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  • Hallelujah!

    geschrieben am 25. Februar 2010 von Spiegelfechter

    Man stelle sich einmal vor, die Polizei würde den schwer angetrunken Papst am Steuer eines profanen Automobils anhalten. In Hannover! Unvorstellbar! Nirgendwo sonst wird der Unterschied zwischen den beiden großen christlichen Kirchen offenbarer, als bei der Affäre um die zurückgetretene EKD-Vorsitzende Bischöfin Margot Käßmann. Auf der einen Seite der unfehlbare Papst ? ein greiser Mann, Bayer, konservativ, moralisch unantastbar. Auf der anderen Seite die Bischöfin ? Frau, progressiv, geschieden, moralisch angreifbar. Wenn es einen Gott nach dem Bild der Christen geben sollte und er Sinn für Humor hat, so würde er sich sicherlich himmlich amüsieren. Ein alter Mann in Rom, der den Fels gibt, auf dem die Christen ihre Kirche aufbauten und von sich behauptet, er sei Gottes Stellvertreter auf Erden, und eine Frau, die Wasser predigt, Wein trinkt und nun ? da ihre Verfehlungen ans Licht der Öffentlichkeit kamen ? sogar zurücktritt. Welch göttliches Spektakel!

    Rücktritt ? für einen Papst ist alleine der Gedanke an einen solchen Schritt pure Blasphemie. Päpste treten nicht zurück, sie fahren allerdings auch nicht betrunken Auto. Fahren Päpste überhaupt Auto? Für solch weltliche Nebensächlichkeiten haben die Männer in Weiß doch normalerweise ganze Heerscharen devoter Diener. So ein Papst hat auch eine ganze Armee junger Schweizer Hellebardiere, die ihn in allen Lebenslagen behüten und beschützen. Selbst wenn der Papst sich – vom Messwein angeheitert – an das Steuer seines Papamobils setzen würde, käme kein Schupo auch nur in die Nähe des Heiligen Vaters. So gut hat es Bischöfin Käßmann nicht. Sie hat weder ein Käsomobil noch einen Fahrer ? geschweige denn eine Schweizer Garde, die sie vor den Unwägbarkeiten des Lebens beschützt. Die protestantische Theologin wird so Opfer ihrer eigenen Progressivität. Sie stürzt über eine unangenehme Sache, die einem ?echten? christlichen Würdenträger so nie passieren könnte.

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    Schnäppchen für Liberale

    geschrieben am 22. Januar 2010 von Spiegelfechter

    Was gibt es Schöneres, als nach dem 18. Loch direkt ins Meer zu tauchen oder im gleißenden Sonnenuntergang über das Handicap und Steuersenkungen zu fachsimpeln? Einiges, aber es geht hier um nicht die Wünsche von Otto Normalverbraucher, sondern um die Interessen einer ganz besonderen Klientel. FDP-Mitglieder können über das Netzwerk mit Nutzwert so wundervolle Dinge wie einen Golfurlaub, eine private Krankenversicherung, einen Handy-Vertrag von Vodafone oder schicke Uhren mit einem Sonderrabatt erwerben. Ermöglicht wird dieses Schnäppchennetzwerk durch die parteieigene liberal Verlag GmbH.

    Wenn der Leistungsträger einmal einen Burnout hat

    Nicht nur die Mövenpick-Gruppe zählt zum Freundeskreis der FDP. Haben die Liberalen mal Lust auf Urlaub, so können sie ihre Reise mit 6% Parteirabatt über die TUI-Tochter Berge und Mehr buchen. Auch Maritim Hotels, der Golfreisen-Spezialist Urlaubsreisen GmbH, zwei Hotelvermittlungsagenturen und ein Vermittler für Ferienhäuser und ?wohnungen ködern die FDP-Mitglieder mit Parteirabatten. Und wenn man einmal nicht weiß, wie man zum Urlaubsort gelangt, hilft der Autoverleiher Sixt weiter, der ebenfalls Sonderkonditionen für Liberale einräumt. Da staunt der Laie und der Fachmann wundert sich ? sind FDP-Politiker denn keine Leistungsträger, die vor lauter Arbeit keine Zeit für Urlaub haben?

