An Schäbigkeit kaum zu überbieten?

16. April 2007 von Spiegelfechter - Drucken

“An Schäbigkeit kaum zu überbieten” - dies sagte Helmut Kohl jüngst über Angela Merkel. Damit hat er natürlich den Nagel auf den Kopf getroffen, aber es ist nur all zu offensichtlich, dass dies ein letzter verzweifelter Versuch ist, sich doch noch in den Besitz des “Friedensnobelpreises” schreiben zu lassen.

Anders als die üblichen Claquere ist das Merkel nämlich seltsamerweise nicht der Meinung, Kohl solle diesen Preis bekommen und sich in die Reihe so illustrer Friedensaktivisten wie Henry Kissinger, Jassir Arafat, Schimon Peres und Jitzhak Rabin einreihen. Als Motiv für Merkel nennen laut SPIEGEL Kohl-Getreue, sie wolle nicht, “daß Kohl ihre eigenen außenpolitischen Erfolge überstrahle”. Diesen Satz muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Das geschmeidigste Bush-Zäpfchen aller Zeiten als außenpolitische Großtat? Nein, da kann der menschgewordene Pfälzer Saumagen schon mit anderen Pfründen prahlen, die unbedingt nobelpreiswürdig sind.

So z.B. die Durchsetzung des NATO-Nachrüstungsbeschlusses, die Einführung des Euros, der Aufkauf und anschliessende Ausverkauf der DDR, Blackouts vor Untersuchungsausschüssen, die Kranzniederlegung auf einem Waffen-SS Friedhof, die kreative Finanzierung seiner Partei und viele friedliche Dinge mehr.

Kohl hätte den Friedensnobelpreis sicher bekommen, hätte er nicht einen großen Fehler begangen. Sein “Mädchen” auf den Thron zu hieven. Welch Ironie der Geschichte, wenn jetzt gerade sie auf einer ihrer “Dr. Merkel rettet die Welt”-Touren diesen Preis zugeschrieben bekäme. Die schreibende Zunft liegt ihr ja zu Füßen. Ob es jetzt die bedingungslose Solidarität mit Israel ist, mit der sie den Nahost-Friedensprozess rettet oder die bedingungslose Solidarität mit unseren großen Freunden jenseits des Atlantiks, wenn es darum geht, Schurkenstaaten zu demokratisieren. Vielleicht sollte man den Friedensnobelpreis an Kohl und das Merkel gleichzeitig vergeben - das wäre doch eine Konzessionsentscheidung, oder nicht? Aber Oslo muss sich schon beeilen, die Konkurrenz schläft nicht. Auch Bush, Öttinger und Mugabe sind mittlerweile heißgehandelte Kandidaten, obgleich alle gegen den auf dem Sterbebett liegenden Sharon nur krasse Aussenseiter sind.

Jens Berger

Kategorie: Deutschland, Glosse, Politclowns | 19 Kommentare

Britische Spiegelfechtereien

10. April 2007 von Spiegelfechter - Drucken

Der britische Boulevard hat seine Helden gefunden und waidet sie nach aller Kunst aus. Und das ist gut so und geschieht mit dem Einverständnis von Blair und MOD, können diese doch so auf Nebenkriegsschauplätzen von ihrem Versagen ablenken und echte Helden kreieren, nach denen das Vaterland nur so dürstet. Unsäglich ist da schon das neidische Wadenbeissen des britischen PR-Experten Max Clifford, der dieses Veranstaltung als PR-Maßnahme geißelt, die “dem MOD ganz gut ins Konzept passt” - wahrscheinlich hat ihm die Konkurrenz die Helden vor der Nase weggeschnappt.

Natürlich suchte man sich die niedersten Chargen aus, die in einem Interview auch zig mal “Fuck” sagen, der britische Boulevardleser soll sich ja schließlich identifizieren können. Merke: Soldaten vorführen, das macht nur der Mullah. Diese “tapferen” Bauernopfer auf der Schlachtbank der Öffentlichkeit müssen sich natürlich erst mal artig entschuldigen und (wir Männer kennen das doch) wer kann schon einer weinenden Frau Vorwürfe machen?

