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Viel Spaß bei seinem Video – vor allem denjenigen, die auch selten dämliche Aufrufe in ihren Posteingang hatten, in denen man aufgefordert wird, doch bitte am 01.03. nicht zu tanken.
geschrieben am
17. Februar 2012 von
Spiegelfechter
Nach monatelanger Hatz durch die ruchlose Pressemeute verpasste die hannoveranische Staatsanwaltschaft gestern dem waidwunden Bundespräsidenten den Coup de Grâce. Um die närrische Jahreszeit einzuleiten, verkündete der tapfere Niedersachse heute um 11.11 Uhr seinen Rücktritt. Das politische Vakuum, das der bescheidene Liebling des Volkes hinterlassen wird, ist gigantisch. An den Theken und Tischen der Szenetreffs in Berlin Mitte ist bereits eine lebhafte Debatte entbrannt, wer dem beliebten Staatsoberhaupt ins Schloss Bellevue folgen soll. Die Spatzen pfeifen jedoch bereits erste Namen von den Dächern, die für die Verantwortlichen des Springer- und Spiegel-Verlags als präsidiabel gelten. Wer auf der obligatorischen Nominierungsliste steht, die Vertreter der Medien Angela Merkel nächste Woche feierlich überreichen werden, ist jedoch immer noch unbekannt. Trotz mehrfacher Anfragen auf Kai Diekmanns Mailbox konnte der SPIEGELFECHTER noch keine Bestätigung für die Liste der „Papabile“ bekommen. Dennoch wollen wir unseren Lesern die Liste nicht vorenthalten: Den Artikel weiterlesen »
Alle Jahre wieder ist Wahlkampf und die Parteien buhlen mit bunten, mal mehr, meist weniger originellen Plakaten um Wählerstimmen. Der inhaltliche Wert dieser Plakate geht meist gegen Null, hin und wieder werden sogar ästhetische Mindeststandards grob mit Füßen getreten. Wie muss es einem Berufspendler ergehen, der zwei Monate lang jeden Tag an gefühlt hunderten von Plakaten vorbeifährt, von denen aus das ehemalige CDU-Nachwuchstalent Ecki von Klaeden den Betrachter mit seinem kecken Jungunionisten-Charme angrient? Meine diesbezügliche Klage gegen die Hildesheimer CDU auf 8.000.000 Euro Schmerzensgeld (100 (Plakate) x 2 (Hin- und Rückweg) x 40 (Arbeitstage während des Wahlkampfs) x 1.000 (Euro Schmerzensgeld pro Fall)) verlief jedoch unverständlicher Weise im Sande. Nicht einmal auf die Gerichte ist mehr Verlass.
Vor allem Kommunalwahlen arten hinsichtlich der ästhetischen Außenwirkung immer wieder zu einem unerfreulichen Niveaulimbo aus. Da lacht uns dann in steter Regelmäßigkeit der Herr Dr. CDU-Kandidat (wo ist Vroniplag, wenn man es braucht?) samt seines züchtigen Weibchens und mindestens zwei hässlichen Kindern in voller Pracht hämisch von der gephotoshoppten Wandtapete an. Die Botschaft ist klar: Verlässlichkeit und Bodenständigkeit wird in einem Maß zelebriert, das die Grenze zum bürgerlichen Mief und zur Altherrenspießigkeit mühelos überschreitet. Sind die Kandidatengattinnen und die hässlichen Kinder eigentlich echt oder gibt es für so etwas eine spezialisierte Agentur? Zum Glück – oder auch nicht – können die werbetechnisch meist hoffnungslos unbegabten Ortsverbände jedoch auch noch auf professionell gestaltetes Werbematerial der Landesverbände zurückgreifen. So stellt die niedersächsische FDP ihren Ortsverbänden beispielsweise für schlappe 102,34 Euro ein Plakat mit einem grinsenden Sparschwein zur Verfügung – the pig is the message, welche Drogen nimmt man eigentlich in der Kreativabteilung der FDP-Zentrale?
Die CDU wäre jedoch nicht die CDU, wenn sie es nicht schaffen würde, selbst das klägliche Niveau der FDP noch einmal um Längen zu unterbieten. Seit einer Woche werden Niedersachsens schöne – und weniger schöne – Städte von einem Plakat mit dem internen Namen „Huddle“ (Merriam-Webster übersetzt dieses Wort mit „wilder, chaotischer Haufen“) verschandelt, auf dem ein niedersächsischer Schotte und vier Unions-Models das geschockte Stimmvieh grenzdebil angrinsen.
Wie würde ein Kunsthistoriker dieses Plakat interpretieren, was ist die tiefere Botschaft des „Typisch-CDU-Plakats“? Die Kernbotschaft ist die Perspektive des Betrachters. Unverkennbar nimmt der Betrachtende eine liegende Perspektive ein und wird von den Figuren des Plakates, die in einem faustischen Pakt verbunden scheinen, von oben herab angegrient. Der Wähler liegt am Boden, die CDU lacht hämisch – typisch CDU! Das passt doch schon einmal. Den Artikel weiterlesen »