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  • Armut – von der Lähmung der Handlungsfähigkeit

    geschrieben am 09. April 2016 von Joerg Wellbrock (Tom W. Wolf)

    800px-Preoxygenation_before_anesthetic_inductionDie ungleiche Vermögensverteilung in Deutschland wächst seit Jahren stetig. Und eigentlich weiß jeder, dass das fatale Folgen hat. Für die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Landes. Aber auch für Statistiker, deren Lebensinhalt es ist, über Zahlen zu brüten und diese auszuwerten. Aber wie geht es eigentlich den Menschen, die jeden Euro zweimal umdrehen müssen?

    Hauptsache leben. Irgendwie.
    So könnte man das Statement von Gesundheitsminister Hermann Gröhe interpretieren, das er in Bezug auf den Bericht „Gesundheit in Deutschland“ vom Robert Koch Institut abgegeben hat. Gröhe stellte erfreut fest, dass es bei der Lebenserwartung kaum noch Unterschiede zwischen Ost und West gibt. Das mag sogar stimmen, verstellt aber den Blick auf die gesamte Situation. Denn die sozialen Rahmenbedingungen entscheiden maßgeblich mit über den allgemeinen Gesundheitszustand eines Menschen. Und seine Lebenserwartung. Auch das steht im Bericht, passt aber offenbar nicht zu dem, was Gröhe hören möchte.

    Das stille Leiden der Wirtschaft

    Deutschland ist nicht nur spitze, wenn es um Exporte geht, die gebetsmühlenartig als besonderer Erfolg dargestellt werden, selbst wenn das wirtschaftliche Gefüge im gesamten Euro-Raum dadurch belastet wird. Deutschland ist auch Experte im Schönreden. Der Arbeitsmarkt sei bestens, so lesen und hören wir fast täglich. Die Kaufkraft der Deutschen sei prima, die Lohnentwicklung fulminant, und überhaupt: uns geht es echt gut, wirklich gut. Und wer anderer Meinung ist, der soll sich zum Teufel scheren.
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    103 Kommentare

    Festgefahren und zugequatscht – wir sollten ein bisschen wankelmütiger werden!

    geschrieben am 29. März 2016 von Joerg Wellbrock (Tom W. Wolf)

    Mohr-Westphalsche-WaageWer hat eigentlich womit genau in welcher Situation recht? Und wer nicht? Wie bilden wir unsere Meinung überhaupt? Ist es ein Prozess, den wir still und heimlich durchlaufen? Eher nicht. Oder ist es nicht so, dass wir uns von den täglichen Meinungen beeinflussen lassen? Natürlich ist das so!

    Meinungen entstehen durch Streit, durch Gespräche, durch Provokationen und durch die Medien. Aber filtern wir nicht trotzdem aus all dem, was wir täglich lesen und hören, unsere eigene Meinung heraus? Differenzieren wir dabei, wer etwas sagt, wie es gesagt wird und insbesondere, was zwischen den Zeilen lesbar ist?
    Man muss wohl konstatieren, dass das immer seltener der Fall ist. Den Artikel weiterlesen »

    119 Kommentare

    Targo Bank: Konto dicht, Karte weg – so geht Bank gar nicht!

    geschrieben am 12. Februar 2016 von Joerg Wellbrock (Tom W. Wolf)

    ein-haufen-geld-d02d177d-4013-42c1-9b4f-6033689ed623In der UN-Behindertenrechtskonvension spielt das Wort Inklusion eine zentrale Rolle. Doch die Umsetzung der hehren Grundsätze gelingt nicht immer. Der Fall einer behinderten Frau zeigt, dass es mit dem „Dabei sein“ (was Inklusion sinnbildlich übersetzt bedeutet), nicht so weit her ist. Zumindest nicht bei der Targo Bank, die gern mit dem Slogan „So geht Bank heute“ wirbt.

    Auf behinderte Menschen das Wort Integration anzuwenden, war lange Zeit allgemein üblich. Doch der Begriff schien nicht passend, weil Integration bedeutet, dass eine Teilnahme am gesellschaftlichen Leben nachträglich herbeigeführt werden muss. Daher wurde das Wort Inklusion gewählt, das auf die Rahmenbedingungen abzielt. Das Zeil dahinter war und ist es, die gesellschaftlichen Voraussetzungen für eine Teilhabe auch behinderter Menschen zu schaffen, ohne dass diese dafür erst aktiv werden müssen.
    Betroffen sind im wesentlichen die Bereiche Bildung, Arbeit, Wohnen und Freizeit. Und natürlich Finanzen.

    Geld: So nah und doch so weit weg

    Die Targo Bank in Duisburg interpretiert den Begriff Inklusion auf eine sehr eigenwillige Weise. Oder, anders formuliert: sie kennt den Begriff offenbar gar nicht. Das musste eine gesetzliche Betreuerin feststellen, die sich mit dem Umstand befassen musste, dass ihrer Betreuten – einer Frau mit einem Grad der Behinderung von 70 Prozent und einer kognitiven Einschränkung – kurzerhand die Girokontokarte eingezogen wurde, nachdem bekannt geworden war, dass sie unter Betreuung steht. Den Artikel weiterlesen »

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    Oha! Ob das so eine gute Entscheidung ist?

    geschrieben am 11. Februar 2016 von Joerg Wellbrock (Tom W. Wolf)

    ndr

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    Ruf! Mich! Nicht! An!

    geschrieben am 04. Januar 2016 von Joerg Wellbrock (Tom W. Wolf)

    3511874961_c725d9c89a_zZum Jahresbeginn etwas Leichtes. Es wiegt wirklich nicht viel, ist ungeheuer praktisch und immer und überall dabei: das Handy.

