SR2-Fragen an den Autor mit Christoph Butterwegge
geschrieben am 25. Januar 2008 von Spiegelfechter
Podcast der Woche:
Die Sendung “Fragen an den Autor” wird vom Saarländischen Rundfunk seit fast 40 Jahren ausgestrahlt und gehört damit zu den Klassikern der anspruchsvollen Radioprogramme. Wie der Name schon sagt, stellt sich jede Woche der Autor eines renommierten Sachbuches den Fragen des Interviewers und des Publikums. Neben den aktuellen Sendungen, die wöchentlich als Podcast ins Netz gestellt werden, bemühen sich die Macher momentan, die besten Sendungen aus fast 40-jährigen Geschichte als Klassiker im Podcast verfügbar zu machen.
Eine Perle unter den jüngsten Sendungen ist die Sendung mit dem Sozialwissenschaftler Professor Christoph Butterwegge. Dessen aktuelles Buch “Kritik des Neoliberalismus” ja auch schon seit längerer Zeit als Buchempfehlung beim SPIEGELFECHTER gelistet ist. In diesem Buch gehen Butterwegge und seine beiden Koautoren dem Wort und gleichzeitig Unwort der letzten Jahre nach: Was ist “Neoliberalismus”, was steckt hinter ihm, wie sieht seine Geschichte aus, was wollen eigentlich seine Vertreter und warum ist er eigentlich die vorherrschende Denkschule in der aktuellen Politik und Wirtschaftswissenschaft?
Das Buch ist jedem zu empfehlen, der sich ernsthaft mit dem Thema auseinandersetzen will. Für Leser, die bis dato noch gar keine Erfahrungen auf dem Gebiet der Wirtschaftspolitik haben, ist das Buch wahrscheinlich zu komplex, da es bereits in der Einleitung “in medias res” geht. Wer allerdings halbwegs regelmäßig wirtschaftspolitische Text in seiner Tageszeitung oder dem SPIEGELFECHTER liest, wird kaum Probleme mit dem Anspruch haben und eine wertvolle Informationsquelle finden.
Ist das Buch eher theoretisch gehalten, geht Butterwegge in der SR2-Sendung vornehmlich auf die praktischen Implikationen ein. Anhand von mehreren Beispielen aus der momentanen politischen Diskussion (Mindestlohn, Bahnprivatisierung) erklärt er die “Denke” des Neoliberalismus und wirft die entscheidenden Fragen auf, die in den Medien viel zu selten gestellt werden.
Jens Berger
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Der eine oder andere wird bereits das Symbol ganz oben in der rechten Sidebar bemerkt haben: Ab heute weist der SPIEGELFECHTER wöchentlich auf einen besonders empfehlenswerten Podcast hin. Da die Printmedien leider ihre Rolle als seriöse Quelle für Hintergrundinformationen mehr und mehr verlieren, das Internet sie zwar gerne wahrnehmen würde, aber für umfassende Specials meist das finanzielle Polster fehlt, hat sich das alte Medium “Radio” zu einer bemerkenswerten Informationsquelle gemausert. Der größte Unterschied zu TV und Print ist bei guten Radioprogrammen hierbei die Auswahl von Interviewpartnern, die meist aus der zweiten oder dritten Reihe der Bekanntheitsskala stammen, dafür aber (oder vielleicht sogar deswegen) wirklich etwas zum Thema beizutragen haben. Auch wird in einigen Formaten durchaus Fundamentalkritik geübt und Denkschablonen, wie sie aus TV und Print bekannt sind, werden hinterfragt. Internetseiten und You-Tube Filmchen werden in unzähligen Blogs und Portalen verlinkt. Der SPIEGELFECHTER nimmt sich zukünftig des Qualitätsradios an, und verlinkt jeden Freitag einen neuen Hörtipp.
Da ich selbst jeden Werktag mindestens 90 Minuten in meinem PKW sitze, habe ich vor allem die Form des “Podcasts” schätzen und lieben gelernt. Ein qualitativ hochwertiges, intelligentes Aboprogramm, das man dann hören kann, wenn man dafür Zeit hat – eine wirklich feine Sache. Den Auftakt bei meinen Empfehlungen macht die gestrige Sendung von “HR2-Der Tag” – “Man muss es doch sagen dürfen – Die Rhetorik des rechten Salons”. Thema ist die unsägliche Rechtpopulistik von FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher, der