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  • Hätte, hätte, Fahrradkette

    geschrieben am 26. April 2013 von Spiegelfechter

    Viel Spaß ;-)

    8 Kommentare

    Steinbrück versus Raab: Das nächste Fettnäpfchen?

    geschrieben am 14. Februar 2013 von Spiegelfechter

    Ein Kommentar von Jörg Wellbrock

    Auf ein Kanzlerkandidatenduell mit Stefan Raab hat Peer Steinbrück keine Lust. In der Öffentlichkeit kommt das nicht gut an. Und Edmund Stoiber wird sich freuen. Macht Steinbrück wieder einmal alles falsch?

    Maybritt Illner, Peter Kloeppel oder Frank Plasberg – das waren bisher die gängigen Namen, wenn es um die Fernsehduelle der Kanzlerkandidaten ging. Jetzt ist ein neuer Name im Spiel. Die ehemalige bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber äußerte Gefallen daran, dass Stefan Raab das Duell leiten könnte. Und biss damit bei Peer Steinbrück auf Granit. „Politik ist keine Unterhaltungssendung“, sagte der SPD-Mann und musste daraufhin reichlich Prügel einstecken.

    Schlag den Steinbrück

    Im bisherigen Wahlkampf ist Peer Steinbrück nun wirklich nicht gerade durch positive und wahlwerbewirksame Aktionen aufgefallen. Die Diskussionen über Honorare, der Debatte über den „PeerBlog“ (mit dem Steinbrück selbst plötzlich überhaupt nichts zu tun gehabt haben will) und nicht zuletzt seine politischen Ankündigungen haben dazu geführt, dass seine Widersacherin Angela Merkel vor allem eines machen musste: nichts. Es reichte völlig aus, den Peer machen zu lassen, denn wo immer Fettnäpfchen warten, war er stets zur Stelle, um mit reichlich Dynamik herein zu treten. Und jetzt will der Steinbrück auch noch in die Programmgestaltung von ProSiebenSat 1 eingreifen.

    Steinbrück und die Meinungsfreiheit

    Edmund Stoiber meinte es nur gut, als er Stefan Raab für die Moderation des Kanzlerduells vorschlug. So jedenfalls stellt er es dar. Schließlich sei die Zahl der Nichtwähler so sehr in die Höhe geschnellt, dass man eingreifen und nach Wegen suchen müsse, um gerade junge Menschen wieder für Politik zu begeistern. Mit Raab sollte das gehen, meint der Bayer. Dass er Beiratsvorsitzender der Münchner ProSiebenSat.1 Media AG ist, geschenkt. Und dass Stoiber selbst im Jahr 2005 die Einladung zu Raab im Zusammenhang mit der Bundestagswahl abgelehnt hatte, ebenfalls: geschenkt. Dass ProSiebenSat 1 nun aber darauf einen Angriff auf die Freiheit der Medien bastelt, ist dann doch sehr gewagt. Der Sender lasse sich nicht vorschreiben, wer die Moderation übernehmen würde. Ein Sprecher fügte hinzu, dass Raab durch seine zwei Sendungen bewiesen habe, ein ernstes Interesse am Thema Politik zu haben. Außerdem sei „Steinbrück kneift vor Raab“ sicherlich kein Slogan, den Steinbrück sich wünschen würde.

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    46 Kommentare

    Connection reset by Peer – Steinbrück zieht die Reißleine

    geschrieben am 08. Februar 2013 von Spiegelfechter

    Das „Peerblog“ wird wohl als einer der skurrilsten Episoden in die Geschichte der deutschen Kanzlerkandidaturen eingehen. Angefangen mit der verdeckten Finanzierung, über die nur noch als dilettantisch zu beschreibende Machart, gepaart mit einem größtmöglichen Fremdschämpotential, wirkte das Peerblog so, als sei es vielmehr eine besonders perfide Kampagne des politischen Gegners. Damit reiht sich das Peerblog nahtlos in den Katastrophenwahlkampf Steinbrücks ein.

