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  • Die Schreibmaschine schreibt jetzt selbst

    geschrieben am 16. März 2015 von Gastautor

    Eine Gastglosse von Christoph Jehle

    Als Ende des 19. Jahrhunderts in den USA mit den Pianolas die ersten selbst spielenden Klaviere auf den Markt kamen, ging verständlicherweise bei zahlreichen Pianisten, die mit einem überschaubaren Repertoire ihr Geld in der Hintergrundbeschallung verdienten, die Angst herum, dass sie bald ihren Job verlieren könnten, weil sie durch eine Apparatur ersetzt werden konnten, die mit deutlich reduzierten Betriebskosten die gleiche Leistung bieten konnten. Es kam noch schlimmer. Erst kam die Hintergrundmusik von der Schallplatte, dann kam sie vom Band und inzwischen hat man die gesamte Mechanik durch digitale Spieler ersetzt, die im Vergleich zum früheren Bar-Pianisten unsäglich billig geworden sind. Pianisten gibt es immer noch, aber kaum noch Gebrauchs-Pianisten.

    Eine vergleichbare Entwicklung schleicht sich derzeit im Bereich der schreibenden Zunft in die tägliche Praxis. Fällt so manchem Leser inzwischen auf, dass die großen Mediengruppen bevorzugt und unisono Agenturmeldungen verbreiten, die aus den unterschiedlichsten Quellen bei den verbliebenen großen Presseagenturen und ihren Niederlassungen eingespeist werden, fallen die vollautomatisch erstellten Meldung in den deutschen Medien noch nicht so sehr ins Gewicht. Im englischsprachigen Markt schon massiv vertreten, sind sie auch in den deutschen Medien nicht aufzuhalten. Börsen- und Sportnachrichten, die zum größten Teil auf Zahlenmaterial beruhen, bieten sich für eine automatisierte Textgenerierung geradezu an. Hier sind die logischen Gerüste vergleichsweise einfach und lassen sich inzwischen auch stilistisch ziemlich formvollendet so umsetzen, dass der Leser meist gar nicht mehr wahrnimmt dass der Text nicht von einem Autor aus Fleisch und Blut stammt, sondern von einem aus Chips und Elektronen.

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    Wie TTIP bis 2022 das Problem mit den alten deutschen AKWs löst

    geschrieben am 06. März 2015 von Gastautor

    AKW

    Eine Gastglosse von Christoph Jehle
    Foto: Wikipedia

    Immer wieder tritt in Deutschland die Angst zutage, dass die Rückstellungen der Energieversorger für den Rückbau der ab 2022 nicht mehr benötigten deutschen Atomkraftwerke nicht ausreichen könnten und dass die Kosten für den Abriss dann an den Steuerzahlern hängen bleiben. Und zu den Steuerzahlern zählen ja hierzulande auch Alle, die zwar von der Lohn- und Einkommenssteuer befreit sein mögen, die aber mit jeder Flasche Mineralwasser 19 % an Umsatzsteuer abführen müssen und diese Steuerlast höchstens durch den Übergang von Mineralwasser auf steuerbegünstigten Gerstensaft ein wenig reduzieren können. Dieser zählt ja im Gegensatz zum Mineralwasser auf ausdrücklichen freistaatlichen Wunsch als Grundnahrungsmittel, das nur mit dem reduzierten Mehrwert-Steuersatz von 7 % zu versteuern ist. Den Artikel weiterlesen »

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    Wir basteln uns eine „Stalin-Keule“

    geschrieben am 25. September 2014 von Jens Berger

    Wie Albrecht Müller bereits gestern anmerkte , hat die Agitation gegen die durchgesickerte Kritik des ARD-Programmbeirats gegen die Ukraine-Berichterstattung der ARD bereits begonnen. Mit dem gestern Abend erschienenen Artikel „Putins langer Arm reicht bis in Gremien der ARD“ übertrifft Springers WELT jedoch die schlimmsten Vorahnungen, wie weit die Agitation in den deutschen Medien überhaupt gehen kann. WELT-Redakteur Ulrich Clauß dreht darin am ganz großen Rad und vergleicht die Kritik des Programmbeirats sogar mit den „stalinistischen Geheimprozessen“. Wer heutzutage noch alle Sinne beisammen hat und die einseitige Berichterstattung der großen Medien kritisiert, ist somit nicht nur ein „Putin-Versteher“ oder „Kreml-Troll“, sondern sogar ein Handlanger Stalins. Geht es nicht noch dümmer?

