Direkt zum Inhalt

  • Suchen

  • RSS Feeds

  • Letzte Kommentare

  • Die Allmacht der Algorithmen – unser Facebook-Dilemma

    geschrieben am 01. September 2016 von Jens Berger

    Albrecht Müller warf in der letzten Woche einige berechtigte Fragen bezüglich der Algorithmen von Facebook in die Runde. Daraufhin schrieben uns zahlreiche Leser von ähnlichen Problemen. Bemerkenswert fanden wir dabei vor allem Berichte über vermeintlich gelöschte Leserkommentare unter unseren Beiträgen auf Facebook. Je mehr wir uns mit diesen Fällen beschäftigten, desto hilfloser und ohnmächtiger fühlten wir uns. Dieses Beispiel aus dem Kleinen zeigt, wie überwältigend die Allmacht der Algorithmen bereits heute im Großen ist. Die Antworten der Politik auf diese Schieflage sind geradezu grotesk. Vor unseren Augen entsteht momentan die wohl größte und gefährlichste Zensur-Infrastruktur der menschlichen Geschichte.

    Wohin sind die Kommentare verschwunden?

    Fee Strieffler versteht die Welt nicht mehr. Die Aktivistin, die sich unter anderem beim „Ramsteiner Appell“ und bei der „Luftpost Kaiserslautern“ engagiert, hatte sich zwei Stunden Zeit genommen, um einem unserer Leser bei der Beantwortung seiner Fragen zu helfen, die er auf Facebook zu unserem Beitrag „Ramstein liegt auf deutschem Staatsgebiet“ stellte. Kurze Zeit später waren Frau Striefflers Beiträge jedoch im digitalen Nirwana verschwunden. Einzig und allein der Zähler von Facebook weist noch darauf hin, dass es hier offenbar noch Kommentare gibt, die jedoch niemand zu sehen bekommt.

    Weiterlesen auf den NachDenkSeiten

    65 Kommentare

    Ist das der Beginn vom Ende der Deutungshoheit?

    geschrieben am 18. August 2016 von Jens Berger

    In Großbritannien hat sich die geballte Front der Massenmedien zusammen mit den Parteieliten gegen den Labour-Vorsitzenden Jeremy Corbyn verschworen. Corbyn nahm den Kampf auf – über die Sozialen Netzwerke und Onlinemedien haben seine Anhänger eine wirkungsvolle Gegenöffentlichkeit geschaffen. Bei den kommenden Wahlen zum Parteivorsitz geht Corbyn als großer Favorit ins Rennen. In den USA hat Bernie Sanders gezeigt, wie man ohne das große Geld, dafür aber mit der Unterstützung der Sozialen Netzwerke, gegen eine Einheitsfront der Massenmedien mehr als einen Achtungserfolg erzielen kann. Gleiches gilt für Donald Trump, der neben den Massenmedien auch noch das versammelte Parteiestablishment gegen sich hat. Hat die Macht der Meinungsmacher ihren Zenit überschritten? Sind die Beispiele Corbyn und Sanders auch auf Deutschland übertragbar?

    Corbynistas gegen den Mainstream

    Wissenschaftler der angesehenen London School of Economcis haben vor wenigen Wochen eine Studie veröffentlicht, in der sie analysiert haben, wie die großen Zeitungen des Landes über Jeremy Corbyn berichten. Das Ergebnis ist eindeutig und wenig überraschend: Klassisch konservative bis reaktionäre Blätter wie die Sun oder der Daily Telegraph berichten fast nie neutral oder gar positiv über Corbyn, sondern nehmen meist eine klar ablehnende Position ein. Und selbst bei „liberalen“ Blättern wie die dem Daily Mirror oder dem Guardian überwiegt die Kritik. Passenderweise trägt die LSE-Studie dann auch den Titel: „Vom Wachhund zum Kampfhund“.