BRAVE Navy hostage Faye Turney told yesterday how she burst into tears and APOLOGISED to her family for being a captive in Iran (1) (2)
I thought ‘Oh f***. I stood up and pushed on it and said ‘F*** off’.

Ein nahezu brillantes Meisterstück ihr übrigens während der Haft gelungen:

“I told them, ‘How do I know? I’m just the bloody boat driver’. I tried to play the dumb blonde.”

Mrs “F***” spielte das naive Blondchen, dies muss eine oscarreife Vorstellung gewesen sein - wer käme schon im Traum auf eine solche Idee?
Tränen kamen der verantwortungsvollen Mutter und Heldin auch, als sie in der Gefangenschaft an ihre Familie denken musste. Wie kann dieses “fanatische” iranische Regime einer so verantwortungsvollen Mutter, die hauptberuflich bewaffnet den Irak befreit eigentlich so eine Angst einjagen?

Throughout her time as a prisoner of the fanatical Iranian regime, the thought of her only child growing up without a mother had reduced her to tears.

Auf die Idee, daß Kriegseinsatz und Verantwortung für die Familie nicht so toll zusammenpassen kommt Frau Turney natürlich nicht, sehnt sie sich doch schon das nächste patriotische Abenteuer herbei, das ihre Tochter zu einer Halbwaisen machen könnte:

“I’m proud to be in the Royal Navy and of the girls and lads I serve with. I’m going back to it. They’re not going to break me.”

Der böse Mullah hat auch eine abscheuliche Einstellung, was die Freigabe von Filmmaterial angeht. Durch die Veröffentlichung der Fernsehbilder, hat er der jungen Heldin in ihrem Familienkreis einen vielleicht nicht wieder gut zu machenden Schaden hinzugefügt - wer sonst keine Sorgen hat (das Zitat betrifft die Zeit während der Inhaftierung):

“I saw the footage of me smoking and I was horrified. My mum didn’t know I smoked and I thought she’d be furious with me.

Der britische Boulevard hat jedenfalls eine Ungeheuerlichkeit ausgemacht, die bis dato Menschenrechtsorganisationen entgangen ist. Die Anzüge, in die man die britischen Soldaten steckte, entsprachen nämlich nicht dem bekanntlicher hoch kultivierten Geschmack der SUN-Leserschaft - ein eindeutiger Verstoß gegen die Bottroper Konventionen. Sandalen, hellbeige Hotpants und ein zu enges Shirt mit der Aufschrift “I went to Iran and all I got was this lousy T-Shirt” wären dem kulturellen Sitten der Briten sicher angemessener gewesen.

Make no mistake, Ahmadinejad is as cheap and nasty as the ill-fitting suits he sent the hostages home in.

Der “normale” Brite ist auch mit dem Handwerk eines Schneiders nicht vertraut, so daß der “böse” Iraner ihm da schon mal einen Schrecken einjagen kann:

FREED British hostage Faye Turney told last night how she feared she was being measured for her COFFIN by her evil Iranian captors.

Die Briten haben auch schon ihre Lehren aus dem Vorfall gezogen - der “Giftzwerg” (das ist ja mal originell) aus Teheran darf jedenfalls keine Atombombe haben.

And his behaviour over the past two weeks shows why the world must never allow this poison dwarf to develop a nuclear bomb.

Und wenn er es weiter versucht, wird ihn der britische Boulevard sicher in Steinzeit zurückbomben - wahrscheinlich mit kostenlosen CD-Beilegern mit geschmacklosen Tittenbildchen.

Gerade zu geschmacklos kommt einem da schon die Kritik von den Zurückgebliebenen britischer Todesopfer im Irak und in Afghanistan an dem Geschachere vor, die von “Heldentum” eine gar zu pathetische Vorstellung haben. Der moderne Held ist kein Alec Guiness aus “Bridge on the River Kwai”, der sich foltern lässt und immer nur seine Dienstnummer und seinen Rang sagt und jegliche Kooperation mit dem Feind ablehnt, nein, moderne Helden werden in den Medien gemacht und singende Vögelchen sind besser zu verkaufen als griesgrämige Prinzipienreiter. Und das Deutsche Sprachrohr, die BILD, präsentiert uns gerne harsche Töne ohne sie selbst zu äußern, solange man den Kollegen von der Insel damit einen auswischen kann (3):

