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  • Freiheit statt Sozialismus

    geschrieben am 17. Juni 2007 von Spiegelfechter

    Es gibt Momente, da fallen in der ?großen? Politik die Masken ? meist unfreiwillig und oft unfreiwillig komisch. Zeuge solcher Momente wird man bei Phoenix, wo die Bundesparteitage der großen Parteien immer live übertragen werden.

    Hochglanzbilder total entrückt
    nur schöne Menschen im Licht.
    Alle lachen man ist so herrlich gelaunt.
    Keine Probleme – wozu?
    Man ist braungebrannt – durchgestylt – perfekt.
    Willkommen in der Traumfabrik

    Der Bundesparteitag der FDP ist eine wahre Fundgrube für Absurditäten. Ein ganzer Saal voll mit Menschen, die man im wahren Leben lieber nicht sehen will. Adrette BWL-Studenten, mit kecken Gel-Frisuren, hellblauen Business-Hemden und feschen hellgelben Krawatten, braungebrannte Jungjuristinnen im Chanel-Kostümchen, deren Ausstrahlung die menschliche Wärme eines Zwangsvollstreckungsbescheides hat, und Unmengen dynamisch wirkender Freiberufler mit dem mondänen Grinsen, welches den Erfolgsmenschen ausmacht.

    Das politische Programm dieses Parteitages ist einfach: Steuern runter oder besser ganz weg und den Staat soweit zurückfahren, dass er die vertretenen Alpha-Menschen möglichst wenig in ihrem Treiben hindert und ihnen die Taschen füllt. Dieses Wochenende war mal die Erbschaftssteuer dran. Ein Teil der FDP wollte sie ganz abschaffen und der andere Teil hatte vor laufenden Kameras seine Ideen zu einer Minimierung dieser Steuer kundgetan und nebenbei demonstriert, was man sich unter Marktprozessen versteht.

    Man will die Erbschaftssteuer zur Ländersache machen ? das klingt schön föderal und deregulierend, so was mag der Wähler. Die Steuerrebellen der FDP führen an, dass einige Bundesländer kaum Einnahmen aus der Erbschaftssteuer haben ? damit sind die östlichen Bundesländer gemeint, was auch wenig verwundert, da die Gelder der neuen Länder ja mit Vorliebe auf den Konten der Alpha-Menschen mit Wohnsitz im Westen und Süden der Republik landen. Daher sollten die östlichen Bundesländer auch die Erbschaftsteuer abschaffen, der Verwaltungsaufwand sei höher als der Ertrag aus dieser Steuer. Und da in unserer globalisierten, neoliberalen Welt ja Hobbes alte Bezeichnung des Naturzustandes (bellum omnium contra omnes – Krieg aller gegen alle) die Freiheit im Sinne der FDP repräsentiert, gilt: Wenn ein Bundesland die Erbschaftssteuer abschafft, ziehen unsere Alpha-Menschen alle dort hin, weshalb die anderen Bundesländer diese Steuer auch schnellstens senken oder abschaffen müssen. Ein Bundesland ohne Alpha-Menschen versinkt in Chaos, Armut und Bürgerkrieg ? so etwas muss verhindert werden. Natürlich wird kein blaubehemdetes, braungebranntes Alpha-Menschlein in die brandenburgische Pampa ziehen, da dort der Weg zum nächsten Nobel-Italiener viel zu weit ist, aber die Drohung reicht. Das lehrt uns die neoliberale Logik.


    Was sollen denn die Klagen die doch nur auf den Magen schlagen
    und die die immer klagen die haben sonst nicht viel zu sagen.
    Was sollen wir mit Problemen die uns die Lebensfreude nehmen?
    Ein Gläschen Schampus tut es auch und kribbelt schön im Bauch.
    Willkommen in der Traumfabrik

