Im Schweinsgalopp ins Impfchaos

geschrieben am 20. Oktober 2009 von Spiegelfechter

Die Schweinegrippeimpfung – Milliarden für die Pharmakonzerne, Risiken und Nebenwirkungen für das Volk

Seit gestern liefert das Dresdner Werk des Pharmamultis GlaxoSmithKline (GSK) den Impfstoff Pandemrix an die Landesbehörden aus. Grob eine Milliarde Euro wird die Schweinegrippeimpfung die deutschen Krankenkassen und die öffentlichen Haushalte kosten. In einem Anflug von fiebrigem Alarmismus unterschrieben die Bundesländer, das Bundesgesundheitsministerium und GSK bereits Ende 2007 einen Bereitstellungsvertrag, der ursprünglich für die Bekämpfung einer Vogelgrippepandemie gedacht war. Die Vogelgrippe blieb jedoch aus, dafür überzieht nun die wesentlich milder und ungefährlicher verlaufende Schweinegrippe das Land.

Der Vertrag mit GSK behält jedoch seine Gültigkeit und die Bundesländer müssen nun 50 Millionen Dosen eines Impfstoffs abnehmen, der eigentlich für die potentiell gefährliche Vogelgrippe gedacht war. Der Impfstoff Pandemrix ist vergleichsweise teuer, enthält Zusatzstoffe, die kaum getestet wurden und potentiell gefährlich sind, und ist für den Patienten schlechter verträglich als konventionelle Impfstoffe. Trotz aller Risiken steht ein Gewinner bereits fest – GSK verdient am größten Feldversuch der modernen Medizingeschichte geschätzte 4,2 Mrd. US$, während sämtliche Folgekosten dank einer umfassenden Haftungsfreistellung vom Staat getragen werden müssen.

Wie gefährlich ist die Schweinegrippe?

Als die Schweinegrippe im April dieses Jahres in Mexiko und den USA ausbrach, befürchteten die Virologen anfangs aufgrund der relativ hohen Todeszahlen eine weltweite Pandemie mit schrecklichen Auswirkungen. Doch als die Schweinegrippe wenige Monate später in Europa ankam, war bereits klar, dass es sich bei ihr um eine Erkrankung handelt, die weniger Opfer fordert als die normale Grippe. Warum die Zahl der Todesopfer in Mexiko rund 100mal so groß ist wie in Deutschland, ist wissenschaftlich noch nicht geklärt. In Europa verläuft die Schweinegrippe jedoch meist mild und ungefährlich.

Eine Besonderheit unterscheidet das Virus vom Typ H1N1 jedoch von den übrigen Grippeviren. Während die Todesfälle der saisonalen Grippe vor allem bei alten und kranken Menschen auftreten, nimmt die Schweinegrippe auch bei jungen und teilweise sogar zuvor kerngesunden Menschen einen schweren Verlauf, der in einigen Fällen sogar zum Tod führt. Nach Angaben der WHO haben sich weltweit bis jetzt fast 400.000 Menschen mit H1N1 infiziert, die Zahl der Todesopfer beträgt 4.735. In Deutschland haben sich rund 20.000 Menschen angesteckt und es gab nur zwei Todesfälle – verglichen mit der saisonalen Grippe, der jährlich tausende Opfer zugeschrieben werden, ist dies extrem wenig. Selbst wenn sich jeder zehnte Bundesbürger infizieren würde, läge die Zahl der Opfer “nur” bei rund 8.100, und somit sogar weit unter dem langjährigen Grippedurchschnitt.

Warum der Staat ausgerechnet bei der milde verlaufenden Schweinegrippe zur bislang größten und teuersten Impfkampagne der deutschen Geschichte aufruft, ist kaum zu erklären. Bereits zum Zeitpunkt der Impfstoffbestellung war es absehbar, dass H1N1 kein Killervirus ist.

