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  • Künftiger Bundespräsident Steinmeier: Erfolgreich hochgeschrieben

    geschrieben am 15. November 2016 von Joerg Wellbrock (Tom W. Wolf)

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    Die Deutschen mögen ihn, den Frank-Walter Steinmeier. Und sollten sie das mal vergessen, gibt‘s Hilfe, zum Beispiel von der „Zeit“, die schreibt: „Der mögliche neue Bundespräsident ist bisher eher als Technokrat bekannt. Aber die Deutschen vertrauen ihm. Und wenn er will, wird er unbequem.“ Auf „tagesschau.de“ wird getitelt: „Steinmeier will unbequem bleiben.“ Wir lernen also: Kantig ist er, der künftige Bundespräsident. Aber trotzdem irre nett. Den Artikel weiterlesen »

    138 Kommentare

    Nerzfrauen decken auf: In China essen sie Tchibos

    geschrieben am 18. Dezember 2015 von Joerg Wellbrock (Tom W. Wolf)

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    Jetzt ist es amtlich! In China essen sie nicht nur Hunde, sondern auch Tchibos. Das hat das Internetnetzwerk „nerzfrauen.org“ aufgedeckt. Die aus Müttern, Großmüttern, Urgroßmüttern und toten Ururgroßmüttern bestehende Vereinigung verschwörungspraktischer Frauen klagt nun vor dem Verwaltungsgericht Castrop-Rauxel gegen das Land mit der komischen Sprache. Nerzfrau-Chefin Doro Weia sagte irgendwann irgendwie jemandem, der es hören wollte: „Wir konnten es kaum glauben, aber die Chinesen verspeisen jeden Tag bis zu 4 Tchibos. Wir sind zwar mit den Chinesen im Gespräch, der Dialog fällt aber schwer wegen Sprachbarrieren.“ Den Artikel weiterlesen »

    58 Kommentare

    Christian Wulff geht unter die Heuschrecken

    geschrieben am 24. Juni 2015 von Jens Berger

    In der alten Bundesrepublik gab es ein ehernes Gesetz – der Bundespräsident ist nicht nur höchster Repräsentant seines Landes, sondern sollte auch wegen seiner moralischen Integrität ein Vorbild für die Gesellschaft und die politische Klasse sein. Christian Wulff hat bereits in seiner Amtszeit mit dieser Tradition gebrochen – er ging als „Schnäppchenjäger“ in die Geschichte ein, der jede nur erdenkliche kostenlose Gratifikation von Gönnern annahm. Diese unwürdige und höchst peinliche Tradition setzt Wulff nun auch nach seiner Amtszeit fort – vor wenigen Tagen heuerte er als leitender Berater bei einem Schweizer Private-Equity-Unternehmen an, das sich darauf spezialisiert hat, Traumrenditen mit vermieteten Immobilien zu machen, indem es die Mieten der Bestandsmieter gnadenlos erhöht. Damit setzt Wulff neue Standards in Sachen Instinktlosigkeit. Der Bundespräsident a.D. ist sehr tief gefallen.

    Weiterlesen auf den NachDenkSeiten

    129 Kommentare

    Herr Bundespräsident, Sie verhalten sich nicht demokratisch!

    geschrieben am 03. November 2014 von Joerg Wellbrock (Tom W. Wolf)

    Von Jörg Wellbrock alias Tom W. Wolf
    GauckBild: zdf.de

    Kommentar

    Darf der das, der Gauck? Darf er mit seiner Meinung in die Phase der Regierungsbildung eingreifen, so wie er es getan hat, als er der Partei Die Linke durch die Gaucksche Blume absprach, eine demokratische Partei zu sein? Und hat er das überhaupt gemacht? Gauck äußert sich doch andauernd, warum sollte er es jetzt nicht dürfen?
    Ist doch nur seine Meinung, oder?

    Es gibt zwei Arten von Bundespräsidenten: den Mahner, der Denkanstöße gibt, der infrage stellt, der unterschiedliche Möglichkeiten politischer Perspektiven aufzeigt. Diese Art Bundespräsident mischt sich ein, ohne sich auf eine Meinung zurückzuziehen, er spricht aus, was viele denken und stößt so wichtige Debatten an.
    Das ist die eine Art Bundespräsident. Die andere: Gauck. Der mahnt nicht, er urteilt. Er stellt nicht infrage, sondern nimmt für sich die richtigen Antworten in Anspruch. Er entwickelt keine nuancierten Perspektiven, sondern will eine klare Richtung vorgeben.
    Jetzt hat er (mal wieder) den Bogen überspannt. Den Artikel weiterlesen »

    159 Kommentare

    Antje Vollmer: Europäischer Scherbenhaufen

    geschrieben am 07. Oktober 2014 von Joerg Wellbrock (Tom W. Wolf)

    Von Jörg Wellbrock alias Tom W. Wolf
    EU-ScherbenBild: Romy Engel/pixelio.de

    Als mir gegenüber die Bitte geäußert wurde, einen Text von Antje Vollmer zu vertonen, war nach der Lektüre ihres Artikels schnell klar, dass ich diese Vertonung sehr gern vornehmen würde. Den Artikel weiterlesen »