    „Ein Dolchstoß aus den eigenen Reihen“ sei die Kritik des Programmbeirats. Die Zuschauer, die sich über die einseitige Berichterstattung beschwert haben, gehörten „ganz offensichtlich koordinierten Protestwellen“ an. Von wem sollen sie denn koordiniert worden sein? Klar, von Putin! Es sei schließlich „vielfach dokumentiert“, dass „vom Kreml finanzierte Heerscharen“ an der Beeinflussung der deutschen Öffentlichkeit arbeiteten“. Zu diesem ebenso unverschämten wie abstrusen Vorwurf, hatten die NachDenkSeiten bereits vor zwei Wochen ausführlich Stellung bezogen. Wenn man Herrn Clauß – was sich vorzustellen sehr schwer fällt – auch nur einen Moment ernst nimmt, müssten ja dann auch die NachDenkSeiten und ihre kritischen Leser „vom Kreml finanziert“ sein. Ich warte ja immer noch auf einen Scheck von Putin und auf die Entdeckung des ersten deutschen Leserbriefschreibers, der vom „Kreml finanziert“ wurde. Auf geht´s liebe Kollegen bei WELT, BILD, SPIEGEL und Co. – wenn es denn wirklich „Heerscharen“ dieser beauftragten subversiven Querulanten gibt, dann dürfte es doch nicht so schwer sein, einen von ihnen aufzuspüren und darüber einen exklusiven Bericht zu schreiben. Oder?

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    Kommen die Flagellanten zurück?

    geschrieben am 03. September 2014 von Gastautor

    Eine Gastglosse von Christoph Jehle

    Die Flagellanten oder Geißler waren eine religiöse Laienbewegung des 13. und 14. Jahrhunderts, die mit öffentlicher Selbstgeißelung für ihre begangenen Sünden Buße taten. Die derzeit ablaufende Sanktionsspirale trägt inzwischen deutliche Züge einer Selbstgeißelung.

    Seit Wochen drohen die USA und in ihrem Schlepptau die EU und einzelne weitere Staaten wie Kanada, Norwegen und Australien der Russischen Föderation mit Strafen für die Annexion der Krim, einer Beteiligung am Abschuss des Malaysian-Airlines-Fluges MH17 und der Unterstützung der Rebellen in der Ostukraine.

    Die Strafen wurden ohne Mandat der Vereinten Nationen verhängt und betrafen zu Beginn in der Form von Einreiseverboten und Kontensperrungen einzelne Personen und Firmen, die nach westlicher Ansicht aus der Annexion der Krim einen wirtschaftlichen Nutzen gezogen haben. Danach wurden gezielt Banken mit Sanktionen belegt und bestimmte Güter, die nach vorliegenden Definitionen militärisch nutzbar sind. Zusätzlich wurde die Lieferung von bestimmten Komponenten für die Förderung von Erdöl verboten. Diese Komponenten können seither nur noch an Firmen in Russland geliefert werden, die zumindest teilweise westliche Eigentümer haben. Die Gas-Industrie wurde bei den Sanktionen ausgeklammert. Das mag auch damit zu tun haben, dass Teile (27 %) des russischen Gashändlers Gazprom über die Bank of New York Mellon gehalten werden.

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    Sonnenstich bei RWE oder Guerillas im Marketing ?

    geschrieben am 22. Juli 2014 von Gastautor

    eine Gastglosse von Christoph Jehle


    Dass die vier großen deutschen Energieversorger derzeit ihre liebe Mühe haben, ihr Geschäft auf Vordermann zu bringen, ist nicht zu übersehen. Dass es ihnen immer schwerer fällt, bei den Verbrauchern Gehör zu finden, ist in diesem Zusammenhang auch bekannt. Auf welch Tour man jetzt versucht, beim Endverbraucher Interesse zu finden, grenzt schon stark an Irreführung des Verbrauchers.

    Wer den Werbeteaser anklickt, der derzeit in Onlinemedien wie Spiegel Online von der Agentur Plista zwischen Links zu alten Nachrichtenseiten eingebaut werden, landet nicht, wie vielleicht erwartet, bei einem innovativen Start-Up-Unternehmen oder vielleicht auch einem pfiffigen Baumarkt. Nein er landet auf der Seite vorweggehen.de, hinter der sich der Essener Energieversorger RWE verbirgt. Hinter der Berliner Firma Plista verbirgt sich im Übrigen seit Jahresbeginn die britische WPP Gruppe.

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