Direkt zum Inhalt

  • Suchen

  • RSS Feeds

  • Letzte Kommentare

  • Deutschland, das Land des Rassismus ohne Rassisten

    geschrieben am 27. Februar 2014 von Joerg Wellbrock (Tom W. Wolf)

    Von Jörg Wellbrock alias Tom W. Wolf

    Kommentar

    Der Europarat hat’s gemerkt. In Sachen Rassismus ist Deutschland nach wie vor alles andere als modern aufgestellt. Das Protokoll Nummer 12 der Europäischen Menschenrechtskonvention ist noch immer nicht ratifiziert, das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) ist löchrig und verwässert, im Strafgesetzbuch tauchen rassistische Motive nach wie vor nicht strafverschärfend auf. Und überhaupt: Der Begriff Rassismus wird in Deutschland zwar mit bösen Parteien oder Organisationen in Zusammenhang gebracht, nicht aber mit dem „Mensch auf der Straße“. Was der aber denkt, kann in den sozialen Medien und in den Kommentarbereichen zahlreicher Online-Medien beobachtet werden. Eine grausig anmutende kleine Übersicht findet sich hier.
    Klar, das sind natürlich alles Ausnahmen, Einzeltäter, die paar Vollpfosten sind doch nicht repräsentativ, höre ich schon den Abwehr-Chor anstimmen. Einer von den Couch-Kriegern schrieb wörtlich: „Wehrt Euch gegen die Diktatur der Minderheiten!“ Er meint damit die ganze Palette, also Asoziale, Ausländer, Banker, Politiker, Verbrecher, Pädophile und – sicher ist sicher, man will ja nichts vergessen – „andere Randgruppen“. Natürlich kommen auch Schwule vor, Asylbewerber, die Amerikaner und Israel, sprich: die Juden. Mit Rassismus hat das (natürlich!) nichts zu tun, auch nicht mit Faschismus, aber man muss doch schlichte Wahrheiten mal ebenso schlicht beim Namen nennen dürfen. Den Artikel weiterlesen »

    123 Kommentare

    Der Fall Edathy: Beweisstück Kaffeemaschine

    geschrieben am 12. Februar 2014 von Joerg Wellbrock (Tom W. Wolf)

    Von Jörg Wellbrock alias Tom W. Wolf
    Foto: © SPD Parteivorstand/Susie Knoll/Florian Jaenicke

    Kommentar

    Die bisherige Berichterstattung im Fall Sebastian Edathy hat zu wenig Aufklärung und viel Spekulationen geführt. Interessant ist ihre Entstehung, die auf einen Artikel des Lokalblattes „Die Harke“ fußt, der alles andere als ein Glanzstück investigativen Journalismus ist.

    Am 11. Februar 2014 schrieb der Mitarbeiter der „Harke“: „Gegen den ehemaligen heimischen SPD-Bundespolitiker Sebastian Edathy (Rehburg) laufen staatsanwaltliche Ermittlungen wegen Besitzes kinderpornografischen Materials. Das geht aus Kreisen der Landes-SPD hervor, die Montagabend in Loccum tagte.
    Eine ziemlich vage Aussage. Unterstellt man Quellenschutz, kann man sie aber noch hinnehmen. Etwas merkwürdig wird es im nächsten Satz, denn der „Kreis“ des Artikelschreibers kann offenbar sprechen. Wenn sich das Ganze bewahrheite, „dann mit Schwung drauf“, zitiert das Lokalblatt den großen Unbekannten. Bedenkt man, dass es um den Vorwurf der Kinderpornographie geht, ist eine solche Bemerkung schon ziemlich heftig. Aus wessen Mund sie kam, erfährt der Leser nicht. Gut für die Quelle, schlecht für Edathy. Den Artikel weiterlesen »

    289 Kommentare

    Linkspolitiker Ralph T. Niemeyer: Verdächtigt, vorverurteilt, ignoriert

    geschrieben am 07. Februar 2014 von Joerg Wellbrock (Tom W. Wolf)

    Von Jörg Wellbrock alias Tom W. Wolf
    Foto: Achim Meyer-Heithuis
    www.alfapress.de

    Spiegelfechter-Interview

    Der Politiker Ralph T. Niemeyer ist nicht nur Ex-Mann von Sahra Wagenknecht. Kurz vor der Bundestagswahl war unter anderem die „Welt“ der Ansicht, kriminelle Machenschaften und Vetternwirtschaft um ihn herum aufdecken zu müssen. Der Versuch Niemeyers, sich gegen die Vorwürfe zu wehren, verpuffte öffentlich weitgehend. Nun hat der Linkspolitiker eine Pressemeldung herausgebracht, die ihn rehabilitieren sollte. Doch auch davon nimmt kaum jemand Notiz.

    Kurz vor der Bundestagswahl 2013 hatte es Ralph T. Niemeyer mit weit mehr als nur dem Wahlkampf zu tun (wir berichteten hier). Er musste sich gegen zahlreiche Vorwürfe der „Welt“, des „Tagesspiegels“ und anderer Medien wehren, die diese teilweise übernommen hatten. Die Beschuldigungen waren umfangreich und reichten vom Betrug über Vetternwirtschaft (natürlich war laut der „Welt“ gleich die ganze Linkspartei in die „Machenschaften“ verstrickt) bis hin zur Unterstellung, Niemeyer würde seinen Verpflichtungen, Unterhalt für seine Kinder zu zahlen, nicht nachkommen. Gegendarstellungen seinerseits verdampften in der schnelllebigen Medienwelt oder wurden gar nicht wahrgenommen. Und selbst diejenigen, die ihm zugeneigt waren, hatten hier und da doch ein etwas merkwürdiges Gefühl in der Magengegend. Wenn so massive Verdächtigungen ausgesprochen werden, bleibt nun einmal immer etwas nach, ein bitterer Beigeschmack. Inzwischen ist Niemeyer, wie er sagt, rehabilitiert, die Vorwürfe gegen ihn sind ausgeräumt und gerichtlich dokumentiert. Der Politiker verfasste daraufhin eine Pressemeldung. Doch ein mediales Echo gab es nicht. Es scheint, als seien Verdächtigungen gegen den Ex-Mann von Sahra Wagenknecht interessanter als die spätere Richtigstellung.