    Weiterlesen auf den NachDenkSeiten

    37 Kommentare

    Gestatten, Julian Reichelt, BILD-Chef(Troll) vom Dienst!

    geschrieben am 17. August 2016 von Jens Berger

    Es gibt Onlinemedien, die haben ein massives Problem mit Trollen* im Kommentarbereich. Das ist schlimm. So richtig tragisch ist es jedoch, wenn ein großes Onlinemedium ein massives Troll-Problem im redaktionellen Teil hat. Dieses unschöne Schicksal wurde bild.de, dem digitalen Ableger des Fachblattes für Angst, Hass, Titten und den Wetterbericht zuteil. Chef und Chef-Troll in Personalunion ist dort ein gewisser Julian Reichelt, der dem größeren Publikum vor allem durch seine Trollereien in TV-Talkshows bekannt sein dürfte. Heute hat sich Reichelt auf bild.de einmal Steinmeiers Rede im Ural vorgenommen (Vorsicht, Link führt auf bild.de). Herausgekommen ist ein Meisterwerk moderner Trollerei, das wir unseren Lesern nicht vorenthalten wollen. Von Jens Berger

    Warum hält ein deutscher Außerminister eine Rede in Jekaterinburg? Und warum ist die Rede des obersten deutschen Diplomaten … nun ja … im Ton eher „diplomatisch“? Für Bild-Troll Reichelt ist die Antwort klar: Steinmeiner „öffne seine SPD für eine mögliche Koalition mit den Putin-Verstehern und Moskau-Verehrern der Linken“. Wer den bösen Russen nicht bei jeder sich bietenden Gelegenheit beleidigt und demütigt kann ja auch nur ein verkappter Irgendwas-Versteher sein, der unser schönes Land dem Russen bzw. seiner fünften Kolone ausliefern will. Das ist zwar blanker Unsinn, aber genau das ist ja der Kern eines Troll-Kommentars: Das Publikum mit blankem, meist provokativem Unsinn zur Weißglut zu bringen. Beruhigen wir uns also wieder und lesen weiter.

    Weiterlesen auf den NachDenkSeiten

    54 Kommentare

    Stimmt das nicht oder ist das falsch? – Von Headlinelesern und Headlinemachern

    geschrieben am 19. Juli 2016 von Joerg Wellbrock (Tom W. Wolf)

    newspapers-444450_960_720Einwurf

    Größer, schneller, breiter! So sind die Überschriften heute. Hat da jemand „Allahu akbar“ gerufen? Oder klang es nur so? Irgendwie ausländisch, oder? Egal, wird schon was dran sein. Also raus mit der Headline, irgendwas mit dem Islam kommt immer gut. Prüfen können das das später. Wenn es sich ergibt. Oder wir hauen ein Dementi raus und entschuldigen uns brav. Erstmal schreiben, schnell, schnell, schnell!

    Die Medien sind in einem ständigen Wettlauf. Die nächste Meldung muss noch vor der kommenden Aktualisierung auf Facebook oder Twitter stehen. Mit einer schönen, emotionalen, polarisierenden und auffälligen Überschrift. Der Rest ist dann gar nicht mehr so wichtig, liest eh kaum jemand.

    Eine Studie an der Columbia University und des Microsoft Research Inria Joint Centre hat herausgefunden, dass 59 Prozent der Links zu Nachrichten von etablierten Medien (u. a. CNN, Huffington Post, New York Times) nicht geklickt werden: Dass also nur die Überschrift wahrgenommen wird.
    So steht es in der „taz“. Und hierzulande dürfte es auch nicht anders sein. So geht Stimmungsmache am besten: „Ich hab den Artikel zwar nicht gelesen, finde aber echt übel, was drin steht.“ Oder auch: „Was der Autor da schreibt, ist absoluter Unsinn! Vielleicht lese ich das demnächst mal.
    Wir haben keine Zeit.
    Die Medien nicht.
    Die Leser nicht. Den Artikel weiterlesen »