    183 Kommentare

    Joachim Gauck soll Verteidigungsminister, Außenminister und Bundespräsident werden

    geschrieben am 02. Mai 2014 von Joerg Wellbrock (Tom W. Wolf)

    Von Jörg Wellbrock alias Tom W. Wolf

    Foto: Wikipedia

    Satire

    Aus Kreisen in Berlin, deren Seriosität von anderen Kreisen bestätigt wurde, war zu erfahren, dass es Pläne gibt, Joachim Gauck zum Verteidigungsminister zu ernennen. Die Argumente sind ganz klar auf Gaucks Seite. Erstens fuhr schon sein Papa als Kapitän und Oberleutnant zur See. Zweitens ist Gauck Mitglied der Atlantik-Brücke, die dafür bekannt ist, verteidigungspolitische Themen differenziert und sachlich zu beurteilen. Anders als der bisherigen Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen wird Joachim Gauck durchaus zugetraut, selbst mal bei dem einen oder anderen Auslandseinsatz dabei zu sein. Mit seinem Leben solle er das aber laut Informationen aus ganz anderen Kreisen möglichst nicht bezahlen. Den Artikel weiterlesen »

    56 Kommentare

    Krieg, made in Germany – jetzt in noch mehr Ländern auf der Welt

    geschrieben am 03. Februar 2014 von Joerg Wellbrock (Tom W. Wolf)

    Von Jörg Wellbrock alias Tom W. Wolf

    Kommentar

    Die neue Bundesregierung nimmt Fahrt auf. Ihr Ziel: das Ausland. Im Gepäck: Soldaten und Waffen. Das nennt man dann Verantwortung übernehmen. Gauck, von der Leyen, Steinmeier & Co. reden sich und uns kriegerische Einsätze mit humanitären Motiven schön. Tatsächlich aber strebt Deutschland mehr Macht an. Dafür taugte Krieg immer schon am besten.

    Die Deutschen wollen in der Mehrzahl keine weiteren Auslandseinsätze der Bundeswehr. Das ergab eine von der Deutschen Presseagentur (dpa) in Auftrag gegebene Umfrage. Ob die nun repräsentativ ist, sei dahin gestellt. Und ist letztlich sowieso egal, denn die Bundesregierung hat ihren Weg längst eingeschlagen.

    Joachim Gauck – der erste Bundespräsident, der irgendwie mit im Boot der Regierungsmannschaft sitzt – streift von Rednerpult zu Rednerpult auf der Suche nach „seinem“ Thema. Das aktuelle lautet Krieg. Wobei Gauck das anders nennt, er spricht von „einer Verantwortung, die wir noch nicht eingeübt haben.“
    Das klingt so knuffig wie man das von Gauck kennt und mutet an wie der elterliche Hinweis an den Nachwuchs, das Zubinden der Schuhe zu perfektionieren.
    Dann wollen wir mal loslegen mit dem Einüben der Verantwortung für den Rest der Welt. Ob er – den Rest – das will oder nicht, spielt keine Rolle. Genauso wenig wie die Sicht der deutschen Bevölkerung, die lieber erst mal lernen soll, mit dem glücklich zu sein, was sie (nicht) hat.
    Die NS-Vergangenheit lässt der Bundespräsident als Gegenargument auch nicht gelten. Klar, nach dem Zweiten Weltkrieg habe sich Deutschland mit militärischer Präsenz erst einmal zurückgehalten. Und es mag Stimmen geben, die auch heute noch davon überzeugt sind, dass das so bleiben soll. Aber der Bundespräsident sieht das anders: „Das überzeugt mich nicht“, sagte er ausgerechnet auf der Münchner Sicherheitskonferenz, wohin es ihn verschlagen hatte.
    Also, ran an den Feind! Den Artikel weiterlesen »

    226 Kommentare

    Der Gauckleiter als Fan – anlässlich der „Sicherheits“konferenz in München:

    geschrieben am 01. Februar 2014 von Jens Berger

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    (c) Paul Sachse

    Dank an Harry Assenmacher

    206 Kommentare

    Gaucks Insel des Glücks

    geschrieben am 17. Januar 2014 von Joerg Wellbrock (Tom W. Wolf)

    Von Jörg Wellbrock alias Tom W. Wolf

    Rubrik: Satire

    Gaucks Insel

    Hat Gauck das wirklich so gesagt? Nein, da ist nur meine Fantasie mit mir durchgegangen.

    70 Kommentare

    Können wir bitte Joachim Gauck verkaufen?

    geschrieben am 16. Januar 2014 von Joerg Wellbrock (Tom W. Wolf)

    Von Jörg Wellbrock alias Tom W. Wolf

    Kommentar

    Joachim Gauck hat „Haltung“ gezeigt. Allerdings eine, die ihn ziemlich gebückt wirken lässt. Auf einer Festveranstaltung sprach Gauck über den Neoliberalismus, den er wirklich prima findet. Zur Tagespolitik soll sich ein Bundespräsident ja nicht äußern, also demonstrierte er seine ganz persönliche Meinung. Das wird man ja wohl noch dürfen, oder?

