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  • Die gemeinen Polen und Ulrich Krökel

    geschrieben am 16. April 2011 von Gastautor

    ein Gastartikel von Benjamin Fredrich

    Polen spottet über deutsche “Atom-Panik” – das ist die Überschrift eines Artikels aus der ZEIT von Ulrich Krökel. Für diesen Artikel hat sich Herr Krökel was ganz Besonderes ausgedacht. Um seinem Thema irgendetwas Interessantes zu geben, sammelte er ein paar Kommentare aus polnischen Zeitungen und bezog sie auf die Meinung „der Polen“. So suggeriert sein Artikel und besonders die Überschrift, die meisten oder alle Polen würden sich über die Deutschen und deren Sicht auf die Atomenergie lustig machen. Herr Krökel schreibt:

    „In Leserbriefspalten und Internetforen lästern Kommentatoren seit Wochen über “die unbeschreibliche Hysterie”, die sich beim großen Nachbarn im Westen nach der Nuklearkatastrophe in Fukushima ausgebreitet habe.“

    Bis in die Kommentarspalte hat es der allgemeine Pole geschafft. Weil die immens wichtige Kommentarspalte schon alle Jahre das Sprachrohr einer jeden Nation war, beweist uns unser ZEIT-Autor mit einer lockeren Folge von Beispielen, was der Pole für ein gemeiner „Spötter“ ist. Er platziert seine stichfesten Beweise dafür gekonnt am Anfang und am Ende seines Textes. Denn Herr Krökel ist ein ganz Gewiefter, der weiß, dass der erste Eindruck entscheidet (ob ich den Text lese) und der letzte bleibt (in meinem Kopf).

    – „Wir könnten den Deutschen einen Risikoreaktor in den Vorgarten bauen“
    – „Wenn wir das AKW direkt an der Grenze errichten, möglichst nah an Berlin, dann verfallen sie in Panik“
    – „Wir könnten das Kraftwerk nach Erika Steinbach benennen.“
    – „Die Deutschen und die Russen haben uns die Pipeline vor die Nase gesetzt. Jetzt kontern wir mit einem Risikoreaktor“
    – „Hauptsache sei, “dass die Deutschen endlich einmal Angst haben”“

    Einige der polnischen Kommentare deuten auf eine humorvolle Sicht der Dinge. So konnte ich, obwohl ich überaus deutsch und cool und so bin, mich durchaus mit dem Vorschlag anfreunden, ein polnisches Kraftwerk namens Erika Steinbach zu befürworten. Aber das nur nebenbei. Nicht nur, dass sich die Polen mit einem fiesen Grinsen in der Visage über das gesamte deutsche Volk lustig machen, mindestens am zweitschlimmsten ist für Krökel, dass die jetzt einfach so ein Atomkraftwerk bei Danzig bauen wollen. Und es kommt noch dreister: die haben die Deutschen nicht einmal gefragt. Sowas lässt sich Herr Krökel natürlich nicht gefallen und packt ohne zu Zucken seine Geheimwaffe aus – Mathias Platzeck:

    „Der brandenburgische Ministerpräsident Matthias Platzeck forderte die Regierung in Warschau nach dem Atomunglück in Japan mehrfach auf, von der Kernkraft ganz abzulassen.“

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