100 Zeilen Hass für Sabine Bätzing
geschrieben am 02. Juni 2009 von Spiegelfechter
?Das ist ein Jammer: Die Dummen sind so sicher und die Gescheiten so voller Zweifel? ? dieses Zitat wird dem Altkanzler Helmut Schmidt zugeschrieben. Für Sabine Bätzing ist die Welt ohne große Zweifel. Die Bundesdrogenbeauftragte hätte allerdings auch so ihre Probleme mit dem kantigen Altkanzler. Die Versuche der 34-jährigen, dem Souverän seine Entscheidungsfähigkeit in alltäglichen Dingen wie dem Tabakkonsum abzusprechen, würden bei ihrem 91-jährigen Parteifreund sicher nur ein abschätziges Augenbrauenzucken hervorrufen. Sabine Bätzing hat den Rauchern den Krieg erklärt. Für die Winteroffensive 2010 plant sie die Einführung sogenannter ?Schockbilder? auf Zigarettenschachteln. Mehr als die Hälfte der Packung soll dann mit Bildern von Lungenkarzinomen, faulenden Zähnen und toten Föten bedeckt sein. Früher zeigten Zigarettensammelbilder ästhetisch ansprechendere Motive ? aber früher war ja auch alles besser. Früher trafen sich angesehene, kantige Journalisten zum Frühschoppen bei Werner Höfer, qualmten, tranken Wein und führten hitzige Debatten. Heute heißt der Nachfolger von Höfers Sendung Presseclub und die dort bei einem Glas Mineralwasser palavernden Journalisten langweilen den Zuschauer mit blutleeren Worthülsen ? geraucht wird dabei natürlich nicht, Rauchen darf im Fernsehen nur noch der Altkanzler.
Wenn die Politik auf die elementaren Fragen unserer Zeit keine Antworten findet, dilettiert sie gerne auf Nebenkriegsschauplätzen herum. Besonders beliebt sind dabei solche Themen, bei denen sie auf ihre moralische Lufthoheit pochen kann. Galt es früher als selbstverständlich, dass der Bürger ein erwachsenes Individuum ist, dessen Freiheit nicht über Gebühr eingeschränkt werden darf, so definiert sich die heutige Politik als ?gütiger Vater?, der den unmündigen Bürger an die Hand nimmt und ihm zeigt, was gut und was schlecht für ihn ist. Dass das Rauchen ? pragmatisch betrachtet ? schlecht für den Bürger ist, steht außer Zweifel. Noch nicht einmal der ignoranteste Kettenraucher würde die gesundheitsschädliche Wirkung des Rauchens abstreiten. Aber Freiheit bedeutet auch, unvernünftige Dinge tun zu dürfen. Verbote und Drangsalierungen sind immer ein Stück Unfreiheit, die nur dann in Betracht gezogen werden darf, wenn andernfalls die Freiheit der Anderen überproportional beeinträchtigt wird.
Ob das Anbringen von Schockbildern auf Zigarettenschachteln einen nützlichen Effekt hat, ist umstritten. In Ländern wie Belgien, Kanada oder Thailand, in denen dieses Instrument bereits eingesetzt wurde, sind die meisten Raucher auf Zigarettenetuis umgestiegen. Wer will auch schon täglich mit den potentiellen Negativfolgen seines Handelns konfrontiert werden. ?Rauchen verursacht tödlichen Lungenkrebs?, so prangt es bereits heute auf den Zigarettenschachteln. Wenn solche drastischen Formulierungen, ohne Konjunktiv oder Fallwahrscheinlichkeit, auch auf Beipackzetteln von Medikamenten stünden, würde wohl niemand mehr zur Aspirin greifen, wenn ihn nach der Lektüre von Sabine Bätzings ?Weisheiten? der Kopf schmerzt. Für die ?Volksgesundheit? dürfte die Einführung von Schockbildern auf Zigarettenpackungen zumindest keinen negativen Effekt haben ? aber muss die Politik alles tun, was im Zweifel nicht schadet?