    Es war so schön die letzten Wochen. Von Joachim Gauck war nichts zu hören, nichts zu lesen, man hätte fast meinen können, der Mann sei untergetaucht. Wenn er es war, dann ist er nun zum Luftholen wieder an die Oberfläche gekommen. Und dabei fiel ihm offenbar ein, dass ein kleines Statement ja auch nicht schaden könnte. Schadete dann aber doch.

    Auf einer Festveranstaltung des Walter-Eucken-Instituts in Freiburg nahm Gauck erst Anlauf und dann Fahrt auf. Er verstehe gar nicht, warum der Begriff „Neoliberalismus“ so negativ besetzt sei. Der arme Mann fand das „merkwürdig“ und ist dafür, künftig „mehr intellektuelle Redlichkeit“ zu zeigen.
    Ah so? Es wird nicht sofort klar, was Gauck damit meinen könnte, aber er wurde deutlicher. So alles in allem ging es ihm wohl um Gerechtigkeit. Und um die ist es bestens bestellt, zumindest solange alles so bleibt wie es ist. Gauck sprach: „Ungerechtigkeit gedeiht nämlich gerade dort, wo Wettbewerb eingeschränkt wird.“ Das ist interessant. Und noch nicht alles. Der Bundespräsident legte nach und prangerte eine staatliche Regulierung an, die den Wettbewerb behindern würde. Mit Tagespolitik hatte das natürlich nichts zu tun, nur mit dieser ominösen „Haltung“, von der Gauck sprach. Den Artikel weiterlesen »

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    Nach dem Fall Limburg: Tausende Häuslebauer treten Kirche bei

    geschrieben am 23. Oktober 2013 von Joerg Wellbrock (Tom W. Wolf)

    Rubrik: Satire

    Von Jörg Wellbrock alias Tom W. Wolf

    Nachdem der Papst den Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst zwar reichlich ausgeschimpft, aber nicht vom Hof gejagt hat, denken viele junge deutsche Familien darüber nach, in die Kirche einzutreten. Die Konditionen der Immobilienfinanzierung sind schließlich unschlagbar.

    Insgesamt 12.465 Familien haben die Beitrittserklärung für die katholische Kirche bisher ausgefüllt, nachdem bekannt geworden war, dass der Papst Tebartz-van Elst nach einem kleinen Urluab weiter seinen Job machen lässt. Eine davon ist Familie Ruderbeck. Andreas Ruderbeck, Vater zweier kleiner Kinder, sagte dazu: „Wir sind in die Kirche eingetreten. Als nächstes werde ich mir einen Job als Bischof suchen. Dann geht es ans Bauen. Uns schwebt irgendwas mit 12 Zimmern vor, vielleicht aber auch mehr.“

    Auch Bernd Lugnitz ist begeistert von der Entscheidung des Papstes. Trotz historisch niedriger Zinsen auf dem Immobilienmarkt setzt Lugnitz, Vater einer dreijährigen Tochter, auf die Kirche: „Unser Finanzberater hatte uns eine Finanzierung ohne Eigenkapital mit nur 1,2 Prozent vorgeschlagen. Wenn ich als Bischof arbeite und dann unser Haus baue, komme ich auf 0,0 Prozent Zinsen und mache noch reichlich Gewinn bei der Sache. Ich wär‘ ja blöd, wenn ich das Angebot nicht annehmen würde.“

    Doch es gibt auch skeptische Stimmen. Manfred Bolle, Vater eines einjährigen Sohnes, fürchtet schlechte Presse: „Wenn wir erst einmal bei 20 oder 30 Millionen Baukosten angekommen sind, könnte es zu Neid und Missgunst durch Ungläubige kommen. Das wird sicher kein Zuckerschlecken.“
    Bolle geht das Risiko aber dennoch ein: „Ich war immer schon ein gläubiger Mensch. Jetzt glaube ich fest daran, dass unser neues, bescheidenes Heim mit 14 Zimmern, 4 Bädern, zwei Küchen und einem kleinen Golfanwesen uns auch glücklich machen wird. In den Urlaub fliegen wir übrigens trotzdem weiterhin zweiter Klasse.“
    Man sieht, Bolle bleibt bescheiden.
    Und die Kirche hat sich einmal mehr als strahlendes Vorbild erwiesen!

