Britische Spiegelfechtereien

10. April 2007 von Spiegelfechter - Drucken

Der britische Boulevard hat seine Helden gefunden und waidet sie nach aller Kunst aus. Und das ist gut so und geschieht mit dem Einverständnis von Blair und MOD, können diese doch so auf Nebenkriegsschauplätzen von ihrem Versagen ablenken und echte Helden kreieren, nach denen das Vaterland nur so dürstet. Unsäglich ist da schon das neidische Wadenbeissen des britischen PR-Experten Max Clifford, der dieses Veranstaltung als PR-Maßnahme geißelt, die “dem MOD ganz gut ins Konzept passt” - wahrscheinlich hat ihm die Konkurrenz die Helden vor der Nase weggeschnappt.

Natürlich suchte man sich die niedersten Chargen aus, die in einem Interview auch zig mal “Fuck” sagen, der britische Boulevardleser soll sich ja schließlich identifizieren können. Merke: Soldaten vorführen, das macht nur der Mullah. Diese “tapferen” Bauernopfer auf der Schlachtbank der Öffentlichkeit müssen sich natürlich erst mal artig entschuldigen und (wir Männer kennen das doch) wer kann schon einer weinenden Frau Vorwürfe machen?

BRAVE Navy hostage Faye Turney told yesterday how she burst into tears and APOLOGISED to her family for being a captive in Iran (1) (2)
I thought ‘Oh f***. I stood up and pushed on it and said ‘F*** off’.

Ein nahezu brillantes Meisterstück ihr übrigens während der Haft gelungen:

“I told them, ‘How do I know? I’m just the bloody boat driver’. I tried to play the dumb blonde.”

Mrs “F***” spielte das naive Blondchen, dies muss eine oscarreife Vorstellung gewesen sein - wer käme schon im Traum auf eine solche Idee?
Tränen kamen der verantwortungsvollen Mutter und Heldin auch, als sie in der Gefangenschaft an ihre Familie denken musste. Wie kann dieses “fanatische” iranische Regime einer so verantwortungsvollen Mutter, die hauptberuflich bewaffnet den Irak befreit eigentlich so eine Angst einjagen?

Throughout her time as a prisoner of the fanatical Iranian regime, the thought of her only child growing up without a mother had reduced her to tears.

Auf die Idee, daß Kriegseinsatz und Verantwortung für die Familie nicht so toll zusammenpassen kommt Frau Turney natürlich nicht, sehnt sie sich doch schon das nächste patriotische Abenteuer herbei, das ihre Tochter zu einer Halbwaisen machen könnte:

“I’m proud to be in the Royal Navy and of the girls and lads I serve with. I’m going back to it. They’re not going to break me.”

Der böse Mullah hat auch eine abscheuliche Einstellung, was die Freigabe von Filmmaterial angeht. Durch die Veröffentlichung der Fernsehbilder, hat er der jungen Heldin in ihrem Familienkreis einen vielleicht nicht wieder gut zu machenden Schaden hinzugefügt - wer sonst keine Sorgen hat (das Zitat betrifft die Zeit während der Inhaftierung):

“I saw the footage of me smoking and I was horrified. My mum didn’t know I smoked and I thought she’d be furious with me.

Der britische Boulevard hat jedenfalls eine Ungeheuerlichkeit ausgemacht, die bis dato Menschenrechtsorganisationen entgangen ist. Die Anzüge, in die man die britischen Soldaten steckte, entsprachen nämlich nicht dem bekanntlicher hoch kultivierten Geschmack der SUN-Leserschaft - ein eindeutiger Verstoß gegen die Bottroper Konventionen. Sandalen, hellbeige Hotpants und ein zu enges Shirt mit der Aufschrift “I went to Iran and all I got was this lousy T-Shirt” wären dem kulturellen Sitten der Briten sicher angemessener gewesen.

Make no mistake, Ahmadinejad is as cheap and nasty as the ill-fitting suits he sent the hostages home in.

Der “normale” Brite ist auch mit dem Handwerk eines Schneiders nicht vertraut, so daß der “böse” Iraner ihm da schon mal einen Schrecken einjagen kann:

FREED British hostage Faye Turney told last night how she feared she was being measured for her COFFIN by her evil Iranian captors.

Die Briten haben auch schon ihre Lehren aus dem Vorfall gezogen - der “Giftzwerg” (das ist ja mal originell) aus Teheran darf jedenfalls keine Atombombe haben.

And his behaviour over the past two weeks shows why the world must never allow this poison dwarf to develop a nuclear bomb.

Und wenn er es weiter versucht, wird ihn der britische Boulevard sicher in Steinzeit zurückbomben - wahrscheinlich mit kostenlosen CD-Beilegern mit geschmacklosen Tittenbildchen.

