geschrieben am
12. Juli 2010 von
Spiegelfechter
Aus und vorbei – bis vor kurzem bestanden noch vage Hoffnung, dass der Westen seinen Krieg für Brunnen, Schulen und Frauenrechte am Hindukusch vielleicht doch noch gewinnen könnte. Diese Hoffnungen wurden jedoch nun durch einen echten Scoop von People´s Daily hinweggefegt. People´s Daily ist das offizielle Parteiorgan der Kommunistischen Partei Chinas und von daher über jeden Zweifel erhaben. Chinas tapfere Journalistenbrigade konnte sich in mühevoller Kleinarbeit Einblick in das Wunderwaffenprogram der Taliban verschaffen und berichtet nun in der internationalen Freitagsausgabe von der ultimativen Weiterentwicklung auf dem Feld der asymmetrischen Kriegsführung: Die “Terroraffen” der Taliban.
Operation Banane
Während die USA etliche Milliarden Dollar in die militärische Forschung stecken, reichen den smarten Gotteskriegern bereits ein paar Bananen und ein wenig Erdnussbutter, um die letzte verbliebene Supermacht in die Knie zu zwingen. Mit diesen Wundermitteln haben es die Taliban nach Informationen einer britischen Nachrichtenagentur, die von People´s Daily anonym zitiert wird, geschafft, heimischen Affen in der Grenzregion Waziristan die Benutzung von AK-47-Sturmgewehren und leichten Maschinengewehren vom Typ Bren beizubringen. Aber damit nicht genug – die klugen Affen vom Hindukusch können sogar Freund und Feind unterscheiden.

Den Artikel weiterlesen »
geschrieben am
25. Juni 2010 von
Frank Benedikt
ein Gastbeitrag von Frank Benedikt
Eines der größten Probleme bei erwerbsfähigen ALG-II-Empfängern ist, neben ihrem für Untätige zu hohen Kalorienverbrauch und ihrem Hang zum Warmduschen, das der Mobilität. Einerseits sind sie nicht mobil genug, um mal eben 600 Kilometer entfernt einen Job anzutreten, andererseits sind sie sehr mobil, wenn es darum geht, Arbeitsgelegenheiten und Terminen auszuweichen. Obwohl ihnen ein mehrtägiges Verlassen der Stadt oder ein Krankenhausaufenthalt ohne Benachrichtigung der zuständigen ARGE untersagt sind, kommt dies doch immer wieder vor und die Fallmanager klagen darüber, daß sie ihren Kunden hinterherlaufen müssten. Damit dürfte in Kürze Schluß sein.
Den Artikel weiterlesen »
geschrieben am
14. Juni 2010 von
Spiegelfechter
So haben wir nicht gewettet! Da zeigt sich die erste Welt einmal von ihrer großzügigen Seite und vergibt die Austragungsrechte der Fußball-WM an das arme Südafrika und was machen die Eingeborenen? Sie tröten! Und zwar so laut, dass der deutsche TV-Sportler noch nicht einmal die feynsinnigen Gesänge der mitgereisten europäischen Schlachtenbummler hört. Das ist nicht nur ungehörig, sondern auch undankbar. Wer zahlt denn letztendlich den ganzen Zirkus? Wir! Da sollte dann doch ein wenig Dankbarkeit drin sein.
Vuvuzela – so nennt der Eingeborene seine Plastiktröte, in die er fortwährend bläst. So etwas wäre hierzulande undenkbar. Schon auf dem kleinsten Provinzacker wird jedes lärmende Kind zur Ordnung gerufen, da der gesittete Liebhaber des gepflegten Rasenspiels sonst nicht die hochgeistigen Kommentare seiner Geistesverwandten vernehmen kann. “Du olle Pottsau, dat war Abseiiiits!” – kaum vorstellbar, wenn diese blitzgescheite und tiefgründige Situationsanalyse dank eines törichten “Trööööt” nicht die Ohren des Adressaten erreichen würde.