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    Wahlplakate: Jetzt mit Merkel und Sauer beim Kuscheln

    geschrieben am 08. August 2013 von Joerg Wellbrock (Tom W. Wolf)

    Rubrik: Satire

    Von Jörg Wellbrock alias Tom W. Wolf

    Die aktuellen Wahlplakate der CDU jagen dem politischen Gegner den Angstschweiß auf die Stirn. Völlig zu Recht, denn mit komplexen Aussagen wie „Sichere Arbeit“, „Starke Wirtschaft“ oder „Solide Finanzen“ demonstriert die Union nicht nur Kompetenz, sondern auch, dass Zwei-Wort-Sätze ein volkswirtschaftliches Studium problemlos ersetzen können. Doch der CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe, der die Plakate kürzlich vorstellte, ist ein Menschenkenner. Er weiß daher, dass die Wähler neben den Zusammenhängen deutscher, europäischer und weltpolitischer Aspekte im Kontext von sozialpolitischen, soziologischen und philosophischen Fragen zuweilen auch etwas leichte Unterhaltung wünschen. Gern zitiert Gröhe in diesen Tagen sein großes Vorbild Karl Marx, von dem die folgenden Worte stammen: „Neue Menschen brauchen wir!“
    Lachend fügt er dann hinzu: „Für die Kanzlerin gilt das natürlich nicht.“

    Die ersten Reaktionen auf die neuen Wahlplakate, die überglückliche Menschen zeigen, können sich sehen lassen. Nicht nur auf Papier und mit reichlich Kleister im Gesicht werden in den nächsten Wochen fröhliche Menschen beweisen, dass hier bei uns alles so richtig prima ist und wir deswegen ständig lachen müssen. Auch auf Deutschlands Straßen sieht man bereits unzählige Menschen, die sich immerzu freuen. Eine nach dem Grund für ihre Heiterkeit befragte Passantin sagte einem Reporter: „Durch die Wahlplakate der CDU habe ich die politischen Zusammenhänge viel besser verstehen gelernt. Alles ist plötzlich so irre einfach. Ich finde das dufte und lache sowieso gern. Jetzt, durch die CDU, noch mehr als vorher.“ Kurz danach musste die Frau nach einem Taschentuch suchen, um die Freudentränen wegzuwischen.
    Eine tolle Sache!

    Am Rande der Vorstellung der neuen CDU-Wahlplakate rückte Hermann Gröhe mit einer weiteren Neuigkeit heraus. Derzeit sind Plakate in Vorbereitung, die Angela Merkel mit ihrem Ehekumpel Joachim Sauer beim Kuscheln zeigen werden. Auf dem Sofa, am Küchentisch, auf der Kante der Badewanne. Zusätzlich zu den brisanten Texten in einigen Broschüren („Ich mag meine Arbeit“ oder „Kinder sind die Zukunft unseres Landes“) soll es im nächsten Schritt richtig ernst werden. Gröhe ließ sich zwar zweimal bitten, sagte aber dann etwas zu den geplanten Sprechblasen, die neben dem Kuschelpaar schweben sollen.
    Am Küchentisch, Wange an Wange, wird Merkel sagen: „Mit Dir wasche ich am liebsten ab!“
    Und auf dem Rand der Badewanne, ihre Hand auf seinem Knie, wird sie sich so äußern: „Wenn wir jetzt nicht aufpassen, fallen wir in die Wanne.“
    Es ist schön, dass wir eine Kanzlerin haben, die auch ihre menschlichen Seiten zeigen kann. Und dass das politische Wahlplakat endlich wieder zurückgekehrt ist.

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    Innenminister beschließt Abschaffung von Computern

    geschrieben am 17. Juli 2013 von Joerg Wellbrock (Tom W. Wolf)

    Rubrik: Satire

    Von Jörg Wellbrock alias Tom W. Wolf

    Die Gespräche des deutschen Innenministers Hans-Peter Friedrich in den USA waren geprägt durch Vertrauen, Ehrlichkeit und offene Daten, die die Gesprächspartner zuvor großzügig auf dem Konferenztisch ausgebreitet hatten. Der Innenminister versteht daher die Aufregung der Deutschen nicht und ist der Meinung, jeder solle sich um seinen eigenen Kram kümmern. Geheimdienste könnten nichts dafür, dass Spähprogramme entwickelt wurden, im Gegenteil, sie seien Opfer dieser Technologie. Friedrich nahm die deutsche Bevölkerung in die Pflicht.

    Wieder zurück in Deutschland, traf sich der Innenminister mit seinem engsten politischen Kreis zu offenen Gesprächen. Erneut lagen alle Daten auf dem Tisch.
    Kurz darauf platzte die Bombe. Friedrich ließ über einen Pressesprecher mitteilen, dass er alle Deutschen verpflichte, ihre Computer zu entsorgen, weil sie zu blöd sind, sich gegen fremde Eingriffe zu schützen. Es gebe Firmen, die dafür sorgten, dass alle Daten wirklich unbrauchbar wären. Er nannte zwei amerikanische Unternehmen, die sich auf Datenschutz spezialisiert haben. Wer sich weigere, seinen Computer abzuschaffen, laufe Gefahr, nicht nur bespitzelt, sondern angeklagt zu werden – wegen unerlaubten Besitzes persönlicher Daten.