Interessenkonflikte und Lobbyisten

Wenige Tage, nachdem in Mexiko die Schweinegrippe entdeckt wurde, bezeichnete der britische Regierungsberater Sir Roy Anderson die Krankheit bereits als Pandemie und betonte, dass es mit Tamiflu und Relenza zwei effektive antivirale Mittel zur Bekämpfung der Krankheit gäbe. Beide Mittel wirken zwar bei schweren Fällen der Schweinegrippe gar nicht und verkürzen die Erkrankungszeit bei milden Verläufen durchschnittlich um gerade mal einen einzigen Tag, aber darum ging es Sir Roy auch nicht – Relenza wird von GSK hergestellt und Sir Roy Anderson bezieht als Lobbyist dieses Konzerns jährlich rund 136.000 Euro.

Von Anfang an war die Kommunikation über die Schweinegrippe fest in der Hand der Pharmakonzerne und von deren “Freunden” in Regierungen und Ämtern. Vor allem GSK hat in der EU anscheinend sehr viele Freunde. Als es darum ging, einen Impfstoff gegen H1N1 zu entwickeln, war der britische Pharmamulti von Anfang an in der Pole Position.

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Neues Design auf dem Spiegelfechter

geschrieben am 10. Oktober 2009 von Spiegelfechter

Hallo liebe Leser und Leserinnen,

paintab heute liegt der Spiegelfechter nicht nur auf einem neuen Server, sondern erstrahlt auch noch in einem neuen Layout. Mir ist klar, dass solche Relaunchs beim Stammpublikum meistens nicht so gut ankommen, wie beim Macher selbst ;-)

Im Laufe des Tages folgen noch einige kleinere Ergänzungen und Korrekturen, so dass das fertige System erst in ein paar Stunden steht. Wenn Ihr Anregungen, Fehlerhinweise oder auch Kritik habt – ich habe bekanntlich ein dickes Fell -, so zögert nicht, sie anzubringen.

An dieser Stelle noch mal einen herzlichen Dank an Patrick (der mit dem Igel ;-)), der nicht nur das Stylesheet entworfen hat, sondern auch unzähligen Verbesserungsvorschlägen von mir und den Betatestern folgen musste.

Um einige potentielle Kritikpunkte vorwegzunehmen: Die Hintergrundfarbe Weiß ist freilich gewöhnungsbedürftig und nicht so mollig “warm” wie das alte hellbeige – daran müsst Ihr Euch gewöhnen, Weiß ist mittlerweile Standard im Netz und sowohl technisch als auch von der Handhabung her von Vorteil. Um all zu große Kontraste und Leseschwierigkeiten zu vermeiden, habe ich mich für eine relativ große und serifenlose Schrift entschieden, die gut lesbar sein dürfte.

Mit dem Layoutwechsel habe ich auch das alte eMail-Abo-System in den wohlverdienten Ruhestand geschickt. Ab heute wird diese Funktion über den Feedburner-Dienst übernommen – was qualitativ deutliche Vorteile bringt. Abonnenten des alten Systems erhalten weiterhin die Benachrichtigungen und müssen sich daher nicht neu anmelden, wenn sie dies nicht wollen.

Und was am wichtigsten ist – am Inhalt ändert sich nichts! ;-)

Update: Wer sich in den Kommentaren über Hinweise nach der Ausrichtung (linksbündig/zentriert) wundert – die Ausrichtung haben wir erst im Laufe des Nachmittags “mittig” gemacht.

Viel Spaß mit dem neuen Layout

Euer Spiegelfechter
Jens Berger

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Willkommen auf dem neuen Server!

geschrieben am 06. Oktober 2009 von Spiegelfechter

Heute mittag ist der Spiegelfechter umgezogen. Der Umzug verlief bislang sogar relativ reibungslos, was ich nicht geahnt hätte. Wenn der Spiegelfechter temporär nicht erreichbar war, dann lag das an den neuen DNS-Einträgen, die erst einmal überall ankommen müssen. Der neue Server bietet jede Menge Leistungsreserven, ist aber selbst aufgesetzt – das bedeutet, es kann zu Problemen kommen, die in der Beta-Testphase nicht aufgefallen sind. Wenn Euch Fehler auffallen, teilt sie mir bitte im Kommentarbereich mit.

