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    An dieser Stelle stehen hier normalerweise Leseempfehlungen mit einem Link auf Amazon. Da Amazon, wie sich mittlerweile herausgestellt hat, offenbar ein überaus unsozialer Konzern ist, der sich an den Schwächsten der Gesellschaft bereichert, hat sich der SPIEGELFECHTER entschlossen, die Zusammenarbeit mit Amazon mit sofortiger Wirkung zu kündigen. Es ist natürlich klar, dass dieser Boykott mit spürbaren finanziellen Einbußen verbunden ist. Wir würden uns daher freuen, wenn Ihr unsere Unabhängigkeit durch eine kleine Spende unterstützen könntet.
  • Wir kriegen ein Bundesbaby!

    geschrieben am 19. Januar 2011 von Spiegelfechter

    Als ich heute Morgen meinen müden Leib aus dem Bett quälte, hatte ich schon so ein Bauchgefühl, dass heute irgendetwas Epochales passieren würde. Beim Morgenkaffee sorgte der freundlich klingende Radiosprecher dafür, dass aus meinem Gefühl Realität wurde: Kristina Schröder ist schwanger! Ei der Daus! Wenn das keine Top-Nachricht ist! Die letzte Nachricht der Sendung, die zaghaft den systematischen Bruch des Briefgeheimnisses in der Bundeswehr ankündigte, ging da bereits im Knallen der Sektkorken unter. Wir kriegen ein Bundesbaby! Hurra! Natürlich ist diese Meldung so wichtig, dass der freundlich klingende Radiosprecher mich aufforderte am Gerät zu bleiben, da seine Redaktion nach den Nachrichten ein Special zu diesem weltbewegenden Thema senden wolle. Selbstverständlich blieb ich am Gerät und lauschte aufmerksam. Ich wusste: In vielen Jahren wird man sich mit seinen Freunden darüber austauschen, wo man gerade war, als die Meldung vom Bundesbaby durch den Äther rauschte – 9/11 und die Mondlandung sind nichts dagegen.

    Das angekündigte Radio-Special war natürlich zuckersüß. Kanzlerin Merkel habe der werdenden Mutter bereits ihre volle Unterstützung angeboten, so die ebenfalls zuckersüße Radiosprecherin, die nun von ihrem Kollegen übernahm. In meinem Kopf spielten sich merkwürdige Bilder ab. Ich stellte mir eine Kristina Schröder vor, die morgens ihr schreiendes, zuckersüßes Blag bei Omi Merkel im Kanzleramt abgab, da sie zu einer wichtigen Besprechung im Ministerium musste. Omi Merkel freute sich natürlich und wies ihr Faktotum Pofalla an, alle Termine abzusagen, da sie sich heute um den kleinen Helmut-Roland kümmern müsse. Als die Kanzlerin dann dem kleinen Racker die vollgekackten Windeln wechselte, erwachte ich aus meinem Tagtraum und gönnte mir erst einmal eine kalte Dusche.

    Doch bei meiner Morgenlektüre holte mich das Bundesbaby wieder ein. Sämtlichen Qualitätszeitungen war die trächtige Ministerin die Topschlagzeile wert. Und wie sich die Kollegen freuten! An diesem Tag der kollektiven Begeisterung, so mein Eindruck, sind offenbar keine kritischen Anmerkungen erlaubt. So konnte man dann zum Beispiel in der ZEIT (wohlgemerkt unter der Rubrik Politik/Deutschland) folgendes Rührstück der werdenden Mutter lesen:

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    Sozialverträglicher Computereinsatz

    geschrieben am 03. Dezember 2010 von Spiegelfechter

    “Grüne und Computer… Sie ahnen, einfach ist das nicht”. Viel Spaß bei einer kleinen Reise in eine Zeit, in der die CDU noch innovativ war und die Grünen noch drollige Bärte hatten.