    Friedrich geht noch weiter. Er will ab sofort den Besitz von Telefonen, Laptops, Handys und Tablets unter Strafe stellen. Ganz ohne die technischen Errungenschaften des Neulands soll es aber nicht gehen. Laut Friedrich wird ab 1. August jeder Bürger mit einem Taschenrechner ausgestattet, auf dem sich sämtliche persönliche Daten speichern lassen. Wer im Zuge der Aufräumaktion seinen alten Daten nicht mehr hat oder kennt, kann sich an das Innenministerium wenden. Man werde „sehen, was sich machen lässt.“

    16 Kommentare

    Der pure Verrat des Joachim Gauck

    geschrieben am 03. Juli 2013 von Joerg Wellbrock (Tom W. Wolf)

    Von Jörg Wellbrock alias Tom W. Wolf

    Ein Kommentar

    So so, für „puren Verrat“ hat unser Bundespräsident also nichts übrig. Im ZDF-Interview wollte er erst einmal wissen, welche Rechtsbrüche Edward Snowden eigentlich aufgedeckt haben soll. Gäbe es die tatsächlich, könne er ein gewisses „Verständnis für solche einzelnen Personen“ aufbringen. Klingt schon merkwürdig, was der sonst so auf warme Worte bedachte Gauck da sagte. Weniger merkwürdig ist seine Überleitung zur Bundeswehr, die irgendwie ja immer kommt. Für Soldaten gelte, dass sie schon mal widerstehen dürfen, wenn ein Menschenrecht gebrochen wird. Aber nur ein bisschen, denn sie haben schließlich via Unterschrift bestätigt, dass sie die „Überschreitung von Verpflichtung“ besser lassen. Genauso wie Snowden. Der wird nicht nur weltweit gejagt, sondern von den Mainstream-Medien ganz im Sinne der USA zum bösesten Menschen der Welt erklärt. Und Gauck macht fleißig mit. Bei näherem Hinsehen zeigt sich, wie schizophren und ohne jede Grundlage Gaucks Vorverurteilung geschieht. Er weiß offenbar nicht genau, was für Rechtsbrüche Snowden entdeckt hat. Dennoch legt er sich mit seinem Verratsurteil fest. Schlüssig ist das nicht.

    Mit dem Ausspähen von Menschen sollte Pfarrer Gauck eigentlich so seine Probleme haben, im Rahmen seiner Tätigkeit zur Auswertung der DDR-Akten hatten er damit ja reichlich zu tun. Aber das ist offenbar Schnee von gestern und statt sich mit der Frage auseinanderzusetzen, was genau Snowden aufgedeckt hat (auch wenn es sich nicht um ein sozialistisches System handelt) und welche unfassbaren Vorgänge dahinter stehen, bezichtigt er den Mann des Verrats. Mehr noch, er findet es gut, die „Gefahrenabwehr zu organisieren“ und wünscht sich eine Abwehr, die „verhältnismäßig“ ist. Das ist in einem Maß verlogen und manipulativ, dass sich das Frühstück einen Weg nach oben bahnen möchte, denn von Verhältnismäßigkeit kann im Zusammenhang mit den aktuellen Vorgängen nun wirklich keine Rede sein.

    Der eigentliche Verräter ist Joachim Gauck selbst, der den Whistleblower Edward Snowden verurteilt hat, ohne gesicherte oder auch nur ausreichende Informationen über das zu haben, worüber die Welt spricht. „Puren Verrat“ zu unterstellen, ist nicht nur oberflächlich, sondern menschenverachtend. So klar die Worte Gaucks in Richtung Snowden sind, so – wie üblich – schwammig sind sie hinsichtlich des eigentlichen Abhörskandals, um den es geht.
    Am Tag nach dem ZDF-Interview reagierte Gauck durch eine nachgeschobene Pressemitteilung auf die neuen Erkenntnisse darüber, dass auch deutsche Daten ausgespäht wurden und werden. Durch eine Sprecherin ließ es mitteilen: „Der Bundespräsident hält eine rasche Aufklärung für unverzichtbar.“
    In diesem leeren Satz zeigt sich, wie Gauck tickt: Nach oben buckeln, nach unten treten!

    93 Kommentare

    NSU-Opfer: Gauck trauert 70 Mal gleichzeitig

    geschrieben am 19. Februar 2013 von Jens Berger

    Gastbeitrag von Jörg Wellbrock

    Ein intimes Treffen sollte es werden, als Bundespräsident Joachim Gauck die Hinterbliebenen der NSU-Morde in seine heiligen Hallen einlud. Doch es kamen nicht alle Gäste, denn statt Betroffenheit wünschen sich einige der Angehörigen lieber Taten. Genau die blieben bisher weitgehend aus oder führten in die falsche Richtung.

    Aysen Tasköprü, die Schwester des durch den NSU ermordeten Süleyman Tasköprü, mochte nicht ins Schloss Bellevue reisen. Sie sah den Sinn darin nicht, und es fällt tatsächlich schwer, diesen zu erkennen. Insgesamt 70 Angehörige wollte der Bundespräsident empfangen, eine Menge betroffener Trauerarbeit gleichzeitig, die sich der ehrgeizige Gauck vorgenommen hatte. Doch Betroffenheit wollte Aysen Tasköprü nicht, sie erwartet Taten und sah sich durch die Einladung Gaucks hauptsächlich der Gefahr ausgesetzt, instrumentalisiert zu werden. Wenn man liest, was Gauck den Opfern so sagte, erhärtet sich dieser Verdacht.

