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    An dieser Stelle stehen hier normalerweise Leseempfehlungen mit einem Link auf Amazon. Da Amazon, wie sich mittlerweile herausgestellt hat, offenbar ein überaus unsozialer Konzern ist, der sich an den Schwächsten der Gesellschaft bereichert, hat sich der SPIEGELFECHTER entschlossen, die Zusammenarbeit mit Amazon mit sofortiger Wirkung zu kündigen. Es ist natürlich klar, dass dieser Boykott mit spürbaren finanziellen Einbußen verbunden ist. Wir würden uns daher freuen, wenn Ihr unsere Unabhängigkeit durch eine kleine Spende unterstützen könntet.
  • Kultur am Sonntag: Karl der Käfer

    geschrieben am 30. Oktober 2011 von Spiegelfechter

    Was man im Netz so alles findet ;-)

    54 Kommentare
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    Wissenschaftlich fundierter Test
    www.PARSHIP.de

    Historische “Spiegel”-Titel: Nr. 43/1932

    geschrieben am 29. Oktober 2011 von Spiegelfechter

    Coypright: Das geniale Titanic-Magazin

    61 Kommentare

    1000 Meisterwerke: Typisch CDU!

    geschrieben am 03. August 2011 von Spiegelfechter

    Alle Jahre wieder ist Wahlkampf und die Parteien buhlen mit bunten, mal mehr, meist weniger originellen Plakaten um Wählerstimmen. Der inhaltliche Wert dieser Plakate geht meist gegen Null, hin und wieder werden sogar ästhetische Mindeststandards grob mit Füßen getreten. Wie muss es einem Berufspendler ergehen, der zwei Monate lang jeden Tag an gefühlt hunderten von Plakaten vorbeifährt, von denen aus das ehemalige CDU-Nachwuchstalent Ecki von Klaeden den Betrachter mit seinem kecken Jungunionisten-Charme angrient? Meine diesbezügliche Klage gegen die Hildesheimer CDU auf 8.000.000 Euro Schmerzensgeld (100 (Plakate) x 2 (Hin- und Rückweg) x 40 (Arbeitstage während des Wahlkampfs) x 1.000 (Euro Schmerzensgeld pro Fall)) verlief jedoch unverständlicher Weise im Sande. Nicht einmal auf die Gerichte ist mehr Verlass.

    Vor allem Kommunalwahlen arten hinsichtlich der ästhetischen Außenwirkung immer wieder zu einem unerfreulichen Niveaulimbo aus. Da lacht uns dann in steter Regelmäßigkeit der Herr Dr. CDU-Kandidat (wo ist Vroniplag, wenn man es braucht?) samt seines züchtigen Weibchens und mindestens zwei hässlichen Kindern in voller Pracht hämisch von der gephotoshoppten Wandtapete an. Die Botschaft ist klar: Verlässlichkeit und Bodenständigkeit wird in einem Maß zelebriert, das die Grenze zum bürgerlichen Mief und zur Altherrenspießigkeit mühelos überschreitet. Sind die Kandidatengattinnen und die hässlichen Kinder eigentlich echt oder gibt es für so etwas eine spezialisierte Agentur? Zum Glück – oder auch nicht – können die werbetechnisch meist hoffnungslos unbegabten Ortsverbände jedoch auch noch auf professionell gestaltetes Werbematerial der Landesverbände zurückgreifen. So stellt die niedersächsische FDP ihren Ortsverbänden beispielsweise für schlappe 102,34 Euro ein Plakat mit einem grinsenden Sparschwein zur Verfügung – the pig is the message, welche Drogen nimmt man eigentlich in der Kreativabteilung der FDP-Zentrale?

    Die CDU wäre jedoch nicht die CDU, wenn sie es nicht schaffen würde, selbst das klägliche Niveau der FDP noch einmal um Längen zu unterbieten. Seit einer Woche werden Niedersachsens schöne – und weniger schöne – Städte von einem Plakat mit dem internen Namen „Huddle“ (Merriam-Webster übersetzt dieses Wort mit „wilder, chaotischer Haufen“) verschandelt, auf dem ein niedersächsischer Schotte und vier Unions-Models das geschockte Stimmvieh grenzdebil angrinsen.