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    Die Wahrheit(TM) über die DDR

    geschrieben am 09. Dezember 2009 von Spiegelfechter

    Wer die nette Satire (Achtung, liebe Leser!) noch nicht kennt – ich habe mich prächtig amüsiert:

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    Obama im Sportpalast

    geschrieben am 02. Dezember 2009 von Spiegelfechter

    Ein freier Mitarbeiter des Spiegelfechters war bei Obamas gestriger Rede im Sportpalast von West-Point dabei und hat die wichtigsten Passagen ins Deutsche übersetzt:

    Das freie amerikanische Volk kann die volle Wahrheit vertragen. Es weiß, wie schwierig es um die Lage des Landes bestellt ist, und seine Führung kann es deshalb auch auffordern, aus der Bedrängtheit der Situation die nötigen harten, ja auch härtesten Folgerungen zu ziehen. Wir Amerikaner sind gewappnet gegen Schwäche und Anfälligkeit, und die Schläge und Unglücksfälle der Wirtschaftskrise verleihen uns nur zusätzliche Kraft, feste Entschlossenheit und eine seelische und kämpferische Aktivität, die bereit ist, alle Schwierigkeiten und Hindernisse mit dem Elan der Gründerväter zu überwinden.

    Es ist jetzt nicht der Augenblick, danach zu fragen, wie alles gekommen ist. Das wird einer späteren Rechenschaftsablegung überlassen bleiben, die in voller Offenheit erfolgen soll und dem amerikanischen Volk und der Weltöffentlichkeit zeigen wird, dass das Unglück, das uns in den letzten Jahren betroffen hat, seine tiefe, schicksalhafte Bedeutung besitzt. Das große Heldenopfer, das unsere Soldaten in Afghanistan und im Irak bringen, ist für die ganze Welt von einer ausschlaggebenden geschichtlichen Bedeutung. Es ist nicht umsonst. Warum, das wird die Zukunft beweisen.

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    Und der Sieger heißt: Steinmerkel!

    geschrieben am 14. September 2009 von Spiegelfechter

    An dieses Glanzstück politischer Streitkultur werden sich noch ganze Generationen erinnern. Bein TV-Duell zwischen der CDU-Kanzlerkandidatin Angela Steinmerkel und dem SPD-Politiker und Außenministerkandidaten Frank Walter Steinmerkel flogen einmal so richtig die Fetzen. Fast fühlte man sich an die guten alten Zeiten erinnert, als es noch Willy Brandt, Franz Josef Strauß und kein Farbfernsehen gab. Der Spiegelfechter fasst für Sie noch einmal die Höhepunkte des Duells zusammen:

    Moderator: Frau Steinmerkel. Deutschland steckt in der schlimmsten Krise seit den Kartoffelkriegen. Wie wollen Sie das Land aus der Krise holen? Was sind Ihre Rezepte?

    Steinmerkel: Unsere Devise muss heißen ? Mehr Zukunft für alle! Arbeit muss sich wieder lohnen, dafür brauchen wir mehr Brutto vom Netto. In unserer Amtszeit haben wir die Arbeitslosigkeit mehr als halbiert! Das sollen uns die Anderen erst einmal nachmachen!

    Moderator: Und Sie Herr Steinmerkel, wie wollen Sie das Land aus der Krise führen?

    Steinmerkel: Ich widerspreche meiner Vorrednerin aufs Schärfste. Nicht sie hat die Arbeitslosigkeit halbiert, sondern wir. Wir dürfen uns aber nicht auf dem Erreichten ausruhen. Gemeinsam müssen wir nun dafür sorgen, dass sich Arbeit wieder lohnt und wir wieder mehr Brutto vom Netto haben. Denn Zukunft ist für alle, und was wir brauchen, ist nicht weniger, sondern mehr Zukunft für alle! Deutschland kann mehr!