    Gauck will neues Vertrauen

    Es tat ihm leid, dem Bundespräsidenten, und man glaubt ihm das auf eine Art sogar, wenn man sich Mühe gibt. Dennoch: Gaucks Wunsch, die Angehörigen mögen wieder Vertrauen fassen, ist nicht mehr als eine öffentlichkeitswirksame Seifenblase. Spätestens wenn Politiker auf die persönliche Ebene abdriften, wird es schwer mit der Glaubwürdigkeit. So sagte Gauck: „Ich will mithelfen, dass Ihr Leid weiter wahrgenommen und anerkannt wird. Und dass aufgeklärt wird, wo es Fehler und Versäumnisse gegeben hat, dass darüber gesprochen und wenn nötig auch gestritten wird, was wir daraus lernen müssen.“

    Es würde Monate, eher Jahre brauchen, die Gauck sich täglich mit dem NSU und den Versäumnissen beschäftigen müsste, um seine Aussage glaubwürdig zu machen. Doch noch eklatanter blumig bis schwammig klingt es, wenn Gauck sagt, es müsse darüber gesprochen und notfalls sogar gestritten werden, um Versäumnisse und Fehler aufzudecken. Wenn das bisher noch nicht geschehen ist, dürfte der Besuch der Hinterbliebenen im Schloss des Bundespräsidenten daran wohl auch nicht viel ändern.

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    48 Kommentare

    Gauck und wie er die Welt sieht

    geschrieben am 03. August 2012 von Jens Berger

    Das Sommerinterview des Bundespräsidenten ist nicht nur ein Lob für Merkel. Es macht auch Gaucks konservatives Gesellschaftsbild erkennbar.

    ein Gastartikel von Michael Lohmann

    Nach seinem Sommerinterview im ZDF feierte Spiegel Online den Bundespräsidenten Joachim Gauck als unbequemen Mahner, weil Gauck die Kanzlerin aufgefordert habe, sie möge ihre Politik besser erklären. Wie die „Nachdenkseiten“ bereits gezeigt haben, war diese Aussage Gaucks eher ein Lob für Angela Merkel. Denn außer mangelnder Kommunikation hatte er der Regierung nichts weiter vorzuwerfen. Also hatte sich der Präsident eher als Wahlkampfhelfer der Kanzlerin erwiesen. Das Interview zeigt aber noch mehr. Es offenbart Joachim Gauck als einen Anhänger einer überkommenen Gesellschaftstheorie, nach der die unmündige Bevölkerung von einer durch Wissen und Kompetenz überlegenen Elite regiert wird. Deutlich wird das an folgender Passage aus dem Sommerinterview:

    „Das betrifft generell die Politik. Wir haben so komplizierte Sachverhalte, dass es manchmal natürlich sehr mühsam ist, den Menschen zu erklären, worum genau es hier geht. Viele machen es sich sehr einfach und sprechen davon, das Geld wird den Banken in den Rachen geschmissen. Das klingt dann sehr bösartig. Tatsächlich ist das Geld, was bei den Banken landet, nicht einfach rausgeschmissen. Tatsächlich wäre, wenn man bestimmte Banken nicht stützen würde, der Verlust für die Allgemeinheit noch viel größer. Also, da muss man immer zwei- oder drei- oder viermal hinschauen. Das ist manchmal der Politik zu mühsam. Und wenn man sich dann durchgerungen hat – schauen Sie, jetzt diese mühseligen Prozesse, auch die Opposition zu gewinnen -, dann fehlt manchmal die Energie und die Entschlossenheit, der Bevölkerung sehr offen zu sagen, was geschieht eigentlich im Moment.“

    Erklären ist eine Handlung, die eingebettet in eine Beziehung ist. Eine Person erklärt einer anderen etwas. Der Erklärende verfügt über ein Wissen, dass der Adressat der Erklärung nicht besitzt, aber braucht. Wenn der Bundespräsident Angela Merkel zu besseren Erklärungen auffordert, spricht er auch über diese Beziehung.
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    112 Kommentare

    Wenn sie uns vorsterben wollten…

    geschrieben am 18. Juni 2012 von Jens Berger

    Zur Gauck-Rede an der Hamburger Bundeswehrakademie

    ein Gastartikel von Holdger Platta

    „Ich kenne die Weise, ich kenne den Text,
    Ich kenn auch die Herren Verfasser;
    Ich weiß, sie tranken heimlich Wein
    Und predigten öffentlich Wasser.“
    (Heinrich Heine „Deutschland ein Wintermärchen“)

    Ist Herr Gauck noch recht bei Troste? Oder ist das alles kalkuliert?

    Herr Gauck hat in Hamburg an der Bundeswehrakademie den Satz von sich gegeben: „Daß es wieder deutsche Gefallene gibt, ist für unsere glückssüchtige Gesellschaft schwer zu ertragen.“ Und anschließend warf er uns auch dieses noch vor: „Hedonismus“, also das „Verlangen nach Sinneslust“ (so die DUDEN-Definition).