Gerade zu geschmacklos kommt einem da schon die Kritik von den Zurückgebliebenen britischer Todesopfer im Irak und in Afghanistan an dem Geschachere vor, die von “Heldentum” eine gar zu pathetische Vorstellung haben. Der moderne Held ist kein Alec Guiness aus “Bridge on the River Kwai”, der sich foltern lässt und immer nur seine Dienstnummer und seinen Rang sagt und jegliche Kooperation mit dem Feind ablehnt, nein, moderne Helden werden in den Medien gemacht und singende Vögelchen sind besser zu verkaufen als griesgrämige Prinzipienreiter. Und das Deutsche Sprachrohr, die BILD, präsentiert uns gerne harsche Töne ohne sie selbst zu äußern, solange man den Kollegen von der Insel damit einen auswischen kann (3):

Der Militärhistoriker Sir Max Hastings: „Ich hoffe, niemand kommt auf die Idee, ihnen eine Medaille zu geben. Sie verdienen vielleicht unser Mitleid, aber unser Respekt gebührt ihnen nicht. Ihr Auftreten war armselig!“

In der „New York Post“ ätzte Kolumnist Ralph Peters: „Schäbige und feige Waschlappen! Im Himmel kotzt Winston Churchill edlen Whisky.“

Das „Wall Street Journal“: „Warum haben die Gefangenen … so bereitwillig mit ihren Häschern zusammengearbeitet? Sie sind doch Marinesoldaten, die vermutlich darin ausgebildet sind, Propaganda-Auftritten zu widerstehen.“

Briten-General Sir Michael Gray: „Zu meiner Zeit hätten die Iraner höchstens den Namen und den Dienstgrad gekriegt und damit basta!“

Jens Berger

Kategorie: Ausland, Glosse, Iran, Medien | 9 Kommentare

Der SPIEGEL ringt um seine “Wahrheit”

05. April 2007 von Spiegelfechter - Drucken

Während die Welt erleichternd zur Kenntnis nimmt, daß die Cornwall-Krise glimpflich ausgegangen ist, die Lage im Nahen Osten sich für kurze Zeit mal ein wenig entspannt hat, mag der SPIEGEL dies nicht zur Kenntnis nehmen und strickt bereits fleissig an Legenden.

Bis heute hatte sich der SPIEGEL bemüht, Faktenaussagen beider Seite mit dem Konjunktiv zu versehen - natürlich setzte man iranische Behauptungen schon mal gerne in Gänsefüsschen und konstruierte Sätze, die zwischen den Zeilen suggerierten, Großbritannien sei (natürlich) im Recht und wählte Bildunterschriften, die Aussagen der britischen Seite als Tatsachen darstellten.

Die überraschende Wende der Krise mit abschliessendem Happy-End scheint in der SPIEGEL-Redaktion indes für Unruhe gesorgt zu haben. Hatte der SPIEGEL sich doch schon darauf eingestellt, daß die Krise eskalieren würde. Und was sollte man denn nun mit dem schicken Banner anfangen, wenn sich plötzlich keiner mehr fürchtet?

Da liess man seine Schreiberknechte los und produzierte selbsterfüllende Prophezeiungen und Legenden - als “Lei(t/d)medium” kann man das so machen.

Als erstes liess man den Herrn Spörl von der Kette, der auch gleich einen “Abgrund an Heuchelei” witterte, diesen in seinem äußerst dürftigen Artikel aber nicht weiter herleiten konnte/wollte. Schlagzeilenjournalismus halt, so ganz auf BILD-Niveau.

Man muss ihm genau zuhören. Es lohnt sich immer. So viel Abgrund an Heuchelei ist selten.

Man muss ihm gut zusehen, zum Beispiel wenn er es sich nicht nehmen lässt, wie ein guter Gastgeber seine Gäste, die Gefangenen, nach Hause zu verabschieden, gelassen und selbstbewusst und im Eingedenken, dass diese Bilder um die Welt gehen und mit den Worten: “Viel Glück, viel Erfolg.”

Dann durften die Praktikanten loslegen und Überschriften wie “Blair dementiert Zahlung für Freilassung der Soldaten” formulieren, die suggerieren sollen, die Gefangenschaft britischer Soldaten stünde auf einem Level mit Entführungen im Irak, wie im Falle Osthoff oder bei den zwei deutschen Ingenieuren. Interessanterweise ist der SPIEGEL das einzige Blatt weltweit, bei dem die Aussage Blairs “without any deal” mit einer Finanztransaktion in Zusammenhang gebracht wurde. Im Artikel wird dies auch nicht “angedacht”, nur in der Überschrift - typisch SPIEGEL.

Aber noch in diesem Artikel wurde der “offizielle” Textbaustein eingesetzt, der den Hintergrund recht genau wiedergibt:

Teheran warf ihnen vor, in iranische Gewässer eingedrungen zu sein. Nach britischen Angaben hielten sich die Soldaten in irakischen Gewässern auf. Der Grenzverlauf der Wasserstraße ist seit Jahren strittig.

Im nächsten Artikel beginnt Herr Wittrock indes bereits an einer Legende zu spinnen:

Als am 23. März die Nachricht von der Festnahme der britischen Seeleute und Marines von der HMS Cornwall bekannt wurde, rief Außenministerin Margret Beckett in London umgehend das britische Sicherheitskabinett zusammen. Zunächst galt es, die exakte Position der britischen Royal Navy-Einheit zum Zeitpunkt ihrer Verhaftung zu ermitteln. Anhand von Satelliten-Daten stand schnell fest: Die Soldaten befanden sich definitiv in irakischen Gewässern.