    Die Strategie der FDP erklärt auf Phoenix auch ein wenig telegener blaubehemdeter hessischer Abgesandter mit gelber Fliege, den die Kamera sichtbar nervös macht. Ja, er habe viele Unternehmen, überall in Deutschland, er sei ein Unternehmer – so verkündet er mit fliehenden Blicken, als dürfe das Finanzamt nichts davon wissen. Die größte Sorge dieses Alpha-Menschen ist es, dass er an allen Standorten unterschiedlich hohe Gewerbesteuer zahlen muss, da solle man diese doch lieber abschaffen. Dieser brillanten Logik kann man sich natürlich kaum verschließen. Gut, dass Italien keine FDP hat, sonst würden die dortigen Mafiapaten sicher auch fordern, es sei nicht einzusehen das es an den Gerichten des Landes unterschiedliche Strafen für gewisse Verbrechen gäbe, dies sei ineffizient, drum müsse man diese Strafen aus dem Gesetzbuch streichen. Das arme FDP-Steueropfer plädiert auch gleich verbal verworren für eine Streichung der Erbschaftssteuer. Dann könne der Sohn ja nicht mehr das Vermögen des Vaters erben. Mit diesem argumentativen Kracher erobert der gute Mann sicher die Marktplätze von Kassel bis Frankfurt. Ein echter Hoffnungsträger dieser sympathischen Partei.

    Am Rednerpult erklärt derweil ein wirrer Professor die Vorteile einer Streichung der Erbschaftssteuer. Er findet es höchst ungerecht, dass der Erbe zweier Häuser in der Pampa keine Steuern zahlen muss, der Erbe einer Dachwohnung in München-Bogenhausen aber sehr wohl ? das sei unlogisch und unfreiheitlich. Dass die Alphamenschen der FDP eher in München-Bogenhausen als der Pampa zu finden sind, sagt er nicht und das der Marktpreis einer Immobilie nach wirtschaftlichen Angebot- und Nachfragemechanismen, also dem FDP-Mantra, gebildet wird, scheint ihn auch nicht zu interessieren. Man könnte glatt glauben, die bösen Linken sind schuld, dass Immobilien in FDP-Hochburgen so teuer sind. Der wirre Professor wird nicht so recht fertig mit seinem Steuerstreichungssermon, daher klingelt der charmante Sitzungsleiter fortwährend mit seinem Glöckchen während der wirre Professor etwas von seinem Vorbild den USA erzählt. Dort gäbe es so viele Jungmillionäre und in Deutschland nicht und das läge an der Erbschaftssteuer. Nun ja, in welchem Fachbereich das lustige Kerlchen habilitiert hat, ist mir nicht bekannt. Aber in den USA gibt es eine sehr saftige Erbschaftssteuer von bis zu 46%. Diese füllt die amerikanischen Staatskassen jedes Jahr mit rund 70 Milliarden Dollar. Dass die Republikaner diese abschaffen wollten ist klar, damit sind sie aber immer wieder gescheitert.

    Etwas später kommt der große Auftritt von Dirk Niebel. Es ist an ihm, die Gründung der Linkspartei zu kommentieren. Dafür setzt Niebel ein so böses Gesicht auf, dass man denken könnte, er hätte gerade seine Frau inflagranti mit Guido Westerwelle beim Oralsex überrascht. Mit diesem oscarreifen Gesicht stellt er ein Schildchen vor sich auf, auf dem der uralte Dregger-Slogan ?Freiheit statt Sozialismus? geschrieben steht, über den FDP-Urgestein Burkhard Hirsch nach Eigenbekunden schon damals gelacht hat. Wenn man ihn da so für eine vermeintliche ?Freiheit? und gegen Reglementierungen geifern sieht, weiß man was Jean Jacques Rousseau meinte als er sagte: ?Zwischen dem Starken und dem Schwachen ist es die Freiheit, die unterdrückt und das Gesetz, das befreit.?

    Die außenpolitischen Themen brachte Michael Theurer zur Sprache. Eine freiheitsliebende Partei wie die FDP kann es natürlich nicht einfach so durchgehen lassen, wenn von den USA Menschen gegen internationale Standards in Gefängnissen festgehalten werden. Nein, nicht die Zauselbärte in Guantanamo, sondern die fesche Frau Hilton hat es ihm angetan ? zweifelsohne eine Schwester im Geiste der FDP-Granden. “Freiheit für Paris Hilton” klingt es vom Rednerpult ? und da sage noch einmal wer, die FDP setze sich nicht für politisch Gefangene ein. “Dass jemand für Fahren mit Alkohol gleich ins Gefängnis geworfen wird, halte ich für unverhältnismäßig”. Da hat der gute Mann natürlich recht. Gäbe es in Bayern eine derartige Staatswillkür, wäre es in den Reihen der CSU-Fraktion merklich leerer und es bestünde die Gefahr, dass die Roten den Freistaat übernehmen. Und das wäre Sozialismus ? zumindest denkt dies die FDP, die die SPD tatsächlich für links hält.