Der Militärhistoriker Sir Max Hastings: „Ich hoffe, niemand kommt auf die Idee, ihnen eine Medaille zu geben. Sie verdienen vielleicht unser Mitleid, aber unser Respekt gebührt ihnen nicht. Ihr Auftreten war armselig!“

In der „New York Post“ ätzte Kolumnist Ralph Peters: „Schäbige und feige Waschlappen! Im Himmel kotzt Winston Churchill edlen Whisky.“

Das „Wall Street Journal“: „Warum haben die Gefangenen … so bereitwillig mit ihren Häschern zusammengearbeitet? Sie sind doch Marinesoldaten, die vermutlich darin ausgebildet sind, Propaganda-Auftritten zu widerstehen.“

Briten-General Sir Michael Gray: „Zu meiner Zeit hätten die Iraner höchstens den Namen und den Dienstgrad gekriegt und damit basta!“

Jens Berger

Kategorie: Ausland, Glosse, Iran, Medien | 9 Kommentare

Polemik: Das Berühren der Figüren mit den Pfoten ist verboten!

04. April 2007 von Spiegelfechter - Drucken

Der Michel hat eine neue alte Marotte wiederentdeckt, den Ruf nach Verboten. Das gefällt dem Michel gut, liebt der Michel doch Autoritäten, die ihm sagen, was er zu tun und zu lassen, zu denken und zu meinen habe und wann er in Polen einmarschieren soll.

War es früher der preussisch geprägte Ordnungssinn, der in Form von Obrigkeitswahn, vorauseilendem Gehorsam des deutschen Biedermanns und reglementierender Bürokratie unser Leben formte, so haben sich die Pickelhauben von gestern mit den Latz- und Jogginghosen von heute verbündet. Der Gesundheits-, Ernährungs- und Ökowahn der gut situierten, aber politisch desillusionierten und weltanschaulich sinnentleerten, Mittelschicht mit Bildungshintergrund, hat sich zu einer Religion entwickelt. Es gibt Hohepriester (die Medien), Sünden (Rauchen, Trinken), die Apokalypse (Klimaerwärmung), Tabus (Liberalismus), Mythen (Ernährungswissenschaft) und Engel (Delfine und Wale als gütige, weise Wesen, die uns Botschaften übermitteln). Das ewige Leben findet in Recycling-Schleifen seine Entsprechung, das Dosenpfand wird zum Ablass. Nahrungsmittel bilden eine elitäre Abgrenzung zu den Nichtgläubigen, “bio” ist “koscher” ist “hala”. Der Glaube an das Heil durch gesundes Leben ist zum identitätsstiftenden Bekenntnis geworden und ökologisch begründete Handlungsnormen arten zu quasireligiösen Riten aus - die Mülltrennung und gesundes Leben als religiöses Glaubensbekenntnis, die Klimakatastrophe als jüngstes Gericht begleitet vom apokalyptischen Mantra der Massenmedien, das uns regelmäßig daran erinnert, daß wir in der Endzeit leben.

“Das Dogma ist nicht anderes als ein ausdrückliches Verbot, zu denken.”
Feuerbach

Ähnlich dem religiösen Puritanismus zielt der moderne Moraltotalitarismus auf das Verbot als Form der manifestierten Selbstverneinung. Und wer sich selbst veneint, der entwickelt einen latenten Neid. Wer Ehebruch und Homosexualität dämonisiert, hat meist selbst eine langweilige Ehe oder ist ein verkappter Schwuler. Wer täglich joggt, seine Knäckebrot isst und dem Alkohol abgeschworen hat, schaut mit Argwohn auf seinen Nachbarn herab, der am Samstag Abend rauchend mit seinen Freunden bei einem kühlen Bier in der Kneipe klönt. Sieht der Herr Nachbar denn nicht ein, dass er sich schädigt? Das muss man ihm doch verbieten, wenn er denn nicht im Stande ist, sich vor sich selbst zu schützen. Man meint es doch nur gut mit ihm.

