassbare Ausmaße angenommen, die ärztliche Versorgung ist desaströs, die Perspektive endet an einer milchigen Wand aus Sparmaßnahmen.

    Weiterlesen bei newsbloggers.ch

    57 Kommentare

    Psychospiele durch „Nudging“: Macht Merkel uns zu ihren Puppen?

    geschrieben am 16. März 2015 von Joerg Wellbrock

    merkel nudgingBild: Reuters

    Insgesamt eher still und unauffällig machte in den Medien die Meldung die Runde, Angela Merkel wolle sich künftig des „Nudgings“ bedienen. An wen denkt die Kanzlerin bei der Vorstellung, Menschen ohne Druck in eine vorgegebene Richtung zu führen? An das Wahlvolk oder sich selbst?

    Der Begriff Nudging stammt aus der Verhaltensökonomik, war schon 2014 ein Thema bei der Bundesregierung und meint übersetzt das „Schubsen“ von Menschen, um sie zu einem bestimmten Verhalten zu animieren. Merkel will drei Referenten bis zum Ende der Legislaturperiode einsetzen, um das Prinzip zu testen. Selbstverständlich meint sie es nur gut mit uns. Sagt sie. Den Artikel weiterlesen »

    20 Kommentare
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