Kein Konjunktiv mehr, kein Hinweis darauf, daß die Äußerung der Briten in dieser Eindeutigkeit schlichtweg falsch sind, keine Distanz zu den Angaben der Briten, sie werden faktisch als “definitiv” dargestellt. Weiter schreibt Wittrock in der SPIEGEL-Version der Vorfälle:

Erst am sechsten Tag der Krise kam Bewegung in die Angelegenheit. Am Rande des Gipfels der Arabischen Liga in Riad kündigte Mottaki plötzlich an, seine Regierung wolle die einzige Frau unter den Soldaten freilassen. Dennoch hielt man in Teheran den Vorwurf aufrecht, die Briten seien in iranisches Territorium eingedrungen.

Zu diesem Zeitpunkt verlor Großbritannien die Geduld und suchte im Zuge einer Internationalisierung der Krise die diplomatische Eskalation. Das Verteidigungsministerium veröffentlichte GPS-Daten, die zeigen sollten, dass sich die Briten 1,7 nautische Meilen von der iranischen Grenze entfernt aufgehalten hätten.

Das ist so weit richtig, nur unterschlägt Herr Wittrock hier, daß die britische Präsentation der GPS-Daten gefakt war und die unrichtige Behauptung aufstellte, die Seeleute befänden sich in zweifelsfrei irakischen Gewässern. Eine Grenzlinie, die nicht existent ist, wurde nach Kolonialherrenart von den Briten unilateral festgelegt. Das Teheran auf eine solche Provokation unwirsch reagieren musste, ist irgendwie verständlich. Im weiteren geht die Phantasie mit Herrn Wittrock durch:

Iran führte die Gefangenen der Reihe nach im Staatsfernsehen vor, zwang sie dazu, vor laufenden Kameras vermeintliche Schuldeingeständnisse abzugeben und sich für das angebliche Eindringen in iranische Gewässer zu entschuldigen.

Für eine SPIEGEL-Chronik der Ereignisse ist diese Formulierung sehr spekulativ ohne die Spekulation als solche anzudeuten. Das die Gefangenen “gezwungen” wurden, mag für Herrn Wittrock feststehen, belegt ist dies nicht. Auch wird mit der Hintertür wieder an der Frage gerüttelt, ob es denn iranische Gewässer seien.

Wie man eine Chronik neutral formuliert könnte Herr Wittrock sich bei den Kollegen von Reuters lernen und was Neutralität ist, zeigen ihm die Kollegen der BBC sicher gerne.

Aber ich glaube, ich liege nicht all zu falsch, wenn ich davon ausgehe, daß der SPIEGEL uns in den nächsten Tagen noch weitere SPIEGELEIEN dieser Art vorsetzen wird.

Jens Berger

Kategorie: Ausland, Iran, Medien | 23 Kommentare

Ein Offener Brief von Terry Jones

02. April 2007 von Spiegelfechter - Drucken

Der offene Brief von Terry Jones, Regisseur und Mitglied der Monty-Python Truppe, im Guardian gefiel mir so gut, daß ich ihn ins Deutsche übersetzt habe. Vorsicht - er ist sarkastisch und böse. Im englischsprachigen Original ist er hier zu finden:

Ich teile die Empörung der britischen Presse über die Behandlung der Marinesoldaten, die beschuldigt werden, iranische Hoheitsgewässer unerlaubt verletzt zu haben. Es ist eine Schande. Wir würden im Traum nicht daran denken, Gefangene so zu behandeln – ihnen beispielsweise zu gestatten zu rauchen, obgleich doch bewiesen ist, dass Rauchen tötet. Oder die arme Soldatin Faye Turney zu zwingen, ein schwarzes Kopftuch zu tragen und dann zu erlauben, dass dieses Bild auf der ganzen Welt veröffentlicht wird – haben die Iraner keine Ahnung von einem zivilisierten Benehmen? Was, um Himmels Willen, wäre so schlimm daran, ihr einen Sack über den Kopf zu stülpen? So machen wir das mit Muslimen, die wir gefangen nehmen: Wir stülpen ihnen Säcke über den Kopf, damit ihnen das Atmen schwerer fällt. Dann ist es nämlich auch zweifelsohne zulässig, sie zu photographieren und die Bilder an die Weltpresse weiterzureichen, da sie niemand mehr erkennen kann und sie somit nicht derart gedemütigt werden, wie die unglücklichen britischen Marinesoldaten.

Es ist ebenfalls absolut nicht hinnehmbar, das die britischen Soldaten dazu gebracht werden im Fernsehen Dinge zu sagen, die sie später bereuen könnten. Wenn die Iraner ihnen wenigstens den Mund mit Panzerband zugeklebt hätten, so wie wir das mit unseren Gefangen tun, könnten sie gar nicht sprechen. Natürlich könnten sie es dann noch schwieriger finden zu atmen – vor allem mit Säcken über ihrem Kopf – aber wenigstens würden sie nicht gedemütigt.