    93 Kommentare

    Best of Brexit-Blödsinn – wie das britische Referendum der schreibenden Zunft den Verstand klaut

    geschrieben am 27. Juni 2016 von Jens Berger

    Offenbar wurden auch die Medien vom Brexit-Votum der Briten überrascht. Anders ist es eigentlich kaum zu erklären, dass in den Tagen nach dem Referendum ausschließlich qualitativ minderwertige Artikel zum Thema publiziert wurden, die dafür jedoch emotional hoch aufgeladen waren. Gerade so, als hätten die Briten nicht für einen EU-Austritt gestimmt, sondern seien stattdessen mit den Ehepartnern unseren lieben Qualitätsjournalisten durchgebrannt. Und wo die Emotionen schäumen, schleichen sich schon mal Fehler ein. Das ist natürlich eine Untertreibung. Die Zahl der groben Fehler bei der Brexit-Berichterstattung ist endlos lang und es ist unmöglich, sie hier lückenlos aufzuzählen. Dafür haben wir aber für Sie ein kleines Best-of-Brexit-Blödsinn zusammengestellt.

    Das Abendland geht unter! Selbst die „Unis fürchten schwere Folgen des Brexit“ weiß der Tagesspiegel zu berichten http://www.tagesspiegel.de/wissen/nach-dem-eu-ausstieg-grossbritanniens-unis-fuerchten-schwere-folgen-des-brexit/13782536.html und zahlreiche andere Zeitungen teilen die Sorge, dass auf die Studenten nun schwere Zeiten zukommen. Die Begründung ist erstaunlich: Es geht um das Erasmus-Programm der EU. Die Logik: Wenn Großbritannien die EU verlässt, können Erasmus-Studenten nicht mehr nach Großbritannien und britische Studenten nicht mehr auf den Kontinent. Das ist jedoch nicht zu befürchten, nehmen doch auch Nicht-EU-Länder wie Norwegen, Island oder auch die Türkei am Erasmus-Programm teil. Es gibt absolut keinen Grund anzunehmen, warum Großbritannien in der Post-EU-Ära aus dem Programm aussteigen sollte.

    Es ist ja löblich, dass unsere Qualitätsjournalisten sich überhaupt um die Jugend Sorgen machen. Verdrängt wurden die Studenten auf den Titelseiten zunächst von anderen jungen Leistungsträgern – den millionenschweren Fußballprofis.

    In den englischen Fußballligen gibt es qua EU-Recht keine Arbeitsbeschränkungen für EU-Ausländer – sehr wohl gibt es jedoch Beschränkungen für Spieler aus Nicht-EU-Ländern. Klick, Klack – wenn Großbritannien nun die EU verlässt, können ja auch die alten Regeln nicht mehr gelten und Stars wie „unser Schweini“ müssen dann – so die größte Sorge von SPIEGEL Online und Co. – England verlassen. Das wäre ja auch eine echte Katstrophe! Doch zumindest Bastian Schweinsteiger kann entspannt durchatmen: Selbst wenn die britische Politik es mit dem Brexit ernst meint und aufs Tempo drückt, wird Großbritannien frühestens im Herbst 2018 die EU verlassen. Und dann ist Schweinsteiger stolze 34 Jahre alt und sicher nicht mehr in der engeren Auswahl für ein englisches Top-Team. Und auch seine Kollegen werden sich keine Sorgen machen müssen, liegt es doch einzig und allein in der Entscheidungsgewalt des englischen Fußballverbandes FA ob und welche Einschränkungen er erlässt. Damit wäre die wichtigste Sache der Welt eigentlich auch brexit-technisch abgehakt. Kommen wir zur zweitwichtigsten Sache der Welt – dem lieben Geld.

    Weiterlesen auf den NachDenkSeiten

    62 Kommentare
    Seite 1 von 221234...1020...Letzte »