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  • Targo Bank: Konto dicht, Karte weg – so geht Bank gar nicht!

    geschrieben am 12. Februar 2016 von Joerg Wellbrock (Tom W. Wolf)

    ein-haufen-geld-d02d177d-4013-42c1-9b4f-6033689ed623In der UN-Behindertenrechtskonvension spielt das Wort Inklusion eine zentrale Rolle. Doch die Umsetzung der hehren Grundsätze gelingt nicht immer. Der Fall einer behinderten Frau zeigt, dass es mit dem „Dabei sein“ (was Inklusion sinnbildlich übersetzt bedeutet), nicht so weit her ist. Zumindest nicht bei der Targo Bank, die gern mit dem Slogan „So geht Bank heute“ wirbt.

    Auf behinderte Menschen das Wort Integration anzuwenden, war lange Zeit allgemein üblich. Doch der Begriff schien nicht passend, weil Integration bedeutet, dass eine Teilnahme am gesellschaftlichen Leben nachträglich herbeigeführt werden muss. Daher wurde das Wort Inklusion gewählt, das auf die Rahmenbedingungen abzielt. Das Zeil dahinter war und ist es, die gesellschaftlichen Voraussetzungen für eine Teilhabe auch behinderter Menschen zu schaffen, ohne dass diese dafür erst aktiv werden müssen.
    Betroffen sind im wesentlichen die Bereiche Bildung, Arbeit, Wohnen und Freizeit. Und natürlich Finanzen.

    Geld: So nah und doch so weit weg

    Die Targo Bank in Duisburg interpretiert den Begriff Inklusion auf eine sehr eigenwillige Weise. Oder, anders formuliert: sie kennt den Begriff offenbar gar nicht. Das musste eine gesetzliche Betreuerin feststellen, die sich mit dem Umstand befassen musste, dass ihrer Betreuten – einer Frau mit einem Grad der Behinderung von 70 Prozent und einer kognitiven Einschränkung – kurzerhand die Girokontokarte eingezogen wurde, nachdem bekannt geworden war, dass sie unter Betreuung steht. Den Artikel weiterlesen »

    73 Kommentare

    Hass und Hetze: Sprechen wir über Faschismus

    geschrieben am 10. Januar 2016 von Joerg Wellbrock (Tom W. Wolf)

    Hate

    Liebe … besorgte … ach was!
    Faschos, Rassisten, Nazis und Hetzer!
    Damit haben wir es zu tun, und zwar
    jeden Tag, und es werden mehr und mehr und mehr!
    An den Kommentaren bei denkfunk sehen wir,
    dass sie aus tausenden Löchern gekrochen
    kommen und hetzen und hassen und Hirn liegen lassen.

    Sagen wir es doch ganz konkret:
    Die faschistischen Strömungen in
    unserer Gesellschaft nehmen zu.
    Erschreckend große Teile des Volkes sind
    bereit, fehlt nur noch der Führer.

    Ein paar Zitate gefällig? Den Artikel weiterlesen »

    253 Kommentare

    Offener Brief von Flüchtlingen aus Köthen (Anhalt)

    geschrieben am 08. Januar 2016 von Joerg Wellbrock (Tom W. Wolf)

    ÜbergabeNachdem die Volksseele weiterhin kocht und die Vorfälle in der Silvesternacht 2015/2016 in Köln und anderswo noch immer die Gemüter erhitzen, wird in Köthen (Anhalt) gearbeitet. Die Initiative „Willkommen in Köthen – weltoffen und bunt“ hat sich vorgenommen, Menschen auf der Flucht konkrete Hilfe anzubieten. Diese geht über die Willkommenskultur hinaus, die Helfer unterstützen Fluchtsuchende bei Behördengängen, Hausaufgaben und dem Erlernen der deutschen Sprache.

    Nun hat sich eine Gruppe von Flüchtlingen zusammengetan und einen offenen Brief verfasst, der Nicole Gewinner, Unterstützerin von “Willkommen in Köthen” übergeben wurde und sich in erster Linie an die deutschen Frauen richtet, die jeden Tag helfen. Auf dem Foto sind drei Polizisten aus Köthen und die Flüchtlinge zu sehen, die das Schreiben überreicht haben.

    Wir haben den Brief ebenfalls erhalten und drucken ihn hier ab: Den Artikel weiterlesen »

    326 Kommentare

    Nerzfrauen decken auf: In China essen sie Tchibos

    geschrieben am 18. Dezember 2015 von Joerg Wellbrock (Tom W. Wolf)

    445px-China_imperialism_cartoonSatire

    Jetzt ist es amtlich! In China essen sie nicht nur Hunde, sondern auch Tchibos. Das hat das Internetnetzwerk „nerzfrauen.org“ aufgedeckt. Die aus Müttern, Großmüttern, Urgroßmüttern und toten Ururgroßmüttern bestehende Vereinigung verschwörungspraktischer Frauen klagt nun vor dem Verwaltungsgericht Castrop-Rauxel gegen das Land mit der komischen Sprache. Nerzfrau-Chefin Doro Weia sagte irgendwann irgendwie jemandem, der es hören wollte: „Wir konnten es kaum glauben, aber die Chinesen verspeisen jeden Tag bis zu 4 Tchibos. Wir sind zwar mit den Chinesen im Gespräch, der Dialog fällt aber schwer wegen Sprachbarrieren.“ Den Artikel weiterlesen »