Das Leben hat viele Nebenwirkungen und endet stets tödlich. Neben dem Rauchen gibt es viele andere Aktivitäten, die potentiell schädlich sind. Wie lange dauert es noch, bis Bilder von Leberzirrhosen auf Bierflaschen prangen? Wird der Schokoriegelkonsument bald mit Bildern von Magengeschwüren konfrontiert? Muss VW künftig 50% der Werbefläche in Hochglanzmagazinen mit Bildern von Gliedmaßen, die bei einem Autounfall abgetrennt wurden, ausfüllen? Oder schmücken bald Bilder mit toten Föten Viagra-Packungen? Sex kann schwanger machen, mit unberechenbaren Folgen. Auch gesellschaftlich geförderte Freizeitaktivitäten sind nicht risikolos. Warum näht man keine Bilder mit abgerissenen Patella-Sehnen auf Joggingschuhe? Sollte man die Hälfte der Werbefläche auf Fußballtrikots nicht mit Bildern offener Schienbeinbrüche plakatieren? Nein ? einstweilen sind nur die Raucher die Parias der ?Super-Nanny-Gesellschaft?. Man hat Raucher für moralisch vogelfrei erklärt und lebt an ihnen die abstoßende Sucht zur Maßregelung anderer Menschen aus. Schockbilder auf Zigarettenpackungen sollen auch keinesfalls den Raucher von seiner verwerflichen Genusssucht abhalten ? sie sollen ihm ein schlechtes Gewissen verursachen damit letztendlich die Genussfeinde in einem ?noch? besseren Licht dastehen lassen.
Wer heute noch seiner Genusssucht frönen will, wird am Arbeitsplatz oder in der Kneipe wie ein Hund mit Verdauungsstörungen vor die Tür geschickt. Selbst auf den offenen Bahnsteigen darf der arme Sünder trotz steifer Brise nur in gelben Aussätzigenzonen rauchen. Das gesellschaftlich geförderte Genörgel über ?die Raucher? ist dabei kaum mehr als verlogene Selbstgerechtigkeit. Während das Rauchen in der Ober- und Unterschicht weitgehend toleriert wird, hat sich in der Mittelschicht eine leise Pogromstimmung eingestellt. Wer seine vermeintliche moralische Überlegenheit so sorgsam pflegt, wie die Gartenzwerge in seinem Vorgarten, hat in ?den Rauchern? ein denkbar dankbares Opfer gefunden. In einer Gesellschaft mit Hang zum Paternalismus und Kontrollwahn ist sich jeder selbst der nächste, und das berühmt-berüchtigte Zitat von Henryk M. Broder wird zur kollektiven Positionsbestimmung ? ?es macht mehr Spaß Täter statt Opfer zu sein?. Wer sich in die wirkmächtige Schar der Raucherbasher einreiht, ist oberflächlich auf der Seite der Sieger ? Täter sind meistens Sieger.
Würde Rosa Luxemburg heute noch leben, sie würde immer noch sagen: ?Freiheit ist immer die Freiheit der Andersdenkenden?. Für Nichtraucher wäre Freiheit somit auch immer die Freiheit der Raucher. Würde Voltaire heute noch leben, so würde sein Credo auch heute noch lauten: ?Ich verachte Ihre Meinung, aber ich gäbe mein Leben dafür, dass Sie sie sagen dürfen.? Der moderne Voltaire wäre vielleicht Nichtraucher ? aber trotz seiner Verachtung für Raucher würde er auch heute sein Leben dafür geben, dass sie rauchen dürfen.
Es ist natürlich unfair, heutige Politiker an einem großen humanistischen Denker wie Voltaire zu messen. Man ist ja schon bescheiden geworden und schon froh, wenn sie ihre Arbeit ohne allzu große Fehler machen. Würde man das deutsche Volk hassen, so würde man sagen, es hat mit Sabine Bätzing genau die Politiker, die es verdient. Kein Volk der Erde hat allerdings Politiker wie Sabine Bätzing verdient. Warum eine lustfeindliche Puritanerin vom Posten der Bundesdrogenbeautragten aus gegen ihre sinnenfrohen Mitmenschen Amok laufen kann, ist allerdings unerklärlich. Wer bei Frau Bätzing nach irgendeiner noch so geringen Qualifikation für das Amt einer Drogenbeauftragten sucht, sucht vergebens. Die junge Dame hat nach einer Ausbildung im gehobenen nichttechnischen Staatsdienst eine Stelle in der EDV-Verwaltung ihrer Heimatgemeinde bekleidet. Dafür gehört sie zu den ?Netzwerkern? innerhalb der SPD ? einem Interessenverband, dem es zuvörderst um die eigene Karriere geht, wobei politische Themen eine untergeordnete Rolle spielen. Wäre Frau Bätzing in der ?richtigen? Partei, so wäre sie eine heiße Kandidatin für die Nachfolge für “Zensursula” von der Leyen, die Insidern zufolge nach den Wahlen Gesundheitsministerin werden will. Zum Glück hat Frau Bätzing aber das falsche Parteibuch und es bleibt zu hoffen, dass ihre Karriere im Herbst ein jähes Ende nimmt.
