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  • Modernisierungsverlierer? Globalisierungsverlierer? Die Politik verhöhnt ihre Opfer

    geschrieben am 01. Dezember 2016 von Jens Berger

    Angela Merkel hat ihr Herz fürs Volk entdeckt. Die CDU müsse nun endlich auf Menschen zugehen, die „sich als Modernisierungsverlierer“ sehen und bei „Populisten von rechts und links ihre Zuflucht suchen“, so die Kanzlerin. Dabei tritt die Uckermärkerin zielsicher in Fußstapfen, die Andere hinterlassen haben. Seit dem Brexit ist es für die westlichen Eliten beispielsweise ausgemachte Sache, dass es vor allem „Globalisierungsverlierer“ sind, die nicht mehr die Vertreter der klassischen Politik wählen. Es ist schon zum verrückt werden. Da verfolgen die westlichen Eliten jahrzehntelang eine Politik der Ausgrenzung und Verarmung, die sich gegen weite Teile ihrer eigenen Bevölkerung richtet und verhöhnen nun sie ihre Opfer auch noch dadurch, dass sie sie zu „Verlierern“ erklären; was übrigens faktisch noch nicht einmal zutreffend ist.

    Was ist eigentlich ein Globalisierungsverlierer? Die Globalisierung ist ja keine neue Entwicklung. Schon bei den Römerinnen waren blonde Echthaarperücken aus dem fernen Germanien der Renner und da bei uns kein Pfeffer wächst, bezogen unsere Vorfahren das Gewürz schon seit Ewigkeiten aus dem fernen Indien. Mit der Weiterentwicklung des Handels wurden später auch Fertigprodukte gehandelt, die theoretisch im Herkunfts- wie im Empfängerland hergestellt werden können. Die Erkenntnisse der frühen volkswirtschaftlichen Außenhandelstheorien von Smith und Ricardo griffen streng genommen nur auf, was längst Usus war. Absolute und komparative Kostenvorteile führen dazu, dass beispielsweise Kohle in Frankreich und Kleidung in Irland produziert und in das jeweils andere Land exportiert wurden. Französische Weber und irische Kohlekumpel waren so gesehen die ersten Globalisierungsverlierer. Durch den technischen Fortschritt sollten sie nicht die einzigen bleiben. Heute werden Sie in Deutschland kaum noch Gerber und Köhler finden und auch Kleidung oder Schuhe werden hierzulande nicht mehr für den Massenmarkt produziert. Ein vollkommen normale Entwicklung, die vom Begriff „Globalisierung“ nur mythisch überhöht wird.

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    77 Kommentare

    Ein Experiment, mit dem Sie sich selbst davon überzeugen können, wie infam Teile der Medien mittlerweile agieren

    geschrieben am 24. November 2016 von Jens Berger

    Sollten Sie die gestrige Generaldebatte über den Bundestagshaushalt 2017 noch nicht gesehen haben, dann lade ich Sie hiermit herzlich zu einem kleinen Experiment ein. Schauen Sie sich doch bitte vollkommen unvoreingenommen die Rede der Oppositionsführerin Sahra Wagenknecht an. Lassen Sie das Gesehene und Gehörte sacken und lesen sich bitte dann die Kommentare der Herren Rübel, Volmer und Denkler durch. Und nun frage ich Sie: Schreiben diese drei Vollblutjournalisten wirklich über die selbe Rede? Über die selbe Sahra Wagenknecht?

    Mein erster Eindruck von dieser Rede war: Wunderbar! Da hat Sahra Wagenknecht einen Parforceritt durch die politischen Themenfelder der jüngeren Vergangenheit und die ganz aktuelle Debatte zu den Wahlerfolgen der Rechten mit Bravour gemeistert. Die dümmlichen Zwischenrufe der SPD zeigten zudem, dass diese Partei immer noch äonenweit davon entfernt ist, in einem möglichen Linksbündnis ein Koalitionspartner zu werden. Aber alles Andere wäre ja auch sehr überraschend.