    In der Tat: human gebliebene Menschen ertragen das Unglück anderer Mitmenschen schwer, und staatlich verordneten Tod (dem die Tötung anderer Menschen womöglich vorausging) noch weniger. Diese Ablehnung von Unglück und Tod stellt die Reaktion empathiefähiger Mitmenschen dar, die Reaktion beziehungsfähiger Menschen, die Reaktion von Menschen, denen das Weiterleben anderer Menschen noch etwas bedeutet, denen Frieden etwas bedeutet und Mitmenschlichkeit. Aber man faßt es nicht: diese Menschen finden sich bei Gauck als „glückssüchtige“ Menschen etikettiert. Noch einmal gefragt: ist dieser Herr noch bei Sinnen? Oder verfolgt er bereits sehr genau berechnete Zwecke? Doch der Reihe nach:

    Erstens: Wer die Glückssuche und das Glücksbedürfnis von Menschen – oder einer ganzen Gesellschaft – als „Sucht“ qualifiziert, pathologisiert diese Suche und dieses Bedürfnis. Der Begriff der „Sucht“ stellt diese Strebungen des Menschen nach Glück auf eine Stufe mit Abhängigkeiten von Alkohol und Heroin, er macht aus diesen Strebungen einen Krankheitsfall für die Psychiatrie.

    Zweitens: Wer diese Glückssuche und dieses Glücksbedürfnis dabei ausgerechnet solchen Menschen als Krankheitssymptome zuschreibt, die den Tod anderer Menschen nicht wollen, pathologisiert damit auch gleich die Friedenssehnsucht der Menschen! Kurz: auch Pazifismus ist, dem Bundespräsidenten zufolge, ein Erkrankungszustand, auch Pazifismus ist so etwas ähnliches wie Alkohol- oder Heroinsucht.

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    191 Kommentare

    „Aus dem Zusammenhang gerissen“: ein gerissenes Argument

    geschrieben am 05. März 2012 von Gastautor

    ein Gastartikel von Holdger Platta

    Wie man die Kritik an den Aussagen des Herrn Gauck wegzuargumentieren versucht und warum dieser Versuch den Gauck-Verteidigern permanent auf die eigenen Füße fällt.

    Wie oft haben wir Kritiker des Herrn Gauck in den letzten Tagen zu hören bekommen, wir „rissen“ dessen Aussagen „aus dem Zusammenhang“. Gauck meine das genaue Gegenteil von dem, was wir ihm „unterstellten“, und in Wahrheit treibe uns doch nur eine einzige Absicht an: nachträglich den ostdeutschen Kommunismus wiederhochleben zu lassen, und Gauck sei bei diesen unseren Versuchen lediglich ein mächtiger – nicht zuletzt wortmächtiger – Kontrahent. Wer gegen Gauck sei, der sei für die DDR. Und wer gegen die DDR sei, der sei für Herrn Gauck. Entweder – Oder! Achja, wenn die Welt so einfach zweifach wäre…

    Erstens: ob Friedrich Schorlemmer oder Ingo Schulze, ob Jutta Ditfurth oder Daniela Dahn – keine und keiner von uns „will die alte DDR zurück“. Und viele von uns – die soeben genannten: alle! – können belegen, daß sie sich vielfach gegen die alte DDR positioniert haben (was mich betrifft, so lese man im Internet meine „Sieben Thesen zur Stille im Land“ nach, dort vor allem den siebenten Abschnitt!). Wir alle können leicht das Gegenteil beweisen und haben deswegen auch „leicht“ reden. Was jedoch die Frage aufwirft, zweitens:

    Gilt das auch für diejenigen, denen der Gegenbeweis nicht zur Verfügung steht? – Der fatale Effekt dieser Art von „Argumentation“ – wir alle wollten insgeheim die DDR zurück – besteht darin, daß man mit dieser Unterstellung den Gauck-Kritikern deren Anfechtbarkeit ins Menscheninnere verlegt und diese Unterstellung damit unwiderlegbar macht. Nicht der Angreifer muß seine Verleumdung belegen. Nein, wir müssen widerlegen, daß diese Verleumdung nicht stimmt. Aber wie macht man das: die Wahrheit des eigenen Inneren belegen, nachweisbar, überprüfbar? Und deckt sich das mit den Grundregeln unseres Rechtsstaats? Mit der „Unschuldsvermutung“? Haben wir es hier mit klaren Beweisen unserer Kritiker zu tun und mit sauberer Argumentation?

