9/11 - ein Tag, der Geschichte ist
12. September 2007 von Spiegelfechter - Drucken
Der 11.9.2001 hat zweifelsohne die Welt verändert: die Falken rund um das PNAC hatten nun endlich einen schlagkräftigen Auslöser, um ihre düsteren Träume zu verwirklichen, und Sicherheitspolitiker fanden die Argumente, um ihre Träume von mehr Sicherheit durch mehr Kontrolle und weniger Rechtsstaatlichkeit durchzusetzen. Was dabei herauskam, waren allerdings Albträume, - für die NeoCons, die USA, Europa und den Nahen Osten. Im Namen der 3.003 Toten von New York, Arlington und Shanksville wurden – je nach Schätzung – 100.000 bis zu über 1.000.000 Menschenleben ausgelöscht. Ein gigantisches Verbrechen als Begründung für ein noch gigantischeres Verbrechen - gleichzeitig wohl der Anfang vom Ende des „amerikanischen Zeitalters“. Im Namen von 9/11 wurde allerdings auch im gesamten Westen die Saat der Furcht gesät, die nun aufgeht und die Werte des Westens unterminiert.
Auch wenn es die letzten Falken nicht wahr haben wollen, – das Projekt, das euphemistisch „Iraqi Freedom“ getauft wurde, ist gescheitert. Der Irak war allerdings schon lange vor 9/11 der feuchte Traum amerikanischer imperialer Bestrebungen. Bereits im Jahre 1998 schrieben die Epigonen des Neokonservatismus eine „Empfehlung“ an den damaligen Präsidenten Clinton, das Ziel amerikanischer Außenpolitik darauf auszurichten, gegen den Irak militärisch vorzugehen, um die „vitalen Interessen [der USA] in der Golfregion zu schützen“. Unter den Unterzeichnern waren illustre Personen, die später als Amtsträger der Regierung Bush das Geschick selbst in die Hand nahmen: Elliott Abrams (Bush-Berater und Nahost Direktor des Nationalen Sicherheitsrates), Richard Armitage (Vize-Außenminister), John Bolton (UN-Botschafter), Zalmay Khalilzad (US-Botschafter in Afghanistan), Richard Perle (Vorsitzender des Verteidigungsrates, Spitzname: „Fürst der Dunkelheit“), Donald Rumsfeld (Verteidigungsminster), Paul Wolfowitz (stellv. Verteidigungminster und Weltbankpräsident) und Robert Zoellick (Vize-Außenminister und Weltbankpräsident) – eine feine Gesellschaft, auch bekannt als NeoCons oder „the Vulcans“ („die Vulkanier“). Zu beiden Gruppen wird auch Vizepräsident Cheney gerechnet, der die Welt 1999 wissen ließ, wo „der letztlich der Hauptgewinn zu holen ist“ – im Nahen Osten, im Irak. Ob das Hauptmotiv, den Irak zu überfallen, nun Öl, die Kontrolle über Öl, ein naiv-verbohrtes Verständnis von Freiheit und Demokratie oder die übersteigerte Solidarität mit Israel ist, ist schwer auszumachen. Alle diese Gründe waren für die NeoCons gewichtig und alle Gründe in Kombination erklären die Fixierung auf den Irak. Eines ist klar - Terrorismus, respektive dessen Bekämpfung, war kein Grund.
Im Jahre 2000 veröffentlichte das PNAC eine Strategiestudie („Rebuilding Americas Defences“), in der die neue Pax Americana entworfen wurde – die globale amerikanische Dominanz. Als Katalysator, der diese Entwicklung beschleunigen kann, brachten die Falken damals ein neues “Pearl Harbor” ins Spiel.
Further, the process of transformation, even if it brings revolutionary change, is likely to be a long one, absent some catastrophic and catalyzing event––like a new Pearl Harbor
9/11 war zweifelsohne dieses neue “Pearl Harbor”. Die Welt war erschüttert, sie fiel in eine Schockstarre, aus der sie bis heute noch nicht recht erwacht ist. Für einen Moment hatten die USA allerdings die Chance, die Welt ihre Sünden vergessen zu lassen und etwas Positives zu erreichen. Weltweit herrschte ein tiefes Mitgefühl, - es gingen Millionen Menschen aus Solidarität auf die Strasse, so auch Tausende in Teheran, - eine Solidarität, die viele bereits büßen mussten und noch büßen werden, vielleicht auch in Teheran. Heute scheint eine breite, ernsthaft empfundene Solidarität mit den USA nicht mehr denkbar.