    Überraschend wäre es natürlich auch gewesen, wenn die Mitglieder von Angela Merkels inoffiziellen journalistischen Jubelperser-Korps Wagenknechts Rede zumindest halbwegs unvoreingenommen reflektiert hätten. Das Gegenteil war der Fall und das ging schon in der Live-Berichterstattung der ARD los, wie der Kollege André Tautenhahn es in unseren Hinweisen des Tages bereits aufmerksam bemerkt hat. Eine erste „Interpretationshilfe“ lieferte dann wenige Minuten später SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann, der Wagenknecht allen Ernstes und unter großen Gelächter der linken Abgeordneten vorhielt: „Früher hieß es: Proletarier aller Länder vereinigt euch. Heute heißt es: Populisten aller Länder vereinigt euch. Ihre Antwort auf den Populismus von Rechts ist mehr Populismus von Links. Sie wollen Frauke Petry im Deutschen Bundestag überflüssig machen“. Neu sind derlei Ausfälle des würdigen Noske-Nachfolgers freilich nicht. Schon mehrfach versuchte der Merkel-Fan mit dem falschen Parteibuch Wagenknecht bar jeder sachlichen Grundlage in die rechte Ecke zu stellen. Nun gut, an derlei Kasperletheater hat man sich in „postfaktischen Zeiten“ wohl leider bereits gewöhnt.

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    Möglichkeiten und Grenzen des bewussten Konsums

    geschrieben am 11. Oktober 2016 von Gastautor

    shopping-cart-1269176_640von André Rathfelder

    Bewusster Konsum liegt im Trend. Nie waren die Deutschen umweltbewusster. Nie haben sich mehr Menschen hierzulande Gedanken über die Folgen ihrer Kaufentscheidungen gemacht. Die Politik möchte das unterstützen. Erst Anfang des Jahres hat die Bundesregierung ein neues „Nationales Programm für Nachhaltigen Konsum“ verabschiedet. Das richtige Konsumieren soll für den Einzelnen einfacher gemacht werden. Bildungs- und Kommunikationsangebote sollen weitere Menschen für die Idee des bewussten Konsumierens gewinnen. Dagegen ist grundsätzlich nichts einzuwenden. Problematisch wird es, wenn Menschen den bewussten Konsum für ihren zentralen Beitrag auf dem Weg aus der ökologischen Krise halten. Denn er stellt eine unterkomplexe Antwort auf ein Problem dar, das nur auf struktureller und systematischer Ebene, niemals aber auf individueller Ebene gelöst werden kann. Im Folgenden werde ich zunächst auf zwei zentrale Grenzen des bewussten Konsums eingehen und daraus ableiten, was er leisten kann und was er nicht leisten kann. Den Artikel weiterlesen »

    142 Kommentare

    Die Schreie der Armen sind nicht immer gerecht

    geschrieben am 10. Oktober 2016 von Gastautor

    sansculottesvon Roberto de Lapuente

    Nun kann man über Antje Hermenau denken was man will. Man muss sie nicht mal kennen. Einen »Totalabsturz« hat sie indes vermutlich aber nicht erlitten. Das haben der Ex-Grünen allerdings einige unterstellt, weil sie sich mit Bürgerinnen und Bürger traf, die sich in der AfD »engagieren« – die taz berichtete. Mit denen redet man nicht, heißt es zuweilen. Habe mich auch schon ertappt, dass ich so dachte und handelte. Letztens erst im Bus, als ein Teenager mit einer verhärmten Alten stritt, weil die laut und deutlich ihrer AfD-Begeisterung frönte. Ich sagte dem Jungen, das bringe nichts, sie sei ihm geistig nicht gewachsen und machte es mir und ihm so recht einfach. Nun gut, im Bus ist auch ein denkbar ungünstiger Ort für solche Dialoge. Aber wenn man ehrlich ist: Natürlich muss man mit diesen Leuten sprechen. Das ist zuweilen unappetitlich. Doch welche Optionen gibt es denn? Über das Phänomen rechtsverrückter Bürger mosert man jetzt im (eher) linken Spektrum seit mehr als einem Jahr. Schmähung, Maulkörbe all so was gibt es von dort als Ratschlag. Wenn das die Lage entspannt, sagt mir Bescheid, dann mache ich auch mit. Den Artikel weiterlesen »

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    Endlich! Die sozialdemokratische Wende

    geschrieben am 08. Oktober 2016 von Joerg Wellbrock (Tom W. Wolf)

    spd-titelbildDie Bundestagswahl naht! Und für die Parteien bedeutet das natürlich, sich jetzt aufstellen und positionieren zu müssen. Das gilt auch und gerade für die SPD, die ja derzeit nicht zwingend zu den Favoriten zählt. Daher meine Wahlempfehlung in Form einiger Tipps, die die Partei ganz sicher beherzigen wird. Oder eben ganz sicher nicht.


    Es wird Zeit für eine sozialdemokratische Wende!
    Die SPD muss unverzüglich, sofort, in der nächsten Zeit
    auf lange Sicht kurzfristig etwas tun.
    Sie muss der Armut reich und wohlhabend entgegentreten,
    in ständiger Bewegung sein, den Stillstand wahren,
    bewegungslos in rasendem Tempo weiter ruhen. Den Artikel weiterlesen »

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