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  • Private Krankenversicherung: System der Selbstzerstörung

    geschrieben am 04. März 2016 von Joerg Wellbrock (Tom W. Wolf)

    pkvDie private Krankenversicherung erhöht mal wieder ihre Beiträge. Die Versicherten haben kaum Chancen, dieser Kostenfalle zu entkommen, denn der Wechsel wieder zurück ins gesetzliche System ist bewusst steinig gestaltet. Wer sich aus der Solidargemeinschaft der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) verabschiedet hat, soll nicht einfach wieder zurück dürfen. Für viele Privatversicherte bedeutet das den Weg in die finanzielle Katastrophe.

    In seinem Gastkommentar vom 3. März beschreibt Gunther Hirschbiegel, dass die privaten Krankenversicherungen (PKV) nicht nur ihre Beiträge um schmerzhafte 130,- Euro bzw. knapp 8 Prozent erhöhen wollen. Er zeigt auch auf, dass aufgrund der Beitragsentwicklung die Versicherten der PKV im Alter auf eine Notfallversorgung zusteuern, die kaum noch Behandlungen zulässt. Die Leistungen des Basistarifs oder gar des Notfalltarifs beschränken sich auf plumpe Symptombekämpfung in Form von bunten Pillen. Was das für die künftige Gesundheitsversorgung bedeutet, kann man sich an fünf Fingern abzählen. Doch die Entwicklung in der PKV hat nicht nur mit der miesen Lage am Finanzmarkt zu tun. Die Versicherer arbeiten mit einem System, das überhaupt nicht funktionieren kann.
    Ich habe einige Jahre in der Branche gearbeitet, zunächst für die DKV, später für einen Makler.

    Leben am Hörer

    Der Arbeitsalltag eines Versicherungsverkäufers (nicht Beraters!) läuft auf das Telefon hinaus. Inzwischen sicher auch auf das Beschaffen von Leads, also Daten von potenziellen Kunden aus dem Netz, die sich hier oder da angemeldet und Interesse an einer PKV signalisiert haben. Zu meiner Zeit gab es so etwas kaum, und wenn, dann waren die angebotenen Datensätze extrem teuer. Das hat sich nur gerechnet, wenn aus einem Termin ein Abschluss wurde. Oder, anders ausgedrückt: wenn die Abschlüsse in einem rentablen Verhältnis zu den eingekauften Leads standen. Das ist für den Verkäufer alles andere als risikolos, also nahm das Telefon die favorisierte Rolle bei der Kundensuche ein. Den Artikel weiterlesen »

    145 Kommentare

    Private Krankenversicherung – too sick to fail

    geschrieben am 03. März 2016 von Gastautor

    ein Gastkommentar von Gunther Hirschbiegel

    Die „Deutsche Krankenversicherung“ DKV erhöht die Beiträge für Versicherte im Schnitt um beinahe 8% oder knapp 130,- € im Monat. Das ganze wäre noch drastischer ausgefallen, wenn nicht noch fast eine halbe Milliarde aus den Ersparnissen der Versicherten (vulgo: ‚Rücklagen’) zugebuttert worden wäre. Wer jetzt glaubt, der DKV (und anderen privaten Krankenversicherern die ebenfalls die Prämien erhöhen) laufen die Kunden davon, der irrt. Wo sollten sie auch hin? Der Weg zurück in die Solidargemeinschaft der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) ist bewußt steinig und schwierig gehalten. Wer seine Beiträge nicht zahlen kann, z.B. wegen Altersarmut oder Arbeitslosigkeit, muss erstmal in den immer noch teuren Basistarif und wenn alle Stricke reißen in den sog. Notfalltarif, den es seit 2013 gibt für ‚säumige Zahler’ wie das so schön formuliert wird. Das ist dann quasi US-Medizin für deutschen White-Trash.

    Beruflich und sozial abgestürzte Mittelklasse wird dann mit Schmerzmittel versorgt – Behandlung gibt es praktisch nicht mehr. Trotzdem fruchten die Kostensenkungsprogramme der PKV nicht. Die Beiträge beinahe aller Anbieter steigen seit Jahren. Eigentlich offensichtlich ein nicht rentables Geschäftsmodell in das aber noch immer „Neuversicherte“ mit niedrigen Anfix-Tarifen gelockt werden dürfen. Wieso eigentlich?