Auch wenn 9/11 für die NeoCons wohl der Moment war, den sie innerlich herbeigesehnt hatten, um für ihre Phantasien Carte blanche zu erhalten, so ist dies allerdings keinesfalls ein unabwendbarer „Beweis“ dafür, dass sie 9/11 aktiv geplant haben, – obgleich es schwer zu widerlegen sein dürfte, dass sie beide Augen zumachten und somit grob fahrlässig 9/11 erst möglich machten. Ob und an welcher Stelle aktiv geholfen wurde? Die Zukunft wird es zeigen, nichts bleibt auf Dauer verborgen. Die, sich bedingungslos wahrheitssuchend gebende, “9/11-Truth Gemeinde” hat mit unzähligen, teils hanebüchenen, teils vernünftigen, Thesen zumindest eins geschafft - es ist schwerer denn je, die “Wahrheit” zu finden, so es sie denn überhaupt gibt. Letztendlich ist es - so zynisch es klingen mag - aber gar nicht so wichtig, wer wie für 9/11 verantwortlich ist. Cheney, Bush und ihre Spießgesellen sind Verbrecher und Mörder - so oder so. Es sind die Folgen von 9/11, und dessen Instrumentalisierung, um die es geht und die unsere Gesellschaft bedrohen.
Was außenpolitisch seitdem geschah, wäre auch ohne 9/11 passiert. Bei den Lügen, die von Amerikanern und Briten gesponnen wurden, um die Irak-Invasion zu „begründen“, spielte 9/11 jedenfalls allenfalls eine orchestrierende Rolle – zu schwach und zu leicht widerlegbar waren die „Indizen“ - oder per def. USA “Beweise”-, die angeführt wurden, um eine Verbindung zwischen Irak und Al-Quaida herzustellen. Auch Afghanistan wäre zweifelsohne ohne 9/11 angegriffen wurden – die Einkreisung des Antagonisten Iran und die strategische Stationierung amerikanischer Militärs an der Südflanke Russlands und des ölreichen kaspischen Beckens und im Hinterhof Chinas und Indiens war für die NeoCons zu verlockend, um sie auszulassen. Die momentane Außenpolitik der USA hat mit 9/11 gar nichts mehr zu tun - Iran und Syrien passen schwerlich in die Al-Quaida Schublade.
Die größte Bedeutung hatte 9/11 nicht etwa für die Außenpolitik, sondern für die Innen- und Sicherheitspolitik. Heute bedarf es keiner Trümmer der Twin-Towers mehr, um Angst vor einem virtuellen „Terrorismus“ zu sähen und das Volk für die nächste Stufe von „Sicherheitsgesetzen“ vorzubereiten, heute reichen bereits ein paar blaue Plastikfässer mit unbekanntem, jedoch angeblich gefährlichem Inhalt. Sowohl in den USA als auch in Europa herrscht ein Klima der (abstrakten) Furcht, das schamlos von Politik und Medien geschürt wird. Mit dem Verschwinden des großen Feindbildes „Kommunismus“ liefen die Menschen Gefahr, zu erkennen, was sie, und ihre Träume vom Leben, wirklich in ihrer Freiheit bedroht: ein System, das gar nicht so frei ist, wie einem immer erzählt wurde und keineswegs so gerecht, wie es sich selbst regelmäßig feiert. Menschen ohne Angst sind schwer zu regieren, da kam 9/11 wie gerufen, um ein neues Feindbild zu erschaffen, das instrumentalisiert werden kann: Der islamistische Terrorismus. Keinesfalls etwas neues, - russische Soldaten in Afghanistan, israelische Jugendliche in Diskotheken und amerikanische Botschaftsangehörige in afrikanischen Staaten hatten schon Erfahrung mit diesem „Phänomen“ machen müssen. „Islamistischer Terrorismus“ und das Weltbild der NeoCons, waren das ideale Paar. Beide sahen sich vom Liberalismus bedroht, beide brauchten einen Feind und beide fanden ihn. Dies wird übrigens in der Dokumentation des Briten Adam Curtis „The Power of Nightmares“ umfassend dargelegt.