    Jens Berger

    Bildnachweis: Montagen Spiegelfechter (CC)

    Text “Willkommen in der Traumfabrik”: Dirk Busch

    71 Kommentare
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    In eigener Sache: Newsletter

    geschrieben am 11. Mai 2007 von Spiegelfechter

    Hallo liebe Leser!

    Auf Wunsch einiger Leser, die sich mit RSS nicht anfreunden können, habe ich eine Newsletterfunktion implementiert. Wer es wünscht, kann so über neue Beiträge per eMail informiert werden.

    Selbstverständlich sind die eMail Adressen unter Verschluss und werden von mir nicht weitergegeben. Da das Plugin noch im Beta-Stadium ist, bitte ich mich bei irgendwelchen Fehlern zu informieren.

    Viel Spaß!

    Jens Berger

    2 Kommentare
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    Frohe Ostern!

    geschrieben am 06. April 2007 von

    An dieser Stelle möchte ich bei den Lesern für das positive Feedback über dieses junge Blog und die qualitativ hochwertigen Kommentare bedanken. Gerade am Anfang eines solchen Projektes tut solch positives Feedback sehr gut ;-)

    Jetzt fahre ich aber erstmal in einen kurzen Osterurlaub, weshalb der Spiegelfechter auch bis Dienstag nicht weiter aktualisiert wird.

    Danke und Frohe Ostern!

    Jens Berger

    (c) c´t
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    Bomben auf Iran?

    geschrieben am 31. März 2007 von Spiegelfechter

    [MEDIA=2]

    Ein kleiner Denkanstoss, für all diejenigen, die der Überzeugung sind, es gebe in Iran nur durchgeknallte Mullahs, bärtige Fanatiker und Burkha-Mumien eine kleine Diashow.

    Schöne Bilder von Iran gibt es übrigens bei PBase.

    Update: Weiter Bilder von Iran, wie sie in den Medien selten vorkommen gibt es bei Dark Rosted Blend und (danke Frank für den Link, ich hatte ihn verbaselt) in diesem Thread in Ebaums World.

    10 Kommentare
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    Herr Malzahn

    geschrieben am 29. März 2007 von Spiegelfechter

    Gestern muss ein schlechter Tag für einen gewissen Herrn C. C. Malzahn gewesen sein. Der gute Herr Malzahn ist seit 13 Jahren bei einem Magazin beschäftigt, dass ehemals als ?Sturmgeschütz der Demokratie? bezeichnet wurde. Nicht ohne Malzahns tätige Beihilfe als Politik-Chef ist es in den letzten Jahren allerdings vom ?Sturmgeschütz der Demokratie? zur ?Spritzpistole Angela Merkels? verkommen. Die Tochter des verstorbenen Gründers nennt dieses Magazin ?ein nunmehr geschwätziges Blatt unter vielen? – die Rede ist natürlich vom SPIEGEL. Jenem Blatt, das seit mehreren Jahren im Kampf um Rendite und Auflagenzahlen den Qualitätsjournalismus alter Tage gegen einen Mischung aus Boulevard, Belanglosigkeit, ?Frau Dr. Merkel rettet die Welt?, neoliberalen Meinungsbrei und Islamophobie ersetzt hat. Jenem Blatt, für das der Hetzer Henryk M. Broder seinen Broderline-Journalismus verfasst und jenes Blatt, das in seiner aktuellen Ausgabe vor der ?Islamisierung Deutschlands? warnt.

    Dabei war der Herr Malzahn doch so glücklich. Ok – die fähigen Leute seiner Redaktion sind zur Süddeutschen abgewandert, die auch prompt zum neuen Leitmedium aufstieg, aber wen interessieren denn schon solche anachronistischen Dinge wie Qualität, wenn man gute Auflagen erzielt, fette Renditen macht und mit seiner Online-Tochter unangefochtener Marktführer ist. Von BILD lernen heißt siegen lernen? Offensichtlich schon, tritt sie doch den Beweis an, dass Auflage und Qualität nichts miteinander zu tun haben, letztere wohl eher hinderlich ist. Aber dem Herrn Malzahn ging es ja nicht nur um so profane Dinge, nein Herr Malzahn ist