Alles, was Spaß, ein wenig Wärme und Abwechslung und Komfort verspricht, das Selbstbewusstsein stärkt oder Fluchten aus dem Alltag organisiert, die preiswerten Vergnügungen des kleinen Mannes zumal, soll eingeschränkt, reglementiert, verteuert, wenn nicht gar verunmöglicht werden. Es ist bestürzend und in seiner Systematik nahezu grotesk.

“Wer mehr als Hunger hatte, war einst Denker. Heute ist Denker, wer die Sattheit nicht länger erträgt.”
Walter Fürst

Auch spielt kognitive Dissonanz eine gewichtige Rolle. Wer fein seinen Müll trennt und sich tugendhaft Energiesparlampen kauft und das Wasser spart, braucht sich keine “echten” Gedanken mehr zu machen. Er tut ja bereits was “gutes” für die Umwelt. Und zwar dort, wo es am wenigsten weh tut und man am wenigsten denken muss. Es wird von den Hohepriestern vorgedacht und jede Sünde wird durch Buße reingewaschen. “Der Kauf einer PS-strotzenden Luxuslimousine ist zwar nicht sooo toll für die Umwelt, aber ich habe doch meine alten Glühbirnen ausgetauscht und trenne Müll”. Da werden solche Verbote doch schon mal gerne akzeptiert, sie gehen ja nicht ans Eingemachte.
Wenn eine Religionsgemeinschaft die Schlüsselstellen der Gesellschaft einnimmt, versucht sie auch ihren Glauben und ihre Wertvorstellungen für die Ungläubigen obligatorisch zu machen. Dafür bedarf es Handlungsempfehlungen und, bei all zu großer Renitenz, Verboten. So hat der Marsch durch die Institutionen nicht zur Befreiung des Menschen von gesellschaftlichen Zwängen geführt sondern nur zu deren Neuordnung.

“Der typische Demokrat ist immer bereit, die theoretischen Segnungen der Freiheit gegen etwas einzutauschen, was er gebrauchen kann.”
Henry Louis Mencken

Die herrschende Glaubensgemeinschaft ist indes auch klassenbewusst. Man selbst gehört meist der (gebildeten) Mittelschicht an und möchte sich auch moralisch über das Proletariat erheben. Alkohol, Rauchen, der Besitz von Hunden jenseits der Kuscheltierkategorie sind halt klassische Freizeitbeschäftigungen des Proletariats - so etwas ist verpönt und muss geächtet werden. Man ist auch lieber unter sich, Billigflüge sind Ökosünden so hört man, die durch eine Strafsteuer sanktioniert werden müssen. Man will ja schliesslich im Urlaub unter sich sein.

  • Du sollst nicht leuchten mit alten Birnen!
  • Du sollst nicht fahren schnell in Deinem Auto!
  • Du sollst nicht töten im virtuellen Pixelraum!
  • Du sollst nicht fliegen!
  • Du sollst nicht rauchen!
  • Du sollst nicht trinken!

Es wird suggeriert mit der Gängelung des Bürgers könnten Weltprobleme gelöst werden. Im Namen des Umweltschutzes wird über das absurde Verbot von Glühbirnen diskutiert, welches sicher nur der Beginn eines sinnfreien Treibhausgasvermeidungszwang für den privaten Bereich ist - warum eine Glühbirne “böse” ist und ob nicht eigentlich die Strommonopolisten in der Pflicht sind, dafür zu sorgen, daß die Glühbirne nicht mehr “böse” ist, wird gar nicht mehr hinterfragt. Ursache, Wirkung - egal, es geht um religiöse Glaubenssätze und nicht um eine energiepolitische Diskussion.