    Interview mit Ralph T. Niemeyer

    Im oben verlinkten Artikel habe ich umfassend über die Vorwürfe aus dem Sommer 2013 berichtet. Da die Pressemeldung von Niemeyer keinen medialen Nachklang fand und laut seiner Aussage viele Menschen noch immer davon ausgehen, er sei verurteilt worden, bekommt er hier die Möglichkeit, sich selbst zur Sache zu äußern. Den Artikel weiterlesen »

    78 Kommentare

    Krieg, made in Germany – jetzt in noch mehr Ländern auf der Welt

    geschrieben am 03. Februar 2014 von Joerg Wellbrock (Tom W. Wolf)

    Von Jörg Wellbrock alias Tom W. Wolf

    Kommentar

    Die neue Bundesregierung nimmt Fahrt auf. Ihr Ziel: das Ausland. Im Gepäck: Soldaten und Waffen. Das nennt man dann Verantwortung übernehmen. Gauck, von der Leyen, Steinmeier & Co. reden sich und uns kriegerische Einsätze mit humanitären Motiven schön. Tatsächlich aber strebt Deutschland mehr Macht an. Dafür taugte Krieg immer schon am besten.

    Die Deutschen wollen in der Mehrzahl keine weiteren Auslandseinsätze der Bundeswehr. Das ergab eine von der Deutschen Presseagentur (dpa) in Auftrag gegebene Umfrage. Ob die nun repräsentativ ist, sei dahin gestellt. Und ist letztlich sowieso egal, denn die Bundesregierung hat ihren Weg längst eingeschlagen.

    Joachim Gauck – der erste Bundespräsident, der irgendwie mit im Boot der Regierungsmannschaft sitzt – streift von Rednerpult zu Rednerpult auf der Suche nach „seinem“ Thema. Das aktuelle lautet Krieg. Wobei Gauck das anders nennt, er spricht von „einer Verantwortung, die wir noch nicht eingeübt haben.“
    Das klingt so knuffig wie man das von Gauck kennt und mutet an wie der elterliche Hinweis an den Nachwuchs, das Zubinden der Schuhe zu perfektionieren.
    Dann wollen wir mal loslegen mit dem Einüben der Verantwortung für den Rest der Welt. Ob er – den Rest – das will oder nicht, spielt keine Rolle. Genauso wenig wie die Sicht der deutschen Bevölkerung, die lieber erst mal lernen soll, mit dem glücklich zu sein, was sie (nicht) hat.
    Die NS-Vergangenheit lässt der Bundespräsident als Gegenargument auch nicht gelten. Klar, nach dem Zweiten Weltkrieg habe sich Deutschland mit militärischer Präsenz erst einmal zurückgehalten. Und es mag Stimmen geben, die auch heute noch davon überzeugt sind, dass das so bleiben soll. Aber der Bundespräsident sieht das anders: „Das überzeugt mich nicht“, sagte er ausgerechnet auf der Münchner Sicherheitskonferenz, wohin es ihn verschlagen hatte.
    Also, ran an den Feind! Den Artikel weiterlesen »

    226 Kommentare

    Hassprediger in Deutschland?

    geschrieben am 31. Januar 2014 von Gastautor

    Von Emran Feroz

    „Aber die Welt ist noch nicht das Reich Gottes und es gibt das Böse als einen realen Machtfaktor.“ – Man könnte meinen, diese Aussage stammt von einem Kreuzritter, der vor Jahrhunderten seine Truppen gegen in blutige Schlachten gegen die „Sarazenen“ – so wurden damals die Muslime bezeichnet – geführt hat. Gegebenenfalls könnte man auch meinen, diese Worte stammten von Pater Joachim Haspinger, einem fundamentalistischen Weggefährten Andreas Hofers, der einst die Tiroler Bauern im Kampf gegen die Bayern und Franzosen auf dem Schlachtfeld unterstützte und für seine Radikalität bekannt gewesen ist. Doch Fehlanzeige. Der Verantwortliche verweilt in der Gegenwart, ja, tatsächlich im 21. Jahrhundert, heißt Nikolaus Schneider und ist Vorsitzender des Rates der evangelischen Kirche in Deutschland.

    Mit seiner Aussage rechtfertigte Schneider die Auslandseinsätze der Bundeswehr. Dass die Kriegseinsätze zahlreiche Unterstützer haben, ist an sich nichts Neues. Meistens werden diese mit gewissen wirtschaftlichen und politischen Interessen in Verbindung gebracht. Dass man plötzlich im (vermeintlich?) aufgeklärten Deutschland des Jahres 2014 vom „Reich Gottes“ spricht und dieses mit den Krieg in fernen Ländern in Verbindung bringt, ist neu. Würde Schneider einen Vollbart tragen und seinen Gott „Allah“ nennen, hätte man in wahrscheinlich glatt als „Hassprediger“ abgestempelt. Den Artikel weiterlesen »

    90 Kommentare
    Seite 27 von 49« Erste...1020...26272829...40...Letzte »