    ein enttäuschter Ex-Linker, der, wie so viele dieser Kategorie, über die Jahre zu einem strammen Rechtsliberalen mutiert ist, wobei sich das ?liberal? nur auf den Wirtschaftsliberalismus bezieht. Dinge wie Bürgerrechte (so etwas ist doch anachronistischer Firlefanz) wurden gerne echten Journalisten, wie dem Herrn Prantl von der Süddeutschen überlassen. Herr Mahlzahn hält von so etwas nichts und baute lieber an dem Phantom ?internationaler Terrorismus? mit, mit dessen Hilfe man den Überwachungsstaat schon irgendwann hinbekommt. Und wer sich mit ?Terrorismus? ?auskennt?, weiß schließlich, dass dieser von Mullahs und Islamisten (das ist alles was islamisch ist) betrieben wird und von den Guten? bekämpft wird. Die Guten? sind die USA, Israel und Herr Schäuble. Die Bösen? sind die Mullahs, also Iran, und alles was irgendwie arabisch oder muslimisch ist.

    Herr Malzahn und seine Freunde haben so schön polemisiert, gewarnt, Menetekel an die Wand gemalt und dem deutschen Michel erzählt, wie er zu denken habe. Und das hat geklappt! Der Michel hatte Angst vor seinem Dönerverkäufer und lies der uckermärkischen Jean d´Arc der Terroristenbekämpfung den USA ihre Solidarität, dem bösen Russen ihr Misstrauen und den afghanischen Drogenbaronen ihre Luftunterstützung gewähren.

    Und dann dies: ?48 Prozent der Deutschen halten die USA für gefährlicher als Iran – nur 31 Prozent glauben das Gegenteil?, so fand eine Umfrage des Forsa-Institutes im Auftrag des STERN heraus. Ja herrgottsakranochamal, spinnt denn der Michel? Hat der uns nicht gelesen? Glaubt der uns etwa nicht? Herr Malzahn war verzweifelt und sehr, sehr traurig.

    Da griff er zum Stift und schrieb sich seinen Frust von der Seele. Er nannte seinen Artikel ?Böse Amis, arme Mullahs? ? in gleichen Stil hätte er zwar auch ?Böse Neocons, arme Perser? schreiben können, aber das wäre ja pfuibäh antiamerikanisch.

    Und er schrieb und schrieb. Er schrieb so Sachen wie:

    Die Deutschen haben im Laufe ihrer jüngeren Geschichte schon an vieles
    geglaubt. An Kolonien in Afrika und an den Kaiser[]

    ? und einem Herrn Powell, mit seinen Powerpoint-Folien und einem Herrn Bush, mit seinen Menschrechten, die er nun in Guantanamo verteidigt. Und nun wollen sie dem Herrn Malzahn nicht glauben, dass der Mullah böse und der Uncle Sam gut ist? Das kann dem Herrn Malzahn schon mal den Tag versauen.

    Und wenn der Tag schon mal so richtig versaut ist, dann schreibt man auch:

    Jahrelang wurde den Deutschen von ihren Außenministern das Märchen vom
    “kritischen Dialog” zwischen Europa und Iran erzählt. Es ging etwa so:
    Wenn wir nett zu den Ajatollahs sind, ein bisschen mit ihnen knuddeln
    und ab und zu mit dem Finger “DuDuDu” machen, dann hören sie auf [] Irgendwie ging der Plan schief, was man in Washington übrigens lange vorher ahnte.

    Ja, der Ami war da klüger! Der hat nicht ?DuDuDu? gemacht, der hielt noch viel von ?Rumgequatsche?, bei dem fliegen erst die Fäuste und dann die Worte. Drum ist ja auch weltweit so beliebt. *hüstel*.

    Und wenn man schon mal so hitzig am schreiben ist, kann man auch mal ein paar vorsätzliche Lügen mit einbauen. Wer sagte doch gleich ?Man muß eine Lüge nur oft genug wiederholen, dann wird sie zur Wahrheit??

    Ansonsten wünscht sich der iranische Präsident die Auslöschung Israels.

    Da kann der Herr Malzahn wohl die Gedanken des iranischen Präsidenten lesen. Gesagt hat der dies nie und das wird der Herr Malzahn wissen.