“Je mehr Verbote, umso ärmer das Volk.”
Laotse

Rauchen ist eine der Erbsünden der “Fit for Fun”-Religion. Wer raucht bringt sich um und frisst sicher auch kleine Kinder. Jüngst sagte die Bundesdrogenbeauftragte in einem Interview zunächst, rauchfreie Kneipen würden die Einnahmen der Wirte förmlich explodieren lassen und ein paar Sätze später (hat der Michel doch schon wieder vergessen), man müsse ausnahmslos in allen Kneipen das Rauchen verbieten, da es sonst zu “Wettbewerbsverschiebungen” käme. Aha! Frau Bätzing kann damit ja nur meinen, daß die Raucherkneipen vor der Pleite gerettet werden müssen, da sie ja nicht vom Boom der Nichtraucherkneipen partizipieren - oder was meinte Frau Bätzing sonst, ohne mit einem der Sätze die Wahrheit verfehlt zu haben? Wenn der große Boom für rauchfreie Kneipen wirklich zu erwarten wäre, muss man den Wirten ja auch den Vorwurf des schlechten Managements machen. Es ist ja bekanntlich nicht verboten, auch nicht von der Tabakmafia, seine Kneipe in eine Nichtraucherkneipe umzuwandeln - wenn der Markt so gigantisch ist, warum gibt es dann (fast) keine? Man kann die Antwort erahnen, bei all den Äußerungen der Hohepriester der “Fit for Fun”-Religion handelt sich mehr um Glaubensfragen, die schon mal dogmatisiert werden - Hinterfragen verboten!

Ich möchte mir mein Recht auf Unvernunft nicht nehmen lassen!

Jens Berger

Kategorie: Deutschland, Glosse | 13 Kommentare

Don´t be a Dodo!

22. März 2007 von Spiegelfechter - Drucken

Mehr durch Zufall, habe ich heute eine sehr “nette” Seite im Netz gefunden: A-Human-Right!

Hier setzt man sich für das Grundrecht auf Waffenbesitz ein - und dies mit Bildern, bei denen man sich als liberaler Mitteleuropäer vor Lachen den Bauch halten muss:

Man hat ja heute gelernt, daß laut Frau Schwarzer der deutsche Rechtsstaat vom Islamismus unterwandert ist, aber das man gleich ein Taliban ist, wenn man gegen bewaffnete unabhängige Frauen ist … nun ja, daß würde wohl sogar Frau Schwarzer zurückweisen (oder doch nicht? Man(n) weiß ja nie?!?)

Dies wird wohl die Antwort auf liberalere Abtreibungsgesetze sein … warum zeigt man hier keinen erschossenen Gynäkologen?

Wenn man(n) den Taliban gerade mal so von sich weisen kann, so wird es für das liberale Weichei hier schon schwieriger - denn wer den freien Waffenbesitz ablehnt, ist bekanntermaßen …

… ein Rassist:

… ein Schwulenfeind:

… ein chauvinistischer Macho:

… ein Kriegshetzer:

… und ein Antisemit, schon mal so und so:

Was aber am schwersten wiegt. Gegner des Waffenbesitzes sind potentielle Dodos! (das ist mein Favorit ;-):

Und auch zur Flugsicherheit hat man sich Gedanken gemacht:

Und mal ganz ehrlich - wer kann nach Betrachtung dieses Bildes noch ernsthaft Gegner des Waffenbesitzes sein?

Ich zumindest nicht mehr! Und das darf ich auch nicht, sonst dürfte ich diese Bilder laut Nutzungsbedingungen nicht in mein Blog stellen ;-)

Obgleich der Autor der Seite sich alle Mühe gibt, ernsthaft zu wirken, bin ich der Überzeugung, es handelt sich hierbei um eine (sehr gut gemachte) Persiflage - so dumm kann doch selbst das konservative Amerika nicht sein … oder?

Die Poster erinnern mich an die grandiosen WK-2 Posterpersiflagen von Whitehouse.org.

Wenn die Pro-Waffen Freaks, diese Bilder verbreiten und benutzen, so wie der Autor es ausdrücklich wünscht, machen sie sich letztendlich nur selbst lächerlich - Guerilla-Kunst mit einem tieferen Sinn. Aber auch wenn der Autor wirklich ein durchgeschossener Waffennarr ist, so bleibt dies für mich Kunst … welche ja bekanntlich im Auge des Betrachters liegt.

Jens Berger

Kategorie: Glosse | 1 Kommentar

Geschenkt ist geschenkt, wiederholen ist gestohlen!