Der „War on Terror“ hat letztendlich Terrorismus geschaffen. Irak ist ein Trainingsplatz par excellence für zukünftige Terroristen - wer braucht da noch Trainingscamps in Afghanistan? Bei aller Mühe, die sich der Westen gibt, Terrorismus zu züchten, ist es eher erstaunlich, was für ein Randphänomen er in den westlichen Ländern selbst geblieben ist. Neben dem singulären Ereignis 9/11 und einigen, wenigen Anschlägen, die meist von sogenannten „Home-Growns“ verübt wurden, ist es in den USA und der EU doch ziemlich ruhig.
Der Terrorismus hat trotz seines „Nichtvorhandenseins“ allerdings gesiegt, – und das fast ohne eigenes Dazutun. Die westlichen Eliten haben es geschafft, das zu erreichen, was der Terrorismus ohne sie nie geschafft hätte: Sie haben das westliche Wertesystem zerstört. Sie haben es geschafft, dass der Westen foltert, seine ureigenen Bürgerrechte in Frage stellt und teilweise abschafft, im Bürger (also in sich selbst) eine Bedrohung sieht, ihn zuallererst als potentiellen Täter sieht. All dies wurde von den Eliten ohne Zwang auf dem Jahrmarkt der Paranoia feilgeboten. Die Prinzipien, die in Sonntagsreden gepriesen wurden, werden aus freien Stücken und aus eigenem Interesse verraten, und fast niemand erhebt die Hand zum Widerspruch. Die Väter des Grundgesetzes haben auf Fingerabdrücke im Pass verzichtet, weil sie im Bürger nicht zuerst einen Verbrecher sahen. Dies sieht die heutige Politik ganz anders. Wenn der Fraktionsvize der stärksten deutschen Partei, in einem Land, welches den Judenstern zu verantworten hatte, ernsthaft fordern darf, dass der Staat ein “Konvertitenregister” für Muslime führt, ohne dass ein Aufschrei durch die Gesellschaft geht, so ist diese Gesellschaft moralisch am Ende.
Dass eine Clique von großmannssüchtigen Imperialisten die Weltgeschichte ändern wird, war historisch vielleicht unvermeidlich und wäre auch ohne 9/11 passiert. Dass der Westen ohne wirkliche Not seine ureigensten Werte auf dem Scheiterhaufen der Paranoia verbrennt, ist indes die wahre Tragödie, die ohne 9/11 nicht denkbar wäre.
Jens Berger
Kategorie: Ausland, Deutschland, Irak, Stasi 2.0, USA | 136 Kommentare
































































Zwei Tage nach den
“Fritzens Terrorzelle” hat,
Auf jeden Fall „retten“ die unbehelligten Verdächtigen die Behörden vor dem konkreten Abhandenkommen einer konkreten Bedrohung, die sich ja eigentlich gestern wieder „virtualisiert“ hatte. Was eine „konkrete“ Bedrohung und „konkrete“ Anhaltspunkte sind, weiß BKA-Chef Ziercke anscheinend selbst nicht so genau. In einem FAZ-Interview verneinte er zumindest gestern noch,
Über diese Ungereimtheiten wird uns aber sicher das Orakel von Karlsruhe in Kürze aufklären – in der für Behörden typischen nebulösen Sprache, die wenig konkrete Schlüsse, dafür aber viel Spielraum für bedrohliche Interpretationen zulässt. Seit den Zeiten des „Deutschen Herbstes“ hat sich ein Paradigmenwechsel durchgesetzt. Haben die Terroristen der RAF noch in ihren Flugschriften selbst die Motivation und die politischen Absichten ihrer Terror-Taten verbreitet, so übernimmt diese Rolle nun das BKA, besser noch, der Innenminister selbst. Es ist schon erstaunlich, wenn der BKA-Chef mehr über die Intentionen, die psychischen Befindlichkeiten und die Anschlagsziele weiß, als die “Terroristen” selbst. Zwischen den Behörden scheint indes ein gewisses Kommunikationsdefizit zu herrschen. Sprach Verteidigungsminister Jung gestern noch von einer “unmittelbaren Bedrohung”, da die Vorbereitungen bereits sehr weit fortgeschritten waren, relativierte das BKA die Mittelbarkeit der Bedrohung auf eine “Anfangsphase”,