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    Verursachen Flüchtlinge ein Milliardendefizit bei den gesetzlichen Krankenkassen?

    geschrieben am 18. Februar 2016 von Jens Berger

    Gestern veröffentlichte die Frankfurter Rundschau eine Exklusivmeldung, die nicht nur in den sozialen Medien für Unruhe sorgte. Nach Hochrechnungen der FR droht den gesetzlichen Krankenkassen bereits ab nächstem Jahr ein Milliardendefizit, das durch Zusatzbeiträge der Versicherten ausgeglichen werden muss. Grund dafür sollen die Krankenkassenkosten für Flüchtlinge sein, die durch die Bundeszuschüsse ins GKV-System nicht einmal annährend gedeckt werden. Die Frankfurter Rundschau spricht hier zwar einen wichtigen Punkt an, der dringend reformiert werden muss – die Zahlen, mit denen sie operiert, erschließen sich dem Betrachter bei näherer Betrachtung jedoch nicht. So bleibt das Fazit: Das Gegenteil von gut ist gut gemeint.

    Die Gesundheitskosten für nicht bzw. noch nicht anerkannte Flüchtlinge werden in Deutschland von den Kommunen getragen. Dafür sind die Leistungsansprüche der Flüchtlinge jedoch auch massiv gedeckelt. Erst nach der Anerkennung oder nach 15 Monaten Wartezeit erhalten Asylbewerber den vollen Leistungsanspruch. Interessant sind hier vor allem die Leistungsausgaben für anerkannte Flüchtlinge. Sobald ein Flüchtling anerkannt ist, rutscht er – sofern er keinen Job hat, was anfangs ohnehin die Regel sein dürfte – in den SGB-II-Bereich, er bezieht umgangssprachlich „Hartz IV“. Die Krankenkassenleistungen für Hartz-IV-Empfänger werden über die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) verwaltet, die Mitgliedsbeträge werden dabei über den Bundeszuschuss aus Steuermitteln getragen. Zur Zeit sind dies pauschal rund 90 Euro pro Kopf und Monat.

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    Nerzfrauen decken auf: In China essen sie Tchibos

    geschrieben am 18. Dezember 2015 von Joerg Wellbrock (Tom W. Wolf)

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    Jetzt ist es amtlich! In China essen sie nicht nur Hunde, sondern auch Tchibos. Das hat das Internetnetzwerk „nerzfrauen.org“ aufgedeckt. Die aus Müttern, Großmüttern, Urgroßmüttern und toten Ururgroßmüttern bestehende Vereinigung verschwörungspraktischer Frauen klagt nun vor dem Verwaltungsgericht Castrop-Rauxel gegen das Land mit der komischen Sprache. Nerzfrau-Chefin Doro Weia sagte irgendwann irgendwie jemandem, der es hören wollte: „Wir konnten es kaum glauben, aber die Chinesen verspeisen jeden Tag bis zu 4 Tchibos. Wir sind zwar mit den Chinesen im Gespräch, der Dialog fällt aber schwer wegen Sprachbarrieren.“ Den Artikel weiterlesen »

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    Cannabislegalisierung: Internationale Probleme – nationale Argumente

    geschrieben am 27. Juli 2015 von Jens Berger

    In der Diskussion um die Legalisierung von Cannabis werden vorwiegend die Gesundheit der Bürger und die Sicherheit Deutschlands fokussiert. Die Folgen für die Herkunfts- und Transitländer kümmert wenige. Ein Kommentar von Ella Daum

    Ella Daum ist Redakteurin beim Katapult-Magazin.

    Der Parteitag der FDP in Berlin Mitte Juni führte zu einer Seltenheit: Grüne und FDP sind sich in einem ihrer Ziele einig. Ab jetzt kämpfen beide Parteien für die Legalisierung von Cannabis in Deutschland. Die Linke ist sogar für die Legalisierung jeder Art von Drogen. Ein Großteil der Mitglieder von Bundestag und Bundesregierung wehrt sich jedoch bis jetzt dagegen. Cannabis ist die am häufigsten angebaute, gehandelte und konsumierte illegale Droge weltweit.

    Nur Deutschland zählt

    Legalisierungsgegner befürchten, Cannabis sei der Einstieg für härtere Drogen, Befürworter erhoffen sich, dass weniger harte Drogen konsumiert werden, da der genügsame Cannabiskonsument sowieso bei seinem Joint bleibe. Außerdem könne auch das Rauchen von Zigaretten als Einstiegsdroge für Cannabis angesehen werden.

    Die Contra-Seite verweist auf die Gesundheitsschädlichkeit von Cannabis, die Pro-Seite erinnert an die Gefährlichkeit von Alkohol, der trotzdem legal ist. Die einen befürchten eine Aufweichung der Justiz, die anderen begrüßen die Entkriminalisierung von Erwachsenen, die mit ihrem Cannabiskonsum niemandem schaden. Zudem könnte Cannabis hoch besteuert werden, also auch dem Staat zugute kommen, wie das Vorreiterbeispiel Colorado zeigt.

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