    Warum sollte Achmadinedschad eigentlich nicht meinen, was er sagt? Aber wir Deutschen
    wissen nur, was wir glauben.

    Wir Deutschen, lieber Herr Mahlzahn, glauben zu wissen, was sie uns glauben machen wollen. Und sie wollen, dass wir zu wissen glauben, Herr Ahmadinedschad wolle Israel ?auslöschen?. Darum verbreiten sie diese Propagandalüge ja auch permanent und ihre Frage kann eigentlich nur heißen ?Warum glauben die Deutschen dem Herrn Mahlzahn nicht??

    [Auslöschung Israels] Das dauert noch ein bisschen. Um nicht aus der Übung zu kommen ließ das Regime vor ein paar Tagen 15 britische Soldaten kidnappen. Aber schuld
    sind immer die Amis, ist ja klar. Über die wissen wir schon lange Bescheid.

    Ein bisschen Antisemitismus ist immer gut, wenn man den Gegner fertig machen will. Da stellt der Herr Malzahn schon mal die Festnahme von britischen Soldaten in eine logische Kette mit der Auslöschung Israels und verbindet dies mit der unausgesprochenen Apagoge, die ?Amis? könnten ja nicht schuld sein.

    Das Ergebnis entspricht der deutschen Grundverlogenheit.

    Damit meint er übrigens nicht sich sondern das Umfrageergebnis.

    Wo der Malzahn schon mal so richtig in Fahrt ist, greift er sogar tief in die antideutsche Argumentationsklamottenkiste:

    Besonders schlimm: Die Amerikaner haben 1945 den Krieg gewonnen. [] Den V-Day in Europa werden einige Deutsche den Amerikanern nie verzeihen;

    ? sagte nicht Golda Meir, die Deutschen werden den Juden nie den Holocaust verzeihen? Oh Malzahn, wie kann man das Meir-Zitat so verwursten? ?

    []denn der Nationalsozialismus war ja bloß ein Betriebsunfall, der Ami aber an sich
    ist böse. Sieht man ja bei Präsident Bush, der, daran glauben auch manche unserer Leser täglich felsenfest, “schlimmer ist als Hitler”.

    Und daher ist jeder Bush-Kritiker ein verkappter Nazi ? so will es Malzahn ja wohl suggerieren.

    Antiamerikanismus ist prima bigott. Man kann sich abends die neuesten Folgen von “24″ reinziehen und am nächsten Morgen über Guantanamo klagen.

    Oh ja Herr Malzahn, genau so bigott wie die alltägliche Islamhetze ihres Blattes. Da kann man abends schon mal von einer ?Kapitulation des Westen vor den Islamisten? hetzen und prima gegen alle Muslime in Deutschland und sonst wo aufstacheln und am nächsten Morgen sich über die alltägliche Xenophobie in der brandenburgischen Pampa aufregen. Wir wissen ja, Hass ist nur böse, wenn er eine Glatze hat und Herr Broder hat noch volles Haupthaar.

    Vielleicht sollten die Amerikaner die Deutschen zur Abwechslung beim Wort nehmen. Höchste Zeit für eine neue Runde Re-Education. Die letzte hat nicht gereicht.

    Richtig Herr Mahlzahn, der Deutsche ist ein Nazi weil er die Amerikaner nicht mag und muss umerzogen werden. Ihr Blatt gibt sich ja bereits alle Mühe und ihre Forderung kann durchaus als Warnung verstanden werden.

    Wer noch der Hoffnung anhing, der SPIEGEL könnte sich seiner alten Tugenden besinnen und wieder ein ernstzunehmendes Organ in der deutschen Presselandschaft sein, muss diese wohl endgültig begraben. Zumindest so lange ein Herr Malzahn für dieses Blatt tätig ist.

    Rudolf Augstein wird wohl in seinem Grab rotieren, sein Traum, sein Werk ? verkommen.

    Und wer sich noch weiter über den Herrn Malzahn aufregen will, dem sei als Aufputschmittel der Artikel Mahlzahn hat Durchfall bei “Rainer sacht” empfohlen.

    Update: Die wunderschöne Alternativversion des Spiegelcovers stammt aus MaloXPs Artikel “Wenn Paranoia sich verdinglicht” auf Citronengras.
    Jens Berger

    42 Kommentare
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