    Moderator: Wissen Sie Frau Steinmerkel eigentlich, was ein Friseur in Berlin so verdient?

    Steinmerkel: Dazu sage ich nichts. Ich beantworte die Fragen so, wie ich mir das vorgenommen habe.

    Moderator: Und sie, Herr Steinmerkel?

    Steinmerkel: Arbeit muss sich wieder lohnen. Es kann nicht sein, dass ein Manager Millionen verdient und ein Friseur nur einen Stundenlohn von einsfuffzig bekommt. Wir haben alles in unserer Macht stehende unternommen, um dies zu ändern. Aber unsere Koalitionspartner haben uns da leider Steine in den Weg gelegt.

    Steinmerkel: Aber das stimmt doch gar nicht. Mein Friseur ist Millionär. Unser Volk will und darf nicht von jemandem regiert werden, dessen Friseur nur einsfuffzig bekommt. Arbeit muss sich wieder lohnen ? auch und vor allem für Friseure, dafür stehe ich als Kanzlerin.

    Moderator: Frau Steinmerkel ? sie und Herr Steinmerkel kennen sich ja nun schon seit vier Jahren. Duzen Sie Sich eigentlich?

    Steinmerkel: Nö. Der Steinmerkel ist ein altes Ferkel. Der will immer mit mir koalieren. So etwas duze ich nicht.

    Moderator: Sie selbst wollen ja am liebsten mit Guido Westerwelle koalieren. Müssen wir dann einen sozialen Kahlschlag befürchten?

    Steinmerkel: Wenn eine Karstadt-Kassiererin arbeitslos wird und ihr Chef kriegt eine Millionenabfindung, so muss ich mich doch sehr wundern. Wir stehen für ein schonungsloses Selbstregulierungssystem für Managergehälter. Wir haben die Kraft!

    Moderator: Sie haben meine Frage nicht beantwortet.

    Steinmerkel: Lassen Sie uns doch lieber über Inhalte sprechen.

    Moderator: OK, wie wollen Sie die Schulden zurückbezahlen, die Sie in der Krise aufnehmen mussten?

    Steinmerkel: Wir senken die Steuern und mobilisieren so das Wachstum. Mehr Wachstum für alle! Mehr Brutto vom Netto! Nur dann haben wir auch mehr Zukunft für alle.

    Moderator: Sehen Sie das auch so, Herr Steinmerkel?

    Steinmerkel: Nein, ganz und gar nicht. Arbeit muss sich wieder lohnen! Nur dann haben wir mehr Brutto vom Netto und das geht nur mit uns! Denken sie doch an die Kassiererin, die wegen eines Pfandbons vom einzfuffzig gefeuert wurde, während Manager Millionenprämien kassieren. Wir fordern daher schonungslose Selbstkontrolle! Dafür bin ich in die Politik gegangen.

    Moderator: Danke Herr Steinmerkel, nun haben Sie noch die Gelegenheit für ein Schlussplädoyer. Warum sollte der Wähler ausgerechnet sie wählen?

    Steinmerkel: Liebe Wähler und Wählerinnen. Am 27. September haben sie die Wahl. Wenn sie mehr Brutto vom Netto wollen und der festen Überzeugung sind, dass Deutschland mehr Zukunft für alle bieten muss und Arbeit sich wieder lohnen soll, dann wählen sie Steinmerkel. Deutschland kann mehr!

    Moderator: Danke. Und nun sie, Frau Steinmerkel. Warum sollte der Wähler ausgerechnet sie wählen?

    Steinmerkel: Danke für die gute Frage, Herr Moderator. Arbeit muss sich wieder lohnen und nur wenn wir alle, liebe Wählerinnen und Wähler, mehr Brutto vom Netto haben, können wir die Rahmenbedingungen schaffen, dass es wieder mehr Zukunft für alle gibt. Wir haben die Kraft! Wählen sie am 27. September Steinmerkel!

    Moderator: Herr und Frau Steinmerkel, wir danken für das Gespräch.

    Jens Berger

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