    Wie würde ein Kunsthistoriker dieses Plakat interpretieren, was ist die tiefere Botschaft des „Typisch-CDU-Plakats“? Die Kernbotschaft ist die Perspektive des Betrachters. Unverkennbar nimmt der Betrachtende eine liegende Perspektive ein und wird von den Figuren des Plakates, die in einem faustischen Pakt verbunden scheinen, von oben herab angegrient. Der Wähler liegt am Boden, die CDU lacht hämisch – typisch CDU! Das passt doch schon einmal. Den Artikel weiterlesen »

    225 Kommentare

    Und nun zum Sport …

    geschrieben am 05. Juli 2011 von Spiegelfechter

    Als Sesselsportler hat man es heutzutage wirklich nicht einfach. Was waren das noch für Zeiten, als man sich für vier Uhr morgens den Wecker stellte, um sich den Weltmeisterschaftskampf von Mike Tyson anzuschauen, nur um dann festzustellen, dass der Kampf schon vorbei war, ehe man sich die erste Tasse Kaffee einschenken konnte. Those were the days my friend. Heute ist Boxen nicht nur grottenlangweilig, sondern auch durchkommerzialisiert bis zum bitteren Ende. Seit gefühlten Ewigkeiten heißen die Boxweltmeister Klitschko und langweiligen das Publikum durch ihren – zweifelsohne sehr effizienten – Boxbürokratismus. Während die Kämpfe als solche bereits eine visuelle Qual sind, artet das Rahmenprogramm im Unterschichtensender RTL zu einem echten sado-masochistischen Großprojekt aus, das den Namen Kai Ebel trägt und jeden Zuschauer mit einem IQ über Zimmertemperatur bis aufs Mark quält. In meinen Phantasien springt in der Rundenpause Muhammad Ali in den Ring und knockt beide Klitschkos mit Uppercuts aus, während Mike Tyson Kai Ebel beide Ohren abbeißt. Aber wir wissen ja: They never come back! Und selbst wenn – bei RTL würde der Zuschauer davon ohnehin nichts mitbekommen, da die Rundenpausen ja mit netten kleinen Verbraucherinformationen überbrückt werden.

    Aber wer interessiert sich schon für Boxen, wo doch momentan eine internationale Meisterschaft im Fußball stattfindet, bei der „unsere“ Kicker nicht nur Titelverteidiger sind, sondern auch aktuell bereits vorzeitig das Viertelfinale erreicht haben. Sportbegeisterte Leser werden es erahnen – es geht um die Europameisterschaft der Gehörslosen, die momentan in Dänemark stattfindet. In den Medien hörte, sah und las man jedoch erstaunlicherweise nichts über dieses Turnier. Stattdessen säuft sich die deutsche Journaille in einen kollektiven Frauen-Fußball-Rausch. Von BILD bis taz phantasiert man von der Wiederauflage des „Sommermärchens“ und angeblich fiebert das ganze Land mit „unseren Mädchen“. Ist das so? Ich kenne niemanden, der dieses Spartenvergnügen der ansonsten beliebten Sportart auch nur im Ansatz interessant findet. Aber vielleicht kenne ich auch nur die falschen Leute.

    Den Artikel weiterlesen »

    268 Kommentare

    Heckmeck

    geschrieben am 27. Mai 2011 von Spiegelfechter

    Alle Jahre wieder erobert ein boshaftes Mikrob das Herz der Medien. Die „German Angst“ will gefüttert werden und so richtig glücklich sind wir erst, wenn die Zeitungen und Nachrichten uns von neuen Seuchen berichten. Im Jahre 2003 hatte Deutschland Angst vor SARS – als sich der Nebel der Hysterie lichtete, stellte das Robert-Koch-Institut (RKI) fest, dass sich lediglich 10 Deutsche infiziert hatten, keiner davon im Inland. Zwei Jahre später rollte die Vogelgrippe über Deutschland und kostete einige Schwäne und Enten das Leben und den Großteil der Deutschen den Verstand – physisch kam jedoch niemand zu Schaden. Das änderte sich, als Deutschland im Jahre 2009 von der fiesen Schweinegrippe überrollt wurde. Ein Jahr später meldete das RKI für Deutschland 226.000 bestätigte Fälle, darunter 258 Todesfälle. Ein Schrecken und zugleich ein Segen – da der Influenza-Subtyp H1N1 gefährlichere Subtypen der Grippe verdrängte, starben in diesem Jahr so wenig Deutsche an einer Grippe, wie nie zuvor. Wie viele Deutsche an den Folgen der zeitgleich grassierenden Hysterie starben, ist jedoch nicht belegt.