Und was ist das eigentlich für ein Unding, den Soldaten zu erlauben, Briefe nach Hause zu schreiben, in denen steht, es ginge ihnen gut? Es wird Zeit, dass sich die Iraner endlich den Gepflogenheiten der zivilisierten Welt anpassen: Den Gefangenen sollte die Privatsphäre einer Isolationshaft gestattet werden. Dies ist ein Privileg unter vielen, dass die USA den Gefangenen in Guantanamo Bay zugesteht.

Das wahre Kennzeichen eines zivilisierten Landes ist es, sich bei der Anklageerhebung gegen Menschen, die es willkürlich bei der Invasion fremder Länder festgenommen hat, nicht hetzen zu lassen. Die Insassen von Guantanamo zum Beispiel, genießen seit mittlerweile fünf Jahren diese Abgeschiedenheit und gerade mal gegen einen von ihnen wurde jetzt Anklage erhoben. Was für ein Kontrast zu den schändlichen Iranern, die ihre Gefangenen schon nach kurzer Zeit vor die Kameras zerren.

Außerdem ist es ein Unding, dass die Iraner den britischen Gefangenen keine angemessenen Leibesübungen gestatten. Das US-Militär legt großen Wert darauf, dass seine irakischen Gefangenen sich fit halten. Da gibt es zum Beispiel hochinteressante „Stresspositionen“, in denen die Gefangenen für Stunden verharren, um ihre Bauch- und Wadenmuskulatur zu trainieren. Eine beliebte Übung ist es, auf den Fußballen zu stehen und dann in die Hocke zu gehen, so dass die Schenkel parallel zum Boden sind. Das erzeugt einen intensiven Schmerz und führt letztendlich zu Muskelversagen. Dies ist ein prima Spaß, der zudem gesund ist und die Gefangenen gestehen so ziemlich alles um da wieder heraus zu kommen.

Und dies führt mich zum letzten Punkt. Es geht aus der TV-Übertragung klar hervor, dass die Soldatin Turney unter Druck gesetzt wurde. Die Zeitungen haben Verhaltenspsychologen davon überzeugen können, die Übertragung auszuwerten und der Meinung zu sein, sie wirke „unglücklich und gestresst“.

Was besonders widerwärtig ist, ist die heimlichtuerische Art und Weise, mit der die Iraner dafür sorgten, dass sie „unglücklich und gestresst“ wirkt. Sie zeigt keine Anzeichen von Elektroschocks und hat keine Brandmale im Gesicht. Dies ist nicht hinnehmbar. Wenn Gefangene Zwangsmaßnahmen zugeführt werden, wie zum Beispiel unter Zwang sexuelle komprimierende Stellungen einzunehmen oder ihnen Elektroschocks an den Genitalien zu verpassen, dann sollten sie dabei photographiert werden, so wie in Abu Ghraib. Die Photos müssen dann durch die zivilisierte Welt gehen, so dass jedermann genau sehen kann, was dort passiert.

Wie Stephen Glover in der Daily Mail festgestellt hat, mag es vielleicht ein wenig überzogen sein, Iran wegen der Demütigung der Soldaten niederzubomben, aber das iranische Volk muss dafür leiden müssen – entweder durch harte Sanktionen, wie die Mail vorschlägt, oder ganz einfach dadurch, dass man Präsident Bush den Rücken stärkt, schnell in Iran einzumarschieren, was er ja eh vorhat, um Iran Demokratie und westliche Werte zu bringen, so wie er es im Irak gemacht hat.

Update: Für Freunde offener Briefe von Terry Jones, sei noch einmal an seinen “göttlichen” Brief an George Bush im Vorfeld des Irak Krieges erinnert.

Update II: Mit Erstaunen muss ich feststellen, daß Jürgen Elsäßer in der Jungen Welt einen Artikel verfasst hat, der eindeutig von Jones abgeschrieben ist - allerdings ohne den Originalautor zu nennen. So kann man auch Geld verdienen ;-) Aber da der Artikel ja gut ist, sei es ihm vergönnt.
Jens Berger

Kategorie: Ausland, Iran, Medien | 25 Kommentare

Herr Malzahn

29. März 2007 von Spiegelfechter - Drucken

Gestern muss ein schlechter Tag für einen gewissen Herrn C. C. Malzahn gewesen sein. Der gute Herr Malzahn ist seit 13 Jahren bei einem Magazin beschäftigt, dass ehemals als „Sturmgeschütz der Demokratie“ bezeichnet wurde. Nicht ohne Malzahns tätige Beihilfe als Politik-Chef ist es in den letzten Jahren allerdings vom „Sturmgeschütz der Demokratie“ zur „Spritzpistole Angela Merkels“ verkommen. Die Tochter des verstorbenen Gründers nennt dieses Magazin „ein nunmehr geschwätziges Blatt unter vielen“ - die Rede ist natürlich vom SPIEGEL. Jenem Blatt, das seit mehreren Jahren im Kampf um Rendite und Auflagenzahlen den Qualitätsjournalismus alter Tage gegen einen Mischung aus Boulevard, Belanglosigkeit, „Frau Dr. Merkel rettet die Welt“, neoliberalen Meinungsbrei und Islamophobie ersetzt hat. Jenem Blatt, für das der Hetzer Henryk M. Broder seinen Broderline-Journalismus verfasst und jenes Blatt, das in seiner aktuellen Ausgabe vor der „Islamisierung Deutschlands“ warnt.