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    Deutschland im Paketfieber

    geschrieben am 03. November 2010 von Spiegelfechter

    Manchmal ist einem ganz blümerant im Kopf. Als heute morgen der Postmann zweimal klingelte und mir sinister grinsend ein Päckchen überreichte, griff ich kurzerhand zum „Kärcher“ und malträtierte das potentielle Gefahrengut mit einem Hochdruck-Wasserstrahl. Ich konnte ja nicht wissen, dass die vermeintliche Rohrbombe ein handsigniertes Rezensionsexemplar von Roland Kochs neuem Gassenhauer „Konservativ“ war. So wurde der zu Papier gebrachte Konservatismus ein Kollateralschaden meiner Paranoia. In einer Zeit, in der gefühlt jedes zweite Paket terroristischen Zwecken dient, ist Paranoia jedoch erste Bürgerpflicht.

    Wo kämen wir denn auch hin, wenn jede dahergelaufene Al-Qaida-Zelle oder jedes leistungsverweigernde griechische Anarchobündnis seine Bomben über den internationalen Postverkehr versenden könnte? Wofür haben wir uns denn jahrelang an den Sicherheitsschleusen der Flughäfen unsere Getränkeflaschen – und nicht zu vergessen die Feuerzeuge – abnehmen lassen? Nun müssen wir uns sogar nacktscannen lassen und was macht der feine Herr Terrorist? Er gibt seine Bombe ganz einfach per Luftpost auf! Geschickt eingefädelt, kann man da nur sagen. Da haben die Terroristen unseren Sicherheitsexperten ja ein kapitales Schnippchen geschlagen.

    Nun gut, Bomben im Frachtgut von Flugzeugen sind spätestens seit Lockerbie eigentlich ein Thema, mit dem sich jeder Sicherheitsexperte auseinandersetzen sollte. Bei der Luftfracht macht man jedoch gerne eine Ausnahme. Es wäre ja auch nicht auszudenken, wenn ich auf mein gefälschtes, bei ebay ersteigertes, iPhone aus Hong Kong nicht 20, sondern 21 Tage warten müsste. Aber lässt sich da kein Kompromiss finden, der die Sicherheit unserer Bürger und die Interessen chinesischer Produktfälscher gleichermaßen respektiert? Mal Hand aufs Herz, wer braucht schon Pakete aus Griechenland oder dem Jemen? Dass Griechenland uns nur auf der Tasche liegt und nichts exportiert, weiß doch jeder BILD-Leser.

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    Ab wieviel Promille versteht man eigentlich die FDP?

    geschrieben am 26. Oktober 2010 von Spiegelfechter

    Es gibt Situationen, da wird selbst die absurdeste Satire von der Realität eingeholt. Vor allem die FDP ist Meister auf dem Gebiet der fleischgewordenen Realsatire. Während die Kommentatoren sich gestern noch über den jüngsten Geniestreich der Regierung, die deutsche Schwerindustrie von den Rauchern quersubventionieren zu lassen, die Mäuler zerrissen, dachte man in der FDP-Parteizentrale wohl schon weiter. Das “Rauchen für die Schlote” soll nach Vorstellung der Liberallalas nun durch ein “Saufen für die Luftfahrt” ergänzt werden. Ginge es nach der Steuersenkerpartei, soll künftig eine Alkoholsteuer “eingeführt” werden – auf jedes Prozent Alkoholanteil soll demnach ein Prozent Alkoholsteuer anfallen. Mit diesen hochprozentigen Einnahmen soll freilich keine Suchtprävention finanziert werden und an den Abbau der schwindelerregenden Staatsschulden denken die Autoren des “liberalen Sparbuchs” auch nicht.

    Nein, die FDP hat vor, mit diesen Steuereinnahmen – na was wohl? – die Wirtschaft zu entlasten. Im konkreten Fall geht es darum, den Lobbyisten der Luftfahrtbranche einen Gefallen zu tun und die “Luftverkehrsabgabe” abzuschaffen. Welch glorreiche Idee, so kann der alkoholabhängige Lufthansapilot proaktiv seinen Job sichern. Überflüssig zu erwähnen, dass dies die einzige Abgabe aus dem großen Sparkatalog der Bundesregierung ist, die die Wirtschaft betrifft und die noch nicht gestrichen wurde. Eine Zusatzbelastung für Otto Normalschnapstrinker ist das freilich nicht. Natürlich zahlt er künftig für den Korn ein wenig mehr, dafür wird aber im Gegenzug der TUI-Flug zum steuersparenden Sangriasaufen am Ballermann billiger.