P.s.: “100 Zeilen Hass” war der Name einer legendären Kolumne des Autoren Maxim Biller in der längst eingestellten “Tempo”. Manchmal möchte man Biller durchaus beim Wort nehmen.
Jens Berger
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Es gibt Fragen, da muss selbst ein gestandener Blogger, der gerne über ökonomische Themen schreibt, die Stirn in Falten legen. Freunde, Verwandte, Kollegen – alle interessiert momentan nur ein Thema: Was wird aus der Finanzkrise? Ist sie wirklich in zwei Jahren nurmehr Geschichte? Kommt nun die Deflation und dann die Inflation? Was passiert mit den Unmengen an Geld, mit denen die Märkte geflutet werden? 
Am Wochenende ging in Istanbul das fünfte Welt-Wasser-Forum zu Ende. 20.000 Experten aus aller Welt tagten dort unter der Ägide des Weltwasserrates, einem Think-Tank, dessen Träger neben der UN und nationalen Regierungen auch die großen Wasserdienstleister und die Weltbank sind. Die Ergebnisse waren mager, wie bei allen Welt-Wasser-Foren zuvor. Die beim ersten Welt-Wasser-Forum 2000 verabschiedete Definition, Wasser sei ein ?grundlegendes Bedürfnis? und kein Menschenrecht, gilt weiterhin und Rahmenbedingungen, künftige Konflikte rund um das Wasser zu vermeiden, wurden nicht gesetzt. Hochkonjunktur hatten auch im Umfeld dieses Forums wieder einmal NGOs, die weit verbreitete Wissensdefizite über das hochemotionale Thema ?Wasser? für PR in eigener Sache zu nutzen wissen.
Wasser ist, anders als Kohle oder Erdöl, keine endliche, sondern eine regenerative Ressource. Wasser kann nicht verbraucht, sondern nur genutzt werden. Wenn ein Düsseldorfer sich eine Wassersparspülung auf seinem stillen Örtchen installiert, hilft dies dem Inder keinen Jota. Der natürliche Wasserkreislauf sorgt dafür, dass genutztes Wasser über Versickerung oder Verdunstung dem Kreislauf wieder zugeführt wird. In Deutschland wird beispielsweise lediglich 3% des verfügbaren Wasserangebotes durch die öffentliche Wasserversorgung genutzt. Fast 80% des Dargebots werden gar nicht genutzt. Der größte Nutzer sind Wärmekraftwerke, die fast 14% des Wassers nutzen. Diese Nutzung ist aber kein Verbrauch. Das Wasser wird an einer Stelle eines Flusses entnommen und an einer anderen Stelle dem Fluss wieder zugeführt ? die kleine Differenzmenge verdunstet und bleibt somit ebenfalls Teil des Wasserkreislaufs.
Ein Ausweg aus diesem Dilemma ist der Handel mit virtuellem Wasser. Nur ist dies häufig wirtschaftlich kontraproduktiv. Mais aus dem wasserreichen mittleren Westen der USA hat beispielsweise einen exzellenten ökologischen Fingerprint. Für die Produktion einer Tonne Mais benötigt man dort nur 489 m³ Wasser ? und dies in einer Region, in der das Wasserdargebot wesentlich größer als die Nutzung ist. Um die gleiche Menge Mais in Indien zu produzieren, benötigt man 1.927 m³ Wasser ? die fünffache Menge. Ferner sind große Teile Indiens von Wasserknappheit gekennzeichnet. Amerikanischen Mais nach Indien oder Afrika zu exportieren ist also ökologisch sinnvoll, wenn man sich auf die Wasserbilanz bezieht. Ähnlich verhält es sich mit beinahe allen agrarwirtschaftlichen Produkten Mittel- und Osteuropas und weiten Teilen der USA und Kanadas. Globalisierungsgegner stehen hier freilich vor einem Dilemma ? der Handel mit virtuellem Wasser ist zwar ökologisch sinnvoll, für die wasserarmen Entwicklungsländer jedoch ist er ökonomisch katastrophal, da weite Teile der eigenen Wirtschaft ausgelagert werden. Problematischer als die Eigenversorgung ist indes der Export von Gütern aus wasserarmen in wasserreiche Regionen. Ägyptische Erdbeeren auf deutschen Esstischen sind eine Sünde wider die Natur und die Nachhaltigkeit.