    Nichts von alledem: bei öffentlichen Debatten im Rechtsstaat Bundesrepublik herrschen andere Gesetze als im anständigen Leben. Im Bereich der Politik, da zieht noch jede argument- und beweisfreie Denunziation, da dürfen vor allem die machtgetreuen Verdächtiger Platz nehmen bei Illner, Plasberg sowie Will und ihren Unfug von sich geben. Nochmal: ein Schorlemmer oder eine Dahn, ein Schulz oder eine Ditfurth, die hätten bei einer derartigen Talkshow nichts zu befürchten. Aber was wäre mit jenen, die sich zum Thema DDR nicht geäußert haben, unter anderem deshalb, weil sie bislang niemand gefragt hat? Die wären bei diesen Fernsehdisputen mit „Staatsanwälten“ konfrontiert, die gleichzeitig auf „Scharfrichter“ machen. Und ein „Verteidiger“ wäre weit und breit nicht in Sicht. Was auch für die sogenannten „ModeratorInnen“ gilt.

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    133 Kommentare

    Ehre, wem Ehre gebührt

    geschrieben am 01. März 2012 von Jens Berger

    Deutschland ist diese Woche ein wenig englischer geworden. Auf der Insel kennt man das Problem mit der fürstlichen Apanage mal mehr, meist jedoch weniger honoriger Mitglieder des Königshauses nur allzu gut. Dank Christian Wulff hat nun auch Deutschland ein Problem mit der standesgemäßen Honorierung eines nicht honorigen Mannes. Mit rechten Dingen geht es dabei nicht zu, verstößt der Ehrensold für den ehemaligen Bundespräsidenten doch gegen Wortlaut und Sinn des Gesetzes. Mehr noch – die Anerkennung des Ehrensolds ist ein Schlag ins Gesicht der normalen Bürger und ein Schritt zurück in feudale Zeiten.

    Um das Gesetz über die Ruhebezüge des Bundespräsidenten zu verstehen, muss man einen Blick auf die Nachkriegszeit werfen – nicht in die Zeit nach dem Zweiten, sondern in die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg. Das heutige Gesetz fußt nahezu wörtlich auf den 1922 verabschiedete Gesetz über das Ruhegehalt des Reichspräsidenten, in dem auch der „Ehrensold“ zum ersten Mal für nicht-militärische Staatsdiener eingeführt wurde. Nun muss man wissen, dass der erste Reichspräsident der Weimarer Republik, Friedrich Ebert, ein – vorsichtig ausgedrückt – lockeres Verhältnis zu seiner Besoldung hatte. Eberts Besoldung als Reichspräsident entsprach mit 150.000 Reichsmark rund dem 150fachen Lohn eines damaligen Fabrikarbeiters und war von Beginn an für die Bevölkerung ein Reizthema. Der gelernte Sattler-Geselle wollte – auch finanziell – auf gleicher Augenhöhe mit seinen großbürgerlichen politischen Konkurrenten verhandeln und dies auch durch eine lebenslange großbürgerliche Besoldung unterstreichen. Die „Lex Ebert“ wurde 1953 in einer geringfügig abgeänderten Version von der jungen Bundesrepublik übernommen. Erst heute, also fast 90 Jahre nach der Verabschiedung im Reichstag, wird dieses Gesetz wieder zu einem politischen Zankapfel.

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    183 Kommentare

    Kampf um die Deutungshoheit der Gauck-Zitate

    geschrieben am 24. Februar 2012 von Jens Berger

    Zumindest in einem Punkt weist der Pastor Joachim Gauck bereits jetzt eine erstaunliche Parallele zu den Evangelisten auf – um die Exegese seiner Worte ist ein heißer Streit entbrannt. Nachdem Patrick Breitenbach am Montag die Metaebene betrat und sich eifrig ins Zeug legte, Gaucks Zitate in den rechten Kontext zu rücken, griff auch SPIEGEL-Online-Kolumnist Sascha Lobo die Kritik an der Kritik Gaucks am Dienstag auf. Die beiden Artikel hinterließen zwar einen virtuellen Scherbenhaufen, schrammten jedoch mit Bravour am vorgegebenen Ziel vorbei. Die umstrittenen Zitate des designierten Bundespräsidenten sind auch im jeweiligen Kontext zu kritisieren.

    Was will uns eigentlich der bloggende Medienunternehmer Patrick Breitenbach mit seinem stellenweise pompös anmutenden Artikel zur „Filterbubble“ bei den Gauck-Zitaten sagen? Subtrahiert man die – oft gestelzt wirkende – medientheoretische Rahmenbetrachtung und die unverhohlene Bewunderung für den Kandidaten Gauck, erhält man die Kernaussage, dass Joachim Gauck ein Rhetoriker der alten Schule sei, der klare Aussagen meide. Stattdessen trage er in seinen Reden, Interviews und Aufsätzen Abwägungen vor, mit denen er sich dialektisch zu seiner intellektuellen Synthese vorarbeite. In seinem – nicht weniger pompös anmutenden – Folgebeitrag übersetzt Breitenbach dies mit der griffigeren Vokabel „verschwurbelt“. Die vor allem im Netz kolportierten Zitate seien demnach nur Abwägungen, die keinesfalls Gaucks Meinung widergäben, die sich nur im gesamten Kontext erschließen ließe. Ist Gauck also ein modernes Orakel von Delphi? Nein, denn Breitenbachs Metaanalyse ist selbst „verschwurbelt“ und scheitert am eigenen Anspruch.

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