    Fehler im Masterplan

    Im Endeffekt ist dies natürlich eine Milchmädchenrechnung, bei der die wirtschaftskompetenten FDP-Politiker das Geld aus der linken Tasche nehmen wollen, um es in die rechte Tasche zu stecken. Die Luftverkehrsabgabe wird ohnehin 1:1 auf den Endkunden abgewälzt, bei der Alkoholsteuer ist dies nicht anders. Vielflieger sind der FDP aber ohnehin näher als Vielsäufer, obgleich die Politik der Liberalen eigentlich nur noch im Suff zu ertragen ist. Ausgerechnet dieser letzte FDP-Filter soll nun auch noch teurer werden – wenn das mal nicht nach hinten los geht.

    Der fiskalische Masterplan der FDP hat jedoch einen kleinen, nicht eben unwichtigen Fehler: Alkohol wird bereits über die Branntweinsteuer besteuert und das nicht zu knapp. Auf einen Hektoliter Reinalkohol werden momentan stolze 1.303 Euro Branntweinsteuer erhoben – bei einer Flasche Rum (0,7 Liter) mit 40% Alkoholanteil fallen demnach 3,65 Euro Branntweinsteuer an. Aber das ist längst nicht alles, da auf diesen Nettopreis auch noch 19% Mehrwertsteuer anfallen – die Besteuerung von Steuern ist übrigens eine besonders raffinierte Unart des deutschen Steuersystems.

    Saufen wird teurer? Nein, Saufen wird billiger!

    Bei einer Flasche 40-prozentigen Fusel, die vor Steuern einen Euro kostet, kommen nach gängiger Steuerpraxis also noch 3,65 Euro Branntweinsteuer und 88 Cent Mehrwertsteuer hinzu, was auf einen Endpreis von 5,53 Euro hinausläuft. Wenn man sich nun das FDP-Modell anschaut, kommt man zu einem erstaunlichen Ergebnis: Auf den Preis vor Steuern von einem Euro kommen 40% Alkoholsteuer und 19% Mehrwertsteuer, was zu einem Verbraucherpreis von 1,66 Euro und somit einer Ersparnis von 3,86 Euro führt. Ist das etwa die neue Sozialpolitik der FDP? Fusel zum Hartz-IV-Preis? Na wenn das mal nicht zu spätrömischer Dekadenz führt.

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    Afghanistan versinkt im Gorillakrieg

    geschrieben am 12. Juli 2010 von Spiegelfechter

    Aus und vorbei – bis vor kurzem bestanden noch vage Hoffnung, dass der Westen seinen Krieg für Brunnen, Schulen und Frauenrechte am Hindukusch vielleicht doch noch gewinnen könnte. Diese Hoffnungen wurden jedoch nun durch einen echten Scoop von People´s Daily hinweggefegt. People´s Daily ist das offizielle Parteiorgan der Kommunistischen Partei Chinas und von daher über jeden Zweifel erhaben. Chinas tapfere Journalistenbrigade konnte sich in mühevoller Kleinarbeit Einblick in das Wunderwaffenprogram der Taliban verschaffen und berichtet nun in der internationalen Freitagsausgabe von der ultimativen Weiterentwicklung auf dem Feld der asymmetrischen Kriegsführung: Die “Terroraffen” der Taliban.

    Operation Banane

    Während die USA etliche Milliarden Dollar in die militärische Forschung stecken, reichen den smarten Gotteskriegern bereits ein paar Bananen und ein wenig Erdnussbutter, um die letzte verbliebene Supermacht in die Knie zu zwingen. Mit diesen Wundermitteln haben es die Taliban nach Informationen einer britischen Nachrichtenagentur, die von People´s Daily anonym zitiert wird, geschafft, heimischen Affen in der Grenzregion Waziristan die Benutzung von AK-47-Sturmgewehren und leichten Maschinengewehren vom Typ Bren beizubringen. Aber damit nicht genug – die klugen Affen vom Hindukusch können sogar Freund und Feind unterscheiden.


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