Dabei war der Herr Malzahn doch so glücklich. Ok - die fähigen Leute seiner Redaktion sind zur Süddeutschen abgewandert, die auch prompt zum neuen Leitmedium aufstieg, aber wen interessieren denn schon solche anachronistischen Dinge wie Qualität, wenn man gute Auflagen erzielt, fette Renditen macht und mit seiner Online-Tochter unangefochtener Marktführer ist. Von BILD lernen heißt siegen lernen? Offensichtlich schon, tritt sie doch den Beweis an, dass Auflage und Qualität nichts miteinander zu tun haben, letztere wohl eher hinderlich ist. Aber dem Herrn Malzahn ging es ja nicht nur um so profane Dinge, nein Herr Malzahn ist

ein enttäuschter Ex-Linker, der, wie so viele dieser Kategorie, über die Jahre zu einem strammen Rechtsliberalen mutiert ist, wobei sich das „liberal“ nur auf den Wirtschaftsliberalismus bezieht. Dinge wie Bürgerrechte (so etwas ist doch anachronistischer Firlefanz) wurden gerne echten Journalisten, wie dem Herrn Prantl von der Süddeutschen überlassen. Herr Mahlzahn hält von so etwas nichts und baute lieber an dem Phantom „internationaler Terrorismus“ mit, mit dessen Hilfe man den Überwachungsstaat schon irgendwann hinbekommt. Und wer sich mit „Terrorismus“ „auskennt“, weiß schließlich, dass dieser von Mullahs und Islamisten (das ist alles was islamisch ist) betrieben wird und von den Guten™ bekämpft wird. Die Guten™ sind die USA, Israel und Herr Schäuble. Die Bösen™ sind die Mullahs, also Iran, und alles was irgendwie arabisch oder muslimisch ist.

Herr Malzahn und seine Freunde haben so schön polemisiert, gewarnt, Menetekel an die Wand gemalt und dem deutschen Michel erzählt, wie er zu denken habe. Und das hat geklappt! Der Michel hatte Angst vor seinem Dönerverkäufer und lies der uckermärkischen Jean d´Arc der Terroristenbekämpfung den USA ihre Solidarität, dem bösen Russen ihr Misstrauen und den afghanischen Drogenbaronen ihre Luftunterstützung gewähren.

Und dann dies: „48 Prozent der Deutschen halten die USA für gefährlicher als Iran - nur 31 Prozent glauben das Gegenteil“, so fand eine Umfrage des Forsa-Institutes im Auftrag des STERN heraus. Ja herrgottsakranochamal, spinnt denn der Michel? Hat der uns nicht gelesen? Glaubt der uns etwa nicht? Herr Malzahn war verzweifelt und sehr, sehr traurig.

Da griff er zum Stift und schrieb sich seinen Frust von der Seele. Er nannte seinen Artikel „Böse Amis, arme Mullahs“ – in gleichen Stil hätte er zwar auch „Böse Neocons, arme Perser“ schreiben können, aber das wäre ja pfuibäh antiamerikanisch.

Und er schrieb und schrieb. Er schrieb so Sachen wie:

Die Deutschen haben im Laufe ihrer jüngeren Geschichte schon an vieles
geglaubt. An Kolonien in Afrika und an den Kaiser[]

… und einem Herrn Powell, mit seinen Powerpoint-Folien und einem Herrn Bush, mit seinen Menschrechten, die er nun in Guantanamo verteidigt. Und nun wollen sie dem Herrn Malzahn nicht glauben, dass der Mullah böse und der Uncle Sam gut ist? Das kann dem Herrn Malzahn schon mal den Tag versauen.

Und wenn der Tag schon mal so richtig versaut ist, dann schreibt man auch:

Jahrelang wurde den Deutschen von ihren Außenministern das Märchen vom
“kritischen Dialog” zwischen Europa und Iran erzählt. Es ging etwa so:
Wenn wir nett zu den Ajatollahs sind, ein bisschen mit ihnen knuddeln
und ab und zu mit dem Finger “DuDuDu” machen, dann hören sie auf [] Irgendwie ging der Plan schief, was man in Washington übrigens lange vorher ahnte.

Ja, der Ami war da klüger! Der hat nicht „DuDuDu“ gemacht, der hielt noch viel von „Rumgequatsche“, bei dem fliegen erst die Fäuste und dann die Worte. Drum ist ja auch weltweit so beliebt. *hüstel*.

Und wenn man schon mal so hitzig am schreiben ist, kann man auch mal ein paar vorsätzliche Lügen mit einbauen. Wer sagte doch gleich „Man muß eine Lüge nur oft genug wiederholen, dann wird sie zur Wahrheit?“

Ansonsten wünscht sich der iranische Präsident die Auslöschung Israels.