Glauben kann und sollte man den Behörden jedenfalls nichts – wie kann es sein, dass die Verfolgungs- und Ermittlungsbehörden in Zeiten, in denen ihre Kompetenzerweiterung ein Politikum erster Güte ist, das Informationsmonopol über sämtliche Details ihrer Ermittlungsarbeit haben. Dem Vorsitzenden des Geheimdienst-Kontrollausschusses Max Stadler merkt man in einem
Wenn man Herrn Schäuble und seinen Spießgesellen so zuhört, könnte man glauben, hinter jedem Baum steht ein bärtiger Gefährder mit einem Turban, der sich sofort in die Luft sprengt, wenn der Michel nicht schnellstens sein Grundgesetz ändern lässt. So nah die Gefahr! Nur ist diese Gefahr nicht real, sondern abstrakt, wie es in Schäubles Neusprech heißt. Diese „abstrakte Gefährdungslage“ ist eine wunderbare Worthure für unsere Sicherheitspolitiker. Sie ist so herrlich schwammig, so wunderbar unpräzise und muss nicht näher mit Fakten belegt werden, die nicht zu erbringen sind. Vereinfacht übersetzt, heißt „abstrakte Gefährdungslage“, dass die Sicherheitsbehörden keine verifizierbaren Hinweise haben, aber glauben, dass es da draußen ganz schön gefährlich ist. Kein Wunder, dass die C-Parteien sich in dieser Glaubensfrage besonders leicht tun, tragen sie den Glauben doch in ihrem Namen. Literarisches Vorbild für eine „abstrakte Gefährdungslage“ sind Asterix und seine Gallier, deren ständige Sorge es ist, der Himmel könnte ihnen auf den Kopf fallen.
Ein Beispiel dafür ist der „
Anders sieht das Bild aus, wenn man die Anzahl der Verdächtigen betrachtet. Von 706 Menschen, die im Jahr 2006 wegen eines terroristischen Verbrechens verhaftet wurden, standen 257 in Verbindung mit einem islamistischen Hintergrund - 11 davon in Deutschland. In 303 Fällen, mit einem mutmaßlich terroristischen Hintergrund, wurde ein Verfahren durchgeführt und in 257 Fällen wurde ein Schuldspruch verhängt. Im Fall des islamistisch motivierten Terrors, sind weniger als 10% der Verhafteten direkt eines Anschlages oder dessen Vorbereitung oder Planung verdächtigt gewesen. Die große Mehrzahl der Verhafteten hat sich der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung verdächtig gemacht - und dies in den allermeisten Fällen wegen einer schwachen Verbindung von Marokkanern, Tunesiern und Algeriern zu den nordafrikanischen Terrorgruppen GSPC und GICM.
Stellt man diesen, vor allem für Deutschland, unspektakulären Zahlen die Aussagen Schäubles gegenüber, so wird deren Alarmismus überdeutlich:
Als ein Beispiel unter vielen, sei hier die konkrete Gefährdungslage durch multiresistente Keime (
Es vergeht fast kein Monat, in dem Angela Merkels Kettenhund nicht die Strapazierfähigkeit des Rechtsstaats austestet. Die Radikalität seiner Forderungen nimmt dabei von mal zu mal zu. In den vergangenen Wochen hatte sich Schäuble des öfteren mit dem amerikanischen Heimatschutzminister Michael Chertoff getroffen. Der darf so ziemlich alles, was Schäuble auch gern will - Verdächtige liquidieren, ohne Verfahren wegsperren, foltern und bespitzeln. Der Staat, den sich Schäuble erträumt, geht weit über den Überwachungsstaat hinaus, auf den er bereits seit längerer Zeit hinarbeitet. Schäubles Staat hebelt nicht nur die Grundrechte aus, er führt den Rechtsstaat ad absurdum, indem er über den Umweg „Gefahrenabwehr“ kategorisch die Unschuldsvermutung außer Kraft setzt und den Verdacht zu einem juristischen Instrument macht, das sogar den staatlichen politischen Mord rechtfertigt.