    Und dabei kann Steinbrück noch von Glück reden, dass ihm gestern ein vermeintlicher „Hackerangriff“ die Möglichkeit offenbarte, das verunglückte PR-Experiment vom Netz nehmen zu lassen – denn gleichzeitig kündigte die Linkspartei an, die Bundestagsverwaltung wegen eines Verstoßes gegen das Abgeordnetengesetzes gegen Steinbrück und die anonymen Hintermänner des Peerblogs ermitteln zu lassen.

    Hätte Peer Steinbrück ein Poesiealbum, müsste man ihm dort wohl das berühmte Zitat des Fußballers Andy Brehme hinterlassen: „Haste Scheiße am Fuß, haste Scheiße am Fuß“. Alles was der Spitzenkandidat der SPD in letzter Zeit angefasst hat, ist gründlich in die Hose gegangen. Die Posse um das Peerblog ist da nur der nächste Tiefpunkt in einer langen Reihe aus Pleiten, Pech und Pannen. Wie kann man als SPD-Kandidat auch nur seine Zustimmung zu einem PR-Blog geben, das nach Aussagen der Projektverantwortlichen von „herausragenden Unternehmerpersönlichkeiten“ mit einer „sechsstelligen Summe“ finanziert wurde? Wie kann man ein solch heikles Projekt einer PR-Agentur überlassen, die ganz offensichtlich nicht die geringsten Kompetenzen im weiten Feld der sozialen Netzwerke hat? Geführt von einem Dampfplauderer wie Karl-Heinz Steinkühler, bei dem sich totale Ahnungslosigkeit in geradezu epischer Art und Weise mit einem heillos übersteigerten Ego paart.

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    60 Kommentare

    Ein Markomanne will an die Macht

    geschrieben am 23. Januar 2013 von Gastautor

    Glosse zur Kanditatur des Sozialdemokraten Peer Steinbrück
    Von Sigmund Leid

    „Manche kann man nur ernstnehmen, indem man sie auf die Schippe nimmt.“
    Unbekannter Satiriker

    Zugegeben, in den letzten Wochen hatte ich viel Freud im Kopf! Aber der Reihe nach:

    Vor Jahrzehnten war ich über einen längeren Zeitraum damit beschäftigt, für meine Abschlußarbeit im Fach Geschichte innerhalb der Mauern des Marburger Staatsarchivs zig Bände der „Oberhessischen Zeitung“ aus den Jahren 1918 bis 1933 durchzuarbeiten. Es ging um die Berichterstattung dieses ultrarechten Blattes über die Wahlkämpfe ultrarechter Parteien während der Weimarer Republik (DNVP, Deutschvölkische Freiheitspartei, NSDAP). Dabei stellte ich fest, daß einer der Lobesbegriffe, die damals von den Journalisten dieser reaktionären Tageszeitung aus Marburg verwendet wurden, um das Auftreten reaktionärer Kandidaten zu feiern, das Wort „markig“ war. Bis heute hört man da sozusagen die tiefen Stimmen und die rollenden ‚R’s’, vernimmt man den schneidigen Sound kurzer knallharter Sätze, sieht man die mannhaft gereckten Rümpfe der rechten Recken auf ihrem Podium. Jedes Wort ein Stiefeltritt. Oder Ausdruck von „Beinfreiheit“ – - – wenn man so will.

    An diese Lektüre muß ich in diesen Tagen nahezu jedes Mal denken, wenn ich Peer Steinbrück bei seinen beinbefreiten Auftritten im Fernsehen beobachten darf. Die rollenden ‚R’s’ der Burgtheaterzeit will ich ihm dabei nicht unterstellen, aber sonst…?

    Grundsätzlich hält es der Steinbrück mit den ganz kurzen Sätzen. Zackig ist sein Ton, nahezu unbeweglich bleibt sein Gesicht, die Brauen werden finster zusammengezogen, die Mundecken weisen im mannhaften Entschlossenheitswinkel nach unten, die Augen blicken uns stets mit unerbittlicher Drohstarre an. Kurz: mag der Mann mit Namen Peer noch so nett sein, das Auftreten des Kanzlerkandidaten Steinbrück ist einfach entsetzlich. Bzw.: eine Lachnummer aus dem Kuriositätenkabinett der Geschichte. Steinbrück – nomen est omen – macht also auf Fels in der Brandung aller Unsicherheiten auf unserem Erdball. Oder auf Hindenburg von links.