Da kann der Herr Malzahn wohl die Gedanken des iranischen Präsidenten lesen. Gesagt hat der dies nie und das wird der Herr Malzahn wissen.

Warum sollte Achmadinedschad eigentlich nicht meinen, was er sagt? Aber wir Deutschen
wissen nur, was wir glauben.

Wir Deutschen, lieber Herr Mahlzahn, glauben zu wissen, was sie uns glauben machen wollen. Und sie wollen, dass wir zu wissen glauben, Herr Ahmadinedschad wolle Israel „auslöschen“. Darum verbreiten sie diese Propagandalüge ja auch permanent und ihre Frage kann eigentlich nur heißen „Warum glauben die Deutschen dem Herrn Mahlzahn nicht?“

[Auslöschung Israels] Das dauert noch ein bisschen. Um nicht aus der Übung zu kommen ließ das Regime vor ein paar Tagen 15 britische Soldaten kidnappen. Aber schuld
sind immer die Amis, ist ja klar. Über die wissen wir schon lange Bescheid.

Ein bisschen Antisemitismus ist immer gut, wenn man den Gegner fertig machen will. Da stellt der Herr Malzahn schon mal die Festnahme von britischen Soldaten in eine logische Kette mit der Auslöschung Israels und verbindet dies mit der unausgesprochenen Apagoge, die „Amis“ könnten ja nicht schuld sein.

Das Ergebnis entspricht der deutschen Grundverlogenheit.

Damit meint er übrigens nicht sich sondern das Umfrageergebnis.

Wo der Malzahn schon mal so richtig in Fahrt ist, greift er sogar tief in die antideutsche Argumentationsklamottenkiste:

Besonders schlimm: Die Amerikaner haben 1945 den Krieg gewonnen. [] Den V-Day in Europa werden einige Deutsche den Amerikanern nie verzeihen;

… sagte nicht Golda Meir, die Deutschen werden den Juden nie den Holocaust verzeihen? Oh Malzahn, wie kann man das Meir-Zitat so verwursten? …

[]denn der Nationalsozialismus war ja bloß ein Betriebsunfall, der Ami aber an sich
ist böse. Sieht man ja bei Präsident Bush, der, daran glauben auch manche unserer Leser täglich felsenfest, “schlimmer ist als Hitler”.

Und daher ist jeder Bush-Kritiker ein verkappter Nazi – so will es Malzahn ja wohl suggerieren.

Antiamerikanismus ist prima bigott. Man kann sich abends die neuesten Folgen von “24″ reinziehen und am nächsten Morgen über Guantanamo klagen.

Oh ja Herr Malzahn, genau so bigott wie die alltägliche Islamhetze ihres Blattes. Da kann man abends schon mal von einer „Kapitulation des Westen vor den Islamisten“ hetzen und prima gegen alle Muslime in Deutschland und sonst wo aufstacheln und am nächsten Morgen sich über die alltägliche Xenophobie in der brandenburgischen Pampa aufregen. Wir wissen ja, Hass ist nur böse, wenn er eine Glatze hat und Herr Broder hat noch volles Haupthaar.

Vielleicht sollten die Amerikaner die Deutschen zur Abwechslung beim Wort nehmen. Höchste Zeit für eine neue Runde Re-Education. Die letzte hat nicht gereicht.

Richtig Herr Mahlzahn, der Deutsche ist ein Nazi weil er die Amerikaner nicht mag und muss umerzogen werden. Ihr Blatt gibt sich ja bereits alle Mühe und ihre Forderung kann durchaus als Warnung verstanden werden.

Wer noch der Hoffnung anhing, der SPIEGEL könnte sich seiner alten Tugenden besinnen und wieder ein ernstzunehmendes Organ in der deutschen Presselandschaft sein, muss diese wohl endgültig begraben. Zumindest so lange ein Herr Malzahn für dieses Blatt tätig ist.

Rudolf Augstein wird wohl in seinem Grab rotieren, sein Traum, sein Werk … verkommen.

Und wer sich noch weiter über den Herrn Malzahn aufregen will, dem sei als Aufputschmittel der Artikel Mahlzahn hat Durchfall bei “Rainer sacht” empfohlen.

Update: Die wunderschöne Alternativversion des Spiegelcovers stammt aus MaloXPs Artikel “Wenn Paranoia sich verdinglicht” auf Citronengras.
Jens Berger

Kategorie: Allgemein, Deutschland, Medien | 42 Kommentare

Islamo-Faschismus oder “Wer Faschist ist bestimmen wir”

23. Februar 2007 von Spiegelfechter - Drucken

Eine Gesellschaft, die vom Erdöl abhängig ist wie der Junkie von seiner täglichen Dosis, handelt auch ähnlich triebgesteuert. Der Fokus des Interesses ist es den nötigen Stoff zu bekommen. Gesellschaftlich ist dies indes nicht anerkannt – wird der Konsum als solcher als Krankheit gesehen, der man mit Ersatzdrogen (Methadon, Atomkraft) beikommen will, so ist die Beschaffungskriminalität der Kern des Problems, der die meisten negativen Folgen mit sich bringt.