13. März 2007 von Spiegelfechter - Drucken

Unsere allseits geliebte niedersächsische SPD versucht in einem einmaligen Prozess, Hitler posthum die deutsche Staatsangehörigkeit abzuerkennen. Der niedersächsische Gesetzgebungs- und Beratungsdienst des Landtages wurde beauftragt ein Gutachten zu erstellen.

Ja sind unsere Genossen denn von allen guten Geistern verlassen? Man stelle sich nur die Folgen vor – sollte Hitler sogar rückwirkend zum Ausländer oder Staatenlosen erklärt werden, müsste er zumindest seine Kandidatur zur Reichspräsidentenwahl 1932 nachträglich zurückziehen und hätte somit weder die Olympischen Spiele 1936 noch den 2. Weltkrieg 1939 eröffnen dürfen, beide wären folglich von den zuständigen Gremien zu annullieren.

Wenn er jetzt noch lebte, könnte er als Staatenloser noch nicht einmal abgeschoben werden. Somit wäre der bekannteste Deutsche kein Deutscher mehr, sondern nur noch der bekannteste Staatenlose? Um den Coup perfekt zu machen, könnte ähnlich wie Braunschweig (welches sich auch, passend zur SPD, in Rotschweig umbennen könnte), auch die österreichischen Gemeinde Braunau (wie wär´s mit Grünau?) die Adoption des unehelichen Sohnes eines gewissen Alois Hitler bzw. Hiedler posthum für ungültig erklären. Mit einem staatenlosen Adolf Schicklgruber könnte sicher niemand etwas anfangen und Deutschland und Österreich stünden in der Welt gleich besser da und könnten sich fortan um die Staatsangehörigkeit Beethovens streiten. Wenn man nun noch die Geburtsurkunde Hitlers posthum bzw. posthum pränatal für ungültig erklären würde, bräuchte die SPD bei neuerlichen Beschlüssen, deutsche Soldaten in die Welt zu schicken, auch gar kein schlechtes Gewissen mehr zu haben – Hitler? Den hat es nie gegeben.

Das hätte man der Internetkrake Google auch mal sagen können – woher sollen die das wissen, die beschäftigen sich ja mehr mit innerchinesischer Politik, um auch ja kritische Seiten schnell genug zu sperren. In Googles Landkartenwerk „Google-Earth“ existierte in der Nähe von Bad Tölz bis vor kurzem ein „Hitler-Berg“. Wo der wohl herkam?

Pünktlich zum G8-Gipfel im Sommer (oder auch 60 Jahre zu spät), hat sich auch das Ostseestädchen Bad Doberan durchringen können, Hitler von seiner Ehrenbürgerliste zu streichen. Da war aber jemand aufmerksam, nicht auszudenken, welch Assoziationen das hätte hervorrufen können - Bush und Merkel wettern in einer Stadt gegen “Islamofaschisten”, in der der Oberfaschist Ehrenbürger ist … *tsss*
Es wundert mich ja schon, dass noch niemand auf die Idee gekommen ist, den possierlichen augenlosen, braunen und räuberischen Laufkäfer Anophthalmus hitleri, der in slowenischen Höhlen haust, postirgendwas rückwirkend umzubennen – aber es gibt ja dieses Jahr noch den 1. April, der eigentlich für Meldungen dieser Art prädestiniert ist.

Kategorie: Deutschland, Glosse | 6 Kommentare

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  • misterL @SF nur weil bei einem arzt das schild arzt hängt, macht ihn das noch nicht zum guten arzt. so gilt das...
  • klml Das mag jetzt zynisch klingen - aber wer keine Ahnung von der Materie hat, sollte das gute alte Sparbuch oder...
  • Sukram71 @59 Fiend_THeyde: “Ebenso weil völlig unklar ist, wie eine solche “Garantie” umgesetzt werden...
  • Spiegelfechter @misterL Ganz richtig! oder machst du vor einem arztbesuch ein studium der medizin von 3-4 semester?...
  • misterL @SF # 68 ein bänker, der seine “eigenen” produkte nicht versteht, sollte diese produkte...

SR2 - Fragen an den Autor: Das Ende der Massenarbeitslosigkeit

Hitmeister Superblogs 2008