Verhöhnung europäischer Kultur
Vor allen in größeren Stadien zelebriert das Volk der Dichter und Denker sein kulturelles Erbe gerne in Form von melodisch einprägsamen Liedgut im zarten sotto voce. “Zieht den Bayern die Lederhosen aus!”, “Hipp Hipp Hurra, Borussia!” oder “Wir lieben dicke Titten und den Suff … wir fahren dreimal täglich in den Puff!” sind aus der deutschen Hochkultur nicht mehr wegzudenken. Wie sollen diese Botschaften urdeutscher Kreativität nun aber international vernommen werden, wenn sie im monotonen Vuvuzela-Gedröhn untergehen? Von dieser afrikanischen Unart sind allerdings nicht nur die Freunde deutschen Liedguts betroffen. Vor allem für die englischen Sängerknaben täte es ihm leid, dass sie derart übertönt werden, ließ ARD-Kommentator Steffen Simon das deutsche TV-Publikum wissen. Ja, das ist wahrlich tragisch. Was gibt es denn schöneres, als ein wohl intoniertes “Rule Britannia!” aus den Kehlen tausender bierseliger englischer Fußballfans? Da soll der Südafrikaner doch mal sein Trötkonzert für eine andächtige Gedenkminute an die gute alte Kolonialzeit unterbrechen und dem britischen Sangestalent Respekt zollen.
Den Artikel weiterlesen »
geschrieben am
01. April 2010 von
Spiegelfechter
“Wachstum wagen” ? so prangt es in fetten Lettern auf dem FDP-Programmentwurf, der nach den Wahlen in Nordrhein-Westfalen der Öffentlichkeit vorgestellt werden soll. Seit Oktober letzten Jahres entwickelte eine fünfköpfige Kommission unter Leitung des wirtschafts- und arbeitsmarktpolitischen Sprechers der FDP-Fraktion Volker Thiel ein Arbeitspapier, dessen Ziel die lange vernachlässigte Finanzmarktfähigkeit sozialstaatlicher Elemente ist. “Wachstum wagen” soll die Geißel der Arbeitslosigkeit besiegen und gleichzeitig den hoffnungslos überschuldeten Bundeshaushalt entlasten, um so Raum für wachstumsbeschleunigende Steuersenkungen zu schaffen. Die Soziale Marktwirtschaft ist Vergangenheit, die Soziale Finanzmarktwirtschaft soll neuer Leitfaden wirtschafts- und sozialpolitischer Reformen werden.
Privatisierung der Sozialsysteme
Kern der Reformen soll die Auslagerung der Arbeitslosenversicherung aus dem Bundeshaushalt sein. Die klassische Arbeitslosenversicherung bremst das Wirtschaftswachstum aus, so die Autoren des Arbeitspapiers. Wer sozialversicherungspflichtig beschäftigt ist, muss einen Teil seines Bruttolohns in diese staatliche Zwangsversicherung einzahlen. Vor allem die Arbeitgeberseite wird von diesem Modell in unfairer Weise ausgebremst, da die Lohnnebenkosten nicht zum Wohle des Wirtschaftsstandortes investiert werden können. Ist der Versicherte erst einmal arbeitslos, hemmen die großzügigen Alimentierungen aus dem Versicherungstopf jeglichen Willen zur Aufnahme einer neuen Arbeit. Statt der Wirtschaft zu dienen, legt sich der Arbeitslose gemütlich in die soziale Hängematte. Ein solches Modell, das nur Verlierer kennt, hat ? so Co-Autor Hans Werner Sinn ? in einer globalisierten Welt ganz einfach keine Daseinsberechtigung. Statt auf antiquierte Wohlfahrtsökonomie setzt die FDP daher auch auf moderne marktnahe Konzepte.
geschrieben am
22. März 2010 von
Spiegelfechter