Öl - der Saft nach dem die Welt giert

Die Begehrlichkeiten der Mächtigen im Weißen Haus sind vor allem auf eine Region konzentriert, den Nahen Osten. Hier sind die umfangreichsten Lagerstätten, die auch für die Zukunft prächtigen Nachschub versprechen. Die „gesicherten“ Erdölquellen der USA reichen alleine nicht mehr aus, die SUVs zu speisen und die Reserven verheißen alarmierendes: „Peak-Oil, das Ölzeitalter (so werden es künftige Historiker wohl bezeichnen) neigt sich dem Ende zu“. Peak-Oil hat die letzte Runde des Verteilungskampfes eingeläutet, in der neben den USA auch aufstrebende ölfressende Riesen, wie Indien und China und wiedererstarkte Energiezaren (1) beteiligen. In den Kammern der bellizistischen Beraterinstitute steht die Uhr auf 5 vor 12.

Beschränkt sich die Beschaffungskriminalität des Junkies meist auf kleinere Straftaten, wie Beischlafdiebstahl oder Autos knacken, so ist die Beschaffungskriminalität der Ölsüchtigen häufig genug Grund für Kriege, die unendliches Leid mit sich bringen. Der kleine Junkie hat allerdings keine Presseabteilungen und PR-Firmen, die sich darum kümmern, dass sein gesetzwidriges Treiben im „rechten“ Lichte dargestellt wird – die Ölbeschaffer haben diese „Werkzeuge des Teufels“ zu genüge … und sie betreiben ihre Arbeit mit einer „teuflischen“ Effizienz. Kein Mensch zieht gerne in den Krieg, kein Mensch klaut gerne seinem Nachbarn ohne Not die Kronjuwelen aus dem Keller und schlägt ihm den Kopf ein. Dem Menschen muss ein Grund gegeben werden, warum er die Normen gesellschaftlichen Lebens verlassen soll.

Neue Formeln müssen her

Dafür musste von den Falken in Washington und Tel-Aviv ein Kampfbegriff gefunden werden, der möglichst aggressiv-hegemonial ausgeschlachtet werden kann. Gefunden wurde die Formel “Krieg der Demokratie gegen den Islamo-Faschismus”, einer Neuauflage des “Kampf der Kulturen”, den Samuel Huntigton einst selbsterfüllend prophezeite. In Deutschland wurde dieser Begriff durch Josef Joffe in seinem Leitartikel „Islamo-Faschismus“ in der ZEIT vom 18. März 2004 aus der Taufe gehoben. Ein solch „feiner“ kulturkämpferischer Terminus wurde natürlich neben der dem American Enterprise Institute zugehörigen Ayaan Hirsi Ali, eine Holländerin, somalischen Ursprungs, auch von den islamophoben und philosemitischen Auguren Henryk Broder und Leon der Winter mit Begeisterung aufgenommen und weiterverbreitet. Konnte doch so der moralisch-stringente Schluss gezogen werden, das es wieder die „Faschisten“ sind, die die Existenz der Juden und die Demokratie bedrohen. Das „Faschistenhütchen“ wurde dem Islam übergestülpt. Mit Freude wurde vom Jerusalemer Großmufti Mohammed Amin al-Husseini berichtet, der im zweiten Weltkrieg mit den Nazis sympathisierte. Gerade so, als wären Leute wie Charles Edward Coughlin oder Oswald Mosley nur Hirngespinste von Feinden der Demokratie und die National Union for Social Justice eine gänzlich unamerikanische Abart des „friedliebenden“ Garanten der Freiheit.

Mit diesem Kunstgriff konnten Amerikas Kriege gegen den Irak und Afghanistan und neuerdings auch in Afrika genauso gut verteidigt werden wie Israels Kriege im Libanon und Palästina. Waren es doch „antifaschistische“ Kriege und gerade wir Deutschen sollten doch besser schweigen, wenn es um Kriege gegen den Faschismus geht, wären wir ohne sie doch Moskaus rote Knechte.

Die Medienmaschine läuft an

Mit der medialen Kampagne gegen Iran erreicht auch die Medienarbeit der Falken ihren Höhepunkt. Kaum ein Tag vergeht, an dem wir nicht von WELT, ZEIT, FAZ, Spiegel und Focus daran erinnert werden, dass das Böse islamischer Natur ist bzw. das die islamische Natur böse ist (2). Hierbei nimmt der Kampfbegriff vom „Islamo-Faschismus“ eine wichtige Rolle ein. Suggeriert er doch das, was die Falken uns gerne glauben machen würden.