    Heute hält ein Horror-Bakterium mit dem gemeinen Namen „Enterohämorrhagische Escherichia coli“ das Land in Atem – da „Enterohämorrhagische Escherichia coli“ und das von ihm hervorgerufene „enteropathische hämolytisch-urämische Syndrom“ jedoch zu lang für die Titelzeile der BILD sind, spricht man lieber von Ehec. Ehec ist zweifelsohne für die Deutschen gefährlich und hebt sich darin schon einmal „positiv“ von den Horror-Seuchen der letzten Jahre ab. Es gab bereits erste Todesfälle, die Zahl der Neuerkrankungen ist signifikant. Die Berichterstattung in den Medien ist jedoch – einmal mehr – eine reine Katastrophe. Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht und wenn er auch die Wahrheit spricht. Wahrheit sucht man in den Medien jedoch vergebens. Stattdessen bestimmt eine aufgeregte Hysterie die Berichterstattung.

    Am Mittwoch hatte das RKI aufgrund erster Analysen eine Empfehlung herausgegeben, die den Bürgern nahelegte, Salat, Gurken und Tomaten in(!) Norddeutschland zu meiden. Gegen diese Empfehlung ist sicherlich nicht viel einzuwenden. Die Medien hörten jedoch nicht so richtig zu und schrieben stattdessen, dass das RKI die Bevölkerung vor Salat, Gurken und Tomaten aus(!) Norddeutschland warnte.

    Das RKI rät dringend, vorsorglich bis auf Weiteres Tomaten, Salatgurken und Blattsalate aus Norddeutschland nicht roh zu verzehren!
    bild.de

    Keine Tomaten, kein Salat aus Norddeutschland
    Wo kommt der EHEC-Keim her? Erste Experten raten davon ab, Tomaten, Gurken und Salat aus Norddeutschland zu essen. Für die Gemüsehändler ist die Warnung ein Desaster.
    Augsburger Allgemeine, stellvertretend für unzählige Blätter, die Agenturmeldungen von afp, dapd und dpa gedruckt haben.

    Am Mittwochabend hatte das Robert-Koch-Institut dringend vom Verzehr von Blattsalaten, Tomaten und Gurken aus Norddeutschland gewarnt
    NDR

    Behörde warnt vor norddeutschem Gemüse
    Die lebensbedrohliche Darmerkrankung breitet sich immer dramatischer aus. Jetzt warnt das Robert-Koch-Institut davor, rohe Tomaten, Salatgurken und Blattsalate aus Norddeutschland zu essen
    SPIEGEL Online

    Die kleine Verwechslung der Wörter „in“ und „aus“ ist jedoch sehr problematisch. Dabei ist der ungerechtfertigte Umsatzrückgang für norddeutsche Agrarprodukte eher als „Kollateralschaden“ der Hysterie zu verbuchen. Richtig ärgerlich wäre es jedoch, wenn einige Konsumenten die gesunde norddeutsche Gurke aufgrund der Medienberichte in den Müll geworfen und stattdessen zur vermeintlich unbelasteten spanischen Gurke gegriffen hätten. Auf diese Art und Weise kann der journalistische Schlendrian sogar Menschenleben kosten.

    Dabei hätte ein einziger Anruf bei einem sachverständigen norddeutschen Bauern oder jedem Hobbygärtner genügt, um ernsthafte Zweifel an der Warnung vor norddeutschem Gemüse zu wecken. Salatgurken (Cucumis sativus) werden in unseren Breitengraden erst in der zweiten Maiwoche im Freilandanbau ausgesät, die Ernte beginnt erst im Sommer. Die norddeutschen Exemplare, die momentan auf den Märkten gehandelt werden, stammen aus Gewächshäusern. Es dürfte jedoch bekannt sein, dass kein Bauer sein Gewächshaus mit Gülle düngt.

    Wer nun, da spanische Gurken als Infektionsquelle gehandelt werden, denkt, die Hysterie könnte abflachen, kennt jedoch die deutschen Medien und die „German Angst“ schlecht. Wir dürfen gespannt sein, welche Stilblüten uns in der nächsten Woche erwarten. Die Verantwortlichen aus Spanien streuen bereits die Version, ihre schönen Gurken seien den unachtsamen deutschen Importeuren heruntergefallen – mitten in den Kuhdung, der bekanntlich den Hamburger Großmarkt bedeckt. Nun ja. Den Vogel schießt jedoch einmal mehr der Verschwörungstheoretiker Udo Ulfkotte ab, der von einem „Fäkalien-Dschihad“ phantasiert, der von „orientalischen Erntehelfern“ auf Spaniens blühenden Feldern geführt wird. Zumindest wird es nicht langweilig. Nur gut, dass bei all der Hysterie die “wirklichen Gefahren” der Mikrobiotik, wie beispielsweise multiresistente Krankenhauskeime, an denen jeden Tag mehr als 10 Menschen in Deutschland sterben, immer weiter in den Hintergrund gedrängt werden.


    Jens Berger

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