    Heute bei der Zulassungsstelle.
    Der Krach ist unerträglich. Überall tönt und knarzt und summt und klingelt es. Handys sind hier eigentlich unerwünscht. Aber niemand hält sich dran. Das ist sicher keine böse Absicht, das Handy ist so selbstverständlich geworden, dass scheinbar niemand mehr sich Gedanken darüber macht, ob das Ding nervt oder nicht. Und schon gar nicht darüber, wie bescheuert der Einsatz der modernen Knochen fürs Ohr manchmal ist.

    „Keine Ahnung!“

    PalimPalim!
    „Ja? … Nee, ich bin noch auf der Zulassungsstelle … Keine Ahnung, dauert wohl noch.“

    PalimPalim!
    „Hallo? … Weiß ich noch nicht, komme hier wohl erstmal nicht weg.“

    PalimPalim!
    „Hey! … Ja, kann ich machen, aber ich hab keinen Schimmer, wie lange das hier noch dauert.“

    Wir halten fest: zwei Männer, eine Frau. Alle auf der Zulassungsstelle. Offenbar wollten die Anrufer wissen, wie lange es noch dauern wird. Um dann zu erfahren, dass eben genau das in den Sternen steht. Weil wir von der Zulassungsstelle sprechen. Niemand, nicht mal Gott, weiß, wie lange man dort festsitzt. Dennoch ist die telefonische Information darüber, dass man über die Dauer des Aufenthaltes keinerlei Aussagen treffen kann, offenbar höchst interessant.
    Aber warum, um alles in der Welt?

    Handys sind ok!

    Ich hab nichts gegen Handys, ehrlich nicht! Schließlich habe ich selbst eins, auch wenn ich mir ständig den Ärger von Freunden, Verwandten, Bekannten und Kollegen anhören muss. Ich sei nie zu erreichen, heißt es dann immer. Teilweise stimmt das sogar, denn vor einigen Monaten hat mein Handy (zugegeben, nicht das neueste Modell) seinen akustischen Geist aufgegeben. Es vibriert zwar noch fleißig, wenn jemand anruft. Aber der Klingelton hat sich verabschiedet, genauer: alle Klingeltöne taten das, es macht einfach nicht mehr PalimPalim!. Das zieht den Ärger meines sozialen Umfeldes auf sich. Was in meinem Fall jedoch ziemlich überflüssig ist.

    Ich bin doch da!

    Der Vorwurf, ich sei nicht erreichbar, ist nicht haltbar, wenn man genauer hinsieht. Denn auch wenn ich mein Handy auf unverantwortliche Art und Weise vernachlässige (wäre mein Handy ein Kind, ich hätte es ratzfatz das Jugendamt am Hals), erreichen kann man mich gut, sehr gut sogar. Ich bin kein Pilot, auch kein Busfahrer oder Feuerwehrmann, die ja bekanntlich viel unterwegs sind (wobei der Feuerwehrmann im Falle eines Einsatz wahrscheinlich auch mit funktionierendem Klingelton nicht rangehen wird – hoffe ich jedenfalls!). Ich bin Freiberufler. Ich arbeite von zu Hause aus, schreibe oder spreche den ganzen Tag. Und da meine Festnetznummer ausgezeichnet funktioniert, ist es eine Kleinigkeit, mich telefonisch zu erreichen. Aber das Festnetz ist offenbar total out. Dabei bin ich doch da! Meistens jedenfalls. Und notfalls gibt es einen Anrufbeantworter. Mit so einem Piepton, nach dem man eine Nachricht hinterlassen kann.

    Und was ist mit den giftigen Strahlen?

    Hohe SAR-Werte sind durchaus ein Thema bei Handys. Einerseits. Andererseits will kein Schwein mehr etwas darüber hören. Das Handy ist omnipräsent, es ist ein so wichtiger Teil unseres Lebens geworden, dass irgendwelche Strahlung meist nur müdes Gähnen erzeugt. Es ist ratsam, sich ein möglichst strahlungsarmes Handy zuzulegen, aber mal ehrlich: kaum jemand kümmert sich drum.
    Außerdem gibt es diese Dinger noch nicht lange genug, um verbindliche Aussagen über die tatsächlichen Gefahren durch Strahlung machen zu können. Und selbst wenn es so wäre – Raucher hören ja (meist) auch nicht mit ihren Glimmstengeln auf, weil das Rauchen irgendwie ungesund ist. Der Suchtfaktor ist einfach zu groß. Bei der Zigarette. Und beim Handy.

    Telefonieren mit Sinn und Verstand?

    Man könnte sagen: leben und leben lassen. Wenn jemand alle Nase lang telefonieren will, soll er es doch tun. Stimmt, und im Prinzip sehe ich das auch so. Es ist alleine die Tatsache, dass über derart viel Belangloses am Telefon gesprochen wird, dass sich mir die Nackenhaare querstellen. Das Beispiel in der Zulassungsstelle war da durchaus repräsentativ. Es klingelte in einer Tour, wirklich ungelogen. Und ich bekam kein einziges Telefonat mit, das auch nur ansatzweise den Eindruck erweckte, sinnvoll oder gar wichtig zu sein.
    Doch, Moment, eins war da! Offenbar bekam ein Mann, der ebenfalls im Wartebereich saß, einen Anruf von einem Kunden, schien wirklich wichtig zu sein. Der Mann versprach seinem Kunden, sich um dessen Anliegen zu kümmern. Es ging ein wenig hin und her, bis der Mann auf dem Stuhl gegenüber das Gespräch mit dem Satz beendete: „Ok, also, ich schlage vor, ich melde mich später nochmal. Ich weiß nämlich nicht, wann ich hier rauskomme.“
    Ein Déjà-vu.

    ——————————————————————————————————————————–Bild: Glen Bowman, flickr.com

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