Auch in vielen Schwellenländern schlugen internationale Wassermultis auf diese Art und Weise zu. Generell sind Schwellen- und vor allem Entwicklungsländer aber weniger interessant für diese Konzerne. Die Bereitschaft, für Wasser hohe Summen zu bezahlen, ist vielerorts nicht vorhanden. Einem großen Teil der Bevölkerung fehlt es auch schlichtweg am nötigen Geld. Investitionen in Entwicklungsländern haben sich daher auch häufig als Fehlinvestitionen herausgestellt. Als Beispiel hierfür eignet sich Bolivien. Die Weltbank sorgte dort dafür, dass in der Provinz Cochabamba, die von 1,5 Mio. Menschen bewohnt wird, die Wasserversorgung privatisiert wird. Den Zuschlag erhielt das US-Unternehmen Bechtel. Flankiert von Gesetzen, die die Eigenversorgung verboten, führte Bechtels Politik dazu, dass ärmere Familien bis zu einem Drittel ihres Einkommens für Wasser bezahlen sollten. Es kam in der Folge zu gewalttätigen Protesten und die Regierung musste nachgeben. Man widerrief den Vertrag mit Bechtel und wurde daraufhin auf 25 Mio. US$ Schadensersatz verklagt. In der Hauptstadt La Paz erhielt der französische Wassermulti Suez den Zuschlag. Für einen Anschluss an das Wassernetz verlangte Suez rund vier Monatsgehälter. Die Anzahl der Kunden nahm ab, und da Suez vertraglich 12% Rendite zugesichert worden sind, mussten die Preise erhöht werden. Auch in La Paz kam es zu Unruhen und auch Suez verlor die Konzession. Die Ausflüge westlicher Multis in Entwicklungsländer haben sich meist für niemanden gelohnt ? nicht für die Multis, nicht für die Regierungen und schon gar nicht für die Bevölkerung.
In einigen Regionen der Welt birgt das Thema Wasser ein gehöriges Konfliktpotential. Von den zehn Anrainerstaaten des Nils verfügt beispielsweise lediglich Ägypten über ausreichende Wasserentnahmerechte. Äthiopien, in dem der ?blaue Nil? entspringt, hat gar kein Entnahmerecht für das Wasser. Auch im wasserarmen Nahen Osten bestehen Wasserkonflikte. Die Türkei streitet sich mit Syrien und dem Irak um das Wasser von Euphrat und Tigris und staut 50% des Wassers des Euphrat im Attatürk-Staudamm. Syrien bezieht 90% seines Oberflächenwassers aus den Nachbarstaaten, der Irak 60%. Israel verweigert den Palästinensern im Westjordanland Förderrechte für das dortige Wasser, und zwischen Syrien und Israel tobt ein Streit um die Wasserquellen der Golan-Höhen. Wenn Israel die Golan-Höhen räumen sollte, liegen drei der vier Quellen auf syrischem Gebiet und die vierte Quelle im geräumten Südlibanon. Das Schicksal der Jaffa-Orangen läge dann in den Händen der Syrer ? daran hat Israel verständlicherweise kein Interesse. Israel ist allerdings in punkto Trinkwasserversorgung in der glücklichen Lage, über High-Tech zu verfügen. Mit dem 

Heute Nachmittag wurden die Privaträume und das Berliner Abgeordnetenbüro des SPD-Bundestagsabgeordneten Jörg Tauss vom Berliner LKA
Die dänische Liste wurde natürlich nicht veröffentlicht, um Pädophilen einen Gefallen zu tun. Die Veröffentlichung fand zu dem Zweck statt, den Unsinn einer solchen Liste zu demonstrieren, da fast alle gelisteten Seiten nichts mit dem Thema ?Kinderpornographie? ? wie sie der gesunde Menschenverstand definiert ? zu tun hatten. Dies überrascht nur auf den ersten Blick, da der Gesetzgeber ein eigenwilliges