Der Islam sei nicht demokratie- sondern faschismuskompatibel. Daher müssten die westlichen Demokratien doch erkennen, dass ohne eine Intervention der Islam einen weltumspannenden Faschismus islamischen Charakters installieren würde. Das Münchner Abkommen hat uns ja auch gelehrt, dass man mit Faschisten nicht verhandeln sollte (Atomdebatte) sondern Präventivkriege das Mittel der Stunde sind. Daher dürften die westlichen Demokratien den USA und Israel in ihrem „gerechten“ Kampf gegen den Faschismus auch nicht in den Rücken fallen, sondern diese unterstützen – bis hin zum präventiven Einsatz von Atomwaffen. Der apokalyptische Big-Boss (Endgegner) ist auch schon ausgemacht – wer sonst als der „Irre aus Teheran“, der „Widergänger Hitlers“ sollte es sein (2). Iran, die Speerspitze des „Islamo-Faschismus“, Bush und Olmert die apokalyptischen Reiter des Guten … das muss man doch verstehen. In diesem Kontext ist Bush der Sehende unter Blinden … in der Realität erinnern die bellizistischen Hetzer indes eher an den alten Autobahnwitz „Heute sind auch nur Geisterfahrer unterwegs“.

Ahamdinedschad trägt mit seinem zweifelhaften Populismus und seiner Instrumentalisierung des Holocausts selbstverständlich nicht unbedeutend zu dieser Stimmungsmache bei. Er liefert den Populisten um Broder eine Steilvorlage nach der anderen – da ist leicht zu polemisieren. Broder malt in seinem jüngst erschienenen Buch „Hurra, wir kapitulieren“ schon mal farbenfroh das Gespenst von 1,5 Mrd. Moslems aus, die „unsere“ Werte mir Füßen treten uns zur „Selbstaufgabe“ zwingen. Suggestiv fragt er „Was wären die Folgeschäden eines präventiven Atomkrieges gegen Iran?“. Natürlich – dann sehe alles ganz anders aus. Der gemeine Muslim wäre ob eines solch entschiedenen Handelns von der moralischen Überlegenheit der „christlich-jüdischen“ Kultur überzeugt und würde seine Kinder anstatt in die Koranschule sofort in die Junge Union schicken und seine Frau dazu ermutigen oben ohne im lokalen Freibad zu poussieren.

Der israelische Historiker Benny Morris spinnt Broders Gedanken zu Ende und lamentiert in der WELT vom 6. Januar 2007 von einem „zweiten Holocaust“, den Teheran mit Atomwaffen vom Zaun brechen wolle – das Teheran keine Atomwaffen besitzt blendet er aus, aber dies ist bei den Springer-Blättern eh guter Ton. Das ein solches Vorgehen absurd wäre, dass sich gar Jaques Chirac vor zwei Wochen dazu äußerte, er habe keine Angst vor einer iranischen Atombombe, ist Morris keine Zeile wert.

Diese Logik der atomaren Abschreckung kennt natürlich auch Broder. Nur verschweigt er sie, wider besseren Wissens. Anscheinend macht es ihm nichts aus, die Öffentlichkeit zu täuschen. Broder ist indes eher ein Nachzügler in einer internationalen Kampagne, die im angloamerikanischen Raum schon länger läuft. Mit Überschriften in englischsprachigen Medien wie “How Europe Died”, “While Europe Slept”, “Europe´s Suicide?”, “Eurabia is no Fairytale”, “Goodbye Europe” und Ähnlichem wird die westliche Welt aufgehetzt, den neuen globalen Kreuzzug nicht länger hinauszuschieben. (3)

Was Broder und Konsorten gar nicht gerne hören werden: Diese Kampagne erinnert frappierend an die Judenhetze der 30er Jahre – natürlich mit vertauschten Objekten. Beschwor man damals die Gefahr des weltweiten Judentums, so ist es heute der weltweite Islam. Hieß es damals „Deutschland erwache!“, so heißt es heute „Westen erwache!“. Der „Gegner“ wird dämonisiert um seine eigenen bellizistischen Motive zu rechtfertigen und den „Volkszorn“ zu instrumentalisieren.

Betrachtet man die Strategie, des Weißen Hauses, Iran zu einer Tat zu provozieren, die sich medienwirksam als Casus Belli ausschlachten ließe (4), so macht diese PR-Kampagne in einer erschreckenden Art und Weise Sinn. Das Volk soll auf den künftigen Krieg mental eingeschworen werden und wissen um was es geht: Dem Kampf gegen das Böse. Hoffen wir alle, das Teheran klug genug ist um mit der gebotenen Gelassenheit auf solche Provokationen zu reagieren.

Jens Berger

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Kategorie: Ausland, Deutschland, Iran, Medien | 5 Kommentare

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  • COPOKA @SF Jö, capice. Ich wollte ‘priono’ nur noch darauf hinweisen, dass Windows auf den Clients zwar...
  • Spiegelfechter @COPOKA Nee, es geht um die Client-Systeme und nicht um den Server. Das WP ein Leck hat ist klar, aber...
  • COPOKA @SF Na ja, wordpress läuft ja unter Linux ;) Das Sicherheitsleck war ja nicht auf deinem PC. Es sei denn,...
  • Spiegelfechter @alle Diskutanten Leider komme ich erst am WE dazu, mir die Beweisdokumente des FBI näher...
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SR2 - Fragen an den Autor: Das Ende der Massenarbeitslosigkeit

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