    58 Kommentare

    Ich distanziere mich nicht vom Terrorismus!

    geschrieben am 15. November 2015 von Joerg Wellbrock (Tom W. Wolf)

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    Warum auch?
    Sich von etwas zu distanzieren, setzt voraus, dass vorher eine Nähe oder Distanzlosigkeit vorhanden war. Zum Terrorismus hatte ich nie Nähe. Ich verabscheue ihn, egal, ob rechts, links oder religiös motiviert. Dementsprechend verabscheue und verurteile ich auch den Terror, der bei den Anschlägen in Paris ausschlaggebend war. Distanzieren muss ich mich aber nicht von diesen Anschlägen. Es gab ja keine Nähe, ich war weder Täter noch Unterstützer. Und wer auch immer sich dieser Tage zu Paris äußert, tut das nicht in Form von Distanzierungen, sondern durch Verurteilung der Taten.
    Aber wenn ich ein Muslim wäre, was wäre dann? Dann müsste ich mich also ganz offiziell vom Terrorismus distanzieren?
    Wieso denn bitte das?

    Was in Paris geschehen ist, ist grausam. Schrecklich. Unmenschlich. Genauso wie das, was jeden Tag auf der Welt in vergleichbarem oder noch schlimmerem Maßstab passiert, ohne dass es mediale Beachtung findet. Und es wäre schäbig, würde man die Folgen des einen Terroranschlages mit denen eines anderen vergleichen. Denn Terror ist Terror, er muss verurteilt werden!

    Nahezu alle Muslime verurteilen den Terrorismus ebenfalls. Den in Paris. Und den anderswo, der im Namen des Islam verübt wird. Weil Terror nicht zum Islam gehört! Noch mal, zum Mitschreiben: weil Terror nicht zum Islam gehört.

    Gab es eigentlich eine massenhafte Distanzierung vom Christentum zum Terror, als Anders Behring Breivik seine unfassbaren Taten verübt hat?
    Distanzieren sich alle Männer von Vergewaltigung und Mord, weil es vorrangig Männer sind, die solche Taten begehen?
    Nein, und das wäre auch unsinnig. Es ist allgemeiner Konsens, dass Terroristen eine extreme Form von Überzeugungstätern darstellen, deren Motive mit denen eines vernunftbegabten Menschen nicht vereinbar sind. Deswegen verurteilen wir auch kollektiv Terroranschläge, wenn sie passieren.

    Wirklich kollektiv? Nein, eben nicht, das ist ein großes Problem. Wenn ich Sprüche höre wie „Das war ein Anschlag auf unsere Werte“ oder „Dieser Angriff galt uns allen“, dann spüre ich den bitteren Beigeschmack, der sich in diese Aussagen mischt. Denn dieses „Wir alle“ schließt Muslime kategorisch aus. Wir alle, das sind Männer, Frauen, Angestellte, Selbstständige, Schwule, Lesben, Christen, Atheisten, aber eben keine Muslime. Die sind „die anderen“, von denen erwartet wird, dass sie sich distanzieren vom Terror. Was, wie bereits erwähnt, eine Nähe zum Terrorismus unterstellt. Der Generalverdacht, dass Muslime Terroristen sind, hat sich im Laufe der letzten Jahre kontinuierlich aufgebaut, er wurde forciert durch die Medien und die Politik. Das ist schlimm. Aber es geht noch schlimmer.

    Denn die Anschläge von Paris werden jetzt nicht nur genutzt, um eine völlig sinnlose Vorratsdatenspeicherung zu rechtfertigen oder die Installation von noch mehr Kameras im öffentlichen Leben zu erklären. Sie werden darüber hinaus missbraucht, um die Flüchtlingsdebatte anzuheizen. So twitterte CSU-Hardliner Markus Söder: „#ParisAttacs ändert alles. Wir dürfen keine illegale und unkontrollierte Zuwanderung zulassen.“
    Das ist an Widerwärtigkeit kaum zu überbieten. Es stellt nicht nur alle Muslime unter Generalverdacht, was schon völlig absurd ist. Es suggeriert zudem, dass nicht Menschen in größter Not als Flüchtlinge zu uns zu kommen versuchen, sondern Terroristen. Dabei flüchten die Menschen, die bei uns Schutz suchen, selbst vor dem Terror. Sie jetzt mit dem Stempel „Terrorist“ auf eine Stufe mit den Attentätern in Paris (oder anderswo) zu stellen, ist schlicht pervers. Die Tatsache, dass bei einem der Terroristen ein syrischer Pass gefunden worden und er Flüchtling gewesen sein soll, ändert daran nichts, aber auch rein gar nichts.

    Jeder terroristische Anschlag ist ein Anschlag auf den Wert der Menschlichkeit. Und all jene, die diese Menschlichkeit für sich in Anspruch nehmen und verteidigen wollen, sollten das gemeinsam tun. Unabhängig von ihrer religiösen Überzeugung.

    Nachtrag: Das Buch „Angst ums Abendland“ von Daniel Bax nähert sich dem Thema Islamfeindlichkeit auf sehr unaufgeregte und informative Weise. Es ist im Westendverlag erscheinen und eine Leseempfehlung wert.

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