    Sagte ich „links“? – Nunja, diesen Begriff wollen wir jetzt nicht auf die Goldwaage legen. Daß der mannhafte Mann für die SPD kandidiert, sollte genug Gegenbeweis sein. Aber „Hindenburg“, das ist so verkehrt nicht. Ich frage mich:

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    57 Kommentare

    Niedersachsenwahl – das letzte Korrektiv für die SPD

    geschrieben am 17. Januar 2013 von Gastautor

    ein Gastartikel von Thorsten Wolff

    Wenn die SPD nicht schleunigst auf ihrem selbst gewählten Irrweg umkehrt und sich auf ihren sozialdemokratischen Kern rückbesinnt, droht dem Land im Herbst eine absolute Mehrheit der Union. Da die Parteigranden der SPD jedoch bis auf kleinere Korrekturen bei der Rente einen Kurswechsel ablehnen, liegt es nun in den Händen der rund sechs Millionen Wahlberechtigten in Niedersachsen, der SPD nötige Orientierungshilfe zu geben. Nur wenn Niedersachsen eine Denkzettelwahl für das Willy-Brandt-Haus wird, besteht die vage Möglichkeit, dass es in den nächsten Jahren nicht nur in Niedersachsen, sondern auch im Bund eine Alternative zur neoliberalen Politik geben könnte.

    Dass Peer Steinbrück selbst für Wähler, die im allgemeinen Politjargon dem „linken Lager“ zugerechnet werden, keine überzeugende personelle Alternative zu Angela Merkel darstellt, dürfte niemanden ernsthaft überraschen, der sich kritisch mit politischen Themen auseinandersetzt. Die SPD-Delegierten werden schon ihre Gründe gehabt haben, ausgerechnet den Mann zu nominieren, den man selbst mit rotgefärbter Parteibrille nicht das Attribut „sozialdemokratisch“ zuschreiben kann. Wie auch immer diese Gründe aussahen, der Wunsch nach einem politischen Wechsel gehörte jedoch ganz sicher nicht dazu. Es ist jedoch nie zu spät, Fehler einzugestehen und von einem Kurs abzuweichen, der ganz offensichtlich in einem Wahldesaster enden muss. Es hat sich gezeigt, dass diese Kurskorrektur nicht aus der Parteispitze selbst kommen kann, wie der Blankoscheck den Fraktionschef Steinmeier diese Woche für Steinbrück ausstellte demonstrativ belegte. Man weiß schließlich, wie die Medien und der politische Gegner eine solche Kehrtwende ausschlachten würden. Man liebt den Verrat, aber hasst den Verräter. Nur Peer Steinbrück selbst kann Peer Steinbrück wieder vom politischen Schachbrett nehmen und damit eine Wiederholung der für die SPD dramatischen Niederlage bei der letzten Bundestagswahl verhindern; nämlich indem er nach der Niedersachsenwahl selbst seinen Rückzug bekannt gibt. Und leider können wohl nur die Wählerinnen und Wähler Peer Steinbrück davon überzeugen, dass dieser Schritt notwendig ist, um weiteren Schaden von der SPD abzuwenden.

    Gefangen im Hannoveraner Klüngel

    Fest steht, das Wahlergebnis in Niedersachsen wird knapp. Der lange Zeit als sicher angesehene rot-grüne Sieg ist nach den jüngsten Umfragen nur dann wahrscheinlich, wenn weder die FDP, noch die Linken und die Piraten in den Hannoverschen Landtag einziehen; und dies auch nur dank der soliden Stärke der Grünen, während die SPD auf dem besten Wege ist, ihr bis dato historisch schlechtestes Wahlergebnis von 2008 sogar zu unterbieten. Doch dafür ist keineswegs nur Peer Steinbrück verantwortlich, auch die Hannoveraner Genossen machen es selbst für Sympathisanten der Sozialdemokratie schwer, die dortige SPD als echte Alternative zur CDU wahrzunehmen.

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    110 Kommentare
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