Im SPIEGEL-Interview treibt Schäuble ein pervertiertes Spiel. Er warnt vor Hysterie und demonstriert eben diese, er mahnt zur Gelassenheit und predigt Alarmismus und Aktionismus. Für “potentielle Terroristen”, in Schäubles Neusprech “Gefährder”, denen auf juristischem Wege nichts zu beweisen ist, möchte Schäuble gerne den Straftatbestand der “Verschwörung” einführen. Diese “Gefährder” genießen dann in seiner Albtraumwelt den Status eines Kombattanten und können interniert werden. Dies ist die Guantanamoisierung der deutschen Innenpolitik. Möchte Schäuble auf Helgoland ein Internierungslager errichten? Das hatte die Stasi auch mal geplant und dafür den “schönen” Begriff “Vorbeugekomplex“ gefunden. Dieses Wort ist doch wie gemacht für Schäubles Neusprech. Verwirklicht wurde so etwas durch die Stasi 1.0 nie. Schäuble wäre allerdings nicht Schäuble, wenn er auf dem Gebiet der Sicherheitspolitik nicht selbst die alte Stasi übertreffen würde. The Sky is the Limit und Schäubles Traum geht noch weiter.
“TargetedKilling” ist auch so ein “schönes” Wort, das eher an ein Computerspiel erinnert, als an rechtsstaatliche Vorgänge. Wenn es nach den sinistren Wachträumen von Herrn Schäuble ginge, so sollte es dem Staat erlaubt sein, Verdächtige umzubringen. Dies exerziert er am Beispiel Bin Laden vor - aber wenn er juristische Klarheit fordert, bezieht er dies nicht auf Einzelfälle, sondern greift nach dem Persilschein. Nach den gültigen Rechtsverständnis unserer Gesellschaft wäre dies Mord. Es ist ja nicht so, dass das Gesetz dem Staat keine Möglichkeit gäbe, im Rahmen der Gefahrenabwehr zu Töten. Der Notwehr- und Nothilfeparagraph stellt hierzu klare Regeln auf. Auch das höchst umstrittene Instrument des “gezielten Tötungsschusses” - oder wie es euphemistisch heißt “finalen Rettungsschusses”- erteilt dem Staat die Erlaubnis zu Töten. Warum will Schäuble hier noch weiter reichende Befugnisse? Was ihn an den vorhandenen Gesetzen stört, scheint die konkrete Gefährdung Dritter zu sein, die bei latenten Gefährdungen selten vorkommt. Wer also “latente Gefährder” - in juristischem Sprachgebrauch “Unschuldige”- ermorden lassen will, braucht neue Gesetze.
Das Schäuble mit seinen staatsterroristischen Vorschlägen weder in Karlsruhe noch in Berlin einen Blumentopf gewinnen kann, weiß er selbst. Es stellt sich also die Frage, was der Zweck seiner Provokationen ist. Geht es ihm um die unterschwellige Verbreitung von Ängsten? Oder um die Anbiederung an die Stammtische? Oder will er eine Abstumpfung der Gesellschaft erreichen - gerade nach dem Motto: “Gestern wollte er den Muselmann noch abknallen, heute nur noch bespitzeln - wenn das mal kein Fortschritt ist”.
Schäubles Verhältnis zum Grundgesetz ist tragisch - er ist der Meinung, es würde “zerbrechen, wenn wir es nicht anpassen”. Ich töte Dich, um Dir das Leben zu retten - Schäuble scheint einen Sinn für Paradoxa zu haben. Wenn er von sich behauptet, er sei “ein glühender Verfechter der freiheitlichen, rechtsstaatlichen Verfassung”, so ist das Wort-Lüge Verhältnis in diesem Satz 2 zu 1. Er ist ein glühender Paranoiker, dem man im besten Falle einen falsch verstandenen Schutzinstikt zusprechen mag. Schäuble bedarf dringend einer psychatrischen Überprüfung. Schäubles