Es kann sein, dass ein oder zwei Kommentare aus dem “alten Spiegelfecher” nicht übernommen wurden – ich werde das im Laufe des Tages aktualisieren.

Die Todo-Liste:

- das Forum funktioniert noch nicht erledigt
- die eMail-Benachrichtung für die Kommentare funktioniert noch nicht erledigt
- die Leseempfehlungen funktionieren noch nicht

Viel Spaß auf dem neuen Server

Euer Spiegelfechter,
Jens Berger

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Servercrash

geschrieben am 28. September 2009 von Spiegelfechter

Liebe Leser, wie Ihr vielleicht auch gestern schon mitbekommen habt, kann der Server, auf dem diese Seite (und viele andere) gehostet ist, dem plötzlichen Ansturm seit Sonntagabend nicht standhalten. In Spitzen besuchten fast 200 Leser pro Minute die Seiten – für die Datenbank heißt dies Schwerstarbeit. Vor einer halben Stunde meldete sich daraufhin mein Provider zu Wort und machte die Seite dicht. Mit Engelszungen konnte ich ihn überreden, die Seite vorrübergehend wieder zu aktivieren, in der vagen Hoffnung, dass die Besucherzahlen wieder abnehmen.

Als Notmaßnahme habe ich einige Plugins deaktiviert und die Startseite verkürzt, um den Server zu entlasten. Nun steht der große Umzug auf einen eigenen Server bevor, den ich ja schon lange geplant habe. Das größte Problem dabei wird die reibungslose Übernahme der Datenbank und der .com-Domain sein – hoffen wir das Beste.

P.s.: Um ein Waterloo zu verhindern, werde ich den zweiten Teil der Wahlanalyse erst morgen einstellen.

Update: Zumindest legt mir mein momentaner Provider keine Steine in den Weg und zeigt sich beim Umzug sehr kooperativ. Wenn alles glatt geht, sollte der Umzug nächste Woche vonstatten gehen.

Liebe Grüße, Euer Spiegelfechter
Jens Berger

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Choreografie der Krise

geschrieben am 15. September 2009 von Spiegelfechter

Vor einem Jahr musste Lehman sterben, damit das System leben kann. Seit dem „Sündenfall“ kann sich jede andere größere Bank auf staatliche Garantien verlassen

Politiker, Banker und viele Kommentatoren sind sich bei der Analyse der Finanzkrise in einem Punkte einig – der größte Fehler sei es gewesen, Lehman Brothers nicht mit Steuergeldern vor dem Untergang zu retten. Durch den Kollaps der Investmentbank sei das System weltweit in Schieflage geraten – ohne ihn wären die billionenschweren Rettungspakete für die Geldbranche erst gar nicht nötig gewesen. Das klingt auf den ersten Blick vertraut, ist aber nichtsdestotrotz falsch.

Im September 2008 waren nahezu alle Finanzinstitute der USA in einer prekären Lage. Jedes von ihnen hatte intransparente Risiken in unbekannter, aber gigantischer Größenordnung in seinen Büchern. Eine Neubewertung dieser Papiere hätte das ganze Kartenhaus zusammenbrechen lassen. Bereits im März des Jahres musste die Investmentbank Bear Stearns unter die Fittiche der Großbank JPMorgan schlüpfen – die FED unterstützte diese „Fusion“ nach besten Kräften. Im September lautete die Frage nicht, ob ein weiteres großes Institut stürzen würde, sondern nur welches Institut dies sein würde.

weiter auf freitag.de

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